2. ABO-KONZERT EL AMOR BRUJO
2026
19.11. Aarau Alte Reithalle
20.11. Baden Kurtheater
22.11. Aarau Alte Reithalle
Ginesa Ortega Flamenco-Sängerin David Romero Flamenco-Tänzer Josep Vicent Chefdirigent argovia philharmonic
Chefdirigent Josep Vicent
Energie für den Aargau IMPRESSUM Herausgeber argovia philharmonic Kasernenstrasse 28 5000 Aarau Tel. 062 834 70 00 info@argoviaphil.ch www.argoviaphil.ch Redaktion und Layout Linda Schumacher, Tobias Seefeld Werktexte Dr. Franziska Gallusser Titelseite David Romero (Foto: zVg) Fotocredits S. 16 zVg S. 20 zVg S. 24/28/29 Patrick Hürlimann Druck AEW Energie AG merkur medien ag Obere Vorstadt 40 4900 Langenthal Postfach www.merkurmedien.ch CH-5001 Aarau Auflage T +41 62 834 21 11 1500 Exemplare info@aew.ch 2
www.aew.ch
Programm Ginesa Ortega Flamenco-Sängerin David Romero Flamenco-Tänzer Josep Vicent Chefdirigent argovia philharmonic Manuel de Falla (1876–1946)
ca. 24’
«El amor brujo» Suite für Orchester I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII
Introducción y Escena – En la cueva Canción del amor dolido El Aparecido Danza del terror El círculo mágico A medianoche Danza ritual del fuego Escena Canción del fuego fatuo Pantomima Danza del juego de amor Final
PAUSE
Ludwig van Beethoven (1770–1827)
ca. 20‘ ca. 47’
Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 «Eroica» I II III IV
Allegro con brio Marcia funebre: Adagio assai Scherzo: Allegro vivace Finale: Allegro molto – Poco andante – Presto
Bitte schalten Sie vor dem Konzert Ihr Mobiltelefon auf lautlos. Bildaufnahmen sind erlaubt, sofern sie das Orchester und die Sitznachbarn nicht stören. Ton- und Videoaufnahmen des Konzerts sind nur mit Einwilligung erlaubt. 3
Supplements Konzerteinführung Jeweils 45 Minuten vor dem Konzert wird das Programm unter die Lupe genommen. In Aarau findet die Konzerteinführung im Odd Fellow-Haus der Schenkenberg-Loge Nr. 15 am Apfelhausenweg 10 statt, in Baden im Neuen Foyer. Wir danken der Schenkenberg-Loge Nr. 15 Aarau herzlich für die unentgeltliche Überlassung ihres Refektoriums für die Durchführung unserer Konzerteinführungen.
Speis & Trank rund ums Konzert Aarau: Besuchen Sie die Bar im Stall (ab 60 Minuten vor Konzertbeginn, in der Pause und nach dem Konzert) oder geniessen Sie einen Drink im Foyer (nur während der Pause). Baden: Die Bar im Sachs Foyer ist vor dem Konzert und in der Pause geöffnet.
Kinderclub für 8- bis 11-Jährige In diesem Workshop tauchen Kinder in die Orchesterwelt ein und besuchen anschliessend gemeinsam die zweite Konzerthälfte. Nur auf Anmeldung. Infos unter: www.argoviaphil.ch/kinderclub
Auf ein Glas Wein für Abonnent:innen und Mitglieder Lassen Sie das Konzert am Sonntag im Tibits Aarau bei einem Glas Wein ausklingen und kommen Sie ins Gespräch mit den Künstler:innen. Dieser Anlass ist exklusiv für unsere Abonnent:innen und Mitglieder. Nur auf Anmeldung.
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Daten November 2026 Do
Fr
So
19 20 22
19.30 Uhr
Aarau
18.45
Alte Reithalle
19.30 Uhr
Baden
18.45
Kurtheater
17.00 Uhr
Aarau
16.15
Alte Reithalle
Gastspiel November 2026 Di
24
19.00 Uhr
Winterthur Stadtsaal
Herzlichen Dank Neben unseren Geldgebern und Sponsoren, die uns während der ganzen Saison unterstützen und unsere Tätigkeiten überhaupt erst ermöglichen – eine vollständige Übersicht finden Sie am Ende dieses Programmheftes – möchten wir an dieser Stelle den Unterstützern des 2. AboKonzert-Zyklus besonders danken: Jürg Schärer und Laurene SchärerLindstrom, Aarau
Engagieren auch Sie sich für das argovia philharmonic: www.argoviaphil.ch/engagement 5
Kultur.
Bild: Patrick Hürlimann
Recht ist
Ausstellungen, Theateraufführungen, Konzerte, Lesungen und alle künstlerischen Arbeiten sind unverzichtbar und tragen wesentlich zur Lebensqualität im Aargau bei. Angesichts geplanter politischer Kürzungen im Kulturbereich sind Private, Stiftungen und Firmen umso mehr aufgerufen, kulturelle Organisationen grosszügig zu unterstützen. Schärer Rechtsanwälte geht voran und unterstützt das argovia philharmonic seit mehr als 20 Jahren.
Schärer Rechtsanwälte Hintere Bahnhofstrasse 10 CH-5001 Aarau www.5001.ch
Liebes Publikum Nach einer grossartigen und technisch herausfordernden Saisoneröffnung dürfen wir uns im Rahmen des 2. Abo-Konzerts erneut auf ein spannendes Programm unter der Leitung unseres Chefdirigenten freuen. Dieses Mal vereinen wir FlamencoGesang und -Tanz mit unserer Abo-Klassik-Reihe in der Alten Reithalle und im Kurtheater. So ist mit Ginesa Ortega eine der wichtigsten zeitgenössischen Stimmen des katalanischen Flamencos bei uns zu Gast. Mit «El amor brujo» war sie bereits weltweit in den grössten Sälen unterwegs. Ihr tänzerisches Gegenüber ist David Romero, der zu den herausragendsten Flamenco-Tänzern seiner Generation zählt – er verbindet traditionelle Ausdruckskraft mit einer zeitgenössischen Bühnenästhetik. In der zweiten Konzerthälfte richten wir den Fokus auf die Lieblingssinfonie von Josep Vicent unter den neun Sinfonien von Ludwig van Beethoven: die Dritte, die berühmte «Eroica». Die für Aufbruch, Leidenschaft und menschliche Überwindung stehende Sinfonie ist ein idealer musikalischer Kontrast zu Manuel de Fallas Werk. Dabei ist auf einen spannenden Teil der Entstehungsgeschichte hinzuweisen: Beethoven hatte die Sinfonie ursprünglich Napoleon Bonaparte gewidmet, den er als Verkörperung
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ALTE REITHALLE AARAU
OtraDanza
Asun Noales
Josep Vicent
Ballettkompanie
Regie und Choreografie
Chefdirigent
JETZT TICKETS BUCHEN
Chefdirigent Josep Vicent
argoviaphil.ch
argovia philharmonic
Foto: © Germán Antón | Gestaltung: zeitgeist.ch
BALLETT 26.–28.02.2027
der Ideale der Französischen Revolution verehrte. Als sich Napoleon jedoch 1804 selbst zum Kaiser krönte, zog Beethoven die Widmung voller Enttäuschung zurück und entfernte Napoleons Namen vom Titelblatt der Partitur. Ich wünsche Ihnen ein eindrückliches und spannendes Konzerterlebnis.
Herzlich, Ihr
Simon Müller Intendant
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2. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB MANUEL DE FALL A
Andalusischer «Liebeszauber» Manuel de Falla (1876–1946) «El amor brujo» Suite für Orchester I II III IV V VI VII VIII IX X XI XII
Introducción y Escena – En la cueva Canción del amor dolido El Aparecido Danza del terror El círculo mágico A medianoche Danza ritual del fuego Escena Canción del fuego fatuo Pantomima Danza del juego de amor Final
Kastagnetten, wilde Gitarrenklänge und feurige Tänze – das alles verbinden wir mit der Musik Spaniens. In dieser Kultur wuchs Manuel de Falla als Sohn eines Kaufmanns und einer Pianistin in Cádiz, einer Hafenstadt in Andalusien, auf. Nach seinem Studium am Konservatorium in Madrid ging er nach Pa10
ris, wo er mit Zeitgenossen wie Claude Debussy und Maurice Ravel in Kontakt kam. Diese Jahre waren für ihn von entscheidender Bedeutung, wie de Falla später selbst festhielt: «Gäbe es Paris nicht, so wäre ich in Spanien geblieben, hätte dort in Vergessenheit ein dunkles Dasein geführt und mir mit Stunden-
geben einen armseligen Lebensunterhalt verdient. Die Auszeichnungen des Konservatoriums von Madrid hätte ich als Familienandenken an die Wand hängen können und meine Partituren wären in einem Schubfach verstaubt.» Erst in Frankreich, fern der Heimat, erkannte er also den musikalischen Reichtum seiner Herkunft. Zum Glück: Heute zählt de Falla zu den wichtigsten Wegbereitern einer eigenständigen spanischen Konzertmusik. Sieben Jahre nach seinem Umzug kehrte er bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs nach Spa-
nien zurück. Inzwischen hatte er sich international als Komponist etabliert. Die Werke seiner Freunde Debussy und Ravel, die spanische Elemente aufgriffen, bestärkten ihn darin, auch selbst mehr musikalische Elemente aus seiner Heimat in seine Kompositionen einfliessen zu lassen. Kurz nach seiner Rückkehr kündigte er ein neues Projekt an: «Ich stelle gerade ein Stück für [die aus Sevilla stammende Flamenco-Tänzerin] Pastora Imperio fertig, das sie schon immer mal aufführen wollte, aber nie
Aufführung der Ballettfassung von «El amor brujo» (Foto: Gerd Weiss, 1979/1980)
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die Gelegenheit dazu hatte. Der Text stammt von [den Pionieren des spanischen Theaters] María und Gregorio Martínez Sierra, ist in zwei Szenen geteilt und trägt den Titel ‹Der Liebeszauber›. […] Ich habe Gitano-Melodien als Grundlage für dieses Stück verwendet, manche wurden mir von Pastora vorgesungen.» Bei dem hier angekündigten «Stück» handelt es sich um «El amor brujo» («Der Liebeszauber»). Die Handlung des Werks, das voller Riten, Zauber und Mystik steckt und in der Welt der Gitanos (also der in Spanien lebenden Roma) spielt, ist rasch erzählt: Candela ist in Carmelo verliebt, wird jedoch vom eifersüchtigen Geist ihres verstorbenen Geliebten verfolgt, der ihr zu Lebzeiten untreu war. Um sie von diesem Fluch zu erlösen, bilden die Gitanos um Mitternacht einen magischen Kreis, in dessen Mitte Candela den «Feuertanz» (die populärste Nummer des Werks) tanzt. Doch das Gespenst lässt erst von seiner Verflossenen ab, als sich Candelas Freundin Lucia anbietet, es an sich zu binden. Nun können sich Candela und Carmelo endlich den befreienden Kuss geben. Das Publikum nahm das Werk, das 1915 unter dem Titel «Gitanería» – sinngemäss etwa «Zigeunerstück» – mit kleinem Ensemble, gesprochenen Dialogen, Liedern und Tänzen in Madrid uraufgeführt wurde, nicht allzu begeistert auf. Daher bearbeitete de Falla es 12
anschliessend mehrfach und schuf verschiedene Fassungen für unterschiedliche Besetzungen und Aufführungsformen. Bei unserem heutigen Konzert erklingt eine Orchestersuite mit dem ursprünglichen Flamenco-Gesang und -Tanz. Sie entführt uns in die Welt Andalusiens und insbesondere in das Milieu der Gitanos – eine Welt, die für de Falla in allen Fassungen des Werks stets von zentraler Bedeutung war. So hielt er selbst fest: «Der Liebeszauber wurde in Cádiz geboren und blieb ‹gaditano› [aus Cádiz] auch in seinen multiplen Transformationen.»
Statue von Manuel de Falla in Granada (Foto: Wikimedia)
2. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB LUDWIG VAN BEETHOVEN
«... in einem ganz anderen Styl geschrieben» Ludwig van Beethoven (1770–1827) Sinfonie Nr. 3 Es-Dur op. 55 «Eroica» I II III IV
Allegro con brio Marcia funebre: Adagio assai Scherzo: Allegro vivace Finale: Allegro molto – Poco andante – Presto
Über Beethovens Dritte Sinfonie war in der «Allgemeinen musikalischen Zeitung» nach einer privaten Darbietung im Palais seines Gönners, dem Fürsten Lobkowitz, zu lesen: «Eine ganz neue Sinfonie Beethovens, […], ist in einem ganz anderen Styl geschrieben. Diese lange, für die Ausführung äusserst schwierige Komposition, ist eigentlich eine sehr weit ausgeführte, kühne und wilde Phantasie. […] Referent gehört gewiss zu Hern. Beethovens auf-
richtigsten Verehrern; aber bey dieser Arbeit muss er doch gestehen, des Grellen und Bizarren allzuviel zu finden, wodurch die Uebersicht äusserst erschwert wird und die Einheit beinahe ganz verloren geht.» Und nach der öffentlichen Uraufführung am 7. April 1805 im Theater an der Wien stand in derselben Zeitschrift: «Die Sinfonie würde unendlich gewinnen, […], wenn sich B. entschliessen wollte sie abzukürzen, und in das Ganze mehr Licht, Klarheit 13
und Einheit zu bringen […]. Auch fehlte sehr viel, dass die Sinfonie allgemein gefallen hätte.» Die «Eroica» sorgte bei den Zeitgenossen also nicht gerade für Jubelstürme. Anscheinend kamen sie auch gar nicht auf die Idee, Beethoven mit dem geheimnisvollen Widmungsträger des Werks in Verbindung zu bringen. Stattdessen wurde die Komposition als revisionsbedürftig, zu lang, grell und bizarr wahrgenommen. Das lag vor allem daran, dass Beethoven musikalisches Neuland betrat – und die Gattung revolutionierte. Ungewöhnlich war allein schon die Dauer der Sinfonie, die mit ihren fast 50 Minuten jeglichen Rahmen sprengte. Sie war doppelt so lang als das, was die Ohren des damaligen Publikums gewöhnt waren und hat damit dem Zeitalter der grossen romantischen Sinfonie den Weg geebnet. Unkonventionell war zum Beispiel auch der Beginn: Ein scheinbar einfaches Kernmotiv (fünf Töne nach oben, vier nach unten), welches im ganzen Werk wiederkehrt und es zusammenfasst. Dennoch wirkt es niemals vollendet formuliert – bis zum Finale. Hier wird ein tänzerisches Thema aus Beethovens Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» zitiert, das als Ziel der
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Ludwig van Beethoven ungefähr zur Zeit der «Eroica» (Joseph Willibrord Mähler, 1804/1805)
Sinfonie angesehen werden kann. Darin versteckt sich eine Botschaft: Prometheus – der Menschenbefreier – als Symbol für «Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit». Diese Komposition diente Beethoven also als Vermittlerin eines politischen Ideals. Das war ebenfalls radikal neu. Beim Publikum wich die Verwirrung über die ersten reizüberflutenden Eindrücke bald einer Verehrung, die bis heute anhält – und so hat der Geniekult um Beethoven nicht zuletzt in der «Eroica» seine Wurzeln.
Wem ist die «Eroica» gewidmet? Diese Frage, welche recht einfach anmutet, ist im Falle von Beethovens «Eroica» gar nicht so leicht zu beantworten. Anfänglich war die Sinfonie niemand Geringerem als Napoleon Bonaparte gewidmet. Als sich dieser im Dezember 1804 selbst zum Kaiser krönte, schlug Beethovens Begeisterung jedoch in Verachtung um. Neuer Widmungsträger wurde Fürst Lobkowitz, der eine gute Stange Geld für die Aufführungsrechte der Sinfonie zahlte. Beethoven ersetzte die Widmung «intitolata Bonaparte» jedoch durch die Worte: «Sinfonia Eroica composta per celebrare la morte d’un Eroe» bzw. später «per festeggiare il sovvenire di un grand’uomo», also «Heroische Sinfonie, komponiert, um die Erinnerung an einen grossen Mann zu feiern». Es kommen mehrere «grosse Männer» in Frage,
die Beethoven gemeint haben könnte. Diskutiert werden der Mäzen Lobkowitz, der damals heldenhaft verehrte Prinz Louis Ferdinand von Preussen, der 1806 auf dem Schlachtfeld gegen die französischen Truppen sein Leben liess – und überraschenderweise auch Napoleon. Beethoven besass diesem gegenüber nämlich ein höchst ambivalentes Verhältnis und wechselte immer wieder zwischen Zu- und Abneigung. Manche Wissenschaftler:innen sind der Überzeugung, Beethoven meine einen imaginären Helden, weil er im letzten Satz der Sinfonie Musik aus seinem Ballett «Die Geschöpfe des Prometheus» zitierte. Vielleicht sind wir aber auch ganz auf der falschen Spur und das Werk diente Beethoven schlichtweg dazu, sich selbst als Heroe zu inszenieren … Texte: Dr. Franziska Gallusser
Die Krönung Napoleons (Jacques-Louis David, 1804) 15
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2. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE GINESA ORTEGA
Ginesa Ortega Flamenco-Sängerin
Die Flamenco-Sängerin Ginesa Ortega wurde im französischen Metz als Tochter einer spanischen Familie mit Roma-Wurzeln geboren und wuchs in Barcelona auf. Schon früh entdeckte sie ihre Leidenschaft für den Flamenco und entwickelte sich in einem familiären Umfeld, in dem Gesang, Tanz und Gitarre zum Alltag gehörten. Bereits im Alter von zwölf Jahren stand sie erstmals auf der Bühne. Ihre Ausbildung erhielt sie in Katalonien und entwickelte einen klassischen, tief verwurzelten FlamencoGesang von grosser Ausdruckskraft und Authentizität. Bei zahlreichen renommierten Gesangswettbewerben wurde sie mehrfach ausgezeichnet, darunter mit mehreren ersten Preisen beim berühmten Festival Internacional del Cante de las Minas in La Unión. Neben ihrer Tätigkeit als Flamenco-Interpretin zeichnet sich Ginesa Ortega durch aussergewöhnliche stilistische Offenheit aus. Im Laufe ihrer Karriere arbeitete sie mit Künstlern aus den Bereichen Jazz, klassische Musik, experimentelle Elektronik und Musiktheater zusammen. Über viele Jahre war sie sowohl als Sängerin als
auch als Mitgestalterin musikalischer Produktionen der international renommierten Theatercompagnie La Fura dels Baus tätig und wirkte an zahlreichen nationalen und internationalen Produktionen mit. Darüber hinaus hat sie sich als Liedermacherin und Komponistin einen Namen gemacht und schrieb Werke für verschiedene Flamenco-Sänger:innen der neuen Generation. Internationale Bekanntheit erlangte sie insbesondere mit ihrer Interpretation von Manuel de Fallas «El amor brujo». 1991 übernahm sie die legendäre Fassung für Cantaora, die 75 Jahre nach ihrer Uraufführung durch Pastora Imperio wiederbelebt wurde. Ihre Interpretation entwickelte sich zu einem internationalen Erfolg und wurde vielfach ausgezeichnet. Heute gilt Ginesa Ortega als die Interpretin, die dieses Werk weltweit am häufigsten aufgeführt hat, und wird vielfach als dessen bedeutendste Botschafterin angesehen. Sie trat auf den bedeutendsten internationalen Konzertbühnen auf, darunter die Royal Albert Hall und die Queen Elizabeth Hall in London, das Edinburgh Festival, das Tanglewood 17
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Festival, das Lincoln Center in New York, die Hollywood Bowl in Los Angeles, La Fenice in Venedig sowie das Israel Festival in Jerusalem. Dabei arbeitete sie mit renommierten Orchestern und Dirigenten zusammen, unter anderem mit Charles Dutoit. In den vergangenen Jahren verbindet sie eine enge künstlerische Zusammenarbeit mit dem Dirigenten Josep Vicent, unter dessen Leitung sie regelmässig Manuel de Fallas «El amor brujo» mit dem ADDA Simfònica Alicante in Spanien und auf internatio-
nalen Tourneen interpretiert. Zwischen 2020 und 2025 führten sie Konzertreisen unter anderem nach Japan, Mexiko, Kanada, China, Finnland, in die Niederlande, nach Dänemark und Island. 2021 wurde Ginesa Ortega von der Universität Alcalá de Henares und der AIE (Sociedad de Artistas Intérpretes o Ejecutantes de España) zum Ehrenmitglied des Universitätskollegiums der Künste ernannt – eine Auszeichnung für ihre herausragenden künstlerischen Verdienste.
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2. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE DAVID ROMERO
David Romero Flamenco-Tänzer
Der in Barcelona geborene FlamencoTänzer David Romero begann seine Laufbahn als Solist bereits 1994 in den legendären Tablaos Carmen Amaya, Los Tarantos und El Cordobés in seiner Heimatstadt. Schon zu Beginn seiner Karriere erhielt er den Ehrenpreis «Carmen Amaya» beim Wettbewerb Certamen de Jóvenes Valores de L’Hospitalet. Im Rahmen der Muestra de Baile Flamenco stand er gemeinsam mit renommierten Künstlern wie Rafael de Carmen, Milagros Mengíbar und El Pipa auf der Bühne. Im Laufe seiner künstlerischen Laufbahn arbeitete David Romero mit zahlreichen bedeutenden Persönlichkeiten des Flamenco zusammen, darunter Manuel Mairena, José Meneses, La Revuelo, Chicuelo, Miguel Poveda, Mayte Martín, Farruco, Pastora Galván, Pedro Sierra und Jesús Méndez. Seine Engagements führten ihn in die wichtigsten Flamenco-Tablaos Spaniens, darunter Las Carboneras, Café de Chinitas, Corral de la Morería, Casa Patas und La Carmela in Madrid sowie Los Gallos, Peña Torres Macarena,
La Casa del Flamenco und El Arenal in Sevilla. Auch international war er erfolgreich und trat im berühmten Tablao El Flamenco in Tokio auf, wo er – auf Einladung von Cristina Hoyos – mit seiner eigenen Kompanie gastierte. Darüber hinaus war David Romero Mitglied zahlreicher renommierter Tanzcompagnien, unter anderem der Compagnien von Paco Peña, Rafael Amargo, Lola Greco, Joaquín Cortés, Nuevo Ballet Español, Juan de Juan, Juan Andrés Maya und Antonio Canales. Seit 2005 entwickelt er gemeinsam mit dem Gitarristen Flavio Rodrigues eigene künstlerische Projekte, darunter «Flamenco A4», «¿Quién dice que no?» und das Soloprogramm «Flamenco Unipersonal». Als Choreograf und Tänzer arbeitete er zudem mit der japanischen Kompanie von Shoji Kojima in der Produktion «Allende las Fronteras» zusammen. 2010 wurde er als Finalist beim XI. Concurso Nacional de Arte Flamenco de Córdoba ausgezeichnet. Als Künstlerischer Leiter des Palacio del Flamenco in Barcelona prägte 21
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er über mehrere Jahre das künstlerische Profil eines der bekanntesten Flamenco-Theater der Stadt. Als Tänzer war er Mitglied des Quartetts des Gitarristen Chicuelo und wirkte gemeinsam mit Duquende an der Produktion des Albums «Rompecabezas» mit, das von Taller de Músics Barcelona veröffentlicht wurde. 2018 feierte sein eigenes Bühnenwerk «Charnego» Premiere. Im Jahr 2022 wurde David Romero beim 61. Festival Internacional del Cante de las Minas in La Unión (Murcia)
mit dem 1. Preis «Desplante Masculino», der höchsten Auszeichnung für männlichen Flamenco-Tanz dieses traditionsreichen Wettbewerbs, geehrt. 2024 präsentierte er seine neueste Produktion «Bailante» beim renommierten Festival de Jerez, einem der international bedeutendsten Flamencofestivals. Seit 2018 ist David Romero ausserdem regelmässig als Gastsolist in Manuel de Fallas «El amor brujo» unter der musikalischen Leitung des Maestros Josep Vicent zu erleben.
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2. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE JOSEP VICENT
Josep Vicent Chefdirigent
Josep Vicent ist seit der Saison 2025/26 Chefdirigent und künstlerischer Leiter des argovia philharmonic. Weiter ist er Gründer sowie künstlerischer und musikalischer Leiter der ADDA Simfònica Alicante (Spanien). Seit 2014 verbindet ihn eine prägende künstlerische Zusammenarbeit mit La Fura dels Baus und Carlus Padrissa als Musikdirektor. Darüber hinaus ist er seit 2024 Residenzdirigent des Festival Berlioz (Frankreich) und seit 2015 Associate Musical Director des Ljubljana Festivals. Als international gefragter Dirigent arbeitet Vicent regelmässig mit führenden Orchestern Europas, Asiens und Amerikas, darunter das London Symphony Orchestra, Royal Philharmonic Orchestra, Rotterdam Philharmonic, Radio Filharmonisch Orkest, Mariinsky Theatre Orchestra, Orchestre National de France, Orquesta Nacional de España, WDR Sinfonieorchester, Orchestra Sinfonica di Milano sowie bedeutende nationale Orchester in Belgien, Chile und Brasilien.
Sein künstlerisches Profil ist geprägt von einer aussergewöhnlichen stilistischen Offenheit zwischen klassischem Repertoire, zeitgenössischer Musik und Crossover-Formaten. Diese Haltung spiegelt sich in regelmässigen Kooperationen mit international renommierten Solist:innen wie Maria João Pires, Pinchas Zukerman, Fazıl Say, Katia & Marielle Labèque, Joaquín Achúcarro, Pablo Sáinz Villegas, Patrick Messina, Paquito D’Rivera, Denis Kozhukhin, Juan Pérez Floristán, Antonio Serrano, Leticia Moreno, Ramón Vargas, Joe Alessi und Plácido Domingo wider. Vicent dirigierte Produktionen an führenden Opernhäusern und Festivals weltweit, darunter Teatro Colón, Teatro Real Madrid, Gran Teatre del Liceu, Théâtre Royal de La Monnaie, Oper Leipzig, Mariinski-Theater und Teatro de la Maestranza. Sein Repertoire umfasst zentrale Werke von Massenet, Rossini, Poulenc und Montsalvatge ebenso wie interdisziplinäre Projekte, die Musik, Theater und Performance
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verbinden. Besonders prägend sind seine langjährigen Projekte wie Carmen, El amor brujo, Romeo & Juliet sowie Kooperationen mit Chick Corea, die international auf Tournee gingen. Neben seiner dirigentischen Tätigkeit entwickelte Vicent bedeutende institutionelle und künstlerische Leitungsrollen, darunter als künstlerischer Leiter des APG/Xenakis Festivals, Chefdirigent des Balearen-Sinfonieorchesters sowie über fünfzehn Jahre als künstlerischer und musikalischer Leiter des World Orchestra of Jeunesses Musicales mit weltweiten Tourneen auf vier Kontinenten. Für seine kulturellen und humanitären Initiativen in Afrika und Asien sowie seine internationale Konzerttätigkeit – einschliesslich Auftritten in der Berliner Philharmonie – wurde er von Federico Mayor Zaragoza (UNESCO) zum Botschafter der Stiftung Culture of Peace ernannt. Ein zentrales Merkmal seiner Arbeit ist die kontinuierliche Erweiterung des symphonischen Repertoires durch
interdisziplinäre und crossover-orientierte Projekte. Zahlreiche Komponisten haben ihm Werke gewidmet; in der Saison 2026/27 dirigiert er mehrere Uraufführungen, unter anderem von Tan Dun, Fazıl Say, David del Puerto und Albert Guinovart. Mit der ADDA Simfònica hat Vicent eine international profilierte Orchesteridentität aufgebaut, die regelmässig auf Tourneen in Europa und Asien präsentiert wird. Nach einer jüngsten Konzertreise mit Stationen in Osaka und Tokio wird das Orchester 2028 erneut in Japan auftreten. Seine umfangreiche Diskografie erscheint bei Deutsche Grammophon, Warner Classics und Aria Classics. Zu den aktuellen Veröffentlichungen zählen eine Einspielung mit dem London Symphony Orchestra und dem Cellisten Gregorio Nieto sowie das Album Brahms/ Berio mit Patrick Messina und der ADDA Simfònica. Die Stadt Alicante ernannte ihn zum Kulturbotschafter.
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Orchesterbesetzung 1. VIOLINE Ulrich Poschner 1. Kzm. Theresa Bokany* 2. Kzm. Mireille Lesslauer Stv. Kzm. Bozidar Ljubin Eszter Major Sari Erni-Ammann Giovanni Barbato Rachel Stukalenko* Mira Migliorese Judith Coll* 2. VIOLINE Agata Lazarczyk Solo-Violine II Sergej Novoselić Stv. Stf. Cristina Amato Ursina Anna-B. Schnyder Kathrin Jakob Mate Visky* Sabina Curti Sonia Rodriguez*
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VIOLA Jürg Dähler* Solo-Viola Andreas Fischer Stv. Stf. Katarzyna Duz-Bielec Xiao Bürgi-Ma Nadiya Husar Barbato Tobias Noss* VIOLONCELLO Orlando Theuler Solo-Violoncello Regula Schüpbach Stv. Stf. Yoon Woo Nico Prinz Giulia Ajmone-Marsan Sebastian Uszynski* KONTRABASS Botond Kostyak* Solo-Kontrabass David Brito Stv. Stf. Elmar Kremsa Koichi Kosugi
FLÖTE Miriam Terragni Solo-Flöte Barbara Stoessel-Gmür Piccolo OBOE Sergio Simón Álvarez Solo-Oboe Edoardo Pezzini Englischhorn KLARINETTE Francesco Negrini Solo-Klarinette Eva Polgar
HORN Elia Bolliger Solo-Horn Thomas Zimmermann N. N.* TROMPETE Marc Jaussi Solo-Trompete Corrado Bossard PAUKEN Michael Juen Solo-Pauke
FAGOTT Gerardo Fernandez Solo-Fagott Brigitte Leutenegger altern. SoloFagott
SCHLAGZEUG Markus Zeisler* Solo-Schlagzeug
* Zuzügerinnen und Zuzüger
Änderungen vorbehalten.
KLAVIER Hartwig Joerges* Solo-Klavier
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2. KAMMERKONZERT CLASSICS & CONTRASTS NOVEMBER 2026
Benjamin Engeli Klavier Simone Roggen Violine Orlando Theuler Violoncello Francesco Negrini Klarinette
So
Béla Bartók «Contrasts» für Violine, Klarinette und Klavier, Sz. 111
Ludwig van Beethoven Trio für Violine, Violoncello und Klavier B-Dur op. 11 «GassenhauerTrio»
Johannes Brahms Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier a-Moll op. 114
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17.00 Uhr Aarau Alte Reithalle
WEIHNACHTSKONZERT IM MÄRCHENLAND Chiara Skerath Sopran Tomas Djupsjöbacka Leitung argovia philharmonic Werke von Humperdinck, Händel, Korngold, Adam und Schubert sowie zum Abschluss das Sing-Along «O du fröhliche»
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DEZEMBER 2026
18 Sa 19 So 20 Fr
19.30 Uhr Möriken Gemeindesaal
19.30 Uhr Baden Kurtheater
17.00 Uhr Aarau Alte Reithalle
AUSBLICK UNSERE KONZERTE NOVEMBER–JANUAR
2. FAMILIENKONZERT HÄNSEL UND GRETEL Stefano Wenk Erzähler Janina Kriszun Konzept Tomas Djupsjöbacka Leitung argovia philharmonic Engelbert Humperdinck (1854–1921) Suite «Hänsel und Gretel» zusammengestellt von Gerard Schwarz
DEZEMBER 2026
19 So 20 Sa
16.00 Uhr Baden Kurtheater
11.00 Uhr Aarau Alte Reithalle
NEUJAHRSKONZERTE 2027 Jenő Lisztes Cimbalom Marc Kissóczy Leitung argovia philharmonic Werke von Kálmán, Strauss II, Lehár, de Sarasate, Berlioz, Liszt und Brahms
JANUAR 2027
02 So 03 Sa
19.30 Uhr Baden Kurtheater
11.00 Uhr Aarau Alte Reithalle
18.00 Uhr Reinach Saalbau
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FREUNDE DES ARGOVIA PHILHARMONIC, EXKLUSIV-, GÖNNER- UND KONZERTMITGLIEDER
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Die AKB wünscht mitreissende Konzerte voller unvergesslicher Momente akb.ch