Die Containerschifffahrt im Jahr 2030 Das Feederschiff im Kontext eines restrukturierten, Ăśkologischen SeegĂźterverkehrs
Das Feederschiff im Kontext eines restrukturierten, Ăśkologischen SeegĂźterverkehrs
Armin Warnecke / Muthesius Kunsthochschule / Industriedesign Bachelor Thesis / Winter 2013/2014 Projekt Betreuung: Prof. Detlef Rhein Theorie Betreuung: Prof.in Dr. Rosan Chow
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Kurzbeschreibung Problemdarstellung Konzeption Storyboard Warum das Feederschiff Kontexte
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Idee
KURZBESCHREIBUNG
4 Unsere Gesellschaft wird im Hafen manifestiert.
und zwei Festmacherboote benötigt werden, ver-
Ein überwälltigender Anteil von 90 Prozent aller
deutlicht noch einmal die Missstände des derzei-
Güter wird heute über den Seeweg transportiert,
tig gängigen Schiffskonzepts.
womit der Hafen eine der wichtigsten Schnittstel-
Schiffe können (noch) nicht ohne das lebenret-
len unserer Gesellschaft ist.
tende Land. Heutzutage kann das Land, können
Das Containerschiff der Zukunft sollte mit beson-
zwei so wichtige Komponenten, die nicht ohne
wir, auch nicht ohne die Schiffe. Warum werden derer
Berücksichtigung
dieser
Schnittstelle
einander funktionieren, nicht als gemeinsam
erdacht werden und sich der technologischen
funktionierendes System gedacht?
Neuerungen stellen, denn trotz dieser Relevanz
Die Zielsetzung dieses Projekts ist die Weiterent-
ist der technische Fortschritt an vielen Teilen
wicklung der Schnitstelle Hafen mit besonderer
des intermodalen Gütertransports scheinbar vor-
Berücksichtigung der gesellschaftlichen Belas-
beigegangen. Auch nach hunderten von Jahren
tung, ausgehend von einem neuartigen Cont-
der Seefahrt werden Schiffe, nach wie vor, von
ainerschiffsentwurf, der intelligent, effizient und
umweltfeindlichen Dieselmotoren angetrieben,
emissionsfrei den internationalen Handel dem
deren kleinere Exemplare an Board im Hafen
technischen Fortschritt anpasst. Des weiteren
laufengelassen werden, um die schiffsinterne
ist eine Neuerung der Organisation der Container
Stromversorgung aufrecht zu erhalten.
nötig, die die hier vorgestellten neuen Schnitt-
Die Tatsache, dass zum Festmachen eines Schif-
stellen optimieren und den Containerzyklus einer
fes diesen Ausmaßes mindestens zwei Schlepper
verträglichen Geschwindigkeit anpassen.
Das Projekt nimmt sich der auf die Komponenten
welcher ein Systementwurf steht, der sich ,seiner
Schiff und Hafen bezogenen Problembereiche an,
jeweiligen kontexte bewusst, anpasst und aktua-
indem es, ausgehend von einer neuen Schiffs-
lisieren lässt.
studie, neben technisch bezogenen Innovationen auch organisatorische Systemverbesserungen
Im Zentrum dieses Entwurfs steht das Feeder-
vorschlägt. Hierzu gehören zum Einen die, mit
schiff. Es muss sich dem Kontext einer Hafenstadt
dem Umstieg auf Elektromobilität einherge-
sowie dem der Küstengewässer anpassen. Es ist
hende, neuartige Betankung der Schiffe während
durch seine geringeren Außmaße visuell weniger
der Fahrt, sowie ein vorgelagerter Hauptum-
aufdringlich und durch fehlendes Dieselmoto-
schlagplatz (Offshore-Hub), der eine Trennung
rengeräusch auch akustisch keine Belastung für
von Binnen- und Hochseeschiffen in einer effizi-
Wohngegenden in Wassernähe.
enten Schnittstelle manifestiert. Ökologische Sensibilität äußert sich nicht nur in
Dieses Projekt ist eine Intervention, eine Perspek-
der Eliminierung von Treibhaus- oder Giftgasen,
tive, die sich den derzeit gängigen Zukunftsszena-
sondern ist auch Teil der infrastrukturellen Ent-
rien teilweise gegenüberstellt, sich aber auch auf
wicklung, der Peripherie der Containerschiffe,
die Entwicklungen anderer Bereiche stützt. <
die tiefe Eingriffe in die Natur und Gesellschaft mit sich zieht. Eine der Stärlken dieses Konzeptentwurfs liegt in der Organisation der Transportkette, gegenüber
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Idee
„Die 15 größten Schiffe der Welt pusten pro Jahr so viel Schwefel in die Luft wie alle 800 Millionen Autos zusammen“ P.M. Magazin (2011), Nr. 6, „Jetzt lernen Frachter surfen“
„Das Schiff ist der wichtigste Leistungsträger der Globalisierung, und der Container ist sein Prophet.“
Svantje Domizlaff (2013), Frankfurter Allgemeine, „Einmal Volltanken für 5,3 Millionen Euro“, 27.10.2013
Ein überwälltigender Anteil von 90 Prozent aller Güter wird heute über den Seeweg transportiert, womit Containerschiffe, für die meinsten Menschen unsichtbar, zu den wichtigsten Bestandteilen unseres Lebens gehören.
DIE LEBENSADER UNSERER GESELLSCHAFT
4 Unzählige Container werden hier, innerhalb des intermodalen
Gütertransportverkehrs,
vom
Landtransport auf den Seetransport geschickt oder von ankommenden Schiffen umgekehrt entgegengenommen. Der kostengünstigste Weg für internationale Gütertransporte ist der Seeweg.4
DER STETIGE WANDEL VS. STATISCHE PLANUNG
4 Um einen erschaffenen Hauptumschlagplatz einer Region immer auf dem neusten Stand zu halten, sowohl relevant als auch dem neuesten technischen Fortschritt folgend, muss dieser Seehafen einige Kriterien der Aktualisierbarkeit erfüllen, die ein Superhafen an Land nicht zu erfüllen vermag. Zum Beispiel sind sich verschiebende Knotenpunkte internationaler Handelsrouten niemals in Binnengewässern zu finden oder an Land. Die Routen kreuzen sich vor den Küsten. <
Top 20 Exportnationen 2012:
China, USA, Deutschland, Japan, Niederlande, Frankreich, Südkorea,
Russland, Italien, Hongkong, Vereinigtes Königreich, Kannada, Belgien,
Sungapur, Saudi-Arabien, Mexiko, Taiwan, Vereinigte Arabische Emirate, Indien, Spanien N-11: Ägypten, Bangladesch, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philipinen, Türkei, Südkorea, Vietnam
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Idee
DIE IDEE
4 Warum werden zwei so wichtige Komponenten, die nicht ohne einander funktionieren, nicht als gemeinsam funktionierendes System gedacht?
4 Es muss eine Möglichkeit geben, den Seegütertransport an seine unterschiedlichen Kontexte anzupassen und ökologisch Sensibel agieren zu lassen.
Die Restrukturierung des weltumspannenden Transportwegenetzes, ausgehend von ökologischer Sensibilität in kontextgebundener Anpassungsfähigkeit.
„Die Schifferei muss sich neu erfinden. Abgase aus großen Lastkähnen gehören zum Schmutzigsten, was der internationale Transportsektor zu bieten hat: Auf hoher See wird immer noch Schweröl verfeuert, der Abfall aus der Dieselherstellung. Auf den Ozeanen kommt so ständig eine Menge Giftqualm zusammen, eine ungefilterte Mischung aus Feinstaub und Schwefegasen.“
Jan Willmroth (2013), „Frachtverkehr: Erstes Flüssiggas-Binnenschiff erreicht Deutschland“, www.wiwo.de, 16.1.2014
DER PARADIGMENWECHSEL
4 Die Mitspieler dieses System- und Schiffsent-
Um den CO²-Ausstoß zu eliminieren kommt nur
wurfs im Jahre 2030 sind ultra leichter und den-
eine Energiequelle in Frage; Strom. Elektrizi-
noch stabiler Stahl und eine neue Art von Ener-
tät als Energiequelle ist vordergründig die sau-
giespeicher, der umweltfreundlich produziert und
berste Form der Fortbewegung, bringt jedoch
recycelt werden kann. Elektromotoren werden
auch auf den zweiten Blick enorme Forteile für
stärker und effizienter und Nachhaltige Energie-
die
produktion wird in großem Maße den Energiebe-
produzieren direkt vor Ort den Kraftstoff für die
Schifffahrt.
Offschore-Windkraftanlagen
darf der Menschheit decken, sowohl Onshore als
Akteure des Systems. Schiffe könnten auf See
auch Offshore.
tanken, in jedem Hafen mit der dann vorherrschenden Infrastruktur zum Aufladen der Energiespeicher tanken, Motoren und Speicher wären Wartungsärmer und die größte Umweltbelastung der Menschheit wäre eliminiert! Abgesehen von dem Kern (ökologische Sensibilität) wirken auf dieses Projekt für die Schifffahrt der Zukunft noch weitere Kraftrichtungen ein. Entlang dieser Kraftrichtungen muss sich die Restrukturierung bewegen, um eine nötige Intervention zu einer sinnvollen Perspektive werden zu lassen. <
ökologische Sensibilität
Erschliessung der Ozeane Ökonomie Techologischer Fortschritt Klimawandel Gesellschaftlicher Wandel Handelsbeziehungen
Die Schifffahrt im Jahr 2030
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Idee
RESTRUKTURIERUNG DES SYSTEMS
4 Die Aufteilung der derzeitigen Transportkette
Die Routen der großen Containerschiffe, die zwi-
in Zuständigkeitsbereiche ökologisch sensibler
schen den Offshore-Hubs agieren würden aus der
Schiffsgrößen- und typen in einem optimierten
nordeuropäischen Perspektive so aussehen. Die
Systementwurf dient der Schnittstellenverbes-
Zuständigkeitsbereiche der Feederschiffe wären
serung zwischen Schiff und Hafen als zukunfts-
in dieser Darstellung als konzentrische Kreise
weisende Basis.
um die Knotenpunkte zu platzieren.<
DAS OFFSHORE-HUB-KONZEPT
4 Das Offshore-Hub-Szenario; Die Zusammensetzung zweier seperat agierender Kreisl채ufe in einer neuartigen Schnittstelle zur Bereichs체bergreifenden Zyklusoptimierung. <
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EINBINDUNG BESTEHENDER KOMPONENTEN
4 Containerbr체cken setzen die
Containerboxen
nur noch am obreren Rand der Feederschiff-Ladungsstruktur ab, und m체ssen die Container nicht mehr bis in den Laderaum hinunter man채vrieren. So wird eine Beschleunigung des Ladungsprozesses erreicht. <
BE- UND ENTLADUNG AM OFFSHORE-HUB
4 Das Offshore-Hub weist den Containerboxen ein horizontales Bewegungsmuster zu, wie beim Beladen eines Flugzeugs. Auf diese Weise wird das derzeit in H채fen g채ngige Prinzip des Anhebens und Absetzens mit Containerklammern an Stahlseilen auf den neuen Kontext angepasst. Die vertikalen Bewegungen der Containerboxen 체bernehmen die Seegang unabh채ngigen Strukturen der Schiffe. <
20 ...Feederschiff Ladungen entsprechen...
1 ... Hochsee-Containerschiffsladung.
DAS „BETANKEN“ WÄHREND DER FAHRT! 4Die Umstellung der Seefahrt auf Elektromobilität
Parks ermöglicht einen geschlossenen Kreis-
zieht auch eine Veränderung der „Betankung“ der
lauf zum Betanken der Schiffe während der Fahrt.
Schiffe mit sich. Nicht nur im Bereich des See-
Auf Anfrage des vorbeifahrenden Schiffs koppeln
güterverkehrs, sondern auch in der Personen-
sich nur die gebuchten Speicherboote von ihrer
schifffahrt sind diese Innovationen nutzbar.
Ladestation ab, um das Schiff bis zum nächsten
Heute schon entstehende Offshore-Windparks
Windpark zu begleiten, wo sie sich mit GPS-Un-
werden als Energiequelle für den Bedarf des
terstützung an die dortige Ladestation, am ande-
Festlands herangezogen. Zukünftige Windparks,
ren Ende des Kraislaufs, andocken.
die Deep-Sea-Windparks, können auch in tiefe-
Angesiedelt an den Offshore-Windparks dienen
ren Gewässern die Kraft des Windes nutzen, und
die Speicher-Hubs den Sateliten-Energie-Spei-
sich somit an den Routen der Linienschifffahrt
cherbooten als Ladestation, sowie dem Windpark
entlang ansiedeln. Die Positionierung dieser
als temporärer Energieüberschuss-Speicher.
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Idee
WARUM DAS FEEDERSCHIFF?
4 Der gestalterische Schwerpunkt des Projekts liegt auf dem Feederschiff. Es ist die einzige Komponente, die von der Gesellschaft unmittelbar erfahrbar ist und alte mit neuen Schnittstellen verbindet. Um den Containerzyklus zu beschleunigen findet eine Trennung des Feederschiffs statt, nach dem Vorbild des LKW-Prinzips. Die Trennung des Feederschiffs in zwei Module begr端ndet sich auch auf den unterschiedlichen Kompetenzbereichen von Mensch und Maschine, sowie dem Element Wasser, dass in Verbindung mit Wind, Wetter und unebener Unterwasserlandschaft zu einer unberechenbaren Bewegungsumgebung wird. <
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