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argovia philharmonic - Programmheft 3. Abo-Konzert «The Asian Connection»

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3. ABO-KONZERT THE ASIAN CONNECTION

2026

15.01. Aarau Alte Reithalle

16.01. Gábor Boldoczki Trompete Nil Venditti Leitung argovia philharmonic

Residenzorchester Alte Reithalle Aarau

Baden Kurtheater

18.01. Aarau Alte Reithalle


Energie für den Aargau IMPRESSUM Herausgeber argovia philharmonic Entfelderstrasse 9 Postfach 5001 Aarau Tel. 062 834 70 00 info@argoviaphil.ch www.argoviaphil.ch Redaktion und Layout Linda Schumacher Werktexte Sibylle Ehrismann Titelseite Gábor Boldoczki (Foto: Marco Borggreve) Fotocredits S. 10/18 Marco Borggreve S. 22 Alessandro Bertani S. 26/27 Patrick Hürlimann Druck AEW Energie AG merkur medien ag Obere Vorstadt 40 4900 Langenthal Postfach www.merkurmedien.ch CH-5001 Aarau Auflage T +41 62 834 21 11 1300 Exemplare info@aew.ch 2

www.aew.ch


Programm Gábor Boldoczki Trompete Nil Venditti Leitung argovia philharmonic

Alexander Borodin (1833–1887)

7’

Fazil Say (*1970)

23’

«Eine Steppenskizze aus Mittelasien»

Konzert für Trompete und Orchester op. 31 I II III

Allegro «5 gegen 6» Adagio. Thema und 3 Variationen

PAUSE

Antonín Dvořák (1841–1904)

20‘ 34’

Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 I II III IV

Allegro con brio Adagio Allegretto grazioso – Molto Vivace Allegro ma non troppo

Bitte schalten Sie vor dem Konzert Ihr Mobiltelefon auf lautlos. Bildaufnahmen sind erlaubt, sofern sie das Orchester und die Sitznachbarn nicht stören. Ton- und Videoaufnahmen des Konzerts sind nur mit Einwilligung erlaubt. 3


Supplements Konzerteinführung Dr. Verena Naegele nimmt jeweils 45 Minuten vor dem Konzert das Programm unter die Lupe. In Aarau findet die Konzerteinführung im Odd Fellow-Haus der Schenkenberg-Loge Nr. 15 am Apfelhausenweg 10 statt, in Baden im Neuen Foyer. Wir danken der Schenkenberg-Loge Nr. 15 Aarau herzlich für die unentgeltliche Überlassung ihres Refektoriums für die Durchführung unserer Konzerteinführungen.

Speis & Trank rund ums Konzert Aarau: Besuchen Sie die Bar im Stall (ab 60 Minuten vor Konzertbeginn, in der Pause und nach dem Konzert) oder geniessen Sie einen Drink im Foyer (nur während der Pause). Baden: Die Bar im Sachs Foyer ist vor dem Konzert offen. In der Pause sind die Bars im Sachs Foyer und im Neuen Foyer geöffnet.

argoviaphil:connect Event Club-Event für musikbegeisterte Personen von 16 bis 26 Jahren. Infos unter: www.argoviaphil.ch/connect

CD-Verkauf und Signieren Gábor Boldoczki signiert in der Pause seine CDs.

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Daten Januar 2026 Do

Fr

So

15 16 18

19.30 Uhr

Aarau

18.45

Alte Reithalle

19.30 Uhr

Baden

18.45

Kurtheater

17.00 Uhr

Aarau

16.15

Alte Reithalle

Herzlichen Dank Wir bedanken uns bei unseren Geldgebern und Sponsoren, die uns während der ganzen Saison unterstützen und unsere Tätigkeiten überhaupt erst ermöglichen – eine vollständige Übersicht finden Sie am Ende dieses Programmheftes.

Engagieren auch Sie sich für das argovia philharmonic: www.argoviaphil.ch/engagement 5


Recht ist

Kultur. Regula Mühlemann, Sopranistin

Schärer Rechtsanwälte unterstützt das argovia philharmonic seit rund 20 Jahren und freut sich über die hohe Qualität des Orchesters – ein Geschenk an unseren Kanton und alle Musikliebenden. Wie die künstlerischen Aktivitäten gehören auch anwaltliche Tätigkeiten zur Kultur unseres Landes; wir pflegen sie mit grosser Ernsthaftigkeit und Verantwortung.

Schärer Rechtsanwälte Hintere Bahnhofstrasse 6 CH-5001 Aarau www.5001.ch


Liebes Publikum Unter dem Titel «The Asian Connection» lädt Sie unser 3. AboKonzert zu einer musikalischen Reise zwischen Kulturen und Klangwelten ein. Borodins «Steppenskizze aus Mittelasien» zählt zu den eindrucksvollsten Beispielen programmatischer Orchestermusik des 19. Jahrhunderts: Mit pentatonischer und modaler Melodik sowie ruhenden Ostinati und Bordunklängen entfaltet sich ein Klangbild, das auf den Orientalismus des 19. Jahrhunderts verweist. Einen zeitgenössischen und persönlichen Zugang zu dieser Welt eröffnet Fazil Say, dessen Musik von anatolischen und osmanischen Traditionen inspiriert ist und zugleich seine kulturelle Identität und historische Verwurzelung widerspiegelt. Einen bewussten Kontrapunkt setzt Antonín Dvořák mit seiner 8. Sinfonie, in der er die tschechische und slawische Volksmusik ins Zentrum rückt – Klangwelten, die aus westlicher Perspektive lange Zeit ebenfalls als „östlich“ wahrgenommen wurden. Wir freuen uns, mit Nil Venditti eine junge, temperamentvolle Dirigentin begrüssen zu dürfen, die diese musikalischen Sphären mit grosser Selbstverständlichkeit verbindet und dabei aus ihren türkischen und italienischen Wurzeln schöpft. Geniessen Sie zudem das Wiedersehen, beziehungsweise Wiederhören mit Gábor Boldoczki, der im November 2018 unter der Leitung des grossartigen Krzysztof Penderecki mit uns Haydns Trompetenkonzert interpretiert hat. Herzlich, Ihr

Simon Müller Intendant

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3. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB ALEX ANDER BORODIN

Eine Huldigung für den russischen Zaren Alexander Borodin (1833–1887) «Eine Steppenskizze aus Mittelasien»

Borodins beliebte Steppenskizzen-Musik hat heute – angesichts des Ukrainekrieges – etwas Zynisches. Komponiert wurde sie 1880 zum 25. Jahrestag der Regierung von Zar Alexander II. Borodin sollte mit dieser Sinfonischen Dichtung des Zaren aggressive Eroberungspolitik in Mittelasien verherrlichen. Jener hatte nämlich Turkestan annektiert und dem Russischen Reich einverleibt. Der russische Nationalstolz hatte Mitte des 19. Jahrhunderts auch die Musik erreicht. Borodin war Mitglied des «mächtigen Häufleins». Gemeinsam mit Mili Balakirew, César Cui, Modest Mussorgsky und Nikolai 8

Rimski-Korsakow wollte er eine eigenständige russische Musik erschaffen. Ihrer Meinung nach war beispielsweise Pjotr I. Tschaikowskys Musik zu stark westlich orientiert. Dennoch erstaunt dieser Auftrag des Zaren. Das freigeistige «mächtige Häuflein» galt als avantgardistisch, in den Augen der Zaristen gar revolutionär. Gut möglich, dass das «mächtige Häuflein» gerade deshalb Zarentreue beweisen wollte. Borodin musste klar gewesen sein, dass der in seinem Programm beschriebene «Schutz russischer Soldaten», unter dem «die einheimische Karawane sorglos und sicher ihren weiten Weg durch die unermess-


liche Wüste zieht», eine krasse Verklärung der tatsächlichen Unterwerfungspolitik darstellte. Die «Steppenskizze aus Mittelasien» besteht aus vier musikalischen Bausteinen: Endlose Weite der Steppe, Russisches Lied, Getrappel (der Karawane und der Pferdehufe), Orientalische Weise. Wie ein Film zieht eine orientalische Karawane, von russischen Soldaten begleitet, am Hörer vorüber.

Der ausgehaltene Liegeton der Violinen und die gleichmässige Achtelbewegung der tiefen Streicher suggerieren endlose Weite und die Bewegung der Reittiere. Die beiden separat exponierten Themen – das eine klingt russisch, das andere orientalisch – werden gegen Ende des Stücks kontrapunktisch vereint, quasi als Sinnbild einer harmonischen Völkerverständigung. Klarinette und Horn stimmen das «Russische Lied» an, gezupfte Streichinstrumente imitieren das «Getrappel», und das Englischhorn trägt «Die orientalische Weise» in zartem Ton vor. In diesem «pseudofriedlichen» Ambiente tritt das Russenthema nur einmal martialisch auf. In der Mitte des Stückes zeigt es sich – entsprechend dem ursprünglichen Programm Borodins – als «schreckliche Kriegsmacht». Es wird mit einem plötzlichen Fortissimo und massivem Klang wirkungsvoll inszeniert und schliesslich zu einer Hymne stilisiert. Die «Steppenskizze aus Mittelasien» hat Borodin seinem Freund Franz Liszt gewidmet. Seit ihrer von Rimski-Korsakow geleiteten Uraufführung im April 1880 erfreut sie sich ungebrochener Popularität. Text: Sibylle Ehrismann

Alexander Borodin, Gemälde von I. J. Repin (Foto: Harenberg-Verlag Dortmund)

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3. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB FA ZIL SAY

Türkische und jazzige Rhythmen Fazil Say (* 1970)

Konzert für Trompete und Orchester op. 31 I II III

Allegro «5 gegen 6» Adagio. Thema und 3 Variationen

Fazil Say ist ein brillanter, weltgereister Pianist, der daneben ein Werk nach dem anderen komponiert. Seine Musik wird von bedeutenden Orchestern und namhaften Solist:innen überall auf der Welt gespielt. Fazil Say wurde 1970 in der Türkei in Ankara geboren und erhielt mit fünf Jahren seinen ersten Klavierunterricht. Sein Vater ist der türkische Musikwissenschafter und Schriftsteller Ahmet Say. Fazil Say kam in den Westen, nachdem er 1985 an einem Workshop den Pianisten David Levine und den Komponisten Aribert Reimann getroffen hatte. Sie holten ihn an die Robert Schumann Hochschule Düsseldorf, wo er bei Le10

Komponist und Pianist Fazil Say

vine Klavier studierte. Als er 1994 die «Young Concert Artists International Auditions» in New York gewann, nahm seine internationale Karriere so richtig Fahrt auf. Das Komponieren lag dem genialen Pianisten aber schon immer am Herzen. Während der «Berliner 750-Jahr-Feier» führte er sein Werk «Black Hymns» auf, welches er bereits


mit sechzehn komponiert hatte. 1991 folgte ein «Konzert für Klavier, Geige und Orchester», 1996 das Klavierkonzert «Die Seidenstrasse». Seit 2006 hat Fazil Say einen Exklusivvertrag mit dem grossen Mainzer Musikverlag Schott Music. Sein Trompetenkonzert op. 31 hat Say 2010 für den Trompeter Gábor Boldoczki geschrieben. Boldoczki hat es auf CD eingespielt und wurde für diese Aufnahme mit dem Echo Klassik 2017 ausgezeichnet. Nun spielt dieser grossartige Trompeter Fazil Says Trompetenkonzert auch mit dem argovia philharmonic. Das Werk ist in klassischer dreisätziger Form gehalten und fällt durch seine starken Anklänge an türkische Wurzeln auf. Nicht nur die orientalisch anmutende Melodik und Harmonik zeugen davon. Für die türkische Musik charakteristisch sind auch die feingliedrigen Metren. So ist der zweite Satz explizit mit dem Rhythmus «5 gegen 6» überschrieben. Das Orchester wird von einer starken Rhythmusgruppe dominiert. Drei Spieler bedienen eine Pauke, ein Glockenspiel, Xylophon, Vibraphon, Röhrenglocken, Triangel, Claves, Hängebecken, 2 Tambourins, Tomtom und grosse Trommel. Fazil Say weiss die einzelnen Schlaginstrumente nicht nur gezielt und effektvoll einzusetzen, es ist auch deutlich seine Affinität zum Jazz zu hören.

Der 1. Satz, ein Allegro, wird von der Trompete virtuos eröffnet. Daraus entwickelt sich ein schmissiger Dialog mit dem Orchester. Es ist ein heftiges Hin und Her, bei dem das Orchester der Trompete gerne auch einmal mit süffigem Streichersound antwortet. Es folgt im 2. Satz das rhythmische Widerspiel von «5 gegen 6». Am ausgedehntesten ist der 3. Satz. Es ist kein Kehraus-Finale, sondern ein ruhiges «Adagio» mit drei Variationen. Der Trompeter eröffnet es mit einer melancholischen Melodie. Die Streicher und Flöten übernehmen sanft, doch die Trompete reagiert mit markanten Einwürfen. In den drei Variationen entfaltet sich ein dunkler, beunruhigender Satz, das Gegeneinander von den Bläsern, vom Schlagzeug und von der Trompete spitzt sich dramatisch zu. In diesem aufbegehrenden Gestus klingt der Bürgerrechtler Fazil Say durch, der in der Türkei sogar verurteilt wurde. Text: Sibylle Ehrismann

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3. ABO-KONZERT WERKBESCHRIEB ANTONÍN DVOŘ ÁK

Lebensfreude und Naturklang Antonín Dvořák (1841–1904) Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88 I II III IV

Allegro con brio Adagio Allegretto grazioso – Molto Vivace Allegro ma non troppo

Komponisten aus dem Osten hatten es im 19. Jahrhundert schwer, über die Landesgrenzen hinaus bekannt zu werden. Antonín Dvorák ging es genauso. Seinen späten internationalen Durchbruch verdankte er Johannes Brahms, der dafür gesorgt hatte, dass Dvoráks «Slawische Tänze» beim renommierten SimrockVerlag im Druck erschienen. In diesen populären Tänzen vermochte Dvorák die farbenfrohen Klänge seiner Heimat temperamentvoll auszuspielen. Auch seine späteren sinfonischen Werke sprudeln über vor böhmischen Melodien. Doch anfangs scheute er sich noch davor. In seiner ersten, for12

Dvořák als Dirigent. Gemälde von Karel Soucek. Dvoraqk-Museum Prag

mal strengen Sinfonie hatte er sich noch stark an Brahms orientiert, weshalb ihn der berühmte Kritiker Eduard Hanslick als «Böhmischen Brahms» bezeichnete. Es dauerte lange, bis der Böhme zu seinem persönlichen Stil fand. Seine 7. Sinfonie war mit ihrem düsteren Tonfall noch deutlich dem brahm’schen Vorbild verpflichtet. Seine Achte ging ihm nun


viel leichter von der Hand. «Sie wollen wissen, was ich tue?», schrieb er im August 1889 seinem Freund Alois Göbl. «Ich habe den Kopf voll, wenn der Mensch das nur gleich aufschreiben könnte! (…) Es geht über die Erwartungen leicht und die Melodien fliegen mir nur so zu.» Zu diesem Zeitpunkt hatte Dvorák begonnen, auch «Sinfonische Dichtungen» à la Franz Liszt zu schreiben. Brahms hatte dies nie getan. In seiner 8. Sinfonie wollte der Böhme etwas Neues wagen, wie er selbst sagte. Er wolle «ein von seinen anderen Symphonien verschiedenes Werk schreiben», das er «mit individuellen, in neuer Weise ausgearbeiteten Gedanken» zu füllen gedenke. Dvorák komponierte die Achte in seinem idyllischen Landhäuschen in Vysoká, und zwar in überraschend kurzer Zeit. Endlich liess er seiner böhmischen Seele freien Lauf. Die Sinfonie ist voller Rhythmen und Melodien aus seiner Heimat. Und auch mit der symphonischen Form geht er freier um, ähnlich wie bei einer sinfonischen Dichtung. Die einzelnen Sätze wirken nun wie eine Abfolge poetischer Stimmungsbilder. Schon im ersten Satz gibt es eine Besonderheit. Ein «singendes» Thema, das sich in Violoncello, Fagott und Klarinette in g-Moll präsentiert, taucht später als gliederndes Motto immer wieder auf. Das eigentliche Hauptthema wird von der Flöte vorgestellt, und zwar in der Haupttonart G-Dur. Es führt im Orchester zu

einer rhapsodischen Steigerung. Und im Seitenthema beschwört Dvorák bereits eine böhmische Landschaft herauf. Der ruhige zweite Satz ist eine Art Ballade. Die Musik ist voller melodischer Ideen, die rhapsodisch ausgebreitet werden. Zum idyllischen Allegro stehen die schwelgerische Melodik und der Trauermarsch deutlich im Kontrast. Dem Scherzo steht im dritten Satz ein Trio gegenüber, das überraschenderweise als anmutiger Walzer daherkommt. Sein Hauptgedanke wird von den Holzbläsern leicht und beschwingt umspielt. Die Trompete eröffnet das Finale mit einer triumphalen Fanfare. Dieser strahlende Schlusssatz ist ein Gemisch aus Sonaten- und Variationenform. Das Hauptthema wird mehrfach variiert, bevor das Seitenthema hinzukommt. Diese variativen Abwandlungen ergeben einen episodenhaften Charakter. Auf diese Art und Weise schliesst Dvorák seine Achte, die vor folkloristischen Ideen und malerischen Landschaftsschilderungen nur so sprüht. Die Uraufführung seiner Achten dirigierte Dvorák selbst am 2. Februar 1890 in Prag. Danach nahm er sie mit auf seine Englandreise, wo er dafür in London enthusiastisch gefeiert wurde. Text: Sibylle Ehrismann

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3. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE GÁBOR BOLDOCZKI

Gábor Boldoczki Trompete

«Auch die Trompete kann Belcanto… reinsten Belcanto, mit blitzblank polierten Spitzentönen, verströmte der Ungar Boldoczki auf der Trompete», so schrieb Michael Dellith von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nach dem Gastspiel von Gábor Boldoczki in der Alten Oper Frankfurt. Der im ungarischen Kiskőrös aufgewachsene Gábor Boldoczki ist mit seinem Trompetenspiel die Ausnahmeerscheinung seiner Generation. Auch die internationale Presse feiert ihn regelmässig als grandiosen Trompetenvirtuosen. Bereits mit 14 Jahren erhielt der mehrfache ECHO Klassik Preisträger beim Nationalen Trompetenwettbewerb in Zalaegerszeg den 1. Preis und begann nach diversen Studien seine internationale Solokarriere. Der endgültige Durchbruch gelang ihm als Gewinner des bedeutenden Internationalen Musikwettbewerbs der ARD in München und als 1. Preisträger des 3. Internationalen Maurice André Wettbewerbs, dem Grand Prix de la Ville de Paris.

Im Rahmen seiner Tourneen gastiert er zusammen mit namhaften Orchestern u. a. Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Mariinsky Theatre Symphony Orchestra, Russisches Nationalorchester, Konzerthausorchester Berlin, Czech Philharmonic, Wiener Symphoniker und international bedeutenden Kammerorchestern sowie bei Gala-Konzerten mit Edita Gruberova. Als erster Trompetensolist weltweit interpretierte Gábor Boldoczki bei den Salzburger Festspielen die Trompetenkonzerte von Michael Haydn. Danach titelten die Salzburger Nachrichten: «Leichtzüngige Artikulation, höchste Beweglichkeit, extrem sicherer Ansatz, Koloraturkunst ... ein Solist von solchem Rang veredelt jedes Musikwerk.» Regelmässig gastiert er in den bedeutenden Musikmetropolen Europas wie dem Musikverein Wien, dem Concertgebouw Amsterdam, der Philharmonie Berlin, dem Théâtre des Champs-Élysées in Paris, dem KKL Luzern, dem Palace of Arts in Budapest und der Great Hall des Konservatorium 19


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Moskau. Zudem folgt er Einladungen zu Konzerttourneen nach Südamerika, Japan und China. Neben seinem aktuellen Album «Bohemian Rhapsody» spielte er exklusiv für SonyClassical u. a. folgende Alben ein: «Tromba Veneziana», «Bach», «Italian Concerts» sowie die Trompetenkonzerte von Haydn und Hummel. Für sein Album «Oriental Trumpet Concertos» wurde der ungarische Trompetenvirtuose Gábor Boldoczki mit dem ICM Award für die beste zeitgenössische Einspielung und jüngst mit dem ECHO Klassik als «Instrumentalist des Jahres» ausgezeichnet. Gábor Boldoczki ist ein gefragter Solist für zeitgenössische Musik und deren Uraufführungen. Zusammen mit Gidon Kremer und der Kremerata Baltica interpretierte er beispielsweise die Welturaufführung von Georg Pelecis «Revelation» beim Musikfestival Les muséiques in Basel. Bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern stellte er als weitere Uraufführung das Trompetenkonzert von László Dubrovay sowie als «Preisträger in Residence» die Uraufführung des von Fazil Say komponierten Werkes für Trompete und Orchester vor. Weiter präsentierte er bei den Musikfestspielen Saar die Welturaufführung des ersten Trompetenkonzerts von Krzysztof Penderecki.

Gábor Boldoczki wurde der Titel «Doctor Liberalium Artium» von der Franz-Liszt-Musikakademie Budapest verliehen, an der er als Professor im Fach Trompete lehrt. Des Weiteren wurde Gábor Boldoczki mit dem «Franz Liszt Ehrenpreis», der höchsten Auszeichnung des ungarischen Kultusministeriums im Fach Musik und mit dem Ehrenpreis «Musician of the Year» der Ungarischen Akademie der Künste, ausgezeichnet. Sein vielseitiges Repertoire reicht von Bach bis Penderecki, von Vivaldi über Schostakowitsch bis Hindemith, Takemitsu, Ligeti und Arvo Pärt. Gábor Boldoczki spielt auf B&S-Trompeten.

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3. ABO-KONZERT KÜNSTLERBIOGR AFIE NIL VENDITTI

Nil Venditti Leitung

Die italienisch-türkische Dirigentin Nil Venditti, geboren 1994 in Perugia (Italien), ist seit Beginn der Spielzeit 2024/25 Erste Gastdirigentin der Royal Northern Sinfonia in Nordengland. Sie wurde 2015 mit dem Ersten Preis beim nationalen «Premio Claudio Abbado für junge Musiker» ausgezeichnet und gewann 2017 zwei Preise beim Dirigierwettbewerb «Jeunesses Musicales» in Bukarest. Venditti absolvierte ihr Dirigierstudium an der Zürcher Hochschule der Künste bei Johannes Schlaefli und besuchte die Dirigierakademie des Pärnu Music Festivals bei Paavo Järvi, Neeme Järvi und Leonid Grin. In Italien absolvierte sie ein Cellostudium bei Francesco Pepicelli. In der Saison 2023/24 debütierte sie u. a. beim BBC Symphony Orchestra, dem Royal Philharmonic Orchestra, dem Lahti Symphony Orchestra, dem Nagoya Philharmonic und dem Hiroshima Symphony Orchestra sowie der Königlichen Schwedischen Oper für eine Neuproduktion von «Don Gio-

vanni». Sie kehrte zum BBC National Orchestra of Wales zurück, wo sie ihr Debüt bei den BBC Proms gab, zum Royal Liverpool Philharmonic Orchestra und zur Royal Northern Sinfonia sowie zur Oper Stuttgart für eine Produktion von «Rigoletto». Ausserdem gab sie ihr Debüt beim Schleswig-Holstein Musik Festival. In der Saison 2024/25 debütierte sie mit dem Finnish Radio Symphony Orchestra, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Arctic Philharmonic und dem Borusan Istanbul Philharmonic Orchestra sowie mit den Orchestern in Aalborg, Teneriffa, auf den Balearen und in Wuppertal. Sie trat zweimal mit der Royal Northern Sinfonia auf und kehrte für Tourneekonzerte in den Wiener Musikverein und nach Bregenz zum Stuttgarter Kammerorchester zurück. Ausserdem dirigierte sie das BBC National Orchestra of Wales, das Royal Philharmonic Orchestra, das BBC Symphony Orchestra, die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, das Helsingborg 23


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Symphony Orchestra, die Hamburger Symphoniker und die Real Filharmonia de Galicia. Venditti verbindet eine starke Affinität zum klassischen/frühromantischen Repertoire mit einem besonderen Interesse an türkischen und italienischen

Komponist:innen. Im Opernbereich hat sie bereits Mozarts «Così fan tutte» und Peter Maxwell-Davies «The Lighthouse» dirigiert. www.nilvenditti.com

Lesen Sie auch den Artikel in unserem aktuellsten Magazin «Sinnvoll» Nr. 25, ab S. 10 Nil Venditti - temperamentvoll und zielstrebig www.argoviaphil.ch/kategorie/publikationen Smartphone-Kamera auf den Code richten und Website öffnen.

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Orchesterbesetzung 1. VIOLINE Ulrich Poschner 1. Kzm. Simone Roggen 2. Kzm. Mireille Lesslauer Stv. Kzm. Giovanni Barbato Mira Migliorese Susanne Dubach Gleditsch Eszter Major Angelika Limacher-Scheibler Sari Erni-Ammann Bozidar Ljubin 2. VIOLINE Agata Lazarczyk Stf. Sergej Novoselić Stv. Stf. Martina Gallo Marianna Szadowiak Cristina Amato Ursina Anna-B. Schnyder Kathrin Jakob Sonia Rodriguez*

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VIOLA Lech Antonio Uszynski* Solo-Viola Andreas Fischer Stv. Stf. Katarzyna Duz-Bielec Dominik Klauser Xiao Bürgi-Ma Nadiya Husar Barbato VIOLONCELLO Orlando Theuler Solo-Violoncello Regula Schüpbach Stv. Stf. Yoon Jeong Woo Nico Prinz Giulia Ajmone-Marsan Sebastian Uszynski* KONTRABASS N. N.* Solo-Kontrabass David Brito Stv. Stf. Koichi Kosugi Elmar Kremsa


FLÖTE Miriam Terragni Solo-Flöte Barbara Stoessel-Gmür Piccolo Julie Stewart-Lafin* OBOE Sergio Simón Álvarez Solo-Oboe Edoardo Pezzini KLARINETTE Francesco Negrini Solo-Klarinette Eva Polgar FAGOTT Daniel Kühne Solo-Fagott Brigitte Leutenegger Altern. Solo-Fagott HORN Elia Bolliger Solo-Horn Thomas Zimmermann Noé Lehmann Stv. Solo-Horn Wolfgang Drechsler

* Zuzügerinnen und Zuzüger

TROMPETE Marc Jaussi Solo-Trompete Corrado Bossard POSAUNE Pedro Silva Solo-Posaune N. N.* Christoph Bolliger TUBA Pius Wey Solo-Tuba PAUKEN Michael Juen Solo-Pauke SCHLAGZEUG Pascal Iten Solo-Schlagzeug Ricardo Marini*

Änderungen vorbehalten. 27


AUSBLICK UNSERE KONZERTE FEBRUAR BIS MÄRZ

3. KAMMERKONZERT OKTETTZAUBER Kristīne Balanas Violine Agata Lazarczyk Violine Stefan Glaus Violine Sergej Novoselic Violine Andreas Fischer Viola Dominik Klauser Viola Giulia Ajmone-Marsan Violoncello Nico Prinz Violoncello

FEBRUAR 2026 So

22

17.00 Uhr Aarau Alte Reithalle

Max Bruch Oktett B-Dur für Streicher Felix Mendelssohn Bartholdy Oktett Es-Dur op. 20

4. ABO-KONZERT KLANGWELTEN DER ROMANTIK Teo Gheorghiu Klavier Joseph Bastian Leitung argovia philharmonic Robert Schumann Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op. 54 Anton Bruckner Sinfonie Nr. 1 c-Moll WAB 101 (Linzer Fassung)

MÄRZ 2026

12 Fr 13 Sa 14 So 15 Mo 16 Do

* Gastspiel

19.30 Uhr Aarau Alte Reithalle

19.30 Uhr Baden Kurtheater

19.30 Uhr Aarau Alte Reithalle

17.00 Uhr Aarau Alte Reithalle

19.30 Uhr Fribourg * Salle Equilibre


AUSBLICK UNSERE KONZERTE FEBRUAR BIS MÄRZ

ARGOVIA PHILHARMONIC PRÄSENTIERT REGULA MÜHLEMANN

MÄRZ 2026 Di

17

19.30 Uhr Aarau Alte Reithalle

Regula Mühlemann Sopran Tatiana Korsunskaya Klavier Lieder von Schubert, Strauss, Argento und Bridge

3. FAMILIENKONZERT PETER UND DER WOLF Kathrin Veith Erzählerin und Dramaturgie Margarita Balanas Leitung Musiker:innen des argovia philharmonic Lisa Stepf Regie Janina Kriszun Dramaturgie Sergei Prokofjew «Peter und der Wolf» Musikmärchen op. 67

MÄRZ 2026

21 So 22 So 22 Sa

16.00 Uhr Baden Berufsfachschule BBB, Aula

11.00 Uhr Aarau Kultur und Kongresshaus

16.00 Uhr Zofingen Stadtsaal

Das Abenteuer von Peter, der ganz allein den grossen, wilden Wolf fängt, ist ein unterhaltsames und spielerisches Erlebnis für kleine und grosse Zuhörende.

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FREUNDE DES ARGOVIA PHILHARMONIC, EXKLUSIV-, GÖNNER- UND KONZERTMITGLIEDER

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Die AKB wünscht ein mitreissendes Konzert voller unvergesslicher Momente akb.ch


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