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Jesus Maßstab in allem Band 2 Eigentümerhinweis

Impressum Jesus - Maßstab in allem Band 2 Bibelzitate sind der Zürcher Bibel entnommen. ISBN 978-3-95459-520-4 Best,-Nr. 148520 © 2013 by Asaph AG, CH-8280 Kreuzlingen Umschlaggestaltung: bix-grafik Gesamtherstellung: Asaph AG, Schweiz


Vorwort Kapitel 11: Jesus und der heilige Geist Kapitel 12: Jesus und Geistesgaben Kapitel 13: Jesus und Geistesfrucht Kapitel 14: Jesus und Nachfolge Kapitel 15: Jesus und Versuchung Kapitel 16: Jesus und das Gebet Kapitel 17: Jesus und Seelsorge Kapitel 18: Jesus und das Sterben Kapitel 19: Jesus und die Bibel Kapitel 20: Jesus und Satan Kapitel 21: Jesus und das Reich Gottes


Vorwort Denn die er zum voraus ersehen hat, die hat er auch vorher bestimmt, gleichgestaltet zu sein dem Bilde seines Sohnes, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern. Römer 8,29 (Keiner) wie Er! Ein Riss geht durch die Schöpfung, verursacht durch die Sünde und ihre Folgen, geschildert schon auf den ersten Seiten der Bibel. Und von der Ur- bis in die Neuzeit ist er gesucht: Der neue Mensch. Der weisse Mensch durch die gewaltige Gedankenarbeit der Philosophen. Der braune Mensch des Hitler, Himmler und Rosenberg. Der rote Mensch von Karl Marx, Friedrich Engels und Wladimir Iljitsch Lenin. Der grüne Mensch der Ökologen. Der bronzene Mensch vom riesigen religiösen Religionsgemisch Asiens. Der violette Mensch der nur Christianisierten. Der Regenbogenmensch des New Age. Der gläserne Mensch aus Reagenzgläsern und GenManipulationen. Gott hat «die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht» (1. Kor. 1,20). Der Menschen Konzepte sind, oft in einem Meer von Blut und Tränen, gescheitert oder sie sind zum Scheitern verurteilt.


Die Einzigartigkeit Jesu besteht darin, dass er durch seine Erlösung den neuen Menschen möglich machte: «Ihr müsst von neuem geboren werden!» (Joh. 3,7) Gleichzeitig ist er der Maßstab Gottes für diesen neuen Menschen. Das ist auch Thema von Heft 2, zu dessen Kapiteln ich wiederhole: - Es sind Bibelarbeiten. Die vielen Bibelstellen sind gewollt. Im Sinne des Wortes Jesu: Durchforschet die Schriften, denn diese sind es, die von mir zeugen. - Und es sind Bibelarbeiten. Es geht um ein gewaltiges Thema. Ihm ähnlich werden ist kein Kinderspiel. Dazu braucht es die ganze Kraft der Erlösung - und unseren ganzen Einsatz der Heiligung. Die vorliegenden Kapitel wollen nicht gelesen sein wie leichte Literatur. - Schliesslich, wie könnte es anders sein: Jesus in der Mitte. Dennoch halten sich die Ausführungen nicht allein an Lehre, Leben und Werk Jesu, sondern verbinden auch »die Apostel und Propheten« (Eph. 2,20). Jesus unser Schicksal, Jesus unser Vorbild. Gottes Ziel ist unsere Jesus-Ähnlichkeit. Jesus ist unser Vorläufer, der Erstling. 'Einholen' werden wir ihn hier nicht - KEINER WIE ER. Aber wir jagen ihm nach, werden ihm hier ähnlich - und


einstmals werden wir ihm gleich sein (1. Joh. 3,2): WIE ER. Jakob Zopfi

Kapitel 11: Jesus und der heilige Geist Durch die ganze Menschen- und Kirchengeschichte finden wir Spuren des Wirkens des heiligen Geistes. Was die letztere anbetrifft, scheint es, als wäre im Blick auf die Breitenwirkung dieser heilige Geist wie »eingesperrt« in Theologie und Liturgie, ohne viel Bedeutung im Leben der Kirche noch in der praktischen Erfahrung des Einzelnen zu haben. Gewiss, immer wieder gab es von Gottes Geist bewegte Erweckungszeiten. Den letzten weltumspannenden geistlichen Aufbruch erkennen wir in Entstehung und Verbreitung der Pfingstbewegung. Die praktische Bedeutung der Erfahrungen mit dem heiligen Geist wurden neu festgehalten - und erlebt, Millionen wurden davon gepackt. Neue Dimensionen brachen auf, als durch die charismatische Bewegung viele »alte« Denominationen für die Erfahrungen des heiligen Geistes erwärmt wurden. Im Blick auf den heiligen Geist hat sich damit die Grosswetterlage geradezu verändert. In einigen Gegenden der


Welt ist die Zahl der zur Gemeinde Jesu hinzukommenden Christen heute grösser als die Zuwachsrate der Bevölkerung. Im Zentrum dieses Flächenbrandes stand und steht Jesus Christus selbst, der sich aber durch die Taufe im heiligen Geist bezeugt. Diese herausfordernde Erkenntnis und Erfahrung gab während der letzten Jahrzehnte Anlass zu Kontroversen. Um so mehr müssen wir mit Dringlichkeit zurückfragen: Wie war denn Jesu Stellung dazu? Am einfachsten wäre die Regel, dass seine Stellung die mathematische Aussage über unsere Theologie und Praxis des heiligen Geistes bedeutet. Wir müssen uns aber insofern bescheiden, als sich Jesus in der Übergangsphase vom Alten zum Neuen Bund bewegte, gleichsam im »vorpfingstlichen« Raum. Dafür gilt: »Das sagte er aber mit Bezug auf den Geist, den die empfangen sollten, welche an ihn glaubten; denn den heiligen Geist gab es noch nicht...« (Joh. 7,39). Um so aufschlussreicher ist es für uns, welch grosse Bedeutung in Leben und Dienst Jesu der heilige Geist einnahm Nebst dem, was er die Jünger lehrte und diese erlebten, ist dies Maßstab für uns. Wir betonen drei Schwerpunkte: 1. Gezeugt durch den Heiligen Geist


Es sticht geradezu in die Augen, wie sehr das Kommen Jesu vom heiligen Geist umgeben war: Maria wird die Geburt Jesu durch einen Engel mit den Worten angekündigt: »Der heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten...« (Luk. 1,35). Als Maria zu Elisabeth kam »da hüpfte das Kind in ihrem Leibe, und Elisabeth wurde mit dem heiligen Geist erfüllt...« (Luk. 1,41). Bei der Geburt Johannes des Täufers, des Vorläufers Christi, wird Vater Zacharias »mit dem heiligen Geist erfüllt und sprach aus Eingebung...« (Luk. 1,67). Joseph wird im Traum durch einen Engel mitgeteilt: »...scheue dich nicht, Maria, dein Weib, zu dir zu nehmen; denn was in ihr gezeugt ist, das ist vom heiligen Geiste« (Matth. 1,20). Die Schrift bezeugt zudem: »...fand es sich, ehe sie zusammengekommen waren, dass sie vom heiligen Geiste schwanger war« (Matth. 1,18). Bei der Beschneidung Jesu finden wir Simeon der heilige Geist war auf ihm. Und er hatte vom heiligen Geist die Zusage empfangen... Und er kam, erfüllt vom Geist, in den Tempel. Und als die Eltern das Kindlein Jesus hereinbrachten, ... da nahm er es auf die Arme und pries Gott...« (Luk. 2,25ff). Hanna, eine Prophetin, war auch da und stimmte mit ein (36ff).


So finden wir Ursache und Klima, wie und wo Jesus geboren wurde. Seine Einzigartigkeit ist auch hier offensichtlich: KEINER WIE ER! Wenn aber schon Jesu Geburt so vom heiligen Geist umgeben war, wieviel mehr muss dies im Blick auf unsere heilsnotwendige Wiedergeburt sein. Darum sagt Jesus zu Nikodemus: »Wenn jemand nicht aus Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes kommen.« 2. Getauft im Heiligen Geist Nach dreissig Jahren, während denen Jesus sicherlich nicht ohne den heiligen Geist gelebt hat, kommt es bei seiner Taufe im Jordan zu einer einschneidenden Demonstration. Der heilige Geist kommt in Gestalt einer Taube aus den geöffneten Himmeln auf Jesus herab und Gottes Stimme spricht: »Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen gefunden habe« (Matth. 3,16+17). Dies ist wohl in der Einzigartigkeit Jesu ein einzigartiges Geschehen und doch zugleich die Demonstration eines Prinzips, wie auch wir den heiligen Geist erfahren sollen. Hier wird Jesus für seinen Dienst gesalbt, wie er es in Lukas 4,18+19 bezeugt: »Der Geist des Herrn ruht auf mir, weil er mich gesalbt hat; er hat mich gesandt, den Armen frohe Botschaft zu bringen, den Gefangenen Befreiung zu verkündigen und den


Blinden das Augenlicht, die Zerschlagenen zu befreien und zu entlassen, ein angenehmes Jahr des Herrn zu verkündigen.« Dass die Taufe mit heiligem Geist jedem Nachfolger Jesu verheissen ist, sagt schon Johannes der Täufer: »Ich taufe euch mit Wasser zur Busse; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht würdig, ihm die Schuhe zu tragen. Er wird euch mit heiligem Geist und mit Feuer taufen« (Matth. 3,11). Wir lesen in Johannes 1,33, dass Jesus dieser Täufer ist: »...der mich sandte, mit Wasser zu taufen, der sprach zu mir: Auf wen du den Geist herabschweben siehst, der ist's, der mit heiligem Geist tauft.« So haben es auch die Jünger erfahren: Jesus hatte sie längst als »rein« erklärt (Joh. 15,3). Sie waren schon ausserordentlich bevollmächtigt (Matth. 10,8). Er hauchte sie an und sagte zu ihnen: »Empfanget den heiligen Geist!« (Joh. 20,22) Er nennt sie nach der Auferstehung: »Brüder« (Matth. 28,10), worauf sich offensichtlich der Apostel Petrus in 1. Petrus 1,3 bezieht. Und diesen Jüngern erteilte er in seinem Missionsbefehl Auftrag und Verheissung zugleich: »...bleibet in der Stadt, bis ihr angetan sein


werdet mit Kraft aus der Höhe!« (Luk. 24,49) Ebenso in Apostelgeschichte 1,8: »...ihr werdet Kraft empfangen, wenn der heilige Geist über euch kommt, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis ans Ende der Erde.« Genau das haben die Jünger geglaubt, in Jerusalem, in Samarien, in Cäsarea und in Ephesus. Sie haben es gelehrt. Sie waren in einer gläubigen Erwartung. Und sie waren diesen Worten gegenüber gehorsam. Sie haben Gott angebetet und mit grosser Freude gepriesen. Sie haben füreinander unter Handauflegung gebetet. Und sie alle erlebten die Taufe im heiligen Geist als eine mächtige Erfahrung des Durchbruchs. In Jerusalem »wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt« (Apg. 2,4). In Samarien »legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den heiligen Geist« (Apg. 8,17). In Ephesus: »nachdem ihnen Paulus die Hände aufgelegt hatte, kam der heilige Geist auf sie, und sie redeten in Zungen und predigten aus Eingebung« (Apg. 19,6). Jesus wurde also im heiligen Geist getauft. Und diese Erfahrung ordnete er für seine Jünger an - und nicht nur für sie. Petrus sagte am Pfingsttag: »Denn euch gilt die Verheissung und euren Kindern und allen in der Ferne, so viele der Herr, unser


Gott, herzuruft« (Apg. 2,39). Lasst uns werden wie ER! 3. Bleibend erfüllt mit heiligem Geist Ein der Pfingstbewegung durchaus wohlgesinnter Theologieprofessor fasste seine Kritik an ihr einmal so zusammen: »Der ganze Irrtum der Pfingstbewegung besteht darin, dass sie glauben, mit einer einmaligen Geistestaufe bleibend mit heiligem Geist erfüllt zu sein!« So wohlgesinnt der Professor ist, so falsch ist diese Aussage. Denn davon kann keine Rede sein. Auch hier möchten wir uns an Jesus halten. Bei seiner Taufe erfüllt mit heiligem Geist, kehrt er »voll des heiligen Geistes vom Jordan zurück und wurde während vierzig Tagen, vom Geist geleitet, in der Wüste umhergetrieben...« (Luk. 4,1). - Ein Beispiel übrigens, dass eine Geistestaufe oder irgend eine geistliche Erfahrung uns nicht unbedingt auf einen rosigen Höhenweg führen muss! Nach Lukas 4,14 »kehrte Jesus in der Kraft des Geistes nach Galiläa zurück...« Und nun ist auffallend, wie oft sich Jesus in einsame Gegenden zurückzog, manchmal allein, manchmal mit einigen, manchmal mit allen Jüngern. Dass er hier immer wieder neue Ausrüstung bekam, ist wohl ausser Zweifel. Zum Beispiel »während er betete, veränderte sich das Aussehen seines Angesich-


tes, und sein Gewand wurde strahlend weiss« (Luk. 9,29). Oder, Lukas 10,21: »In ebendieser Stunde sprach er frohlockend, erfüllt vom heiligen Geist: Ich preise dich, Vater...« Und so war es bei den Jüngern. In Johannes 20,22 hauchte Jesus sie an und sagte ihnen: »Empfanget den heiligen Geist!« Diese Jünger »wurden alle mit dem heiligen Geist erfüllt und fingen an, in andern Zungen zu reden...« (Apg. 2,4). Und diesen Jüngern widerfährt Apostelgeschichte 4,31: »als sie gebetet hatten, erbebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem heiligen Geist erfüllt und verkündigten freimütig das Wort Gottes.« Sicher, die Taufe im heiligen Geist ist eine Hilfe zur bleibenden Fülle; es gilt aber genauso: »...werdet voll heiligen Geistes...« (Eph. 5,18). WIE ER, das heisst, positiv zum heiligen Geist zu sein. Jesus ermutigt, darum zu bitten, erfüllt zu werden und in ihm hell zu brennen. Die Warnungen gelten nicht einer Über-, sondern einer Unterbetonung des heiligen Geistes. a) Jesu Warnungen im Blick auf den heiligen Geist Gefahr bei leeren Herzen (Matth. 12,43-45) Gefahr für törichte Jungfrauen (Matth. 25,1-13) Gefahr, Gott nicht im Geist anzubeten (Lukas 19,37-40) Gefahr, lauwarm zu sein (Offb. 3,15+16)


Gefahr, den heiligen Geist zu lästern (Matth. 12,31+32) b) Jesu Ermutigungen im Blick auf den heiligen Geist Ermutigung, denn Jesus kam, um »ein Feuer auf die Erde zu bringen«. (Lukas 12,49) Ermutigung, denn Jesus will die Verheissung des Vaters erfüllen. (Lukas 24,49) Ermutigung, denn Jesus verheisst die Kraft des heiligen Geistes. (Apg. 1,8) Ermutigung, denn Jesus befiehlt, im Geist zu beten. (Joh. 4,24) Ermutigung, denn Jesus fordert auf, zu bitten, zu suchen, anzuklopfen. (Lukas 11,9-13; Lukas 11,5-8) Jesus ist der Herr. Damit haben wir uns ihm auch im Blick auf den heiligen Geist fröhlich einzuordnen. Der Segen wird unaussprechlich sein!

Kapitel 12: Jesus und Geistesgaben Gerade auch durch die Taufe in den heiligen Geist wird der Empfangende mit »Gnadengaben« - charismata - oder »Geistesgaben« pneumatika - ausgerüstet, die zu vollmächtigerem Dienst befähigen sollen. Diese Geistesgaben sind jedem Gläubigen zugeordnet:


1. Kor. 12,7: »Jedem aber wird die Offenbarung des Geistes zum Nutzen [der Gemeinde) gegeben.« 1. Petr. 4,10: »...so dienet damit einander als gute Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes!« Paulus ruft die Gemeinde auf: »Trachtet nach der Liebe; eifert aber nach den Gaben des heiligen Geistes...« (1. Kor. 14,1). Wir finden in der Schrift etwa 20 verschiedene Geistes-und Gnadengaben, Wir sind sicher nicht erstaunt, sie nach der Geistestaufe Jesu in seinem Leben einzigartig vorzufinden. Wir greifen die bekannteste Liste an Geistesgaben heraus und sehen, wie die folgenden Charismata aus 1. Kor. 12,8-10 im Dienst Jesu zu sehen sind. - Das Wort der Weisheit: Ein Aufleuchten göttlicher Weisheit, das schlagartig mit wenigen Worten eine Situation erhellt und sehr oft Widersacher Gottes verstummen lässt. Von diesem ewigen Geist kommend, sind Worte Jesu buchstäblich unsterblich. Zum Beispiel: »So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!« (Matth. 22,21); »...lass die Toten ihre Toten begraben!« (Matth. 8,22). Solche Weisheiten überführten die Ehrlichen und machte die Widersacher ratlos.


- Das Wort der Erkenntnis: Dies bedeutet mehr als Erkenntnis des Wortes. Es ist die Gabe der Offenbarung, Herzen und Situationen zu durchschauen. »Und alsbald merkte Jesus in seinem Geiste, dass sie sich bei sich selbst solche Gedanken machten...« (Mark. 2,8). Zu Nathanael sagt er: »Ehe dich Philippus rief, sah ich dich, wie du unter dem Feigenbaum warst.« - »Nathanael erwiderte ihm: Rabbi, du bist der Sohn Gottes, du bist der König Israels« (Joh. 1,48ff). Von Jesus lesen wir: »Jesus selbst vertraute sich ihnen nicht an, weil er alle kannte und weil er nicht nötig hatte, dass jemand über den Menschen Zeugnis ablegte; denn er erkannte selbst, was im Menschen war« (Joh. 2,24+25; siehe auch Joh. 4,18;19+29). - Die Gabe des Glaubens: Jesus rügte den Kleinglauben der Jünger auch dort, wo wir ihnen allerhand zutrauten, zum Beispiel bei Petrus, als dieser immerhin übers Wasser marschierte, oder bei den Jüngern, als sie vergeblich einen mondsüchtigen Knaben zu heilen versuchten. »O du ungläubiges und verkehrtes Geschlecht, wie lange soll ich bei euch sein und euch ertragen?« (Luk. 9,41). Jesus ermutigte nicht nur zum Glauben, der zum Berge sagt: »Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!« (Matth. 21,21), er lebte diesen Glauben vor aller Augen aus. Er lud das Volk ein, sich zu lagern, betete öffentlich über den Brötchen und den Fischlein, bevor er


damit Tausende versorgte. Vor dem Grab des Lazarus betete er öffentlich und rief mit lauter Stimme: »Lazarus, komm heraus!« (Joh. 11,43). Eine wunderwirkende Gabe des Glaubens! - Die Gnadengabe zu Heilungen: In Matthäus 4,23 lesen wir: »Und er zog umher in ganz Galiläa, lehrte in ihren Synagogen, predigte das Evangelium vom Reich und heilte jede Krankheit und jedes Gebrechen im Volk. Und sein Ruf verbreitete sich in ganz Syrien; und sie brachten alle Leidenden zu ihm, die mit mancherlei Krankheiten und Qualen behaftet waren, Besessene und Mondsüchtige und Gelähmte, und er heilte sie.« Das ist die Beschreibung von einer von zwölf Massenheilungen, die wir im Matthäusevangelium lesen können. - Die Gabe, Wunder zu tun: Wir lesen von Wundern, Zeichen und Krafttaten in drei verschiedenen Bereichen: Es ist zum Beispiel das »Verstumme, fahre aus!« Dämonen gegenüber; es ist die Vollmacht, Wunder in der Natur zu wirken und es ist die Macht über Krankheit und Tod, betrifft Heilungswunder und Totenauferweckungen. Etwa 35 Wunder Jesu werden uns in den Evangelien berichtet, Johannes schliesst mit den Worten: »Es gibt aber noch viel andres, was Jesus getan hat; und wenn eins nach dem andern aufge-


schrieben würde, glaube ich, sogar die Welt könnte die Bücher nicht fassen, die geschrieben würden« (Joh. 21,25). - Die Gabe der Weissagung: Das ganze Reden Jesu war durchdrungen vom heiligen Geist. Er enthüllt Geheimnisse des Reiches Gottes, er spricht von Himmel und Hölle, von der Ewigkeit, sagt aber nicht nur die grossen Linien der Endzeit dieser Erde voraus, sondern auch sein eigenes Leiden und Sterben, ohne dass dies seine Jünger verstanden. - Die Gabe der Geisterunterscheidung: Jesus durchschaut den Teufel, auch da wo er - wie bei seiner Versuchung -mit Bibelversen daherkommt (Matth. 4,1ff). Er durchschaut, durchrichtet den frommen Sauerteig der Pharisäer. Und er beweist die Echtheit seiner Gabe, indem er nicht nur Dämonen erkennt, sondern sie auch mit Vollmacht austreibt. - Und das in Sprachen reden? Wir finden diese Gabe nicht direkt erwähnt. Aber Worte wie »da seufzte er in seinem Geist...« (Mark. 8,12), »In ebendieser Stunde sprach er frohlockend, erfüllt vom heiligen Geist...« (Luk. 10,21), »Aber die Stunde kommt und ist jetzt da, wo die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden« (Joh. 4,23) lassen darauf schliessen, dass Jesus sehr wohl um diese Gabe wusste.


Damit haben wir lediglich einige Geistesgaben aus 1. Korinther 12 herausgegriffen. Es wäre ein leichtes, auch die Gnadengaben im Leben Jesu nachzuweisen, die wir zusätzlich in Römer 12,6ff finden; die Gabe der Diakonie, der Lehre, der Seelsorge, der Leitung und andere, oder die «mitfolgenden Zeichen» in Markus 16,16ff. Auch hier bleibt das grosse Vorbild Jesus: So werden wie ER! Um so mehr, als Jesus ausdrücklich sagt: »Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke, die ich tue, auch tun und wird grössere als diese tun; denn ich gehe zum Vater, und was ihr in meinem Namen erbitten werdet, das werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr in meinem Namen etwas erbitten werdet, werde ich es tun« (Joh. 14,12-14).

Kapitel 13: Jesus und Geistesfrucht Eines der gewaltigsten Themen der Bibel ist die Frucht des heiligen Geistes. Wer denkt nicht an das Wort von Paulus in Galater 5,22: »Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Gütigkeit, Treue, Sanftmut, Enthaltsamkeit«?


Es gibt andere Aufzählungen wie »Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit« (Eph. 5,9) oder: »...erweiset in eurem Glauben die Tugend, in der Tugend die Erkenntnis, in der Erkenntnis die Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit die Geduld, in der Geduld die Frömmigkeit, in der Frömmigkeit die Bruderliebe, in der Bruderliebe die Liebe [gegen jedermann]« (2. Petr. 1,5ff). Die Bergpredigt ist im Grunde nichts anderes als die Beschreibung der Geistesfrucht, das heisst der Gesinnung eines erlösten Menschen. Jesus beginnt mit den acht Seligpreisungen. Es soll hier nicht künstlich katalogisiert werden. Einige Seiten der Geistesfrucht sind direkt angesprochen wie Friede, Sanftmut, Freude. Andere finden ihre Parallelen indirekt. Jesu Lehre war jedenfalls so gewaltig, dass wir lesen: »...als Jesus diese Reden beendet hatte, erstaunte die Volksmenge über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Gewalt hat, und nicht wie ihre Schriftgelehrten« (Matth. 7,28+29). Wenn wir uns heute seinen Seligpreisungen zuwenden, erkennen wir, dass Jesus nicht nur so lehrte, sondern: Die Beglaubigung seiner Lehre ist in seinem Leben. So lebte, so war er:


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