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Floyd McClung Basics
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Floyd McClung
Basics
Jüngerschaft von Grund auf
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Titel der Originalausgabe: Following Jesus Copyright © 2009 by Floyd McClung All rights reserved. Aus dem Amerikanischen übersetzt von Detlev Simon Bibelstellen wurden, wenn nicht anders vermerkt, den folgenden Bibelausgaben entnommen: Die Bibel. Einheitsübersetzung. © 1980 Katholische Bibelanstalt, Stuttgart (EinhÜ) Die Heilige Schrift. Elberfelder Bibel, rev. Fassung. © 1985 Brockhaus Verlag, Wuppertal/Zürich (REÜ) Luther-Bibel 1984. © Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart (Luther 84) Neues Leben. Die Bibel. © 2002/2005 © SCM Hänssler, D-71087 Holzgerlingen (NLB) Copyright © 2009 by ASAPH Verlag, D-Lüdenscheid Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Umschlaggestaltung: joussenkarliczek, D-Schorndorf Foto: photocase/Francesca Schellhaas Satz/DTP: Jens Wirth/Asaph Best.-Nr. 147410 ISBN 978-3-94018810-6 Printed in the EC Über unser umfangreiches Lieferprogramm an christlicher Literatur, Musik und vielem mehr informieren wir Sie gern kostenlos. Bitte besuchen Sie unsere Internetseite www.asaph.net oder schreiben Sie an: ASAPH, D-58478 Lüdenscheid, E-Mail: asaph@asaph.net.
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Inhalt Vorwort Einleitung – Drei Grundlagen für Jüngerschaft Prolog – Gottes Geschichte
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Teil 1 – Jesus lieben 1 – Unsere Geschichte 2 – Gehorsam 3 – Alles und jedes 4 – Buße 5 – Stolz 6 – Treue 7 – Jesus
19 21 37 49 63 71 91 109
Teil 2 – Einander lieben 8 – Verbindliche Gemeinschaft 9 – Verbündete 10 – Transparenz 11 – D-Gruppen
127 129 139 149 159
Teil 3 – Die lieben, die Jesus nicht kennen 12 – Von Jesus erzählen 13 – Jesus ausleben 14 – Mit Jesus leiden
175 177 201 211
Anmerkungen
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Anhang 1: Von der Schöpfung zu Christus Bibelstellen für ein Entdecker-Bibelstudium
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Anhang 2: Die sieben Zeichentaten Jesu Bibelstellen für ein Entdecker-Bibelstudium
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Anhang 3: D-Gruppen
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Anhang 4: Der Mensch des Friedens
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Danksagungen
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Über All Nations
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Vorwort Als College-Student stand ich eines Tages vor dem Haus und versuchte, meinen neu gefundenen Glauben zu verstehen. Als ich Gott bat, mir dabei zu helfen, musste ich sofort an diese Aussage Jesu denken: „Wenn du mich mit deiner ganzen Seele, deinem ganzen Verstand und aller deiner Kraft liebst und deinen Nächsten wie dich selbst, ist das Gesetz erfüllt.“ Alles, was Jesus gelehrt hat, war in diese Grundlage eingebunden. Ich verstand: Wenn ich nur Jesus jeden Tag von ganzem Herzen liebte, wenn ich mich nur voller Mitgefühl und Liebe anderen Menschen zuwendete, ob sie Jesus nun nachfolgten oder ihn ablehnten, dann würde dieses Gesetz der Liebe die Welt verändern. Dieses Gesetz der Liebe war stark genug, dass Herzen geheilt und Familien wiederhergestellt, Nationen gerettet und das Evangelium vom Reich Gottes auf der ganzen Erde verkündigt würde. Im Lauf der Jahre hat mir der Herr Männer und Frauen über den Weg geführt, von denen ich lernte, zu Gott zu finden und Menschen zu innerer Heilung zu verhelfen. Einer dieser Mentoren war Floyd McClung. Floyd hat das oben genannte biblische Gebot an jeder Station seines Lebens ausgelebt: zu Beginn seiner Tätigkeit in Afghanistan, dann auf den Straßen von Amsterdam, in amerikanischen Gemeinden und jetzt an seinem derzeitigen Wohnort in Südafrika. In Basics werden Sie nicht nur die biblische Wahrheit hinter diesen grundlegenden, weltbewegenden Werten finden, sondern auch das entsprechend geführte Leben. Basics ist nicht einfach eine Anhäufung von Wahrheiten, sondern etwas, was es zu leben gilt: Dann erwächst daraus nicht nur Freude, sondern Frucht in jeder Hinsicht. In diesem Buch finden Sie neben tiefen Einsichten aus dem Wort Gottes auch praktische Hilfsmittel, um das überfließende Leben, das Jesus uns verheißen hat, auch wirklich ergreifen zu können. Ich weiß, dass Floyd schon immer die Welt verändern wollte. Er und seine Frau Sally haben nicht nur meine Familie beeinflusst, sondern Tausende andere auch – erstaunlicherweise nicht nur, weil sie große Träume und Visionen haben und begabt lehren und predigen, sondern weil sie „von innen nach außen“ leben, ein Leben führen, das von Liebe bestimmt ist, weil sie das in ihrem Alltag durchbuchstabieren und deshalb unglaublich viel zu geben haben – in diesem wie auch im kommenden Leben.
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Danke, Floyd und Sally, dafür, wie ihr euer Leben lebt, dafür, wie ihr dem Evangelium treu geblieben seid: der guten Nachricht, dass Jesus uns liebt, dass er jeden Menschen um uns liebt und sich danach sehnt, die Welt durch uns zu verändern. Jimmy Seibert Antioch Community Church Waco, Texas
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Einleitung
Drei Grundlagen für Jüngerschaft Jünger war früher die bevorzugte Bezeichnung für die Schüler eines jüdischen Rabbi oder Priesters. Auch die, die Jesus am nächsten standen, wurden meistens so genannt. Das griechische Wort für Jünger ist mathetes, das heißt „der Unterrichtete“ oder „Ausgebildete“ oder einfach „Schüler“.1 Manche der Jünger Jesu folgten ihm aus Neugierde, andere aus selbstsüchtigen Gründen. Viele verließen ihn, als er mehr von ihnen verlangte, als sie bereit waren zu geben. Aber die, die bei ihm blieben, hatten das Vorrecht, von Jesus persönlich unterrichtet und ausgebildet zu werden. Ich habe Basics für alle geschrieben, die lernen wollen, was es heißt, sein Jünger zu sein. Es ist auch für die geschrieben, die wie die frühesten Nachfolger Jesu vor 2000 Jahren mehr über ihn wissen wollen, aber noch nicht ganz davon überzeugt sind, dass Jesus wirklich Gott ist. Es gibt drei Grundlagen für Jüngerschaft, mit denen sich alle Jesusnachfolger und -sucher auseinandersetzen müssen. Sie sind einfach, haben aber für den, der es zulässt, Einfluss auf sämtliche Lebensbereiche:
• Jesus lieben, • andere Nachfolger Jesu lieben und mit ihnen Gemeinschaft haben, • denen von Jesus erzählen, die ihn nicht kennen. Alles Gute und Wahre in uns, den Nachfolgern Jesu, geht aus der Liebe zu Jesus hervor. Diese bestimmt, wie wir der Welt unseren Glauben an Jesus vermitteln, und das wiederum definiert unsere Haltung zum Thema Gemeinde.
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Um Michael Frost und Alan Hirsch aus ihrem Buch ReJesus zu zitieren: „Jesus folgen heißt mehr, als ihn nur mittels irgendeines Übergabegebetes als Erlöser anzunehmen, egal wie ernsthaft solch ein Gebet auch gemeint sei. Um Jesus zu folgen, muss man ihn auch nachahmen, das eigene Leben nach seinem Vorbild gestalten …“2 Die Worte „das eigene Leben nach seinem Vorbild gestalten“ berühren mich besonders. Ich denke, wir alle – Suchende oder überzeugte Nachfolger – sind uns darüber einig: Wenn Jesus wirklich Gott ist, dann heißt echte Nachfolge, das eigene Leben nach seinem Vorbild zu gestalten. Diese Wirklichkeit bildet den Hintergrund für das vorliegende Buch. Es wurde nicht einfach nur zur Inspiration seiner Leser geschrieben, sondern in der Überzeugung, dass die Jesusnachfolge jeden Bereich unseres Lebens betreffen und alles an uns verändern sollte, wenn Jesus das ist, was er von sich behauptet hat.
Wenn Jesus wirklich Gott ist, dann heißt echte Nachfolge, das eigene Leben nach seinem Vorbild zu gestalten. Jeder Mensch lebt auf drei Ebenen, die ich mit Händen, Kopf und Herz vergleiche. Vielleicht ist eine kurze Beschreibung hilfreich:
• Hände: unser Verhalten. Was wir tun. Wir können nicht auf dem
Wasser gehen oder für die Sünde der Welt sterben, wie Jesus es getan hat, aber wenn wir ihm wirklich nachfolgen, dann können wir uns an seiner Selbstlosigkeit, seinem Opfer und Leiden ein Beispiel nehmen. Wenn wir uns entscheiden, Jesus als ganz und gar hingegebene Jünger zu folgen, können und werden wir Jesu Aufruf ernst nehmen, seinen Geboten zu gehorchen. Dieses Buch hat also zum Ziel, dass wir zunächst reflektieren, dann neu bewerten und schließlich verändern, wie wir als Einzelne leben und wie wir als Gemeinden funktionieren. • Kopf: unsere Überzeugungen. So wichtig das Verhalten ist, wir müssen auch untersuchen, was wir glauben. Was jemand glaubt, bestimmt, was er tut, wie er lebt, wofür er lebt. Basics ist nicht eine weitere verwässerte Einladung, sich einer zersetzten Art von Christentum anzuschließen. Es ist nicht eine vorsichtige Neudefinierung der „rechten Lehre“, denn eine Lehre, die nicht darauf ausgerichtet ist, Jesu Auftrag nachzuahmen und seiner Predigt zu glauben, ist eine falsche Lehre. Wenn du ein Wahrheitssuchender bist, brauchst du nicht zu befürchten, dass dieses Buch den christlichen Status quo verteidigt.
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• Herz: unsere wirklichen Überzeugungen. Man kann etwas mit dem Verstand für wahr halten, gleichzeitig aber, auf tieferer Ebene, in Wirklichkeit etwas anderes glauben. Kopf und Herz können miteinander im Konflikt sein. Gott hat uns so geschaffen, dass wir im tiefsten Inneren – dem geistlichen Teil von uns – gewisse Dinge für so wichtig halten können, dass sie zu „wirklichen Überzeugungen“ werden. Wenn das geschieht, werden diese wirklichen Überzeugungen das, was wir mit dem Verstand für wahr halten, verdrängen. Ich hoffe, dass Basics dir helfen kann, deine Überzeugungen und deine wirklichen Überzeugungen an den Lehren und dem Vorbild Jesu auszurichten.
In Basics geht es um den Grund, auf dem wir unser Leben aufbauen – um Jesus selbst. Ich glaube, wir können uns nur dann als wirklich authentische Nachfolger Jesu erweisen, wenn wir uns am Leben und den Lehren Jesu Christi messen. Nicht an unserer Kirche oder Organisation, sondern an Jesus. Nicht an unseren Leitern oder unseren Lehraussagen, nur an Jesus. Als Jesus das Volk Gottes als die Gemeinde wieder herstellte, machte er diese wesensmäßig resistent gegen Institutionalismus. Jesus zeigt uns den Weg, der „sich von Natur aus gegen jeden Versuch auflehnt, die Offenbarung, die er so machtvoll schenkt, zu kontrollieren und so zu institutionalisieren. Mit anderen Worten, es ist einfach sehr schwierig, aus dem Weg Jesu eine Religion zu machen.“3 Dieses Buch wurde mit der Grundüberzeugung geschrieben, dass jegliche Hierarchie und Institutionalisierung in der Gemeinde uns direkt von Jesus selbst wegführt. Wir müssen deshalb immer wieder zu Jesus zurückkommen: Er ist unsere Quelle und das Vorbild dafür, wie wir leben sollen. Sein Leben studieren, in seiner Gegenwart Zeit verbringen und mit seinem Geist erfüllt sein wollen, das sind die Hauptquellen des Lebens sowohl für uns als Einzelne als auch als Bewegungen. Basics wurde mit der Grundüberzeugung geschrieben, dass Jesus jedem Versuch, ihn zu zähmen, standhalten und widerstehen wird. Wir können Jesus nicht in eine Schachtel packen. Wir können ihn nicht auf eine Methode oder ein Modell reduzieren. Niemand von uns sollte je versuchen, für jemand anderen Jesus zu sein. Damit würden wir uns auf gefährliches Terrain begeben. Wenn Jesus den religiösen Führern seiner Zeit Widerstand entgegenbringen konnte, weil sie versuchten, Gott für andere Menschen einzusperren, dann wird er auch nicht zögern, dasselbe bei christlichen Leitern heute zu tun.
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Es ist nicht leicht, eine klare Vorstellung von dem wahren Jesus zu haben, „besonders, wenn man inmitten einer Kultur lebt, die weit entfernt ist“ von seinen Wegen.4 Ich wuchs in einer Gemeindekultur auf, die Rassismus guthieß. Wir waren eine rein weiße Denomination, deren Wurzeln im tiefen Süden der USA lagen. Erst während meines Studiums, als ich auf der Suche war, erweckten die Reden und der zivile Ungehorsam Martin Luther Kings mein Gewissen für die Übel des Rassismus. Erst dann erkannte ich, dass ich die christliche Kultur, in der ich groß geworden war, mit dem Evangelium Christi verwechselt hatte. Kings Botschaft der Gewaltlosigkeit angesichts von Ungerechtigkeit inspirierte mich, von der Nachfolge Jesu größer zu träumen. Es ist schwer, Jesus zu finden, wenn man innerhalb einer Kultur lebt, die den Anspruch erhebt, christlich zu sein, aber von Jesu Weg weit entfernt ist. Das galt sicherlich auch für viele weiße Südafrikaner, die naiv der Propaganda der Nationalen Partei glaubten. Manche waren überzeugt, dass Südafrika unter der Herrschaft der Nationalen Partei und ihrer Politik der Apartheit eine „christliche“ Nation wäre. Diese Lektion über den Mythos einer christlichen Nation ist nicht leicht zu lernen, in Südafrika ebenso wenig wie in den Vereinigten Staaten. Die Antwort? Wir lernen, dass Jesus, der Diener, nicht kam, um „christliche Nationen“ ins Leben zu rufen. Sein Reich war nicht an irgendeine politische Partei oder ein Land gebunden. Ferner lernen wir, dass wir immer wieder zu Jesus und seinem Beispiel von „subversivem Widerstand“ zurückkommen müssen, Widerstand gegen alles, was im Gegensatz zu Jesu Art und Weise ist. Wir müssen seine Lehren studieren, viel über sein Vorbild nachdenken und schwierige Fragen zum Thema Nachfolge stellen – uns selbst und anderen. Einige schwierige Fragen möchte ich dir in diesem Buch stellen. Bei meinen Überlegungen zum Thema Jesusnachfolge bemühe ich mich immer wieder neu um Unvoreingenommenheit. Bitte tue du das auch. Ich glaube und räume ein, dass niemand je behaupten kann, er würde Jesus ganz und gar verstehen oder kennen. Basics beschreibt relativ detailliert die drei Grundaufgaben für Jesusnachfolger, zeigt, wie sie zu entwickeln sind, damit sie mit dem übereinstimmen, was man mit dem Verstand für wahr hält (Kopf), und hilft gleichzeitig, zu entdecken, was man im Alltag (Hände) glaubt. Mit anderen Worten, in Basics geht es darum, wie man ein völlig hingegebener Jünger Jesus ist und nicht nur so tut, als ob. Dieses Buch will sowohl die Kosten der Jüngerschaft beschreiben, als auch, wie schön es ist, von Jesus zu lernen.
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Die drei Grundaufgaben der Jüngerschaft sind in einer Hinsicht einfach:
• Jesus lieben • einander lieben • die Welt lieben Sehr einfach. Wenn man sein Leben auf diese drei Kernaufgaben aufbaut, geht das aber tiefer, als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Diese Aufgaben sind vielleicht einfach, aber sie sind nicht leicht. Sie sind erreichbar und fassbar, aber wenn man sich auf sie einlässt, verlangen sie das ganze Leben. Es liegt im Wesen dieser Aufgaben, dass man nicht nur mit den Lippen gehorchen, dann aber auf seine eigene Art weiterleben kann wie immer.
Diese Aufgaben sind vielleicht einfach, aber sie sind nicht leicht. Nichts wirklich Wahres, auch wenn es nach außen hin einfach zu sein scheint, ist kostenlos. Der Preis für Jesus war das Kreuz. Das Kreuz kostete Gott seinen Sohn und Jesus das Leben. Und wenn es Jesus das Leben kostete, wird es auch uns unser Leben kosten, wenn wir ihm nachfolgen. Vielleicht nicht körperlich, aber sicherlich in Bezug auf das Recht, das eigene Leben selbstsüchtig zu kontrollieren.
Grösser als wir selbst Ein hingegebener Nachfolger Jesu zu sein ist größer als das, was du und ich glauben und wie wir leben; es geht dabei um viel mehr als um uns als individuelle Privatpersonen. Einige Christen – tatsächlich viele sogenannte Nachfolger Jesu – glauben irrigerweise, dass es im Leben als Christ um das geht, was sie persönlich in der Privatsphäre ihres eigenen Innern für wahr halten und wie sie diese Überzeugungen ausleben, so gut sie von Fall zu Fall dazu in der Lage sind. Aber es geht um viel mehr als um eine Privatsache – um viel mehr. Basics ist nichts Individualistisches. Es soll nicht einzeln und allein erarbeitet werden, für uns selbst und von uns selbst. Wir sind Gottes Familie. Gott schuf uns aus dem Überfluss seiner tiefen Liebe und Gemeinschaft innerhalb der Gottheit – Vater, Sohn und Heiliger Geist. Er schuf eine Familie auf Erden, die die Liebe widerspiegeln soll, welche der Vater, der Sohn und der Geist füreinander haben. Wir sind seine Familie. Wir sind
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Teil einer multikulturellen, weltweiten Gemeinschaft, in der jeder seinen persönlichen Glauben in Gemeinschaft mit anderen und für andere auslebt. Gott schuf die Kirche hier auf der Erde als Familie, als Überfluss der Liebe und der Sinnhaftigkeit im Himmel. Jesus ist nicht nur gekommen, um unser Verhalten und unsere Überzeugungen zu verändern, indem er uns erlöste – so wichtig das ist. Jesu Dienst hat nicht nur mit unserem persönlichen Lebensstil und unseren Überzeugungen zu tun. Ein Jünger Jesu zu sein bedeutet, das eigene Leben der bedeutungsvolleren Geschichte seines Lebens und seiner Absicht auf der Erde unterzuordnen – in engagierter Gemeinschaft mit anderen Jesusnachfolgern. Jeder Ausdruck von Kirche ist eine Gemeinschaft, und jede Gemeinschaft spielt eine bestimmte Rolle im Auftrag Gottes. Wenn wir zum Glauben an Jesus kommen, werden wir Teil von Gottes Familie und arbeiten mit an Gottes Auftrag. Jesus kam nicht nur zur Erde, um uns persönlich zu erlösen, sondern um auf der Erde einen Ableger seiner himmlischen Familie zu gründen. Er kam, um eine neue Gemeinschaft zu schaffen, die voller Leidenschaft für ihn und seine Absichten auf Erden lebt. Das ist das „Reich Gottes“, über das er so oft sprach. Jesus, der in uns als Herr und König unseres Lebens und durch uns weiterlebt, möchte die Welt, in der wir leben, verändern. Was Gott bei der Erschaffung von Adam und Eva in dem Garten machte, nahm aufgrund von Eigensucht Schaden. Als Gott als der Mensch Jesus auf die Erde kam, kam er, um zu erneuern und wiederherzustellen, was er im Anfang begonnen hatte. Deshalb müssen auch wir am Anfang anfangen; müssen wir seine Geschichte verstehen, und, wenn wir dazu bereit sind, unsere Rolle darin annehmen. Fangen wir also ganz am Anfang an, mit Gottes Geschichte …
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Prolog
Gottes Geschichte Episode 1 Die Geschichte beginnt vor langer Zeit, bevor es Zeit oder Musik gab, Farbe oder irgendetwas Lebendiges. Sie beginnt, bevor die Sterne gemacht wurden und bevor die Dinosaurier über die Erde zogen. Der Große in dieser Geschichte entschied sich, mit seinen schöpferischen Kräften unseren Planeten in Existenz zu rufen und ihn mit Tieren und Pflanzen und Flüssen und Bergen zu füllen. Der Große setzte seine Kraft nicht ein, weil er dazu gezwungen war oder weil ihm irgendetwas fehlte, sondern weil er Schönheit schaffen und mit anderen teilen wollte. Der Große machte die Bäume und Felsen und Flüsse und Tiere, aber sich selbst gab er nicht in die Dinge und die Tiere, die er schuf. Er machte sie, aber er war anders als sie. Als krönenden Abschluss seiner Schöpfung schuf der Große zwei kleine Versionen von sich, den Mann und die Frau, beschränkt in Macht und Wissen, aber von bewundernswerter Schönheit und Kreativität. Sie waren wie der Große, aber sie waren ihm nicht ebenbürtig. Der Große gab den beiden Namen, gab ihnen ein Zuhause und besuchte sie jeden Abend, um sich mit ihnen zu unterhalten und die Freude zu genießen, die sie am Umgang mit seinen anderen Geschöpfen hatten, wenn sie ihnen Namen gaben und mit ihnen spielten. Der Große schuf den Mann und die Frau für Freundschaft und Gemeinschaft mit ihm, und damit sie mit ihm zusammen seine Schöpfung lieben und sich um sie kümmern würden.
Episode 2 In der zweiten Episode der Geschichte geht es um eine große Rebellion, die im Hause des Großen ausgebrochen war. Schöne Geschöpfe, die der Große gemacht hatte, beschlossen aus einem unerfindlichen Grund, den
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Großen zu stürzen, sein Haus zu übernehmen und ihn hinauszuwerfen. Ihre Rebellion schlug fehl, und ein Drittel der schönen Geschöpfe wurde aus der Gegenwart des Großen vertrieben. Eines von ihnen besuchte schließlich den Mann und die Frau. Leider verbreitete sich die Rebellion, als das führende schöne Geschöpf zu der Frau und dem Mann sprach. Das schöne Geschöpf verführte sie, und auch sie schlossen sich der großen Rebellion an. Eine der herzzerreißenden Szenen der Geschichte ist die, in der der Große zu seinem Abendbesuch bei dem Mann und der Frau kam. Sie waren nicht da. Der Große suchte nach der Frau und dem Mann, aber er konnte sie nicht finden. Einsamkeit wurde greifbar, und Traurigkeit hing in der Luft. „Wo seid ihr?“, weinte er. „Ich vermisse euch … Warum habt ihr mich verlassen?“ Als der Große den Mann und die Frau fand, versteckten sie sich. Aus ihren Augen sprach Scham, und ihre Körper waren mit merkwürdigen Kleidungsstücken behängt. Der Mann und die Frau hatten sich in der Gegenwart des Großen immer so wohlgefühlt! Aber jetzt schämten sie sich. Das war die erschütternde Folge ihrer Rebellion. Der Mann und die Frau mussten ihr Zuhause verlassen. Der Große sprach das Urteil für ihren Verrat. Sie hatten sich nicht nur der Rebellion angeschlossen, sondern sie hatten die Freundschaft und das Vertrauen zwischen sich und dem Großen gebrochen. Ihre Trennung von dem Großen war eine Form des Todes für sie, ein Lebendig-tot-Sein. Der Tod verseuchte die Nachkommen des Mannes und der Frau und die ganze Schöpfung, wie ein fremder, von außen eingeschleppter Virus.
Episode 3 Die nächste Episode der Geschichte kann nur mit dem Wort Opfer umschrieben werden. Wenn man für jemand anderen etwas sehr Wertvolles aufgibt, ist das ein Opfer. Der Große sehnte sich danach, dass der Mann und die Frau zu ihm zurückkehrten, aber sie verharrten in ihrer Rebellion. Ihre Nachkommen folgten ihren Wegen und schlossen sich auch der Rebellion an. Wut und Gewalt erfüllte die Schöpfung des Großen. Der Große sandte dem Mann und der Frau und denen, die nach ihnen kamen, Boten und bat sie inständig, sich von der Rebellion abzuwenden. Aber sie wiesen die Boten zurück. Schließlich entschloss sich der Große, den Mann und die Frau wieder zu besuchen. Seine Boten hatten sie abgewiesen; wenn er persönlich zu
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ihnen käme, würden sie vielleicht hören, sich eines Besseren besinnen, ihren törichten Weg verlassen und zu ihrem Schöpfer zurückkehren. Der Große setzte einen Plan in Gang, den er vor langer Zeit schon gefasst hatte und der jetzt bereit war zur Ausführung. Der Plan war der größte und abschließende Versuch des Großen, die Frau und den Mann zurückzugewinnen. Er nutzte seine kreativen Kräfte, um wie der Mann und die Frau zu werden, in Güte und starker Schwäche zu ihnen zu kommen, ihnen nahe zu kommen, sie in einer Sprache anzusprechen, die sie verstanden. Sicher würden sie ihn anhören, wenn er Wie-der-Mann-wiedie-Frau würde. Der Große wollte dem Mann und der Frau so gern ins Herz flüstern, dass er sie vermisste, dass er sich nach ihrer Rückkehr sehnte. Aber er wäre sich selbst untreu geworden, wenn er ihre Rebellion ignoriert und sie wieder bei sich aufgenommen hätte, ohne dass sie bereuten, was sie getan hatten. Zu seiner großen Überraschung und Trauer wandten sich der Mann und die Frau gegen Wie-der-Mann-wie-die-Frau. Sie gaben ihm die Schuld für alle Probleme, die sie sich selbst eingebrockt hatten. Äonen aufgestauter Schuld quollen aus der Frau und dem Mann hervor. Statt zu bereuen, entschlossen sie sich zur Anklage. So geschah es, dass sie Wieder-Mann-wie-die-Frau umbrachten. Sie verspotteten ihn. Sie quälten ihn. Sie missbrauchten ihn. Sie verachteten ihn. Und sie töteten ihn.
Episode 4 Die Ablehnung des Mannes und der Frau schränkte den Großen nicht ein. Der Tod konnte den, der das Leben erschaffen hatte, nicht halten. Der Große verwirrte die Frau und den Mann, weil er ihnen nach dem Opfer erschien. Dieses kündigte er an: Er würde ihren Akt von Hass und Ablehnung umwandeln in seine Weise, ihnen zu vergeben. Statt sie für ihren Anteil an der Rebellion zu bestrafen, würde er seinen Tod gebrauchen, um ihnen Vergebung anzubieten. Er würde ihren Akt von Zorn und Ablehnung – den Tod von Wie-der-Mann-wie-die-Frau – als Ersatz für die Strafe nehmen, die sie verdienten. Wenn sie sich ihm wieder zuwenden und den Großen anerkennen und sich von der Rebellion abwenden würden, würde er ihnen vergeben. Er sagte ihnen, dass er ihre Strafe auf sich nehmen würde, obwohl sie den Tod verdienten. Seine Entscheidung war großer Bewunderung wert: Ihr Akt der äußersten Rebellion sollte sein Akt der äußersten Vergebung sein.
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Episode 5 Manche der Nachkommen des Mannes und der Frau kehrten um zu dem Großen und baten um Vergebung für ihren Anteil an der Rebellion. Zu ihrem Erstaunen erklärte der Große nicht nur, dass er ihnen vergab, sondern beauftragte sie, Geschichtenerzähler zu werden. Sie würden es dem Großen nachmachen, wenn er seine Geschichte erzählte. Und wie könnten sie die Geschichte des Großen besser erzählen als über ihre eigene Rolle darin? Damit erfüllte sich, was der Große am Anfang begonnen hatte. Der Mann und die Frau würden innige und wertvolle Gemeinschaft mit dem Großen haben. Die Frau und der Mann würden die Geschichte des Großen erzählen. Und so wurde die Geschichte weit und breit erzählt. Manche sangen die Geschichte und manche schrieben sie gleichnishaft nieder und andere lebten sie aus unter denen, die zu arm waren, um die Geschichte selbst zu lesen. Und im Erzählen der Geschichte fanden die Geschichtenerzähler die Erfüllung. Was sie in der Rebellion gesucht, aber nie gefunden hatten, genossen sie jetzt ganz von selbst in der Freundschaft mit dem Großen, indem sie ihre Rolle in der Geschichte spielten. Sie entdeckten, dass ihnen das, was in den Tagen der Rebellion verloren gegangen war, jetzt wiedererstattet wurde.
Die Geschichte geht weiter … Es gibt eine letzte Episode in der Geschichte, aber die wird noch geschrieben. Der Große lächelt und nickt nur, wenn er gefragt wird, wie die Geschichte ausgeht. Obwohl die Rebellion anhält, hat der Große den Sieg erklärt. Und das bringt uns zu deiner Rolle in der Geschichte. Ja, du spielst eine Rolle in der Geschichte. Jeder von uns. Vielleicht hilft dir dieses Buch, deine Geschichte zu schreiben und zu lernen, sie auszuleben und anderen davon zu erzählen. Deshalb wurde es geschrieben. Ohne dich ist die Geschichte unvollständig. Fangen wir also an …
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Teil 1
Jesus lieben
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Kapitel 1
Unsere Geschichte Stell dir bitte meine Reaktion vor, wenn Sallys Antwort auf meinen Heiratsantrag ungefähr so ausgefallen wäre (heute ist Sally meine Frau): Lieber Floyd, ich würde dich sehr gerne heiraten. Das wäre einfach traumhaft! Meine Antwort ist: JA! Allerdings gibt es noch ein paar Kleinigkeiten zu besprechen. Ich habe noch ein paar andere Freunde – sieben, um genau zu sein. Die meisten bedeuten mir nicht viel, aber kann ich Fred und Dennis behalten? Ich muss ja echt verliebt sein – noch nie war ich bereit gewesen, so viele meiner Freunde aufzugeben! Mama sagt, du kannst dich echt glücklich schätzen! Noch eins. Ich nehme deinen Heiratsantrag unter der Bedingung an, dass ich in Texas bei meinen Eltern wohnen bleiben kann. Ich liebe sie sehr. Sie haben so viel für mich getan, dass es mir nicht im Traum einfallen würde, sie zu verlassen. Du würdest doch sicher auch nicht wollen, dass ich ihnen weh tue, oder? Du kannst aber natürlich jederzeit vorbeikommen, wenn du möchtest. Ich bin sicher, du verstehst das. Ach, und noch ein Letztes … Ich will dich nicht verletzen, aber ich würde lieber nicht deinen Namen annehmen – McClung hört sich nun einmal nicht gerade toll an. Ich freue mich schon darauf, unseren Hochzeitstermin festzulegen! Auf ewig die Deine in unsterblicher Liebe und Hingabe Sally
Wenn Sally so auf meinen Heiratsantrag geantwortet hätte, dann hätte ich Reißaus genommen. In Wahrheit umwarb ich Sally mit vielen nächtlichen Telefongesprächen, Besuchen in Texas, um sie persönlich zu sehen, und langen Briefen, in denen ich von meinen Träumen und Wün-
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schen für unsere gemeinsame Zukunft erzählte, in der Hoffnung, dass sie diese Träume teilen würde. Ich umwarb Sally, weil ich sie liebte. Ich war überzeugt, sie sei die Richtige für mich. Als ich Sally schließlich bat, mich zu heiraten, erwartete ich, dass sie, wenn sie mich liebte und „die Richtige“ war, alle anderen um meinetwillen aufgeben würde. Und wirklich, Sally sagte Ja, sogar zum Nachnamen! Darum geht es in der wahren Liebe – sich mit ganzem Herzen an eine andere Person zu binden. Wir würden uns betrogen fühlen, wenn unser Partner irgendeine andere Art von Beziehung im Sinn hätte. Ebenso wirbt Gott um uns, weil er uns liebt. Er umwirbt uns, um uns daran zu erinnern und uns wieder zu sich zu ziehen. Am sichtbarsten gab er seiner Liebe Ausdruck, als er Jesus auf diesen Planeten sandte. Jesus ist Gottes Weise, eine Liebesbeziehung zu uns zu leben. Ebenso wie ich Sally umworben habe, so umwirbt Gott jeden von uns, in noch viel tiefgehenderer Weise.
Meine Geschichte Vor langer Zeit merkte ich, dass jeder seine eigene Geschichte mit Gott zu erzählen hat. Unsere persönliche Geschichte erlangt ihre volle Bedeutung, wenn sie an Gottes Geschichte anknüpft. Meine Gott-Geschichte teilt sich in drei natürliche Abschnitte auf; ich denke, das ist bei vielen unserer Geschichten so. Meine Geschichte handelt nicht davon, wie ich Religion gefunden habe, sondern davon, wie ich von der Religion befreit wurde. In meiner Erfahrung bedeutete Religion, wie stark gewisse Leute mein Leben und das anderer Menschen kontrollierten. Vielleicht meinten es manche dieser einflussreichen Leute ernst, aber sie waren von dem Weg der Menschenliebe, den Jesus gewiesen hatte, weit abgewichen. Der erste Teil meiner Geschichte handelt davon, wie mein Leben war, bevor ich entdeckte, dass Gott ein liebender Gott ist. Ich nenne diesen Teil „vor Jesus“.
Meine Geschichte handelt nicht davon, wie ich Religion gefunden habe, sondern davon, wie ich von der Religion befreit wurde.
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Vor Jesus Ich bin christlich religiös aufgewachsen. Wir gingen vier oder fünf Mal die Woche zur Gemeinde. Es gab viele verschiedene Arten von Zusammenkünften: Gebetstreffen, Erweckungsversammlungen, Treffen unter der Woche, Jugendstunden und natürlich die Sonntagsgottesdienste. Zweimal am Sonntag! Ich glaube, es gab viel ehrlichen Eifer, aber das Ergebnis war, dass die Leute innerhalb einer religiösen Seifenblase von Treffen und christlicher Kultur lebten. Als Teenager wurde ich sehr zynisch hinsichtlich meiner christlichen Religion, als ich merkte, wie heuchlerisch manch einer lebte. Viele Leute in meiner Gemeinde bekannten die eine Sache und lebten eine andere. Es gab eine Menge Regeln, aber nicht viel Liebe. Manchmal strengte ich mich sehr an, um konform zu sein, aber insgesamt war es ein schwerer Weg, gekennzeichnet von Unsicherheit und Leistungsdenken auf meiner Seite. Meine Eltern waren gut. Ja, mein Vater war sogar Pastor. Er war ein gottesfürchtiger Mann, tief religiös im besten Sinne des Wortes. Er betete jede Stunde des Tages, liebte sehr schwierige Leute und widmete sein Leben ganz der Aufgabe, seiner „Herde“ ein guter Hirte zu sein. Aber mit anderen in unserer Gemeinde hatte ich Probleme. Eine Sache, die ich am schwierigsten fand, war, wie sehr die Leute einander verurteilten. Sie urteilten aufgrund der Kleidung, die man trug, was man für Gott tat oder nicht tat und ob man die vielen Regeln der Gemeinde in Bezug auf einen „heiligen Lebensstil“ einhielt. Als älterer Teenager bemerkte ich schließlich, dass ich selber wie die Leute wurde, die ich verachtete. Irgendwie hatte diese religiöse Einstellung den Weg in mein Herz gefunden. Je mehr ich damit zu tun hatte, desto mehr wurde ich zu dem, was ich verachtete. Dass ich mit all dem Getöse und den Regeln und Versammlungen aufwuchs, bewirkte auch, dass ich mir wie ein Versager vorkam. Ich lebte mit unangebrachten Schuldgefühlen, wusste aber damals gar nicht, dass es falsche Schuldgefühle waren. Ich schämte mich ständig und fühlte mich getrieben, mich des Segens der Gemeinde würdig zu erweisen. Ich lernte, meine Sünden und Schwächen vor den anderen in der Gemeinde zu verstecken, und bemühte mich um ihre Bestätigung und Annahme.
Wie Gottes Liebe real für mich wurde Mit das Beste, was mir je passierte, ist, dass ich von zu Hause auszog und zur Universität ging. Ich liebte Sport, und das wurde ein wichtiger
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Teil meines Lebens. Ich hatte Erfolg und wurde durchaus ein bisschen berühmt, und das gab mir Selbstbewusstsein. Man wählte mich zum Kapitän unseres Basketballteams, und wir reisten durch das Land und schlugen Teams von Universitäten, die zehn- und zwanzigmal so groß waren wie unsere. Überall in den Vereinigten Staaten berichteten die Zeitungen über uns. Profi-Scouts von der NBA kamen, um uns spielen zu sehen. Es war wahnsinnig! Aber gleichzeitig erlebte ich, was meinen Glauben anging, ein Chaos. Damals hatte einer meiner Professoren sehr viel Einfluss auf mein Leben. Ich mochte ihn als Person; er war ehrlich, er verbrachte auch privat Zeit mit den Studenten, kam zu unseren Veranstaltungen und den Turnieren, an denen ich beteiligt war, und er wurde ein Vorbild für mich. Dieser Professor war ein sehr frommer Mann, aber überhaupt nicht „religiös“. Das faszinierte mich und machte mich neugierig. Nach jeder Vorlesung, egal über welches Thema er gesprochen hatte, schob er seine Unterlagen zurück, stand hinter dem Pult auf und sprach zu uns über das, was ihm auf dem Herzen lag. Er flehte uns an, Männer und Frauen zu sein, die die Welt verändern würden. Er sprach voller Leidenschaft über Freiheit von den Ketten der Religion. Er forderte uns auf, ganz menschlich zu sein und ganz lebendig. Eines Tages stand er wieder wie üblich am Ende der Vorlesung da und flehte uns an, Männer und Frauen des Glaubens zu sein, die die Welt verändern würden. Heute sprach er über den Unterschied zwischen Regeln/Religion und Gottes Liebe. Er erklärte uns den Unterschied zwischen zwei Motiven für unser Verhalten: Wollen wir, dass die Leute uns in Ordnung finden, oder lieben wir Gott von Herzen? In dem Moment erkannte ich, dass ich bis dahin mein ganzes Leben lang versucht hatte, mich so zu verhalten, dass ich den Leuten gefalle; aber das war nicht, was Gott von mir wollte, und es brachte Gott auch nicht irgendwie dazu, mich zu lieben. Mein Professor beschwor uns, frei von Religion in der Gnade und Liebe Gottes lebendig zu werden. Es war, als wäre in meinem Herzen ein Licht angegangen. Ich stimmte ihm innerlich zu, und in dieser Zustimmung fand eine Umwandlung statt. Als ich den Vorlesungssaal verließ, war ich frei. Ich merkte, dass mir eigentlich immer beigebracht worden war, Christsein sei Pflichterfüllung für Gott, nicht Freude an Gott. In aller Stille beschloss ich, für die Freude und nicht für die Pflichterfüllung zu leben.
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Wie Jesus mein Leben veränderte Als Ergebnis dieser inneren Umwandlung, die damals stattfand, fiel mir die Last der Regeln-Religion ab wie ein Sack voller Steine. Sie hatte mir schwer auf den Schultern gelegen und mich niedergedrückt – und diese Last war weg. Wer sie genommen hatte und wie das geschehen war, darüber war ich mir nicht ganz im Klaren, aber die Last der Religion war weg. Ich fühlte mich frei. Ich wusste von dem Moment an, dass ich nichts zu tun brauchte, ja, nichts tun konnte, um zu erreichen, dass Gott mich liebte. Ich fand neue Freiheit, Gott einfach deshalb zu lieben, weil er mich zuerst geliebt hat. Ich erkannte, dass ich nichts tun musste, um Gottes Liebe zu verdienen. Ich fühlte mich leicht, frei und voller Hoffnung. Seit jenem Tag lebe ich in der Freiheit eines Menschen, von dem Gefängnisketten abgefallen sind. Ich lebe wie ein Waisenkind, das in eine liebevolle Familie adoptiert wurde. Ich fühle mich, als hätte ich das große Los gezogen. Ich fühle mich ganz und gar menschlich, lebendig und frei, Gottes Schönheit zu genießen. Ich fühle mich nicht allein, oder als müsste ich etwas tun, um die Anerkennung von Menschen oder von Gott zu bekommen. Von Gott geliebt zu werden ist unglaublich. Ich reagiere auf diese unfassbare Liebe, indem ich seine Liebe und Vergebung annehme. Gott zu lieben fängt mit dieser besonderen Entdeckung an, dass er uns zur Nähe und Freundschaft mit ihm geschaffen hat. Es geht einher mit der Sehnsucht, das Leben bis zum Äußersten auszukosten, alles zu sehen und zu schmecken und zu hören, was das Leben für uns hat. Bei Gott warten Abenteuer auf uns, Schönheit, die er mit uns gemeinsam genießen will, Träume und Sinn und Sicherheit und Bedeutung, die er uns geben will.
Liebe zu Jesus ist nicht religiöse Pflichterfül lung oder eine Leistung, mit der wir Men schen beeindrucken wollen. Jesus zu lieben heißt, uns von ihm lieben zu lassen und dann das Herz zu öffnen und ihn wiederzulieben.
Was bedeutet es, Jesus zu lieben? Im ersten Teil dieses Buchs geht es um die Liebe zu Jesus. Ich weiß, und das weißt du sicherlich auch, dass Liebe zu Jesus sowohl eine Reaktion auf seine Liebe zu uns ist als auch eine Verpflichtung, die Tag für Tag ausgelebt
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werden will. Das ist nicht möglich, wenn wir nicht zulassen, dass Gott uns bis zu dem Punkt liebt, wo er unsere ganze Hingabe hat. Von Jesus „gefangen genommen“ zu sein heißt, von ihm gefesselt zu sein, fasziniert, gebannt von dem, wer er ist, und dem, was er für uns hat. Jesus zu lieben ist eine Liebes-Antwort auf seine Liebe zu uns. Bei der Liebe zu Jesus geht es darum, dass wir ihn uns zu dem Punkt lieben lassen, wo wir ihm genug vertrauen, um ihm unser gesamtes Leben zu überlassen. Das heißt, ihm unser Herz zu öffnen, nichts zurückzuhalten, alles zu bekennen – alle unsere Schwächen und unsere Ängste, unsere Träume und unsere Sehnsüchte. Jesus zu lieben ist eine Lebensweise, die ständig dem Druck und der Versuchung zu Konformität und Kompromiss ausgesetzt ist. Dieser Druck kann unendlich vielen Quellen entspringen, von dem Einfluss unserer Kultur und ihren verdorbenen und entmenschlichenden Forderungen bis zu den harmloseren, aber manchmal schmerzlichen Wechselbeziehungen mit Freunden und Familie. Er kann von Kollegen und Mitschülern ausgehen, von Filmen, Fernsehen oder bestimmten Musikrichtungen. Jesus möchte uns die Kraft geben, dem Druck standzuhalten, der seinem Weg entgegensteht, damit wir unser Leben für ihn und in seinem Sinn leben können. Bob Dylan singt das in einem Gospel:5 „You’re gonna have to serve somebody, yes indeed …“ (Irgendjemandem musst du dienen, jawohl, / du musst jemandem dienen. / Das kann der Teufel oder das kann der Herr sein, / aber einem musst du dienen.) Jeder von uns ist Sklave von etwas oder jemandem. Wir wurden geschaffen, um Gott ganz hingegeben zu sein, und wenn wir Gott nicht ganz hingegeben sind, dann werden diese Fähigkeit und das Bedürfnis, sich hinzugeben, auf jemanden oder etwas anderes übertragen. Der Apostel Paulus spricht in seinem Brief an die römischen Christen im Neuen Testament von dieser Fähigkeit zur Hingabe als einer Art von Anbetung: „Ihr wisst aus eigener Erfahrung gut genug, dass es sogenannte Akte der Freiheit gibt, die die Freiheit zerstören. Entscheidet euch z. B. für Sünde, dann ist das eure letzte freie Entscheidung. Entscheidet euch aber für die Wege Gottes, dann werdet ihr immer frei sein“ (Röm. 6,16; nach The Message). Paulus behauptet, dass manche von uns Sklaven der Liebe sind und manche Sklaven der Sünde. Wir können nicht zwei Herren dienen. Wir dienen dem, den wir lieben, und wir lieben den, dem wir dienen. Jesus zu lieben ist wirklich nichts weniger als unsere Liebesantwort auf seine Liebe zu uns. Liebe zu Jesus ist nicht religiöse Pflichterfüllung oder
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eine Leistung, mit der wir Menschen beeindrucken wollen. Jesus zu lieben heißt, uns von ihm lieben zu lassen und dann das Herz zu öffnen und ihn wiederzulieben.
Wir dienen dem, den wir lieben, und wir lieben den, dem wir dienen. Danach äußert sich Paulus mit diesen unglaublichen Worten über die Liebe Gottes: Denn alle, die ihr Vertrauen auf Gott setzen, sind Kinder Gottes. Daraus folgt, dass ihr befreit seid von einem Verhalten wie ängstliche, geschlagene Sklaven. Ihr solltet glauben und euch stattdessen wie Gottes eigene, angenommene Kinder verhalten, die geliebt und in seine Familie aufgenommen sind. Ihr könnt ihn in aller Freiheit ‚Lieber Vater‘ nennen. Und dessen sollt ihr gewiss sein: Der Vater hat den Heiligen Geist gesandt, um tief in eurem Herzen zu euch zu sprechen – und er spricht weiter zu euch, bis ihr es schließlich glaubt –, dass ihr Gottes geliebte Kinder seid (Röm. 8,14–16; nach Floyd McClung).
Obwohl wir einst Sklaven unserer Leidenschaften, Wünsche, Ängste und Verletzungen waren, sind wir jetzt frei, Gott von ganzem Herzen zu lieben. Wir brauchen nicht mehr Sklaven jener Dinge zu sein, die uns einst gefangen hielten. Das ist die gute Nachricht des Evangeliums! Gottes Liebe ist uns gegeben, damit sie unser Denken erfüllt, unsere Kernwerte (die „wirklichen“ Überzeugungen) und, als Folge, unser Verhalten verändert. Wir benehmen uns nicht anders, um von Gott geliebt zu werden, sondern weil wir von Gott geliebt werden. Wenn wir uns Gottes Liebe, die in Jesus offenbart ist, ganz überantworten, dann erkennen wir, dass Gott nicht darauf aus ist, uns für vergangene Sünden zu bestrafen, sondern uns von ihnen befreien will. Er ist nicht darauf aus, für unser Versagen in der Vergangenheit Schande auf uns zu laden, sondern will unsere Schande von uns nehmen und uns mit der lang ersehnten, vollen Zugehörigkeit beschenken.
Wir benehmen uns nicht anders, um von Gott geliebt zu werden, sondern weil wir von Gott geliebt werden.
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Was trennt uns von der Liebe Gottes? Nichts hindert uns so sehr, die Liebe Gottes zu empfangen, wie die in unserem Denken entstehenden Lügen darüber, wer Gott ist und wer wir sind. Paulus beschreibt diese Lügen als „Festungen“ in unserem Denken, als ob der Betrug dort sein Militärcamp aufgeschlagen hätte, um gegen uns in den Krieg zu ziehen. Ein Freund von mir nennt diese Lügen das Drehbuch, nach dem wir zu leben versuchen, das aber nicht unser „wirkliches Ich“ ist. Dieses Drehbuch vermittelt uns unsere Erziehung, unsere Kultur und unsere schmerzlichen Lebenserfahrungen. Die Drehbücher sind eine Sammlung von Lügen, die sich in unserem Herzen festsetzen, selbst wenn wir mit dem Verstand etwas anderes für richtig halten. Gottes Wort sagt uns, dass wir kämpfen müssen, um an der Wahrheit festzuhalten; wir dürfen diesen Lügen nicht passiv gegenüberstehen. Wir leben zwar in dieser Welt, kämpfen aber nicht mit den Waffen dieser Welt. Die Waffen, die wir bei unserem Feldzug einsetzen, sind nicht irdisch, aber sie haben durch Gott die Macht, Festungen zu schleifen; mit ihnen reißen wir alle hohen Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes auftürmen. Wir nehmen alles Denken gefangen, sodass es Christus gehorcht (2. Kor. 10,3–5; EinhÜ)
Die Lügen, die uns von der Liebe Gottes fernhalten, haben oft die Form von Anschuldigungen oder Misstrauen gegen die Güte Gottes. Das liegt daran, dass der unbearbeitete Schmerz von Verletzungen, Beleidigungen, Ablehnung und Missbrauch in der Vergangenheit sie stützt. Ob man Lügen über sich selbst oder Gott glaubt, lässt sich gut feststellen, denn diese erzeugen Hoffnungslosigkeit und Misstrauen. Gottes Part an unserer Befreiung von diesen Lügen war, dass er seinen Sohn, Jesus, sandte, um am Kreuz für unsere Sünden zu sterben. Dieser große Akt der Erlösung ermöglicht uns, frei zu sein vom falschen Ich, die Person zu sein, als die Gott uns geschaffen hat. Unser Part ist, den Lügen zu widerstehen, die Wahrheit aufzunehmen und für das einzustehen, was wahr ist. Es bedeutet auch, denen zu vergeben, die uns diese Lügen, auch die über uns selbst, vermittelt haben. Es macht uns stark, den Menschen zu vergeben, die uns wehgetan haben, und Verantwortung für unsere eigenen Gefühle und Entscheidungen zu übernehmen. Das ist die Schlacht, die wir schlagen, und im Kämpfen für die Wahrheit werden wir stark. Wir überwinden Passivität und Angst und Zorn und Hass. Es ist nicht leicht, aber es lohnt sich wirklich, zu kämpfen, um Gottes Liebe zu erfassen.
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Jesus zu lieben und seine Liebe zu uns zuzulassen heißt für das zu kämpfen, was wir mit dem Verstand als wahr erkannt haben, und lässt seine Liebe tief in unser Herz eindringen. Dabei erlauben wir, dass die Lehrmeinungen, von deren Gültigkeit unser Verstand überzeugt ist, in der Tiefe unseres Seins real werden, tief in unser Herz eindringen. An dieser Stelle verändert uns die Liebe Gottes in Jesus. An Jesus zu glauben ist nicht nur einfach etwas Nettes, Religiöses. Es ist auch das Integrieren dieses Glaubens ins Innerste unseres Wesens, damit es uns verändert.
An Jesus zu glauben ist nicht nur einfach et was Nettes, Religiöses. Es ist auch das Inte grieren dieses Glaubens ins Innerste unseres Wesens, damit es uns verändert.
Die Kosten der Freiheit Du kannst frei sein, Gott mit deinem ganzen Sein zu lieben. Nicht als religiöser Spinner, sondern als ein heiler, leidenschaftlicher, freier Mensch. Und dabei wirst du befreit, dir der Liebe Gottes zu dir intensiv bewusst zu sein. Gott zu lieben heißt, ganz lebendig zu sein, ganz Mensch, all das, wozu man geschaffen wurde. Es schließt das Herz auf und befreit zum Überwinden von Ängsten. Aber es hat seinen Preis. Gott lädt uns ein, uns um der Freude willen, ihn zu kennen und zu lieben, von geringeren Vergnügen abzuwenden. Sein Part ist es, uns zu lieben; unser Part ist es, uns von den Freuden der Sünde ab- und der einen großen und wahren Freude zuzuwenden – Gott selbst. Jesus erzählte ein Gleichnis von einem Mann, der einen Turm bauen wollte, aber nicht genug Geld hatte, ihn zu Ende zu bauen. Er sagte, der Mann hätte sich hinsetzen und die Kosten überschlagen sollen, bevor er anfing zu bauen. Das hätte ihm Schande und nutzlose Mühe erspart. „Darum“, sagt Jesus, „kann keiner von euch mein Jünger sein, wenn er nicht auf seinen ganzen Besitz verzichtet“ (Lk. 14,33; EinhÜ). Wer darüber nachdenkt oder sich schon entschieden hat, Jesus ganz hingegeben nachzufolgen, muss überschlagen, was es kostet, ihn an die erste Stelle seines Lebens zu setzen. Das bedeutet nicht zu verleugnen, wozu man geschaffen wurde, sondern vielmehr, sich von den falschen Überzeugungen und Verhaltensweisen zu distanzieren, die einen möglicherweise davon abgehalten haben, all das zu sein, wozu man geschaffen
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wurde. Wenn wir nicht bereit sind, diese totale Hingabe zu vollziehen, dann müssen wir vor uns selbst zugeben, dass wir nicht in der Lage sind, eine Liebesbeziehung mit Jesus einzugehen und zu genießen.
Was Liebe zu Gott nicht bedeutet Viele Leute versuchen jahrelang, etwas zu genießen, wovon sie nicht viel verstehen. Um zu erfassen, was es heißt, Jesus zu lieben, müssen wir überlegen, was es nicht heißt.
Jesus zu lieben heißt nicht, „religiös“ zu werden Voller Begeisterung über Jesus und seinen neu gefundenen Glauben schloss sich mein Freund David einer Gemeinde an – und das Erste, was man ihm aushändigte, war ein Satz Verhaltensregeln! Darin war alles vorgeschrieben: wann er wohin gehen durfte, wie lang sein Haar sein durfte, bis hin zu der Art von Personen, mit denen er Gemeinschaft haben durfte. Die Regeln schrieben vor, wie man geistlich zu sein hatte. Tragischerweise behandelten sie alles, nur nicht das, worauf es wirklich ankommt: ein Herz voller Hingabe für Jesus, was sich natürlich nicht auf einen Satz Regeln reduzieren lässt. Sich dem Geistlichen über Regeln anzunähern, kann Konformität ohne Freude und Eifer ohne echte Reife bewirken. Ich habe erlebt, dass es dem Eifer manchmal an Tiefe fehlt und er sogenannte „Modellchristen“ hervorbringt, die in Wirklichkeit nur Imitationen des Eigentlichen sind, wie Spielzeugfigürchen aus Plastik. Manche religiösen Leiter fürchten diese Ansicht oder nehmen sie übel, aber das liegt daran, dass sie anders die Leute nicht kontrollieren können.
Sich dem Geistlichen über Regeln anzunä hern, kann Konformität ohne Freude und Eifer ohne echte Reife bewirken. Jesus tadelte die Pharisäer seiner Tage, weil sie die Beziehung zu Gott auf eine Anzahl detaillierter und oft lächerlicher Regeln reduziert hatten, die ihnen die Kontrolle über das Leben anderer gab. Doch auch heute gibt es einige christliche Leiter, die leider genauso denken. Sie machen Menschen auf die Weise „heilig“, dass sie sie mit einer langen Liste von Geboten und Verboten belasten oder aber mit der Forderung, Geistlichkeit ganz genau so zu definieren, wie sie selbst es tun. Dieser Ansatz bewirkt jedoch nur Angst, Abhängigkeit und Verdammnisgefühle. Je mehr Kon-