Tim Ruthven
Edelsteine Tägliche Stille Zeit Neues Testament
April–Juni
11. Auflage 2007 (1. Auflage der Quartalshefte) Titel der Originalausgabe: Gems – A Daily Devotional And Bible Reading Program © Tim Ruthven © der deutschen Ausgabe 2007 ASAPH GmbH, Lüdenscheid Bibelzitate wurden in der Regel der Schlachter-Übersetzung von 1951 bzw. der Schlachter Version 2000 (Genfer Bibelgesellschaft) entnommen und an die neuen Rechtschreibregeln angepasst. Eventuelle Auslassungen wurden durch drei Punkte im Text angezeigt. Umschlaggestaltung: IMAGE Grafik-Design, D-Landsberg/Jens Wirth, ASAPH, unter Verwendung von Fotos der Bilddatenbank www.pixelio.de Satz: Jens Wirth, ASAPH Druck: Schönbach-Druck, D-Erzhausen Printed in the EC Quartalsheft Januar bis März ISBN: 978-3-935703-89-5 Best.-Nr.: 147389 Quartalsheft April bis Juni ISBN: 978-3-935703-90-1 Best.-Nr.: 147390 Quartalsheft Juli bis September ISBN: 978-3-935703-91-8 Best.-Nr.: 147391 Quartalsheft Oktober bis Dezember ISBN: 978-3-935703-92-5 Best.-Nr.: 147392 Set Januar bis Dezember (vier Hefte) ISBN: 978-3-935703-88-8 Best.-Nr.: 147388 Für kostenlose Informationen über unser umfangreiches Lieferprogramm an Büchern, Musik usw. schreiben Sie bitte an: ASAPH, D-58478 Lüdenscheid E-Mail: asaph@asaph.net – Internet: www.asaph.net
»Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.« (Kolosser 3,16)
Zu unserem Wachstum im Glauben gehört die tägliche Begegnung mit Jesus – im Gebet und im Lesen seines Wortes. Reserviere dafür jeden Tag eine feste Zeit, am besten morgens. Die Edelsteine sind dabei eine gute Hilfe. So kann man jedes Jahr die ganze Bibel lesen. Außer diesen Heften zum NT gibt es auch ein entsprechendes Buch zum AT. Um andere anzuregen, Jesus durch die Bibel kennenzulernen, steht ein kostenloses Probeheft der Edelsteine zur Verfügung (zum ganzen Markusevangelium). Der Verfasser Tim Ruthven, Neuseeland, wurde nach einer unglücklichen Kindheit und Jugend von Gott in die Nachfolge gerufen. Seitdem ist sein Anliegen und sein Auftrag, Menschen zu einer persönlichen Gemeinschaft mit Jesus Christus zu helfen.
Hilfen für die Stille Zeit 1. BETE, dass Gott durch sein Wort und seinen Geist zu dir redet. 2. LIES den angegebenen Bibelabschnitt aufmerksam durch. Streiche an, was dir wichtig ist. 3. DENKE darüber nach, mach dir Notizen. Lies dazu die Edelsteine. 4. LOBE, DANKE, BITTE. 5. TU, was du gehört hast. Jesus: »Wer mich liebt, wird tun, was ich sage« (Johannes 14,23).
Drei Arten, die Bibel zu lesen 1. In der »Stillen Zeit« zu einem Bibel-Abschnitt beten und fragen: »Jesus, was willst du mir jetzt sagen – mit welchem Vers oder Gedanken? Lass mich erkennen, wer Gott ist, seinen Willen oder seinen Plan für mich, seine Ermutigung oder seine Korrektur.« »Lass mich am Morgen hören deine Gnade, denn ich hoffe auf dich« (Psalm 143,8). 2. Außerdem ist es gut, das zu tun, was die Christen in Beröa taten (Apostelgeschichte 17,11): Sie »forschten täglich in der Schrift, ob es sich so verhielte«, z. B. mit verschiedenen Übersetzungen, Parallelstellen, einer Konkordanz, einem Kommentar. 3. »Flächenlesen«. Längere Abschnitte oder mehrere Kapitel lesen – auch wenn man nicht alles verstehen und aufnehmen kann. So lernt man größere Zusammenhänge und ganze biblische Bücher kennen. Dadurch wächst die Ehrfurcht vor dem heiligen Gott der ganzen Bibel. »Jesus Christus ist derselbe gestern und heute und bleibt es auch in Ewigkeit« (Hebräer 13,8).
Und noch ein Tipp: Wenn du einmal nicht zu der vorgesehenen Lesung gekommen bist, versuche nicht, diese nachzuholen. Lies einfach weiter. Alle Abschnitte kommen ja nächstes Jahr wieder dran.
Der Verfasser – Tim Ruthven – ist im Slum und im Waisenhaus aufgewachsen. Er besuchte eine Schule für verhaltensgestörte Kinder und hat ausgiebige Erfahrungen mit Alkohol, Gefängnissen und einer unglücklichen Ehe gemacht. Aber Gott hat ihn herausgeholt aus Elend und Verbrechen und hat seine Vergangenheit und Ehe geheilt. Er wurde erst Lehrer, dann Pastor. Jetzt gebraucht ihn Gott in verschiedenen Erdteilen und in Kirchen vieler Konfessionen, um Menschen zu einer kindlichen, vertrauensvollen Beziehung zu Jesus zu verhelfen und sie auf Erweckung vorzubereiten. Tim Ruthven schreibt: »Seit Jahren folge ich diesem Bibelleseplan. Das gibt mir die Möglichkeit, die Bibel als Ganzes zu sehen und zu schätzen und nicht nur Bruchstücke. Alles wurde an seinen Platz und in den Zusammenhang gerückt. Die Folge war, dass ich einen tiefen Hunger nach Gott bekam. Ich begann nachzusinnen und zu graben und nach den Versen Ausschau zu halten, die mich anregten. Es war nicht immer leicht, und ich hatte nicht immer Zeit dafür – aber je mehr ich suchte, desto mehr fand ich. Nach und nach lernte ich den kennen, der hier spricht: Gott.« Einige Fragen an Tim Ruthven »Ich spreche zu Gott beim Autofahren und bei der Arbeit. Meinen Sie, dass ich in meinem Leben noch etwas anderes brauche?« »Ja! Paulus würde das, was Sie tun, wahrscheinlich ›Beten ohne Unterlass‹ nennen, und das ist sehr nützlich für unser geistliches Leben. Ich möchte Sie von dieser Gewohnheit nicht abhalten, sondern bete, dass andere Ihrem Beispiel folgen. Trotzdem ist es nicht das, was mit ›Stille Zeit‹ gemeint ist (nämlich die ›Kämmerlein‹-Erfahrung). In Matthäus 6,6 sagt Jesus: ›Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein …‹ Unser geistliches Leben wird lebendig, und wir werden empfindsam für die Gegenwart Gottes, wenn wir eine feste Zeit und einen festen Ort einrichten, um Gott zu begegnen. Dies ist eine Zeit engster Gemeinschaft mit Gott, eine Zeit, in der Gott die Ernsthaftigkeit unseres Handelns sieht – wir lassen ja alles beiseite, was wir tun können, um mit ihm allein zu sein. Wenn wir den Tag in unserer ›Gebetskammer‹ mit Gott begonnen haben, wird die Gemeinschaft, die wir im Auto und bei der Arbeit mit ihm pflegen, noch tiefer.«
»Wollen Sie sagen, dass Sie Gott ständig hören, dass er jeden Tag in Ihrer ›Gebetskammer‹ mit Ihnen spricht?« »Nein, das sage ich nicht. Ich meine, dass ich mich für ihn verfügbar mache. Manchmal wird eine Schriftstelle oder ein Teil davon für mich lebendig. Ein andermal lese ich den gleichen Tagesabschnitt immer wieder, bis ich etwas habe, worüber ich nachdenke. Wenn das nicht gelingt, nehme ich mir die 2. Tageslesung vor. Dann wende ich mich vielleicht den Sprüchen zu und lese das Kapitel, das zum Datum des Tages passt (am 5. des Monats das 5. Kapitel). Wenn mich immer noch kein Vers anspricht, nehme ich an, dass der Herr mir im Moment nichts zu sagen hat, und ich erinnere mich daran, dass ich rein gemacht bin durch den Umgang mit dem Wort. Wir können nicht in der Gegenwart Jesu sein und ihm vertrauen, ohne dass er sich darüber freut. So gehe ich meinen Weg weiter und freue mich und preise Gott, dass er mir den heutigen Tag anvertraut.« »Warum legen Sie so eine Betonung auf einen Bibelleseplan?« »Dieser Plan gibt mir jeden Tag einen bestimmten Abschnitt, in dem ich Gott begegnen kann, und ich habe den Eindruck, dass Gott gerne weiß, wo er mich jeden Tag in seinem Wort finden kann. Wenn ich jedes Jahr die Bibel einmal ganz durchlese, gebe ich Gott die Möglichkeit, die ganze Bibel in mein Leben einzubauen. Paulus schrieb an Timotheus: ›Jede Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich …‹ (2. Tim. 3,16). Allmählich – im Laufe der Jahre – beginne ich, die Bibel als Ganzes zu sehen. Ich strebe danach, das Wort in meinem Alltagsleben zu erfahren.« »Tim, ich habe Schwierigkeiten, am frühen Morgen aus dem Bett zu kommen.« »Kaufen Sie sich einen Wecker! Und außerdem – prüfen Sie Ihr Herz. Hatten Sie in Ihrem Leben einmal den ganz starken Wunsch, etwas zu tun, was von Ihnen frühes Aufstehen erforderte? Wenn ich etwas ganz heiß ersehne, kommt es mir auch nicht darauf an, früher aufzustehen. Sehnen wir uns wirklich mehr nach Gott als nach irgendetwas anderem in unserem Leben? In der Stillen Zeit entfaltet sich das Leben des Herzens. Wir gewinnen den lieb, der uns zuerst geliebt hat. Nehmen Sie sich Zeit in der Erwartung, dass Gott die belohnt, die ihn suchen (Hebr. 11,6). Dann bitten Sie Gott täglich, dass er Ihnen die Gnade verleiht, ihn an die erste Stelle in Ihrem Leben zu setzen, und dass Sie den Wunsch haben, ihm jeden Tag zu begegnen. Lassen Sie sich durch Ihr Versagen nicht entmutigen, sondern fahren Sie fort, Gott zu suchen, bis er dies in Ihrem Leben bewirkt. Er wird Ihnen Ihren Herzenswunsch erfüllen!«
1. April Neutestamentliche Lesung Lukas 8,1-21 Und es geschah danach, dass er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf zog, wobei er das Evangelium vom Reich Gottes verkündigte; und die Zwölf waren mit ihm. (Lk. 8,1) Wenn wir Jesu Gebet in Johannes 17 lesen, dann bekommen wir eine Ahnung von der frohen Botschaft, die Jesus verkündigt hat. Wir entdecken, dass er gekommen ist, um denen ewiges Leben zu geben, die ihm der Vater gegeben hat. Jesus sagte: »Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen « (Jh. 17,3). Die gute Nachricht von Gottes Reich ist das ewige Leben. Ich zweifle nicht daran, aber es ist schwer für uns, die Ewigkeit zu verstehen. Wir versuchen zuerst einmal, sie zu messen, aber auf die Ewigkeit lässt sich kein Zeitmaß anwenden, weil sie kein Ende hat. Das Maß, mit dem man die Ewigkeit messen kann, hat nichts mit einer Zeitspanne zu tun, sondern bezieht sich auf die Qualität. Die Qualität des Lebens, wie sie uns im Reich Gottes angeboten wird, lässt sich von uns durchaus beurteilen (z. B. Freiheit gegenüber Gebundenheit). Jesus sagt zu Nikodemus, dass ein Mensch nur dann in das Reich Gottes hineinkommen kann, wenn er wiedergeboren ist (Jh. 3,5). In Gottes Reich kommen bedeutet, eine Lebensqualität kennenzulernen, die außerhalb des Reiches Gottes, in der gefallenen, sündigen Welt, nicht bekannt ist. Das Reich Gottes zu betreten heißt, die Natur Christi anzuziehen. Wir sollen Königssöhne und Königstöchter im Königreich sein, und es ist die große Freude des Vaters, in uns die Natur und den Charakter eines Sohnes oder einer Tochter herauszuarbeiten. Dadurch entwickelt sich in uns eine Qualität des Lebens, die die Welt nicht kennt. Das ist doch wirklich eine frohe Botschaft für jeden Menschen! Die Welt muss uns aus ihrem Griff entlassen. Ganz gleich, was wir gewesen sind, ganz gleich, wie die Sünde heißt, an die wir gebunden waren, sie muss uns frei lassen für Gottes Reich. Gottes Worte sind die frohe Botschaft, dass Befreiung da ist. Wir sind befreit durch das Blut Jesu Christi, dem Reich dieser Welt die Treue zu brechen und in Gottes Reich hineinzukommen. Es gibt keine Macht noch Gewalt, Angst, Zweifel, Bindung oder ein Gefangensein in unseren Gefühlen, das uns in dieser Welt festhalten kann. Alles muss sich dem Blut Jesu Christi unterwerfen, das das Werk der Reinigung und Befreiung vollbracht hat. Die gute Nachricht von Gottes Reich besteht darin, dass es uns gehört, und zwar jetzt, damit wir in alle Ewigkeit darin leben sollen. Ein Edelstein für heute: »Und das ist die Verheißung, die er uns verheißen hat: das ewige Leben.« (1. Joh. 2,25) Alttestamentliche Lesung Richter 6.7
2. April Neutestamentliche Lesung Lukas 8,22-56 Er aber sprach zu ihr: Tochter, dein Glaube hat dich gerettet; gehe hin in Frieden! (Lk. 8,48) Wir wissen von Jesu wunderbarer Geburt, die außergewöhnlich war, obwohl sie der Welt niedrig erschien. Die Welt übersah diesen Anfang, und selbst Gottes Volk nahm dieses Ereignis, das Bedeutung für die ganze Welt haben sollte, nicht wahr. Der Himmel beachtete die Geburt Jesu und verkündigte sie durch die himmlischen Heerscharen der Engel, aber danach war Schweigen. Ein Prophet und eine Prophetin, ein paar Hirten sowie Fremde aus einem fernen Land erkannten das Christkind, aber nachdem diese Ereignisse stattgefunden hatten und das Gesetz erfüllt worden war, trat Stille ein. Die Bibel erwähnt Jesu Rückkehr nach Israel aus Ägypten, eine Begegnung des Jungen mit den Schriftgelehrten im Tempel, und dann wieder Schweigen. Achtzehn Jahre später verließ Jesus seine Zimmermannswerkstatt und kam, wie viele andere, zu der Menge, die am Jordanufer versammelt war, um Johannes den Täufer vom Kommen des Messias reden zu hören. Von dem Tag an, an dem Jesus den Heiligen Geist empfing, hätte die Welt die Bücher nicht fassen können, wenn man alle mächtigen Offenbarungen von Gottes Reich in Jesu Leben hätte aufschreiben wollen. Jesus lebte in einer engen Beziehung mit dem Vater und war ausgestattet mit der Kraft aus der Höhe. In der heutigen Lesung sehen wir etwas von Jesu Leben im Reich Gottes hier auf der Erde. Während die Jünger sich vor dem Sturm fürchteten, schlief Jesus. Frieden war in seinem Herzen, weil er dem Vater völlig vertraute, dass er über ihm wachte. Selbst die Dämonen unterwarfen sich Jesus, denn sie anerkannten ihn und sein Reich. Auch die Krankheit konnte nicht im Körper der Frau bleiben, als sie mit dem Reich Gottes in Berührung kam, indem sie den Saum der Kleidung des Königs erfasste. Der Tod musste sich dem Leben des Königreiches Gottes unterwerfen. Dreieinhalb Jahre lang offenbarte Jesus so die Kraft und die Gegenwart des Reiches Gottes. Die Welt konnte dem nicht standhalten, und auch jetzt – fast zweitausend Jahre danach – wird sie noch immer von Jesu Wirken erschüttert. Nichts hat sich geändert. Wenn du Jesus im Glauben erfasst, dann berührt dich Gottes Reich. Jesus sagte, dass wir suchen und anklopfen sollen, so wie die Frau mit dem Blutfluss, die sich ihren Weg durch die Menge bahnte, um Jesus zu berühren. Sie tat es im Glauben, und durch den Glauben wurde sie gesund und empfing nicht nur körperliche Heilung, sondern auch Frieden. Ein Edelstein für heute: »Einem festen Herzen bewahrst du den Frieden, den Frieden, weil es auf dich vertraut« (Jes. 26,3). Alttestamentliche Lesung Richter 8.9
3. April Neutestamentliche Lesung Lukas 9,1-36 Er sprach aber zu allen: Will jemand mir nachkommen … (Lk. 9,23) Die Jünger waren nicht nur dazu berufen, Jesus nachzufolgen, sondern sie waren auch dazu berufen, die Kraft von Gottes Reich auf dieselbe Weise zu offenbaren, wie Jesus es tat. In Vers 1 und 2 dieses Kapitels lesen wir: »Er rief aber die Zwölf zusammen und gab ihnen Gewalt und Macht über alle bösen Geister, auch, dass sie Krankheiten heilen konnten, und sandte sie aus, das Reich Gottes zu predigen und die Kranken zu heilen.« Sie taten, was Jesus sagte, und kamen mit guter Nachricht zurück. Weil sich diese Kraft des Reiches Gottes im Wirken der Jünger zeigte, kamen die Menschen auch zu ihnen. Jesus war gekommen, um das Reich Gottes zu verkünden. Aber er verlieh auch seinen Jüngern dieselbe Vollmacht und Kraft, damit sie die Gegenwart des Reiches zeigen konnten. Er befähigte sie, das ewige Leben zu leben, dieselben Erfahrungen damit zu machen und dieselbe Wahrheit zu verkünden. Die Reaktion des Volkes Israel war groß: Tausende kamen aus den Städten, um die Botschaft zu hören und ihre Auswirkung zu sehen. Wie sehr müssen sie sich gewundert haben, als sie sahen, wie Dämonen ausgetrieben und Menschen von Krankheiten und Gebrechen geheilt wurden. Es kamen nicht nur diejenigen, die hören und sehen wollten, sondern auch viele, die selbst nach Heilung verlangten. Sie hatten eine Begegnung mit Jesus, die ihr Leben so beeinflusste, dass es nie wieder war wie vorher, denn sie hatten nun am eigenen Leibe ein Wunder erfahren. Eine neue Lebensqualität wurde den Menschen jetzt angeboten. In der Vergangenheit hatten die Propheten davon gesprochen, und sie wussten, dass sie selbst diese Tage nicht erleben würden, sondern dass das neue Leben eine Verheißung war. Mit Jesus war das Reich Gottes gekommen, und die Menschen erfuhren seine Macht. Inmitten dieses Geschehens rief Jesus die Menschen zur Nachfolge. Es war ein Ruf für alle, nicht nur für die zwölf Jünger oder für die, die gekommen waren, um zuzuhören, auch nicht speziell für die, die von Dämonen befreit oder von Krankheiten geheilt waren. Allen Menschen verkündigte Jesus vielmehr dieselbe Botschaft. »Will jemand mir nachkommen …« Wenn wir den Ruf, Jesus nachzufolgen, mit allen Bedingungen annehmen, dann haben wir die Verheißung, dass Jesus uns das ewige Leben und die Kraft, die er hatte, auch gibt, um dieses Leben zu leben. Ein Edelstein für heute: »Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach. Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird es retten« (Lk. 9,23.24). Alttestamentliche Lesung Richter 10.11
4. April Neutestamentliche Lesung Lukas 9,37-62 Denn des Menschen Sohn ist nicht gekommen, der Menschen Seelen zu verderben, sondern zu erretten. (Lk. 9,56) Es gab viele Menschen, die Einwände hatten gegen die Botschaft Jesu, und die meisten von ihnen lehnten Jesus aus religiösen Gründen ab. Die Jünger reagierten auf diese Ablehnung mit dem Wunsch, um Feuer vom Himmel zu beten, das diese Menschen verzehren sollte. Um ihr Vorhaben zu rechtfertigen, beriefen sie sich sogar auf eine Schriftstelle. Aber Jesus tadelte sie und sagte ihnen, welcher Geist solche Gedanken eingibt. Es ist nicht der Geist Gottes. Jesus war nicht gekommen, um irgendjemanden zu vernichten, sondern um die Menschen von sich selbst und von der Sünde zu retten. Und dann gab es Menschen, die Jesus baten, ihm nachfolgen zu dürfen. Aber Jesus machte es ihnen nicht gerade leicht. Einem antwortete er: »Die Füchse haben Gruben, und die Vögel des Himmels haben Nester; aber des Menschen Sohn hat nicht, wo er sein Haupt hinlegen kann« (Vers 58). Diese Menschen wollten Jesus folgen, weil sie seinen Ruf gehört hatten. Sagte er ihnen nun, dass sie wirklich alles verlassen mussten? Er versprach ihnen jedenfalls keine Bequemlichkeiten, nicht einmal so viel wie einen Schlafplatz. Manchen von uns sind die materiellen Dinge ihres Lebens so wichtig, und sie sind so damit beschäftigt, dass sie schon fast von ihnen besessen sind. Wir hängen manchmal geradezu extrem an Gegenständen. Wenn wir die Wahl treffen müssten zwischen der ewigen Erlösung und dem Gegenstand, an dem wir mit unseren Gefühlen hängen, wie viele von uns würden sich dann wohl von Christus abwenden hin zu diesen Dingen? Ja, wenn wir Jesus folgen wollen, dann müssen wir uns von allem abwenden, was sich zwischen uns und den Ruf des Herrn stellen will. Ein Mann zögerte, als Jesus ihn aufforderte, ihm nachzufolgen, und begründete es damit, dass er zu Hause gebraucht würde. Aber Jesus berief ihn dazu, ihm zu folgen und das Reich Gottes zu predigen. Vielleicht wusste Jesus, dass die ungläubige Familie dieses Mannes ihn überreden würde, zu Hause zu bleiben und Jesu Ruf nicht zu beachten. Ein anderer Mann wollte Jesus gerne folgen, doch er bat um Erlaubnis, zuvor nach Hause gehen zu dürfen, um sich von seiner Familie zu verabschieden. Jesus antwortete ihm, dass er nicht zurückschauen sollte, denn Jesus wusste, wie schwach wir in dem Moment sind, wenn wir seinen Ruf zum ersten Mal hören. Wir sollen nicht zögern und weder Familie, Freunde noch Dinge dieser Welt sich uns in den Weg stellen lassen. Wir sollen keinen Moment bei diesen Dingen verweilen, nicht unsere Gefühle auf sie richten und nicht dem Wunsch nach ihnen in unserem Herzen nachgeben. Wir sind noch so schwach und verwundbar, wenn wir Jesus zum ersten Mal antworten, dass all diese Dinge uns dazu bringen können, uns von Jesus abzuwenden. Wenn man Jesus folgen will, dann muss man es sofort tun, mit einem Glauben, der weder zögert noch Kompromisse schließt, der sich von allem abwendet, der alles verlässt, um Jesus zu folgen. Das ist der Weg der Erlösung. Das ist der Anfang des ewigen Lebens.
Ein Edelstein für heute: »Und jeder, der Häuser oder Brüder oder Schwestern oder Vater oder Mutter oder Frau oder Kinder oder Äcker verlassen hat um meines Namens willen, der wird es hundertfältig empfangen und das ewige Leben erben« (Mt. 19,29). Alttestamentliche Lesung Richter 12-14
5. April Neutestamentliche Lesung Lukas 10,1-24 Doch nicht darüber freut euch, dass euch die Geister untertan sind; freut euch aber, dass eure Namen im Himmel eingeschrieben sind. (Lk. 10,20) Ich kann mir gut vorstellen, wie sich diese zweiundsiebzig Jünger gefühlt haben, als sie von ihrem ersten Evangelisationsfeldzug zurückkehrten. Was für Geschichten müssen sie zu erzählen gehabt haben über Dämonenaustreibungen und wie alle Arten von Krankheiten geheilt wurden im Namen und in der Kraft Jesu! Es kommt mir so vor, als ob meine eigene erste Evangelisation erst kurz zurückläge. Es war am Strand, und meine Gemeinde waren Kinder, die gebannt zuhörten, als ich ihnen mit Hilfe von Flanellbildern eine biblische Geschichte erzählte. Danach ging ich zurück zu dem Haus, wo wir Strandmissionare lebten, und viele von ihnen sagten mir, wie wunderbar meine Geschichte gewesen wäre. Nachdem wir zusammen Mittag gegessen hatten, machte ich mich auf, um für einen halben Tag nach Hause zu fahren. Eine kurze Zeit lang fühlte ich mich groß, weil ich so sehr gelobt worden war, doch dann begann der Heilige Geist zu mir zu sprechen, nur ein Wort: Stolz. Ich hielt mit dem Wagen am Straßenrand. Oh, das tat weh! Nun hatte ich zum ersten Mal eine Gelegenheit gehabt, für Jesus zu sprechen – und hatte sie ruiniert. Voller Schmerz und Scham darüber sagte ich Jesus alles. »Herr Jesus«, betete ich, »ist das die Belohnung dafür, dass ich gegangen bin und für dich gesprochen habe? Ich schäme mich so sehr, dass ich nicht weiß, ob ich jemals wieder sprechen werde. Befreie mich von meinem Stolz.« Wie schnell hatte der Stolz mich zerstört! Ich trocknete mir die Augen und kam als ein anderer und viel stillerer Mensch nach Hause. Das hat doch Jesus wohl gemeint, als er sagte: »Das Wichtigste ist nicht, dass euch die Dämonen gehorchen, sondern dass ihr als Bürger des Himmels eingetragen seid.« Es ist besser, wenn wir uns darüber freuen, wer wir in Jesus sind, als über das, was wir in seinem Namen vollbracht haben. Unsere Freude soll ihren Grund nicht darin haben, dass die Dämonen uns erkennen und zittern, sondern vielmehr darin, dass Gott uns erkannt und unsere Namen in das Himmelsbuch des Lammes geschrieben hat. Wir sind angenommen in dem geliebten Sohn. Lasst uns Jesus folgen und ein Mann oder eine Frau Gottes sein, in welchen Umständen wir uns auch gerade befinden. Dann wird die Freude in uns lebendig werden, weil – Dank sei dem Herrn Jesus Christus – der Himmel unseren Namen kennt.
Ein Edelstein für heute: »Und es wird durchaus nichts Unreines in sie eingehen, noch wer Gräuel und Lüge übt, sondern nur die, welche im Lebensbuch des Lammes geschrieben stehen« (Offb. 21,27). Alttestamentliche Lesung Richter 15-17
6. April Neutestamentliche Lesung Lukas 10,25-42 Martha … nahm ihn auf … Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? … Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: … Eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden! (Lk. 10,38.40.42) Weil ich älter werde und sich mein Reisedienst ausdehnt, schätze ich immer mehr die Rolle, die die Frauen im Leib Christi haben. Ihre Fähigkeit und Liebe zum Dienen ist erquickend und tröstend. Ich bezweifle sehr, dass wir Männer in unserer neuen Natur in Christus jemals diese Seite des Dienens auf dieselbe Weise entwickeln können. Martha, die sehr gastfreundlich war, diente Jesus auf die beste Weise, die sie kannte, und bereitete eine Mahlzeit für ihn zu. Dazu brauchte sie Hilfe und machte sich Gedanken, wo Maria blieb und was sie tat. Dadurch, dass sie sich mit Maria verglich, sah sie ihre eigene Arbeit mit anderen Augen, sie verlor die Freude am Dienen und die innere Ruhe. Eine Wolke senkte sich über das, was sie tat. Martha ließ sich den Segen des Dienens rauben, denn sie gebot den unberechtigten Gedanken über Marias Handeln nicht Einhalt, sondern gab ihnen weiter Raum. Schließlich ging sie damit zu Jesus. Ihre Arbeit sollte ihr Freude machen und das Lob einbringen: »Gut gemacht, gute und treue Magd.« Stattdessen bekam sie nun einen liebevollen Tadel von Jesus. Maria traf eine Entscheidung. Sie wählte, wie Jesus sagte, das gute Teil, das, was nötig war. Martha entschied sich dazu, Jesus mit ihren Händen zu dienen, um ihm eine Mahlzeit zu bereiten. Ohne Marthas Beitrag hätte Jesus von der Gastfreundschaft der Schwestern nicht so viel gehabt. Maria dagegen diente Jesus in ihrem Herzen. Jesus wollte geben und Gemeinschaft haben. Maria saß zu seinen Füßen und sog jedes Wort in sich auf, das Jesus sagte. Jesus diente uns. Er gab seinen Leib als lebendiges Opfer für uns, mit einer von Gott gegebenen, demütigen Haltung, ohne großes Aufheben. Auch jetzt will er uns auf eine ganz persönliche Weise dienen, uns lieben und für uns sorgen. Wir sollten uns selbst hingeben, um Jesus mit unseren Taten zu dienen, so gut wie wir es nur können. Lasst uns darauf achten, dass wir uns dabei nicht die Freude des Dienens rauben lassen dadurch, dass wir auf das schauen, was ein anderer Bruder oder Schwester tut oder lässt. Genauso brauchen wir Zeiten, wo wir Jesus zu Füßen sitzen und Gemeinschaft mit ihm haben. Gott verhindere, dass der Jesus, dem wir dienen, ein Fremder für uns sei. Je besser wir ihn kennen, desto besser können wir ihm dienen. Ganz gleich, auf welche Weise wir ihm dienen, das Wichtigste ist, dass unser Herz in Ordnung ist, wenn wir uns selbst und unsere Werke Jesus hingeben.
Ein Edelstein für heute: »Treu ist Gott, durch welchen ihr berufen seid zur Gemeinschaft seines Sohnes Jesus Christus unsres Herrn« (1. Kor. 1,9). Alttestamentliche Lesung Richter 18.19
7. April Neutestamentliche Lesung Herr, lehre uns beten.
Lukas 11,1-28 (Lk. 11,1)
Wenn wir dem Beispiel der Jünger folgen wollen, so ist diese Bitte an Jesus bestimmt die wichtigste, die wir jemals äußern werden. Die Jünger fragten Jesus nicht nach einer Gebetslehre, sondern sie wollten eine solche »Gebetsbeziehung« mit dem Vater haben, wie sie sie im Leben Jesu sahen. Sie erlebten, wie Jesu Gebete beantwortet wurden. Das ist der Prüfstein – es geht allein darum, dass unsere Gebete gehört und beantwortet werden. Jesus verstand die Bitte der Jünger richtig. Er wusste genau, wonach sie fragten. Sie wollten ein Gebets-Leben, eine Beziehung. Und so lehrte Jesus seine Jünger weder die Grundsätze des Gebets, noch empfahl er ihnen, ein Buch darüber zu lesen. Jesus sagte zu ihnen: »Wenn ihr betet, so sprecht.« Das ist der Schlüssel. Wer sich in seinem Herzen danach sehnt, Christi Schule des Gebets zu betreten, der braucht einfach nur das Eine zu tun: zu beten. Wer über das Beten liest und sich Lehren darüber anhört, der häuft zwar mehr und mehr Wissen über dieses Thema an, aber dadurch wird er nicht unbedingt in die Schule des Gebets geführt. Das Gebetsleben entwickelt sich nur, indem man betet. In Matthäus 6,6 finden wir dasselbe nochmals: »Du aber, wenn du betest, geh in dein Kämmerlein und schließ deine Türe zu, und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der ins Verborgene sieht, wird es dir vergelten öffentlich.« Wir geben der Kraft und dem sichtbaren Wirken des Heiligen Geistes in Jesu Leben viel Beachtung, und das mit Recht. Aber ohne die Bereitschaft Jesu zum Gespräch mit dem Vater konnte, oder ich sollte vielleicht sagen, wollte der Heilige Geist diese großen Werke Gottes zur Verherrlichung des Sohnes nicht vollbringen. »Ich kann nichts von mir selbst tun. … ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat« (Jh. 5,30). »Denn durch ihn [Jesus] haben wir beide den Zutritt zum Vater in einem Geist« (Eph. 2,18). Sehnst du dich danach, dass dein Leben als Christ reicher wird, wünschst du dir mehr? Suchst du eine Beziehung mit dem Vater, die zur Folge hat, dass deine Gebete beantwortet werden? Dann sei treu, gehe in deine Kammer, und sei beharrlich. Unser Leben verändert sich nicht dadurch, dass wir etwas über den Vater wissen, sondern dadurch, dass wir ihn, seinen Willen und seinen Plan für unser Leben kennenlernen, Tag für Tag in unsrer »Gebetskammer«. Ein Edelstein für heute: »Rufe zu mir, so will ich dir antworten und dir große und unbegreifliche Dinge kundtun, die du nicht wusstest« (Jer. 33,3). Alttestamentliche Lesung Richter 20.21
8. April Neutestamentliche Lesung Lukas 11,29-54 Niemand zündet ein Licht an und setzt es an einen verborgenen Ort, auch nicht unter den Scheffel, sondern auf den Leuchter, damit die Hereinkommenden das Licht sehen. (Lk. 11,33) »Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben « (Jh. 8,12). Als junger Mann war ich bei einer Kohlenbergwerksgesellschaft angestellt. In dem Bergwerk, in dem ich arbeitete, hatte es eine Gasexplosion gegeben, und alle, die zu der Zeit unter Tage waren, wurden getötet. Ich half mit bei den Reparaturen. Eines Tages sollte ich vom Luftschacht aus zum Hauptschacht gehen, um dort den Schienen zu folgen, die nach oben aus dem Bergwerk herausführten. Da erlosch meine Lampe. Außer mir war kein Mensch im Bergwerk, weil es ja nicht in Betrieb war. Noch nie zuvor hatte ich solch eine Finsternis erlebt. Ich begann, mich mit den Füßen an den Gleisen entlangzutasten, denn ich konnte nicht feststellen, welcher Weg nach oben und welcher nach unten führte. Die Entscheidung für die falsche Richtung würde mich tiefer ins Bergwerk führen, wo sich immer noch das tödliche Gas bildete. Ich hoffte, die richtige Entscheidung zu treffen und aufwärts zu gehen, denn dann würde ich irgendwann einen winzigen Lichtpunkt in der völligen Finsternis erblicken. Endlich sah ich dieses Licht, so winzig und doch so willkommen, weil es Leben bedeutete. Als ich näher kam, wurde das Licht größer und heller, bis es mich schließlich ganz in sich aufnahm, als ich oben war. Jesus sagt, dass wir ins Licht kommen, wenn wir wiedergeboren werden, und dass wir ein Teil des Lichtes werden. Licht bedeutet die Offenbarung Gottes, dass wir mit neu geöffneten, geistlichen Augen sehen können. Wenn wir uns dem Licht nähern, so ändert sich nicht das Licht, sondern wir werden mehr und mehr ein Teil von ihm. Wenn wir unser Licht verlieren würden, dann kämen wir zurück in die Finsternis. Verbirg nicht das Licht, das in dich hineingekommen ist, sondern teile es mit anderen, damit es auch ihr Leben erhellt. Was du auch immer tust, verbirg nicht dein Licht. Empfängst du mehr Licht, wird die Dunkelheit in deinem Leben und um dich herum vertrieben. Das Licht überwindet dann die Finsternis, solange du nicht deine Augen der Finsternis unterwirfst, weil dann die Finsternis das Licht überwinden wird. Unterstelle jeden Bereich deines Lebens dem Licht Gottes. Lass dieses Licht alle deine Gedanken und Wünsche der Selbstsucht, die dich an die Dunkelheit fesseln wollen, aufdecken und überwinden. Komm jeden Tag zur Quelle des Lichts, und lass dich täglich in deiner »Gebetskammer« davon durchdringen. Dann wirst du als Gottes herrliches Licht leuchten. Ein Edelstein für heute: »Denn ihr wart einst Finsternis; nun aber seid ihr Licht im Herrn. Wandelt als Kinder des Lichts« (Eph. 5,8). Alttestamentliche Lesung Ruth 1-4
9. April Neutestamentliche Lesung Denn wo euer Schatz ist, da wird auch euer Herz sein.
Lukas 12,1-34 (Lk. 12,34)
Mel Tari, der indonesische Evangelist, erzählte eine Geschichte von einem König, der seine Frau so leid war, dass er ihr gebot fortzugehen. »Verlass den Palast«, sagte er. »Wenn ich morgen früh aufwache, will ich dich nicht mehr auf dem Palastgelände sehen.« Doch als Abschiedsgeschenk erlaubte er ihr, dass sie sich alles mitnehmen durfte, was sie wollte, bis zur Hälfte seines Königreiches. Als der König am Morgen aufwachte, stellte er fest, dass er sich nicht mehr im Palast befand. In der Nacht, während er schlief, war er fortgebracht worden. Während er sich noch verwundert umschaute, öffnete sich die Tür, und seine Frau trat ein. »Wo bin ich?«, fragte er. »Was tust du hier? Ich dachte, ich hätte dir gesagt, dass du gehen sollst!« »Ja«, antwortete sie, »das hast du getan. Du hast mir auch gesagt, dass ich mitnehmen darf, was ich will, und alles, was ich will, bist du. Darum bist du hier.« Die Frau des Königs war eine sehr weise Frau. Ganz abgesehen von ihrer Liebe zum König wusste sie auch, dass sie mit dem König auch das Königreich hatte, und zwar nicht nur das halbe. Wenn wir das, was wir haben, festhalten, dann werden wir nicht mehr als das haben. Wenn wir aber alles Jesus geben und nichts zurückbehalten, sodass alles, was wir haben, ihm gehört und es so sicher in Gottes Reich untergebracht ist, dann steht uns der Reichtum seines Königreiches zur Verfügung. Er gehört dann nicht uns, damit wir ihn anhäufen, sondern damit wir ihn gebrauchen. Die Reichtümer von Gottes Reich sind so groß, dass das, was wir dazutun oder was wir zurückhalten, kaum eine Rolle spielt, wenn man es mit dem gesamten Reichtum des Königreiches vergleicht. Alles, was wir für uns selbst anhäufen, müssen wir am Ende zurücklassen, aber das, was wir in Gottes Reich bringen, bleibt in Ewigkeit. Die wirkliche Bedeutung unseres Textes liegt in der Feststellung, dass unsere Gefühle an unsere Schätze gebunden sind. Es geht um unser Herz. Wenn du alle deine Schätze in dieser Welt hast, dann kannst du sicher sein, dass auch alle deine Gefühle in der Welt sind und dein Leben sich um deine Schätze dreht. Sind deine Schätze dagegen im Reich Gottes untergebracht, dann kannst du sicher sein, dass dein Herz sich mit den Dingen beschäftigt, die zum Himmelreich gehören. Jesus war sehr traurig über den reichen jungen Mann, der von Jugend auf alle Gebote beachtet hatte. Sein religiöses Leben war, bis auf eine Sache, vollkommen in Ordnung. O ja, er gab den Zehnten und war freigebig, doch eine Sache war ihm so wichtig, dass sie ihm den Eintritt in Gottes Reich verwehrte. Er vertraute auf seinen Reichtum und wollte weder ihn noch sein Vertrauen darauf aufgeben. Daraufhin sagte Jesus: »Wie schwierig ist es doch, dass ein reicher Mann in Gottes Reich hineinkommt.« Ein Edelstein für heute: Jesus sagte, dass der Mensch ein Narr ist, der für sich selbst Schätze sammelt, aber nicht reich ist bei Gott (Lk. 12,21). Alttestamentliche Lesung 1. Samuel 1-3
10. April Neutestamentliche Lesung Lukas 12,35-59 Es sollen eure Lenden umgürtet sein und eure Lichter brennend. (Lk. 12,35) Auf der ganzen Welt weht Gottes Geist. So wie das Wissen, die Technik und die Wissenschaften überall zunehmen, so gibt es auch eine neue Dimension Gottes, die jeder erfahren kann, der sucht und anklopft. Der Heilige Geist wird genauso ausgegossen, wie Gott uns durch den Propheten Joel verheißen hat: Tausende auf der ganzen Welt kehren sich zu Gott, Juden und Heiden werden gleichermaßen gerettet. Ich hörte sogar von einer neu gegründeten Organisation mit dem Namen »Moslems für Jesus«. Inmitten dieses geistlichen Feuers erklingt ein Ruf. Die, die fortwährend suchen und anklopfen, die es danach verlangt, Gottes Willen und seine Pläne für diese letzten Tage zu wissen, sie alle hören das Wort Gottes in ihren Gebetszeiten. Wenn alle Gottesmänner dasselbe hören und sagen, dann müssen wir wachsam sein, damit uns nichts entgeht. Wie eine Trompete geben ihre Stimmen einen einzigen Klang wieder, ein Wort: »Siehe, die Zeit ist nahe, dass der Bräutigam erscheint. Bereitet den Weg des Herrn.« Der Geist sagt: »Komm, Herr Jesus!« Die Braut sagt: »Komm!«, und die ganze Schöpfung scheint dem Menschen seine Unmenschlichkeit entgegenzuschreien. Sie wartet auf die Erlösung von dem Fluch durch das Kommen des Herrn Jesus Christus. Viele Bücher wurden über Jesu Wiederkunft geschrieben. Wenn wir täglich in der Bibel lesen, dann scheint der Heilige Geist unsere Aufmerksamkeit immer wieder auf Verse zu lenken, die von der Vorbereitung auf das Kommen des Herrn Jesus sprechen. In der Bibel lesen wir, dass es Menschen geben wird, die fast bereit sind. Sie werden wie die fünf jungen Mädchen sein, die auf den Bräutigam warteten, denen aber ein bisschen Öl für ihre Lampen fehlte. Sie waren zwar vorbereitet, nur ein bisschen Öl fehlte. Während sie fortgingen, um ihre Lampen aufzufüllen, gingen die, die bereit waren, als der Bräutigam kam, hinein zum Hochzeitsfest. Diejenigen, die fast bereit waren, aber bis zur letzten Minute warteten, um ihr Öl aufzufüllen, kamen zurück, fanden die Tür geschlossen und mussten draußen bleiben. Ein Mann wurde ohne Festkleid entdeckt, und es war zu spät. Keiner nähte es ihm mehr, und so wurde er hinausgeworfen. Der Vers, den wir heute betrachten, scheint mir laut zuzurufen: »Sei bereit! Umgürte dich, und sei bereit aufzubrechen.« Brennt deine geistliche Lampe? Ist Licht in deinem Leben? Nimmst du diese Offenbarung auf? Wenn Jesus heute, oder in dieser Nacht, kommen sollte, bist du dann bereit aufzubrechen, und wird Jesus dann das Licht, die Offenbarung des Evangeliums brennend in dir finden? Ein Edelstein für heute: »Selig sind diese Knechte, welche der Herr, wenn er kommt, wachend finden wird« (Lk. 12,37). Alttestamentliche Lesung 1. Samuel 4-6