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Altes Testament


6. Auflage 2013 Titel der Originalausgabe: GEMS – A Daily Devotional and Bible Reading Program © Tim Ruthven © der deutschen Ausgabe 1996 Licht & Salz e. V., Berlin und ASAPH GmbH, Lüdenscheid Umschlaggestaltung: IMAGE Grafik Design GmbH, D-Landsberg Satz: Satz & Medien Wieser, D-Stolberg Druck: CPI Books Printed in the EU ISBN: 978-3-931025-12-0 Best.-Nr.: 147512 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr wenden Sie sich bitte an: ASAPH – D-58478 Lüdenscheid E-Mail: asaph@asaph.net – Internet: www.asaph.net


Hilfen für die Stille Zeit Es ist gut, wenn man eine feste Zeit und einen ungestörten Platz für die tägliche STILLE ZEIT hat. Wählen Sie dafür Ihre beste Tageszeit. Für viele empfiehlt sich der Morgen. 1. Gebet »Herr, erhöre mein Gebet. Ich breite meine Hände aus zu dir, meine Seele dürstet nach dir wie ein dürres Land. Laß mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich vertraue auf dich. Zeige mir den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn« (aus Ps. 143). 2. Lesen Sie den angegebenen Bibeltext aufmerksam durch, und unterstreichen Sie, was Ihnen wichtig ist. 3. Nehmen Sie sich Zeit, darüber nachzudenken. Es ist hilfreich, sich ein paar Notizen zu machen Schreiben Sie z. B. auf: • was wird über Gott (Jesus, den heiligen Geist) ausgesagt? • eine Verheißung, einen Trost, eine Mahnung, einen Befehl, • etwas, was Sie heute erledigen oder in Ordnung bringen sollen. Lesen Sie die Auslegung. 4. Lob Nehmen Sie sich Zeit, Gott zu danken und ihn zu loben. Bitten Sie ihn um Vergebung, und bringen Sie ihm Ihre Nöte und Anliegen. Fassen Sie alles mit Lob zusammen. 5. Leben und handeln Sie nach dem, was Sie von Gott gehört haben.

Mit Hilfe dieses Bibelleseplanes (die tägliche alt- und neutestamentliche Lesung) kann man in einem Jahr die ganze Bibel lesen. Verantwortlich für die deutsche Ausgabe: Peter Gleiß, Pfarrer i. R.


»Laßt das Wort Christi reichlich unter euch wohnen!« (Kol. 3,16) Drei Arten, die Bibel zu lesen Ich habe drei verschiedene Arten des Bibellesens entdeckt, die mir alle drei wichtig sind und sich ergänzen. 1. Morgens in der Stillen Zeit lese ich die Bibel mit der Frage an Gott: »Was willst du mir jetzt durch diesen Abschnitt, diesen Vers sagen?« Ich bitte ihn, daß er durch sein altes Wort neu mit mir redet, daß er mich erkennen läßt, wer er selbst ist, was jetzt sein Wille und sein Plan für mich ist, daß er mir seine Richtung zeigt und seine Befreiung schenkt. Ich bitte ihn: »Laß mich am Morgen hören deine Gnade; denn ich hoffe auf dich.« (Ps. 143,8) 2. Es gibt Zeiten – zusätzlich zur Stillen Zeit –, wo ich mich hinsetze, um die Bibel zu »studieren«. Ich gehe dabei z. B. mit einer Konkordanz einem Thema nach, oder ich suche Informationen über einen bestimmten Zeitabschnitt, oder ich versuche ein bestimmtes Wort besser zu verstehen, indem ich verschiedene Übersetzungen vergleiche. Ich will in der Schrift »forschen« (Joh. 5,29). 3. Die dritte Art, die ich erst durch diesen Bibelleseplan entdeckte, heißt »Flächenlesen«. Ich lese größere Abschnitte der Bibel, ohne sofort nach den Einzelheiten oder der persönlichen Aussage für mich zu fragen. Auch diese Art des Bibellesens steht für mich neben der Stillen Zeit. Ich selbst lese z. B. abends noch diejenige Lesung, die noch nicht in meiner Stillen Zeit dran war. Auch für dieses Flächenlesen bewährt es sich, wenn es möglichst immer dieselbe Zeit des Tages ist (natürlich muß dies nicht, so wie bei mir, am Abend sein). Auch wenn ich nach einem langen Arbeitstag nicht mehr alles aufnehmen kann, so stärkt mich das doch. Auf diese Weise komme ich mit dem Bibelleseplan der Edelsteine einmal im Jahr durch die Bibel. Das gehört für mich zu dem, was in Kol. 3,16 steht: »Laßt das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.« Peter Gleiß

Noch ein Tip von Tim Ruthven: Wenn Sie einmal nicht zu der vorgesehenen Lesung gekommen sind, so versuchen Sie nicht, diese nachzuholen, sondern lesen Sie einfach weiter. Alle Abschnitte kommen ja nächstes Jahr wieder dran.


LIEBE EDELSTEIN-LESER! Mancher wird Probleme mit dem Alten Testament haben. Was wir dort lesen, scheint nicht mit den Aussagen des Neuen Testaments über unseren himmlischen Vater, den Gott der Liebe, übereinzustimmen. Es scheint unbegreiflich, wie der Gott der Gnade Gericht zulässt oder sogar anordnet. Uns selbst ist es so gegangen, dass sich durch das mehrfache Lesen des ganzen Alten Testaments unsere Erkenntnis Gottes verändert hat. Wir haben immer mehr seine Heiligkeit und Größe, seine Geduld und Liebe erkannt. Der Gesamtplan Gottes umfasst den Alten Bund mit Israel, der dann im Neuen Bund in dem Messias Jesus gipfelt. Gott zeigt uns den Platz, der uns ihm gegenüber angemessen ist. »Weh dem, der mit seinem Schöpfer hadert, eine Scherbe unter irdenen Scherben« (Jes. 45,9) – »Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst?« (Röm. 9,20). Wenn wir das Neue Testament ganz lesen, begegnet uns dort derselbe heilige Gott. Von seinem Zorngericht, das über die Gottlosigkeit der Welt ausgegossen wird, spricht auch die Offenbarung. Umso leuchtender wird die Liebe Gottes und sein Versöhnungsangebot in Jesus Christus erkennbar. Wenn wir auf der einen Seite Gottes Größe, seine Heiligkeit und seinen berechtigten Zorn über die Gottlosigkeit der Menschen immer mehr erkennen, so wird uns andererseits Gottes Liebe viel größer, die er uns durch die Hingabe seines Sohnes gezeigt hat. Weil Gott seine Menschen liebt, weil er ihr Wohl im Auge hat, weil er ihnen Frieden geben will, darum hat er uns seine Versöhnung angeboten. Darum hat er den berechtigten Fluch und seinen heiligen Zorn über seinen Sohn ausgeschüttet und ihn den grausigen Kreuzestod sterben lassen. So hat Gott Vorsorge getroffen, dass wir seinem Zorngericht entgehen können, wie es in Joh. 3,36 heißt: »Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer dem Sohn nicht gehorcht, wird das Leben nicht sehen, sondern unter dem Zorn Gottes bleiben.« Bei uns unverständlichen Texten kann uns ein Zuspruch Martin Luthers helfen: Wenn ich eine Bibelstelle lese, die ich nicht verstehe, ziehe ich meinen Hut, grüße und gehe vorüber. Vielleicht werde ich sie das nächste Mal verstehen, wenn ich wieder vorüberkomme (frei zitiert). Tim Ruthven macht uns vor, wie man das Alte Testament lesen kann. Er spürt die »Edelsteine« auf, mit denen Gott uns stärken, aufbauen und korrigieren will. Peter und Dorothee Gleiß


1. Januar Alttestamentliche Lesung Am Anfang (schuf) Gott …

1. Mose 1 und 2 (1. Mose 1,1)

Der Heilige Geist ist der Verfasser dieses Buches, des ersten Buches Mose. Wie dieses Buch und damit die ganze Bibel beginnt, ist wichtig. Welch ein herrlicher Anfang: »Am Anfang – Gott«! Damit ist in umfassender Weise alles gesagt. Alles in diesem Buch Niedergelegte – jedes Wort, jede Dichtung, jeder Bericht und jedes Lied – weist auf Gott hin. Ohne Gott würde es alle diese Dinge nicht geben. Alles, was wir fühlen, denken und sind, das sind wir, weil Gott uns ins Dasein rief. Gott rief das Licht ins Dasein. Er rief diese ganze Welt ins Dasein. Alles Leben auf dieser Erde, im Meer und in der Luft ist abhängig von Gottes Wort, und es ist entstanden durch sein Wort. Auch den Menschen rief Gott ins Dasein. Du und ich, wir sind seine Geschöpfe. Erst als der Mensch Gottes Wort missachtete und als er anfing, auf das Wort eines anderen, den Jesus den Fürsten dieser Welt nannte, zu hören, da begann diese von Gott für den Menschen bestimmte Welt in Unfrieden auseinanderzufallen. Alles begann in dem Moment für den Menschen in Unfrieden auseinanderzufallen, als Gott nicht mehr die Mitte seines Lebens und seiner Gedanken war und als der Mensch aufhörte, Gottes Wort zu hören und zu tun. Der Mensch wurde aus Gottes Nähe verbannt; er konnte nicht mehr mit ihm in der Abendkühle umhergehen; er hatte das ewige Leben verwirkt. Das Zentrum seines Lebens war nicht mehr Gott, sondern er selbst. Wenn Gott im Mittelpunkt unseres Lebens steht, dann erfahren wir diejenige Art von Leben, die er ewiges Leben nennt – Gottes heiliges Leben. Am ersten Tag seines Daseins in Gottes Nähe durfte sich der Mensch an Gottes Ruhen von seiner Arbeit erfreuen. Als aber der Mensch das ewige Leben zurückwies, ließ er auch den einfachen, kindlichen Glauben fahren, der auf dem Werk beruht, das Gott getan hat. Als sich der Mensch von Gott abwandte, tat er das durch die Missachtung seines Wortes. Die Gute Nachricht – das Evangelium – lautet: Der Sohn Gottes – Gottes Wort – wurde Mensch und wohnte unter uns. Folgerichtig besteht der Weg zurück zu Gott darin, dass wir uns seinem Wort neu zuwenden und es auch tun, indem wir die Erlösung annehmen, die Gott uns in seinem Wort anbietet. Dann werden die Worte dieses Textes zu unserer eigenen Erfahrung. Die Neugeburt bringt einen Neuanfang in dem »Gott des Anfangs«. Jetzt muss alles in unserem Leben um Gott kreisen, nicht nur um die Dinge Gottes wie Kirche, christliche Freunde, Versammlungen usw. Unser ganzes Leben muss sich fortlaufend in kindlichem Glauben um Gott drehen. Wenn das geschieht, dann werden wir sein Wort halten. Ein Edelstein für heute: »Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten« (Joh. 14,15).

Neutestamentliche Lesung

Matthäus 1


2. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 3-5 Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren. (1. Mose 3,7) Der Fürst dieser Welt, Satan, griff nach dem Menschen durch dessen Partnerin. Der Satan bot dem Menschen eine Erfahrung an, die sein Leben ändern würde. Sofort schloss sich der Mensch dem Satan an, und damit verlor er die Verbindung zu Gott und die Gemeinschaft mit seiner Frau. Seine Hinwendung zum Fürsten dieser Welt war für ihn eine innere Erfahrung. Sie änderte etwas im Herzen und Leben des Menschen. Als der Mensch noch ganz in der Gemeinschaft mit Gott lebte, war er von einer kindlichen Offenheit und hatte eine schöne, unkomplizierte Gemeinschaft mit seiner Gefährtin; aber sobald er die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen aß, änderte sich alles. Seine Frau erschien ihm jetzt nackt, und sie fühlten beide den Drang, sich zu bedecken. Furcht schlich sich in ihr Leben ein. Niemals zuvor hatten sie Angst gekannt, aber jetzt, als sie Gottes Stimme hörten, versteckten sie sich. Dann fragte Gott Adam nach seinem Verhalten, dass er versuchte sich vor Gott zu verstecken und sich schämte über die Entdeckung, nackt zu sein. Adams ganze Persönlichkeit hatte sich verändert. Sein einfacher, kindlicher Glaube und seine Ehrlichkeit waren verschwunden; er schob die Schuld auf seine Frau; er klagte sie vor Gott an für das, was geschehen war. Adam hatte die klare, heilige Natur Gottes abgeworfen. Das geschah, als er durch den Satan umgewandelt wurde. Damit übernahm er genau die Eigenschaften dessen, den Jesus als den »Lügner von Anfang an« bezeichnet und den die Bibel den »Verkläger der Brüder« nennt. Jetzt war der Mensch nicht mehr gottbezogen, sondern ichbezogen. Verschwunden war die schöne, makellose Unschuld. Er war Gott entfremdet. Der Geist Gottes spürte die Sünde und zog sich vom Menschen zurück. Der war ein Sklave der Sünde geworden. Der Mensch übernahm das Wesen des Satans, des Urhebers aller Sünde. Er ließ sich vollkommen vom Fürsten dieser Welt beeinflussen und wurde sogar ein Mörder. Irgendwie war er zwar noch religiös, aber er war getrennt von Gott. Gott hat sich nie verändert. Er selbst und sein Geist stehen uns zur Verfügung. Er wartet nur darauf, dass wir für das, was wir sind, Buße tun, um dann seine heilige Natur in der Wiedergeburt anzunehmen – durch seinen Heiligen Geist aus der Höhe. Was für ein Wunder ist diese Neugeburt! Welch eine augenöffnende Erfahrung: vom Königreich dieser Welt einzutreten in das Königreich Gottes, um unseren rechtmäßigen, ererbten Platz einzunehmen. Welch eine Umkehr! Ist das heute auch deine Erfahrung? Dann freue dich darüber! Ein Edelstein für heute: »Wenn jemand nicht von neuem (von oben) geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen« (Joh. 3,3). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 2


3. Januar Alttestamentliche Lesung Aber Noah fand Gnade vor dem Herrn.

1. Mose 6-8 (1. Mose 6,8)

Durch das Wirken Satans und seiner Dämonen sank der Mensch immer tiefer und tiefer in die Sünde hinein. Der Satan hatte sich die völlige Zerstörung des Menschen zum Ziel gesetzt. Er kannte Gott und wusste: Wenn er den Menschen weiter zur Ungerechtigkeit führte, würde es Gott vielleicht leid tun, ihn geschaffen zu haben, und er würde seine eigene Schöpfung selbst zerstören. Ich denke, dass der Satan aber auch sah, was für große Möglichkeiten der Mensch bei Gott hatte. Er wusste, dass der Mensch seine größte Bedrohung darstellte. Gott konnte den Menschen gebrauchen, um ihn und sein irdisches Reich von gefallenen Engeln zu stürzen. Welch ein Schock für den Satan, als Gott einen Mann des Glaubens fand, der gerecht war und der seinen Weg mit Gott ging. In seiner Gnade griff Gott in das Leben Noahs ein und befahl ihm, eine Arche zu bauen. Diese Arche sollte Noah und seine Familie vor dem Gericht Gottes bewahren. Ich möchte dich an eines der biblischen Grundgesetze erinnern: »Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind« (Römer 8,28). Der Satan war in eine Falle geraten. Alle seine Anstrengungen, den Bau der Arche aufzuhalten, gaben Noah die Möglichkeit, den Menschen von der Errettung durch die Arche zu predigen. Er warnte sie vor dem Gericht Gottes. Der Satan stachelte die Leute auf, Noahs Warnungen abzulehnen und ihn zu verspotten. Das vermehrte noch das Übermaß ihrer Sünde. Aber noch viel größer war Gottes Gnade, und die Rettungsarche nahm Gestalt an. Durch die Gnade Gottes konnte der Mensch seiner Vernichtung entgehen. Preist den Herrn, dass es heute noch genauso ist. Zu uns kommt Gottes Gnade durch unseren Noah: den Herrn Jesus Christus, der unsere Errettung ist. Gottes Todesurteil über die Sünde gilt immer noch für die, die dadurch verderben; aber es nicht Gottes Wille, dass auch nur einer verderben soll. Gott hat einen Weg für unsere Rettung bereitet. Immer noch kann sein Gericht über die Sünde verhängt werden. Der Satan strebt noch immer danach, den Sturz des Menschen herbeizuführen. Aber Gott bietet weiterhin die Befreiung und vollständige Erlösung durch seine Gnade an. Denn auch wir haben Gnade in den Augen des Herrn gefunden. Was für eine Geschichte! Was für ein Drama! Und was für eine Freude, dass dies auch heute die Erfahrung der Christen ist! Ein Edelstein für heute: »So sind wir nun Botschafter an Christi Statt …« (2. Kor. 5,20)

Neutestamentliche Lesung

Matthäus 3


4. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 9-11 Und Gott segnete Noah und seine Söhne … (1. Mose 9,1) Siehe, ich richte mit euch einen Bund auf und mit euren Nachkommen. (1. Mose 9,9) Gott errettete Noah von seinem Gericht über die Sünde. Durch seinen Gehorsam und sein Vertrauen auf Gottes Rettungswillen konnte Noah die Arche bauen. Weil er glaubte, ging er mit seiner Familie in die Arche. So wurden sie mitten in der Flut bewahrt, weil sie auf Gott vertrauten. In der heutigen Lesung liegt die Sintflut gerade hinter ihnen. Welch größere Erfahrung, welch größeren Segen könnte ein Mensch von Gott empfangen, als errettet zu werden; ja, Noah und seine Familie waren die einzigen Überlebenden der Sintflut. Aber es kommt noch mehr! Gott sagt zu Noah, dass er ihn und seine Nachkommen segnen werde. Ich selbst bin von meiner alten Lebensweise befreit worden, errettet von der sündigen Adamsnatur, die lange Jahre in mir geherrscht hat. Aber die Erinnerung daran ist mir immer noch frisch und lebendig. Immer noch gebe ich davon Zeugnis und bin begeistert über das, was Gott getan hat. Zur Zeit meiner Errettung konnte ich mir nicht vorstellen, dass da noch Größeres kommen würde. Deswegen kann ich mir denken, wie sich Noah nach seiner Rettung fühlte, als Gott ihm sagte, er würde ihn segnen. Nun, Gottes Wort an Noah ist auch Gottes Wort an uns. Nachdem wir durch Gottes Gnade erlöst wurden, verspricht er, uns und unsere Nachkommen zu segnen. Er schließt einen Bund mit uns. Durch Gottes Gnade haben wir eine gute, verlässliche Verbindung zu ihm, nicht auf Grund eines Rechtsanspruches, sondern weil Gott sie uns schenken will. Er schließt einen Bund mit uns und verspricht, uns und unsere Nachkommen zu segnen. Er besiegelt das Bündnis mit einem herrlichen Bogen am Himmel. Heute noch werden wir durch den Regenbogen daran erinnert. Es gibt im Neuen Testament eine Erfahrung, die der des Noah entspricht. Nach unserer Befreiung, nachdem die Versklavung der Sünde durchbrochen ist und nachdem wir unser Leben Jesus Christus – unserer Rettungsarche – anvertraut haben, gibt es auch für uns die Zusicherung eines Segensbundes. Gottes Bestes gilt uns und unseren Nachkommen. Diesen Segensbund zu kennen bedeutet für dich: die Fülle seiner Auswirkungen in deiner Familie zu erleben. Das heißt, im Glauben zu leben. Vertiefe dich in Gottes Wort und entdecke den Segensbund Gottes. Und dann nimm ihn in Anspruch für deine Nachkommen, jetzt – heute! Das Beste, was Gott dir anbieten kann, ist Errettung in ihrer ganzen Fülle für dich und deine Nachkommen. Ein Edelstein für heute: »Sie sollen in Frieden säen. Der Weinstock soll seine Frucht geben und das Land sein Gewächs, und der Himmel soll seinen Tau geben. Und ich will denen, die übriggeblieben sind von diesem Volk, das alles zum Besitz geben« (Sach. 8,12). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 4


5. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 12-14 Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen geben, und du sollst ein Segen sein. (1. Mose 12,2) Abram hörte die Weisung Gottes für sein Leben. Gott sagte zu ihm: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will« (1. Mose 12,1). Dies war Glaube allerbester Art durch Tun. Abram hatte nicht irgendwelche Schriften, die er befragen, keinen Priester, den er um Rat bitten konnte. Gott hatte nicht einmal das Land genannt, in das er Abram führen wollte. Wenn Abram in das versprochene Land kommen wollte, musste er bereit sein, alles aufzugeben und den Weisungen Gottes zu folgen, die sogar unvollständig waren. Gottes Wort an ihn war: Mach dich auf und geh, und ich will dich führen bis zu dem Ort meiner Wahl. Dies war eine Segensverheißung Gottes. Wiederum war es Gottes Freude, einen Menschen zu segnen. Alles, was er vom Menschen erwartet, ist Glaube und Gehorsam. Es war Gottes Plan bei seiner Segensverheißung an Abraham – und so hat dieser es auch erfahren –, zuallererst Abrams Familie zu segnen und ihn dann zu einem großen Volk zu machen – zu einem großen Gottesvolk. Er versprach, Abrams Namen großzumachen; und wenn er das getan hatte, wollte er ihn selbst zu einem Segen machen. Ich denke, das ist aufregend. Nicht nur segnete Gott Abram, sondern er machte Abram zu einem Segen: »… und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden« (1. Mose 12,3). Gottes größte Segensgabe für den Menschen ist die Familie. Der Reichtum des Lebens, der Wert eines auf Gott ausgerichteten Lebens wird am deutlichsten in der Familie erfahren. Die von Gott geschenkte Errettung, der Immanuel (»Gott mit uns« Matth. 1,23), wurde von einer Frau in eine Familie hineingeboren. Und mitten in einer Familie bereitete der himmlische Vater seinen Sohn vor auf sein Amt. Der Sohn Jesus Christus, der Nachkomme Abrams, ist die Verheißung, durch die alle Völker der Erde gesegnet werden sollen. Durch eine Verheißung rief Gott den Nachkommen Abrams ins Dasein, der der Segen sein sollte für die Völker der Welt. Du und ich, wir sind die Früchte dieser Segensverheißung. Als Glieder am Leibe Christi sind wir die Nachkommen. Von allem, was Gott an uns tut, ist das Erste und Beste, uns selbst zu segnen durch die von ihm geschenkte Errettung. Nach dem Empfang dieses Segens erwartet er von uns, wie von Abram, dass wir alles aufzugeben und seinem Sohn nachfolgen. Folgerichtig kann Gott uns, die wir gesegnet wurden, zu einem Segen machen für die Völker der Welt. Durch uns kann er die Verheißung wahr machen, die er Abram schenkte. Durch Glauben wurde Gottes Verheißung empfangen und begann, sich zu verwirklichen. Der Glaube, der uns erfüllt, wird uns durch Gottes Gnade in gleicher Weise zu einem göttlichen Segen machen für die Familien der Erde.


Wenn Gott dich gesegnet hat, dann darfst du ein Segen für andere sein. Erlaubst du dem Segen Gottes, durch dich hindurchzuströmen? Ist dein Glaube ein offener Brunnen, durch den Gott segnen kann? Ein Edelstein für heute: Der Segen Abrahams ist auf uns gekommen durch Jesus Christus, damit »wir durch den Glauben den verheißenen Heiligen Geist empfangen« (Gal. 3,14). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 5,1-26

6. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 15-17 Nach diesen Geschichten begab es sich, dass zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn. (1. Mose 15,1) Abram schlug seine einzige Schlacht und ging siegreich daraus hervor. Dabei geriet Lot, der Sohn seines Bruders, der ihn begleitet hatte, in Gefangenschaft, als er aufbrach, um von Gott in das verheißene Land geführt zu werden. Nicht nur Lot selbst wurde gefangengenommen, sondern auch alle Leute, die zu ihm gehörten, mit ihrer ganzen Habe. Abram griff, wie Gideon, mit einem kleinen Trupp seiner Knechte die plündernden Soldaten an. Sie befreiten Lot und seine Leute mitsamt ihrer Habe und brachten sie zurück in ihre Heimatstadt Sodom. Unterwegs kam der König von Sodom Abram entgegen, der ihn ermunterte, die zurückgewonnene Habe für sich zu behalten. Aber Abram brauchte dies Hab und Gut nicht, denn er gründete sein Leben auf die Verheißung der Fürsorge Gottes. Er wollte die Gewissheit behalten, dass Gott ihn versorgte, und den Dank für sein Wohlergehen bekam auch nicht der König von Sodom. Dann begegnete Abram Melchisedek. Er war König von Salem und Priester, ein Urbild des Christus. Melchisedek bot Abram Brot und Wein an. In Melchisedek erkannte Abram den, der größer war als er selbst. Darum übergab er ihm den Zehnten. Melchisedek hingegen erbat von Gott einen Segen für Abram, weil er in ihm einen zu Gott gehörenden Mann erkannte. Gemeinsam priesen sie Gott für das Wunder von Abrams Sieg, für das sie Gott allein alle Ehre gaben. »Nach diesen Geschichten begab es sich, dass zu Abram das Wort des Herrn kam in einer Offenbarung: ›Fürchte dich nicht, Abram! Ich bin dein Schild und dein sehr großer Lohn‹« (1. Mose 15,1). Abram verstand sehr gut, was Gott mit dem Schild meinte. Oft wird uns etwas klar, wenn wir zurückschauen. Abram konnte auf Gottes Hilfe in der Schlacht zurückschauen. Darum konnte er jetzt verstehen, was Gott meinte, wenn er ihm versprach, sein Schild zu sein. Abrams Glaube wurde gestärkt. Gott versprach ihm auch, sein Lohn zu sein. Der König von Sodom hatte Abram


angeboten, ihn zu belohnen, aber das wies Abram zurück. Gott hatte ihm ja versprochen, ihn zu segnen. Und so groß waren die Segnungen Gottes, dass daneben kein Raum blieb für die Segnungen eines Königs. Gott hatte ihm nicht nur seinen Segen verheißen, sondern jetzt hatte Gott ihm auch angeboten, sein sehr großer Lohn zu sein. Ich möchte das umschreiben und wiederholen, was Gott zu Abram gesagt hat: Sei nicht bange, Abram. Gib deinem Glauben freie Bahn. Ich bin dein Segen. Ich bin dein Wohlergehen, dein sehr großer Lohn. Abram nahm Gott beim Wort und erinnerte ihn an den verheißenen Erben. Gott hatte Abram alle seine Verheißungen geschenkt. Mein lieber Christ, willst du Gott annehmen als deinen sehr großen Lohn? Ein Edelstein für heute: »Abram glaubte dem Herrn, und das rechnete er ihm zur Gerechtigkeit« (1. Mose 15,6). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 5,27-48

7. Januar Alttestamentliche Lesung Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?

1. Mose 18 und 19 (1. Mose 18,14)

Abraham saß an der Tür seines Zeltes, als Gott ihm erschien. Abraham erhob seine Augen und sah drei Männer vor sich stehen. Es waren Engel, die Gott gesandt hatte, um nun ein Strafgericht zu vollziehen über Sodom; so groß war seine Sünde. Abraham überredete sie auszuruhen; und nun hatte er Gelegenheit, ihnen seine Gastfreundschaft zu erweisen, indem er sie erquickte mit einer schönen Mahlzeit. Er ließ ihnen Wasser zum Waschen ihrer Füße bringen. Er ließ ihnen Brot bringen, um ihren ersten Hunger zu stillen, bis ein Kalb geschlachtet und zubereitet werden konnte. Die Bibel zeigt deutlich, wie wichtig es ist, Gastfreundschaft zu üben. Vielleicht dachte Abraham dort vor seinem Zelt gerade in der Stille über Gott nach, als er diesen Besuch bekam. Es heißt doch: Gott erschien ihm. Ich muss gestehen: je mehr Zeit ich mit der Bibel und mit Gott in stillem Bedenken und Nachsinnen zubrachte, um so mehr ereignete sich in meinem Leben. Wenn wir uns für Gott öffnen, wenn wir uns ihm zur Verfügung stellen, dann wird offenbar die Möglichkeit immer größer, dass ganz erstaunliche Dinge geschehen. Ohne Zweifel hatte Abraham die Verheißung Gottes nicht vergessen. Sicherlich hat er ständig darüber nachgedacht, wie Gott wohl sein Versprechen erfüllen würde, ihm einen Sohn und Erben zu schenken, obwohl es schien, als ob dies unglaublich und unmöglich sei. Sara, Abrahams Frau, war längst über das Gebäralter hinaus, und er selbst war schon alt und hochbetagt. Aber dieser Besuch aus dem Himmel erweckte und belebte aufs Neue seinen Glauben. Die Verheißung Gottes stand wieder


ganz groß vor ihm. Als die Männer ihr Mahl beendet hatten, fragten sie, wo Sara sich wohl aufhalte. Und dann versprachen sie Abraham ein Wunder. »Ich will wieder zu dir kommen übers Jahr; siehe, dann soll Sara, deine Frau, einen Sohn haben« (1. Mose 18,10). Sara lachte, sie fand das belustigend. Der Engel ermahnte und tadelte sie: »Sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?« Heute möchte ich diejenigen ermutigen, die geduldig gewartet haben auf etwas, das Gott ihnen verheißen hatte; versinke nicht in Zweifel und Mutlosigkeit, denn »sollte dem Herrn etwas unmöglich sein?« Ein Edelstein für heute: »Und er (Jesus) sagte: Was bei den Menschen unmöglich ist, das ist bei Gott möglich« (Luk. 18,27). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 6

8. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 20-22 Und sie ging hin … und setzte sich nieder und erhob ihre Stimme und weinte. (1. Mose 21,16) Und Gott tat ihr die Augen auf, dass sie einen Wasserbrunnen sah. (1. Mose 21,19) Sara war bekümmert über ihre Kinderlosigkeit. Es bedrückte sie, dass Abraham in seinem Glauben darauf hoffte, dass Gott ihm den Sohn und Erben schenken würde, den er ihm verheißen hatte. Wie sollte das durch sie, eine alte unfruchtbare Frau, möglich werden? Sie überredete Abraham, ihre Magd Hagar zu sich zu nehmen, um mit ihr einen Sohn zu bekommen; dadurch würde ganz gewiss das Versprechen Gottes erfüllt werden. Hagar bekam einen Sohn, der Ismael genannt wurde. Aber bald gab es Spannungen zwischen Sara und ihrer Magd Hagar. Es wurde noch schwieriger zwischen beiden, als Sara in ihrem hohen Alter schwanger wurde und das Kind zur Welt brachte, das Gott verheißen hatte. Hagars Sohn, der nun schon ein zehnjähriger Junge war, wurde bei Sara verklagt, ihren kleinen Isaak verspottet zu haben. Sara forderte von Abraham, Hagar und ihren Sohn zu vertreiben. Abraham war unglücklich über dieses Ansinnen, denn er hatte seinen Sohn Ismael liebgewonnen. Er breitete vor Gott seinen Kummer aus. Da sprach Gott zu ihm: »Lass es dir nicht missfallen wegen des Knaben und der Magd. Alles, was Sara dir gesagt hat, dem gehorche; denn nur nach Isaak soll dein Geschlecht benannt werden. Aber auch den Sohn der Magd will ich zu einem Volk machen, weil er dein Sohn ist« (1. Mose 21,12-13). Hagar war verzweifelt, als Abraham sie mit Ismael in die Wüste hinausschickte und ihr nur einen Krug mit Wasser und etwas Brot mitgab. Die Bibel sagt, dass sie hinauswanderte in die Wüste von Beerseba.


Zuweilen lässt uns Gott die Erfahrung einer schrecklichen Wüste machen, so dass wir, wie Hagar, am Ende aller natürlichen Hilfsmittel sind. Sehr bald hatte sie das Brot und das Wasser aufgebraucht, das Abraham ihr mitgegeben hatte. Nun stand sie ganz allein da, ohne Nahrung, ohne Freunde, ohne Mann, weinend vor Gott und betend für ihr Kind. Gott hörte ihr Gebet, und die Bibel sagt, dass ein Engel mit ihr redete. Und dann tat ihr Gott die Augen auf, dass sie einen Wasserbrunnen sah. Er war ganz in ihrer Nähe, aber sie hatte ihn nicht gesehen, weil ihr Schmerz sie blind gemacht hatte. Auch uns kann Schmerz so blind machen, dass wir meinen, ohne alle liebevolle Fürsorge Gottes dazustehen. Bald darauf erfahren wir, so wie Hagar, seine Durchhilfe. Sage hierfür Gott deinen Dank! Und bedenke, dass uns Gott zuweilen hineinführt in die Erfahrung einer schrecklichen Wüste, um uns zu befreien von all den natürlichen Hilfsmitteln, auf die wir unser Vertrauen setzen. Wenn wir erst beginnen, nach Gottes Fürsorge auszuschauen, wenn wir ihm zutrauen, dass er für uns sorgt, was für Überraschungen werden wir da erleben! Wir beginnen zu entdecken, dass Gott und seine Fürsorge allezeit für uns bereitstehen. So steht es geschrieben in seinem heiligen Wort, und er erwartet von uns, dass wir alles Vertrauen auf das Natürliche abtun und allein auf ihn vertrauen. Ein Edelstein für heute: »Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen …« (Mt. 13,16). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 7

9. Januar Alttestamentliche Lesung Gelobt sei der Herr …, der mich geführt hat.

1. Mose 23 und 24 (1. Mose 24,27)

Abraham war alt und hochbetagt und in jeder Hinsicht reich gesegnet. Er wurde zu neuem Handeln aufgerufen, weil sein Sohn Isaak noch keine Frau hatte. Das Herz des alten Vaters war erfüllt von den Verheißungen Gottes, die ihn eine unermesslich große Nachkommenschaft erwarten ließen, zahlreich wie die Sterne und wie der Sand am Meer. Noch fehlte die Verwirklichung; und der Sohn der Verheißung war noch nicht einmal verheiratet. Aber Abraham lebte in dem Glauben an die Verheißung. Er rief seinen alten, vertrauten Knecht Elieser und erklärte ihm, wie wichtig es sei, für Isaak die rechte Frau zu finden. Das konnte nicht irgendeine Frau sein, sondern nur die Frau, die Gott ausersehen hatte zur Erfüllung seiner Verheißung. Abraham hatte aber in Gottes Schule bei Hagar gelernt, dass er nicht versuchen durfte, das von Gott Verheißene selbst herbeizuführen. Er versicherte seinem Knecht Elieser, dass Gott ihm auf seiner Reise beistehen würde, indem er seinen Engel vor ihm hersenden würde. Elieser


vertraute seinem betagten Herrn, dem er schon viele Jahre gedient hatte. Er musste sich jetzt aufmachen zu einer Reise ohne Abraham, und er verließ sich darauf, dass der Gott seines Herrn ihm unterwegs beistehen würde. Er stellte alles zusammen, was er für seine weite Reise nach Mesopotamien nötig hatte, und erreichte den Wohnsitz von Nahor, wo er seine Kamele absattelte und an einem Brunnen rastete. Er hatte einen ungewöhnlichen Auftrag. Hatte sein Herr ihm nicht gesagt, dass ein Engel ihn begleiten würde? Um sicher zu sein, auch die von Gott erwählte Frau zu finden, betete er zu Gott. Und Gott hatte nicht vergessen, seine Verheißung an Abraham wahr zu machen und jetzt eine Frau für Isaak zu bestimmen. Er schickte die von ihm Ausersehene zu dem Brunnen, und dort begegnete ihr Elieser. Gottes Antwort auf sein Gebet erfüllte Elieser mit großer Freude, und er pries Gott für diese Antwort, die es ihm möglich machte, den Auftrag seines Herrn durchzuführen. »… Gelobt sei Gott, der mich geradewegs geführt hat zum Hause des Bruders meines Herrn« (1. Mose 24,27). Kein Übereifer, keine Ängstlichkeit, sondern ein schlichtes Vertrauen auf Gottes Führung bestimmte Abraham bei diesem Unternehmen. Was Gott für Abraham durch seinen Knecht Elieser tat, das wird er für dich durch seinen Sohn Jesus tun. Gott wünscht, seinen Willen in unserem Leben zur Geltung zu bringen. Überlasse ihm den Beginn! Überlasse ihm die Führung! Alles, was von uns gefordert wird, ist die Nachfolge. Bist du bereit, heute von Jesus geführt zu werden? Ein Edelstein für heute: »Treu ist er, der euch beruft; er wird’s auch tun« (1. Thess. 5,24). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 8

10. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 25 und 26 Ich will deine Nachkommen mehren wie die Sterne am Himmel und will deinen Nachkommen alle diese Länder geben. Und durch dein Geschlecht sollen alle Völker auf Erden gesegnet werden. (1. Mose 26,4) Dies ist die Verheißung Gottes, die Abraham gegeben wurde und die jetzt auch seinem Sohn Isaak galt. Dieser wurde geboren durch ein Wunder, welches die lang erwartete Erfüllung eines Abraham gegebenen Versprechens war. Isaak, der zur Welt kam aufgrund des Bundes Gottes mit Abraham, hatte nun diesen Bund geerbt. Alles, was Gott seinem Vater Abraham versprochen hatte, das versprach er jetzt auch Isaak. Isaak hat zu seinen Lebzeiten die Erfüllung dieser Versprechen nicht gesehen. Das Land wurde niemals sein Eigentum. Die gleichen Fehler, die


sein Vater machte, machte auch er; aber er hielt den Glauben an die Verheißungen fest. Abrahams Vertrauen zu dem Bund Gottes war so groß, dass er davon überzeugt war, dass Gott seinen Sohn vom Tode erwecken könnte, wenn das nötig sei zur Verwirklichung dieses Bundes. Abraham und sein Sohn Isaak glaubten an die Macht Gottes, die alle Grenzen der Natur überwindet. Darum schauten sie voraus in die Zeiten, in denen die Verheißungen Gottes sich erfüllen würden. Kannst du dir davon ein Bild machen? Diese Familie hatte den festen Glauben, dass Gott ihre Nachkommen so gewaltig vermehren würde, dass sie einmal ein großes Volk bilden und das versprochene Land einnehmen würden. Diesen Männern war die Gabe prophetischer Schau verliehen. Ihnen und ihren Kindern war die Verheißung gegeben, dass ihre Nachkommen ein großes Volk bilden und die Völker der Welt segnen würden. Gott hatte in seinem Herzen bereits den Plan gefasst, dass aus den Nachkommen Abrahams auch der eine Nachkomme, der Messias, hervorgehen sollte, der den Völkern der Welt Gottes größten, endgültigen Segen bringen würde. Was bedeutet dies alles für uns? Nun, wir sind die Frucht von Abrahams Verheißung. Seine Verheißung kam in uns zur Vollendung, denn wir wurden gesegnet durch seinen Nachkommen, Jesus Christus. Die ganze Heilige Schrift wurde uns gegeben, damit wir Gottes Ziel erkennen und seine Verheißungen in unserem Leben anwenden können. Wir dürfen die Erlösung annehmen durch den Nachkommen Abrahams, der ihm verheißen worden war. Dieser Nachkomme wurde für unsere Sünden geopfert. Dadurch gehören wir nun mit zu dieser großen Glaubensfamilie. Wie Abraham sollen auch wir Gott zutrauen, dass er seine Verheißungen erfüllt – im geistlichen und im natürlichen Bereich. Die Verheißungen gelten uns. Was Gott getan hat für Abrahams Nachkommen, das kann er auch tun für unsere Nachkommen. Gottes Wille ist auch heute und immer, dass wir seinen Verheißungen glauben und dass wir ein Segen sind für die Völker der Welt. Ein Edelstein für heute: »Wir leben im Glauben und nicht im Schauen« (2. Kor. 5,7). »Denn wir warten im Geist durch den Glauben darauf, dass unsere Hoffnung auf Gerechtigkeit erfüllt wird« (Gal. 5,5).

Neutestamentliche Lesung

Matthäus 9,1-17


11. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 27 und 28 Ich bin der Herr, der Gott deines Vaters Abraham, und Isaaks Gott; das Land, darauf du liegst, will ich dir und deinen Nachkommen geben. (1. Mose 28,13) Jakob findet einen Platz zum Rasten und legt sich nieder für die Nacht. Er baut aus einigen Steinen ein Kopfkissen, streckt sich aus und ist bald eingeschlafen. Er hat einen Traum: »Und siehe, eine Leiter stand auf Erden, die rührte mit der Spitze an den Himmel, und siehe, die Engel Gottes stiegen daran auf und nieder. Und der Herr stand oben darauf« (1. Mose 28,12-13). Ich möchte wohl gerne wissen, was Jakob in den Jahren durch den Sinn gegangen ist, als er noch bei seinem Vater Isaak lebte. Isaak wird ihm viele Male erzählt haben, wie Gott seinen Großvater Abraham gerufen hat, wie er ihn viele Jahre geführt und ihm versprochen hat, seine Nachkommen zu einem großen Volk zu machen. Das muss dem Jungen wie ein Märchen geklungen haben. Wie oft mag er in der Nacht wach gelegen haben, über die Verheißungen Gottes an seinen Großvater nachgrübelnd, dessen Frau unfruchtbar war. Aber genau dann, als es nach Gottes Voraussage geschehen sollte, wurde Jakobs Vater Isaak geboren. Auch er heiratete eine Frau, die Schwierigkeiten hatte mit dem Gebären von Kindern. Dessen ungeachtet stellte Gott Isaak die gleichen Verheißungen in Aussicht und erfüllte sein Herz mit Hoffnung und Glauben. Und wie die Verheißung an Abraham eintraf, so geschah dies auch bei Isaak, dem Vater von Jakob. Während Jakob in tiefem Schlaf liegt, erscheint ihm Gott in einem Traum. Die Verheißung, die Abraham und Isaak bekamen, wird nun auch ihm geschenkt. Jakob erwacht; alles um ihn her liegt in tiefer Ruhe, aber sein Herz ist unruhig. Ehrfurcht durchdringt ihn. War es nun ein Traum oder etwas anderes, was ihm geschehen ist, er weiß: »Gott hat zu mir gesprochen, Gott hat mich in der Nacht besucht.« Und die Verheißung, von der ihm sein Vater Isaak so viele Male erzählt hat, die ist nun auch ihm gegeben worden. Das ganze Land, auf dem er liegt, soll ihm gehören. Nicht nur ihm allein; denn Gott verspricht, es auch seinen Nachkommen zu geben. Und was noch größer ist: alle Familien auf der Erde sollen gesegnet werden durch seine Nachkommen. In ihm empfängt die dritte Generation diese Verheißung. Gott ist gekommen und wacht über sein Wort. Gott hat Abrahams Nachkommen behütet und bewahrt; denn aus ihnen sollte Jesus Christus kommen, sollte ein Mensch werden und unter uns wohnen. Wie antwortest du auf Gottes Verheißungen? Der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs ist unser Gott und der Gott unserer Kinder und Enkel. Ihr nachfolgenden Generationen, führt ihr euer Leben im Einklang mit Gottes Wort? Ein Edelstein für heute: »Ich will meinen Geist auf deine Kinder gießen und meinen Segen auf deine Nachkommen« (Jes. 44,3).

Neutestamentliche Lesung

Matthäus 9,18-38


12. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 29 und 30 Laban sprach zu ihm: Lass mich Gnade vor deinen Augen finden und bleibe hier! Ich spüre, dass mich der Herr segnet um deinetwillen. (1. Mose 30,27) Dass Gott in einem Traum zu Jakob kam, liegt schon weit zurück. Inzwischen hat er die Liebe zu einer Frau erfahren und geheiratet. Es ist nicht alles so gelaufen, wie er es erwartet hatte. Sein Schwiegervater betrog ihn um die Ehe mit der jüngeren Tochter. Und als er endlich seine geliebte Rahel heiraten konnte, auf die er so lange gewartet hatte, da musste er feststellen, dass sie unfruchtbar war. Zweifellos erinnerte sich Jakob daran, dass seine Großmutter Sara durch ein Eingreifen Gottes seinen Vater Isaak geboren hatte, obwohl sie unfruchtbar war. Und dass seine Mutter Rebekka ihn selbst zur Welt brachte, das geschah wiederum durch das Wort Gottes. Nun wünschte sich Rahel ein Kind, und Jakob war überzeugt, dass Gott mit seiner Verheißung an seiner Seite stand. Gott schenkte ihm Glück und Gedeihen. Sogar Laban merkte, dass Jakob kein gewöhnlicher Mensch war. Er hat vielleicht die über Jakob ausgesprochene Verheißung nicht gekannt oder sie nicht verstanden; aber er wusste, dass Jakob ganz besonders unter dem Segen Gottes stand, weil Gott alles gelingen ließ, was er unternahm. Und weil Jakob begünstigt wurde von Gott, diente das auch den Interessen seiner Familie und seines Besitzes. »Bleibe hier«, sagte er zu Jakob, »ich spüre, dass mich der Herr segnet um deinetwillen« (1. Mose 30,27). Die Verheißung Gottes, die Begegnung mit Gott in einem Traum, all dieses wirkte sich aus in Jakobs Leben. Er hatte eine Erfahrung gemacht, die sein Leben umwandelte. Jeder konnte sehen, dass Gott ihn besucht hatte und dass er offensichtlich Jakobs Vorhaben förderte. Jakob war ein Kind des mit Gott geschlossenen Bundes; er wurde geboren durch das Wort Gottes. Jakob selbst hatte die Verheißung geerbt. Er hatte einen Bund mit Gott geschlossen, das konnte man sehen. Man konnte es merken an Gottes Umgang mit ihm. Wenn wir wiedergeboren sind, sind auch wir Kinder eines Bundes – eines neuen Bundes. Wir können erwarten, dass Gottes Bundesversprechen sich für uns auswirkt. Es wird allen erkennbar werden, dass Gottes Hand mit uns ist. Es kann sein, dass einiges in unserem Leben nicht den Weg geht, den wir uns vorstellen. Wir sollen uns dann wohl in Geduld üben, im Warten auf dies und jenes, während andere gesegnet werden. Wie Laban sollten wir dann wohl fähig sein zu sagen: »… dass mich der Herr segnet um deinetwillen.« Ein Edelstein für heute: »Wollt ihr mir gehorchen, so sollt ihr des Landes Gut genießen« (Jes. 1,19).

Neutestamentliche Lesung

Matthäus 10,1-26


13. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 31 und 32 Und er sprach: Lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Aber Jakob antwortete: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn … (1. Mose 32,27) Gott kam erneut zu Jakob und sprach: »Ich bin der Gott, der dir zu Betel erschienen ist, wo du den Stein gesalbt hast, und du hast mir dort ein Gelübde getan. Nun mach dich auf und zieh aus diesem Lande und kehre zurück in das Land deiner Verwandtschaft« (1. Mose 31,13). Jakob hatte Laban zwanzig Jahre lang gedient; während dieser Zeit hatte Gott ihm Glück und Gedeihen geschenkt. Das Verheißene begann Gestalt zu gewinnen. Die Söhne, die Jakob geboren wurden, bildeten eine Grundlage; sie wurden die Väter eines großen Gottesvolkes. Gott hatte ihn nicht nur mit einer großen Familie gesegnet, sondern er hatte auch den Viehbestand von Jakob und Laban gedeihen lassen, so dass beide große Herden von Schafen, Ziegen und Rindern besaßen. Jakob machte sich heimlich auf den Weg. Aber Laban jagte ihm nach und holte ihn ein: »Ich hätte wohl soviel Macht, dass ich euch Böses antun könnte, aber der Gott eures Vaters hat diese Nacht zu mir gesagt: Hüte dich, mit Jakob anders zu reden als freundlich« (1. Mose 31,29). Ich vermute, dass dieser Augenblick sehr schwierig für Jakob hätte sein können. Aber Gott dachte an seinen Bund, so dass die Verheißung sich erfüllen konnte. Gott ließ Jakob wissen, dass er mit seinem Bruder Esau in eine noch schwierigere Lage kommen würde. Daher bereitete er Geschenke vor, die er Esau durch seine Knechte zuschicken wollte. Er teilte die große Karawane seiner Familie und seiner Viehherden und schickte sie vor sich her auf den Weg, während er selbst zurückblieb, auf Gottes Weisung wartend. Als er nun ganz für sich allein war, musste er – wie die Schrift berichtet – ringen mit einem Mann, bis die Morgenröte anbrach. Er wurde von einer Not bedrängt, aus der ihm nur Gott heraushelfen konnte. Gott war ihm auch früher allezeit zu Hilfe gekommen, und in diesem Augenblick herrschte große Not in seinem Herzen und in seiner äußeren Lage. Darum betete er inständig und eindringlich zu Gott: »Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn« (1. Mose 32,27). Gott rührte ihn an, und er war für immer ein anderer Mensch. In dieser allein mit Gott verbrachten Nacht geschah die eigentliche Geburt des verheißenen Volkes; und Gott änderte Jakobs Namen und nannte ihn Israel. Seine Söhne wurden die Stammväter des Volkes Israel, dessen Geschichte nun begann. Die Verheißung gewann Gestalt durch dringliches Gebet. Wieviel Gutes würde Gott entstehen lassen, wenn wir anhalten würden in unserem Beten, bis Gott uns segnet. Ein Edelstein für heute: »Das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es inständig ist« (Jak. 5,16). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 10,27-42


14. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 33-35 Esau sprach: Ich habe genug … Jakob antwortete: … ich habe genug. (1. Mose 33,9.11) Wie selten ist ein zufriedener Christ zu finden! C. H. Spurgeon erzählte von einer Frau, die eine Fastenzeit mit einer Brotkruste und einem Becher Wasser beendete und dabei ausrief: »Soviel Gutes, und außerdem Christus!« Jakob befand sich in einer Lage, in der er sich fürchtete. Einst hatte sein Bruder sein Leben bedroht, und jetzt stand ihre erste Begegnung bevor nach mehr als zwanzig Jahren. Um Esau freundlich zu stimmen und um ihm einen Beweis seines Wohlwollens zu geben, überschüttete Jakob ihn mit Geschenken. Und Esau hätte ihn gekränkt, wenn er diese Geschenke abgewiesen hätte. Jeder von ihnen beiden war zu Reichtum gekommen. Jeder war von Gott gesegnet worden während dieser langen Trennungszeit. Aber der eigentliche Segen, der an ihnen zu erkennen war, bestand nicht in ihren Besitztümern, sondern in ihrer offensichtlichen Zufriedenheit mitten in ihrem Wohlergehen. Das ist wahrhaftig eine seltene Sache. Beide erklärten, Segen empfangen zu haben. Beide wünschten, dem anderen eine Freundlichkeit zu erweisen; aber das Wichtigste war doch, dass sie beide wussten: »Ich habe genug.« Wie würde unser Leben aussehen, wenn wir – ähnlich wie diese beiden – aufhören würden mit Wünschen, wenn wir uns begnügen würden mit unserem Lebensstandard, wenn wir zufrieden wären und zu unserem Bruder sagen könnten: »Ich habe genug« (und das würde bedeuten: ich bin in der Lage, freigiebig zu sein)? Wie würde unser Leben aussehen, wenn Gott nicht nur alle unsere Bedürfnisse befriedigen würde, sondern wenn er uns dazu gebrauchen könnte, mit Hilfe der uns geschenkten Fülle ein Segen für andere zu sein, so dass auch sie einen Segen von Gott empfangen könnten? Könnte Gott dir wohl mehr anvertrauen, als du nötig hast? Würdest du darin deine volle Zufriedenheit finden, so dass du es nicht für nötig halten würdest, von dem dir geschenkten Segen Gottes einen großen Teil zurückzuhalten für schlechte Zeiten? Würdest du wohl den dir geschenkten Segen als eine Hilfsquelle Gottes ansehen können, um andere damit zu segnen? Zufriedenheit mitten in äußerem Wohlergehen scheint auch bei Christen eine seltene Tugend zu sein. Zufriedenheit bedeutet: frei sein von dem Verlangen nach etwas Verlockendem, nur weil irgendjemand anderes es hat. Wie wäre es, wenn wir uns zum Ziel setzen würden, nicht möglichst viel zu erwerben, sondern möglichst viel verschenken zu können? Würde es nicht wunderbar sein, wenn wir – wie Jakob und Esau – zufrieden wären mit Gottes Fürsorge und wenn wir, wie sie, bezeugen würden: wir haben genug? Wenn wir alle dies bezeugen würden, wenn keiner von uns mehr danach streben würde, Reichtümer für sich selbst aufzuhäufen, dann würde es schwierig für uns werden, Empfänger für Geschenke zu finden, weil wir umgeben wären von lauter zufriedenen Christen. Nicht mehr das Erwerben


wäre schwierig für uns, sondern das Verschenken, weil wir alle genug haben würden. Ein Edelstein für heute: »Wer kärglich sät, der wird auch kärglich ernten; und wer reichen Segen sät, der wird auch reichen Segen ernten« (2. Kor. 9,6). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 11

15. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 36 und 37 Josef hatte einmal einen Traum und sagte seinen Brüdern davon. (1. Mose 37,5) Ich zögere, zu sagen »armer Josef«, denn ich habe ja seine ganze Geschichte gelesen. Was ist das für eine wunderbare Geschichte; aber wie viele Missverständnisse und Kränkungen kommen darin vor! Josef hatte die Kraft zum Ertragen all seiner bösen Erfahrungen, so sehr sie ihn auch verwundeten. Offenbar trug er alles mit einer gewissen Gelassenheit, ähnlich wie Paulus, der von sich selber sagt: »Ich habe gelernt, mich mit dem zu begnügen, was ich vorfinde« (Phil. 4,11). Als ich gerade Christ geworden war, hing ich großen Träumen nach. Ich träumte nicht von den Möglichkeiten dieser Welt, wie in früheren Jahren, sondern jetzt, wo ich wiedergeboren war, träumte ich davon, was es wohl für mein Leben bedeuten würde, ein Christ zu sein. Ich träumte von der Möglichkeit, noch einmal zur Schule zu gehen und noch einmal ganz von vorn zu beginnen. Aber ich war schon fast dreißig Jahre alt und hatte bereits eine Familie mit vier Kindern. Ich kannte niemanden, der etwas ähnliches unternommen hätte. Ich hatte eine ganz kümmerliche Ausbildung, die nicht einmal recht für das Handwerk ausreichte, das ich gelernt hatte. Wie konnte ich daran denken, dass mein Traum, einmal Prediger zu werden, sich je erfüllen würde? Der Traum hielt an. Immerfort hing ich diesem Traum nach. Und jetzt erlebst auch du etwas von seiner Erfüllung; denn hier sitze ich an meinem Schreibtisch und verfasse Bibelauslegungen für dich. Damals kam ich nicht einmal mit dem Schreiben eines einfachen Briefes zurecht, wenn meine Frau mir nicht dabei half. Zuweilen können Träume ein Stück unserer christlichen Erfahrung sein. Josef hatte einen Traum; und seine Brüder, denen er davon sagte, verspotteten ihn. Sie konnten sich nicht vorstellen, dass so ein Junge wie ihr Bruder, so ein verwöhnter Nachkömmling, einmal eine führende Persönlichkeit werden könnte. Sein Selbstbewusstsein ärgerte sie, und sie dachten nicht daran, ihn für voll zu nehmen. Ich glaube, dass Josefs Traum anhielt; sogar als er in Sklaverei geriet, fand er darin Trost und Gelassenheit. Vielleicht war sein Traum das einzige, an das er sich während seiner Gefangenschaft


halten konnte. Aber mitten in seiner aussichtslosen Lage benutzte Gott Not und Unglück, um einen Gottesmann heranzubilden – einen Mann, auf den er bauen und den er gebrauchen konnte, um einen Traum zu verwirklichen. Sein Traum war kein Phantasiegebilde, aber es musste zunächst wohl so aussehen. Er rief bei ihm selbst Gelassenheit hervor und eine ganz auf Gott ausgerichtete Haltung. Josef setzte sein ganzes Vertrauen auf Gott, oder noch genauer ausgedrückt: er vertraute seinen Traum Gott an. Wenn unsere Träume sich verwirklichen sollen, dann muss Gott selbst eingreifen mit der Fülle seiner Mittel, um ihnen mitten in unserem Leben Gestalt zu geben. Lebt auch in deinem Herzen ein Traum? Hast du daran gedacht, ihn Gott zu übergeben und ihn zu einem Traum Gottes werden zu lassen? Möchtest du nicht auch die Gewissheit haben, dass dein Traum den besten Händen anvertraut ist und von ihnen auch verwirklicht werden kann? Ein Edelstein für heute: »Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht« (Ps. 37,4). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 12,1-21

16. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 38-40 Aber der Herr war mit Josef und neigte die Herzen zu ihm und ließ ihn Gnade finden vor dem Amtmann über das Gefängnis. (1. Mose 39,21) Josef hatte etwas getan, was ihm schadete. Er hatte seine Vertrauensstellung in Potifars Haus verloren. Er konnte sich angesichts der Anklagen, die gegen ihn erhoben wurden, nicht rechtfertigen, und dabei blieb er Potifar treu. Er tat nichts, um Potifars Frau zu beschuldigen oder um sein eigenes Verhalten aufzuklären. Das hätte er ja nicht tun können, ohne Potifars Haus in ein übles Licht zu bringen. So saß er nun ganz allein in einer engen Gefängniszelle, ins Unglück gestoßen erst von seinen Brüdern, dann von Potifars Frau und jetzt von Potifar selbst. Kannst du dir eine schlimmere Lage vorstellen? Ich glaube, auch Josef konnte das nicht. Doch nun sagt unser Schriftwort: »Aber der Herr war mit Josef …« Und weil der Herr mit Josef war, verschaffte er ihm die Gunst des Gefängnisamtmanns. Was würde in unserem Christenleben geschehen, besonders dann, wenn irgendetwas schiefläuft und wenn unsere Lage aussichtslos zu sein scheint, wenn wir uns daran erinnern würden, dass der Herr mit uns ist. »Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?« (Röm. 8,31). »Der in euch ist, ist größer als der, der in der Welt ist« (1. Joh. 4,4). Anstatt den Versuch zu machen, uns selbst zu rechtfertigen, unsere üble Lage zu schildern und auf erlittene Kränkungen und Verletzungen hinzuweisen, was würde wohl geschehen, wenn wir uns ganz still verhalten würden im Gedanken daran, dass


der Herr mit uns ist? »Ich bin bei euch alle Tage« (Matth. 28,20). Ich meine, dass wir durch ein solches Verhalten Vertrauen gewinnen würden – ein Vertrauen in Gottes Gegenwart; ein Vertrauen, an dem Gott seine Freude hat. Vertrauen schafft einen offenen Verbindungsweg zur himmlischen Welt, so dass sich Gott mit seiner Gnade zu uns herabneigen kann. Josef vertraute als Gefangener auf Gott, und Gott neigte sich zu ihm herab und verschaffte ihm die Gunst des Gefängnisamtmanns. Dadurch wurde seine schlimme, bedrückende Lage in eine vorbereitende Schule verwandelt, und ein Jugendtraum konnte Gestalt gewinnen. Gott kann und will uns in seiner Gnade seine Güte und Freundlichkeit erweisen. Das gilt auch dir. Und darum darfst du Gott in deiner augenblicklichen Lage um seine Güte und Freundlichkeit bitten im Vertrauen darauf, dass er sie dir schenken wird. Ein Edelstein für heute: »Der Herr ist mit euch, weil ihr mit ihm seid; und wenn ihr ihn sucht, wird er sich von euch finden lassen« (2. Chron. 15,2). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 12,22-50

17. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 41 Und der Pharao sprach zu seinen Großen: Wie können wir einen Mann finden, in dem der Geist Gottes ist wie in diesem? (1. Mose 41,38) Als Josef im Gefängnis saß, brachte jeder Tag seiner Haft ihn, ohne dass er es ahnte, näher an den Tag heran, an dem er in den Palast des Königs gerufen wurde. Er hatte im Gefängnis den Mundschenk des Königs zum Freund gewonnen. Dieser hatte ihm versprochen, seinen Fall vor dem König zur Sprache zu bringen, vergaß jedoch sein Versprechen. An dem von Gott ausersehenen Tag erhielt Josef den Befehl, zum König zu kommen. Der Mundschenk hatte plötzlich an ihn gedacht; er hatte sich daran erinnert, dass Gott Josef die hohe Gabe der Traumdeutung verliehen hatte. Ob in Josef wohl sein Jugendtraum wach wurde, als er sich für den Gang in den Palast wusch und umkleidete? (Wunder über Wunder: aus dem Gefängnis in den Palast!) Als Josef vom König nach seiner besonderen Begabung gefragt wurde, gab er sofort Gott die Ehre. Er lenkte die Augen des Königs weg von sich selbst und hin zu Gott: »… Gott verkündet dem Pharao, was er vorhat.« Der Pharao war tief beeindruckt. »Er sprach zu seinen Großen: Wie könnten wir einen Mann finden, in dem der Geist Gottes ist wie in diesem?« Dieser heidnische König achtete in Ehrfurcht auf Gottes Weisungen. Josef schlug vor, in den sieben guten Jahren den fünften Teil des Getreide-Ertrages einzusammeln und für die sieben Hungerjahre aufzubewahren. Dann würde


der König die Mittel haben, sein Volk durch eine schwierige Zeit hindurchzuführen. Dies war eine sehr weise Maßnahme der ägyptischen Regierung. Josef fand Gunst und Gnade bei Gott und Menschen. Anstatt in sein Gefängnis zurückzukehren, wurde er zum obersten Regenten über ganz Ägypten ernannt, zum zweiten Mann nach dem König. Er erhielt den Auftrag, das Volk vorzubereiten für die sieben schweren Jahre, die Gott dem Pharao angekündigt hatte. Die schweren Jahre kamen, und Josef öffnete die Lagerhäuser und überwachte persönlich die Verteilung des Getreides. Ganz gewiss hatte Josef seinen Jugendtraum und seine Familie nicht vergessen. Vielleicht hatte er sogar zu Gott gebetet um das Kommen der Seinen, besonders als viele Nachbarländer Ägyptens ebenfalls Hunger litten. Auf der einen Seite stand der Traum des Pharao, aber auf der anderen Seite stand Josefs eigener Jugendtraum; und ganz gewiss erkannte Josef immer besser, wie Gottes mächtige Fürsorge seinen Traum zur Verwirklichung bringen könnte. Es fehlte daran nur noch das Kommen seiner Familie nach Ägypten. Hat Gott dein Leben in seiner Hand, um es nach seinem Wunsch und Willen zu gestalten? Kannst du Gott deine Träume anvertrauen? Kannst du ihm zu der von ihm ausersehenen Zeit und zu seiner Ehre ihre Verwirklichung überlassen? Ein Edelstein für heute: »Habe deine Lust am Herrn; der wird dir geben, was dein Herz wünscht« (Ps. 37,4). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 13,1-32

18. Januar Alttestamentliche Lesung 1. Mose 42 und 43 Als aber Jakob sah, dass Getreide in Ägypten zu haben war, sprach er zu seinen Söhnen: Was seht ihr euch lange an? Siehe, ich höre, es sei in Ägypten Getreide zu haben; zieht hinab und kauft Getreide, dass wir leben und nicht sterben. (1. Mose 42,1.2) Jakobs Familie umfasst inzwischen sechzig Menschen. Es mag für Jakob viel leichter gewesen sein, Gottes Verheißung zu glauben, als für Isaak oder Abraham; denn wie klein waren vergleichsweise deren Familien. Aber sie alle bilden gemeinsam eine Familie, über der Gottes Verheißung steht: das Versprechen Gottes, sie zu einem großen Volk heranwachsen zu lassen. Sie sind nicht arm. Gott hatte nicht versäumt, sie reich zu versorgen mit irdischen Gütern. Aber dennoch stehen sie einer großen Not gegenüber. Keiner von ihnen kann aus eigener Kraft dieser Not begegnen und Getreide beschaffen für die ganze Familie, weil eine große Hungersnot im Lande herrscht. Auch für Geld kann man nicht kaufen, was nicht vorhanden ist.


Jakob hört, dass es in Ägypten Getreide zu kaufen gibt. »Was seht ihr euch lange an? … Zieht hinab und kauft Getreide, dass wir leben und nicht sterben.« Hier sehen wir die wunderbare Fürsorge Gottes, wie er wacht über die Menschen, mit denen er einen Bund geschlossen hatte. Jakob muss tief verwundet gewesen sein durch die Nachricht, dass wilde Tiere seinen Lieblingssohn getötet hätten. Er wusste nicht, dass sie erlogen war. Seine Söhne, die diesen Betrug verübt hatten, mögen manchmal von argen Gewissensbissen geplagt worden sein wegen des großen Schmerzes, den sie ihrem alten Vater zugefügt hatten – nur weil Josef ihnen seinen Traum erzählt hatte. Er hatte geträumt, dass eines Tages, in einer Zeit schwerer Not, die älteren Brüder sich vor dem jüngeren verneigen und vor ihm zur Erde niederfallen würden. Zunächst verstand keiner von ihnen, was für einen Plan Gott verfolgte – weder Jakob noch seine Söhne. Niemand von ihnen konnte voraussehen, dass eines Tages die Familie in große Not geraten würde und dass Josef von Gott dazu ausersehen war, diese Not zu beheben. Gott hatte vorausgesehen, dass die Welt in eine Hungerkatastrophe hineingeraten würde. Jakob und seine Familie konnten das nicht voraussehen, wohl aber Gott. Ihm sei Lob und Dank! Er sorgte vor. Er hatte Josef geschult, hatte ihn vorbereitet zu Führungsaufgaben und hatte ihm die Stellung eines Regenten von Ägypten gegeben, um seinen Plan durchführen zu können, Josefs Familie mit Getreide zu versorgen. So wurde eine Katastrophe abgewendet, die nicht nur diese Familie, sondern weite Völkerbereiche bedrohte. Wie groß ist die Macht unseres Gottes! Ein Edelstein für heute: »Wenn ich dich anrufe, so erhörst du mich und gibst meiner Seele große Kraft« (Ps. 138,3). Neutestamentliche Lesung

Matthäus 13,33-58

19. Januar Alttestamentliche Lesung Ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott.

1. Mose 44 und 45 (1. Mose 45,8)

Welch schöne Bereitschaft zum Vergeben entfaltet Josef! Gott hat diesen Mann gelehrt zu dienen und ihn dadurch auf seine Führungsaufgaben vorbereitet. Es war Gottes Absicht, Jakobs ganze Familie – diese Familie der Verheißung – nach Ägypten zu verpflanzen, damit sie dort ebenfalls das Dienen lernen würde. Genauso wie Gott seinen Knecht Josef darauf vorbereitet hat, die Not der von ihm erwählten Familie zu beheben in einer Zeit internationaler Hungersnot, so will er auch die ganze Familie seiner Verheißung darauf vorbereiten, ein großes Gottesvolk zu werden. Gottes Vorbereitung auf Größe ist Dienst, ein Dienst an anderen. »Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Tretet doch her zu mir! Und sie traten herzu. Und er sprach: Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten


verkauft habt« (1. Mose 45,4). Wenn sie anfangs vielleicht nicht glauben konnten, dass da wirklich Josef vor ihnen stand, so wurden all ihre Zweifel zerstreut durch die Erwähnung, dass sie ihn nach Ägypten verkauft hatten. Josef beweist seine Bereitschaft zum Vergeben, indem er seine Brüder davon zu überzeugen sucht, dass er ihnen nicht hätte helfen können und nicht in eine führende Stellung hineingelangt wäre, wenn all diese Dinge nicht geschehen wären: »… denn um eures Lebens willen hat mich Gott vor euch hergesandt … Gott hat mich vor euch hergesandt, dass er euch übriglasse auf Erden und euer Leben erhalte zu einer großen Errettung … Gott hat mich dem Pharao zum Vater gesetzt und zum Herrn über sein ganzes Haus und zum Herrscher über ganz Ägyptenland« (1. Mose 45,5,7-8). Josef fährt fort, seine Brüder zu ermutigen, dass sie in all diesem Geschehen Gottes Wirken erkennen. Gott hat für sie vorgesorgt. Gottes Plan war es, sie vor dem Verhungern zu erretten. Und nun soll mitten in der großen Hungersnot für ihre Familie gesorgt werden. Josef drängt sie, die ganze Familie des göttlichen Verheißungsbundes zu einer großen Karawane zusammenzufassen und nach Ägypten zu bringen, wo Gott für sie sorgen würde. Zuweilen muss es für Josef sehr schwer gewesen sein, Gottes Wirken in seinen Erlebnissen zu erkennen – man denke nur an das Missverständnis mit Potifar wegen dessen Frau und an die lange Dauer seiner Gefängniszeit. Zuweilen war dies alles ganz gewiss schwer zu tragen. Aber jetzt, in der Rückschau, kann er darin ganz deutlich Gottes Hand und Gottes Absichten erkennen. Wenn wir doch in den Wechselfällen unseres Lebens mehr auf Gott vertrauen und auf seine Führung achten würden! Es würde uns natürlich leichtfallen, Gottes Handeln zu verstehen, wenn er uns zu Ministerpräsidenten machen würde. Aber bevor er uns mit Führungsaufgaben betrauen kann, muss er uns durch eine Stellung, in der wir anderen dienen, darauf vorbereiten. Vielleicht mutet er es uns nicht zu, eine Lehrzeit als Gefangene zu bestehen. Aber auf jeden Fall erwartet er, dass wir in einer solchen Lehrzeit seine Hand sehen und anerkennen. Dann werden wir, wie Josef, fähig sein zu sagen: »Ihr habt mich nicht hergesandt, sondern Gott.« Ein Edelstein für heute: »Alles hat der Herr zu bestimmtem Zweck geschaffen, so auch den Gottlosen für den Tag des Unheils.« (Sprüche 16,4)

Neutestamentliche Lesung

Matthäus 14,1-21


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