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argovia philharmonic | Programmheft 2. Abo-Konzert «Zwischen Gut und Böse»

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2. ABO-KONZERT ZWISCHEN GUT UND BÖSE Louis Schwizgebel Klavier Douglas Bostock Ehrendirigent argovia philharmonic

2022

10.11. Aarau Alte Reithalle

11.11. Baden Kurtheater

13.11. Aarau Alte Reithalle

Residenzorchester Alte Reithalle Aarau


Energie für den Aargau IMPRESSUM Herausgeber argovia philharmonic Entfelderstrasse 9 Postfach 5001 Aarau Tel. 062 834 70 00 info@argoviaphil.ch www.argoviaphil.ch Redaktion und Layout Simon Müller Werktexte Sibylle Ehrismann Titelseite Louis Schwizgebel (Foto: Marco Borrgreve) Fotocredits S. 18 Marco Borrgreve S. 28/29 Patrick Hürlimann Druck AEW Energie AG ZT Medien AG 4800 ZofingenObere Vorstadt 40 Postfach www.ztmedien.ch CH-5001 Aarau Auflage T +41 62 834 21 11 1100 Exemplare info@aew.ch 2

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Programm Louis Schwizgebel Klavier Douglas Bostock Ehrendirigent argovia philharmonic Ralph Vaughan Williams (1872-1958)

ca. 10’

Wolfgang Amadeus Mozart

ca. 30’

Ouvertüre zu «The Wasps» (1909)

Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466 1. Allegro 2. Romance 3. Rondo: Allegro assai

(1756–1791)

PAUSE

20‘

Carl Nielsen

ca. 30’

(1865–1931) Sinfonie Nr. 5 op. 50 (1920–1922) 1. Tempo giusto – Adagio non troppo 2. Allegro – Presto – Andante un poco tranquillo – Allegro (Tempo I)

Bitte schalten Sie vor dem Konzert Ihr Mobiltelefon auf lautlos. Bildaufnahmen sind erlaubt, sofern sie das Orchester und die Sitznachbarn nicht stören. Ton- und Videoaufnahmen des Konzerts sind nur mit Einwilligung erlaubt. 3


Supplements Konzerteinführung Dr. Verena Naegele nimmt jeweils 45 Minuten vor dem Konzert das Programm unter die Lupe. In Aarau findet die Konzerteinführung im Odd Fellow-Haus der Schenkenberg-Loge Nr. 15 Aarau am Apfelhausenweg 10 statt, in Baden im Neuen Foyer. Wir danken der Schenkenberg-Loge Nr. 15 Aarau herzlich für die unentgeltliche Überlassung ihres Refektoriums für die Durchführung unserer Konzerteinführungen und als «Kinderhort» während der Sonntagskonzerte.

Speis & Trank rund ums Konzert Aarau: Besuchen Sie die Bar im Stall (ab 60 Minuten vor Konzertbeginn, in der Pause und nach dem Konzert) oder geniessen Sie einen Drink im Foyer (nur während der Pause). Nach dem Sonntagskonzert öffnet das Restaurant Einstein extra für uns seine Türen. Baden: Die Bar im Sachs Foyer ist vor dem Konzert und in der Pause geöffnet.

CD-Verkauf und Signieren Louis Schwizgebel signiert in der Pause und Douglas Bostock nach dem Konzert. Mit dabei sind die CD´s mit sämtlichen Sinfonien von Carl Nielsen.

Kinderbetreuung Für Kinder ab 2 Jahren bieten wir an unseren Sonntagskonzerten eine professionelle Betreuung an. Dieser Service ist für Konzertbesucher:innen gratis. Anmeldung bis eine Woche vor dem Konzert.

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Daten November 2022 Do

Fr

So

10 11 13

19.30 Uhr

19.30 Uhr

Baden Kurtheater

18.45

17.00 Uhr 16.15

Aarau Alte Reithalle

18.45

Aarau Alte Reithalle

Herzlichen Dank Neben unseren Geldgebern und Sponsoren, die uns während der ganzen Saison unterstützen und unsere Tätigkeiten überhaupt erst ermöglichen – eine vollständige Übersicht finden Sie am Ende dieses Programmheftes –, möchten wir an dieser Stelle der anonymen Konzertsponsorin des 2. Abo-Konzert-Zyklus besonders danken.

Engagieren auch Sie sich für das argovia philharmonic: www.argoviaphil.ch/engagement 5


ABTEILUNG KULTUR

Vielfalt stärken – Kulturerbe bewahren Römerlager Vindonissa Kantonsarchäologie | Denkmalpflege Kunsthaus | Museum Aargau Bibliothek und Archiv | Kulturvermittlung


Liebes Publikum Wir freuen uns sehr, nach drei Jahren unseren Ehrendirigenten Douglas Bostock wieder in Aarau und Baden begrüssen zu dürfen. Er kommt mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm zurück. Seien Sie gespannt auf eine surrende und brummende Ouvertüre von Ralph Vaughan Williams und die wunderbare 5. Sinfonie von Carl Nielsen. Mit diesem Konzert feiern wir nicht nur das 100-jährige Jubiläum dieser 5. Sinfonie, sondern auch das 150. Geburtsjahr von Carl Nielsen. Ebenso freuen wir uns sehr auf das Wiedersehen mit dem Genfer Pianisten Louis Schwizgebel. Sie hören und sehen ihn dieses Mal mit Mozarts dramatischem und leidenschaftlichem Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll. Und es gilt wie immer: Wenn Sie noch keinen festen Sitzplatz in der Reithalle oder im Kurtheater haben, greifen Sie jetzt noch zu und erwerben sich ein Abonnement für die kommenden drei Abo-Konzerte der Saison 2022/23. Mehr Informationen finden Sie auf unserer Website. Schön, dass wir heute für Sie spielen dürfen! Herzlich, Ihr

Simon Müller Intendant

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2. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB R ALPH VAUGHAN WILLIAMS

Ein heiteres «Wespen»-Gesumse Ralph Vaughan Williams (1872-1958) Ouvertüre zu «The Wasps» (1909)

Ralph Vaughan Williams (1872-1958) hat das britische Musikleben der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in hohem Masse geprägt. Seine Bedeutung beruht vor allem auf den neun Sinfonien, die in England viel gespielt wurden, auf dem europäischen Festland aber nicht die gleiche Wertschätzung fanden. Das grosse Bestreben von Vaughan Williams war, mit seiner Musik einen neuen englischen Nationalstil zu begründen. Dafür bezog er Trivialmusik in sein sinfonisches Schaffen mit ein: Music-Hall-Songs, Gesänge der Heils­ armee oder Drehorgellieder. So wollte er die «hohe Kunst» mit einer sozialen 8

Aussage verbinden, ähnlich wie das Gustav Mahler gemacht hat mit dem Einbezug von alten Volksliedern. Die Ouvertüre «The Wasps» (Die Wes­ pen) schrieb Vaughan Williams während seiner Studienzeit in Cambridge. 1909 lernte er beim «Greek Play Festival» der Universität die antike Komödie «Die Wespen» kennen, die der griechische Dichter Aristophanes 422 v. Chr. geschrieben hatte. Die Studenten führten die Komödie am Festival in altgriechischer Sprache auf und lernten so spielerisch Altgriechisch. Musikalisch hoch begabt wie der junge Vaughan Williams war, schrieb er für


diese Theateraufführung die Bühnenmusik. Aristophanes entlarvt in seiner komödiantischen Allegorie die Geldgier und Wichtigtuerei der Athener Justiz: Giftig und spitz wie ein Wespenstachel sei der Griffel, mit dem der «grosskotzige» Richter Philokleon seine Urteile notiert. Die Bühnenmusik dazu ist dementsprechend komödiantisch zu verstehen, Vaughan Williams hat sie auch nur für Männerstimmen komponiert: für Tenor, Bariton, Männerchor und Orchester. Die Theater-Aufführung kam so gut an, dass sich der junge Komponist noch im

gleichen Jahr – also 1909 – dazu entschloss, aus seiner Bühnenmusik eine Orchester-Suite für den Konzertsaal zu machen. Daraus spielt das argovia philharmonic die zehnminütige Ouvertüre, sie trägt den sprechenden Untertitel «Aristophanische Suite». Viel erklären muss man zu dieser Ouvertüre nicht. Sie schildert das musikalische «Wespennest» so plastisch, kraftvoll und heiter, dass man einfach lachen muss. Text: Sibylle Ehrismann

Ralph Vaughan Williams (Mitte) mit dem Dirigenten Sir Malcolm Sargent (l.) und dem Mundharmonikakünstler Larry Adler bei Absprachen für die Aufführung seiner «Romanze» für Mundharmonika, Streicher und Klavier (1951). 9


Recht ist

Verantwortung.

Linus Roth, Violine 1 Agata Lazarczyk, Violine 2 Xiao Bürgi­Ma, Viola Tigran Muradyan, Violoncello David Brito, Kontrabass

Kammermusiker:innen übernehmen als Solisten und Teil des Ganzen eine doppelt hohe Verant­ wortung. Das Gleiche gilt für Schärer Rechtsanwälte: Oft führt erst das Zusammenwirken verschiedener Spezialist:innen für die Klientschaft zum besten Resultat. Beruhigend zu wissen, dass «Bilanz» und «Le Temps» in ihrem Ranking 2022 Schärer Rechtsanwälte in zehn verschiedenen Rechtsgebieten als zu den 25 besten Anwaltsbüros der Schweiz gehörende Topkanzlei ausgezeichnet haben.

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2. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB WOLFGANG AMADEUS MOZART

Ein genialer Wurf Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) Klavierkonzert Nr. 20 d-Moll KV 466 1. Allegro 2. Romance 3. Rondo: Allegro assai

Mozart schrieb seine Klavierkonzerte meist für den Eigenbedarf, wollte er damit doch als Pianist das anspruchsvolle Wiener Publikum für sich gewinnen. So organisierte er in Wien als selbständiger Komponist ohne feste Anstellung «Akademien», in denen er seine neusten Werke der Öffentlichkeit vorstellte. Mozart war ein rastloser und unermüdlicher Musiker, oft komponierte er an mehreren Werken gleichzeitig. So entstand auch das Klavierkonzert-d-Moll KV 466 in einer extremen Stress-Situation. Datiert hat Mozart sein Konzert auf den 10. Februar 1785, folglich entstand es am Ende der turbulenten Wintersaison 1784/85. In dieser Saison hatte er den Wienern bereits zwei andere neue Klavierkonzerte präsentiert: KV 456 und KV 459. 12

Nun musste er also für die nächste geplante Akademie schnell noch ein neues Klavierkonzert schreiben. Organisieren, Konzerte geben und Komponieren von frühmorgens bis spät in die Nacht, das war Mozarts Leben. Auch das d-Moll-Konzert wurde eigentlich zu spät fertig, nämlich erst einen Tag vor der Uraufführung. Und für die Orchestermusiker mussten noch eiligst die Stimmen kopiert werden – einfach unfassbar. Trotz, oder vielleicht gerade wegen dieser Eile, markiert das d-Moll-Konzert einen deutlichen Fortschritt. Es bezeichnet im musikalischen Stil Mozarts genau den Wendepunkt von der gefälligen Gesellschaftsmusik zum persönlichen, tief empfundenen Ausdruck. Allein schon die Wahl einer Moll-Tonart ist für ein Virtuosenkonzert


Porträt des zwölfjährigen Knaben Wolfgang A. Mozart am Klavier, erst 1770 gemalt. (Archiv für Kunst und Geschichte, Berlin)

ungewöhnlich, wirkt «Moll» klanglich doch eher dunkel und dramatisch. Spezifisch in d-Moll schrieb Mozart später auch sein Requiem, und die Oper «Don Giovanni». Im Klavierkonzert wirkt diese «d-Moll»-Stimmung wie eine «romantische Umschattung» (Mathias Walz) und führt zu einer Ernsthaftigkeit des musikalischen Verlaufs, die das Werk in äusserster Geschlossenheit bestimmt. Dieser dunklere Grundcharakter hat auch Auswirkungen auf die Struktur des Konzerts, die sich deutlich von derjenigen der bisherigen Klavierkonzerte Mozarts abhebt: Solist und Tutti werden stärker gegeneinander gestellt und sind gleichwertige Dialogpartner. Aber auch sonst bestimmen Kontraste

und jähe Wendungen dieses Werk: die leidenschaftlichen Rahmensätze stehen in deutlichem Gegensatz zur ruhevollen Kantilene der langsamen «Romanze» in der Mitte. Und auch innerhalb der einzelnen Sätze wechseln die Stimmungen häufig und heftig. Eine besondere Lösung fand Mozart für den Schluss. Im Finale hellt sich die expressive Dichte des bisherigen Verlaufs kontinuierlich auf. Und nach der Kadenz, die der Solist alleine spielt, führt die Coda in ein lichteres «Dur». Doch diese heiteren musikalischen Gefilde wirken nach all dem Drama eher etwas zerbrechlich. Für Douglas Bostock war dieses geheimnisvolle «Aufhellen» der Grund, weshalb er Mozarts d-Moll-Konzert in sein Konterprogramm mit dem argovia philharmonic aufgenommen hat. Ähnlich wie Mozart, sagt er im aktuellen «Magazin» im Gespräch mit Verena Naegele, führe auch Carl Nielsen in seiner 5. Sinfonie «vom Dunkel zum Licht» – eine schöne Verbindung.

Text: Sibylle Ehrismann

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2. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB CARL NIELESEN

Skandinavisch eigenwillig Carl Nielsen

(1865–1931) Sinfonie Nr. 5 op. 50 (1920 – 1922) 1. Tempo giusto – Adagio non troppo 2. Allegro – Presto - Andante un poco tranquillo – Allegro (Tempo I) Carl Nielsen (1865-1931) gilt nicht nur als bedeutendster Komponist Dänemarks, er hat sich auch international als Sinfoniker einen Namen gemacht, an der Schwelle zur Moderne. Seit den späten 1990er Jahren wird er wieder vermehrt in unseren Konzertsälen gespielt. An diesem «Revival» war Douglas Bostock, Ehrendirigent des argovia philharmonic, massgeblich beteiligt. Zwischen 1999 und 2006 hat er beim schwedischen Label «Classico» alle Orchesterwerke Nielsens mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra auf CD eingespielt, und zwar in enger Zusammenarbeit mit dem Verlag, der die kritische Gesamtausgabe in der «Edition Wilhelm Hansen» herausgab. Diese für skandinavische Musik sehr wichtige Han14

sen-Edition wird heute auch vom renommierten Sikorski Verlag in Hamburg vertrieben. Schon für Carl Nielsen war diese «Wilhelm Hansen Edition» von grosser Bedeutung. Diese wurde 1857, also zehn Jahre vor Nielsens Geburt, von Wilhelm Hansen in Kopenhagen gegründet und war entscheidend für den internationalen Vertrieb skandinavischer Musik. Ohne sie wäre auch Nielsen ausserhalb Dänemarks nicht so bekannt geworden. Eigentlich ist es überhaupt ein Wunder, dass Nielsen der bedeutendste dänische Komponist werden konnte. Zur Welt kam er auf Fünen, einer Insel in der Mitte Dänemarks, nahe der Stadt Odense. Etwas anderes als Landwirtschaft gab es hier nicht, die Familie zählte 12 Kinder und


Carl Nielsen, um 1905. In diesem Jahr machte der Musiker das Komponieren zum Hauptberuf.

war arm. Der Berufswunsch, Musiker zu werden, kam da erst gar nicht auf. Doch Nielsens Vater war Maler und Dorfmusikant und spielte als «Fiddler» in der Tanzkapelle des Dorfes mit. Hier konnte der kleine Carl schon bald mitmachen, neben der «Fiddle» spielte er auch Kornett und Posaune. Sein ausserordentliches Talent wurde so schon bald entdeckt, dank einiger Mäzene konnte er das Konservatorium in Kopenhagen besuchen. Sein wichtigster Lehrer dort war der bedeutende dänische Komponist Niels Gade (1817-1890). Seinen Lebensunterhalt verdiente sich Nielsen als Geiger des Hof­ orchesters, später wurde er Dirigent der Kopenhagener Musikvereinigung und

Kompositionslehrer des dortigen Konservatoriums. Seine eigenwillig originelle Musik hat sich in unserem Konzertleben jedoch erst in den letzten zwanzig Jahren allmählich durchgesetzt. Dank Douglas Bostock kennt man Nielsens Musik nun auch im Aargau. Im November 2015 spielte das argovia philharmonic dessen «explizit romantische» 3. Sinfonie, die den Übernamen «Sinfonia espansiva» trägt. Mit dieser hatte der Komponist 1912 seinen internationalen Durchbruch geschafft. Dagegen ist die 5. Sinfonie op. 50 deutlich schwergewichtiger, und vor allem grös­ ser besetzt. Das reichhaltige und expansiv eingesetzte Schlagzeug kann nur dank der «neuen» Alten Reithalle in Aarau eingesetzt werden. Mit seiner «Fünften» bricht Nielsen ziemlich radikal mit der Tradition der viersätzigen Sinfonie. Er stellt grossformal zwei in sich gegliederte Satzblöcke nebeneinander, und auch an harmonischer Härte und Rücksichtslosigkeit übertrifft die «Fünfte» alle anderen seiner Sinfonien. Die Uraufführung, die Nielsen am 24. Januar 1922 in Kopenhagen selber dirigierte, geriet denn auch zum Skandal. Der 1. Satz ist zweiteilig angelegt. Ein Tremolo der kleinen Terz, in den Bratschen beginnend, beherrscht fast den gesamten ersten Teil. Fallende Holzbläserlinien, signalartige Motive, die sich nicht zu einem «Thema» formen, Tonrepetitionen, alles bleibt nur angedeutet. Bis ein von der Trommel angekündigter 15


5. Sinfonie op. 50, Anfang des ersten Satzes in Nilsens Handschrift.


Marsch das Bedrohliche zur fast chaotischen Unerbittlichkeit steigert. Der zweite Satzteil setzt mit einem gesangvollen Adagio-Thema in den Streichern ein, aber schon bald tönen grelle Trommel-«Störungen» in den Gesang hinein, die sich zu einer wüsten Collage steigern: Die Schrecken des Ersten Weltkriegs werden hier reflektiert in einer Musik, die sich in Anarchie aufzulösen scheint. Dieses breit ausladende «Adagio non troppo» verklingt mit einem wunderschönen Gesang der Klarinette, den der Trommler auf einer sogenannten «Side drum» sanft begleitet. Die «Side drum» ist eine kleine Marschtrommel, die beidseitig mit Fell bespannt ist und am Resonanzfell Scharrsaiten aufweist. Douglas Bostock hebt dieses «Adagio» in seiner CD-Aufnahme besonders hervor. Er bezeichnet es nicht als zweiten Teil des 1. Satzes, sondern setzt es mit einem eigenen «Track» davon ab.

Der 2. Satz ist vierteilig gebaut – Allegro / Presto / Andante / Allegro (Tempo I) - und bildet so eine Art «Kleine Sinfonie» in der Sinfonie. Das konstruktive Gerüst baut Nielsen mit einer «Quarte». Auf den ungestümen ersten Abschnitt, der einen etwas gewaltsamen Jubel suggeriert, erklingt ein breites «Andante» mit ausdrucksvollem Thema. Das «Presto», das nun folgt, ist eine dahineilende Fuge, die wiederum von der Quarte beherrscht wird. Sie mündet in ein ruhiges Fugato. Reprisenartig wird an den Satzanfang erinnert, bis dann eine letzte Steigerung den Durchbruch in ein triumphales E-Dur bringt – ein Sieg, der nach all den Turbulenzen schwer errungen erscheint. .

Lesen Sie auch den Artikel «Nielsens Sinfonie ist grossartig» im Magazin argovia philharmonic Nr. 18 www.argoviaphil.ch/das-orchester/mediathek Smartphone-Kamera auf den Code richten und Website öffnen.

Text: Sibylle Ehrismann


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2. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE LOUIS SCHWIZGEBEL

Louis Schwizgebel Klavier Der 1987 in Genf geborene Pianist Louis Schwizgebel gewann bereits mit 17 Jahren den Internationalen Genfer Wettbewerb. 2012 gelang ihm schliesslich beim Internationalen Klavierwettbewerb in Leeds der internationale Durchbruch. Er wurde daraufhin vom London Philharmonic Orchestra zu Konzerten in die Royal Albert Hall eingeladen und die BBC ernannte ihn zum «New Generation Artist». Bisherige Höhepunkte waren Debüts beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, beim hr-Sinfonieorchester Frankfurt, beim Tonkünstlerorchester Wien, bei den Bamberger Symphonikern, beim Orchestre National de France, bei der Cincinnati Symphony und bei der Auckland Philharmonia sowie Wiedereinladungen beim Philharmonia Orchestra London, beim City of Birmingham Symphony und dem Verbier Festival. Zudem arbeitet er mit Orchestern wie den Wiener Symphonikern, dem Orchestre National de Lyon, dem Orchestre de la Suisse Romande, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem Oslo Philharmonic, dem Danish National Symphony und dem Detroit Symphony, dem Utah Symphony unter Dirigenten wie Charles Dutoit, Fabio Luisi, Marek Ja-

nowski, Louis Langrée, Edward Gardner, Lahav Shani, Mirga Grazinyte-Tyla, Robin Ticciati, John Wilson und Santtu-Matias Rouvali. Auch hatte er bereits Festivalauftritte bei den BBC Proms, beim Lucerne Festival, beim Menuhin Festival Gstaad, beim Paléo Festival sowie in Rheingau, Ruhr, Lille und Singapore. Zu den Kammermusikpartnern zählen unter anderem Benjamin Beilman, Narek Haknazaryan, Renaud Capuçon und Alina Ibragimova. Louis Schwizgebel nimmt exklusiv für das Label Aparté auf. Sein erstes Soloalbum Poems mit Werken von Ravel, Liszt, Holliger und Schubert wurde vom deutschen Magazin Fono Forum wie folgt gepriesen: «Wer die CD erworben hat, wird aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Dieser junge Künstler ist ein echter Virtuose, ein Feuergeist mit Tiefgang. Nach dieser Stunde inspirierten Musizierens kann man nur noch rufen: Bravo!». Weitere CDs sind Aufnahmen von Beethovens Klavierkonzerten Nr. 1 & 2 mit dem London Philharmonic Orchestra, Saint-Saëns Klavierkonzerten Nr. 2 & 5 mit dem BBC Symphony Orchestra und zuletzt Schuberts Sonaten. Louis Schwizgebel studierte in Lausanne in der Klasse von Brigitte Meyer sowie an der Universität der 19


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Künste Berlin bei Pascal Devoyon. Es folgten weitere Studien bei Emanuel Ax und Robert McDonald an der New Yorker Juilliard School sowie an der Londoner Royal Academy of Music bei Pascal Nemirovski.

Lesen Sie auch den Artikel Der Genfer «Tonpoet» spielt Mozart im Magazin argovia philharmonic Nr. 18 www.argoviaphil.ch/das-orchester/mediathek Smartphone-Kamera auf den Code richten und Website öffnen.

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2. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE DOUGL AS BOSTOCK

Douglas Bostock Ehrendirigent

Der britische Dirigent Douglas Bostock ist seit 2019 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des renommierten Südwestdeutschen Kammerorchesters und Ehrendirigent des argovia philharmonic. Zu den weiteren Stationen seiner Laufbahn zählen unter anderem das Schaffen als Chefdirigent des argovia philharmonic (2001-2019), als Musikalischer Leiter der Schlossoper Hallwyl, bei den Karlsbader Symphonikern als Chefdirigent, als ständiger Gastdirigent bei der Tschechischen Kammerphilharmonie, bei den Münchner Symphonikern als erster Gastdirigent, bei der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz als regelmässiger Gastdirigent und beim Tokyo Kosei Wind Orchestra als Chefdirigent und Erster Gastdirigent. Douglas Bostock dirigiert führende Orchester in den meisten europäischen Ländern, Nordamerika und Asien, unter anderem das London Philharmonic, das BBC Orchester, das Royal Philharmonic, das Radio Symphonieorchester Prag, die Prager Symphoniker, die Münchner Symphoniker, die Orchester in Jena, Erfurt Halle, Århus, Ålborg, Odense, Brno und Bratislava, die Nord-

deutsche Philharmonie, das Stuttgarter Kammerorchester, das National Chamber Orchestra, die Kansas City Symphony, die Calgary Philharmonic, die New Japan Philharmonic, die Kyoto Symphony, die Sapporo Symphony und das Japan Century Orchestra. Er tritt bei renommierten Festivals wie bei den BBC Proms, beim Prager Frühling und beim Ravinia Festival und in bekannten internationalen Sälen wie im Wiener Konzerthaus, in der Suntory Hall, in der Royal Festival Hall, im Berliner Konzerthaus, im Herkules Saal München, in der Tonhalle Zürich und im Gewandhaus Leipzig auf. Beinahe 100 CD-Aufnahmen dokumentieren das künstlerische Profil und vielseitige Repertoire von Douglas Bostock. Seine CD-Aufnahmen, zum Beispiel der kompletten Orchesterwerke Carl Nielsens und der Sinfonien Robert Schumanns, sowie eine grosse Reihe mit britischer Musik und viele Ersteinspielungen weniger bekannter­ Werke, finden international hohe Anerkennung. Douglas Bostock ist ein geschätzter Pädagoge, der sich auch der Arbeit mit jungen Musiker:innen widmet, 23


zum Beispiel an der Tokyo National University of the Arts als Gastprofessor in den Dirigier- und Opernfakultäten. Er leitet regelmässig Kurse und Meisterklassen für junge Dirigenten in vielen Ländern, die grosse Beliebtheit genies­ sen. Darüberhinaus wird er als Gastdirigent an Musikuniversitäten in Asien und Europa eingeladen und ist Visiting Professor an der Senzoku Gakuen College of Music in Japan. www.douglasbostock.net

WEINSINFONIE IM LANDHOTEL HIRSCHEN NOVEMBER 2022 Fr

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Orchesterbesetzung 1. VIOLINE Ulrich Poschner 1. Kzm. Simone Roggen 2. Kzm. Mireille Lesslauer Stv. Kzm. Bozidar Ljubin Angelika Limacher-Scheibler Sari Erni-Ammann Marianna Szadowiak Stefan Glaus Giovanni Barbato Gwendoline Rouiller* 2. VIOLINE Agata Lazarczyk Stf. Sergej Novoselić Stv. Stf. Martina Gallo Cristina Amato Ursula Schnyder Sonia Rodriguez* Doris Dubach* Judith Coll*

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VIOLA Andreas Fischer Solo-Viola Beat Marthaler Stv. Stf. Nadiya Husar Barbato Xiao Bürgi-Ma Katarzyna Duz-Bielec VIOLONCELLO Orlando Theuler Solo-Violoncello Nico Prinz Sebastian Uszynski* Solme Hong* Claudine Müller* Samuel Justitz* KONTRABASS Dariusz Mizera* SoloKontrabass David Brito Stv. Stf. Koichi Kosugi Clea Garzón Tenorio*


FLÖTE Miriam Terragni Solo-Flöte Barbara Stoessel-Gmür Piccolo Regula Bernath* OBOE Sergio Simón Álvarez Solo-Oboe Judith Buchmann KLARINETTE N.N.* Solo-Klarinette Eva Polgar FAGOTT Brigitte Leutenegger Altern. Solo-Fagott Daniel Kühne Solo-Fagott HORN Elia Bolliger Solo-Horn Flávio Barbosa* Joseph Koller Wolfgang Drechsler

Markus Graf* POSAUNE Pedro Silva Solo-Posaune Sarah Kretz-Zemp Christoph Bolliger Bassposaune TUBA Pius Wey Solo-Tuba PAUKEN Michael Juen Solo-Pauke SCHLAGZEUG Pascal Iten Solo-Schlagzeug Luc Rockweiler* Ricardo Marini* HARFE Lea Magdalena Knecht Solo-Harfe

TROMPETE Marc Jaussi* Solo-Trompete Corrado Bossard * Zuzügerinnen und Zuzüger

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AUSBLICK UNSERE KONZERTE DEZEMBER

WEIHNACHTS- UND FAMILIENKONZERTE SCHWANENSEE MEETS AMERICAN CHRISTMAS Brandy Butler Gesang Fabienne Hadorn Erzählerin Familienkonzerte Anna Präg Erzählerin Weihnachtskonzerte Rune Bergmann Chefdirigent/Trompete argovia philharmonic

DEZEMBER 2022 Fr Sa Sa So So

2. KAMMERKONZERT FAST SCHON SINFONISCH

Miriam Terragni Flöte Edoardo Pezzini Oboe Eva Polgar Klarinette Federico Loy Fagott Noé Lehmann Horn Simone Roggen Violine Nadiya Husar Barbato Viola Yoon-Jeong Woo Violoncello David Brito Kontrabass

16 17 17 18 18

19.30 Uhr

Möriken Gemeindesaal

14.30 Uhr

Baden Kurtheater

18.00 Uhr

Baden Kurtheater

11.00 Uhr

Aarau Alte Reithalle

17.00 Uhr

Aarau Alte Reithalle

DEZEMBER 2022 So

04

17.00 Uhr

Aarau Alte Reithalle

Louise Farrenc Nonett in Es-Dur op. 38 Josef Gabriel Rheinberger Nonett Es-Dur op. 139

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