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MAKE LOVE, MAKE WAR

Titel der Originalausgabe: Make Love, Make War Copyright © 2009 by Brian Doerksen David C. Cook, 4050 Lee Lance View, Colorado Springs, Colorado 80918 U.S.A. All rights reserved. Aus dem Englischen übersetzt von Judith Petri Bibelstellen wurden, wenn nicht anders vermerkt, nach Die Heilige Schrift, Elberfelder Bibel, rev. Fassung. © 1985 Brockhaus Verlag, Wuppertal/Zürich, zitiert. Copyright © der deutschen Ausgabe 2009 by ASAPH Verlag, D-Lüdenscheid Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Umschlaggestaltung: joussenkarliczek, D-Schorndorf Satz/DTP: Jens Wirth Best.-Nr. 147417 ISBN 978-3-94018817-5 Printed in the EC Über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr informieren wir Sie gern kostenlos. Bitte besuchen Sie unsere Internetseite www.asaph.net oder schreiben Sie an: ASAPH, D-58478 Lüdenscheid, E-Mail: asaph@asaph.net.


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stimmEn zu diEsEm buch „Meine Frau Stasi und ich lieben Brians Musik schon seit vielen Jahren und setzen sie regelmäßig bei unseren Veranstaltungen ein. Wir schätzen das Herz des Mannes, der hinter diesem Buch steht – seine tiefe Kenntnis des Herzens Gottes und sein Verständnis über den Stellenwert wahrer, inniger Anbetung in dem Kampf, in dem jeder von uns steht.“ John und Stasi Eldredge, Ransomed Heart Ministries „In diesem Buch geht es um die Entstehungsgeschichten großartiger Lieder, um fesselnde alttestamentliche Erzählungen und tief greifende persönliche Anekdoten. Es ist, als würde man einen Vorhang aufziehen. Brian gibt geniale Ideen zum Thema Songwriting weiter. Gleichzeitig vermittelt er allen Christen eine gesunde und inspirierende Sicht, wie die Gemeinde aussehen kann, wenn wir unsere Berufung ergreifen. Brian ist eine erfahrene ‚Stimme in der Wüste‘, und er ruft die Gemeinde zu einer Anbetung auf, die authentisch und lebensverändernd ist.“ Paul Baloche, Songwriter, Autor, Pastor „Wir alle kennen Menschen, zu denen wir aufschauen, die uns inspirieren und herausfordern. Für mich ist Brian so ein Mensch. Dies ist ein großartiges Buch, welches seine Leidenschaft, seine Weisheit und Integrität widerspiegelt. Jeder Lobpreisleiter, Songwriter und Anbeter, der ein Verlangen hat zu wachsen, sollte es lesen.“ Tim Hughes, Künstler, Songwriter und Lobpreisleiter in Holy Trinity Brompton


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„Klar formuliert und wunderbar praktisch gibt uns Make Love, Make War Einblick, wie viele der bekannten Lieder, die wir heute singen, zustande gekommen sind. Daneben werden wir ermutigt, uns nach dem Leben, welches in diesen Liedern steckt, immer wieder auszustrecken.“ Kathryn Scott, Lobpreisleiterin und Songwriterin von „Hungrig komm ich zu dir“, „At the Foot of the Cross“ und „I belong“ „Brian Doerksen ist ein guter Freund und Lehrer für mich. Einige meiner schönsten Erinnerungen, wenn ich an meine Jahre in England denke, sind die an die Zeiten bei den Doerksens zu Hause, wo ich umgeben war von ihren vielen Kindern und wo Brian und Joyce mir halfen, Antworten auf einige schwierige Fragen zum Thema Lobpreis zu finden. Brian ist ganz offensichtlich ein sehr begabter Songwriter. Aber er ist auch ein geduldiger und aufrichtiger Lehrer. Ich bin gewiss, dass Ihnen dieses Buch zum Segen werden wird, wie Brian mir zum Segen geworden ist.“ Brenton Brown, Songwriter und Lobpreisleiter


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Für alle Anbeter,

Verborgenen und inmitten von Leiden singen … Die denken, sie sind klein, aber die bedeutsam sind in den Augen Gottes. Die denken, sie sind vergessen, an die man sich aber – wie an die Frau, welche die Füsse Jesu salbte – im Himmel erinnern und deren Belohnung gross sein wird! die im


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inhalt Danksagung Einführung Kapitel 1 Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an Kapitel 2 Heilig ist der Herr Kapitel 3 Vater, halt mich nah bei dir Kapitel 4 Feuer des Herrn Kapitel 5 Festung 144 Kapitel 6 Die Wahl steht fest Kapitel 7 Psalm 13 (Wie lange noch) Kapitel 8 Deine Treue Kapitel 9 Halleluja (Du begeisterst mich) Kapitel 10 Es ist Zeit für Gottes Herrschaft Kapitel 11 Mit all meiner Leidenschaft Kapitel 12 Lied für die Braut (Jesaja 30,15) Anmerkungen

9 11 17 35 55 71 89 105 117 135 147 163 179 193 209


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danKsagung Dieses Buch ist entstanden, weil einige Leute mich dazu ermutigten und glaubten, dass Gott mir eine Botschaft gegeben hat: Don Pape: Du hast etwas gesehen, hast mich angerufen und das Ganze ins Rollen gebracht. Danke, dass du an mich geglaubt und mich ermutigt hast, etwas zu tun, was ich nie zuvor gemacht hatte. Pam Dyck und die Frauen, die mich im Gebet abdecken: Auf einer Reise nach Colorado Springs habt ihr als Gruppe für mich gebetet (Pam, Valerie Ensor, Rebecca van Noppen und Diane Friesen) und in einem Bild gesehen, wie ich ein Buch schreibe. Ohne eure Bestätigung, Ermutigung und Gebete wäre dieses Buch wohl nicht zustande gekommen. John Blase: Du bist nicht nur ein Segen, du bist auch noch ein gesegneter Autor! Dein Input beim Schreiben dieses Buch hat mir geholfen, mein Herz zum Ausdruck zu bringen. Danke, dass du mich während dieses Projektes auf so einfühlsame Weise ermutigt hast. Gary Best: Du warst der erste Pastor, der etwas von dem Potenzial sah, das in mir steckte, obwohl ich noch sehr jung war und viele Flausen im Kopf hatte. Über die Jahre hast du miterlebt, wie mir einige dieser Flausen ausgetrieben wurden, und hast weiter an mich geglaubt. Ich möchte dir sagen, dass ich dir nach wie vor sehr dankbar dafür bin. Carol Wimber, Jeremy Cook und alle von Vineyard Music: Danke für die Anfangsjahre, in denen ich meine innigen Anbetungslieder in der Gemeinde singen konnte. Hans Groeneveld, John Coleman, Chris Springer und meine Familie bei Integrity: Ich möchte euch allen danken, weil ihr mich ermutigt habt,


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dass ich der Gemeinde als Songwriter etwas mitzuteilen habe, und alles daransetzt, damit diese Lieder auch verbreitet werden. Karin Esau: Deine prophetische Einsicht und deine Unterstützung im administrativen Bereich haben mich in den vergangenen Jahren über Wasser gehalten. Danke, dass du dich um so viele Dinge gekümmert hast, damit ich mich dem hingeben konnte, wozu Gott mich berufen hat. Dean and Janine Richmond, Dave and Dee Hensmen, Irv and Karin Esau: meine Freunde und das Pastorenteam bei The Bridge in Abbotsford, British Columbia. Welch eine große Freude ist es für mich, mit euch zusammenzuarbeiten. Danke, dass ihr mich unterstützt und freisetzt, übergemeindlich zu dienen und Projekte wie dieses Buch umsetzen zu können. Joyce: Du bist mein größter Unterstützer und mein bester Freund. Wie kein anderer hilfst du mir, meine wahre Bestimmung zu erkennen, und du sorgst dafür, dass ich geerdet bleibe und das Leben dabei genieße! Ich danke dir, dass du mich beim Schreiben dieses Buchs vom Anfang bis zum Ende ermutigt hast.


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Einführung Das Bild war erstaunlich und eindrucksvoll. Irgendwie auch rätselhaft. Und es war bestimmt nicht die Art von Bild, mit dem man mitten in einer Anbetungszeit am Sonntagmorgen in seiner Gemeinde rechnen würde. Es war wie eine offene Vision und erinnerte an eine der unvergesslichen Szenen aus der Zeit der Hippiebewegung – eine Gruppe von etwas schmuddelig aussehenden jungen Leuten, die ein Schild hochhielten. Und auf dem Schild stand: „MAKE LOVE, NOT WAR“. Während ich darauf schaute, geschah etwas Seltsames. Eines der Worte begann sich vor meinen Augen zu verändern. Auf dem Schild war nun zu lesen: „MAKE LOVE, MAKE WAR“. Und in dem Moment, wo sich das Wort veränderte, spürte ich die Gegenwart Gottes; er hielt auf einmal dieses Schild hoch. Vier Worte, die einen Weckruf darstellen, ein prophetisches Zeichen für all diejenigen, die es lieben, Gott freimütig anzubeten. War das real? Könnte Gott tatsächlich etwas derart Provokantes sagen? Ich denke, wir wissen, dass alles, was in uns und um uns herum geschieht, im Grunde genommen mit Liebe (love) oder Krieg (war) zu tun hat. Wir befinden uns mitten in einem uralten Krieg. Und es gibt nichts, was Satan mehr hasst, als wenn Jahwe angebetet wird von denen, die dem Lamm Gottes treu sind. Denn wenn wir anbeten, praktizieren wir, was Satan vor langer Zeit aufgegeben hat. Deshalb tut er alles, was in seiner Macht steht, um uns von der Anbetung Gottes abzuhalten, weil er sich sonst


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daran zurückerinnert. Er lässt sich auch einiges einfallen, um uns davon zu überzeugen, dass in Wirklichkeit gar kein Krieg stattfindet, ja, dass es im Leben letztendlich darum geht, einfach nur nett zu sein. Er ist erleichtert, wenn wir unsere Schwerter fallen lassen und uns vom Schlachtfeld zurückziehen. Er lacht, wenn wir den Mut verlieren und aufhören, Gott zu lieben. Gott sagt tatsächlich etwas Provokantes – aber nichts, was uns zu Fall bringen könnte. Er fordert uns im Gegenteil heraus, aufzustehen! Was immer wir auf diesem Schild lesen, offenbart, was wir tatsächlich über Gott und seinen Charakter in unserem Herzen glauben. Wenn dort stehen würde: „MAKE WAR, NOT LOVE“, was würde uns das sagen? Der Gott, den uns die Schrift offenbart, würde solch ein Schild nicht hochhalten! Nein, Liebe brauchen wir nicht nur, wir müssen uns auch bewusst machen, dass Liebe immer an erster Stelle steht – und es muss diese Art von Liebe sein, die Jesus uns offenbarte. Wir schauen heute vielleicht spöttisch auf die Hippiezeit zurück und sagen: „Die hatten doch eine falsche Liebe im Mittelpunkt … und den falschen Krieg erst recht.“ Aber wir sollten uns vor Augen halten, dass unsere Generation genau das Gleiche macht! Darum hält Gott uns auch dieses Schild entgegen. Er fordert uns auf zu lieben, und er fordert uns auf zu kämpfen. Und den Krieg, zu welchem Gott uns beruft, führen wir um der Liebe willen! Es gibt viele Wege, Liebe zum Ausdruck zu bringen und in diesem Kampf seinen Mann zu stehen. In der Weise, wie wir leben, wie wir dienen, uns verteidigen und uns schützen. Eine Art, wie ich liebe und kämpfe, ist durch die Musik. Ich hatte keine Ahnung, dass ich einmal Lieder schreiben würde. Ich fing einfach an, mit Gott zu leben, und die Lieder folgten. Einige dieser Lieder waren ehrliche und sehr persönliche Ausdrucksformen von Liebe, andere waren Schreie der Verzweiflung inmitten eines Kampfes. Und das Wunderbare bei Anbetungsliedern ist: Sie bringen auf eindrückliche Weise unsere Liebe und Kämpfe zum Ausdruck. Manchmal ist so ein Lied ein Liebeslied, welches unsere Hingabe an den Einen, der uns erlöst hat, beschreibt. Und die Ewigkeit wird von diesen Liebesliedern erfüllt sein, während wir uns dort immer tiefer in Gott verlieren. Wieder andere Lieder beleben und stärken uns für den Kampf – und diese Lieder werden bisweilen mit solch einer Intensität gesungen und gespielt, dass


Einführung

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selbst unsere Feinde es hören und sich fürchten! Denken wir nur an die wahre Begebenheit, die uns in 2. Chronik 20 geschildert wird. Die Anbeter gingen den Kriegsleuten voraus, und während sie anbeteten, verzagten ihrer Feinde vor lauter Furcht. Solch eine Anbetung gibt es auch heute noch. Und solch einer Anbetung möchte ich mich den Rest meines Lebens hingeben: einer Anbetung, die voller Leidenschaft, Innigkeit und der Gegenwart Gottes ist! Ich möchte ein Leben der Anbetung führen, als ein Akt der Liebe und des Kampfes. Ich hoffe und bete, dass die Geschichten hinter diesen Liedern und die Wahrheiten, die sie vermitteln, dein Herz dafür entfachen, zu lieben und Krieg zu führen („MAKE LOVE, MAKE WAR“) – zur Ehre unseres Gottes! In der Liebe des Vaters Brian Doerksen The Shining Rose – Abbotsford, British Columbia, Kanada


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Come, Now Is The Time to Worship Come, now is the time to worship Come, now is the time to give your heart Come, just as you are to worship Come, just as you are before your God Come One day every tongue will confess You are God One day every knee will bow Still the greatest treasure remains for those Who gladly choose You now Willingly we choose to surrender our lives Willingly our knees will bow With all our heart, soul, mind, and strength We gladly choose You now


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Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an Komm, jetzt ist die Zeit, gib ihm dein Herz Komm, so wie du bist, und bete an Komm, so wie du bist, vor deinen Gott Komm Jede Zunge wird dich bekennen als Gott Jeder wird sich beugen vor dir Doch der grösste Schatz bleibt für die bestehn Die jetzt schon mit dir gehn Originaltitel: Come, Now Is The Time To Worship Text und Musik: Brian Doerksen deutscher Text: Daniel Jacobi, Guido Baltes © 1998 Vineyard Songs UK/Eire Für D, A, CH: Gerth Medien Musikverlag, Asslar


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KApiTEL 1

Komm, jEtzt ist diE zEit, wir bEtEn an In dem Moment, wo ich an diesem frühen Septembermorgen in London den Anfang des Liedes durch die Luft schweben „hörte“, wusste ich, dass etwas Besonderes geschah.1 Mitte der Neunzigerjahre war ich an einem Punkt angelangt, wo ich in Bezug auf Anbetungsmusik und den damit verbundenen Dienst sehr desillusioniert war. Ich war es leid, all den Ehrgeiz um mich herum zu sehen, und war der vielen Künstler überdrüssig, die auf einmal auf den Anbetungszug sprangen, nur weil sich Anbetungsproduktionen besser verkauften. Natürlich wurde mir im Vergleich mit einigen dieser Künstler auch der Mangel an Tiefgang in meinem eigenen Leben bewusst. Wenn ich zurückschaue, würde ich sagen, dass ich damals ein Stück weit durch Wüste ging; Gott wollte mich offensichtlich an mein Ende bringen, um mich auf neue Weise gebrauchen zu können. In den zurückliegenden fünf Jahren hatte ich mit meinen Liedern und Aufnahmen einige Erfolge verbuchen können (was eine Überraschung war), aber auch einige Niederlagen hinnehmen müssen (was keine Überraschung war, mich aber dennoch entmutigte). Auch hatte ich währenddessen viel Zeit investiert, um einen Traum zu verwirklichen, nämlich das Vaterherz Gottes anhand einer Geschichte als Musical mit dem Namen Father’s House darzustellen. Ende 1996 scheiterte das ganze Projekt aus verschiedenen Gründen.2 Während dieser Zeit hatte ich einen Tiefpunkt


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in meinem Leben erreicht, an dem ich noch nicht mal mehr sicher war, ob ich an Gott glaubte. Oder vielleicht glaubte ich an Gott, war aber der Auffassung, dass er sich entschieden hatte, dem Universum seinen Lauf und uns uns selbst zu überlassen, damit wir wieder auf den richtigen Kurs kommen. Statt mich bildlich gesprochen in die Ecke zu setzen und selbstmitleidig am Daumen zu lutschen, versuchte ich, nachdem das Musical gescheitert war, einen Platz in der Gemeinde zu finden und für eine gewisse Zeit die Vision eines anderen zu unterstützen, um nicht meinen eigenen Visionen nachhängen zu müssen. Und so führte uns Gott in seinem großen Erbarmen für meine Familie und meine Frau Joyce nach England. Als wir dort ankamen, wurden mir zwei Jobs angeboten. Der erste war die Stelle als Anbetungsleiter in der South West London Vineyard unter der Leitung von John und Eleanor Mumford. Beim zweiten handelte es sich um die Ausbildung von Songwritern und Anbetungsleitern innerhalb der VineyardBewegung in England, Schottland und Irland. Während dieser Zeit gab es in diesen Ländern ungefähr fünfundsiebzig Vineyard-Gemeinden. Es war eine große Herausforderung für mich, einen guten Job als Anbetungsleiter auszufüllen, weil vieles in mir noch mit Verwirrung und Enttäuschung zu kämpfen hatte. Aber ich hatte lange genug in der Gemeinde gedient, um zu wissen, wie man Menschen durch eine innige Anbetung in die Gegenwart Gottes führt. So machte ich damit einfach weiter in dem Glauben, dass meine Gefühle und die Wiederherstellung meines Herzens schließlich folgen würden. Ich kann mich noch gut an einige Momente erinnern, wo ich tief Luft holen musste, bevor ich auf die Bühne ging, um Anbetung zu leiten, und mir innerlich die Frage stellte, ob Gott mich schließlich bestrafen würde, weil ich öffentlich die Anbetung leitete, während ich insgeheim Zweifel an seiner Existenz hegte – oder zumindest Zweifel an seiner Güte und ob er seinen Kinder tatsächlich praktisch helfen könnte. Doch wohin sonst sollte ich mich wenden? So viel wusste ich über andere philosophische Strömungen und Religionen – nichts davon machte wirklich Sinn, wenn es um die wichtigen Fragen des Lebens ging, noch befriedigte es mich oder belebte meinen Geist. Sehr oft stand ich morgens auf, bevor die Kinder erwachten, und machte einen kurzen, schnellen Spaziergang. Es war eine leichte morgendliche Übung und eine wunderbare Gelegenheit, den Kopf freizubekommen, bevor der Tag begann. Auch nutzte ich diese Zeit, um zu beten, zu singen und Schriftstellen zu zitieren. Bei einem dieser Spaziergänge hörte ich es. Eine Idee schwebte so durch die Luft, und in diesem Moment begann


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sich mein Leben wieder zu verändern. Es fühlte sich so an, als würde sich mein Inneres auf die „Frequenz der Anbetung“ einstellen – diesen Raum, in dem Gott total real ist –, und sofort spürte ich die Gegenwart Gottes, wie ich sie lange Zeit nicht gespürt hatte. Ohne groß darüber nachzudenken, wusste ich, dass ich hier der Einladung Gottes folgte – dieser Einladung, die Tag für Tag ergeht, wie es in Psalm 19 heißt: Der Himmel erzählt die Herrlichkeit Gottes, und das Himmelsgewölbe verkündet seiner Hände Werk. Ein Tag sprudelt dem anderen Kunde zu, und eine Nacht meldet der anderen Kenntnis – ohne Rede und ohne Worte, mit unhörbarer Stimme. Ihre Messschnur geht aus über die ganze Erde und bis an das Ende der Welt ihre Sprache (Verse 2–5).

Der Ruf zur Anbetung hört niemals auf. In jeder Sprache und Kultur ist er zu hören – und ich nahm nur einen kleinen Ausschnitt davon in englischer Sprache in der Hauptstadt Englands an diesem Septembermorgen wahr. Es ist schon erstaunlich, wie gewaltig groß so ein winzig kleines Bruchstück von „Gottes Inspiration“ sein kann! Sobald die Idee geboren war, sang ich die Melodie wieder und wieder, damit ich sie ja nicht verlieren würde. (Ich habe schon von vielen Songwritern gehört, dass sie exzellente Ideen hatten, diese aber wieder vergaßen, weil sie sie nicht lange genug gesungen hatten, um sie sich einprägen, um sie niederschreiben oder in irgendeiner Form aufnehmen zu können.) Als ich nach Hause kam, rannte ich die Treppen hoch ins Dachgeschoss, wo das Klavier stand, und fing an, die Melodie immer und immer wieder zu spielen. Ich versuchte, mir die Melodie innerlich vor Augen zu malen und schrieb schnell ein paar Noten und Formulierungen auf, die mir in dem Moment in den Sinn kamen. In den wenigen Minuten, die mir blieben, bevor ich meiner täglichen Lieblingsbeschäftigung nachgehen würde, nämlich meine Kinder zu Fuß zur Schule zu bringen, war ich in der Lage, eine grundlegende Idee für den ersten Teil des Liedes niederzuschreiben. Ich kann mich nicht mehr genau an diesen Morgenspaziergang mit meinen Kindern erinnern. Normalerweise nerve ich sie damit, irgendwelche albernen Lieder zu singen – was immer mir gerade vor die Augen kommt, liefert die Idee für ein Lied –, und es macht mir Spaß, sie verlegen zu machen, weil ich so albern bin. Das gehört einfach zur Arbeitsplatzbeschreibung eines Vaters. Wie dem auch sei, an diesem Morgen gab es, so glaube ich jedenfalls, keine albernen Lieder …, ich wiederholte nur immer wieder diese von Gott inspirierte Melodie.


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Den Rest der Woche fuhr ich fort, das Lied zu singen – morgens, nachmittags und abends. Ein Lied zu schreiben fühlt sich so an, als würde man etwas zur Geburt bringen; es durchdringt einfach jeden Gedanken. Hätte mir damals jemand gesagt, dass dieses Lied einmal um die Welt gehen würde, in verschiedene Sprachen übersetzt und von Dutzenden von Künstlern aufgenommen werden würde, so hätte ich wahrscheinlich ungläubig geschmunzelt …, vielleicht hätte ich aber auch gesagt: „Ja, genau das wird geschehen!“ Ich spürte, dass Gott dabei war, etwas ganz Besonderes hervorzubringen, und in seiner Gnade ließ er mich ein klein wenig daran teilhaben. Eine Woche später hatte ich das Empfinden, dass das Lied grundsätzlich fertig war. Für meine Verhältnisse war das ziemlich schnell gegangen – manchmal benötige ich mehrere Monate, denn Lieder gehen in ihrer Entwicklung oft durch verschiedene Stadien. Am folgenden Sonntag spielte ich es zum ersten Mal in unserer Gemeinde, der South West London Vineyard.3 Das Lied kam gleich sehr gut an. Und es vergingen nur wenige Wochen, bis mir zu Ohren kam, dass es bereits in Südafrika gesungen wurde. Häufig kamen Leute, die gerade in London waren und sich entweder für die Vine­ yard-Bewegung interessierten oder mit ihr verbunden waren, zu Besuch in unsere Gemeinde, und ab und zu nahmen sie dann Lieder mit zurück nach Hause. Es versetzte mich in großes Erstaunen, dass das Lied bereits auf der anderen Seite der Welt angekommen war. Ich hatte schon gehört, dass sich andere Lieder so schnell verbreitet hatten, aber dass dies mit einem Lied passieren würde, welches ich geschrieben hatte, war völlig verrückt! Doch noch verrückter war, dass ich dieses Lied in einer Zeit schrieb, in der ich mich an einem absoluten Tiefpunkt in meinem Leben befand – einer Zeit, in der ich mit einem großen Projekt ziemlich böse auf die Nase gefallen war und in der sich Zweifel in mir breit machten bezüglich des ganzen „christlichen Dienstes“. Das war auch der Grund, warum ich gewisse Formulierungen für dieses Lied gewählt hatte. Wenn jemand, der gerade auf der Welle des Erfolgs schwimmt, dieselbe Idee für eine Melodie und die Worte für die erste Zeile gehabt hätte, klänge das Ganze, so glaube ich, vielleicht folgendermaßen: Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an Komm, jetzt ist die Zeit, wir preisen ihn Komm, bring ihm dein Bestes und bete an Komm, gib ihm dein Alles in herrlichem Lobpreis Komm


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Wäre dieses Lied von jemandem geschrieben worden, der gerade einen Höhenflug erlebt, hätte der Fokus wohl mehr auf all dem Guten gelegen, was wir für Gott tun können – aber ich fühlte mich einfach nur zerbrochen. Ich musste mir in dieser Zeit bewusst machen, dass ich, so wie ich war, zu Gott kommen und ihn anbeten kann, dass er mich annimmt, auch wenn ich in meinem Leben gerade nicht alles auf der Reihe habe, und dass es in der Anbetung um das Herz geht und nicht um unsere Errungenschaften. Darum schrieb ich Zeilen wie „Gib mir dein Herz“ und „So wie du bist, vor deinen Gott“, weil ich mir das selbst zusprechen und mir vor Augen halten musste, dass diese Worte die Wahrheit sind. Genau das ist es, was ein Songwriter ständig tut – er schaut sich an, was er geschrieben hat, und stellt sich selbst die Frage: „Ist das die Wahrheit? Sind das die Worte, die ich Gott in diesem Moment sagen möchte?“ Soll ich dir ein Songwriter-Geheimnis verraten? Im Grunde genommen schreiben wir nur die Lieder, die wir selbst singen müssen. In seiner großen Barmherzigkeit gibt Gott sie mitunter auch für andere Leute frei, aber eigentlich schreiben wir nur das, was wir zum Ausdruck bringen müssen, um heil und am Leben zu bleiben! Und ich glaube, das ist gut so. Darum fordere ich Songwriter im Anbetungsbereich auch immer wieder heraus, nicht Lieder schreiben zu wollen, die von Gemeinden auf der ganzen Welt gesungen werden, sondern solche, die sie wagen in ihrer persönlichen Zeit mit Gott zu singen. Den ersten Teil des Liedes verfasste ich also als Einladung Gottes, die mit einer Dringlichkeit verbunden ist. Schlüsselbegriffe waren Komm, Jetzt, Herz und So wie du bist. Der zweite Abschnitt stellt den Tag, der kommen wird und an dem jede Zunge ihn als Gott bekennen wird, diesem großen Schatz gegenüber, den wir empfangen, wenn wir uns entscheiden, Gott anzubeten: den Schatz der Beziehung zu ihm. Stell dir das so vor: Anbetung ist Realität. Gott zu kennen, uns auf ihn auszurichten und eine Beziehung zu ihm zu haben, ist die letztendliche Realität. Und Anbetung rückt diese Realität in den Mittelpunkt. Eines Tages wird die Realität jeden einholen. Alle Menschen werden die Tatsache akzeptieren müssen, dass Gott wahrhaftig existiert und er ihr Schöpfer und Richter ist. Tragisch daran ist nur, dass er sich danach sehnte, auch ihr Erretter, Vater und Bräutigam zu sein. Über die Jahre habe ich einige Briefe von Leuten bekommen, die mich beschuldigten, ein Universalist zu sein. Einer von ihnen hoffte, ich sei tatsächlich einer, und meinte, den Beweis dafür in diesem Lied


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gefunden zu haben! Eine Reihe von Anbetungsleitern wiederum äußerte mir gegenüber, sie würden das Lied nicht singen, wenn sie den Wortlaut nicht ändern dürften. Die Zeile, an der sie sich stießen, war „Doch der größte Schatz bleibt für die bestehen, die jetzt schon mit dir gehen“. Weil hier von dem „größten Schatz“ die Rede ist, meinten sie, ich würde den Eindruck vermitteln, dass es noch einen kleineren Schatz für alle anderen geben würde – daher war Brian Doerksen in ihren Augen ein Universalist, ein „Allversöhner“.4 Der große Schatz, den ich meine, ist der Schatz und die Freude der Anbetung: eine lebendige, liebevolle Beziehung zu Gott. Ich hatte keineswegs die Absicht anzudeuten, dass diejenigen, die Gott ablehnen, ebenfalls den Schatz des ewigen Lebens bekommen. Doch nachdem ich mich dieser Frage nun seit vielen Jahren stellen muss, fange ich langsam an zu sehen, wie man meine Worte so drehen kann, dass man zu diesem Schluss kommen muss. Ich bin selbst einfach nie auf diesen Gedanken gekommen, noch kamen die verschiedenen Theologen darauf, denen ich diesen Text zur Prüfung gegeben hatte, bevor er veröffentlicht wurde. Das ist eine der Herausforderungen, wenn man Anbetungslieder schreibt: Einerseits möchte man theologisch korrekt sein, auf der anderen Seite stehen einem nur einige wenige Phrasen zur Verfügung, um eine Idee auszudrücken. Prediger und Autoren haben den Vorteil, dass sie viel länger über einen Gedanken sprechen bzw. schreiben können! Songwriter müssen viel Stoff auf ein paar Phrasen reduzieren, die man sich merken kann, und um das Ganze singbar zu machen, sollte es noch poetisch und künstlerisch klingen. Wenn wir all unsere Gedanken in fünfzehn Verse fassen wollten, würde es das Lied wohl nicht allzu weit bringen.5 Was ich eigentlich damit sagen wollte, war, dass eines Tages alle Menschen Gott „anbeten“ werden, indem sie ihre Knie vor ihm beugen müssen, aber einige werden den großen Schatz verpassen: diese wunderbare Erfahrung nämlich, Gott hier und jetzt freiwillig anzubeten, ihn zu kennen und zu lieben und von ihm zurückgeliebt zu werden. Statt für Gott zu leben, verbringen viele ihre Zeit damit, nach irdischen Reichtümern zu suchen, welche sich jedoch an jenem Tag als wertlos erweisen werden. Gott allein ist und bleibt der einzige Schatz, der es wert ist, dass wir ihm nachspüren! Es scheint, dass all die „theologischen Bedenken“, die geäußert wurden, sich im Grunde genommen nur darum drehten, wer alles in den Himmel kommt und wie das genau vonstattengehen wird. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass irgendjemand von sich behaupten kann, darauf alle Antworten zu haben.


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Was ich sagen kann, ist das Folgende: Als Vater von zwei behinderten Söhnen war ich an diesem Punkt besonders herausgefordert, denn die beiden haben Schwierigkeiten, sich auszudrücken, und können auch nicht das traditionelle Übergabegebet beten. Wie wäre es, wenn Gott sich viel mehr danach sehnen würde, dass wir fragen: „Wie kann ich, wie können wir als Volk Gottes mehr vom Himmel in uns haben?“ Gott allein wird darüber richten, wer in seine Gegenwart kommen darf. Und er wird noch viel heiliger sein, als wir es uns jemals vorstellen können … und viel barmherziger! Ich lasse die Entscheidung also in seinen Händen. Er kennt unsere Herzen und er wird uns niemals zwingen, uns für ihn zu entscheiden. Er lädt uns lediglich ein, und unsere Reaktion auf diese Einladung „Komm“ ist es, die den Unterschied machen wird in diesem Leben und dem nächsten! Einige Monate nachdem ich das Lied geschrieben hatte, fingen wir an, die erste der zwei Aufnahmen zu planen, die ich während meiner Zeit in England in den späten 90er-Jahren produzieren sollte. Die erste wurde bekannt unter dem Titel Winds of Worship – Live from London (bzw. unter dem Alternativtitel Come, Now Is The Time), und die zweite war Hungry, von der insgesamt über 40.000 Exemplare verkauft wurden. Die erste Aufnahme machten wir am 22. Februar 1998. Es war ein Sonntagabend und wir hatten uns im Auditorium der Elliot High School versammelt, welches voll gepackt war mit Leuten. Es schien, als ob alle spürten, dass hier etwas Besonderes geschehen würde. Bevor wir mit dem ersten Song begannen, sprach Eleanor Mumford zu uns über den Schatz der Anbetung, und sie ermutigte uns, den Herrn von ganzem Herzen anzubeten, indem wir ihm ein neues Lied singen.6 Als wir dann anfingen, das erste Lied zu spielen, spürte ich, wie Gott mir zuflüsterte: „Aus diesem Grund habe ich dich quer über den ganzen Atlantik gebracht – um in dieser Zeit den Ruf zur Anbetung in England und Frankreich zu verstärken.“ Der ganze Abend war dann erfüllt von der wunderbaren Gegenwart Gottes, und wir spürten eine besondere Kraft, aber auch eine Dringlichkeit in unserem Geist, während der Herr unsere Herzen in einer besonderen Weise berührte. Ich konnte diese Kraft und Dringlichkeit auch noch später während der intensiven Zeit der Nachbearbeitung im Studio wahrnehmen – und wir brauchten wirklich sehr viel Kraft, da uns nur eine Woche zum Abmischen zur Verfügung stand, was bedeutete, dass wir an einigen Tagen morgens um 9 Uhr mit der Arbeit anfingen und nicht vor 4 Uhr nachts ins Bett gingen.


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Dieses Gefühl der Dringlichkeit hatte zu tun mit der Dringlichkeit, ihn anzubeten. Jetzt ist die Zeit meint genau das. Jetzt ist die Zeit, sich für Gott zu entscheiden, ihn zu lieben und ihm nachzufolgen. Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns noch bleibt, aber wir haben den heutigen Tag. Wir haben genau diesen Augenblick, um auf Gottes Einladung zu reagieren. Diese Dringlichkeit spricht auch von der Notwendigkeit, unsere Prioritäten richtig zu setzen. Es ist an der Zeit, zu dieser Wahrheit zurückzukehren: Anbetung steht an erster Stelle …, das war schon immer so, und das wird auch immer so sein.

So wurden wir geschaffen, und dafür wurden wir geschaffen! Anbetung ist das größte Vorrecht und die größte Freude im Reich Gottes. Es ist unsere Antwort auf das erste Gebot in der Schrift: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben aus deinem ganzen Herzen und aus deiner ganzen Seele und aus deinem ganzen Verstand und aus deiner ganzen Kraft!“ (Markus 12,30). Ich habe dieses Lied in London geschrieben, einer der größten Städte der Welt. Aber in dieser Stadt gibt es auch so viele Menschen, die voller Hingabe andere Götter anbeten. Und der größte Gott dieser Tage ist die Dreieinigkeit der Selbstbezogenheit: „Ich, meiner, mich“. Diese Welt ist voll von Menschen, die nur einem treu sind, nämlich sich selbst, obgleich sie in dem Ebenbild Gottes gemacht sind, geschaffen, Jahwe anzubeten. Einige Aktivisten haben ausgerufen, dass unsere Generation in der Lage ist, mithilfe des technischen Fortschritts und des Reichtums der Armut in der Welt ein Ende zu setzen. Was für ein großartiges Ziel! Es gibt nur ein Problem: Wie kann eine Welt voller egozentrischer Menschen, die nur für sich selbst leben und ihre eigenen Rechte um jeden Preis schützen wollen, der Armut ein Ende setzen? Der einzige Weg, um Armut zu beseitigen, ist, den Götzendienst zu beseitigen, der die Wurzel des ganzen Übels ist. Das ist einer der Gründe, warum der Ruf Gottes nach Anbetung mit solch einer Dringlichkeit ergeht. So viel steht auf dem Spiel! Diejenigen unter uns, die damit beauftragt sind, diesen Ruf erklingen zu lassen, stehen oftmals stark unter Angriff. Darum ist es auch so wichtig, im Gebet abgedeckt zu sein. Pam Dyck, die das Team von Fürbittern leitet, welche für mich beten, hat mir kürzlich Folgendes weitergegeben: „Satan hasst es, wenn wir Gott anbeten, insbesondere wenn wir unserer Berufung als Anbetungsleiter nachgehen, denn dann betreiben wir das, was er aufgege-


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ben hat.“ Viele Theologen sind der Auffassung, dass uns die Schrift den Beweis dafür liefert, dass Satan ein wunderschöner Engel war, den Gott geschaffen hatte, um die Anbetung vor seinem Thron zu leiten, bevor er sich entschied, selbst Anbetung auf sich ziehen zu wollen. Natürlich werden wir in diesem Leben nicht mit Sicherheit sagen können, was vor ewigen Zeiten geschah, als Luzifer in Sünde fiel, aber wir wissen, dass Satan darauf aus ist, angebetet zu werden – und hinter jeder Gebundenheit und jeder falschen Religion steht „der Vater der Lügen“, der sich verzweifelt nach dem sehnt, was allein Gott zusteht. Unsere Aufgabe ist es deshalb, klar und unmissverständlich zur Anbetung Gottes aufzurufen. Und was steht im Zentrum dieses Rufes? Nichts weniger als unsere Herzen. Wir sollen Gott lieben mit allem, was wir sind und haben! Wenn Anbetung zuallererst eine Sache des Herzens ist, dann geht es nicht darum, wo wir anbeten oder wie wir aussehen, wenn wir anbeten. Hier geht es nicht darum, Gott etwas darzustellen. Es geht darum, sich Gott aus Liebe auszuliefern – genau so, wie wir sind. Jetzt ist die Zeit anzubeten. Das Wort Zeit soll uns bewusst machen, dass wir uns in dem Zeitabschnitt befinden, in dem Gott Anbetung auf der Erde freisetzt. Einige Leute glauben, dass die Bewegung, die man gängigerweise als Modern Worship bezeichnet, die Anbetung in den letzten paar Jahrzehnten „entdeckt“ hat. Eine solche Behauptung ist meiner Meinung nach nicht nur ein Ausdruck von Stolz, sondern schlichtweg lächerlich! Ich glaube, dass Jesus diesen Zeitabschnitt eingeläutet hat, als er vor 2000 Jahren auf diese Erde kam, und selbst der Sohn des Menschen bezog sich auf die Anbetung, die bereits in dem Jahrtausend vor seinem Kommen existierte und auch die Anbetung im Zelt Davids mit einschloss. Lesen wir dazu die Worte Jesu aus Johannes 4: Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden; denn auch der Vater sucht solche als seine Anbeter. Gott ist Geist, und die ihn anbeten, müssen in Geist und Wahrheit anbeten (Verse 23–24).

Die Auswirkungen dessen, was Jesus an dieser Stelle sagt, sind immens! Mit anderen Worten bringt er hier zum Ausdruck: „Wir bewegen uns in einen anderen Zeitabschnitt, und ich gebe euch Offenbarung über die Wahrheit, sodass jeder von uns ein Anbeter werden kann, wie der Vater ihn sucht.“


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Es kommt die Stunde und ist jetzt – und wir leben genau in dieser Zeit. Es ist eine Zeit, in der wir alle den Ruf zur Anbetung vernehmen. Was bedeutet es eigentlich anzubeten? Heißt es, dass wir einfach am Sonntag zusammenkommen, ein paar Lieder singen und dazu in die Hände klatschen? Und warum gab Jesus eine seiner aufschlussreichsten Lektionen über Anbetung an eine Frau weiter, die von allen verstoßen war? Hätte Jesus nicht strategischer vorgehen können? Hätte diese Unterhaltung nicht besser im Tempel mit dem Hohepriester stattfinden sollen, jemandem, der lehren und eine ganze Nation beeinflussen konnte? Ich glaube, einer der Gründe, warum Jesus gerade zu dieser Frau über Anbetung sprach, war, dass er den starken Kontrast aufzeigen wollte zwischen der Wahrheit und Treue in ihm und der Untreue und Zerbrochenheit in Leben, welche von einer Anbetung erfüllt sind, die nicht auf den Vater gerichtet ist. Die Scham dieser Frau am Brunnen war das Resultat von männlicher Untreue. Ich frage mich, ob sie von ihrem Vater verlassen worden war; vielleicht hatte er sie sehr vernachlässigt oder war sogar gestorben. Wenn sie die Liebe eines guten Vaters erfahren hätte, warum sollte sie dann Liebe bei so vielen untreuen Männer gesucht haben! Werfen sich Frauen, die von guten Vätern großgezogen wurden, in die Arme von Halunken? Natürlich kennen wir alle den einen oder anderen Fall, aber das sind eigentlich Ausnahmen. Doch Jesus sprach zu einer Frau, die auf wundersame Weise noch auf der Suche nach Wahrheit war, obgleich es schien, dass sie alle Hoffnung aufgegeben hatte, denn „der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann“ (Johannes 4,18). Jesus bot dieser Frau also zwei Dinge an. Das eine war lebendiges Wasser. Sie hatte von den schmutzigen Quellen der Untreue getrunken, die sie nur immer wieder durstig machten. Doch Jesus bot ihr eine Quelle reinen Wassers an, welches ihren geistlichen Durst stillen würde. Alle Liebesbeziehungen sind grundsätzlich geistlich. Wir wissen, dass wir allein nicht vollständig sind, und deshalb suchen wir nach einer anderen Person, die uns komplettiert. Aber weil wir als menschliche Wesen gefallen sind, ist die einzige Liebesbeziehung, die uns wirklich erfüllen kann, die Liebesbeziehung zu Gott. Das Zweite, was Jesus ihr anbot, war die Möglichkeit, den himmlischen Vater anzubeten. Ich frage mich, ob sie bei dem Wort „Vater“ zusammenzuckte. Ich finde es erstaunlich, dass in der Zeit, in der wir leben, so viele vor dieser biblischen Offenbarung zurückschrecken. Nur weil es so viele Halunken gibt und so viele schlechte Väter, rechtfertigt das noch lange nicht, dass wir nicht an der Wahrheit festhalten sollten.


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Im Grunde genommen sagte Jesus zu der Frau: „Menschen wie du, die den Schmerz und die Ablehnung erfahren haben, die durch Untreue entstehen, können geheilt werden. Du kannst wieder eine Tochter werden, und dieses Mal wirst du erleben, was wahre Treue ist. Vertraue mir. Jeder, der anbetet, erfährt meine Treue.“ Der beste Weg, wie wir von den Schmerzen geheilt werden können, die durch Untreue in unserem Leben entstanden sind, ist, sich Gott ganz in der Anbetung hinzugeben. Während wir anbeten, werden unsere Herzen angesichts seiner Treue geheilt, denn Gott ist treu. Ja, unser Gott ist ein treuer Gott! Im Zentrum der Anbetung steht der Ruf zur Treue, denn Treue ist Gott am wichtigsten. Wie oft hat Gott im Alten Testament Propheten gesandt, die riefen: „Kehrt um, ihr abtrünnigen Kinder!“ (z. B. Jeremia 3,14)! Wir neigen dazu, uns Stück für Stück von Gott und von seinem Herzen zu entfernen. Ich stehe in Gefahr, abzuirren, ich kann es fühlen, abzuirren von dem Gott, den ich liebe.7

Anbetung bedeutet, zurückzukehren. Nichts bricht das Herz Gottes mehr als Untreue. Kannst du dir vorstellen, was Jesus für diese Frau empfunden haben muss? Der Vater hatte ihm offenbart, dass sie viele Ehen, die in die Brüche gegangen waren, und viele Beziehungen, die in Untreue geendet waren, hinter sich hatte. Und nun kam Jesus und zeigte ihr den Weg zur Treue, er gab ihr die Chance, sich von jeglicher Anbetung, die nicht auf den Vater gerichtet war, loszureißen und stattdessen den Vater in Geist und Wahrheit anzubeten. Und wenn nichts das Herz Gottes mehr bricht als Untreue, dann wissen wir auch, dass ihm nichts mehr Freude bereitet als Treue. Gott möchte uns nicht nur singen hören. Er möchte, dass wir ein Leben der Treue führen. Und die Lieder, die von solch einem Leben ausgehen, bringen Gott große Freude. Wenn Menschen Treue lediglich mit ihren Lippen bekennen, aber ihre Herzen weit von Gott entfernt sind, ja, wenn sie mit ihren Lippen sogar andere untreue Liebhaber küssen, dann sind Gott die Lieder, die sie ihm singen, nicht wohlgefällig. Anbetung, wie die Bibel sie beschreibt, ist voller Wahrheit – der Wahrheit darüber, wer Gott ist, verbunden mit der Wahrheit darüber, wer wir sind. Dies bildet die Grundlage für wahre Anbetung. Manchmal sind Christen sehr freimütig, wenn es darum geht, die Wahrheit Gottes, seine Taten und seinen Charakter zu proklamieren. Doch die Wahrheit über ihr


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Leben und ihre Kämpfe in seiner Gegenwart offenbaren sie niemals. Das kann leicht dazu führen, dass wir einen Glauben ausleben, der nicht wirklich echt ist, sondern nur Dinge vorgibt. Wir tun dann so, als würde es uns gut gehen, und singen fröhliche Lieder oder Lieder des Dankes – und wir meinen, dass wir tatsächlich anbeten. Nun, manchmal lügen wir einfach! Vor Kurzem las ich ein Interview, welches mit einem der aufstrebenden Newcomer in Hollywood geführt wurde, und er gab darin zu, dass Schauspieler im Grunde genommen dafür bezahlt werden, dass sie lügen. Sie geben ja ständig vor, jemand zu sein, der sie in Wirklichkeit gar nicht sind. Wahre Anbetung jedoch ist durchdrungen von Wahrheit! Ich liebe die Psalmen, und ich liebe König David; er ist eines meiner größten Vorbilder! Sehr oft kann man mich sagen hören: „Ich möchte so sein wie David!“ Über Jahrhunderte hinweg war das Buch der Psalmen, also die Zusammenstellung aller 150 Psalmen, das Liederbuch des Volkes Gottes. Ich sage hier nicht, dass wir diesseits des Kreuzes nur Psalmen singen sollten. Aber in den Psalmen steckt heute immer noch so viel Wahrheit und Trost für das Volk Gottes. Und sie sind voller Wahrheit über Gott und uns Menschen. Gott hat kein Problem mit unserer Menschlichkeit. Seien wir in der Anbetung also wahrhaftig mit uns selbst und mit den Dingen, die wir tun. Alles andere ist keine wahre Anbetung. Schauen wir uns Jesu Worte an die Frau aus Eugene Petersons Übersetzung an: Doch die Zeit kommt – sie ist in der Tat schon gekommen – wenn es nicht länger von Bedeutung ist, was über dich gesagt wird, noch wo du hingehst, um anzubeten. Was für Gott zählt, ist, wer du bist und wie du lebst. Deine Anbetung muss deinen Geist auf der Suche nach Wahrheit einschließen. Nach solchen Menschen hält Gott Ausschau: denjenigen, die in ihrer Anbetung vor Gott einfach sie selbst sind (Johannes 4,23; nach The Message).8

Mit anderen Worten sagte Jesus hier: „Ich bin begeistert, dass du mehr über Anbetung wissen möchtest, aber du stellst die falschen Fragen. Du fragst nach dem Wo, und ich sage dir, das Wichtigste in der Anbetung ist die Frage: Wer – wer Gott ist und wer du bist!“ Diese Frau lebte in einer Welt, in der es – wie heute bei uns – darauf ankommt, was sich über uns sagen lässt: von wem wir abstammen und was unsere Wurzeln sind, welcher sozialen Schicht wir angehören, was unser Hintergrund ist, unser Beruf, Alter, Geschlecht, Name. All diese Dinge sind von großer Bedeutung! Aber Jesus sagte, dass eine Zeit angefangen


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hat, wo Äußerlichkeiten keine Rolle mehr spielen. Die vollkommene und letztendliche Erfüllung seiner Worte wird nicht in diesem Leben inmitten menschlich aufgerichteter Königreiche geschehen, sondern im Königreich des Himmels! Und sie geschieht auch hier auf der Erde, wo immer Menschen sich der Herrschaft Gottes unterstellen. Jesus sagte also, „was über [uns] gesagt wird, ist nicht länger von Bedeutung“. Darum sind die Namen, die unsere Eltern uns gegeben haben, und die Etiketten, die andere uns angehängt haben, längst nicht so wichtig wie das, was wir in den Augen des Vaters darstellen. Ich kann den Tag kaum erwarten, an dem wir im Himmel unseren neuen Namen bekommen: „Wer ein Ohr hat, höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem werde ich von dem verborgenen Manna geben; und ich werde ihm einen weißen Stein geben und, auf den Stein geschrieben, einen neuen Namen, den niemand kennt, als wer ihn empfängt“ (Offenbarung 2,17). Ich denke, dieser Name wird einzigartig sein, so wie jeder von uns einzigartig ist – darum wird es den gleichen Namen auch nicht zweimal geben. Ich stelle mir vor, dass Gott ein Wort ausatmet, und dieses Wort bin ich, das wird mein Name sein. Vielleicht gebraucht Gott genau das, um in uns Anbetung hervorzurufen. Er spricht jeden unserer Namen aus, und unsere Reaktion darauf ist Anbetung! Doch die Äußerlichkeiten, die uns umgeben, sind nicht das Einzige, was uns davon abhält, in Wahrheit anzubeten. Es ist auch unser Augenmerk auf das „Wo“, den Ort der Anbetung. Das bedeutet, dass nicht die Denomination oder die Gemeinde, der wir angehören, das Wichtigste ist. (Ich bin so dankbar, dass wir in diesem Bereich mehr und mehr Durchbrüche sehen, weil Christen es lernen, in Einheit zusammenzukommen.) Auch ist das Gebäude, in dem wir anbeten, nicht entscheidend. Dieser Punkt ist in seiner Bedeutung nicht zu unterschätzen, und um den Menschen, die im ersten Jahrhundert gelebt haben, gerecht zu werden, muss ich hervorheben, dass Jesus hier eine riesige Veränderung ankündigte! Äußerlichkeiten und Orte sind für uns so wichtig. Wir würden fast alles tun, um sie zu verteidigen und zu schützen, ja, wir würden unter Umständen sogar diejenigen attackieren, die eine andere Meinung haben als wir. Vorurteile zu haben ist die wohl schlimmste aller Sünden. Deshalb gab Jesus dieser Frau Wahrheit weiter, und damit auch uns, die wir heute, einige Jahrhunderte später, leben. Was für Gott zählt, sind nicht Äußerlichkeiten. Ihm geht es um unsere Integrität und Ehrlichkeit. Gott lädt uns ein, in aller Natürlichkeit zu ihm zu kommen, „einfach wie wir sind“ (Johannes 4,23; nach The Message).


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Wir müssen uns nicht verändern, bevor wir anbeten, wir werden verändert, weil wir anbeten. Das Gegenteil davon finden wir in Psalm 78 beschrieben: „Aber sie heuchelten vor ihm mit ihrem Mund und logen mit ihren Zungen; denn ihr Herz war nicht aufrichtig gegen ihn, und sie hielten nicht treu an seinem Bund fest“ (Verse 36–37; Schlachter 2000). Wenn wir heucheln, dann sagen wir einer Person etwas, was sie unserer Auffassung nach gerne hören möchte, damit wir etwas zurückbekommen. Das klingt fast wie einige unserer heutigen Lobpreisveranstaltungen, oder? Wir füllen den Raum mit unseren fröhlichen Liedern und singen darüber, wie wunderbar Gott ist, damit wir mit guten Gefühlen und Erfolg gesegnet werden. Das nennt man Religion: alles zu tun, was in unserer Macht steht, um zu Gott zu kommen und uns gut darzustellen. In Bezug auf Anbetung bedeutet es: Das, was ich bringe, und das, was ich sage, ist das Allerwichtigste. Es dreht sich also alles um unsere Darbietung und wir versuchen krampfhaft, uns von unserer besten Seite zu zeigen. Der Satz: „Lasst uns heute unsere Sonntagskleidung anziehen“, hat mir immer Schwierigkeiten bereitet. Wenn es um Kleiderfragen in der Anbetung geht, ist Gott, so glaube ich, am meisten erfreut, wenn wir uns so anziehen wie sonst auch; wenn du unter der Woche einen Anzug trägst und dir das gefällt, dann komme auch mit einem Anzug zum Gottesdienst. Aber wenn du unter der Woche Freizeitbekleidung trägst, komme so, wie du dich sonst auch anziehst, vorausgesetzt, dass deine Kleidung unauffällig ist und nicht die Blicke auf sich zieht. Die Zeit der Religion ist vorbei! Die Zeit des „Hypes“ ist vorbei! Dies ist die Zeit, in der unsere Anbetung von Demut und Ehrlichkeit erfüllt sein soll. Hype entsteht, wenn wir uns von der Werbung und den vielen Darstellungen, denen wir in unserer Kultur ausgesetzt sind, inspirieren lassen. Wir sollen einen Unterschied machen, wo wir leben, aber trotzdem ansprechend und zugänglich für Menschen sein. Was ich hier versuche zu sagen – und ich glaube, dasselbe versuchte Jesus auch dieser Frau klarzumachen –, ist: Der Vater ist nicht an unserer Darstellung interessiert. Wenn wir meinen, dass sich alles um unser Auftreten dreht, dann bedienen wir uns gezwungenermaßen des Hypes und der Heuchelei. Und das ist so religiös. Dafür sollten wir weder die Zeit noch das Herz haben!


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Der Vater sucht nach Anbetern, was bedeutet, dass er nach Menschen sucht. Der Vater sucht nach Söhnen und Töchtern, die einfach kommen, wie sie sind, entweder mit Tränen in den Augen oder tanzend vor Freude. Es ist an der Zeit, dass wir jede Form der Anbetung, die nicht auf den Vater ausgerichtet ist, hinter uns lassen und nicht mehr länger als Waisenkinder leben, was nur zu Strebsamkeit, Konkurrenzdenken und Untreue führt. Es ist an der Zeit, den Vater in Geist und Wahrheit anzubeten. Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an.


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Tipps für Songwriter Halte deine Eingebung sofort fest, denn sie wird nicht wiederkommen! Ich glaube, jedes Lied beginnt mit einer klaren Idee, die den „grundsätzlichen Gedanken“ für das Lied in sich trägt, ähnlich wie ein Samenkorn. Das ist das „gewisse Etwas“ an dem Lied. Wenn die Eingebung kommt, der Same quasi in den Boden deines Lebens gesät wird, dann stelle sicher, dass du ihn auch anpflanzt. Schreibe die Eingebung nieder, nimm sie auf und mache dir ein inneres Bild davon, während du die Melodie beispielsweise auf dem Klavier spielst. Investiere eventuell auch in technisches Equipment, was das Festhalten der Idee einfacher macht. Wiederholen ist gut; mehr als das – es ist sehr gut! Führe dir vor Augen, wie „Komm, jetzt ist die Zeit, wir beten an“ das Wort Komm wiederholt. Ich fahre fort, diese simple, eindeutige Einladung zu geben. Wenn du an einem Lied arbeitest, dann halte nach dem Schlüsselwort Ausschau, das du wiederholen kannst. Achte darauf, dass du das Lied auf einer starken, eingängigen Melodie, einer sogenannten Hookline, aufbaust. Dieses Lied beginnt mit einer sehr klaren und ausgeprägten Hookline mit dem dritten Ton der Dur-Tonleiter. Eine gute Melodie kann man sich leicht merken und man kann sie gut singen. (Eine neue eingängige Melodie zu finden, ist natürlich immer wieder eine große Herausforderung, und es ist echt ein Geschenk, wenn es geschieht!) Verschwende keine Zeit. Starte das Lied gleich mit einer starken Melodie und dem, was du hauptsächlich textlich ausdrücken willst. Es erstaunt mich immer wieder, wie oft Songwriter denken, sie könnten lange mit unklaren Melodieführungen rumdudeln, um „Momentum zu entwickeln“. Sie können nur Momentum entwickeln, wenn sie einen klaren Anfangspunkt setzen! Es ist in Ordnung, originell zu sein, um dem Lied deinen persönlichen Stempel aufzudrücken. Meine persönliche Handschrift wird sichtbar in der Melodieführung ganz am Ende der ersten Zeile bei dem Ausdruck „beten an“. Beide Noten sind vorgezogen und werden auf „vier-und“ direkt vor dem Downbeat betont. (Natürlich wird das in vielen Gemeinden nicht umgesetzt, was dazu führt, dass der Melodie für meinen Geschmack das gewisse Etwas fehlt und ihr die Kraft genommen wird.) Ich mag Melodien, die vorgezogen sind. Welche Art von Melodie gefällt dir?


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Holy God Holy, Holy, Holy God Holy, Holy, Holy God Creating, commanding Transcendent Adonai Defending love, destroying sin The warrior divine Forgiving, redeeming From every tribe and tongue Arising first, the nail-scarred Lamb Salvation’s champion Romancing, pursuing Reclaiming to restore Releasing hearts, transforming lives The Lion’s mighty roar


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Heilig ist der Herr Heilig, heilig bist du, Herr Heilig, heilig bist du, Herr Der Schöpfer, Gebieter Der aus dem Himmel spricht Verteidiger, Eroberer Der Kämpfer für das Recht Erbarmer, Erlöser Für jedes Volk und jeden Stamm Gekreuzigter, Erstandener Erhöhtes Gotteslamm Befreier, Umwerber Der unsere Herzen sucht Veränderer, Erneuerer Der Löwe, der uns ruft Originaltitel: Holy God Text und Musik: Brian Doerksen deutscher Text: Albert Frey © 2006 Integrity’s Hosanna! Music/Shining Rose Songs Für D, A, CH: Gerth Medien Musikverlag, Asslar


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KApiTEL 2

hEilig ist dEr hErr 90 n. Chr.9 Ein mächtiger und zugleich wahnsinniger Kaiser namens Domitian regierte Rom. Er war eine unsichere Persönlichkeit und verlangte deshalb von jedem, mit Dominus et Deus angeredet zu werden, „Herr und Gott“.10 Zur gleichen Zeit predigte der Apostel Johannes das Evangelium in Ephesus. Und das mit großem Erfolg – zu groß für den wahnsinnigen Kaiser, dem es missfiel, dass Leute Jesus als ihren Herrn bekannten. Domitian wollte nicht, dass sie glaubten, Jesus sei der Sohn Gottes, die Menschwerdung Gottes auf der Erde. Domitian fand, dass es an der Zeit war, sich des Jüngers, den Jesus liebte, zu entledigen. Zunächst versuchte er Johannes zu töten, indem er ihn in einen großen, mit heißem Öl gefüllten Kessel werfen ließ – doch Johannes blieb unversehrt. Ganz offensichtlich war seine Zeit noch nicht gekommen; Gott schien noch einiges mit Johannes vorzuhaben. Dann verbannte Domitian Johannes auf die Insel Patmos. Doch was Satan und Domitian zum Bösen beabsichtigten, gebrauchte Gott zum Guten. Ich bin mir sicher, dass Johannes sehr bekümmert darüber war, dass man ihn den Ephesern, denen er gedient hatte, entrissen hatte. Sicherlich waren sie wie eine Familie für ihn gewesen. Und statt bei ihnen sein zu können, war er nun allein auf dieser kargen Insel und kämpfte ums Überleben. Aber er war nicht allein. Gott war da.


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In dieser Situation wird sichtbar, aus welchem Holz Johannes geschnitzt war. Obwohl völlig auf sich allein gestellt – abgesehen vielleicht von einem römischen Wachtposten –, fuhr Johannes fort, Zeit im Gebet und in der Anbetung zu verbringen. Obwohl ihn außer Gott niemand sah, betete er am Tag des Herrn seinen auferstandenen Heiland an. Und Gott machte ihm – und durch ihn uns allen – ein unglaubliches Geschenk. Ja, was für ein Geschenk! Während Johannes ganz allein auf dieser kargen Insel am Tag des Herrn anbetete, ließ Gott ihn in einer Vision Tausende von Anbetern vor dem Thron Gottes sehen. Was Johannes da sah, war mit Worten fast nicht zu beschreiben. Die Wesen waren seltsam anzuschauen – eines sah aus wie ein Löwe, eines wie ein Stier, eines wie ein Mensch und eines wie ein Adler. Aber es war kein Löwe, kein Stier und auch kein Adler. Die Wesen hatten sechs Flügel, und sie waren ringsum voller Augen – selbst unter ihren Flügeln –, wobei ich mich frage: Warum brauchten sie dort Augen?! Johannes versuchte, das Unbeschreibliche zu beschreiben. Vielleicht musste er mit seinen geistlichen Augen „blinzeln“, nachdem er von all den Lichtblitzen vor dem Thron geblendet worden war. Er suchte nach Worten und griff nach allem, was ihm einfiel, denn was er sah, war nur schwer in Worte zu fassen. Johannes versuchte, das Unaussprechliche auszusprechen. Doch im Zentrum dieser unbeschreiblichen Vision stand ein Wort – ein Wort, welches die Wesen ausriefen und welches alles zusammenzuhalten schien: Heilig! Und sie riefen dieses Wort nicht nur einmal aus, sondern dreimal – ein Dreiklang, der endlos wiederholt wurde. „Heilig, heilig, heilig, Herr Gott, Allmächtiger, der war und der ist und der kommt!“ (Offenbarung 4,8)

Das Wort heilig ist wahrscheinlich die bedeutsamste Beschreibung für Gott in der ganzen Schrift. Alles, was Gott ist, entspringt seiner Heiligkeit. Es ist so zentral, dass all diejenigen, die in seiner unmittelbaren Gegenwart anbeten, es nicht nur einmal oder zweimal rufen …, sie rufen es dreimal! Theologen haben ein interessantes Wort für diesen „Dreimalheilig“Ruf Gottes gefunden – sie nennen es das Trishagion, abgeleitet aus dem Griechischen von tris (dreimal) und hagios (heilig). Wörtlich übersetzt bedeutet Trishagion also „dreimalheilig“.


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