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Frauengeschichten der Bibel Ausgewählt und eingeleitet von Eva Mßndlein
Deutsche Bibelgesellschaft
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Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Urmütter, Spätgebärende und überraschender Kindersegen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
Mutter allen Lebens Die Erschaffung der ersten Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . Ganz ohne Fruchtbarkeitsbehandlung Sara wird im hohen Alter schwanger . . . . . . . . . . . . . . Adoption auf Ägyptisch Die ägyptische Prinzessin findet Mose . . . . . . . . . . . . . Lang ersehnt Hanna bekommt ihren Sohn Samuel . . . . . . . . . . . . . Gegen alle biologischen Gesetze Die betagte Elisabet wird schwanger . . . . . . . . . . . . . . Überraschender Kindersegen Maria und die Ankündigung des Engels . . . . . . . . . . . .
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Gesucht: Weibliche Führungskräfte Frauen in Politik und Wirtschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30
Amazone Gottes Die Richterin Debora . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . »Ihre Majestät, die Königin!« Die Königin von Saba besucht Salomo . . . . . . . . . . . . Eine Herrscherin geht über Leichen Atalja . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Starke Frau im Hintergrund Die Königin Ester rettet ihr Volk . . . . . . . . . . . . . . . . . . Kurzer Prozess Die Witwe Judit tötet den Feind . . . . . . . . . . . . . . . . . . Unternehmerin mit Beistand von oben Elischa und die arme Witwe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
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Inhalt
Göttliche Revolution Das Magnificat der Maria . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55 Wie Frauen ihren Kopf durchsetzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . Erschlichenes Erbe Rebekka verhilft Jakob zum väterlichen Segen . . . . . . . Eine Frau bekommt ihr Recht Tamar und Juda . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die Rache einer verschmähten Frau Josef und die Frau des Potifar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Eine Hand wäscht die andere Rahab hilft den Botschaftern Israels . . . . . . . . . . . . . . . Der schwache Punkt eines starken Mannes Simson und Delila . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Lebensrettendes Täuschungsmanöver Michal rettet David . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Die kluge Frau eines dummen Mannes Abigajil ergreift die Initiative . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Skrupellose Besitzgier Isebel zettelt einen Mord an . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Mit der Falschen angelegt Herodias fordert den Kopf von Johannes dem Täufer . . Hartnäckigkeit zahlt sich aus Eine nicht jüdische Frau vertraut Jesus . . . . . . . . . . . . .
58 58 63 67 69 72 75 77 81 84 86
Von Schwiegermüttern, Schwestern und anderen Konkurrentinnen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 88
Die Schwiegermutter als beste Freundin Rut und Noomi . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 89 Dreiecksbeziehung Lea, Rahel und Jakob . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 99
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Inhalt
Noch eine Dreiecksbeziehung Sara, Hagar und Abraham . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Ungleiche Schwestern Maria und Marta . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .107 Schöne Frauen – schwache Männer . . . . . . . . . . . . . . . . . .109 Konkurrenten eiskalt ausgeschaltet David erliegt der Schönheit Batsebas . . . . . . . . . . . . . . 110 Unschuldige Schönheit Susanna im Bade . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 114 Verhängnisvolle Schönheit Tamar und Amnon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .120 Wenn Männer zu Poeten werden Lob der Schönheit im Hohelied . . . . . . . . . . . . . . . . . .124 Jesus und die Frauen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .126
Wer ohne Sünde ist Jesus und die Ehebrecherin . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 127 Der Arzt, den die Frauen lieben Jesus heilt eine kranke Frau und erweckt ein Mädchen vom Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 128 Letzte Ehre Eine Frau salbt Jesus vor seinem Sterben . . . . . . . . . . . 130 Treu bis zum Tod Frauen bei der Kreuzigung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 Zeugin des Unfassbaren Maria sieht den Auferstandenen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 134 Kleiner Knigge für den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 136
Keine Eifersüchteleien! Sirachs Ratschläge für den Umgang mit Frauen . . . . . 137
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Inhalt
Alles hat seinen Preis Regelung bei Verführung eines Mädchens . . . . . . . . . . 138 Einfach genießen Tipp von Kohelet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 139 Ein Lob zur rechten Zeit Die tüchtige Hausfrau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .140 Nachwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 143
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Urmütter, Spätgebärende und überraschender Kindersegen
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Heutzutage gibt es immer mehr Frauen, besonders Akademikerinnen, die sich entscheiden, keine Kinder zu bekommen. In der modernen Gesellschaft ist die Sinngebung für die Frau nicht mehr nur ans Muttersein gebunden: Sie kann heute auch auf andere Weise ihr Leben sinnvoll gestalten und dies wird gesellschaftlich – mehr und mehr – akzeptiert. Zur Zeit des Alten Testaments befanden sich Frauen in einer völlig anderen Situation. Es war für eine Frau undenkbar, freiwillig auf Kinder zu verzichten. Ihre wichtigste Aufgabe und zentraler Lebensinhalt war es, für den Erhalt der Sippe zu sorgen, d. h. Kinder – möglichst männliche – auf die Welt zu bringen. Wenn sie diese Aufgabe nicht erfüllen konnte, bedeutete das für eine Frau den sozialen Tod. Zwar sieht die Bibel selbst die Frau keineswegs nur in dieser Rolle, doch auch sie spiegelt deutlich das damalige Verständnis wider, dass Frausein sich vor allem im Muttersein ausdrückt. Die Frau ist es, die für den Fortbestand des Lebens sorgt. Das ist die Aufgabe, die ihr zugedacht ist.
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Die Erschaffung der ersten Frau
Die Bibel erzählt viele Geschichten von Mutterschaft. Dabei hat sie einen scharfen Blick dafür, dass damit nicht immer nur eitel Sonnenschein verbunden ist. Sie führt uns verschiedene Facetten von Muttersein vor Augen, auch die schmerzhaften und schwierigen. Sie erzählt von Problemen und Freuden, von Mutterschmerz und Mutterlist, von Adoption und ungewollter Schwangerschaft, von Urmüttern, Spätgebärenden und überraschendem Kindersegen. Dabei stoßen wir auf auffallend viele Frauen, über deren Gemüt die dunkle Wolke der Kinderlosigkeit hängt. Doch gerade an diesen Frauen zeigt sich, dass Gott sich rühren lässt durch menschlichen Kummer und dass er oft auch gegen alle biologischen Möglichkeiten Neues ins Leben ruft. Und dieses neue Leben, dieses neue Geschöpf, ist meist eines mit einer ganz und gar herausragenden Bestimmung.
Mutter allen Lebens Die Erschaffung der ersten Frau Die Frauengeschichten der Bibel nehmen ihren Anfang mit der Erschaffung der ersten Frau: Das zweite Kapitel der Genesis erzählt, dass Gott sie aus der Rippe des Mannes formt, als dessen Gefährtin und Gegenüber. Ist die Frau also nur dazu da, den Mann zu ergänzen, seine Einsamkeit zu lindern und seine Defizite auszugleichen? Dass dies mitnichten der Fall ist, zeigt der sogenannte
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Urmütter, Spätgebärende und Kindersegen
erste Schöpfungsbericht im vorhergehenden Kapitel. Dort wird deutlich: Gott schafft den Menschen nach seinem Bild, und zwar in zwei verschiedenen »Ausführungen«, nämlich als Mann und Frau. Beide sind gleichwertig und an beide ergeht der Auftrag, sich fortzupflanzen und Sorge für die Schöpfung zu tragen. Im Paradiesgarten bleibt die Frau zunächst ohne Namen. Erst nachdem die beiden vom Baum der Erkenntnis gegessen haben und den Garten verlassen müssen, erhält sie ihren Namen, der zugleich ihr Schicksal und ihre große Aufgabe in der Welt spiegelt: Von nun an heißt sie Eva – vom Hebräischen »Chawa«, was übersetzt »Mutter allen Lebens« bedeutet. Dass Muttersein nicht nur tiefe Freude mit sich bringt, sondern auch Schmerz und Kummer, muss Eva mit ihren beiden Söhnen Kain und Abel am eigenen Leib erfahren. Doch das ist eine andere Geschichte … (1 Mose/Genesis 2,18-25; 3,20)
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ott, der HERR, dachte: »Es ist nicht gut, dass der Mensch so allein ist. Ich will ein Wesen schaffen, das ihm hilft und das zu ihm passt.« So formte Gott aus Erde die Tiere des Feldes und die Vögel. Dann brachte er sie zu dem Menschen, um zu sehen, wie er jedes Einzelne nennen würde; denn so sollten sie heißen. Der Mensch gab dem Vieh, den wilden Tieren und den Vögeln ihre Namen, doch unter allen Tieren fand sich keins, das ihm helfen konnte und zu ihm passte.
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Sara wird im hohen Alter schwanger
Da versetzte Gott, der HERR, den Menschen in einen tiefen Schlaf, nahm eine seiner Rippen heraus und füllte die Stelle mit Fleisch. Aus der Rippe machte er eine Frau und brachte sie zu dem Menschen. Der freute sich und rief: »Endlich! Sie ist’s! Eine wie ich! Sie gehört zu mir, denn von mir ist sie genommen.« Deshalb verlässt ein Mann Vater und Mutter, um mit seiner Frau zu leben. Die zwei sind dann eins, mit Leib und Seele. Die beiden waren nackt, aber sie schämten sich nicht voreinander. Der Mensch nannte seine Frau Eva, denn sie sollte die Mutter aller Menschen werden.
Ganz ohne Fruchtbarkeitsbehandlung Sara wird im hohen Alter schwanger Lange Studienzeiten, die Ausübung eines Berufes und das Streben nach finanzieller Unabhängigkeit sind bei Frauen heutzutage gang und gäbe. Der Kinderwunsch, sofern er da ist, wird oft nach hinten verschoben, im Schnitt bekommt eine Frau ihr erstes Kind heute erst mit Anfang dreißig. Biologisch gesehen ist das riskant, denn die Fruchtbarkeit einer Frau nimmt ab dreißig beständig ab. Deshalb kommt es auch immer wieder vor, dass Frauen, die spät Mutter werden wollen, nicht schwanger werden können. Wir kennen die Geschichten: Verzweifelt nimmt man die Hilfe der modernen Medizin in Anspruch,
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Urmütter, Spätgebärende und Kindersegen
versucht es mit künstlicher Befruchtung oder sonstigen Maßnahmen. Bleibt der Erfolg aus, stürzt das die Betroffenen nicht selten in eine tiefe Krise. Ungewollt kinderlos zu sein ist ein hartes Schicksal. Für die Frauen des Alten Testaments war das noch stärker spürbar als bei uns heute. Die Bibel berichtet von mehreren Frauenschicksalen, in denen Kinderlosigkeit eine große Rolle spielt. Abraham und Sara, die Erzeltern Israels, bekommen erst im hohen Alter den ersehnten Sohn – und das ganz ohne Fruchtbarkeitsbehandlung. Biologisch ist das unvorstellbar, doch der Autor der Geschichte will zeigen: Bei Gott ist alles möglich. Er durchbricht unsere Resignation und macht Träume wahr, die wir längst aufgegeben haben. An der Biologie stört er sich dabei kaum. (1 Mose/Genesis 18,1-15; 21,1-8)
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braham wohnte bei den Eichen von Mamre. Dort erschien ihm der HERR. Abraham saß gerade in der Mittagshitze am Eingang seines Zeltes. Als er aufblickte, sah er wenige Schritte vor sich drei Männer stehen. Sofort sprang er auf, warf sich vor ihnen nieder und sagte: »Mein Herr, wenn ich Gnade vor dir gefunden habe, dann geh nicht hier vorüber. Ich stehe dir zu Diensten! Man wird euch sogleich Wasser bringen. Ihr könnt euch die Füße waschen und es euch unter dem Baum bequem machen. Ich will inzwischen eine kleine Erfrischung holen, damit ihr euch stärken und dann euren Weg fortsetzen könnt. Wozu sonst seid ihr bei eurem Diener vorbeigekommen?«