Skip to main content

Das KI-Playbook für IT- und Technologie-Entscheider

Page 1

Das KI-Playbook für IT- und TechnologieEntscheider Von Jenny Peng, CTO, Aptean


INHALTSVERZEICHNIS VORWORT:

KI-Einführung als CTO erfolgreich gestalten

03

PRINZIP 1:

Hinterfragen Sie sich selbst bevor es der Markt tut

04

PRINZIP 2:

Mit klarem Ziel testen, lernen und wiederholen

06

PRINZIP 3:

Geschwindigkeit als strategischen Vorteil nutzen

08

SPRINZIP 4:

Die Grundlage schaffen, auf der KI wirklich funktioniert

10

PRINZIP 5:

Transformation durch fokussierte Schritte skalieren

12

SCHLUSSBETRACHTUNG:

Der Weg nach vorne

2 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK

14


VORWORT

Führende Rolle als CTO bei der KI Einführung Zum ersten Mal in meiner Karriere weiß ich nicht, wie die Entwicklungslandschaft in sechs Monaten aussehen wird. Kaum eine Woche vergeht ohne neue KIPlattform, neues Tool, neuen Ansatz. Für jemanden, der jahrzehntelang Fachwissen in der Softwareentwicklung aufgebaut hat, ist das beunruhigend. Doch genau bei diesem Unbehagen müssen wir ansetzen. Die Einführung von KI erfordert, dass man sich von bisherigen Erwartungen löst. Die Roadmap entsteht unterwegs. Der beste Beitrag, den Sie leisten können: mit Klarheit starten, Disziplin mitbringen und bereit dafür sein, auch mal falsch zu liegen. Bei Aptean haben wir Hunderte von Pilotprojekten durchgeführt und viele Ideen wieder verworfen, die sich in der Praxis nicht bewährt haben. Wir haben Agenten entwickelt, Intelligenzschichten getestet und gelernt, was funktioniert, indem wir unsere Teams Tag für Tag bei der Nutzung neuer Technologien beobachtet haben. In diesem Leitfaden teile ich die fünf Prinzipien, die unsere KI-Einführung bei Aptean geprägt haben. Sie basieren auf dem, was wir in unseren eigenen Abläufen getestet, verfeinert und erprobt haben. Ihre Situation mag anders sein, aber die Prinzipien bleiben bestehen. Wenn Sie als CTO oder CIO bereit sind, den nächsten Schritt zu gehen — von der Evaluierung zur echten Verankerung von KI im Unternehmen — dann ist dieser Leitfaden für Sie. Jenny Peng CTO, Aptean

E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 3


PRINZIP 1

Verändern Sie sich, bevor Sie verändert werden. Überdenken Sie Ihr Modell bevor es andere für Sie tun Wenn neue Technologie entsteht, ist der erste Reflex verständlich: Wie lässt sich das in bestehende Abläufe integrieren? Eine nachvollziehbare Frage und zugleich eine Falle. KI ergänzt bestehende Prozesse nicht einfach, sie verändert sie grundlegend. Wer die Einführung als Ergänzung begreift, verpasst das eigentliche Potenzial. Wer wartet, bis die eigenen Prozesse veralten, überlässt die Initiative anderen: einem Wettbewerber, einem Neueinsteiger oder einem agileren Akteur am Markt. Am Ende reagiert man nur noch, anstatt aktiv zu gestalten. KI verlangt etwas, das vielen schwerfällt: vertraute Arbeitsweisen loszulassen auch solche, die sich über Jahre bewährt haben. Für mich persönlich bedeutete das zu akzeptieren, dass das Code schreiben von Grund auf nicht mehr der selbstverständliche Ausgangspunkt für Entwicklungsarbeiten ist. Für Ihre Teams könnte dies bedeuten, dass sie ihre Arbeitsabläufe, Entscheidungsprozesse oder die Priorisierung ihrer Arbeitslast überdenken müssen.

4 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK

Testen Sie intern, bevor Sie KI extern einsetzen Bei Aptean haben wir früh entschieden: Wir bringen unseren Kunden keine KI-Funktionen, die wir nicht selbst geprüft haben. Deshalb haben wir zuerst bei Aptean getestet. Bevor wir AppCentral, unsere KI-Plattform für Industrieunternehmen, am Markt eingeführt haben, wurde sie intern getestet. Unser Finanzteam entwickelte Agenten zur Automatisierung von Debitoren- und Kreditorenprozessen. Die Betriebsabteilung nutzte KI, um Erkenntnisse aus bislang isolierten Datenquellen zu gewinnen, und unseres Support Teams integrierten KI in ihre täglichen Abläufe. Es war kein geradliniger Erfolg, weil nicht alles beim ersten Versuch funktioniert hat. Wir haben Pilotprojekte durchgeführt, die gescheitert sind, aber jedes davon hat uns etwas gelehrt. Als wir die Funktionen schließlich an Kunden übergeben haben, hatten wir sie bereits selbst im Einsatz. Diese Glaubwürdigkeit, sagen zu können „Wir arbeiten täglich damit”, ist zu einem unserer stärksten Unterscheidungsmerkmale geworden.


Kontinuierliches Feedback als Lerngrundlage Wenn Ihre Teams KI täglich einsetzen, werden sie zur wertvollsten Quelle für operative Erkenntnisse. Sie stoßen auf Grenzfälle, identifizieren Integrationshürden und entdecken Anwendungsmöglichkeiten, die kein Konzeptpapier vorhergesehen hätte. Bei Aptean ist KI heute fester Bestandteil von Meetings, Planung und Entscheidungsfindung, was unmittelbar zur Reife unserer Produkte beigetragen hat. Sie erkennen, wo Reibungsverluste auftreten und wo sich Mehrwert ergibt, und diese Erkenntnisse ermöglichen es Ihnen, intelligente Lösungen zu entwickeln und zu verfeinern.

Schlüsselprinzipien: » Fangen Sie bei sich selbst an. Warten Sie nicht auf externen Druck sondern hinterfragen Sie Ihre eigenen Prozesse, bevor es andere tun. » Testen Sie zuerst an sich selbst. Erproben Sie KI intern, bevor Sie sie nach außen tragen. » Interne Teams sind Ihr bestes Produktfeedback. Der tägliche Einsatz zeigt, was Demos nie sichtbar machen. » Glaubwürdigkeit entsteht durch gelebte Erfahrung. Nachweisbare Ergebnisse schaffen Vertrauen bei Kunden, Stakeholdern und im eigenen Team.

„KI zwingt Sie dazu, Praktiken aufzugeben, auf die Sie sich jahrelang, manchmal jahrzehntelang verlassen haben.“ E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 5


PRINZIP 2

Testen, lernen, wiederholen, immer mit einem klaren Ziel Experimentieren als feste Arbeitsweise etablieren

Der Schlüssel zum Erfolg von KI liegt darin, Experimente als operative Methode zu behandeln. Ein Modell bei dem das Ergebnis im Mittelpunkt jedes Projekts steht.

Viele Unternehmen betrachten KI-Pilotprojekte als Machbarkeitsstudien, risikoarme Tests, die zeigen sollen, ob etwas grundsätzlich funktioniert. Das Problem: Wer Pilotprojekte als reine Evaluierung begreift, optimiert auf Absicherung statt auf Erkenntnis. Ambitionierte Anwendungsfälle werden gemieden, Zusagen klein gehalten.

Schnell scheitern und den nächsten Schritt daraus ableiten

Bei Aptean haben wir Hunderte von KI-Pilotprojekten durchgeführt. Einige boten sofortigen Nutzen und skalierten schnell. Andere haben uns gezeigt, was nicht funktioniert oder welche Anwendungsfälle noch nicht ausgereift sind. Wir haben von beiden gelernt. Jedes Pilotprojekt startet bei uns mit der Annahme, dass es produktionsreif werden könnte. Selbst wenn wir es am Ende verwerfen. Diese Haltung sorgt dafür, von Beginn an Integration, Datenqualität und Skalierbarkeit mitzudenken. Unsere Pilotprojekte folgen einem gemeinsamen Prinzip: Es gibt immer ein klares Ziel, auf das wir hinarbeiten und das eine spürbare Wirkung auf unser Unternehmen hat.

6 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK

Als KI und insbesondere große Sprachmodelle auf den Markt kamen, war die Auswahl an Plattformen und Tools kaum zu überblicken. Wir haben Dutzende davon ausprobiert. Unser CEO, TVN Reddy, hat früh klargemacht: Wenn wir testen müssen, dann testen wir. Was nicht funktioniert, lassen wir hinter uns ohne lang über bereits investierte Ressourcen nachzudenken. Diese Freiheit, schnell zu scheitern, war entscheidend. Sie kam aber mit einer klaren Erwartung: Jedes Pilotprojekt braucht von Beginn an ein definiertes Ziel. Welches Problem lösen wir? Woran messen wir Erfolg? Wer wird die Lösung einsetzen, wenn sie funktioniert?


Ohne diese Leitplanken verlieren Pilotprojekte ihre Richtung. Teams bauen beeindruckende Demonstrationen, die aber nie den Weg in reale Arbeitsabläufe finden. Oder sie folgen der Technologie um ihrer selbst willen und verlieren das strategische Ziel aus den Augen.

Starten Sie dort, wo Erfolge für alle sichtbar sind.

Die Balance, die wir gefunden haben: Zunächst entwickeln wir eine erste Version und verfeinern sie, bis sie zuverlässig läuft. Dann holen wir eine kleine Gruppe erfahrener Anwender ins Boot. Das sind Menschen die wissen, dass sie etwas Neues testen, und bereit sind, ehrliches Feedback zu geben. Ihre Erkenntnisse fließen in die finale Version ein, bevor sie breiter ausgerollt wird.

Einen Fehler, den wir beobachtet und gelegentlich selbst gemacht haben: Pilotprojekte danach auszuwählen, welche sich einfach umsetzen lassen, statt nach solchen, die echte Wirkung entfalten. Technischer Erfolg allein reicht nicht. Wenn ein Pilotprojekt im Alltag kaum einen Unterschied macht, überzeugt es niemanden, egal wie reibungslos es läuft. Bei Aptean konzentrieren wir uns auf Pilotprojekte in Bereichen, die täglich spürbar sind: Supportfälle, die hundertfach pro Tag auftreten, Berichtsprozesse, die wöchentlich Stunden binden, Entscheidungspunkte, die Engpässe erzeugen. Wenn ein Pilotprojekt dort wirkt, ist der Erfolg für alle spürbar und schafft Vertrauen.

Die richtigen Personen zum richtigen Zeitpunkt einbinden Ein Pilotprojekt braucht zwei Gruppen: das Team, das die Lösung entwickelt, und die Menschen, die sie später täglich nutzen werden. Wir haben gelernt, den Zeitpunkt der Einbindung bewusst zu steuern. Werden Anwender zu früh eingebunden, riskieren Sie Ernüchterung, da die Lösung noch nicht ausgereift genug ist, um zu überzeugen. Warten Sie zu lange, verpassen Sie wertvolles Feedback darüber, wie das Tool in reale Abläufe passt und welche Sonderfälle noch nicht berücksichtigt wurden.

Schlüsselprinzipien: » Starten Sie mit einem klaren Ziel. Jedes Pilotprojekt sollte eine konkrete Frage beantworten oder ein definiertes Problem lösen. » Scheitern und daraus lernen. Gescheiterte Pilotprojekte sind kein Misserfolg sondern eine wertvolle Erfahrung für den nächsten Schritt. » Pilotprojekte mit echtem Mehrwert. Wählen Sie Pilotprojekte nicht nach Einfachheit, sondern nach Wirkung. » Gehen Sie nicht zu früh nach außen. Bauen Sie zunächst Zuverlässigkeit auf, sammeln Sie gezielt Feedback und verfeinern Sie Ihre KI-Pilotprojekte, bevor Sie nach außen gehen.

E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 7


PRINZIP 3

Geschwindigkeit als strategischen Vorteil nutzen KI muss nicht perfekt sein, sie muss nützlich sein KI entwickelt sich schneller als jede andere Softwarekategorie und ist ständig im Wandel durch neue Modelle, neue Plattformen und neue Möglichkeiten. Wer wartet, bis sich die Lage stabilisiert hat, bevor er handelt, wird Veränderungen stets nur hinterherlaufen statt sie zu gestalten. Eine der interessantesten Verschiebungen im Umgang mit KI ist die gewachsene Toleranz gegenüber Unvollkommenheit. Bei klassischer Software gilt: Ein Fehler ist ein Fehler. Bei KI verstehen Anwender, dass Ergebnisse nicht immer hundertprozentig präzise sind und in vielen Kontexten ist das in Ordnung. Ein KI-Assistent, der in acht von zehn Fällen hilfreiche Erkenntnisse liefert, ist bereits ein deutlicher Fortschritt. In der Anfangsphase unserer KI-Einführung wollten wir warten, bis alles ausgereift war, bis jede Funktion reibungslos lief und die Technologie genau das leistete, was wir uns vorgestellt hatten. In dieser Zeit kündigten Wettbewerber Funktionen an, die noch gar nicht fertig waren und wurden dafür als Vorreiter wahrgenommen. Schnell handeln bedeutet nicht, fehlerhafte Lösungen auszuliefern oder mehr zu versprechen, als man halten kann. Es bedeutet, Funktionen

8 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK

bereitzustellen, die gut genug sind auch wenn sie noch nicht perfekt sind. Jedes KI-System bringt Abwägungen mit sich: Geschwindigkeit versus Präzision, Automatisierung versus Kontrolle, Flexibilität versus Konsistenz. Als CTO liegt es an Ihnen, diese Abwägungen bewusst zu treffen. Dabei gilt: Toleranz gegenüber Unvollkommenheit ist nicht überall gleich angebracht. Beim Erstellen einer E-Mail ist gelegentliche Ungenauigkeit akzeptabel. Bei der Berechnung regulatorischer Kennzahlen liegt die Messlatte deutlich höher.

Von der Erkenntnis zum Handeln ohne Umwege Organisationen werden nicht schneller, indem man Dringlichkeit betont oder ambitionierte Fristen setzt. Geschwindigkeit entsteht durch das Beseitigen von Reibung: den Weg von der Erkenntnis zur Entscheidung kürzen, vom Pilotprojektzur Produktionsreife gelangen, aus „Das sollten wir mal ausprobieren” schnell ein „Es läuft” machen. Das größte Hindernis sind bürokratische Strukturen. In vielen Unternehmen bedeutet der Weg von der Idee zur Umsetzung: zahlreiche Freigabeschritte, konkurrierende Prioritäten, ungeklärte Verantwortlichkeiten. An all diesen Stellschrauben haben wir gezielt gearbeitet.


Einer der Gründe, warum wir schnell agieren können, ist unsere KI-Infrastruktur Aptean Intelligence, die speziell für industrielle Geschäftsprozesse entwickelt wurde. Teams brauchen keine monatelange Einrichtung oder komplexe Integrationen. Sie können Erkenntnisse direkt in Maßnahmen überführen, weil die KI ihren Kontext versteht. Wir haben uns außerdem darauf konzentriert, Systeme zu entwickeln, bei denen kontinuierliche Weiterentwicklung der Standard ist. Verbesserungen erfolgen kontinuierlich, nicht in Form von groß angelegten Implementierungen, die monatelange Vorbereitung erfordern. So konnten wir allein in diesem Jahr über 1.300 neue Funktionen in unsere Lösungen integrieren.

„Jedes KI-System beinhaltet Kompromisse.“ Als CTO ist es Ihre Aufgabe, diese Kompromisse zu verantworten.“

Geschwindigkeit beginnt in der Architektur Was Sie heute bauen, bestimmt, wie schnell Sie sich morgen bewegen können. Eine monolithische, eng gekoppelte Architektur macht jede neue Funktion zum Kraftakt. Wer hingegen auf Modularität, Wiederverwendbarkeit und Automatisierung setzt, gewinnt mit jeder Wiederholung an Geschwindigkeit. Bei Aptean konzentrieren wir uns darauf, Bausteine zu schaffen, die Teams flexibel kombinieren und anpassen können ohne jedes Mal von vorn zu beginnen. Ein Agent, der für einen Anwendungsfall entwickelt wurde, lässt sich für einen anderen adaptieren. Intelligente Systeme lernen aus Feedback, verfeinern ihre Antworten und verbessern sich kontinuierlich ohne ständige manuelle Eingriffe. Bei Aptean sind KI-Agenten in unsere Lösungen eingebettet, die Live-Daten interpretieren und ihre Aktionen entsprechend anpassen. Erkennt ein System ein Muster oder eine Anomalie, kann es Anpassungen in verwandten Prozessen anstoßen ohne auf menschliche Anweisung zu warten.

Schlüsselprinzipien: » KI muss nicht perfekt sein, um Mehrwert zu liefern. Achten Sie dabei aber auf die Präzisionsanforderungen in Ihrem Unternehmen. » Verkürzen Sie den Weg von der Idee zur Umsetzung. Klare Verantwortlichkeiten und schlanke Entscheidungswege machen das möglich. » Verbessern Sie stetig. Verbesserungen in kleinen Schritten sind nachhaltiger als riskante Großreleases. » Geschwindigkeit beginnt in der Architektur. Modulare, wiederverwendbare Bausteine machen jede weitere KI-Funktion schneller umsetzbar.

Modularität und Anpassungsfähigkeit lassen Ihre Geschwindigkeit mit der Zeit wachsen. Die erste KI-Funktion braucht Monate, die zehnte nur noch Wochen die hundertste KI-Funktion nur noch Tage, weil sie auf bewährten Bausteinen aufbauen.

E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 9


PRINZIP 4

Verantwortung für die KI-Architektur übernehmen Gestalte die Architektur, die Daten, Kontext und Entscheidungen verbindet Mit der wachsenden Einbettung von KI in Systeme und Entscheidungsprozesse wandelt sich die Rolle des CTO grundlegend. Es geht nicht mehr nur darum, Infrastruktur zu verwalten oder Entwicklungsteams zu steuern. Es geht darum zu gestalten, wie Intelligenz durch das Unternehmen fließt, wie Daten verknüpft werden und wie Kontext erhalten bleibt. Das ist der Kern dieser Verantwortung: eine Architektur zu schaffen, die Daten, Prozesse, Geschäftsregeln und KI-Agenten zu einem durchgängigen System verbindet. Genau das unterscheidet Unternehmen, die echten Mehrwert aus KI ziehen, von solchen, die am Ende nur eine Sammlung isolierter Tools haben. Wir haben früh gelernt, dass es nicht funktioniert, einfach alle verfügbaren Daten in ein System zu laden und darauf zu vertrauen, dass die KI das Richtige daraus macht. Als wir unsere Wissensdatenbank für den KIgestützten Support aufgebaut haben, haben wir zunächst jedes verfügbare Dokument einbezogen. Das Ergebnis waren teils widersprüchliche Antworten.

10 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK

Als wir den Datenbestand bereinigt, geprüft und auf das Wesentliche reduziert haben, arbeiteten wir am Ende mit deutlich weniger Dokumenten, aber die Ergebnisse waren präziser und konsistenter. Die Erkenntnis daraus: Mehr Daten bedeuten nicht automatisch eine klügere KI. Qualität und Konsistenz zählen mehr als Datenmenge.

Unstrukturierte Daten gezielt nutzen Unternehmenssoftware hat jahrzehntelang auf strukturierten Daten aufgebaut. KI verändert diese Grundlage. Große Sprachmodelle und andere KI-Technologien können unstrukturierte Daten wie Dokumente, E-Mails, Gesprächsprotokolle und Bilder auf eine Weise verarbeiten und interpretieren, die bislang nicht möglich war. Das eröffnet neue Erkenntnisquellen bringt aber auch neue Risiken mit sich. Unstrukturierte Daten sind uneinheitlich. Sie enthalten häufig veraltete, subjektive oder schlicht fehlerhafte Informationen. Als CTO müssen Sie einschätzen, wo unstrukturierte Daten echten Mehrwert bringen. Bei Aptean hat sich gezeigt: Die Kombination aus strukturierten und unstrukturierten Daten liefert die stärksten Ergebnisse. Strukturierte Daten wie Transaktionshistorien, operative Kennzahlen und Geschäftsregeln bilden das Fundament. Unstrukturierte Daten wie Kundenfeedback, historische Entscheidungen und Domänenwissen liefern den Kontext.


“Mehr Daten bedeuten nicht automatisch eine bessere KI; Qualität und Stimmigkeit zählen mehr.”

KI-Entscheidungen transparent machen ist eine Führungsaufgabe Je stärker KI in Entscheidungsprozesse eingebettet wird, desto mehr brauchen Führungskräfte Einblick in die Art und Weise, wie diese Entscheidungen zustande kommen. Für die meisten Führungsteams ist das Neuland. Sie sind es gewohnt, Berichte zu prüfen und Prioritäten zu setzen aber nicht, Fragen zu stellen wie: „Wie ist die KI zu dieser Schlussfolgerung gekommen?” oder „Was passiert, wenn das Modell hier falsch liegt?” Einer der berechtigten Kritikpunkte an KI ist die fehlende Nachvollziehbarkeit. Entscheidungen werden getroffen, aber niemand kann erklären, warum. Als CTO müssen Sie dafür sorgen, dass KI-Entscheidungen im Führungskreis erklärbar sind: Wie kommen Ergebnisse zustande? Wie werden sie überprüft? Und wer trägt Verantwortung, wenn automatisierte Systeme Fehler machen? Bei Aptean haben wir neue Wege entwickelt, transparent zu machen, was unsere KI-Systeme tun. Es reicht nicht zu berichten, dass ein Agent diese Woche 500 Fälle bearbeitet hat. Führungskräfte wollen wissen: Welche Art von Fällen? Wie präzise waren die Antworten? Wann hat das System an einen Menschen übergeben und warum?

Schlüsselprinzipien: » Schaffen Sie die verbindende Architektur. Verknüpfen Sie Daten, Prozesse, Geschäftsregeln und KI-Agenten zu einem durchgängigen System statt isolierte Tools nebeneinander zu betreiben. » Qualität vor Quantität. Mehr Daten bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse. Präzise, konsistente Informationen sind die Grundlage für eine verlässliche KI. » Vor- und Nachteile unstrukturierter Daten kennen. Diese Daten eröffnen zwar Erkenntnisquellen, erfordern aber eine sorgfältige Aufbereitung und Prüfung, um fehlerhafte oder veraltete Eingaben zu vermeiden. » Machen Sie KI im Führungskreis erklärbar. Wie kommen Entscheidungen zustande? Wie werden Ergebnisse überprüft? Wer trägt Verantwortung? Diese Fragen gehören in die Führungsdiskussion.

E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 11


PRINZIP 5

Transformation durch gezielte Schritte vorantreiben Durch gezielte Erfolge Dynamik aufbauen Großangelegte Ankündigungen und Top-down-Vorgaben treiben keine echte KI-Transformation voran. Was wirklich wirkt: kleine Teams, die konkrete Probleme lösen, belastbare Ergebnisse vorweisen und damit den Weg für eine breitere Einführung bereiten. Aptean ist nicht über Nacht zu einem KI-getriebenen Unternehmen geworden. Es war das Ergebnis von Hunderten von Experimenten, Dutzenden erfolgreicher Pilotprojekte und der konsequenten Arbeit daran, KI schrittweise in Arbeitsabläufe zu verankern. Was wir dabei gelernt haben: Transformation skaliert schneller, wenn sie klein und fokussiert beginnt. Vage Ziele wie „KI erkunden” oder „Effizienz steigern” erzeugen keine Schlagkraft. Wer Transformation konkret ausrichtet, bündelt Energie und erkennt die nächste Gelegenheit schneller. Kleine, gezielte Schritte führen zu großen Ergebnissen.

12 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK

Die Vorreiter gewinnen und die Unentschlossenen folgen Im Bereich Change Management gibt es ein Prinzip, das ich immer wieder erlebe: Menschen orientieren sich daran, was andere tun. Wenn frühe Anwender Erfolg haben, ziehen die Unentschlossenen nach. Die Skeptiker kommen irgendwann oder auch nicht. Der Schlüssel liegt darin, die richtigen Vorreiter zu finden: Menschen, die intellektuell neugierig sind, Unsicherheit aushalten und bereit sind, als Erste neue Wege zu gehen. Sie brauchen nicht alle von Beginn an zu überzeugen. Sie brauchen eine kleine Gruppe, die zeigt, was möglich ist. Bei Aptean haben wir KI-Innovation mit den Teams gestartet, die Lust auf Experimente hatten. Wir haben ihnen die nötigen Ressourcen, die Freiheit und die Unterstützung gegeben, um KI-Anwendungen für ihre eigenen Prozesse zu entwickeln. Als sie Erfolge erzielten, haben wir diese sichtbar gemacht. Die Unentschlossenen, die erst Ergebnisse sehen mussten, bevor sie selbst loslegen würden, begannen Fragen zu stellen: „Wie habt ihr das gemacht? Können wir das auf unsere Prozesse übertragen?”


Sie müssen nicht alle von Beginn an überzeugen. Sie brauchen eine kleine Gruppe, die zeigt was möglich ist. Der Rest folgt den Ergebnissen. Manche werden sich Veränderungen widersetzen, an bewährten Abläufen festhalten oder KI als kurzlebigen Trend abtun. Das ist normal. Ihre Aufgabe als CTO ist nicht, jeden zu überzeugen. Ihre Aufgabe ist es, die Bedingungen zu schaffen, unter denen die Bereitwilligen vorankommen und Ergebnisse zu liefern, die überzeugend genug sind, um auch die Zögernden mitzunehmen.

Mit Kollegen und Kunden gemeinsam gestalten Ein weiterer Vorteil des schrittweisen Vorgehens: Erfolgreiche Pilotprojekte lassen sich adaptieren und wiederverwenden. Lösungen, die wir für einen bestimmten Prozess entwickelt haben, sind zu Vorlagen für andere Anwendungsfälle geworden. Dieses Prinzip haben wir inzwischen über interne Teams hinaus auf unsere Kunden ausgeweitet. Early-Adopter-Programme, Beiräte und Branchenworkshops geben Kunden eine aktive Stimme bei der Weiterentwicklung unserer KILösungen. So stellen wir sicher, dass jede neue Funktion an realen betrieblichen Herausforderungen gemessen wird und nicht nur an internen Annahmen.

Schlüsselprinzipien: » Wachsen Sie durch kleine, gezielte Erfolge. Viele erfolgreiche Pilotprojekte bringen mehr als unternehmensweite Vorgaben. Starten Sie mit einem konkreten Problem. » Setzen Sie auf die Bereitwilligen. Investieren Sie Ihre Energie in Menschen, die offen für Neues sind und geben Sie ihnen die Mittel und den Freiraum, um zu zeigen, was möglich ist. » Entwickeln Sie gemeinsam. Binden Sie Kollegen und Kunden aktiv ein. Das stellt sicher, dass KI reale Herausforderungen adressiert, und schafft Partnerschaften, die über das reine Produkt hinausgehen.

Gemeinsame Entwicklung stärkt Partnerschaften. Kollegen und Kunden erleben sich nicht als Adressaten eines Verkaufsgesprächs sondern als Mitgestalter von etwas Bedeutungsvollem. Und das Feedback, das aus diesen Kooperationen entsteht, macht unsere Lösungen für alle besser.

E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 13


SCHLUSSBETRACHTUNG

Der Weg nach vorne Ich habe diesen Leitfaden mit einem Eingeständnis begonnen: Ich weiß nicht, wie die technologische Landschaft in sechs Monaten aussehen wird. Das gilt heute noch genauso. Und es wird wahrscheinlich auch in sechs Monaten noch so sein. Aber ich habe gelernt: Nicht zu wissen, wohin die Reise führt, ist kein Grund, sich nicht zu bewegen. Auch wir haben Fehler gemacht und in Plattformen investiert, die sich nicht bewährt haben, Widerstände erlebt, Anpassungsschwierigkeiten durchgestanden. Nichts davon hat uns daran gehindert, ein Unternehmen zu werden, das KI konsequent in den Mittelpunkt stellt. Als wir AppCentral eingeführt haben, hatten wir noch nicht alle Antworten. Wir haben die Plattform zunächst intern eingesetzt, aus dem gelernt, was nicht funktioniert hat, und Vertrauen durch echte Erfahrung aufgebaut. Dieser Ansatz, konsequent zu testen, schnell zu lernen und bewusst zu wachsen, hat seither jede unserer KI-Initiativen geprägt. Ihr Unternehmen steht vor anderen Herausforderungen, anderen Rahmenbedingungen und anderen Möglichkeiten. Aber die grundlegende Wahrheit gilt für alle: KI-Einführung erfordert Mut, Disziplin und die Bereitschaft, Bestehendes zu hinterfragen. Einen risikofreien Weg und auch den perfekten Moment gibt es nicht. Aber wenn Sie bereit sind, KI zuerst an sich selbst zu erproben, konsequent zu pilotieren, Geschwindigkeit als strategischen Vorteil zu nutzen, Verantwortung für Ihre KIArchitektur zu übernehmen und Transformation durch gezielte Schritte voranzutreiben zu skalieren — dann werden Ihre Teams bereits die dritte Generation von KI-Lösungen verfeinern, während andere noch ihren ersten Piloten planen. Ich hoffe, dieser Leitfaden gibt Ihnen den Impuls zum Start oder die Bestätigung, dass Sie bereits auf dem richtigen Weg sind. Mit freundlichen Grüßen, Jenny Peng 14 | APTEAN CTO-LEITFADEN | E-BOOK


Womit kann ich Ihnen helfen?

E-BOOK | APTEAN CTO-LEITFADEN | 15


Sind Sie bereit und möchten mehr erfahren? KONTAKTIEREN SIE UNS ODER BESUCHEN SIE UNS ONLINE

germany@aptean.com | aptean.com

Jetzt starten →

Copyright © Aptean 2026. Alle Rechte vorbehalten.

V 07.28.26


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Das KI-Playbook für IT- und Technologie-Entscheider by Aptean - Issuu