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Arthur Blessitt Das Kreuz

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Das Kreuz

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Das Kreuz

Titel der amerikanischen Originalausgabe: The Cross Copyright © 2008 by Arthur Blessitt German edition © 2010 by Arthur Blessitt Published by Asaph GmbH with permission of Biblica US, Inc. All rights reserved worldwide. Die deutsche Ausgabe wurde von Asaph GmbH, D-Lüdenscheid, mit Genehmigung von Biblica US, Inc., veröffentlicht. Copyright © der deutschen Ausgabe 2010 by Asaph-Verlag, D-Lüdenscheid Aus dem Amerikanischen übersetzt von Detlev Simon Bibelstellen wurden nach der Revidierten Elberfelder Bibel, © 1985 R. Brockhaus Verlag Wuppertal und Zürich, oder der Neues Leben – Die Bibel, © 2002/2005 Hänssler Verlag, Holzgerlingen, zitiert. Umschlaggestaltung: Jens Wirth (unter Verwendung von Bildmaterial von Arthur Blessitt) Satz: Jens Wirth Druck: CPI – Moravia Books, CZ-Pohořelice Printed in Germany ISBN 978-3-940188-25-0 Bestellnummer 147425 Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an Büchern, Musik usw. finden Sie unter www.asaph.net, oder Sie wenden sich an: ASAPH, D-58478 Lüdenscheid, E-Mail: asaph@asaph.net

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Inhalt Widmung.................................................................................................. 7 Kapitel 1: Ein Schritt nach dem anderen................................................. 9 Kapitel 2: Wohin soll ich gehen? Was soll ich tun?............................... 25 Kapitel 3: Der Schatten des Kreuzes..................................................... 37 Kapitel 4: Nicht ob, sondern wie........................................................... 49 Kapitel 5: Familienleben auf der Straße................................................ 63 Kapitel 6: Das Gebrüll der Massen, die Stille der Gefängniszelle........ 77 Kapitel 7: Botschafter des Friedens in einer Welt des Kriegs............... 91 Kapitel 8: Jesus zu allen Menschen bringen........................................ 107 Kapitel 9: Gott greift wunderbar ein.................................................... 121 Kapitel 10: Pilger in der ehemaligen Sowjetunion.............................. 135 Kapitel 11: Ein Papst, ein Präsident und ein junges Mädchen............ 149 Kapitel 12: Die wahre Geschichte hinter Blessitt for President.......... 163 Kapitel 13: Herrlichkeitswege............................................................. 175 Kapitel 14: Es gibt keine Mauern........................................................ 189 Kapitel 15: Gib Gott dein Bestes......................................................... 205 Kapitel 16: Hinein in die Arme Jesu.................................................... 217 Kapitel 17: Komm, wie du bist............................................................ 229 Mehr Information................................................................................. 232

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Das Kreuz

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Widmung

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ch widme dieses Buch meinen Eltern Arthur und Mary Virginia Blessitt. Die beiden sind jetzt im Himmel, doch sie halfen mir, als Kind Jesus kennenzulernen und ihm nachzufolgen. Ihre Ermutigung, den Willen Gottes zu tun, war mein ständiger Begleiter. Ich werde sie in Ehren halten. Dann widme ich das Buch meiner Frau, Denise Irja Blessitt, der tiefgründigsten und frömmsten Frau, die ich kenne. Sie hat mich auf meinen Reisen mit dem Kreuz zu fast 290 Ländern und Inselgruppen begleitet. Ihre Hingabe an Jesus, ihre mutige Einstellung und ihre unbeschreibliche Liebe zu mir und den Menschen dieser Welt waren mir Inspiration und Stärke. Es begeistert mich, in ihrer Nähe zu sein, und ich genieße es, mit ihr zu leben. Auch ist es mir eine Freude, das Buch meinen sieben Kindern zu widmen: Gina, Joel, Joy, Joshua, Joseph, Jerusalem und Sophia. Ich durfte den Segen erfahren, mit ihnen auf den Straßen der Welt zu leben. Nie klagten sie darüber, dass sie etwas vermissten, sondern sie liebten die Menschen dieser Welt – und sie lieben ihren Dad. Durch sie wurde ich auch mit zehn großartigen Enkelkindern gesegnet. Diese Widmung gilt auch den Vorstandsmitgliedern der Arthur Blessitt Evangelistic Association, sowohl den ehemaligen wie den derzeitigen, die in Liebe und Treue der Mission und dem Ruf auf meinem Leben gedient haben: den Pastoren Gwin und Norma Turner, Fred Roach, Ken Wolfe, Pete Cantrell, Claude Townsend und Owen Cooper. Sie sind mir weise, gottesfürchtige Ratgeber. Ich widme dieses Buch all den wunderbaren Menschen auf der ganzen Welt, die uns in ihren Heimen willkommen geheißen haben. Allen Armeen, denen ich in Zeiten den Kriegs begegnet bin und die trotzdem das Kreuz in Frieden haben passieren lassen. Den Abertausenden von Menschen, die mir zu essen und zu trinken gegeben haben, denen, die sich in weit entfernten Ländern um meine Frau und Kinder gekümmert haben. Ich schließe die Augen und erinnere mich unter Tränen der Gesichter zahlloser Menschen,

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Das Kreuz deren Hände ich gehalten und deren Köpfe ich berührt habe, um sie zu segnen. Ich liebe euch alle, ich vermisse euch: Ich vertraue darauf, euch im Himmel wiederzusehen. Ihr habt euch um mich, einen des Wegs kommenden Pilger, gekümmert und empfangt damit denselben Lohn. Eine Gruppe von einigen Hundert Menschen haben uns auf dem Kreuzweg um die Welt finanziell unterstützt. Sie gehören zu denen, die für uns gegeben, gebetet und uns geholfen haben, die die enormen Kosten unserer Reisen in den vergangenen 38 Jahren mit ihrem Geld unterstützt haben. Von ihren Gaben wurden unsere Flüge, Unterkunft- und Fahrtkosten, die sonstigen Ausgaben und unsere medizinische Versorgung bestritten. Auch ihnen widme ich dieses Buch. Vielen Dank. Erwähnen möchte ich auch besonders Buddy Gaster, der mit Denise und mir in den vielen Jahren, die wir um die Welt reisten, als Berater in Kontakt stand. Er organisierte, checkte und war immer bereit, das zu tun, was gerade nötig war. Auch dir sei dieses Buch gewidmet. Schließlich widme ich das Buch Steve Johnson, Verleger von STL/ Authentic, sowie Volney James, der die verlegerische Arbeit von Authentic Books verantwortet und der mir den Anstoß gab, dieses Buch zu schreiben. Nur dank ihrer Hilfe und Hartnäckigkeit wurde das Buch möglich. Ich danke auch Steve und Lois Rabey, die mir beim Schreiben geholfen haben, und Andrew Sloan, der die gewaltige Aufgabe übernommen hat, das Buch zu überarbeiten und zur Veröffentlichung vorzubereiten. Ich kann mich glücklich schätzen, über das beste Unterstützerteam der Welt zu verfügen. Ich habe das gesegnetste aller nur möglichen Leben gelebt. Dank euch allen, Gott segne euch. Erfreut euch an dem Buch, ihr habt dazu beigetragen. Ich liebe euch. Am meisten danke ich dir, Gott-Vater, dir, Jesus, dem Sohn, und dem Heiligen Geist – euch, die ihr bei jedem Schritt um die Welt bei mir wart, und denen alle Ehre und Herrlichkeit gebührt.

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Kapitel 1

Ein Schritt nach dem anderen


Der erste Tag Hollywood, Amerika Die Geräusche der nächtlichen Stadt dringen mir ans Ohr, die Erinnerungen des Tages in mein Gedächtnis. Mein schmerzender Körper erinnert mich an mein Menschsein. Ich hatte mir auch im Traum nicht vorgestellt, dass es so sein würde, ein Kreuz zu tragen, Herr. Jesus, ich brauch dich, hab Erbarmen. Ich war nie Sportler - und jetzt durchquere ich Amerika. Ich freue mich so! Ich bin gespannt auf das Unbekannte, bin bereit, die JesusBewegung von Küste zu Küste zu tragen. Zwar macht es mir auch Angst, aber ich werde mich nicht von deinem Willen abbringen lassen. Du bist bei mir und deine Gegenwart genügt. Es war ein verrückter Tag, doch die Menschen haben gebetet und ich kann immer noch lächeln. Ich liebe dich, Herr.


Der letzte Tag Sansibar, Afrika Während ich heute Abend hier am Strand liege, werde ich von meinen Gefühlen überwältigt. Der Marsch ist zuende, und ich bin noch am Leben. Ich werde sie vermissen, oh ja, ich werde sie vermissen, Herr, die langen Wanderungen, nur du und ich auf den Landstraßen dieser Welt. Du, Jesus, warst mein ständiger Begleiter, und ich kann mir ein Leben ohne die Zeiten deiner Nähe tagsüber auf dem Wegen und des Nachts an den Straßenrändern nicht vorstellen. Nichts ist dem vergleichbar: mit dir zusammen, in einem weit entfernten Land, den Wind im Gesicht oder deine Nähe inmitten von Gefahr und Konflikt zu verspüren. Es war eine lange Reise um die Welt, doch im Herzen fühle ich mich jung und der Körper ist noch frisch. Du weißt, Jesus, dass ich mich besser fühle als am ersten Tag - damals - vor 38 Jahren.


Heute Morgen, als der Tag anbrach, sagtest du mir, ich solle mich auf das Kreuz legen. Ich sträubte mich. Das hatte ich noch nie gemacht, doch ich gehorchte. Du riefst mir die Schriftstelle ins Gedächtnis: "Ich bin mit Christus gekreuzigt, doch trotzdem lebe ich, aber nicht ich, vielmehr lebt Christus in mir“ (Galater 2,20). Tränen strömten mir über das Gesicht, ich weinte derart, dass ich kaum Luft bekam. Du sagtest: "Die Welt steht dir offen, du bist frei, das Kreuz zu tragen und Jesus auf der ganzen Welt zu dienen, wo immer ich dich noch hinführen werde.“


Das Kreuz

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Ein Schritt nach dem anderen

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ei Erscheinen dieses Buches habe ich auf mehr als 60000 Kilometern durch 315 Länder ein Kreuz getragen, auf allen Kontinenten unserer Erde. Diese Zahl umfasst sämtliche souveränen Staaten der Welt und jede größere Inselgruppe. Das Guinness-Buch der Rekorde hat seit 1996, seitdem sie mich für „den längsten Marsch der Welt“ beobachten, meine Etappen aufgezeichnet, in der Ausgabe des Jahres 2000 hat es dieser Leistung eine Seite gewidmet, die mich zeigt, wie ich das Kreuz trage. In den letzten vier Jahrzehnten habe ich heilige Stätten und blutige Schlachtfelder besucht. Mir wurde zugejubelt und ich wurde mit Steinen beworfen. Ich habe Seite an Seite mit Billy Graham Christus verkündet und zweimal vor über einer halben Million Menschen gepredigt. Zwei Dutzend Male bin ich inhaftiert und ins Gefängnis gesteckt worden. Ich habe sowohl in den Präsidentensuiten von Nobelhotels genächtigt als auch in einem kolumbianischen Schweinestall. Ich habe unzählige Autounfälle überstanden, wurde von Schlangen, Orang-Utans, Elefanten und Krokodilen angegriffen. Und man hat mich vor ein Exekutionskommando gestellt, um mich zu erschießen. Kürzlich wurde ich gefragt: „Wie machen Sie das, so um die ganze Welt laufen?“ Meine Antwort lautete: „Einen Schritt nach dem anderen.“ Im Laufe meines Lebens habe ich Hunderte Menschen über ihre Träume reden gehört, welche Pläne sie umzusetzen gedenken, davon, was sie als Gottes Willen für ihr Leben sehen. Häufig jedoch kommen sie mit diesen Projekten nicht vorwärts. Warum? Weil die Leute nicht einen Schritt nach dem anderen tun wollen. Sie gehen nicht hin und teilen das große Vorhaben in kleine Häppchen. Deshalb stehen sie dann schnell vor unüberwindlichen Herausforderungen und geben auf. Die Erfahrung hat mich gelehrt: Wenn Gott uns eine Vision davon gibt, was wir mit unserem Leben anstellen sollen, sollen wir diese in kleinen, einfachen Schritten verwirklichen. So ging es bei mir. Und ich glaube, dass du Frucht sehen wirst, wenn du deinen großen Traum klein angehst. Lass mich erklären, was ich damit meine.

Ei ne unerrei chte Generation ansprechen In den 1960ern berief mich Gott, den Hippies, Hell’s Angels, Ausreißern, Drogenabhängigen, jugendlichen Prostituierten, Blumenkindern, Möchtegern-Schauspielern und -Rockstars, all den jungen Menschen in

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Das Kreuz der seinerzeit entstehenden Szene in Hollywood zu dienen. Diesem Ruf zu folgen war ein wichtiger Schritt für mich. 1966 und 1967 veranstalteten junge Leute jeden Sonntag im Griffith Park sogenannte Love-ins. Während sie dort auf der Wiese saßen, den Bands zuhörten und dabei LSD nahmen und tranken, redete ich mit ihnen über Jesus. An einem Sonntag fragte mich ein junger Mann: „Warum bringst du deine Botschaft nicht von der Bühne aus?“ „Sie werden mich wohl kaum lassen“, entgegnete ich und schaute in Richtung Bühne, wo eine Band kreischende, psychedelische Musik spielte. „Das geht bestimmt“, sagte er. „Ich mach hier das Programm. Du hast fünf Minuten.“ Kurz und bündig sprach ich von der Bühne aus über Jesus und wurde mit warmem Applaus bedacht. Die, welche mehr erfahren wollten, lud ich unter einen in der Nähe stehenden Baum ein, eine Einladung, der etwa fünfzig Leute nachkamen. Dies war der erste Schritt zu meinem Ruf als „Prediger auf dem Sunset Strip“. Und mein ganzes Leben hindurch sollte ich erfahren: Wenn ich den Menschen in Liebe mit der Botschaft Jesu begegnete, hörten viele zu und reagierten darauf. Ich durchstreifte die Straßen von Hollywood, sprach mit den Kids, gab ihnen zu essen und ließ zwanzig oder mehr die Nacht auf dem Boden meines Appartments verbringen. Auch in manchem Nachtclub auf dem Sunset Strip predigte ich, einschließlich dem Gazzarri’s, der bis in die späten Neunziger einer der angesagtesten Clubs war. Ich predigte dort, und Musiker wie Andrae Crouch und seine Disciples, Charles McPheeters und The New Creations, Sharon Peck und The Sunshine Sisters sowie die Jimmy Owen Singers traten auf. Ich diente den Einsamen, den Verbitterten, den Verlorenen und den Hoffnungsvollen, die jede Woche zu Tausenden auf den Sunset Strip strömten. Ich spürte aber, dass wir einen Ort für uns alleine bräuchten. Meine Gebete erfüllten sich im März 1968, als His Place seine Pforten öffnete, im Herzen des Sunset Strip, in einem gemieteten Gebäude direkt neben einem Oben-ohne-Gogo-Club. His Place hatte eine abgefahrene Bühnenbeleuchtung, an den Wänden Fischernetze, einen ruhigen Gebetsraum sowie einen Billardtisch. Aber etwas fehlte: Wir hatten kein Kreuz. Ich hatte den Eindruck, wir bräuchten ein lebensgroßes Kreuz an der Wand nahe der Bühne, das jeden, der hereinkam, sofort ansprechen würde. Jugendliche unter Drogen oder Alkohol

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Ein Schritt nach dem anderen mochten alles, was ich ihnen erzählte, vergessen, doch den Anblick des Kreuzes würden sie ganz bestimmt nicht vergessen. Eine Elektrofirma aus Santa Monica überließ uns große hölzerne Kabeltrommeln, die wir als Tische nutzten, zudem bekamen wir etliche Holzträger, an denen wir Scheinwerfer befestigten. Zur Konservierung hatte man diese Träger mit Teeröl getränkt. Ich war der Meinung, dass man daraus ein perfektes „altraues Kreuz“ für His Place würde zimmern können. Doch noch bevor wir das Kreuz aus dem groben Holz zusammensetzten, wurden wir Zeugen davon, welchen Eindruck es auf die jungen Menschen auf dem Strip ausüben konnte.

Vom Höllenengel zum Hi mmelski nd Nachdem wir ein Loch in die Balken gebohrt und eine Schraube eingesetzt hatten, bemerkten wir, dass uns ein Schraubenschlüssel fehlte, um die Mutter festzuziehen. In dem Moment hörten wir das Grummeln einer Harley-Davidson. Ich schaute aus dem Vorderfenster und sah, wie Tom, einer der Motorradfahrer der Gegend, von seinem Chopper stieg. Ich kannte Tom aus der Zeit, wo ich unter den Hell’s Angels Jesus verkündigt hatte. Er war so, wie man sich diese Burschen vorstellt: kräftige Schultern, buschiger Bart und lange Haare. „Hey Tom“, rief ich, „kannst du mir ’nen Schraubenschlüssel leihen? Brauch ich nur für eine Minute.“ „Klar“, sagte er, „ich habe einen.“ Ich griff nach dem Werkzeug, doch er wollte es anders: „Ich mach das für dich“, sagte er und folgte mir ins His Place. Doch als er das Kreuz erblickte, wie es da auf dem Boden lag, fast vier mal zwei Meter groß, gefroren seine Schritte. „Was ist das??“ „Das ist ein Kreuz.“ „Oh Mann, das mach du mal lieber“, sagte er und kehrte dem Kreuz den Rücken zu. „Okay“, gab ich zurück, „aber kommst du heute Abend wieder und schaust es dir an, wenn es an der Wand hängt?“ „Nein, ich komme nicht wieder.“ Er schüttelte den Kopf und starrte dabei das Kreuz an. „Okay, komm irgendwann mal vorbei“, sagte ich. „Jesus liebt dich, Tom. Dieses Kreuz spricht nicht vom Tod, sondern vom Leben. Jesus

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Das Kreuz starb für dich und stand wieder von den Toten auf. In ihm kannst du echtes Leben finden. Du kannst innen drin frei werden.“ „Nein“, seufzte Tom, „mit dem Kreuz will ich nichts zu tun haben.“ „Hey Mann, du bist längst Teil davon“, entgegnete ich, „dein Werkzeug hat die Schraube festgezogen, die alles zusammenhält.“ Doch Tom drehte sich um und ging. Nachdem er den Raum verlassen hatte, knieten wir uns um das Kreuz, weihten es Jesus und beteten für Tom. Vier Tage später erschien Tom im His Place und schaute das Kreuz an, das jetzt an der Wand hing. „Tom, Jesus liebt dich“, sagte ich leise. „Weißt du“, sagte er, „ich bekomme dieses Kreuz einfach nicht aus dem Kopf. Wo immer ich hingehe, sehe ich es dort auf dem Boden liegen. Ich hab sogar davon geträumt. Es ist schon merkwürdig, dass ich gerade in dem Moment hier aufgekreuzt bin, als du den Schraubenschlüssel brauchtest.“ Ich erwiderte: „Gar nicht merkwürdig – denn Jesus will dich. Er zieht dich zu sich. Mach dein Herz auf, und du kannst ihn kennenlernen. Tue Buße, und er wird dich reinigen.“ Tom nickte, und wir beide zogen uns in den Gebetsraum zurück, wo ich ihm einige Bibelstellen über die rettende Liebe Jesu zeigte. Und dann beteten wir und Tom wurde in die Familie Gottes hineingeboren. In den folgenden zwei Wochen verbrachte ich viel Zeit mit Tom, redete und betete mit ihm, und zusammen studierten wir die Bibel. Dann die Tragödie. Toms Motorrad wurde angefahren, und er kam bei diesem Unfall ums Leben. Ich predigte auf seiner Beerdigung, und weitere fünf Biker fanden zu Jesus. Andere mögen ähnliche Begegnungen mit dem Kreuz im His Place gehabt haben, doch ich werde immer daran denken, welchen Einfluss es auf Tom hatte.

Das Kreuz unterwegs Es war gegen fünf Uhr morgens. Ich kniete vor meinem Bett und betete. Ich war 28 Jahre alt, fast 29. Auf einmal redete Jesus zu mir, nicht hörbar, doch in mein Herz und meinen Geist hinein. Er sagte: Ich möchte, dass du das Kreuz, das dort im His Place an der Wand hängt, durch ganz Amerika trägst. Zunächst war ich wie benommen, doch dann überflutete die Freude des Herrn mich wie Meereswellen. Tränen liefen mir übers Gesicht. Dennoch musste ich lächeln, und ich dankte Jesus, dass er mir nahegekommen war.

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Ein Schritt nach dem anderen Dann sprach der Herr weiter: Ich will, dass du das Kreuz in die Straßen bringst, damit der ganz gewöhnliche Mensch sich mit meiner Botschaft identifiziert. Ich sende dich mitten hinein in die Welt. Durch deinen Marsch werde ich das Evangelium ins Fernsehen und ins Radio bringen. Ich möchte, dass du das Zeugnis von meinem Leben und meiner Liebe weiterträgst und auf den Straßen meinen Frieden verkündigst. Als ich darüber nachdachte, war es mir, als würde der Herr sagen: Als ich hier auf Erden war, begab ich mich auf die Straßen, zu den normalen Menschen. Und dort muss meine Botschaft wieder hin – auf die Straßen. Das Ganze überraschte mich schon, doch stellte ich es nicht in Frage. Vielmehr war ich freudig erregt, dass der Herr zu mir gesprochen hatte. Im Laufe der Geschichte hat Gott oft die Guten, Mächtigen, die am besten Qualifizierten berufen, ihm zu dienen. Diesmal hatte er nach ganz unten gegriffen und mich gefunden. Auf geht’s, Blessitt, hörte ich ihn sagen. Okay, Herr, erwiderte ich. Es freute und begeisterte mich, alles zu tun, was er mir auftragen würde.

Ei n möglicher Rückschlag Ich konnte es kaum erwarten, meinen ersten Marsch mit dem Kreuz durch das Land zu starten. Doch bevor ich den ersten Schritt tun konnte, ereilten mich schlechte Nachrichten über meinen Gesundheitszustand. Ich lag im Krankenbett des Glendale Adventist Medical Center und hörte mir die wenig mutmachenden Ausführungen des Arztes an: „Mr. Blessitt, Sie müssen sich umgehend einer Gehirnoperation unterziehen. Sie haben dort ein Aneurysma, eine Aussackung an den Gefäßwänden. Es sieht aus wie ein Ballon. Daraus sickert Blut, und das macht Ihnen Probleme.“ In den letzten drei Jahren hatte ich viermal gesundheitliche Probleme gehabt. Hin und wieder fühlte sich die rechte Körperhälfte taub an. Diesmal lag ich wegen eines Schlaganfalls im Krankenhaus, der eine ganze Reihe von Untersuchungen auslöste. „Wir müssen umgehend operieren und dieses Blutgefäß in Ordnung bringen“, fuhr der Arzt fort. „Das ist keine einfache Operation, aber in einigen Monaten sollten Sie wieder fit sein. Ich muss Sie darüber aufklären, dass trotzdem die Möglichkeit besteht, dass Sie dabei sterben oder durch die Operation gelähmt werden.“ „Und was, wenn ich nicht operiert werde?“, fragte ich.

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Das Kreuz „Die Ader kann jeden Moment aufplatzen. Wenn Sie sich Ruhe gönnen, sich nicht aufregen, nicht predigen, keine schweren Lasten heben, dann könnten Sie noch drei Monate bis drei Jahre zu leben haben. Aber das Aneurysma muss behandelt werden.“ Da stand ich nun. Auf der einen Seite sagte der Arzt: „Operieren!“, auf der anderen Seite hatte Gott mich beauftragt: „Trage das Kreuz!“ Sollte ich dem Arzt oder Gott gehorchen? Ich bat den Arzt um etwas Bedenkzeit und ging nach Hause zurück. Ich betete und betete, bis ich dann zu einer Entscheidung kam, die den Rest meines Lebens beeinflussen sollte. Was hatte sich seit dem Moment geändert, als Jesus mich berief, das Kreuz zu tragen? Lediglich meine Umstände. In dem Moment beschloss ich, dass ich nicht zulassen dürfte, dass die Umstände den Ruf Jesu beeinflussen. Der Ruf Gottes macht sich nie von etwas abhängig. Mein Entschluss lautete: Lieber will ich im Willen Gottes sterben als außerhalb seines Willens leben. Wenn ich das Kreuz tragen würde, wäre ich im Frieden – tot oder lebendig. Doch wenn ich zu Hause bliebe – das war mir klar –, würde mich eine Mischung aus Zweifeln, Ängsten und dem Wissen, den Ruf Gottes verworfen zu haben, auffressen. Glauben und Vernunft hatten in meinem Herzen einen Kampf ausgefochten. Der Glaube hatte gesiegt, und ich würde niemals zurückschauen. Über die Jahre hinweg hatte ich mit Taubheitsgefühlen in meinem Körper zu tun, doch hat mich das nicht davon abgehalten, Jesu Ruf Folge zu leisten und meinen Weg mit dem Kreuz zu machen. Ich hatte beschlossen zu gehen, doch war ich nicht so töricht zu glauben, dass sich mir nicht noch mehr in den Weg stellen würde.

Ei ne letzte Hürde Am Weihnachtsmorgen 1969 versammelten sich etwa 200 Menschen, um mir und dem Team, das mich auf meiner Reise von Los Angeles nach Washington, D.C. begleiten sollte, Lebewohl zu sagen. Etliche Jahre hatte mein Dienst darin bestanden, den Menschen in Hollywood Jesus zu bezeugen und ihnen zu helfen, die Erfahrung des Heils zu machen und Nachfolger Jesu zu werden. Es war eine echte Revolution, die da stattgefunden hatte. Nun rief mich Jesus, einen weiteren Schritt zu tun: durch ganz Amerika zu wandern. Zu der Zeit wusste ich es noch nicht, doch würde dieser neue Dienst dazu beitragen, die Jesus-Bewegung im ganzen Land zu verbreiten.

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Ein Schritt nach dem anderen Unter den Menschen, die mich verabschieden wollten, war mein Pastor Gwin Turner, angetan mit Anzug und Krawatte. Um ihn herum standen Kids unter Drogen, Ausreißermädels ohne BH, Mitglieder von Straßengangs und Motorradclubs, junge Männer mit kriminellem Hintergrund, etliche andere Jesusnachfolger sowie die Mitarbeiter von His Place. Pastor Turner legt mir die Hände auf, um mich für die vor mir liegende Pilgerreise zu segnen. Ich holte das Kreuz aus dem Gebäudeinnern, wuchtete es auf meine rechte Schulter und rief der Menge zu: „Gebt mir ein J!“ „J“, schallte es zurück. „Gebt mir ein E!“ Sie riefen: „E“. Sie fuhren damit fort, mir die Buchstaben, die ich ihnen vorgab, zurückzurufen. Schließlich rief ich: „Und was heißt das?“ „JESUS!“ „Wen braucht Amerika?“ „JESUS!“ Als ich dann mit dem Kreuz den Sunset Boulevard entlangging, rannte ein Mann schreiend auf uns zu. „Das ist mein Kreuz!“, brüllte er, packte es und wollte es mir von der Schulter reißen. „Ich will’s wiederhaben, das ist meins!“ Ich wusste von der Aufforderung Jesu, jemandem, der dich um dein Hemd bittet, auch den Mantel zu geben, doch was machst du, wenn du einem kreischenden Mann gegenüberstehst, der dein Kreuz tragen will? Schließlich gab der Mann auf und stieß eine Drohung aus: „Ich bin bald zurück“, sagte er, „und dann werde ich euch alle töten!“ Eine halbe Stunde später tauchte er tatsächlich wieder auf, diesmal mit einer stabilen Latte in der Hand, aus der ein dicker Nagel ragte. Damit fuchtelte er herum und schrie: „Ich bringe euch um!“ So standen wir da. Jim McPheeter war ein körperlich fitter Marine, gerade aus Vietnam zurück; er hatte sich im His Place bekehrt. O. J. Peterson war ein trockener Alkoholiker, früher hatte er als Barpianist gearbeitet. Schließlich Jessie Wise, ein muskelbepackter, ehemals militanter Schwarzer. Das war das Team, das mich durch Amerika begleiten wollte. Und da ich selbst auch recht kräftig war, meinte ich, dass wir vier es schon mit dem Verrückten würden aufnehmen können. Doch Jesus dachte anders. Ich spürte, wie der Herr zu meinem Herzen sprach: „Wenn du schon das Kreuz trägst, bist du dann auch bereit, entsprechend zu leben?“ Als der Mann auf uns losging, klingelten diese Worte in meinen Ohren.

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Das Kreuz „Leute, wir können ihm nichts tun“, sagte ich. „Wir haben nie Gewalt gebraucht und auch jetzt können wir nicht damit anfangen. Wenn wir leben, dann leben wir, wenn wir sterben, dann sterben wir. Aber wir können an diesen Mann nicht Hand anlegen.“ Als der Mann anfing, mich mit der Latte zu schlagen, schrie ich: „In Jesu Namen, in Jesu Namen“, doch wich ich nicht aus. Jim stellte sich zwischen mich und den Mann, bereit, die Schläge abzufangen. Er schaute ihn an und sagte: „Im Namen Jesu liebe ich dich!“ Der Mann schien unfähig, seine Hände zu bewegen, zitternd stand er da, auf seinem Gesicht eine Mischung aus Hass und Angst. „Freunde, lasst uns beten“, sagte ich. Wir umfassten das Kreuz und knieten uns auf dem Bürgersteig nieder. „Im Namen Jesu: Lass diesen Mann erkennen, dass du ihn liebst, so, wie wir ihn lieben“, sprachen wir. „Herr, wenn wir leben, dann leben wir für dich, wenn wir sterben, dann für dich.“ Wie wir so beteten und unseren Willen an den Herrn auslieferten, spürte ich wieder diese Wellen der Freude, die mich schon damals überkommen hatte, als Jesus mich rief, das Kreuz zu tragen. Das Nächste, was ich wahrnahm, war ein schluchzendes Weinen. Der Mann kniete ebenfalls, die Latte lag neben ihm. „Mein Herr“, sagte ich, „Gott liebt Sie. Jesus starb für Sie. Bitten Sie ihn in Ihr Herz.“ „Gehen Sie weg“, schrie er, „lassen Sie mich allein!“ Ich versuchte es noch einmal, aber er schrie weiter. „Geht weiter, Gott ist mit euch. Nehmt das Kreuz und geht!“ Wir nahmen das Kreuz und gingen weiter. Zwar hatten wir keine Ahnung, was für Begegnungen uns auf dem Weg nach Washington noch bevorstanden, doch wussten wir: Es würde nicht langweilig werden! Schließlich marschierten wir um die fünfeinhalbtausend Kilometer zwischen Hollywood und Washington, wobei wir durch viele größere Städte kamen. Unseren Weg suchten wir zumeist eher auf Nebenstrecken als auf den Hauptstraßen. Dieser Marsch durch Amerika war noch nicht lange her, als mich Jesus führte, das Kreuz von einem Land ins nächste zu tragen. Schließlich, es war 1988, hieß er mich, bis zum Jahr 2000 in sämtliche Länder der Welt zu gehen.

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Ein Schritt nach dem anderen

Halte es ei nfach Hat dich Gott berufen, irgendetwas für ihn zu tun? Wenn dem so ist, dann überlege nicht, wie es wohl sein wird, wenn du den Auftrag erfüllt hast. Mach dir zu Anfang lieber Gedanken, wohin dein erster Schritt gehen soll. Was tat Jesus, als er anfing, die Menschheit zu erreichen? Er begann klein und einfach. Er berief zwölf ungebildete Fischer zu seinen Jüngern und beauftragte sie, das Evangelium bis an die Enden der Erde zu tragen. Im Laufe der Jahre hatte ich viele Fernsehauftritte bei Trinity Broadcasting Network (TBN). Als Jugendlicher lötete Paul Crouch, der Gründer von TBN, in seinem Zimmer Radios zusammen. Als er dann aufs College kam, diente sein Schlafraum als Amateur-Radiostudio. Heute erreicht TBN jeden Fleck der Erde. Wenn Paul schon ganz zu Anfang versucht hätte, sich das vorzustellen, hätten ihn vermutlich Zweifel und Furcht gelähmt. Stattdessen unternahm er kleine Schritte, einen nach dem anderen. Du wirst vielleicht niemals mit einem Kreuz um die ganze Welt laufen, aber ich weiß, dass Gott mit dir etwas vorhat. Und du kannst seinem Ruf nur folgen, wenn du dich aufmachst und gehst, Schritt für Schritt für Schritt.

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Kapitel 2

Wohin soll ich gehen? Was soll ich tun?


Saudi-Arabien Der Sand war heiß, doch Freudentränen kühlten mein Gesicht, denn heute konnten Denise und ich dein Kreuz, Jesus, in diesem Land aufrichten. Das galt als unmöglich, doch du hast uns geführt, wie du mich schon als Kind geführt hast: geh nach rechts, jetzt nach links - und so haben wir es gemacht. Das Kreuz wurde aufgerichtet und wir nahmen dein Land in Anspruch. Diese Wüste soll in der Herrlichkeit des Herrn erblühen. Ich kann kaum glauben, dass sich mein Schatz freiwillig bereit erklärt hat zurückzubleiben, um meine Rückkehr zu verbürgen. Oh Mann, wie furchtlos sie ist! Ihre Hingabe fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Die Wachen waren sehr nett,


ihre Gastfreundschaft berührte uns, und ihre Herzen waren so offen. Ich träume von einem Saudi-Arabien voller Kirchen, von singenden Kindern auf den Straßen, von Frauen, die Auto fahren dürfen. Ich träume davon, dass Freiheit jedes Herz erfüllt, dass die gute Nachricht von Jesus durchs Land läuft und in jedem Menschen eine Heimat findet. Keine Mauern, keine Schranken, nichts kann deinen Willen, Herr, aufhalten. Du, Herr, bist der Herr der Heerscharen, groß ist dein Name und herrlich sind deine Wege. Das war schon ein Abenteuer dort unter der sengenden Sonne auf den Sanddünen, aber wir haben es geschafft! Was für ein gewaltiger Tag des Sieges. Es geht einzig um dich, Jesus. Alles, was ich noch tun kann, ist lächeln und die Hände erheben im Lobpreis über diesen Tag.


WOhin sOLL ich Gehen? Was sOLL ich tun?

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ein Sohn, mir ist egal, was du meinst von Jesus zu hören. Ich will, dass du tust, was du von mir hörst!“ Ich konnte den Zorn im Gesicht meines Vaters sehen. Es ging um einen einfachen Konflikt. Dad hatte mir einen Auftrag gegeben. Doch obwohl ich noch nicht ganz acht Jahre alt war, hielt ich daran fest, dass Gott mir eine andere Anweisung gegeben hatte. Wenn ich heute daran zurückdenke, dann erkenne ich, dass diese viele Jahre zurückliegende Episode eine entscheidende Weichenstellung für mich bedeutete. Ich ging den Weg, von dem ich glaubte, dass Gott wollte, dass ich ihn ging – und diese Entscheidung machte den Unterschied in meinem Leben aus.

wassEr dEs lEBEns Als ich noch ein Junge war, leitete mein Vater eine große Baumwollfarm im Nordosten Louisianas, ländlich gelegen, nicht weit von der Stadt Oak Grove entfernt, in der Nähe der sehr kleinen Gemeinde Goodwill. Die Farm umfasste eine riesige Fläche fruchtbaren Ackerlands, das man den Sümpfen abgewonnen hatte. Während der sommerlichen Wachstumsperiode kamen Dutzende mexikanischer Wanderarbeiter und mähten das Gras und das Unkraut, das zwischen den Baumwollpflanzen wuchs. Später dann, im Herbst, liefen wohl um die hundert Pflücker zwischen den Pflanzreihen auf und ab und zupften die weichen Baumwollbällchen ab und stopften sie in große Säcke. Das war harte Arbeit, noch dazu unter der sengenden Sonne und bei hoher Luftfeuchtigkeit. Häufig wies mich mein Vater an, unter den Arbeitern Wasser zu verteilen, damit sie ihren Durst stillen konnten, denn der Schweiß lief ihnen in Strömen, während sie das Unkraut und das Gras mähten. Ich erinnere mich an einen Morgen im Spätsommer 1948, als Jesus anfing, mein Gebet um Führung auf außergewöhnliche Weise zu beantworten. Ich trug einen Big-Mac-Overall, dazu ein kariertes Hemd, auf dem Kopf einen breitkrempigen Strohhut, der mich vor der grellen Sonne schützen sollte. Ich schleppte zwei Blechkanister mit Wasser, einen rechts, den anderen links. Während ich barfuß über das Feld lief, hörte ich das Wasser gegen die Kanisterwände klatschen. Die Deckel verhinderten, dass es herausspritzte. Meistens schickte mich mein Vater zu einer Gruppe von Arbeitern, die ich schon von Weitem erkennen konnte, wenn ich über die Felder blickte. Die Wasserkanister waren schwer, darum war es sinnvoll, möglichst auf direktem Weg über das Feld zu den Arbeitern zu laufen. Schon mit meinen sieben Jahren war mir klar, dass die kürzeste Verbindung zwischen zwei Punkten eine Gerade ist.

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Das Kreuz Aber Gott hatte anscheinend eine andere Idee. Als ich so in der schwülen Hitze mit meinen Kanistern unterwegs war, merkte ich, dass Jesus zu mir sprach. Ich kann das nicht genau beschreiben, aber in mir drin wusste ich, dass Jesus mich hieß, ihm zu folgen. Der Weg, den er gewählt hatte, war nicht die gerade Linie, die in meinen Augen sinnvoll erschien. Ich sollte stattdessen dreizehn Schritte in die eine Richtung machen, mich nach rechts wenden, in diese Richtung zwanzig Schritte gehen, dann vier nach links. Indem ich jeder Anweisung Folge leistete, führte er mich kreuz und quer über das Feld. Tag für Tag schleppte ich das Wasser und achtete darauf, welche Richtung und wie viel Schritte Jesus mir vorgab. Diese Richtungsangaben machten für mich keinerlei Sinn, und manchmal wünschte ich mir nichts mehr, als schnell zu den Arbeitern zu gelangen, ihnen ihr Wasser zu geben, um mich dann in den Schatten zurückzuziehen und mich auszuruhen. Doch aus irgendeinem Grund zweifelte ich nie an, dass Jesus darin zu mir redete – noch nicht einmal, als ich weit weg von den Arbeitern um einen Baum herumlief oder wenn ich eine halbe Stunde lang immer nur im Kreis zu gehen schien. Auch wenn Jesu Anweisungen keinen Sinn ergaben, konnte ich doch die Überzeugung nicht abschütteln, dass ich in Gottes Hand war, und ich ging dahin, wohin er wollte. Als ich eines Tages derart über den Acker lief, sah ich in der Ferne den Laster meines Vater. Er erkannte mich und fuhr auf einem der vielen Wirtschaftswege, die die Felder unterteilten, auf mich zu. Der Ausdruck auf seinem Gesicht signalisierte mir, dass es Ärger geben würde. Jahre später übergab mein Vater sein Leben Jesus, doch zu der Zeit hatte er mit einem Alkoholproblem zu tun, das ein Element von Zorn und Gewalt in unser Leben brachte. Als er in Hörweite war, rief er mir einige Worte zu, die ich in diesem Buch nicht wiederholen möchte. Unterm Strich besagten sie etwa Folgendes: „Was zum Teufel macht du, Sohn? Die durstigen Männer sind weit weg auf der anderen Seite des Feldes – und du läufst hier herum.“ „Nun ja“, antwortete ich, „Jesus hat mir gesagt, dass ich diesen Weg nehmen soll. Ich sollte rechts herum, dann links, und das hab ich gemacht.“ Der ärgerliche Gesichtsausdruck meines Vaters wandelte sich in Zorn, er schrie mich an, zeigte in Richtung der Arbeiter und befahl mir, das Wasser in Rekordzeit an den Mann zu bringen. „Und wenn ich dich noch einmal erwische, dass du Umwege gehst, dann verpasse ich dir eine Tracht Prügel, die du nie mehr vergessen wirst!“

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