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Andreas Herrmann

Fçr immer ein Opfer? ¹ Nein, danke!

Verlag Gottfried Bernard Solingen


° 2000 Verlag Gottfried Bernard 5. Auflage April 2013 Verlag Gottfried Bernard Heidstraûe 2a 42719 Solingen E-Mail: verlag.gottfriedbernard@t-online.de Internet: www.gbernard.de

Die Bibelzitate wurden, wo nicht anders gekennzeichnet, der Revidierten Elberfelder Bibel (1986) entnommen; ° SCM R.Brockhaus SCM Verlag GmbH und Co. KG, Witten. Mit LU gekennzeichnete Bibelzitate entstammen der Bibel nach der Ûbersetzung Martin Luthers in der revidierten Fassung von 1984, das mit HfA gekennzeichnete Zitat aus der ¹Hoffnung fçr alle. Die Bibelª. ISBN 978-3-934771-05-5 Best. Nr. 175705 Grafik: Daniel Bernard mit Verwendung eines Fotos von Shutterstock: Chess Board von ULKASTUDIO Satz: Satz & Medien Wieser, Stolberg Druck: Schænbach Druck, Erzhausen Printed in Germany


Fçr meine Tochter Janina, fçr Dein erfolgreiches Engagement sowie Deine Liebe fçr die Straûenkinder in Rio. Ich bin sehr, sehr stolz auf Dich. Fçr meine Tochter Mirjana. Danke fçr Dein groûes Herz, in dem wir alle Platz haben. Du steckst mich immer wieder mit Deiner Liebe an.

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Inhalt Empfehlungen

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Vorwort

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Einleitung Was veranlasste mich, dieses Buch zu schreiben? Es empfiehlt sich, dieses Buch nicht einfach nur zu lesen ... Darum geht es Das Ziel Gottes Potenzialperspektive fçr dich

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Opferdenken çberwinden: Aufråumen in den Trçmmerståtten Lass den Schmerz los Der Wortschatz eines Opfers: Wo Mçcken leicht zu Elefanten werden So entsteht der Wortschatz eines Opfers durch çbertreibende Problembetrachtung Im Ausbau der Stårken liegt ein groûer Segen Gaben und Effektivitåt Den Wortschatz des Opfers ablegen: Die Selbstsabotage beenden Bin ich ein Opfer meiner Umwelt? Wer an Grenzen glaubt, stæût an Grenzen Gib nie, nie, nie, nie auf Ûberwinde die Unglçcksformel: ¹Ich bin fçr immer ein Opfer.ª Gott verschwendet keine Schmerzen der Vergangenheit Wie man ein Pechvogel wird Lebst du mit angezogener Handbremse? Neue Gedanken und Gebete veråndern das Leben Wie man Sorgen nachts ablegt Das ist der Ehrenplatz fçr Opfer Das Heroin des Selbstmitleids entziehen

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Das Hemd eines Glçcklichen Die Sache mit dem freien Willen

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Opfer- oder Siegerbrille? Werde ein Profi im erneuerten Denken So sprechen und denken Sieger in harten Zeiten So læst man sein negatives Selbstportråt auf und baut ein positives Selbstbild auf Sei flexibel, nimm es leichter Morgengrauen ist Angst vor der Zukunft Wer hat Schuld? Vergangenheit ± es kommt darauf an, was man daraus macht Liebe ist wichtiger als Recht zu behalten Sprenge deine Grenzen Siege çber deine kærperliche Verfassung ... und wenn jemand anderes sein Aussehen niedermacht? Entdecke deine Gnadentrainer Auch Probleme wåhren nicht ewig So gewinnst du in Sachen Finanzen Auch am Arbeitsplatz wirst du Sieger Die Flucht nach vorn ist keine Læsung Das Stimmungstief gehært dazu Zusammenfassung und Ausblick

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Aus der Praxis fçr die Praxis Warum wir mehr låcheln sollten Lebe im Hier und Jetzt mit Gott Kænig Davids Vermåchtnis: mit der eigenen Seele sprechen So startest du ins Glçck

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Empfehlungen Das neue Buch von Andreas Herrmann greift eine Problematik auf, die millionenfach in unseren Låndern vorhanden ist. Um so wichtiger, dass jetzt eine so hilfreiche und ermutigend geschrieben praktische Hilfestellung veræffentlicht wird. Ich empfehle dieses Buch wårmstens. Peter Wenz, Biblische Glaubensgemeinde Stuttgart Ein wichtiges Buch zur richtigen Zeit. Sehr gut lesbar. Ein handliches Werkzeug, das hilft, den schlafenden Riesen in uns aufzuwecken. Rudi Pinke, Christliches Zentrum Frankfurt Es war fçr mich in meinem Leben so wichtig zu lernen, was Andreas Herrmann hier beschreibt: Wir sind nicht das Produkt unserer Vergangenheit oder das Produkt unserer Familien, sondern das Produkt des Kreuzes. Nicht was wir erleben, sondern wie wir reagieren, bestimmt uns wirklich. Wenn ich es auf Englisch sagen darf: Not what I experience determines what I become - my reaction to it makes me either better or bitter. The only letter that has to change is the letter I. Ich habe mich lange als Opfer gesehen, bis ich sah, es gibt nur ein Opfer - und das ist Jesus Christus. Ich bin nur ein erlæster Verbrecher. Maria Prean, Missionswerk Leben in Jesus Christus, Imst Ein herausforderndes Buch, auch fçr mich persænlich. Andreas Herrmann setzt hier konsequent und lebenspraktisch um, was ¹erneuertes Denkenª im Licht der Mæglichkeiten Gottes und seiner Liebe bedeutet. Vom Opfer zum Sieger, weil wir an Jesus alles haben, was wir brauchen. Das gefållt mir. Dr. Roland Werner, Christus-Treff Marburg

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Der Mensch wird von seinem Denken bestimmt ... von daher ist es enorm wichtig zu verstehen, dass wir Befreiung und Wiederherstellung unserer Gedanken durch die Kraft Gottes brauchen und erfahren kænnen. Es ist Gottes erklårte Absicht, dass wir so denken, wie er denkt. Deshalb sollte es unser Ziel sein, in dieses neue Denken hineinzufinden, und uns so schnell wie mæglich von alten Denkgewohnheiten zu læsen, die uns durch unsere Erziehung im Elternhaus und die Gesellschaft auf den verschiedensten Ebenen vermittelt worden sind. Ich glaube, dass dieses Buch von Andreas Herrmann in der heutigen Zeit sehr aktuell ist, in der unsere Gedanken auf so vielen Ebenen von såkularen Medien etc. bombardiert werden. Es hilft uns durch ein erneuertes Denken, das unser Leben auf eine Ûberwinder- und Siegerbahn lenkt. Walter Heidenreich, FCJG Lçdenscheid Das ist (erneut) ein typisches Andreas Herrmann-Buch. Kurz, klar, deutlich, forsch, total aufbauend und richtig! Natçrlich kann fçr manche so viel Wahrheit, wie sie Andreas Herrmann ausbreitet, årgerlich sein. Denen empfehle ich das Buch ein zweites Mal und ein drittes Mal zu lesen. Es ist insgesamt ein phantastisches Instrument, um den jammernden zerknirschten, selbstmitleidigen, schwer enttåuschten Deutschen aus seinem Los zu entlassen. Wolfhard Margies, Gemeinde auf dem Weg, Berlin

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Vorwort In uns allen schlummert eine Sehnsucht nach dem eigentlichen, schænen und glçcklichen Leben. Das schæne befreite Leben gibt es. Es kann heute beginnen, wenn wir das beherzigen, was Andreas Herrmann in diesem Buch schreibt. Viel Not und sogar Krankheiten werden von uns weichen, wenn wir ihnen bewusst die Eintrittserlaubnis verweigern, statt ihnen durch negative Festlegungen und destruktive Selbstkritik oder Bitterkeit die Tçren zu æffnen. Je nachdem aus welchem Blickwinkel wir unser Leben betrachten, wird es sich auch gestalten. Aus dem Blickwinkel des Versagers, des ¹armen Schweinsª gewçrzt mit einem entsprechenden Vokabular, wird sich vor uns ein Leben des Misserfolgs entfalten. Der Teufel schiebt noch kråftig nach und freut sich, wenn in unseren Gedanken Festungen der Resignation und des Aufgebens errichtet werden. Wenn wir aber unser Leben aus Gottes Perspektive betrachten, erkennen wir, dass Gott Gutes in jedem von uns deponiert hat. Und Gott ist eifrig bemçht, das Gute zur Entfaltung zu bringen, noch reichlich zu vermehren und jeden von uns und unser ganzes Leben in groûe Freiheit und in Erfçllung zu fçhren. Wir haben es in der Hand, wie sich unser Leben gestalten wird. Statt bedrçckt und beherrscht zu werden, lernen wir durch dieses Buch, wie wir (mit Jesus) im Leben herrschen, negative Gedankenfestungen stçrzen und aus dem Reichtum Gottes ein schænes Leben fçhren kænnen. Ein Buch, das uns ganz neu den Weg zu einem schænen und siegreichen Leben aufzeigt. Es ist allerdings notwendig, dass wir die Aussagen dieses Buches nicht nur fçr interessant und richtig halten, sondern dass wir es auch ausleben. Fçr viele wird das bedeuten, ihr Leben in allen Bereichen noch einmal zu çberdenken, das Lebensrad anzuhalten und in eine vællig neue Richtung zu fahren. Aus meiner eigenen Seelsorgeerfahrung weiû ich, dass diese Umkehr mæglich ist und ein vællig neues, schænes Leben beginnen kann. Das Buch beschreibt sehr genau das Gesetz von Saat und Ernte, das 10


unweigerlich eintritt, im Guten wie im Bæsen. Ein gættlicher Lockruf an uns alle zieht sich durch das ganze Buch: Verlass deine selbstzerstærerische Opferhaltung und beginne die gute Saat der Hoffnung und des Glaubens zu såen. Du wirst çber die sich bald einstellende gute Ernte çberrascht und begeistert sein. Gott hat Dir schon das gute Saatgut gegeben. Bitte såe eifrig und erwarte das Leben in Fçlle, das Dir Jesus versprochen hat. Wenn wir mit Freude die in diesem Buch aufgezeigten Lebenshilfen annehmen, werden wir beschleunigt dem Ziel nåher kommen, vermehrt in das Bild Jesu verwandelt zu werden und in unsere persænlich Bestimmung zu kommen. Christoph Håselbarth, JOSUA-Dienst

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Einleitung Was veranlasste mich, dieses Buch zu schreiben? Um Impulse fçr ein siegreiches Leben durch erneuertes Denken in der Kraft Gottes zu vermitteln, schreibe ich Bçcher, halte Vortråge und Seminare. Auf diese Weise kann ich Tausenden von Menschen Mut und Hoffnung machen, die kaum eine Vorstellung von dem haben, welche Mæglichkeiten in ihnen stecken, wenn sie ihr Denken und ihre Glaubensgewohnheiten veråndern. Gerade komme ich von einer Pastorenkonferenz in Southampton, wo eine franzæsische Frau mir begeistert erzåhlte, dass ihr die franzæsische Ausgabe meines Buches ¹K.O. oder O.K.ª in den letzten Wochen aus einer tiefen seelischen Krise geholfen hat. Solche Erlebnisse spornen mich an. Ich weiû, dass auch du, ebenso wie sie und ich, eine Sehnsucht nach einem Leben des Sieges und der Kraft tief in dir spçrst. Mein Ziel ist es, die Begeisterung, die ich fçr das erneuerte Denken empfinde, mit jeder Seite dieses Buches auf dich zu çbertragen. Mein Wunsch ist, dass ich durch die Fçlle an Ideen und Anregungen, die ich im Mittelteil dieses Buches zusammengetragen habe, fçr einen dynamischen Umschwung in deinem Denken, Sprechen und Glauben sorgen kann. Mein Gebet ist, dass jeder niedergeschlagene Geist entfrustet, von unnætigen Problemen befreit und mit einer Vorwårtsstrategie des Glaubens ausgerçstet wird.

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Es empfiehlt sich, dieses Buch nicht einfach nur zu lesen ... Wer sich dieses Buch kauft, der zeigt alleine damit, dass er Impulse bekommen mæchte, die sein Leben veråndern. Da es das Leben so an sich hat, dass man lieb gewordene Gewohnheiten nur ungern hinter sich låsst, empfiehlt es sich, dieses Buch mit Methode zu lesen. 1. Um mæglichst viel Gewinn aus den folgenden Kapiteln herauszuholen, empfehle ich dir, wie in der Schule oder im Studium mit einem Leuchtstift zu ¹lesenª, das heiût, alles dir Wichtige hervorzuheben. Wenn du das tust, hast du dich in diesem Buch wohnlich eingerichtet und findest hinterher auch alles wieder, was du suchst. So entsteht aus deinen eigenen Worten und aus deinen eigenen Erfahrungen ein einzigartiges Buch, das du, lieber Leser, mit mir zusammen schreibst. Dann wird es wirklich ein Buch, das exakt auf dich zugeschnitten ist. 2. Um nach jedem Abschnitt das fçr dich wichtige Lernziel zu erfassen, wird es dir helfen, dir folgende Frage zu stellen: Welche Kernsåtze oder Gedanken sind fçr mich wichtig? Unterstreiche diese mit einem andersfarbigen Leuchtstift. 3. Stell dir dein eigenes Vertiefungsprogramm schriftlich zusammen, indem du das fçr deine Weiterentwicklung Wichtige notierst. Bedenke: Der Mensch veråndert sich erst durch Ziele, die er zu seinen Zielen gemacht hat. Nur wer sein Ziel formuliert, der erreicht es auch. 4. Durch håufige Wiederholung des Vertiefungsprogrammes verfestigen sich die neuen Ziele und færdern so gestaltende Kraft.

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Darum geht es ¹Stellt euch nicht gleich dieser Welt, sondern åndert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prçfen kænnt, was Gottes Wille ist, nåmlich das Gute und Wohlgefållige und Vollkommene.ª (Ræmer 12,2 LU) Jemand hat mal festgehalten, dass wir durchschnittlich etwa 50.000 Gedanken pro Tag denken. Nur eine Person ist dafçr verantwortlich zu machen, dass die Mehrzahl dieser Gedanken mit gutem, vollkommenem und Gott wohlgefålligem Denken angereichert ist: du selbst. Eine der wichtigsten und segensreichsten Erfahrungen, die mein Leben und meinen Dienst bereichert hat und somit auch vielen Menschen eine Hilfe wurde, ist in knappen Worten zusammengefasst: Ich kann mein Leben åndern, wenn ich meine Einstellung åndere. Das gilt fçr jeden Menschen ± auch fçr dich. Im Grunde genommen hat der Mensch im wesentlichen zwei Probleme: Er muss mit sich und seinen Mitmenschen klarkommen. Der Schlçssel fçr Erfolge in beiden Bereichen liegt vorrangig in unserem Denken (im Sprechen und im Glauben) begrçndet. Viele unserer Leiden entspringen falschen Vorstellungen, die zu Ûberzeugungen wurden. Machen wir, lieber Leser, nicht von Zeit zu Zeit aus Mçcken Elefanten und sehen uns deshalb im alltåglichen Leben zu oft als Opfer? Ist es dadurch nicht so, dass viele Frustrationen und Verunsicherungen, die wir deshalb durchleiden, çberflçssig wåren? Du stehst vermutlich vor einer der græûten Entdeckungen deines Lebens: der Kraft des erneuerten Denkens und Sprechens. Auch wenn ich dich nicht kenne, so mæchte ich behaupten, dass dein Segen schon vor deiner Tçr steht. Ich weiû, dass er zu dir unterwegs ist. Du brauchst dich nur fçr ihn zu entscheiden. Dieses Buch soll dir helfen, eine alte Sichtweise abzulegen, die dich nur unglçcklich gemacht hat. Wir wollen gemeinsam den ganzen Weg gehen, der Opfer in Sieger verwandelt. Wir werden lernen, wie man aus den Steinen, die man uns in den Weg legte, etwas Wunderbares baut. Bestimmte Ideen und Anregungen werden dich ansprechen, und ich empfehle dir, dass du sie ausprobierst. Dieses Buch wird dir zeigen, wie måchtig deine 14


Gedanken und Worte sind. Mein Ziel ist es, gottinspirierte Gedanken sowie seine Lebensweisheit in dir zu stårken, damit du dich zum Besseren veråndern kannst. Ich persænlich habe meinen Dienst als Seelsorger auf der Gewissheit aufgebaut, dass Menschen sich grundsåtzlich mit der Hilfe Gottes zum Positiven umgestalten. Zusåtzlich enthålt das Geschenk der geistlichen Wiedergeburt ein enormes Potenzial fçr Verånderung. Diese Tatsache ist millionenfach bewiesen und kann auch fçr dich zum Segen werden.

Das Ziel Eine Vorstellung muss Gott, dem Schæpfer, von Zeit zu Zeit schwer zu schaffen machen, nach dessen Bilde du und ich gemacht wurden. Es ist die Vorstellung, wie viel ungeborenes Segenspotenzial in uns steckt, das kein anderer Mensch zu sehen, zu fçhlen, zu hæren, zu schmecken, zu lesen, zu denken bekommt. Denn wir leben oftmals erheblich unter unseren Mæglichkeiten, zu denen wir berufen sind, unserem Berufungspotenzial. Denken wir nur an die vielen Tråume und Visionen, die einst von Gott kamen, die aber schlieûlich die Papierkærbe anfçllen, anstatt im realen Leben Gestalt anzunehmen. Der Hauptgrund dafçr, dass diese Menge an Segen und Potenzial nie das Tageslicht zu sehen bekam, liegt oftmals daran, dass Menschen keine Verantwortung fçr ihren Traum çbernehmen konnten, weil sie von ihren Minderwertigkeitsgefçhlen gebremst wurden. Durch den Sçndenfall und seine Folgen gibt es hier auf Erden viele Barrieren vor dem Erfolg, vor denen Menschen aufgeben. Aus diesem Grunde erleben viele Menschen sich als Opfer ihrer Umstånde und nicht als Sieger, die çber die Verhåltnisse triumphieren. Wir leben in einer gefallenen Welt, die nur Gott aufzurichten vermag. Deshalb ist es so wichtig, sich mit Gottes Perspektiven çber uns vertraut zu machen. Die gute Nachricht lautet: Tief in jedem von uns befindet sich eine ¹gottinstallierteª Berufung, die auf den Tag der Freisetzung wartet. Die Freisetzung der Berufung erfolgt dann, wenn wir den ganzen Weg 15


vom Opferdenken, der von Opfersignalen, Opfervokabular und Opferglauben gezeichnet ist, hinter uns lassen, um den Weg der Sieger und Ûberwinder zu beschreiten, der von Siegerdenken und ¹Glaubensªvokabular gekennzeichnet ist. Vor jedem von uns liegt ein von Gott geschenkter Traum, den wir mit unserer Vorstellungswelt erfassen dçrfen, um unsere Zukunft und Bestimmung in Gottes Licht zu sehen. Lass dir durch niemanden und nichts die Aussicht auf dein Morgen versperren. Vielmehr mæchte ich dich ermutigen, mit Gottes Hilfe die Hoffnungsschimmer am Horizont zu erkennen, um dann mit ihm die Barrieren der Erfolgshindernisse zu durchbrechen.

Gottes Potenzialperspektive fçr dich Als kreativer Schæpfer eines Universums mit vielen Galaxien besitzt Gott eine besondere auûergewæhnliche Gabe, die ich die gættliche Potenzialperspektive nennen mæchte. Diese Perspektive mæchte ich kurz anhand einiger bekannter biblischer Beispiele erlåutern: . Als Finsternis die Erde umlagerte, sah Gott bereits das Licht dieser Welt. . Kurz darauf sah Gott in Adam all die Generationen, die aus ihm hervorkommen wçrden, einschlieûlich der 6,2 Milliarden Menschen, die unseren Planeten Erde derzeit beleben. . In Sara, einer unfruchtbaren 90jåhrigen Frau, sah er die Mutter einer Nation. . In einem traumdeutenden Knastbruder namens Josef sah er den Bundesernåhrungsminister von Øgypten. . In einem stotternden Mærder auf der Flucht durch die Wçste sah er den idealen Befreier eines 3 Millionen-Volkes, dass Moses in das Land voll Milch und Honig fçhren sollte. . In einem romantischen harfespielenden und ihn auf den Hçgeln anbetenden Schafhirten sah Gott einen Mann nach seinem Herzen ± Kænig David.

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. In einem Mann, der sich vor den Feinden versteckt und aus Furcht bei Nacht aktiv wird, in Gideon nåmlich, den selbst eine Erscheinung eines Engels nicht von Gottes Græûe çberzeugte, sah Gott den bestmæglichen General, um diesen Feind zu besiegen. . In Joel ruft Gott einer ganzen Generation zu: ¹Der Schwache sage, er sei ein Heldª (Joel 4,11). . Jesus sah in einem Mann namens Simon, der ihn dreimal verriet, Petrus, den Felsen, auf den er seine Gemeinde baute. . In seinen Jçngern sah Jesus das Licht und das Salz der Erde. . In einem verbohrten religiæsen jçdischen Fanatiker namens Saul sah er den intelligenten Vælkerapostel Paulus und in ihm viele zentrale Kapitel der Heiligen Schrift.

... und Gott hat jedes Mal Recht behalten, weil diese Menschen auf ihn hærten.

Ist es nicht so, dass wir uns so sehen, wie wir jetzt sind? Und ist es nicht auch so, dass Gott uns aus seiner Glaubensperspektive so sieht, wie wir sein kænnten? Und dass diese Sicht uns anregt, mehr zu werden, als wir jetzt sind? Vielleicht wird uns nun deutlich, was Gott aus dem rohen Steinbruch unseres Lebens herausarbeiten kænnte? Genau aus diesem Grund werde ich mich im 1. Kapitel mit den Trçmmerståtten unserer Vergangenheit auseinandersetzen, denn diese bilden, wie wir spåter sehen werden, das Fundament fçr ein Leben im Sieg Gottes.

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Opferdenken çberwinden: Aufråumen in den Trçmmerståtten Wir Menschen entwickeln oft das Talent, die Vergangenheit immer neu aufzuwårmen und wiederzubeleben, um erneut an ihr zu leiden, anstelle im Heute zu leben und das Gestern loszulassen. Oftmals sind wir verliebt in unseren Schmerz und abhångig vom Heroin des Selbstmitleids. Wir sagen zum Beispiel: ¹Meine schlimme Kindheit, der sexuelle Missbrauch, meine Scheidung, die ungerechte Behandlung, die Gemeinheit, çbergangen worden zu sein, meine groûe Sçnde von gestern.ª Der Blick in die Vergangenheit fårbt die Seele grau, macht den Kærper krank, das Herz bitter. Der Teufel freut sich, wenn wir uns ståndig mit der Vergangenheit auseinandersetzen. Denn er weiû, dass die Auseinandersetzung mit dem Gestern . uns in die verhångnisvollen Warum-Fragen verstrickt, . eine schlechte Wirkung auf das Heute hat, . eine negative Auswirkung auf deine Ehe, deine Kinder, deine Gemeinde, deinen Beruf und so weiter hat, . ... und die Salbung und die Segnung von heute blockiert.

Deshalb sollten wir uns bewusst machen: Die Tçr zum Gestern ist fçr immer geschlossen. Kein Gebet und kein Geld dieser Welt kann sie æffnen. Kein gesprochenes Wort kann ausgelæscht, keine Tat ungeschehen gemacht werden, denn das Gestern ist vorbei. Wir kænnen unser Gestern weder kontrollieren noch verhindern, wir kænnen es auch nicht åndern. Denn es ist gelebte Vergangenheit, aber es ist keine lebende. Dein Gestern existiert also nicht mehr, es kann sich nur noch in deiner Erinnerung in die Gegenwart hinçberretten. Bedenke, lieber Leser, dass gerade deine Zeit, in der du gegenwårtig noch leidest, schon bald deiner Vergangenheit angehæren wird. 18


Natçrlich mæchte ich niemanden dahingehend ermuntern, sein Gestern zu verleugnen oder zu verdrången. Das Gestern ist, nachdem es vorbei ist, nur noch fçr eines gut: Es muss uns eine Lernerfahrung fçr die Zukunft sein. Keiner von uns wird jeden Morgen erneut auf die heiûe Herdplatte fassen, um wiederholt das zu durchleiden, was er schon als Kind schmerzhaft empfand. Die Person, die dich gestern verletzte, spaziert munter und fræhlich pfeifend durchs Leben, ohne sich den Kopf darçber zu zerbrechen, was sie dir angetan hat. Lass nicht zu, lieber Leser, dass jemand, der nicht mal mehr an dich denkt, deine Zukunft behindert! Nur, wenn du daran klebst, wie gemein und wie erniedrigend und wie verletzend es war, was er oder sie zu dir gesagt hat oder dir angetan hat, bremst dich dein Gestern. Jedesmal, wenn wir nicht vergeben haben, legen wir erneut unsere Hand auf die schmerzhafte Herdplatte der Vergangenheit und streuen uns obendrein noch selber Salz in die offene Wunde. Konzentrieren wir uns lieber auf die Dinge, die wir tatsåchlich veråndern kænnen, zum Beispiel auf das Vergeben und auf das Loslassen der Vergangenheit. Vor Jahren besuchte ein Mann, den ich Frank nennen mæchte, eines meiner Seelsorgeseminare, die ich damals in Frankfurt abhielt. Er erklårte mir, dass er 23 Jahre im Tiefkçhlfach der Ablehnung gelebt hatte ± und er meinte damit sein Elternhaus. Ablehnung und Verbitterung waren tief in sein Gesicht geschrieben, als er mir erzåhlte, dass er schon lange an Asthma litt. Wåhrend unserer Unterredung erklårte ich ihm: Bitterkeitswurzeln werden nur durch Versæhnung herausgezogen. ¹Frankª, sagte ich, ¹entscheide selbst, was fçr ein Leben du fçhren willst. Willst du auf den Schmerz und die Verbitterung von gestern bauen oder auf Vergebung?ª Nach einiger Zeit schien er zu begreifen, dass ihn seine Unversæhnlichkeit ans Gestern angekettet hatte. Er war bereit, die Vergangenheit loszulassen und seinem Vater zu vergeben. Ich forderte ihn auf, mir nachzusprechen: ¹Vater, ich vergebe dir.ª Alles, was Frank aussprechen konnte, war das Wort ¹Vaterª, der Rest blieb ihm im Hals stecken. Frank wçrgte und musste aufstoûen, ihm war çbel. Ich betete: ¹Im Namen Jesu breche ich die Macht der Ablehnung in Franks 19


Leben.ª Immer wieder musste Frank aufstoûen. Ich vermute, dass sich in diesen Momenten seelische und kærperliche Ablehnungsblockaden læsten. Plætzlich sprach Frank laut: ¹Vater, ich vergebe dir.ª Frank fçhlte sich plætzlich von der Wut und der Bitterkeit gegen seinen Vater befreit. Einige Monate spåter berichtete er mir, dass seit unseren Gebeten sein Asthma vællig verschwunden sei, unter dem er all die Jahre gelitten hatte. In meinem Buch ¹K.O. oder O.K.ª erzåhle ich die Geschichte von einem jungen Mann, der seiner Mutter vergab und als Folge dessen von einem Ausschlag befreit wurde. In einem Heilungsgottesdienst, den ich durchfçhrte, wurde eine Frau von Arthritis geheilt, nachdem sie ihrem Mann vergeben hatte. Fassen wir zusammen: Wenn jemand seinen Hass- und Rachegefçhlen Raum gibt, ist er Gefangener seiner Vergangenheit ... und fasst immer wieder auf die heiûe Herdplatte der Vergangenheit ± was jedes Mal aufs Neue weh tut. Die Racheformel ¹Auge um Auge, Zahn um Zahnª ist extrem negativ. Wenn man sie anwenden wçrde, lebte man als Folge der Unversæhnlichkeit plætzlich in einer Gesellschaft voller Blinder und Zahnloser. Ûberprçfe doch, ob du den Menschen, die dir in der Vergangenheit zusetzten, frei von Bitterkeit gegençbertreten kannst. Kannst du sie segnen, ihnen alles Gute wçnschen? Wenn nicht, empfehle ich dir folgendes Gebet. Es wird dir helfen, deine Bitterkeit und deinen Hass zu besiegen, besonders, wenn du es mehrfach wiederholst: Vater im Himmel, danke fçr Deine Liebe, die durch Deinen Heiligen Geist in mich ausgegossen ist. Vergib mir meine Bitterkeit und durchflute mich gerade jetzt mit Deiner Liebe. Im Namen Jesu empfange ich Deine vergebende Gnade fçr mich. Ich nehme Deine Lebenskråfte gerade jetzt in Anspruch und vergebe ... (Name der Person und Grund fçr die Vergebung). Im Namen Jesu læse ich mich von der Bitterkeit und dem Hass gegençber ... (Name der Person). Ich segne ihn/sie. Amen. 20


Praktiziere dieses Gebet des æfteren, du wirst die Erfahrung machen, dass sich die Abneigung gegen diesen Menschen verflçchtigt und allmåhlich positive, von Gott gewirkte Gefçhle in dir fçr diesen Menschen aufsteigen. Denn die Zeit dafçr ist gekommen, dass du die negative Vergangenheit loslåsst. Da du vermutlich ein aufmerksamer Leser bist, fragst du jetzt vielleicht: ¹Warum muss man so etwas æfters wiederholen?ª Schlieûlich habe ich doch gerade gesagt, dass man sich an seine Vergangenheit nicht klammern soll. Solange ein Schmerz da ist, ist auch noch eine Wunde vorhanden. Solange eine Wunde offen ist, muss man die heilende Salbe der Vergebung immer wieder neu auftragen. Es geht nicht darum, in einer offenen Wunde zu stochern und sie immer wieder aufs Neue aufzureiûen ± es geht darum, ein fçr alle Mal wirklich heil zu werden. Und so wie bei ernsthaften kærperlichen Krankheiten das Gesunden eine Zeit lang dauert, so ist es auch mit den seelischen Wunden. Stellen wir uns vor, Paulus wåre jeden Morgen mit starken Kopfschmerzen aufgewacht und håtte an die vielen Christen gedacht, deren Hinrichtungen und Folterungen er herbeigefçhrt håtte. Er aber lebte nach einer anderen Maxime: ¹Ich vergesse, was dahinten, strecke mich aber aus nach dem, was vorn istª (Phil 3,13). Vielleicht kænnen wir nichts an der Vergangenheit åndern, aber wir kænnen Das nåchste Mal, wenn der verhindern, dass wir wie Lots Frau geis- Teufel dich an deine schlechte tig verformt in der Vergangenheit ver- Vergangenheit erinnert, erinsteinern. Das Volk Israel kam vierzig nere ihn an seine schlechte Jahre nicht vom Fleck, weil der Blick in Zukunft. die Vergangenheit zu den Fleischtæpfen Øgyptens sie zum Stolpern brachte. Der Teufel liebt es, uns mit der Vergangenheit zu blockieren. Die Israeliten waren aus Øgypten herausgekommen, aber Øgypten war noch nicht aus ihnen herausgekommen. Sowohl eine schlimme Vergangenheit als auch die schænsten Zeiten unseres Lebens kænnen uns gleichermaûen fçr die Gegenwart wie fçr die Zukunft lahmlegen. Wer sich an seine Verletzungen klammert und sie wie einen Schutzschild fçr die eigene begrenzte Belastbarkeit immer wie21


der anfçhrt, ist genauso gebremst wie jemand, der ståndig die Gegenwart mit der Vergangenheit vergleicht, die ja viel schæner war. Såtze wie die folgenden blockieren alles Neue: . ¹In meiner alten Gemeinde haben wir das anders gemacht.ª . ¹Als du noch frisch verliebt warst, da hast du mir immer Blumen mitgebracht.ª . ¹In Øgypten gab es aber leckeres Fleisch und nicht immer nur Manna, Manna, Manna.ª . ¹Als ich frisch zum Glauben gekommen war, da habe ich immer sechs Stunden Bibel gelesen, drei Stunden gebetet und neun mal am Tag Zeugnis gegeben.ª

Der deutsche Erfolgstrainer Arthur Lassen bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: Das Gestern ist ein geplatzter Scheck, das Morgen ein noch nicht eingelæster Wechsel und das Heute ist reines Bargeld.

Lass den Schmerz los Wie man inzwischen weiû, macht verdrångter Schmerz gemçtskrank. Wer seine verletzten Gefçhle blockiert und verdrångt, vergræûert langfristig seinen Schmerz und Bitterkeit. Der Heilungsprozess wird so verhindert. Was kann den Druck und den Schmerz von gestern besser aus der Seele spçlen als ein befreiender Strom von Trånen? Wenn unsere Trånen nicht flieûen, staut sich der Schmerz im Herzen. Das hat çbrigens seinen guten Grund: Trånen haben eine reinigende Wirkung, denn in unseren Trånen sind biochemische Substanzen enthalten (das Endorphin Leuzin-Enzephalin sowie die Hormone Prolaktin und Adrenokortikotropin), die bei Stress entstehen. So entsorgen unsere Trånen jene Stresschemie, die aus dem emotionalen Stressschmerz erwachsen ist. Gefçhle zuzulassen ist also heilend fçr die Seele. Damit meine ich jedoch nicht, dass wir ståndig hysterisch weinen oder lachen sollen. Von seinen Gefçhlen in dçstere Seelenbereiche davon22


getragen zu werden, ist genauso krank wie das ståndige Unterdrçcken eines Gefçhls. Im Heilungsprozess ist es erleichternd, weinen zu kænnen ± auch, wenn mancher das erst mçhsam wieder lernen muss. Wichtig ist, dass du den Schmerz nicht wegdrçckst und ehrlich zu dir selbst bist. Oder schrei dir den Schmerz vor Gott aus deiner Seele: ¹Gott, du siehst, ich bin verletzt, verårgert, verbittert. Hilf mir, alles, was geschah, zu verkraften.ª In der Tiefe der Schmerzen, wo wir nach Luft ringen, erleben wir Gott als Træster am intensivsten. Woran liegt es aber, dass Gott als Træster von so wenigen Menschen wirklich erlebt wird? Ich glaube, es liegt daran, dass wir uns oft selbst sabotieren, indem wir uns Gott in den Weg stellen. Wir lassen Gott gar nicht zu uns durchdringen mit seinem Trost, weil wir mit unseren Worten eine Mauer zwischen ihm und uns aufgebaut haben. Wenn die Bibel sagt, dass der Mensch gefangen ist in der Rede seines Mundes, dann ist dies ein Gefångnis, dass jeder selbst errichtet hat. Gott, der uns den freien Willen gab, nimmt es in Kauf, dass wir diesen Willen auch gegen ihn und gegen uns gebrauchen. Allzu oft geschieht das jedoch vællig unbewusst ± wir haben keine Ahnung, dass wir Gott gerade ausschlieûen mit dem, was wir sagen. Weil das so ist, wirft das nåchste Kapitel einen kritischen Blick auf das, was wir so alltåglich reden. Denn Gott mæchte zu uns durchkommen mit seinem Trost. Er steht vor der Tçr und klopft an. Er mæchte uns in die Freiheit fçhren, seine Wahrheit wird uns frei machen. Was sind also die Lçgen, denen wir nur allzu oft Glauben schenken? Woher kommen diese Lçgen?

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Der Wortschatz eines Opfers: Wo Mçcken leicht zu Elefanten werden ¹Als ich ein Kind war, redete ich wie ein Kind, dachte wie ein Kind, urteilte wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was kindlich warª (1. Korinther 13,11). 1. Ich dachte wie ein Kind 2. Ich sprach wie ein Kind. 3. Ich urteilte wie ein Kind. Opfersein hångt meist mit unserem Denken, Sprechen und Verstehen zusammen. Jesus formulierte es sinngemåû so: Die Art, wie du sprichst, ist ein Ausdruck dessen, was du im Herzen hast (¹Aus der Fçlle seines Herzens redet der Mundª Lk 6,45.). Somit kann der Schatz des Herzens nicht verborgen bleiben, denn er wird durch unsere Worte offenbart. Der Grund, warum man wie ein Opfer spricht ist der, dass man sich tief im Herzen als Opfer sieht und versteht. Du wirst nie aufhæren, ein Opfer zu sein ± es sei denn, du verschlieût deine Lippen ein fçr alle Mal fçr den Wortschatz des Opfers: das Opfervokabular. Die Bibel bringt es hier deutlich auf den Punkt: ¹Tod und Leben sind in der Gewalt der Zungeª (Sprçche 18,21). Das Opfervokabular entspringt sorgenden Gedanken, die oftmals in Sorgençbertreibungen enden. Wie oft sagte ich in Seelsorgegespråchen: ¹Versuch es doch mal positiv zu sehen!ª Worauf der Ratsuchende prompt entrçstet antwortete: ¹Wieso? Ich kann an mir und meiner Situation nichts Positives sehen, wenn doch alles absolut negativ ist. Ich fçhre mich doch mit billiger Stimmungsmache nur selbst hinters Licht und habe mich am am Ende selbst belogen.ª Ich erwiderte: ¹Keine Angst! Niemand verlangt von dir, dass du alles çberzogen positiv sehen musst. Schon gar nicht verlange ich von dir, dass du dich selbst belçgst. Ich will nur, dass du die Realitåt siehst, wie sie ist, jenseits von Ûber- oder Untertreibung.ª Wenn Jesus sagt, dass die Wahrheit uns frei machen wird, dann kann man 24


in diesem Vers das Wort ¹Wahrheitª auch mit ¹Wirklichkeitª çbersetzen. Es geht nicht darum, wie manche Påpste des positiven Denkens verlangen, nur die Kraft des positiven Denkens freizusetzen. Baue stattdessen auf das Versprechen des vertrauenswçrdigsten Menschen, der jemals auf diesem Erdboden wandelte: auf Jesus.

So entsteht der Wortschatz eines Opfers durch çbertreibende Problembetrachtung . ¹Ich habe einen riesengroûen Fehler gemacht. Ich bin ein jåmmerlicher Versager.ª . ¹Ich habe einfach keine Chance.ª . ¹Ich habe einen Korb gekriegt, was mir mal wieder beweist, dass ich ein unattraktiver, håsslicher Mensch bin.ª

Wie sehr die Wahrnehmung steuerbar ist, mæchte ich dir an einem Beispiel beweisen. Welche Farbe hat dein Auto, lieber Leser? Grçn war nie zuvor eine Farbe, die mich besonders interessierte oder ansprach. Doch da mein derzeitiges Auto grçn ist, hat Grçn unbewusst einen Wert fçr mich. Ich entdeckte plætzlich, wie viele grçne Autos es im Verkehr gibt. Nie zuvor hatte ich registriert, dass so vieles in Grçn hergestellt wird. Was zeigt uns das? Wir alle neigen dazu, nur das zu sehen, was einen Wert fçr uns hat und worauf wir uns bewusst oder unbewusst konzentrieren. Wir mçssen erkennen, dass wir nur allzu leicht Opfer unserer çbertreibenden Sorgengedanken werden, die wir nur allzu schnell tåglich formulieren. Damit dies nicht mehr geschehen kann, mçssen wir der Realitåt eine Gasse bahnen. Ein paar Beispiele, wie diese Realitåt aussieht? . Nicht alle Kopfschmerzen dieser Welt entspringen einem inoperablen Tumor. . Ein aufmçpfiges Kind ist noch lange kein Beweis fçr eine schlechte elterliche Erziehung. . Bloû, weil dein Chef die Nerven verliert und dich anschreit, heiût das noch lange nicht, dass du gefeuert bist.

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. Bloû, weil mein Pastor mich diesmal nicht anlåchelte, heiût das noch långst nicht, dass ich aus Gottes Gnade gefallen bin. . Bloû, weil man einen kleinen Unfall hatte, ist der Teufel noch långst nicht hinter einem her. . Wer einen Korb von seiner Angebeteten kassiert, ist noch långst kein håsslicher, unattraktiver Mensch. . Auch macht ein Kratzer aus einem Auto noch keinen Schrotthaufen. . Bloû, weil der Ehemann zu spåt nach Hause kommt, heiût das noch långst nicht, dass er mit der Sekretårin ... ein Techtelmechtel hat. . Bloû, weil die Kinder eine Stunde nach der abgesprochenen Zeit nicht zu Hause sind, sollte man nicht daraus schlieûen, dass sie schwer verletzt im Krankenhaus liegen.

Menschen mit Opfervokabular çbertreiben ihre Problemdarstellung und sie untertreiben gewaltig, wenn man auf ihre Leistungen und Erfolge zu sprechen kommt. Von ihnen hært man håufig Såtze wie die folgenden: . . . .

¹Das war doch mehr Glçck als Verstand!ª ¹Auch ein blindes Huhn findet einmal ein Korn!ª ¹Jeder håtte das gekonnt oder besser hingekriegt.ª Religiæs fromm formuliert: ¹Das war ganz alleine Gott. Ihm allein sei die Ehre!ª . Noch religiæser: ¹Folge nicht mir, sondern folge Jesus nach.ª ± Was soviel heiût wie: ¹Von mir kannst du sowieso nichts lernen.ª Die Menschen mit Opferdenken werden die ausgeprågte Tendenz haben, sich immer auf ihre Schwåchen zu konzentrieren, weil sie an Gottes Potenzialperspektive vorbeileben. Solche Menschen, die sich auf ihre Schwåchen konzentrieren, werden keine groûen Erfolge im Leben zu verzeichnen haben. Wir sollten aber die Verantwortung fçr unsere eigenen Erfolge çbernehmen, indem wir aufhæren, uns abzuwerten. Versuch es einfach mal: Streiche das Opfervokabular aus deinem Leben! Dabei kænnen dir Freunde und Partner helfen. 26


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