Skip to main content

084804

Page 1

Arztgeschichten der Bibel Ausgewählt und eingeleitet von Jan-A. Bßhner

Deutsche Bibelgesellschaft


Der Nächste bitte! – Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9 Der biblische Anfang der ärztlichen Zunft: Mose und der Schlangenstab . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 Regierende und ihre Krankheiten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16 Musiktherapie gegen eine königliche Depression David spielt Harfe vor König Saul . . . . . . . . . . . . . . . . . 17 Wasseranwendung gegen Aussatz? – Ein Minister und seine Ansprüche Die Heilung des Syrers Naaman . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 Wenn das Amt krank macht Gott erhört Hiskijas Gebet . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Familientherapie in führenden Kreisen Mirjams Erkrankung und Heilung . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Im Kampf gegen den Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

Intensivstation Dachkammer Elija und der Sohn der Witwe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 Lebenshauch – von Mund zu Mund Elischa und die Frau von Schunem . . . . . . . . . . . . . . . . 34 Ein ganzes Volk in der Notaufnahme Vision von der Wiedererweckung Israels . . . . . . . . . . . . . 39 Wiederbelebung ohne Defibrillator Die Auferweckung des Lazarus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42 Rettungssanitäter Paulus Die Auferweckung des Eutychus . . . . . . . . . . . . . . . . . . 46 Chefarztvisite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48

Der mündige Patient Fordernde Klage in großer Not . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49


Inhalt

Beklagtes Leid Unter der Last von Krankheit und Schuld . . . . . . . . . . . 51 Verzweiflung auf dem Krankenbett Gebet in Verlassenheit und Todesnot . . . . . . . . . . . . . . . 54 Abgeschrieben Gebet in Krankheit und Anfeindung . . . . . . . . . . . . . . . 57 (Nicht) allein gelassen Hilferuf aus Todesnot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60 Ein Hilfeschrei Gebet in tiefster Not . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61 Perspektivenwechsel Rettung aus äußerster Verlassenheit . . . . . . . . . . . . . . . 62 Wieder gesund! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68

Krankheit im Rückblick Neu geschenktes Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68 Alle sollen es erfahren! Dank und Gelöbnis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70 Wie neugeboren Lob der unendlichen Güte Gottes . . . . . . . . . . . . . . . . . 72 Lebenswende Dank für Rettung aus Todesnot . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 75 Biblische Gesundheitstipps . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 78 Gesund durch positives Denken Sirachs Gesundheitsprinzip . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 79 Alles mit Maßen Gegen Völlerei und Trunksucht . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 80 Zurückhaltung beim Essen und Trinken Sirachs Rat für Gäste und Gastgeber . . . . . . . . . . . . . . . 82


Inhalt

Das Prinzip Lebensfreude Kohelet rät zum dankbaren Genießen . . . . . . . . . . . . . . 84 Für den Fall der Fälle Vom rechten Umgang mit dem Arzt . . . . . . . . . . . . . . . 85 Die Daniel-Diät Daniels Treue zu Gott wird belohnt . . . . . . . . . . . . . . . . 87 Krankheit als Prüfung: Ijob . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 91 Die Hoffnung der Hoffnungslosen – Jesus als Heiler . . . . 106 Das Ende einer Odyssee von Arzt zu Arzt Jesus heilt eine kranke Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 108 Psychiatrische Behandlung mit unerwarteter Nebenwirkung Der Besessene von Gerasa . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 110 Mehr als sehen Jesus heilt Blinde . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 113 Kein Fall für Assistenzärzte? Jesus heilt ein besessenes Kind . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 115 Fernheilung Der Hauptmann von Kafarnaum . . . . . . . . . . . . . . . . . 117 Wer heilt, hat Recht? Jesus heilt einen Stummen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 119 Praxis auch am Sabbat geöffnet Jesus heilt eine verkrümmte Frau . . . . . . . . . . . . . . . . . 120 Nicht mehr krankgeschrieben Jesus heilt die Schwiegermutter des Petrus . . . . . . . . . . 122 Heilende Hände Jesus heilt einen Taubstummen und einen Blinden . . . 122 Krankentransport mit Hindernissen Jesus heilt einen Gelähmten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 124


Inhalt

Selbst schuld? Jesus heilt einen Blindgeborenen . . . . . . . . . . . . . . . . . 126 Halbgötter in Weiß? – Die Apostel und ihre Heilkunst . . . 129 Heilung im Vorübergehen Die Wundertaten der Apostel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 130 Götter in Menschengestalt? Paulus und Barnabas in Lystra . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 131 Unübertragbare Heilkraft Die sieben Söhne des Skevas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 133 Einfach magisch? Heilungen durch Paulus’ Taschentücher . . . . . . . . . . . . 135 Gegen den Größenwahn Paulus’ Stärke liegt in Christus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 135 Ärzte zwischen den Fronten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138 Berufsverbot wegen Heilung Petrus heilt einen Gelähmten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 138 Geschäftsschädigende Gesundheit Paulus treibt einen Wahrsagegeist aus . . . . . . . . . . . . . 143 Konkurrenz auf dem Gesundheitsmarkt Der Magier Simon wird zurechtgewiesen . . . . . . . . . . 146 Ein biblischer Arztroman: Das Buch Tobit . . . . . . . . . . . . 150 »Ich, der Herr, bin euer Arzt« – Nachwort . . . . . . . . . . . . . 181


David spielt Harfe vor König Saul

Musiktherapie gegen eine königliche Depression David spielt Harfe vor König Saul König Saul leidet. Der biblische Bericht verbindet die »private« Erkrankung des Königs mit der beginnenden Krise seines Königtums, in der die Amtsübergabe an einen Nachfolger näher rückt. Die Hofärzte diagnostizieren eine hartnäckige und wiederkehrende depressive Verstimmung als Ursache für Sauls Einbuße an Charisma. Nicht mehr der Geist Gottes beflügelt ihn, sondern ein böser Geist quält ihn und nimmt ihm die inneren Antriebskräfte. Der Therapievorschlag: Musik soll die Seele des Königs wieder erheben, sein Gemüt aufhellen und ihm neue Antriebskräfte geben, sodass er ein tatkräftiger König bleibt. Mit Einwilligung des Patienten – ein nicht unwichtiger Faktor für den Therapieerfolg zumal bei einer seelischen Erkrankung – wird ein geeigneter Musiker gesucht. Die Wahl fällt auf David, der die Harfe zu spielen versteht. Dass Musik eine unmittelbar hebende Wirkung auf die Stimmung des Menschen hat, gilt heute ebenso wie damals. David gewinnt als Musiktherapeut das Vertrauen des Königs und darf sich als sein persönlicher Waffenträger ständig in seiner Nähe aufhalten. Er ist stets mit seiner Harfe zu Stelle, wenn der nächste depressive Anfall über Saul kommt. Davids Harfenspiel macht Saul wieder fröhlich und zuversichtlich. Die Bibel verbindet diese nahezu modern anmutende Diagnose und Therapie mit einer überraschenden theolo-

17


Regierende und ihre Krankheiten

gischen Tiefendimension: Der Therapeut ist ausgerechnet der mit Gottes Geist ausgestattete zukünftige König David. Er gibt dem noch im Amt befindlichen König Saul Anteil an seinem Charisma, das ihm Gott verliehen hat. (1 Samuel 16,14-23)

D

18

er HERR hatte seinen Geist von Saul genommen und ihm einen bösen Geist geschickt, der ihn oft quälte. Da sagten seine Leute zu Saul: »Du weißt selbst, dass ein böser Geist, von Gott geschickt, dich immer wieder befällt. Sollen wir uns nicht nach einem Mann umsehen, der Harfe spielen kann? Du brauchst es nur zu befehlen! Wenn dann der böse Geist über dich kommt, kannst du dir etwas vorspielen lassen; das wird dich aufmuntern.« »Ja«, antwortete Saul, »sucht mir einen guten Harfenspieler und bringt ihn zu mir!« Einer von den jungen Leuten sagte: »Ich kenne einen: Isai in Betlehem hat einen Sohn, der Harfe spielen kann. Er stammt aus einer angesehenen Familie und ist ein tüchtiger Kämpfer. Er versteht, zur rechten Zeit das rechte Wort zu sagen, und sieht sehr gut aus. Der HERR steht ihm bei.« Da sandte Saul Boten zu Isai und ließ ihm sagen: »Schick mir doch deinen Sohn David, der die Schafe hütet!« Isai gab David einen mit Broten beladenen Esel, einen Schlauch Wein und einen jungen Ziegenbock für Saul mit. So kam David ins Haus Sauls und trat in seinen Dienst. Der König gewann ihn lieb und machte ihn zu seinem Waffenträger. Seinem Vater Isai ließ er sagen: »Lass David in


Die Heilung des Syrers Naaman

meinem Dienst bleiben! Er hat mein Wohlgefallen gefunden.« Immer wenn der von Gott geschickte böse Geist über Saul kam, griff David zur Harfe und begann darauf zu spielen. Dann wurde es Saul leichter ums Herz, er fühlte sich wieder wohler und der böse Geist verließ ihn.

Wasseranwendung gegen Aussatz? – Ein Minister und seine Ansprüche Die Heilung des Syrers Naaman Aussatz begegnet uns häufig in der Bibel. Es ist ein Sammelbegriff, der die verschiedensten Hautkrankheiten von Lepra bis Neurodermitis bezeichnet. Ihnen allen ist der entstellende, ja stigmatisierende Charakter gemeinsam. Ein Aussätziger galt im Judentum als »unrein« und wurde – auch aus Angst vor Ansteckung – aus der Gemeinschaft ausgestoßen. Naaman, der Heerführer des syrischen Königs, hat daher Glück im Unglück. Er ist kein Jude. Als er an Aussatz erkrankt, wird er nicht aus seiner Hausgemeinschaft verwiesen. Im Gegenteil, man sucht für ihn den besten Arzt: einen Prophet in Samaria. Als hochgestellte Persönlichkeit kann er sich den finanziellen Aufwand der Reise zu diesem Spezialisten und der erwarteten Behandlungskosten leisten. Sein König gewährt ihm Sonderurlaub und versorgt ihn sogar mit einem Empfehlungsschreiben.

19


Vom rechten Umgang mit dem Arzt

Es gibt für den Menschen nichts Besseres als essen und trinken und genießen, was er sich erarbeitet hat. Doch dieses Glück hängt nicht von ihm selbst ab: Es ist ein Geschenk Gottes. Denn wer hat zu essen oder hat Grund zur Freude ohne ihn?

Für den Fall der Fälle Vom rechten Umgang mit dem Arzt Was tun, wenn alle Vorsorge und vernünftige Lebensweise dennoch einmal nicht verhindern konnten, dass man krank geworden ist? Allein auf Gott vertrauen oder sich doch in die Hände der naturwissenschaftlichen Medizin begeben? Anders als extreme Ansichten, die heute noch mehr als damals entweder auf die Religion oder auf die ärztliche Kunst verzichten wollen, bringt die biblische Weisheit beides in ein vernünftiges Miteinander: Die Medizin mit ihrem naturwissenschaftlichen Ansatz ist eine besondere Art, in der Gott dem Kranken zu Hilfe kommt und die man deshalb ruhig in Anspruch nehmen darf. Gott gibt dem Arzt das Wissen und lässt die Pflanzen wachsen, die der Apotheker zu Arznei verarbeiten kann. Darum soll man Gott danken für die ärztliche Kunst und den Arzt selbst – und Letzterem den nötigen Respekt entgegenbringen. (Sirach 38,1-15) 85


Biblische Gesundheitstipps

G

86

ib dem Arzt die gebührende Ehre; denn du brauchst ihn und der Herr hat seinen Berufsstand eingesetzt. Gott, der Höchste, gibt dem Arzt das Wissen und der König belohnt ihn mit Geschenken. Sein Können gibt ihm großes Ansehen, sogar mächtige Leute bewundern ihn. Der Herr bringt auch die Heilmittel aus der Erde hervor. Ein vernünftiger Mensch wird deshalb nicht zögern, sie zu gebrauchen. Hat nicht ein Stück Holz einmal bitteres Wasser trinkbar gemacht und dadurch Gottes Macht erwiesen? Gott hat den Menschen das Wissen um diese Heilmittel gegeben, damit sie ihn für seine Wunder preisen. Durch sie heilt er die Menschen und lindert ihre Schmerzen; der Apotheker bereitet eine Mischung daraus. Gottes Schaffen ist nicht zu Ende; von ihm kommen Gesundheit und Wohlbefinden für die Menschen auf der ganzen Erde. Mein Sohn, wenn du krank wirst, nimm es nicht auf die leichte Schulter! Bete zum Herrn, er wird dich wieder gesund machen. Hör auf, Unrecht zu tun; tu, was recht ist; entferne jede Art von Sünde aus deinem Herzen! Bring dem Herrn ein Brandopfer, das ihm Freude macht, und auch den Teil des Speiseopfers, der für ihn verbrannt wird! Gib reichlich Öl dazu, mehr als üblich ist! Dann lass den Arzt kommen; denn der Herr hat ihn eingesetzt. Er soll an deiner Seite bleiben, du brauchst ihn! Es gibt Augenblicke, in denen deine Wiederherstellung von seiner Kunst abhängt. Auch er betet zum Herrn, dass der es ihm gelingen lässt, Schmerzen zu lindern und das Leben zu erhalten.


Daniels Treue zu Gott wird belohnt

Wer gegen seinen Schöpfer sündigt, verdient es, den Arzt nötig zu haben!

Die Daniel-Diät Daniels Treue zu Gott wird belohnt Besondere Ernährungsformen und Diäten – ein unerschöpfliches Thema! Ein ausgesprochen geglückter DiätVersuch, bei dem es allerdings nicht ums Abnehmen ging, wird im Buch Daniel beschrieben. Daniel, ein junger Jude aus der babylonischen Diaspora, bekommt einen Ausbildungsplatz am Hof des Königs Nebukadnezzar. Während des dreijährigen Besuchs der höheren Beamtenschule muss er wie alle anderen an der königlichen Tafel speisen. Das Essen am Hof entspricht allerdings nicht den jüdischen Reinheitsvorschriften. Hinter dem Rücken des Königs vereinbart Daniel deshalb mit dem Küchenchef, dass ihm und seinen drei Freunden eine Diät serviert wird, die nur aus Gemüse und Wasser besteht. Nach einer 10-tägigen Testphase stellt sich heraus, dass die jungen Juden besser aussehen als die Tafelgenossen, die Vollkost bekommen haben. Nach der dreijährigen Ausbildung bestehen Daniel und seine jüdischen Freunde die Schlussprüfung mit herausragenden Noten. Die Gemüse-Wasser-Diät lässt sie nicht nur blendend aussehen, sondern hat sie offenbar auch geistig fit gemacht.

87


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
084804 by Fontis-Shop - Issuu