LESEPROBE
Helen Endemann
Operation Unsichtbar
180 Seiten, Taschenbuch € 9,99 (D) / SFr *14,90 / € 10,30 (A) ISBN 978-3-7655-4187-2, Bestell-Nr. 114187 © Brunnen Verlag GmbH, Gießen *) unverbindliche Preisempfehlung
4 Auf dem Flur holte ich das Mädchen zwischen den anderen Schülern ein. Ich hielt sie am Arm fest und sagte: „Bitte warte!“ Ihr Arm fühlte sich seltsam kühl und weich an. Sie sah mich von der Seite an und sagte: „Lass uns hier weggehen, ich mag es nicht, wenn sie mich anrempeln.“ Ich lief also neben ihr her. Sie führte mich nach unten in den Chemie-Trakt. In einem leeren Klassenzimmer setzte sie sich auf die Fensterbank und musterte mich. Sie trug einen schwarzen Kapuzenpulli und Jeans, Turnschuhe. Ihre Haare waren braun und glatt, etwa schulterCopyright lang und etwas unordentlich. Sie war ungeschminkt. Es fiel Brunnen Verlag Gießen 2013 mir schwer, ihr Alter zu schätzen. „Du bist neu, was?“, fragte sie, nachdem sie mich offenbar lange genug gemustert hatte. „Ich hab dich noch nie gesehen.“ „Ich bin in der 7b, sagte ich, „jedenfalls war ich da, bis ich …“ Ich sah an mir herunter. Es kam mir komisch vor, mich als „unsichtbar“ zu bezeichnen, wenn sie mich doch offensichtlich sehen konnte. „Wann ist es passiert?“, fragte sie. „In der ersten Woche nach den Sommerferien.“ „Und wie?“ „Ich weiß es nicht. Plötzlich war es so.“ „Hm“, sagte sie. „So war es bei mir auch.“ 32
„Und wie lange bist du schon … unsichtbar?“ Ich kam mir fast aufdringlich vor, so etwas zu fragen, als wäre es etwas Peinliches. „Schon zwei Jahre“, sagte das Mädchen. „Ich kenne keinen, der schon so lange unsichtbar ist. Jedenfalls nicht an dieser Schule.“ „Gibt es denn noch mehr Unsichtbare?“ Ich dachte an den Jungen aus dem Lehrerzimmer. „Klar, es gibt immer ein paar. Fünf bestimmt. Ich kenne vielleicht auch nicht alle, es kommen ab und zu welche dazu und manche gehen auch weg.“ „Wie meinst du das?“, fragte ich und mein Herz klopfte auf einmal ganz schnell. „Werden sie wieder sichtbar?“ „Nee, das nicht, jedenfalls nicht, dass ich wüsste. Ich sehe sie nur einfach nicht mehr hier.“ Copyright „Ach so.“ Ich setzte mich auf den Lehrertisch. Brunnen Verlag Gießen 2013 „Wie heißt du?“, wollte das Mädchen wissen. „Nikolas Löw. Und du?“ „Alice. Alice Held.“ Eine Weile sagte keiner etwas, und ich hatte Angst, dass sie aufstehen und weggehen würde. Unter normalen Umständen würde sie sich nie mit mir unterhalten, das war mir klar. Auch wenn sie nicht so hübsch und gut angezogen war wie Eileen und ihre Freundinnen aus Frau Schmidtbauers Kurs, war sie doch offensichtlich älter als ich … und sowieso … ein Mädchen halt. „Gehen denn die anderen auch weiter in die Schule, also in den Unterricht?“, fragte ich. „Manche. Jedenfalls am Anfang“, sagte Alice. „Manche hängen einfach nur auf dem Schulgelände rum.“ 33
„Und du?“, fragte ich. „Bei Frau Schmidtbauer habe ich dich heute zum ersten Mal gesehen. Welches ist überhaupt deine Klasse?“ „Meine Klasse?“ sagte Alice verächtlich. „Ich war in der 6c, das ist jetzt die 8c. Nee, zu diesen Armleuchtern gehe ich nicht mehr. Ich suche mir die besten Klassen und Kurse aus. Im ersten Jahr habe ich nur Naturwissenschaften gemacht. Da bin ich gut drin. Ich schreibe auch immer die Lernstandskontrollen mit, da kann ich am PC selbst eine Auswertung machen. In Mathe, Chemie und Physik bin ich auf dem Stand der 11. Klasse. Aber ich muss auch die anderen Fächer machen, habe ich mir überlegt. Wenn der Spuk hier vorbei ist, will ich Abitur machen, und das geht nicht ohne Deutsch, Englisch und so.“ „Wenn der Spuk hierCopyright vorbei ist …“, wiederholte ich. „Du meinst, wenn du wieder sichtbar bist?“ Brunnen Verlag Gießen 2013 „Klar, was denn sonst?“ „Weißt du denn, wie man wieder sichtbar werden kann?“ „Nee, meinst du, dann säße ich hier? Deswegen habe ich auch wie verrückt Physik, Chemie und Mathe gepaukt. Ich dachte, vielleicht gibt es irgendeine Möglichkeit …“ Ihre Stimme verlor sich und sie schien etwas in sich zusammenzusinken. „Jedenfalls“, richtete sie sich wieder auf, „jedenfalls sollen diese zwei Jahre nicht umsonst gewesen sein. Und du, warum gehst du in den Oberstufenkurs von Frau Schmidtbauer? Bist du auch in die schöne Eileen verknallt, wie alle Jungs in der Schule?“ „Ich?“ Ihre Frage machte mich verlegen. „Ich hab einfach angefangen, mir verschiedene Klassen anzuschauen, so aus Neugier halt. Und dann habe ich ein paar gefunden, die mir 34
gefallen. Die Schmidtbauer finde ich besonders gut. Sie erzählt so spannend.“ „Aber was in aller Welt willst du denn mit Reli anfangen?“, fragte Alice. „Du warst doch auch da“, sagte ich. „Das war aus Versehen. Ich dachte die Schmidtbauer gibt Geschichte.“ Die Frage, wozu Reli gut sein soll, hatte ich mir gar nicht gestellt. Für mich war es genauso ein Fach wie jedes andere. Hauptsache war doch, dass es nicht langweilig war. Ich zuckte mit den Schultern. „Geschichte unterrichtet sie montags und donnerstags in der Elften. Montags in der ersten und zweiten Stunde, donnerstags in der fünften und sechsten. Revolution machen sie da“, erklärte ich dann. Copyright Alice sah mich aufmerksam an. Brunnen Verlag Gießen 2013 „Und was machst du so, wenn die Schule aus ist?“, fragte sie. „Och, nichts Besonderes“, sagte ich. „Am Anfang bin ich jeden Tag ins Kino gegangen. Das ist ganz cool, so ohne Bezahlen, ohne Altersbeschränkung.“ Es gongte wieder, wir hatten eine ganze Schulstunde hier gesessen. Ich dachte daran, dass ich eigentlich Englisch bei Ms. Saunter „gehabt“ hätte. Alice sah auf die Uhr. „Weißt du was?“, sagte sie. „Der Tag ist eh gelaufen. Lass uns ein bisschen Spaß haben!“ Wir fuhren mit der S-Bahn in die Stadt. Hier gab es mehrere große Kinos, die Filme zeigten, die ich noch nicht kannte. Wir gingen in einen Vampir-Film, der ziemlich spannend 35
war, obwohl es eigentlich eine Liebesgeschichte war. Als der Film zu Ende war, hatte ich Hunger. „Komm mit!“, sagte Alice. Sie zog mich mit sich die Straße hoch und in einen McDonald’s. „Wie sollen wir denn bestellen?“ fragte ich sie. „Für uns ist hier Selbstbedienung“, sagte Alice. Sie ging durch die kleine Schwingtür an der Seite der Theke. Ich blieb vor der Tür stehen. „Was magst du?“, fragte Alice. „Big Mac, schätze ich“, sagte sie, ohne meine Antwort abzuwarten, „und Pommes.“ Ich sah zu, wie sie die Schachteln von der Anrichte nahm, eine große Tüte Pommes schnappte, die schon fertig abgefüllt war, und alles in eine Papiertüte stopfte. Um sie herum wuselten McDonald’s-Mitarbeiter, ohne zu bemerken, dass Hamburger und Pommes einfach verschwanden. Ich fragCopyright te mich, wie das für sie aussehen musste, ob die HamburBrunnen Verlag Gießen 2013 ger so durch die Luft schwebten, aber sie schienen rein gar nichts mitzukriegen. „Noch ein paar Ketchups.“ Alice warf fünf Tüten Ketchup in die Papiertüte. „Füll mir ne Cola ab, okay?“, bat sie. Ich ging zögernd zu der Getränkestation. Ich wartete, bis ein Mann sein Getränk gezapft hatte, und füllte dann zwei Becher mit Cola. „Mach Deckel drauf!“, sagte Alice. „Wir essen woanders.“ Ich folgte ihr mit den Bechern. Sie führte uns ein paar Meter weiter zu einem Hochhaus. Dort ging sie durch die Drehtür hinein und ich hinterher. „Was willst du hier?“, fragte ich sie. Hinten rechts war eine Rezeption mit einem Mann in Uniform. 36
„Wir nehmen unsere Mahlzeit an einem spektakulären Ort ein“, verkündete Alice und ihre Augen blitzten fröhlich. Sie drückte einen Fahrstuhlknopf. Wir fuhren 23 Stockwerke hoch. Als die Fahrstuhltür sich öffnete, gab sie den Blick auf eine Aussichtsplattform frei. Sie war leer, außer uns war niemand hier oben. Alice öffnete die Glastür zu der Plattform und wir gingen hinaus. Auf der Plattform war es windig und kühler als unten auf der Straße. Alice ging zum Rand des Geländers und kletterte durch zwei Stangen durch. „Was machst du?“, fragte ich entsetzt, als sie aus meinem Blickfeld verschwand. Ich trat an das Geländer heran und sah, dass am Rand hinter dem Geländer ein schmaler Vorsprung war, der rechts und links von einer Wand begrenzt und vorne durch ein weiteres Geländer gesichert war. Copyright Alice saß auf dem Vorsprung und packte das Essen aus Brunnen Verlag Gießen 2013 der Papiertüte aus. Ich kletterte ihr hinterher und setzte mich neben sie. Auf dem Vorsprung war es windgeschützt. Der Blick auf die Stadt war atemberaubend. „Und?“ Alice sah mich erwartungsvoll an. „Krass!“, sagte ich. Sie hielt mir einen Big Mac hin und ich biss rein. Zwischen den Bissen stopfte ich mir Pommes in den Mund. Es schmeckte toll. Alice nippte an ihrer Cola und aß ab und zu ein Stück Pommes. „Kommst du oft hierher?“, fragte ich mit vollem Mund. „Oft nicht, nee. Allein ist es halt nicht so spannend.“ Ich kaute eine Weile vor mich hin. „Haben deine Eltern gar nichts gemerkt, als du unsichtbar geworden bist“, fragte ich vorsichtig. 37
„Nichts“, sagte sie. „Es war von einem Moment zum andern so, als hätte es mich nie gegeben.“ „Aber das ist doch total krank!“, rief ich. „Die können uns doch nicht einfach vergessen. Ich meine, die laufen jeden Tag mehrmals an meinem Zimmer vorbei. Was denken die denn, wer da wohnt? Phantomas oder was?“ „Meine Mutter bügelt jetzt immer in meinem Zimmer“, sagte Alice. „Sie hört Radio und bügelt und guckt auf meine Poster, mein Bett, meinen Schreibtisch. Sie sieht traurig aus, aber das hilft mir auch nicht weiter.“ Wir schwiegen. Man konnte einfach nichts mehr dazu sagen. Es war unerklärlich. Schließlich sprang Alice auf. „So, jetzt wollen wir aber noch was erleben“, sagte sie. Wir gingen ins Planetarium. Ich war noch nie dort gewesen. Als wir mit einer Copyright Handvoll anderer Besucher in den Stühlen saßen – oder besser gesagt: „lagen“ – und der SterBrunnen Verlag Gießen 2013 nenhimmel sich über uns ausbreitete, kam ich mir plötzlich so klein und verlassen vor, dass ich mir fest in die Hand zwicken musste, um nicht vor Alice loszuheulen. Ich hatte das Gefühl, niemand auf der ganzen Welt kümmert sich um mich. Ich bin nichts als ein Staubkorn im Universum. Zum Glück war es so dunkel, dass Alice mich nicht sehen konnte, und man guckte ja eh nur nach oben. Nach dem Planetarium bummelten wir noch ein bisschen durch die Fußgängerzone. Als wir schließlich nach Hause fuhren – natürlich wieder ohne Fahrkarte –, war es schon fast dunkel. In dem S-Bahn-Wagen saß nur eine junge Frau mit einem Rucksack und las ein Buch. Wir setzten uns eine Sitzgruppe weiter und legten die Füße auf die Sitze gegenüber. Ich war plötzlich müde. Wir waren ja auch viel rumgelaufen. 38
Nach zwei Stationen wurde es plötzlich laut, als die Türen aufgingen. Drei Typen in schwarzen Jacken stiegen ein. Sie rochen nach Zigaretten und Alkohol und unterhielten sich lautstark. Einer mit sehr kurz geschorenen schwarzen Haaren ging schnurstracks auf die Frau zu. „Ja, was haben wir denn da für eine Zuckerpuppe?“ Er setzte sich neben sie. Ich sah, wie die Frau förmlich vor Schreck erstarrte und ihre Augen mit unruhigen Blicken den Wagen absuchten. Sie war allein mit diesen drei Typen. Die anderen zwei schlurften hinter dem ersten her und setzten sich unter Gejohle auf die gegenüberliegenden Sitze, sodass die Frau von allen Seiten belagert war. Der mit den kurzen schwarzen Haaren holte aus seiner Jacke eine Bierdose hervor und hielt sie der Frau hin. Die Frau presste die Lippen zusamCopyright men und rückte noch ein bisschen weg in Richtung Fenster. Brunnen Verlag Gießen 2013 Der Mann sagte „Ey, Zuckerpuppe, das ist unhöflich.“ Und zu seinen Kumpels gewandt: „Die Zuckerpuppe ist unhöflich zu mir!“ „Die steht halt nicht auf dich“, kicherte einer der anderen. Er hatte kurze farblose Haare, die er seitlich gescheitelt trug. „Stimmt das?“, fragte der Kurzgeschorene die Frau. „Du stehst nicht auf mich?“ Er lehnte sich dicht an sie heran. Die Frau hatte jetzt Tränen in den Augen. Die S-Bahn wurde langsam, wir kamen an eine Station. Die Frau versuchte aufzustehen, aber der Kurzgeschorene hielt sie fest, sodass sie sich wieder hinsetzen musste. „Warte, Zuckerpuppe, wir unterhalten uns doch noch!“, sagte er. 39
„Wir müssen was machen!“, sagte Alice neben mir. Ich hatte die Begegnung mit offenem Mund verfolgt. „Was denn?“ Handys hatten wir nicht, es hätte uns ja auch niemand gehört. Der S-Bahn-Wagen war geschlossen, man konnte nicht zum Lokführer durchgehen, außerdem: Wie hätten wir uns denn bemerkbar machen sollen? Alice und ich hatten außerdem überhaupt keine Chance gegen die drei Typen, die groß und breit wie Schränke waren. Der Zug fuhr wieder an. Mittlerweile versuchte der Kurzgeschorene, die Frau zu küssen, wogegen sie sich zu wehren versuchte. Die anderen zwei grölten. „Die Notbremse!“, rief Alice. Sie sprang auf und lief zur Tür. Dort griff sie nach dem roten Griff der Notbremse und zog, aber die Bremse bewegte sich nicht. Copyright „Es geht nicht!“, rief sie. Sie hängte sich mit ihrem ganBrunnen Verlag Gießen 2013 zen Gewicht an den Griff, aber der löste sich nicht. Ich lief zu ihr. Sie ließ den Griff los und ich packte ihn und zog. Es ging schwer, ich hätte nicht gedacht, dass es so schwer geht. Die Notbremse musste doch so gebaut sein, dass auch ein Kind sie ziehen konnte! Oder war es absichtlich so gemacht, dass ein Kind die Notbremse nicht ziehen konnte, weil man Angst hatte, dass Kinder das ohne Grund tun würden? Ich schwitzte und geriet in Panik, weil das Gegröle der Typen immer wilder wurde. Schließlich hing ich mich, wie Alice vor mir, mit aller Kraft an die Notbremse, und der Griff gab nach. Es machte ein lautes Geräusch und der Zug fing sofort an abzubremsen. Alice und ich stolperten und fielen zu Boden. „Ey, Scheiße“, hörten wir die Männer rufen. Ich stand 40
auf, um zu sehen, ob sie die Frau jetzt in Ruhe ließen. Der Kurzgeschorene dachte aber gar nicht daran. Er hing halb über ihr. Da packte mich ein gewaltiger Zorn und ich lief zu ihm hin. Ich warf mich auf ihn und packte ihn am Hals. Er schien irgendwas zu merken. „Ey Scheiße, ey, was macht ihr?“, rief er, während er sich aufrichtete und seine Kumpel ansah. „Ey nichts, was ist los?“, sagte der farblose Seitenscheitel. „Irgendjemand hat die Notbremse gezogen“, sagte der Dritte, der auch schwarze Haare hatte und eine dicke Knollnase. „Alice, komm her und hilf mir!“, rief ich. „Was soll ich denn machen?“, fragte sie, während sie näher kam. „Wirf dich auf einen Copyright von denen!“ „Was soll denn das bringen?“ Brunnen Verlag Gießen 2013 „Irgendetwas spüren die, vielleicht kriegen sie Angst und hören auf.“ Alice zögerte kurz und dann holte sie aus und trat dem Knollnasigen mit voller Wucht ins Gesicht. Sein Kopf wippte gegen die Rückenlehne seines Sitzes und er sah total verblüfft aus. Verletzt schien er nicht. „Was war das denn?“, fragte der Kurzgeschorene. „Ey, keine Ahnung, Scheiße!“, sagte der Knollnasige und sah plötzlich ganz grün im Gesicht aus. Ich hängte mich an das Gepäckgitter, holte Schwung und trat mit beiden Füßen ins Gesicht des Kurzgeschorenen. Der flog auf die Frau, was mir für sie leidtat, aber dann rappelte er sich auf und rief: „Ey, lass uns abhauen! Scheiße!“ 41
Die drei standen auf und liefen aus der S-Bahn. Die Frau saß fassungslos auf ihrem Sitz. Dann stand sie auf. In dem Moment kam der Lokführer. „Haben Sie die Notbremse gezogen?“ Die Frau schüttelte den Kopf. „Nein.“ Der Lokführer brummelte irgendetwas und ging weiter zum nächsten Wagen. Die Frau stieg aus und sah sich nach den Männern um. Die waren schon ein ganzes Stück weiter Richtung Ausgang unterwegs. Die Frau ging mit etwas Abstand dem Lokführer hinterher. Wahrscheinlich wollte sie nicht mehr allein bleiben. Als ich an dem Abend im Bett lag, dachte ich noch lange darüber nach, wie schwer es gewesen war, die Notbremse zu ziehen, und dass es komisch war, dass ich es geschafft hatte Copyright und Alice nicht. Und dass die Männer so wenig von unseBrunnen Verlag Gießen 2013 ren Attacken gespürt hatten. Und dass es gut war, dass sie immerhin etwas gespürt hatten. Außerdem überlegte ich, ob Alice und ich jetzt Freunde waren. Es wäre schön, eine Freundin zu haben.
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