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Dan Holder und Martina Holder-Franz (Hrsg.)

Da ist Freude Freudenstrahlen finden im Alltag


Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

ISBN 978-3-905290-80-6

Textauswahl: Dan Holder und Martina Holder-Franz Wo nicht anders angegeben, entstammen die Bibeltexte der Lutherübersetzung 1984. Alle Texte mit dem Kürzel D&M.H stammen von Dan Holder und Martina Holder-Franz. Fotos: Benz Müller, Elke Arend-Heidbrinck, Mirjam Spinnler, Markus Meister, Sophia Holder, Martina Holder und Dan Holder Umschlaggestaltung & Layout: Elke Arend-Heidbrinck

Alle Rechte vorbehalten © 2016 by Verlag arteMedia Winteler, Riehen/Basel www.arte-media.ch Gedruckt von Friedrich Pustet GmbH & Co. KG 93008 Regensburg, Deutschland


Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit frรถhlichem Munde loben kann. Psalm 63,6

Unseren Eltern und Kindern gewidmet.


Ăœber die Autoren Dan und Martina Holder-Franz arbeiten seit 2009 als Pfarrer und Pfarrerin in der Evangelisch Reformierten Kirchgemeinde Riehen-Bettingen. Zuvor waren sie elf Jahre im Pfarramt in Muhen bei Aarau. Dan Holder verbrachte seine Kindheit in England bevor er 1983 mit seiner Familie nach Basel kam. Martina Holder-Franz lebte die ersten fĂźnfzehn Jahre in ThĂźringen und kam 1984 mit ihrer Familie in den Kanton Aargau. Gemeinsam leiten sie das Evangelische Studienhaus Meierhof Riehen/Basel. Sie haben vier Kinder: Sophia, David, Benedict und John.


Inhalt Geleitwort

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1 Da sein

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2 Gelassen sein

21

3 Danken

37

4 Bitten

49

5 Staunen

61

6 Frรถhlich sein

71

7 Teilen

83

8 Gesegnet sein

93

Quellennachweis 107


Geleitwort Die Bibel spricht oft und in unterschiedlichen Zusammenhängen von Freude. Im Alten Testament, und bis heute in der jüdischen Frömmigkeit, ist der Zusammenhang zwischen Freude und Fest wichtig! Das Feiern spielt eine zentrale Rolle. Das gilt auch dann, wenn Probleme zum Leben gehören oder die Zukunft ungewiss ist. Feiern unterbricht den Alltag, schenkt Gemeinschaft und nimmt das Leben als Gabe und Geschenk wahr. Aber auch das Gegenteil beschreibt die Bibel sehr eindrucksvoll: dort wo die Freude entschwunden ist, da ist es oft dunkel und das Leben kann sich nicht entfalten. Das ist nicht nur die Erfahrung des Einzelnen, dies gilt auch für das Verhältnis Gottes zu seinem Volk. So lesen wir beispielsweise eine Verheißung des Propheten Jeremia im 31. Kapitel, Vers 13: »Ich werde die Trauer fortnehmen und in Freude verwandeln, ich werde sie trösten und froh machen nach ihrem Kummer.«

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Im Neuen Testament finden wir es ähnlich. Der Grundton der Freude durchzieht die Botschaft des Evangeliums, angefangen vom Lobpreis der Engel bei der Geburt Jesu Christi (»Siehe, ich verkündige euch große Freude.« Lukas 2, 10) bis zu den Briefen (»Dies schreiben wir, damit unsere Freude vollkommen sei.« 1. Johannesbrief 1, 4). Ostern, die Auferstehung Jesu Christi, ist für die christliche Hoffnung das Fest der Freude. Jesus lebt, Kreuz, Trauer und Tod sind nicht das Ende! Durch seine Auferstehung haben wir schon jetzt und mitten in unserer Welt Anteil an Gottes Verheißung, am neuen Leben. Die Bibel ermutigt uns an verschiedenen Stellen zur Freude (»Freuet euch immerzu, weil ihr mit dem Herrn verbunden seid, und noch einmal sage ich es euch: Freuet euch!« Philipperbrief 4, 4). Und doch lässt sich Freude nicht verordnen, das wissen auch die biblischen Autoren. Freude, sie ist oftmals nicht einfach da,

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sondern in ganz verschiedenen Lebenssituationen wird sie erbeten oder sehnsuchtsvoll erwartet. Für den Anfang dieses Büchleins haben wir deshalb einen Vers aus dem 63. Psalm ausgewählt: Der Psalmbeter bittet Gott mitten in einer Wüstenerfahrung um Lebensfreude. Er fühlt sich bedroht, verängstigt und leer: »Gott, du bist mein Gott, den ich suche. Es dürstet meine Seele nach dir, mein ganzer Mensch verlangt nach dir, aus trockenem, dürren Land, wo kein Wasser ist.« Mit diesem Ruf, mit diesem Flehen, beginnt der Psalm, der den Titel trägt: »Sehnsucht nach Gott«. Der Psalmist sucht Gott, das Beten und Loben fällt ihm schwer. Im Gebet flüchtet er sich gleichsam unter den Schutzraum Gottes. Mitten in der Wüste, spricht er die Freude trotz allen Ängsten und Stürmen des Lebens an, er erhofft sie von Gott. »Das ist meines Herzens Freude und Wonne, wenn ich dich mit fröhlichem Munde loben kann. Denn du bist mein Helfer und unter dem Schatten deiner Flügel frohlocke ich.«

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Wir wĂźnschen Ihnen, dass auch Sie durch die hier gesammelten Texte ermutigt werden, Gott um Freude und Freudenstrahlen im Alltag zu bitten, so dass Hoffnung und Zuversicht wie Sonnenstrahlen Ihren Lebensweg begleiten.

Dan Holder und Martina Holder-Franz

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1 Da sein Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte … du stellst meine Füße auf weiten Raum. Psalm 31, 8f.

Gott der Herr, schicke dir einen Engel, dich zu beschützen vor der Versuchung durch die Tage deines Lebens zu hetzen. Er trage dich dorthin wo viele Augenblicke gefüllt sind mit Seinem Segen. D&M.H

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Mein kleiner Berg Nach bewegten und hecktischen Zeiten ziehe ich mich gerne mit meiner Familie in den Schwarzwald zurück. Dort zwischen grünen Wiesen, Tannenwald und lieblichen Hügeln kann ich bei jedem Wetter meine Seele baumeln lassen. Unsere Ferienwohnung ist so klein, dass ich schon kurz nach Ankunft das Bedürfnis habe, spazieren zu gehen, gerade wenn sich alle Kinder in den wenigen Quadratmetern mit Vergnügen ausbreiten. Der Weg am Haus führt ohne Asphalt und Autoverkehr in den Wald und wenn es die Zeit erlaubt, so gehe ich gerne bergauf. Ich bin diesen Weg sicherlich schon hundert Mal gegangen und doch ist es jedes Mal eine Entdeckung, dass ich durch diese Schritte, die frische Luft und die wohltuenden Blicke ins Grüne oder Weiße, je nach Jahreszeit, ruhig werde, buchstäblich durchatme und mich über diesen besonderen Moment freue. Nach einer Stunde geruhsamen Tempos komme ich dann zu meiner Lieblingsbank. Meistens wartet sie auf mich, Touristen gibt es auf diesem Berg nur wenige. Dann setze ich mich einen Augenblick, manch12


mal sogar mit Regenschirm und Jacke, grüße Belchen und Feldberg von Weitem und staune, dass es solch wunderschöne Orte gibt und dass mir Gott die Gabe geschenkt hat, mich an seiner Schöpfung zu erfreuen. Wenn ich dann wieder im Alltag meinen Pflichten nachgehe, so ist allein der Gedanke an ›meinen kleinen Berg‹ eine Erfrischung und die Vorfreude auf einen erneuten Spaziergang in vertrauter Umgebung gibt mir Kraft. D&M.H 13


Dies ist der Tag, den der Herr macht; Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein. Psalm 118, 24

Es geht nicht darum, dem Leben mehr Tage zu geben, sondern den Tagen mehr Leben. Cicely Saunders

Du, Herr, schenkst uns Zeit! Wir wollen sie gestalten, sie als deine Gabe in unsren Händen halten. Herr, mach‘ uns offen, dass wir sehen: Du willst im Heute und im Morgen mit uns durchs Leben gehen. D&M.H 14


Wenn ich im Februar und März wochenlang an kahlen Sträuchern und Bäumen vorbeigehe, die oft wie abgestorben aussehen, dann ertappe ich mich bei dem hoffnungslosen Gedanken, dass dieses Jahr vielleicht nichts Neues wachsen wird. Ich werde konfrontiert mit meiner Ungeduld. Denn ich weiß ja: Obwohl sich im Inneren der Knospen ganz viel tut, obwohl sich in größter Langsamkeit höchste Aktivität ereignet, ist nach außen ganz lange nur das Kahle, Erstarrte, scheinbar Leblose sichtbar. Dass das bei den Pflanzen so ist, lässt mich anders auch mit mir, mit den anderen umgehen, gerade in Zeiten der Krankheit, der Neuorientierung, der Arbeitssuche, bei der Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Umbruchzeiten. Pierre Stutz

Hörend – nicht sprechend bin ich geboren. Sr. Gisela Ibele 15


Die ganze Weisheit des Menschen sollte allein darin bestehen, jeden Augenblick mit voller Kraft zu ergreifen, ihn so zu benutzen, als wäre er der einzige, letzte. Friedrich Schiller

Der wichtigste Mensch ist immer der, der dir gerade gegenübersteht. Meister Eckart

Lebe heute Sorge dich heute nicht für das Morgen. Denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug an seiner eigenen Last. Lebe – heute! nach Matthäus 6, 34

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Glücklich, wer auf die Einfachheit zugeht, im Herzen wie im Leben. Ein Mensch mit einfachem Herzen sucht im gegenwärtigen Augenblick zu leben, jeden Tag als ein Heute Gottes zu empfangen. Frère Roger

Man müsste das Leben so einrichten, dass jeder Augenblick bedeutungsvoll ist. I.S.Turgenjew

Gib der Seele einen Sonntag und dem Sonntag eine Seele. Peter Rosegger

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Wie ein Baum Menschen sind zu ängstlich besorgt, zu viel unterwegs, zu hastig am Werk, zu gierig im Haben und zu lieblos im Handeln, als dass sie glücklich sein könnten. Bei den Bäumen ist das ganz anders. Sie sind voller Bewegung und bleiben immer an derselben Stelle. Sie sind voller Kraft, weil sie in Ruhe und aus der Tiefe schöpfen. Mit ihren Wurzeln sind sie dem Herzen der Erde näher als andere, mit ihrer Krone sind sie der Sonne nahe wie kaum jemand. Lebenssäfte strömen durch sie hindurch, beleben und verwandeln die Bäume. Der Baum dehnt sich aus und 18


nimmt sich zurück, je nach der Wärme des Tages und der Kühle der Nacht. Der Baum freut sich auf den Regen und wartet auf die Sonne, er erlebt die wechselnden Jahreszeiten und seine Lebenszeit bis zu seinem Tod. Sein Glück hängt nicht von seinem Willen, Hasten, Leisten und Besitzen ab. Der Baum ist da, sein Leben ist lang und ruhig, tief und hoch, machtvoll und doch unaufdringlich; fraglos, aber nicht sinnlos; einsam und doch in allen Lebenszusammenhängen. nach Axel Kühner

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2 Gelassen sein Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt? Und warum sorgt ihr euch um Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen; sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in all seiner Pracht nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. Matthäus 6, 26–28

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