Gottes Plan f端r Erweckung
Ulf Ekman
Originally published in Sweden under the title: Guds modell för väckelse (God’s Model for Revival) copyright © 1994 Ulf Ekman. All rights reserved. Published by Word of Life Publications, Box 17, S-751 03 Upsala, Sweden. www.ulfekman.org German translation, copyright © (2007):
Adullam Verlag St.-Ulrich-Platz 8 85630 Grasbrunn Tel: 089/468801 www.adullam.de ISBN 978-3-931484-77-4 Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlags.
1 Die Gemeinde – Fundament für Erweckung Mit den Ereignissen, die in Apostelgeschichte 2 beschrieben werden, begann eine neue Ära in der Geschichte des Volkes Gottes, die auch als Zeitalter der Gnade bezeichnet wird. Der Heilige Geist fiel an Pfingsten auf die Gemeinde, Petrus predigte den Juden und die erste Gemeinde auf Erden wuchs. Auf die Frage, was das Zeichen für die Ausgießung des Geistes über die Gemeinde sei, wird häufig geantwortet, es seien die Geistestaufe und das Sprachengebet. Diese Antwort beschreibt jedoch nicht die ganze Wahrheit. Es trifft sicherlich zu, dass das Sprachengebet ein äußeres Zeichen dafür ist, dass ein Mensch im Geist getauft ist. Allerdings sind Menschen, die errettet worden sind, die Geistestaufe empfangen haben und in Sprachen beten, nicht allein schon deswegen Teil dessen, was der Heilige Geist tut. Das wirklich glaubwürdige Zeichen für die Ausgießung des Geistes wird ebenfalls in Apostelgeschichte 2 beschrieben: Die nun sein Wort aufnahmen, ließen sich taufen; und es wurden an jenem Tag etwa 3
dreitausend Seelen hinzugetan. Sie verharrten aber in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft, im Brechen des Brotes und in den Gebeten. Es kam aber über jede Seele Furcht, und es geschahen viele Wunder und Zeichen durch die Apostel. Alle Gläubiggewordenen aber waren beisammen und hatten alles gemeinsam; und sie verkauften die Güter und die Habe und verteilten sie an alle, je nachdem einer bedürftig war. Täglich verharrten sie einmütig im Tempel und brachen zu Hause das Brot, nahmen Speise mit Jubel und Schlichtheit des Herzens, lobten Gott und hatten Gunst beim ganzen Volk. Der Herr aber tat täglich hinzu, die gerettet werden sollten. Apostelgeschichte 2, 41–47
Wir lesen die Beschreibung einer normalen Gemeinde. Es geht hier nicht um eine veraltete oder entstellte Gemeindeform, die als Einzelfall irgendwann in der Geschichte aufgetreten ist und nach der wir uns voller nostalgischer Gefühle zurücksehnen. Gott will, dass es solche Gemeinden in unseren Tagen gibt – und was Gott sich wünscht, das wird auch geschehen. Wir leben im Zeitalter der Gemeinde und Gott sehnt sich nach neuen Gemeinden. Im Alten Testament war das Volk Israel in Stämme, Geschlechter und Familien gegliedert. Heute sind wir Ortsgemeinden 4
zugeordnet und werden vom Heiligen Geist an den Ort gestellt, an dem wir sein sollen.
Verliere nicht den Mut Gott hat mir einmal ein Bild gegeben. Er zeigte mir eine große Rakete, die ins All starten sollte. Große Menschenmassen verfolgten den Countdown. Die Rakete hob ab und verschwand. Dann gingen alle nach Hause und dachten nicht mehr an die Rakete, sondern warteten auf den nächsten Start. Manchmal verläuft das geistliche Leben in ähnlichen Bahnen. In seiner Gnade gibt dir Gott überwältigende Anfangserfahrungen, die so stark sein können, dass viele Menschen sie bemerken. Dies geschieht, wenn der Heilige Geist dich in deine „Umlaufbahn“ bringt und du anfängst, das zu tun, was er möchte. Danach ergeht es dir wie einem einsamen Satelliten. Er dreht irgendwo im Weltraum seine Runden, ohne dass weitere dramatische Dinge geschehen. Niemand denkt an den Satelliten, keiner schickt ihm eine Postkarte. Man erwartet lediglich von ihm, dass er funktioniert. Ich möchte mit diesem Bild darauf hinweisen, dass es neben den Zeiten, in denen starke Erfahrungen im Vordergrund stehen, auch Zeiten gibt, in denen man treu seinen Dienst tut, arbeitet, austeilt und 5
segnet. Die Hauptsache ist, dass dein Herz in Erweckung lebt, damit Gottes Wille in deinem Leben und durch dich geschehen kann. In Apostelgeschichte 2 wird beschrieben, wie Gott die erste Gemeinde entstehen ließ und sich am ersten Tag 3000 Menschen bekehrten. Viele Gläubige, besonders Pastoren, verlieren den Mut, wenn sie diese Verse lesen, weil sich am ersten Tag ihrer Gemeinde nicht 3000 Menschen bekehrten. Sie verfallen leicht dem Gedanken: „Wir können gar keine neutestamentliche Gemeinde sein, weil unsere Umstände heute völlig anders sind als am Pfingsttag.“ Solche Gedanken sind jedoch Lügen, die der Teufel sendet. Deine Gemeinde muss nicht sein wie die Gemeinde, die am Pfingsttag entstand, sie war ja so etwas wie die Trägerrakete, mit der die weltweite Gemeinde in ihre Umlaufbahn gebracht wurde. Du bist heute Teil dieser weltweiten Gemeinde und hast in einer Ortsgemeinde deinen Platz gefunden. Du wirst auf Dauer vielleicht mehr Frucht bringen als die erste Gemeinde, selbst wenn sich am ersten Tag deiner Gemeinde nicht 3000 Menschen bekehrten. Verliere deswegen bloß nicht den Mut!
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