Erker Der
Jahrgang 38 - November 2026
Poste Italiane SpA – Versand im Postabonnement Einzelnummer 0,75 Euro G.D. 353/2003 (abgeändert in Ges. 27/02/2004 Nr. 46) Art. 1,1 - Fil. Bozen - Postgebühr bar bezahlt
Monatszeitschrift für das südliche Wipptal - Mensile per l’Alta Val d’Isarco
Strom gemeinsam nutzen ---tl--i --/ - i
•-,•-L-.
-- 1·····1
-- -
I"·--
--
Politik | Ein unaufhaltsamer Trend? Kultur | Klang überwindet Grenzen Sport | Die Lawine hat immer Recht!
2
Erker 11/26
1
1
Impressum
Editorial
Der Erker erscheint monatlich in einer Auflage von über 7.200 Exemplaren. Eintragung am Landesgericht Bozen am 20.09.1989, Nr. 22/89 R.St., Eintragung im ROC: Nr. 005454 Bürozeiten: 8.00 - 12.00 Uhr 14.00 - 17.00 Uhr Freitagnachmittag geschlossen
Liebe Leserin, lieber Leser,
Eigentümer und Herausgeber: WIPP-Media GmbH
wir blicken auf einen traumhaft schönen Sommer zurück. Über weite Strecken wolkenlos. Zu heiß, werden manche jetzt sagen. Zu trocken auch. Bestimmt. Ein „Klimawandel-Sommer“ – unseren Gletschern, die erhebliche Massenverluste erlitten haben, abträglich, unserem Wasserhaushalt freilich auch. Die Schutzhütten auf unseren Bergen können ein Lied davon singen. Einmal mehr hat der Sommer scharenweise hitzegeplagte „Sommerfrischler“ zu uns getrieben. Entflohen der flimmernden Glut italienischer Ballungszentren. Jahrelang bewarb der Wirtschaftsdienstleister IDM Südtirol „die Sonnenseite der Alpen“ als zauberhafte Tourismusdestination. Nun aber hat es den Anschein, als sei es genug. Vielerorts scheint die Stimmung im Land zu kippen. Laut Eurostat-Daten weist Südtirol heute die dritthöchste Tourismusintensität in ganz Europa auf. Aber mancherorts scheint „genug“ immer noch nicht genug zu sein. Dennoch: Für die Einfahrt in einzelne Südtiroler Täler wird ja bereits eine Zahlungspflicht angedacht. Und da kommt unsere IDM wieder ins Spiel: Sie soll nun im Gegenzug für die Kanalisierung der Gästeströme im Land sorgen, da den Menschen die Situation zunehmend zu viel wird. Das spricht für sich. Auch wir Wipptaler blicken einmal mehr auf einen touristischen Rekordsommer zurück. Die Tourismusdebatte bestimmt zunehmend auch die Politik vor Ort. Da wäre zum einen der Bettenstopp oder eben Nicht-Bettenstopp. So genau weiß das niemand. Auch der neue Camperstellplatz in Sterzing erhitzt derzeit die Gemüter im Gemeinderat – der sommerliche Parkplatzwildwuchs sorgte ja schon jahrelang für großen Unmut. Genauso wie dies ein Hotelneubau am Roßkopf tut. Indes schickt der Winter uns mit angezuckerten Bergrücken seine Vorboten von den Höhen herab entgegen. Die Tage werden kürzer, die Energiekosten steigen – nicht nur an den Zapfsäulen. Trotz versuchter Deckelungen schießen die Preise durch die Decke und heizen
Redaktionsanschrift: Der Erker Neustadt 20 A, 39049 Sterzing Tel. 0472 766876 I info@dererker.it www.dererker.it facebook.com/erker.sterzing/ Instagram: dererker_zeitschrift_wipptal Presserechtlich verantwortlich: Renate Breitenberger (rb) Chefredakteur: Ludwig Grasl (lg) ludwig.grasl@dererker.it Redaktion: Barbara Felizetti Sorg (bar) barbara.felizetti@dererker.it Renate Breitenberger (rb) renate.breitenberger@dererker.it Sportredaktion & Lektorat: Barbara Felizetti Sorg (bar) sport@dererker.it Redaktion italienischer Teil: Silvia Pergher (sp) silvia.pergher@dererker.it Sekretariat & Werbung: Barbara Fontana barbara.fontana@dererker.it Grafik & Layout: Alexandra Martin grafik@dererker.it Mitarbeiter dieser Nummer: Heinrich Aukenthaler, Lorenz Grasl (log), Karl-Heinz Sparber, Caterina Fantoni (cf), Chiara Martorelli (cm), Dario Massimo (dm)
die Inflation an. Da bietet unsere Titelgeschichte „Lokale Energie gemeinsam nutzen. Was
Titelseite: © Martin Schaller
hinter der Energiegenossenshcaft ,Isarcus‘ steckt“ interessante neue Ansätze. Hierin er-
Druck: Tezzele by Esperia, Bozen
fahren Sie, wie lokale Energiekreisläufe künftig stärker genutzt werden können. Und damit
Preise: Einzelnummer 0,75 Euro; Jahresschutzgebühr Wipptal 5 Euro; Jahresabo Inland 44 Euro; Jahresabo Ausland 75 Euro.
Lawinen beim winterlichen Outdoor-Sport weniger oft ihren Tribut fordern, blicken wir gemeinsam mit der Bergrettung Sterzing auf das anstehende Lawinenseminar. Mit dem „Bahnhof von Sterzing“ endet die 32-teilige Serie „Wipptaler Bauwerke erzählen“. Darin spürte Erker-Mitarbeiter Karl-Heinz Sparber alten Gemäuern und ihren faszinierenden Geschichten im Bezirk nach. In unserem Sonderthema „Innovation und Technik“ zeigen wir Ihnen, wie KI zunehmend unseren Alltag bestimmt. Und weil Essen (und Trinken) bekanntlich Leib und Seele zusammenhält, verrät Sporternährungswissenschaftlerin Vera Mair Ihnen in unserem gleichnamigen Extra, wie Sie sich in der dunklen Jahreszeit richtig ernähren. Lesen Sie wohl.
Im Sinne des Art. 1 des Gesetzes Nr. 903 vom 9.12.1977 wird eigens darauf aufmerksam gemacht, dass sämtliche in dieser Zeitung veröffentlichten Stellenangebote, sei es im Kleinanzeiger wie auch in Formatanzeigen, sich ohne jeden Unterschied auf Personen sowohl männlichen als auch weiblichen Geschlechtes beziehen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Anzeigen und Beiträge unter Umständen zu kürzen, abzuändern oder zurückzuweisen. Für den Inhalt von Anzeigen gewerblicher Art zeichnet die Redaktion nicht verantwortlich. Eingesandte Bilder und Texte verbleiben im Eigentum der Redaktion. Mit Namen gekennzeichnete Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber wieder und sind von der Redaktion nicht in allen Einzelheiten des Inhalts und der Tendenz überprüfbar. Nachdruck sowie Vervielfältigung jeder Art ausschließlich mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion.
- Chefredakteur Erker 11/26
3
© Martin Schaller
Inhalt
48 48
14
26
41 41 76 76 Politik 10 Gastkommentar: Der Absturz der Sozialdemokratie und der Aufstieg der Rechten 16 Sterzing: Camperstellplatz erhitzt Gemüter 20 Ridnaun: Kirchplatz nach Friedl Volgger benannt
Wirtschaft 7 Sterzing: Eisackverbauung beginnt 26 Titelgeschichte: Lokale Energie gemeinsam nutzen 30 Interview: Aus für Wippland
Gesellschaft 28 Integration: Beratungsschalter „We Meet“ eröffnet 39 Aktionstage: Wipptal bekennt Farbe 41 WorldSkills: Wipptaler Weltklasse
Redaktionsschluss:
4
15.11.26 Erker 10/26
Kultur 48 Europahütte: Klang überwindet Grenzen 52 Theater: „Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt“ 64 Initiative: Sterzinger Moos mit Vergangenheit und Zukunft
Pagine italiane 66 Politica: Consiglio comunale di Vipiteno 67 Attualità: La Wipptal si tinge di rosso 72 Sport: Festa per gli 80 anni della Polisportiva 74 Cultura: Presentazione spettacoli Teatro stabile
Sport 76 Bergrettung: „Die Lawine hat immer Recht“ 78 Schwimmen: Glanzleistung von Marie Ungerank 84 Leichtathletik: Gold für Clara Seehauser
Extra 86 Innovation & Technik 98 Essen & Trinken
Rubriken 3 Impressum 5 Leserbriefe 10 Aufgeblättert ... 12 Laut § 40 Jugendseite Whats Upp?! 42 Kinderseite 82 Sportpsychologie 108 Sportmedizin 112 Veranstaltungen 113 Aus der Seelsorgeeinheit 114 Leute 116 Jahrestage 120 Unterhaltung 122 Kleinanzeiger 126 Sumserin 126 Gemeinden 127 Vor 100 Jahren
1
ir g b Ihrem eb n Raum. Diamo spazio all Vo r Vitj).
Leserbriefe
f
@)
-
a G
FLA'INSI FLAINES
Erntedank
Zum Interview mit Martin Alber Erker 10/2026
Im Interview mit SVP-Bezirkspräsident Martin Alber in der Oktober-Ausgabe des Erker wird die Bedeutung persönlicher Netzwerke und Kontakte nach Bozen mehrfach hervorgehoben. Gleichzeitig entsteht der Eindruck, dass politische Nähe innerhalb des SVP-Bezirks eine wichtige Rolle spielt. Als Bürger des Wipptales frage ich mich jedoch, ob diese Am 11. Oktober feierte die Kontakte tatsächlich allen Bevölkerung von Sterzing das Gemeinden und damit allen jährliche Erntedankfest in der Bürgern gleichermaßen zuPfarrkirche von Sterzing, umgutekommen. Wenn von einer rahmt von der Bürgerkapelle Sterzing und dem Pfarrchor und Vertretung der Interessen des gesamten Wipptales gebegleitet von Abordnungen der sprochen wird, sollten auch Feuerwehren des Bezirks. Nach alle Gemeinden des Bezirks dem Gottesdienst fand die Dankesprozession zur Margarethen- gleichwertig eingebunden werden, unabhängig von ihrer kirche statt, wo die Feier beenpolitischen Ausrichtung. Der det wurde. Auch die italienische Gemeinschaft feierte das Fest in Eindruck, dass die beiden nicht von der SVP geführten der Kapuzinerkirche mit Dekan Gemeinden dabei nicht immer Andreas Seehauser. Am Fuße die gleiche Beachtung finden, des Altars wurden die Früchte trägt jedenfalls nicht zu einem der Natur ausgestellt. Den fleigemeinsamen Miteinander bei. ßigen Händen muss ein großer Gerade ein kleiner Bezirk kann Dank für die würdevolle Gestales sich nicht leisten, polititung ausgesprochen werden. sche Unterschiede über die Walter Mair, Sterzing Interessen der Bevölkerung zu
Modeme 3-Z~Wmlt Terrasse,Gart,en,Keller& doppe-ttemStellplatz Im lJ'G Modemotrikicakain giardino,rmriaa, c:anlinaeposroauro doppfom1gamgeJ
Sonnige 4--Z-Win Zentrumsnähemit 2 Bädem, 2 :ea'llronen,i<errer& Garage! Ouadri/oa:J/IJ s.deygiato in:zonacentmltmm] ba9n~2 bafcan;, cantir,aega~x!
Besondere 4TZ~Wmit Steinmau:ern,G wöibe, Holzstube~ für Liebhaber! Raroqwdrilocale corimuri in pietra,volto e srubein legno• per ,ntendjfOri!
ß1J FUGGERROPPE
FlexllbeJ'teilb.i r: ProdukUons-/LagerhaHevon 120 bis 5BOmz,.S,5m Höh~l Frazi011abfle:: capanoonelmagazzino da r20 lmo a 580mq, altezzadl 5,5m!
1 mobilienvennit~ler und Hera r M:ed1at0r
Erntedank: Mir donken dafür und beten drum, dass mir ins des a leischtn kennen.
C.onsulentlmmobjHar·
39049 Ster.;:m9.V1p1teno u~ d 15 n.aNuova
Sl
1
LLER
IM MOBILIEN - IMMOBIL!
T +39 0 72 767022
@) ----.-. 5
Erker 11/26 '"
1
Leserbriefe
priorità devono dipendere dalla gravità clinica, non dalla provenienza o dalla nazionalità. Proteggere gli operatori dalle aggressioni e i pazienti dalle umiliazioni non è una contraddizione: entrambe le esigenze meritano attenzione. Nessuno Franz Thaler, può pretendere qualsiasi preSterzing stazione, ma tutti hanno diritto a spiegazioni, ascolto e dignità. Medico e paziente non sono Riflessioni avversari. Quando il rapporto diventa uno scontro, si spezza la Nei corridoi degli ospedali si legfiducia, indispensabile per curage: “Non aggredire chi ti aiuta.” È re. Il giuramento professionale un messaggio giusto: gli operanon dovrebbe essere una formatori sanitari devono essere prolità: la competenza è essenziale, tetti da minacce e violenze. Ma ma non basta senza rispetto. chi protegge il paziente quando Dovremmo continuare a ripetesi sente umiliato da chi dovrebbe re “Non aggredire chi ti aiuta”, assisterlo? Il rispetto dev‘essere aggiungendo un principio altretreciproco. Il medico decide quali tanto importante: non umiliare esami siano appropriati, ma deve chi ti chiede aiuto. comunicare le proprie decisioni La cura comincia dalla compecon professionalità. Non ogni tenza, ma non può prescindere richiesta può essere accolta, ma dal rispetto. E il rispetto, per nessun rifiuto dovrebbe diventaessere autentico, deve essere re un’umiliazione. reciproco. Da mesi soffro di forti dolori ai piedi e faccio fatica a camminare. Simona Pascu, Su consiglio del fisioterapista, Vipiteno ho chiesto al mio medico indicazioni sulla possibilità di effettuare una risonanza magnetica. Motocrossrennen Non contesto la sua autonomia in Pfitsch clinica, ma il modo in cui sono stata trattata. Durante un inconAm 26. und 27. September tro in ambulatorio, il medico ha wurde wieder das Motocrossiniziato a urlare: “Esci fuori dal mio studio!” Sono uscita treman- rennen in Pfitsch ausgetragen. In Zeiten der Klimabelastungen do e sconvolta, tanto da dover chiamare un’amica. In seguito mi und der damit verbundenen Erderwärmung sowie der Lärmha scritto: “Mi scuso per i miei toni.” Accolgo le scuse, ma non è belästigung ist es nicht nachvollziehbar, wie Gemeinde und Forstfacile cancellare l’umiliazione e behörde so ein Rennen immer ritrovare la fiducia. Racconto questa esperienza non wieder genehmigen können. Zudem werden auch noch Hubper condannare un’intera cateschrauberrundflüge angeboten. goria, ma per chiedere tutele concrete. Ogni paziente dovreb- In unserer Ortschaft besteht eine Geschwindigkeitsbegrenzung be poter segnalare comportavon 60 km/h, die aber vor allem menti inappropriati attraverso an solchen Tagen kaum eingecanali accessibili e imparziali. halten wird. Die Ordnungskräfte Anche al pronto soccorso le stellen. Die Bürger erwarten sich Zusammenarbeit, Transparenz und die Einbindung aller Verantwortungsträger. Nicht parteipolitische Netzwerke, sondern die Anliegen der Menschen müssen im Mittelpunkt stehen.
6
Erker 11/26
von großer Bedeutung, da sie frische Luft und Licht in die Räume bringt und auch immobilen Bewohnern im Rollstuhl oder Pflegebett ein Stück Lebensfreude schenkt. Garten und Schutz im AußenbeErnst Delueg, reich: Der angrenzende Garten Pfitsch (Garten ist vielleicht nicht das richtige Wort) im zweiten Stock ist leider noch unvollendet. Es fehlen noch das versprochene Hochbeet sowie eine gemütErinnerung liche Sitzgarnitur mit dem an Versprechen passemden Windschutz und Sonnenschirm. Zurzeit sind nur Das restaurierte Schloss Moos wackelige Sonnenschirme da, ist ein wunderbarer Ort für die bei jedem Windhauch umden Lebensabend unserer Sefallen. In der heutigen Zeit gibt nioren. Dennoch möchte ich es weitaus modernere und staliebevoll, aber konsequent an Lösungen. Unsere Seniobilere die gemachten Versprechen ren haben es sich verdient. Vielerinnern, auch wenn ich bei den leicht findet sich ja auf diesem Aussprachen alleine für diese Weg ein edler Spender, der ein Anliegen eingestanden bin. Ein Herz für unsere Senioren hat gegebenes Wort muss gerade und dabei hilft, diese Wünsche im Umgang mit der älteren in die Tat umzusetzen. Generation verlässlich gelten. Situation an der Weinlaube: Die Senioren haben schlichtweg Die neue Weinlaube rechts am keine Zeit mehr, um auf das Eingang ist eine schöne Idee. Ende bürokratischer Hürden zu Doch bis sie zugewachsen ist, warten. vergehen noch Jahre. Diese Zeit Schon wieder ist ein ganzer haben die heutigen Bewohner Sommer vergangen, in dem die nicht. Zudem ist sie auf einem Bewohner diesen Ort nicht so völlig unebenen Untergrund, nutzen und genießen konnten, sodass Tisch und Bänke schief wie es ihnen zustehen würde. stehen; für Bewohner mit RollLicht und Balkon im historistühlen oder Rollatoren wird schen Teil: Hier muss ganz klar die Nutzung zu einer gefährbetont werden: Es geht um den lichen und beschwerlichen Anzweiten Stock im restaurierten gelegenheit. Schloss Moos und nicht um den Ich bitte die Verantwortlichen neuen Trakt. In diesem Stock von ganzem Herzen: Schieben wurden mehr Lichtquellen verSie die Zusagen nicht länger vor sprochen, da Helligkeit Lebenssich her. Ich werde die Situation qualität und Sicherheit bedeuim Auge behalten und im Frühtet. Ein unglücklicher Umstand jahr wieder im Erker darüber ist dort auch der ungenutzte berichten, ob sich etwas zum Balkon. Weil die Geländehöhe Guten verändert hat. nicht angepasst wurde, bleibt die Tür nun einfach geschlosAnnemarie Auckenthaler, sen. Es ist auch zu erwähnen, Niederflans dass dieser Balkon vor dem Umbau perfekt genutzt wurde. Eine offene Balkontür ist im Sommer sind kaum präsent, obwohl mit Höchstgeschwindigkeit vorbeigedonnert wird. Außerdem würde ich gerne wissen, wie viel für diese Umweltschädigung an Steuergeldern verpulvert wird.
Aktuell
Neuer CarabinieriKommandant
Sterzing
Techniker der STRABAG und der Wildbachverbauung sowie Vertreter der Gemeinden Sterzing und Pfitsch bei der Vorstellung im Vigil-Raber-Saal
von zwei auf drei Jahre verkürzt. Die ganzjährig nicht möglichen Eingriffe, die jetzt mit der Verlegung von Leitungen sowie Bohrpfahl- und Unterfangungsarbeiten beginnen, müssen in jedem Fall innerhalb von drei Jahren abgeschlossen sein. Die Befahrbarkeit der Innsbrucker Straße wird während der Bauphase gewährleistet. Die Baumaßnahmen umfassen eine Verbreiterung des Flussbetts, das tiefergelegt und mit Natursteinen eingefasst wird, sowie den Neubau zweier Fußgängerbrücken. Wegen der Flussbettaufweitung wird die Innsbrucker Straße auf der
© CC
Eisackverbauung: Arbeiten beginnen Im November beginnen die Bauarbeiten für den Hochwasserschutz im Zentrum von Sterzing. Die veranschlagte Bauzeit für die 15,5 Millionen Euro teuren Arbeiten der Eisackverbauung und der Neugestaltung der Innsbrucker Straße wurde
Sterzinger Seite schmaler. Es entsteht ein bachseitig erhöhter und über den Fluss auskragender Gehweg. Die derzeit bestehenden Parkplätze fallen weg. Bei der Projektvorstellung mit Fabio De Polo vom Amt für Wildbachverbauung (4. v. r.) und STRABAG-Ingenieurin Marina Zanetti (3. v. l.) brachten die Anrainer im Oktober erneut ihre Bedenken vor. Neben befürchteten wirtschaftlichen Einbußen im Altstadtbereich durch den Wegfall der Parkplätze wurden auch Fragen der Haftung bei Wassereintritten in Erd- und Kellergeschossen sowie bei Mauerrissen vorgebracht. De Polo versicherte, dass das Amt für Wildbachverbauung bei Schäden im Zuge der Verbauungsmaßnahmen hafte. Durch ein neues Verfahren, das vor zwei Jahren auch in Brixen erprobt wurde, bzw. die Verlegung einer wasserdichten Folie sollten Wassereintritte aber nicht auftreten. Die Flussverbauung soll die Stadt Sterzing künftig vor Überschwemmungen und einem Hochwasser, wie es statistisch gesehen alle 100 Jahre auftritt, schützen. Nach Abschluss der Arbeiten ist die neuerliche Verbauung der Gebäude wieder möglich, die sich derzeit in einer Roten Zone befinden. Auf die Bauarbeiten im Stadtzentrum folgt ab 2028 der Neubau der Brücke an der Nordeinfahrt der Stadt. Das geschätzte Investitionsvolumen hierfür beträgt zehn Millionen Euro.
Verkehrskollaps im Wipptal Nordspur der Brennerautobahn (A22) und den Ausweichstrecken gelten Bauarbeiten im Be© verkehrsinfos.it
Ein massives Verkehrsaufkommen, das die öffentliche Sicherheit bedrohte, führte am 17. Oktober zu temporären Zufahrtsbeschränkungen in Sterzing. Gegen 11.00 Uhr führten erhebliche Stauungen von der Autobahnausfahrt über die Gänsbacherstraße bis in das Stadtzentrum sowie auf der Brennerstaatsstraße und der Verbindung über Thuins zu einem weitgehenden Kollaps des Straßennetzes. Zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und zur Entlastung des Stadtgebietes veranlasste die Gemeindeverwaltung eine vorübergehende Sperrung der Zufahrtsstraßen nach Sterzing und Thuins für den Durchgangsverkehr. Als Hauptursachen für die Überlastung auf der
1
reich Brixen/Vahrn sowie zeitweise einspurige Streckenführungen im Bereich der Luegbrücke in Nordtirol.
Neuer Kommandant der Carabinieri-Kompanie Sterzing ist Hauptmann Andrea Flebus, der aus der Provinz Rom stammt. Nach seiner humanistischen Matura schlug er 2019 die militärische Laufbahn bei den Carabinieri ein. Nach Abschluss seiner Grundausbildung an der Militärakademie in Modena sowie an der Offiziersschule in Rom erwarb er einen Magisterabschluss in Rechtswissenschaften in Rom. Sein akademisches und berufliches Profil wird durch Spezialkurse – darunter eine Ausbildung als Ausbilder und der Drohnenpiloten-Schein (Remotely Piloted Aircraft Systems) – sowie fundierte Kenntnisse der englischen und französischen Sprache abgerundet. Erste praktische Erfahrungen sammelte er im Ausbildungsbereich in Campobasso als Zugführer und Dozent an der dortigen Carabinieri-Schule für Anwärter. Im September 2023 übernahm er die Leitung des Operativen und Radiomobilen Dienstes der Kompanie Catanzaro. Zwischen 2024 und 2025 leitete er zudem interimistisch die gesamte Hauptkompanie in Catanzaro, im September 2025 wurde er zum Hauptmann befördert. Erker 11/26
7
WIPPTAL-CHRONIK OKTOBER 2026
Brenner
Brenner
Festgenommen
© FF
Innerratschings
Chalet in Vollbrand Am 21. Oktober bricht in einem Ferienchalet in Hauern in Innerratschings ein Großbrand aus. Beim Eintreffen der Feuerwehren steht das Gebäude bereits in Vollbrand. Die Bewohner haben das Gebäude bereits verlassen, 16 Personen müssen aus den umliegenden Chalets evakuiert werden. Die Einsatzkräfte können ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Gebäude verhindern. Es gibt keine Verletzten.
Am 9. Oktober nimmt die Staatspolizei am Brenner einen 19-jährigen Marokkaner fest. Der Mann kann bei einer Kontrolle im Zug keine Ausweispapiere vorweisen. Wie sich herausstellt, war er wegen schweren Raubes inhaftiert und vor rund zwei Jahren aus einer Jugendstrafanstalt geflohen. Der 19-Jährige wird in die Jugendstrafanstalt von Rovigo überstellt, wo er die Reststrafe verbüßen muss.
Mit gefälschtem Pass erwischt Am 4. Oktober wird am Brenner ein 27-jähriger peruanischer Staatsbürger festgenommen, da er bei einer Kontrolle in einem aus München kommenden Zug einen gefälschten Reisepass vorzeigt. Er soll das Dokument in Portugal für 500 Euro gekauft haben. Er wird festgenommen; der gefälschte Reisepass wird beschlagnahmt.
Gossensaß
© FF Gossensaß
Sauna brennt
Sterzing
Pistolenschuss in Wohnung
Sachsenklemme
Unfall mit drei Fahrzeugen © FF Mittewald
In Sterzing laufen Ermittlungen wegen einer mutmaßlichen Schießerei. Nach Aussagen der Zeugin soll ein vermummter Mann in ihre Wohnung eingedrungen sein und mit einer Pistole einen Schuss abgegeben haben. Die Frau vermutet, dass es sich um den Ex-Partner einer Bekannten handelt. Im Eingangsbereich der Wohnung wird eine Patronenhülse sichergestellt. Die Frau erstattet Anzeige bei den Carabinieri.
Am 3. Oktober führt ein Überholmanöver im Bereich des „AH-Bräu“ zu einem Unfall. An den drei beteiligten Fahrzeugen entsteht Blechschaden. Eine Person wird leicht verletzt und zur weiteren Versorgung ins Krankenhaus gebracht. Im Einsatz stehen die FF Mittewald, der Rettungsdienst, die Carabinieri sowie zwei Abschleppunternehmen.
8
Erker 11/26
Am 11. Oktober gerät in einem Gebäude in Gossensaß eine Sauna in Brand. Die FF Gossensaß kann das Feuer unter Atemschutz rasch löschen und einen Wasserschaden verhindern. Eine Person wird zur Kontrolle an das Weiße Kreuz übergeben. Vor Ort sind auch die Carabinieri.
WOKU
Utl1MD
PPARTAM
Dauerzählung gestartet Im Oktober ist die diesjährige Dauerzählung der Bevölkerung und der Wohnungen angelaufen. Seit 2018 werden jährlich die wichtigsten sozialen und wirtschaftlichen Merkmale einer Stichprobe der in Südtirol lebenden Bevölkerung erhoben. Im Fünfjahreszeitraum 2022 – 2026 nimmt jede Südtiroler Gemeinde mindestens einmal an der Zählung teil. Im Jahr 2026 sind mehr als 9.700 Haushalte in 41 ausgewählten Gemeinden von der Zählung betroffen, darunter auch drei im Wipptal: Brenner, Ratschings und Sterzing. Die Erhebungen erfolgen unter Koordination des Landesinstituts für Statistik (ASTAT). Für die gesamte Dauer der Zählung steht der Bevölkerung die gebührenfreie Nummer 1510 zur Verfügung. Die betroffenen Haushalte erhalten ein
TED ERGEBNIS OKTOBER Sind Sie in einem Verein tätig? DIE NOVEMBER - FRAGE Haben Sie Ihren Energieverbrauch wegen der hohen Kosten gedrosselt?
personalisiertes Informationsschreiben des ISTAT/ASTAT mit den Zugangsdaten zum Online-Fragebogen. Dieser kann selbstständig über das Internet, am Bürgerschalter des Gemeindezählungsamtes oder im Rahmen einer telefonischen Befragung durch Gemeindebedienstete ausgefüllt werden. Darüber hinaus ist eine Befragung am Wohnort durch Erhebungsbeauftragte möglich. Die Personen sind zur Bereitstellung der Daten verpflichtet. Die gesammelten Informationen unterliegen dem Datenschutz und dem statistischen Geheimnis. Die Ergebnisse der Erhebungen werden ausschließlich in zusammengefasster Form veröffentlicht, sodass keine Rückschlüsse auf die Personen möglich sind, auf die sich die Daten beziehen.
lmrE WDNNHNG UUIMD
APPART AMENJD
NEIN
42 %
JA
58 %
Stimmen Sie ab auf www.dererker.it!
393440375323 inf□ @maderi mm□ bifüm.it Immobilien
lmmobiliMe
wwi.,_mader-imm □ bHien.it Erker 11/26
9
Wirtschaft
geblättert ... vor 30 Jahren im Erker
Auf
11/1996 In seiner Titelgeschichte beschäftigt sich der Erker mit der Jagd im Bezirk Sterzing. Er berichtet über Wilderer von einst und heute, seltene Wildtierarten und das Großraubwild in den Revieren des Wipptals und unterhält sich mit Bezirksjägermeister Wilhelm Klapfer. –––––
Neue Tunnelzufahrt Verkehrsberuhigung für Pardaun: Ein 600 m langer spiralförmiger Tunnel als neue Zufahrt zum Marmorbruch „Mareiter Stein“ entlastet fortan den Weiler am Eingang ins Ratschingstal. –––––
„Es muss etwas geschehen“ Der Erker spricht mit August Seidner, dem Präsidenten der Liftgesellschaft Hühnerspiel-Ladurns: „Will das Skigebiet Ladurns bestehen, sind Investitionen in Milliardenhöhe nötig.“ –––––
Silber über 3.000 m Die erst 17-jährige Silvia Weissteiner aus Gasteig, Athletin des SV Sterzing, wird in Senigallia überraschend Vize-Italienmeisterin über 3.000 m. Ihre Zeit: 10.09,85. –––––
WSG Stilfes erstmals in Serie C Die Eishockeymannschaft der Wintersportgemeinschaft Stilfes spielt erstmals in der Serie C. Die Natureisanlage zählt zu den schönsten im Lande.
• Unartige Wipptaler SVP-Ortsgruppen • Sadobre: neue Betriebsansiedlungen • Zusammenlegung der deutschen Oberschulen • Weniger Müll in der Mülltonne • ElKi Sterzing stellt sich vor
10
Erker 11/26
1
Im Blickpunkt
Ein unaufhaltsamer Trend? Der Absturz der Sozialdemokratie und der Aufstieg der Rechten
I Max Haller „Sozialdemokraten suchen in ganz Europa verzweifelt nach dem richtigen Weg“, schrieben Susanna Bastiaroli und Thomas Vieregge (Die Presse vom 29.9.2026) vor kurzem. Auf dem absteigenden Ast befinden sich aber auch bürgerliche Parteien wie ÖVP und CDU. Wenn alle diese Parteien bedeutungslos werden, wäre dies ein Problem für die Demokratie, weil sie die Entwicklung Österreichs seit 1945 entscheidend mitbestimmt haben und ihr Abstieg einhergeht mit dem Aufstieg der Rechten. Angesichts der tragischen Turbulenzen, in denen sich die SPÖ momentan befindet, sind Überlegungen über die Ursachen dafür von verschiedenen Seiten mehr als angebracht. Dieser Abstieg ist nicht nur die Folge sozialstruktureller Umschichtungen (Abnahme der Bauern und Industriearbeiterschaft) oder der Ausbreitung sozialer Medien. Ich möchte fünf Aspekte ansprechen. Zum Ersten: Die Rechte ist in Österreich bereits unter Jörg Haider zur führenden Arbeiterpartei aufgestiegen. Der wichtigste Faktor war für ihn der Kampf gegen die herrschenden Parteien und ihr „Proporz-System“. Diese Idee war entscheidend auch beim Zusammenbruch des italienischen Parteiensystems Anfang der 1990er Jahre („Mani pulite“) und dem Aufstieg von Silvio Berlusconi. Auch in Frankreich gab es Korruption auf höchster Ebene; zwei ehemalige Staatspräsidenten (Chirac und Sarkozy) wurden rechtskräftig verurteilt. In Ungarn kam Viktor Orban 2010 an die Macht, nachdem sein Vorgänger, der Sozialist Ferenc Gy-
urcsany, offen eingestanden hatte, die Wähler belogen zu haben. Der zweite Auslöser für die politischen Verschiebungen war bekanntermaßen die Migration und Asylpolitik, vor allem seit der Massenzuwanderung 2015. In dessen Folge haben nicht wenige Zuwanderer Straftaten begangen und die schulische Integration von Kindern stellt ein massives Problem dar. Die Zuwanderung war aber schon immer ein Thema, das Arbeiter besonders betraf. Durch sie werden zwar nicht einheimische Arbeitskräfte verdrängt; sie trug aber wohl zur Zunahme der Einkommensungleichheit bei und es ist verständlich, wenn Österreicher mit einem niedrigen Arbeitslohn besonders empfindlich auf hohe Sozialleistungen für arbeitslose Immigranten reagieren. Zum Dritten: Es gibt ein Sozialistenbashing (= Draufhauen), oft unter dem Hut der Kommunistengefahr. Für FPÖ und AfD sind staatliche Eingriffe Gleichmacherei und sozialistische Planwirtschaft. In den USA poltert Präsident Donald Trump laufend, er allein könne verhindern, dass die Kommunisten die Macht ergreifen. Der Antikommunismus ist seit jeher eine affektive und ideologische Waffe der Rechten. Andreas Babler wird als extrem Linker, ja Marxist bezeichnet, weil er Erbschafts- und Vermögenssteuern einführen will – Gesetze, die es in vielen westlich-kapitalistischen Ländern längst gibt. „Allen Formen von Sozialismus ist die wirtschaftliche Erfolglosigkeit gemeinsam“, schrieb Hans Winkler in der Presse (25.8.2026). Dabei hat er offensichtlich Österreich ebenso wie Schweden übersehen. Dort regieren die Sozialdemokraten seit
Im Blickpunkt
über 70 Jahren und sie haben ihr Land zu einem der reichsten der Welt gemacht. In der Frage der politischen Führung sehen die Sozialdemokratien aktuell besonders schlecht aus. Hier kann die Rechte zweifellos punkten – obwohl man das auch kritisch sehen kann. Offenkundig gibt es bei diesen ein Zusammenspiel zwischen Führern und ihrer Gefolgschaft, falls erstere bei letzteren Charisma (Max Weber) besitzen. Die Wähler der Rechten wollen einfach einen „Systemwechsel“ unter einem starken Führer. Fähigkeiten und Verhalten dieser sind dabei irrelevant, wie die unverminderte Unterstützung auch von korrupten Parteien und ihren Vorsitzenden (siehe FPÖ Steiermark, AfD, Marie Le Pen) belegt. Die FPÖ erfährt einen scheinbar unaufhaltsamen Höhenflug in der
Wählergunst, obwohl ihr Parteivorsitzender Herbert Kickl abgeschlagen am untersten Ende der Beliebtheitsskala liegt. Der fünfte Punkt ist der hemmungslose Populismus der Rechten. Besonders relevant ist hier die Frage der Pensionsreform. Alle Fachleute sind einhellig der Meinung, dass eine solche überfällig ist, das derzeitige System in absehbarer Zeit unfinanzierbar würde. Aber die alten Menschen bilden heute die größte aller Wählergruppen mit einer homogenen Interessenlage. Daher kann eine Partei punkten, wenn sie absolut gegen jede Reform agitiert, vor allem gegen die Erhöhung des Pensionsantrittsalters – die einfachste, effizienteste und sozial absolut vertretbare Maßnahme (Marie Le Pen fordert sogar eine Herabsetzung auf 62 Jahre). Die
FPÖ setzt dafür auf eine geburtenfördernde Familienpolitik (die sich bereits weltweit als ineffizient erwiesen hat) und nährt den frommen Wunsch eines entsprechend steigenden Wirtschaftswachstums. Was können die Sozialdemokraten und Parteien der Mitte tun, um die Abwärtsspirale zu stoppen? Zum Punkt Kontrolle der Eliten und ihrer Netzwerke: In Österreich fällt einem hier als erstes die überfällige ORFReform ein. Hier wäre vor allem der Parteieneinfluss auszuschalten. Das gleiche gilt für die Medienförderung – ein Hauptgrund für die wütenden Attacken der Boulevardmedien auf Babler. Wichtig wäre die Stärkung der direkten Demokratie, vor allem in Österreich und Deutschland. In der Migrations- und Asylpolitik müsste man sich klar und laut
1
zu Wort melden und die eigenen Prinzipien ebenso verkünden, wie es die Rechte mit den Ihrigen tut. Die Abschiebung illegal Aufhältiger in Länder des Südens ist nur eine Teillösung, menschenrechtlich fragwürdig; Ansätze dazu sind in Großbritannien und Italien bereits gescheitert. Es wäre viel stärker darauf zu drängen, dass die Herkunftsländer illegale Immigranten zurücknehmen. Natürlich ist Kriminalität zu bekämpfen und illegale Immigration zu unterbinden. Fragwürdig ist jedoch die Errichtung einer „Festung Europa“; strikte Limitierung der Zuwanderung müssen auch in Kooperation mit den Ländern des Südens einhergehen (aber eher Investitionen als Entwicklungshilfe). Was aber vor allem notwendig wäre: wiederholte Hinweise darauf, wie stark die mitteleuropäischen
Selbstverständlichkeit Rin<l,n& f(.1lb'°rvom rrickh fin Stl.'T,;ing ~Qwi~ vo11~11~gcw3hlren B.iucrn ;n;_~ cfcr Umg~bun~. dtc u.ns!:'rn Werte lcilcn. l<1uzc rram;p;;>rt~~·c1;i.',
eigen~ f11n~rrn1rn~I.utietll.:bte r1erhalrnni:. Weil uns Tierwohl u.nd H:1.nd11thl2gq1u'fü;ira.1n Her~en
ieg
Come naturale ehe sia.. 1e
Bovntit"11ittflip;r(l~~,irirtid11!Mru;~frichtd.a illcwwri l«<11i, o„.i
DM.!ffli di no:tl,.-,1prad~2fom. 11'1rwrnrrnto• Ptl't~ il il btntf.nrt
tfom Jr.~li ,tl m~IL
d.i!_91i ~ rrn41if ti & ta a t1lor .
Me1zgerPi Fri.ck, Srerzing :t.m Umenorpl.;n;,: ac~fürfoFrick. V!piUm1i II Pia.rn:i Fiii~ri~rr
w.f.rkk.bz..i1
rick
Meng~r~iund 1 l',tJ.cl!IJll!ri.J.,:s.;iluml!ri.i II! ;igrici>ltu r;i.
sdt/d.J
1 !Jot
Erker 11/26
11
Laut
1
§
Im Blickpunkt
Senioren und Pflege: Wer trägt die Kosten für das Altenheim? Wenn die menschlichen Kräfte schwinden und die Pflege daheim an ihre Grenzen stößt, ist der Umzug ins Altenheim oft unvermeidlich. Doch die Erleichterung über die professionelle Betreuung wird oft von erheblichen finanziellen Sorgen der Familienmitglieder der betroffenen Person begleitet. Das Seniorenheim finanziert sich über den Einheitsbeitrag des Landes (Pro-Kopf-Quote pro Bewohner), Zuwendung für Sonderbetreuungen (etwa für Kurzzeitpflege, Demenzstation, Intensivpflege, Menschen mit Behinderung oder psychiatrischen Problemen), über Zusatzbeiträge und den Grundtarif. Diesen Grundtarif (oder Tagesgebühr) zahlen die Bewohner des Altenheimes. Dazu wird jedes Jahr eine landesweite Höchstgrenze festgelegt, die jemand pro Tag für das Seniorenheim zu bezahlen hat (im Jahr 2026 liegt die landesweite Höchstgrenze bei 82 Euro). Die Tagesgebühr in den einzelnen Seniorenheimen, die 30-mal pro Monat geschuldet ist, bewegt sich zum Teil bis zu 40 Prozent darunter. Doch wer trägt diese Kosten, falls der Bewohner nicht über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt? Die Tagesgebühr wird nach einer klaren gesetzlichen Rangordnung aufgeteilt: Zuerst zahlt der Heimbewohner selbst, danach springen die Familie und notfalls die öffentliche Hand ein. Die Verpflichtung zur Zahlung des Grundtarifs lastet zunächst auf dem Bewohner des Altersheimes, der diese Kosten mit dem eigenen Einkommen und seiner Rente zu bestreiten hat. Reichen diese Mittel bzw. das Vermögen der betroffenen Person nicht aus, wird für den eventuellen Fehlbetrag die erweiterte Familiengemeinschaft (unter Berücksichtigung der wirtschaftlichen Situation über die EEVE-Erklärung beim CAF) herangezogen. Der erste Blick der Behörden gilt dem Ehepartner, dessen Einkommen und Vermögen die primäre Grundlage der Finanzierung bilden. Reichen diese Mittel nicht aus, folgt eine umfassende Prüfung der Vermögenssituation in der Vergangenheit. Wer innerhalb der vergangenen zehn Jahre vom Heimbewohner eine Schenkung erhalten hat, muss sich laut den einschlägigen Bestimmungen „bis zum Wert der erhaltenen Schenkungen“ an den Heimkosten beteiligen, „nach dem Nutzer und seiner engeren Familiengemeinschaft und vor jeder anderen gemäß dieser Verordnung verpflichteten Person“. Reichen diese Mittel wiederum nicht aus, rückt die erweiterte Familie, also Kinder oder Eltern, in den Fokus. Hier wird jedoch mit Augenmaß geprüft: Die eigene Lebenssituation und Unterhaltspflichten der Angehörigen werden bei der Berechnung fair berücksichtigt. Verbleibt nach dem Beitrag der Familie ein ungedeckter Fehlbetrag, springt die zuständige Wohnsitzgemeinde (bzw. die Gemeinde des letzten Wohnsitzes) ein, welche die verbleibenden Kosten übernimmt. Diese umfassende Regelung gewährleistet eine würdige Versorgung der älteren Bevölkerung, auch wenn die eigenen Mittel dazu nicht ausreichen.
Alfred Gschnitzer Rechtsanwalt – Kanzlei D’Allura & Gschnitzer
12
Erker 11/26
Länder von Zuwanderung stark profitieren und die große Mehrheit dieser stark an Integration interessiert ist und sie auch leben. Zum Sozialistenbashing: Hier sollten sich die bürgerlich-konservativen Medien und Kommentatoren selber am Zopf nehmen; durch ihre Kommentare tragen sie dazu bei, dass Parteien der Mitte selbst zusammen keine Mehrheit mehr erreichen. Das Problem des politischen Führungspersonals hängt vor allem mit den Rekrutierungsmechanismen zusammen. In Österreich wurden Kanzler und Vizekanzler praktisch aus dem Hut gezaubert und aus kleinen lokalpolitischen Positionen in die höchsten Regierungsämter befördert. An weiterreichenden politischen Visionen und Zielen fehlt es leider. Selbst bei bescheidenen Maßnahmen kommt die Regierung meist erst nach langwierigen internen Diskussionen zu einer Entscheidung. Hier trägt auch der Bundeskanzler Verantwortung; anstatt auf rasche Kompromisse zu drängen, ist er öfters durch unabgestimmtes Vorpreschen mit eigenen, fragwürdigen Vorschlägen aufgefallen. Notwendig wäre hier, dass man erfahrene Politiker, die in wichtigen Positionen Erfahrungen sammeln konnten (als Minister, Landeshauptleute ...) in höchste Ämter beruft und sie dann auch voll unterstützt. Allerdings müssten die vorgenannten möglichen Kandidaten selber bereit sein, ein politisches Spitzenamt in Wien zu übernehmen. In Italien und Frankreich besteht das Hauptproblem darin, dass sich die sozialdemokratischen und anderen Parteien der Mitte in zahlreiche Kleinparteien aufgespalten haben und sich kaum auf ein gemeinsames Programm und eine gemeinsame Führung einigen können. Auch in der Frage der Pensionsreform gilt, dass nur ein offenes Ansprechen der Probleme zum Ziel führen
kann. Man müsste kommunizieren, dass ein Aufschieben dieses Problems auf absehbare Frist de facto zu einer objektiven Senkung der Pensionistenbezüge führen wird, da dem Staat einfach das Geld ausgehen wird. Auf der anderen Seite sollte man auch deutlich sagen, dass die aktuellen Pensionisten und kurz vor der Pensionierung Stehenden von einer Verlängerung des Pensionsantrittsalters überhaupt nicht betroffen wären. Flankierende und ausgleichende arbeitsmarkt- und sozialpolitische Maßnahmen würden hier ein positives Bild erzeugen. All dies Maßnahmen würden nicht von heute auf morgen zu einem Erfolg führen. Drei Fakten stimmen mich dennoch positiv: Nicht in allen europäischen Ländern sind die Sozialdemokraten am Ende; es gibt das riesige Reservoir der Nichtwähler, das man gewinnen könnte; laut jüngstem Demokratieradar (K. Propotnik, P. Filzmaier) wollen die Bürger vor allem drei Dinge, die auch hier genannt wurden: Bekämpfung der Korruption, Stärkung der Unabhängigkeit der Medien, mehr direkte Demokratie.
Zur Person Max Haller aus Telfes (geb. 1947), war von 1985 bis 2015 Professor für Soziologie an der Universität Graz; er Ist Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und lebt jetzt in Wien.
Gästehoch in Pfitsch
Südtirols Tourismus blickt nach einem Rekord-August auf einen gästereichen September zurück: Laut vorläufigen ASTATDaten wurden 1.039.210 Ankünfte (+11,2 %) und 4.207.526 Übernachtungen (+8,4 %) gezählt – noch mehr als im starken Vorjahresmonat. Im landesweiten Vergleich verbuchte die Gemeinde Pfitsch mit 21.719 Nächtigungen sogar den höchsten prozentuellen Zuwachs (+74,3 %). Im Bezirk Wipptal stiegen die Übernachtungen um 12,9 Prozent; nur der Bezirk Salten-Schlern verzeichnete mit einem Plus von 14,0 Prozent einen größeren Zuwachs. Im Vergleich zum September
2025 verzeichnen einige Kategorien deutliche prozentuelle Zuwächse bei den Übernachtungen, darunter die „anderen Betriebe“ (+19,1 %), die 5-Sterne-Betriebe (+16,3 %) sowie die Campingplätze (+13,9 %). Der einzige Rückgang wird hingegen bei den 1-Stern-Betrieben (-6,9 %) festgestellt. Südtirols Gäste kamen vorwiegend aus Deutschland (56,5 %) und Italien (14,6 %). Der Gästeanteil außerhalb des DACH-Raumes bzw. der Beneluxstaaten ist um stattliche 38,1 Prozent gewachsen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei vier Tagen, im September 2025 waren es 4,2 Tage.
Sterzing
Parkgebühren erhöht Der Stadtrat von Sterzing hat in seiner Sitzung vom 16. September einstimmig eine Neuregelung der Parkgebühren für den Parkplatz an der Talstation der Rosskopf-Kabinenbahn beschlossen. Die Tarifanpassung erfolgt im Zuge der Betriebsübertragung der Parkplatzverwaltung an das Unternehmen Peter Park System GmbH mit Sitz in München, um eine nachvollziehbare und wirtschaftlich
angemessene Gebührenstruktur zu gewährleisten. Mit Wirkung ab 1. November gelten auf dem Areal neue Staffeltarife. Der Stundentarif beträgt künftig 1,00 Euro. Für die Nutzung im Zeitfenster von 7.00 bis 19.00 Uhr wird ein Tagessatz von 6,00 Euro festgesetzt (12 Stunden), während für eine ganztägige Parkdauer über 24 Stunden ein Tarif von 20,00 Euro gilt.
5'üdtlr~LerMakl.enre.--eir,igune Assac1a.z1ore MMEaioriAlte Adige
Erker 11/26
13
1
Politik
Team K zu Besuch im Wipptal
DER NÄCHSTE
WINTER KOMMT BESTIMMT!
Aktion Aktion Kaufen Sie SOFORT zu Sonderkonditionen! Holzbriketts Tronchetti di legno
Pellets
Acquistate SUBITO, offerte particolari!
Offerta Offerta PREPARATEVI PER
L‘INVERNO! AGRAR & GARDENCENTER Sterzing / Vipiteno Schilfweg 1 Via del Canneto Tel. 0472 765 308, info@graus.it
14
Erker 11/26
Zurzeit geben sich im Wipptal verschiedene Landespolitiker die Klinke in die Hand. Nach den Ende September stattgefundenen „Pfitscher Gesprächen“ mit SVPMandataren im Haus der Dorfgemeinschaft in Wiesen stattete Anfang Oktober eine Delegation vom Team K dem Wipptal einen Besuch ab. Bei den Konsultationen und Gesprächen trafen die Team-KLandtagsabgeordneten Paul Köllensperger und Franz Ploner sowie Simon Markart, Gemeinderat der Bürgerliste in Freienfeld und Mitglied der Team K-Jugendorga-
nisation „Future“, auf Sterzings Bürgermeister Peter Volgger, Freienfelds Bürgermeisterin Verena Übergger und Thomas Zössmayr von der Bürgerliste Ratschings. Sie sprachen von einem guten und konstruktiven politischen Gedankenaustausch. Nachdem Bezirkspräsident Martin Alber im Oktober-Erker eine mögliche Kandidatur bei den kommenden Landtagswahlen im Herbst 2028 nicht ausgeschlossen und mehrere Optionen angedeutet hatte, kursieren nun auch bereits Namen möglicher Team-K-Bezirkskandidaten.
NACHGEFRAGT Erker: Anfang Oktober hat eine Team-KDelegation dem Wipptal einen Besuch abgestattet. Worum ging es bei den Gesprächen? Paul Köllensperger: Bei den Treffen mit Mitgliedern, aber auch mit Vertretern der Gemeindepolitik, ging es um zahlreiche Themen. Im Zentrum stand dabei, was die Menschen vor Ort bewegt. Es liegt uns am Herzen, uns selbst ein Bild zu machen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Welche Brennpunkte im Wipptal haben Sie ausgemacht? Simon Markart: Ein Thema, welches das Wipptal seit Jahren prägt und in jedem Gespräch mit Bewohnern vor Ort aufkommt, ist der Verkehr, der in den Sommer- wie Wintermonaten nicht nur die Autobahn, sondern auch die Landstraßen und alles links und rechts davon lahmlegt. Das ist seit Jahren bekannt, doch ein Handeln der Landesregierung bleibt leider weiterhin völlig aus. Es darf nicht zum Konsens werden, für eine zehnminütige Autofahrt mindestens 30 Minuten Stau einplanen zu müssen. Haben Sie das Gefühl, dass die beiden von Bürgerlisten regierten Gemeinden Ster-
zing und Freienfeld den anderen Wipptaler Gemeinden gegenüber von der Landesregierung mitunter benachteiligt werden, Projekte manchmal auf die lange Bank geschoben werden? Paul Köllensperger: Nachteile durch die Landesregierung waren kein zentraler Punkt in den Gesprächen. Es ging vielmehr um tagesaktuelle Themen, welche die Menschen bewegen, wie die medizinische oder die soziale Versorgung im Wipptal. Das Gefühl, dass die beiden Gemeinden benachteiligt werden, kam dabei nicht auf. Gibt es bereits auch Wipptaler Personen, die für eine mögliche Team-K-Kandidatur bei den kommenden Landtagswahlen in Frage kämen oder ihre Bereitschaft dafür signalisiert haben? Paul Köllensperger: Ja, die gibt es. Aber wir sind noch nicht im Wahlkampf wie andere. Wir kümmern uns lieber darum, im Landtag wie in den Gemeindestuben, wo wir vertreten sind, für die Anliegen der Bürger einzutreten.
Interview: lg
BEZ.IRKSGEMEINSCHAFT COMU ITACOMAAENSORIAlE
WIPPTAL
„Pfitscher Gespräche“ Zahlreiche Bürger nutzten Ende September Gelegenheit, um im Haus der Dorfgemeinschaft
von Wiesen mit SVP-Mandataren über aktuelle Themen zu sprechen, Fragen zu stellen und persönliche Anliegen vorzubringen. Zu Gast waren SVP-Parteiobmann Dieter Steger, Landtagsabgeordnete Waltraud Deeg sowie Landesrat Peter Brunner. Steger gab einen Einblick in die politische Lage und hob die wichtige Rolle der örtlichen SVP-Ortsgruppen als Bindeglied zwischen Bevölkerung und Politik hervor. Abgeordnete Deeg widmete sich
vorrangig sozialen Themen wie Familie, Vereinbarkeit von Beruf und Betreuung, Pflege sowie selbstbestimmtes Altern. Zur Sprache kamen auch die vor kurzem in Wiesen eröffnete Kindertagesstätte sowie weitere anstehende Projekte in der Gemeinde Pfitsch. Landesrat Peter Brunner berichtete aus seinen Ressorts Raumentwicklung, Umwelt, Klima und Energie – Bereiche, die für Pfitsch von großer Bedeutung sind. Im Fokus standen u. a. Gemeindeentwicklungsprogramme, leistbares Wohnen mit Preisbindung sowie eine energie- und umweltgerechte Entwicklung. „Der Abend war geprägt von einem offenen, positiven und konstruktiven Austausch“, heißt es in einer Aussendung der SVP-Ortsgruppe Wiesen.
Lebendige Orte
© hds
Wie nimmt die Bevölkerung den Tourismus in Südtirol wahr? Und was braucht es, damit Orte für Einheimische und Gäste
attraktiv bleiben? Darüber diskutierte der Bezirksausschuss Eisacktal/Wipptal des Wirtschaftsverbandes hds kürzlich mit den Ortsobleuten und IDM-
Marketingdirektor Wolfgang Töchterle. „Tourismus braucht die Akzeptanz der Bevölkerung. Entscheidend ist, dass die Menschen seinen Mehrwert für den eigenen Lebensraum erkennen und gleichzeitig ihre Anliegen ernst genommen werden“, betonte der Präsident des hds-Bezirks Eisacktal/ Wipptal Hartmut Überbacher. Auch der lokale Handel spiele eine bedeutende Rolle. Geschäfte, Gastronomie und Dienstleistungen sorgen für Frequenz, Nahversorgung und Lebensqualität.
AMBULANTERB T EUUNGS1DIENST Der Ambulante Betreuungsd1ens(e1emalsHauspflege) umerstutz Menschen, die aufgrund ihres Alters, iner Erkrankung, e er Behinderungoder einer besonderen Lebet1ss1 uat1on 1.·or• übergehend oder dauerhä itfe benötigen. Eswerden ol ende i.s unge.n ngeboten: Pers.önliclleBetr,euung Unterstutzung bei der Öfperpflege und der persönlichen H glerie, Fußpflege. l-li f beim An- und Aus.klei en, Un ers ü zung bei der ohilitat, Förderungder Selhstständlgk.eil Skhel'st Uung ein r warm n Mah zeit. • Essen<1uf!\ädern: el11warmes i ages~en 'llrd von Freiwll i• gen dl ekt ,n das Haus von bet eu en Personengel e e , die sich selbst nicht me~r ausreichendVE!fSQrgenbr,nen Ess-eoohne Zus eltung: ein wa,me-sMi tagessen wird en weder im Seniorer, ohnhelm Wippta.Labgeholt oder eingenommen Begleitung und soz arteUnterstüt~ung • Förderung soz.ialer 'ontak e, Un erstützung bei der Alllagsg. stallu11g
SERVIZIO011ASSISTENZADOMICI IARE lt servwo di a~:,1sem:a do mcllrare s.o:,Lce11e le IJerso11et.he, a causadell'e a.di una mala ia. di una d·sabilltä o di una pamcolare s1 ianon€!.divi .l, n •ccssitc1noempor<lncamcnteo fJ,rrna nenten\eiite di aiuto nella vita qootidiand. 11servillo d1as.;;1stenza domlcillare o re l seguen • servizi: Ass.iste'.nr.a personale • '.)uppo o neU'igienepersonale e nella rnra del corpo, rura dci red,,.iiw o n I vc lrsi c ves rrs1,5Uppo o ndla mob:litä, prornm:ioried ll',;fü oncm1ianelLavlta uotidlan.\\ Garanzia:di un pasto caldo e nut1riente • Pas 1 a domicrlli;i: un pr!'.lnzoc;:ildo vlr-ne conscg11.i o dlro a· rnente a c.aSct d,;1ivotonta I alle persor1e a~.sis.Liteehe non .so110 ptü m grado di p owedere au onomamente al proprm sosteo.imen o. • Pasta !i.enzacor1segna:un pr nio caldo puo e~sere itirato/ (Onsumatopresso LaResidenzaper anzia11i Wipp al Ac,compagoament•o ·eSQ:steg1110 soci;.,ile • p,or 02fanedei contaur soi:i li, suppo to nelfarganfr.zazione clella vita quoticltima
INFO Sozialsprengel Wipptal I Distretto sociale Wipptal Sl.-Jakob-Weg 8 Via San Giacomo, Sterzing/1/iplteno Tel. 0472 726011
7 ambulanter.betrnuungsdienst@•Nipp,lal.org P. a ssis re nza .domicil iare@wipptal.org
Erker 11/26
15
1
Politik
Sterzing
Camperstellplatz erhitzt Gemüter Der geplante Camperstellplatz neben dem Eurospar in Sterzing erhitzte auf der jüngsten Gemeinderatssitzung im historischen Ratssaal die Gemüter. Sowohl eine Anfrage von Massimo Bessone (SiAmoVipiteno) als auch ein Beschlussantrag der SVP hatten dieses Thema zum Inhalt. In seiner umfangreichen Anfrage beleuchtete Gemeinderat Massimo Bessone eine Vielzahl von Aspekten rund um das Areal am Südeingang der Stadt beim Eurospar in der Ing.-Karl-LindnerStraße, auf dem ein Camperstellplatz errichtet werden soll (Erker 10/2026). Er wollte zunächst wissen, welcher genaue urbanistische sowie administrative Status vorliegt. Bürgermeister Peter Volgger antwortete darauf, dass das Areal im städtischen Bauleitplan als Zone für touristische Beherbergungsbetriebe ausgewiesen sei. Auf die Frage nach den Eigentümern und der Verwaltung erklärte er, dass sich das aus zwei Grundstücken bestehende Parkgelände im privaten Eigentum befinde. Konkret gehört die nördliche Parzelle 988/1 der Rainer Eisenwaren O.H.G. und die südliche Parzelle 988/3 der CW GmbH. Gestützt auf das Zivilgesetzbuch betonte Bürgermeister Volgger, dass die Eigentümer das volle und exklusive Verfügungsrecht über ihr Eigentum besitzen, weshalb die konkrete Nutzung, die Verwaltung und der Zugang in ihren Verantwortungsbereich fallen, sofern die gesetzlichen Vorschriften eingehalten werden.
16
Erker 11/26
Camperstellplatz südlich des Eurospar: Ist der Standort langfristig geeignet?
Ein weiterer Schwerpunkt von Bessones Fragen betraf die kommerzielle Nutzung, die Erhebung von Tarifen, Steuern oder der Kurtaxe sowie die Frage, ob es sich um eine offizielle, bewilligte Einrichtung handelt. Der Gemeinderat fragte detailliert nach, ob die strengen Landesvorgaben für Wohnmobilstellplätze, wie sie für sanitäre Anlagen, Wasserversorgung, Müllentsorgung, Abwasserbehandlung, Beleuchtung und Sicherheit vorgeschrieben sind, eingehalten werden und ob entsprechende Lizenzen vorliegen. Dazu stellte die Gemeindeverwaltung klar, dass diese spezifischen Bestimmungen und Ausstattungsstandards nur für jene Flächen gelten, die vom Betreiber ausdrücklich als offizielle Wohnmobilstellplätze oder ausgestattete Areale ange-
boten, beworben und genehmigt wurden. Diese strengen Regeln greifen hingegen nicht automatisch auf Privatflächen über, auf denen der Eigentümer das Parken von Wohnmobilen lediglich duldet oder nicht unterbindet, solange keine organisierte Struktur oder spezielle Werbung vorliegt. Sollte jedoch ein systematisches und organisiertes Betreiben als Stellplatz ohne Lizenz nachgewiesen werden – etwa durch strukturierte Zahlungsaufforderungen oder spezielle Beschilderungen –, müsste die Situation rechtlich neu bewertet und der entsprechenden Sektorregelung unterworfen werden. In diesem Zusammenhang bestätigte der Bürgermeister, dass es einen einzigen konkreten und sanktionierten Fall gab, bei dem unzulässigerweise Geld für die
reine Parkfläche gefordert wurde, während ansonsten keine weiteren Vorfälle dieser Art gemeldet wurden. In Bezug auf die geforderten Kontrollen, die Einhaltung von Vorschriften und die touristischen Auswirkungen auf das Stadtbild von Sterzing hakte Bessone ebenfalls nach, ob die Gemeindeverwaltung und die Ortspolizei in den letzten Jahren Inspektionen durchgeführt hätten. Bürgermeister Volgger entgegnete darauf, dass verschiedene Ordnungskräfte, darunter die Staatspolizei, die Carabinieri, die Finanzpolizei, die Ortspolizei und die Straßenpolizei, regelmäßige Kontrollen auf dem Areal durchführen. Etwaige festgestellte und an die Gemeinde gemeldete Verstöße wurden und werden konsequent geahndet, wie es
auch im bereits erwähnten Präzedenzfall geschehen sei. Antrag abgelehnt Der Camperstellplatz stand auch im Zentrum eines Beschlussantrages der SVP, in dem sie die erst vor kurzem vom Stadtrat angestoßene Umwidmung der entsprechenden Grundstücke kritisch hinterfragt. Die Gemeinderäte Werner Graus, Evi Frick und Daniel Seidner forderten in ihrem Antrag eine umfassende Überprüfung des Stadtratsbeschlusses vom 2. September 2026. Dieser sah vor, die Grundparzellen 988/1, 988/2, 988/3 und 993 der Katastralgemeinde Sterzing von einem Tourismusentwicklungsgebiet für Beherbergung in ein Tourismusentwicklungsgebiet für Campingplätze umzuwidmen. Die Antragsteller regten an zu prüfen, ob der Standort langfristig geeignet ist und im Einklang mit den Interessen der Anrainer sowie den verkehrlichen und infrastrukturellen Gegebenheiten steht. Angesichts des Mangels an leistbarem Wohnraum für die einheimische Bevölkerung wurde zudem gefordert, eine Umwidmung der Fläche in eine Wohnbauzone zu prüfen und das Verfahren vorerst bis zu eingeholten Expertengutachten auszusetzen. Bürgermeister Peter Volgger trat diesen Forderungen in seiner Stellungnahme entschieden entgegen und erläuterte die Hintergründe der eingeleiteten Schritte. Demnach erfolgte der Antrag auf Umwidmung an das Amt für Raum und Landschaft auf Anfrage der Besitzer und nach einer vorherigen
Genehmigung durch die Baukommission. Der Bürgermeister betonte, dass der gesamte Prozess noch am Anfang stehe und nach eventuellen Genehmigungen durch Land und Gremien erst ein Durchführungsplan sowie ein konkretes Projekt ausgearbeitet werden müssen. Spekulationen über die tatsächliche Nutzung der maximal 150 möglichen Betten lehnte er ab. Zu dem Vorschlag einer Umwandlung in ein Wohnbaugebiet stellte Volgger klar: „Der Gemeinde wird durch die Beibehaltung der bestehenden Tourismuszone kein potentielles Wohnbauland entzogen.“ Zudem sei eine Verlegung der Tourismuszone an einen anderen Ort ausgeschlossen, da die Gemeinde in diesem Fall die Betten angesichts des geltenden Bettenstopps unwiederbringlich verlieren würde. Da auch die Tourismusgenossenschaft Sterzing Pfitsch Freienfeld den Erhalt der Betten in den jeweiligen Tourismuszonen befürwortet, wäre eine Abänderung nicht zu verantworten. Gemeinderat Werner Graus warf der Verwaltung vor, zentrale Fragen zu Bedarf, Flächeneffizienz und dem laufenden Gemeindeentwicklungsprogramm unbeantwortet gelassen zu haben. Im Zentrum seiner Kritik stand die Unklarheit, ob auf dem Areal ein vollwertiger Campingplatz oder lediglich ein Wohnmobilstellplatz für Durchreisende entstehen soll. Da die Gastgewerbeordnung für solche Stellplätze eine strikte Obergrenze von weniger als 20 Fahrzeugen vorsieht, kritisiert Graus das Verhältnis zur Grundstücksgröße scharf:
rentondgo SF'OIH VOU'l~ELF
Erker 11/26
17
1
Politik
„Wenn hier tatsächlich ein Wohnmobilstellplatz für Durchreisende entstehen soll, sprechen wir über maximal 19 Wohnmobile auf einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern. Dann muss die Frage erlaubt sein, ob eine derart große und für die künftige Entwicklung Sterzings wertvolle Fläche dafür sinnvoll eingesetzt ist“. Zudem würden bei 19 Stellplätzen nach der gängigen Berechnung von zwei Betten pro Platz lediglich 38 der insgesamt 200 vorhandenen Gästebetten benötigt, weshalb völlig unklar bleibe, was mit den restlichen 162 Betten geschehe. Dazu merkte Bürgermeister Volgger an, dass die Zahl der Gästebetten mit der Verlängerung der Frist für Gästebetten von 200 auf 150 reduziert werde. Auch den grundsätzlichen Bedarf stellt der SVP-Politiker angesichts eines in Gasteig entstehenden neuen Campingplatzes infrage. Er betonte: „Wenn wenige Kilometer entfernt bereits rund 800 neue Campingbetten entstehen, sollte vor einer weiteren langfristigen Flächenwidmung zumindest nachvollziehbar erhoben werden, welchen zusätzlichen Bedarf es im Raum Sterzing gibt.“ Besonders unverständlich ist für Graus der Zeitpunkt der Entscheidung, da das neue Gemeindeentwicklungsprogramm samt Tourismusentwicklungskonzept derzeit noch in Ausarbeitung sei. „Wir investieren viel Zeit, Arbeit und Geld in ein Gemeindeentwicklungsprogramm, um festzulegen, wie sich Sterzing in den kommenden Jahren entwickeln soll. Gleichzeitig treffen wir bei einer derart großen Fläche eine richtungsweisende Entscheidung, bevor dieses Gesamtkonzept überhaupt vorliegt. Warum diese wenigen Monate nicht abgewartet werden können, wurde für mich nicht schlüssig beantwortet“, kritisierte er. Abschließend forderte Graus, dass auch der Mangel an leistbarem Wohnraum für die einheimische Bevölkerung und die Wirtschaft in die Abwägung einfließen müsse, denn „bevor wir 10.000 Quadratmeter langfristig einer bestimmten Nutzung zuführen, müssen wir zumindest prüfen, ob eine solche Fläche für die künftige Wohnraumentwicklung unserer Stadt von Bedeutung sein könnte“. Der Beschlussantrag wurde bei zwei Enthaltungen (SVP-Rat Paul Eisendle und STF-Rat Jonas Gasser) und drei Ja-Stimmen (Daniel Seidner, Evi Frick und Werner Graus, alle SVP) mit zwölf Gegenstimmen abgelehnt. bar
Frist für Gästebetten verlängert Der Gemeinderat von Sterzing hat einstimmig einer Verlängerung der Frist für die Schaffung oder Erhöhung der Anzahl der Gästebetten zugestimmt. Sämtliche bereits in der Gemeinde Sterzing ausgewiesenen Tourismuszonen wurden verlängert, ausgenommen jene in der Handwerkerzone von Sterzing. Konkret geht es um die Zonen „Beherbergung – Rosskopf Mountain“ am Rosskopf, bei der Bergstation der Rosskopf-Seilbahn, „Bergrestaurant Roßstodl“, „Furlhütte“ am Rosskopf, „Hatzl“ in Tschöfs, „Larch“, „Steindl“ beim Nordpark, „Sportzentrum 1“ im Südwesten der Sportanlagen und „Sportzentrum 2“ im Südwesten der Eissporthalle, „Fischadler“ an der Jaufenstraße sowie „St. Margarethen B“.
18
Erker 11/26
„Nicht unnötig blockieren“ Für Reibereien sorgte neben der Campingplatz-Debatte auch die Planung einer neuen Pumptrack-Anlage in der Sterzinger Sportzone, nachdem die Südtiroler Volkspartei in einem Beschlussantrag eine grundlegende Überarbeitung des Projektes und eine erneute Standortprüfung ge-
fordert hatte. Die SVP-Vertreter betonten in ihrem Antrag zwar, dass ein moderner Pumptrack eine wertvolle Bereicherung darstelle, warfen jedoch ein: „Gleichzeitig handelt es sich dabei um eine Anlage mit einer spezifischen Nutzerstruktur, einem entsprechenden Geräuschpegel und einem hohen Flächenbedarf.“ Die zentrale Frage laute daher nicht „Pumptrack – ja oder nein?“, sondern vielmehr „Wo und wie kann ein Pumptrack für Sterzing den größten Mehrwert schaffen?“. Aus diesem Grund forderte die Opposition u. a., mindestens zwei Standortvarianten auszuarbeiten und das Projekt in ein übergeordnetes Sportstättenkonzept zu integrieren. Vizebürgermeister Fabio Cola („Insieme per Vipiteno“) wies diese Forderungen entschieden zurück und verteidigte den Standort in der Sportzone mit Nachdruck. Zur Verfügbarkeit des Geländes stellte er klar: „Unsere Sportzone hat nicht mehr viele Freiflächen. Dieses Grundstück ist das einzige, das für den Pump Track geeignet ist.“ Weitere Standortprüfungen würden laut Cola lediglich zu „einem unnötigen Anstieg der Kosten und zu einem Zeitverlust führen, mit dem Risiko, eine von den Jugendlichen erwartete Anlage unnötig
zu blockieren“. Für die Bedenken der Anrainer zeigte Cola Verständnis, verwies aber darauf, dass sich die gewählte Fläche in idealer Lage in unmittelbarer Nähe zum Spielplatz und bestehenden Infrastrukturen befinde und somit ein sicheres, zusammenhängendes Erholungszen-
die Allgemeinheit wird das ausführende Bauunternehmen die Hauptstraße kostenlos sanieren und dank gezielter Ausgrabungen das Problem des langjährigen Wasserstauens im Boden beheben. Wirtschaftlich gesehen überzeuge die Anlage laut Cola durch extrem niedrige Instandhaltungskosten
trum bilde, ohne dass Anlagen in isolierten Zonen verstreut würden. Zudem sei das Grundstück bereits vor dem Bau des benachbarten Kondominiums als Sportzone ausgewiesen worden. Zum Schutz der Anwohner sicherte Cola zu, dass es keine nächtliche Beleuchtung und keinen unkontrollierten Verkehr geben und feste Betriebszeiten bis 18.00 Uhr gelten würden, Skateboards ausdrücklich verboten seien und der Zugang sowie die entsprechende Parkfläche auf der dem Kondominium abgewandten Seite nahe der Turnhalle und dem Trinkbrunnen liegen würden. Als positiven Nebeneffekt für die Anwohner und
im Vergleich zu komplexeren Sportstätten. Auch technische Ängste entkräftete Cola mit konkreten Angaben, wonach die Bahn an ihrer tiefsten Stelle gerade einmal 10 cm über dem aktuellen Bodenniveau liegen und an den Steilkurven eine maximale Höhe von rund 1,50 m erreichen werde. Abschließend kritisierte er die anhaltende Kritik scharf: „Wir halten den psychologischen Terror gegenüber einem Werk, das als Wachstums-, Bewegungs- und kostenlose Bereicherungsmöglichkeit für unsere Kinder und Familien konzipiert ist, für völlig unbegründet.“ bar Erker 11/26
19
1
Politik
Ridnaun
Kirchplatz nach Friedl Volgger benannt Auf seiner Oktober-Sitzung hat der Gemeinderat von Ratschings den neu gestalteten Kirchplatz in Ridnaun nach Friedl Volgger benannt. Der mit Fördermitteln des Leader-Programms großteils finanzierte und mittlerweile fertiggestellte Kirchplatz in Ridnaun hat nun offiziell einen Namen: Zu Ehren des auf dem Bodnerhof in Ridnaun geborenen und auf dem örtlichen Friedhof begrabenen Altsenators trägt das neu gestaltete Dorfzentrum künftig die Bezeichnung „Dr. Friedl Volgger-Platz“. Der Gemeinderat von Ratschings hat diesen Beschluss einstimmig gefasst. Mit dieser Entscheidung setzt die Gemeinde ein Zeichen der historischen Erinnerung und der Wertschätzung für einen der bedeutendsten Söhne der Heimat. Friedl Volgger (1912 – 1997), der bereits 1990 zum Ehrenbürger von Ratschings ernannt worden war, zählt zu den prägendsten Persönlichkeiten der Südtiroler Zeitgeschichte. In einer der schwierigsten Phasen des 20. Jahrhunderts zeichnete
Der neu gestaltete Kirchplatz in Ridnaun wird nach Friedl Volgger benannt.
sich Volgger durch besonderen Mut und seine klare Haltung aus. Als entschiedener Gegner von Faschismus und Nationalsozialismus engagierte er sich im Andreas Hofer-Bund und während der Optionszeit vehement gegen die Aussiedlung der Südtiroler Bevölkerung. Dieser Widerstand führte im März 1944 zu seiner Verhaftung und zur Verschleppung in das Konzentrationslager Dachau, das er überlebte. Nach dem Krieg brachte sich Volgger intensiv in den politischen Wiederaufbau Südtirols und in die Verhandlungen zur
IN KÜRZE Der Entwurf des Einheitlichen Strategiedokuments (DUP) für die Jahre 2027 – 2029 wurde einstimmig genehmigt. Thomas Strickner und Andrea Hellweger wurden als Vertreter der Gemeinde im Verwaltungsrat der Seebach GmbH bestätigt. In die Verordnung über die Zuweisung der Flächen für den geförderten Wohnbau wurden die Artikel 15 und 16 der Musterverordnung des Gemeindenverbandes ohne Gegenstimme eingefügt. Sie erlauben die Zuweisung von Flächen und Gebäuden an Personen mit Wohnsitz in anderen Gemeinden des Landes im Einverständnis mit der Herkunftsgemeinde.
20
Erker 11/26
Südtiroler Autonomie ein. Er war Mitbegründer der SVP, vertrat die Interessen der Heimat auf internationaler Ebene, etwa bei den Verhandlungen zum GruberDe Gasperi-Abkommen sowie vor der UNO in New York, und wirkte über Jahrzehnte als Parlamentarier in Rom und als Gemeinderat in Ratschings. Zudem prägte er als Journalist die öffentliche Debatte und engagierte sich im sozialen Bereich als Mitbegründer des Vereins „La Strada – Der Weg“. „Der neue ‚Dr. Friedl VolggerPlatz‘ soll den Bürgern nicht nur als moderner Treffpunkt im Dorfzentrum dienen, sondern auch als bleibendes Mahnmal und Vorbild für künftige Generationen wirken. Er erinnert daran, dass Freiheit, Demokratie und Heimatliebe steten Einsatz, Mut und die Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung erfordern“, begründete Bürgermeister Sebastian Helfer die Entscheidung. Verschiedene Pläne abgeändert Einstimmig beschlossen wurde auch die Abänderung des Ge-
fahrenzonenplanes im Bereich der Hofstelle „Plattner“ und des Hotels „Alphotel Tyrol“ in Innerratschings (Lawinengefahr). Der Durchführungsplan für das Mischgebiet „M1 – Obertelfes IV“ und für die Zone „Runggen“ in Mareit (Reduzierung Gebäudeund Grenzabstand) wurde definitiv genehmigt. Der Landschaftsplan („GrünGrün-Verfahren“) wurde in zwei Zonen abgeändert: In Innerratschings (Antragsteller A. Wild) wurden 7.484 m² von Wald in Landwirtschaftsgebiet, 666 m² von bestockter Wiese und Weide in Landwirtschaftsgebiet sowie 41 m² von Landwirtschaftsgebiet in Wald umgewidmet. Das Gutachten der Kommission wurde bestätigt. In Jaufental (Antragsteller D. Mayr, A. Braunhofer) wurden 6.377 m² von Wald in Landwirtschaftsgebiet, 2.040 m² von Landwirtschaftsgebiet in Wald und 2.921 m² von Wald in bestockte Weide umgewidmet. Das Gutachten der Kommission wurde ebenfalls bestätigt. Haushalt abgeändert Bei einer Haushaltsänderung wurden 509.000 Euro für Investitionen vorgesehen. Mit 447.000 Euro schlagen dort vor allem die Erschließungskosten in der Mischzone „M4 Schafer“ in Stange zu Buche. Zudem wurden mehrere im Jahr 2026 aus bürokratischen Gründen nicht durchgeführte Investitionen, u. a. verschiedene Grundankäufe, im Haushaltsjahr 2027 verbucht.
bar
Politik
1
Pfitsch
Aus dem Gemeinderat Gefahrenzonenplan abgeändert Der Gemeinderat von Pfitsch hat Ende September mit acht Ja, vier Nein und drei Enthaltungen eine Änderung des Gefahrenzonenplans in der Zone Aukenthaler (GP. 273/2, 273/12, 277/12, 277/30, Bp. 259, 434, 610, K.G. Wiesen) in der Bahnhofstraße südlich der Hofer-Brücke auf der orografisch linken Seite des Eisacks in Wiesen genehmigt. Fachleute haben nach durchgeführten Maßnahmen zum Hochwasserschutz die Situation vor Ort technisch neu bewertet und eine Rückstufung der Gefahrenzone festgestellt. Dadurch könnten nun Bauprojekte ermöglicht werden – unter Einhaltung strenger technischer Auflagen, entsprechender Schutzmaßnahmen und einer hydrogeologischen Kompatibilitätsprüfung. Die Landes-
ämter hatten den Änderungsvorschlag positiv begutachtet. Die definitive Entscheidung trifft nun die Landesregierung.
Die Gemeinde investiert 303.000 Euro in die Verbesserung, Sanierung und Asphaltierung von Gemeindestraßen, u. a. in Flains, Grube und im Angerweg in Wiesen. Das Ausführungsprojekt wurde einstimmig genehmigt.
tung Kneippanlage versetzt, das typische Satteldach bleibt erhalten. Das Gebäude mit drei Eingängen, mobiler Bühne, Küche, Ausschank ins Freie und Sanitäranlagen soll künftig ganzjährig und flexibel genutzt werden. Durch eine Bilanzänderung stehen weitere Geldmittel bereit, u. a. für einen Kunstrasenbelag auf dem überdachten Fußballplatz in Wiesen (61.600 Euro), Arbeiten am Straßen- und Wegenetz (40.000 Euro) sowie den Ankauf eines Selbstladestreuers (28.100 Euro).
Investitionen
Neue Vertretung
Für den Neubau der Festhalle Wiesen hat der Gemeinderat 388.000 Euro zweckgebunden. Die Halle wird für rund zwei Millionen Euro leicht erweitert und Rich-
Maria Rabensteiner Leitner vertritt die Gemeinde im Beirat des Kindergartens Kematen. rb
Sanierung von Gemeindestraßen
HOLZ-PELLETS
PREMIUM-BRENNSTOFF II II
Antistaub® HEIZOL 20x weniger Staub mehr Wärme höchster Wirkun,gsgrad
IHR E 'ERGIEVERSORGER ZUVERLÄSSIG U D KOMPETENT. so es@kostner.net
Tel. 0472 97·9 600
hoher Energie,gehalt Versorgungssicherh,eit bewährte Qualität
kostne Erker 11/26
21
1
Politik
Brenner
Raumnot in der Grundschule Die Platzsituation in der Grundschule von Gossensaß beschäftigte Ende September den Gemeinderat von Brenner. Mit einer Anfrage forderte die Ratsfraktion der „Freien Liste Gemeinde Brenner“ Antworten bezüglich der aktuellen Raumnot sowie geplanter Zu- und Umbauten. Bürgermeister Martin Alber nahm dazu Stellung und stellte mittelfristige Erweiterungspläne in Aussicht. Im Gebäude der Grundschule in Gossensaß treffen derzeit drei verschiedene Schultypen unter einem Dach zusammen: die deutschsprachige und die italienischsprachige Grundschule sowie die deutschsprachige Mittelschule. Angesichts steigender Einwohnerzahlen und künftig weiter wachsender Schülerzahlen schlägt die Freie Liste Gemeinde Brenner nun Alarm. Schon heute gestalte sich die Umsetzung moderner pädagogischer Lehrpläne aufgrund des knappen Platzangebots als große Herausforderung. Auf die Frage nach der aktuellen Raumaufteilung erläuterte der Bürgermeister, dass im Ober- und Dachgeschoss 75 Grundschüler der deutschen Sektion auf rund 500 m² untergebracht sind, während die italienische Grundschule mit 26 Schülern 377 m² im Dachgeschoss belegt und die Mittelschule im Erdgeschoss von 54 Schülern auf 475 m² besucht wird. Bezüglich bereits getroffener kurzfristiger Maßnahmen verwies Alber darauf, dass in den Sommerferien das Lehrerzimmer der deutschen Grundschule verlegt worden sei,
22
Erker 11/26
um Raum für „offenes Lernen“ zu schaffen, was zusammen mit Sanierungsarbeiten 67.026 Euro kostete. Nach den mittelfristigen Plänen für die Schuljahre 2026/27 und 2027/28 befragt, erklärte Alber, dass derzeit Verhandlungen mit dem italienischen Schulassessorat und der Schuldirektion laufen, um zusätzliche Flächen im Dachgeschoss für die deutsche Schule freizumachen. Zur Frage nach einer langfristigen Erweiterung und Modernisierung bestätigte der Bürgermeister, dass eine Sanierung des gesamten Gebäudes vorgesehen sei. Der genaue Zeitplan hängt laut Alber von einer geplanten Schulerweiterung ab, die entweder in einem Nebengebäude oder an der Turnhalle realisiert wird. Darüber hinaus wollte die Freie Liste wissen, wie ein zeitgemäßer
und pädagogisch angemessener Unterricht garantiert werden soll. Dazu betonte Alber, dass die Verhandlungen mit dem Land Südtirol und der Staatsdomäne bezüglich neuer Schulräume in einem Nebengebäude Priorität hätten, da laut ASTAT-Prognosen mit weiterem Zuzug und höheren Schülerzahlen zu rechnen sei. Auch das Thema Sicherheit rund um die Schule behalte die Gemeinde laut Alber im Blick: Im Zuge des Gemeindeentwicklungsprogrammes und der anstehenden Bauarbeiten soll zugleich ein Konzept zur Verbesserung der Schulwege erarbeitet werden.
eines offiziellen WhatsApp-Infokanals für Gemeindebürger. Über diesen Messenger-Dienst sollten wesentliche Informationen wie Verordnungen, Veranstaltungen oder Ausschreibungen direkt auf den Smartphones der Bevölkerung landen. Der Antrag stieß in der Praxis jedoch auf organisatorische und rechtliche Hürden: Bürgermeister Martin Alber betonte, dass die derzeitige Personalnot in der Gemeinde die Betreuung und laufende Bedienung eines solchen Kanals schlichtweg unmöglich mache. Gemeindesekretär Josef Fischnaller äußerte indes datenschutzrechtliche Bedenken. Es gebe derzeit keine gesetzlichen Bestimmungen, welche die Nutzung von WhatsOffizieller Infokanal App durch eine öffentliche VerMit einem Beschlussantrag for- waltung zweifelsfrei erlaube; derte die Freie Liste Gemeinde eine Nutzung bezeichnete er als Brenner auch die Einrichtung „Gratwanderung zwischen Lega-
Politik
lität und Illegalität“, da sie in seinen Augen eine Verletzung des Datenschutzes darstelle. Der Antrag wurde schließlich bei drei Ja-Stimmen der Freien Liste (Armin Keim, Tommaso Femminella, Christian Bacher) und einer Enthaltung (Angelo Miele, Fratelli d‘Italia) mit den Gegenstimmen von SVP und „Io Tu Noi“ (Verena Marcassoli) abgelehnt. Vereinshaus Pflersch Das Ausführungsprojekt in technischer Hinsicht für die Erweiterung des Vereinshauses in Pflersch wurde mehrheitlich gutgeheißen; Angelo Miele (Fratelli d’Italia) enthielt sich der Stimme, während sich die Freie Liste dagegen aussprach, weil – wie Armin Keim betonte – die Geschäftsordnung nicht eingehalten und die Unterlagen erst einen Tag vor der Sitzung zugesandt worden seien. „Wenn wir wollten, könnten wir den Tagesordnungspunkt zu Fall bringen, was wir aber nicht tun“, so Keim. Das Nein der Liste resultiere
jedoch aus diesem Umstand. Konkret ist ein Zubau an das Vereinshaus vorgesehen, der als Sitzungsraum und als Proberaum für den Pfarrchor genutzt werden soll; im Erdgeschoss hingegen soll über eine LeaderFinanzierung ein Dorfladen eingerichtet werden. Die Kosten liegen bei rund 400.000 Euro – zwei Drittel davon werden über Leader finanziert; wird das Projekt nicht bezuschusst, kann es nicht realisiert werden. Haushalt abgeändert Einstimmig genehmigt wurde die 7. Haushaltsänderung der Gemeinde mit Mehreinnahmen in Höhe von 88.500 Euro. Diese setzen sich aus einer Gutschrift der Bezirksgemeinschaft aus der Abrechnung des Mülldienstes 2025 in Höhe von 18.500 Euro sowie aus Einnahmen für Baukosten im Umfang von 41.500 Euro und Erschließungskosten in Höhe von 28.500 Euro zusammen. Aus diesen Mitteln werden im Bereich der IT-Infrastruktur 12.000 Euro für Hardware be-
reitgestellt, während für Notarbeauftragungen im Rahmen von Grundtauschen 4.000 Euro vorgesehen sind. Investitionen in Höhe von 21.000 Euro fließen in das Schwimmbad, 15.000 Euro in außerordentliche Instandhaltungsarbeiten an den Sportplätzen sowie 2.000 Euro in die Verlegung des Bodens beim Grillplatz. 18.500 Euro sind für außerordentliche Instandhaltungen der Müllentsorgung eingeplant, während für die Beleuchtung des Friedhofs Pflersch 7.500 Euro aufgewendet werden. Mit der Freiwilligen Feuerwehr erfolgt eine Verrechnung durch den Abzug eines außerordentlichen Beitrags von 4.500 Euro, dem Ausgaben für den Ankauf eines Schließsystems über 5.000 Euro sowie für die Revision der Brandschutzanlage über 8.000 Euro gegenüberstehen. Zudem wurde ein Dringlichkeitsbeschluss des Gemeindeausschusses ratifiziert. Mehreinnahmen in Höhe von 60.000 Euro setzen sich aus Zweckeinnahmen für Baukosten in Höhe
1
von 35.000 Euro sowie Erschließungskosten von 25.000 Euro zusammen. Diese Gelder werden zur Bewältigung von Unwetterschäden für Aufträge an Baggerfirmen (40.000 Euro) bereitgestellt, während für außerordentliche Instandhaltungen bei den Feuerwehren 10.000 Euro vorgesehen sind. 5.000 Euro stehen für Geräte und Maschinen in den Kindergärten sowie 5.000 Euro als außerordentliche Beiträge für Kulturveranstaltungen und -projekte zur Verfügung. Der Ansatz für Kindergarteneinrichtungen hingegen wird um 20.000 Euro reduziert. Im Straßenwesen fließen 15.000 Euro in den Ankauf von Transportmitteln bei gleichzeitiger Verringerung der Mittel für Geräte und Maschinen um 7.000 Euro. Für die allgemeine Verwaltung sind schließlich 8.300 Euro für außerordentliche Instandhaltungsarbeiten im Rathaus sowie 3.700 Euro für den Kauf einer Software für eine neue Stempeluhr eingeplant. bar
Erker 11/26
23
1
Wirtschaft
Gemeindeaufenthaltsabgabe erhöht
Mit Wirkung ab dem 1. Jänner 2027 gelten in der Gemeinde Brenner neue Tarife für die Gemeindeaufenthaltsabgabe. Für Betriebe mit einer Einstufung von vier Sternen, vier Sternen „Superior“ und fünf Sternen beträgt die Abgabe künftig 3,50 Euro pro Person und Übernachtung. Für Beherbergungsbetriebe mit drei Sternen und drei Sternen „Superior“, Betriebe mit einer Einstufung von fünf Sonnen oder fünf Blumen sowie Fünf-Sterne-Privatzimmervermietungen beläuft sich der Betrag auf 3,00 Euro. Für alle übrigen Beherbergungsbetriebe wird die Abgabe auf 2,50 Euro festgelegt. Gemäß den rechtlichen Vorgaben behält die Gemeinde Brenner einen Anteil von zehn Prozent der Einnahmen aus der Grundabgabe sowie aus den beschlossenen Erhöhungen ein. Diese einbehaltenen Mittel sind zweckgebunden und dienen der Finanzierung von tourismusrelevanten Dienstleistungen und Infrastrukturen sowie der Deckung des Verwaltungsaufwands, der im Zusammenhang mit der Einhebung der Abgabe entsteht. Die Erhöhung wurde mit neun JaStimmen und vier Enthaltungen gutgeheißen. bar
24
Erker 11/26
Brenner
Frist für Gästebetten verlängert
Der Gemeinderat von Brenner hat mehrheitlich die Verlängerung der Frist für die Schaffung oder Erhöhung von Gästebetten in den bereits ausgewiesenen Tourismuszonen genehmigt. Dadurch wird die Umsetzungsfrist von ursprünglich vier Jahren auf neun Jahre ausgeweitet und somit bis zum 30. September 2031 verlängert. Der Beschluss wurde mit neun Ja-Stimmen und vier Enthaltungen gefasst. Die Fristverlängerung betrifft insgesamt sechs ausgewiesene Zonen für touristische Einrichtungen der Kategorie Beherbergung in der Katastralgemeinde Pflersch. Dazu gehören die Zone „Pflersch“ auf der Bauparzelle 539 für ein Mitarbeiterhaus im Eigentum der Mader Invest KG des Mader Peter Paul & Co. sowie die Zone „Ladurns“ auf der Bauparzelle 403 im Eigentum der Hotel Alpin GmbH. Die Zone „Ladurns I“ umfasst die Bauparzelle 323 als Rohbau im Eigentum von Josef Alpögger und Elisabeth Hofer sowie die Bauparzelle 324 im Eigentum von Thomas Mühlsteiger. Weitere betroffene Zonen sind „Ladurns II“ auf den Bauparzellen 360 und 376 im Eigentum der Mader Invest KG des Peter Paul & Co. sowie die Zone
„Ladurns II“ für einen neuen Betrieb auf Grundparzelle 855/4 und Bauparzelle 596 im Eigentum der F. Immobilien GmbH. Vervollständigt wird die Aufstellung durch die Zone „Ladurns III“ auf Bauparzelle 408 im Eigentum der Leitner KG des Leitner Klaus. Voraussetzung für die Fristverlängerung war, dass sich die Zonen in einem strukturschwachen Gebiet befinden und im Jahr 2025 nicht mehr als 500.000 Nächtigungen verzeichnet wurden. Zudem muss vor der Einreichung eines konkreten Projektes ein umfassendes Nachhaltigkeitskonzept vorgelegt werden, das Aufschluss über den Wasser- und Energieverbrauch, das erwartete Verkehrsaufkommen sowie die Verfügbarkeit von Mitarbeiterunterkünften gibt. Für die Eröffnung neuer gastgewerblicher Betriebe gilt darüber hinaus die Verpflichtung, innerhalb von zwei Jahren ab Aufnahme der Tätigkeit eine Nachhaltigkeitszertifizierung wie das Nachhaltigkeitslabel Südtirol zu erlangen. Grundsätzlich darf dabei die gesetzliche Höchstbeherbergungskapazität von 150 Betten pro Betrieb nicht überschritten werden. bar
Erker 11/26
25
1
Titelgeschichte
Lokale Energie gemeinsam nutzen Was hinter der Energiegemeinschaft „Isarcus“ steckt Die Energiewende beginnt nicht nur mit neuen Photovoltaikanlagen in Süditalien oder Windrädern in der Nordsee. Europaweit rückt immer stärker die Frage in den Mittelpunkt, wie erneuerbare Energie möglichst dort genutzt werden kann, wo sie erzeugt wird. Deswegen soll der Ausbau auch in Südtirol flächendeckend gestärkt werden.
Genau an diesem Punkt setzt die Erneuerbare Energiegemeinschaft „Isarcus“ an. Die Genossenschaft, der mittlerweile 171 Mitglieder aus dem Eisacktal, Wipptal und Teilen des Pustertales angehören, möchte den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und gleichzeitig dazu beitragen, dass mehr lokal erzeugter Strom auch im eigenen Umfeld verbraucht wird. Doch was genau steckt hinter einer Energiegemeinschaft und warum haben sich mehrere Gemeinden und Unternehmen überhaupt dazu entschlossen, eine solche Genossenschaft zu gründen?
26
Erker 11/26
Die Idee entstand im Frühjahr 2024. Damals schlossen sich 13 Bürgermeister aus dem Eisacktal mit der Firma „Kostner“ zusammen und gründeten „Isarcus“. Von Beginn an war auch die Gemeinde Franzensfeste mit dabei, obwohl sie geografisch zum Wipptal zählt. Ausschlaggebend ist jedoch nicht die Bezirksgrenze, sondern die Anbindung an das Stromnetz. Franzensfeste gehört zu einer Primärkabine, die dem Eisacktaler Einzugsgebiet der Genossenschaft zugeordnet ist. Hinter der Gründung standen gleich mehrere Überlegungen: Einerseits wollte man Förder-
möglichkeiten nutzen, die von der Europäischen Union und dem italienischen Staat für lokale Energiegemeinschaften geschaffen wurden – die Verantwortlichen sahen damals nämlich, dass diese Mittel nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen würden, und wollten deshalb früh handeln. Gleichzeitig verfolgte die Ge-
nossenschaft von Anfang an ein langfristiges Ziel, nämlich den Ausbau erneuerbarer Energien in der Region zu unterstützen und lokale Energiekreisläufe zu stärken. Gerade in den vergangenen Jahren sei nämlich deutlich geworden, dass eine möglichst unabhängige Energieversorgung nicht nur eine Frage des Klima-
© Martin Schaller
Titelgeschichte
1
Franzensfeste gehört zu einer Primärkabine, die dem Eisacktaler Einzugsgebiet der Genossenschaft zugeordnet ist.
schutzes, sondern zunehmend auch der Versorgungssicherheit und geopolitischen Stabilität sei. Kein Ersatz für Stromanbieter Was unterscheidet eine Energiegemeinschaft eigentlich von einem herkömmlichen Stromanbieter? Die wohl wichtigste
Antwort lautet: Eine Energiegemeinschaft wie „Isarcus“ verkauft keinen Strom. Wer der Gemeinschaft beitritt, behält seinen bisherigen Stromlieferanten, seinen bestehenden Vertrag und erhält auch weiterhin seine Stromrechnung vom gewohnten Energieversorger. Die Genossenschaft ersetzt also keinen Stromanbieter, sondern ergänzt das bestehende System. Oft entsteht der Eindruck, dass Mitglieder einer Energiegemeinschaft ihren selbst erzeugten Strom direkt an andere Mitglieder weitergeben. Tatsächlich funktioniert das anders. Der Strom fließt weiterhin über das bestehende öffentliche Stromnetz. Neue Leitungen zwischen den Mitgliedern braucht es deshalb nicht. Entscheidend ist vielmehr, wann Strom erzeugt und verbraucht wird. Genau dieses Prinzip bildet nämlich das Herzstück einer derartigen Energiegemeinschaft. Besitzt etwa eine Familie eine Photovoltaikanlage, wird zunächst der selbst erzeugte Strom im eigenen Haushalt genutzt. Dieser Eigenverbrauch bleibt nach wie vor der größte finanzielle Vorteil einer Photovoltaikanlage, weil jede selbst verbrauchte Kilowattstunde nicht aus dem öffentlichen Netz bezogen werden muss. Produziert die Anlage allerdings mehr Strom, als gerade benötigt wird, und ist kein Batteriespeicher vorhanden oder ist dieser bereits vollständig geladen, wird der Überschuss automatisch in das öffentliche Stromnetz eingespeist. Jetzt kommt die Energiegemeinschaft
ins Spiel. Verbraucht zur selben Zeit ein anderes Mitglied innerhalb derselben Primärkabine Strom, gilt genau diese Energiemenge als lokal geteilte Energie. Dabei spielt es keine Rolle, zu welchem Haushalt der Strom physikalisch fließt. Entscheidend ist ausschließlich, dass innerhalb desselben Netzabschnittes gleichzeitig erneuerbare Energie erzeugt und verbraucht wird. Dieses Prinzip wird als virtuelle Energieaufteilung bezeichnet. Für diese lokal geteilte Energie sieht der italienische Staat Förderungen vor. Abgewickelt werden diese über den staatlichen Energiedienstleister GSE („Gestore dei Servizi Energetici“). Die Förderung ersetzt allerdings nicht die bisherige Vergütung für eingespeisten Strom, sondern kommt theoretisch zusätzlich dazu. Wer eine Photovoltaikanlage besitzt, profitiert also weiterhin zunächst vom Eigenverbrauch und anschließend von der Einspeisevergütung. Kann ein Teil dieses überschüssigen Stroms gleichzeitig innerhalb der Energiegemeinschaft genutzt werden, entsteht darüber hinaus ein zusätzlicher Förderanspruch für die gesamte Genossenschaft. Wer kann Mitglied werden? Mitglied werden können viele – von Privaten über Unternehmen bis hin zu Gemeinden. Zudem werden Mitglieder aus jeder der folgenden Gruppen gebraucht:
EuGH - Urteil zur Wasserkraft Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat entschieden, dass Strom als Ware und nicht als Dienstleistung einzustufen ist. Dieses Grundsatzurteil könnte spürbare Folgen für die Vergabe von Wasserkraftkonzessionen in Südtirol haben, wo bei mittleren Ableitungen (220 bis 3.000 kW) bislang ein verpflichtendes öffentliches Auswahlverfahren vorgeschrieben ist. Durch diese Neubewertung des EuGH könnte die strikte Pflicht zu Ausschreibungen für diesen Sektor entfallen. Der Südtiroler Energieverband (SEV) prüft nun den neuen rechtlichen Spielraum. Da kleine und mittlere Wasserkraftanlagen stark in lokalen Betrieben, Genossenschaften und Gemeinden verankert sind, fordert die Verbandsspitze Rechtssicherheit, Verhältnismäßigkeit sowie Regelungen, die den Besonderheiten des Landes gerecht werden. Anlass des Verfahrens war eine Regelung der Region Emilia-Romagna zur Verlängerung bestehender Konzessionen für Wasserkraftanlagen unter bestimmten Voraussetzungen. Erker 11/26
27
1
Titelgeschichte
Wipp-Energy „Isarcus“ ist nicht die einzige Erneuerbare Energiegemeinschaft, die im Wipptal aktiv ist. Im Juli 2025 wurde mit „WippEnergy“ eine weitere Genossenschaft gegründet – aus der Initiative von neun engagierten Privaten und Unternehmen heraus. Auf die Fördermöglichkeiten und die Chance, den Ausbau erneuerbarer Energien auch im eigenen Bezirk voranzutreiben, wollte man nach Angaben von Präsident Paul Eisendle nicht verzichten. „WippEnergy“ verfolgt dabei ebenfalls einen nicht gewinnorientierten Ansatz: Über die Förderlaufzeit sollen die erwirtschafteten Mittel möglichst weitgehend den Mitgliedern zugutekommen. Mittlerweile zählt die Genossenschaft rund 120 bis 130 Mitglieder und verzeichnet laut Eisendle ein starkes Wachstum, auch weil der Beitritt online sehr unkompliziert möglich ist. Einen nennenswerten Austausch mit „Isarcus“ gibt es derzeit nicht; „WippEnergy“ versteht sich bewusst als eigenständige Wipptaler Initiative. Grundsätzlich verfolgen beide Genossenschaften jedoch dasselbe Ziel: den Ausbau erneuerbarer Energien voranzutreiben und die Fördermöglichkeiten für lokal geteilten Strom zu nutzen. Auch „WippEnergy“ wartet derzeit noch auf die vollständige Abwicklung der Förderungen durch den GSE. Die erste Auszahlung an die Mitglieder ist nach derzeitiger Planung für Juni 2027 vorgesehen. Das wachsende Interesse an diesen Initiativen lässt für die Zukunft allemal hoffen: So können künftig nicht nur Fördermittel in den Bezirk geholt werden, sondern so kann auch die Energiewende vorangetrieben werden.
28
Erker 11/26
Produzenten, die Strom etwa mit einer Photovoltaikanlage erzeugen, Verbraucher, die keine eigene Anlage besitzen, aber Strom aus dem Netz beziehen, und auch Prosumer, also Haushalte bzw. Unternehmen, die beides tun: Sie erzeugen Strom, verbrauchen einen Teil selbst und speisen überschüssige Energie ins Netz ein. Für das Funktionieren einer Energiegemeinschaft sind alle drei Gruppen elementar. Durch derartige Fördermöglichkeiten verändert sich langfristig auch das eigene Verbrauchsverhalten. Wer selbst Strom produziert, versucht möglichst viel davon unmittelbar zu nutzen. Es kann sich deshalb lohnen, energieintensive Geräte wie Wasch- oder Spülmaschine bewusst während der Mittagsstunden einzuschalten, wenn die Photovoltaikanlage besonders viel Strom liefert. Gleichzeitig steigt auf der anderen Seite dadurch auch die Wahrscheinlichkeit, dass überschüssige Energie innerhalb der Energiegemeinschaft genutzt werden kann, und so nutzen Verbraucher ebenfalls vermehrt die Mittagsstunden, um stromintensive Geräte zu bedienen. Dass das Modell funktioniert, hängt allerdings nicht nur von den Mitgliedern ab. Ebenso entscheidend ist die staatliche Förderung, auf der das gesamte System aufbaut. Die Fördergelder, die der GSE ausbezahlt, sollen einen Anreiz schaffen, erneuerbare Energie möglichst weitreichend auszubauen. Dahinter steht auch ein europäischer Gedanke: Lokale Energiekreisläufe sollen gestärkt werden, damit der Ausbau großer Stromleitungen in Zukunft zumindest teilweise entlastet werden kann und autarke Energieversorgung gestärkt wird. Die stündlich geteilte Energie wird also von der staatlichen Behörde GSE ermittelt. Anschließend wird die geteilte Energie mit dem Fördertarif multipliziert und an „Isarcus“ einmal jährlich ausbezahlt. Die Daten werden hierfür direkt vom Netzbetreiber (z. B. Stadtwerke, Edyna ...) über die bereits installierten Stromzähler erfasst und an den GSE mitgeteilt. Die Energiegemeinschaft „Isarcus“ kümmert sich anschließend lediglich um die Aufteilung dieses Förder-
tarifs. Die Fördergelder kommen etwa nicht nur den Produzenten zugute, sie werden stattdessen nach festem Schlüssel aufgeteilt. Ein Teil bleibt zunächst bei der Genossenschaft, um die laufenden Verwaltungsund Organisationskosten zu decken, da schließlich auch eine Energiegemeinschaft geführt, verwaltet und betreut werden muss. Der übrige Anteil wird nach den von der Genossenschaft festgelegten Kriterien an die Mitglieder verteilt. Auch die beteiligten Gemeinden profitieren, indem ihnen ein Teil der Fördermittel für soziale Zwecke zur Verfügung steht. Als Genossenschaft entscheidet „Isarcus“ dabei demokratisch: Jedes Mitglied verfügt unabhängig von der Höhe seines Beitrags oder Verbrauchs über eine Stimme und kann damit die Entwicklung der Gemeinschaft mitgestalten. Kein kostenloser Strom Wer jedoch mit der Erwartung beitritt, künftig nahezu kostenlos Strom beziehen zu können, dürfte allerdings enttäuscht werden. Sowohl Präsident Walter Baumgartner als auch Thomas Klapfer, Verwaltungsratsmitglied und Bürgermeister von Franzensfeste, betonen, dass genau dieses Missverständnis immer wieder auftrete. Eine Energiegemeinschaft ersetzt weder den eigenen Stromvertrag noch macht sie den Stromverbrauch deutlich günstiger, geschweige denn kostenlos. Vielmehr gehe es darum, erneuerbare Energien zu fördern und vorhandene Fördermittel sinnvoll für die Region zu nutzen. Die finanziellen Vorteile für einzelne Haushalte in den kommenden Jahren werden sich, sofern sich das System wie erwartet entwickelt, eher im Bereich einiger Dutzend Euro pro Jahr bewegen. Für eine vierköpfige Familie könnten das nach heutigen Einschätzungen etwa 60 Euro jährlich sein. Reich werde dadurch niemand, aber dennoch komme über die 20 Jahre, für die diese Fördermöglichkeiten bestehen, in Summe doch einiges zusammen. Wer Mitglied werde, unterstütze aber vielmehr eine Idee, von der langfristig die gesamte Region profitieren könne. Gerade dieser Gedanke
Titelgeschichte
war für die Gründungsmitglieder ausschlaggebend, so Baumgartner. Man wollte bewusst einen Anreiz schaffen, damit private Haushalte, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen verstärkt in Photovoltaikanlagen investieren. Gleichzeitig sollten Fördergelder, die eigens für Energiegemeinschaften vorgesehen sind, nicht ungenutzt bleiben. Dass sich Gemeinden gemeinsam mit Unternehmen an diesem Projekt beteiligen, war deshalb von Anfang an ein wichtiges Signal. Bürokratische Herausforderungen Inzwischen zeigt sich aber auch, dass die größte Herausforderung derzeit nicht technischer Natur ist. Sowohl Klapfer als auch Baumgartner sehen die Bürokratie als das mit Abstand größte Hindernis. Sämtliche Anmeldungen, Förderansuchen und Abrechnungen laufen über den GSE in Rom. Die Verfahren gelten derzeit als aufwendig und wenig transparent. Immer wieder komme es zu langen Bearbeitungszeiten oder Rückfragen, wodurch sich auch die Auszahlungen verzögerten. Nach Angaben der Verantwortlichen kämpften derzeit nahezu alle Energiegemeinschaften Italiens mit denselben Schwierigkeiten. Aus diesem Grund erhielt auch „Isarcus“ bislang lediglich vorläufige Auszahlungen. Die eigentlichen Abrechnungen konnten vielerorts noch nicht abgeschlossen werden, weil die notwendigen Auswertungen des GSE noch ausstehen. Das erschwert nicht nur die Planung der Genossenschaften, sondern macht es auch schwierig, den Mitgliedern be-
1
reits konkrete Zahlen zu nennen. Euro, Unternehmen beteiligen werden. Aus ihrer Sicht wäre dies Dennoch blickt der Verwaltungs- sich mit 100 Euro. Dieser Anteil nicht nur aus klimapolitischen rat vorsichtig optimistisch auf die wird bei einem möglichen späte- Gründen sinnvoll. Eine stärkekommenden Monate und hofft, ren Austritt wieder rückerstattet. re regionale Energieversorgung dass sich die Abläufe beim GSE In den kommenden Monaten könne Europa langfristig auch schrittweise vereinfachen. Auch und Jahren möchte die Genos- unabhängiger von Energieimdeshalb hielt sich „Isarcus“ porten machen und die mit einer groß angelegVersorgungssicherheit erhöhen, so Baumgartten Mitgliederwerbung bislang bewusst zurück. ner. Einerseits wollte die GeAußerdem soll die Energiegemeinschaft nossenschaft zunächst gefür ihre Mitglieder noch nügend Produzenten und transparenter werden. Prosumer gewinnen, damit Geplant ist u. a. eine überhaupt ausreichend digitale Anwendung, lokal erzeugte Energie zur über die Produzenten Verfügung steht. Andererund Verbraucher nachseits wäre eine große Zahl neuer Beitrittsgesuche mit vollziehen können, wie viel lokal geteilte Enerden derzeitigen bürokratigie sie innerhalb der schen Abläufen nur schwer Gemeinschaft erzeugt zu bewältigen gewesen. Jede Anlage muss genau oder genutzt haben. geprüft und korrekt beim Dadurch soll sichtbar GSE gemeldet werden. Hinwerden, welchen Beizu kommt, dass nicht jede trag jedes einzelne MitPhotovoltaikanlage autoglied zum regionalen Thomas Klapfer, VerwaltungsratsmitEnergiekreislauf leistet. matisch alle Voraussetglied und Bürgermeister der Gemeinde zungen für die staatlichen Ob „Isarcus“ ihr volles Franzensfeste: „Eine Energiegemeinschaft Förderungen erfüllt, da es Potential dann auch ersetzt weder den eigenen Stromvertrag ausschöpfen kann, zahlreiche technische Aufnoch macht sie den Stromverbrauch deutwird sich in den komlagen gibt. lich günstiger. Vielmehr geht es darum, menden Jahren zeigen. erneuerbare Energien zu fördern und FörDoch schon heute sieht Positive Bilanz dermittel sinnvoll für die Region zu nutzen.“ man, dass sich die Genossenschaft nicht als Trotz dieser Schwierigkeiten fällt die bisherige Bilanz posi- senschaft ihr Netz weiter aus- Geschäftsmodell sieht, mit dem tiv aus. Während viele derartige bauen. Bereits jetzt umfasst sich kurzfristig hohe Gewinne Energiegemeinschaften in Italien das Tätigkeitsgebiet sieben Pri- erzielen lassen, sondern dessen das vergangene Geschäftsjahr märkabinen, darunter auch die Ziel es ist, den Ausbau erneumit Verlusten abschließen muss- drei Primärkabinen im Wipptal. erbarer Energien im Eisacktal, ten, konnte „Isarcus“ ihre laufen- Weitere Photovoltaikanlagen öf- Wipptal und Teilen des Pusterden Kosten decken. Dazu bei- fentlicher Körperschaften befin- tales weitreichender zu untergetragen haben u. a. die relativ den sich bereits in Planung oder stützen, lokale Wertschöpfung hohen, einmaligen Mitgliedsbei- Umsetzung. Gleichzeitig hoffen zu stärken und möglichst viele träge der beteiligten Gemeinden die Verantwortlichen, dass die Menschen an der Energiewende (1.000 Euro), die das Projekt von derzeit bis Ende 2027 vorgese- zu beteiligen. Beginn an aktiv mittragen. Für henen Fördermöglichkeiten für Privatpersonen beträgt dieser neue Anlagen verlängert oder einmalige Aufwand hingegen 25 durch ähnliche Modelle ersetzt Lorenz Grasl Erker 11/26
29
1
Wirtschaft
Aus für Wippland In diesem Jahr hätte Wippland ihr 15-jähriges Bestehen feiern können. Stattdessen löst sich die landwirtschaftliche Genossenschaft auf. Im Erker-Gespräch erklärt der gesetzliche Vertreter Jonas Braunhofer, warum sich regionales Fleisch so schwer vermarkten lässt und was das Ende von Wippland für Mitglieder und Kunden bedeutet.
Erker: Herr Braunhofer, wann wurde die Genossenschaft liquidiert? Jonas Braunhofer: Unser Geschäft in Sprechenstein war am 11. Oktober zum letzten Mal geöffnet. Bei der Vollversammlung am 30. September haben wir mit unseren Mitgliedern die wirtschaftliche Situation besprochen und entschieden, die Genossenschaft aufzulösen. Wie war die Stimmung? Ehrlich gesagt: „beschissen“. Aber es scheint die einzige Lösung zu sein. Warum hört Wippland auf? Anfang dieses Jahres haben wir einen großen Kunden verloren. Dadurch ist der Umsatz um ein Drittel eingebrochen. Wir haben versucht, den Ausfall auszugleichen und sehr viele Gespräche geführt, u. a. mit Betrieben, Großhändlern und Zwischenlieferanten. Aber es ist sehr schwierig, Kunden zu finden, die eine ausreichende Menge abnehmen, damit wir kostendeckend arbeiten können. Warum ist der Großkunde abgesprungen? Über die genauen Gründe lässt sich nur mutmaßen. Wir können ihm seine Entscheidung nicht verübeln. Jeder Kunde muss sich sei-
30
Erker 11/26
Jonas Braunhofer: „Der Fleischmarkt steht massiv unter Druck.“
ne Rechnung machen. Auch ihm tut unsere Schließung leid. Gab es weitere Absagen? Nein. Es gab aber einen potentiellen Großkunden, am Ende kam jedoch kein Abschluss zustande. In Vorgesprächen meinten viele Interessierte „Geniales Konzept!“ Doch sobald es um Preise und Mengen ging, nahmen sie nur eine Kleinigkeit ab – fast so, als wollten sie uns einen Gefallen
tun. Viele Hoteliers sagten: „Den Gast interessiert es nicht wirklich, woher das Fleisch kommt.“ Kostet ein Gericht zehn Euro mehr, wählt er lieber ein anderes. War die Absage des Großkunden der Hauptgrund für die Auflösung? Ja. Ein weiterer Grund war, dass es extrem schwierig ist, Fachpersonal zu finden – Metzger, aber auch Verkäufer, die sich mit Fleisch, Ko-
chen, Organisation und Marketing auskennen. Was bedeutet die Auflösung nun für die Mitglieder? Wir verlassen unseren Sitz in Sprechenstein. Eine Metzgerei vor Ort wird das Geschäft übernehmen, aber nicht in der Form, wie wir es betrieben haben. Unsere Mitglieder können der Gastronomie kein Fleisch mehr liefern. Sie müssen künftig selber sehen, wie sie ihr Vieh vermarkten. Die meisten von uns sind kleinere Hobbybauern. Einige werden ihre Tiere an den „Pretzhof“ liefern – er hat sich dazu bereit erklärt. Wie war die Zusammenarbeit mit Gastronomie und Einzelkunden in den vergangenen 15 Jahren? Viele Kunden bedauern unsere Entscheidung. 90 Prozent unserer Fleischware haben wir an die Gastronomie geliefert. Man muss aber auch dazu sagen: Die Belieferung war immer eine Herausforderung. Betriebe nehmen nie über längere Zeit dasselbe Produkt.
Die Genossenschaft Wippland steht für Frischfleisch aus dem Wipptal: natürlich, nachhaltig und lokal. Die Genossenschaft, 2011 unter dem Namen „WippLamb“ gegründet, zählt heute 42 Betriebe aus dem Wipptal und darüber hinaus (u. a. Gummer, Karneid und dem Sarntal). Die Mitglieder halten Schafe, Rinder, Schweine und Geflügel (Masthühner, Enten, Gänse, Truthähne) nach strengen Qualitätsrichtlinien. Im Mittelpunkt steht die artgerechte Haltung: Schafe und Rinder grasen auf Hofweiden und Almwiesen, Schweine und Geflügel erhalten ausreichend Auslauf. Gefüttert werden sie mit Gräsern, Kräutern, Heu und einer eigens zusammengestellten Kraftfuttermischung. Auf Silage sowie wachstumsfördernde und krankheitsverhindernde Futtermittel wird bewusst verzichtet. Beim Vertrieb setzt Wippland auf kurze Wege: vom Bauernhof über die Schlachtung und Verarbeitung bis hin zum Handel und Endverbraucher. Das erhält die Qualität, vermeidet lange Transporte, zeichnet die Herkunft des Fleisches lückenlos nach und fördert den direkten Kontakt zwischen Bauern und Konsumenten. Das meiste Fleisch lieferte Wippland an renommierte Gastronomiebetriebe in Südtirol. Präsent war die Genossenschaft zudem in ihrem Laden in Sprechenstein und bei regionalen Events – nicht nur als Vermarkter, sondern auch als Caterer.
Wirtschaft
Mal ist ein bestimmtes Stück interessant, kaum hat man darauf hingearbeitet, wollen sie etwas anderes. Trotzdem war es machbar. Unsere Einzelstammkunden haben es künftig schwerer, unser Fleisch zu kaufen, weil noch nicht klar ist, wer es weiterverkaufen wird. Die Zusammenarbeit mit Großhändlern hat sich in den vergangenen Jahren nicht schlecht entwickelt. Mich stört aber, wenn ich nicht weiß, wo mein Vieh landet – ob es vielleicht lebend zigtausende Kilometer zum Schlachthof oder zu anderen Schafherden transportiert wird. Das ist nicht mein Ding. Ich möchte, dass mein Tier bis zum Ende ein gutes Leben hat. Das kann uns ein Großhändler nicht garantieren. Welche Erkenntnisse haben Sie durch Wippland gewonnen? Ich habe gelernt, dass der Fleischmarkt extrem schwierig ist und massiv unter Druck steht. Und dass man vor jeder lokalen Metzgerei den Hut ziehen muss. Die Kosten sind enorm, die Anforderungen in Sachen Lebensmittelrecht und Hygiene streng. Beeindruckt hat mich, wie viel und aus welchen Ländern Fleisch nach Südtirol transportiert wird, um die Gastronomie zu versorgen. Was war aus Ihrer Sicht der größte Erfolg von Wippland? Dass wir von Beginn an Norbert Niederkofler beliefern durften. Einen 3-Sterne-Koch 15 Jahre lang zufriedenzustellen, das will schon etwas heißen. Verhältnismäßig gering war die Abnahme durch Wipptaler Gastronomiebetriebe. Ja, leider – aus welchen Gründen auch immer … Besteht die Aussicht, dass Wippland wieder aufgebaut wird? Möglich ist alles. Es bräuchte aber jemanden, der das Projekt vorantreibt, der dafür brennt und lebt, einen Idealisten. So, wie Wippland derzeit dasteht, ist eine Zukunft jedoch extrem schwierig. Es sei denn, jeder von uns steckt viel Geld hinein. Dazu ist derzeit niemand bereit. Welche Unterstützung wäre nötig, um die Vermarktung anzukurbeln?
Als kleine landwirtschaftliche fleischproduzierende Genossenschaft haben wir – anders als etwa Milchgenossenschaften – keine Unterstützung vom Land Südtirol erhalten. Das hat mich sehr enttäuscht. Im vergangenen Jahr haben wir für 8.000 Euro ein Vakuumiergerät gekauft. Als wir um einen Beitrag angesucht haben, hieß es, Förderungen gebe es erst ab einer Investition von 50.000 Euro. Anderen Genossenschaften ist es ähnlich ergangen. Somit hängt unsere Existenz leider von jedem einzelnen Kunden ab. Mit Unterstützung des Landes hätten wir uns deutlich leichter getan, unsere Produkte zu bewerben und zu vermarkten. Wippland wurde als Leader-Projekt gegründet, finanziert über die EU. Ja. Bei der Gründung haben die damaligen Mitglieder auch viel Unterstützung und Kursangebote erhalten. Aber danach standen wir da und fragten uns: „Was müssen wir jetzt tun?“ Eine längere Begleitung oder eine andere Herangehensweise wäre wichtig gewesen – jemand, der uns zeigt, wie die Realität auf dem Markt funktioniert und wie wir uns dort behaupten können. Was müsste sich im Fleischkonsum ändern, damit Projekte wie Wippland eine Zukunft haben? Es wird immer schwierig sein, gutes Fleisch an die Gastronomie zu verkaufen. Die meisten Betriebe kaufen nicht primär das „beste“ Fleisch, sondern ein Produkt, das zuverlässig, gleichmäßig, in der benötigten Menge und zu kalkulierbaren Kosten verfügbar ist, um jeden Gast zufriedenzustellen. Ich will niemandem etwas vorschreiben, aber zumindest im privaten Bereich sollte jeder seinen Fleischkonsum gut überdenken. Vielen ist regionales Fleisch zu teuer, aber billiges Fleisch gerade „gut genug“. Tut man sich dabei aber wirklich Gutes? Ein- bis zweimal pro Woche gutes Fleisch zu essen, ist wesentlich gesünder, als fünfmal pro Woche billiges Fleisch zu essen. Das ist meine Meinung. Aber das muss jeder für sich entscheiden.
1
Wie klimafit ist Sterzing?
Wie gut ist Sterzing beim Klimaschutz aufgestellt und wo gibt es noch Verbesserungspotential? Mit Fragen wie diesen beschäftigt sich das Projekt „Stadt.Land.Klima!“, das am 13. November (ab 18.30 Uhr) im LURX in der Sterzinger Altstadt vorgestellt wird. Climate Action South Tyrol und der Dachverband für Natur- und Umweltschutz bringen das in Deutschland entwickelte Konzept nach Südtirol. Bei der Informationsveranstaltung lernen Interessierte eine eigens entwickelte Plattform kennen, mit der die Klimaschutzmaßnahmen der Gemeinden anhand konkreter Kriterien bewertet werden können. Außerdem wird erklärt, wie sich Bürger zu lokalen Gruppen zusammenschließen und die Klimaschutzleistungen ihrer Gemeinde unter die Lupe nehmen können. Ziel ist es, sichtbar zu machen, was bereits umgesetzt wird und wo weitere Schritte möglich sind.
Interview: rb Erker 11/26
31
1
Umwelt
Der Tannenhäher, unsere „Zirmgratsche“ Heinrich Aukenthaler
Gute Rundumsicht ist für den immer neugierigen Tannenhäher wichtig. Gern benutzt er Zirben- und Fichtenwipfel als Aussichtswarten.
Trauermonat hin oder her, es hat doch jede Zeit ihren Reiz. Wer etwa die Stille sucht, ein Weilchen allein oder nur zu zweit sein möchte, dem bietet der für den Winter zugerüstete Bergwald gute Gelegenheiten. Man ist für eine Zeit lang weg vom Getriebe in den Tälern, vom allgegenwärtigen Lärm in unseren Siedlungen. Aber absolut still ist es im Wald auch jetzt, im ausgehenden Herbst, nicht. Wir könnten im sonnenbeschienenen Hochwald das leise Wispern verschiedener Meisenarten hören, etwa Tannen-, Hauben- und Alpenmeisen, die hier noch im Gezweig der Fichten Futter suchen, manchmal vergesellschaftet mit den winzigen Goldhähnchen. Was wir aber mit einiger Sicherheit hören und wohl auch zuordnen können,
32
Erker 11/26
sind die Häherrufe. Häherarten gibt es zwei in den Alpen. Den Eichelhäher, der die tieferen Lagen besiedelt und auch im ländlich geprägten Raum sich mehr und mehr in die Siedlungen vorwagt, und den Tannenhäher, der die Bergwälder bewohnt. Die deutsche Artbezeichnung ist irreführend, denn mit den Tannen hat die Art keine wie auch immer geartete Beziehung, wohl aber mit den Zirben. Deshalb nennen wir diesen Vogel zutreffender „Zirmgratsche“, und um sie soll es in der Folge gehen. Zirbe und „Zirmgratsche“ bilden eine Lebensgemeinschaft, eine Symbiose. Symbiosen können lange währende Gemeinschaften mindestens zweier verschiedener Arten sein, wie wir sie etwa von
den Pilzfäden und den Baumwurzeln kennen, oder aber nur zeitweilig und kurzfristig wirken, aber regelmäßig wiederkehren. Diese Form der Symbiose bezeichnet man in der Ökologie als Mutualismus. Bestäuberinsekten und Blütenpflanzen pflegen einen Mutualismus, eine regelmäßige und notwendige Hilfestellung zum gegenseitigen Nutzen. Genau dasselbe wechselseitige Wohltun wirkt zwischen dem Tannenhäher und der Zirbe. Die in den Zirbenzapfen enthaltenen Samen, wir nennen sie „Zirmnüsschen“ und es sollen 30 bis 50 pro Zapfen sein, sind relativ groß und schwer und besitzen keine Flügelchen wie die Samen von Lärche und Fichte und vielen anderen Baumarten, die ihr Aussaatgut dem Wind
zur Verbreitung anvertrauen. Die Schuppen der Zapfen öffnen sich nicht am Baum, vielmehr fallen die „Tschurtschen“ als ganze ab oder werden von den Tannenhähern, sobald die Samen reif erscheinen, von den Zweigen gepflückt und dann an eine geeignete Stelle gebracht, wo die Vögel mit ihrem starken Schnabel die Schuppen ablösen, die Samen herausholen und sie in ihren sinnigerweise vorhandenen und an der Zungenbasis befindlichen Kehlsack verstauen. In diesem Kehlsack finden 30 bis 70 Samen Platz. Nun fliegen die Vögel mit der begehrten Beute an eine geeignet erscheinende Stelle in ihrem Streifgebiet, wo sie dann meist im lockeren Rohhumusboden eine nur wenige Zentimeter tiefe kleine Mulde graben. Auch
© Christian Kofler
hierzu wird wieder der starke Schnabel zu Hilfe genommen. In dieser als Vorratskammer gedachten Mulde deponiert der Häher eine Anzahl Samen und deckt das Loch wieder sorgsam zu, sodass das Versteck auch von Artgenossen nicht erkannt wird. Die Nahrungsdepots werden im weiteren Aktionsraum der einzelnen Vögel angelegt. Bevorzugte Orte dafür sind die Nadelstreu unter alten Bäumen, kurzrasige Stellen auch oberhalb der örtlich bestehenden Baumgrenze, Moospolster, Vegetationsstufen im felsigen Gelände, kurzum die verschiedensten Plätzchen, die dem Häher als geeignet erscheinen und von ihm im Winter wieder gefunden und geleert werden können. Alle Depots werden aber nicht wiedergefunden oder
nicht genutzt, und dieser Sachverhalt ist wichtig. Die Anzahl der von jedem Vogel versteckten Samen wird auf 30.000 bis 100.000 geschätzt. Dass dies nicht zu hoch veranschlagt ist, kann mit einer einfachen Überlegung einigermaßen belegt werden. In der kalten Phase des Bergwinters benötigt ein Vogel ungefähr 100 Samen pro Tag, um sich genügend Kalorien für seinen Wärmehaushalt zuzuführen. Die Samenvorräte müssen zudem bis zur Brutzeit reichen. Diese beginnt in der zweiten Aprilhälfte und vollzieht sich vorwiegend im Mai. Wer im Hochsommer und im beginnenden Herbst in den Bergen unterwegs ist, der kann in der Umgebung von Zirbenwäldern beinahe pausenlos Tannenhäher über sich hin und her fliegen sehen. Im Hinflug steuern die Vögel Zirbenbestände an, im Rückflug ist ihr auffällig geweiteter Kehlsack erkennbar, sie sind nun auf dem Weg zu den möglichen Verstecken der Wintervorräte. Die Häher können dabei Berghänge queren, über Pässe fliegen und dabei auch kilometerlange Strecken in Kauf nehmen. Welchen Vorteil bringt das Ganze aber der Zirbe? Jede Pflanze strebt danach, Nachwuchs im ursprünglichen Sinn des Wortes zu erzeugen. Junge Zirben sehen wir oft zu mehreren an Stellen wachsen, wo die Samen nie hingekommen wären, wenn sie nicht dorthin befördert worden wären. Ohne den Häher würde sich die Zirbe allenfalls talwärts verbreiten, dort wird es für sie aber schnell zu warm. Denn die Zirbe ist wie kein anderer Waldbaum an
TOTAL AUSVERKAUF 12. Nov - 24. Dez
ASTER JEWELRY
Sterzlng
asterartur.com Erker 11/26
33
1
© Christian Kofler
langanhaltende Frostperioden, an sehr tiefe Temperaturen angepasst. Sie kann Kälte von -40 °C ertragen, sie setzt sich dort durch, wo mehr als zwei Monate Frost herrscht, sie kommt mit einer Vegetationszeit von nur 70 Tagen pro Jahr zurecht, sie wächst deshalb in unserem Land vor allem in einem Höhenstreifen zwischen 1.900 und 2.000 m. Als höchstes Vorkommen in Südtirol wurde das Tristernöckl (2.465 m) in der Rieserfernergruppe beschrieben. Soviel zur Zirbe. Doch auch zur „Zirmgratsche“ gibt es noch viel Interessantes zu schreiben. Die Art ist unverkennbar. Der große Kopf, der lange starke Schnabel, der geradlinige und kräftig wirkende Flug, das braune und mit großen weißen Tupfen übersäte Körpergefieder, die hellen Unterschwanzdecken, der weiße
© Christian Kofler
Umwelt
Hier ist der Tannenhäher gerade damit beschäftigt, die Samen aus einem Zirbenzapfen zu holen. Bevor das Nüsschen aber geknackt wird oder zum Abtransport in den Kehlsack wandert, prüft es der Häher mittels Hin- und Herrollen im Schnabel, ob im Nüsschen auch der Inhalt vorhanden und intakt sei.
Endsaum der Steuerfedern, dies alles lässt uns die Art sicher zuordnen. Weil wir viele Vögel öfter hören als sehen, ist es sinnvoll, die Stimmen zu erkennen. Der häufig zu hörende Tannenhäherruf klingt reiner, höher und
nicht so kehlig rätschend wie der doch ähnliche Ruf des Eichelhähers. Aus der Nähe lassen die Tannenhäher zudem eigenartige Klack- oder Klicklaute hören und unwillkürlich wird man dabei an die Sprache afrikanischer Busch-
männer erinnert. Auch einen leisen leicht abfallenden und etwas windgeräuschig klingenden Pfeiflaut geben die Häher von sich. Diesen nachzuahmen gelingt, wenn man sich ein dünnes Reisigstäbchen vor die Lippen hält, sodass der imitierte Pfeiflaut nicht zu rein klingt. Das Stimm- und Klangrepertoire der Tannenhäher ist größer, als man meinen möchte, und all die verschiedenen Laute haben auch ihre besondere Bedeutung; man müsste der Zauberer Merlin sein, um alle Stimmen des Waldes zu verstehen. Vor allem vor und während der Brut nehmen die Lautäußerungen zu. Es kann dann auch zu lärmenden Versammlungen kommen, die vielleicht der Paarbildung von Jungvögeln oder verwitweten Individuen dienen
Erster Schneefall im Bergwald. Dem Tannenhäher macht’s nichts aus, er hat vorgesorgt und kann jetzt seine angelegten Vorratskammern nutzen.
34
Erker 11/26
Schönes Unsichtbares
Maulser-Tal Tiefe Mystik und hohe Weite
oder aber die in der Folge von den eher seltenen Streitereien auftreten. Die Nester bauen die Tannenhäher schon im ausgehenden Winter ab Mitte März und zwar in der Regel auf Fichten, eng am Stamm, gut versteckt und abgeschirmt vom dichten Gezweig, aber doch von einer Seite frei einfliegbar. Weil es in der Brut- und Aufzuchtzeit noch kalte Tage und Nächte geben kann, bauen sich die Paare dickwandige Nester, wobei sie für das Außengeflecht Lärchenreiser verwenden, weil diese biegsam sind und die noppenartigen Kurztriebe der Lärchenzweige das Flechtwerk gut verfestigen. Die Eier und Nestlinge sind immer gefährdet. Marder, Kolkraben und auch Eichhörnchen dürfen den Neststandort nicht finden, denn sonst ist es um den Nachwuchs geschehen. Auch Habicht und Sperber holen sich von den unerfahrenen Jungvögeln ihren Teil. Um das Brüten, die Aufzucht und Fütterung kümmern sich beide Elternteile. Die Jungen müssen eiweißhaltige Nahrung erhalten, also Schmetterlinge, Käfer, große Hautflügler und was eben im Wald kriecht und fliegt und die passende Größe hat. Später im Jahr nehmen die Häher auch verschiedene Waldfrüchte zu sich. Als Alternative zu den Zirbensamen können die Tannenhäher Haselnüsse nutzen, sammeln und als Wintervorrat verwenden. Im Herbst, wenn im Lande Schlechtwettereinbrüche im Anzug sind, kommen die Tannenhäher ausnahmsweise bis in unsere Siedlungen. Sie haben es dann auf die Walnussbäume abgesehen, holen sich die eine oder andere Nuss und sind bald wieder auf und davon. „Wenn die Zirmgratschen in den Gärten schreien,
dann kommt schlechtes Wetter, sehr schlechtes“, das wissen und glauben die Menschen, die sich mit den Wettervorzeichen auskennen. Ihr Hiersein in den Dörfern verraten sie dann auch mit ihrem Ruf, der so schön und angenehm klingt und uns genauer hinschauen lässt. Genauer hinschauen, dies tun wir gern das ganze Jahr über, wenn wir im Bergwald unterwegs sind und die „Zirmgratsche“ rufen hören. Sie sitzt dann gern auf einem Baumwipfel einer Zirbe oder Fichte und ist nicht allzu scheu. Wenn aus der Luft Gefahr droht, ein Habicht oder Sperber sich am Himmel zeigt, dann lässt sich der frei sitzende Vogel mit angelegten Flügeln senkrecht in die Baumkrone fallen, verhält sich dort still und bewegungslos, bis der lästige Beutegreifer weit genug weg ist. Jede Zeit hat ihren Reiz, wir brauchen ihn nur suchen und finden. „Gewaltig endet so das Jahr Mit goldnem Wein und Frucht der Gärten. Rund schweigen Wälder wunderbar Und sind des Einsamen Gefährten.“ So beginnt Georg Trakls „Verklärter Herbst“. Die Zeilen lassen uns gern die düsteren Stimmungen vergessen, die sich doch in den dunkler werdenden Tagen breit machen können, und es tut dann gut, auf die Heilkraft der Natur zu vertrauen, in den Wäldern zu schauen und zu lauschen und sich zu wünschen, das Schweigen und die Stimmen des Waldes zu verstehen, „wie Merlin, der Eingeweihte“.
Das Maulser-Tal ist für mich jedesmal ein schönes Wechselbad der Gefühle. Gleich nach dem Dorfkern von Mauls ist die tiefe, mystische Energie wahrnehmbar. Durch die enge Landschaft mit dem rauschenden Bach und den steilen Wäldern sind hier die Energien dichter. Diese Kraft gibt mir Halt; zugleich habe ich die Möglichkeit, in eine mystische Welt einzutauchen. Eine Welt, die „Rückzug und Neugeburt“ widerspiegelt. Die genauso auch Einblick erlaubt in meine innere, unentdeckte Seelenlandschaft. Zugegeben, wenn die Dämmerung beginnt, ist es ein unheimliches Gefühl, hier entlangzugehen. Als ob die Natur mich beobachten würde ... Was sie in einer gewissen Art und Weise auch tut. Je weiter ich hinaufkomme, umso leichter und beweglicher wird die Energie. Oben angekommen, richtet sich mein Fokus nach außen. Die Energie folgt den Gedanken und dehnt sich aus. Der weite Blick über die Felder bis hin zu den letzten Berggipfeln in der Ferne öffnen meinen Horizont. Es entsteht Raum für das, was in der Tiefe seine Wurzeln hat. Sei gefestigt in deiner Tiefe, damit du dich ausdehnen kannst für Entfaltung.
Thor Volgger
Erker 11/26
35
1
Gesellschaft
„We Meet“ Ein neuer Beratungsschalter in Sterzing hilft Menschen mit Migrationsgeschichte, sich im bürokratischen und sozialen Alltag besser zurechtzufinden und sich dadurch leichter in unsere Gesellschaft zu integrieren. Seit August ist in der Bahnhofstraße 1 in Sterzing eine Beratungsstelle für Migranten geöffnet. Ganz neu ist er nicht. 2018 bis 2021 gab es einen ähnlichen Schalter, aufgrund Corona wurde er aber geschlossen. „We Meet“ informiert und berät Menschen mit Migrationsgeschichte bei allem, was der Alltag im Wipptal mit sich bringt: Bürokratie, Behördengänge, Arbeits- und Wohnungssuche, Nutzung lokaler Dienste und Angebote, Erlernen von Sprache und Landeskultur. Mit Projekten wie diesen werden die Menschen gefördert aber auch gefordert, sich einzubringen und ihren Beitrag für ein Leben in unserer Gesellschaft zu leisten. Südtirol ist mittlerweile ein Land mit vielen Kulturen, Religionen und Ethnien. Auch im Wipptal hat sich die Bevölkerung verändert: Zwischen 1990 und 2025 ist der Anteil der ausländischen Staatsbürger von etwa einem bis knapp zwölf Prozent gestiegen. Die meisten von ihnen leben in Sterzing (rund 900), gefolgt von Brenner (etwa 500)
.. ,
und Franzensfeste (rund 330). In Sterzing stellen Staatsbürger aus Pakistan (30,2 %), Kosovo (ca. 15 %) und Albanien (10 %) die größten Gruppen. In der Gemeinde Brenner dominiert ebenfalls Pakistan (30,1 %), in Pfitsch Kosovo (19,7 %). In Franzensfeste mit Einwohnern aus rund 40 Nationen stellt Albanien (17 %) den größten Anteil. Weil die neue Bevölkerung aus vielen unterschiedlichen Ländern stammt, bedarf es auch je nach Gemeinde und Person unterschiedlicher Beratung und Integrationsmaßnahmen. „Das Wipptal ist ein kleiner Bezirk und das beinhaltet für den
„We Meet“ – kostenloser Beratungsdienst Bahnhofstraße 1, Sterzing Termine werden nach Vereinbarung vergeben. Kontakt: Tel. und WhatsApp 347 3682280 E-Mail: infocentrori@gmail.com
36
Erker 11/26
-
We Meet ..""... ....... ..-
~
UßQHblllol\lf
.....
nt._,.
Sozialdienst auch die Chance, den Menschen näher zu sein. Über die guten Kenntnisse der Situationen können wir vielfach Menschen leichter erreichen und ansprechen“, sagt Karoline Wieland, die im Sozialdienst die Umsetzung von „We Meet“ koordiniert. Um die Finanzierung dieses ESF-Projektes hat das „Zentrum für interkulturelle Forschung und Weiterbildung“ mit Sitz in Brixen und die GRW Sarntal angesucht. Der Sozialdienst der Bezirksgemeinschaft ist Netzwerkpartner. Vorerst läuft das Projekt bis August 2028 und es soll im Wipptal einiges in Bewegung bringen. „Die Gesellschaft verändert sich und es geht darum, die Menschen, die zu uns kommen, um sich hier ein neues Zuhause aufzubauen, in unsere gesellschaftliche Ordnung einzubinden. Wir machen die Menschen vertraut mit unseren gesellschaftlichen Regeln, Strukturen, Gepflogenheiten und den Pflichten als
Bei der Vorstellung des Projektes „We Meet“ zeigte sich: Integration ist ein langer, komplexer Prozess, an dem alle Beteiligten auf unterschiedlichen Ebenen mitwirken müssen.
Bürger. Maßnahmen zur Integration kommen in ihrer Wirkung dem Wohlbefinden aller Bürger zugute und nicht nur Menschen mit Migrationshintergrund“, ist Brigitte Mayr, Direktorin des Sozialdienstes, überzeugt. Für sie ist Vielfalt eine gesellschaftliche Realität, die der Sozialdienst ernst nimmt und in der viel Potential liegt, wenn es gelingt, als Gesellschaft offen zu bleiben. Wer neu in einem fremden Land ist, sucht zunächst oft die Nähe zu Menschen ähnlicher Herkunft. Das ist verständlich, führt aber häufig dazu, dass kaum Kontakte zur einheimischen Bevölkerung entstehen. Wer die Landessprache nicht beherrscht, hat auch mehr Schwierigkeiten, sich in der bürokratischen und sozialen Gesellschaft zurechtzufinden. Die Beratungsstelle setzt genau hier an. Hanaa Ciciriello, Mitarbeiterin des Zentrums für interkulturelle Forschung und Weiterbildung, unterstützt sie in der Beratungs-
Gesellschaft
stelle beim Ausfüllen von Formularen, bei der Online-Buchung eines Krankenhaustermins, bei der Beantragung eines CIE-Zugangs und anderen bürokratischen Angelegenheiten. Sie berät und unterstützt bei der Arbeits- und Wohnungssuche, beim Verfassen von Lebensläufen, stellt Kontakte zum Arbeitgeber her, erklärt, welche Unterlagen benötigt werden, und bereitet auf Behördengänge und Bewerbungsgespräche vor. Zudem organisiert sie Sprachkurse (Deutsch und Italienisch), die dank des Projekts „We Meet“ nun auch mit weniger als acht Teilnehmern – und damit auch sicher – stattfinden können. Ciciriello informiert auch über Dienste, Bildungs- und Freizeitangebote und organisiert Kurse zu Themen, die wichtig sind, um Gepflogenheiten und alltägliche Regeln unseres Kulturraums besser zu verstehen und hier besser zurecht zu kommen. Dem Dienst geht es nicht um eine Sonderbehandlung für Migranten, sondern darum, sie mit dieser Form der Information, Beratung und Unterstützung auf ihrem Weg zur Integration zu begleiten. Missverständnisse auf Ämtern führen oft zu langen Verzögerungen, wiederholten Terminen und Frustration auf beiden Seiten. Der Schalter fängt solche Fehler schon im Vorfeld ab. Wenn Menschen mit Migrationsgeschichte bereits mit vollständig und korrekt ausgefüllten Dokumenten zu Behörden kommen, verkürzt das die Bearbeitungszeit drastisch – und spart Betroffenen und Behörden Zeit. Unterstützung bei der Wohnungssuche reduziert das Risiko von Obdachlosigkeit und prekären Wohnverhältnissen und senkt damit auch soziale Folgekosten. Eine rasche
Integration in den Arbeitsmarkt stärkt die lokale Wirtschaft durch mehr Erwerbstätige und Steuerzahlende. Indem Sprach-, Freizeit- und Begegnungsangebote vermittelt werden, wird auch der Austausch zwischen der lokalen Bevölkerung und Zugezogenen gefördert. Dies stärkt am Ende das Zusammenleben im Bezirk. Bei der Vorstellung des Schalters im August im Vigil-Raber-Saal in Sterzing teilten Gemeindevertreter, Mitarbeiter des Infopoint Brenner, des Infopoint Caritas und Schuldirektoren Erfahrungen aus ihrem Alltag. Dabei stellte sich heraus: Integration ist ein langer und komplexer Prozess, an dem alle Beteiligten auf unterschiedlichen Ebenen mitwirken müssen. Es gibt bereits viele Maßnahmen, die Menschen das Ankommen erleichtern. Gleichzeitig sind Hürden da – auf beiden Seiten, auch verursacht durch Ängste und Unsicherheiten. „Man kann die aktuellen Probleme nicht mit einer einzigen Maßnahme lösen, sondern nur mit langem Atem und Empathie“, so die Vizepräsidentin der Bezirksgemeinschaft Evi Frick. Im Projekt werden die Menschen begleitet und motiviert, selbst aktiv ihren Integrationsprozess mitzugestalten – beispielsweise indem sie auch ihre Kinder zu angebotenen Sprachkursen anmelden, sie zu Hause beim Sprachenlernen unterstützen, Kontakte zu deutsch- und italienischsprachigen Kindern fördern und auch selbst den Kontakt zur heimischen Bevölkerung suchen. Es geht um ihr Wohlbefinden und das Wohlbefinden der Gesellschaft. Auch deshalb wurde das Projekt „We Meet“ genannt. Weil Integration genau dort beginnt, wo Menschen sich begegnen.
1
„Kritische“ Süd-Tiroler Freiheit Gemeinderat Jonas Gasser (SüdTiroler Freiheit) sieht den neuen Schalter für Migranten „kritisch“. Er stellt die Frage in den Raum, ob es ihn wirklich brauche, zumal es in Brixen bereits zwei Anlaufstellen gebe. Auch befürchtet er, dass der Schalter die Gesellschaft spalten und Migranten in gewissen Bereichen bevorteilen könnte. Seit Monaten rege die Süd-Tiroler Freiheit eine Anlaufstelle für Vereine auf Gemeinde- oder Bezirksebene an. Ein Beschlussantrag sei im Herbst 2025 in Ratschings abgelehnt worden. Nun gebe es zwar eine Anlaufstelle in Sterzing, allerdings in erster Linie für Migranten und deren Communities. „Bedenklich“ findet Gasser, dass durch das Projekt bei Sprachkursen die südtirolweite Regelung der Mindestteilnehmerzahl „umgangen“ werde. „Bedauerlich“ findet er auch, dass angebotene Sommersprachkurse und Nachmittagsbetreuung von Migrantenkindern bisher nur „sehr spärlich besucht“ wurden.
VERTRAGE IMMOBI IENVERMlTTLUNG ~B-SCHAITTN SCHAlZUNGEN UNTERNEHMENS- UND ltOFUßE.RGABEN
Erker 11/26
37
1
Gesellschaft
Wipptal bekennt Farbe Das Anti-Gewalt-Netzwerk Wipptal des Sozialdienstes der Bezirksgemeinschaft organisiert in Zusammenarbeit mit allen Wipptaler Gemeinden, der Stadtbibliothek Sterzing, der Tourismusgenossenschaft Sterzing Pfitsch Freienfeld, dem Jugenddienst Wipptal und mit Hilfe verschiedenster Unterstützer bereits zum dritten Mal die Aktionstage „Wipptal bekennt Farbe“ und setzt rund um den internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November ein starkes Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Ausgabe 2026 der Aktionstage stellt die ökonomische Gewalt in den Mittelpunkt. Die Hauptveranstaltung der Initiative findet am 25. November um 20.00 Uhr im Stadttheater Sterzing statt: Karin Hochrainer moderiert eine zweisprachige Podiumsdiskussion mit Bruni Pircher (Arbeitsrechtsexpertin), Marina Bruccoleri (La Strada - Der Weg und VALE-Award-Preisträgerin), Katrin Gottardi (Leiterin Frauenhausdienst Brixen) und Ulrike Oberhammer (Vorsitzende des Landesbeirates für Chancengleichheit für Frauen). Die Diskussion mit den Podiumsgästen ist dem Thema „Ökonomische Gewalt gegen Frauen“ gewidmet. Bereits am 20. November starten die Aktionstage um 20.30 Uhr mit der „Equal Beats Night“ im Derby Club Sterzing. Die amtierende U20-Meisterin im Poetry Slam Olivia Kaufmann eröffnet gemeinsam mit zwei jungen Sterzinger Slammerinnen und der Tanzgruppe „One Billion Rising“ die dritte Ausgabe von „Wipptal bekennt Farbe“. Nach dem Slam wird ab 22.00 Uhr mit DJ Yasmin und DJ Davide Piras noch bis in die Nacht gegen Gewalt an Frauen angetanzt. Am 21. November folgt um 15.30 Uhr der Marsch
38
Erker 11/26
gegen Gewalt an Frauen „Walk a Mile for Equality“, ausgehend vom Nordpark bis zur Stadtbibliothek Sterzing. Die KVW-Frauen verteilen rote Fächer und in der Stadtbibliothek Sterzing stellt Andrea Fleckinger anschließend an den Marsch ihr Buch „Le trac-
ce del silenzio“ vor. Am 22. November findet ab 9.00 Uhr im Vereinshaus Elzenbaum ein Benefizbrunch statt, bei dem Spenden für den Verein „Es geat di a un – Tocca a te“ gesammelt werden (Anmeldung notwendig). Am 24. November beleuchtet die Psychotherapeutin und Psychoanalytikerin Sarah Gutweniger in ihrem Vortrag „Geld. Macht. Freiheit. Wie wir unser Leben selbst in die Hand nehmen“ gesellschaftliche und familiäre Prägungen und zeigt, wie diese unseren Umgang mit Geld und unsere Lebensentscheidungen beeinflussen können (Vereinshaus Gasteig, 18.00 Uhr). Neben einem fixen Veranstaltungsprogramm unterstützen weitere Initiativen die Botschaft gegen Gewalt an Frauen: Verschiedenste Orte im Bezirk sind während der Aktionstage symbolisch rot beleuchtet, rote Stühle im öffentlichen Raum lenken die Aufmerksamkeit auf das Thema und örtliche Betriebe legen Informationsmaterial aus. Die Wipptaler Bibliotheken unterstützen die
Initiative mit Medientischen und Informationsmaterial in ihren Einrichtungen sowie bei den Veranstaltungen von „Wipptal bekennt Farbe“. Das Hauptanliegen der Aktion ist es, entsprechend den Zielen des Anti-Gewalt-Netzwerks, die Bürger zu informieren und zu sensibilisieren und damit Präventionsarbeit zu leisten und geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Die Veranstaltungen der Aktionstage sind kostenlos zugänglich. Programmdetails und Anmeldungen finden sich unter www.wipptal.org/wipptalbekenntfarbe und www.sterzing.com/ wipptalbekenntfarbe. Im Wipptal ist das AGNet seit 2022 aktiv. Die Zuständigkeit für die Errichtung und Koordinierung des Netzwerks liegt beim Sozialdienst der Bezirksgemeinschaft Wipptal in Zusammenarbeit mit dem Frauenhausdienst Brixen. Mitglieder sind Fachkräfte des Sozialdienstes und des Frauenhausdienstes sowie Vertreter der Wipptaler Gemeinden. An der aktiven Mitarbeit interessierte Personen können sich gerne melden. Kontakt und Infos unter www.wipptal.org
SCHEUEN SIE SICH NICHT DAVOR, RAT ZU SUCHEN UND NACH HILFE ZU FRAGEN! INFONUMMER AGNET WIPPTAL: Tel. 0472 726027 BERATUNGSSTELLE FÜR FRAUEN IN GEWALTSITUATIONEN WIPPTAL: Tel. 366 5714112 beratung.frauen@wipptal.org FRAUENHAUSDIENST BRIXEN: Notfallnummer 800601330
Gesellschaft
1
Anlaufstelle für Senioren
Queere Geschichten
© Stadtbibliothek Sterzing
Schätzungen zufolge sind fünf Prozent der Südtiroler – also etwa 27.000 Menschen – lesbisch, schwul, bisexuell, transsexuell, intergeschlechtlich oder asexuell. Umgerechnet auf unseren Bezirk bedeutet das: Rund 1.000 Wipptaler fühlen sich nicht bzw. nicht ausschließlich zum anderen Geschlecht hingezogen. „Queere“ Menschen leben in unseren Dörfern, in unseren Städten, in jedem Tal unseres Landes. Sie waren immer schon hier und werden es auch bleiben. Genau davon erzählt das Projekt „Immer hier“ von Martine De Biasi, das Lebensgeschichten
queerer Menschen in Südtirol sammelt und noch bis Anfang Dezember durch das Land tourt. Halt machte es im Oktober auch im Vigil-Raber-Saal in Sterzing, wo Menschen aus der „LGBTQIA+ Gemeinschaft“ von ihren Erfahrungen, ihrem Leben und ihrem Hiersein berichteten und mit dem Publikum ins Gespräch kamen. Die Interviews sind nachzuhören, u. a. über QRCodes auf Schautafeln in Bibliotheken und an öffentlichen Plätzen in Südtirol. Seit kurzem steht eine Schautafel auch in der Stadtbibliothek Sterzing (im Bild).
H
Am Maa!ifeld 47 Campo Pal.ü
Vera Tronti Harpf ist seit September Ansprechpartnerin für Anliegen, Anregungen und Bedürfnisse älterer Menschen in Südtirol. Die Volksanwältin, Juristin und Mediatorin informiert, berät und unterstützt Senioren, Angehörige sowie Interessierte bei Fragen rund um das Älterwerden. Sie schafft Orientierung über bestehende Angebote und Dienstleistungen, vermittelt an zuständige Stellen weiter und arbeitet mit Institutionen, Gemeinden, Vereinen und sozialen Diensten zusammen. Gleichzeitig setzt sie sich für Teilhabe, Selbstbestimmung und Lebensqualität im Alter ein und sensibilisiert für die Anliegen älterer Menschen. In Sprechstunden in Bozen und in den Bezirken können Senioren ihre Anliegen persönlich vorbringen, Informationen einholen und individuelle Unterstützung erhalten. Die erste Sprechstunde im Wipptal findet am 10. Dezember von 14.30 bis 17.00 Uhr im Bürgerbüro in Sterzing statt. Informationen und Terminvereinbarungen: Tel. 0471 946 020, E-Mail vera.tronti@volksanwaltschaft.bz.it.
,Öff11ungiszeitt!111 Orari d'ai;1et1ur~
Wiesen/Prati d\Vizze -StemngJVipltena
Mo/lu-Fr/'o'I! 8•1.2 • 14•1.8..3'0
Tt!L • 39 04 72 16559~ - info@taetscli.oom
Sams-täg g~.s{:hlass~n/saha,to C'.hius:o
Erker 11/26 39 www.oetsch.com
Whats Upp?! im Wipptol von Tobi vom Jugenddienst
Social Media und Geld: Was junge Menschen wissen sollten Wie beeinflusst Social Media unser Denken über Geld? Mit dieser Frage beschäftigten sich der Jugenddienst Wipptal und die Raiffeisenkasse Wipptal beim gemeinsamen Infoabend „Cash & Clicks“ für junge Erwachsene. Spannende Inputs, ein unterhaltsames „Fakt oder Fake?“-Quiz sowie Pizza, Mocktails und Musik sorgten für einen gelungenen Abend. Soziale Medien zeigen oft nur die positiven Seiten von Reichtum und Erfolg. Verluste, Schulden oder finanzielle Risiken bleiben meist verborgen. Dadurch können unrealistische Erwartungen entstehen und fragwürdige Finanzversprechen glaubwürdig wirken. Gleichzeitig bieten Social Media aber auch Chancen: Finanzwissen kann leicht zugänglich gemacht, neue Kontakte geknüpft und Inspiration für Ausbildung, Beruf oder Nebenjobs gefunden werden. Hier ein paar grundlegende Strategien für einen bewussten Umgang mit Geld für alle, die nicht dabei waren: • Ausgaben bewusst planen und regelmäßig sparen. • Die 50-30-20-Regel als Orientierung für das eige-
40
Erker 11/26
ne Budget nutzen: 50 % für Grundbedürfnisse und Fixkosten, 30 % für persönliche Wünsche und Freizeit, 20 % für Sparen. • Vor spontanen Käufen eine Nacht darüber schlafen. • Konkrete Sparziele setzen, um motiviert zu bleiben.
Noch eine kleine Ankündigung: Die Ministranten von Sterzing organisieren wieder den jährlichen Bücherflohmarkt im Jugenddienst. Kommt am 20. und 21. November vorbei! Es warten viele tolle Bücher auf euch.
IM JUGENDDIENST WIPPTAL 2. STOCK, MARGARETHENHAUS FREIWILLIGE SPENDE
Gesellschaft
1
© lvh
© Elias Priller
Schüler schnuppern Handwerk
© LPA Fachschule Laimburg
Wipptaler Weltklasse
Wipptal
Zum fünften Mal haben die Wipptaler Junghandwerker und Betriebe im September an der Mittelschule Sterzing einen Schnuppertag organisiert. An verschiedenen Stationen konnten die Schüler der 3. Klassen Handwerksberufe kennenlernen, verschiedene Tätigkeiten selbst ausprobieren und dabei eigene Stärken entdecken. Ob Bauen, Reparieren, Gestalten oder kreatives Arbeiten – die teilnehmenden Betriebe zeigten, wie vielfältig und zukunftsorientiert Handwerk heute ist. Mädchen bewiesen dabei nicht nur beim Haareflechten und Händemassieren ihr Geschick, sondern auch im Umgang mit größerem Werkzeug oder am Bagger. Auch Jungen stellten unter Beweis, dass sogenannte „Frauenberufe“ ebenso etwas für Männer sein können. Die „Garage Europa“ zeigte den Schülern die
Welt der Kfz-Mechatronik und Karosserietechnik, bei der „Mader GmbH“ drehte sich alles um Gebäudetechnik. „Holzbau Brugger“ und die Tischlerei „Brunner“ machten erlebbar, was aus Holz entstehen kann. Mit „Plank Bau“ lernten die Jugendlichen die Arbeit der Baumeister und Maurer kennen. „EMP“ gab Einblicke in die Elektrotechnik, die Metzgerei „Loasner“ machte das Lebensmittelhandwerk greifbar. Das Tiefbau-Unternehmen „Manuel Gschnitzer“ zeigte, wie Erdbewegungsarbeiten durchgeführt werden. Hand anlegen durften die Schüler auch am Stand der Spenglerei „Stampfer“, beim Kosmetikstudio „LiVa Kosmetik“, bei der „Hairboutique OHG“ sowie der Instrumentenwerkstatt „Steve“. Möglich gemacht haben den Schnuppertag Betriebe, Sponsoren, Schule sowie zahlreiche Unterstützer.
Spielenachmittag Am 29. November macht das Spielemobil „Dinx“ im Vereinshaus Stilfes Halt und bringt Brett-, Karten- sowie Großspiele wie Kapla mit. Zwischen 14.30 und 17.30 Uhr können Groß und Klein gemeinsam verschiedene
Spiele ausprobieren. Und weil Spielen auch hungrig macht, gibt es ein kleines Kuchenbuffet sowie Kaffee und Säfte. Organisiert wird der Nachmittag vom Bildungsausschuss Stilfes und dem Familienverband Stilfes/Egg.
Liam Fiechter
Franziska Gschnitzer
Liam Fiechter aus Gasteig hat im September bei den World Skills 2026 in Shanghai die Goldmedaille gewonnen. Der 19-Jährige setzte sich im Beruf Mediendesigner gegen die internationale Konkurrenz durch und darf sich damit Berufsweltmeister nennen. Eine Auszeichnung erhielt auch Floristin Franziska Gschnitzer aus Mareit.
belegte Rang acht und erhielt für ihre hervorragende Leistung mit mehr als 700 Punkten die „Medal for Excellence“. Die Floristin absolvierte ihre Lehre in der Gärtnerei „Auer“ in Brixen. Gemeinsam mit Expertin Maria Steinmair setzte sie sich intensiv mit dem Wettbewerbsprogramm im Bereich Floristik auseinander – vom Binden von Sträußen und Brautsträußen über Arrangements mit geschnittenen Werkstoffen und Pflanzungen bis zur Farb- und Formgestaltung sowie dekorativen Werkstücken. Bei den Berufsweltmeisterschaften traten rund 1.400 junge Fachkräfte aus über 70 Nationen in über 60 Berufen gegeneinander an. Die Südtiroler Teilnehmer kehrten mit einer Goldmedaille, einer Bronzemedaille und acht „Medals for Excellence“ nach Hause zurück und bewiesen damit, dass Südtirol auch auf der internationalen Bühne ganz vorne mitspielt. Monatelang hatten sie sich auf diesen Wettkampf vorbereitet – mit viel Talent, Leidenschaft, Fleiß und eng begleitet von Berufsschulen, Ausbildungsbetrieben, Experten, Teamleadern und Übersetzern.
Zudem wurde Liam Fiechter, der jüngste unter den Südtiroler Teilnehmern, als „Best of Nation“ ausgezeichnet. Mit 747 Punkten erzielte er das beste Ergebnis innerhalb des Teams. Fiechter hat in diesem Jahr die Fachoberschule für Grafik „Julius Durst“ in Brixen abgeschlossen. Während des Maturajahres trainierte er mit Expertin Karin Fischnaller, Goldmedaillengewinnerin der World Skills 2011 in London, für den viertägigen Wettbewerb in Shanghai. Dort galt es, unter enormem Zeitdruck möglichst fehlerfrei ein Logo zu designen, eine Verpackung für ein Produkt zu entwerfen, eine 20-seitige Zeitung zu erstellen und Werbung zu konzipieren. Grund zum Feiern hat auch die zweite Wipptaler Teilnehmerin. Franziska Gschnitzer aus Mareit
Erker 11/26
41
Kindetr e sei
Verbinde die Punkte in der richtigen Reihenfolge und finde heraus, wer sich da vesteckt! 10
.8 _5
1
13
11
?
d
16 14
V
. 18
15
20
1.9
Sankt Martin, Sankt Martin, !5.
Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind, sein Ross, das trug ihn fort geschwind. Sankt Martin ritt mit leichtem Mut, sein Mantel wärmt ihn warm und gut. Im Schnee saß, im Schnee saß, im Schnee, da saß ein armer Mann, hatt‘ Kleider nicht, hatt‘ Lumpen an. „O helft mir doch in meiner Not, sonst ist der bitt‘re Frost mein Tod!“
26 . 27
28
30
Eine Latern
e basteln
Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin zieht die Zügel an, das Ross steht still beim armen Mann. Sankt Martin mit dem Schwerte teilt den warmen Mantal unverweilt. Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin gibt den halben still, der Bettler rasch ihm danken will. Sankt Martin aber ritt in Eil‘ hinweg mit seinem Mantelteil.
Material • Leeres Marm eladenglas • Seidenpapier • Flüssigkleber oder Kleister • Pinsel • Schere • Draht oder fe ster Pfeifenput zer (für den Hen • Teelicht kel) Anleitung: Glas gut wasch en und trockn en. Transparen in kleine Stücke tpapier reißen. Glas m it Kleber einpin Papierstücke au seln. fkleben. Noch einmal Kleber streichen und drübertrocknen lassen . Draht oder Pf zer als Henkel eifenputbefestigen. Teel ic ht ins Glas stel fertig ist die La len und terne.
42
Erker 11/26
Gesellschaft
Sterzing
Farbenfrohe Botschafter des Friedens
Kinder der 3. Klassen der Grundschule „Dr. J. Rampold“ und der 3. Klassen der italienischen Grundschule „Alexander Langer“ haben gemeinsam Friedensbänke und Friedenssteine gestaltet. Bevor jedoch Pinsel und Farben zum Einsatz kamen, beschäftigten sie sich mit Friedenssymbolen und sammelten Ideen, die sie anschließend auf den Bänken und Steinen sichtbar machten. Besonders die Vielfalt der Sprachen machte ihre Werke zu etwas Besonderem. Das Wort „Frieden“ schrieben sie in verschiedenen Sprachen nieder – ein Zeichen dafür, dass Frieden alle Menschen verbindet, unabhängig von Sprache und Herkunft. Sprachliche und kulturelle Grenzen rückten auch beim gemeinsamen Malen in den Hintergrund: Die Kinder lern-
ten sich kennen, tauschten sich aus, halfen einander, entdeckten Gemeinsamkeiten, arbeiteten konzentriert und lachten viel. Unterstützt wurden sie bei ihrem Projekt von ihren Lehrpersonen. Auch Schuldirektorin Francesca Amodio und Stadträtin Chiara Martorelli lobten den Einsatz, die Kreativität und das gelungene Miteinander der Kinder. Das Malprojekt zeigte eindrucksvoll: Frieden beginnt im Kleinen – beim Zuhören, beim Reden, beim gemeinsamen Gestalten und beim gegenseitigen Respekt. Die bunten Bänke und Steine sollen noch lange daran erinnern, was entstehen kann, wenn Kinder verschiedener Sprachgruppen gemeinsam an etwas arbeiten und Freude am Miteinander haben.
1
Jugendfeuerwehr glänzt bei Prüfung Anfang Oktober haben die Jugendfeuerwehren der Bezirksfeuerwehrverbände Unterpustertal, Oberpustertal und Wipptal in St. Georgen die Jugendleistungsprüfung mit Challenge und Wissenstest abgelegt. Unter den Teilnehmern waren auch die Jugendfeuerwehren Ratschings-Mareit, Sterzing, Kematen-Pfitsch und Mauls. In den Bewerben stellten Jugendliche zwischen zehn und 17 Jahren ihr Können unter Beweis. Die Challenge – von der Erkennung von Gefahrensymbolen über die Marschübung bis hin zu Einsatzszenarien – verlangte viel Teamarbeit, Geschicklichkeit und Feuerwehrwissen. Die Jugendfeuerwehr Ratschings belegte dabei den hervorragenden 2. und 3. Platz. Auch den Wissenstest über Feuerwehrgeräte, Dienstgrade, Erste-Hilfe-Maßnahmen und Brandverhalten bestanden
die 43 Wipptaler Jugendlichen mit Bravour. Neun von ihnen erlangten das Abzeichen in Gold. Beim Kuppelbewerb ging die
Jugendfeuerwehr Ratschings an den Start und belegte den 11. Platz. „Unsere Jugendlichen haben großartige Arbeit geleistet“, freut sich Jugendreferent Thomas Wurzer. „Es ist schön zu sehen, wie motiviert und kameradschaftlich sie sich vorbereiten und ihre Prüfungen meistern.“ Mit den Leistungsbewerben geht das Wettkampfjahr zu Ende. Der nächste Auftritt der Jugendfeuerwehr folgt am 23. Dezember um 16.00 Uhr vor dem Rathaus in Sterzing, wo das Betlehemlicht an die Bevölkerung übergeben wird.
Erker 11/26
43
Gesellschaft
Trens
2.000 Euro für Wünschewagen
Im Frühjahr veranstaltete die Schützenkompanie Maria Trens im Schützenheim ein Gedenkschießen für ihr verstorbenes Mitglied Johannes Plattner. Bereits im Vorfeld stand fest: Der Reinerlös sollte einem guten Zweck zukommen. Die Kompanie entschied sich für den Wünschewagen. Beim traditionellen Frühschoppen am 4. Oktober übergaben die Schützen schließlich den freiwilligen Helfern des Wünschewagens einen Scheck über 2.000 Euro. Diese bedankten sich für die großzügige Unterstützung und nutzten die Gelegenheit, die berührende und wertvolle Arbeit vorzustellen. Sie erklärten, welche Aufgaben der Wünschewagen hat und wie er schwerkranken Menschen einen letzten Herzenswunsch und damit einen besonderen, persönlichen und wertvollen Moment ermöglicht. Anschließend konnte das Fahrzeug besichtigt werden.
Gossensaß
Gelungene Tagesfahrt
Anfang Oktober organisierte die KVW Ortsgruppe Gossensaß eine Tagesfahrt nach Tignale mit Besichtigung der Wallfahrtskirche Madonna di Monte Castello. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in Tremosine blieb Zeit für einen gemütlichen Aufenthalt in Limone. Die Teilnehmer genossen einen abwechslungsreichen und geselligen Tag.
44
Erker 11/26
Frauen auf Wallfahrt Unter dem Motto „Was ich dir wünsche …“ machten sich am 1. Oktober zahlreiche Frauen zur 15. Frauennachtwallfahrt der Katholischen Frauenbewegung nach Maria Trens auf. Es war ein Abend voller Besinnung, berührender Worte, Musik und gelebter Gemeinschaft. Im Mittelpunkt der stanLiturgiefeier den die vier Wünsche Frieden, Freude, Mut und Glauben – Wünsche, die Kraft schenken, Hoffnung wecken und uns auf unserem Lebensweg begleiten. Frieden, der uns im Miteinander trägt. Freude, die unser Herz weit macht. Mut, der uns neue Wege gehen lässt. Und Glauben, der uns Halt und Zuversicht schenkt – auch dann, wenn das Leben Herausforderungen bereithält. Zu Beginn der Feier wurde Helene Benedikter gedacht, die heuer verstorben ist. Vor 15 Jahren hatte sie die Idee zu dieser Wallfahrt, um Frauen in der Nacht gemeinsam
auf den Weg zu schicken – als Zeichen der Gemeinschaft, des Glaubens und der Hoffnung. Ihr Andenken begleitete die diesjährige Wallfahrt in besonderer Weise. Der Kirchenchor Mauls sorgte für die feierliche musikalische Gestaltung. Mit ihren persönlichen Gedanken ließ Manuela Unterthiner die vier Wünsche lebendig werden und lud dazu ein, über ihre Bedeutung für das eigene Leben nachzudenken. Bei der anschließenden Agape vor der Kirche blieb Zeit zum Reden und zum gemütlichen Beisammensein. Dabei wurde Gemeinschaft noch einmal ganz unmittelbar spürbar. Ein schönes Zeichen der Solidarität waren die gesammelten Spenden in Höhe von 501 Euro für bedürftige Familien. Mit vielen berührenden Eindrücken ging dieser besondere Abend zu Ende.
Sterzing
Traditioneller Martini-Umzug Am 11. November findet in Sterzing wieder der traditionelle Martini-Umzug statt. Dieser beginnt um 16.30 Uhr in der Innsbrucker Straße (Steindl) und führt in Begleitung des hl. Martin auf seinem Pferd sowie Trommlern des Jugenddienstes Wipptal zum Untertorplatz. Die Route verläuft anschließend weiter über den Untertorplatz und durch die Jaufengasse zurück in die Neustadt
bis zum Rathaus und zur Raiffeisenkasse Wipptal. Dort legt der Umzug einen Zwischenstopp ein, bei dem vom Zivilschutz Würstchen und Tee an die Teilnehmer ausgegeben werden. Gegen 17.45 Uhr ist ein gemeinsames Singen der Sterzinger Kindergartenkinder geplant. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos und ohne vorherige Anmeldung möglich. Weitere Informationen unter www.zeitschenken.it
Gesellschaft
1
Kematen
Zum Geburtstag gratuliert
© Lukas Markart
Bunte Körbe, fröhliche Kinderstimmen und festliche Musik erfüllten kürzlich die Pfarrei St. Nikolaus in Außerpfitsch: Beim diesjährigen
Erntedankfest kamen Jung und Alt zusammen, um bei einem Familiengottesdienst für die Gaben der Natur und das Gute im Alltag Danke zu sagen. Ein Fest, das nicht nur die Dankbarkeit, sondern auch die Gemeinschaft in der Pfarrei spürbar machte. Schon beim Einzug sorgten die Kinder mit ihren liebevoll gestalteten Körben für ein stim-
mungsvolles Bild. Die musikalische Gestaltung übernahm die Singgruppe Kematen, die mit Unterstützung von Geigen und Keyboard für eine besonders schöne Atmosphäre sorgte. Zum Abschluss gratulierte die Pfarrgemeinde Pfarrer Walther Prast zu seinem 85. Geburtstag. Als musikalischen Geburtstagsgruß brachte ihm die Singgruppe ein Ständchen dar, das ihn sehr überraschte und für große Freude sorgte. Im Anschluss waren alle zu einem kleinen Umtrunk im Schulhof geladen. Die Ministranten boten Kuchen zum Verkauf an und verbanden damit die süße Freude mit einem guten Zweck. So wurde das Erntedankfest zu einem schönen Tag der Gemeinschaft, der Dankbarkeit und der Begegnung und zugleich zu einem besonderen Anlass, um gemeinsam mit Pfarrer Walther Prast auf 85 erfüllte Lebensjahre anzustoßen.
Wiesen
Unser Wald - ein besonderer Schatz Ende September drehte sich im Gemeindepark Wiesen ein Vormittag lang alles rund um das Thema Wald. Die Waldinteressentschaft Wiesen gab Einblick in ihre Arbeit und erklärte, warum der Wald für uns so wertvoll ist. Wie ein Schutzschild bewahrt er unsere Siedlungen und Straßen vor Lawinen, Steinschlag und Muren. Er reinigt unsere Luft, speichert sauberes Trinkwasser und liefert uns den nachhaltigen Rohstoff Holz. Nicht zuletzt ist er ein wichtiger Lebensraum, ein natürlicher Klimaschützer und ein unverzichtbarer Ort für Erholung.
Diese und mehr Zusammenhänge wurden den Besuchern bei Stationen der Interessentschaft Wiesen (Waldbewirtschaftung), der Forststation Sterzing (Schutzwald und Biodiversität im Wald), des Jagdverbandes (nachhaltige Jagd) sowie des Amtes für Natur und Umwelt (Begehung des Biotops Kircherau) anschaulich vorgeführt. Den Abschluss bildete ein gemeinsames Grillfest mit lokalen Produkten. Organisiert wurde der Waldtag von der Waldinteressentschaft und dem Bildungsausschuss Wiesen in Zusammenarbeit mit der Grundschule.
Sterzing
Tablets für offene Lernformen übergeben Mitte September nahmen die Schüler der 1. Klassen der Grundschule „Dr. J. Rampold“ gemeinsam mit ihren Lehrpersonen und Direktorin Ulrike Thaler acht Ta-
blets für die Grundschulen des Sprengels Sterzing I in Empfang. Die digitalen Geräte wurden von der Raiffeisenkasse Wipptal gesponsert und im Rahmen einer kleinen Feier offiziell an die Schule übergeben. Die Tablets werden künftig im Rahmen der offenen Lernformen eingesetzt und unterstützen die Schüler beim kreativen und digitalen Lernen. Durch den gezielten Einsatz moderner Technologien können Lerninhalte noch anschaulicher vermittelt und individuelle Lernwege besser begleitet werden. Die Geräte ermöglichen den Kindern u. a., digitale Lernangebote zu nutzen, Projekte zu dokumentieren und ihre Medienkompetenz schrittweise auszubauen.
Erker 11/26
45
1
Gesellschaft
Sterzing
Freienfeld
Weihnachtsmarkt im „Fugger“
Ein Nachmittag voller Begegnungen
Die Bezirksgemeinschaft Wipptal veranstaltet wieder den traditionellen Weihnachtsmarkt im Sozialzentrum „Fugger“. Dieser findet am 26. November von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie am 27. November von 9.00 bis 13.00 Uhr statt.
Ein voller Saal, lebhafte Gespräche, herzliche Atmosphäre: Senioren aus allen Fraktionen folgten Anfang Oktober der Einladung der Gemeinde und verbrachten im Vereinshaus Stilfes einen geselligen Nachmittag. Das Gemeinschaftsprojekt ist auf Initiative von Seniorenvertreterin und Gemeindereferentin Stefanie Eisendle sowie Gemeinderat Hubert Fleckinger entstanden und wurde vom Seniorenbeirat sowie den örtlichen Seniorenvereinen und freiwilligen Helfern mit viel Engagement umgesetzt. Mittelpunkt des Nachmittags war das Erzählcafé: An mehreren Tischen tauschten Senioren Geschichten und Begebenheiten aus
ihrem Leben aus. Dabei wurde auch viel gelacht und so manche gemeinsame Erinnerung entdeckt. Bei Kaffee und Kuchen blieb zudem Zeit, alte Bekanntschaften aufzufrischen und neue Kontakte zu knüpfen. Bürgermeisterin Verena Überegger dankte allen Beteiligten und unterstrich die wichtige Rolle der älteren Generation für das gesellschaftliche Leben in der Gemeinde. Die Organisatoren hoffen, den Seniorentag künftig jährlich veranstalten zu können. Denn der Nachmittag hat deutlich gezeigt: Gemeinschaft lebt davon, dass man zusammenkommt und Zeit miteinander verbringt.
,----------------------------------------------------------------------------------------------------------' 1
... denn der näGh,steWinter ~mmnmtbestimmt! Pre,parate~i ßerrl'inverno! Profess·oneHer & s,chneller ,Kunde1ndienst .. Pr.ofess, ser
AGRAR & GARDIENCENTER Sc:hllf-Weg Via del C:anneto, Sten:ing/Vl piteno, Tel. 0472 765308 inf"olaig raus.l
46
Erker 11/26
"
e,fQJ:e
ti.
Trens
Energieeffizient saniert Der Fraxenhof in Trens, der acht Altenwohnungen, ein Ambulatorium sowie einen Seniorentreff beheimatet, wurde umfassend energetisch saniert. Das im Frühjahr 2026 gestartete Projekt zielte darauf ab, den Energieverbrauch deutlich zu reduzieren, die CO2Emissionen nachhaltig zu senken und gleichzeitig den Wohn- sowie Nutzungskomfort spürbar zu verbessern. Ermöglicht wurde diese zukunftsweisende Initiative durch die Unterstützung des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) 2021 – 2027 im Rahmen der Priorität 2 „Green“. Die gesamten Projektkosten beliefen sich auf rund eine Million Euro. Ein beacht- Prozent und somit ein Förderbe- de direkt durch EFRE finanziert. licher Teil hiervon – nämlich 80 trag von rund 800.000 Euro – wur- Dank sorgfältiger Vorbereitungen,
reibungsloser Vergaben, präziser Planungen sowie gezielter sicherheits- und energiespezifischer Maßnahmen konnte die Sanierung planmäßig umgesetzt werden. Ein zentraler Aspekt während der gesamten Bauphase war das Wohlbefinden der Menschen vor Ort: Die Bewohner sowie alle Nutzer konnten während der Arbeiten im Gebäude verbleiben, da die Sanierung so konzipiert wurde, dass die alltägliche Nutzung nur minimal eingeschränkt war. Bürgermeisterin Verena Überegger betont den großen Wert des Vorhabens: „Dieses Projekt zeigt, wie gezielte Investitionen den Gebäudebestand, den Klimaschutz und die Lebensqualität gleichermaßen fördern können.“
Erker 11/26
47
1
Kultur
Klang überwindet Grenzen Siegerprojekt für die Landshuter Europahütte steht fest
Für den Sommer 2027 ist die Eröffnung der neuen Landshuter Europahütte geplant. Im Oktober wurden die Arbeiten für den Rohbau weitgehend abgeschlossen. Das Schutzhaus in den Zillertaler Alpen liegt direkt auf der Staatsgrenze zwischen Italien (Pfitsch) und Österreich (Gries am Brenner). Die neue Hütte bietet Platz für rund 70 Gäste.
Die Teams stellten die eingereichten Projekte im Prennerhaus an der österreichisch-italienischen Grenze öffentlich vor und beantworteten Fragen zu Wirkung, Ortsbezug, Technik, Sicherheit und Kosten. Die Jury setzte einhellig Jocher und Coen auf Platz eins. Ihre Klanginstallationen aus Bronze werden im Grenzgelände rund um die Europahütte durch Wind oder Berührung in Bewegung versetzt und zum Klingen gebracht. Sie verbinden Grenze,
48
Erker 11/26
Wasserscheide, Landschaft und Südtirol. Der DAV ist federfüh- Sommer 2027 geplant. Architektur und beziehen die rend für Planung und Ausführung Das Projekt „Building Beyond Menschen, die hier unterwegs der derzeitigen Wiedergewin- Borders“ begleitet die Saniesind, in einen gemeinrung und soll die Europahütte zu samen Resonanzraum einem begehbaein. ren europäischen Erinnerungs- und Ein Haus, Erfahrungsort mazwei Staaten chen. Dazu wird dauerhafte ortsDie Europahütte liegt spezifische Kunst auf 2.693 m an der mit Vermittlungsösterreichisch-italieelementen, einer nischen Staatsgrenze We b d o k u m e n und an der Europäischen Hauptwassertation und dem scheide. 1899 von der Audioprojekt DAV-Sektion Landshut „Stimmen der EuJonathan Coen Elias Jocher als Landshuter Hütte ropahütte / Voci eröffnet, wurde sie durch die nung. Der sanierungsbedürftige del Rifugio Europa / Voices of Grenzziehung nach dem Ersten Bau wird nach einem Projekt von the Europahütte. Menschen erWeltkrieg geteilt; die Staatsgren- Architekt Matteo Scagnol durch zählen von einem Ort, durch den ze verlief fortan mitten durch das einen Teilersatzbau erneuert eine Grenze geht“ vor Ort verGebäude. Heute gehören 52 Pro- und erweitert; die Grenze bleibt bunden. Im Mittelpunkt stehen zent dem DAV Landshut und 48 im Neubau auf drei Ebenen ab- die Themen Grenze und GrenzProzent der Autonomen Provinz lesbar. Die Eröffnung ist für den überwindung, Zusammenarbeit, © Anita Rossi
Elias Jocher aus Brixen und Jonathan Coen aus Bayern haben mit ihren an Glocken angelehnten Klanginstallationen den länderübergreifenden Kunstam-Bau-Wettbewerb „Building Beyond Borders – Europahütte“ gewonnen. Fünf Finalistenteams präsentierten im September am Brenner ihre Entwürfe einer internationalen Fachjury.
Kultur
1
Sterzing Migration, Klima, Tourismus und Erinnerungskultur. Ein Wettbewerb über Grenzen hinweg Im Frühjahr 2026 konnten sich Kunstschaffende aus Südtirol, Tirol und Bayern ausschließlich in länderübergreifenden Pairings bewerben. Aus 31 Interessensbekundungen wählte eine erste Jury fünf Teams aus. Nach einem Lokalaugenverpflichtenden schein an der Europahütte im Juni erarbeiteten diese bis Ende August Konzepte mit Visualisierung, technischer Planung und Kostenaufstellung. Bewertet wurden sechs vorab bekannte Kriterien: Wirkung auf die Besucher und Bezug zur grenzübergreifenden Grundidee, Orts- und Architekturbezug, künstlerische Qualität, technische Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit. Kunstschaffende spielen mit Grenzüberschreitungen Elias Jocher, 2001 in Brixen geboren, studierte Transmediale Kunst an der Universität für Angewandte Kunst in Wien. Jonathan Coen, Jahrgang 1997, stammt aus Mindelheim in Bayern. Der Kommunikationsdesigner studiert derzeit Critical Creative Practices an der Freien Universität Bozen. Auch ihre Zusammenarbeit ist aus grenzüberschreitenden Lebenswegen entstanden. Beide waren 2025 mit eigenen Arbeiten bei der SMACH-Biennale für Land Art vertreten; ihre Installationen wurden für den Skulpturenpark angekauft. Neben Jocher/Coen standen vier weitere Projektideen zur Wahl: Ingrid Hora/Katharina Cibulka mit einer Land-Art-Intervention zu Geologie und Migration; Eva
Schlegel/Michael Fliri mit Interventionen im Innen- und Außenbereich zu Trennung und Verbindung; Hubert Kostner/Gregor Passens/Torsten Mühlbach/Michael Sailstorfer mit drei regionalen Brottypen als „versteinerte Brote“ aus Findlingen sowie das Kollektiv Longega mit mehrschichtigen Eingriffen in Stube und Terrassenbereich, die Bergund Grenzsymbole aufgreifen. Die grenzüberschreitende Jury bildeten die Kunsthistorikerinnen und Kuratorinnen Silvia Höller (Tirol), Esther Erlacher (Südtirol) und Noemi Frattini (Bayern). In ihrer Begründung hieß es: „Der Entwurf überzeugte durch seine außergewöhnliche Vielschichtigkeit, seine hohe künstlerische Qualität und seine präzise Auseinandersetzung mit der Europahütte als historischem, geografischem und architektonischem Ort. Im Zentrum steht eine ebenso einfache wie starke Idee: Klang überwindet Grenzen. Anders als eine Linie oder ein Zeichen lässt er sich nicht festhalten; er breitet sich über die physische Grenze hinweg aus. Die Formen der Skulpturen entstehen aus den topografischen Höhenlinien der Umgebung. Wasserscheide, Wind und Bewegung werden ebenso Teil der Arbeit wie die Geschichte der Grenzziehung.“ Die Jury sieht die langfristige Qualität der Arbeit darin, dass sie sich nicht „in einem einmaligen visuellen Effekt erschöpft, sondern sich durch Wind, Wetter, Licht, Berührung und Zeit verändert. Bei jedem Besuch kann sie anders wahrgenommen werden“. Projektträger und Auftraggeber ist der DAV Landshut unter Vorsitz von Bernhard Tschochner; Projektpartnerin und Miteigentümerin ist die Autonome Provinz Südtirol.
Baukultur in der Euregio Ende Oktober wurde am Sitz der Bezirksgemeinschaft Wipptal in Sterzing die Wanderausstellung „Baukultur in der Euregio Tirol Südtirol Trentino“ eröffnet.
Baukultur ist mehr als Architektur oder einzelne Gebäude. Sie prägt unsere Umwelt und unseren Alltag und bildet den Rahmen für unser Arbeiten, Wohnen und Zusammenleben. Sie ist Teil unserer Identität und fest mit den regionalen Besonderheiten verbunden. Um in der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino das Bewusstsein für Baukultur zu stärken und einen verantwortungsvollen Umgang zu fördern, wurde 2025 erstmals der von Wendelin Weingartner (Landeshauptmann von Tirol 1993 – 2002) gestiftete Euregio-Baukulturpreis vergeben. Ausgegangen ist die Initiative vom Kuratorium für Technische Kulturgüter. Die erste Ausgabe zum Thema „Weiterbauen in Bestand und Umgebung“ war mit knapp 60 Einreichungen von Architekturschaffenden aus den drei Ländern ein voller Erfolg. Die Projekte werden seit dem Frühsommer in der Euregio in einer Wanderausstellung gezeigt. Die Ausstellung richtet sich an eine breite Öffentlichkeit und lädt ein, sich über Baukultur zu informieren und eventuell Inspiration für eigene Vorhaben zu holen. Die Besucher sind eingeladen, über den eigenen Lebensraum und dessen Gestaltung nachzudenken. Bei der Eröffnung sprachen nach Grußworten von Bezirkspräsident Martin Alber und Sterzings Bürgermeister Peter Volgger Matthias Delueg (delueg architekten, Sterzing), Martin Seidner, Nadia Erschbaumer (NAEMAS Architekten, Sterzing), Martina Pecher (Landesbeirat für Baukultur und Landschaft), Alessandro Silvestri (Keim Farben, Brixen) und Wittfrieda Mitterer (Direktorin Kuratorium Technische Kulturgüter). Anlässlich der Ausstellungseröffnung wurde auch der restaurierte Sitz der Bezirksgemeinschaft Wipptal vorgestellt. Am Sitz der Bezirksgemeinschaft ist die Ausstellung noch bis zum 23. November (Montag – Donnerstag: 8.30 – 12.30 Uhr, Freitag 8.30 – 12.30 Uhr) zu sehen.
Erker 11/26
49
1
Kultur
Transglutaminase: ein neuer Blick auf Brot Eine Ausstellung im LURX Raum für Kunst und Kultur in Sterzing lädt vom 19. bis zum 22. November dazu ein, ein alltägliches Grundnahrungsmittel neu zu betrachten.
Brot ist selbstverständlich. Es liegt auf unseren Tischen, begleitet uns durch den Tag und ist in unzähligen Varianten jederzeit verfügbar. Doch was wissen wir eigentlich über das Lebensmittel, das uns seit Jahrtausenden begleitet? Mit der Ausstellung „Transglutaminase“ macht der Hobbybäcker Peter Frank Brot zum Ausgangspunkt einer künstlerischen Auseinandersetzung mit unserer Gesellschaft. Transglutaminase ist ein Enzym, das in der Lebensmittelindustrie eingesetzt wird, um Proteine miteinander zu verbinden. Für Frank steht es sinnbildlich für eine Entwicklung, in der technische Verfahren zunehmend ersetzen, was früher durch Zeit, Natur und Handwerk entstand. Die Ausstellung will dabei keine wissenschaftliche Abhandlung über Lebensmittel sein, sondern einen anderen Zugang eröffnen: einen künstlerischen, sinnlichen und philosophischen. Peter Frank haben eigene Unverträglichkeiten dazu gebracht, seine Beziehung zu Brot und dessen Herstellung zu erforschen. Seine Ausstellung wirft nun die Frage auf, was unser Umgang mit einem Grundnahrungsmittel über unsere Werte erzählt, über Landwirtschaft, Handwerk, Konsum und darüber, wie viel Aufmerksamkeit wir den einfachen Dingen des Lebens noch schenken. In der Installation werden Brote, Brotscheiben und halbierte Laibe zu Kunstobjekten. Dokumentierte Experimente und Beobachtungen ergänzen die Inszenierung. So sollen neue Perspektiven und Fragestellungen entstehen, ohne fertige Antworten vorzugeben. Die Ausstellung „Transglutaminase“ wird am 19. November um 18.00 Uhr im LURX Raum für Kunst und Kultur eröffnet. Neben einer Einführung durch Peter Frank gibt es einen kleinen Umtrunk und eine Brot-Verkostung. Weitere Besichtigungsmöglichkeiten gibt es vom 20. bis zum 22. November, jeweils von 10.00 bis 12.00 Uhr und von 16.00 bis 18.00 Uhr.
50
Erker 11/26
Sterzing
Neues Stadtmodell enthüllt Sterzing erlebt eine neue Perspektive auf seinen historischen Stadtkern: Anfang Oktober wurde auf dem Stadtplatz neben dem Eingang zum Tourismusbüro ein detailgetreues Bronzestadtmodell feierlich enthüllt. Das Projekt basiert auf einer UniversitätsThesis an der TU München aus dem Jahr 2020 der Studenten Julian Dittlmann, Matthias Delueg und Daniela Beerens, die das Modell der Alt- und Neustadt im Maßstab 1:500 ursprünglich in gebranntem Ton angefertigt hatten. Um das Werk für die Ewigkeit festzuhalten, wurde es nun von der Kunstgießerei Dierler aus Marling in langlebigem Bronzeguss umgesetzt. Ermöglicht wurde die Realisierung in erster Linie durch den Museumsver-
ein Sterzing, der sich um die Finanzierung gekümmert hat. Dies wurde von der Raiffeisenkasse Wipptal gemeinsam mit der Gemeinde Sterzing übernommen.
Bei der feierlichen Enthüllung am Stadtplatz begrüßte Vereinspräsident Theo Gögl die Anwesenden. Anerkennende Worte zur Bedeutung des neuen Modells sprachen zudem Bürgermeister Peter Volgger sowie Martin Leitner, Direktor der Raiffeisenkasse Wipptal. bar
Ridnaun
Magdalenakirche erstrahlt in neuem Glanz Nach dem erfolgreichen Abschluss der dringend notwendigen Restaurierungsarbeiten erstrahlt die St. Magdalenakirche in Ridnaun wieder in neuem Glanz. Das Projekt umfasste die fachgerechte Instandsetzung des schadhaften Sockelbereichs, die farbliche Erneuerung der angegriffenen Kirchenfassade sowie die Montage neuer Dachrinnen. Die Gesamtkosten für diese umfassenden Maßnahmen beliefen sich auf rund 57.000 Euro.
Der erfolgreiche Abschluss dieses Vorhabens wurde durch das engagierte Zusammenwirken aller beteiligten Fachkräfte ermöglicht. „Ein besonderer Dank gilt zudem allen Institutionen, Sponsoren sowie der Bevölkerung für die wertvolle finanzielle und praktische Unterstützung, die dieses wichtige Projekt für die Dorfgemeinschaft getragen hat“, so Pfarrgemeinderatspräsident Hermann Wild.
II II n
li
::
1
?
"' "' "" II II II
~~ • -~1\~~_...,~
::
... "' II II II 1
- II ,..II r
••
Vahm/Neustift - Morgensum 7:15Uhr. 1111 Speises.1aldesScllüJerheims
Kloster Neustift sit1.en 85 Jungs 1,wischen 10 und 18 Jahren l)cim Frühstück. Sie l~uschcn sich über das WochMcnd~ aus. luchen. Die \iVochcbeginnt-gemeinsam. ~wenn 1,ltcrn üb~r das Schiderheiin Kloster Neustift sprcd1en, fällt ein Sati immer wieder: Daswar die beste Entscheidung für unseren Sohn", betont der Heimleiter Armin Eiscndle. "Oas eigene Kind von Montag bis Freitag woanders wohnen zu lassen, ist eine groee Enlscheiclung. Qoch wenn die Ellen\ sehen, wie ihre Kinder hier an Setbständigl\cit gewinnen und über sich hinauswachsen.erkennen sie: Das ist ein Geschenkfürs Lcbcn.- Dabei sei ~ines sehr wichtig. so Eiscndte:.,Wir wollen Familicmnicht erserten. sondern ergänz~n." Ein Alltag, der trägt
Die Mittelschüler besuchen die Außenstelle der öffentlichen Mittelschule Oswald von Wolkensteindire~-t!m 1-Jous. Keinlangi:rSchlllweg. keine Hek\Jkam Morgen.DieOberschüler erreiclie,, ihreCymnnsien In Brixen bequem mit dern Ci~ybusoderdeii1Fahrrad. Nachmittags wird Cler Klosterhof lebendig: Vier engagierte Enieherlnnen und Erzteller gestalten ein vielseitiges Programm mit klarem Fokus auf Bewegung1rnd Sport. Rugby, Breakdance,Selbstverteidigung. unterstiltzt von externen Trainern... Viele entdecken hier zun;,ersten Mal, dass sie rlchtig &lll in etwas sind". berichtet Erzieher Andreas. ,.Spaßund Freudean der Bewegungstellen dabei im Vordergrund." Musik verbindet, Freundschaftbleibt
Mil dem Neustifter Schülerheimchor lebt eine j~hrhundertealte Tradition weiter.. ,,1anche kom,uen hierher. "'eil sie singen \vollen. Ande111 entdeckenIhre Liebezur Musik ers1hier. schildert Eisendle...Alle erleben.Teil von etwas Größeremzu sein, das verbindetBegleitung, die anhommt
.Wir sind nah dran an den Jungs-. erklärt der llcin1lcitcr. ,.Wir kennen ihre Stär~en. ihre Sorgen, ihre Träume." Oas bedeutet auch: klare Strukturen, verlässliche Tugcsabläl11'~ und bewusst hantlyfrcic Zeiten. Am Frcitagnachmiltag fahren alle nach llause. iu ihren F~millcn, in ihr~ Dörfer.• wir sind ein Z.uh,,ust:auf Zeit"'.s6 f.isendle. _Rückmeldungenclcr ~llern bestätigen das immer wieder: Mein Sohn ist selbstbewusstergcwördc11.Untl das ist das Schönean unseremJob -Jungs.stark fürs l..ebcn7,11 machen." Anmeldungen laufen
Aktuell laufen die.Anmel,;luttgenl'ilr das Schuljalir 2027/28. Die Plätze sind begrenz!. .,c·ernt>kann ein unverbinclliche$ lnfngesp,n0h mit anschlief~enderBesichtigung des i,chülerheims vereinbart werden·. sagt Eiseilelle. Kontakt: schuelerheim@klos1er-neus1ifl.H I Tel.0472824359
lnstagram:@schuelerhei m klosterneusl in
,,,-;
• '
Zum Video l!I
.
tq.n~1FN Nl.l:!)"'I 11•r
51
/\ B8AZJ/\ OI liOV,\CF.Lü\
Erker 10/26
.
1
Kultur
Sterzing
Der Gott des Gemetzels
Sterzing
Theateraufführung: „Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt“ In einer Inszenierung von Michaela Senn zeigt das Theater praesent aus Innsbruck am 4. Dezember im Stadttheater Sterzing Felicia Zellers Theaterstück „Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt“.
In einer Inszenierung von Markus Oberrauch vom Ritten zeigt die Stadtbühne Sterzing im Stadttheater Yasmina Rezas weltberühmtes Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“. Das Stück, eine bitterböse Komödie über vier Erwachsene, die unbedingt zivilisiert bleiben wollen und dabei eindrucksvoll zeigen, wie dünn die Schicht der guten Umgangsformen manchmal sein kann, bietet einen pointierten Theaterabend voller Wortgefechte, überraschender Allianzen und Situationen, bei denen man vielleicht gerade deshalb so herzlich lachen muss, weil einem manches erschreckend bekannt vorkommt. Es spielen Susanne Egger, Markus Oberrauch, Gerhard Schneider und Werner Hohenegger. Alle Termine im Veranstaltungskalender und auf Erker online.
L’invidia dell’orso Am 24. November (20.30 Uhr) präsentiert das Teatro Stabile aus Bozen Angela Demattès Theaterstück „L’invidia dell’orso“ (Der Neid des Bären). Die Komödie in italienischer Sprache, begleitet von alpinen Gesängen, handelt von der Beziehung eines Trentiner Bergbauernpaares zu einem Bären.
52
Erker 11/26
Statistiken zufolge hat jede dritte Frau zwischen 18 und 74 Jahren in Österreich ab dem Alter von 15 Jahren körperliche und/oder sexuelle Gewalt erlebt. Fast jede sechste Frau war im Erwachsenenalter von Androhungen körperlicher Gewalt betroffen. Über 16 Prozent der Frauen zwischen 18 und 74 Jahren erleben körperliche und/oder sexuelle Gewalt, die von Partnern ausgeht, also sogenannte häusliche Gewalt. Dies geht aus einer Erhebung zu Gewalt gegen Frauen hervor, die Statistik Austria zwischen 2020 und 2021 im Auftrag von Eurostat und dem Bundeskanzleramt durchgeführt hat. Das Thema Gewalt gegen Frauen, das eigentlich als „männliche Gewalt“ bezeichnet werden sollte, wird immer wieder verharmlost oder als Randphänomen abgetan. Dabei wird geleugnet, dass es sich um ein zutiefst strukturell verankertes gesamtgesellschaftliches Problem handelt. In ihrem Stück „Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt“ verwebt Felicia Zeller, basierend auf realen Interviews, höchst artifiziell die Biografien von Frauen, die den Weg ins Frauenhaus gefunden haben, mit helfenden Stimmen von Frauenhaus-Mitarbeitern oder Ärzten, verletzenden Täterstimmen sowie den unachtsamen Stimmen derer, die am Problem vorbeischauen. Daraus ist eine kraftvolle Partitur entstanden, die Lebenssplitter miteinander
verwebt und poetisch zwischen der Suche nach Lebensglück und realen Sachzwängen reibt. Verzweiflung schlägt dabei so schnell ins Absurd-Komische um, wie in manchen Partnerschaften Familienfrieden in sinnlose Gewalt umschlägt. Der Abend will nicht in der Betroffenheitsgeste ver-
harren und Frauen in einer Opferdarstellung abbilden, sondern starken Stimmen Raum geben, die sich aufmachen, ihr Leben neu zu gestalten. Die Vorführung beginnt um 20.00 Uhr, die Platzwahl ist frei. Karten im Vorverkauf (empfohlen) sind ab dem 16. November im Tourismusverein Sterzing und in allen Sparkasse-Filialen im Land erhältlich. Online-Verkauf: www.ticket.bz.it. Kartenreservierung: Tel. 0471 053800 (Dienstag – Freitag 14.30 – 19.00 Uhr, Samstag 15.30 – 19.00 Uhr); E-Mail: info@ticket.bz.it
Gossensaß
Chaos im Landtag Wer glaubt, in der Politik gehe es immer bierernst zu, hat die Heimatbühne Gossensaß noch nicht erlebt. Die spielfreudige Gruppe bringt im November die turbulente Komödie „Verzeihung, Herr Landeshauptmann“ unter der Regie von Jonas Prieth auf die Bühne des örtlichen Theatersaals und verwandelt geordnete Politik in ein grandioses, urkomisches Chaos. Der Landeshauptmann steht eigentlich kurz vor der Verkündung eines strengen moralischen Reformprogramms für das Land. Doch die tugendhafte Fassade bröckelt gewaltig, als plötzlich ein unerwarteter Gast in seiner Amtswohnung auftaucht: Eine junge Dame entpuppt sich als das Ergebnis eines längst vergessenen,
nächtlichen Fehltritts des Regierungschefs während eines früheren Parteitags. Um die politische Karriere und den drohenden Skandal vor der Presse, der misstrauischen Ehefrau und den treuen Wählern zu verheimlichen, beginnt ein rasanter Spießrutenlauf. Zwischen fliegenden Ausreden, versteckten Personen und schockierten Sekretären versinkt das Regierungsgebäude im absoluten Chaos. Die Zuschauer können sich auf ein pointenreiches Verwirrspiel voller Wortwitz, skurriler Verwechslungen im Sekundentakt und klassischem britischen Humor freuen.
Stilfes
Rendezvous im Bauernkasten Ab Mitte November wartet die Volksbühne Stilfes im örtlichen Vereinshaus mit der turbulen-
ten bäuerlichen Komödie „Rendezvous im Bauernkasten“ von Hans Lellis auf. Regie führt Ulrich Kofler. Auf dem Mandl-Hof hat Bäuerin Kreszenz das Sagen. Doch dann taucht plötzlich Josefs unehelicher Sohn Michael auf und bringt alles gehörig durchein-
ander. Kreszenz hält ihn prompt für den reichen Bräutigam, den sie heimlich für ihre Tochter Sabine ausgesucht hat. Sabine verliebt sich – ohne zu ahnen, dass Michael ihr Halbbruder ist. Während Josef um sein Geheimnis bangt, schmieden Knecht Severin und Viehhändler Markus einen raffinierten Plan, um die Bäuerin endlich vom hohen Ross zu holen. Und mittendrin: ein alter Bauernkasten, der zum Schauplatz von Versteckspielen, heimlichen Treffen und turbulenten Überraschungen aller Art wird. Für urkomische Verwicklungen und jede Menge Chaos ist gesorgt. Erker 11/26
53
1
Kultur
Jaufental
Carmen darf nicht platzen! Ab dem 27. November entführt die Volksbühne Jaufental mit „Carmen darf nicht platzen!“ in einer Inszenierung von Jonas Prieth in die Welt der Oper. Amerika, 1934. Die Saison an der Cleveland Opera steuert auf ihren Höhepunkt zu: Die weltberühmte Sopranistin Elena Firenzi gastiert als Carmen, das Haus ist ausverkauft. Was soll da noch schiefgehen? Alles. Und zwar gleichzeitig. Als die Diva reglos im Hotelzimmer liegt, steht für Intendantin Wylie fest: Gestorben wird später. Jetzt wird gesungen! Ein mehr oder weniger guter Ersatz ist schnell gefunden. Perücke auf, Kostüm an, fertig ist die Diva. Zwei Carmens, ein verschwun-
54
Erker 11/26
Wenn jeder Herzschlag zählt dener Ehemann, ein liebestoller Tenor, ein aufdringlicher Hotelpage, eine nervtötende Förderverein-Vorsitzende und ein unsterblich verliebter Intendantensohn: Der Opernabend gerät gehörig aus dem Takt. Ken Ludwigs rasante ScrewballKomödie nach „Otello darf nicht platzen“ bietet Verwechslungen und herrlich absurdes Chaos, diesmal mit den Frauen in den Hauptrollen. Denn eine Diva kommt selten allein. Es spielen Magdalena Bodner, Sabrina Kofler, Evi Heidegger, Christian Wild, Peter Wieser, Stefan Markart, Matthias Geyr und Andrea Payrer.
Es gibt Projekte, die mehr sind als eine Veranstaltung. Sie schaffen Begegnungen, schenken Vertrauen und lassen Menschen über sich hinauswachsen. Genau das ist die Idee hinter der „HerzBühne“, die heuer bereits zum sechsten Mal ihren Vorhang öffnet.
Die HerzBühne ist gelebtes inklusives Theater. Menschen mit und ohne Behinderung stehen gemeinsam auf der Bühne, spielen, lachen, wachsen und erzählen ihre Geschichten. Hier verlieren Unterschiede an Bedeutung. Barrieren werden abgebaut, Vorurteile verblassen und Grenzen zwischen Jung und Alt lösen sich auf. Was bleibt, ist das Verbindende und die gemeinsame Freude am Theater und das Erleben eines Weges, den alle miteinander gehen. Unter der Regie von Alexandra Hofer entsteht in diesem Jahr ein neues Theaterstück zum Thema „Herzschlag“. Ein Titel, der kaum passender sein könnte. Denn jeder Herzschlag erzählt eine Geschichte: von Mut, Hoffnung, Freude, Unsicherheit, Zusammenhalt und dem Wunsch, gesehen zu werden. Die Proben haben Mitte September begonnen und finden jeweils samstags statt. Dabei entstehen auch Freundschaften, Vertrauen und ein Raum, in dem Gefühle ihren Platz haben dürfen. Jede Probe bringt neue Herausforderungen, neue Überraschungen und unzählige berührende Momente mit sich. Der große Höhepunkt folgt am
3. Dezember um 18.30 Uhr, wenn im Stadttheater Sterzing die Premiere gefeiert wird. Dann wird sichtbar, was über Wochen und Monate gewachsen ist: eine Aufführung voller Echtheit, voller Herz und voller Geschichten, die das Publikum berühren. Doch die HerzBühne ist weit mehr als das, was am Premierenabend auf der Bühne zu sehen ist. Sie ist ein Symbol dafür, dass jeder Mensch einen Platz verdient, an dem seine Stimme zählt. Sie gibt jenen Raum, die im Alltag oft zu wenig gesehen werden, und macht sichtbar, wie bereichernd Vielfalt sein kann. Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Menschlichkeit. Nicht um Leistung, sondern um Begegnung. Nicht um Unterschiede, sondern um das, was uns verbindet. Möglich wird all das durch das Projekt „Zeit schenken“ und durch ein engagiertes Organisationskomitee. Mit viel Herzblut, unermüdlichem Einsatz und Leidenschaft tragen sie dieses Projekt Jahr für Jahr weiter und schaffen damit einen Ort, an dem Gemeinschaft gelebt wird. bar
Kultur
Geschichten aus den Bergen Alpentales sind eine Formation, die keine Grenzen kennt. Die Mitglieder stammen
aus Süd- und Nordtirol sowie aus Oberösterreich. Und die Musik liegt irgendwo zwischen alpenländischer Volksmusik, Jazz und östlichen Klängen. Auf Einladung der Stiftung „Vinzentinum pro futuro“ gastierten Johanna Dumfart (Diatonische Harmonika, Gesang), Johanna Mader (Violine, Gesang), Elias Mader (Flügelhorn, Trompete, Harmonika, Gesang), Joachim Pedarnig (Bass, Gesang)
und Jakob Köhle (Drums, Gesang) mit ihrem Programm „Abendrotleuchten“ Mitte Oktober im Parzivalsaal in Brixen. Stiftungspräsident Michael Seeber ist es einmal mehr gelungen, in der Reihe „pro futuro präsentiert …“ eine geballte Ladung Talent auf das Publikum loszulassen. Die Musik der Alpentales klingt vertraut und neu zugleich. Sie ist laut und leise, verträumt und groovig, humorvoll und ernst. Die Musiker knüpfen in ihrem Sound an alte Geschichten an, die in den Alpen spielen, und geben ihnen ein Klangkleid. Und wenn dann das Kasermandl kommt, dürfen alle mitsingen. Doch im Gegensatz zur gleichnamigen Sage ging der Abend für alle Beteiligten gut aus. Am Ende brachte das Wohltätigkeitskonzert lauter zufriedene Gesichter und mehr als 1.000 Euro an Spendengeldern für die Fördertätigkeit der Stiftung zugunsten von Schülern aus einkommensschwächeren Familien ein.
Ratschings
Jubiläumskonzert des Frauenchores Der Frauenchor Ratschings blickt heuer auf 30 Jahre gemeinsames Singen, ehrenamtliches Engagement und gelebtes Miteinander zurück. Dieses Jubiläum feiert der Chor mit einem Konzert am 14. November im Vereinshaus von Innerratschings. Die Zuhörer erwartet ein stimmungsvoller Abend ganz im Zeichen der Musik, der Gemeinschaft und der Freude am Gesang. Unter der Leitung von Renate Seeber präsentiert der Chor ein buntes Programm mit traditionellen und modernen Liedern. Begleitet
werden die Sängerinnen von Sabine Walter am Klavier. Zudem bringt eine Gruppe
1
Neuerscheinung
Kirchen und Kapellen im Wipptal Dieser Tage ist im A. Weger Verlag in Brixen die reich bebilderte Publikation „Kirchen und Kapellen im Wipptal“ erschienen. Der Historiker und Autor Harald Kofler beschreibt darin fachkundig die Baugeschichte und die kunstgeschichtliche Bedeutung der einzelnen Gotteshäuser. Der Publikation ging eine fast fünfjährige Artikelserie im Erker voraus. Unter der Rubrik „Gotteshäuser im Wipptal“ stellte der Autor von 2000 bis 2025 19 Pfarrkirchen sowie knapp 40 Kirchen und Kapellen des Wipptales und deren bau-, kunst- und architekturhistorischen Besonderheiten vor, ergänzt um hagiographische Informationen. Diese zeugen vom regen religiösen Leben im Bezirk. Zudem zeichnet der Autor die Christianisierung im Bezirk von den frühen Anfängen bis zur Gegenwart nach. Die Bilder hat Erker-Fotograf Martin Schaller eingefangen. Das Layout stammt von Grafikerin Alexandra Martin. Herausgegeben wurde das Buch vom Bildungsausschuss Gossensaß Pflersch in Zusammenarbeit mit der Monatszeitschrift Erker mit Unterstützung der Wipptaler Gemeinden und der Raiffeisenkasse Wipptal. Es ist am 6. Dezember nach dem Gottesdienst in den einzelnen Pfarreien gegen eine freiwillige Spende erhältlich. Der Erlös wird einem karitativen Zweck zugeführt.
junger Sängerinnen jugendliche Klänge und Frische in den Konzertabend. Das Konzert beginnt um 19.30 Uhr. Erker 11/26
55
1
Kultur
Buchvorstellung
„Dal piombo della miniera all’oro delle paralimpiadi“ Vom Außenseiter in Ridnaun zum paralympischen Champ: Das Buch „Dal piombo della miniera all’oro delle paralimpiadi“ erzählt die bewegende Lebensgeschichte von Germano Zanarotto. Aufgewachsen zwischen politischen Spannungen, sozialer Isolation und harter Arbeit im Bergbau, nimmt sein Leben nach einem schweren Grubenunglück eine dramatische Wendung. Caterina Fantoni beleuchtet die außergewöhnliche Biografie eines Mannes, der sich dem Schicksal nicht beugt und schließlich Gold bei den Paralympischen Spielen holt. Wenn wir das erste Kapitel dieses Buches aufschlagen, betreten wir eine Welt, die von extremen Kontrasten gezeichnet ist. Die Kindheitserinnerungen von Germano Zanarotto, in seinem Heimatdorf als „Simeler-Nino“ bekannt, führen uns direkt in das Ridnauntal der Nachkriegszeit und öffnen uns das Tor zu einer Welt, die heute kaum noch vorstellbar ist. Es ist die Geschichte eines Jungen, der in ein komplexes Geflecht aus historischen Spannungen, sozialer Isolation und familiären Herausforderungen hineingeboren wurde. Um diese Dynamik besser zu verstehen, hilft ein Blick auf die damalige politische und gesellschaftliche Situation in Südtirol. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Vertrag von Saint-Germain im Jahr 1919 fiel das zuvor österreichische Gebiet
56
Erker 11/26
Germano Zanarotto trainiert im Park von Villa Marina, Ostia, 1967
an das Königreich Italien. In den 1920er und 1930er Jahren trieb das faschistische Regime unter Benito Mussolini die Italienisierung des Landes mit aller Härte voran. Teil dieses Plans war auch die gezielte Ansiedlung italienischer Familien in den traditionell deutschsprachig geprägten Tälern. Über die faschistische Ansiedlungsbehörde gelangte auch der „Similerhof“ im Weiler Maiern in Ridnaun in den Besitz der Familie Zanarotto. Großvater Pietro zog im Mai 1940 mit seiner Familie aus der Provinz Verona hierher, mitten in der Phase der „Option“, in der sich die deutschsprachigen Süd-
tiroler entscheiden mussten, ob sie ins Deutsche Reich auswandern oder in ihrer Heimat bleiben und die Italienisierung akzeptieren wollten. Die Familie Zanarotto baute sich hier eine neue Existenz auf, blieb jedoch die einzige italienische Bauernfamilie in einem ansonsten rein deutschsprachig geprägten Tal. Während ein Teil der Familie den Hof bewirtschaftete, traten der Großvater und die Onkel die Arbeit im Bergwerk am Schneeberg an, um das Überleben der Familie finanziell abzusichern. In diesem spannungsgeladenen Umfeld wird Germano im April 1948 geboren. Seine Familiensi-
tuation macht seine Stellung im Dorf nicht einfacher: Er ist der Sohn einer ledigen Mutter und eines abbruzzesischen Finanzbeamten, der noch vor Germanos Geburt versetzt wird. Der Junge wächst unter der schützenden
HISTORISCHE FILMAUFNAHMEN Historische Filmaufnahmen von Germano Zanarotto, von Stephanus Domanig bearbeitet, können über im Buch veröffentlichte QR-Codes angesehen werden.
Obhut seines Großvaters Pietro auf und sitzt von Anfang an zwischen allen Stühlen. Für die einheimischen Dorfbewohner ist er aufgrund seiner Herkunft und seines dunkleren Teints der „Walsche“ oder abwertend das „Negerle“. Für die zugezogenen italienischen Arbeiterfamilien hingegen ist er der Bauernjunge. Er gehört nirgends richtig dazu, ist sozusagen ein Außenseiter in der eigenen Heimat. Caterina Fantoni beschreibt Germanos nüchternen, oft rauen Alltag sehr plastisch und ohne Sentimentalität. Da ist etwa die kratzige selbstgestrickte Schafwollunterwäsche, die im Winter auf der Haut brennt, aber mangels Alternativen getragen werden muss. Hinzu kommt die extreme Kälte in den einfachen Schlafkammern des „Similerhofes“, durch deren Ritzen im Winter der Schnee geweht wird. Über allem steht die düstere Allgegenwart des Bergbaus. Die
BUCHVORSTELLUNGEN Das Buch „Dal piombo della miniera all’oro delle paralimpiadi“ von Caterina Fantoni wird am 18. November um 17.30 Uhr in der italienischen Landesbibliothek „Claudia Augusta“ in Bozen und am 2. Dezember um 18.30 Uhr in der CasArci in Sterzing vorgestellt. Der Eintritt ist frei.
Arbeit in den Stollen bringt zwar das tägliche Brot auf den Tisch, fordert durch Unfälle und die gefürchtete Staublunge aber auch einen hohen Tribut. Die Geschichte vom „Similer-Nino“ dokumentiert so die Entwicklung eines Jungen, der sehr früh lernen muss, sich in einem kargen und fordernden Umfeld durchzusetzen, sich in einer Welt zu behaupten, die ihm nichts schenkt. Seine Kindheit ist geprägt von harter körperlicher Arbeit und Entbehrungen, aber auch von einem unbändigen Überlebenswillen, der ihn für sein weiteres Leben maßgeblich prägt. Der zweite Teil des Buches beleuchtet den wohl dramatischsten Wendepunkt sowie die erstaunliche Metamorphose des Germano Zanarotto. Nach Kinderjahren und Jugend im Tal führt ihn sein Weg schließlich selbst in die dunklen Stollen des Bergbaus. Caterina Fantoni beschreibt diesen Lebensabschnitt mit derselben unverblümten Präzision, die schon den ersten Teil auszeichnet. Zanarotto erlebt hautnah die täglichen Gefahren unter Tage: den ständigen Erzstaub, die Beengtheit der Stollen und das unberechenbare Risiko von Unglücken. Plötzlich reißt jedoch ein verhängnisvolles Schicksal sein Leben schlagartig aus den Fugen. Nach einem schweren Unfall im Bergwerk scheint Zanarottos Lebensweg jäh unterbrochen. Doch anstatt an den immensen körperlichen Einschränkungen zu zerbrechen, passiert das Un-
denkbare: Die eiserne Disziplin, das Erdulden von Entbehrungen und die Unbeugsamkeit, die ihn schon als Kind vor Spott und Enttäuschungen schützten, werden zu seinem stärksten Antrieb. Er entdeckt den Behindertensport für sich – zu einer Zeit, als die Paralympischen Spiele noch in den Kinderschuhen stecken und gesellschaftlich kaum Wahrnehmung erfahren. Die Erzählung begleitet Germano auf seinem beispiellosen sportlichen Aufstieg. Mit derselben Ausdauer, mit der er unter Tage arbeitete, trainiert er nun für den internationalen Leistungssport. Den Höhepunkt bilden die Paralympischen Spiele im englischen Stoke Mandeville in England. Die Schilderung, wie der einst ausgegrenzte Junge schließlich Königin Elisabeth II. die Hand reicht und paralympisches Gold erringt, zählt zu den berührendsten Passagen des Buches. Fantoni gelingt es im zweiten Teil meisterhaft, das Porträt eines Mannes zu zeichnen, der sich vom Schicksal nicht erdrücken lässt, sondern diesen in sportlichen Glanz verwandelt. Die Geschichte von Germano Zanarotto ist somit weit über eine bloße Biografie hinaus ein zeitloses Dokument über Resilienz, menschliche Würde und die Fähigkeit, selbst aus tiefster Dunkelheit ans Licht zu drängen. Oder um es mit seinen eigenen Worten zu sagen: „Ich bin nicht immer freundlich, manchmal überwiegt in mir noch immer dieser Rachegeist, der oft in
meine Schroffheit übergeht. Ich möchte mich nicht rechtfertigen und glaube nicht, dass ich jemals ein anderer Mensch sein könnte, denn in meinem Leben war Härte das Mittel, das mir das Überleben gesichert hat. Manchmal war es nämlich gerade die Wut, die es mir ermöglichte, dem Schmerz nicht zu erliegen.“
Barbara Felizetti Sorg
Snowboard Kurse in Ratschings
120 € Jeden Samstag von Mitte Dezember bis März Anfln1er I Fort1eschrit
ene
lflfofluisls•sklschool.c1:111 +J!I
eu.z ,n e12
~.schneasurfer.~o•
Erker 11/26
57
1
Kultur
„Der Froschkönig“
„Anpacken – und mal nichts tun dürfen“ Für das Wipp- und Eisacktal soll ein außerschulischer Lernort entstehen – ein Ort, an dem Kinder und Jugendliche abseits von Stundenplan und Noten eigene Erfahrungen machen, Verantwortung übernehmen und ihre Stärken entdecken können. Wie dieser Ort aussehen soll, wird nicht am Schreibtisch entschieden, sondern gemeinsam mit Fachleuten, jungen Menschen und der Bevölkerung beiderseits des Brenners.
Am 14. November organisiert die Stadtbibliothek Sterzing um 10.00 Uhr die zweisprachige Kamishibai-Veranstaltung „Der Froschkönig“ für Kinder von drei bis sechs Jahren. Im Anschluss an das Märchen laden die Vorleser Margit und Roberto alle Kinder zu einer Bastelei ein.
Bücher für die Allerkleinsten Am 19. November findet in der Stadtbibliothek Sterzing um 10.00 Uhr der Büchertreff „Bibis – Bücher für die Allerkleinsten“ statt. Bär Brummi und Vorleserin Agata begrüßen null- bis dreijährige Bücherfans, um gemeinsam zu reimen, zu singen, zu spielen und natürlich zu lesen. Die Teilnehmerzahl für beide Veranstaltungen ist begrenzt, eine Anmeldung ist notwendig (Tel. 0472 723760, bibliothek@ sterzing.eu).
58
Erker 11/26
Der erste große Schritt in diesem Prozess ist nun getan: Mitte Oktober kamen in Matrei am Brenner rund 37 Fachleute aus Bildung, Sozialem sowie Jugendarbeit aus Süd- und Nordtirol zusammen. Weniger Druck, mehr Ausprobieren und Anpacken – und Erwachsene, die an sie glauben: So lässt sich zusammenfassen, was die Pädagogen sowie Sozial- und Jugendarbeiter als dringendste Bedürfnisse junger Menschen beschrieben. Auffallend oft fiel das Wort „Freiraum“: Kinder und Jugendliche bräuchten Zeit ohne Handy, ohne Bewertung, ohne Terminkalender – „gesunde Langeweile“. Genauso wichtig sei aber die andere Seite: anpacken dürfen, Verantwortung übernehmen, am Ende etwas Sichtbares in der Hand halten. Handwerk, Landwirtschaft, Kreatives und Natur wurden als ideale Felder dafür genannt. Und: Junge Menschen bräuchten verlässliche Beziehungen zu Erwachsenen, die ihnen etwas zutrauen. Einig waren sich die Fachleute, dass der neue Ort allen offenstehen soll: von der Grundschule bis ins junge Erwachsenenalter, für Talentförderung ebenso wie für Prävention. Statt eines einzigen Standorts könnten es auch mehrere vernetzte Orte sein: Partnerbetriebe, Höfe, Werkstätten. Erreichbar, leistbar und ohne Hürden zugänglich müsse das Angebot sein. Die meisten Teilnehmenden arbeiten bisher kaum über den Brenner hinweg, wollen das aber ändern. Ideen für gemeinsame Fortbildungen und
einen Jugendaustausch Nord-Süd lagen schnell auf dem Tisch. Die Grenze wird dabei nicht als Hürde gesehen, sondern als echter Mehrwert, für Fachleute wie für junge Menschen.
Die Ergebnisse fließen gemeinsam mit der Online-Befragung und den Interviews in den Prozess ein. Im Frühjahr 2027 werden daraus konkrete Ideen entwickelt und öffentlich vorgestellt.
Jetzt mitreden! Was braucht ein außerschulischer Lernort für das Wipp- und Eisacktal? Was fehlt jungen Menschen – und welche Ideen haben Sie dafür? Die Stiftung sammelt Wünsche, Anliegen und Vorschläge aus der Bevölkerung aus Nord- und Südtirol: • Online-Befragung zu Wünschen und Ideen für den Lernort noch bis 15. November unter dem QR-Code. • Jugendworkshop „Dein Ort. Deine Ideen.“ (10 – 19 Jahre) am 9. November in Sterzing. Die Einladung erfolgt direkt über die Schulen. • Offener Ideenabend für alle Interessierten am 2. Dezember (18.00 – 21.00 Uhr) in der Aula der Mittelschule Sterzing. Anmeldungen bis 20. November an angelika.griessmair@perspektiven-lernen.org. Wer spontan kommt, ist ebenso willkommen.
Kultur
1
Sterzing Buchpräsentation
Ein Land im Umbruch
Anfang Oktober bildete der Ansitz Jöchlsthurn in Sterzing die Kulisse für eine tiefgründige Analyse der US-amerikanischen Gesellschaft. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Incontri d’Autore“ präsentierte das Journalisten-Ehepaar Massimo Gaggi und Tamara Jadrejcic sein Werk „America Dentro – Storie, volti, conflitti di un Paese in bilico“ (Amerika von innen – Geschichten, Gesichter und Konflikte eines Landes am Abgrund). Das Autorenpaar blickt auf zwei Jahrzehnte als Augenzeugen vor Ort zurück: Von 2004 bis 2024 berichteten die beiden aus den USA und erlebten einen dramatischen Wandel hautnah mit. Entstand bei ihrer
DIE AUTOREN Massimo Gaggi war jahrelang USA-Korrespondent in New York sowie stellvertretender Chefredakteur und Kolumnist der italienischen Tageszeitung „Corriere della Sera“. Er ist Autor zahlreicher Sachbücher zu Wirtschaft, Technologie und US-Politik. Seine Frau Tamara Jadrejcic, gebürtige Kroatin und Gewinnerin des renommierten Literaturpreises „Premio Italo Calvino“ (2004), arbeitete in den USA als Journalistin für kroatische Medien sowie als Food-Autorin.
Ankunft im Jahr 2004 noch das Bild einer optimistischen und stolzen Nation, wandelte sich die Stimmung nach der Finanzkrise und der Großen Rezession von 2008/09 grundlegend. Das Vertrauen in Institutionen und Eliten schwand, während Unsicherheit, Zorn und soziale Spaltungen zunahmen. Im Buch verflechten Gaggi und Jadrejcic persönliche Alltagsbeobachtungen – von Bildung und Sport über den Lebensstil bis hin zu den extremen Kosten und Ineffizienzen des Gesundheitssystems – mit großen politischen und gesellschaftlichen Reportagen. Ihre Reise führt durch die Gegensätze des Landes: von den spurlos Verschwundenen in Alaska über die Rassenkonflikte in Alabama und Georgia bis hin zur extremen Armut in den Appalachen und dem Protest der Sioux gegen die Ölkonzerne in South Dakota. Ein zentrales Thema des Abends war die zunehmende Polarisierung, die den Dialog – ob im Kongress oder am Familientisch – nahezu unmöglich macht. Mit Blick auf das Erstarken populistischer Strömungen, das Wiederaufleben des Rassismus und den wachsenden Einfluss von MilliardenUnternehmern aus dem TechnologieSektor steht über allem die beunruhigende Frage nach der Beständigkeit der amerikanischen Demokratie. bar
Demokratie und Mitbestimmung Wie kann Bürgerbeteiligung gestärkt werden? Welche Möglichkeiten gibt es für junge Menschen, gesellschaftliche Entwicklungen aktiv mitzugestalten? Und welche Herausforderungen stehen einer lebendigen Demokratie heute gegenüber? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die zweisprachige Informationsveranstaltung mit Podiumsdiskussion „Demokratie und Mitbestimmung“, zu der die Stadtbibliothek Sterzing in Zusammenarbeit mit dem Jugenddienst Wipptal und dem Sterzinger Stadtlabor am 26. November um 19.00 Uhr in die Bibliothek einlädt. Demokratie ist weit mehr als die Teilnahme an Wahlen. Sie lebt vom Engagement der Menschen, vom Dialog und von der Bereitschaft, Verantwortung für das Gemeinwesen zu übernehmen. Die Veranstaltung möchte deshalb informieren, zum Nachdenken anregen und Möglichkeiten aufzeigen, wie Bürgerinnen und Bürger auf verschiedenen Ebenen aktiv an politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsprozessen mitwirken können. An der von David Hofmann moderierten Gesprächsrunde nehmen Paulina Magdalena Borowska (Abitare Bozen), Katharina Crepaz (Politologin, Eurac Research), Peter Grund (Leiter der Abteilung Partizipation, Südtiroler Jugendring) und Stephan Lausch (Initiative für mehr Demokratie) teil. Gemeinsam werden sie über aktuelle Entwicklungen, erfolgreiche Beteiligungsmodelle und die Bedeutung demokratischer Kompetenzen in einer sich wandelnden Gesellschaft diskutieren. Besonderes Augenmerk gilt der Frage, wie junge Menschen für demokratische Prozesse gewonnen werden können und welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um Mitbestimmung im Alltag erlebbar zu machen. Die Podiumsteilnehmenden werden dabei ihre Erfahrungen aus Praxis, Wissenschaft und zivilgesellschaftlichem Engagement einbringen. Im Anschluss an die Diskussionsrunde besteht für das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen und sich aktiv in die Debatte einzubringen. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist erforderlich (bibliothek@sterzing.eu, 0472 723760).
Erker 11/26
59
Vipiteno m. 948 sul Bren.nero• Stazone e H6tel Stoetter Wipptaler Bauwerke erzählen
Der Bahnhof von Sterzing von Karl-Heinz Sparber
Der Bahnhof Sterzing mit dem Parkhotel Stötter im Hintergrund (1950er Jahre)
Das Sterzinger Bahnhofsgebäude wurde im Zuge des Baues der 125 km langen Brennerbahn von Innsbruck (der Bahnhof stammt aus dem Jahr 1858) nach Bozen (1859) in den Jahren 1864 bis 1867 errichtet. Der zuständige Bahnarchitekt war der gebürtige Stuttgarter Wilhelm von Flattich (1826 – 1900), der über 50 Bahnwärterhäuschen und Signalhütten entlang der Strecke von Brenner bis Brixen anlegen ließ, immer nach dem gleichen Muster: An jedem Bahnhof brauchte es Magazine, Bahnwärterhäuschen, Aufnahmegebäude für die Fahrgäste, Wasserstationen für die Dampflokomotiven, Kohlschuppen, Lokremisen,
B
-
60
Erker 11/26
Werkstätten, Geräteschuppen, Nebengebäude, Schilderhäuser, Brunnen, Einfriedungen, Brückenwaagen und Waaghäuschen. Der geniale Architekt erstellte die genauen Eisenbahn-Hochbau-Richtlinien („Normalien“) für die k. k. privilegierte SüdbahnGesellschaft mit Sitz in Wien. Er achtete besonders darauf, einheimische Tiroler Bauunternehmen und Baumaterialien aus der näheren Umgebung einzusetzen. In die lange Regierungszeit von Kaiser Franz Joseph I. (1848 – 1916) vielen die meisten Bauten von Eisenbahnstrecken im damaligen Tirol: Die Strecke KufsteinInnsbruck wurde 1858 eröffnet, Verona-Bozen 1859, es folgten
B
8
die Pustertalbahn, die Bahnen durch Arlberg, Valsugana, Zillertal, Stubaital, Mittenwaldbahn und Grödnerbahn (1916). Die größte Herausforderung war jedoch die Verbindung Innsbruck-Bozen, da der Brennerpass (1.370 m) überquert werden musste. Bereits am 23. August 1862 verbreitete das „Centralblatt für Eisenbahnen und Dampfschifffahrt in Österreich“ die Meldung, dass die Brennerbahn mit Baubeginn im Frühjahr 1863 „vielleicht den ersten Rang unter den österreichischen Bahnen einnehmen werde“. „Die höchst interessante Abweichung der Bahn in das Pflerschthal durch die Eisenstraße bei Ast“ sei
notwendig, um die Brennerhöhe zu gewinnen. Vier Stationsplätze (Bahnhöfe) waren eingeplant worden: bei der Post am Brenner, am Giggelberg, in Gossensaß und in Sterzing. Und so kam es dann auch. Das genannte „Centralblatt“ (das offizielle Eisenbahn-Wochenblatt beschrieb ausführlich die Baufortschritte der Brennerbahn) berichtete im Februar 1863, dass das Mammutprojekt dem k. k. Ministerium vorgelegt worden sei: 30 Tunnels und 25 Brückenbauten sollten zwischen Innsbruck und Bozen gebaut werden, für die Stationen Matrei, Steinach, Sterzing, Franzensfeste, Brixen, Klausen, Waidbruck, Atzwang und Blumau war
Die Straßenseite des Bahnhofes: das einstöckige Zugebäude (Bufett, Bahnhofsrestaurant) und das Aufnahmegebäude
Wipptaler Bauwerke erzählen
1
Das Sterzinger Bahnhofsgebäude sah 1948 fast gleich aus wie 1867. Das Zugebäude (Bufett) wurde erst in den 1950er Jahren errichtet.
nicht nur die Personenaufnahme, sondern auch eine Güteraufnahme eingeplant. Errichtet wurden letzten Endes 22 Tunnels und acht Brücken, die Gesamtkosten lagen 1869 bei 29,5 Millionen Gulden. Durchschnittlich lag der Abstand zwischen den 16 Stationen der Brennerbahn bei einer Österreichischen Postmeile (rund 7,6 km). Die Leitung der General-Direktion wurde dem Baudirektor Carl von Etzel (1812 – 1865) übertragen, der den Abschluss der Bauarbeiten jedoch nicht miterleben konnte. Am 24. August 1867 wurde die neue Brennerbahn ohne Feierlichkeiten offiziell eröffnet. Grund dafür war die Hoftrauer wegen der Erschießung des Bruders von Kaiser Franz Joseph, Kaisers Maximilian von Mexiko. Erst 25 Jahre später wurde am Brenner gefeiert und das Carl-von-EtzelDenkmal enthüllt. Die Bahnhofsgebäude in Sterzing Wilhelm von Flattich hatte eine Art Baukastensystem für die Handwerker entworfen, die ein Wärterhäuschen errichten sollten. Nach diesen genauen Vorgaben wurden auch in Sterzing die verschiedenen Bauten ausgeführt. Die Station Sterzing sollte ein Aufnahmegebäude der II. und III. Klasse erhalten, was die zentrale Bedeutung der Stadt hervorhob. Das wichtigste
Gebäude war das Aufnahmegebäude, das eigentliche Bahnhofsgebäude (Bp. 89/4, Baubeginn 1864). Es wurde als Bruchsteinmauerwerk aus Brixner Granit errichtet, wobei auch weiße Marmorquadern aus Ratschings zum Einsatz kamen. Die Außenkanten und Sockelzonen, ebenso Fenster, Türen und vor allem die zwei großen Mittelfenster wurden mit Marmor umrahmt. Die zyklopenhafte Eckquaderung, die wechselweise die Ecken umgreift, gibt dem Gebäude heute noch ein besonderes Gepräge. Das Lagergebäude von 1867 Außergewöhnlich gut erhalten ist das Lagergebäude (Bp. 89/5, um 1867 errichtet) nördlich vom Bahnhof. Eine interessante Holzständerkonstruktion, bei der die tragenden Wände mit senkrechten Holzstützen verstärkt wurden. Die Vordächer ragen links und rechts fast 3 m über das Hauptdach hinaus, damit die beiden Laderampen vor Sonne und Regen geschützt werden. Früher wurden hier Waren auf Fuhrwer-
ke verladen und in die Stadt oder in die Seitentäler weitertransportiert. Heute hat die Lagerhalle nur noch Depotfunktion.
den Mehrsystemlokomotiven eingesetzt, die mit beiden Stromnetzen angetrieben werden können.
Die Wasserstation
Weitere Gebäude am Bahnhof Sterzing
Östlich in den Flainer Felsen gebaut befindet sich heute noch die gemauerte Wasserstation (Bp. 89/2, gebaut für die ersten Dampflokomotiven). Sie versorgte die Dampflokomotiven mit Wasser, bevor die mühsame Fahrt Richtung Brenner weiterging. Die Kessel im Inneren und die Druckrohrleitungen mussten ständig gefüllt sein. Ab 1929 wurde die Brennerbahn zumindest auf österreichischer Seite elektrifiziert (Wechselstrom), wodurch sich das mühsame Betanken der Loks bald erübrigte. Die italienischen Lokomotiven wurden erst um 1933 umgestellt, jedoch auf Gleichstrom (Drehstrom). Dadurch musste auf Nordtiroler Seite die Elektrolok mit einer Dampflok ersetzt werden, die dann den Zug bis in den italienischen Bahnhof ziehen musste. Erst in neuerer Zeit wur-
Für den Betrieb des Bahnhofes war das Bahnwärterhaus beim Bahnübergang nach Flains (an der Kreuzung Bahnhofstraße-Mühlgasse) von besonderer Wichtigkeit. Der Bahn- und Streckenwärter musste Tag und Nacht die Schranken schließen und öffnen, Kontrollgänge durchführen und seine zugewiesene Trasse von Muren, Steinschlag und witterungsbedingten Hindernissen freihalten. Seine Wärterstation (Bp. 89/1) war gemäß den Normalien von Flattich ausgestattet mit Wohnung, Nebengebäude mit Abort und Stallung, Brunnen und Signalapparat auf dem First des Wärterhauses. Die möblierte Wohnung bestand aus Wohnzimmer mit Kachelofen, Schlafzimmer, Requisitenkammer, Keller und Vorraum mit Sparherd und Schornstein. SüdErker 11/26
61
1
Wipptaler Bauwerke erzählen
Das Lagergebäude ist weitgehend original erhalten.
sie am 25. November 2017 das Bufett im neuen Gebäude. Zwei Details am Rande
lich davon steht noch heute eine 47 der 55 Südtiroler Bahnhöfe house-Gesellschaft des Landes, kleine aufgelassene Remise (Bp. werden von der Südtiroler Trans- verwaltet. 521) für Reparaturarbeiten an portstrukturen AG (STA), einer In- Seit April 2004 steht das Ensemble aus WasserLoks oder Waggons. station, Lagergebäude Im Süden des Bahnhofes und dem eigentlichen befindet sich ein längliAufnahmegebäude ches gemauertes Gebäuals eines von elf histode (Bp. 307), in dem die rischen BahndenkmäSicherungsanlage, das lern der BrennerbahnNotstromaggregat und Linie in Südtirol unter eine Werkstatt untergeDenkmalschutz. bracht sind. Noch weiter Die Lisl und Hermann südlich auf der gegenDialer führten das Buüberliegenden Bahnseifett seit 1983 und in te stehen schließlich zweiter Generation noch zwei Gebäude (Bp. nun seit 2009 Alexan279 und 89/3), die der dra und Markus Dialer Stromversorgung diezur vollsten Zufrienen. Dazu gehört auch denheit der Reisenden ein hoher Elektromasten. und des zahlreichen Das Eigentumsrecht Stammpublikums. über all diese GrundNach dem grundlegenbuchskörper (EZ 409/II) den Umbau eröffneten besitzt RFI („Rete Ferroviaria Italiana S. p. A.“ mit Sitz in Rom). RFI betreibt in Südtirol die Bahnhöfe Bozen, Brixen, FranzensfesEndlich wurde er geliefert und wird derzeit installiert: te, Sterzing, Brenner, der lang ersehnte Aufzug Bruneck, Innichen und (Foto Oktober 2026). Meran. Die restlichen
62
Erker 11/26
Der Sterzinger Bahnhof liegt bekanntlich nicht in Sterzing, sondern auf dem Gemeindegebiet von Pfitsch. Der Grund dafür liegt darin, dass der Eisack die Grenze zwischen den beiden Gemeinden bildet und die Trassenführung der neuen Eisenbahn ab Gossensaß an den östlichen Berghängen bis nach Freienfeld verläuft. Südlich von Valgenäun überquert die Eisenbahn den Eisack und verläuft dann orographisch rechts weiter nach Süden. Im Jahr 2012 hat die Gemeinde Pfitsch den Bahnhof vom Land übernommen. Seither wartet der Bahnhof auf eine Anpassung an die vorgeschriebene Barrierefreiheit. RFI hatte die Vergabe der „Ausführungsplanung und Errichtung der neuen Aufzüge für Bahnsteig 1 und 2 am Bahnhof Sterzing“ im Auftragswert von 988.214 Euro mit Baubeginn am 26. Mai 2025 erhalten.
Die erste Folge der Serie „Wipptaler Bauwerke erzählen“ erschien im März 2024 über den Sterzinger Zwölferturm und nach 31 Beiträgen aus allen Teilen des Wipptales schließt sich mit dem Sterzinger Bahnhof den Kreis.
........... ............. .. Unsere CUSANUS .. .. .. Bildungs........... ........... angebote
November/Dezember 2026
Die Reise der Erinnerung
. Bdca:ollo· BarbaraFltrllnger SA21.11•.2026l 9 • 17Uhr
lnl
MO 23.11..2026I 9 • 16 Uhr
E•nWo<l<shop zumJahreswechsel ßdereotjn· Arina Mw obrlst Gantioler SA19.12..2026 I 9 • 17Uhr
'
Auch im kommenden Jahr lädt das Jugendbildungsprojekt junge Menschen zwischen 17 und 25 Jahren aus allen Teilen Südtirols dazu ein, sich gemeinsam mit Geschichte auseinanderzusetzen, Fragen zu stellen und Verbindungen zur Gegenwart herzustellen. 160 junge Menschen aus Südtirol können zusammen mit jungen Menschen aus dem Trentino und aus dem Bundesland Tirol, begleitet von 18 Tutoren, am grenzüberschreitenden Euregio-Projekt „Promemoria_Auschwitz – Die Reise der Erinnerung“ teilnehmen. Den Auftakt machen mehrere Vorbereitungstreffen, bei denen sich die Teilnehmenden mit dem Zweiten Weltkrieg, der Shoah und der Geschichte des eigenen Landes beschäftigen. Vom 3. bis zum 8. März führt die gemeinsame Reise nach Krakau sowie zu den ehemaligen Konzentrations- und Vernichtungslagern Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau. Bei Promemoria_Auschwitz geht es aber nicht nur um den Blick zurück. Geschichte zu kennen und zu verstehen bedeutet auch, aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen einordnen zu
können, kritisch hinzuschauen und Mechanismen von Ausgrenzung, Diskriminierung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit zu erkennen. Wie sehr das aktuelle Geschehen sowie gesellschaftliche Polarisierung, Menschenrechtsverletzungen und Rassismus junge Menschen beschäftigen, zeigen auch die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Viele Fragen haben keine einfachen Antworten. Umso wichtiger sind Räume, in denen junge Menschen unterschiedliche Perspektiven kennenlernen, Zusammenhänge kritisch hinterfragen und miteinander ins Gespräch kommen können. Die Auseinandersetzung mit Geschichte kann helfen, Mechanismen von Ausgrenzung und Abwertung zu erkennen, aktuelle Entwicklungen kritisch zu hinterfragen und darüber ins Gespräch zu kommen, wie ein demokratisches und respektvolles Zusammenleben gestaltet werden kann.
•
1.
•
Gedanlcer! leichterundbewussterlenkenundgestalten Bdea:m 10;AngelaHuemer& ManfredRauchensteiner MO 16.11..2026l 9 • 17 Uhr
' ' Tempope, 1Nmal$erllrov.usi ■ ceJ.Jtdcc ManuelaGQltardo SA8 21.11.2026I dalle 9 alle17
To1jleSSeffltnar lllll gogisdlen Met BdCRUI'Günthe!Reichholller
FRCM.12.2026I 9 • 17Uhr ••curae quallllldi vtta nela faseavanzatadl malaltla a:!,Jnjg;lla OSsama. L.iuraPaganelae AnnaVan~ ■ MER 18. 11..2026• GIO 19.11..2026 l cWle9 de 17
■
Referrouo· sandraGodi
FR27.11.2026 I 9-14.30 Uhr
11111111111111111111111 Weiteretnformatlonenfinden Sieauf unsererHomepage 11111 'e\ 0 oder In den Sozialen Medien
IIIJ ~
'-.:mm,'
Erker 11/26
63
Kultur
Ein Moos mit Vergangenheit und Zukunft Fachleute, Gemeindevertreter und interessierte Bürger referierten und diskutierten bei der Tagung „Welche Zukunft für das Sterzinger Moos“ über den Schutz eines Landschaftsraums zwischen Natur, Landwirtschaft und Siedlungsentwicklung. Erfolgreiche Naturschutzprojekte aus anderen Gebieten zeigten, welche Möglichkeiten es gibt.
© Doris Moser
Wie ist das Sterzinger Moos entstanden, welchen ökologischen Wert hat es heute und wie könnte seine Zukunft aussehen? Diesen Fragen widmete sich am 10. Oktober die Tagung „Welche Zukunft für das Sterzinger Moos?“ im Sterzinger Vigil-Raber-Saal. Fach-
der Zeit ein ausgedehntes Feuchtgebiet, das die Landschaft über Jahrtausende prägte. Die Trockenlegung im 19. Jahrhundert veränderte das Gebiet grundlegend. An diese Entwicklung knüpften die Fachvorträge von Peter Hecher von der Agentur für Bevölkerungsschutz, Leo Hilpold, Direktor des Amts für Natur, und Norbert Dejort, Vorsitzender der Südtiroler Biologen, an. Sie beleuchteten die Entwicklung der Gewässer und Flussräume, die europäische Verordnung zur Wiederherstellung der Natur sowie das ökologische Potential des Sterzinger Mooses. Dabei wurde deutlich, dass der Blick über einzelne geschützte Biotope hinausgehen muss: Auch die Verbindungen
konnten Gräser und Blumen bis zur Samenreife stehen bleiben. Das Beispiel verdeutlichte, wie gezielte Maßnahmen und die Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft dazu beitragen können, Lebensräume zu erhalten und bedrohte Arten zu fördern. Auch Klaus Graber vom „Naturtreff Eisvogel“ zeigte, wie wichtig es ist, die Bevölkerung einzubeziehen und für den Wert eines Naturraums zu sensibilisieren. Dem Verein ist es gelungen, die Ahr-Auen vor dem Ausbau eines großen Schotterwerks zu bewahren. Das Beispiel machte deutlich, dass engagierte Bürger gemeinsam mit Fachleuten viel bewegen können, wenn sie sich frühzeitig für den Schutz eines Gebiets einsetzen. Austausch über die Zukunft
leute aus Geologie, Gewässermanagement und Naturschutz stellten ihre Erkenntnisse vor und diskutierten mit Vertretern der Gemeinden und der Initiativgruppe über Perspektiven für das Gebiet. Nach einer Einführung durch Mario Sartori nahm Anabel Haller die zahlreichen Besucher mit auf eine historische Gedankenreise in das Sterzinger Moos: Sie ließ das Gebiet, wie es vor seiner Trockenlegung aussah, roch und sich anhörte, wieder lebendig werden. Den Auftakt der Fachbeiträge bildete anschließend eine geologische Zeitreise mit Maurizio Cucato. Er erläuterte, wie der Abbruch großer Felsmassen im Bereich des Trenser Jochs den Talraum einst aufstaute und damit die Grundlage für die Entstehung des Sterzinger Mooses schuf. Aus dem ursprünglichen See entwickelte sich im Laufe
64
Erker 11/26
zwischen Lebensräumen, die Gewässer und die landwirtschaftlich genutzte Landschaft spielen für die ökologische Qualität eine wichtige Rolle. So wurde etwa das Gebiet rund um den heutigen Flugplatz als wichtiger Rastplatz für Zehntausende Zugvögel auf ihrem Weg über die Alpen aus einer neuen Perspektive betrachtet. Erfolgreiche Beispiele machen Mut Dass Naturschutz und Landwirtschaft gemeinsam funktionieren können, zeigte der Ornithologe Sepp Hackhofer anhand eines Projektes im Pustertal. Dort wurden Landwirte dafür entschädigt, ihre Wiesen später zu mähen. So erhielten Bodenbrüter mehr Zeit, ihre Jungen aufzuziehen. Zugleich
Zum Abschluss wechselten die Teilnehmer in die historische Ratsstube. Dort wurden Fragen vertieft und die verschiedenen Perspektiven weiter diskutiert. Auch der Sterzinger Bürgermeister Peter Volgger und die Freienfelder Bürgermeisterin Verena Überegger nahmen an der Diskussion teil. Von politischer Seite wurden der Wert des Gebiets und die Bedeutung seines Schutzes unterstrichen. Volgger versicherte zudem, dass die Siedlungsgrenzen auch künftig nicht über die Grenze des heutigen Mooses hinausgehen sollen. Die Tagung bildete den Abschluss der ersten Phase des Projektes, das von einer Initiativgruppe aus Sterzing, Freienfeld und Pfitsch ins Leben gerufen und von den Kulturvereinen LURX und Agorà koordiniert wird. Im Dezember beginnt die zweite Projektphase mit einem Beteiligungsprozess, welcher der gesamten Bevölkerung offensteht. Bis zum Frühjahr 2027 sollen konkrete Vorschläge für die Zukunft des Sterzinger Mooses entstehen. Ziel ist es, Naturräume und Artenvielfalt zu schützen, die charakteristische Agrarlandschaft zu erhalten und die Bevölkerung in Entscheidungen über die weitere Entwicklung dieses besonderen Gebiets einzubeziehen.
© Stadtbibliothek Sterzing
Hochfeiler mehr als zweimal erlesen
(hinten v. l.) Viviana Penz (ÖB Mauls), Ursula Alpögger (ÖB Pflersch), Heidelinde Prenn (Grundschule), Chiara Martorelli (Stadträtin), Peter Volgger (Bürgermeister), Karin Hochrainer (Stadtbibliothek), Claudia Ainhauser (ÖB Trens), Ulrike Mangger (ÖB Ridnaun), Christine Wieser (ÖB Stilfes); (vorne v. l.) Angelo D‘Errico (ÖB Gossensaß/IPC Vipiteno), Margit Steindl (Stadtbibliothek)
Mitte Oktober 2026 fand in der Stadtbibliothek und im Stadttheater Sterzing das große Lesefest zum Abschluss der Wipptaler Sommerleseaktion „Mit Büchern hoch hinaus – Gemeinsam auf den Hochfeiler“ statt. Die Aktion lief vom 18. Mai bis zum 18. September, mit dem Ziel, gemeinsam den 3.510 m hohen Hochfeiler Buch um Buch zu erklimmen. Dieses sportliche Leseprojekt richtete sich an Kindergartenund Grundschulkinder, um die Freude am Lesen und Vorlesen zu fördern und somit die Lesekompetenz der Kinder zu stärken. Im Rahmen der Sommerleseaktion wurden stolze 5.199 Bücher gelesen, was einer erlesenen Gesamthöhe von über 7.122 m entspricht: So wurde der Hochfeiler knapp, aber doch, mehr als zweimal gemeinsam erlesen. Besonders lesefreudige Kinder, aber auch ein paar Glückspilze wurden
mit Buchgutscheinen belohnt. Alle an der Leseaktion teilnehmenden Kinder erhielten einen Karabiner-Schlüsselanhänger als Teilnahmegeschenk und als Anerkennung für ihren Einsatz. Die nun schon vierte Wipptaler Sommerleseaktion und das abschließende Lesefest mit einem bunten Unterhaltungsprogramm für Kinder mit Puppentheater, Kinofilmen und Kinderschminkecke sind auch heuer wieder ein besonderes Erlebnis gewesen, das nicht nur die Lesefreude steigert, sondern auch die gelungene Zusammenarbeit der Stadtbibliothek Sterzing mit den Wipptaler Grundschulbibliotheken und den Öffentlichen Bibliotheken Stilfes, Trens, Mauls, Gossensaß, Pflersch und Ridnaun unter Beweis gestellt hat. Die Veranstaltung unterstrich, wie viel Freude das gemeinsame Lesen den Kindern bereitet und wie wertvoll die Investition in Leseförderung ist. Erker 11/26
65
I
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
Comune di Vipiteno
Dibattito su area camper, pumptrack e investimenti Confronto tra maggioranza e opposizione sui progetti turistici e sportivi. Approvate variazioni di bilancio e misure urbanistiche. La recente seduta del Consiglio comunale di Vipiteno è stata segnata da un acceso confronto sulla prevista realizzazione di un’area camper nei pressi dell’Eurospar e di un pumptrack nella zona sportiva. All’ordine del giorno anche variazioni di bilancio, investimenti infrastrutturali e provvedimenti urbanistici. Area camper: discussione sulla destinazione dei terreni Il progetto di un’area camper in via Ing. Karl Lindner ha suscitato un vivace dibattito. Il consigliere Massimo Bessone (SiAmoVipiteno) ha chiesto chiarimenti sulla situazione urbanistica, sulla gestione dei terreni e sul rispetto delle normative. Il sindaco Peter Volgger ha precisato che l’area, di proprietà privata, è classificata come zona turistica ricettiva e che le disposizioni specifiche per le aree camper attrezzate si applicano alle strutture ufficialmente organizzate e autorizzate. Ha inoltre confermato lo svolgimento di controlli regolari e ricordato un precedente caso sanzionato per la richiesta non autorizzata di pagamento della sosta. I consiglieri SVP Werner Graus, Evi Frick e Daniel Seidner hanno presentato una mozione per riesaminare la decisione della Giunta del 2 settembre 2026 di avviare la trasformazione urbanistica dei terreni in zona destinata a campeggio. I proponenti hanno sollevato dubbi sull’effettiva necessità della struttura, sull’impatto per i residenti e
66
Erker 11/26
sull’opportunità di valutare una destinazione abitativa. Graus ha evidenziato che, qualora si realizzasse una semplice area di sosta, oltre 10.000 metri quadrati verrebbero destinati a un massimo di 19 camper. Ha inoltre ricordato il nuovo campeggio previsto a Casateia, con circa 800 posti letto, chiedendo di attendere il completamento del programma di sviluppo comunale. Volgger ha ribadito che la procedura è ancora in una fase preliminare e richiede ulteriori autorizzazioni. Ha inoltre spiegato che una diversa destinazione urbanistica comporterebbe la perdita dei posti letto turistici, che con la proroga passeranno da 200 a 150. La mozione è stata respinta con dodici voti contrari, tre favorevoli e due astensioni. Pumptrack: confronto sulla scelta dell’area Il confronto si è esteso al progetto del pumptrack nella zona sportiva. L’SVP ha chiesto di rivederne l’ubicazione, esprimendo preoccupazioni per il rumore, l’occupazione degli spazi e la vicinanza alle abitazioni. Il vicesindaco Fabio Cola (Insieme per Vipiteno) ha difeso la scelta, sottolineando che il terreno individuato è l’unico ritenuto idoneo e si trova vicino al parco giochi e agli impianti sportivi. Ulteriori verifiche comporterebbero, a suo giudizio, costi maggiori e ritardi. Per tutelare i residenti sono previsti orari regolamentati, l’assenza di illuminazione notturna, il divie-
to di utilizzo degli skateboard e zione a valle di Monte Cavallo, accessi sul lato opposto rispetto 90.000 euro per il ponte Stegal condominio. Il circuito raggiun- schmied e 38.096 euro per via Adolph Kolping. Previsto inoltre un contributo di 60.000 euro alla Cooperativa turistica Vipiteno, Val di Vizze e Campo di Trens.
gerà un’altezza massima di circa 1,50 metri. L’impresa esecutrice provvederà inoltre gratuitamente alla sistemazione della strada principale e a interventi contro il ristagno dell’acqua. Cola ha ribadito l’importanza di offrire a giovani e famiglie uno spazio sportivo gratuito. Bilancio: risorse per infrastrutture e servizi Il Consiglio ha ratificato, con un voto contrario e tre astensioni, una variazione urgente di bilancio che destina 23.612 euro al pumptrack e 263 euro alla torre di raffreddamento del palaghiaccio. Un’ulteriore variazione, approvata con due astensioni, prevede 270.000 euro per manutenzioni straordinarie e turbine destinate alla produzione elettrica, 106.443 euro per i contatori dell’acqua potabile e 30.000 euro per la manutenzione delle fognature. Per le infrastrutture sono stati stanziati 92.552 euro per una fermata degli autobus alla sta-
Turismo e urbanistica: nuove decisioni È stata approvata all’unanimità la proroga dei termini per la creazione o l’ampliamento dei posti letto nelle zone turistiche già individuate, escluse quelle della zona artigianale. Il provvedimento interessa diverse aree. Il Consiglio ha inoltre approvato il bilancio consolidato 2025, con un’astensione, e all’unanimità il regolamento per l’assegnazione delle aree destinate all’edilizia abitativa agevolata. Via libera unanime anche alla modifica urbanistica relativa alla Sternhütte a Monte Cavallo, necessaria per adeguare i confini della zona turistica al nuovo tracciato della cabinovia Telemix e mantenere l’accesso sotterraneo esistente. Come compensazione ambientale è prevista la piantumazione di un boschetto di pini, pini mughi e larici. La seduta ha evidenziato visioni differenti sul futuro di Vipiteno: mentre la maggioranza sostiene la necessità di nuove infrastrutture turistiche e sportive, l’opposizione chiede una pianificazione più approfondita, con particolare attenzione all’utilizzo del territorio e alle esigenze abitative della popolazione.
La Wipptal si tinge di rosso – Insieme contro la violenza sulle donne 2026 © Stefano Orsini
Vi siete sposati nei 2026? Condividete ton noi il vostro momento più bello! Inviateci ra vostra foto df nozze preferita, accompagnatadai vostri nomì,dal fuogoe dalla data del matrimonio, et1t10il 15dicembre all'in• dirluo: barbaf3.footana@dererker.it Le immagini seJezionatesaranno pubblicate oel numero dì gennaio dcll'Erker - un ricordo da custodireper sempre! Tra tutte le foto inviate, ne sara sorteggiatauna c.hericeverà una sor~ presaspeciale!
--·· ---
Requisiti per partecipare:
GlisposidevonoessereresidenrinellaWipptalo p,o,,.niredallaWippt>I Il matrimonio deve esserestato celebrato entro H 2026 te foto verranno pubblicate gratultamenLe~con indieaxione deWautore,e resterannoa disposizionedella redazione
Torna per la terza volta l’iniziativa “La Wipptal si tinge di rosso”, promossa dalla Rete territoriale antiviolenza AGNet Wipptal in collaborazione con i comuni del comprensorio, la Biblioteca Civica di Vipiteno, la Società cooperativa turistica Vipiteno - Val di Vizze - Campo di Trens, il Servizio giovani della Wipptal e diversi sostenitori, in occasione della Giornata internazionale contro la violenza sulle donne del 25 novembre. Il tema centrale dell’edizione 2026 sarà la violenza economica. Il programma si aprirà venerdì 20 novembre alle 20.30 con la “Equal Beats Night” al Derby Club di Vipiteno, tra poesia, danza e musica. Sabato 21 novembre alle 15.30 si terrà la marcia “Walk a Mile for Equality”, da piazza Steindl alla Biblioteca Civica, dove Andrea Fleckinger presenterà il libro “Le tracce del silenzio”. Domenica 22 novembre, dalle ore 9, è previsto un brunch di beneficenza a Pruno, su prenotazione. Martedì 24 novembre alle 18, a Casateia, la psicoterapeuta Sarah Gutweniger approfondirà il rapporto tra modelli fa-
miliari, denaro e scelte di vita. L’appuntamento principale sarà mercoledì 25 novembre alle ore 20 al Teatro comunale di Vipiteno, con una tavola rotonda bilingue moderata da Karin Hochrainer e dedicata alla violenza economica contro le donne, con la partecipazione di esperte del settore. Durante le giornate, edifici illuminati di rosso, sedie simboliche, materiali informativi ed esposizioni tematiche nelle biblioteche contribuiranno a sensibilizzare la popolazione. Tutti gli eventi sono gratuiti, ad eccezione delle eventuali attività con prenotazione. Il programma completo è disponibile su www.wipptal.org/ wipptalbekenntfarbe e www. sterzing.com/wipptalbekenntfarbe. Attiva dal 2022, la rete AGNet Wipptal promuove la prevenzione, l’informazione e il contrasto alla violenza di genere. Non abbiate paura di chiedere consiglio e aiuto! Centro antiviolenza Wipptal: +39 366 571 4112 - beratung. frauen@wipptal.org
Permagglo,finformazfonl: 0472 766876,barbara.fontana@dererker.tt
Durante l'Avvento la cucina si riempie di profumi e magia ... Che siano 11anettonl, biscotti o torte speziate ... ogni dolce natalizio ha il suo fascino. Indossate il grembiule, accende• te il forno e mostrateci il vostro capolavoro!
sp Erker 11/26
67
I
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
Comune di Brennero
Tra sviluppo turistico e servizi alla cittadinanza La proroga dei termini per i posti letto turistici, l’adeguamento dell’imposta di soggiorno, il futuro della Casa delle associazioni di Fleres e una proposta per migliorare la comunicazione istituzionale sono stati i principali temi affrontati nell’ultima seduta del Consiglio comunale di Brennero. Un incontro caratterizzato da un vivace confronto tra maggioranza e opposizione sulle prospettive di sviluppo del territorio e sulle priorità amministrative. Uno dei punti più dibattuti ha riguardato la proposta della Freie Liste Brenner di istituire un canale WhatsApp ufficiale per informare tempestivamente la popolazione su iniziative, regolamenti, bandi e progetti comunali. Secondo il capogruppo Armin Keim, lo strumento renderebbe la comunicazione istituzionale più accessibile e immediata, raggiungendo anche i cittadini che non consultano abitualmente il sito internet o la pagina Facebook del Comune. L’iniziativa non ha tuttavia incontrato il favore della maggioranza.
68
Erker 11/26
Il sindaco Martin Alber ha richiamato le criticità evidenziate in un parere del segretario comunale, in particolare per quanto riguarda la tutela dei dati personali e la gestione amministrativa del servizio. Perplessità ribadite anche dall’ex segretario generale del Comune di Bressanone, Josef Fischnaller, presente alla seduta in sostituzione della segretaria comunale. La proposta è stata infine respinta a maggioranza. Particolare attenzione è stata dedicata anche al progetto di ampliamento della Casa delle associazioni di Fleres, edificio per il quale è già stata approvata una riqualificazione energetica. L’intervento, dal costo stimato di circa 400.000 euro, prevede nuovi spazi destinati ad attività commerciali e associative. Tra gli obiettivi principali figura il ripristino di un negozio di vicinato, dopo la chiusura della precedente attività dovuta al pensionamento dei gestori. Il progetto contempla inoltre nuovi locali per le associazioni, con l’intento di rafforzare il ruolo della struttura come punto di riferimento per la comunità.
L’opposizione ha espresso riserve sull’impostazione dell’intervento, sollecitando una valutazione di possibili alternative. Il sindaco Alber ha invece sottolineato il valore sociale dell’iniziativa e l’importanza di preservare i servizi essenziali nelle frazioni, contrastando il progressivo impoverimento dell’offerta commerciale nei piccoli centri. Per sostenere l’investimento, l’amministrazione intende verificare anche le opportunità di finanziamento provinciale. Ampio spazio è stato riservato anche alla questione del cosiddetto blocco dei posti letto turistici. Il Consiglio comunale ha approvato una proroga di cinque anni dei termini previsti per la realizzazione di nuove capacità ricettive nelle zone turistiche già individuate. Il provvedimento interessa principalmente strutture alberghiere esistenti, in particolare nell’area di Ladurns e nella zona di Terme di Brennero, dove alcuni operatori intendono procedere con interventi di ampliamento e riqualificazione. Il sindaco Martin Alber ha motivato la decisione con la necessità di offrire prospettive concrete alle imprese turistiche, consentendo loro di completare investimenti programmati da tempo. La proroga rappresenterebbe dunque uno strumento per salvaguardare le possibilità di sviluppo di un settore importante per l’economia locale. Di diverso avviso il capogruppo Armin Keim, che ha espresso perplessità sull’ulteriore estensione dei termini, osservando come alcuni progetti non abbiano registrato progressi significativi negli ultimi anni. L’opposizione avreb-
be preferito una proroga limitata a due anni e mezzo, ritenuta sufficiente per incentivare una più rapida attuazione degli interventi. La proposta quinquennale è stata infine approvata dalla maggioranza, mentre la Freie Liste si è astenuta. Il Consiglio comunale si è inoltre pronunciato sull’adeguamento dell’imposta di soggiorno, approvando un aumento degli importi a carico degli ospiti delle strutture ricettive. Le nuove tariffe prevedono un importo giornaliero di 2 euro per le strutture a due stelle, 2,50 euro per quelle a tre stelle e 3,50 euro per gli alberghi a quattro e cinque stelle. Anche su questo punto sono emerse divergenze. La Freie Liste, pur senza opporsi direttamente al provvedimento, ha scelto l’astensione, giudicando troppo contenuta la differenza tra le tariffe applicate alle diverse categorie alberghiere. Secondo Keim, sarebbe stato opportuno prevedere un contributo proporzionalmente più elevato per le strutture di fascia superiore. La seduta ha messo in luce alcune delle principali sfide che attendono il Comune di Brennero: sostenere lo sviluppo turistico senza trascurare le esigenze del territorio, preservare i servizi nelle frazioni e rafforzare il rapporto tra amministrazione e cittadini. Pur nella diversità delle posizioni espresse, il confronto consiliare ha evidenziato l’importanza di scelte amministrative destinate a incidere non soltanto sull’economia locale, ma anche sulla qualità della vita e sulle prospettive future delle comunità del territorio comunale. sp
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
Capitano Andrea Flebus – Compagnia di Vipiteno
Esercito: cambio di comando al 5° Reggimento Alpini Dopo due anni di intense attività operative e addestrative il Colonnello Riccardo Venturini cede il comando al Colonnello Francesco La Mura Si è tenuta il 25 settembre, presso la caserma “Menini-De Caroli” di Vipiteno, la cerimonia di avvicendamento al comando del
5° reggimento alpini dell’Esercito. Alla presenza del comandante della Brigata alpina “Julia”, Generale di Brigata Francesco Suma, del Sindaco di Vipiteno Peter Volgger, dei sindaci di Fortezza e Bressanone e delle rappresentanze delle Associazioni combattentistiche e d’Arma, il Colonnello Riccardo Venturini ha ceduto il comando al parigrado Francesco La Mura. Il passaggio di consegne ha rappresentato un momento significativo nella vita del reggimento e un ulteriore capitolo nella lunga storia del reparto. Costituito il 1° novembre 1882, il 5° reggimento alpini nacque con i battaglioni “Val Dora”, “Moncenisio” e “Valtellina”, divenuti successivamente “Morbegno”, “Tirano” ed “Edolo”. Nel corso della sua storia il reggimento ha preso parte alle principali campagne militari italiane, dalla Libia alla Prima guerra mondiale, combattendo sull’Adamello, sull’Ortigara e sulla Baisizza, fino alla Seconda guerra mondiale dove partecipò alla campagna di Russia con la Divisione “Tridentina”. Ricostituito nel 1953 e nuovamente nel
I
1992, dal 2001 il 5° è inserito nella Brigata alpina “Julia”. Gli ultimi due anni sotto il comando del Colonnello Venturini hanno confermato il ruolo del 5° alpini quale reparto con un elevato livello di preparazione specialistica e la sua capacità di impiego sia sul territorio nazionale sia nell’ambito delle attività internazionali dell’Alleanza Atlantica, a cui si aggiunge il costante addestramento specialistico alpino, elemento distintivo dell’identità del reparto. Particolarmente significativo è stato inoltre l’impegno nell’ambito dei Giochi Olimpici Invernali Milano Cortina 2026, per i quali il 5° Reggimento Alpini ha assunto la responsabilità nell’area della Valtellina, contribuendo alla complessa macchina organizzativa e di sicurezza dell’evento. Nel corso della cerimonia, il comandante cedente ha rivolto un ringraziamento agli uomini e alle donne del Reggimento per l’impegno profuso sotto il suo comando, sottolineando il valore della professionalità e dello spirito di corpo dimostrati nelle attività condotte in Italia e all’estero. Il Colonnello La Mura, nel ricevere la Bandiera di Guerra, ha assunto la responsabilità di guidare il Reggimento nel solco di una tradizione ultracentenaria, ponendo al centro del proprio mandato la preparazione del personale, la coesione del reparto e il costante mantenimento delle capacità operative. Il passaggio di consegne ha rappresentato anche un momento per rinnovare il legame tra il 5° alpini e la comunità di Vipiteno, consolidatosi negli anni attraverso numerose iniziative istituzionali e pubbliche. sp
Da settembre il Capitano Andrea Flebus ha assunto il comando della Compagnia Carabinieri di Vipiteno, insediandosi nel delicato compito di garantire la sicurezza e il presidio del territorio nell’alta Val Isarco. Ventinovenne, originario della provincia di Roma dove ha conseguito la maturità classica, l’Ufficiale ha intrapreso la carriera militare nell’Arma nel settembre 2019. Dopo aver completato il percorso d’istruzione di base presso l’Accademia Militare di Modena il corso di applicazione presso la Scuola Ufficiali Carabinieri della Capitale, ha conseguito la laurea magistrale in Giurisprudenza all’Università degli Studi di Roma “Tor Vergata”. Il suo profilo accademico e professionale è stato integrato da corsi specialistici, tra cui la qualifica di formatore e il conseguimento del brevetto di pilota per sistemi aeromobili a pilotaggio remoto (A.P.R.), affiancati da una solida conoscenza delle lingue inglese e francese. Le sue prime esperienze sul campo lo hanno visto impegnato nel settore addestrativo a Campobasso, in qualità di Comandante di Plotone e docente presso la locale Scuola Allievi Carabinieri. Successivamente, nel settembre 2023, ha assunto la guida del Nucleo Operativo e Radiomobile della Compagnia di Catanzaro, l’unità operativa di pronto intervento del capoluogo. A questo incarico ha affiancato, in sede vacante, il comando dell’intera Compagnia capoluogo tra il 2024 e il 2025. Promosso al grado attuale nel settembre 2025, il Capitano Flebus giunge in Alto Adige portando con sé un bagaglio professionale variegato, maturato tra contesti d’istruzione e realtà territoriali particolarmente complesse. Erker 11/26
69
I
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
Presentazione del libro
“Dal piombo della miniera all’oro delle Paralimpiadi” Val Ridanna del dopoguerra e ci aprono le porte di una realtà oggi difficilmente immaginabile. È la storia di un bambino nato in un complesso intreccio di tensioni storiche, isolamento sociale e difficoltà familiari. Per comprendere meglio queste dinamiche, è utile soffermarsi sulla situazione politica e sociale dell’Alto Adige di allora. Dopo la fine della Prima guerra mondiale e la firma del Trattato di Saint-Germain nel 1919, il territorio, in precedenza austriaco, passò al Regno d’Italia. Negli anni Venti e Trenta, il regime fascista guidato da Benito Mussolini portò avanti con estrema durezza l’italianizzazione della regione. Parte di questo progetto prevedeva anche l’insediamento mirato di famiglie italiane nelle valli tradizionalmente di lingua tedesca. Fu attraverso l’ente fascista preposto al popolamento che anche il “Similerhof”, situato nella frazione di Masseria, in Val Ridanna, entrò in possesso della famiglia Zanarotto. Nel maggio del 1940, il nonno Pietro si trasferì qui con la famiglia dalla provincia di Verona, nel pieno del periodo delle NTOHI “Opzioni”, durante il quale gli alCATE INA FA ot.ROTTO toatesini di lingua tedesca erano GEIIMAHO ZA chiamati a decidere se emigrare nel Reich tedesco oppure rimanere nella propria terra accettando l’italianizzazione. La famiglia Zanarotto si costruì qui una nuova esistenza, rimanendo tuttavia l’unica famiglia italiana di contadini in una valle altrimenti interamente caratterizzata dalla lingua e dalla cultura tedesche. Mentre alcuni membri della famiglia si occupavano della gestione del maso, il nonno e gli zii iniziarono a lavorare nella miniera di Monteneve, per garantire economicamente la sopravvi-
Da emarginato in Val Ridanna a campione paralimpico: il libro “Dal piombo della miniera all’oro delle Paralimpiadi” racconta la toccante storia di vita di Germano Zanarotto. Cresciuto tra tensioni politiche, isolamento sociale e il duro lavoro in miniera, la sua vita subisce una svolta drammatica dopo un grave incidente sul lavoro. Caterina Fantoni ripercorre la straordinaria biografia di un uomo che non si piega al destino e che riesce infine a conquistare l’oro ai Giochi Paralimpici. Quando apriamo il primo capitolo di questo libro, entriamo in un mondo segnato da contrasti estremi. I ricordi d’infanzia di Germano Zanarotto, conosciuto nel suo paese natale con il soprannome di “Simeler-Nino”, ci conducono direttamente nella
DAL PIOMBO A DELLA MINIER
venza della famiglia. È in questo contesto carico di tensioni che, nell’aprile del 1948, nasce Germano. La sua situazione familiare non facilita certo la sua posizione nel paese: è figlio di una madre nubile e di un finanziere abruzzese, trasferito altrove ancora prima della sua nascita. Il bambino cresce sotto la protezione amorevole del nonno Pietro e, fin dall’inizio, si ritrova in una posizione difficile, sospeso tra due mondi. Per gli abitanti del luogo, a causa delle sue origini e della carnagione più scura, è il “Walsche”, termine dialettale usato per indicare gli italiani, oppure, in tono dispregiativo, il “Negerle”. Per le famiglie di lavoratori italiani trasferitesi nella valle, invece, è semplicemente il figlio dei contadini. Non appartiene veramente a nessuno dei due gruppi: è, in un certo senso, uno straniero nella propria terra. Caterina Fantoni descrive con grande concretezza e senza sentimentalismi la quotidianità sobria, spesso aspra, di Germano. Ci sono, per esempio, la ruvida biancheria intima di lana di pecora fatta a maglia, che d’inverno provoca bruciore sulla pelle ma che bisogna indossare in mancanza di alternative, e il freddo estremo nelle semplici camere da letto del «Similerhof», dove in inverno la neve entra attraverso le fessure. Su tutto incombe la presenza cupa della miniera. Il lavoro nelle gallerie garantisce il pane quotidiano, ma presenta anche un prezzo elevato, tra incidenti e il temuto «polmone da minatore», una grave malattia respiratoria causata dall’inalazione delle polveri. La storia del “Similer-Nino” documenta così la crescita di un bambino costretto fin da giovanissimo a imparare a farsi strada in un ambiente povero e impegnativo, a conquistarsi il proprio posto in un mondo che non gli regala nulla. La sua infanzia è segnata dal duro lavoro fisico e dalle privazioni, ma anche da un’indomabile volontà di sopravvive-
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
re, destinata a influenzare profondamente tutta la sua vita futura. La seconda parte del libro racconta quello che probabilmente rappresenta il punto di svolta più drammatico della vita di Germano Zanarotto, nonché la sua sorprendente trasformazione. Dopo l’infanzia e l’adolescenza trascorse nella valle, il suo percorso lo conduce infine a lavorare personalmente nelle buie gallerie della miniera. Caterina Fantoni descrive questa fase della sua vita con la stessa precisione schietta che caratterizza la prima parte del volume. Zanarotto sperimenta in prima persona i pericoli quotidiani del lavoro sotterraneo: la costante presenza della polvere minerale, gli spazi angusti delle gallerie e il rischio imprevedibile degli incidenti. All’improvviso, però, un destino tragico sconvolge radicalmente la sua esistenza. Dopo un grave incidente in miniera, il percorso di vita di Zanarotto sembra interrompersi bruscamente. Eppure, invece di lasciarsi sopraffare dalle enormi limitazioni fisiche, accade qualcosa di impensabile: la ferrea disciplina, la capacità di sopportare le privazioni e la determinazione incrollabile che già da bambino lo avevano aiutato a resistere alle derisioni e alle delusioni diventano la sua più grande forza motrice. Scopre così lo sport per persone con disabilità, in un’epoca in cui i Giochi Paralimpici sono ancora agli albori e ricevono ben poca attenzione da parte della società. Il racconto accompagna Germano nella sua straordinaria ascesa sportiva. Con la stessa tenacia con cui lavorava sottoterra, ora si allena per raggiungere i massimi livelli dello sport internazionale. Il culmine della sua carriera arriva ai Giochi Paralimpici di Stoke Mandeville, in Inghilterra. Il racconto di come quel bambino un tempo emarginato arrivi infine a stringe-
re la mano alla regina Elisabetta II e a conquistare l’oro paralimpico è uno dei passaggi più toccanti del libro. Nella seconda parte dell’opera, Fantoni riesce magistralmente a delineare il ritratto di un uomo che non si lascia schiacciare dal destino, ma riesce a trasformare le avversità in un trionfo sportivo. La storia di Germano Zanarotto va quindi ben oltre una semplice biografia: è una testimonianza senza tempo della resilienza, della dignità umana e della capacità di emergere dalle tenebre più profonde per tornare alla luce. O, per dirla con le sue stesse parole: “Io non sono sempre affabile, talvolta prevale in me ancora quello spirito di rivalsa che spesso sconfina nel mio essere burbero. Non voglio giustificarmi e non credo che potrei mai essere una persona diversa, perché nella mia vita la durezza è stata lo strumento che mi ha fatto sopravvivere. A volte, infatti, è stata solo la rabbia a consentirmi di non soccombere al dolore”. Barbara Felizetti Sorg
Presentazioni del libro Il libro “Dal piombo della miniera all’oro delle Paralimpiadi” di Caterina Fantoni sarà presentato il 18 novembre alle ore 17.30 presso la Biblioteca provinciale italiana „Claudia Augusta“ di Bolzano e il 2 dicembre alle ore 18.30 presso la CasArci di Vipiteno. L’ingresso è libero. Le riprese storiche di Germano Zanarotto, montate da Stephanus Domanig, possono essere visualizzate tramite i codici QR pubblicati nel libro.
I
Segni colorati per la pace
Un segno speciale di pace, comunità e rispetto reciproco è stato realizzato dagli alunni delle classi terze della scuola primaria „Dr. J. Rampold“ insieme alle alunne e agli alunni delle classi terze della scuola primaria italiana „Alexander Langer“. Al centro del progetto comune c’era la realizzazione di panchine e pietre della pace. Prima di prendere in mano pennelli e colori, i bambini hanno riflettuto insieme sui diversi simboli della pace e hanno discusso su quali segni e pensieri volessero esprimere attraverso le loro creazioni. Sono così nate tante idee diverse e creative, che hanno poi trovato spazio sulle panchine e sulle pietre. Particolarmente significativo è stato il valore dato alla diversità delle lingue. La parola „pace“ è stata scritta in diverse lingue sulle panchine e sulle pietre, mostrando in modo speciale che la pace unisce tutte le persone, indipendentemente dalla lingua che parlano o dalle loro origini. Durante il lavoro creativo sono nati spontaneamente momenti di dialogo e di incontro. I bambini hanno avuto l’opportunità di conoscersi, di scambiarsi idee, di aiutarsi a vicenda e di scoprire ciò che li accomuna. Non si è lavorato soltanto con impegno e concentrazione, ma si è anche riso e scherzato insieme. L’attività creativa ha creato un’atmosfera serena e spontanea, nella quale le differenze linguistiche e culturali sono passate in secondo piano. Gli alunni sono stati accompagnati e sostenuti con grande impegno dai loro insegnanti, che hanno collaborato attivamente alla progettazione e alla realizzazione delle opere. Con entusiasmo, creatività e partecipazione, i bambini hanno trasformato semplici panchine e pietre in colorati messaggi di pace. Anche la dirigente scolastica della scuola italiana, dott.ssa Francesca Amodio, e l’assessora comunale Chiara Martorelli hanno voluto assistere personalmente al lavoro dei bambini. Hanno espresso il loro apprezzamento per le opere realizzate e rivolto a tutti gli alunni un grande elogio per il loro impegno, la loro creatività e il positivo spirito di collaborazione. Il progetto ha dimostrato in modo significativo che la pace inizia dalle piccole cose: dall’ascolto, dal dialogo, dal lavorare insieme e dal rispetto reciproco. Le colorate panchine e pietre della pace continueranno a ricordare a tutti ciò che può nascere quando bambini di diverse comunità linguistiche lavorano insieme e scoprono la gioia dello stare e del fare insieme. Erker 11/26
71
I
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
Ottant’anni di storia, di sport e di persone: una doverosa precisazione
Anche la Polisportiva AVI Vipiteno desidera unirsi a queste parole, porgendo le proprie sincere scuse per eventuali e involontarie dimenticanze verificatesi nel corso della serata celebrativa. Nell’emozione di ripercorrere ottant’anni di storia, può essere accaduto che alcuni protagonisti non abbiano ricevuto il giusto riconoscimento. La società desidera ribadire che il contributo di ciascuno è stato e continua a essere prezioso e che questo importante anniversario vuole rappresentare una festa condivisa, un omaggio e un ringraziamento di cuore a tutte le persone che, ieri come oggi, hanno reso possibile questo straordinario traguardo. Chiara Martorelli
72
Erker 11/26
La Polisportiva AVI spegne 80 candeline tra ricordi, premi e successi © Stefano Orsini
In riferimento all’articolo pubblicato in occasione dell’80° anniversario della Polisportiva AVI Vipiteno, desidero aggiungere una precisazione e rivolgere un sincero pensiero di riconoscenza a tutte le persone che, nel corso di questi otto decenni, hanno contribuito a scrivere la storia dell’associazione. Per la ricostruzione storica mi sono attenuta principalmente alle informazioni contenute nel volume pubblicato in occasione del 50° anniversario della Polisportiva, una preziosa testimonianza del passato della società. Ottant’anni rappresentano tuttavia un arco di tempo molto lungo, ricco di avvenimenti, successi e soprattutto di persone. Ripercorrere una storia così articolata comporta inevitabilmente il rischio di qualche svista o dimenticanza. Sono consapevole che numerosi atleti, allenatori, dirigenti, collaboratori e volontari hanno contribuito in maniera significativa alla crescita e ai successi della Polisportiva e che alcuni di loro non sono stati menzionati nell’articolo. Desidero sottolineare che si tratta di omissioni assolutamente involontarie, che non intendono in alcun modo sminuire l'importanza e il valore di chi ha fatto parte di questa grande realtà sportiva. La storia della Polisportiva non è fatta soltanto di medaglie, titoli e risultati agonistici, ma soprattutto di passione, dedizione, sacrificio e impegno quotidiano. Ogni atleta, indipendentemente dai risultati raggiunti, ogni allenatore, ogni dirigente e ogni volontario ha contribuito a costruire l'identità e il prestigio della società. Anche chi ha lavorato lontano dai riflettori ha lasciato un segno importante, trasmettendo valori ed esperienze alle generazioni successive. Il risultato più grande di questo impegno collettivo è proprio quello che oggi la società celebra: essere arrivata a ottant'anni di storia. Un traguardo straordinario che non sarebbe stato possibile senza il contributo di tutti coloro che, nel tempo, hanno creduto nella Polisportiva, sostenendola e accompagnandone la crescita. Desidero pertanto scusarmi sinceramente con quanti non sono stati citati, ribadendo che ogni dimenticanza è stata del tutto involontaria. Il mio intento è stato esclusivamente quello di rendere omaggio a una società che rappresenta un importante patrimonio sportivo e umano per Vipiteno e per l'intera comunità. Perché ottant'anni di storia non sono il successo di pochi, ma il traguardo di tutti. Ed è proprio grazie a tutti che la Polisportiva AVI Vipiteno può festeggiare oggi questo importante anniversario e guardare con fiducia al futuro.
Ottant’anni di sport, impegno, passione e traguardi condivisi. La Polisportiva AVI Vipiteno/ Sterzing ha celebrato il suo 80° anniversario il 10 ottobre, con una cerimonia che si è svolta alle 18.30 nella sala Vigil Raber, gremita per l’occasione da rappresentanti della società, atleti, soci ed ex dirigenti. A prendere parte alla serata sono stati il presidente Wilfried Casadei, i responsabili delle diverse sezioni sportive, il vicepresidente onorario Franco Rossi e numerosi ex presidenti e soci che, nel corso degli anni, hanno contribuito alla crescita della Polisportiva. Una partecipazione significativa, che ha testimoniato il forte legame tra la società e il territorio e il valore di una storia sportiva costruita grazie all’impegno di tante persone. Nel corso della cerimonia sono stati premiati gli ex presidenti, insieme agli atleti delle varie sezioni che si sono distinti per i risultati conseguiti e per particolari meriti sportivi. Un momento dedicato a riconoscere il contributo di chi ha accompagnato la Polisportiva lungo il suo percorso, portando avanti i valori dello sport e trasmettendoli alle nuove generazioni. Tra le soddisfazioni che hanno accompagna-
to le celebrazioni per l’anniversario spiccano i risultati di Marie Ungerank, atleta di Racines che, con i suoi risultati internazionali, ha portato in alto il nome della sezione nuoto della società vipitenese. Proprio nei giorni in cui la società festeggiava i suoi primi 80 anni, Marie Ungerank ha conquistato un importante successo internazionale al debutto con la maglia azzurra. L’atleta ha infatti contribuito alla vittoria della staffetta 4x1250 metri in occasione della Coppa Comen, disputata a Malta. I successi di Marie Ungerank non si sono fermati alla Coppa Comen. L’atleta ha infatti conquistato anche una splendida medaglia d’argento nella gara individuale di 7,5 chilometri della Mediterranean Open Water Swimming Cup. La celebrazione dell’anniversario è stata dunque non soltanto l’occasione per ripercorrere una storia ricca di impegno e soddisfazioni, ma anche un momento per guardare avanti, con l’orgoglio per i traguardi raggiunti e l’augurio di continuare a vivere lo sport come occasione di crescita, condivisione e appartenenza alla comunità. sp
PR □
Il noleggio stagionale conviene Rent and go Schölzhorn: il noleggio sci di qualità Come funziona il noleggio stagionale di sci con Rent and go? All’inizio della stagione vi basta recarvi in uno dei nostri punti noleggio Rent and go a Racines, Vipiteno oppure, per lo sci di fondo, a Ridanna. Con il supporto del nostro personale qualificato, potrete scegliere la vostra attrezzatura personale – sci e scarponi – tra un’ampia selezione delle migliori marche. Una volta effettuata la scelta, siete pronti per godervi tutta la stagione sulla neve. A fine stagione, sarà sufficiente restituire l’attrezzatura direttamente in negozio, in tutta comodità.
~4Y q;qz;aw
/?I.
Scholzhorn
•~1
NO GGIOSTAGIONALE 2026/11 ADULTII SCI Per sclatt1rl espertl
Flers!:.l:etoriIn lrf'lnedJ
da 3't.9f: a399 t
2.G!U!
AOUl TI ISCARPO I
Topu~e•
ll'ìte-rme-ctiate
169tl
1ft91E
SITSCi--
lU.PINISHO S-c,t~1.: 1•
scarpo~1
859€
ltlllDE
JUNlOR I SCI & SCARPONI
S:ETJUNIOR Si , ·scarponi
Sci nHS'Ocrn
•t,,i;<;,ionc~,1
SClll'"IJOrli I
da 12.0E
eu:
bHE:
.20t, ~
JLJN10.R I ri;:EE.STYLE
Quali sono i vantaggi di un noleggio stagionale per gli sci? Rent and go offre attrezzatura di qualità costantemente testata e ottimamente preparata, regolazione degli attacchi conforme agli standard ISO, scarponi da sci adeguatamente asciugati e disinfettati, nonché linee speciali per donne e bambini. Se si dovesse notare che lo scarpone o gli sci non vanno bene sulla pista, è possibile sostituirli. Interessanti sconti sono inoltre previsti per chi sceglie attrezzatura usata: materiali che, pur avendo già affrontato una stagione, mantengono elevati standard di qualità. Da non perdere anche l’offerta stagionale dedicata allo sci alpinismo, con la possibilità di acquisto a fine stagione. A chi è adatto il noleggio stagionale? Con Rent and go, non solo gli adulti possono contare ogni anno su attrezzatura all’avanguardia, ma anche per i bambini il noleggio stagionale rappresenta una soluzione pratica e conveniente. I giovani sciatori hanno così la possibilità di utilizzare ogni stagione materiale perfettamente adeguato alla loro crescita, con sci e scarponi sempre adattati alla taglia del piede e alla corporatura. Nel prezzo del noleggio è inclusa anche la manutenzione standard degli sci da bambino, che comprende sciolinatura, lucidatura e affilatura, in base alle necessità.
Frns1y:l& sol 1.ono i 140cm
1,20€/cm SNOWBOA.RD A(111ltl
Jun[.cr
SCARPONI
c.r.sco
PRO ECTOR
149€
491
79il
89€:
39·€
59€:
2:29€ de,120€ tt201cm)
--:26%SU ATIRiEZZATVRA
USATA! !EI;ceuo sci al l)inismol
tGIBNIZZAZIONE Scarpol'll ecrrsch puml
dlsinTettaridopo 09111 ooleggfol
VIPITENOT. 0472 760627 RACINEST. 0472 659147 RIDANNA T. 04 72 6564 50
1
1
www.rentandgo.it
Erker 11/26
73
I
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
Presentazione del libro
America dentro: Storie, volti e conflitti di un Paese in bilico Un incontro partecipato e ricco di spunti ha portato a Vipiteno uno sguardo approfondito sulle trasformazioni degli Stati Uniti. Venerdì 2 ottobre, a Palazzo Jöchlsthurn, è stato presentato “America dentro. Storie, volti, conflitti di un Paese in bilico”, il libro dei giornalisti Massimo Gaggi e Tamara Jadrejcic, che racconta vent’anni di vita americana attraverso reportage, testimonianze e storie quotidiane. Arrivati negli Stati Uniti nel 2004, i due autori hanno osservato un Paese profondamente cambiato, soprattutto dopo la crisi finanziaria del 2008-2009, che ha alimentato sfiducia nelle istituzioni, insicurez-
za e disillusione. Dal razzismo negli Stati del Sud alla povertà degli Appalachi, dalle proteste delle comunità indigene alle contraddizioni del sistema sanitario, il libro restituisce l’immagine di una società attraversata da forti disuguaglianze e divisioni. A preoccupare sono anche la crescente polarizzazione politica, il riemergere dei movimenti suprematisti e l’influenza delle grandi aziende tecnologiche. La presentazione ha offerto al pubblico l’occasione di riflettere sul futuro della democrazia americana e su dinamiche politiche e sociali che coinvolgono sempre più da vicino anche l’Europa. sp
Canti di montagna: a Fortezza la 48ª rassegna Dopo aver festeggiato lo scorso anno il 50° anniversario dalla fondazione, il Coro Amici della Montagna di Fortezza torna a esi-
birsi davanti al pubblico di casa. L’appuntamento è per venerdì 14 novembre, alle ore 17, nell’edificio pluriuso di piazza Marconi, per la tradizionale rassegna di canti corali di ispirazione montana. Ospiti
74
Erker 11/26
della serata saranno il Coro Cai di Brunico, nato nel 2023, e il Coro Code di Bosco, fondato nel 1988 a Orsago, in provincia di Treviso. Quest’ultimo si distingue per il suo impegno nella valorizzazione del canto popolare, anche attraverso iniziative nelle scuole e concerti che uniscono musica, teatro e racconto. Una serata all’insegna della musica e della tradizione, per celebrare il legame tra canto, territorio e comunità. Il Coro Amici della Montagna invita tutti a partecipare e rivolge un appello anche ai giovani di Fortezza affinché si avvicinino al gruppo e contribuiscano a mantenere viva questa importante realtà locale. dm
Vipiteno
Una stagione teatrale tra grandi interpreti, emozioni e riflessioni Dieci appuntamenti tra comicità, grandi classici, drammaturgia contemporanea e danza: un cartellone ricco di emozioni e suggestioni firmato dal Teatro Stabile di Bolzano. Dalla comicità surreale alla drammaturgia contemporanea, dalla rilettura dei classici alla danza: il Teatro Stabile di Bolzano presenta a Vipiteno la stagione 2026/2027, con un cartellone ricco di linguaggi e suggestioni, pensato per un pubblico di diverse generazioni. Il Teatro Comunale di Vipiteno, in piazza Goethe, ospita nove spettacoli, ai quali si aggiunge un appuntamento speciale al Teatro Comunale di Bolzano riservato agli abbonati. La stagione, inaugurata il 15 ottobre 2026, proseguirà fino al 20 aprile 2027, confermando l’attenzione del Teatro Stabile di Bolzano per il territorio e offrendo al pubblico dell’Alta Valle Isarco l’opportunità di incontrare alcuni tra i protagonisti più interessanti del panorama teatrale italiano. Ad aprire la stagione, il 15 ottobre, è stato Arrivano i dunque di Alessandro Bergonzoni, accolto da una buona partecipazione di pubblico. L’artista ha proposto la sua inconfondibile comicità surreale, intrecciando giochi linguistici, poesia e riflessioni sulla società contemporanea. Un
viaggio nell’immaginazione che ha invitato gli spettatori a osservare la realtà da prospettive insolite, tra ironia e provocazione intellettuale. Il secondo appuntamento, il 20 ottobre, ha portato gli abbonati di Vipiteno al Teatro Comunale di Bolzano per l’anteprima di Madre Courage e i suoi figli, capolavoro di Bertolt Brecht interpretato da Lunetta Savino con la regia di Leo Muscato. Ambientata nell’Europa devastata dalla Guerra dei Trent’anni, l’opera racconta di una donna che cerca di sopravvivere traendo profitto dal conflitto, pagando però un prezzo altissimo sul piano umano e familiare. Uno spettacolo intenso e attuale, che ha offerto una riflessione sulla guerra, sull’avidità e sulle contraddizioni dell’essere umano. Per gli abbonati era stato organizzato anche un servizio di trasporto gratuito su prenotazione. Il 24 novembre 2026 sarà la volta di L’invidia dell’orso di Angela Dematté, in scena insieme a Giuliano Comin, con la regia di Alice Sinigaglia. Ambientata nel contesto alpino, la commedia racconta le difficoltà personali e professionali di una coppia, Aldo e Giuliana, affrontando con sensibilità e ironia il rapporto tra uomo e natura, l’identità delle comunità montane e la controversa presenza dell’orso sulle Alpi: temi particolarmente vicini alla realtà altoatesina.
Notizie dall‘Alta Val d‘Isarco
I
Calendarietto C.A.I. Brennero 29.11.26: Pranzo di Natale C.A.I. Vipiteno 15.11.26: Castagnata presso la sede con giochi Cenerentola, una storia italiana della compagnia Fabula Saltica
Il 10 dicembre 2026 Valerio Aprea sarà protagonista di Il giorno in cui mio padre mi ha insegnato ad andare in bicicletta, tratto da un testo di Sandro Bonvissuto. Un monologo intenso e delicato, nel quale un ricordo d’infanzia diventa metafora della crescita, dell’autonomia e del rapporto tra padre e figlio. Un racconto che emoziona attraverso la forza della parola e della memoria. Il 16 dicembre 2026 la danza salirà sul palcoscenico con Cenerentola, una storia italiana della compagnia Fabula Saltica. Attraverso le coreografie di Claudio Ronda e le musiche di Gioachino Rossini e Simone Pizzardo, la celebre fiaba viene ambientata nell’Italia degli anni Sessanta. La protagonista diventa una giovane donna determinata a scegliere autonomamente il proprio futuro, in una rilettura moderna e suggestiva del classico. Il 20 gennaio 2027 sarà in scena Autoritratto di Davide Enia. L’autore e interprete palermitano affronta il tema della mafia intrecciando esperienze personali, memoria collettiva e storia italiana, con particolare attenzione alle stragi del 1992. Vincitore di due Premi Ubu nel
2025, lo spettacolo propone un’intensa riflessione sul dolore, sul silenzio e sulla responsabilità civile. Il 10 febbraio 2027 sarà la volta della Commedia dell’Arte con Scaramuccia della compagnia Stivalaccio Teatro, per la regia di Marco Zoppello. Ambientato nel Seicento, tra Venezia e Creta, lo spettacolo racconta le avventure della celebre maschera attraverso equivoci, duelli, travestimenti, musica e intrecci amorosi. Una rappresentazione vivace che rinnova con originalità la tradizione del teatro popolare italiano. Il 24 febbraio 2027 andrà in scena Le Dieu du carnage di Yasmina Reza, con la regia e l’interpretazione di Antonio Zavatteri. Due coppie di genitori si incontrano per risolvere pacificamente una lite tra i figli, ma il confronto si trasforma progressivamente in uno scontro feroce. Attraverso dialoghi brillanti e situazioni paradossali, la commedia mette a nudo le ipocrisie sociali e le contraddizioni dei rapporti umani. Il 7 aprile 2027 sarà proposto Amleto a pranzo e a cena di Oscar De Summa. Il capolavoro di Shakespeare viene rivisitato attraverso le vicende di una
piccola compagnia teatrale impegnata a metterlo in scena. Tra rivalità, incomprensioni e situazioni comiche, lo spettacolo intreccia finzione e realtà, offrendo una rilettura contemporanea e ironica di uno dei grandi classici della drammaturgia. Il 20 aprile 2027 la stagione si concluderà con Le Quattro Stagioni della compagnia Opus Ballet. Sulle celebri musiche di Antonio Vivaldi, le coreografie di Aurélie Mounier traducono in movimento il susseguirsi delle stagioni, evocando il ciclo della vita, il cambiamento e il rapporto tra uomo e natura. Un finale poetico e suggestivo, nel quale danza e musica si fondono in una riflessione sulla bellezza e sulla fragilità dell’ambiente. La stagione 2026/2027 si presenta dunque come un percorso culturale variegato, capace di alternare intrattenimento, emozione e approfondimento: dalla comicità visionaria di Bergonzoni alla forza espressiva di Lunetta Savino e Davide Enia, dalla tradizione della Commedia dell’Arte alla danza contemporanea. Ulteriori informazioni sono disponibili sul sito www. teatro-bolzano.it.
Biblioteca Civica 06.11.26: Caffè letterario - ore 17.30 - In collaborazione con Agorà 14.11.26: Kamishibai bilingue - ore 10.00 - Prenotazione necessaria: biblioteca@vipiteno.eu - 0472 723762 20-25.11.26: La Wipptal si tinge di rosso - Insieme contro la violenza sulle donne - Organizzato della Rete territoriale contro la violenza AGNet Wipptal - Dove: vari luoghi nella Wipptal 26.11.26: La democrazia vive della partecipazione: serata informativa con tavola rotonda su democrazia e partecipazione ore 19.00. L‘ingresso è libero; è gradita l‘iscrizione (biblioteca@vipiteno.eu - 0472 723 760).
Udienza della difensora civica presso la sede dell'Ispettorato all'agricoltura, via Stazione 2 a Vipiteno, venerdì, 27 novembre 2026 dalle ore 9.00 alle ore 12.00, appuntamento necessario. Per informazioni: tel. 0471 946020.
Per medici e farmacie di turno vedi pag. 112
sp Erker 11/26
75
Sport
„Die Lawine hat immer Recht!“
Unter dem Motto „Die Lawine hat immer Recht“ veranstaltet der Bergrettungsdienst Sterzing am 21. November zum 16. Mal das Sterzinger Lawinenseminar.
Alpin- und Lawinenexperten wendet sich an alle, die draußen im winterlichen Gelände selbstständige und eigenverantwortliche Entscheidungen fällen müssen.
Prävention ist besser als Reaktion, denn Unfällen im Gebirge kann vorgebeugt werden. Davon ist die Bergrettung im AVS Sterzing überzeugt und setzt seit vielen Jahren auf Veranstaltungen, um Menschen dafür zu sensibilisieren. Beim Lawinenseminar im Stadttheater Sterzing soll genau dieses Ziel erreicht werden. Skitourengeher, Winterbergsteiger, Schneeschuhwanderer, Snowboarder und Variantenskifahrer werden die Gelegenheit haben, ihre Kenntnisse über Lawinengefahren auf den neuesten Stand zu bringen. Je größer das Wissen, umso besser können Unfälle vermieden werden. Die richtige Ausrüstung, das korrekte Einschätzen von Gefahren und das richtige Verhalten in Notsituationen können Leben retten. Das Seminar mit Vorträgen von anerkannten
Die Referenten
76
Erker 11/26
te, unterschiedlichster Strategien und besserer Rettungsmittel liegen Sportler mit ihren Einschätzungen zu oft falsch bzw. enden Skitouren oder Variantenabfahrten tödlich. Im Vortrag wird die grundsätzliche Problematik in der Einschätzung der lokalen Lawinenge-
Peter Plattner und Walter Würtl sind Berg- und Skiführer, Alpinsachverständige und als Expertenmitglieder des Kuratoriums für alpine Sicherheit seit rund 30 Jahren in Sachen Lawinenunfälle und Unfallprävention tätig. In ihrem Vortrag mit dem Titel „Die Lawine hat immer Recht!“ Walter Würtl und Peter Plattner Dr. Alex Hofer blicken sie auf den Winter 2025/26 zurück, der aus unfallkundlicher fahr dargestellt, die elementaren StandardSicht mit einer Vielzahl an schweren Unfäl- maßnahmen besprochen und differenzierte len als katastrophal zu bezeichnen ist. Trotz Handlungsempfehlungen in Abhängigkeit großer Bemühungen der Lawinenwarndiens- von Können, Erfahrung und Verantwortlich-
PROGRAMM 19.00 Uhr: Begrüßung, Vorstellung des Programms und der Referenten 19.15 Uhr: Peter Plattner/ Walter Würtl: „Kameradenrettung – Was ist zu tun, wenn es doch passiert?“ 19.45 Uhr: Dr. Alex Hofer: „Luft und Wärme“ 20.15 Uhr: Philipp Braunhofer: „Der Lawinenunfall am Glaitner Joch – aus der Sicht der Rettungsmannschaft“ 20.45 Uhr: Pause keit gegeben. Zentrale Struktur 21.00 Uhr: Peter Plattner/ ist dabei die bekannte Formel Walter Würtl, Hauptvortrag: 3x3, die an diesem Abend aber „Die Lawine hat immer vollkommen neu definiert wird. Recht!“ Dr. Alex Hofer, ärztlicher Leiter 22.15 Uhr: Diskussionsbeim Aiut Alpin Dolomites und runde mit Fragen aus dem Anästhesist in öffentlichen und Publikum privaten Strukturen, hält einen Abschließend Verlosung Vortrag zum Thema „Ein Lawivon Sachpreisen nenopfer benötigt Luft und Wärme”. Unter den Schneemassen Nähere Informationen einer Lawine wird es für die Verunter www.facebook.com/ schütteten schwer, ausreichend BergrettungsdienstSteratmen zu können und durch zing Sauerstoffmangel können Hirnfunktionen nach wenigen Minuten geschädigt werden. Weiters sinkt die Körpertemperatur der Trainingstag Verschütteten, die Patienten werden bewusstlos, später set- Am 16. Jänner findet wieder zen Atmung und Herzschlag aus. der dazugehörige Trainingstag Schnelles und richtiges Handeln statt, bei dem den Teilnehmern ist gefragt. Bei seinem Vortrag viel Praxiswissen vermittelt geht es um die Lawine am Glait- wird. Um ein möglichst breites ner Joch in Ratschings im Jahr Publikum zu erreichen, ist die Te i l n a h m e 2024, bei der zwei am SeminarVerschüttete nach abend und langer Verschütam Trainingstungszeit unbekurs kostenschadet überlebt los. Für den haben. Das war aus Seminarmedizinischer Sicht abend ist eine Sensation. keine AnmelPhilipp Braundung erforhofer ist Rettungsderlich, die stellenleiter des AnmeldunBRD Ridnaun/Ratgen für den schings. In seinem Philipp Braunhofer Trainingstag Vortrag „Lawinenunfall am Glaitner Joch – aus der werden erst nach dem SemiSicht der Rettungsmannschaft“ narabend entgegengenommen berichtet er aus der Sicht des Ein- (begrenzte Teilnehmerzahl).
ADYENTSKURS I CORSO D'AWENTO
tl!Sf! 6.--8.12.. 11.-13:12.fr f ven14:15-16:15 ? een.1un 1~ & l&-20.12.SQnstI albiJiomi 9:00-ll'OO
WEIIIMCHTSKURS I CORSO DINAT. ~
27,12-04.01. 14;15-1&15
SAMSTAGSKURS I CORSO l0
:·f= 14:15-lt15
(jeden
,e
18st
FUN 11.:00
RSO CAIIBALE
Kostenloser Efflkurs I Primeoorsontuito
4~12Jahre.wtimhallin Stemng 4-12.anni,iresidenti a.Vj~iteno oderPfrtscil:l Klin~r~111~o Valdi Viw-:1 wrso'barnbini ,einmalig kosteius. gratultouna.snl.avolta.
Fammen-Special I SpedateFlmi!lüi
Belgleiehzy:ttlgi!r Anmeldung lscrizioil~contMiporane.a
dersel~nF1PITIU~: della-stessa ,~rn~t1a,: • 2 ~etsomm: ~m% • 2 persone~ -10 % • ab Perso«en: '-SOl • da 3 persone:--50%
a
jeweilsaufd:en!IÜm,tigeren KuJ oolco:rsomenocostoso.
Abholl./Riiokhringsemce I Servizioaccompa_pmento von undzurTalstati_onda e per stazionea: Rooslro])f: 15 €/KlftS valm:15Ucotso
satzleiters von diesem Unfall. Erker 11/26
77
Sport
'
.
:
---
.•
'
....,..., ..._-
.
'1'
s ~"
11)1
' Gemein:sarn tf,ilnieren. ·Gen1ein$illl'I starten. Geplant sind gemeinsame Tialningselnhelll!nrmt Tee
Schwimmen
Glanzleistung von Marie Ungerank Die 16-jährige Nachwuchsschwimmerin Marie Ungerank von der Polisportiva Sterzing
* ,
~s
von l.ailglaultohrem sowilt d!!f
gemelns.ame Start bei vers,hledenen Volk~l\ll!ii~ll.
,..A_ Dubkt erf,hrener •Jt,en nl$ul'er '
/ '"'-.odw 1!,l'llli llonlffltr HobW th_let1
•tHli#i&MMIP►
f!!l JEffl ANMELDEN -1 e:u
·~
· ~-CDIFfH@iJ
hat beim „Mediterranean Cup“ („Coppa Comen“) auf Malta Anfang Oktober groß aufgezeigt und maßgeblich zum 15. Ge-
Bottega 1
delM~ndo Weltladen
Geschenke aus dem Weltladen
..• b d uten f ude, sowohl bei d n Schenkend n als auch bei den Beschenklen-. Ein GES
NKSKORB.gefflUr na h lht1!11
Vorst llu11gen, odl!t ein~.n GUTSCU[IN • chaul!!l Sie in unserem W LT P N in ST RZI G, ALTSTADT 5 vorbei!
I regali delle Botteghe delMondo __. signifiarn o gioia . sla per chi 1i reg.da sia per chi 11riceve. Un CESTOR.EGAl. riempltt,
s.econdol vostri dm,tderio un ßUO .0 R[G.ALO- rate un sallo pe:1111 nostra ba l!go !lel rnondo ,1
VIPI.TINO,CITTAVEC.CHIA 5!
78
Erker 11/26
samtsieg in Folge für Italiens Langstreckenschwimmer beigetragen. Am ersten Wettkampftag sicherte sich Ungerank gemeinsam mit der italienischen 4x1,25-km-Staffel in einer Zeit von 1:32.46 Stunden souverän die Goldmedaille vor Tunesien und Kroatien. Nur einen Tag später setzte das Nachwuchstalent aus Telfes noch einen drauf: Im Freiwasserwettbewerb über 7,5 km holte sie in 1:37.03 Stunden hinter ihrer Teamkollegin Sofia Napoli die Silbermedaille.
Schach
Triumph für Quentin Haller Quentin Haller aus Wiesen, Student der Rechtswissenschaften an der Universität Trient, hat Mitte September den internationalen Schachwettbewerb der „Sunrise European University Alliance“ klar für sich entschieden. Haller ließ im auf chess. com ausgetragenen Online-Schachturnier die internationale Konkurrenz mit 47 Teilnehmenden aus 17 Ländern hinter sich und sicherte sich mit einer makellosen Bilanz von fünf Siegen und zwei Unentschie-
den den 1. Platz. Neben dem sportlichen Erfolg stand bei der zweiten Auflage des Turniers
der länderübergreifende Austausch zwischen den Partnerhochschulen im Vordergrund.
aJJ (GI ' . . . ...
1
1
SKIAND BIKE
SCHOOL·RENT·SHOP·TOURS
SAISONSMIETE AKTION PROMOZIONE NOLEGGIO STAGIONA AufalleKinder-Saisonsmieten Sunoleggistagionali perbambin; AufalleErwachsenen-Saisonsmieten Sunoleggistagionali peradulti ---~ für Kinder AufRennmaterial
.
•. ·
·
•
41/,~::fF ---~...#'~ ~~
racingdabambini-'';; Sumateriale AufRennverkaufsartikel beiderAusleihe vonRennskiern sugliarticoliracingin vendita conil noleggio degliseidagara z., .
Jetztberaten lassen &passendes Material sichern! Richiedi subito unaconsulenza etrova rattrezzatura giusta!
Erker 11/26
79
Sport
Trailrun
Starke Bergläufer im Doppelpack Berglauf
Drei Podestplätze an drei Tagen
© GAMAvision
Zwei Ausnahmeläufer des Laufverein ASV Freienfeld, Patrick Ramoser und Lukas Mangger, haben vor kurzem sowohl bei hochkarätigen internationalen Ultramarathons als auch bei traditionsreichen Klassikern geglänzt.
Patrick Ramoser stellte beim anspruchsvollen „Fusky Fiemme Ultra Sky“ seine Klasse eindrucksvoll unter Beweis. Auf der kräftezehrenden 77 km langen Strecke mit rund 5.000 Höhenmetern setzte er sich mit einer Siegerzeit von 9:18 Stunden souverän an die Spitze und holte sich den Gesamtsieg. Auch Lukas Mangger zeigte eine Glanzleistung und lief beim „Oberaudorf Trail Festival“ auf das Podest. Auf der anspruchsvollen Marathonstrecke des Sudelfeld Trails über 42,8 km und 2.395 Höhenmeter erkämpfte er sich in 4:11.47 Stunden den 3. Platz. Dass die beiden Sportler auch auf kürzeren Distanzen zu überzeugen wissen, bewiesen sie beim traditionellen „Muterlauf“ in Dorf Tirol, der Anfang Oktober bereits zum 57. Mal stattfand. Auf der 5.650 m langen Strecke von Dorf Tirol zur Bergstation Hochmuth (810 Höhenmeter) feierten die beiden einen perfekten Doppelsieg für den Laufverein ASV Freienfeld. Ramoser lief nach 31.59 Minuten als Erster durch das Ziel, während sich Mangger mit einem Rückstand von 1,17 Minuten den 2. Platz sicherte.
Top-5-Platzierung Beim Panoramalauf Soltn, der sechsten Etappe der Südtiroler Top7-Laufserie, hat Lukas Mangger ebenfalls eine überzeugende Leistung gezeigt. Der Läufer des AVS Laufverein Freienfeld absolvierte die anspruchsvollen 15 km auf der Hochebene des Salten in einer hervorragenden Zeit von 52.26,2 Minuten und sicherte sich damit den 5. Platz im hochkarätig besetzten Herrenfeld. In einem schnellen Rennen, das von Andreas Reiterer mit neuem Streckenrekord gewonnen wurde, gehörte Mangger zu einer Spitzengruppe von lediglich fünf Athleten, die allesamt unter der Marke von 53 Minuten blieben. Bis zum Zielstrich lieferte sich der Ridnauner einen packenden Endspurt und verpasste Rang 4 hinter Andreas Innerebner (52:11,0 Minuten) nur um knapp 15 Sekunden.
80
Erker 11/26
Ein überragender 2. Platz in der Gesamtwertung und ein beeindruckender Tagessieg am Schlusstag: Trailrunnerin Severine Petersen aus Gossensaß hat bei der 20. Jubiläumsausgabe der traditionsreichen „Tour de Tirol“ am Wilden Kaiser eine absolute Spitzenleistung gezeigt. Nach drei kräftezehrenden Etappen über insgesamt 75 km und 3.942 Höhenmeter sicherte sich die Athletin vom Team Mammut mit einer Gesamtzeit von 7:09.46,2 Stunden Silber im internationalen Damenfeld. Der Etappen-Klassiker vor der Kulisse des Wilden Kaisers verlangte den rund 2.500 Teilnehmern aus 30 Nationen auch bei der diesjährigen Jubiläumsausgabe alles ab. Petersen legte bereits am ersten Renntag beim schnellen „Söller Zehner“ (10 km) mit Platz 2 (38.18,1) einen soliden Grundstein. Beim anspruchsvollen Kaisermarathon über 42 km am zweiten Tag kämpfte sie sich durch kühle Temperaturen und Regenschauer und erreichte nach 4:19.34,4 Stunden als Dritte das Ziel.
Ihr Können und ihre Ausdauer unterstrich Petersen schließlich beim Finale: Auf dem selektiven „Pölven Trail“ über 23 km sicherte sie sich in 2:11.53,7 Stunden souverän den Etappensieg. In der Gesamtwertung musste sie sich lediglich der Siegerin Nadine Hübel (6:57.14,1) geschlagen geben. Martin Griesser auf Rang 4 Beim 9. Sunnsatlauf zeigte der Bergläufer Martin Griesser aus Freienfeld Anfang Oktober auf der anspruchsvollen Panoramastrecke im Ahrntal eine hervorragende Leistung. Auf dem 22 km langen Kurs von St. Peter nach Luttach, bei dem insgesamt 1.000 Höhenmeter zu bewältigen waren, sicherte sich Griesser bei guten Laufbedingungen den 4. Platz. Mit einer Endzeit von 1:39.31 Stunden verpasste er das Podium nur knapp und reihte sich direkt hinter dem siegreichen Vizeweltmeister im LangstreckenTrail von 2023 Andreas Reiterer sowie Matthias Egger aus Vöran und dem Deutschen Johannes Löw in der Spitzengruppe ein.
PR □
l~I
Saisonmiete lohnt sich
SICI-SAISONMIETE 2026/ZT ERWACHSENE I SKI
Rent and go Schölzhorn: beste Ausrüstung und kompetente Beratung
.
.1
FDrsport!lct\ofienlferte ~ahre1I Fl]TFort~t>SClti ritten
2.09€
ab 3lt9 € bis !19 € Wie funktioniert eine Ski-Saisonmiete bei Rent and go? Einfach zu Saisonbeginn in einem unserer Rent and go-Verleihe in Ratschings, Sterzing oder für die Langlaufski-Miete in Ridnaun vorbeikommen, mithilfe unserer kompetenten Berater den persönlichen Ski und Skischuh aus einem großen Sortiment der besten Marken auswählen und schon geht’s ab auf die Piste oder Loipe. Zu Saisonende wird die Ausrüstung bequem wieder zurückgegeben.
11'\te~mediate
169tl
149E TOURENSKII MI MUt OPl"ION
l'OUR,EN-
rent
ond
go
L
ERWACHSENEI SKISCHUHE Top UYel
·-.__
SET '. "l•I L' • Schuhe-
859 €
SPOR f YOURSEl'F
II
Sl1l, .eil~
I ourSfl~Mts □hufts
,40DE
25!H
Jl.lNl0R I SKI & SKJSCHU HF
JUNIOR-S.□
S~I • Si:hu~-!!
Ski7{HS'Ocm
SkisdHJhil
bft,91€:
89€
• ~tooke ab12D e .20,
;_m
1
JUN10RI f""J;!Ef.STVLE Fre s,rylK'klunrer140om
1,20€/cm Welche Vorteile bringt eine Ski-Saisonmiete? Rent and go bietet ständig getestete und bestens präparierte Qualitätsausrüstung, isonorm-gerechte Bindungseinstellung, ordentlich getrocknete und desinfizierte Skischuhe sowie spezielle Linien für Damen und Kinder. Sollte man auf der Piste merken, dass der Schuh oder die Skier doch nicht zu 100 Prozent passen, kann die Ausrüstung umgetauscht werden. Es gibt interessante Rabatte für gebrauchte, aber trotzdem immer noch hochwertige Ausrüstung, die bereits eine Saison im Einsatz war. Empfehlenswert ist auch das Saisonangebot für Skitourengeher mit Kaufoption. Für wen ist eine Saisonmiete geeignet? Nicht nur den Erwachsenen steht jedes Jahr das Nonplusultra an Ausrüstung zur Verfügung, sondern auch für Kinder ist eine Saisonmiete sinnvoll. Schließlich befindet sich der Skinachwuchs noch im Wachstum und profitiert so jedes Jahr aufs Neue von an Schuh- und Körpergröße perfekt angepasstem Material. Im Mietpreis ist auch für Kinder der Skiservice ( je nach Bedarf Wachsen, Polieren, Kanten- oder Belagschliff) inbegriffen.
RUCKEN
SNOWBOARD
BOOTS
HEL/1
ErwBCl'l-serui22:9€
149€
49€
79E
eb120 € 19E 11,:ZO/cml
39€
59€
JunilJr
~26% AUFGEBRAUCHTE AUHÜSTIJN:ti!
[a!J~genomrnel'I Tourenskl l
s:;r11JTZ
~ .,
r
HVGIE!NISIBiUNG Wirreini:qcn uml doornflzicren Schuhe & Helmenachjeder [ete!
...
www.rentandgo.it
Erker 11/26
81
Sportpsychologie
Sport
Wie Eltern ihr Kind vor wichtigen Wettkämpfen unterstützen können Wenn ein Spieler bzw. Athlet schon Tage vor einem wichtigen Spiel oder Wettkampf nervös wird, bedeutet das nicht automatisch, dass er zu wenig Selbstvertrauen hat oder „mental nicht stark genug“ ist. Wahrscheinlich ist ihm das Spiel sehr wichtig und ein Teil von ihm versucht, sich vor Fehlern, Enttäuschung oder Ablehnung zu schützen. Deshalb sollte das Ziel nicht sein, die Nervosität wegzubekommen. Die Botschaft kann vielmehr sein: „Du darfst nervös sein. Das zeigt, dass dir etwas wichtig ist. Und du darfst trotzdem spielen.“ Damit wird Angst bzw. Nervosität als menschliche und auch wichtige Eigenschaft akzeptiert und Veränderungswiderstand reduziert. Mit dieser Ausgangslage gelingt eine Dosisveränderung (weniger Gespanntheit, mehr Lockerheit) besser. Was Eltern helfen kann 1. Nicht zu viel über das Spiel sprechen Fragen wie „Bist du schon nervös?“ oder „Du musst morgen gut spielen“ können die Aufmerksamkeit noch stärker auf die Leistung lenken. Besser: Normalität und Vertrauen vermitteln. 2. Nicht beruhigen wollen um jeden Preis Sätze wie „Du brauchst doch keine Angst zu haben“ helfen oft wenig. Besser ist: „Ich sehe, dass dich das gerade beschäftigt. Wir müssen die Nervosität nicht wegmachen.“ 3. Den Blick auf den nächsten Schritt richten Nicht das ganze Spiel gedanklich vorwegnehmen. Stattdessen: „Du musst heute noch kein Spiel gewinnen. Am Ende geht es nur um den nächsten Schritt, den nächsten Wechsel, die nächste Aktion.“ 4. Fehler ausdrücklich erlauben Ein Fehler bedeutet nicht, dass das Spiel schlecht ist. Eine wichtige Botschaft kann sein: „Du darfst Fehler machen. Entscheidend ist, dass du danach weiterspielst.“ 5. SEHR WICHTIG! Leistung und Wert voneinander trennen Das Kind sollte spüren: „Wir sind stolz auf dich – nicht weil du gut spielst, sondern weil du unser Kind bist.“ So gelingt die Unterstützung Die Eltern müssen die Angst nicht bekämpfen. Sie können ihrem Kind helfen, mit ihr zu leben, ohne dass sie sein Handeln bestimmt. Vielleicht hilft ein gemeinsamer Satz vor einem Spiel bzw. Wettkampf: „Deine Nervosität darf mit in den Wettkampf.“ Und danach sollte nicht zuerst gefragt werden: „Wie ist es ausgegangen?“ oder „Wie hast du gespielt?“ Sondern vielleicht: „Wie ist es dir heute gelungen, trotz deiner Nervosität zu spielen?“ So wird nicht die Angst zum Gegner. Sie darf da sein – und gleichzeitig lernt der junge Spieler Schritt für Schritt, dass er ihr nicht folgen muss.
Martin Volgger, Sportpsychologe
82
Erker 11/26
Tennis
Spannende Ballwechsel beim Clubturnier
Die Clubmeister des TC Ratschings
Im September trug der TC Ratschings sein traditionelles Clubturnier aus. Mit über 70 Teilnehmern war die Veranstaltung erneut bestens besetzt und bot spannende Matches über alle Alters- und Leistungsklassen hinweg. Im Anschluss an die letzten Finalspiele fanden eine Woche später die Siegerehrungen statt. Im Herren Einzel sicherte sich Philipp Auckenthaler den Titel des Clubmeisters vor Peter Rainer sowie Michael Oberhofer und Robert Arcolin, die gemeinsam Rang 3 belegten. Bei den Damen setzte sich Christina Strickner als Clubmeisterin durch, gefolgt von Isabel Pircher auf dem 2. Platz sowie Stefanie Fleckinger und Lorena Lungkofler auf dem gemeinsamen 3. Platz. Die Doppel-MixedKonkurrenz entschieden Pepi Leitner und Christina Strickner für sich. Den 2. Platz belegten Michael Oberhofer und Sybille Manferdini, während Francesco Zenzale/Daniela Gamper sowie Enea Barracu/Magdalena Senn
jeweils den 3. Platz erreichten. Auch die Nachwuchsklassen zeigten großen Einsatz. In der Kategorie U8 (gemischt) gewann Alena Gschnitzer vor Emma Rainer sowie Linda Siller und Lea Rainer. Die U10 (gemischt) entschied Noah Pipino vor Alexander Volgger, Simon Volgger und Tobias Siller für sich. In der U12 der Buben holte sich Raphael Erlacher den Sieg vor David Plank sowie Alexander Gögele und Peter Thaler. Im Bewerb der U12 der Mädchen triumphierte Jana Gschnitzer vor Sarah Kruselburger, Mara Rainer und Sandra Arcolin. Den Sieg in der gemischten Jugendklasse feierte Samuel Siller vor Hannes Vieider sowie Annalena Kruselburger und Manuel Vieider. Im Jugend Doppel Mixed setzten sich Lukas Plank und Raphael Erlacher durch, gefolgt von Jonas Minzoni und David Plank auf Rang 2 sowie den Drittplatzierten Jana Gschnitzer/Selina Siller und Samuel Siller/Jakob Bacher.
Sport
Fußball
10 Jahre Special Kickers Friends Cup Ende September wurde in Milland der 10. Special Kickers Friends Cup ausgetragen. Das Jubiläumsturnier des ASV Sport & Friends Südtirol stand ganz im Zeichen von Sport, Spaß und Freundschaft. Fußball spielt innerhalb des Vereins seit vielen Jahren eine bedeutende Rolle. Unter der Leitung von Sektionsleiter Christian Schölzhorn wurde der Bereich Fußball gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Trainern und Mitarbeitern mit viel Engagement, Ausdauer und Herzblut aufgebaut. Der Special Kickers Friends Cup zählt seit mittlerweile zehn Jahren zu den Höhepunkten im Vereinsleben. Auch heuer standen wieder mehr als 50 Fußballer mit Beeinträchtigung im Mittelpunkt. Mit großem Einsatz, Ehrgeiz und Begeisterung zeigten sie auf dem Spielfeld ihr spielerisches Können. Noch wichtiger als die
Ergebnisse waren jedoch die Freude und der Spaß am gemeinsamen Sport, das Miteinander und die vielen strahlenden Gesichter auf und neben dem Platz.
zahlreichen Gästen feierten sie diesen besonderen Jubiläumstag und würdigten die Bedeutung des Sports für Menschen mit Beeinträchtigung. Das zehnjährige Bestehen des Turniers zeigt
Präsidentin Luise Markart begrüßte zahlreiche Ehrengäste, darunter Sportlandesrat Peter Brunner, FIGC-Präsident Klaus Schuster, die VSS-Vertreter Markus Kompatscher, Lidia Bernardi und Martin Unterholzer sowie die Präsidentin der Sportgruppe für Körperbehinderte Südtirol SGKS Tanja Rainer. Gemeinsam mit
eindrucksvoll, dass sich Ausdauer, Hartnäckigkeit und ehrenamtliches Engagement auszahlen. Was vor zehn Jahren begonnen hat, hat sich mittlerweile zu einem beliebten Treffpunkt entwickelt, der sportliche Leistungen fördert und gleichzeitig Freundschaften und Gemeinschaft stärkt.
Erker 11/26
83
Sport
Special Olympics
Besonderer Moment Ein ganz besonderer Tag, den die Teilnehmer von Special Olympics Italien wohl noch lange in Erinnerung behalten werden: Nach ihrer Teilnahme an den Weltspielen 2025 in Turin wurden die Athleten und Betreuer zu einer Privataudienz bei Papst Leo XIV. in den Vatikan eingeladen. Auch zwei Athleten aus Südtirol gehörten zu dieser besonderen Delegation. Neben Georg Verginer aus Laien hatte auch Peter Schroffenegger aus Gossensaß die Möglichkeit, Papst Leo XIV. in der beeindruckenden „Sala Clementina“ im Apostolischen Palast persönlich zu begegnen. Nach den Eröffnungsworten wandte sich Papst Leo XIV. den Athleten und Betreuern persönlich zu. Jeder Teilnehmer hatte die Gelegenheit, einige Worte mit dem Heiligen Vater zu wechseln. Es waren zwar nur kurze Gespräche, doch gerade diese persönliche Begegnung machte den Empfang zu etwas ganz Besonderem.
Leichtathletik
Gold für Clara Seehauser Bei den U16-Italienmeisterschaften der Leichtathleten in Agropoli (Salerno) sorgte das Team Südtirols für ein echtes Ausrufezeichen. Vor allem die erst 14-jährige Clara Seehauser vom ASV Sterzing (im Bild) trumpfte im Kugelstoßen groß auf und holte sich sensationell den Meistertitel. Als Fünftbeste mit einer Vorleistung von 11,95 m in den Wettkampf gestartet, wuchs die Maulserin über sich hinaus. Nach 11,20 m und 10,98 m steigerte sie sich im dritten Durchgang auf 12,80 m und übernahm die Führung. Im weiteren Verlauf legte Seehauser noch einmal nach und schraubte ihre persönliche Bestmarke im fünften Versuch auf 12,63 m und
schließlich auf herausragende 12,98 m. Damit verwies sie die Konkurrenz um Testimoni Ehidiamhe Ose (12,55 m) und Elisabetta Bracciali (11,96 m) auf die Plätze. Neben der neuen U16Italienmeisterin wussten auch andere Wipptaler Nachwuchstalente zu überzeugen. So belegte Emma Frost im Speerwurf mit einer Weite von 35,11 m den 15. Platz. Anna Kruselburger zeigte über 2.000 m eine starke Leistung und lief in 7.09,32 Minuten (Rang 22) zu einer neuen persönlichen Bestmarke. Großen Kampfgeist bewies zudem Theresa Gasser. Trotz Schmerzen biss sie über 1.000 m die Zähne zusammen und kämpfte sich in 3.19,00 Minuten ins Ziel.
Golfsport
Südtirol holt TirolCup Beim zehnten TirolCup im Golf Club Dolomiti (Sarnonico) setzte sich die Mannschaft aus Südtirol-Trentino in einem packenden Finale mit 11,5:8,5 Punkten gegen die Gäste aus Nord- und Osttirol durch und holte damit nach fünf Jahren wieder den Titel. Bereits der Auftakt auf dem anspruchsvollen Par-72-Kurs bot Golfsport auf höchstem Niveau. Nach starken Foursomes und einer spannenden Aufholjagd der Nord- und Osttiroler in den Four-Ball-Matches ging das Team aus Südtirol-Trentino am ersten Tag mit einer hauchdünnen 4,5:3,5-Führung in den Finaltag. In den alles entscheidenden Einzeln behielt das Team im Endspurt die Nerven: Dank geschlossener Mannschaftsleistung und starken Siegen u. a. von Tommaso Femminella aus Gossensaß drehten die Gastgeber das Duell endgültig zu ihren Gunsten.
84
Erker 11/26
Leichtahletik
Markus Ploner glänzt beim Berlin-Marathon Der Berlin-Marathon bestätigte auch heuer seinen Ruf als absolutes Rekordrennen. Guye Adola (2:02.50) und Tigst Assefa (2:11.04), die beiden Sieger aus Äthiopien, gewannen mit Klassezeiten in einem Starterfeld von rund 50.000 Läufern. Markus Ploner vom ASV Sterzing kam als zweitbester „Azzurro“ in 2:21.41 Stunden ins Ziel und
holte damit Silber in der M45-Wertung hinter dem Brasilianer Paulo Roberto Paula (2:12.07); im Gesamtklassement belegte er den 95. Platz. Für Ploner war es die zweitbeste Marat h o n m a r ke seiner Karriere nach den 2:19.43 Stunden von Mailand im Jahr 2021.
Sport
„High Above“ in Brüssel Ende September wurde in Brüs- der Vorführung sprach der Stersel beim Bergfilmfestival „Brus- zinger Regisseur und Produzent sels on the Rocks“ der Dokumentarfilm „High Above – Highlining on Tribulaun“ gezeigt. Die mehrfach international ausgezeichnete Doku begleitet fünf Athleten, darunter zwei aus dem Wipptal, bei einem ambitionierten © Mirko Paradiso Projekt: am Pflerscher Tribulaun auf über 3.000 m Tobias Marcotto (Sick Level ProHöhe eine Slackline zu spannen duction) über die Entstehung und darauf zu balancieren. Vor des Films und die aufwendigen
Dreharbeiten im hochalpinen Gelände. Das Filmfestival wurde im Rahmen des „New European Bauhaus of the Mountain“ vom Land Südtirol initiiert, die Region Venetien ist als Partner beteiligt. Durch die Bergfilme soll auch ein Dialog über die Gegenwart und Zukunft der europäischen Bergregionen entstehen. Nach einer Einführung durch Landeshauptmann Arno Kompatscher diskutierten Thomas
Wobben, Direktor im Europäischen Ausschuss der Regionen, und Guillaume Corradino, Direktor des europäischen Berggebietsnetzwerks Euromontana, über die künftige Ausrichtung der europäischen Regionalpolitik unter Berücksichtigung der besonderen Bedürfnisse ländlicher und alpiner Räume. Die Extremsportdoku „High Above“ diente dabei als gutes Beispiel dafür, wie Geschichten aus den Alpen einen Zugang zu Themen und Lebenswelten der europäischen Bergregionen schaffen können.
Erker 11/26
85
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
Innovation & Technik KI im Unternehmen Muss der Mensch die Software verstehen oder umgekehrt?
mehr Zeit für persönlichen Kontakt und neue Ideen.
Warum verbringen wir so viel Zeit damit, uns an Computerprogramme anzupassen? Wir suchen Funktionen, lernen Abläufe und klicken uns durch Menüs. Dabei sollte es doch umgekehrt sein: Die Software sollte uns verstehen – nicht wir die Software. Künstliche Intelligenz (KI) eröffnet hier neue Möglichkeiten. Im Alltag hilft sie bereits beim Übersetzen, Schreiben, Recherchieren oder Planen. Entscheidend ist weniger die Technik dahinter als ihr Nutzen. Und warum sollte das im Unternehmen anders sein? Ein Beispiel: Ein Mitarbeiter möchte wissen, welche Kunden zuletzt weniger bestellt haben. Bisher musste er Berichte öffnen, Filter einstellen und Zahlen vergleichen. Künftig könnte die Software Entwicklungen direkt aufzeigen und Hinweise auf mögliche Ursachen liefern. Genau
86
Erker 11/26
Wissen nutzen, statt lange suchen
das verstehe ich unter Benutzerfreundlichkeit: Nicht möglichst viele Funktionen, sondern ein einfacher Weg zum Ergebnis. Technik soll unterstützen, nicht bremsen. Das betrifft nicht nur große Un-
ternehmen. Auch im Handwerksbetrieb, Geschäft oder kleinen Büro kostet es Zeit, Informationen zu suchen, Dokumente zu bearbeiten oder Daten mehrfach einzugeben. KI kann Routinearbeiten vereinfachen. So bleibt
In Unternehmen ist oft mehr Wissen vorhanden, als tatsächlich genutzt wird. Es steckt in Dokumenten, E-Mails oder in den Köpfen einzelner Mitarbeiter. Wer eine Information benötigt, muss erst herausfinden, wo sie liegt oder wen er fragen kann. Mit KI verändert sich dieser Zugang. Wir können unsere Anliegen so formulieren, wie wir denken und sprechen – über einen Chat oder ganz natürlich per Spracheingabe. Statt komplizierte Bedienungsschritte zu kennen, beschreiben wir, was wir wissen möchten. Die Software kann passende Informationen aus zugänglichen Quellen finden und verständlich aufbereiten. Auch Dokumente und Bilder
Herzlichen Glückwunsch zur Neueröffnung, liebes GOPA-Team! lassen sich einbeziehen. Das erleichtert den Arbeitsalltag und die Einarbeitung neuer Mitarbeiter – gerade für Menschen, die nicht ständig am Computer sitzen. Wenn Software selbstständig unterstützt Noch einen Schritt weiter gehen KI-Agenten. Sie können innerhalb klarer Vorgaben mehrere Arbeitsschritte selbstständig übernehmen. Anders als bei einer starren Abfolge können sie Informationen aus verschiedenen Quellen zusammenführen, Ergebnisse bewerten und passende nächste Schritte einleiten. Ein Agent könnte regelmäßig nach Fördermöglichkeiten suchen, die zu einem Unternehmen passen. Ein anderer beobachtet Kundenentwicklungen und meldet, wenn Bestellungen zurückgehen oder ein Kontakt sinnvoll wäre. Privat könnten solche Helfer Preise, Reiseangebote oder Veranstaltungen im Blick behalten. Der Vorteil: Wir müssen nicht jede Tätigkeit selbst anstoßen. Die Technik arbeitet im Hintergrund und macht uns auf relevante Entwicklungen aufmerksam. KI als Denkpartner – nicht als Ersatz für das eigene Denken Trotz aller Möglichkeiten sollten wir durch KI nicht bequem oder gar denkfaul werden. Eine schnelle Antwort ist nicht automatisch eine gute Antwort. „Ich sehe KI deshalb als Denkpartner“, so Thomas Holzer von Vipidoo. „Wir können Ideen weiterentwickeln, Überlegungen hinterfragen und neue Blickwinkel entdecken. Ein guter Denk-
partner bestätigt nicht einfach unsere Meinung: Er stellt kritische Fragen, zeigt Schwachstellen auf und bringt uns auf neue Gedanken. Genau so sollten wir KI nutzen. KI soll uns nicht das Denken abnehmen, sondern unser Denken bereichern.“ Dazu gehört ein kritischer Blick auf ihre Ergebnisse. KI kann Fehler machen, Informationen falsch einordnen oder Zusammenhänge übersehen. Im Unternehmen braucht es deshalb verlässliche Daten, klare Abläufe und Menschen, die Ergebnisse prüfen. KI kann analysieren, vergleichen und Empfehlungen geben. Die Entscheidung und die Verantwortung bleiben beim Menschen. Denn Zahlen allein ersetzen weder Erfahrung noch Menschenkenntnis oder das Gespür für eine Situation. Die eigentliche Veränderung beginnt in unseren Köpfen Vielleicht beginnt die eigentliche Veränderung deshalb nicht bei der Software, sondern bei unserer Haltung. Statt nur zu fragen, wie wir eine Aufgabe schneller erledigen, sollten wir überlegen: Muss ich jeden einzelnen Schritt überhaupt noch selbst machen? Und wo hilft mir KI, eine Sache nicht nur schneller, sondern auch besser zu lösen? „Für mich liegt genau darin die Chance: KI soll uns nicht ersetzen und auch nicht bequem machen. Sie soll uns bereichern, unsere Fähigkeiten erweitern und uns mehr Raum für das geben, was Menschen besonders gut können – miteinander arbeiten, Ideen entwickeln und bewusst entscheiden“, ist Thomas Holzer überzeugt.
Vielen Dank für das entgegengebrachte Vertrauen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit. Vipidoo Consulting wünscht dem gesamten GOPA-Team weiterhin viel Erfolg und viele begeisterte Kunden.
D, Vipidoo \;!!,,/ CONSULTING
. . •
.
,
©
EFFIZIENTE PROZESSE
0
FLEXIBLE LÖSUNGEN
00 3C)")
PERSÖNLICHE BERATUNG
o□O
STARKE PARTNER
··-
.... ,..
.·~ .;:__ l: ~-
··-- -n
·•
_J
D11-
D-
-
""
·,1 "o··' --·-
Erker 11/26
87
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
Neue Generation alpiner Mobilität 90 Jahre nach der Eröffnung der ersten Seilbahn in Breuil-Cervinia markieren zwei neue 3S-Bahnen einen bedeutenden Meilenstein in der Entwicklung des Skigebiets im italienischen Aostatal. Von der ersten Cervino-Seilbahn im Jahr 1936 bis zum zukunftsweisenden Projekt „Cervino The One“ spannt sich ein Bogen über neun Jahrzehnte Seilbahngeschichte. Nun beginnt in Breuil-Cervinia mit dem Start der Bauarbeiten für dieses Projekt ein weiteres Kapitel.
© Leitner
Das Sterzinger Unternehmen Leitner wird gemeinsam mit Cogeis, Ivies und BGF zwei neue Dreiseilumlaufbahnen errichten. Das Vorhaben sieht den Bau einer hochmodernen Seilbahnverbindung in zwei Abschnit-
horn Alpine Crossing“ angebunden, welches über das Klein Matterhorn Breuil Cervinia mit Zermatt (CH) verbindet. Für Wintersportler bedeutet dies künftig ein deutlich komfortableres Fahrerlebnis. Auf den beiden Sektionen Breuil-Cervinia-Plan Maison sowie Plan Maison-Plateau Rosa kommen moderne Symphony-Kabinen mit jeweils 24 Premium-Sitzplätzen. Die von Pininfarina gestalteten Kabinen verbinden hochwertige Ausstattung mit elegantem Design und verkürzen die Fahrzeiten, sodass mehr Zeit auf den Pisten bleibt. Die Inbetriebnahme ist nach aktuellem Zeitplan in der Wintersaison 2029/30 vorgesehen. Während der rund dreijährigen Bauzeit bleibt die Verbindung durch zwei
dernisiert. Die Talstation der neuen 3S-Bahn entwickelt sich zu einem zeitgemäßen Empfangsbereich mit Kassen, Informationszentrum, Verleih sowie Geschäftsflächen. In Plan Maison entsteht das betriebliche Herzstück von „Cervino The One“ mit Mehrzwecksaal, Werkstätten und Lagerbereichen für die Kabinen. Plateau Rosa übernimmt weiterhin seine zentrale Funktion als Verbindungspunkt zur Schweiz sowie zum Matterhorn Glacier Ride II.
Jubiläum mit Blick nach vorne Bei aller Innovationskraft bleibt die Geschichte des Skigebiets ein wesentlicher Teil seiner Identität. Was einst nur wenigen Alpinisten als Ausgangspunkt für Touren auf das Matterhorn bekannt war, hat sich zu einer der bedeutendsten Alpendestinationen entwickelt. Heute stammen rund 85 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Diese Entwicklung wurde durch kontinuierliche Investitionen ermöglicht – zunächst durch die „Società Anonima Cervino“, später unter der Führung der Familie Cravetto. Seit 2008 hält die Autonome Region Aostatal die Mehrheit der Anteile und setzt den langfristigen Investitionskurs konsequent fort.
Stimmen zum Projekt
So wird die neue Talstation in Cervinia aussehen.
ten vor: vom Ortszentrum von Cervinia nach Plan Maison (IT) sowie weiter bis zum Plateau Rosa an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz. Dort wird die Anlage direkt an das 2023 fertiggestellte „Matter-
88
Erker 11/26
parallele Transportachsen gewährleistet. Künftig werden saisonale Unterbrechungen zwischen Breuil-Cervinia und Plateau Rosa dauerhaft der Vergangenheit angehören. Auch die Infrastruktur wird umfassend mo-
„Die Realisierung von ‚Cervino The One‘ ist eine außergewöhnliche ingenieurtechnische Herausforderung, der wir uns mit großem Stolz stellen. Dieses Projekt setzt neue Maßstäbe in den Bereichen Komfort, Nachhaltigkeit und Design entlang des gesamten Alpine Crossing und zeigt eindrucksvoll, wie die Technologie von Leitner dazu beiträgt, eine sichere, effiziente und harmonisch in die Landschaft integrierte Infrastruktur zu schaffen. Nach der Realisierung der Anlagen auf Schweizer Seite folgt nun mit derselben Dreiseil-Technologie die Vollendung der Verbindung auf italienischer Seite. Mit dem Alpine Crossing ist eine einzigartige grenzüberschreitende Verbindung entstanden – ermöglicht durch Seilbahntechnologie“, so Anton Seeber, Präsident von Leitner.
© HTI
Supersnow ist Teil von HTI Die Unternehmensgruppe HTI ist neuer Alleineigentümer von Supersnow, einem auf die Herstellung von Schneeerzeugern, Lanzen und technologisch fortschrittlichen Beschneiungsanlagen spezialisierten Unternehmen. Mit Hauptsitz in Polen und Aktivitäten in Rumänien und Österreich stärkt Supersnow die Präsenz von HTI in den Märkten Osteuropas und Asiens weiter. Mit der Übernahme des etablierten polnischen Unternehmens möchte HTI noch näher an den aufstrebenden Skidestinationen Osteuropas sein. Ziel ist es, die Zusammenarbeit in den kom-
menden Jahren weiter auszubauen. HTI wird Supersnow dabei Kontinuität bei der Umsetzung strategischer und infrastruktureller Entwicklungsprojekte in Osteuropa bieten und gleichzeitig innovative Engineering-Initiativen weiter vorantreiben. Supersnow verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung im Bereich der technischen Beschneiung. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 in Białka Tatrzańska im Rahmen der Geschäftstätigkeiten der Familie Dziubasik gegründet. Diese betreibt heute eines der erfolgreichsten Tourismusziele Polens, das aus dem
Hotel „Bania“, Thermenanlagen sowie mehreren Skigebieten besteht. Das Unternehmen mit Sitz in Maniowy im Süden Polens zählt zu Europas führenden Entwicklern und Herstellern von Schneeerzeugern, Lanzen und weiteren Beschneiungslösungen für Skigebiete. In einer zunehmend vom Klimawandel geprägten Welt positioniert sich das Unternehmen als strategischer Partner für Bergdestinationen und bietet modernste Technologien mit Fokus auf Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und die Optimierung der Wasserressourcen.
Mit über 850 weltweit realisierten Gesamtprojekten verbindet Supersnow Innovation, kontinuierliche technologische Weiterentwicklung, maßgeschneiderte Engineering-Lösungen und einen kundenorientierten Service. Dadurch trägt das Unternehmen zur wirtschaftlichen Stabilität und zur langfristigen Betriebssicherheit von Wintersportdestinationen bei. Supersnow schloss die vergangene Saison mit einem Umsatz von rund 25 Millionen Euro und mehr als 120 Mitarbeitenden ab.
HEiSS
Erker 11/26
89
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
Open Day in Wipptaler Betrieben Industrieunternehmen begeistern über 1.000 Jugendliche
Open Day in der Prinoth AG (l.) und in der Wipptaler Bau AG (r.)
Hinter die Kulissen schauen, Fragen stellen, selbst ausprobieren und attraktive Berufe kennenlernen: Diese Möglichkeit nutzten über 1.000 Jugendliche bei den Open Days des Unternehmerverbandes Südtirol am 16. und 23. Oktober. 120 industriell organisierte Unternehmen, darunter die Demaklenko AG, die Leitner AG, die Prinoth AG, die Troyer AG sowie die Wipptaler Bau AG, öffneten ihre Tore und gaben Einblicke in ihre Produktion und ihre Innovationen. Die erstmals landesweit durchgeführte Initiative richtete sich an Schüler der zweiten und dritten Mittelschulklassen, an Jugendliche der ersten Klasse der Berufsgrundstufe sowie der Fach- und Oberschulen mit Begleitpersonen. „Wir freuen uns sehr über das große Interesse. Es zeigt, dass junge Menschen motiviert sind, sich Gedanken über ihre Zukunft
90
Erker 11/26
machen und in der Industrie attraktive Perspektiven sehen. Auch sehen wir es als unsere Aufgabe, junge Menschen bei der Orientierung für ihren weiteren Bildungsund Berufsweg zu unterstützen. Wir wollen aufzeigen, dass Südtirol spannende Industrieunternehmen hat, die qualifizierte Arbeitsplätze mit Entwicklungsmöglichkeiten bieten, sowie Löhne, die rund 40 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegen“, so Melanie Pernthaler, Präsidentin der Gruppe der Jungunternehmer im Unternehmerverband Südtirol. Die Initiative zielt auch darauf ab, junge Menschen für praktische, technische und digitale Berufe zu begeistern, insbesondere Mädchen. „Es gibt in unseren Unternehmen mittlerweile viele neue Berufsbilder, die noch wenig bekannt sind, aber in Zukunft umso bedeutender sein werden. Wir brauchen Meister und Master – junge Menschen,
die praktisch ausgebildet sind, ebenso wie Akademiker. Und es ist schön zu sehen, dass sich der direkte Austausch lohnt. Einige Jugendliche, die in Vergangenheit an einem Open Day teilgenommen haben, arbeiten heute in unseren Unternehmen“, betont die für Bildung zuständige Vizepräsidentin im Unternehmerverband Südtirol Katrin Höller. Die Open Days sind Teil des Projektes „Industrie & Schule“, das der Unternehmerverband Südtirol seit vielen Jahren organisiert. Dieses richtet sich an Mittelschulen, Gymnasien, Fachoberschulen und Schulen der Berufsbildung aller drei Sprachgruppen sowie an die Freie Universität Bozen. Jedes Jahr nehmen Tausende Jugendliche, Lehrkräfte und Direktoren an den verschiedenen Initiativen teil. Ziel ist es, den Austausch zwischen Bildung und Wirtschaft zu stärken und Einblicke in die betriebliche Praxis zu ermöglichen.
PR □
Ein Hoch auf das Handwerk Gefühlt hat das Schuljahr gerade erst begonnen. Und doch beschäftigt viele Jugendliche schon jetzt eine wichtige Frage: Wie geht es danach weiter? Welcher Beruf
passt zu den eigenen Interessen und Fähigkeiten? Wer gerne praktisch arbeitet, am Ende des Tages sehen möchte, was entstanden ist, und Freude daran hat, gemeinsam etwas aufzubauen, findet im Handwerk beste Voraussetzungen für die Zukunft. Bei Alp House in Sterzing beginnt dieser
Weg mit einer fundierten Lehre. Jugendliche lernen hier einen Beruf von Grund auf – mitten in einem Unternehmen, das traditionellen Massivbau mit moderner Fertigung verbindet. Denn Maurer sein bedeutet heute weit mehr als Stein auf Stein zu setzen. In der Produktionshalle von Alp House entstehen massive Mauerteile mithilfe moderner Technik millimetergenau. Anschließend werden sie auf der Baustelle zu einem Zuhause. Aus Plänen werden Wände, aus einzelnen Teilen ein Haus. Und mittendrin: Menschen, die ihr Handwerk verstehen. Die Maurerlehre verbindet Praxis und Schule. Vier Jahre lang sammeln die Lehrlinge wertvolle Erfahrung im Betrieb und besuchen begleitend die Berufsschule.
Dort vertiefen sie das Fachwissen, das sie für ihren Beruf brauchen. Am Ende stehen ein Berufsbildungsdiplom und der Gesellenbrief als Maurer bzw. Maurerin. Doch eine Lehre bedeutet noch etwas anderes: früh Verantwortung übernehmen, eigenes Geld verdienen, Teil eines Teams sein und jeden Tag dazulernen. Bei Alp House werden junge Menschen dabei von erfahrenen Fachkräften begleitet. Denn gutes Handwerk entsteht nicht von heute auf morgen. Es wird weitergegeben – von Menschen, die wissen, wie es geht, an jene, die es morgen weiterführen. Für Eltern ist die Berufswahl ihres Kindes ein großer Schritt. Für Jugendliche erst recht. Eine handwerkliche Ausbildung bietet dabei etwas sehr Wertvolles: Können, das bleibt, und eine Grundlage, auf der sich weiterbauen lässt.
Alp GmbH, Karl von Etzel Str. 6 39049 Sterzing www.alphouse.it, Tel. 0472 767 111
Erker 11/26
91
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
25 Jahre KONZEPT: Wenn IT zur Chefsache wird Die Konzept GmbH feiert ihr 25-jähriges Bestehen und präsentiert sich zu diesem Anlass mit neuem Logo. Eines bleibt jedoch unverändert: Der persönliche und direkte Draht zu ihren Firmenkunden. Gerade in einer Zeit, in der Themen wie Künstliche Intelligenz (KI), Phishing und Cybersecurity immer wichtiger werden, schätzen die Betriebe diesen engen Austausch. Wie ernst das Unternehmen das Thema Informationssicherheit nimmt, unterstreicht zudem die offizielle Zertifizierung nach ISO 27001. Fällt in einem Betrieb die IT aus, steht oft sofort alles still. Noch heikler ist es, wenn gefälschte EMails täuschend echt wirken und der angebliche Geschäftspartner in Wahrheit ein Krimineller ist. Mithilfe von KI erstellen Angreifer heute perfekt formulierte Nachrichten, die gezielt auf einzelne Personen oder Unternehmen zugeschnitten sind. Cybersecurity ist bei der Konzept GmbH deshalb längst ein zentraler Bestandteil des Alltags. „Früher galt mangelhafte Rechtschreibung in E-Mails oft als verlässlicher Indikator für unseriöse Nachrichten oder Phishingversuche. Angesichts modernster Übersetzungstools und generativer KI hat dieses einfache Merkmal jedoch jegliche Gültigkeit verloren“, sagt Michael Rainer, Geschäftsführer der Konzept GmbH. Heutige Betrugsversuche seien von echten Nachrichten kaum noch zu unterscheiden. Umso wichtiger ist ein starker und verlässlicher Partner an der Seite, der für Sicherheit im digitalen Alltag sorgt. 25 Jahre Konzept – mit neuem Gesicht Gegründet 2001, begleitet die Konzept GmbH seit 25 Jahren Unternehmen bei ihren IT-Anliegen. Langfristige Kundenbeziehungen und persönliche Beratung standen dabei im Vordergrund. Heute betreut das Unternehmen mehr als 300 Firmenkunden an den Standorten Sterzing, Brixen, Innsbruck und Wien. Zur Feier des Tages präsentiert sich Konzept mit einem neuen Logo. Jedes
92
Erker 11/26
Michael Rainer, Geschäftsführung und Technische Leitung
Unternehmen tickt anders – das gilt ganz besonders für die eigene IT-Infrastruktur. Das Systemhaus Konzept setzt deshalb auf maßgeschneiderte Betreuung: Nur wer die Abläufe und Besonderheiten eines Betriebes genau kennt, kann im Ernstfall schnell und zielgerichtet handeln. Das erspart Kunden im Notfall wertvolle Zeit. Für maximale Sicherheit ist das Support-Team zudem rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr erreichbar. Das neue Logo ist eine Weiterentwicklung, kein Bruch mit der Vergangenheit. Das Ergebnis ist ein ausgewogeneres, besser lesbares Logo, das die Marke moderner und prägnanter zeigt, ohne ihre Wiedererkennbarkeit zu verlieren. IT, die mit dem Unternehmen mitwächst Zur modernen IT-Betreuung gehört weit mehr als die reine Wartung von Computern und Servern. Systeme werden kontinuierlich überwacht, Sicherheitsupdates eingespielt und neue Software-
mehr und neu entdeckte Lücken bleiben offen. Das ist ein Risiko für die IT-Sicherheit und auch für den Datenschutz, denn die DSGVO verlangt Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik. Eine Migration braucht Vorlauf: Betroffene Systeme müssen erfasst und Programme auf Kompatibilität geprüft werden. Danach wird die passende Lösung gewählt, sei es eine neue Serverversion, neue Hardware oder die Dipl. Ing. Thomas Rainer, Cloud. Konzept begleitet seine Geschäftsführung und technische Leitung Wien Kunden von der Bestandsaufnahversionen auf ihre Kompatibilität me bis zur Umstellung. Wer noch geprüft. Hinzu kommen maßge- Windows Server 2016 nutzt, schneiderte Cloud- und Backup- sollte jetzt planen. Lösungen, Netzwerke, Telefonie Telefonie: und weitere digitale Dienste. Am Beispiel der Datensicherung Sparen mit dem SIP-Trunk zeigt sich besonders deutlich, Auch bei der Telefonie lässt sich wie eng IT und unternehmeri- sparen: Beim VoIP SIP-Trunk läuft sches Risiko verknüpft sind: Nach die Telefonie über die besteheneinem Cyberangriff oder tech- de Internetverbindung. Bezahlt nischen Ausfall entscheidet oft werden nur die Gesprächskanäle, das Backup darüber, wie schnell die tatsächlich gebraucht werden ein Betrieb wieder arbeitsfähig und die Tarife sind in der Regel ist. Technik allein bietet jedoch günstiger. Die Rufnummern bleikeinen vollkommenen Schutz. ben erhalten und weitere StandSichere Passwörter, Mehr-Faktor- orte oder das Homeoffice lassen Authentifizierung und aktuelle sich einfach einbinden. Als exSysteme bilden zwar das Funda- klusiver VoipVoice-Konzessionär ment – ergänzt werden müssen in Südtirol begleitet Konzept die sie jedoch durch geschulte Mit- Umstellung aus einer Hand, von arbeiter und klare Notfall-Abläu- der Kostenanalyse über den Glasfe. Denn unantastbar ist heute faseranschluss bis zur fertigen Telefonanlage. niemand mehr. Windows Server 2016: Das Supportende naht Am 12. Jänner 2027 endet der erweiterte Support für Windows Server 2016. Ab dann liefert Microsoft keine Sicherheitsupdates
Informationssicherheit mit Brief und Siegel Auch im eigenen Haus legt Konzept höchsten Wert auf Sicherheit: Das Unternehmen ist nach der internationalen Norm ISO/
Wolfgang Trenker, Technische Leitung
Simon Tauber, Senior Systemtechniker
Christian Ploner, Senior Systemtechniker
Philipp Faller, Senior Systemtechniker
Andreas Pillon, Beratung & Verkauf
STECKBRIEF
Manuel Pawel, Senior Systemtechniker
Martin Schmied, Senior Systemtechniker
Philipp Raifer, Senior Systemtechniker
Maria Winkler, Systemtechnikerin
Christoph Zenk, Systemtechniker
Ing Gerald Hummer, Senior Systemtechniker
Hannes Tatz, Senior Systemtechniker
Andre Draws, Systemtechniker
Liam Röck, Senior Systemtechniker
Jakob Gufler, Systemtechniker
Standorte: STERZING, Am Moosfeld 4 BRIXEN, Karel-Havlicek-Straße 7/A INNSBRUCK, Grabenweg 68 SOHO II WIEN, Kirchenplatz 6/8/1 KONZEPT GmbH Kontakt in Sterzing: Tel.0472 765656 info@konzept.it Anzahl Mitarbeiter: 27 Gründungsjahr: 2001 Zertifizierung: ISO/IEC 27001:2022
Patryk Olipra, Systemtechniker
Marco Niccolai, Buchhaltung / Backoffice
Dietmar Thanei, Systemtechniker
Stefan Oberparleiter, Senior Systemtechniker
IEC 27001 zertifiziert. Der Standard definiert ein systematisches Informationssicherheits-Managementsystem – von klaren Verantwortlichkeiten und kontinuierlichen Risikobewertungen bis hin zu strukturierten Notfallprozessen. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird regelmäßig durch eine unabhängige Zertifizierungsstelle auditiert. Kunden, die Konzept Zugriff auf ihre Systeme und Daten gewähren, profitieren somit von nachweisbar geprüften Sicherheitsstandards. Ganzheitliche Abwehr im KI-Zeitalter Künstliche Intelligenz verändert die Bedrohungslage drastisch: Neben den Chancen, die KI für Unternehmensprozesse bietet,
Lukas Griesser, Systemtechniker
Martin Fritz, Systemtechniker
Philip Brandner, Systemtechniker
Alexander Eppacher, Systemtechniker
eröffnen sich für Cyberkriminelle neue Möglichkeiten: Cyberkriminelle nutzen KI, um Angriffe zu skalieren und Sicherheitslücken in Sekundenschnelle auszunutzen. Konzept begegnet dieser Entwicklung mit einem mehrstufigen Schutzkonzept: „Neben der kontinuierlichen Sensibilisierung von Mitarbeitern setzen wir auf moderne Zero-Trust-Architekturen, KI-gestützte Verhaltensanalysen sowie automatisierte Abwehrmechanismen. So kombinieren wir menschliche Aufmerksamkeit mit Hochtechnologie, um Angriffe in Echtzeit zu erkennen und bereits im Ansatz zu stoppen“, erklärt Michael Rainer. „Angriffe passieren heute blitzschnell und rund um die Uhr. Wer da erst am nächsten Morgen reagiert, hat
Fabian Hofer, Systemtechniker
Albert Rainer, Qualitätsmanagement
meist schon verloren. Deshalb lassen wir die IT-Systeme unserer Kunden nie unbeaufsichtigt. Mit unserer 24/7-Überwachung halten wir den Schutzschild an 365 Tagen im Jahr pausenlos aufrecht: Sobald sich etwas Verdächtiges tut, greifen modernste Lösungen sofort ein – egal ob um 2.00 Uhr nachmittags oder um 3.00 Uhr nachts“, betont Rainer. Gerade darin sieht die Konzept GmbH ihre Stärke: 25 Jahre Erfahrung, rund 300 Firmenkunden in Südtirol und Österreich sowie eine starke Ausrichtung auf IT-Sicherheit. Das neue Logo setzt ein sichtbares Zeichen für das 25-jährige Jubiläum – an den bewährten Arbeitsweisen und Qualitätsversprechen ändert sich dadurch nichts.
Geschäftsfelder: - Server / Storage / Netzwerke - IT-Security - Hybrid und CloudLösungen - Moderne Telefonie - Glasfaser-Internet Zertifizierter Partner von Software- und Hardwareunternehmen: - Microsoft Partner - VoipVoice: exklusiver Konzessionär in Südtirol - Sonicwall Gold Partner - ESET Gold Partner - Fujitsu FSAS Advanced Partner - Netapp Partner - Lenovo Gold Partner - Synology Gold Partner - Veeam Partner - Datenrettungszentrum Weitere Informationen: www.konzept.it
Erker 11/26
93
Kommen Sie zum Studio-Tag. Fenster neu erleben im Finstral Studio Unterinn.
Freitag, 13.11.
16-20 Uhr Samstag, 14.11.
mit Kinderprogramm 9:30-16 Uhr
94
Erker 11/26
Smarte Hilfe oder digitale Sackgasse? Ein Klick auf das Chat-Fenster, eine kurze Frage eingeben und sofort antwortet ein digitaler Assistent: Immer mehr Unternehmen, Banken, Telekommunikationsanbie ter und Online-Shops setzen auf Künstliche Intelligenz (KI) und automatisierte Chatbots im Kundenservice. Was auf den ersten Blick nach rund um die Uhr verfügbarer Hilfe und rascher Problemlösung klingt, führt in der Praxis nicht selten zu Frust. Wenn Standardantworten nicht weiterhelfen, Anfragen in Endlosschleifen geraten und ein menschlicher Ansprechpartner schlicht unauffindbar ist, wird die technische Innovation für Verbraucher zur Geduldsprobe. Mit dem Inkrafttreten des europäischen Gesetzes über Künstliche Intelligenz (EU AI Act) gelten auch in Italien klare Transparenzanforderungen für den Einsatz von KI-Systemen. Verbraucher haben ein Recht darauf, zu wissen, ob sie mit einem Algorithmus oder einem Menschen kommunizieren. Der Einsatz von KI ändert nichts an den gesetzlichen Verpflichtungen der Unternehmen. Reklamationen, Kündigungen und Gewährleistungsansprüche müssen weiterhin ordnungsgemäß bearbeitet werden. Ein Chatbot darf nicht dazu führen, dass Verbraucher ihre gesetzlich vorgesehenen Rechte faktisch nicht wahrnehmen können. Besonders brisant: Bei automatisierter Vertragsabwicklung oder KI-gestützten Entscheidungen (wie etwa Bonitätsprü-
fungen oder automatischen Abo-Verlängerungen) drohen Transparenzmängel. Bleibt der Zugang zu einem echten Kundenservice versperrt, laufen gesetzliche Einspruchs- und Kündigungsfristen Gefahr, ungenutzt zu verstreichen. Drei Tipps: • KI-Status gezielt nutzen und einfordern: Zu Beginn des Chats klären, ob ein Bot antwortet. Bei komplexen Anliegen direkt nach Weiterleitung an einen menschlichen Mitarbeiter fragen (z. B. durch Schlüsselwörter wie „Mitarbeiter“, „Berater“ oder „Reklamation“). • Wichtige Kommunikation schriftlich dokumentieren: Erstellen Sie bei Problemen Screenshots vom Chatverlauf oder fordern Sie ein Chat-Protokoll per E-Mail an, um Fristeinhaltungen oder mündliche Zusagen im Nachhinein belegen zu können. • Rechtsverbindliche Wege wählen: Lässt sich ein Problem über den Chatbot nicht lösen, nutzen Sie stets offizielle Kommunikationskanäle wie Einschreiben oder zertifizierte E-Mail (PEC), um rechtliche Ansprüche fristgerecht geltend zu machen. Letztlich gilt: Künstliche Intelligenz kann den Kundenservice ergänzen, darf den menschlichen Kontakt bei Beschwerden aber niemals ersetzen. Reinhard Bauer, Rechtsberater der Verbraucherzentrale Südtirol
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
Mit dem Meisterbrief zur Uni
Der Meistertitel ermöglicht künftig den Zugang zu bestimmten branchenspezifischen Bachelorstudiengängen an der Freien Universität Bozen. Nachdem die Frist für eine Anfechtung durch die staatlichen Behörden in Rom verstrichen ist, steht den nächsten Schritten nichts im Wege. Für den lvh ist dies ein bedeutender Meilenstein für die Gleichwertigkeit beruflicher und akademischer Bildung. Der lvh – Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister begrüßt die Entscheidung, den Meistertitel künftig als Zugangsvoraussetzung für bestimmte branchenspezifische Bachelorstudiengänge an der Freien Universität Bozen anzuerkennen. Damit wird ein langjähriges Anliegen des Handwerks Realität und ein wichtiger Schritt gesetzt, um die Durchlässigkeit zwischen beruflicher und akademischer Bildung nachhaltig zu stärken. Der Meistertitel stellt die höchste Qualifikation in den praktischen Berufen dar. Wer
diesen Abschluss erlangt, verfügt über fundierte fachliche Kompetenzen, unternehmerisches Wissen sowie langjährige Praxiserfahrung. Mit der nun erfolgten Anerkennung wird diese Qualifikation auch im Hochschulbereich entsprechend gewürdigt. „Das ist ein historischer Schritt für das Südtiroler Handwerk. Der Meistertitel erhält damit jene Anerkennung, die er verdient. Unsere Meister bekommen neue Entwicklungsmöglichkeiten, ohne den praxisnahen Bildungsweg verlassen zu müssen“, betont lvh-Präsident Martin Haller. In einem nächsten Schritt werden Vertreter der Freien Universität Bozen und des Landes Südtirol zusammenkommen, um die konkreten Voraussetzungen, Zuständigkeiten und den Umfang der zugänglichen Studiengänge festzulegen. Der lvh wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass die neuen Möglichkeiten möglichst rasch und praxisnah umgesetzt werden.
Tirols bestes Unternehmen Der Wipptaler Matthias Trenkwalder ist Mitgründer und Geschäftsführer der RateBoard GmbH in Innsbruck. Das Unternehmen startete 2015 und entwickelt Software, mit der Ferienhotels ihre Zimmerpreise berechnen – datenbasiert und mit Hilfe künstlicher Intelligenz anstatt klassischer Preislisten. Mitte Oktober wurde RateBoard bei „Austria‘s Leading Companies“, dem Wirtschaftsranking von „Die Presse“, „KSV1870“ und „PwC Österreich“, als bestes Tiroler Unternehmen seiner Kategorie ausgezeichnet. Bewertet wurden allein die Bilanzkennzah-
len der letzten drei Jahre. Rund 1.700 Betriebe in über zehn Ländern arbeiten heute mit der Software, etwa 20 davon im Wipptal. Das Team ist auf rund 40 Mitarbeiter angewachsen und investiert stark in Fachkräfte aus Data Science und KI. „Dass viele Betriebe aus dem Wipptal früh auf uns gesetzt haben, bedeutet mir persönlich viel“, sagt Trenkwalder. „Den Preis setzt am Ende immer der Gastgeber selbst. Wir liefern ihm die Zahlen und die Technologie, auf die er sich dabei verlassen kann.“
Erker 11/26
95
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
Digitale „Autobahn“ © ADAS SIAG
KOSTENLOSE HILFE BEI DIGITALEN DIENSTEN
•
••
• • • •
•••
••
IL
'
•
•• •
•
• ADAS
Die „DigiPoints“ im Wipptal unterstützen Bürger kostenlos bei der Nutzung digitaler Angebote. Dazu gehören die Aktivierung und Anwendung von Online-Diensten wie CIE (elektronischer Personalausweis), digitaler Unterschrift, myCIVIS, der App IO oder pagoPA. Zudem vermitteln die Beratungsstellen Grundlagen zur Sicherheit im Internet und helfen im Alltag, etwa beim Buchen von Arztterminen, beim Einsehen der elektronischen Gesundheitsakte oder bei der Bedienung des Smartphones. Der Dienst wird an folgenden Terminen angeboten: • Pfitsch, Rathaus: Montag, 15.00–16.30 Uhr • Sterzing, Bürgerbüro: Montag, 17.00– 19.00 Uhr • Ratschings, Rathaus: Dienstag, 10.30– 12.30 Uhr • Brenner, Rathaus: Mittwoch, 14.30– 17.00 Uhr • Franzensfeste, Rathaus: jeder vierter Donnerstag im Monat, 11.30–12.30 Uhr • Freienfeld, Rathaus: Freitag, 9.00– 11.30 Uhr Termine können online unter www.digipoint.info gebucht werden.
96
Erker 11/26
fh,.,....
..........
~-
NIi~-
In Südtirol baut die Agentur für ein digitales Südtirol ein hochmodernes Glasfasernetz für die öffentliche Verwaltung auf, darunter Landesämter, Schulen und Gemeindestrukturen. Bis 2028 sollen 600 öffentliche Gebäude an das landesweite Glasfasernetz (GovNET) angeschlossen sein. Das einheitliche Verwaltungsnetz soll u. a. Synergien schaffen, die Sicherheit erhöhen und die Verwaltung der Systeme vereinfachen. Die öffentlichen Verwaltungen nutzen immer mehr digitale Dienste: WLAN, CloudProgramme, Internet-Telefonie, Videokonferenzen und künftig auch KI-Anwendungen, die zuverlässig bereitgestellt sein müssen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Geräte, der Nutzer und der Datenmengen, die übertragen werden. Das gut ausgebaute Breitbandnetz, das vorwiegend von der Gesellschaft „Infranet“ zur
• Verfügung gestellt wird, schafft die Grundlage für das neue Netz. 1.500 km Hauptleitungen verbinden das gesamte Land. Hinzu kommen die Anbindung der einzelnen öffentlichen Ämter, die Geräte für diese Endpunkte und rund 60 Pops (Knotenpunkte). Für 2026 und 2027 sind rund 600 weitere Anschlüsse geplant, mit Investitionen in Höhe von etwa 1,4 Millionen Euro. Ab 2028 sollen jährlich bis zu 400 zusätzliche Standorte dazukommen; dafür sind jeweils rund 1,5 Millionen Euro vorgesehen. Welche Standorte zuerst an die Reihe kommen, richtet sich nach Bedarf, Nutzen und technischer Machbarkeit. Langfristig soll GovNET zur „digitalen Autobahn“ Südtirols werden: eine leistungsfähige Grundlage, damit die öffentliche Verwaltung auch künftig sicher, effizient und bürgernah arbeiten kann.
Automatische Warnung Seit kurzem erhalten Bürger bei erhöhten Wetter- und Naturgefahren wichtige Meldungen auf ihrem Smartphone. Sobald der Warnlagebericht des Landes für ihre Gemeinde die Warnstufe Orange oder Rot ausruft, sendet die App „Gem2Go” auto-
matisch eine Benachrichtigung. Den Warndienst kann jeder nutzen, der die App auf dem mobilen Endgerät installiert, die jeweilige Gemeinde abonniert und die Funktion „Push-Benachrichtigungen” aktiviert.
EXTRA
INNOVATION & TECHNIK
FAST ZWEI MILLIONEN ZUGRIFFE
der Pandemie digitale Lösungen für Testzentren, Impfstellen und Apotheken benötigt wurden, passte das Team die Plattform innerhalb kürzester Zeit an die neuen Anforderungen an. Auch in Südtirol wurde No-Q durch den Einsatz bei den landesweiten Massentests einem breiten Publikum bekannt. Gleichzeitig wuchs die Plattform vor allem in Deutschland stark und entwickelte sich dort zum Marktführer für CoronaTestmanagement-Software. In weiterer Folge arbeitete No-Q als Lead-Partner von T-Systems an der Umsetzung des digitalen Green Certificate mit. Insgesamt wurden über die Plattform mehr als 80 Millionen Termine abgewickelt. Zeitweise nutzten über Matthias Polig von No-Q und Johannes Zollmann 4.600 Teststellen die Lösung. von zollsoft Nun übernimmt der deutsche Life. Die technologische Grundlage Gesundheitssoftwareanbieter „zollwar ursprünglich für die digitale Steu- soft“ die Mehrheit an No-Q Deutscherung von Besucherströmen und Ka- land, die Südtiroler Gründer bleiben pazitäten an stark frequentierten Or- mit zwölf Prozent beteiligt. ten entwickelt worden. Als zu Beginn
© Greta Stuefer
Mehrheit verkauft No-Q entstand während der CovidPandemie als Ausgründung des Brixner Softwareunternehmens Vertical-
Das Bürgerportal myCIVIS wird immer mehr zur zentralen digitalen Anlaufstelle. Von Ende Mai bis Ende August wurden knapp 1,91 Millionen Zugriffe registriert, durchschnittlich 20.968 pro Tag. Fast die Hälfte der Zugriffe betrifft den geschützten, persönlichen Bereich. In diesen kann sich jeder Bürger einloggen, um Anträge, Zahlungen, Dokumente, Termine und Mitteilungen zu verwalten und den Stand laufender Verfahren leichter nachzuvollziehen. Bis Ende des Jahres erhält das Portal weitere Funktionen dazu: eine einheitliche Übersicht über Zahlungen und Belege, die Integration von PagoPA-Zahlungen, Vereinfachungen beim Onboarding, neue Möglichkeiten zur Verwaltung von Vollmachten sowie eine verbesserte Suchfunktion. Bis dahin sind weitere Dokumente, Bescheinigungen und Zertifikate verfügbar. 2027 wird die myCIVIS-App weiterentwickelt. Bürger erhalten eine persönliche PEC-Adresse, digitale Signaturdienste, zudem wird ein eigenes Portal für Patronate und andere Vermittlerorganisationen eingerichtet. Schritt für Schritt soll die Plattform auf weitere Bereiche der öffentlichen Verwaltung ausgeweitet werden.
Erker 11/26
97
EXTRA
ESSEN & TRINKEN
Essen &Trinken Dreimal Gold für Brosl Bräu Anfang Oktober fand in Innsbruck die dritte Auflage des Beer Alps Festivals statt. Das Event brachte die regionale und unabhängige Brauszene aus dem umliegenden Alpenraum zusammen. Rund 20 Brauereien präsentierten ihre handwerklich gebrauten Biere und boten Besuchern die Gelegenheit, die Vielfalt der alpinen Bierkultur kennenzulernen. Im Rahmen des Festivals wurde auch die Beer Alps Competition ausgetragen, ein international anerkannter Wettbewerb für Hobbybrauer und gewerbliche Brauereien. Über 170 Biere aus Tirol und den angrenzenden Regionen wurden in verschiedenen Kategorien von einer Fachjury bewertet. Für die drei Hobbybrauer von Brosl Bräu aus Wiesen verlief der Wettbewerb wieder besonders erfolgreich: Sie konnten gleich in sechs Kategorien überzeugen und Stockerlplätze
98
Erker 11/26
belegen: Sie erreichten dreimal Gold, zweimal Silber und dreimal Bronze. In der Gesamtwertung „Best of Show“, bei der die besten Biere aller Kategorien gegeneinander antreten, belegte ihr Italian Grape Ale „Rivaner“ den dritten Platz. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass ihr fassgereifter Maibock „Fons Lignum“ heuer sowohl auf der Beer Craft in Bozen und der Beer Alps in Innsbruck mit Gold ausgezeichnet worden ist. Der Erfolg bei der Beer Alps Competition zeigt eindrucksvoll, welch hohes Niveau engagierte Hobbybrauer aus dem Wipptal erreichen können. Mit Kreativität, Vielfalt, handwerklichem Können und einem starken regionalen Bezug tragen sie dazu bei, das Wipptal als Ort gelebter Braukultur bekannt zu machen.
© HGV
Abwechslungsreicher Tag
Rund 30 Gastwirte aus dem Bezirk Eisacktal/Wipptal des Hoteliers- und Gastwirteverbandes (HGV) verbrachten beim traditionellen Seniorenausflug einen abwechslungsreichen Tag mit spannenden Einblicken, Genuss und viel Zeit für den persönlichen Austausch. Zunächst führte der Ausflug zum Hauptsitz der Oberalp-
Gruppe in Bozen, wo die Teilnehmer bei einer Führung Einblicke in das international tätige Unternehmen bekamen. Bei „Mila“ erfuhren die Teilnehmer im Rahmen einer virtuellen Führung Wissenswertes über die Südtiroler Milch. Bei Kaffee und Kuchen klang der Tag gemütlich aus.
Gastgewerbe drittstärkster Wirtschaftsbereich Das Hotel- und Gastgewerbe ist laut einer aktuellen WIFO-Studie mit einer Wertschöpfung von rund 3,5 Milliarden Euro der drittstärkste Wirtschaftsbereich Südtirols. Seine Bedeutung reicht weit über Beherbergung und Gastronomie hinaus: Betriebe kaufen Lebensmittel und Getränke ein, benötigen Energie und Dienstleistungen und vergeben Aufträge an zahlreiche andere Wirtschaftsbereiche. Allein die Vorleistungen für Erzeugnisse des verarbeitenden Gewerbes betragen rund 532 Millionen Euro, für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind es rund 175 Millionen Euro, für Energie, Wasser und Abfallentsorgung rund 103 Millionen Euro. Hoch ist auch die Wertschöpfungsquote. Von 100 Euro Produktionswert entstehen im Gastgewerbe rund 67 Euro Wertschöpfung. Im Durchschnitt der Südtiroler
Wirtschaft sind es 51 Euro. Die WIFO-Studie zeigt zudem, dass das Gastgewerbe im Vergleich zu anderen Branchen besonders arbeitsintensiv ist. Die Wertschöpfung je geleisteter Arbeitsstunde beträgt 40,70 Euro und liegt damit unter dem Südtiroler Durchschnitt von 54,80 Euro. Ein wesentlicher Grund ist der hohe Anteil an persönlichen Dienstleistungen, die sich nur begrenzt automatisieren lassen. Die aktuelle Studie erfasst die unmittelbare wirtschaftliche Leistung des Gastgewerbes. Die gesamte wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus reicht jedoch darüber hinaus, da Gäste auch im Handel, bei Seilbahnen sowie für Mobilität und Freizeitangebote Geld ausgeben. Diese zusätzlichen Effekte werden nun in einer weiteren Studie analysiert.
Erker 11/26
99
EXTRA
ESSEN & TRINKEN
Richtig essen im November
Ein zentraler Punkt ist der Vitamin-D-Haushalt. In Mitteleuropa reicht die Sonnenstrahlung ab Oktober oft nicht mehr aus,
te – empfohlen wird. Gleichzeitig liefern die typischen Herbstund Wintergemüse genau das, was der Körper jetzt braucht. Grünkohl, Rosenkohl, Wirsing und Kürbis stecken voller sekundärer Pflanzenstoffe. Besonders die Glucosinolate im Kohlgemüse werden im Körper zu Verbindungen umgebaut, die entzündungshemmend wirken und die Entgiftungsenzyme der Leber anregen. Ballaststoffe aus diesen Gemüsen füttern außerdem die Darmbakterien. Ein gesunder Darm ist in der kalten Jahreszeit besonders wichtig: Über 70 Prozent der Immunzellen sitzen im darmassoziierten lymphatischen Gewebe. Wer regelmäßig fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut,
damit die Haut ausreichend Vitamin D bildet. Studien zeigen, dass bereits im November bei einem Großteil der Bevölkerung die Vitamin-D-Spiegel sinken. Das hat Folgen: Das Vitamin steuert nicht nur den Knochenstoffwechsel, sondern beeinflusst auch die Immunabwehr und die Stimmung. Fettfische wie Hering oder Makrele, Eigelb und angereicherte Milchprodukte können hier helfen. Den gesamten Bedarf über die Nahrung zu decken, ist aber kaum möglich, weshalb eine Supplementierung – nach Messung der Wer-
Kimchi oder Joghurt isst, unterstützt die Vielfalt der Darmflora – und damit indirekt die Abwehrkräfte. Auch beim Trinken ändert sich das Verhalten. Viele Menschen nehmen im Winter weniger Flüssigkeit zu sich, weil sie weniger schwitzen und das Durstgefühl schwächer ausgeprägt ist. Dabei bleibt der Flüssigkeitsbedarf relativ konstant. Ein leichter Flüssigkeitsmangel kann die Schleimhäute austrocknen und so die Eintrittspforte für Viren erleichtern. Warme Getränke wie ungesüß-
Wenn die Tage kürzer und kälter werden, ändert sich nicht nur unser Alltag – auch unsere Ernährung stellt sich um. Der November ist der Monat, in dem viele von uns unbewusst zu schwereren, wärmeren Gerichten greifen. Das ist kein Zufall. Ernährungswissenschaftler sprechen hier von einer evolutionären Anpassung: In der dunklen Jahreszeit braucht der Organismus mehr Energie, um die Körpertemperatur zu halten und gleichzeitig steigen die Anforderungen an das Immunsystem.
100
Erker 11/26
ter Kräutertee, Ingwerwasser oder klare Brühe erfüllen zwei Zwecke: Sie wärmen und liefern gleichzeitig Flüssigkeit. Interessant ist, dass bitterstoffhaltige Tees (z. B. mit Enzian oder Löwenzahn) die Verdauung anregen – besonders hilfreich, wenn die Mahlzeiten im Winter kalorienreicher ausfallen. Ein weiteres Thema, das im November an Bedeutung gewinnt, ist die Kombination aus Bewegungsmangel und kalorienreicher Kost. Im Winter bewegen wir uns meist deutlich weniger als im Sommer. Das ist evolutionär sinnvoll, wird aber zum Problem, wenn die Energiezufuhr gleichzeitig ansteigt oder gleich bleibt. Hier hilft die „Volumetrics“-Idee aus der Ernährungswissenschaft: Lebensmittel mit hoher Sättigungskraft bei relativ wenigen Kalorien. Dazu gehören Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte. Eine dicke Gemüsesuppe sättigt länger als ein Stück Kuchen und liefert gleichzeitig Mikronährstoffe. Praktisch lässt sich das so umsetzen: Ein wöchentlicher „Kohltag“ mit Grünkohl oder Spitzkohl, zwei bis drei Portionen Hülsenfrüchte, regelmäßig fermentierte Produkte und bewusstes Trinken auch ohne Durstgefühl. Wer mag, kann mit Gewürzen wie Kurkuma, Zimt oder Chili arbeiten: Sie enthalten bioaktive Substanzen, die entzündungshemmend wirken und den Stoffwechsel leicht anregen. Zusammengefasst: Der November fordert den Körper heraus. Wer saisonal isst, auf Vitamin D achtet, den Darm pflegt und ausreichend trinkt, gibt dem Organismus genau die Unterstützung, die er in der Übergangszeit braucht. Gute Ernährung ist in dieser Jahreszeit keine Diät, sondern eine kluge Form der Selbstfürsorge.
Vera Mair, Sporternährungswissenschaftlerin (M.Sc.)
PR □
„WEINSTUBE by SCHWARZER ADLER“ Wein mit Herkunft in historischen Mauern: Die Stuefer Bros eröffnen die neue „WEINSTUBE by SCHWARZER ADLER“
Am 4. November öffnet eine neue Ge-
Schankrecht liegt, schreiben wir die Ge-
die Salumeria eine zentrale Rolle ein. Fei-
nussadresse am Sterzinger Stadtplatz
schichte jetzt weiter. Das Ambiente be-
ne Aufschnitt-Spezialitäten werden frisch
ihre Türen. Die für ihre gastronomischen
sticht durch eine gemütliche, warme At-
und hauchdünn auf einer traditionellen
Visionen bekannten Brüder Peter und
mosphäre, untermalt von gutem Sound
Berkel aufgeschnitten und durch eine fei-
Thomas Stuefer – die „Stuefer Bros“ – er-
vom Plattenspieler.
ne Käseauswahl und handwerkliches Brot
wecken die traditionsreiche „WEINSTU-
ergänzt.
BE by SCHWARZER ADLER“ zum Leben.
Das Herzstück der Weinstube schlägt
Das Konzept setzt auf eine tiefe Leitidee:
im Rhythmus echter Weinkompetenz:
Die Weinstube setzt ganz auf Ungezwun-
Wein mit Herkunft, persönliche Winzerbe-
Hauptverantwortlicher vor Ort ist Markus
genheit und gute Gespräche. Geöffnet
ziehungen und kompromisslose Produkt-
Gschnitzer. Mit seinem fundierten Wein-
ist von Dienstag bis Samstag jeweils von
qualität. Es ist ein Ort für Einheimische
Know-how führt er die Gäste abseits aus-
15.00 bis 23.00 Uhr (Sonntag und Mon-
und Genießer, an dem man ankommt und
getretener Pfade hin zu kleinen Produzen-
tag geschlossen). Markus Gschnitzer und
eigentlich gar nicht mehr gehen möchte.
ten und außergewöhnlichen Rebsorten
das Team freuen sich auf Sie.
Wer hier einkehrt, spürt die jahrhunder-
aus Südtirol, Italien, Frankreich und der
tealte Geschichte des Hauses. Bei uns
übrigen Weinwelt.
treffen jahrhundertealte Mauern auf moderne Genusskultur. Wo schon 1534
Neben ausgesuchten festen Weinen und
Paracelsus nächtigte und seit 1553 das
wechselnden offenen Raritäten nimmt
ERÖFFNUNG
INAUGURAZIONE
. lPlATZ, VIPfT
*
~
..•
•
.•.
CHWARZ.ER.A.D
o·enstag-Samstag
15:00-23:00
Martedl-Sabato
Erker 11/26
101
EXTRA
ESSEN & TRINKEN
Gesund essen im Alltag Was wir täglich essen, wirkt sich direkt auf unseren Körper aus.
Je früher wir also ein gesundes Verhältnis zur Ernährung entwickeln, desto besser unterstützen wir langfristig unsere Gesundheit. Die Weltgesundheitsorga-
nisation (WHO) empfiehlt, ab dem zehnten Lebensjahr jeden Tag mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen (insgesamt mindestens 400 g). Statt stark verarbeiteter Lebensmittel und ungünstiger Fette sollten mehr Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen auf den Teller kommen. Die Dosis macht das Gift: Auch zu viel Salz und Zucker schaden dem Körper. Bis zu 5 g Salz und 25 g Zucker pro Tag reichen völlig aus.
Gutes aus dem Glas
Gegen eine großzügige Spende stellten die KVW-Frauen heuer im Auftrag der Tourismusgenossenschaft Sterzing Freienfeld Pfitsch 300 Fläschchen mit Arnikatinktur, Himbeer- und Johannisbeersaft, Magenbitter sowie Limoncello her. Verteilt wurden sie in Sterzing im Rahmen der Aktion „Roter Teppich“ an Kunden – als Dankeschön für ihren Einkauf in teilnehmenden Partnergeschäften. Der Spendenerlös kommt bedürftigen Familien und alleinstehenden
Menschen im Wipptal zugute. Zudem boten die KVW-Frauen Anfang Oktober an ihrem Verkaufsstand vor dem Rathaus in Sterzing handgefertigte und hausgemachte Produkte an. Mit ihrem Engagement leisten die Frauen und Mitarbeitenden der Ortsgruppe einen wertvollen Beitrag zur gelebten Solidarität in der Gemeinschaft. Dabei zeigt sich immer wieder: Auch kleine Beiträge können Großes bewirken.
„Feiertage“ im November Weltvegantag Der Weltvegantag am 1. November feiert die vegane Lebensweise. Tierschützerin Louise Wallis hat ihn 1994 zum 50. Jahrestag der Organisation „Vegan Society“ ins Leben gerufen. Der Tag weist auf die Vorzüge einer rein pflanzlichen und „tierfreundlichen“ Ernährung hin. Veganer verzichten auf Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Eier und Honig sowie Kleidung und andere Gegenstände, die aus tierischen Produkten hergestellt werden.
102
Erker 11/26
Welttag des Olivenbaums Seit 2019 wird jedes Jahr am 26. November der von der UNESCO ausgerufene Welttag des Olivenbaums gefeiert. Der Tag würdigt die wirtschaftliche, kulturelle und ökologische Bedeutung des edlen Baumes: als Symbol für Frieden und Harmonie, als Einkommensquelle vieler ländlicher Gemeinden, als Schutz vor Bodenerosion und Wüstenbildung sowie als wertvoller Bestandteil der mediterranen Ernährung.
PR □
Natürlich süßen, bewusst genießen – mit Honig aus Südtirol Frühstücksgerichte wie Müsli und Joghurt, sondern verfeinert auch Kuchen, Desserts, Dressings und Glasuren. Auch in der herzhaften Küche kann er Akzente setzen, etwa in Kombination mit Käse oder Fleisch. Um die wertvollen Inhaltsstoffe optimal zu erhalten, sollte Honig nicht über 40 °C erhitzt werden. Honig liefert nicht nur Energie durch natürliche Zuckerarten, sondern enthält auch Enzyme, Antioxidantien, Mineralstoffe und Proteine, die ihn zu einem besonders hochwertigen Lebensmittel machen. Damit ist er ein Naturprodukt, das Genuss mit gesundheitlichem Mehrwert verbindet.
Hinter jedem Glas steht die Arbeit engagierter Imker:innen, die ihre Bienenvölker mit großer Sorgfalt pflegen. Eine unab© IDM Südtirol-Alto Adige/Armin Huber
Honig ist mehr als nur süß – er verbindet Genuss mit unverfälschtem Geschmack und Qualität. Der Honig mit Qualitätszeichen Südtirol steht für geprüfte Reinheit, kontrollierte Herkunft und sorgfältige Verarbeitung. Jede Charge wird genau geprüft, sodass Verbraucher:innen sich auf ein Produkt verlassen können, das höchste Ansprüche erfüllt. Die Vielfalt des Honigs spiegelt die verschiedenen Blütenquellen wider, aus denen er gewonnen wird. Je nach Erntezeit und Nektar entstehen milde, helle Blütenhonige, seltene Alpenrosenhonige, kräftige Waldhonige oder dunkle Kastanienhonige – jede Sorte hat ihren eigenen Charakter und ein unverwechselbares Aroma. Die Farben reichen von hellem Gold bis zu tiefem Bernstein und zeigen, wie facettenreich dieses Naturprodukt ist. In der Küche eröffnet Honig mit Qualitätszeichen Südtirol zahlreiche Möglichkeiten. Er eignet sich nicht nur zum Süßen von Tee und Kaffee oder als Topping für
hängige Kontrollstelle prüft regelmäßig, ob alle strengen Vorgaben eingehalten werden. Das Qualitätszeichen Südtirol garantiert somit, dass der Honig tatsächlich aus der Region stammt und höchsten Standards entspricht.
Erker 11/26
103
EXTRA
ESSEN & TRINKEN
„Ernten ist wie Gold graben“ Spätherbst im „Custoza“-Garten in der Thomas-Schaiter-Straße in Sterzing: Fünf Schmetterlinge umkreisen die letzten Brokkoliblüten. Der Löwenzahn steckt sein silbernes Haar in die Höhe, Hagebutten leuchten rot – der Winter kündigt sich an. Im Beet ist trotzdem noch einiges zu holen: Erdbeeren, Erbsen, die letzten Zucchini, Schwarz- und Grünkohl – diesmal fast ohne Fraßloch. Nach einem schneckenreichen Vorjahr ist der Garten heuer weitgehend von Schädlingen verschont geblieben. Entsprechend üppig fiel die Ernte im Gemeinschaftsgarten aus. Der Garten ist vor sechs Jahren im Rahmen des Interreg-Projekts „Essbare Gemeinden und Gemeinschaftsgärten im Wipptal“ entstanden. Konzipiert wurde es vom Tiroler Bildungsforum und der Servicestelle Gemeinschaftsgärten, mitinitiiert von der damaligen Sterzinger Vizebürgermeisterin Christina Eisendle Recla und Stadtrat Markus Larch. Solange auf dem brachliegenden Grundstück am Custoza-Bühel im Südosten der Stadt nicht gebaut wird, überlässt es die Gemeinde Gartenfreunden. Blumen, Kräuter, Beeren dürfen hier wachsen und blühen. Einige Flächen bleiben bewusst unangetastet, weil sie Bienen, Hummeln, Schmetter-
lingen, Eidechsen und Igeln Nahrung und Unterschlupf bieten. Das Gartenhaus mit Werkzeug und Rasenmäher, Wasser und Kompostplatz stellt die Gemeinde bereit. „Bequemer geht es kaum“, sagt eine Hobbygärtnerin. Auf den einzelnen Parzellen pflanzt jeder, was ihm gefällt: Rosen neben Lavendel, Knoblauch neben Erdbeeren, wilde Möhren, Gründünger, Blumen, deren Samen fürs nächste Jahr gesammelt werden. Bunte, individuell gestaltete Beete, die zu einem vielfältigen, gemeinsamen Garten zusammengewachsen sind. Die Hobbygärtner kommen aus verschiedenen Nationen. Ab und zu kreuzen sich die Wege. Man bleibt auf einen kurzen Ratscher stehen, tauscht Gartentipps aus und hilft sich gerne weiter. Ein knackiger Rotkohlkopf steht noch im Beet. „Er ist fürs Weihnachtsessen reserviert“, sagt eine Hobbygärtnerin. Vieles andere ist längst auf dem Teller gelandet: Tomaten, Karotten, Kohlrabi – roh und klein gewürfelt im Salat. Zucchini wanderten mit Öl, Salz, Pfeffer und Minze in die Pfanne, in Pasta, Risotto oder ins Backrohr. Tomaten gab’s mit Zwiebel und Feta, Brokkoli in der Suppe oder in Nudeln. Fast täglich haben die Hobbygärtner nach ihren Pflanzen geschaut. Die Sommerhitze
kochen - wohnen - schlafen
104
Erker 11/26
hat ihnen zugesetzt. Manche Beete sind ausgetrocknet, andere warfen reiche Ernte ab. Letztes Jahr hat der Hagel fast alle Tomaten zerschlagen. Heuer hingegen konnten sie sich vor Tomaten kaum retten. Dafür gab es kaum Salat. Im Supermarkt kostet er nur 99 Cent. Mit dem Aufwand im Garten lässt sich
1
(uc,n.m.~ - abitare - dormirn
EXTRA
ESSEN & TRINKEN
das kaum vergleichen. „Oft kommt nicht viel dabei raus, aber darum geht es nicht“, sagt eine Hobbygärtnerin. Der großgezogene Radicchio aus dem eigenen Beet hielt fast drei Wochen im Kühlschrank – und schmeckte wunderbar. Gärtnern kostet Zeit, Geld und manchmal
Nerven. Dafür schenkt es Ruhe und Freude. „Nach Kartoffeln graben ist wie Gold graben“, sagt eine Hobbygärtnerin. „Man wühlt herum und wird dabei sprichwörtlich geerdet.“ Mit dem Alter werde das Garteln allerdings anstrengender. Beim Schneiden im Frühjahr kann man sich leicht erkälten, wenn man verschwitzt ist. Rücken und Knie melden sich ebenfalls. Zwei Tage braucht es im Schnitt, um zwei Beete halbwegs herzurichten. Und kaum ist gejätet, wehen schon neue Samen ins Beet. Und doch ist es beglückend, ein kleines Stück Garten zu pflegen. Drei Hobbygärtner haben heuer aufgehört – aus gesundheitlichen Gründen oder weil ihnen ein zweiter Garten zu viel wurde. Deshalb liegt ein Teil der Fläche brach. „Wir wünschen uns Verstärkung. Dann könnten wir die ganze Fläche bewirtschaften, uns mit anderen austauschen und voneinander lernen“, sagen zwei Hobbygärtnerinnen. Erste Pläne für das nächste Jahr haben sie bereits geschmiedet. Artischocken will eine von ihnen keine mehr anbauen. „Das wird nichts.“ Stattdessen pflanzt sie wieder Rote Bete, Tomaten („Harzfeuer – geht immer und schmeckt am besten“), Blumen, Möhren und Erdbeeren. Ihr Ziel: „Ein Beet für gesunde rohe Snacks.“ Ihre Kollegin legt ein mediterranes Beet mit vielen Auberginen an. Daraus
möchte sie Caponata und Parmigiana zubereiten. Außerdem will sie endlich Zwiebeln ernten, die ebenso gut gedeihen wie im Beet ihrer Kollegin. Fenchel kommt ihr keiner mehr ins Beet. Ihrer ist heuer nur in die Höhe geschossen und hat geblüht. Bis November werden die beiden noch gärtnern. Nach der Winterpause geht es im März dann wieder los: Beete herrichten, säen, pflanzen, jäten, gemeinsam Sträucher schneiden, kompostieren – und auf eine gute Ernte hoffen. Die Aussichten dafür sind vielversprechend. rb
MITGÄRTNERN Wer im Gemeinschaftsgarten mitgärtnern möchte, kann sich in der Gemeinde Sterzing unter der Mail-Adresse info@sterzing.eu oder unter der Rufnummer 0472 723708 melden. Für Fragen stehen auch die Stadträte Fabio Cola und Christine Eisendle Recla zur Verfügung.
JOJ.hr ROSSKOPF
,U C
ICO '
FIS
,Ern~, ('6 ~HI.
121 22.112021
-nschrc.cntcn•n!! ·n Prc11ütal'J~nl I 1.0 72765 Erker 11/26
105
EXTRA
ESSEN & TRINKEN
Ausgezeichnet Wipptal holte sich das „Guesthouse Mira Sabiona“ in Gufidaun. Ausgezeichnet wurden weitere Südtiroler Betriebe, die es in die Top 20 geschafft haben, darunter das „Genusshaus Mountbecher“ in Ridnaun. „Gute Gastronomie ist weit mehr als das, was auf dem Teller liegt: Sie lebt von echter Gastfreundschaft und persönlicher Begegnung und schafft ein Stück Lebensqualität in unseren Dörfern und Städten“, so HGV-Präsident Klaus Berger. „Die Auszeichnung zeigt eindrucksvoll, wie vielfältig und lebendig die Südtiroler Gastronomie ist.“ Im Bild die Preisträger Fabian Plattner und Elena Volgger vom „Genusshaus Mountbecher“ in Ridnaun.
Im „Gustelier“, dem Atelier für Geschmackserfahrung im HGV-Bozen, wurden im Oktober „Südtirols beliebteste Restaurants und Gasthäuser 2026“ prämiert. Beim Publikumsvoting standen über 1.500 HGV-Mitgliedsbetriebe der Kategorien Restaurants, Gasthäuser, Pizzerien sowie öffentlich zugängliche Restaurants in Beherbergungsbetrieben zur Auswahl. Knapp 50.000 Stimmen wurden abgegeben. Das Hotel Restaurant „St. Anton“ der Familie Kompatscher in Völs am Schlern hat am meisten Stimmen erhalten und ist damit sowohl Sieger im HGV-Bezirk Bozen und Umgebung als auch Landessieger. Den ersten Platz im HGV-Bezirk Eisacktal/
AllaInfosfindenSieaufwww.hlGwipptath
106
Erker 11/26
O wwwracebook.com/btowipptal @@tilow1µplal
~
111 1
1i111
MERAN
© Greta Stuefer
Weniger wegwerfen. Bewusst einkaufen.
r
Bei der Vorstellung der Kampagne zeigten die Kochfachlehrerinnen Martina Gögele und Julia Dariz anhand eines Scheiterhaufens, wie altes Brot in Kombination mit Äpfeln und einem Eier-Milch-Gemisch zu einer leckeren Nachspeise zubereitet werden kann. Einleitend hatte Schuldirektor Martin Unterer die wichtige Aufgabe der Schule in der Vermittlung der Wertschätzung für Lebensmittel beschrieben. „Lebensmittel sind wertvoll. Trotzdem werden viele genießbare Lebensmittel weggeworfen, auch wenn sie noch verwendet werden könnten. Hier setzt die Kampagne des Landes an“, so Soziallandesrätin Rosmarie Pamer. Unterstützt wird das Land dabei auch von Foodfluencerin Barbara Prantl, die drei Rezep-
te zur Lebensmittelverwertung online stellt. Die neue Kampagne füge sich stimmig in die bisherigen Maßnahmen ein, erinnerte die Direktorin des Amtes für Kinder- und Jugendschutz und Soziale Inklusion Astrid Wiest. Das Land habe seit 2018 ein eigenes Landesgesetz, das stimmig zur EU- und der staatlichen Gesetzgebung ausgerichtet sei. „Lebensmittel sind mehr als ein Produkt: Sie bedeuten Versorgung, Teilhabe und Lebensqualität. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen mit sozialen Notlagen konfrontiert sind, bekommt das Thema der Lebensmittelverschwendung eine besondere Bedeutung. Es geht dabei um Ressourcenschutz, aber auch um gemeinsame Verantwortung“, so Wiest. Simona Nascetti, Fachärztin für Hygiene und Präventivmedizin, informierte über die korrekte Lagerung und den Unterschied von Mindesthaltbarkeits- und Ablaufdatum. Mit Inseraten, einem Rezeptheft und einer eigenen Website soll das Bewusstsein für das Thema geschärft werden.
~ ,.
-
:::J
V
0::
rfJ
CO Wer bewusst einkauft, spart Geld und verhindert Lebensmittelabfälle: Unter dem Motto „Weniger wegwerfen. Bewusst einkaufen.“ appelliert das Land Südtirol mit einer Sensibilisierungskampagne an das Verantwortungsbewusstsein der Konsumenten.
c'd
·-_,
www.kell:ereimewan.it ■ www.c:antina meraino,. it
Erker 11/26
107
Gesundheit
Sportmedizin Herzlich Das persönliche Risiko, innerhalb der kommenden zehn Jahre eine schwere Erkrankung des Herz-Kreislauf-Systems (Herzinfarkt, Schlaganfall) zu erleiden, wird für scheinbar gesunde Personen ohne bekannte Vorerkrankungen zwischen 40 und 69 Jahren nach der SCORE-2 Formel errechnet. Dabei werden neben dem Geschlecht, dem Alter und der Wohnregion auch der Raucherstatus, die Cholesterinwerte (Gesamtcholesterin, HDL-Cholesterin) und der systolische (obere) Blutdruckwert berücksichtigt. Ein Zehn-Jahres-Risiko < 2,5 % wird als niedrig, eine errechnete Wahrscheinlichkeit >10 % als sehr hoch gewertet. Durch die Optimierung des Lebensstils kann Einfluss auf die veränderbaren Variablen der Formel und damit auf das individuelle Risiko genommen werden: Nikotin und Rauchen erhöhen den Blutdruck sowohl kurzfristig als auch dauerhaft, sodass sie das errechnete Risiko doppelt negativ beeinflussen. Regelmäßige Bewegung und Sport sind besonders wirksame Mittel, um die genannten Risikofaktoren für Erkrankungen des HerzKreislauf-Systems zu reduzieren: Die Blutdruckwerte können signifikant gesenkt und die sogenannten „schlechten“ Blutfette (LDL, VLDL und Triglyzeride) können reduziert werden, während das sogenannte „gute“ Cholesterin (HDL) durch körperliches Training nachweislich gesteigert werden kann. Empfohlen werden drei bis fünf wöchentliche Ausdauereinheiten von 30 bis 40 Minuten bei mindestens mittlerer Intensität, die durch zwei wöchentliche Einheiten mit Kraftübungen ergänzt werden sollten. Schließlich kann eine ausgeglichene und abwechslungsreiche Ernährung mit einem geringen Anteil an einfachen Zuckern, Salz und ungesättigten Fetten, aber ausreichend Ballast- und Mikronährstoffen den Stoffwechsel sowie die Cholesterin- und Blutdruckwerte positiv beeinflussen. Reicht die Optimierung des Lebensstils nicht aus, um die Risikofaktoren zu kontrollieren oder liegen bereits Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems vor, wird von ärztlicher Seite ergänzend eine medikamentöse Therapie vorgeschlagen, um die Gesundheit langfristig zu sichern.
Kai Schenk, Facharzt für Sportmedizin
108
Erker 11/26
Betrügerische SMS Der Südtiroler Sanitätsbetrieb warnt vor betrügerischen SMS, in denen Bürger aufgefordert
werden, dringend Telefonnummern zu kontaktieren. Als Begründung werden angebliche persönliche Mitteilungen oder Probleme im Zusammenhang mit der Gesundheitskarte genannt. Wie die Verantwortlichen betonten, werden vom Sanitätsbetrieb keine SMS versendet, in
denen dazu aufgefordert wird, für dringende Mitteilungen Telefonnummern zurückzurufen. Zudem werden telefonisch keine persönlichen Daten oder Informationen zur Gesundheitskarte abgefragt. Auch eine Zustellung von Gesundheitskarten nach Hause per Kurier wird nicht organisiert. Etwaige offizielle Mitteilungen erfolgen ausschließlich über institutionelle Kanäle. Die Bevölkerung ist dazu aufgerufen, auf solche Nachrichten nicht zu antworten, keine persönlichen Informationen weiterzugeben und etwaige Betrugsversuche den zuständigen Behörden zu melden.
Kostenlose gesundheitliche Beratung Im Guggenberg in Brixen können Patienten jeden Alters, mit oder ohne Angehörige, an jedem 3. Donnerstag im Monat eine gesundheitliche Beratung in Anspruch nehmen. Ehrenamtliche Fachärzte und Hausärzte im Ruhestand stellen ihre Zeit und ihr Wissen zur Verfügung, um offene Fragen zu Gesundheit bzw. Krankheit zu besprechen und bei der Entscheidungsfindung behilflich zu sein. Das Angebot stellt keine Konkurrenz zu den behandelnden Fach- oder Hausärzten dar. Es
erfolgen keine Diagnosestellung und keine Verschreibung von Untersuchungen oder Medikamenten. Ratsuchende können verfügbare Unterlagen wie Arztbriefe, Laborbefunde oder Röntgenbilder einfach zum Gespräch mitbringen. Das Gespräch findet in einer entspannten Atmosphäre ohne Zeitdruck statt. Das Angebot ist kostenlos und kann ohne Vormerkung genutzt werden. Die Beratung findet am 19. November, 17. Dezember und 21. Jänner jeweils von 14.00 bis 17.00 Uhr statt.
PR D
Wer gut hört, erlebt besondere Momente noch intensiver Kostenloser Hörtest und die neuen GN ReSound Sensia
Sterzing steht für alpin-mediterranen Genuss, für eine alpine Landschaft und für das Zusammensein: der Espresso auf dem Untertorplatz mit Freunden, das gemütliche Gespräch in den historischen Lauben, das sanfte Rauschen der Alpenluft. Wer gut hört, erlebt all diese besonderen Momente noch intensiver. Genau deshalb sind wir mit einem unserer sieben Hörzentren in Sterzing direkt für Sie da – immer ganz in Ihrer Nähe. Der kostenlose Hörtest: einfach, professionell, unverbindlich Hörverlust entwickelt sich schleichend. Man gewöhnt sich daran, öfter nachzufragen, den Fernseher lauter zu stellen oder laute Lokale zu meiden. Ein Hörtest schafft Klarheit. Bei uns ist er kostenlos, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Sie erfahren sofort, wie gut Sie hören, und es entsteht keinerlei Verpflichtung. Ob auf dem Weg zum Einkaufen, nach dem Arztbesuch oder bei einem Ausflug nach Sterzing: Schauen Sie einfach in einem unserer Hörzentren vorbei. Neu bei uns: GN ReSound Sensia Wer schon einmal ein Hörgerät in der Hand hatte, kennt die typische Sorge: Es soll nicht auffallen. Mit den neuen GN ReSound Sensia setzt diese Sorge ein Stück weit aus. Sie zählen zu den kleinsten aufladbaren Hörgeräten mit Künstlicher Intelligenz und haben dabei bis zur Hälfte des Volumens vergleichbarer Geräte der Konkurrenz. Sie sitzen dezent, tragen sich leicht und sind im Alltag kaum zu spüren. Künstliche Intelligenz, die mitdenkt Die integrierte Künstliche Intelligenz analysiert Ihre Hörumgebung laufend und unterstützt Sie dort, wo es darauf ankommt: Sprache wird klarer hervorgehoben, störende Geräusche treten in den Hintergrund.
Das hilft beim Gespräch im vollen Gasthaus ebenso wie bei der Feier im Familienkreis oder auf dem Wochenmarkt. Das alles ist nicht nur ein Versprechen: Wenn Ihre Voraussetzungen gut sind, dann ermöglichen die neuen Sensia 960 von GN ReSound ein bis zu 20 % besseres Sprachverständnis! Aufladen statt Batterien wechseln Die Sensia sind wiederaufladbar. Sie legen die Geräte abends einfach in die Ladestation und starten am Morgen mit vollem Akku in den Tag. Das ist bequem, nachhaltig und einfach nur ein Riesenvorteil.
Die Adresse für Hörgeräte im Wipptal
ÖFFNUNGSZEITEN Montag I Mittwoch I Donnerstag
8.30 bis 12.30 Uhr
Freitag (Mirco de Manincor)
8.30 bis 12.30 Uhr & 13.30 bis 17.30 Uhr
Probieren geht über Studieren Ob ein Hörgerät zu Ihnen passt, spüren Sie am besten selbst. Deshalb laden wir Sie ein, die GN ReSound Sensia nach Ihrem Hörtest in Ruhe zu testen. Unsere Hörakustiker erklären Ihnen die Technik verständlich, stellen die Geräte auf Ihr Gehör ein und nehmen sich Zeit für Ihre Fragen. Sie hören den Unterschied, und zwar im echten Alltag. Ihr nächster Schritt Sieben Hörzentren, ein kostenloser Hörtest, eine neue Generation Hörgeräte: Besuchen Sie uns und erleben Sie, wie viel Klang, Sprache und Lebensfreude Sie zurückgewinnen können. Wir sehen uns in Sterzing!
STERZING, Untertorplatz 7/B
Tel. 0472 628173 Ihr Hörakustiker in Sterzing, Mirco de Manincor
www.hoerzentrum-suedtirol.it FOLLOW US ON
@HOERZENTRUMSUEDTIROL
Erker 11/26
109
© 123rf
PR
Start der Grippeschutzimpfung Impfkampagne 2026/27: Wer sich schützen sollte, wann der richtige Zeitpunkt für die Impfung ist und warum man damit nicht nur sich selbst schützt. Mit dem Herbst beginnt auch die Saison der Atemwegsinfekte. Besonders die Grippe kann bei älteren Menschen, Personen mit Vorerkrankungen und anderen Risikogruppen zu schweren Krankheitsverläufen und Komplikationen führen. Auch Covid-19 kann insbesondere für gefährdete Personen weiterhin eine gesundheitliche Belastung darstellen. Die Schutzimpfungen gegen Grippe und Covid tragen dazu bei, schwere Verläufe zu verhindern und besonders gefährdete Menschen zu schützen. Warum gegen Grippe impfen? In den Wintermonaten nehmen Atemwegsinfektionen zu. Neben vielen eher harmlosen Infekten zirkuliert dann auch das Influenzavirus. Dabei ist eine Grippe nicht mit einer gewöhnlichen Erkältung gleichzusetzen, denn sie kann einen schweren Verlauf nehmen und Komplikationen verursachen. Das italienische Höhere Institut für Gesundheits-
110
Erker 11/26
wesen (Istituto Superiore di Sanità – ISS) geht davon aus, dass in Italien die Grippe alljährlich für rund 8.000 Todesfälle verantwortlich ist. Das italienische Gesundheitsministerium empfiehlt deshalb allen Personen, die 60 Jahre oder älter sind, das Angebot der Grippeimpfung wahrzunehmen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, Personen mit chronischen Erkrankungen oder geschwächtem Immunsystem, Schwangere und kleine Kinder. Aber auch für Menschen, die beruflich engen Kontakt zu erkrankten oder besonders gefährdeten Personen haben, kann die Impfung sinnvoll sein. Dazu zählen etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, aber auch Personen in anderen Bereichen der öffentlichen Versorgung. Dabei schützt die Grippeimpfung nicht nur die geimpfte Person selbst. Vielmehr trägt die Impfung dazu bei, die Weiterverbreitung des Virus in der Bevölkerung einzudämmen und damit Menschen zu schützen, die selbst besonders gefährdet sind. Und warum gegen Covid-19 impfen? Auch Covid-19 kann insbesondere bei älte-
ren Menschen und Personen mit bestimmten Vorerkrankungen zu schweren Krankheitsverläufen führen. Die Impfung ist deshalb vor allem für jene Personen wichtig, bei denen ein erhöhtes Risiko für Komplikationen besteht. Empfohlen wird diese – wie auch die Grippeschutzimpfung – vor allem allen Personen im Alter von 60 Jahren oder älter, Bewohnerinnen und Bewohnern von Langzeitpflegeeinrichtungen, Frauen in jedem Schwangerschaftstrimester oder in der Zeit nach der Geburt, einschließlich stillender Frauen, Angehörigen von Gesundheits- und Sozialberufen, die in Krankenhäusern und in Langzeitpflegeeinrichtungen tätig sind, sowie Personen im Alter von sechs Monaten bis 59 Jahren mit ausgeprägter Vulnerabilität, die das Risiko für einen schweren Covid19-Verlauf erhöht. Wann ist der richtige Zeitpunkt? Bei saisonalen Impfungen kommt es auf den Zeitpunkt an. Idealerweise erfolgt die Impfung vor der jeweiligen Infektionssaison, damit der Schutz rechtzeitig aufgebaut werden kann. Für die Grippe liegt der geeignete Zeitraum grundsätzlich im Herbst.
Wer sich gegen Grippe und Covid impfen lassen möchte, kann beide Impfungen – sofern medizinisch nichts dagegen spricht – bei einem einzigen Termin erhalten. Das ist praktisch und erleichtert es, den Impfschutz rechtzeitig aufzufrischen. Eine leichte Erkältung mit Symptomen wie Schnupfen, Kopfschmerzen oder Halsschmerzen ist grundsätzlich kein Grund, eine Impfung aufzuschieben. Bei Fieber sollte dagegen zunächst abgewartet werden. Vor jeder Impfung wird der aktuelle Gesundheitszustand durch das geschulte medizinische Personal abgeklärt. Gerade bei saisonalen Impfungen sollte ein unnötiger Aufschub vermieden werden: Der Impfschutz sollte möglichst aufgebaut sein, bevor die Viren verstärkt zirkulieren. Wie gut verträglich ist die Grippeimpfung? Die Grippeimpfung ist grundsätzlich gut verträglich. Da es sich um einen inaktivierten Impfstoff handelt, kann es nach der Impfung vorübergehend zu einer Schwellung oder leichten Schmerzen an der Einstichstelle kommen. Auch milde, grippeähnliche Beschwerden sind möglich und klingen in der Re-
gel rasch wieder ab. Influenzaviren verändern sich laufend. Deshalb wird das Virus weltweit überwacht und regelmäßig untersucht, welche Varianten zirkulieren. Auf dieser Grundlage wird dann der Impfstoff für die kommende Saison angepasst. Wie gut der Impfstoff mit den tatsächlich zirkulierenden Viren übereinstimmt, lässt sich vor Beginn der Grippesaison nicht mit Sicherheit vorhersagen. Die Zusammensetzung basiert jedoch auf umfangreichen Analysen, Studien und jahrzehntelanger Erfahrung. Doppelter Schutz, ein Termin Wer sich gegen Grippe und Covid schützen möchte, kann sich beim Südtiroler Sanitätsbetrieb über die aktuellen Impfangebote sowie die Möglichkeiten zur Vormerkung informieren. Informationen und Vormerkungen: www.sabes.it/impfungen Sowohl die Grippe- als auch die Coronaschutzimpfung ist für in Südtirol ansässige Personen kostenlos. Die Anmeldung zur Grippe- und Coronaschutzimpfung ist online über SaniBook oder telefonisch über die Einheitliche Landesvormerkstelle möglich.
DAS WICHTIGSTE AUF EINEN BLICK Start: 14. Oktober Kosten: Die Grippe- und Coronaschutzimpfungen sind kostenlos. Vormerkung: - online über SaniBook - telefonisch über die Einheitliche Landesvormerkstelle unter 100 100 mit den Vorwahlen 0471, 0472, 0473 oder 0474 Wo wird geimpft? - in den Impfzentren des Südtiroler Sanitätsbetriebs nach Vormerkung - bei teilnehmenden Ärztinnen und Ärzten für Allgemeinmedizin - bei teilnehmenden Kinderärztinnen und Kinderärzten freier Wahl - in teilnehmenden Apotheken
Lassen Sie sich JETZT
gegen Grippe impfen
INFORMATIONEN UND VORMERKU NuEN
www.sabes.it/i m pfu ngen
1t"'flM'I PH.•t-lllt ~r.L!!'•'11•f 1-K. ia
lof•"
,I
11 1,, ••
~H.',
.Cu.
,tldil
-~J•
~lldltlrnler Sanffatsbetrleb ~~)'
~1':-"W.Jii ■
► Hlli"l-. ■• ....'-1
J.
11 •·
,ulenda San~rla dell'AlloAdig~
A:ti~ndilSani't.c-ta d'.~S.11dtitol
(Liste mit Orten und Namen unter: www.sabes.it/impfungen) Erker 11/26
111
1
Veranstaltungen
APOTHEKEN 31.10.-06.11.:
Apotheke Gilfenklamm Tel. 755024 07.11.-13.11.: Apotheke Paracelsus Tel. 377 3130989 14.11.-20.11.: Stadtapotheke Tel. 765397 21.11.-27.11.: Apotheke Wiesen Tel. 760353 28.11.-04.12.: Apotheke Gilfenklamm Die Turnusapotheke ist sonntags und feiertags von 9.30 bis 12.00 Uhr geöffnet. ÄRZTE 01.11.:
Dr. Barbara Faltner Tel. 335 1050982 07.11.: Dr. Sonila Veliu Tel. 349 6732243 Dr. Romani Marco Lucio 08.11.: Tel. 376 0935937 14.11.: Dr. Markus Mair Tel. 329 2395205 15.11.: Dr. Giuliana Bettini Tel. 320 6068817 21.11.: Dr. Massimiliano Baccanelli Tel. 334 9156458 Dr. Alberto Bandierini 22.11.: Tel. 388 7619666, 764144 28.11.: Dr. Valbona Kurtallari Tel. 324 0953522 29.11.: Dr. Esther Niederwieser Tel. 335 6072480, 755061 Der jeweils diensthabende Arzt kann von 8.00 Uhr (an Vorfeiertagen ab 10.00 Uhr) bis 8.00 Uhr des darauffolgenden Tages unter der angegebenen Telefonnummer erreicht werden und ist von 9.00 bis 11.00 Uhr sowie von 16.30 bis 17.00 Uhr in seinem Ambulatorium anwesend. ZAHNÄRZTE: Notdienst Samstag und Feiertage dental clinic Dalla Torre, 9.00 – 12.30 Uhr, Tel. 335 7820187 TIERÄRZTE (NUR GROSSTIERE) 01./02.11.: Dr. Stefan Niederfriniger 07./08.11.: Dr. Michaela Röck 14./15.11.: Dr. Stefan Niederfriniger 21./22.11.: Dr. Michaela Röck 28./29.11.: Dr. Stefan Niederfriniger 05./06.12.: Dr. Michaela Röck Dr. Stefan Niederfriniger, Tel. 388 8766666 Dr. Michaela Röck, Tel. 347 1375673 Dr. Johanna Frank, Tel. 347 8000222 Dr. Carmen Huber Tel. 348 9232496 Kleintier-Notfalldienst: Tierklinik Thumburg, Tel. 335 7054058, 335 1206704, 335 259994
5.11. Theater „Der Gott des Gemetzels“, Stadtbühne Sterzing, Sterzing, Stadttheater, 20.00 Uhr. 6.11.
Erker 11/26
zing, LURX Raum für Kunst und Kultur, 18.00 Uhr.
12.11.
Büchertreff „Bibis – Bücher für die Allerkleinsten“, Sterzing, Stadtbibliothek, 10.00 Uhr.
Theater „Der Gott des Gemetzels“, Stadtbühne Sterzing, Sterzing, Stadttheater, 20.00 Uhr. 13.11.
Theater „Verzeihung, Herr Landeshauptmann“, Heimatbühne Gossensaß, Gossensaß, Theatersaal, 20.00 Uhr.
Theater „Rendezvous im Bauernkasten“, Volksbühne Stilfes, Stilfes, Vereinshaus, 20.00 Uhr.
7.11.
Theater „Verzeihung, Herr Landeshauptmann“, Heimatbühne Gossensaß, Gossensaß, Theatersaal, 20.00 Uhr.
Theater „Der Gott des Gemetzels“, Stadtbühne Sterzing, Sterzing, Stadttheater, 20.00 Uhr.
Diggy-Treff, Sterzing, Stadtbibliothek, 9.15 – 12.15 Uhr.
Heimspiel Broncos-HC Asiago, Sterzing, Eishalle, 18.00 Uhr.
Projektvorstellung „Stadt.Land. Klima“, Sterzing, LURX, 18.30 Uhr.
8.11.
14.11.
Theater „Der Gott des Gemetzels“, Stadtbühne Sterzing, Sterzing, Stadttheater, 18.00 Uhr.
Theater „Der Gott des Gemetzels“, Stadtbühne Sterzing, Sterzing, Stadttheater, 20.00 Uhr.
Theater „Verzeihung, Herr Landeshauptmann“, Heimatbühne Gossensaß, Gossensaß, Theatersaal, 18.00 Uhr. „Preiswatten mit Guatn“, Bühne Mauls, Mauls, Haus der Dorfgemeinschaft, 14.00 Uhr. 9.11. Theater „Verzeihung, Herr Landeshauptmann“, Heimatbühne Gossensaß, Gossensaß, Theatersaal, 20.00 Uhr.
Konzert des Frauenchores Ratschings zum 30-jährigen Bestehen, Ratschings, Vereinshaus, 19.30 Uhr. Kamishibai „Der Froschkönig“, Sterzing, Stadtbibliothek, 10.00 Uhr. Heimspiel Broncos-EK Zell am See, Sterzing, Eishalle, 18.00 Uhr. 15.11. Theater „Rendezvous im Bauernkasten“, Volksbühne Stilfes, Stilfes, Vereinshaus, 18.00 Uhr.
10.11. Vortrag „Das Auge – Das komplexeste Sinnesorgan“, Dr. Claudio Rapuano, Sterzing, Stadttheater, 19.30 Uhr.
17.11. Theater „Rendezvous im Bauernkasten“, Volksbühne Stilfes, Stilfes Vereinshaus, 20.00 Uhr.
11.11.
19.11.
Theater „Verzeihung, Herr Landeshauptmann“, Heimatbühne Gossensaß, Gossensaß, Theatersaal, 20.00 Uhr.
Theater „Rendezvous im Bauernkasten“, Volksbühne Stilfes, Stilfes, Vereinshaus, 20.00 Uhr.
Martini-Umzug, Sterzing, ab
112
Innsbrucker Straße (Steindl), 16.30 Uhr.
Ausstellungseröffnung „Transglutaminase“, Peter Frank, Ster-
Heimspiel Broncos-HC Unterland, Sterzing, Eishalle, 20.00 Uhr. 20.11. Theater „Rendezvous im Bauernkasten“, Volksbühne Stilfes, Stilfes Vereinshaus, 20.00 Uhr. Wipptal bekennt Farbe „Equal Beats Night“, Sterzing, Derby Club, 20.30 Uhr. Offener Kleiderschrank, Mauls, Grundschule, 17.00 Uhr. Diggy-Treff, Sterzing, Stadtbibliothek, 9.15 – 12.15 Uhr. 21.11. Wipptal bekennt Farbe „Walk a Mile for Equality“, Sterzing, Sterzing, Nordpark, 15.30 Uhr, anschließend Buchvorstellung „Le tracce del silenzio“, Andrea Fleckinger, Sterzing, Stadtbibliothek. Sterzinger Lawinenseminar, Sterzing, Stadttheater, 19.00 Uhr. 22.11. Theater „Rendezvous im Bauernkasten“, Volksbühne Stilfes, Stilfes, Vereinshaus, 18.00 Uhr. Wipptal bekennt Farbe „Benefizbrunch“, Elzenbaum, Vereinshaus, 9.00 Uhr. 24.11. Wipptal bekennt Farbe, Vortrag „Geld. Macht. Freiheit. Wie wir unser Leben selbst in die Hand nehmen“, Sarah Gutweniger, Gasteig, Vereinshaus, 18.00 Uhr. Theater „L’invidia dell’orso“, Teatro Stabile, Sterzing, Stadttheater, 20.30 Uhr.
Seelsorgeeinheit Das unbekannte Land 25.11.
29.11.
Wipptal bekennt Farbe, Podiumsdiskussion „Ökonomische Gewalt“, Sterzing, Stadttheater, 20.00 Uhr.
Theater „Carmen darf nicht platzen“, Volksbühne Jaufental, Jaufental, Vereinshaus, 17.00 Uhr.
26.11. Gesprächsrunde „Demokratie und Mitbestimmung“, Sterzing, Sterzing, Stadtbibliothek, 19.00 Uhr. 27.11. Theater „Carmen darf nicht platzen“, Volksbühne Jaufental, Jaufental, Vereinshaus, 20.00 Uhr. Diggy-Treff, Sterzing, Stadtbibliothek, 9.15 – 12.15 Uhr.
DINX-Spielenachmittag, Stilfes, Vereinshaus, 14.30 Uhr. 1.12. Theater „Carmen darf nicht platzen“, Volksbühne Jaufental, Jaufental, Vereinshaus, 20.00 Uhr. 2.12. Buchvorstellung „Dal piombo della miniera all’oro delle paralimpiadi“, Caterina Fantoni, Sterzing, CasArci, 18.30 Uhr. 3.12. Theater „Herzschlag“, HerzBühne, Sterzing, Stadttheater, 18.00 Uhr.
4.12. SE NIO&EM6 EMEINDERAm STER21N6 Theater „Carmen darf nicht tOM S1UUl ~EliLII A.IHIAI BIl{IPllENO platzen“, Volksbühne JaufenMITTEIWH6 • COMUNIC'AZI0 E tal, Jaufental, Vereinshaus, lttwod1.nmaLdi,li.fl.111 20.00 Uhr. [affutreff 6~•Ciffef'inc,rnlflD ,? Sla1Ibilli01hek~ni9.30Ul'lr ~@!;?
Bibliirtece cim.~Ueore9.30 ~ M'ltr111odl.nmal di,,li.fl.m1.lt ll 2.UI. .FitufldAMii/'• ..1ttiviein f rmt" ~elll.ow.: Turn~n -girwiastica gratuita T1u alleun.mdsdl_.e JosefRilmp;iltum 16Uhr.1131.estra S(;UOlaele-iM~arll lede:sca alleore1~illr
Frtait~a Hll'1JO.ll.,2HI. itta tisc•- Pr,1n1e Slembiach-91JS.1 d /Orttählova,28 vonfdaUe ~ren:imbli/aUeiw~ 1~00Ul!r kNleAnmeldung erf01dLich-tleswn~ r chiesta 11igistr~1ion~
Theater „Antrag auf größtmögliche Entfernung von Gewalt“, Theater praesent Innsbruck, Sterzing, Stadttheater, 20.00 Uhr. 6.12. Theater „Carmen darf nicht platzen“, Volksbühne Jaufental, Jaufental, Vereinshaus, 17.00 Uhr.
rfa S!n m/S! ia1tsinüagua le
7.12. ml lt 16,U (Stadtheater/Teabtl O:nu1oale) Frtilag/l't11Hi~~JI - Aus11em Sctiatte~ SllllOB ~er Frtlla!l/l't11ttä~4Jl infä~~r taue fi<111a • EinZuheus~
Oa am:ag,Dl'&di tD.12.. •1,a14.JOU.D hr Spiecllsl de~u Sei1iorenbe uttragte •u Süd1iralu Yll sanwaltschafl r Orad"titns.U.uiaedella1mnteperLa l ru 1111 daUadimac icd1ll'Alt1Ad1g1 Fr;tu/SiiJ r~ Or.Yera'Tnmti ~arpl EGrgerlii1ro{llfficto delcittadinn - 1r.;tart /Ct11a uova11
Theater „Carmen darf nicht platzen“, Volksbühne Jaufental, Jaufental, Vereinshaus, 20.00 Uhr.
Dort, wo zu früheren Zeiten ein Land noch gänzlich unerforscht war, wo noch nie ein Mensch gewesen war, fand man auf Seekarten den Vermerk: „Hier sind Löwen.“ Man wusste nicht, was sich in diesem Gebiet befand, den Weg dorthin hatte noch nie ein Mensch gewagt. Diese Landstriche wurden damals auch als „unbekanntes Land“ bezeichnet. Als unbekanntes Land könnte man auch das bezeichnen, was wir landläufig „Himmel“ nennen. Es gibt zahlreiche Vorstellungen, wie es dort aussehen könnte. Das Unwissen hat den Menschen aller Generationen aber nicht davon abgehalten, sich den Himmel auszumalen. All diese Vorstellungen blieben aber letztlich hinter dem zurück, was der Himmel wirklich ist. Auch die Jünger Jesu erklären, dass sie vom Himmel nichts wissen. Das Haus des Vaters, von dem Jesus im Johannesevangelium spricht, kennen sie nicht. Für sie scheint es auch ein unbekanntes Land, eine unerforschte Gegend zu geben. „Wie können wir dann den Weg dorthin kennen?“, fragt Thomas. Doch Jesus rückt die Vorstellung seiner Jünger zurecht. So ist der Himmel durch Jesus für sie kein unbekanntes Land mehr und auch den Weg, der dorthin führt, kennen sie jetzt. Weil Jesus eben selbst dieser Weg ist, weil er selbst ein Stück dieses Himmels ist, der zu uns auf die Welt gekommen ist. Durch Jesus können die Jünger aber auch erfahren, wie sein Vater ist. So ist der Himmel bei weitem kein unerforschtes Land mehr. Weil Gott in Jesus Mensch geworden ist, wissen sie, wie der Himmel aussieht, und können sich durchaus ein Bild von ihm machen. Gerade in den Novembertagen, in denen das Gedenken an die Verstorbenen begangen wird, rückt der Blick auf den Himmel verstärkt auch in uns ein stückweit in den Mittelpunkt. Als Getaufte erwarten wir die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden neuen Welt, wie wir es im großen Glaubensbekenntnis sprechen. Und auch in vielen Menschen unserer Tage bricht angesichts solcher Erwartungen die Frage auf: Wie können wir den Weg in den Himmel kennen? Wie können wir uns dieses neue Leben vorstellen und uns ein Bild davon machen? Die Antwort finden wir im Blick auf den gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Wer wissen möchte, was Menschen im Himmel erwartet, der muss auf das Leben Jesu schauen. Durch ihn erfahren wir schon heute etwas von dem, auf das wir alle zugehen und das wir für unsere Verstorbenen erhoffen. Auch der aussagekräftige Satz des hl. Augustinus, dass unser Herz unruhig ist, bis es einmal in Gott ruhen darf, beschreibt eindrucksvoll, was es bedeutet, im Himmel zu sein. Seit Gott durch seinen Sohn Mensch geworden ist, wissen also nicht nur seine Jünger, sondern auch wir, was uns im Himmel erwartet. Nämlich seine unendliche Liebe hin zu einem Leben in Fülle.
8.12. Theater „Der Neurosen-Kavalier“, Heimatbühne Mareit, Mareit, Vereinshaus, 20.00 Uhr.
ROMAN AUKENTHALER, Diakon Erker 11/26
113
1
Veranstaltungen
10.12. Theater „Der Neurosen-Kavalier“, Heimatbühne Mareit, Mareit, Vereinshaus, 20.00 Uhr. Sie haben im Jilhr 2.026geheiratet und möchten ihr s1:hömtest,toc-hzeitsfotoim &loorvetewig~n? , nfac Hochteitsfoto, Namen, Hot:hieitsart.und Datum innerhalb lS.
Weihnachtsmarkt
Oei:ernberilfl barbaraJMtana@derer.ker.lt sdiic:ken.Die Futoswerden im P.lnner•M<eirveröffentlicht
UnteraII ri Einsendu nse11 wfro elri überraS,ti-11.mgsgeKilenk veflosU Teilnahmebed ingu.ngen: •· l[}asHochzeltspail!rmus~ Im Wippta1 aMässig bzw. aus dem W[pptal sein. • OieTrauung mu-ssimlerha1b 2'02'6stattg,efumlen haben. • Die Teilnehmer e[klän:nsich bereit,die Fotos der frl,;er-Redaktioo für die Jänller-A,usgabeu11terAngab des Urh.ebersiyr ho norari"r le,i AbRchtungwr Verfugu,ig u ~fecn.
Infosunter:0472 7,66876, 1barbara.funtana@dererudt
Weihnachtsmarkt im Sozialzentrum „Fugger“ am 26. November von 9.00 bis 17.00 Uhr sowie am 27. November von 9.00 bis 13.00 Uhr.
Sprechstunde Sprechstunde der Volksanwältin in der Außenstelle des Landwirtschaftsinspektorates, Bahnhofstr. 2 in Sterzing, am Freitag, 27. November 2026 von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr. Voranmeldung notwendig unter Tel. 0471 946020.
Märkte 5., 20.11.: Brennermarkt. 10.11.: Vieh- und Krämermarkt, Sterzing.
20.11.: Emil und die Detektive (Kinder), 16.00 Uhr. 26.11.: Tony – Diario di un giovane cuoco (it.), 20.00 Uhr. 27.11.: Das Flüstern der Wälder, 20.00 Uhr.
Ausstellungen Bis 8. November „Jagd-Hund-Mensch“, Mareit, Schloss Wolfsthurn. Fort Biennale „Reclaiming Collective“, Franzensfeste, Festung. „Silber, Blei & Bauernkriege“, Ridnaun, Landesmuseum Bergbau. „Eingebunkert. Bunker in Südtirol“, Franzensfeste, Festung. „Die Kathedrale in der Wüste“, Franzensfeste, Festung. 20. – 22.11. „Transglutaminase“, Sterzing, LURX Raum für Kunst und Kultur. Bis 23.11. „Baukultur in der Euregio Tirol Südtirol Trentino“, Sterzing, Sitz der Bezirksgemeinschaft.
Filmclub 5.11.: Rental Family – Nelle vite degli altri (it.), 20.00 Uhr. 6.11.: Simon Messner – Aus dem Schatten (Senioren), 16.00 Uhr. 6.11.: Nöstlinger – Sowieso und überhaupt, 20.00 Uhr. 12.11.: Nessun Dolore (it.), 20.00 Uhr. 13.11.: Vaterland – Fatherland, 20.00 Uhr. 19.11.: Serpenti (it.), 20.00 Uhr. 20.11.: Gentle Monster, 20.00 Uhr.
114
Erker 11/26
Olle, de di kennen, Roland, wünschn dir zin 90. olls Guate!
Leute
„Für das Leben lernen“
Zur Diamantenen Hochzeit
© LPA/Maja Clara
26.09.2026
Hildegard Kronbichler & Fritz Walcher Auf dass ihr nach 60 Jahren immer noch sagen könnt: Gut, dass ich damals Ja gesagt habe! Noch viele gemeinsame Jahre in Gesundheit und Liebe! Christian, Helga, Barbara und Florian
Im September haben 24 Männer und zwei Frauen ihre Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr begonnen. Anwärter ist auch Paul Schwitzer (21) aus Sterzing. „Ich wollte schon immer als Feuerwehrmann Menschen helfen und bin froh, dass sich mir jetzt diese Gelegenheit geboten hat“, so Schwitzer, von Beruf Elektriker. Die Teilnehmer wurden nach schriftlichen, mündlichen und praktischen Prüfungen, Sport-, Schwimm- und Geschicklichkeitstests sowie einer ärztlichen Untersuchung ausgewählt. Der Lehrplan um-
fasst Physik, Chemie, Baukunde, Elektrotechnik sowie alle Kernbereiche des Feuerwehrdienstes: Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, Gefahrgut-, Tunnel- und Sondereinsätze (z. B. bei Gebäudeeinstürzen). Dazu kommen Einsätze als Amtsträger der Gerichtspolizei, Katastrophenschutz (Erdbeben, Hochwasser, Vermurungen), Fließwasser- und Höhenrettung. Die Ausbildung endet am 4. Juni. Nach bestandener Prüfung werden die Absolventen in der Berufsfeuerwehr tätig sein. Zudem erwerben sie das Bademeister-Zertifikat.
Die FF Wiesen gratuliert ihrem Mitglied Gerhard Graus zum 65. Geburtstag und wünscht alles Beste zum Feuerwehr-Ruhestand.
Familie Volgger gratuliert
Max Pramstaller zu seinem 85. Geburtstag und bedankt sich für die über 30-jährige Mitarbeit am Lenerhof.
© Franziska Raffl Steiner
15 neue Jagdaufseher
Lieber Hansl, Tate und Opa, alles Gute zum 90er wünschen dir deine Liebsten! Bleib gesund und fit!
Maximilian Volgger aus Pfitsch (stehend, 2. v. r.) und 14 weitere Teilnehmer haben kürzlich ihre Ausbildung zum hauptberuflichen Jagdaufseher erfolgreich abgeschlossen. „Es gibt keinen schöneren Beruf als den des Jagdaufsehers, denn sein Büro ist die Natur“, betonte Landesjägermeister Günther Rabensteiner im September bei der Diplomübergabe in der Forstschule „Latemar“. Während
der Ausbildung vertieften die Absolventen ihr theoretisches Wissen in den Bereichen Ökologie, Wildkunde und Waldpädagogik und bereiteten sich bei zahlreichen Exkursionen in Revieren auf ihren neuen Beruf vor. Jagdaufseher tragen maßgeblich zum Wildtiermanagement, Naturschutz und zu einer nachhaltigen Jagdausübung im Land bei.
80 Johr Leben, 80 Johr Gschichtn und unzählige Erinnerungen, von de du ins konnsch berichten. Mir freidn ins auf olls, wos iatz nou kimmp, und auf die gemeinsame Zeit, wos ollm sie a bring. Zu deinem 80. Geburtstog wünschen mir dir olls Guate, viel Gsundheit und vor allem viele schöne Momente! Deine Familie Erker 11/26
115
Jahrestage
Leopold Volgger
9. Jahrestag
„Sporber-Pold“
Maria Öttl geb. Mair
* 07.09.1956
† 17.11.2017
Ein aufrichtiges Vergelt’s Gott - für die Anteilnahme am Tod unseres lieben Leopold Volgger, - für die tröstenden Worte, - für jeden Dienst beim Begräbnisgottesdienst und der Beisetzung, - für das Gebet, die Kerzen und Spenden.
Ganz besonders denken wir an dich am Montag, den 23. November bei der hl. Messe um 18.30 Uhr in der Kapuzinerkirche von Sterzing.
Die Erinnerung an einen Menschen geht nie verloren, wenn man ihn im Herzen behält. Deine Schritte sind verstummt, doch die Spuren deines Lebens bleiben.
Wir danken allen herzlichst, die daran teilnehmen. Deine Lieben
Die Trauerfamilie
Lieber Martin,
9. Jahrestag
dankbar für die schöne Zeit mit dir und verbunden in inniger Liebe gedenken wir deiner ganz besonders beim Gedächtnisgottesdienst am Cäciliensonntag, den 22. November um 8.30 Uhr in der Pfarrkirche von Ridnaun. All jenen, die daran teilnehmen und unseren Martin in lieber Erinnerung bewahren, ein aufrichtiges Vergelt’s Gott.
23. Jahrestag
Martin Wild
* 27.04.1980 † 21.11.2003
In unvergesslicher Liebe Mami, Vati und Matthias
Ida Siller geb. Larch * 07.03.1933
Tage ziehen vorbei, doch die Liebe zu dir, liebe Mamme, bleibt ewig in unseren Herzen.
i'
.'
·,
'
II
•'!.11
ilj
,,
Manchmal bist du in unseren Träumen, oft in unseren Gedanken, immer in unserer Mitte, für ewig in unseren Herzen.
Michael Siller „Rahmer“
† 26.11.2025
* 11.07.1991 † 24.11.2009
In Liebe und Dankbarkeit denken wir ganz besonders an dich am Sonntag, den 6. Dezember bei der hl. Messe um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit. Allen, die daran teilnehmen, einen herzlichen Dank. In Liebe deine Familie
In Liebe deine Kinder mit Familien
17. Jahrestag
Herta Eisendle geb. Haller * 20.04.1933
† 10.11.2017
In liebevoller Erinnerung gedenken wir deiner am Sonntag, den 8. November bei der hl. Messe in der Pfarrkirche von Mareit.
1. Jahrestag
·.
† 23.08.2026
In Liebe denken wir an dich bei der hl. Messe am Sonntag, den 29. November um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit.
Du warst, du bist, du bleibst für immer in unserem Herzen.
Allen, die daran teilnehmen, ein herzliches Dankeschön. In Liebe deine Familie
Danke … und immer sind da Spuren deines Lebens, Gedanken, Bilder und Augenblicke. Sie werden uns an dich erinnern, uns glücklich und traurig machen und dich nie vergessen lassen.
116
Erker 11/26
für die tröstenden Worte, gesprochen und geschrieben, für jeden Händedruck und jede Umarmung, für die Blumen und Spenden und für alle Zeichen der Liebe und Verbundenheit. Danke an alle, die einfach da waren. Danke an alle, die unseren Hansl auf seinem letzten Weg begleitet haben und ihn auch weiterhin in liebevoller Erinnerung behalten.
Johann Leitner
Die Trauerfamilie
* 06.05.1939 † 20.09.2026
„Kloutz-Hansl“
Jahrestage
Cristina Kaser geb. De Lorenzo Gardinal * 15.02.1958 † 07.10.2026
Herzlichen Dank sagen wir allen, die ihre Anteilnahme auf so liebevolle Weise zum Ausdruck brachten. Es war uns ein großer Trost zu wissen, wie geschätzt Cristina war.
Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte.
Die Trauerfamilie
Und immer wieder ein Tag, der uns sagt, dass du, lieber Tati, immer und ewig in unserem Herzen bist und bleibst.
Wir halten dich fest in unseren Herzen.
9. Jahrestag
Franz Goller * 20.01.1947 † 24.11.2017
4. Jahrestag
Kurt Gander Tati, vier Johr ohne di ... ober decht olm ba ins! Zum vierten Mal jährt sich der traurige Tag, an dem du von uns gegangen bist. In inniger Liebe und Dankbarkeit denken wir ganz besonders an dich bei der hl. Messe am Samstag, den 14. November um 18.00 Uhr in der Pfarrkirche von Jaufental. Allen, die daran teilnehmen, sein Grab besuchen und unseren Tati in guter Erinnerung behalten, ein herzliches Vergelt’s Gott!
Lieber Franzl, wir denken an dich ganz besonders bei der Gedächtnismesse am Sonntag, den 22. November um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Sterzing. Wir danken allen, die an der Messe teilnehmen, von Herzen. Danke all jenen, die so zahlreich sein Grab besuchen, immer wieder eine Kerze für ihn anzünden und ihn in ihr Gebet einschließen. Außerdem möchten wir uns ganz herzlich für die gestiftete Messe für Martha, Franz und die Eltern Goller in Wiesen bedanken. Ein großes Vergelt‘s Gott!
Du fahlsch ins!
In Liebe deine Angehörigen
Deine Familie
5. Jahrestag All die Gedanken an dich tragen uns über die Zeit. Die Erinnerung schenkt Momente der Freude und wir bleiben verbunden in Liebe. Ruhe in Frieden.
Josef Wieser Stilfer Wirt
Wieder gedenken wir deiner mit der Hoffnung auf ein Wiedersehen bei der hl. Messe in der Pfarrkirche von Stilfes am Sonntag, den 29. November um 8.30 Uhr. Wir danken allen, die daran teilnehmen und mit uns die Erinnerung wachhalten. Vergelt‘s Gott. In Liebe deine Annemarie mit Familien Erker 11/26
117
Jahrestage
Johann Georg Hofer
20. Jahrestag
Elisabeth Hofer geb. Rainer
„Hansjörg“
* 5. Juli 1952
DANKE von Herzen an alle, die uns in dieser schweren Zeit des Abschieds begleitet haben. DANKE für die lieben Worte, die tröstenden Umarmungen, jeden Händedruck und das Mitgefühl. DANKE für die vielen Blumen, Kerzen, Beileidsbekundungen, Gedächtnisspenden und Messen. DANKE an alle, die unseren Hansjörg in liebevoller Erinnerung behalten.
In Liebe gedenken wir deiner ganz besonders bei der hl. Messe am Sonntag, den 22. November um 8.30 Uhr in der Pfarrkirche von Wiesen. Danke allen, die daran teilnehmen und dich in Erinnerung behalten.
Was man tief in seinem Herzen besitzt, kann man durch den Tod nicht verlieren.
Deine Familie
Für immer in unseren Herzen
Die Trauerfamilie
Lieber Tate, fünf Jahre sind vergangen, seit wir voneinander Abschied nehmen mussten. Wir vermissen deine Stimme, dein dankbares Lächeln, deine gütigen Augen, deine Geborgenheit, die du uns geschenkt hast. Nichts kann die Lücke füllen, die du hinterlassen hast. Doch in unseren Gedanken, unseren Gesprächen und in unseren Herzen bist du bei uns.
18. Jahrestag
Zäzilia Kofler geb. Kofler Wir denken an dich voll Dankbarkeit und Liebe am Sonntag, den 22. November beim Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit. Wie kannst du fort sein, wenn wir noch immer deine Liebe spüren? Wie kannst du fort sein, wenn wir noch immer dein Lachen hören? Wie kannst du fort sein, wenn wir noch immer dein Gesicht vor uns sehen? Mama, wir vermissen dich!
Allen, die daran teilnehmen, für dich beten und dich in lieber Erinnerung behalten, ein herzliches Vergelt’s Gott. Deine Kinder mit Familie
1. Jahrestag
Hermann Marginter † 01.12.2025
Du bist nicht mehr da, wo du warst, aber du bist überall, wo wir sind
† 19. September 2026
5. Jahrestag
Herbert Siller
Am Sonntag, den 6. Dezember erinnern wir uns ganz besonders an dich bei der hl. Messe um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit. Allen, die daran teilnehmen, ein herzliches Vergelt‘s Gott.
* 31.01.1931 † 02.12.2021
Deine Familie
Zwei Jahre ohne dich, zwei Jahre voller Sehnsucht. Dein Platz in unserer Mitte ist leer, doch in unserem Herzen lebst du weiter. Was bleibt, ist die Liebe, die Erinnerung und die Dankbarkeit, dich gehabt zu haben.
2. Jahrestag
Johann Hofer * 14.12.1951
† 30.11.2024
Ganz besonders denken wir an dich, lieber Papi, am Sonntag, den 29. November um 9.15 Uhr in der Pfarrkirche von Gossensaß.
In Liebe und Dankbarkeit denken wir ganz besonders an dich bei der hl. Messe am Sonntag, den 29. November um 9.15 Uhr in der Pfarrkirche von Gossensaß.
Ins Gebet schließen wir auch unseren lieben Christian ein.
In ewiger Liebe deine Familie
Deine Frau Annemarie, deine Tochter Sarah und all deine Lieben
118
Erker 11/26
In Liebe und Dankbarkeit
Jahrestage
Sich erinnern an jede Freude, jede gemeinsame Stunde, jedes geteilte Glück. Sich erinnern und die Zeit im Herzen bewahren. Für immer.
28. Jahrestag Zum 28. Mal jährt sich der traurige Tag, der unser Leben so sehr verändert hat. In Liebe gedenken wir deiner, liebe
Marion Schmickler-Weber
10. Jahrestag
Hubert Wieser
Heike Und immer sind irgendwo Spuren deines Lebens: Gedanken, Bilder, Augenblicke und Gefühle. Sie werden uns immer an dich erinnern und dich dadurch nie vergessen lassen.
am Sonntag, den 22. November um 10.00 Uhr in der Pfarrkirche von Mareit. Allen, die daran teilnehmen, ein herzliches Vergelt’s Gott.
Stiegl Hubert Ganz besonders denken wir an dich am Samstag, den 21. November bei der hl. Messe um 19.00 Uhr in der Pfarrkirche von Stilfes. Allen, die daran teilnehmen und dich in lieber Erinnerung behalten, ein herzliches Dankeschön. In Liebe deine Familie
Deine Lieben
10 Jahre ohne dich ...
1. Jahrestag
Josef Bussola
Josef Inderst „Plonk Seppl“ * 24.10.1938
Wir denken an dich und spüren, wie sehr du in unserem Leben fehlst. Doch die vielen schönen Erinnerungen bleiben in uns lebendig.
* 29.10.1941 † 19.11.2016
† 17.11.2025
Ganz besonders denken wir an dich beim Gottesdienst am Sonntag, den 22. November um 8.30 Uhr in der Pfarrkirche von Ridnaun. In lieber Erinnerung deine Familie
Wir gedenken deiner ganz besonders am Sonntag, den 22. November um 8.30 Uhr bei der hl. Messe in der Pfarrkirche von Wiesen. Still und unsichtbar begleitest du uns auf unseren Wegen, aber tief in unseren Herzen so unsagbar spürbar.
In Liebe deine Familie
Zum 50. und 16. Jahrestag denken wir an euch in iebe uhd Dankbarkeit ganz besonders bei der hl. Messe am Sonntag, den 22. November in der Pfarrkirche von Starzing Eure Kin.der Erlch, Gü,nte.r,Pete.rund Renate mit fammen
Hildegard Gogl
Johann Gogl
geb. Gschnlfzer
"Berger HoTis" Erker 11/26
119
© Martin Schaller
Unterhaltung
Kannst Du die 5 Fehler finden?
Pfiffikus Pfiffikus sucht einen ziemlich dicken Baumstamm. Wer den genauen Standort kennt, schreibt unter dem Kennwort „Wipptaler Pfiffikus“ an den Erker, Neustadt 20 A, 39049 Sterzing (E-Mail info@dererker.it). Adresse nicht vergessen! Einsendeschluss ist der 20. November. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen; an der Verlosung können nur schriftliche Einsendungen teilnehmen. Auflösung des Vormonats: Das „Kunstwerk“ an der Brennerstraße befindet sich in Brennerbad einige Kilometer südlich vom Brenner gegenüber der Brennerbadkapelle „Maria Hilf“ (1886 geweiht). Das Graffito hatte Pfiffikus bereits im Mai-Erker 2024 gesucht, doch damals war die Aufschrift „Los von Rom“ und „Tirol“ noch in Schwarz-Weiß und grafisch nicht so schön gestaltet. Jetzt ist das Kunstwerk farbig und kreativ gestaltet und im Prinzip unleserlich, aber sehr fantasievoll. Der Schriftzug „Freiheit für Süd-Tirol“ ist allerdings immer noch auf der Rückseite aufgemalt.
Das Los bestimmte ALEXANDER SEEHAUSER aus Sterzing zum Pfiffikus des Monats Oktober. Der Gewinner erhält einen Warengutschein im Wert von 25 Euro, einzulösen bei und zur Verfügung gestellt von
rick Der Gutschein kann in der Redaktion zu Bürozeiten abgeholt werden.
Wir gratulieren!
120
Erker 11/26
ERKOKU
AUFLÖSUNGEN
A
B A s IU C L H K 0 K L C A H 0 u s B, uH0 KsB L CA H 0 K C A s B L u s B L 0 K UI C A H C u A B L H s 0 K 0 K HI s u C A B L L s B H 0 A K u C A C u L B K 0 H s
O M S B E M
T
M T O A
U S
DES VORMONATS
B
O S
O
M R B
B M R S
A T R O
Nach bekannten Sudoku-Regeln muss ein Quadrat aus 9 x 9 Kästchen ausgefüllt werden – hier allerdings mit den vorgegebenen Buchstaben. Das ERKOKU muss so vervollständigt werden, dass in allen Zeilen, Spalten und Blöcken jeder Buchstabe genau einmal auftritt. In der Diagonale von oben links nach unten rechts erscheint dann das Lösungswort (= Dienststelle, Kanzlei, Niederlassung).
FOLGENDE BUCHSTABEN WERDEN VORGEGEBEN: A
B
E
M
O
R
S
T
U
LÖSUNG: BLOCKHAUS
• U • J • I • I • S • F • A
K N I A S C H L A T T E R N
• M A U L E N • P R O T Z E
J O • S U • • S E A L E • K
• L O E R G E T • N M • O E
E N A • P O P P E D E C K L
• • N A • L F • S • • G E N
D U G F O L L S C H M I R •
• M I L L E P L I A M L • M
O M A • A • U O • I M • A A
• A N T R I T T E • • I H R
A N L • N A Z • I W U R A T
• E O S • T E S S E R A • E
D I S L • Z N U E N I • E R
LÖSUNG: ROTERTEPPICH
• N S • R E • R R • N O G L
H E N K E R • E N K • A G E
DAS WIPPTAL-RÄTSEL
verwendet umgangssprachliche, dialektale Begriffe, die im Wipptal weit verbreitet sind. Sie werden mit (wipp) für wipptalerisch oder umgekehrt mit (dt) für deutsche Hochsprache gekennzeichnet, z. B.: Ei (wipp) = Goggele, ingaling (dt) = bald Larnm.
*
l'lhV'lll>QI-
n1Uhl• wipp)
Sch lcMn
~
"~ Lw•p~l
*
q,
)ll'alburga wippJ
,!,
111!hi:1rGhN IAbk .. lll,lig Cllrl$Ul~haamokr 1 S1ud~n,lln
,_E~,;:h,;,
unil - n ~er!t, At»:
cllLllllif B"nl•
dcelwlM)
-e,
1 1ate111: D1~9
•""PPI
_,.,oo
Bahb'!h(I b~ ln11 btuok Golfklub.
11.sm
Ab~
~ ~Och~ro
.J.,
,!,
~
;!,
ihr {wopp) on91 lad j8,foi
.!,
,!,
.!,
3
1
F~~go,,n [-1,j~pl
Cbom Z 1· Dilrlo,.Abk ~
"JC~ !11,1
(wlpp)
-{-
.2
w•~•.....,
p~l
.,~•
h lmi~ch
Et.r.mt111liiH-
C lt,,-il"'n •\bk
~ -i;,
1
O~Hlle.
,!,
r
~
Sllli !wlee__ ,~1 ..
S.Cf"ai1U9
~>
1111~ol M ~etlawer, fdl)
.!,
Ort du
......
9
ger;tem
~
•Abk ..
Cn<ll,!1f1:"l dms S ~d-
A.u
~
---0-
lmp~r11!ct
1 Tl,lrUn
'7
ir1 mrr;i
--/!o.l>k 0ag~
ii"uto '"'j~p)
,!.
ler11:Sn
!~ig Kut,-
i'l,;,l!!ot
' ~·
-> ~
lclt!
rt-
iN•rt•1i
[Wi~1>1 fl<>1Uh• ~ICIBe Vo1nt1mt!'
➔
'
*
1
ant14g~•
-!,
1 M
~ 11...11I ,ar,
von äM
5
l(clacar
si1' li4'bl
I{>
Hilf ,dann al ll'l~~li-ch
P=c1>1:.-i
Fil<>)'~"
iiiimT
wQ'.ib!ichinr Vib:t1111h\1!:!!
nlhelJSCN! ~fO<N!,
twlpp)
~
,DHcha•~,
hb
f
unml1ui,
ohtird
1-+
sdvt;oppr.l1,
➔
.,
Noti,;,n
f®lball
Con•
1
--
~Oi~.J-
[1,1R~r-
gramm
WUFl3~~1e<s
Ab _
'V
D lal w<l'IJl -,'> ' lllk f>l.2!_.
eur:o:.➔
Wo~
1
Clly Al,~
'-
Ab
Verband pmr.iler dL s~ndar
IUA
i -
J.
r.,
Sippot:,
Set,a,ffn. ,",ngsl
H>
7
kdrugll~h. Al>~.
D-
h r'$l1tl ■ o, 1Jra...
.._
~
i
rh~ll~n, Abk. G• ter, Abk_
~Ai.1<
.!,
lr.bs.c äili
-
-{>
,.!.
l11hun
1
l~reni:-& ~l~h
1 -
erwt~ Gglr 7 VW IJccfäl
ISctilöSS"'n
➔
)
1
~!lilll.
~on n~en gc-
.J,
U~t1mdig<1
onn11>m
C,
Form
n<!'lt (.,..Jpii ' &8~1!1
abw s•nll
4 Ober.
'-t>
YeraUel IQr
~
,!,__;,
es Mn
--",
Abk_
rühllt,g [wlp~)
n•,~•:~ (w,cc
menTl't"e
~Oll$
-!--
.,..,~PI
1
rw,p
AblllltlJ, Ndll vlerung
1
6
Auflösung in der nächsten Nummer
g I g (dl)
/ .ni;p,
eil~
6~1'!
1
~OQ ,111,n,
c;hi:1U,V!ti
~
0~
,
1
Aii-Noia:
l'usi
,!.
-:-
CllMil~
1
lul
lcw,i,ill
n Un)
S1ü,,
c • n,,gctl.
~
_,__
11
1
-;,
"Q" (>
dtu,l!!l'e!f'l
('Nipp)
1
1
Lp
159~
<II)
1
Lösungswort
1
8
1
2
3
4
5
6
7
Erker Der
8
9
10
1
11
Redaktionsschluss:
15.11.26
Erker 11/26
121
1
Kleinanzeiger
BURGrlOF
HO'.FKÄSEREI RATSOHINGS
·· IHo- f gesu ·. : - c-ht_ M "thi 1 _ _ fe: _ a_m Fahren
Mit Kühlauto n:achBozen. mittwochs.
Melken
UnsereZiegen 1-2Tage/Woche, jeweils
5 J0-8,30 und 16.0~19· 30 Uhr Anpacken Hofa.rbei~n nach Vereinbarung
STELLENANGEBOTE
15-20 Std./Woche für alle Aufg,a.benzusammen Du kannst einzelne o~r alle Aufgaben übernehmen. Wir bezahlen fair und arbeiten di:ch ein.
Matthias Polig• 331/652.3647
t:>t,
\;;!,/
Vi :idoo CO
SU
Tl
G
WIR
SUCH N ICH! Berater filr
Dlgitalf.slen.rng & Uritetnehme!ISpromsse
Naturhotel Haller in Mareit sucht zur Verstärkung für die Wintersaison Rezeptionist/ in in Teilzeit, Hilfskoch, Tellerwäscher/Allrounder, Saalbedienung sowie Zimmermädchen. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung mit Lebenslauf an info@haller.it oder Tel. 348 4740898. Familie in Thuins sucht verlässliche Putzfrau 1x in der Woche für 2 – 3 Stunden. Tel. 340 3954601. Hotel Saxl Freienfeld sucht ein Zimmermädchen in Teilzeit Mo – Sa sowie eine
• FrUhstUcksbedienun9 (m/w, Freito9 + Sömstog frei)
Chef de,.Rang (m/w) • Rezept•onist:in in Teilzelt • Kosmetikor:in/Massour:in
ob
Februor / Marz
L/f? HOfELS
Tj K
RATSCH IN GS
Jo~ber9Jmtel-H1ischfngs.oom
SPO ■ THCHL
KALCHERHOI'
SUCHTFÜRDIEKOMMENDEWINTERSAISON (04.12.26• 04.04.2027):
- Chefkoch/in • Rez,eptionis.t/1i n 114.00-22.(10 Uhrl • Hausmeister mlt FOhrersdne:In B,[\follizeitJ· DeiniP,rofil: FreundlichesAuftreten, gute Deutsch-und ltalrenischkenntnisse und Teamgeist Gebotenwirdeinefaire,leiswrcssefeehte1Enttolmuni, gere,eelte Arbei~ :reiten,fam11iäres ulld angenehrnti Umfeldmit verpflepng inklu:.ive.
unter Tel.346 4058000- 34S3269336 weitere ln,fosund BewedJUng od:@r admin@:kalc!herhof.oom Wir freuerr llßS aufdeineBewemmg!
122
Erker 11/26
Küchenhilfe (kein Abspülen) in Teilzeit Mo – Sa. Tel. 335 395402 (Herta Saxl). Für Ferienwohnungen in Gossensaß suchen wir eine zuverlässige Reinigungskraft, saisonal oder ganzjährig, auf Stundenbasis oder eventuell in Teilzeit. Deutsch- oder Italienischkenntnisse erforderlich. Tel. 347 5462040. Die Bürgergenossenschaft Obervinschgau sucht für den Weihnachtsmarkt in Sterzing ab Ende November bis Anfang Jänner MitarbeiterInnen. Melde dich gerne ganz unverbindlich bei Claudia Tapfer unter Tel. 338 1950344
Elektrlkerln / Mechatronikerln DeineVorteile beim MJlchhofSteriing:
Essensgutscheine (ür ausgewählte Restaurants
SiebenWochenUrlaub pro fahr standardmäßig 14 Monatsgehälter • Mitarbe.iterrabattein unserenShops • Jeden Freitag kostenlose Joghurts
fürzuhauseu.v.m. Bewirb Dich in nur 60 Sekunden .._;ff
·
■: iiL •• • ·,
+39 0472 978821
jobs@milchhof-sterzing.lt
Holz nach Maß ... . . . seit mehr als 30 Jahren
- Lehrling (w/m/d) -Tischler (w/m/dlrnrProduktion (w/m/dl - Lagerverwaltung 6 Lieferant -Bodenleger (w/m/d) oumöchtest Tellunseres begeisterten Teams werden? Dannrufeinfach anoderschreib unseineE·Mail. Wirfreuenuns! Sterz,ng • Industriezone Unterackern T „39 0472 766477 • E info@ralser.11
f @)
www.ralser.it Erker 11/26
123
1
Kleinanzeiger
VERSCHIEDENES
HOLZBÖDEN SCHLEIFEN • lackieren • ölen • wachsen
Bodenleger Fußboden - Fachbetrieb
Vendo Mercedes modello A, anno 2010, perfetta, 80.000 km, cambio automatico. Pneumatici tutte le stagioni nuovi (1.800 km). Prezzo 6.000 Euro. Tel. 335 244908.
Kapellmeister/in dringend gesucht! Melde dich gerne bei uns! Musikkapelle Stilfes, Obmann Felix Brida, Tel. 392 3424002, mk-stilfes@hotmail.de.
ALLES AUS EINER HAND: Übernahme kompletter Sanierungs- und Umbauarbeiten: Bodenverlegung (auch Laminat), Fliesenarbeiten (auch Wandfliesen), Malerarbeiten, spachteln, verputzen (auch Edelputz), Maurerarbeiten, Styroporfassade, Bad- und Dachsanierung, Flämmarbeiten, fairer Preis.
IMMOBILIENMARKT
Fa. Oskar Priller - prilleroskar@gmail.com
Tel. 348 2321852 Übernehme das Tapezieren von Bänken und Stühlen (auch alte Bänke und Stühle). Erreichbar unter Tel. 335 5917358.
Edil Tirol. Tel. +43 676 6092308.
RenovaBau Fliesenverlegung, Spachtelarbeiten, Maurer-, Maler- und Isolierarbeiten, Porphyrverlegung, Verlegung von Kopfsteinpflastern, Steinlager: Wir arbeiten sauber und gut zu einem fairen Preis.
Tel. 380 5922977, Tel. 388 7320797
Zu verkaufen: Neue Mikrowelle, 2025 gekauft und nie benutzt. Neuwertiges Faxgerät, 2026 gekauft und nur 1 – 2x benutzt. Beide Geräte sind in sehr gutem Zustand. Abholung im Raum Sterzing. Bei Interesse bitte unter Tel. 340 4297933 melden.
Erker Der
ZU MIETEN GESUCHT Suche kleine Wohnung für 1 Person im Raum Wipptal/ Trens zu mieten. Tel. 378 0892355. Einheimischer Bauingenieur aus Sterzing sucht 2-ZimmerWohnung mit Keller und Parkplatz in ruhiger Lage, gerne mit Garten, zu mieten in Sterzing und Umgebung. Tel. 335 7269055. Alleinstehender Mann aus Senegal, seit 10 Jahren im Wipptal, sucht dringend Miniwohnung/Unterkunft in Sterzing, Gossensaß, Freienfeld
Redaktionsschluss:
15.11.26
oder Brenner. Spricht etwas Italienisch. Fixer Arbeitsplatz mit Turnusdienst. Tel. 338 3565177. Uomo singolo del Senegal, vive da 10 anni in zona, lavoro fisso (a turni) cerca urgentemente monolocale o posto per dormire a Vipiteno, Colle Isarco, Campo di Trens o Brennero. Tel. 388 3565177. ZU KAUFEN GESUCHT Suche geschlossene Garage im Raum Sterzing zu kaufen. Tel. 328 5433009. ZU VERKAUFEN Verkaufe sanierungsbedürftige Doppelhaushälfte mit großem Grundstück im Dorfzentrum von St. Jakob/Pfitsch (ca. 1.000 m3 Bauvolumen). Eventuell Tausch mit kleiner Wohnung in Sterzing. Zuschriften mit vollständigem Namen und Telefonnummer an die Erker-Redaktion, Neustadt 20A, Sterzing, E-Mail: barbara.fontana@dererker.it, Tel. 0472 766876. Kennwort: DOPPELHAUSHÄLFTE.
www. z:almarzt.• □ ng:arn,h vir.d:c
Jetzt bei Kostner bewerben! jobs@l<0s;1iner.net
124
ITel. 047.? 979670
Erker 11/26
c?kostner
• seI1ijb 15Jalwn er~olQre1ch mStld{i(ol • Q:llllj~ •!lgGOflnAI P r netpi:mrfilr Vor•UJI~ N~~boalia11dlung~B III IN'1t. ~ ein dei9ttß1en Kfi .u UrtlJ_:illll~ m11 45- l\lrgerEtfe!irfllJ • bestens a1.rsgll$1.attet ~~urnli-cht.:J1tc11 und2111ochC/ifillifilicrt~ ZaJm:1mo • fop-011Hlitö1H111d b~Stllll nil ngs mO!llicll~ -1a11filr Angsrpa1Ienliln aoeh,m□ llrnrn scMla • iYOChnlftel-~r T,~nsrer lfil 091lt.lf r~ • Prote!;sio• Irtit 111dfll!rzlithkl!it ~prech,en hlr 1rn3
ff'\ ~ fuJ
s~r"-'1
~ 339?070114
.
Wipptaler
Sumserin Kah Iih… ? Wos des hoaßn soll, hon i gor awie long gibraucht, außerzifindn. Zin Glick hon i jo an Neffe. Der Bubi, wie miern a heint nou ollm hoaßn, isch gonz a gscheids Manndl. Der hot long vour dass er in die Schuele kemmin isch, schun gor a bissl fescht Lesn und Schreibm gikennt. Und a heint nou woaß inser Bubi viel Zuig, wos ondere gor nie gheart hobm. Der hots noar woll derrichtit, dass mir gor a a Liechtl augongin isch. Weil mit „gscheide“ hattn de komischn Buechstobm a zi tien: des war holt die kinschtliche Gscheidheit, oder holt wie olle sogn, die kinschtliche Inteligenz. Dass lei mier Leit denkn kennin, mogg schun sein. Ober a die Viecher verholtn sich asou, dasse sich auderholtn, zi fressn findn, af ihre Bruet schaugn und so guet wie’s geaht, virwärts kemmin. Und sogor die Pflonzn, Baame, Staudn und s Gros passt sich asou un, dass se woxn und gedeidn, und nit gschwind eingiehn. Ober iatz kimps: a die Maschinen solln iatz a Hirn hobm, mit den se selber denkn kennin. Nit lei, dass fir die Komputer und ondre Maschinen die Leit sella Programmer eingibaut hobm, mit de noar gorbatit wordn isch, wie’s der Mensch giwellt hot, dass olls richtig funkzioniert. Na na, de Kah Iih denkt und werklt va selber, dass man gonz Ongscht kriegn mueß. I woaß woll nit, wou mier do nou hinkemmin. Ob ins de Kah Iih woll nit Kah Ooh mocht?
Gemeinden
GEBURTEN Brenner: Laurin Herzner (15.08.2026, München). Sylejman Halitaj (07.09.2026, Brixen). Jahja Ramadani (11.09.2026, Brixen). Muhammad Shahzain Ali (17.09.2026, Brixen). Tobia Psenner (22.09.2026, Brixen). Elarys Hoxha (26.09.2026, Brixen). Lia Plank (27.09.2026, Brixen). Freienfeld: Laura La Ferla (10.09.2026, Brixen). Jana Gatterer (30.09.2026, Brixen). Pfitsch: Alina Seppi (26.09.2026, Brixen). Ratschings: Rosa Rainer (23.09.2026, Brixen). Jonas Haller (23.09.2026, Brixen). Spencer Stuefer (25.09.2026, Brixen). Sterzing: Theo Montalto (01.09.2026, Brixen). Lisa Martino (06.09.2026, Brixen). Abdullah Zubair (14.09.2026, Brixen). Beatrix Hofer (15.09.2026, Innsbruck). Romy und Rafael Mair (21.09.2026, Brixen). Jeson Nadeem (24.09.2026, Brixen). Maja Niederrutzner (24.09.2026, Brixen). Dylan Ahmed (28.09.2026, Brixen). TODESFÄLLE Brenner: Georg Kinzner, 63 (28.09.2026, Meran). Hermann Holzer, 85 (29.09.2026, Brenner). Freienfeld: Adolf Bacher, 94 (02.09.2026, Brixen). Alfred Sparber, 80 (15.09.2026, Sterzing). Pfitsch: Frieda Wild, 94 (03.09.2026, Sterzing). Johann Georg Hofer, 74 (19.09.2026, Pfitsch). Maria Magdalena Linter, 79 (22.09.2026, Pfitsch). Alois Graf, 95 (23.09.2026, Pfitsch). Sterzing: Maria Anna Krulisch, 88 (10.09.2026, Karlsruhe). Johann Leitner, 87 (20.09.2026 Sterzing). EHESCHLIESSUNGEN Brenner: Relindis Kofler und Kurt Tratter (05.09.2026, Gossensaß). Franzensfeste: Linda Zaira Franchino und Sante Barcherini (05.09.2026, Franzensfeste). Julia March und Philipp Hilpold (12.09.2026, Mittewald). Freienfeld: Sylvia Unterweger und Oskar Saxl (04.09.2026, Freienfeld). Marisa Gasteiger und Thomas Bacher (05.09.2026, Valgenäun). Ramona Zischg und Francesco Giordani (11.09.2026, Freienfeld). Pfitsch: Monika Sparber und Giacomo Rizzi (04.09.2026, Pfitsch). Nadine Kinzner und Matthias Messner (12.09.2026, Brenner). Jasmin Gogl und Matthias Kofler (19.09.2026, Pfitsch). Ratschings: Sabrina Hofer und David Staudacher (05.09.2026, Innerpfitsch). Claudia Leitner und Christian Sparber (19.09.2026, Mareit). Sterzing: Roberta Baviera und Paolo Todesco (02.09.2026, Sterzing). Dominique Vetter und Martin Kerschbaumer (05.09.2026, Sterzing). Benedicta Maria Girtler und Stefano Fraternali (05.09.2026, Sterzing). Katherina Keim und Markus Stampfer (19.09.2026, Sterzing). Theresa Rosa Dorothea Fessler und Wolfgang Wallner (26.09.2026, Sterzing). Chiara Ramon und Toma Andrei Serban (28.09.2026, Sterzing). BAUGENEHMIGUNGEN Franzensfeste: Edyna GmbH, Kurfarstraße: Abbruch und Wiederaufbau der Elektrokabine, Gp.334 und
126
Erker 11/26
353, K.G. Mittewald. Christian Ganterer, Grasstein: Erweiterung der Holzfällerhütte, Bp.47/1 und 47/2, versch.Gp., K.G. Mittewald. Freienfeld: Hans Stafler KG d. Stafler Angelika & Co., Mauls 10/A: Errichtung einer PV-Anlage auf dem Nebengebäude, Bp.280, K.G. Mauls. Edyna GmbH, Mauls: Anschluss der neuen „Griesser“-Kabine an das lokale Mittelspannungsnetz, versch. Gp., K.G. Mauls und versch. Gp., K.G. Stilfes. Berry Griesser GmbH-landwirtschaftliche Gesellschaft, Pfulters 39: Errichtung einer Elektrokabine, Gp.2130/1, K.G. Stilfes. Pfitsch: Thomas Hofer, Wiesen, Afens 279: Umbau, Erweiterung und Umwandlung des „Bacherhofes“ in ein Hotel sowie Aussiedlung der Landwirtschaft, Bp.142, K.G. Wiesen. Sandra Pichler, Michael Tolpeit, Wiesen, Thurnerweg 76: Sanierung, energetische Sanierung und Erweiterung des Wohngebäudes, Bp.492, K.G. Wiesen. Helena Gschnitzer, Renzo Nardon, Wiesen, Thurnerweg 74: Sanierung, energetische Sanierung und bauliche Umgestaltung mit Erweiterung, Bp.493, K.G. Wiesen. Greti Hofer, Erwin Tötsch, Kematen, Fussendrass 30: Durchführung von Almmeliorierungsarbeiten auf der Burgumeralm, versch. Gp., K.G. Pfitsch. Ratschings: Anton und Simon Volgger, Ridnaun, Untere Gasse 9: Bauliche Umgestaltung durch Abbruch und Wiederaufbau des Wohngebäudes, Bp.78, versch. Gp., K.G. Mareit. Magdalena Haller, Ridnaun, Untere Gasse: Errichtung eines landwirtschaftlichen Nebengebäudes, Gp.1913/1, K.G. Ridnaun. Melanie Siller, Innerratschings, Unterdorf 8: Errichtung einer neuen Grenzmauer mit Zaun, Bp.735, K.G. Ratschings. Hubert Augschöll, Mareit, Silberplatte: Umbau und Erweiterung des Stalles, Neubau einer Mistlege, Erweiterung des Stadels, Errichtung einer Terra Armata, Bp.610, Gp.1015/2, K.G. Mareit. RK Leasing GmbH, Siller Gabriel GmbH, Gasteig, Handwerkerzone Ost: Errichtung einer neuen Betriebshalle mit Betriebswohnung, versch. Gp., K.G. Jaufental. Interessentschaft Gasteig, Gasteig, Jaufenstraße 2: Errichtung eines Campingplatzes samt 16 Wohnmobileinheiten, Geschäft, Büro und Sanitärhäuser, versch. Bp., versch. Gp., K.G. Jaufental. Steinbock OHG d. Klotz-Leider & Co., Ridnaun, Dorf: Errichtung eines überdachten Holzlagerplatzes als Anbau, Bp.591, G.p. 1839/2, K.G. Ridnaun. Berghotel Ratschings GmbH, Innerratschings, Bichl 16: Qualitative und quantitative Erweiterung der „Tenne Lodges“, Bp.767, Gp.1225/1, K.G. Ratschings. Andrea und Michaela Siller, Mareit, St. Barbara 8: Sanierung, energetische Sanierung und Erweiterung des Wohngebäudes, Bp.315, K.G. Mareit. Christian Plattner, Mareit, St. Johannes 29: Energetische Sanierung und Erweiterung des Reihenmittelhauses, Bp.452, K.G. Mareit. Simone Girtler, Mareit, Silberplatte 1: Sanierung und Errichtung eines Außenzuganges zum Keller, Bp.612, versch. Gp., K.G. Mareit. Sterzing: Helfer & Leitner KG d. Helfer August & Co., PSM OHG d. Mair Philipp & Co., Bahnhofstraße 3/C: Errichtung einer Photovoltaikanlage, m.A.2, 3 und 4, Bp.755, K.G. Sterzing. Devid Bavutti, Brennerstraße 36: Erweiterung der Gewächshäuser und Außengestaltung, Bp.405, versch.Gp., K.G. Tschöfs. FUNDE UND VERLUSTE www.fundinfo.it
Vor hundert Jahren ...
1926
Zusammengestellt von Karl-Heinz Sparber
04.11.1926 Südtirol. Religionsunterricht auf italienisch
beim Sterzinger Elektrizitätswerk war dem Andrang der Wassermassen gewichen und dadurch hatte der Jaufentaler Bach eine solche Macht erreicht, daß er beim Zusammenfluß mit dem Mareiter Bach den Flußdamm in einer Länge von 50 Metern durchbrach. Die ungeheuren Wassermassen ergossen sich über die Felder hin, so daß das ganze linke Flußufer bis
Das Trientiner Schulamt hat zu Beginn des Schuljahres eine weitere Italianisierung auch des Religionsunterrichtes angeordnet. Vom vierten Schuljahr aufwärts soll er in allen bereits „italianisierten Schulen“ nur mehr in italienischer Sprache erteilt werden. Wo hiezu befähigte Geistliche nicht vorhanden sind, sollen ihn die Lehrer halten. In 20 fast ausschließlich deutschen Gemeinden ist bereits im letzten Schuljahre in sämtlichen Klassen italienischer Religionsunterricht eingeführt worden; auch die einund zweiklassigen Schulen sind italianisiert worden. Die neue Verordnung sollte besonders in den „Zentren“ des Landes, in Bozen, Kaltern, Meran, Brixen, Sterzing und Bruneck, durchgeführt werden - dann kommen die Im Jahr 1927 wiederholte sich die verheerende Überschwemmung noch restlichen Schulen an die Reihe. im Sterzinger Moos. Es war vorauszusehen, daß der Klerus gegenüber einer solchen Vergewaltigung an die Tore der Stadt - bis zum Schafer Pold der Kinderseelen nicht gleichgültig bleiben - und hinab bis weit unter den Sprechensteinwerde. Deshalb verfaßten die Geistlichen ein kofl, - das ist ein großer Teil des Sterzinger von allen unterschriebenes Memorandum, in Mooses, vollständig überschwemmt ist. Der welchem sie dem Trientiner Schulamt gegen- Verkehr gegen Gasteig ist nur über den Rücken über ihre ablehnende Haltung darlegten und beim Custozza-Hügel möglich, der Straßenteil begründeten, (…) daß sie nicht in der Lage sei- von der Pfarre bis fast zu den Lagerer Brücken en, italienischen Religionsunterricht zu ertei- liegt gänzlich unter Wasser, ja an manchen len. Italienischen Kindern dagegen wollen sie Stellen ragen nicht einmal mehr die Wehrsteiihn gewiß in dieser Sprache erteilen. Und die ne über das Wasser empor. Folge dieser Erklärung? Eine scharfe Verwar- Alle Brücken in Ridnaun sind weggerissen, die nung und eine Drohung seitens des Präfekten! Brücke von Mareit ebenso. Die Mareiter StraAn jeden der zirka 200 Unterzeichner richtete ße liegt 500 Meter weit unter Wasser, so daß er ein rekommandiertes Schreiben, worin er man den großen Umweg nach Pardaun maGeldstrafen, Gefängnisstrafen bis zu drei Jah- chen muß. Auch die Brücken im Jaufental sind ren, auf jeden Fall aber die Gehaltsentziehung ein Opfer des Hochwassers geworden. In Gasteig mußte eine Familie wegen Lebensgefahr androhte! Nette Aussichten! Salzburger Kirchenblatt ausziehen, Opfer an Menschenleben sind bis jetzt in dieser Gegend nicht zu beklagen. 04.11.1926 Im Pfitschtal haben der Oagga-Bach und der Das Sterzinger Moos überschwemmt Bach in der Leahngiße am Montag früh arg gewütet. Der Vennerbauer, der vor 5 Uhr Am Allerheiligentage um 2 Uhr früh verkün- vom Stein kommend, nach St. Nikolaus zum dete ein gewaltiges Krachen, einem ungeheu- Gottesdienste ging, gewahrte die große Geren Erdbeben vergleichbar, daß das Unwetter, fahr und weckte alle Rainer Bauern. Größere das schon mehrere Tage andauerte und den Überschwemmungen konnten noch verhinSchnee bis zu den höchsten Bergspitzen hin- dert werden; der Wildbach, der einen ungeauf buchstäblich weggewaschen hatte, nun- heuren Lärm machte, wich der Marienkirche mehr seine zerstörende Macht auch in unserer aus, ebenso dem Gasthause daneben, legte Gegend gezeigt habe müsse. Die Wehrmauer aber das Häuschen, in dem der Schneidermeis-
ter Leopold Tötsch wohnt, vollständig unter Wasser. (…) Die Leahngiße ist dermalen für Fuhrwerke gänzlich unpassierbar. Eine Brücke außer dem Schnaller ist fortgerissen, die neue Wöhrstraße ist durch herabgestürzte Felsen und niedergeworfene Bäume an vier Stellen unmöglich befahrbar. Noch heute füllen die trüben Wogen des Eisack zur Hälfte und noch höher hinauf das Bachbett, ja bei der Fluener Brücke trat der Eisack am Montag beinahe über die Ufer und wäre bei einem Haar in die Stadt eingedrungen. Noch gemahnen die Sandsäcke unmittelbar bei der Brücke an die große Gefahr. In Freienfeld wurde die Pliegerbrücke (Zugangsbrücke zur Hauptbrücke) weggerissen, darunter der Steg nach Bad Möders, in Mauls der Steg unter der Hängebrücke. Innsbrucker Nachrichten
06.11.1926 Die neue Straße in Pfitsch Die neue Straße in Pfitsch ist, wie aus Bozen berichtet wurde, nun vollendet. Sie wurde am 1. November feierlich dem Verkehr übergeben. Durch den Bau dieser Straße ist ein langgehegter Wunsch der Bevölkerung verwirklicht worden. Als erster befuhr der Hotelier Franz Kleewein aus Sterzing mit dem Auto die Straße. Innsbrucker Nachrichten
07.11.1926 Auflösung deutscher Vereine in Südtirol Wie aus Sterzing gemeldet wird, wurden der dortige deutsche Männergesangsverein und der Turnverein behördlich aufgelöst. Illustrirtes Wiener Extrablatt
30.11.1926 Italienische Truppenverstärkungen in Südtirol Das italienische Truppenkontingent in Südtirol ist in der letzten Zeit erheblich verstärkt worden. In der Nähe von Brennerbad, unmittelbar an der österreichischen Grenze, sind eine Kaserne für ein Bataillon Alpinis gebaut, sowie in den Vintschgau und nach Sterzing schwere Artillerie und Flieger gelegt worden. Die Stärke der in Südtirol zur Zeit stehenden italienischen Truppen kann mit mindestens 20.000 Mann angenommen werden. Vorarlberger Tagblatt
Erker 11/26
127
128
Erker 11/26