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E R K L Ä RT Jesaja 53 erklärt

Dieses Kapitel wird Ihr Leben verändern.

Dr. Mitch Glaser

MITCH GLASER


Jesaja 53 erklärt

Dr. Mitch Glaser

Beit Sar Shalom EVANGELIUMSDIENST E.V.

Chosen People Ministries


Die deutsche Übersetzung der Hebräischen Schriften wurde (sofern nicht anders angegeben) aus der „Revidierten Elberfelder Bibel (Rev. 26)“, Copyright der deutschen Ausgabe 1985/1991/2008 bei der SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten, entnommen. Die Schriftstellen des Neuen Testaments (sofern nicht anders angegeben) wurden der „Revidierten Elberfelder Bibel (Rev. 26)“, Copyright der deutschen Ausgabe 1985/1991/2008 bei der SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten, entnommen.

Jesaja 53 erklärt Dr. Mitch Glaser Original: Isaiah 53 Explained © 2010 by Chosen People Productions All rights reserved. First edition 2010 Printed in the United States of America Deutsche Fassung: Jesaja 53 erklärt © 2019 Beit Sar Shalom Evangeliumsdienst e.V. Postfach 450431 12174 Berlin www.beitsarshalom.org Alle Rechte vorbehalten. Erste Auflage 2019 ISBN: 978-3-944603-30-8 Lektorat, Layout und Verarbeitung: Azar GbR Söldenhofstr. 10 83308 Trostberg www.azarnet.de Druck: CPI books GmbH, 25917 Leck


Inhaltsverzeichnis

B

Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Einleitung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 1. Ich bin jüdisch ...Was nun?. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 2. Die hebräischen Schriften – Mehr als ein Geschichtsbuch. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31 3. Biblische Prophetie – Die Zukunft offenbart sich . . . 47 4. Der Prophet Jesaja – Seine Botschaft und seine Zeit . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59 5. Der Knecht des Herrn. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67 6. Das Opfer des Knechts. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71 7. Jesaja 53 und Sühne. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 8. Die Glaubwürdigkeit des Neuen Testaments. . . . . . . . 95 9.Wird Jesaja 53 von Jeschua erfüllt?. . . . . . . . . . . . . . . 113 10. Jüdische Einwände erläutert. . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 11. Jesaja 53 und Sie. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145 12. Sie sind nicht allein. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 151 Ein persönliches Nachwort. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 161 Anhang:Weitere Prophetien, die auf Jeschua als den jüdischen Messias hinweisen. . . . . . . . . . . . . . . 167 Leseempfehlung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 182 Anmerkungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 183 5


Vorwort

B Ein einziges Kapitel der Bibel kann Ihr Leben völlig verändern! Dieses Kapitel ist Jesaja 53, welches in der Bibel zu finden ist, dem meistverkauften Buch aller Zeiten. In ihr sind die Hebräischen Schriften enthalten, welche oft auch als das Alte Testament bezeichnet werden. Dieses kleine Buch ist vornehmlich für Menschen geschrieben, die nicht religiös sind. Da Jesaja 53 in den Hebräischen Schriften steht, ist vieles von dem, was Sie hier lesen werden, an jüdische Leser adressiert. Das soll aber nicht ausschließlich so sein. So wie Jerusalem eine für viele Religionen wichtige jüdische Stadt ist, gelten auch die Hebräischen Schriften – ursprünglich jüdische Schriftstücke – ebenfalls als heilige Schriften der Christen. Auch im Koran wird auf das Alte Testament Bezug genommen. Und obwohl dieses Buch „Jesaja 53 erklärt“ in erster Linie an jüdische Menschen adressiert ist, wird es hoffentlich auch von Menschen aus anderen Glaubensrichtungen gelesen und verstanden werden – von Christen, Muslimen, Buddhisten, Hindus und solchen, die zwar keine formelle Zugehörigkeit zu einer Religion haben, aber ihre Beziehung zu Gott vertiefen wollen. 7


Jesaja 53 erklärt

Es gibt viele Gründe, warum Jesaja 53 Ihr Leben verändern kann. Als ein Kapitel in der jüdischen Bibel, ist Jesaja 53 Teil des Buches, das unsere Geschichte, Ethik, Religion und die elementare Grundlage unseres jüdischen Erbes beschreibt. In den Hebräischen Schriften gibt es aber auch viele Informationen über die Liebe Gottes und Seinen Plan für die nichtjüdischen Nationen. Ob Sie nun jüdisch sind oder nicht und ob Sie religiös sind oder nicht, hoffe ich, dass sich durch das Lesen und Verstehen von Jesaja, Kapitel 53, Ihr Leben verändern wird. Erlauben Sie mir, Ihnen einige Gründe zu nennen, warum ich hoffe, dass Sie Jesaja 53 bedeutungsvoll finden werden: Dieses Kapitel wird Ihnen helfen, einiges über sich selbst zu verstehen – besonders in Bezug auf Ihre Beziehung zum Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Dieses Kapitel wird aufzeigen, dass man der Bibel vertrauen kann. Dieses Kapitel stellt Ihnen Gott vor, der die Zukunft nicht nur voraussagt, sondern sie auch verwirklicht. Dieses Kapitel wird Ihnen dabei helfen, Ihre Erwartungen bezüglich des Messias zu formulieren. Sie werden entdecken, wie sich dieses Kapitel im Leben des Einen erfüllt hat, den viele „den größten Juden, der je gelebt hat“ nennen. Dieses Buch wurde von einem messianischen Juden geschrieben, der glaubt, dass Jesus (Jeschua) der Messias Israels und die Erfüllung von Jesaja 53 ist; von einem Juden, dessen Leben durch diesen Glauben völlig verändert wurde. 8


Vorwort

Da ich in einem traditionellen jüdischen Elternhaus aufgewachsen bin, bin ich mir der Tatsache bewusst, wie schwer es für einen Juden sein kann, einen offenen Geist gegenüber der Möglichkeit zu bewahren, dass Jesus der Messias ist. So viele meiner jüdischen Mitmenschen suchen nach einer tieferen Spiritualität und wünschen sich eine vertraute, persönliche Beziehung zu Gott. Auch wenn viele von uns das innerhalb der jüdischen Religion nicht gefunden haben, würden wir deshalb nie in Betracht ziehen, uns von der jüdischen Gemeinschaft zu lösen. Als ich vor vielen Jahren zu der Überzeugung kam, dass Jeschua der Messias ist, hatte ich ganz gewiss nicht die Absicht, mein Jüdischsein aufzugeben. Ich war auf der Suche nach authentischer Spiritualität, und ich nehme an, dass auch Sie daran interessiert sein könnten. Ich hoffe, dass Sie bereit sind – zumindest für einen Augenblick – die allgemeine Vorstellung beiseite zu legen, dass man nicht jüdisch sein kann, wenn man an Jesus glaubt. Wenn sogar einer unserer größten jüdischen Propheten messianische Einzelheiten über den Messias voraussagte, die Jeschua vollkommen erfüllte, dann sollten wir die Grundlage haben zu glauben, dass man jüdisch sein und an Jeschua glauben kann. Ich hoffe vor allen Dingen sehr, dass beim Lesen dieses Buches Ihre Seele von Gott tief berührt wird. Ich bete, dass Ihre geistliche Suche nach einer tieferen und intimeren Beziehung mit dem Schöpfer zu einer Realität in Ihrem Leben wird, so wie es in meinem Leben geschah. Keine Beziehung in der Welt ist erfüllender oder bringt größere Freude 9


Jesaja 53 erklärt

und Zufriedenheit, als die Verbindung mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Der Zweck dieses Buches besteht nicht darin, Sie zu einem Religionswechsel zu überreden, sondern Ihnen zu helfen, eine neue Beziehung zu dem Einen zu entdecken, der Sie in Seinem Bilde geschaffen und Sie zu dieser Beziehung erschaffen hat. Gott nicht zu kennen, ist wie seine Mutter und seinen Vater nicht kennen; es hinterlässt ein Loch in der Seele, welches nur dadurch gefüllt werden kann, indem man begreift, woher man kommt. Wenn man Gott nicht kennt, ist es schwer, die grundlegenden Fragen des Lebens zu beantworten: Warum bin ich hier? Was ist der Zweck meines Lebens? Wie soll ich mein Leben führen, so dass es mir die größte Erfüllung bringt und mir hilft, ein besserer Mensch zu sein? Das sind Fragen, die uns entweder plagen oder in die Arme unseres Schöpfers treiben. Möge der Herr Ihren Weg erleuchten und Ihnen die nötige Einsicht geben, Jesaja, Kapitel 53, zu verstehen und eine neue und persönliche Beziehung zu dem Gott zu finden, der Sie gemacht hat und der Sie liebt. Dr. Mitch Glaser Jerusalem Mai 2010

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Einleitung

B Falls Sie jüdisch sind, unabhängig davon, ob praktizierend oder nicht, so identifizieren Sie sich sicherlich in der einen oder anderen Weise mit der Geschichte unseres Volkes. Sie werden wahrscheinlich nichts tun wollen, von dem Sie glauben, dass es Sie von diesem Erbe entfernen oder entehren würde. Genau das kam mir in den Sinn, als mir jemand sagte, dass Jesus der angekündigte Messias Israels wäre. „Du wirst mich nie dazu bringen, das zu glauben“, dachte ich mir, „es sei denn, du beweist es mir aus der jüdischen Perspektive heraus. Zeige es mir an unseren eigenen heiligen Schriften, und dann werde ich es mir genauer ansehen. Aber zitiere bloß nicht das Neue Testament!“ Meine unausgesprochenen Zweifel wurden beantwortet. Eine der dafür ausschlaggebenden Stellen in der hebräischen Bibel war das 53. Kapitel aus Jesaja. Es hat mein Denken zu diesem Thema revolutioniert. Glauben Sie mir, es fiel mir nicht leicht zu akzeptieren, dass Jesus der Messias und die Erfüllung all dessen war, was wir Juden uns im Laufe der Jahrhunderte erhofft hatten! Es war ein Ringen – vor allem deswegen, weil diese alte Prophezeiung den Messias in einer Weise beschreibt, die ich nicht erwartet hatte. Ich war erzogen worden zu glauben, dass der Messias 11


Jesaja 53 erklärt

als kämpfender König erscheint, der unsere Feinde besiegt. Dieses Kapitel jedoch zeigt Ihn als einen demütigen Menschen, der für die Sünden der gesamten Menschheit litt und schließlich mit Seinem Leben dafür bezahlte. Zunächst machte das für mich keinen Sinn – für Sie vielleicht auch nicht. Jesus – oder Jeschua, wie wir Ihn mit Seinem hebräischen Namen nennen – scheint am wenigsten die Person zu sein, die dem Bild des Messias entspricht. Aber ich hatte noch ein weiteres Problem: Es war für mich schwer, Jesus aus objektiver Sicht als Messias in Betracht zu ziehen. Grund dafür war das Unheil, das dem jüdischen Volk im Laufe der Zeit in Seinem Namen angetan wurde, durch Seine sogenannten Nachfolger. Es ist ganz natürlich, jemandem gegenüber misstrauisch zu begegnen, dessen vermeintliche Anhänger sich derart destruktiv verhalten haben. Ehrlich gesagt war dieser Jesus, den ich während meines Heranwachsens gemieden hatte, so weit entfernt von einem jüdischen Messias, wie ich es mir nur vorstellen konnte. Seien wir ehrlich: Die meisten Bilder, die Jesus darstellen, haben mit dem jüdischen Leben und der jüdischen Kultur nichts zu tun. Aus diesem Grund war Jesaja 53 eine Erleuchtung für mich. Viele Juden, sogar die religiösen, sind mit Jesaja 53 nicht vertraut, weil dieses Kapitel nicht Teil der wöchentlichen Haftara1-Abschnitte ist, die in der Synagoge gelesen werden. Ich behaupte nicht, dass das Überspringen dieses Kapitels in den Haftara-Lesungen ein absichtlicher Akt der Verschwörung war, dennoch ist es irgendwie mysteriös, dass die Lesungen in der Synagoge von Jesaja 52 direkt zu Kapitel 54 12


Einleitung

übergehen. Es steht uns allen frei, uns unsere eigenen Gedanken über die Gründe zu machen, warum unsere Weisen sich entschieden haben das 53. Kapitel zu überspringen. Aufrichtige jüdische Gelehrte haben mit Jesaja 53 gerungen, aber sich dann dafür entschieden, diesen Abschnitt nicht dahingehend auszulegen, dass er durch Jesus von Nazareth erfüllt worden sei. Vielleicht auch aus dem Grund, weil sie schwere soziale Sanktionen befürchteten. Bitte legen Sie für einen Augenblick alle Vorurteile beiseite – so gerechtfertigt sie auch sein mögen – und versuchen Sie alles Folgende sorgfältig zu prüfen. Ich hoffe, dass Sie offen sind und beim Lesen Ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen werden. Bitte beten Sie, dass Gott Ihnen die Wahrheit über diesen faszinierenden Text offenbaren möge.

Jesaja 53 1 Wer hat unserer Verkündigung geglaubt? An wem ist der Arm des HERRN offenbar geworden? 2 Er ist wie ein Trieb vor ihm aufgeschossen und wie ein Wurzelspross aus dürrem Erdreich, Er hatte keine Gestalt und keine Pracht. Und als wir ihn sahen, da hatte er kein Aussehen, dass wir Gefallen an ihm gefunden hätten. 3 Er war verachtet und von den Menschen verlassen, ein Mann der Schmerzen und mit Leiden vertraut, wie einer, vor dem man das Gesicht verbirgt. Er war verachtet, und wir haben ihn nicht geachtet. 13


Jesaja 53 erklärt

4 Jedoch unsere Leiden – er hat sie getragen, und unsere Schmerzen – er hat sie auf sich geladen. Wir aber, wir hielten ihn für bestraft, von Gott geschlagen und niedergebeugt. 5 Doch er war durchbohrt um unserer Vergehen willen, zerschlagen um unserer Sünden willen. Die Strafe lag auf ihm zu unserem Frieden, und durch seine Striemen ist uns Heilung geworden. 6 Wir alle irrten umher wie Schafe, wir wandten uns jeder auf seinen eigenen Weg; aber der HERR ließ ihn treffen unser aller Schuld. 7 Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie das Lamm, das zur Schlachtung geführt wird und wie ein Schaf, das stumm ist vor seinen Scherern; und er tat seinen Mund nicht auf. 8 Aus Bedrängnis und Gericht wurde er hinweggenommen. Und wer wird über seine Generation nachsinnen? Denn er wurde abgeschnitten vom Lande der Lebendigen. Wegen des Vergehens seines Volkes hat ihn Strafe getroffen. 9 Und man gab ihm bei Gottlosen sein Grab und bei einem Reichen seine Gruft, obwohl er kein Unrecht getan hatte und kein Betrug in seinem Munde gewesen war. 10 Doch dem HERRN gefiel es, ihn zu zerschlagen. Er hat ihn leiden lassen. Wenn er sein Leben als Schuldopfer eingesetzt hat, 14


Einleitung

wird er Nachkommen sehen, er wird seine Tage verlängern. Und was dem HERRN gefällt, wird durch seine Hand gelingen. 11 Um der Mühsal seiner Seele willen wird er Frucht sehen, er wird sich sättigen. Durch seine Erkenntnis wird der Gerechte, mein Knecht, den Vielen zur Gerechtigkeit verhelfen, und ihre Sünden wird er sich selbst aufladen. 12 Darum werde ich ihm Anteil geben unter den Großen, und mit Gewaltigen wird er die Beute teilen: dafür, dass er seine Seele ausgeschüttet hat in den Tod und sich zu den Verbrechern zählen ließ. Er aber hat die Sünde vieler getragen und für die Verbrecher Fürbitte getan. In diesem Buch werden wir die historische Zuverlässigkeit des Alten und Neuen Testaments untersuchen, das Wesen der Prophetie und das Konzept der Sühne kennenlernen, sowie das Leben und den Charakter Jeschuas mit konkreten Einzelheiten aus Jesaja 53 vergleichen. Kommen Sie mit mir auf diese Reise. Alles, was Sie brauchen, sind eine offene Einstellung und ein offenes Herz!

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Kapitel1

Ich bin jüdisch…Was nun?

B Die meisten jüdischen Menschen heutzutage würden wohl ganz ehrlich zugeben, dass uns die Vorstellung, Gottes auserwähltes Volk zu sein, in Verlegenheit bringt. Der Gedanke daran, dass allein schon unser Jüdischsein uns zu etwas Besonderem macht, bereitet uns Unbehagen. Religiösen Juden fällt es offensichtlich leichter zu akzeptieren, dass das jüdische Volk das auserwählte Volk Gottes ist. Gemäß der eher religiösen jüdischen Gemeinschaft sind wir auserwählt, dem Gott Israels treu zu sein, indem wir Seine Gesetze befolgen, die Er uns am Berg Sinai gegeben hat und die in der Tora niedergeschrieben sind. Doch die meisten von uns sind nicht „religiös“. Tatsächlich kann uns das offensichtlich elitäre Gehabe unserer jüdischen Mitmenschen stören, die an dem Glauben festhalten, wir seien Gottes auserwähltes Volk. Aus dem Blickwinkel unserer modernen und multikulturellen Welt betrachtet, erscheint das auch engstirnig und arrogant. Es fällt uns leicht, unsere Einzigartigkeit als ethnische Gruppe zu akzeptieren.Wir können die Schönheit un17


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seres Erbes feiern, genauso wie polnische und italienische Amerikaner, Afroamerikaner und Lateinamerikaner. Jedoch scheint es unsere Einzigartigkeit auf ein ungerechtfertigtes Niveau zu heben, wenn wir uns selbst als „auserwählt“ betrachten.

Die Last der Auserwählung Was macht das jüdische Volk so einzigartig unter den anderen Völkern der Welt? Das ist sicherlich keine Frage, die wir uns selbst oder anderen täglich stellen, aber wir, die wir als Juden erzogen wurden, wollen es verstehen. Wir mögen andere nicht unbedingt wissen lassen, wie wichtig dies für uns ist, aber uns ist sehr wohl bewusst, dass wir Juden sind, und dass uns dies in gewisser Weise viel gekostet hat – und noch viel mehr unseren Vorgängern. Wir wissen um die Pogrome und Kreuzzüge und sogar jetzt noch, im 21. Jahrhundert, leben wir Juden noch mit einem allgegenwärtigen Bewusstsein des Holocaust.Wir selbst mögen keine HolocaustÜberlebenden oder deren Kinder sein, aber sie waren unsere Bekannte, die wir zumindest auf Bildern irgendwo gesehen hatten. Der Holocaust hat unser Leben und unsere Identität in vielerlei Hinsicht geprägt. Das Überleben des jüdischen Volkes ist uns sehr wichtig, eben weil wir Juden sind. Die meisten von uns wollen, dass unser Volk überlebt und unsere Geschichte und Kultur gedeiht. Weil wir im vergangenen Jahrhundert so viel verloren haben, ist das Überleben unseres Volkes, unserer Nation, Kultur und Religion für uns als Juden von großer Bedeutung – selbst dann, wenn wir nicht besonders religiös sind. Können Sie das nachvollziehen? 18


Kapitel 1: Ich bin jüdisch ... Was nun?

Was bedeutet es, jüdisch zu sein, – ungeachtet der vielen „Insiderwitze“, die uns sofort in den Sinn kommen, wenn wir uns mit dieser Frage befassen? „Hühnersuppe bei Erkältung, nur Einser in der Schule…“ – Wir alle kennen den Shtick (diese Witze). Aber ich glaube, wir suchen nach Antworten, die tiefer gehen und besser durchdacht sind. Unser Jüdischsein bestimmt zum größten Teil immer noch mit seinen verschiedenen Bräuchen, wie wir den Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein bewältigen – wie wir die verschiedenen Riten zwischen der Kindheit und dem Erwachsenwerden handhaben. Jüdisch zu sein bedeutet nämlich, mit der Welt auf eine bestimmte Art in Beziehung zu stehen. Auch wenn wir uns an die kulturellen Normen halten, die uns unsere Mütter gelehrt haben, so ahnen wir doch, dass es weitaus mehr bedeuten muss, ein Jude zu sein. Vielleicht ist eine der wichtigsten Fragen, die man sich in diesem Zusammenhang stellen kann, „Was bedeutet es, auserwählt zu sein?“ Eine der deutlichsten Aussagen jüdischer Ambivalenz gegenüber der Auserwählung findet sich in einer ergreifenden Szene in dem Musical Anatevka (Originaltitel: Fiddler on the Roof): Tewje, der Milchmann, hebt seine Augen zum Himmel und sagt: „Ich weiß, ich weiß.Wir sind Dein auserwähltes Volk. Aber kannst Du nicht hin und wieder jemand anderen erwählen?“ Die Auserwählung unseres Volkes ist, nach dem Verständnis der Juden, etwas schwer Fassbares und Mysteriöses. Auserwählt zu sein hat sich eher als Last erwiesen, statt als Freude. Es hat mehr Ärger als Triumph gebracht und war ein 19


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Hauptgrund für die anhaltende Verfolgung. Einige Nichtjuden haben die jüdische Auserwählung sogar als Grundlage für Antisemitismus benutzt. Das hat sich besonders schlecht auf die Beziehungen zwischen Juden und „Christen“ ausgewirkt, sogar noch mehr, als auf die Beziehungen zwischen Juden und Muslime. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich zwischen diesen beiden großen Weltreligionen, deren Anhänger sich als von Gott auserwählt verstehen, eine unglückselige Art von Wettbewerb entwickelt. Diese Spannung hat zu einem Missverständnis innerhalb des historischen Christentums geführt, welches annimmt, dass das jüdische Volk nicht länger auserwählt sei, sondern wegen der Ablehnung Jesu sogar als Nation verurteilt wäre. Diese falsche Annahme hat viele „Christen“ im Laufe der Jahrhunderte veranlasst zu glauben, dass die Misshandlung von Juden ein Dienst für Gott sei. Dieses Denken mag heute nicht mehr so weit verbreitet sein, aber die unterschwellige Spannung hält an und beeinträchtigt das gegenseitige Verständnis. Ist es noch verwunderlich, dass es uns schwerfällt, zu glauben, dass unsere eigene Bibel denselben Messias voraussagt, der als Gründer des Christentums2 angesehen wird? Ein Blick auf die jüdische Geschichte macht deutlich, warum es Juden fast unmöglich ist das „Christentum“ als eine jüdische Bewegung zu verstehen, welche sogar Nichtjuden willkommen heißt. Wenn wir glauben wollen, dass Jesus der Messias der Juden ist, dann müssen wir unser Verständnis vom Christentum überdenken und es als etwas Jüdisches und nicht als etwas Fremdartiges und Nichtjüdisches betrachten. Für den Großteil der Juden ist dies sehr schwierig. 20


Kapitel 1: Ich bin jüdisch ... Was nun?

Aufgrund der Vergangenheit fiel uns die Vorstellung von einem Messias, der leiden und sterben muss, bevor er als König regieren wird, schwer. Wie Sie in Kapitel 10 sehen werden, gibt es aber in der Mischna und anderen rabbinischen Schriften durchaus Ansätze, die in diese Richtung gehen. Allerdings weiß ich, dass es schwer ist, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen, da wir in diesem Fall genau den als Messias anerkennen würden, dessen Anhänger unsere Vorfahren verfolgt haben. Dies macht es uns sehr schwer, Jesaja, Kapitel 53, objektiv zu betrachten. Und wenn Jesus nicht nur der jüdische Messias, sondern auch der Messias der Nichtjuden ist, was ist dann so einzigartig daran, dass wir von Gott auserwählt wurden, und was ist dann das Schicksal und der Zweck des jüdischen Volkes?

Auserwählt ohne einen Auserwählenden In Israel gibt es eine beliebte Maccabi-Bier-Werbung, in der es heißt: „Maccabi-Bier – das Bier, das die Auserwählten wählen“. Um mehr Bier zu verkaufen, wird hier der Sinn und Zweck des jüdischen Volkes auf eine prägnante Marketingaussage reduziert! Dies sollte uns allerdings nicht verwundern. Der Slogan wurde sicherlich von einem jüdischen Werbetexter verfasst, der womöglich nicht wusste, was es eigentlich bedeutet, das auserwählte Volk zu sein. Heutzutage ist allein schon der Gedanke an ein Volk, welches für sich beansprucht, auserwählt zu sein, abstoßend. Alle großen politischen Bewegungen der jüngeren Vergangenheit, angefangen bei der Französischen Revolution, waren darauf 21


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ausgerichtet, den Gedanken an eine privilegierte Klasse niederzureißen – in diesem Licht erscheint die Idee eines auserwählten Volkes als rückschrittlich. Es gab jüdische Menschen, die an der Spitze dieser sozialen Bewegungen standen, von Frankreich über Russland bis hin zu den Vereinigten Staaten von Amerika. In der Tat ist für Juden die „klassenlose Gesellschaft“ ein weit mehr geschätztes Ideal, als der Gedanke, von Gott für einen bestimmten Zweck auserwählt worden zu sein. Als jüdische Amerikaner sind wir stolz darauf zu sagen, dass eines unserer Grundideale darin besteht, alle Menschen gleich zu behandeln. Warum sollte man dann eine bestimmte Gruppe als auserwählt betrachten? Das steht im Widerspruch zu den philosophischen Grundlagen unserer Gesellschaft und den Gesellschaften der meisten westlichen Länder. Die Frage der Auserwählung bringt in Juden Selbstzweifel hervor. Welche Auswirkungen hätte es, wenn wir wirklich glauben würden, dass es einen Gott gibt, der uns als Individuen und als ein Volk zu einem bestimmten Zweck geschaffen und auserwählt hat? Wir würden sicherlich herausfinden wollen, was diese göttliche Bestimmung für unser Leben ist, oder nicht?

Wo suchen wir Antworten? Also gut, wir Juden sind das auserwählte Volk. Das heißt: Es muss einen geben, der uns auserwählt hat. Wie sonst könnten wir darüber nachdenken, was es bedeutet, auserwählt zu sein? Das jüdische Volk ist einzigartig, das wissen wir.Wir haben eine besondere Geschichte; unsere Kultur ist verwoben mit der Kul22


Kapitel 1: Ich bin jüdisch ... Was nun?

tur vieler Völker, in denen unser Volk viele Jahrhunderte lang gelebt hat. Ob wir Sepharden oder Aschkenasim sind, ob wir aus der ehemaligen Sowjetunion kommen oder aus Israel, aus Polen oder Nordafrika: Wir sind Juden und gehören zusammen. Auserwählung jedoch bedeutet weit mehr als nur religiöse Feiern, Speisen und eine gemeinsame nationale Geschichte. Unser Erbe hat eine weit tiefere Grundlage: die Idee, dass der Schöpfer uns auserwählt hat zu einem besonderen, einem heiligen Zweck. Um diesen Zweck zu entdecken, müssen wir zuerst eine Beziehung aufbauen zu dem, der uns auserwählt hat; sonst werden wir keine Erfüllung finden, weder als Juden noch als Menschen. Vielleicht haben Sie bereits versucht herauszufinden, was es bedeutet, Jude zu sein, die Antwort allerdings nicht in der Bibel gesucht? Wahrscheinlich kam Ihnen das Ergebnis hohl und oberflächlich vor. Denn nur wenn wir verstehen, was die Bibel sagt, können wir das Geheimnis unserer Auserwählung verstehen, denn dieser Gedanke stammt aus der Bibel, wo er erstmalig erwähnt und entfaltet wird. Durch das Lesen der Schriften entdecken wir den Gott, der uns auserwählt hat, und die Gründe für diese Entscheidung sowie Seinen Plan für die anderen Völker der Welt. Es lohnt sich, weiter zu forschen. Dies wird Ihr Leben bereichern.Wenn wir die Auserwählung des jüdischen Volkes, so wie in der Bibel beschrieben, verstehen und annehmen, dann werden wir anfangen zu begreifen was es heißt, jüdisch zu sein. Diese Suche könnte jedoch zu einem überraschenden Ziel führen – bleiben wir also in unseren Gedanken unvoreingenommen! 23


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In der Tat können wir das Wunder unserer fortwährenden Existenz als Nation nur dann begreifen, wenn wir unser Auserwähltsein aus der Perspektive Gottes sehen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass man im Laufe der Geschichte versucht hat, das jüdische Volk auszulöschen. Aber wir haben nicht nur überlebt, sondern wir sind auch gediehen; heute befinden wir uns wieder in unserem Land, sprechen unsere eigene Sprache und haben als Nation einen bedeutenden Einfluss auf das Geschehen in der gesamten Welt. Mark Twain, ein Agnostiker und Skeptiker, wusste, dass die fortwährende Existenz des jüdischen Volkes ungewöhnlich und bemerkenswert war. Im Jahre 1899 schrieb er: Die Ägypter, die Babylonier und die Perser stiegen auf, erfüllten den Planeten mit Klang und Pracht, schwanden dahin in Träumereien und vergingen; die Griechen und Römer folgten und machten einen Riesenlärm, auch sie sind weg; andere Völker kamen hervor und hielten ihr Licht für eine Weile hoch, aber es verlosch und jetzt sitzen sie im Dämmerlicht oder sind von der Bildfläche verschwunden. Der Jude sah sie alle, schlug sie alle und ist auch jetzt, was er schon immer war, zeigt keinen Verfall, keine Altersschwäche, keine Schwächung seiner Glieder, keine Verlangsamung seiner Energien, keine Abstumpfung seines wachen und aggressiven Verstandes. Alles ist sterblich, nur der Jude nicht; alle anderen Kräfte vergehen, er aber bleibt.Was ist das Geheimnis seiner Unsterblichkeit?3 Er schrieb dies ein halbes Jahrhundert vor der Gründung des modernen Staates Israel. Und noch ergreifender ist, dass er dies vor dem Holocaust schrieb. Ich kann nur erahnen, 24


Kapitel 1: Ich bin jüdisch ... Was nun?

was Twain angesichts dieser beiden Ereignisse gesagt hätte; sie hätten seine Beobachtung in Bezug auf die „Unsterblichkeit“ des jüdischen Volkes weiter verstärkt. Weder die Vorherrschaft fremder Nationen, weder die Kreuzzüge, weder die anhaltende Verfolgung in Osteuropa, noch Hitlers zerstörerische „Endlösung der Judenfrage“ konnten das jüdische Volk als Ganzes vernichten. Auch wenn wir seit dem Tag, an dem wir von unseren Rabbinern für mündig erklärt wurden, nicht mehr in der Synagoge waren, können wir dennoch nicht leugnen, dass die bis heute andauende Existenz des jüdischen Volkes etwas Übernatürliches an sich hat. Wie können wir dieses moderne Wunder erklären, ohne die Existenz eines Gottes anzuerkennen, der unser Volk erwählt hat und unsere Nation weiterhin bewahrt? Beides, das Fortbestehen des jüdischen Volkes und die Gründung des modernen Staates Israel, sind überzeugende und leidenschaftliche Argumente für die Existenz des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs.Weil nun die Zukunft Israels in der heiligen Schrift gegründet und durch sie bestätigt ist, müssen wir diese gesammelten Dokumente, die auch Tanach (die jüdische Bibel bzw. das Alte Testament) genannt werden, sehr ernst nehmen.

Die biblische Sicht Um den Gedanken der Auserwählung im Judentum zu verstehen, müssen wir uns die Bibelstellen ansehen, in denen sie beschrieben wird. Auch wenn wir ab und zu die Synagoge besuchen und eine große Wertschätzung für unsere Geschichte und Religion haben, sind wir mög25


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licherweise mit den eigentlichen biblischen Grundlagen nicht vertraut, auf welchen der Gedanke unseres Auserwähltseins beruht. Einige von uns, die zu den typischen Religionsaussteigern nach der Bar-Mizwa gehören, erkennen in der Tiefe unserer Seele, dass es sehr schwierig wäre, ohne ein Verständnis der jüdischen Bibel vollkommen zu verstehen, wer wir als Juden sind.Wir können die Frage unseres Auserwähltseins einfach nicht adäquat beantworten, ohne die Existenz eines Gottes in Betracht zu ziehen, der in der Lage ist, auszuerwählen, und ohne das Buch zu berücksichtigen, in dem die geistlichen Ursprünge für unser Volk beschrieben sind.Wo sonst könnten wir nach Antworten suchen? Vielleicht glauben Sie, dass die Bibel lediglich ein Buch über jüdische Geschichte ist. Vielleicht betrachten Sie sie auch als das Dokument, das das Fundament des jüdischen Glaubens bildet – aber auch des christlichen und muslimischen Glaubens. Oder Sie halten sie für eine Sammlung interessanter ethischer und moralischer Gedanken, schöner Psalmen und Gedichte und die Weisheit und Erkenntnis unseres Volkes, die über Jahrhunderte hinweg gesammelt wurden. In den folgenden Kapiteln wollen wir die Heiligen Schriften untersuchen, um den Nachweis für ihre Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit zu bringen. Aber wie auch immer Sie augenblicklich die Bibel sehen, ich bin sicher, dass Ihre Seele beim Lesen bereichert wird und Sie ein tieferes Verständnis Ihrer jüdischen Identität erhalten. Zumindest aber werden Sie das Konzept der jüdischen Auserwählung besser verstehen. 26


Kapitel 1: Ich bin jüdisch ... Was nun?

Die Erwählung Abrahams Die Erwählung des jüdischen Volkes begann mit der Erwählung eines Mannes und einer Frau: Abraham (ursprünglich Abram genannt) und Sarah (ursprünglich Sarai genannt). Diese semitischen Nomaden wurden von Gott berufen, die Gründungseltern einer neuen Nation zu sein. Dem Text zufolge waren ihre Chancen, Eltern zu werden, geschweige denn für eine ganze Nation – unwahrscheinlich. Interessant ist an dieser Stelle, dass Gott weitaus mehr unternahm, als einfach nur ein bereits vorhandenes jüdisches Volk zu erwählen, sondern mehr noch: Er schuf es aus einem Mann und einer Frau, die beide jenseits des Alters waren, in dem sie auf natürliche Weise ein Kind zeugen könnten. Diese erste Begegnung zwischen Gott und Abram ist in 1. Mose12,1–3 beschrieben: Und der HERR sprach zu Abram: „Geh aus deinem Land und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Haus deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde! Und ich will dich zu einer großen Nation machen, und ich will dich segnen, und ich will deinen Namen groß machen, und du sollst ein Segen sein! Und ich will segnen, die dich segnen, und wer dir flucht, den werde ich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde!“ Gott versprach, ein Land zu erschaffen, in dem dieses auf wundersame Weise geschaffene Volk leben konnte, und Er setzte sogar die Grenzen für dieses neue Land fest, siehe 1. Mose 15,18: An jenem Tag schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: „Deinen Nachkommen habe ich dieses Land 27


Jesaja 53 erklärt

gegeben, vom Strom Ägyptens an bis zum großen Strom, dem Euphratstrom:...“ Im 1. Buch Mose stellt sich Gott sowohl als der Schöpfer als auch als der Auswählende des auserwählten Volkes vor. Er versprach, Abram und Sarah auf übernatürliche Weise einen Sohn zu schenken und dann aus ihren Nachkommen eine Nation zu erschaffen. Darüber hinaus gab Gott Abram auch einige persönliche, tiefgehende Verheißungen. Der eigentliche Fokus dieses Textes liegt jedoch auf Vers 3 des 12. Kapitels, wo wir vom Schöpfer selbst die göttliche Begründung für die Existenz des jüdischen Volkes erfahren. Das Volk Israel wurde von Gott zum Wohl der Nationen der Welt (Goyim) geschaffen. In anderen Worten: Das jüdische Volk wurde von Gott geschaffen, um eine Quelle des Segens für Nichtjuden zu sein! Diese Tatsache wird in den Schriften verschiedener Propheten bestätigt. Auch die Bücher der Propheten bestätigen, dass Israel dazu berufen ist, ein Licht für die Nationen und ein Zeuge der Wahrheit Gottes in Seinem Weltgericht, in Seinem kosmischen Gerichtshof zu sein. Traditionell haben jüdische Menschen dies auch als Aufruf Gottes an unser Volk verstanden, nämlich der Welt, die eine Vielzahl von Göttern verehrte, die Botschaft des ethischen Monotheismus zu bringen. Das jüdische Volk war dazu berufen, der Welt von einem guten Gott zu erzählen, der von den Bürgern Seines gerechten Königreiches erwartete, sich um die Armen und Ausgegrenzten zu kümmern. Er verurteilte das Opfern von Kindern, die Tempelprostitution und andere grausa28


Kapitel 1: Ich bin jüdisch ... Was nun?

me Praktiken, die im Namen der Religion vollzogen wurden und insbesondere Frauen, Kinder und Schwache unterdrückten. Selbst wenn Sie Agnostiker oder Atheist sind und sich den zeitgenössischen Auslegungen verschrieben haben, so werden Sie wahrscheinlich dennoch Israels nationalen Auftrag verstehen, den der Verfasser von 1. Mose ausdrückt: Israel ist verpflichtet, die Botschaft der Tora-Ethik einer Welt zu bringen, die dringend Tikkun Olam4 braucht. Das jüdische Volk wurde von Gott geschaffen und berufen, um der Welt Segen zu bringen. Allerdings wurde uns nicht genau gesagt, von welcher Art diese Segnungen sein würden. Geht es bei diesen Segnungen nur um einen auf der Tora basierenden, ethischen Monotheismus, oder gibt es da noch etwas anderes? Rabbi Saul – besser bekannt als der Apostel Paulus – schrieb in seinem Brief an die frühen Nachfolger Jeschuas, die in der Gegend von Galatien (in der heutigen Türkei) lebten, dass Jeschua, der Messias, der ultimative Segen ist, den das jüdische Volk der Welt bringen würde. Jeschua war ein Nachkomme Abrahams und Davids, ein jüdischer Mann, von einer jüdischen Mutter geboren. Er wird uns als der jüdische Messias für alle Menschen beschrieben. Interessanterweise erkennen heute mehr Nichtjuden den Tanach an, als man sich je hätte vorstellen können. Sie nehmen den ethischen Monotheismus an und glauben an die Prinzipien der Tora. Dies wäre nicht möglich gewesen, wenn Jeschua von den Nichtjuden nicht weitgehend akzeptiert worden wäre. Vielleicht lag Rabbi Saul nicht so weit 29


Jesaja 53 erklärt

daneben, Ihn als den ultimativen Segen zu beschreiben, den das jüdische Volk der Welt bringen würde. Also, was ist nun so besonders daran, jüdisch zu sein? Obwohl das Überleben unseres Volkes ein Wunder ist, wurden wir aber zu viel mehr erschaffen als einfach nur zu überleben. Gott erwählte das jüdische Volk, damit wir eine persönliche Beziehung zu Ihm haben können und Er erwählte uns als Nation, damit wir die Segnungen, die wir aus dieser Beziehung erhalten, mit den Nationen dieser Welt teilen. Wir werden dann am glücklichsten sein, wenn wir diesen Ruf an unser Volk und unser Leben annehmen. Letztendlich wäre der größte Segen, den wir der Welt bringen könnten, der Messias selbst – aber wie und wann würde dieser Messias kommen, um ein Zeitalter des Friedens und des Wohlstandes zu bringen? Wir warten schon sehr lange und unsere Welt scheint so hoffnungslos. Sollten wir nicht lieber alles vergessen und zur Tagesordnung übergehen? Das jüdische Volk hat in der Tat eine göttliche Bestimmung und Gott hat es auserwählt, der Welt den Messias zu bringen. Alles andere, das wir tun, können wir als Vorbereitung dazu sehen, unserer nationalen Bestimmung als Gottes Werkzeuge gerecht zu werden, um vollkommenen Schalom in die Welt zu bringen. Als jüdisches Volk sind wir erst dann in Höchstform, wenn wir Gottes Plan für unser Volk verstehen und mit Ihm zusammen daran teilhaben. Gott plante in der Tat einen messianischen „Überraschungsauftritt“, als der Messias auf völlig unerwartete Weise die Bühne betrat…oder doch nicht? Lesen Sie weiter und sehen Sie selbst. 30


Anmerkungen

B 1 In der Synagoge wird nach der Tora-Lesung der von den jüdischen Weisen ausgewählte Haftara-Abschnitt gelesen. Die jüdischen Weisen glaubten, dass der Haftara-Abschnitt mit dem Tora-Abschnitt in einem der folgenden Punkte übereinstimmen müsse: thematisch, lexikalisch oder aus einer bestimmten jüdischen Tradition, die mit dieser Stelle in Bezug steht, herausgewachsen. Da die Lesungen teilweise aus den gesamten jüdischen Schriften entnommen sind, und nicht nur aus den Propheten, kann man nicht behaupten, dass das 53. Kapitel Jesajas absichtlich ausgelassen wurde. Es ist jedoch ungewöhnlich, die Wochenlesung mit Jesaja 52,12 zu beenden und dann die Wochenlesung der nächsten Woche mit Jesaja, Kapitel 54, fortzusetzen. Wenn man glaubt, dass das 53. Kapitel in Jeschua erfüllt ist, dann scheint der Beweggrund für das Auslassen dieser Textstelle offensichtlich. Nachfolgend die Referenzen zu diesen beiden Lesungen: Parascha Schoftim: 5. Mose 16,18–21,9 Haftara: Jesaja 51,12–52,12 183


Jesaja 53 erklärt

Parascha Ki Teze: 5. Mose 21,10–25,10 Haftara: Jesaja 54,1–10 2 „Christus“ kommt von dem griechischen Wort „Christos“, welches dem hebräischen Wort „Messias“ entspricht. 3 Mark Twain, „Concerning the Jews“, Harper’s Magazine, März 1899. 4 Die Wiederherstellung der Welt. 5 Wenn du Kinder und Kindeskinder zeugst und ihr im Lande alteingesessen seid und ihr zu eurem Verderben handelt und euch ein Götterbild macht in der Gestalt irgendeines Lebewesens und tut, was böse ist in den Augen des HERRN, deines Gottes, ihn zu reizen, so rufe ich heute den Himmel und die Erde als Zeugen gegen euch auf, dass ihr mit Sicherheit schnell weggerafft werdet aus dem Land, in das ihr über den Jordan zieht, um es in Besitz zu nehmen. Ihr werdet eure Tage darin nicht verlängern, sondern völlig vernichtet werden. Und der HERR wird euch unter die Völker zerstreuen, und ihr werdet übrig bleiben, ein geringes Häuflein unter den Nationen, wohin der HERR euch führen wird. Dort werdet ihr Göttern dienen, dem Werk von Menschenhänden, aus Holz und Stein, die nicht sehen und nicht hören, nicht essen und nicht riechen können. Dann werdet ihr von dort aus den HERRN, deinen Gott, suchen. Und du wirst ihn finden, wenn du mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele nach ihm fragen wirst.Wenn du in Not bist und wenn alle diese Dinge dich getroffen haben am Ende der Tage, wirst du zum HERRN, deinem Gott, umkehren und auf seine Stimme hören. Denn ein barmherziger Gott ist der HERR, dein Gott. Er wird dich nicht aufgeben und dich nicht vernichten und wird den Bund deiner Väter nicht vergessen, den er ihnen geschworen hat. (5. Mose 4,25–31) 184


Anmerkungen

6 Wenn du nicht darauf achtest, alle Worte dieses Gesetzes zu tun, die in diesem Buch geschrieben sind, dass du diesen herrlichen und furchtbaren Namen, den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dann wird der HERR deine Plagen und die Plagen deiner Nachkommen außergewöhnlich machen: große und andauernde Plagen und böse und andauernde Krankheiten. Und er wird alle Seuchen Ägyptens gegen dich wenden, vor denen du dich fürchtest, und sie werden an dir haften bleiben. Auch alle Krankheiten und alle Plagen, die nicht in dem Buch dieses Gesetzes geschrieben sind, – der HERR wird sie über dich kommen lassen, bis du vernichtet bist. Als ein geringes Häuflein werdet ihr übrigbleiben, statt dass ihr wie die Sterne des Himmels an Menge geworden wärt, weil du der Stimme des HERRN, deines Gottes, nicht gehorcht hast. Und es wird geschehen: Wie der HERR sich über euch freute, euch Gutes zu tun und euch zahlreich werden zu lassen, so wird der HERR sich über euch freuen, euch zugrunde zu richten und euch zu vernichten. Und ihr werdet aus dem Land herausgerissen werden, wohin du kommst, um es in Besitz zu nehmen. (5. Mose 28,58–63) 7 2. Mose 28,13–30 beschreibt das hohepriesterliche Efod (Leibrock) und den Brustschild mit den Urim und Tummim. Dieses Brustschild wird auch als „Amtsschild für den Rechtsspruch“ (Choschen haMischpat) bezeichnet. Es hat eine quadratische Form und ist doppelt gelegt. Außen sind zwölf Steine angebracht, die die zwölf Stämme Israels symbolisieren. In 3. Mose 8,7–8 lesen wir, dass Mose Aaron und seine Söhne gemäß dem Befehl in 2. Mose 29,1– 37 als Priester geweiht hat: Und er (Mose) legte ihm (Aaron) den Leibrock an und umgürtete ihn mit dem Gürtel, und er bekleidete ihn mit dem Oberkleid und legte ihm das Efod an und umgürtete ihn mit dem Gurt des Efods und band es ihm 185


Jesaja 53 erklärt

damit fest. Und er legte ihm die Brusttasche an und legte in die Brusttasche die Urim und die Tummim. (5. Mose 33,8; R.V.) http://jewishencyclopedia.com/articles/14609-urim-andthummim”letter=U#ixzz0nafs8Jqu 8 Usija, der Sohn Amazjas, wird auch Asarja genannt (vgl. 2. Könige 15,1.13.30). Er war König von Juda und begann im Alter von 16 Jahren zu regieren, im 27. Jahr der Herrschaft Jerobeams II von Israel. Im 2. Buch der Könige wird uns berichtet, dass er 52 Jahre lang regierte (788–737 v. d. Z.), und dass er so rechtschaffen war, wie sein Vater. Dennoch zerstörte er die Anbetungsstätten nicht, an denen das Volk weiterhin den Götzen opferte und räucherte. http:// jewishencyclopedia.com/articles/14622-uzziah“letter=U 9 Die Vision, die Jesaja, der Sohn des Amoz, während der Regierungszeit der Könige von Juda, Usija, Jotam, Ahas und Hiskia, gesehen hat. (Jesaja 1,1) 10 Auch alle Obersten der Priester und des Volkes verübten viel Untreu gleich allen Greueln der Völker und verunreinigten das Haus des Ewigen, das er in Jeruschalaim geheiligt hatte. Da sandte der Ewige, der Gott ihrer Väter, zu ihnen durch seine Boten, allmorgen wieder, weil es ihm leid war um sein Volk und seine Wohnstätte. Aber sie höhnten die Boten Gottes, verachteten seine Worte und verspotteten seine Begeisteten, bis der Grimm des Ewigen gegen sein Volk zur Unheilbarkeit anwuchs. So führte er gegen sie den König der Kasdäer herauf, der schlug ihre Jünglinge mit dem Schwert im Haus ihres Heiligtums und hatte kein Mitleid mit Jüngling und Jungfrau, Greis und Graukopf – alle gab er in seine Hand. (2. Chronik 36,14–17) 11 Jesaja 42,1–4 [9]; 49,1–6 [13]; 50,4–9 [11]; 61,1–3 186


Anmerkungen

12 Dr. Kaiser studierte an der Brandeis Universität in Boston während der Zeit, als der bedeutende Wissenschaftler Cyrus Gordon dort unterrichtete. Der erste Beweis dafür, dass der Knecht eine Einzelperson ist, findet sich in Jesaja 49,5–6. Der Auftrag des Knechtes besteht darin, „Jakob zu ihm zurückzubringen und Israel zu sich zu sammeln“. Dr. Kaiser kommentiert das so: „Mit Knecht kann hier nicht das Volk Israel gemeint sein. Wäre das so, würden sie in diesem Fall für sich selbst handeln, anstatt die ihnen versprochene Befreiung zu erhalten.“ „Der zweite Grund dafür“, so Kaiser, „dass der Knecht eine Einzelperson ist, findet sich in Jesaja 42,6. Hier lesen wir, dass der Herr Seinen Knecht sowohl berufen, als auch „zum Bund für das Volk“ gemacht hat. Wenn aber der Knecht der versprochene Bund für Israel ist und Israel auf diese Weise dient, dann kann er nicht Israel selbst sein.“ In Jesaja 53, 8 steht, dass der Knecht um Israels willen „ausgestoßen wurde aus dem Lande der Lebendigen“. Das ist der dritte Beweis, denn wie könnte Israel um Israels willen ausgestoßen werden? Es muss sich demnach um eine einzelne Person handeln, sogar um eine Person mit einer messianischen Identität, denn der Knecht stirbt stellvertretend für das Volk Israel. Es macht daher keinen Sinn, in dem „Knecht“ das Volk Israel zu sehen. Der vierten Grund wird in Sacharja 3, 8 deutlich. Das Buch Sacharja wurde im Jahr 518 v.d.Z. geschrieben. Kaiser sagt, dass in diesem Vers der Titel „mein Knecht“ mit einem anderen messianischen Titel, „der Spross“, in direktem Zusammenhang gebracht wird. Er argumentiert: „Wenn der hebrä187


Jesaja 53 erklärt

ische Zemach (Spross) mit dem kommenden ‚Knecht‘ in Jesaja 4,2, Jeremia 23,5–6 und Sacharja 6,12–13 identifiziert wird, so wie es auch sein sollte, dann muss sich ‚Knecht‘ auch auf den Messias beziehen.“ Kaisers fünfter Grund, warum Israel nicht der Knecht sein kann, ist, dass Jesaja den Knecht ganz anders beschreibt (Jesaja 52,13– 53,12) als das Volk Israel oder einen anderen Sterblichen. Dies wird im weiteren Verlauf dieses Buches näher erläutert. Eine sechste Begründung findet sich in den sogenannten „Knecht-Gottes-Liedern“. Hier wird zwischen dem Knecht und dem reumütigen und notleidenden Überrest des Volkes Israel unterschieden, dem der Knecht Seinen Dienst widmet. Der Knecht wird das Wenige, das von Israel übriggeblieben ist, weder zerbrechen noch auslöschen (Jesaja 42,3). Den gleichen Gedanken finden wir auch in Jesaja 42,6 und 49,8, wo vorausgesagt wird, dass der Knecht zum Bund für das Volk Israel gemacht wird. 13 Der Titel „Knecht des Herrn“ (hebräisch: Ewed Adonai), wird für Mose siebzehnmal, für Josua zweimal, und für David ebenfalls zweimal verwendet (in den Überschriften zu Psalm 18 und Psalm 36). Das letzte Beispiel für diesen Titel finden wir in der Beschreibung des Volkes Israel. Es befindet sich in Jesaja 42,19. Mose hatte zuvor auf Abraham, Isaak und Jakob als „deine (Gottes) Knechte“ Bezug genommen. (2. Mose 32,13; 5. Mose 9,27; vgl. auch 1. Mose 26,24; Psalm 105,6.42). 14 Die Dienstzeit eines Sklaven war in Israel auf sechs Jahre begrenzt. Danach musste er von seinem Herrn frei188


Anmerkungen

gelassen werden. Jedoch konnte sich der Sklave entscheiden, aus Dankbarkeit und Hingabe heraus, freiwillig seinem Herrn weiterzudienen (2. Mose 21,2). Der Herr war gesetzlich dazu verpflichtet, seine Sklaven mit Sorgfalt und Respekt zu behandeln (2. Mose 21,26-27). Der Sklave wurde völlig mit seinem Herrn identifiziert. Anders ausgedrückt, die Arbeit seines Herrn war Mittelpunkt und Ziel im Leben eines Ewed (Sklaven). 15 Für eine tiefergehende Diskussion siehe F.F. Bruce, The New Testament Documents: Are They Reliable? Illinois: InterVarsity, 1983 (dt.: Die Neutestamentlichen Dokumente: Sind sie zuverlässig?) 16 Findet sich in Matthäus 14,15–21, Markus 6,32–44, Lukas 9,10–17 und Johannes 6,1–13 17 In Zitaten aus der „Revidierten Elberfelder Bibel (Rev. 26) © 1985/1991/2008 SCM R. Brockhaus im SCM-Verlag GmbH & Co. KG, Witten“ ersetzten wir „Jesus“ mit Seinem hebräischen Namen „Jeschua“ und Seinen Titel „Christus“ mit „Messias“. 18 Siehe http://www.leaderu.com/orgs/probe/docs/bibdocu.html

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aben Sie Fragen über den Sinn des Lebens und über Spiritualität? Ist es vielleicht an der Zeit, zur Quelle zurückzukehren und Ihre Beziehung zum Schöpfer zu überdenken? Jesaja 53 erklärt wird Ihnen dabei helfen, ihre persönliche Pilgerschaft zu beginnen und Ihnen ein Kapitel der Schrift vorstellen, das das Potential besitzt, Ihr Leben zu revolutionieren!

Jesaja 53 erklärt macht die Geschichte der Bibel verständlich, indem es praktisch und einfach erklärt, wie Sie eine erfüllende Beziehung mit Gott haben können; und indem es den überraschenden Schlüssel aufzeigt, der diese Beziehung möglich macht.

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