1922/1945
Verschwinden in der Präsenz
1922/1945 3 6
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Verschwinden in der Präsenz Antike bis zur Gründung Italiens Risorgimento bis zum Ersten Weltkrieg Moderne Architektur als Staatsprojekt
37 Reisen 40 Bologna 54 Bozen / Bolzano 80 Catania 94 Como 104 Firenze 116 Genova 134 Milano 164 Napoli 184 Palermo 200 Roma 216 EUR 242 Foro Mussolini 268 Siracusa 290 Torino 318 Verzeichnis der Bauten 330
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Piazzale Loreto, Milano Nach dem Sturz Warum die Architektur erhalten blieb
Anhang Verzeichnis der Architekten 348 Personen 384 Architektonische Einordnung 389 Epilog 394 Glossar 398 Zum Schluss 402 Abbildungen 404 Abkürzungen 340
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VERSCHWINDEN IN DER PRÄSENZ
Die bauliche Hinterlassenschaft der italienischen Diktaturzeit von 1922 bis 1945 ist heute weitgehend normaler Bestandteil des urbanen Raums. Viele Gebäude dieser Zeit prägen bis heute das Stadtbild italienischer Städte und sind funktional wie visuell in den Alltag integriert, ohne unmittelbar als historisch belastete Architektur hervorzutreten. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern wurden diese Bauwerke nach 1945 weder systematisch beseitigt noch umfassend symbolisch neu interpretiert. Dadurch überlagern sich Gegenwartsnutzung, historische Bedeutung und kulturelles Gedächtnis bis heute auf komplexe Weise. Die Architektur blieb physisch präsent und konnte sich schrittweise in die Kontinuität des alltäglichen Stadtraums einschreiben. Kaum eine Phase hat die räumliche Entwicklung italienischer Städte nachhaltiger geprägt als die staatlich gesteuerte Stadtplanung dieser Jahrzehnte, die auf den strukturellen Stadtumbauten des Risanamento aufbaute und diese in eine politisch programmatische Raumordnung überführte. Stadtplanung wurde nicht allein als technische oder funktionale Aufgabe verstanden, sondern als Instrument gesellschaftlicher Organisation und symbolischer Machtausübung. Neue Stadtteile, Verwaltungsbauten, Verkehrsinfrastrukturen und vollständig neu gegründete Städte entstanden innerhalb kürzester Zeit und mit hoher planerischer Geschlossenheit. Viele dieser Projekte wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg vollendet und gingen nahezu bruchlos in die Nachkriegsgesellschaft über, wodurch die architektonische Kontinuität die politische Zäsur teilweise überlagerte. Der heutige Umgang mit diesem baulichen Bestand erscheint überwiegend pragmatisch. Die Gebäude sind fest in funktionale Zusammenhänge eingebunden und werden primär über ihre gegenwärtige Nutzung definiert. Diese alltägliche Integration reduziert die Notwendigkeit permanenter historischer Kontextualisierung und begünstigt ein ‹Verschwinden› in der Normalität: ein Verschwinden nicht durch Abwesenheit, sondern gerade durch dauerhafte Präsenz und selbstverständliche Nutzung im Stadtraum. Die Architektur bleibt sichtbar, verliert jedoch ihre historische Eindeutigkeit. 5
ROMA, PANTHEON UND PIAZZA DELLA ROTONDA, UM 1900 27– 25 v. Chr. unter Agrippa errichtet. 6
Mit wachsender zeitlicher Distanz verändert sich zudem die Wahrnehmung dieser Architektur. Ihre ursprüngliche politische Lesbarkeit tritt zunehmend hinter ästhetische, funktionale oder denkmalpflegerische Perspektiven zurück. Monumentalität, Rationalismus und städtebauliche Ordnung erscheinen häufig losgelöst von ihrem ideologischen Entstehungskontext und werden als Teil eines allgemeinen architektonischen Erbes rezipiert. Politische Bedeutung bleibt zwar latent vorhanden, wird jedoch im Alltag selten aktiv reflektiert. Darin liegt ein strukturelles Spannungsverhältnis. Der Erhalt solcher Architektur sichert historische Sichtbarkeit und kann zugleich Prozesse schleichender Entpolitisierung begünstigen. Dauerhafte Präsenz erzeugt Vertrautheit, und Vertrautheit reduziert die Distanz zur historischen Entstehungssituation.
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ANTIKE BIS ZUR GRÜNDUNG ITALIENS
Italien gehört zu den wenigen Kulturräumen Europas, in denen sich politische Geschichte, gesellschaftliche Entwicklung und Architektur über mehr als zwei Jahrtausende nahezu kontinuierlich im Stadtraum ablesen lassen. Von den Planstädten der römischen Antike über die mittelalterlichen Stadtstaaten, die Renaissance als kultureller Wendepunkt und die nationale Einigung (Risorgimento) des 19. Jahrhunderts bis zur Moderne des 20. Jahrhunderts blieb Architektur stets eng mit Fragen von Macht, Ordnung, Identität und gesellschaftlicher Organisation verbunden. Bereits die römische Antike prägte dauerhaft das europäische Verständnis von Stadt: Rasterstrukturen (Castrum-Prinzip), Infrastrukturachsen und die Konzentration öffentlicher Funktionen im urbanen Zentrum bilden bis heute die Grundlage vieler italienischer Städte. Im Mittelalter entwickelte sich daraus die dichte, organisch gewachsene Stadt mit der Piazza als politischem, religiösem und sozialem Mittelpunkt. Mit der Renaissance wurde ‹Italien› erneut zum architektonischen Referenzraum Europas. Proportion, Geometrie und Perspektive wurden nicht nur zu ästhetischen Prinzipien, sondern zu Ausdrucksformen einer neuen, rational gedachten Weltordnung. Diese Verbindung von Architektur, Gesellschaft und Weltbild blieb auch in späteren Epochen prägend. Der Barock transformierte die Stadt in eine Bühne religiöser und politischer Inszenierung. Sichtachsen, Monumentalräume und choreografierte Bewegungsräume machten Macht räumlich erfahrbar. Der Klassizismus des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts reagierte auf die barocke Theatralik mit einer bewussten Rückkehr zu klaren und streng geordneten Gestaltungsprinzipien. Die Architektur orientierte sich erneut an der Antike und entwickelte eine reduzierte, symmetrische Formensprache mit klar gegliederten Fassaden, Säulenordnungen und streng proportionierten Baukörpern. Antike Architektur fungierte dabei nicht nur als ästhetisches Vorbild, 8
MILANO, CATTEDRALE METROPOLITANA DELLA NATIVITÀ DELLA BEATA VERGINE MARIA (DUOMO DI MILANO), UM 1870 Dom mit Rebecchino, dem historischen Altstadtquartier vor dem Dom. Das Quartier wurde 1875 abgebrochen. 9
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TORINO, BLICK VON DER GRAN MADRE DI DIO AUF DIE PIAZZA VITTORIO VENETO, UM 1900 1817–1825, Teil der klassizistischen Stadterweiterung Richtung Po. 11
MILANO, STAZIONE CENTRALE 1857 –1864, Louis-Jules Bouchot; erster Mailänder Hauptbahnhof am Standort der heutigen Piazza della Repubblica. 12
sondern als Ausdruck von Rationalität, Dauer und staatlicher Ordnung, der insbesondere in öffentlichen Gebäuden, Verwaltungsbauten und städtischen Platzanlagen wirksam wurde. Im 19. Jahrhundert führte das Risorgimento zu tiefgreifenden stadträumlichen Veränderungen. Der politische Einigungsprozess zwischen 1815 und 1861, mit der Annexion Roms im Jahr 1870 territorial vollendet, schuf erstmals seit der Antike wieder einen geeinten Staatsraum, der administrativ, infrastrukturell und symbolisch organisiert werden musste. Die Einigung wurde neben einem politischen auch ein räumliches Projekt. Verwaltungsbauten, Gerichte, Kasernen, Bahnhöfe und Postgebäude entstanden als Knotenpunkte eines neuen staatlichen Netzes, während Eisenbahnlinien zuvor getrennte Territorien verbanden und neue Verkehrsachsen die Städte strukturierten. Zugleich suchte der junge Staat historische Legitimation. Der Historismus mit seinen Bezügen zur Antike und Renaissance inszenierte kulturelle Kontinuität. Monumentalbauten wie das Vittoriano in Rom manifestierten diese nationale Erzählung im Stadtraum. Aus diesen politischen und infrastrukturellen Anforderungen entwickelte sich das Risanamento als zentrales städtebauliches Programm. Historische Quartiere wurden aufgebrochen, breite Boulevards angelegt und neue Staatsräume geschaffen. Stadt galt nun nicht mehr allein als gewachsene Struktur, sondern als planbares und administrativ organisiertes System. Hier begann jene Phase, in der Architektur in Italien dauerhaft zum Instrument nationaler Raumordnung wurde – eine Entwicklung, die bis in die Moderne des 20. Jahrhunderts fortwirkte.
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ROMA, DAS VITTORIANO (ALTARE DELLA PATRIA) IM BAU 1885 –1935, Giuseppe Sacconi; Nationaldenkmal des Risorgimento; errichtet auf dem Areal eines abgebrochenen Altstadtquartiers. 15
MILANO, GALLERIA VITTORIO EMANUELE II 1865–1877, Giuseppe Mengoni 16
RISORGIMENTO BIS ZUM ERSTEN WELTKRIEG
Mit der politischen Einigung Italiens setzte ab der Mitte des 19. Jahrhunderts ein tiefgreifender städtebaulicher Wandel ein. Infrastruktur, Hygiene und Verwaltung rückten zunehmend in den Mittelpunkt der Planung, ebenso Fragen der militärischen Kontrolle und der staatlichen Repräsentation. Das Risanamento entwickelte sich dabei zum prägenden Modell urbaner Erneuerung: Neue Boulevardachsen, Bahnhofsviertel und Verwaltungszonen veränderten die historischen Stadtgefüge nachhaltig. Zeitlich entspricht diese Phase in Italien in etwa der britischen viktorianischen Epoche; im italienischen Kontext spricht man von der Età Umbertina. Architektonisch dominierte ein staatstragender Historismus mit neoklassizistischen und neorenaissancehaften Formen. Entscheidender als die Stilwahl war jedoch die zunehmende Systematisierung der Planung: Stadt wurde nun erstmals als steuerbarer Organismus begriffen. Um 1900 setzte mit dem Stile Liberty eine vorsichtige ästhetische Ablösung vom Historismus ein. Neue Materialien wie Eisen, Glas und Stahl wurden sichtbarer eingesetzt, während florale Ornamentik und geschwungene Linien das Erscheinungsbild prägten. Stile Liberty markiert eine Übergangsphase zwischen historischer Repräsentationsarchitektur und technischer Moderne. Der Erste Weltkrieg stellte dann einen tiefen Einschnitt dar. Italien blieb zu Beginn des Krieges zunächst neutral und trat erst 1915 auf Seiten der Alliierten in den Konflikt ein. Die Erfahrungen von Mobilisierung, Zerstörung und industrieller Logistik veränderten auch das architektonische Denken. Stadt wurde zunehmend als Raum für Organisation, Infrastruktur und technische Abläufe verstanden. Dekorative Architektur verlor an Bedeutung zugunsten funktionaler, struktureller und technischer Lösungen; Standardisierung, Typisierung und infrastrukturelle Planung rückten in den Mittelpunkt. Aus diesem neuen Verständnis von Stadt und Technik entstand der Futurismo als eine der radikalsten Avantgarden der architektonischen Moderne. 17
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TORINO, PIAZZA CASTELLO MIT BLICK IN DIE CONTRADA NUOVA, UM 1900. Heute: Via Roma Ehemalige erste Hauptstadt des vereinten Italien (1861–1865) 19
500 v. Chr. – 500 n. Chr. Antike
500 –1400
Frühmittelalter – Hochmittelalter
1400 –1600
Renaissance / Rinascimento
Geschichte
Römische Republik → Römisches Kaiserreich • Expansion über Europa, Nordafrika, Naher Osten • Urbanisierung als Herrschaftsinstrument •
Zerfall des Weströmischen Reichs Ostgoten, Byzantiner, Langobarden • Entstehung regionaler Herrschaften • Aufstieg der Stadtstaaten (Firenze, Venezia, Milano)
Aufstieg reicher Stadtstaaten Mäzenatentum (Medici u. a.) • Humanismus, Wissenschaft, frühe Globalisierung
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Architektur und Stadtentwicklung
Römische Ingenieurarchitektur (Aquädukte, Strassen, Brücken) • Planstadt (Castrum-Prinzip: Cardo / Decumanus) • Monumentalbauten als Staatsrepräsentation (Foren, Thermen, Amphitheater)
Romanik: massive Bauweise, Rundbögen, klare Volumen • Gotik (italienisch): flächiger, stärker materialbetont als nordeuropäische Gotik • Stadt = organisches Wachstum, Mauern, Piazza als Zentrum
Rückgriff auf Antike: Proportion, Geometrie, Symmetrie • Beginn wissenschaftlicher Architekturtheorie • Ideale Stadt als rational geplantes Modell
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→ Stadt = Organisationsinstrument von Staat und Militär
→ Stadt = Schutzraum + Handelszentrum
→ Architektur = Abbild kosmischer und gesellschaftlicher Ordnung
Pantheon, Roma
Cattedrale di Santa Maria Assunta, Orvieto
Cattedrale di Santa Maria del Fiore, Firenze
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1600 –1750 Barock
Gegenreformation Stärkung kirchlicher und absolutistischer Macht • Italien politisch fragmentiert, kulturell führend
1750 –1850 Klassizismus
Aufklärung Napoleonische Zeit • Frühphase nationaler Bewegungen
1850 – ca. 1914
Stile Liberty / Età Umbertina
Risorgimento (bis 1861/70) Rom Hauptstadt ab 1870 • Industrialisierung, Urbanisierung
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Dramatische Rauminszenierungen Sichtachsen, Monumentalplätze • Stadt als Bühne von Macht und Glauben
Strenge Ordnung, antike Vorbilder Monumentalbauten für Staat und Verwaltung • Architektur als Ausdruck rationaler Staatlichkeit
Historismus (Neorenaissance, Neobarock, Neoklassizismus) • Monumentalbauten zur Nationsbildung • Risanamento: Stadtsanierungen, Boulevards
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→ Stadt = Inszenierungsraum der Autorität
→ Architektur = Ordnung, Rationalität, Staat
→ Stadt = Symbol nationaler Einheit
Cattedrale di San Nicolò, Noto
Teatro alla Scala, Milano
Palazzo delle Esposizioni, Roma
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MILANO, PALAZZO DELL’ ARENGARIO, 1936 –1956 (Bauzustand 1949) Fortsetzung der urbanen Monumentalisierung der Piazza del Duomo seit Mengonis Galleria Vittorio Emanuele II 22
MODERNE
Die italienische Architektur der Zwischenkriegszeit entstand aus dem Spannungsfeld unterschiedlicher architektonischer Positionen, die auf die Herausforderungen von Industrialisierung, technischer Modernisierung und gesellschaftlichem Wandel reagierten. Ausgehend von den futuristischen Visionen einer technisch organisierten Stadt formierten sich in den 1920er-Jahren mehrere Strömungen, deren Wechselwirkungen im Verlauf der 1930er-Jahre in der staatlich geprägten Architektursprache des Stile Littorio zusammenliefen. Nach dem Ersten Weltkrieg veränderte sich das architektonische Denken grundlegend. Industrialisierte Bauprozesse, neue Materialien wie Stahl und Eisenbeton sowie wachsende Anforderungen an Infrastruktur und Organisation rückten Konstruktion, Funktion und systemisches Denken in den Mittelpunkt architektonischen Entwerfens. Historische Stiltraditionen verloren zunehmend an Bedeutung; an ihre Stelle trat die Suche nach einer zeitgemässen, technisch begründeten Formensprache. Einen frühen programmatischen Ausdruck fand diese Entwicklung im Futurismo. In den visionären Stadtentwürfen von Antonio Sant’ Elia erschien die moderne Stadt als dynamisches technisches System aus Verkehr, Energie und vertikaler Infrastruktur. Mehrschichtige Verkehrsnetze, grossmassstäbliche Hochhaus- und Infrastrukturstrukturen und technische Anlagen bestimmten diese Entwürfe. Obwohl die meisten dieser Projekte unrealisiert blieben, veränderten sie das architektonische Denken nachhaltig, indem sie Architektur nicht mehr als historisch gewachsene Form, sondern als Teil eines umfassenden technischen und urbanen Systems verstanden. In den 1920er-Jahren konkretisierten sich diese Ansätze in unterschiedlichen architektonischen Positionen. Eine wichtige Rolle spielte dabei die institutionelle Formierung neuer Architektennetzwerke. Die 1926 gegründete Gruppo 7 formulierte programmatisch die Forderung nach einer Verbindung internationaler moderner Architektur mit der italienischen Bautradition. Aus diesem Umfeld gingen später das Movimento Architettura Razionale (MAR) 23
und daraus das Movimento Italiano per l’ Architettura Razionale (MIAR) hervor, die die Diskussion über eine konstruktiv und funktional begründete Architektur bündelten und öffentlich vertraten. Innerhalb dieser Debatte entwickelten sich unterschiedliche architektonische Positionen und Netzwerke, die jeweils eigene Strategien zur Verbindung von Moderne, Tradition und politischer Repräsentation formulierten. Die Übergänge zwischen diesen Strömungen waren dabei oft fliessend: •
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Das Novecento, insbesondere geprägt durch Giovanni Muzio, suchte nach einer zeitgemässen Weiterentwicklung klassischer Architekturtraditionen. Historische Bautypen, klassische Ordnungsprinzipien und reduzierte Monumentalität wurden mit einer modernen Baukörperlogik kombiniert. Ein bedeutendes Beispiel dieser architektonischen Haltung ist Muzios Wohnhauskomplex Ca’ Brutta in Milano (1919–1923), der klassische Fassadenordnungen mit einer modernen Baukörperkomposition verbindet. Der Razionalismo, vertreten unter anderem durch Giuseppe Terragni, Adalberto Libera, Luigi Figini, Gino Pollini und Giuseppe Pagano, formulierte eine architektonische Position, die konstruktive Klarheit, präzise Proportionierung und rational organisierte Grundrissstrukturen in den Mittelpunkt stellte. Orthogonale Baukörper, reduzierte Fassaden und klar ablesbare Strukturprinzipien prägten zahlreiche Entwürfe dieser Richtung. Trotz ihrer modernen Formensprache blieb sie häufig an klassischen Ordnungsprinzipien orientiert, insbesondere an klar proportionierten Baukörpern und streng gegliederten Fassaden. Die Casa del Fascio in Como (1932–1936) von Giuseppe Terragni gilt mit ihrer streng gegliederten Rasterfassade und der klar strukturierten räumlichen Organisation als exemplarische Umsetzung rationalistischer Architekturprinzipien. Die Scuola Romana im Umfeld Marcello Piacentinis verband moderne Bauformen mit klassischer Monumentalität und prägte zahlreiche staatliche
Repräsentationsbauten sowie grossmassstäbliche städtebauliche Projekte. In diesem Umfeld entwickelten sich unterschiedliche Ausprägungen zwischen moderner Konstruktion, klassischer Formensprache und monumentaler Repräsentation. Eine dieser Ausprägungen wird heute häufig als Monumentalklassizismus bezeichnet. Kennzeichnend sind monumentale Baukörper, symmetrische Ordnungen, reduzierte klassische Formen und die Verbindung moderner Konstruktionen mit repräsentativer Wirkung. Ein bedeutendes Beispiel ist das Hauptgebäude der Università La Sapienza in Rom (1932–1935), in dem sich klassische Monumentalität mit reduzierter Formensprache verbindet. Die italienische Architektur dieser Zeit war weniger durch eine einheitliche Stilentwicklung geprägt als von einem stilistischen Pluralismus, in dem unterschiedliche architektonische Positionen konkurrierende Antworten auf die Frage nach einer modernen italienischen Architektur formulierten. Im Verlauf der 1930er-Jahre wurde dieser zuvor bestehende stilistische Pluralismus zunehmend in einen staatlichen Repräsentationskontext überführt. Aus der Verbindung rationalistischer Konstruktionsprinzipien mit klassizistischen Referenzen, monumentalen Volumen und streng axialen Stadtanlagen entstand jene Architektur, die heute vielfach unter dem Begriff Stile Littorio zusammengefasst wird. Dabei handelt es sich weniger um eine eigenständige Stilrichtung als um einen politischen und kulturellen Ordnungsrahmen, innerhalb dessen sowohl der Razionalismo als auch der Monumentalklassizismus zur Anwendung kamen. Diese Entwicklung war eng mit dem Konzept der romanità verbunden – der bewussten Bezugnahme auf das antike Rom als historisches Legitimationsmodell für Staat, Gesellschaft und räumliche Ordnung. Architektur und Städtebau sollten diese Kontinuität nicht durch historische Rekonstruktion, sondern durch moderne Formen, monumentale Massstäbe und symbolisch aufgeladene Stadträume sichtbar machen. Während sich mit dem Stile Littorio ein staatlich geprägter Gestaltungsrahmen etablierte, veränderte sich zugleich die Rolle des Razionalismo. Die ursprünglich avantgardistischen und experimentellen Ansätze wurden verstärkt in staatliche 25
Bauprogramme und repräsentative Grossprojekte eingebunden. Dabei traten funktionale und konstruktive Fragestellungen zunehmend hinter Fragen der Monumentalität, Repräsentation und symbolischen Wirkung zurück. Die moderne Formensprache blieb zwar erhalten, wurde jedoch häufig mit klassizistischen Bezügen und monumentalen Massstäben kombiniert. Diese Entwicklung zeigte sich nicht nur in den realisierten Bauprojekten, sondern auch in den architekturtheoretischen Debatten der Zeit. So geriet die Architekturzeitschrift Casabella, die unter Giuseppe Pagano als wichtigstes publizistisches Forum des Razionalismo galt, im Verlauf der 1930er-Jahre zunehmend in Konflikt mit den kulturpolitischen Leitlinien des Regimes. Parallel dazu setzte sich im Umfeld staatlicher Grossprojekte, insbesondere im römischen EUR-Viertel, eine Architektursprache durch, die Razionalismo und Klassizismus zu einer formal reduzierten, zugleich jedoch ideologisch aufgeladenen Monumentalität verband. Architektur begann zunehmend als Instrument politischer Repräsentation zu dienen und trat damit hinter ihren Anspruch als autonomes Experimentierfeld zurück. Ein prägnantes und bis heute ikonisches Beispiel dieser Entwicklung ist der Palazzo della Civiltà Italiana in Rom (1938 – 1943) von Giovanni Guerrini, Ernesto Bruno La Padula und Mario Romano. Seine streng symmetrische, seriell gegliederte Arkadenfassade zeigt eine radikal reduzierte und zugleich monumentalisierte Interpretation klassischer Architekturformen. Darin verdichtet sich die Transformation von funktionaler Moderne zu ideologisch codierter Repräsentationsarchitektur, die für die Architekturpolitik der späten 1930er-Jahre zunehmend charakteristisch wurde. Der zuvor bestehende stilistische Pluralismus wurde somit nicht lediglich reduziert, sondern grundlegend in eine staatlich definierte Ordnungslogik überführt. Architektur erscheint in diesem Kontext zunehmend nicht mehr als autonomes gestalterisches Feld, sondern als funktionales Instrument politischer Repräsentation, in dem sich ästhetische Form, politische Symbolik und staatlicher Herrschaftsanspruch untrennbar verbinden.
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ROMA, DIE VIALE DELLA CIVILTÀ DEL LAVORO MIT BLICK AUF DEN PALAZZO DELLA CIVILTÀ Die Sichtachse verdeutlicht das hierarchisch geordnete städtebauliche Konzept des EUR und seine repräsentative Monumentalität. 27
ARCHITEKTONISCHE NETZWERKE Futurismo Avantgardebewegung, ca. 1909 –1920 → Theoretischer Ursprung der italienischen Moderne
Gruppo 7 Architektengruppe, ab 1926 → Theoretische Fundierung der modernen Architektur
Die futuristische Architektur war primär ein theoretisches Projekt. Sie formulierte erstmals eine radikale Abkehr von historischer Architektur und verstand Bauen als Ausdruck einer technisch-industriellen Zukunftsgesellschaft.
Die Gruppo 7 bildete die erste geschlossene Generation moderner Architekten in Italien. Ziel war die Verbindung internationaler moderner Architektur mit mediterran-klassischer Raumtradition.
Prinzipien:
Prinzipien:
Dynamik Infrastruktur • Verkehrssysteme • Energie und Industrie • Grossmassstäbliche Stadtvisionen •
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Moderne als strukturelles System Klassische Tradition als Proportions- und Ordnungsprinzip • Architektur als rational konstruierte Raumorganisation •
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Futuristische Architektur wurde kaum realisiert, beeinflusste Sie bereitete damit die organisatorische Formierung des Rajedoch nachhaltig das Denken über Architektur als Ausdruck zionalismo vor. gesellschaftlicher Modernisierung. Besonders prägend war die Vorstellung der Stadt als technisches Gesamtsystem – ein Gedanke, der später im Razionalismo weiterentwickelt wurde. Akteure:
Antonio Sant’ Elia (Schlüsselfigur futuristischer Architekturvisionen)
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Akteure:
Luigi Figini Gino Pollini • Guido Frette • Sebastiano Larco • Carlo Enrico Rava • Giuseppe Terragni • Ubaldo Castagnoli •
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später: Adalberto Libera
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Movimento Italiano per l’ Architettura Razionale Berufsverband, ab 1928 → Institutionalisierung der modernen Architektur
Scuola Romana / Staatsmoderne Architektonisches Umfeld, ca. 1928 –1943 → Architektonisches Netzwerk und staatliche Baukultur
1928 formierte sich aus dem Kreis der Gruppo 7 das Movimento Architettura Razionale (MAR), das kurz darauf im Movimento Italiano per l’ Architettura Razionale (MIAR) aufging. Ziel war die Etablierung einer rational begründeten modernen Architektur auf nationaler Ebene.
Die Scuola Romana bezeichnet keinen eigenständigen Architekturstil, sondern ein römisches Architektennetzwerk, das vor allem im Umfeld der staatlichen Bau- und Stadtplanungsprojekte der 1930er-Jahre wirksam wurde. Ihr Zentrum bildete Marcello Piacentini.
Prinzipien:
Prinzipien:
Konstruktion vor Dekoration Funktionale Organisation • Geometrische Klarheit • Industrialisierte Bauweise • Rationale Typisierung •
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Vermittlung zwischen Moderne und klassischer Tradition • Bevorzugung monumentaler Bauaufgaben • Grossmassstäbliche Stadtplanung • Einfluss auf die staatliche Architekturpolitik •
Der MIAR vereinte Architekten verschiedener regionaler Diese Strömung verband moderne Konstruktion mit monuSchulen und bildete das organisatorische Zentrum des ita- mentaler Repräsentation staatlicher Ordnung. lienischen Razionalismo.
Akteure:
Adalberto Libera Gaetano Minnucci • Giuseppe Terragni • Luigi Figini • Gino Pollini • Alberto Sartoris • Pietro Aschieri • Gino Cancellotti • Giuseppe Capponi • Mario Ridolfi • Gino Levi-Montalcini • Mario Labò •
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Akteure:
Marcello Piacentini Angiolo Mazzoni • Cesare Bazzani • Gustavo Giovannoni • Arnaldo Foschini • Enrico Del Debbio • Luigi Moretti •
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ROMA, STRASSENBAU VOR DEM KOLOSSEUM FÜR DIE VIA DELL’ IMPERO, 1932. Heute: Via dei Fori Imperiali Die neuen Verkehrsachsen sollten antike Monumente freistellen und in monumentale Sichtbeziehungen einbinden. 30
ARCHITEKTUR ALS STAATSPROJEKT
In Italien wurden Architektur und Städtebau zwischen den 1920er- und 1940erJahren zu zentralen Instrumenten staatlicher Politik. Gebäude, Plätze, Verkehrsachsen und ganze Stadtanlagen sollten nicht nur funktionale Aufgaben erfüllen, sondern gesellschaftliche Ordnung sichtbar machen, historische Kontinuität inszenieren und die Leistungsfähigkeit des Staates demonstrieren. Architektur wurde zu einem Medium politischer Kommunikation, das den öffentlichen Raum ebenso prägte wie das kollektive Selbstverständnis einer Nation. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der sogenannte Stile Littorio. Der Begriff bezeichnet weniger eine klar definierte Architektursprache als vielmehr den politischen und kulturellen Ordnungsrahmen staatlicher Architektur- und Stadtbaupolitik. Anders als Begriffe wie Gotik, Barock oder Razionalismo beschreibt er keinen einheitlichen Epochenstil, sondern eine Programmatik darüber, welche gesellschaftlichen und ideologischen Aufgaben Architektur und Städtebau zu erfüllen hatten. Innerhalb dieses Rahmens konnten unterschiedliche architektonische Strömungen nebeneinander bestehen. Besonders prägend waren der Razionalismo und der Monumentalklassizismus. Der Razionalismo orientierte sich an den Prinzipien der internationalen Moderne und setzte auf funktionale Grundrisse, klare Geometrien und moderne Konstruktionen. Der Monumentalklassizismus nutzte klassische Proportionen, Symmetrie und dauerhafte Materialien, um Stabilität, Autorität und historische Kontinuität sichtbar zu machen. Zahlreiche Bauten verbinden beide Positionen und verdeutlichen, dass nicht die stilistische Reinheit, sondern die politische Funktion der Architektur im Vordergrund stand. Ziel des Regimes war die Schaffung einer gebauten Umwelt, die Ordnung, Dauer, Disziplin und historische Kontinuität visuell manifestierte. Architektur wurde nicht allein als funktionale oder ästhetische Gestaltungsaufgabe verstanden, sondern als Instrument gesellschaftlicher Organisation und staatlicher Repräsentation. Bauwerke sollten die Modernisierungs- und Leistungsfähigkeit des Staates ebenso verkörpern wie seine imperialen und historisierenden Ansprüche. 31
Mit der Machtübernahme Benito Mussolinis im Jahr 1922 erhielten Architektur und Städtebau eine neue politische Bedeutung. Besonders deutlich zeigte sich dies in Rom, das zum Zentrum eines erneuerten nationalen und imperialen Selbstverständnisses werden sollte. In seiner programmatischen Rede vom 31. Dezember 1925 formulierte Mussolini die Vision eines ‹dritten Rom› (Terza Roma): «Tra cinque anni Roma deve apparire meravigliosa a tutte le genti del mondo; vasta, ordinata, potente, come fu ai tempi del primo impero di Augusto.» (…) «Voi continuerete a liberare il tronco della grande quercia da tutto ciò che ancora la intralcia.» (…) «I monumenti millenari della nostra storia debbono giganteggiare nella necessaria solitudine.» (…) «Quindi la Terza Roma si dilaterà sopra altri colli, lungo le rive del fiume sacro, sino alle spiagge del Tirreno.» Die Freilegung antiker Monumente, die Anlage monumentaler Verkehrsachsen und die geplante Ausdehnung der Stadt bis zum Tyrrhenischen Meer wurden zu zentralen Bestandteilen dieser Politik. Diese Vorstellungen prägten nicht nur Rom. In den 1920er- und 1930er-Jahren entstanden auch in verschiedenen Regionen Italiens zahlreiche Città di fondazione. Die neu gegründeten Städte dienten der landwirtschaftlichen Kolonisation, der Ansiedlung von Bevölkerung und der Demonstration staatlicher Handlungsfähigkeit. Im Gegensatz zu historisch gewachsenen Stadtstrukturen folgten sie klaren geometrischen Ordnungsprinzipien und verbanden moderne Infrastruktur mit politischer Repräsentation. Trotz unterschiedlicher architektonischer Positionen folgten die Bauten einer gemeinsamen politischen Zielsetzung. Architektur wurde zum Instrument einer übergeordneten Vorstellung von Staat, Gesellschaft und Raum.
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LAZIO, PLANSTADT SABAUDIA, UM 1930. Die streng geometrische Anlage mit zentralem Platz und axialem Strassennetz gilt als eines der bedeutendsten Beispiele einer Città di fondazione. 33
ARCHITEKTONISCHE STILRICHTUNGEN Neoklassizismus Monumentale Antikenrezeption, ca. 1800 bis 1850
Historismus Architektur als Rückgriffskultur, ca. 1830 bis 1900
Stile Liberty Italienischer Jugendstil, ca.1890 bis 1920er
Merkmale
Rückgriff auf frühere Stilperioden Repräsentative Fassaden, häufig unabhängig von der inneren Konstruktion • Kombination historischer Motive • Monumentalität und dekorative Dichte • Anpassung historischer Formen an moderne Nutzungen (Bahnhöfe, Parlamente, Museen)
Fortführung klassizistischer Gestaltungsprinzipien • Monumentalisierung antiker Formen und Bautypen • Repräsentative Staats-, Kultur- und Verwaltungsbauten • Stärkere Betonung nationaler und politischer Symbolik • Vorbild für spätere klassizistische Strömungen des 20. Jahrhunderts
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Arco della Pace, Milano
Galleria Vittorio Emanuele II, Milano
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Ornamentale Fassaden und florale Dekoration, Naturmotiven und Symbolismus • Geschwungene Linien und organische Formen • Integration von Kunsthandwerk und Architektur • Moderne Materialien mit dekorativer Formensprache •
Palazzo Castiglioni, Milano
Moderne Architektur des Aufbruchs, ca.1900 bis 1945
Futurismo Visionäre Avantgarde, ca. 1909 bis 1920er
Novecento Klassizistische Moderne, 1920 bis 1930
Mit der Moderne setzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine grundlegende Neuorientierung der Architektur ein. Historische Stilvorbilder verlieren zunehmend an Bedeutung; an ihre Stelle treten neue Vorstellungen von Form, Funktion und Konstruktion. Klare Formen, neue Materialien und eine reduzierte Gestaltung prägen die Architektur und spiegeln den technischen und gesellschaftlichen Wandel der Zeit wider.
Abkehr von historischen Stilvorbildern • Reduktion auf klare, geometrische Formen • Betonung von Funktion, Konstruktion und Proportion • Einsatz neuer Materialien und Bautechniken • Architektur als Ausdruck von technischem und gesellschaftlichem Wandel •
Ablehnung historischer Stile Betonung von Bewegung, Dynamik und Geschwindigkeit • Verherrlichung von Technik, Geschwindigkeit, Energie und Industrie • Architektur als Symbol einer neuen Gesellschaft
Klare, kompakte Baukörper Vereinfachte klassische Fassadenstrukturen • Reduzierter oder abstrahierter Dekor • Betonung von Proportion und städtebaulicher Präsenz
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Antonio Sant’ Elia – Città Nuova
Ca’ Brutta, Milano
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Razionalismo Italienische Moderne, ca. 1925 bis 1945
Monumentalklassizismus Monumentale Repräsentationsarchitektur, ca. 1928 bis 1945
Nachkriegsmoderne Architektur des Wiederaufbaus, ab 1943 / 45
Merkmale
Reduktion auf geometrische Grundformen • Klare Fassadenraster und konstruktive Logik • Funktional organisierte Grundrisse • Einsatz moderner Materialien wie Stahl, Glas und Eisenbeton • Traditionelle Materialien wie Travertin in moderner, reduzierter Verwendung •
Casa del Fascio, Como
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Monumentale Bauvolumen und grossmassstäbliche Raumwirkungen • Symmetrische Komposition und axiale Ordnung • Reduzierte klassische Formen und klare Proportionen • Einsatz dauerhafter Materialien wie Naturstein, Marmor und Travertin • Verbindung moderner Konstruktionen mit repräsentativer Monumentalität •
Palazzo della Civiltà Italiana, Roma EUR
Sichtbeton Skelettbau • Grossstrukturen • Wohn- und Infrastrukturprogramme • •
Complesso Corso Italia, Milano
ARCHITEKTURPOLITISCHE KONZEPTE Scuola Romana Architektenkreis der Staatsmoderne, ca. 1925 bis 19 45
Stile Littorio Architektur als Staatsprojekt, ca. 1928 bis 1945 Die Architektur der italienischen Zwischenkriegszeit wurde nicht allein durch Stilrichtungen geprägt, sondern auch durch politische und institutionelle Rahmenbedingungen. Während Begriffe wie Monumentalklassizismus oder Razionalismo konkrete architektonische Ausdrucksformen beschreiben, bezeichnen die Scuola Romana und der Stile Littorio übergeordnete Konzepte der Architekturpolitik.
Die Scuola Romana war ein Architektenkreis um Marcello Piacentini, der moderne Konstruktion mit klassischer Monu• Vermittlung zwischen Moderne • Integration verschiedener Architekmentalität verband und die staatliche und klassischer Tradition turströmungen in die staatliche Baupolitik der 1930er-Jahre wesentlich • Schwerpunkt auf monumentalen Baupolitik prägte. • Architektur als Instrument staatBauaufgaben und grossmassstäbDer Stile Littorio bezeichnet dagegen licher Stadtplanung licher Repräsentation • Verbindung moderner Konstruktio• Verbindung von Moderne, Monu- keinen eigenständigen Baustil, sondern nen mit klassischer Formensprache mentalität und territorialer Planung den politischen Ordnungsrahmen, innerhalb dessen Architektur, Städtebau • Betonung von Ordnung, Repräsen• Bezug auf die romanità und die und Infrastruktur in den Dienst staatlitation und räumlicher Hierarchie historische Kontinuität Roms • Prägender Einfluss auf die staatliche • Enge Verknüpfung von Architektur, cher Repräsentation und gesellschaftlicher Organisation gestellt wurden. Architekturpolitik der 1930er-Jahre Städtebau und Infrastruktur Merkmale
Città Universitaria La Sapienza, Roma
Viale della Civiltà del Lavoro, Roma EUR
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DIE GEGENWART DER VERGANGENHEIT
Die Klarheit seiner Form, seine ästhetische Präsenz und die mit ihm verbundene historische Ambivalenz machten den Palazzo della Civiltà Italiana im römischen EUR zum Ausgangspunkt dieses Buches. Sein Bild in einem kritischen NZZArtikel* weckte das Interesse, diesem und anderen Bauten im realen Stadtraum zu begegnen – gerade weil architektonische Faszination und kritische Auseinandersetzung unmittelbar aufeinandertreffen. Auf Reisen durch Italien verlagerte sich der Blick von den vertrauten historischen Bauten auf jene Architektur, die heute selbstverständlich zum urbanen Alltag gehört. Im Stadtraum zeigt sich ihre Beständigkeit: genutzt, verändert und überformt – gerade dadurch Teil der Gegenwart. Die folgenden Seiten führen durch zwölf Städte und folgen den Spuren der Architektur jener Zeit. Als architektonische Stadtspaziergänge machen sie exemplarische Stationen sichtbar, ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben. Das Interesse gilt dabei nicht den politischen Ideologien ihrer Entstehungszeit, sondern der Architektur selbst – ihrer Ästhetik, ihrer räumlichen Wirkung und dem Reisen als Form der Erkundung.
* «Architektur als heikles Erbe: Die Italiener leben bis heute eingetaucht in ihre faschistische Vergangenheit»: Andres Wysling, Neue Zürcher Zeitung, 16.10.2021
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REISEN
2021: ROMA: 18. – 22. November GENOVA: 27. / 28. Dezember MILANO: 30. Dezember COMO: 31. Dezember 2022: BOLZANO: 6. – 7. März MILANO: 8. / 9. März NAPOLI: 13. – 15. Mai MILANO: 30. September – 3. Oktober ROMA: 10.– 13. November 2023: BOLOGNA: 25. / 26. Februar FIRENZE: 27. / 28. Februar SIRACUSA: 21. – 30. Mai TORINO: 14. – 16. Juli ROMA: 18. – 20. Dezember 2024: NAPOLI: 21. – 24. Dezember ROMA: 25. – 27. Dezember 2025: PALERMO: 9. – 12. Mai 2026: TORINO: 30. April – 3. Mai PALERMO: 21.– 24. Mai SIRACUSA: 24. – 30. Mai CATANIA: 17. September
40
BOLZANO / BOZEN → SEITE 54 COMO → SEITE 94 Salò
Torviscosa
MILANO → SEITE 134 TORINO → SEITE 290 BOLOGNA → SEITE 40 GENOVA → SEITE 116 FIRENZE → SEITE 104
FORO MUSSOLINI → SEITE 242 EUR → SEITE 216
ROMA → SEITE 200 Littoria (Latina) Sabaudia
NAPOLI → SEITE 164
Carbonia
PALERMO → SEITE 184 CATANIA → SEITE 80 SIRACUSA → SEITE 268 41
BOLOGNA
EINWOHNER 1931: 246 398 (heute: 392 000); FLÄCHE 1931: ~121 km² (heute: ~141 km²)
A CASA DEL CONTADINO Via Guglielmo Marconi 67 B CASA EDITRICE ZANICHELLI Via Irnerio 34 C CERTOSA DI BOLOGNA – SACRARIO DEI MARTIRI FASCISTI Via della Certosa
RENO
D LICEO SCIENTIFICO AUGUSTO RIGHI Viale Carlo Pepoli 3 E PALAZZO DEL GAS Via Guglielmo Marconi 10-2 / A
C
F PALAZZO DELLA MERIDIANA Via Zamboni 70
I
G PALAZZO LANCIA Via Guglielmo Marconi 28 H PALAZZO SCARDOVI Piazza di Porta Santo Stefano 4
VILLAGGIO DELLA RIVOLUZIONE
I STADIO COMUNALE LITTORIALE Heute: Stadio Renato Dall’ Ara Via Pietro de Coubertin
SARAGOZZA
200 m 1 km 42
NAVILE
VIA M
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SAN DONATO
PORTO
A B
G
SAN VITALE
F
E PRATELLO
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H SANTO STEFANO
43
Bologna nahm innerhalb Italiens eine zentrale strategische Rolle ein: Als wichtigster Verkehrsknoten zwischen Nord- und Mittelitalien und als Tor zum Apennin war die Stadt von erheblicher Bedeutung für das Eisenbahn- und Strassennetz. Im Zuge der städtebaulichen Modernisierung erfuhr das historische Zentrum punktuelle, aber einschneidende Veränderungen. Für die Verbreiterung wichtiger Verkehrsachsen wurden rund um die damalige Via Roma (Via Marconi) ganze mittelalterliche Quartiere und Gassenzüge abgebrochen, um eine leistungsfähigere Verkehrsinfrastruktur zu schaffen. Dennoch blieb die mittelalterliche Grundstruktur der Stadt weitgehend erhalten. Die Stadt wurde zunächst von den einflussreichen Agrar- und Industrieeliten der Region geprägt. Nach der deutschen Besetzung Italiens im Jahr 1943 wurde Bologna jedoch zu einem bedeutenden Zentrum des Widerstands, während das Umland gleichzeitig unter schweren Repressionsmassnahmen und Vergeltungsaktionen zu leiden hatte. Die Architektur der Zwischenkriegszeit ist im heutigen Stadtbild nur punktuell präsent und tritt vor allem in Form einzelner Verwaltungs-, Bildungs- und Infrastrukturbauten in Erscheinung. Charakteristisch sind reduzierte rationalistische Formen mit klaren Volumen, symmetrischen Fassaden und einer zurückhaltenden Monumentalität. Aufgrund der stark ausgeprägten historischen Stadtstruktur wurden diese Gebäude meist in den bestehenden Stadtkörper integriert, ohne das Erscheinungsbild der Altstadt grundlegend zu verändern. Zu den bedeutendsten Bauten dieser Zeit zählen das 1927 eröffnete Stadio Comunale Littoriale, das als erstes monumentales Grossstadion Italiens gilt – sowie die Muster-Arbeitersiedlung Villaggio della Rivoluzione von 1938.
44
BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE 1911–1935, Cesare Bazzani, Vincenzo Mazzei
STADIO COMUNALE LITTORIALE 1925–1927, Giulio Ulisse Arata 45
PALAZZO DELLA MERIDIANA 1936, Giuseppe De Finetti
46
PALAZZO LANCIA 1936 –1937, Paolo Graziani
LICEO SCIENTIFICO AUGUSTO RIGHI 1940, Melchiorre Bega 47
48
PALAZZO SCARDOVI 1930er-Jahre, Paolo Graziani
CASA EDITRICE ZANICHELLI 1938, Luigi Veronesi
CASA DEL CONTADINO 1942, Pier Luigi Nervi u. a.
CERTOSA DI BOLOGNA – SACRARIO DEI MARTIRI FASCISTI 1930er-Jahre, Giulio Ulisse Arata
PALAZZO DEL GAS 1936, Alberto Legnani 49
CASA DEL CONTADINO Via Guglielmo Marconi 67, Bologna 1942, Pier Luigi Nervi Der Bau vereinte Verwaltungs-, Versammlungs- und Repräsentationsfunktionen landwirtschaftlicher Organisationen unter einem Dach. Die sachlich gegliederte Architektur verbindet funktionale Klarheit mit zurückhaltender Monumentalität und macht die institutionelle Einbindung des ländlichen Raums in staatliche Strukturen sichtbar. Heute dient das Gebäude als Büro- und Verwaltungsbau. MODERNE / VERWALTUNGSBAU
CASA EDITRICE ZANICHELLI Via Irnerio 34, Bologna 1938, Luigi Veronesi Der Verlagssitz verbindet funktionale Organisation mit einer reduzierten, repräsentativen Fassadengestaltung und vermittelt eine klar rationalisierte Erscheinung. Der Bau steht exemplarisch für moderne Unternehmensarchitektur der 1930er-Jahre und wird bis heute vom Verlag Zanichelli Editore genutzt. RAZIONALISMO / KULTURBAU
CERTOSA DI BOLOGNA – Sacrario dei Martiri Fascisti Via della Certosa, Bologna 1930er-Jahre, Giulio Ulisse Arata Innerhalb des monumentalen Friedhofs der Certosa entstand diese Gedenkanlage als bewusst symbolisch aufgeladener Erinnerungsort. Klassische Grabtypologien werden mit einer stark reduzierten Monumentalität verbunden und in einen politischen Deutungsrahmen gestellt. Der Bau verdeutlicht, wie Architektur zur Inszenierung kollektiver Erinnerung eingesetzt werden konnte. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
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LICEO SCIENTIFICO AUGUSTO RIGHI Viale Carlo Pepoli 3, Bologna 1940, Melchiorre Bega Der Schulbau folgt einer klaren, funktionalen Ordnung mit regelmässiger Fassadengliederung und weitgehendem Verzicht auf Ornamentik. Die strenge Volumetrie und die sachliche Formensprache machen das Gebäude zu einem exemplarischen Beispiel standardisierter Bildungsarchitektur der 1930er-Jahre. Bis heute wird es als Gymnasium genutzt. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU
PALAZZO DEL GAS Via Guglielmo Marconi 10-2 / A, Bologna 1936, Alberto Legnani Ursprünglich Sitz der städtischen Gasversorgung, verband der Bau technische Infrastruktur mit repräsentativer Präsenz im Stadtraum. Die monumentale Fassadengliederung verlieh einer funktionalen Einrichtung institutionellen Charakter. Heute wird das Gebäude überwiegend als Büro- und Verwaltungsbau genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
PALAZZO DELLA MERIDIANA Via Zamboni 70, Bologna 1936, Giuseppe De Finetti Im akademischen Umfeld der Via Zamboni gelegen, verbindet der Bau vereinfachte klassische Proportionen mit einer reduzierten Formensprache der 1930erJahre. Die Architektur vermittelt zwischen historischem Stadtraum und moderner Nutzung. Heute beherbergt das Gebäude universitäre und administrative Einrichtungen. RAZIONALISMO / VERWALTUNGSBAU
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PALAZZO LANCIA Via Guglielmo Marconi 28, Bologna 1936–1937, Paolo Graziani Der ehemalige Firmensitz des Automobilherstellers Lancia verbindet moderne Büroorganisation mit klarer Volumetrie und zurückhaltender Fassadengestaltung. Die Architektur verweist auf die enge Beziehung von Industrie, Wirtschaft und urbaner Repräsentation in der Zwischenkriegszeit. Heute dient der Bau vor allem Büro- und Geschäftsnutzungen. RAZIONALISMO / VERWALTUNGSBAU
PALAZZO SCARDOVI Piazza di Porta Santo Stefano 4, Bologna 1930er-Jahre, Paolo Graziani Der Palazzo Scardovi entstand im Zuge der grossmassstäblichen Umgestaltung der Via Guglielmo Marconi. Die streng gegliederte, sachlich-monumentale Fassadengestaltung vermittelt zwischen traditioneller Stadthausform und rationalistischer Vereinfachung. Bis heute prägt der Bau den Strassenraum als Wohn- und Geschäftshaus. RAZIONALISMO / WOHNBAU
STADIO COMUNALE LITTORIALE Heute: Stadio Renato Dall’ Ara Via Pietro de Coubertin, Bologna 1925–1927, Giulio Ulisse Arata Das Stadion zählt zu den bedeutendsten Sportbauten Italiens aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Prägend sind der markante Marathonturm sowie die klar gegliederten Tribünenanlagen. Der Bau steht exemplarisch für die Verbindung von Sportarchitektur, technischer Innovation und öffentlicher Repräsentation. Heute ist er Heimstadion von Bologna FC 1909. MODERNE / SPORTARCHITEKTUR
52
53
ANTEO ZAMBONI
sollte. Die Eröffnung war nicht nur ein architektonisches oder sportliches Ereignis, sondern Teil einer umfassenden politischen Choreografie, in der Öffentlichkeit gezielt organisiert und emotional mobilisiert wurde. Nach den Feierlichkeiten verliess die politische Führung das Stadion in einem offenen Fahrzeug und fuhr durch dichte Menschenmengen in Richtung Bahnhof. Die langsame Fahrt durch die jubelnde Menge war selbst Teil dieser Machtdemonstration und sollte die symbolische Verbindung zwischen Regime, Führungsfigur und Bevölkerung sichtbar machen. Während dieser Fahrt gab ein junger Attentäter aus kurzer Distanz einen Schuss auf die Wagenkolonne ab. Das Projektil verfehlte Mussolini nur knapp. Der Angreifer wurde unmittelbar überwältigt und noch vor seiner Festnahme von der Menge zu Tode geschlagen. Später wurde er als der 15-jährige Anteo Zamboni identifiziert. Durch seinen sofortigen Tod blieb eine gerichtliche Aufklärung der Hintergründe weitgehend aus. Stattdessen wurde das Ereignis rasch in die politische Deutung des Regimes integriert. Am 31. Oktober 1926 wurde in Bologna das Stadio Littoriale feierlich eingeweiht – eine Grossveranstaltung mit starkem politischem und symbolischem Charakter. Solche Ereignisse dienten nicht allein sportlichen oder repräsentativen Zwecken, sondern waren bewusst als öffentliche Demonstrationen staatlicher Stärke, Ordnung und gesellschaftlicher Geschlossenheit inszeniert. Architektur, Massenveranstaltung und politische Symbolik bildeten dabei eine eng miteinander verknüpfte Einheit. Das Stadion fungierte als monumentale Bühne staatlicher Selbstdarstellung, auf der Macht räumlich sichtbar und kollektiv erfahrbar werden 54
Kurz darauf folgte eine deutliche Verschärfung staatlicher Sicherheitsmassnahmen, die den Handlungsspielraum politischer Opposition zusätzlich einschränkten und zur weiteren Konsolidierung der Diktatur beitrugen. Historisch steht das Attentat daher weniger für einen isolierten Gewaltakt als für den politischen Kontext, in dem Gewalt, staatliche Reaktion und Systemstabilisierung eng miteinander verflochten waren. Der Anschlag traf nicht nur eine politische Führungsfigur, sondern eine inszenierte Ordnung aus Massenmobilisierung, Symbolpolitik und räumlicher Macht-
demonstration. Gerade die Stadioneröffnung verdichtete diese Verbindung von Architektur, Öffentlichkeit und Staat zu einem Bild politischer Totalität, in dem Macht sichtbar organisiert und kollektiv erfahrbar gemacht wurde. Die Reaktion auf den Anschlag verdeutlicht die Funktionslogik autoritärer Systeme. Politische Gewalt wurde nicht nur als Bedrohung interpretiert, sondern gezielt in politische Legitimation überführt. Neue Sicherheitsgesetze nutzten den Krisenmoment, um Kontrolle und staatliche Eingriffsmöglichkeiten weiter auszubauen. Gewalt von unten wurde dadurch zur Rechtfertigung struktureller Gewalt von oben – ein Mechanismus, der Stabilität weniger durch gesellschaftlichen Konsens als durch Kontrolle, Disziplinierung und Sicherheitsrhetorik erzeugte. Auch die unmittelbare Tötung des 15-jährigen Attentäters verweist auf eine Gesellschaft, die bereits stark politisch mobilisiert war. Die Lynchjustiz ersetzte eine juristische Aufarbeitung durch kollektive Gewalt. In solchen Situationen verschwimmen die Grenzen zwischen staatlicher Ordnung, öffentlicher Dynamik und Gewaltanwendung zunehmend, während Verantwortung diffus bleibt und politische Macht zugleich weiter verdichtet und legitimiert wird. Langfristig destabilisieren Attentate autoritäre Systeme daher nur selten. Häufig tragen sie vielmehr zu deren Stabilisierung bei, indem sie Angst, Bedrohungsnarrative und Sicherheitsrhetorik verstärken. Der Staat erscheint dadurch als Garant von Ordnung und Sicherheit, während Repression als notwendige Schutzmassnahme legitimiert wird.
55
BOLZANO / BOZEN
RENO
EINWOHNER 1931: 41 258 (heute: 107 000); FLÄCHE 1931: ~43 km² (heute: ~52 km²)
A
BIBLIOTECA CIVICA Museumstrase 47
J
B
CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO
K ONMI KINDERGARTEN Mailandstrase 131
Heute: Palazzo degli Uffici Finanziari Gerichtsplatz
C CASA / TEATRO DELLA GIL Drususallee / Viale Druso 1 D CASSA DI RISPARMIO Sparkassenstrase 12 E
CHIESA DI CRISTO RE Christkönigsplatz 1
F COMPLESSO RESIDENZIALE INCIS Dominikanerplatz 30 G ISTITUTO MAGISTRALE GIOVANNI PASCOLI Frontkämpferstrasse / Manlio Longonstrasse H
ISTITUTO NAZIONALE ASSICURAZIONI Adolph-Kolping-Strasse / Raffaelo-Sernesi-Strasse
I
ISTITUTO DI ISTRUZIONE SECONDARIA SUPERIORE «GALILEO GALILEI» Luigi-Cadorna-Strase 14
200 m
56
MONUMENTO ALLA VITTORIA Piazza della Vittoria
L PALAZZO ALTI COMANDI Piazza IV Novembre 6 M
PONTE DRUSO / DRUSUSBRÜCKE
N STADIO DRUSO Triester Strasse 19 O STAZIONE DI BOLZANO Bahnhofsplatz P TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA Gerichtsplatz Q WOHNGEBÄUDE INA Piazza IV Novembre 4
K
1 km
I
GRIES-SAN QUIRINO
G
L Q
PIAZZA DELLA VITTORIA
J
A
D
CENTRO-PIANI DI BOLZANO-RENCIO
H
P Talfer
B E
F O
M C EUROPA-NOVACELLA
Eisack
N
57
ITALIANISIERUNG IN BOZEN
Bozen kam nach dem Ende des Ersten Weltkriegs infolge des Vertrags von Saint-Germain 1919 zusammen mit Südtirol von Österreich an Italien und wurde in den folgenden Jahrzehnten gezielt in den italienischen Nationalstaat integriert. In den 1920er- und 1930er-Jahren entwickelte sich die Stadt zu einem zentralen Schauplatz dieser Politik. Während die mittelalterliche Altstadt weiterhin das historische Zentrum der deutschsprachigen Bevölkerung bildete, entstand südlich davon ein neuer Stadtteil mit breiten Strassen, monumentalen Plätzen und Verwaltungsgebäuden. Die Stadterweiterung war damit nicht nur funktionale Stadtentwicklung, sondern auch Ausdruck staatlicher Präsenz.
Die Spannungen um das Siegesdenkmal setzten sich auch nach 1945 fort. Im Verlauf des Südtirolkonflikts wurde das Denkmal in den 1960er-Jahren mehrfach Ziel von Anschlägen auf staatliche Einrichtungen. Das Denkmal blieb ein zentraler Erinnerungsort und Symbol der Auseinandersetzungen um Identität, Geschichte und Zugehörigkeit.
Architektur und Städtebau wurden gezielt eingesetzt, um Modernität und Autorität sichtbar zu machen. Ein besonders symbolträchtiges Bauwerk ist das von Marcello Piacentini entworfene Monumento alla Vittoria, das 1928 an der Grenze zwischen Altstadt und neuem Stadtviertel eingeweiht wurde. Mit seiner triumphalen Formensprache und der provokativen Inschrift HIC PATRIAE FINES SISTE SIGNA. HINC CETERA DISCANT («Setze hier die Grenzen des Vaterlandes. Von hier aus sollen die anderen lernen.») sollte es den italienischen Sieg im Ersten Weltkrieg und die Zugehörigkeit Südtirols zu Italien symbolisieren. Für viele deutschsprachige Südtiroler wurde es hingegen zum Zeichen politischer Dominanz und kultureller Überformung.
Der Umgang mit diesem Monument zeigt bis heute die Schwierigkeit, historisch belastete Architektur in einen zeitgemässen gesellschaftlichen Kontext einzuordnen. Anstelle eines Rückbaus setzt man heute auf historische Kontextualisierung und kritische Vermittlung, um die politische Entstehungsgeschichte des Bauwerks sichtbar zu machen.
Parallel dazu entstand im Süden der Stadt eine Industriezone, in der unter anderem Montecatini grosse Fabrikanlagen errichtete. Mit der Industrialisierung kamen zahlreiche Arbeitskräfte aus anderen Regionen Italiens nach Bozen und prägten die Bevölkerungsstruktur nachhaltig. 58 58
Auch die Piazza della Vittoria geriet in den Mittelpunkt dieser Debatten: Eine 2002 erfolgte Umbenennung in Piazza della Pace sollte ein Zeichen der Versöhnung setzen, wurde jedoch kontrovers diskutiert und nach einem Referendum 2003 wieder rückgängig gemacht.
BOLZANO, MONUMENTO ALLA VITTORIA, UM 1928 1926 –1928 errichtet; Symbol der Italianisierung Südtirols nach dem Ersten Weltkrieg. 59 59
Bolzano nahm innerhalb der Architektur- und Stadtentwicklungspolitik der Zwischenkriegszeit eine besondere Rolle als Grenzstadt ein. Der Ausbau neuer Stadtquartiere und Industrieanlagen war Teil einer gezielten staatlichen Siedlungs- und Infrastrukturpolitik, die auf eine stärkere Einbindung der nördlichen Grenzregion in den italienischen Staat abzielte. Mit der Ansiedlung italienischsprachiger Arbeitskräfte und dem Ausbau der Industrie wurde die Stadt wirtschaftlich und demografisch nachhaltig verändert. Die gesellschaftliche Situation war dabei von erheblichen Spannungen gekennzeichnet. Während die zugewanderte italienischsprachige Bevölkerung die staatliche Politik vielfach unterstützte, lehnte ein grosser Teil der deutschsprachigen Bevölkerung die Eingriffe in ihre kulturellen und sprachlichen Rechte ab. Nach 1943 geriet Bolzano unter deutsche Kontrolle und wurde Teil der Operationszone Alpenvorland. Widerstand gegen die Besatzung wurde konsequent verfolgt; zahlreiche Menschen wurden über das Durchgangslager Bozen deportiert. Anders als in vielen anderen Städten blieb der historische Stadtkern weitgehend unverändert. Stattdessen entstand ab 1935 westlich des Talferflusses auf trockengelegtem Gelände eine gross angelegte Stadterweiterung mit rechtwinkligem Strassenraster, neuen Wohnquartieren und öffentlichen Bauten. Die Architektur dieser Zeit prägt das Stadtbild bis heute. Charakteristisch sind monumentale Verwaltungsbauten, grosszügige Platzanlagen und rationalistisch geprägte Wohnsiedlungen, die sich bewusst von der kleinteiligen historischen Altstadt absetzen. Zu den bedeutendsten Bauwerken zählen das 1928 nach Plänen von Marcello Piacentini errichtete Monumento alla Vittoria sowie das 1942 fertiggestellte Casa del Fascio / Palazzo del Littorio, das heutige Finanzamt, dessen monumentales Reliefprogramm bis heute zu den markantesten Zeugnissen dieser Epoche zählt.
60
TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA 1939–1956, Paolo Rossi de Paoli, Michele Busiri Vici 61
62
STAZIONE DI BOLZANO 1927–1929, Mazzoni Angiolo, Franz Ehrenhöfer (Skulpturen)
63
TEATRO DELLA GIL 1934–1936, Francesco Mansutti, Gino Miozzo
64
CASA DELLA GIL 1934–1936, Francesco Mansutti, Gino Miozzo
CASA DELLA GIL Detail 65
66
ISTITUTO MAGISTRALE GIOVANNI PASCOLI 1930er-Jahre, Architekt nicht eindeutig belegt
WOHNGEBÄUDE INA 1935 –1937 — Paolo Rossi de Paoli
ONMI KINDERGARTEN 1930er-Jahre, Architekt nicht eindeutig belegt
STADIO DRUSO 1928 –1930, Ettore Sottsass
STAZIONE DI BOLZANO 1927–1929, Angiolo Mazzoni 67
CASSA DI RISPARMIO 1938 – 1940, Francesco Rossi, Guido Pellizzari
68
PALAZZO ALTI COMANDI 1934 –1935, Marcello Piacentini, militärische Bauverwaltung
MONUMENTO ALLA VITTORIA 1926–1928, Marcello Piacentini, Arturo Dazzi (Skulpturen) 69
ISTITUTO NAZIONALE ASSICURAZIONI 1930er-Jahre — staatliche Bauverwaltung
70
COMPLESSO RESIDENZIALE INCIS 1926–1928, Alberto Calza Bini, Dario Barbieri
ISTITUTO DI ISTRUZIONE SECONDARIA SUPERIORE «GALILEO GALILEI» 1930er-Jahre, Architekt nicht eindeutig belegt
71
CHIESA DI CRISTO RE 1940, Guido Pellizzari 72
BIBLIOTECA CIVICA 1928, Architekt nicht eindeutig belegt
73
74
CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO 1939–1942, Guido Pellizzari, Francesco Rossi, Luis Plattner
75
BIBLIOTECA CIVICA Museumstrasse 47, Bozen 1928 — Architekt nicht eindeutig belegt Die Biblioteca Civica entstand im Zuge des Ausbaus der kommunalen Kulturinfrastruktur während der Zwischenkriegszeit. Der Bau verbindet eine funktionale innere Organisation mit zurückhaltender Monumentalität. Heute dient das Gebäude weiterhin als Stadtbibliothek (Biblioteca Civica di Bolzano / Stadtbibliothek Bozen) mit Ausleihe, Veranstaltungsräumen und kulturellem Programm. RAZIONALISMO / KULTURBAU
CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO Gerichtsplatz 2, Bozen 1939–1942 — Guido Pellizzari, Francesco Rossi, Luis Plattner Der Finanzverwaltungsbau zeichnet sich durch eine repräsentative und streng gegliederte Fassadenarchitektur aus. Die klare Symmetrie unterstreicht seine institutionelle Funktion. Heute Sitz der Finanzverwaltung und weiterer staatlicher Ämter (Agenzia delle Entrate ). MONUMENTALKLASSIZISMUS / PARTEIARCHITEKTUR
CASA / TEATRO DELLA GIL Drususallee 1, Bozen 1934–1936 — Francesco Mansutti, Gino Miozzo Das Jugend- und Sportzentrum vereint Bildungs-, Freizeit- und Versammlungsfunktionen in einem klar gegliederten Baukörper. Die Architektur folgt einer streng geordneten Volumetrie und betont ihre institutionelle Präsenz im Stadtraum. Das ehemalige Jugendzentrum wird heute kulturell und institutionell genutzt; Teile dienen als Veranstaltungs- und Ausstellungsräume, andere sind öffentliche Einrichtungen. Das Gebäude ist heute vor allem als Casa della Cultura (Ex GIL) bekannt. RAZIONALISMO / JUGEND- UND SPORTARCHITEKTUR
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CASSA DI RISPARMIO Sparkassenstrasse 12, Bozen 1938 –1940 — Francesco Rossi, Guido Pellizzari Der Bau der Cassa di Risparmio verbindet klassische Repräsentationsarchitektur mit vereinfachter Monumentalität. Die Architektur sollte Stabilität, Ordnung und wirtschaftliche Kontinuität symbolisieren und steht exemplarisch für Bank- und Finanzarchitektur der italienischen Zwischenkriegszeit. Noch immer Hauptsitz bzw. wichtiger Standort der Südtiroler Sparkasse. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
CHIESA DI CRISTO RE Christkönigsplatz 1, Bozen 1940 — Guido Pellizzari Die Chiesa di Cristo Re entstand im Zuge der Stadterweiterungen und verbindet traditionelle sakrale Typologien mit reduzierter Monumentalität. Zugleich verdeutlicht sie die Einbindung religiöser Architektur in die städtebauliche Neuordnung der Stadt. Sie entstand als Pfarrkirche der neuen Stadterweiterung und unterstreicht deren repräsentativen Charakter. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SAKRALBAU
COMPLESSO RESIDENZIALE INCIS Dominikanerplatz 30, Bozen 1926–1928 — staatliches Wohnbauprogramm (INCIS) Die Wohnanlage diente der Unterbringung von Staatsangestellten und folgt rationellen Wohnbauprinzipien. Zurückhaltend repräsentative Fassaden und standardisierte Grundrisse machen den Bau zu einem exemplarischen Beispiel staatlich gesteuerten Wohnungsbaus. RAZIONALISMO / WOHNBAU
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ISTITUTO MAGISTRALE GIOVANNI PASCOLI Frontkämpferstrasse / Manlio Longonstrasse, Bozen 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt Der Bau wurde als Ausbildungsstätte für Lehrerinnen und Lehrer konzipiert. Funktionale Klarheit und eine vereinfachte klassische Formensprache prägen die Architektur und verweisen auf standardisierte Bildungsbauten dieser Zeit. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU
ISTITUTO NAZIONALE ASSICURAZIONI (INA) Adolph-Kolping-Strasse / Raffaelo-Sernesi-Strasse, Bozen 1930er-Jahre — staatliche Bauverwaltung Der Verwaltungsbau zeichnet sich durch eine monumentale Fassadengliederung und klare Achsialität aus. Die Architektur verleiht staatlichen Sozialinstitutionen im Stadtraum repräsentativen Ausdruck. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
ISTITUTO DI ISTRUZIONE SECONDARIA SUPERIORE «GALILEO GALILEI» Luigi-Cadorna-Strasse 14, Bozen 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt Die grossmassstäblichen Schulbauten verbinden funktionale Organisation mit monumentaler Fassadengliederung. Sie stehen repräsentativ für staatliche Bildungsarchitektur, die technische Ausbildung und wirtschaftliche und technische Modernisierung architektonisch sichtbar machen sollte. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU
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MONUMENTO ALLA VITTORIA Piazza della Vittoria, Bolzano 1926–1928 — Marcello Piacentini, Arturo Dazzi (Skulpturen) Das Siegesdenkmal wurde als Monument für die italienischen Gefallenen im Ersten Weltkrieg errichtet und symbolisierte zugleich den italienischen Herrschaftsanspruch über Südtirol. Der Bau verbindet Triumphbogenmotive mit reduzierter Monumentalität und gilt als Schlüsselwerk politischer Monumentalarchitektur des 20. Jahrhunderts. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
ONMI KINDERGARTEN Milanostrasse 131, Bozen 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt Der Kindergartenbau folgt einer funktionalen Raumplanung mit reduzierter repräsentativer Gestaltung. Er steht exemplarisch für sozialpolitisch motivierte Bildungsund Fürsorgearchitektur. RAZIONALISMO / SOZIALARCHITEKTUR
PALAZZO ALTI COMANDI Piazza IV Novembre 6, Bolzano 1934 –1935 — Marcello Piacentini, militärische Bauverwaltung (Bauherr) Der militärische Verwaltungsbau verbindet funktionale Organisation mit einer monumentalen Fassadengliederung. Seine Architektur verleiht staatlicher Autorität räumlichen Ausdruck. MONUMENTALKLASSIZISMUS / MILITÄRARCHITEKTUR
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TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA Gerichtsplatz, Bozen 1939–1956 — Paolo Rossi de Paoli, Michele Busiri Vici Das Gerichtsgebäude zählt zu den wichtigsten Monumentalbauten der späten Zwischenkriegsmoderne in Südtirol. Die Architektur verbindet rationalistische Grundstruktur mit monumentaler klassischer Formensprache. Am 16. Juli 2026 wurde der Mitteltrakt des Gebäudes durch einen Teileinsturz schwer beschädigt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PONTE DRUSO Drususbrücke, Bozen 1930er-Jahre — staatlicher Ingenieurbau Die Brücke entstand im Zusammenhang mit der Stadterweiterung und der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur. Konstruktion und Funktion stehen hier im Vordergrund. Die sachlich gestaltete Konstruktion verzichtet weitgehend auf monumentale Gesten und steht exemplarisch für funktionalen Ingenieurbau der 1930erJahre. MODERNE / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
STADIO DRUSO Triester Strasse 19, Bozen 1928 –1930 — Ettore Sottsass Die Sportanlage ist Teil der städtischen Sportinfrastruktur und folgt einer funktionalen Stadionarchitektur mit klar gegliederten Tribünenanlagen. Heute Heimstadion des FC Südtirol; mehrfach modernisiert und an die Anforderungen der Serie B angepasst. RAZIONALISMO / SPORTARCHITEKTUR
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STAZIONE DI BOLZANO Bahnhofsplatz, Bozen 1927–1929 — Mazzoni Angiolo Der Bahnhof wurde im Zuge der Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur umgebaut. Der Bahnhof verbindet monumentalklassizistische Fassadengestaltung mit funktionaler Verkehrsarchitektur und steht exemplarisch für die infrastrukturelle Integration Südtirols in den italienischen Staat. MONUMENTALKLASSIZISMUS / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
WOHNGEBÄUDE INA Piazza IV Novembre, Bolzano 1935 –1937 — Paolo Rossi de Paoli Der Wohnbau verbindet rationelle Grundrisse mit einer zurückhaltend monumentalen Fassadengestaltung und steht exemplarisch für den staatlich geförderten Wohnungsbau der 1930er-Jahre. RAZIONALISMO / WOHNBAU
81
CATANIA
EINWOHNER 1931: 227 765 (heute: 297 000); FLÄCHE 1931: ~175 km² (heute: ~183 km²)
A
CASA DEL MUTILATO Piazza Vincenzo Bellini
B
MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET Piazza San Francesco d’Assisi
C PARCO BELLINI Via Etnea / Via Sant’ Euplio D PALAZZO DI GIUSTIZIA Piazza Giovanni Verga E STATUA DELLA GIUSTIZIA Piazza Giovanni Verga F TEATRO METROPOLITAN Via Sant’ Euplio 21
200 m
82
MONTE PO – NESIMA
1 km
D D E BORGO-SANZIO
C C
EF
SAN BERILLO
A
CORSO SICILI
CENTRO
A A BB
SAN LEONE – RAPISARDI
83
Als wichtigstes agrarwirtschaftliches und logistisches Zentrum Ostsiziliens spielte Catania eine zentrale Rolle für Handel, Hafenwirtschaft und Verkehr im Mittelmeerraum. Die Bevölkerung verhielt sich gegenüber der staatlichen Politik über weite Strecken loyal oder pragmatisch. Erst die alliierten Bombardierungen und die Kämpfe während der Invasion Siziliens im Sommer 1943 führten zu einem raschen Zusammenbruch der bestehenden Ordnung. Anders als in vielen italienischen Städten konzentrierten sich die baulichen Eingriffe weniger auf einzelne Monumentalbauten als auf die schrittweise Erweiterung und Neuordnung des Stadtraums. Verwaltungsbauten, Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Sportanlagen sowie neue Verkehrsinfrastrukturen prägten die Entwicklung der Stadt. Im Zuge dieser Modernisierung wurde für das von Armut geprägte Viertel San Berillo ein umfassendes Sanierungsprojekt beschlossen. Während zunächst Sichtschutzwände das Quartier bei offiziellen Staatsbesuchen dem Blick entzog, erfolgte der grossflächige Abriss entlang des heutigen Corso Sicilia erst nach dem Krieg. Trotz zahlreicher Neubauten blieb die historische Struktur Catanias weitgehend erhalten. Dadurch sind die Bauten der Zwischenkriegszeit heute selbstverständlich Teil des gewachsenen Stadtbildes.
84
CASA DEL MUTILATO 1929, Ercole Fischetti 85
MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET 1935, Raffaele Leone (Architektur), Silvestre Cuffaro (Statue), Mimì Maria Lazzaro (Reliefs)
86
MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET 1935, Raffaele Leone (Architektur), Silvestre Cuffaro (Statue), Mimì Maria Lazzaro (Reliefs) 87
IUSTIZIA, PALAZZO DI GIUSTIZIA 1932 / 1953, Mimì Maria Lazzaro
88
PALAZZO DI GIUSTIZIA 1932 / 1953, Francesco Fichera
89
PARCO BELLINI (monumentaler Haupteingang / Erweiterung) 1929–1933, Giuseppe Samonà, Raffaele Autore, Francesco Gesugrande
90
PARCO BELLINI 1929–1933, Giuseppe Samonà, Raffaele Autore, Francesco Gesugrande
91
92
TEATRO METROPOLITAN 1955, Marcello Piacentini, Giorgio Calza Bini, Alberto Calza Bini 93
CASA DEL MUTILATO Piazza Vincenzo Bellini, Catania 1937–1939 — Ercole Fischetti Der Bau entstand als Sitz der Vereinigung der Kriegsversehrten und zählt zu den markantesten Beispielen rationalistischer Architektur in Catania. Monumentale Proportionen, reduzierte Fassadengestaltung und ein prägnanter Eingangsbereich verleihen dem Gebäude eine starke Präsenz. Die plastischen Figuren an der Fassade ergänzen die strenge Geometrie des Baukörpers. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SOZIALARCHITEKTUR
MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET Piazza San Francesco d’ Assisi, Catania 1935 — Raffaele Leone (Architektur), Silvestre Cuffaro (Statue), Mimì Maria Lazzaro (Reliefs) Das Denkmal erinnert an den Kardinal und späteren Seligen Giuseppe Benedetto Dusmet. Die Anlage verbindet Architektur und Skulptur zu einer ausgewogenen Komposition. Sockel, Reliefs und Figur schaffen einen repräsentativen Erinnerungsort, der religiöse Verehrung und städtische Identität miteinander verbindet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
PALAZZO DI GIUSTIZIA Piazza Giovanni Verga, Catania 1932 / 1953 — Francesco Fichera Der Justizpalast gehört zu den bedeutendsten Verwaltungsbauten Siziliens. Die Architektur verbindet monumentale Massstäblichkeit mit einer klar gegliederten, auf Symmetrie und Ordnung ausgerichteten Formensprache. Lokale Materialien, grosszügige Innenräume und die prägnante Fassadenkomposition verleihen dem Gebäude bis heute eine starke städtebauliche Präsenz. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
94
PARCO BELLINI (monumentaler Haupteingang) Via Etnea / Via Sant’ Euplio, Catania 1929–1933 — Giuseppe Samonà, Raffaele Autore, Francesco Gesugrande Die Neugestaltung des Haupteingangs verbindet den 1883 angelegten historischen Stadtpark mit der Via Etnea. Monumentale Freitreppen, Terrassen und Brunnenanlagen übersetzen die Topografie des Geländes in eine klar gegliederte Raumfolge. MODERNE / STÄDTEBAU
TEATRO METROPOLITAN Via Sant’ Euplio 21, Catania 1955 –1956 — Marcello Piacentini, Alberto Calza Bini, Giorgio Calza Bini Das Metropolitan entstand in den Jahren des Wiederaufbaus und gehört zu den bedeutenden Kulturbauten der Nachkriegszeit in Catania. Die grosszügige Eingangssituation, die klare Gliederung und die zurückhaltende Fassadengestaltung NACHKRIEGSMODERNE / KULTURBAU
95
COMO
EINWOHNER 1931: 54 142 (heute: ~85 000); FLÄCHE 1931: ~21.47 km² (heute: ~37km²)
A
ASILO SANT’ ELIA Via Alciato
B CANOTTIERI LARIO Viale Geno C
CASA DEL FASCIO Piazza del Popolo
D
MONUMENTO AI CADUTI Viale Guglielmo Marconi
E
NOVOCOMUM Viale Sinigaglia
F
STADIO GIUSEPPE SINIGAGLIA Viale Sinigaglia
200 m 1 km 96
MONTE OLIMPINO
B F
E
D
CENTRO LAGO ORIENTALE
C GARZOLA
CENTRO LAGO OCCIDENTALE CENTRO STORICO
PRESTINO
COMO BORGHI
A
97
Die unmittelbare Nähe zur Schweizer Grenze machte Como zu einem strategisch bedeutenden Wirtschafts- und Verkehrszentrum. Als Drehscheibe des grenzüberschreitenden Waren-, Personen- und Kapitalverkehrs nahm die Stadt eine Schlüsselrolle im Zoll- und Devisenwesen ein. Die wirtschaftliche Entwicklung Comos wurde zunächst von der lokalen Industrie und ihren Unternehmerfamilien geprägt. Mit zunehmender Dauer des Krieges schwand diese Unterstützung jedoch deutlich. Gleichzeitig gewann die Grenzregion zur Schweiz an strategischer Bedeutung. Die bewaldeten Gebiete rund um den Comer See entwickelten sich zu einem wichtigen Rückzugsraum der Resistenza und zu einer Fluchtroute für Angehörige des Regimes. Im Frühjahr 1945 wurde die Grenzregion um den Comer See zum Rückzugs- und Fluchtraum zahlreicher Funktionäre der Repubblica Sociale Italiana; in Dongo am Comer See wurde Benito Mussolini von Partisanen gefangen genommen und getötet. Anders als in den grossen Metropolen beschränkten sich die Eingriffe auf einzelne Umgestaltungen und Neubauten. Verwaltungs- und Infrastrukturbauten am Hafen, bei der Stadtmauer und an der Piazza del Popolo erweiterten das historische Stadtbild, ohne dessen Grundstruktur zu verändern. Mit Bauten wie der Casa del Fascio und dem Novocomum entwickelte sich Como zu einem der wichtigsten Experimentierfelder der modernen Architektur in Italien. Architekten wie Giuseppe Terragni verbanden klare geometrische Formen, funktionale Grundrisse und innovative Konstruktionen zu einer neuen Architektursprache. Die Gebäude fügen sich bis heute selbstverständlich in den historischen Stadtraum ein. Como gilt deshalb als eines der bedeutendsten Zentren des italienischen Razionalismo.
98
CASA DEL FASCIO 1932 –1936, Giuseppe Terragni 99
NOVOCOMUM 1927–1929, Giuseppe Terragni
100
STADIO GIUSEPPE SINIGAGLIA 1925 –1927, Giovanni Greppi
101
ASILO SANT’ ELIA 1936 –1937, Giuseppe Terragni
102
MONUMENTO AI CADUTI 1931–1933, Giuseppe Terragni, Attilio Terragni (Ingenieur)
103
ASILO SANT’ ELIA Via Alciato, Como 1936 –1937 — Giuseppe Terragni Der Asilo Sant’ Elia zählt zu den bedeutendsten Bildungsbauten des italienischen Razionalismo. Klare Volumetrie, funktionale Grundrissorganisation und eine differenzierte Lichtführung prägen die Architektur. Terragni entwickelte hier eine kindgerechte Raumstruktur, die pädagogische Reformideen mit präziser rationalistischer Formensprache verbindet. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU
CANOTTIERI LARIO Viale Geno, Como 1930 –1931 — Gianni Mantero Die Canottieri Lario ist ein bedeutender Sportbau des Razionalismo. Geometrische Klarheit, horizontale Linien und der markant auskragende Sprungturm bestimmen die architektonische Erscheinung. Die Anlage verbindet funktionale Präzision mit einer eleganten modernen Formensprache. Heute ist es Clubhaus des traditionsreichen Ruder- und Wassersportvereins Canottieri Lario. RAZIONALISMO / SPORTARCHITEKTUR
CASA DEL FASCIO Piazza del Popolo, Como 1932–1936 — Giuseppe Terragni Die Casa del Fascio ist das bedeutendste und schönste Werk des Razionalismo. Ein streng geometrisches Raster, präzise Proportionen und die bewusste Transparenz der Fassaden prägen den Bau. Unabhängig von seiner historischen Funktion gilt das Gebäude als architektonischer Höhepunkt der klassischen Moderne in Italien. Heute ist es Sitz der Guardia di Finanza. Das Gebäude heisst offiziell oft auch Palazzo Terragni. RAZIONALISMO / PARTEIARCHITEKTUR
104
MONUMENTO AI CADUTI Viale Guglielmo Marconi, Como 1931–1933 — Antonio Sant’ Elia, Giuseppe Terragni; Ing. Attilio Terragni Das 33 Meter hohe Denkmal basiert auf einem Entwurf von Antonio Sant’ Elia und verbindet rationalistische Klarheit mit monumentaler Symbolik. Betontragwerk und Natursteinverkleidung verleihen dem Bau eine prägnante Präsenz im Stadtraum. Es gilt als eines der Hauptwerke der italienischen Memorialarchitektur der Moderne. MODERNE / DENKMALARCHITEKTUR
NOVOCOMUM Viale Sinigaglia, Como 1927–1929 — Giuseppe Terragni Das Wohngebäude Novocomum markiert Terragnis erstes Hauptwerk und den Übergang vom Novecento-Klassizismus zum Razionalismo. Horizontale Gliederung, Eckverglasung und eine funktional organisierte Raumstruktur zeigen deutlich den Einfluss der internationalen Moderne. Der Bau gilt als früher Meilenstein der rationalistischen Architektur in Italien. Noch immer überwiegend Wohnhaus mit einigen Büros / Gewerberäumen im Erdgeschoss. RAZIONALISMO / WOHNBAU
STADIO GIUSEPPE SINIGAGLIA Viale Sinigaglia, Como 1925–1927 — Giovanni Greppi Das Stadio Giuseppe Sinigaglia zählt zu den frühen Beispielen moderner Stadionarchitektur in Italien. Charakteristisch sind die klar gegliederte Tribünenstruktur und die funktionale Organisation der Anlage. Der Bau steht exemplarisch für die frühe Verbindung von Sportarchitektur, Stadtentwicklung und moderner Baugestaltung der Zwischenkriegszeit. Fussballstadion des Clubs Como 1907. Wird heute für SerieA-Spiele und Events genutzt. RAZIONALISMO / SPORTARCHITEKTUR
105
FIRENZE
RIFREDI
EINWOHNER 1931: 316 286 (heute: ~360 000); FLÄCHE 1931: ~92 km² (heute: ~102 km²)
A
BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE Piazza dei Cavalleggeri 1
B
MANIFATTURA TABACCHI Via delle Cascine 35
C
PALAZZINA REALE DI SANTA MARIA NOVELLA Piazza della Stazione
D
STAZIONE DI FIRENZE SANTA MARIA NOVELLA Piazza della Stazione
E
TEATRO PUCCINI Via delle Cascine 41
F
STADIO GIOVANNI BERTA Heute: Stadio Artemio Franchi Viale Manfredo Fanti 4
NOVOLLI
B
SOFFIANO
200 m 1 km 106
E
STATUTO
CAMPO DI MARTE
C
F
SANTA LORENZO
D SANTA MARIA NOVELLA 8
SANTA CROCE
Arno
A SANTO SPIRITO
107
Aufgrund seiner herausragenden historischen und kunstgeschichtlichen Bedeutung eignete sich die Stadt Florenz als kulturelles Zentrum von nationaler Bedeutung und Verwaltungsstandort Mittelitaliens in besonderem Masse zu Darstellung nationaler Traditionen und kultureller Kontinuität. Gleichzeitig blieb die gewachsene Stadtstruktur weitgehend unangetastet und bewahrte ihren historischen Charakter. Die gesellschaftliche Entwicklung war von Spannungen geprägt. Während sich Teile der intellektuellen Elite und der Universität den politischen Rahmenbedingungen anpassten, formierte sich nach 1943 ein zunehmend aktiver Widerstand. Im August 1944 wurde Florenz zum Schauplatz heftiger Kämpfe während der Befreiung der Stadt. Beim Rückzug sprengten deutsche Truppen alle Arno-Brücken mit Ausnahme der Ponte Vecchio; deren Zugänge wurden jedoch durch die Zerstörung der angrenzenden Bebauung blockiert. Die grossen Eingriffe konzentrierten sich auf Infrastruktur, Verkehr und Industrie, nicht auf die historische Innenstadt. Die sensible historische Altstadt blieb von grossflächigen Abrissen weitgehend verschont; Veränderungen erfolgten überwiegend an den Rändern des Zentrums. Gleichzeitig entstanden mit der Stazione Santa Maria Novella und der Manifattura Tabacchi bedeutende Beispiele moderner Architektur, die funktionale Rationalität mit den Modernisierungsbestrebungen der Zeit verbanden. Die Bauten der Zwischenkriegszeit sind heute meist unauffällig in das historische Stadtbild eingebunden und sind heute selbstverständlicher Bestandteil des Stadtbildes.
108
TEATRO PUCCINI 1939 – 1940, Architekt nicht eindeutig belegt 109
STADIO GIOVANNI BERTA 1930 –1932, Pier Luigi Nervi
BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE 1911 / 1935, Cesare Bazzani, Vincenzo Mazzei
110
STAZIONE DI FIRENZE SANTA MARIA NOVELLA 1932–1935, Giovanni Michelucci
111
PALAZZINA REALE DI SANTA MARIA NOVELLA 1934 –1935, Angiolo Mazzoni
112
113
MANIFATTURA TABACCHI Hof und hinterer Bau 1933 –1940, Pier Luigi Nervi
114
MANIFATTURA TABACCHI Frontbau Via delle Cascine 1933 –1940, Pier Luigi Nervi
115
BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE Piazza dei Cavalleggeri, Firenze 1911 / 1935 — Cesare Bazzani, Vincenzo Mazzei Die Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze entstand vor dem Ersten Weltkrieg und wurde 1935 vollendet. Der Bau verbindet neoklassizistische Monumentalität mit funktionaler Grossform und steht für den Übergang von liberaler Staatsarchitektur zu den monumentalen Tendenzen der Zwischenkriegszeit. Heute zählt sie zu den wichtigsten Bibliotheken Italiens. MONUMENTALKLASSIZISMUS / KULTURBAU
MANIFATTURA TABACCHI Via delle Cascine, Firenze 1933 –1940 — Pier Luigi Nervi Die Anlage folgt klar funktionalen Prinzipien und zählt zu den bedeutendsten Beispielen rationalistischer Industriearchitektur in Italien. Der Bau steht exemplarisch für industrielle Modernisierung und staatlich organisierte Produktionsarchitektur. Heute wird das Areal als Kultur-, Arbeits- und Veranstaltungsquartier neu genutzt. RAZIONALISMO / INDUSTRIEARCHITEKTUR
PALAZZINA REALE DI SANTA MARIA NOVELLA Piazza della Stazione, Firenze 1934 –1935 — Angiolo Mazzoni Der Repräsentationsbau ergänzt die Bahnhofsanlage als Ort institutioneller und gesellschaftlicher Präsenz. Moderne Formensprache und klassische Eleganz greifen hier ineinander und verleihen dem Gebäude eine zurückhaltend monumentale Wirkung. Heute wird der Bau für Veranstaltungen und kulturelle Nutzungen verwendet. Die Skulptur L’Arno e la sua Vallata wurde von Italo Griselli erschaffen. RAZIONALISMO / STAATSARCHITEKTUR / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
116
STAZIONE DI FIRENZE SANTA MARIA NOVELLA Piazza della Stazione, Firenze 1932–1935 — Giovanni Michelucci Die Stazione Santa Maria Novella gilt als Schlüsselwerk des italienischen Razionalismo. Charakteristisch sind die klare horizontale Gliederung, die funktionale Organisation und die bewusste Abkehr von historisierenden Formen. Der Bau steht exemplarisch für die internationale Ausrichtung der italienischen Moderne der 1930er-Jahre und zählt zu ihren bekanntesten Werken. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
TEATRO PUCCINI Via delle Cascine, Firenze 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt Das Teatro Puccini entstand als Theater- und Veranstaltungshaus der Zwischenkriegszeit. Funktionale Planung und zurückhaltende Monumentalität verbinden sich zu einer Architektur, in der Unterhaltung, Volksbildung und repräsentative Wirkung zusammengeführt werden. Noch heute dient das Gebäude als Theater- und Veranstaltungsort. MODERNE / KULTURBAU
STADIO GIOVANNI BERTA Viale Manfredo Fanti, Firenze (heute: Stadio Artemio Franchi) 1930 –1932 — Pier Luigi Nervi Das Stadio Giovanni Berta ist ein Schlüsselwerk moderner Sportarchitektur der Zwischenkriegszeit. Prägend sind die innovativen Stahlbetonkonstruktionen, vor allem die freitragenden Tribünen und der Marathonturm. Das Stadion gilt als frühes Hauptwerk Pier Luigi Nervis und als bedeutender Beitrag zur europäischen Stadionarchitektur. Es ist bis heute Heimstadion der ACF Fiorentina und wird seit 2024 umfassend saniert. MODERNE / SPORTARCHITEKTUR
117
GENOVA
EINWOHNER 1931: 590 700 (heute: ~565 000); FLÄCHE 1931: ~235 km² (heute: ~240 km²)
A
ARCO DELLA VITTORIA Piazza della Vittoria
B
CASA DEL MUTILATO Corso Aurelio Saffi 1
C
FONTANA DI PIAZZA DE FERRARI Piazza De Ferrari
D
GRATTACIELO NORD Piazza Dante
E
GRATTACIELO PIACENTINI Piazza Dante
F
MERCATO DEL PESCE Piazza Cavour
G
PALAZZO INFPS Piazza della Vittoria
H
PALAZZO DI PIAZZA DANTE Piazza Dante
I
QUESTURA DI GENOVA Via Diaz 2
100 m
118
500 m
MADDALENA SAN VINCENZO
PORTO ANTICO & MOLO
F
C
PIAZZA DANTE
H D E A G
FOCE
PORTORIA
I B CARIGNANO
119
Genua war in der Zwischenkriegszeit einer der wichtigsten Hafenstandorte Italiens und spielte als maritimes Tor zur Welt eine zentrale Rolle für Handel, Industrie und Schifffahrt. Der Hafen, die Werften und die Schwerindustrie prägten die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt und machten sie zu einem der bedeutendsten Infrastrukturstandorte. Die gesellschaftliche Situation war stark von der traditionsreichen Arbeiterkultur der Werft- und Hafenbelegschaften geprägt. Trotz staatlicher Kontrolle blieb die Stadt ein Zentrum oppositioneller Strömungen und des organisierten Widerstands. Im April 1945 zwangen Arbeiter und Partisanen die deutsche Garnison noch vor dem Eintreffen der alliierten Truppen zur Kapitulation. Städtebaulich erfuhr Genua tiefgreifende Veränderungen. Der einschneidendste Eingriff in das historische Stadtgefüge war die weitgehende Abtragung des Colle di Sant’ Andrea. An seiner Stelle entstanden die Piazza Dante, neue Verkehrsachsen und ein modernes Verwaltungs- und Geschäftszentrum. Gleichzeitig konzentrierten sich zahlreiche Projekte auf den Ausbau von Hafenanlagen, Verkehrsachsen und repräsentativen Stadträumen. Mit Anlagen wie der Piazza della Vittoria entstanden grosszügige urbane Räume, die monumentale Architektur mit moderner Verkehrsplanung verbanden. Zu den markantesten Bauwerken dieser Zeit zählt der Grattacielo Piacentini an der Piazza Dante, der bei seiner Fertigstellung im Jahr 1940 mit 108 Metern zu den höchsten Gebäuden Europas gehörte. Die Architektur der Epoche verbindet technische Modernisierung, wirtschaftliche Dynamik und repräsentativen Gestaltungswillen und ist bis heute prägend für das Stadtbild Genuas.
120
ARCO DELLA VITTORIA 1923–1931, Marcello Piacentini 121
QUESTURA DI GENOVA 1930er-Jahre, Giuseppe Crosa di Vergagni
122
QUESTURA DI GENOVA 1930er-Jahre, Giuseppe Crosa di Vergagni 123
PALAZZO INFPS (?) 1936 –1938, Marcello Piacentini
124
PALAZZO INFPS 1936 –1938, Marcello Piacentini
125
CASA DEL MUTILATO 1938, Eugenio Fuselli
126
MERCATO DEL PESCE 1933 – 1935, Mario Bracciolini 127
GRATTACIELO NORD 1935–1937, Giuseppe Rosso
128
PALAZZO DI PIAZZA DANTE 1935 –1940, Marcello Piacentini
GRATTACIELO PIACENTINI 1935 – 1940, Marcello Piacentini 129
130
FONTANA DI PIAZZA DE FERRARI 1936, Giuseppe Crosa di Vergagni 131
ARCO DELLA VITTORIA Piazza della Vittoria, Genova 1923 –1931 — Marcello Piacentini Der Triumphbogen wurde als Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs errichtet. Die monumentale Anlage prägt die städtebauliche Achse der Piazza della Vittoria und verbindet klassische Formensprache mit moderner Monumentalität. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
CASA DEL MUTILATO Corso Aurelio Saffi 1, Genova 1935 –1938 — Eugenio Fuselli Das Gebäude wurde als Sitz der Organisation der Kriegsversehrten errichtet und gehört zu den typischen Verbandsbauten der Zwischenkriegszeit. Die Architektur verbindet monumentale Fassadengliederung mit einer reduzierten klassischen Formensprache. Heute wird der Bau für institutionelle und kulturelle Nutzungen verwendet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SOZIALARCHITEKTUR
FONTANA DI PIAZZA DE FERRARI Piazza De Ferrari, Genova 1936 (Neugestaltung) — Giuseppe Crosa di Vergagni Die Brunnenanlage bildet das zentrale Element der Piazza De Ferrari, dem wichtigsten Platz der Stadt. Die Neugestaltung der 1930er-Jahre integrierte den Brunnen in eine repräsentative städtebauliche Platzgestaltung. Im Zuge der Neugestaltung der Piazza De Ferrari wurde der bestehende Brunnen in eine repräsentative Platzanlage integriert. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STÄDTEBAU
132
GRATTACIELO NORD Piazza Dante, Genova 1935 –1937 — Giuseppe Rosso Der Bau gehört zum Hochhausensemble der Piazza Dante, das im Zuge der Modernisierung der Innenstadt entstand. Die Architektur verbindet moderne Büroorganisation mit einer vertikal betonten Fassadengliederung. Heute wird das Gebäude weiterhin als Bürohaus genutzt. MODERNE / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
GRATTACIELO PIACENTINI Piazza Dante, Genova 1935 –1940 — Marcello Piacentini Die Torre Piacentini war eines der ersten Hochhäuser Italiens und gilt als Symbol der modernen Stadtentwicklung in Genua. Der Bau kombiniert moderne Stahlbetonstrukturen mit einer streng gegliederten Fassadenarchitektur. Bis heute dient das Hochhaus als Büro- und Verwaltungsgebäude. MODERNE / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
MERCATO DEL PESCE Piazza Cavour, Genova 1933 –1935 — Mario Bracciolini Der Mercato del Pesce wurde in den 1930er-Jahren als funktionaler Marktbau für den Fischhandel errichtet. Das Gebäude zeichnet sich durch eine klare architektonische Gliederung und eine sachliche Formensprache aus, die typisch für die öffentliche Architektur dieser Zeit ist. Heute wird das Gebäude teilweise kulturell und gastronomisch genutzt. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
133
PALAZZO INFPS Piazza della Vittoria, Genova 1936 –1938 — Marcello Piacentini Die Verwaltungsbauten entstanden im Zuge der Neugestaltung der Piazza della Vittoria. Die Architektur verbindet monumentale Proportionen mit moderner Büroorganisation. Heute wird das Gebäude weiterhin für Verwaltungs- und Büronutzungen verwendet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PALAZZO DI PIAZZA DANTE Piazza Dante, Genova 1935 –1940 — Marcello Piacentini Der Gebäudekomplex bildet zusammen mit den Hochhäusern Grattacielo Nord und Grattacielo Piacentini das neue Verwaltungs- und Geschäftszentrum der Stadt. Die Anlage zeigt die Verbindung von moderner Stadtplanung und monumentaler Architektur und prägt bis heute das Stadtbild des Quartiers. Heute befinden sich dort vor allem Büros und Geschäftsnutzungen. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
QUESTURA DI GENOVA Via Diaz 2, Genova 1930er-Jahre — Giuseppe Crosa di Vergagni (zugeschrieben) Die Questura entstand im Zuge der Modernisierung staatlicher Verwaltungsstrukturen. Die funktional gegliederte Architektur verbindet sachliche Organisation mit zurückhaltender Monumentalität. Heute dient das Gebäude weiterhin als Polizeipräsidium. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
134
PIAZZA DELLA VITTORIA Städtebauliches Ensemble der Zwischenkriegszeit mit Arco della Vittoria und den angrenzenden Verwaltungs- und Geschäftsbauten. 135
MILANO
EINWOHNER 1931: 992 036 (heute: ~1370 000); FLÄCHE 1931: ~181 km² (heute: ~182 km²)
A
ARENGARIO E SACRARIO DEI MARTIRI FASCISTI Piazza del Duomo
J
PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA Corso di Porta Vittoria 43
B
BANCA DI BRESCIA Via Cordusio 5
K
PALAZZO DELLA BORSA / MEZZANOTTE Piazza degli Affari 6
C
BANCA DI ROMA Piazza Tommaso Edison 1
L PALAZZO DI GIUSTIZIA Corso di Porta Vittoria
D CA’ BRUTTA Via Moscova / Via Andrea Appiani / Caesare Mangili / Bonaventure Cavalieri E
CASA DEL MUTILATO Via Carlo Freguglia 14
F
CIMITERO MONUMENTALE Cimitero Monumentale
M
PALAZZO DELL’ INPS Piazza Giuseppe Missori
N
PALAZZO MISSORI Via Maurizio Gonzaga 4
12
O PLANETARIO DI MILANO Corso Venezia / Giardini Indro Montanelli
RR
P STAZIONE CENTRALE Piazza Duca d’ Aosta
G OSPEDALE NIGUARDA Niguarda H
PALAZZO DEL FASCIO / PALAZZO CASTANI Corso Venezia 47 / Piazza San Sepolcro
I
PALAZZO DELL’ INFORMAZIONE / PALAZZO DEI GIORNALI Piazza Cavour 2
Q TEMPIO DELLA VITTORIA Largo Caduti Milanesi per la Patria R
TRIENNALE DI MILANO Viale Emilio Alemagna 6
SAN VITTORE 200 m 1 km 136
→
G 21
PP
FF
→ SEITE 330
NOLO
PORTA NUOVA
4
D D
RISORGIMENTO
O O
ehemaliges Navigli-System
BRERA
II 13
QUADRILATERO DELLA MODA
CORSO GIACOMO MATTEOTTI B
9
A
CERCHIA DEI NAVIGLI
KK
23
Q
N M
22 2
6
CC B
A
H H
PIAZZA SAN BABILA
PORTA ROMANA
8
LL
N M 14
JJ
E E 137
Als wirtschaftliches und finanzielles Zentrum des Landes kam Milano innerhalb Italiens eine herausragende Bedeutung zu. Als bedeutendster Industriestandort prägten Maschinenbau, Schwerindustrie und Grossunternehmen die Entwicklung der Stadt. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Verwaltungs-, Verkehrs- und Kulturbauten, die Modernität, wirtschaftliche Dynamik und staatliche Repräsentation architektonisch zum Ausdruck brachten. Monumentale Gesten verbanden sich dabei zunehmend mit rationalistischen Gestaltungsprinzipien. Die politische Entwicklung der Stadt verlief widersprüchlich. Obwohl die Bewegung der Machthaber ihren Ursprung in Milano hatte, entwickelte sich die Metropole im Verlauf des Krieges zu einem Zentrum des Widerstands. Ab1943 führten gross angelegte Streiks zu erheblichen Störungen der Rüstungsproduktion, während Milano zugleich zum wichtigsten organisatorischen und politischen Zentrum der Widerstandsbewegung in Norditalien wurde. Städtebaulich erfuhr die Stadt tiefgreifende Veränderungen. Für die Anlage der Piazza San Babila und des Corso Matteotti wurden Teile der historischen Altstadt umgestaltet und ältere Quartierstrukturen aufgegeben. Gleichzeitig wurde ein grosser Teil des innerstädtischen Navigli-Systems eingedeckt und neuen Verkehrsflächen geopfert. Diese Eingriffe schufen jene breiten Strassenräume und Sichtachsen, die das moderne Milano bis heute prägen. Zu den bedeutendsten Bauwerken dieser Epoche zählen die monumentale Stazione Centrale von Ulisse Stacchini oder der Palazzo dell’ Arte (Triennale di Milano) von Giovanni Muzio aus dem Jahr 1933. Nach 1945 blieben viele dieser Gebäude nicht nur erhalten, sondern wurden zum Bezugspunkt späterer Architektur. Klare Fassadengliederungen, monumentale Stadträume und reduzierte Formensprachen wurden von zahlreichen Nachkriegsbauten aufgegriffen, wodurch sich in Milano unterschiedliche Schichten der Architektur des 20. Jahrhunderts bis heute zu einem vielschichtigen urbanen Gesamtbild überlagern.
138
PALAZZINA REALE DI SANTA MARIA NOVELLA 1934 –1935, Angiolo Mazzonii
BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE 1911–1935, Cesare Bazzani, Vincenzo Mazzei
STAZIONE CENTRALE 1913 / 1931, Ulisse Stacchini 139
OSPEDALE NIGUARDA Kapelle
OSPEDALE NIGUARDA Hinterbau mit Laboren, Radiotherapie, Nuklearmedizin, …
140
OSPEDALE NIGUARDA Frontbau, Eingang 1932, Giulio Ulisse Arata
141
BANCA DI ROMA Piazza Tommaso Edison 1941, Cesare Scoccimarro
142
BANCA DI ROMA Via Santa Maria Fulcorina 1941, Cesare Scoccimarro
PALAZZO DEL FASCIO / PALAZZO CASTANI 1935 / 1940, Piero Portaluppi 143
PALAZZO DI GIUSTIZIA Via Carlo Freguglia / Via San Barnaba 1932 –1940, Marcello Piacentini 144
PALAZZO DI GIUSTIZIA Corso di Porta Vittoria 1932 –1940, Marcello Piacentini 145
CA’ BRUTTA Via Andrea Appiani / Bonaventure Cavalieri
146
CA’ BRUTTA Via Andrea Appiani / Caesare Mangili
CA’ BRUTTA Via della Moscova 1919–1922, Giovanni Muzio
147
TRIENNALE DI MILANO Viale Emilio Alemagna
148
TRIENNALE DI MILANO Parco Sempione 1931–1933, Giovanni Muzio 149
CASA DEL MUTILATO 1938 –1942, Luigi Lorenzo Secchi
150
PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA Heute: Palazzo della Camera del Lavoro 1930 –1933, Angelo Bordoni, Luigi Caneva, Antonio Carminati 151
PALAZZO DELL’ INFORMAZIONE / PALAZZO DEI GIORNALI 1938 –1942, Giovanni Muzio
152
PALAZZO MISSORI 1933–1938, Marcello Piacentini 153
BANCA DI BRESCIA 1928, Architekt nicht eindeutig belegt
154
PALAZZO DELL’ INPS 1930, Marcello Piacentini
PALAZZO MEZZANOTTE / PALAZZO DELLA BORSA 1928 –1931, Paolo Mezzanotte 155
TEMPIO DELLA VITTORIA 1927–1928, Giovanni Muzio, Alberto Alpago Novello 156
CIMITERO MONUMENTALE – EDICOLA FAMIGLIA BERNOCCHI 1936, Alessandro Minalin, Giannino Castiglioni (Bildhauer) 157
PLANETARIO DI MILANO (Civico Planetario Ulrico Hoepli) 1929–1930, Piero Portaluppi
158
ARENGARIO E SACRARIO DEI MARTIRI FASCISTI 1937–1942, Piero Portaluppi
159
ARENGARIO E SACRARIO DEI MARTIRI FASCISTI Piazza del Duomo, Milano 1937–1942 — Piero Portaluppi Die beiden Arengario-Bauten entstanden im Zuge der monumentalen Neugestaltung der Piazza del Duomo. Der Bau vereinte administrative, repräsentative und mediale Funktionen und prägte die Platzanlage als zentralen urbanen Repräsentationsraum. Die Architektur verbindet monumentale Klarheit mit vereinfachtem Klassizismus. Heute beherbergt der Palazzo dell'Arengario das Museo del Novecento. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
BANCA DI BRESCIA Via Cordusio 5, Milano 1928 — Architekt nicht eindeutig belegt Der Bankbau entstand im Kontext der wirtschaftlichen Expansion der 1920er-Jahre. Klassische Repräsentationsformen und reduzierte Monumentalität verleihen dem Gebäude eine klare institutionelle Präsenz. Heute wird der Bau weiterhin für Bankund Büronutzungen verwendet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
BANCA DI ROMA Piazza Tommaso Edison 1, Milano 1941 — Cesare Scoccimarro Der repräsentative Bankbau verbindet funktionale Organisation mit monumentaler Fassadengestaltung. Die Architektur steht exemplarisch für die Finanzarchitektur der späten Zwischenkriegszeit. Das Gebäude wird bis heute als Büro- und Verwaltungsbau genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
160
CA’ BRUTTA Via Moscova, Via Moscova / Via Andrea Appiani / Caesare Mangili / Bonaventure Cavalieri, Milano 1919–1922 — Giovanni Muzio Die Ca’ Brutta gilt als Schlüsselwerk der frühen Novecento-Architektur in Milano und markiert den Übergang zur italienischen Moderne. Der Bau verbindet klassische Ordnung mit reduzierter Monumentalität und markiert den Übergang von historisierenden Formen zu moderner Architektur. Heute dient das Gebäude weiterhin als Wohn- und Geschäftshaus. NOVECENTO / WOHNBAU
CASA DEL MUTILATO Via Carlo Freguglia 14, Milano 1938 –1942 — Luigi Lorenzo Secchi Der Bau entstand als Sitz einer Veteranenorganisation für Kriegsversehrte. Funktionale Organisation und zurückhaltende Monumentalität verbinden sich zu einem exemplarischen Bau sozialpolitisch geprägter Verbandsarchitektur. Heute wird das Gebäude für institutionelle und kulturelle Nutzungen verwendet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SOZIALARCHITEKTUR
CIMITERO MONUMENTALE – Edicola Famiglia Bernocchi Cimitero Monumentale, Milano 1936 — Alessandro Minalin, Giannino Castiglioni (Bildhauer) Das Grabmonument verbindet traditionelle Memorialarchitektur mit moderner Formensprache und steht exemplarisch für die Integration moderner Gestaltungsprinzipien in funeräre Architektur der Zwischenkriegszeit. MODERNE / DENKMALARCHITEKTUR
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OSPEDALE NIGUARDA Niguarda, Milano 1932 — Giulio Ulisse Arata Der Krankenhauskomplex zählt zu den bedeutendsten medizinischen Grossanlagen der Zwischenkriegszeit. Die Anlage verbindet funktionale Pavillonstrukturen mit rationalistischer Formensprache und steht exemplarisch für moderne Gesundheitsinfrastruktur. Heute ist das Ospedale Niguarda eines der wichtigsten Krankenhäuser Milanos. RAZIONALISMO / SOZIALARCHITEKTUR
PALAZZO DEL FASCIO / PALAZZO CASTANI Corso Venezia 47 / Piazza San Sepolcro, Milano 1935 –1940 — Piero Portaluppi Der historische Palazzo wurde im 15. Jahrhundert errichtet und in den 1930er-Jahren umfassend umgebaut. Portaluppi ergänzte den Bestand durch einen Turm und einen neuen Flügel, wodurch historische Bausubstanz und monumentale Moderne miteinander verschränkt werden. Heute wird der Bau weiterhin für institutionelle und administrative Zwecke genutzt. RAZIONALISMO / PARTEIARCHITEKTUR
PALAZZO DELL’ INFORMAZIONE / PALAZZO DEI GIORNALI Piazza Cavour 2, Milano 1938 –1942 — Giovanni Muzio Der Verlagssitz entstand für die Zeitung Il Popolo d’ Italia, das zentrale Presseorgan des Regimes. Monumentale Klarheit und eine klassisch gegliederte Fassade verleihen dem Bau eine starke repräsentative Präsenz. Heute wird das Gebäude vor allem für Büro- und Mediennutzungen verwendet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / KULTURBAU
162
PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA Corso di Porta Vittoria 43, Milano 1930 –1933 — Angelo Bordoni, Luigi Caneva, Antonio Carminati Der Bau entstand als Sitz der Industriegewerkschaften. Die Architektur verbindet funktionale Organisation mit repräsentativer Monumentalität und steht exemplarisch für korporative Verwaltungsarchitektur des Regimes. Heute wird das Gebäude überwiegend als Bürohaus genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PALAZZO DELLA BORSA / PALAZZO MEZZANOTTE Piazza degli Affari 6, Milano 1928–1931 — Paolo Mezzanotte Der Palazzo Mezzanotte ezählt zu den wichtigsten Finanzbauten Italiens der Zwischenkriegszeit. Die Architektur verbindet monumentale Klarheit mit klassischer Fassadenordnung und gilt als eines der bedeutendsten Beispiele wirtschaftlicher Repräsentationsarchitektur der Zwischenkriegszeit. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
PALAZZO DI GIUSTIZIA Corso di Porta Vittoria, Milano 1932–1940 — Marcello Piacentini Der Justizpalast gehört zu den grössten Verwaltungsbauten seiner Zeit. Die Architektur verbindet monumentale Massivität mit einer vereinfachten klassischen Ordnung und steht exemplarisch für die repräsentative Verwaltungsarchitektur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Bis heute dient das Gebäude als Justizzentrum Milanos. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
163
PALAZZO DELL’ INPS Piazza Giuseppe Missori, Milano 1930 — Marcello Piacentini Der Verwaltungsbau des staatlichen Sozialversicherungsinstituts verbindet funktionale Organisation mit monumentaler Fassadensprache. Er steht exemplarisch für die architektonische Präsenz staatlicher Sozialinstitutionen der Zwischenkriegszeit. Das Gebäude dient bis heute Verwaltungs- und Büronutzungen. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PALAZZO MISSORI Via Maurizio Gonzaga 4 – 6, Milano 1933 –1938 — Marcello Piacentini Der Palazzo Missori ist ein bedeutendes Beispiel des Razionalismo der 1930er-Jahre. Der Bau zeichnet sich durch seine klare Fassadengliederung, monumentale Proportionen und eine streng geordnete Fensterstruktur aus. Als Eckgebäude an der Piazza Missori prägt es bis heute das Stadtbild im historischen Zentrum von Milano. Heute dient das Gebäude als Büro- und Geschäftshaus. RAZIONALISMO / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
PLANETARIO DI MILANO Corso Venezia / Giardini Indro Montanelli, Milano 1929 –1930 — Piero Portaluppi Das Planetarium entstand als wissenschaftliche Bildungsinstitution und zählt zu den wichtigsten Beispielen rationalistisch geprägter Kulturarchitektur. Der Bau verbindet klare geometrische Formen mit klassischer Monumentalität. Heute wird das Civico Planetario Ulrico Hoepli weiterhin als Planetarium und Veranstaltungsort genutzt. RAZIONALISMO / KULTURBAU
164
STAZIONE CENTRALE Piazza Duca d’ Aosta, Milano 1913 /1931 — Ulisse Stacchini Die Stazione Centrale Milano zählt zu den grössten Verkehrsbauten Europas. Die Architektur verbindet monumentalen Klassizismus mit moderner Ingenieurbaukunst und steht exemplarisch für die Verbindung von Infrastruktur, Technik und staatlicher Repräsentation. Bis heute ist die Milano Centrale einer der wichtigsten Bahnhöfe Italiens. MONUMENTALKLASSIZISMUS / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
TEMPIO DELLA VITTORIA Largo Caduti Milanesi per la Patria 1927–1928 — Giovanni Muzio, Alberto Alpago Novello Das Denkmal entstand im Kontext der nationalen Erinnerungskultur nach dem Ersten Weltkrieg. Die Architektur verbindet sakrale Symbolik mit monumentaler Klarheit und steht exemplarisch für staatliche Memorialarchitektur. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
TRIENNALE DI MILANO (Palazzo dell’ Arte) Viale Emilio Alemagna 6, Milano 1931–1933 — Giovanni Muzio Der Bau entstand als Ausstellungsgebäude für Architektur, Design und Kunst. Die Architektur verbindet monumentale Klarheit mit moderner Formensprache und steht exemplarisch für kulturelle Repräsentationsarchitektur der italienischen Moderne. Heute zählt die Triennale Milano zu den international bedeutendsten Zentren für Design, Architektur und zeitgenössische Ausstellungen. MODERNE / KULTURBAU
165
NAPOLI
EINWOHNER 1931: 839 390 (heute: ~920 000); FLÄCHE 1931: ~112 km² (heute: ~119 km²)
A
BANCO DI NAPOLI Via Toledo 177–178
B
BANCA NAZIONALE DEL LAVORO Via Toledo 126
C
CASA DEL MUTILATO Piazza Carità
D
PALAZZO DELLA PROVINCIA Piazza Matteotti 1
E
PALAZZO INTENDENZA DI FINANZA Via Armando Diaz 11
F
PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Piazza Matteotti 2
G
STAZIONE MARITTIMA Molo Angioino, Porto di Napoli
H
PALAZZO DELL’ ARTE / MOSTRA D’ OLTREMARE Via Enrico Caruso (Fuorigrotta)
VOMERO
H ← MOSTRA D'OLTREMARE (FUORIGROTTA) CHIAIA 100 m 500 m 166
SANITA
CARITÀ CENTRO STORICO
C PIAZZA GIACOMO MATTEOTTI
D
F E
B QUARTIERI SPAGNOLI
PORTO
A
G
SAN FERDINANDO
167
Napoli war in der Zwischenkriegszeit das wichtigste Verwaltungs-, Hafen- und Wirtschaftszentrum SüdItaliens. Als bedeutender Mittelmeerhafen spielte die Stadt eine zentrale Rolle für Handel, Schifffahrt und die Verbindungen zu den italienischen Besitzungen in Afrika. Staatliche Bauprogramme konzentrierten sich auf Infrastruktur, Hafenanlagen und repräsentative öffentliche Gebäude, welche den Anspruch Napolis als moderne Metropole des Südens architektonisch zum Ausdruck bringen sollten. Die Bevölkerung stand den gross angelegten Modernisierungs- und Repräsentationsprojekten jedoch vielfach mit Distanz gegenüber. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Neapel zur am schwersten bombardierten Stadt Italiens und erlitt enorme Zerstörungen sowie hohe zivile Verluste. Nach der deutschen Besetzung im Herbst 1943 erhob sich die Bevölkerung in den Vier Tagen von Neapel gegen die Besatzung und zwang die deutschen Truppen noch vor dem Eintreffen der Alliierten zum Rückzug. Städtebaulich knüpfte die Entwicklung an die bereits im 19. Jahrhundert begonnenen Sanierungsprogramme an. Im Zentrum wurde das dicht bebaute Viertel Carità grossflächig umgestaltet, um Platz für neue Verwaltungsbauten und die Neugestaltung der Piazza Matteotti zu schaffen. Gleichzeitig entstanden zahlreiche Infrastrukturprojekte im Hafenbereich sowie neue öffentliche Einrichtungen. Zu den bedeutendsten Bauwerken dieser Epoche zählen das 1936 von Giuseppe Vaccaro errichtete Palazzo delle Poste mit seiner markanten geschwungenen Marmorfassade sowie die monumentale Stazione Marittima im Hafen. Mit der Mostra d’ Oltremare in Fuorigrotta entstand zwischen 1937 und 1940 zudem eines der grössten Architektur- und Ausstellungsensembles SüdItaliens. Die Anlage verbindet moderne Architektur mit grosszügigen städtebaulichen Kompositionen und zählt bis heute zu den bedeutendsten Zeugnissen der staatlichen Baupolitik der Zwischenkriegszeit. 168
STAZIONE MARITTIMA 1936, Cesare Bazzani 169
PALAZZO CASA DEL MUTILATO 1938 –1940, Camillo Guerra
170
BANCA NAZIONALE DEL LAVORO 1933 –1938, Armando Brasini 171
172
PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI 1931 –1936, Giuseppe Vaccaro, Gino Franzi 173
174
BANCO DI NAPOLI 1939, Marcello Piacentini 175
PALAZZO DELLA PROVINCIA 1936, Marcello Canino, Ferdinando Chiaromonte
176
PALAZZO INTENDENZA DI FINANZA 1937, Marcello Canino 177
178
PALAZZO DELL’ ARTE 1937 –1940, Luigi Piccinato, u.a. 179
BANCO DI NAPOLI Via Toledo 177–178, Napoli 1938 –1940 — Marcello Canino Der Bankbau entstand als Erweiterung der bedeutendsten Finanzinstitution Süditaliens im historischen Zentrum Napolis. Die Architektur verbindet monumentale Fassadengliederung mit moderner Büroorganisation und steht exemplarisch für die staatlich geprägte Verwaltungsarchitektur der späten 1930er-Jahre. Der ehemalige Hauptsitz der Banco di Napoli dient heute als Bankfiliale von Intesa Sanpaolo und beherbergt die Gallerie d’ Italia. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
BANCA NAZIONALE DEL LAVORO Via Toledo 126, Napoli 1933 –1938 — Armando Brasini Der Bau entstand als Sitz der staatlichen Bankinstitution in Napoli. Die Architektur verbindet monumentale Proportionen mit klassisch geprägten Elementen und einer funktionalen Organisation moderner Bankgebäude. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
CASA DEL MUTILATO Piazza Carità, Napoli 1938 –1940 — Camillo Guerra Das Gebäude wurde als Sitz der Organisation der Kriegsversehrten errichtet und steht exemplarisch für die repräsentative Veteranen- und Fürsorgebauten der 1930erJahre. Die Architektur verbindet monumentale Symmetrie mit einer reduzierten klassischen Formensprache. Heute dient der Bau institutionellen und kulturellen Nutzungen. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SOZIALARCHITEKTUR
180
PALAZZO DELLA PROVINCIA Piazza Matteotti 1, Napoli 1936 — Marcello Canino, Ferdinando Chiaromonte Der Verwaltungsbau entstand als Sitz der Provinzverwaltung und bildet einen zentralen Bestandteil der städtebaulichen Neuordnung rund um die Piazza Matteotti. Die Architektur verbindet monumentale Repräsentation mit moderner Verwaltungsorganisation. Heute beherbergt das Gebäude weiterhin Verwaltungsinstitutionen der Metropolitanstadt Napoli. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PALAZZO INTENDENZA DI FINANZA Via Armando Diaz 11, Napoli 1937 — Marcello Canino Der Finanzverwaltungsbau gehört zu einer Gruppe staatlicher Verwaltungsbauten im Zentrum. Seine klar gegliederte Fassadenstruktur verbindet klassische Elemente mit moderner Büroarchitektur. Heute wird das Gebäude weiterhin administrativ genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Piazza Matteotti 2, Napoli 1931 –1936 — Giuseppe Vaccaro, Gino Franzi Das Postgebäude gehört zu den bedeutendsten öffentlichen Bauten der Zwischenkriegszeit. Die Architektur verbindet funktionale Organisation mit einer klaren modernen Formensprache und monumentaler Fassadengestaltung. Noch heute dient das Gebäude als Hauptpostamt. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
181
STAZIONE MARITTIMA Molo Angioino, Porto di Napoli, Napoli 1936 — Cesare Bazzani Der Bau entstand im Zuge der Modernisierung des Hafens von Napoli und diente als Terminal für den internationalen Passagierverkehr. Die Architektur verbindet monumentale Repräsentation mit funktionaler Hafeninfrastruktur. Bis heute dient die Stazione Marittima als zentraler Fähr- und Kreuzfahrthafen Neapels. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
PALAZZO DELL’ ARTE Via Enrico Caruso, Fuorigrotta, Napoli 1937–1940 — Marcello Canino (Planung); Luigi Piccinato (Architekt) Der Palazzo dell’ Arte bildet den architektonischen Mittelpunkt der Mostra d’ Oltremare. Der langgestreckte Baukörper verbindet klassische Symmetrie mit einer reduzierten monumentalen Formensprache. Grosszügige Kolonnaden, klare Proportionen und die rhythmische Fassadengliederung verleihen dem Bau eine markante Präsenz im weitläufigen Ausstellungsgelände. RAZIONALISMO / KULTURBAU
MOSTRA D’OLTREMARE Viale John Fitzgerald Kennedy 54, Fuorigrotta, Napoli 1937–1940 — Marcello Canino (Planung); Luigi Piccinato, u.a. (Architekt) Das Ausstellungsgelände wurde für koloniale und internationale Ausstellungen errichtet und zählt zu den grössten städtebaulichen Projekten der Zwischenkriegszeit in Italien. Die Anlage verbindet grosszügige Platzräume, Pavillons und Gartenanlagen zu einem grossmassstäblichen Ausstellungskomplex. Heute wird das Areal der Mostra d’Oltremare für Messen, Kongresse und Veranstaltungen genutzt. RAZIONALISMO / KULTURBAU
182
MOSTRA D’ OLTREMARE 1937–1940, Marcello Canino (Gesamtplanung), Luigi Piccinato, Carlo Cocchia, Ferdinando Chiaromonte u. a. 183
MOSTRA D’ OLTREMARE
Die Mostra d’ Oltremare in Napoli wurde zwischen 1937 und 1940 unter der Herrschaft von Benito Mussolini errichtet und stellt ein bedeutendes Beispiel für die enge Verflechtung von Architektur, Politik und Ideologie in der Zwischenkriegszeit dar. Als gross angelegte Ausstellungsanlage diente sie der Inszenierung italienischer Kolonialpolitik und der visuellen Manifestation imperialer Ambitionen. Die Anlage war dabei weit mehr als ein reines Ausstellungsgelände: Sie diente als repräsentativer Raum staatlicher Selbstdarstellung, in dem politische Macht durch Architektur, Städtebau und öffentliche Inszenierung sichtbar gemacht wurde.
Auch architektonisch spiegelt die Mostra d’ Oltremare diese politischen Zielsetzungen wider. Die Anlage folgt den Prinzipien des Razionalismo, der sich durch klare geometrische Formen, monumentale Dimensionen und streng gegliederte Raumachsen auszeichnet. Die weitläufigen Plätze, symmetrischen Achsen und repräsentativen Baukörper erzeugen ein Bild von Ordnung, Kontrolle und Dauerhaftigkeit. Architektur wurde dadurch selbst zum Träger politischer Botschaften und vermittelte den Anspruch eines modernen, technisch fortschrittlichen und zugleich historisch legitimierten Staates.
Im Zentrum der Mostra d’ Oltremare stand die Darstellung der sogenannten «Überseegebiete», insbesondere der afrikanischen Kolonien wie Libyen und Italienisch-Ostafrika. Die Ausstellung war keineswegs neutral konzipiert, sondern gezielt darauf ausgerichtet, koloniale Expansion als Zeichen nationaler Stärke und kultureller Überlegenheit zu präsentieren. Die kolonisierten Gebiete erschienen dabei weniger als reale Lebensräume denn als symbolische Projektionsflächen imperialer Vorstellungen. Architektur, Ausstellungen und visuelle Inszenierungene erzeugten gemeinsam ein idealisiertes Bild eines modernen und expansiven Staates, der seinen politischen Einfluss über das Mittelmeer und den afrikanischen Kontinent hinaus ausdehnen wollte.
Besonders charakteristisch ist dabei die Verbindung moderner Bauweisen mit klassisch anmutenden Elementen und monumentalen Proportionen. Diese Kombination verweist auf den Versuch, technische Modernität mit historischen Kontinuitäten zu verbinden und symbolisch an die Vorstellung römischer Grösse anzuknüpfen. Vergangenheit wurde nicht als historischer Abstand verstanden, sondern aktiv in die politische Gegenwart integriert und für staatliche Repräsentation nutzbar gemacht.
Damit fügt sich die Anlage in die allgemeine politische Entwicklung der Zwischenkriegszeit ein, die in vielen europäischen Staaten durch Nationalismus, Expansionismus und autoritäre Herrschaftsformen geprägt war. Grossprojekte wie die Mostra d’ Oltremare dienten nicht allein wirtschaftlichen oder kulturellen Zwecken, sondern sollten kollektive Identität erzeugen, staatliche Ordnung sichtbar machen und politische Loyalität fördern. Öffentlichkeit wurde dabei gezielt gestaltet und räumlich organisiert. 184 184
Während die Mostra d’ Oltremare ursprünglich der kolonialen und imperialen Selbstdarstellung des Regimes diente, werden ihre Räume heute für Konzerte, Messen und kulturelle Veranstaltungen genutzt. Besonders deutlich zeigt sich dieser Bedeutungswandel an der Arena Flegrea, die einst für staatliche Grossveranstaltungen konzipiert wurde und heute zu den wichtigsten Open-Air-Bühnen Süditaliens zählt.
ARENA FLEGREA, MOSTRA D’ OLTREMARE, NAPOLI (FUORIGROTTA) 1936 –1940 als Freilichtarena des Ausstellungsgeländes errichtet; Teil der monumentalen Stadterweiterung von Fuorigrotta. 185 185
PALERMO
EINWOHNER 1931: 389 699 (heute: ~630 000); FLÄCHE 1931: ~155 km² (heute: ~160 km²)
A
BANCO DI SICILIA Via Ruggero Settimo 26
B
CASA DEL MUTILATO Via Alessandro Scarlatti 10
C
CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO Via Alessandro Scarlatti 16
D
PALAZZO DI GIUSTIZIA Piazza Vittorio Emanuele Orlando 2
E
PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Via Roma 320
F
STAZIONE MARITTIMA DI PALERMO Molo Vittorio Veneto, Porto di Palermo
MONTE DI PIETÀ
100 m 500 m 186
F
BORGO VECCHIO
CAPO (SERALCADI)
A CENTRO
E
D
C
B LA LOGGIA (CASTELLAMMARE)
LA KALSA BALLARÒ
187
In der Zwischenkriegszeit entwickelte sich Palermo zu einem bedeutenden Verwaltungs-, Hafen- und Militärzentrum Siziliens. Als wichtige Flottenbasis im westlichen Mittelmeer spielte die Stadt eine zentrale Rolle für die Kontrolle der Seewege zwischen Italien, Nordafrika und dem zentralen Mittelmeerraum. Neue öffentliche Gebäude, Verkehrsinfrastrukturen und Sportanlagen schrieben sich sichtbar in das historische Stadtgefüge ein und verliehen der Stadt ein neues räumliches Selbstverständnis. Die staatliche Politik versuchte, durch umfangreiche Bauprogramme und den Kampf gegen die organisierte Kriminalität ihre Stellung auf Sizilien zu festigen. Die Bindung weiter Teile der Bevölkerung an die politischen Ziele des Staates blieb jedoch oft distanziert und pragmatisch. Während des Zweiten Weltkriegs wurde Palermo durch zahlreiche Luftangriffe schwer getroffen. Als alliierte Truppen im Juli 1943 auf Sizilien landeten, brach die bestehende Ordnung rasch zusammen, und die Bevölkerung leistete kaum Widerstand. Städtebaulich wurde vor allem das historische Zentrum verändert. Der bedeutendste Eingriff war der Ausbau der Via Roma, die als monumentale Verkehrsachse durch die bestehende Altstadt geführt wurde und zahlreiche ältere Quartierstrukturen verdrängte. Entlang dieser neuen Achse entstanden Verwaltungs- und Geschäftsbauten, welche die Modernisierung der Stadt sichtbar machen sollten. Die Architektur dieser Zeit verbindet moderne Bauformen mit regionalen Traditionen und ist bis heute selbstverständlich Teil des Stadtbildes. Zu den markantesten Bauwerken zählt der von Angiolo Mazzoni zwischen 1928 und 1934 errichtete Palazzo delle Poste an der Via Roma. Mit seiner monumentalen Marmorfassade und den klaren geometrischen Formen gehört es zu den bedeutendsten Architekturzeugnissen dieser Epoche in Sizilien.
188
CASA DEL MUTILATO 1940, Giuseppe Spatrisano 189
CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO Via Gaetano Donizetti 190
CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO Via Alessandro Scarlatti 1936 –1937, Antonino Pollaci, Vincenzo Nicoletti 191
192
PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI 1928 –1934, Angiolo Mazzoni 193
PALAZZO DI GIUSTIZIA 1938/1957, Ernesto Rapisardi
194
CASA DEL MUTILATO 1940, Giuseppe Spatrisano 195
196
BANCO DI SICILIA 1936, Salvatore Caronia Roberti 197
STAZIONE MARITTIMA DI PALERMO 1950, Salvatore Caronia Roberti
198
PALERMO – CRUISE TERMINAL Umbau und Refunktionalisierung 2018–2022 — Autorità di Sistema Portuale del Mare di Sicilia Occidentale
199
BANCO DI SICILIA Via Ruggero Settimo 26, Palermo 1936 — Salvatore Caronia Roberti Der Bau entstand als Hauptsitz einer der wichtigsten Banken Siziliens. Die Architektur verbindet monumentale Proportionen mit einer reduzierten klassischen Fassadengestaltung und integriert moderne Bürostrukturen. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
CASA DEL MUTILATO Via Alessandro Scarlatti 10, Palermo 1940 — Giuseppe Spatrisano Das Gebäude wurde für die Organisation der Kriegsversehrten errichtet und gehört zu den typischen Sozial- und Verbandsbauten der Zwischenkriegszeit. Die Architektur verbindet monumentale Symmetrie mit klaren geometrischen Formen. Heute dient das Gebäude institutionellen und kulturellen Nutzungen. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SOZIALARCHITEKTUR
CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO Via Alessandro Scarlatti 16, Palermo 1936 –1937 — Antonino Pollaci, Vincenzo Nicoletti Die Feuerwehrkaserne entstand im Zuge der Modernisierung der städtischen Infrastruktur. Die funktionale Organisation der Anlage spiegelt die zunehmende Professionalisierung öffentlicher Dienste wider. Das Gebäude wird weiterhin von der Feuerwehr genutzt. RAZIONALISMO / STAATSARCHITEKTUR
200
PALAZZO DI GIUSTIZIA Corso Vittorio Emanuele 475, Palermo 1938 / 1957 — Ernesto Rapisardi Der Justizbau wurde als neues Verwaltungszentrum für Gerichtsbehörden errichtet. Die Architektur verbindet klassische Monumentalität mit moderner Verwaltungsarchitektur. Bis heute dient das Gebäude als Justizpalast der Stadt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Via Roma 320, Palermo 1928 –1934 — Angiolo Mazzoni Das Postgebäude gehört zu einer Reihe moderner Infrastrukturprojekte Angiolo Mazzonis in Italien. Die Architektur verbindet funktionale Organisation mit monumentaler Fassadengestaltung. Heute dient das Gebäude weiterhin als Hauptpostamt. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
STAZIONE MARITTIMA DI PALERMO Molo Vittorio Veneto, Porto di Palermo, Palermo 1950 — Salvatore Caronia Roberti Die Stazione Marittima di Palermo entstand 1950 nach Plänen von Salvatore Caronia Roberti als zentrales Passagierterminal des Hafens. Die Anlage knüpft in ihrer klaren Gliederung an die rationalistische Infrastrukturarchitektur der Vorkriegszeit an und bildet den städtebaulichen Abschluss der bereits in den 1930er-Jahren begonnenen Hafenmodernisierung. Im Zuge der Umgestaltung zum Palermo Cruise Terminal wurde das Gebäude 2018 bis 2022 umfassend modernisiert und an neue Anforderungen angepasst. NACHKRIEGSMODERNE / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
201
ROMA
EINWOHNER 1931: 1 008 083 (heute: ~2 750 000); FLÄCHE 1931: ~1 200 km² (heute: ~1 285 km²)
A
CASA DELLA GIL Largo Ascianghi 5
B
CINECITTÀ STUDIOS Via Tuscolana 1055
C
CITTÀ UNIVERSITARIA – LA SAPIENZA Piazzale Aldo Moro 5
D
ISTITUTO STORICO E DI CULTURA DELL’ARMA DEL GENIO Lungotevere della Vittoria 31
E
PALAZZO INA Piazza di Sant’Andrea della Valle
F
PALAZZO DELLE POSTE Via Marmorata 4
G
STAZIONE OSTIENSE Piazzale dei Partigiani
H
STAZIONE TERMINI Piazza dei Cinquecento
200 m 1 km 202
↑ FORO MUSSOLINI (→ SEITE 240)
D
17 24 18 PORTA PIA
PRATI VIA DELLA CONCILIAZIONE 15
VATIKAN
E
C
H
10 1 5
MONTI
PIAZZA DEL CAMPIDOGLIO 16
TRASTEVERE
11 8 VIA DEI FORI IMPERIALI
A
TESTACCIO
Tevere
GARBATELLA
F G
200 m OSTIENDE FOSSE ARDEATINE
B
↓ EUR (→ SEITE 214)
203
INSZENIERTE GESCHICHTE – VIA DELLA CONCILIAZIONE
Die Via della Conciliazione gehört zu den bedeutendsten und zugleich umstrittensten städtebaulichen Eingriffen des 20. Jahrhunderts in Rom. Die zwischen 1936 und 1950 nach Plänen von Marcello Piacentini und Attilio Spaccarelli angelegte Achse verbindet die Engelsburg mit dem Petersplatz und schafft eine direkte Sichtbeziehung zur Kuppel des Petersdoms. Mit ihrer klaren Linienführung, ihrer monumentalen Massstäblichkeit und ihrer symbolischen Bedeutung prägt sie bis heute den Zugang zum Vatikan. Die Entstehung der Strasse steht in engem Zusammenhang mit den Lateranverträgen von 1929, welche die Beziehungen zwischen dem italienischen Staat und dem Heiligen Stuhl neu regelten. Die neue Achse sollte diese Annäherung auch räumlich sichtbar machen und erhielt deshalb den Namen Via della Conciliazione (Strasse der Versöhnung). Architektur und Städtebau wurden dabei zu Instrumenten einer symbolischen Verbindung zwischen Rom und dem Vatikan. Für die Realisierung der Strasse wurde die sogenannte Spina di Borgo weitgehend abgetragen. Dieses Quartier bestand aus einem dichten Geflecht mittelalterlicher und barocker Häuser, enger Gassen, kleiner Plätze und historischer Palazzi, die über Jahrhunderte den Stadtraum zwischen Engelsburg und Petersplatz geprägt hatten. Mit dem Abbruch verschwand ein bedeutender Teil der gewachsenen Stadtstruktur. An seine Stelle trat eine breite, geradlinige Achse, die Bewegung, Blickrichtung und Wahrnehmung neu organisierte. Besonders umstritten ist dabei die Tatsache, dass die neue Strasse eine bereits bestehende städtebauliche Ordnung 204
überlagerte. Die frühere Via Alessandrina beziehungsweise Borgo Nuovo führte gezielt auf das Bronzeportal des päpstlichen Palastes zu und war Teil einer komplexen barocken Rauminszenierung. Mit der neuen Achse wurde dieser historische Stadtraum grundlegend verändert und durch eine monumentale Perspektive ersetzt, die den Petersdom und seine Kuppel unmittelbar in Szene setzt. Der Eingriff folgt dem Prinzip des sogenannten Sventramento, das in zahlreichen italienischen Städten angewendet wurde. Ziel war die Öffnung historischer Stadtstrukturen durch gezielte Abbrüche, um Monumente freizustellen, neue Verkehrsverbindungen zu schaffen und repräsentative Stadträume auszubilden. In Rom erreichte dieses Prinzip eine besonders prägnante Ausformung. Parallel zur Via della Conciliazione entstanden monumentale Achsen wie die Via dell’ Impero (heute: Via dei Fori Imperiali), für deren Anlage ganze Quartiere abgerissen, antike Monumente freigelegt und Teile der historischen Topografie verändert wurden. Die Via della Conciliazioneen ist weit mehr als ein Verkehrsraum: Sie ist Teil der umfassenden Neuordnung des historischen Rom. Viele heute selbstverständliche Sichtachsen, Freiräume und Monumentalräume gehen auf diese Umgestaltungen zurück. Die Antike wurde dabei nicht nur freigelegt, sondern neu interpretiert und inszeniert. Wer Rom heute erlebt, begegnet seinen Monumenten daher oft in einer Form, die wesentlich von den städtebaulichen Vorstellungen der Zwischenkriegszeit geprägt wurde. Die Via della Conciliazione bleibt damit ein sichtbares Zeugnis des Spannungsfelds zwischen historischer Kontinuität, politischer Symbolik und moderner Stadtplanung.
ROMA / STATO DELLA CITTÀ DEL VATICANO, VIA DELLA CONCILIAZIONE 1936 begonnen, 1950 vollendet; monumentale Zufahrtsachse zum Petersdom. 2025 umfassend saniert und für das Heilige Jahr neu gestaltet. 205
Als Hauptstadt des Landes war Rom das politische Zentrum Italiens und der wichtigste Ort staatlicher Repräsentation. Anders als in vielen anderen Städten zielten die städtebaulichen Eingriffe nicht allein auf funktionale Modernisierung, sondern vor allem auf die räumliche Inszenierung politischer Autorität und historischer Kontinuität. Neue Verkehrsachsen, monumentale Platzanlagen und grossräumige Freilegungen antiker Monumente sollten die Verbindung zwischen der Gegenwart und der imperialen Vergangenheit sichtbar machen. Die Nähe zu Regierung, Verwaltung und den zentralen Institutionen des Staates prägte das öffentliche Leben der Stadt. Während die Loyalität gegenüber der politischen Führung lange Zeit vergleichsweise ausgeprägt blieb, entwickelte sich nach der deutschen Besetzung im September 1943 auch in Rom ein aktiver Widerstand. Auf Anschläge und Sabotageakte reagierten die Besatzungsbehörden mit brutalen Vergeltungsmassnahmen, darunter das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen, bei dem 335 Zivilisten ermordet wurden. Keine andere italienische Stadt erlebte derart tiefgreifende Eingriffe in ihre historische Bausubstanz. Für die Anlage der Via dell’ Impero, der heutigen Via dei Fori Imperiali, wurde ein dicht bebautes mittelalterliches Quartier abgetragen. Wenige Jahre später verschwand mit der Spina di Borgo auch das historische Viertel zwischen Engelsburg und Petersdom, um Platz für die Via della Conciliazione zu schaffen. Gleichzeitig entstanden mit dem EUR neue Stadtteile am Rand des historischen Zentrums, die als Modell einer modernen Hauptstadt konzipiert wurden. Zu den bedeutendsten Bauensembles dieser Epoche zählen das EUR-Viertel mit dem Palazzo della Civiltà Italiana und dem Palazzo dei Congressi sowie das heutige Foro Italico. Die Architektur verbindet monumentale Bezüge zur Antike mit einer reduzierten, rationalistischen Moderne und prägt das Stadtbild Roms bis heute.
206
STAZIONE TERMINI 1937/1950, Angiolo Mazzoni (Planung); Annibale Vitellozzi, Massimo Castellazzi u. a. (Fertigstellung) 207
STAZIONE OSTIENSE 1938–1940, Angiolo Mazzoni
208
CASA DELLA GIL 1937, Luigi Moretti
209
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CITTÀ UNIVERSITARIA – LA SAPIENZA 1932–1935, Marcello Piacentini
211
CINECITTÀ 1936 –1937, Gino Peressutti, Carlo Roncoroni
212
PALAZZO DELLE POSTE 1933 –1935, Adalberto Libera, Mario De Renzi
213
ISTITUTO STORICO E DI CULTURA DELL’ ARMA DEL GENIO 1936 –1939, Gennaro De Matteis
214
PALAZZO INA 1937, Marcello Piacentini 215
VIOLET GIBSON / GINO LUCETTI Das Attentat von Violet Gibson am 7. April 1926 in Rom zählt zu den frühen symbolisch bedeutenden Widerstandsakten gegen das Regime. Nach einer Rede Mussolinis auf dem Kapitol näherte sich Gibson der Menge auf der Piazza del Campidoglio und feuerte aus nächster Nähe auf ihn. Das Geschoss streifte lediglich seine Nase, da Mussolini im Moment des Schusses den Kopf bewegte; ein zweiter Schuss löste sich nicht. Der Angriff blieb damit ohne unmittelbare physische Folgen, entfaltete jedoch eine erhebliche politische und mediale Wirkung. Der Anschlag ereignete sich im hochsymbolischen Raum des von Michelangelo gestalteten Kapitolsplatzes, einem zentralen Ort staatlicher Repräsentation. Gerade diese räumliche Einbettung verstärkte die öffentliche Wahrnehmung des Ereignisses. Das Regime nutzte das Attentat unmittelbar propagandistisch, um das Bild eines zugleich bedrohten und unverwundbaren Führers zu inszenieren und daraus Legitimation für eine Verschärfung repressiver Massnahmen zu gewinnen. Das zweite bedeutende Attentat erfolgte am 11. September 1926 durch Gino Lucetti. Der aus anarchistischen Kreisen stammende Regimegegner positionierte sich an der Porta Pia, um Mussolinis Fahrzeugkolonne auf ihrem Weg von der Villa Torlonia zum Regierungssitz abzufangen. Als die Limousine vorbeifuhr, warf er eine Bombe auf das Fahrzeug, die jedoch abprallte und auf der Strasse explodierte. Mehrere Umstehende wurden verletzt, Mussolini selbst blieb unverletzt. Auch hier ist der Ort von besonderer Bedeutung: Die Porta Pia , im 16. Jahrhundert von Michelangelo entworfen, 216
ist ein historisch und nationalpolitisch aufgeladener Stadtraum. Lucettis Angriff war klar politisch motiviert und steht für eine zunehmende Radikalisierung des Widerstands. Das Regime nutzte auch dieses Ereignis zur Legitimation weiterer repressiver Massnahmen. Im selben Jahr folgte mit dem Attentat des 15-jährigen Anteo Zamboni in Bologna ein weiterer Angriff auf Mussolini. Zamboni wurde unmittelbar nach dem Attentatsversuch von der Menge getötet — ein Ereignis, das die bereits stark
erscheint weitgehend als isolierter Akt, während Lucettis Angriff in ein politisch organisiertes oppositionelles Umfeld eingebettet war und eine zunehmende Radikalisierung des Widerstands markiert. Gemeinsam ist den Ereignissen jedoch ihre unmittelbare politische Instrumentalisierung. Das Regime nutzte die Attentate, um das Bild eines bedrohten, zugleich aber unverwundbaren Führers zu inszenieren und daraus Legitimation für eine Verschärfung repressiver Massnahmen zu gewinnen. Gewalt wurde dabei nicht nur als Herausforderung staatlicher Ordnung interpretiert, sondern aktiv in deren Stabilisierung überführt.
politisierte und aufgeheizte gesellschaftliche Stimmung jener Zeit sichtbar machte (Siehe Seite 52/53). Die Attentate des Jahres 1926 verdeutlichen die enge Verknüpfung von politischem Widerstand, räumlicher Symbolik und staatlicher Reaktion. Sowohl die Piazza del Campidoglio als auch die Porta Pia waren historisch aufgeladene Stadträume, deren öffentliche Wirkung die politische Bedeutung der Anschläge zusätzlich verstärkte.
Die weiteren Lebenswege der Beteiligten zeigen zugleich, wie unterschiedlich mit politischer Gewalt umgegangen wurde. Violet Gibson wurde nach dem Attentat verhaftet und später nach Grossbritannien abgeschoben, wo sie den grössten Teil ihres weiteren Lebens in psychiatrischen Einrichtungen verbrachte. Erst in jüngerer Zeit wurde ihre Geschichte als Teil des frühen Widerstands gegen das Regime erneut aufgearbeitet; 2020 erschien mit Violet Gibson: The Irish Woman Who Shot Mussolini ein Dokumentarfilm über ihr Leben und das Attentat. Gino Lucetti wurde zu langjähriger Haft verurteilt und kam erst nach dem Sturz Mussolinis 1943 frei. Noch im selben Jahr starb er während eines Bombenangriffs im Zuge der alliierten Invasion Italiens.
Trotz dieser Parallelen unterscheiden sich die Attentate deutlich in ihrer politischen Einordnung. Gibsons Handlung 217
ROMA – EUR A
ARCHIVIO CENTRALE DELLO STATO Piazzale degli Archivi 27
B
CHIESA DEI SANTI PIETRO E PAOLO Piazzale dei Santi Pietro e Paolo
C
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Piazza Giovanni Agnelli
D
OBELISCO DI MARCONI Piazza Guglielmo Marconi
E
PALAZZO DEI CONGRESSI Piazza John Kennedy
F
PALAZZO DELL’ARTE ANTICA Piazza Giovanni Agnelli 10
G
PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA Quadrato della Concordia
H
PALAZZO DELL’INPS Piazza delle Nazioni Unite 2a
I
PALAZZO DEGLI UFFICI DELL’ENTE / SALONE DELLE FONTANE / ENTE AUTONOMO ESPOSIZIONE UNIVERSALE DI ROMA Via Ciro il Grande
200 m 1 km 218
↑ ROM ZENTRUM (→ SEITE 200)
DO
PORTA IMPERIALE
G
CAR
Tevere
I
DECUMANUS 0
H F D
B
E
DECUMANUS 1
DECUMANUS 2
C DECUMANUS 3
DECUMANUS 4
A
Lago dell’ EUR
DECUMANUS 4
219
E42 – DIE GEPLANTE WELTAUSSTELLUNG 1942
1935 wurde die Planung einer Weltausstellung für das Jahr 1942 initiiert, aus der das Projekt E42 – später EUR – hervorging. Das Vorhaben war weniger als temporäre Ausstellung gedacht denn als dauerhafte südwestliche Stadterweiterung von Rom. Es verband Repräsentation, Stadtplanung und Infrastruktur zu einem langfristig angelegten Raumkonzept und sollte die Leistungsfähigkeit moderner Architektur und modernen Städtebaus demonstrieren. Der Standort im Bereich der Tre Fontane ermöglichte die Ausbildung einer neuen urbanen Achse zwischen historischem Zentrum und Küste. Stadt wurde hier nicht fortgeschrieben, sondern bewusst konstruiert: als klar gegliedertes, geometrisch organisiertes System aus orthogonalen Strassen, hierarchisierten Platzräumen und freigestellten Baukörpern. Grundlage war das Idealbild der antiken römischen Stadt mit ihrem rechtwinkligen Strassennetz aus Cardo und Decumanus. Die monumentale Nord-Süd-Achse des Quartiers übernahm die Funktion des Cardo, während quer dazu verlaufende Strassen und Platzanlagen den Decumanus interpretierten. An die Stelle dichter Blockrandstrukturen traten monumentale Einzelvolumen im landschaftlich gefassten Raum. Architekturtheoretisch markiert das E42 eine bewusste Synthese aus rationalistischer Formklarheit und klassischer Repräsentationslogik. Die Gebäude sind geprägt von reduzierter Geometrie, repetitiven Rasterstrukturen und massiver Materialität. Travertinverkleidungen, rhythmische Arkaden und abstrahierte Säulenmotive verweisen auf antike Vorbilder, werden jedoch in eine formal vereinfachte, tektonisch lesbare Moderne überführt. Das Resultat ist keine 220
historistische Rekonstruktion, sondern eine stilisierte Monumentalität. Der Palazzo della Civiltà Italiana verdichtet diese Prinzipien exemplarisch. Seine repetitive Bogenstruktur übersetzt das Motiv des antiken Kolosseums in ein abstrahiertes, modularisiertes Raster. Die monumentale Wirkung entsteht weniger durch ornamentale Detailfülle als durch serielle Wiederholung, klare Proportionen und geometrische Strenge. Die Weltausstellung selbst fand nicht statt; die Bauarbeiten wurden 1942 eingestellt. Das Areal war jedoch von Beginn an als dauerhaftes Stadtfragment angelegt und wurde nach 1945 weiterentwickelt. Die grundlegende Ordnung aus Achsen, Platzräumen und Gebäudetypologien blieb dabei weitgehend erhalten. Das EUR lässt sich als paradigmatisches Beispiel systematisch gedachter Stadtarchitektur lesen: nicht als isoliertes Ensemble einzelner Bauten, sondern als räumlich durchorganisierte Gesamtkonzeption. Die Bezugnahme auf das antike Modell von Cardo, Decumanus und Forum verbindet sich hiermit den Mitteln der Moderne zu einer idealisierten Stadtlandschaft aus Geometrie, Monumentalität und räumlicher Kontrolle.
GENERALPLAN DER ESPOSIZIONE UNIVERSALE DI ROMA (E42) Generalplan der Esposizione Universale di Roma (E42), um 1938. Der Entwurf bildet die Grundlage des späteren Stadtteils EUR. 221
Das EUR entfaltet seine Wirkung nicht durch einzelne Bauwerke, sondern durch ihre räumliche Inszenierung. Monumentale Solitärbauten stehen in grosszügigen Freiräumen und bilden ein sorgfältig komponiertes Gefüge aus Achsen, Blickbeziehungen und Platzfolgen. Architektur wird hier nicht als Folge geschlossener Strassenräume verstanden, sondern als Abfolge räumlicher Inszenierungen. Bemerkenswert ist der aussergewöhnliche Massstab des Quartiers. Die weiten Distanzen zwischen den Baukörpern lassen den Menschen klein erscheinen und lenken den Blick auf die Gebäude als monumentale Objekte. Licht, Schatten und die helle Oberfläche des Travertins verändern ihre Wirkung im Tagesverlauf und verleihen den Fassaden eine fast skulpturale Präsenz. Im Gegensatz zum historischen Rom, das durch Enge, Überlagerung und räumliche Überraschungen geprägt ist, vermittelt das EUR Ruhe, Klarheit und Distanz. Orientierung entsteht nicht aus der Vielfalt des Stadtraums, sondern aus einer bewusst komponierten Abfolge von Perspektiven. Das Quartier wirkt dadurch weniger wie ein gewachsenes Stadtviertel als vielmehr wie eine gebaute Landschaft, in der Architektur und Städtebau zu einer räumlichen Gesamtkomposition verschmelzen.
222
PALAZZO DELL’ ARTE ANTICA / OBELISCO DI MARCONI 1939 –1942, Pietro Aschieri, Dino Bernardini, Cesare Pascoletti | 1937 –1940, Arturo Dazzi (Obelisco di Marconi) 223
PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA Viale Umberto Tupini
224
PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA 1938 –1943, Ernesto La Padula, Giovanni Guerrini, Mario Romano 225
226
PALAZZO DELL’ INFPS 1939 –1943, Giovanni Muzio, Mario Paniconi, Giulio Pediconi
227
VIALE DELLA CIVITÀ DEL LAVORO Blick vom Palazzo della Civiltà Italiana zum Palazzo dei Congressi
228
PALAZZO DEI CONGRESSI 1938 –1954, Adalberto Libera 229
230
ARCHIVIO CENTRALE DELLO STATO 1938 –1942 / 1953 –1955, Massimo Castellazzi
231
ENTE AUTONOMO ESPOSIZIONE UNIVERSALE DI ROMA Allegorische Darstellung des Flusses Aniene an der Rückseite des Palazzo degli Uffici. Künstler nicht eindeutig überliefert.
232
OBELISCO DI MARCONI 1937–1940, Arturo Dazzi 233
234
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA, Portico 1939 –1941, Pietro Aschieri, Domenico Bernardini, Cesare Pascoletti 235
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Portico Piazza Giovanni Agnelli
236
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Kolonnade Piazza Giovanni Agnelli 237
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Kolonnade Piazza Giovanni Agnelli
238
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Kolonnade 239
GENIO DELLO SPORT / PALAZZO DEGLI UFFICI DELL’ ENTE 1939, Italo Griselli (Skulptur); 1937, Gaetano Minnucci (Architekt)
240
SALONE DELLE FONTANE 1937, Gaetano Minnucci
241
CHIESA SAN PIETRO E PAOLO 1938 –1955, Arnaldo Foschini 242
PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA 1937 –1940, Ernesto La Padula, Giovanni Guerrini, Mario Romano
243
ROMA – FORO MUSSOLINI A
ACCADEMIA FASCISTA MASCHILE DI EDUCAZIONE FISICA Piazza Lauro De Bosis 6
B
AUDITORIUM DEL FORO MUSSOLINI Piazza Lauro De Bosis
MONTE MARIO
C CASA DELLE ARMI / ACCADEMIA DELLA SCHERMA Viale del Foro Italico D OBELISCO MUSSOLINI Piazza Lauro De Bosis E PALAZZETTO DELLO SPORT/PALATIZIANO Piazza Apollodoro 10 F
PONTE DUCA D’ AOSTA
G
STADIO CENTRALE DEL TENNIS Viale del Foro Italico
H STADIO DEI MARMI Viale del Foro Italico I
STADIO DEL NUOTO Viale del Foro Italico
J
VIALE DEL FORO ITALICO
Viale del Foro Italico
200 m 1 km 244
FARNESINA
TOR DI QUINTO
H
J
B
A
VILLAGGI OLIMPICO
D I
F
G
E
C QUARTIERE I FLAMINIO
↘ ROM ZENTRUM (→ SEITE 200)
245
FORO MUSSOLINI – FORO ITALICO
Das Foro Italico – 1932 als Foro Mussolini eingeweiht – ist ein grossflächiger Sportkomplex am Fuss des Monte Mario in Rom. Die Anlage wurde ab 1927 von Enrico Del Debbio entworfen und bis 1933 in ihren wesentlichen Teilen realisiert; Ergänzungen erfolgten bis in die 1960er-Jahre. Nach der Prüfung mehrerer Standorte fiel die Wahl auf das rechte Tiberufer unterhalb des Monte Mario. Die Einbettung in die Hanglandschaft verlieh dem weitläufigen Komplex eine besondere räumliche Wirkung und unterstrich seinen repräsentativen Charakter. Am 4. November 1932 wurden die ersten Bauten eingeweiht: die Accademia Fascista Maschile di Educazione Fisica, der Obelisco Mussolini, das Stadio dei Marmi und das Stadio dei Cipressi, das spätere Stadio Olimpico. Zwischen 1936 und 1941 entwickelte Luigi Moretti Erweiterungspläne in Richtung Tor di Quinto, die jedoch weitgehend unverwirklicht blieben. Nach 1943 erhielt der Komplex offiziell den Namen Foro Italico. Der Sport wurde dabei bewusst als Mittel staatlicher Erziehung und kollektiver Repräsentation verstanden; Wettkampf, Körperkultur und politische Symbolik bildeten eine untrennbare Einheit. Freistehende Baukörper, grosszügige Platzräume, monumentale Freitreppen und Skulpturen verbinden Sportarchitektur mit repräsentativer Raumgestaltung. Der Komplex zeigt exemplarisch, wie Infrastruktur, Städtebau und symbolische Ordnung zu einer durchkomponierten Gesamtanlage verschmolzen.
246
ROMA, FORO MUSSOLINI – STADIO DEI MARMI 1939. Parade der Jugendorganisation GIL anlässlich eines Staatsbesuchs des jugoslawischen Königshauses. 247
Das Foro Mussolini wurde ab 1927 als grossmassstäbliches Sport- und Repräsentationsensemble in Rom angelegt. Es verbindet monumentale Platzräume, axiale Sichtbezüge und freigestellte Baukörper zu einer streng komponierten Gesamtanlage. Charakteristisch sind die klare geometrische Ordnung, die weiten Freiflächen sowie die repräsentative Inszenierung von Stadion-, Schwimm- und Sportbauten. Monumentale Materialien wie Marmor und Travertin verstärken die Wirkung des Ensembles und verleihen dem Areal eine starke symbolische Präsenz. Das Foro war ursprünglich Teil der Vorbereitungen für die Olympischen Spiele von 1940, die aufgrund des Zweiten Weltkriegs nie stattfanden. Mit den Olympischen Spielen 1960 wurde das ursprünglich ideologisch geprägte Ensemble in eine internationale Sportstätte transformiert, ohne seine architektonische Struktur grundlegend zu verändern. Der Foro Italico ist bis heute eines der vollständigsten erhaltenen Beispiele eines grossmassstäblich geplanten Sportensembles der italienischen Moderne.
248
CASA DELLE ARMI / ACCADEMIA DELLA SCHERMA 1933 –1936, Luigi Moretti 249
STADIO CENTRALE DEL TENNIS 1932, Enrico Del Debbio
250
251
AUDITORIUM DEL FORO MUSSOLINI 1936, Luigi Moretti
252
STADIO DEI MARMI 1928 –1932, Enrico Del Debbio
253
STADIO DEL NUOTO / OBELISCO MUSSOLINI 1958 –1960, Enrico Del Debbio, Annibale Vitellozzi / 1928 –1932, Costantino Costantini
254
ACCADEMIA FASCISTA MASCHILE DI EDUCAZIONE FISICA 1928 –1932, Enrico Del Debbio
255
VIALE DEL FORO ITALICO 1928 –1932, Costantino Costantini
256
OBELISCO MUSSOLINI 1928 –1932, Costantino Costantini
257
258
PALAZZETTO DELLO SPORT / PALATIZIANO 1956 –1957, Pier Luigi Nervi, Annibale Vitellozzi
259
ACCADEMIA FASCISTA MASCHILE DI EDUCAZIONE FISICA Piazza Lauro De Bosis 15, Roma 1928 –1932 — Enrico Del Debbio Die Ausbildungsstätte für Sportlehrer bildete einen zentralen Bestandteil des Foro Mussolini. Der Bau verbindet klassische Monumentalität mit rationaler Raumorganisation und verweist auf die zentrale Rolle von Körperkultur, Disziplin und sportlicher Erziehung innerhalb der staatlichen Repräsentationsarchitektur der Zwischenkriegszeit. Heute wird das Gebäude universitär genutzt. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU / SPORTARCHITEKTUR
ARCHIVIO CENTRALE DELLO STATO (ACS) Piazzale degli Archivi 27, Roma 1938 –1942 / 1953 –1955 — Massimo Castellazzi Der Bau entstand im Rahmen der Planung des EUR-Quartiers und sollte das nationale Staatsarchiv aufnehmen. Die streng symmetrische Architektur verbindet monumentale Proportionen mit einer reduzierten Formensprache. Heute beherbergt das Gebäude weiterhin das italienische Staatsarchiv MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
AUDITORIUM DEL FORO MUSSOLINI Piazza Lauro De Bosis, Roma 1936 — Luigi Moretti Das Auditorium diente als Veranstaltungs- und Versammlungsraum innerhalb der Sportanlage des Foro Mussolini. Der Bau zeigt Morettis charakteristische Verbindung von rationaler Struktur und plastischer Formgestaltung. Heute wird der Bau für Sport- und Veranstaltungsnutzungen verwendet. RAZIONALISMO / KULTURBAU / SPORTARCHITEKTUR
260
CASA DELLA GIL Largo Ascianghi 5, Roma 1937 — Luigi Moretti Der Bau diente als Sitz der damaligen Jugendorganisation und verbindet klare geometrische Formen mit einer monumentalen Fassadengestaltung. Die Architektur integriert institutionelle und repräsentative Funktionen präzise in den urbanen Stadtraum. Heute beherbergt das Gebäude ein Kultur- und Veranstaltungszentrum mit Ausstellungsräumen, Film- und Veranstaltungsflächen und ist als WeGIL ein wichtiger öffentlicher Kulturort im Stadtteil Trastevere. RAZIONALISMO / PARTEIARCHITEKTUR
CASA DELLE ARMI / ACCADEMIA DELLA SCHERMA Viale del Foro Italico, Roma 1933 –1936 — Luigi Moretti Das Gebäude war Teil der sportlichen Ausbildungsanlagen des Foro Mussolini. Die Architektur gilt als eines der bedeutendsten Werke Morettis und verbindet rationalistische Klarheit mit einer starken plastischen Raumwirkung. Heute steht der Bau grösstenteils leer. RAZIONALISMO / SPORTARCHITEKTUR
CINECITTÀ Via Tuscolana 1055, Roma 1936 –1937 — Gino Peressutti, Carlo Roncoroni Die Filmstudios wurden als staatliches Zentrum der italienischen Filmproduktion errichtet. Die Anlage steht für die Verbindung von Kulturpolitik, Propaganda und moderner Produktionsarchitektur. Heute zählt Cinecittà Studios zu den wichtigsten Filmstudios Europas und wird weiterhin für internationale Film- und Fernsehproduktionen genutzt. MODERNE / KULTURBAU
261
CITTÀ UNIVERSITARIA – LA SAPIENZA Piazzale Aldo Moro 5, Roma 1932 –1935 — Marcello Piacentini Der Universitätscampus entstand als grossmassstäbliche Erweiterung der Hochschule von Rom. Mehrere von unterschiedlichen Architekten entworfene Gebäude bilden ein streng komponiertes Ensemble, das moderne Architektur mit monumentaler Raumordnung verbindet. Heute ist die Anlage Hauptcampus der Sapienza Università di Roma. MONUMENTALKLASSIZISMUS / BILDUNGSBAU
CHIESA DEI SANTI PIETRO E PAOLO Piazzale dei Santi Pietro e Paolo 8, Roma 1938 –1955 — Arnaldo Foschini Die Kirche bildet einen dominanten topografischen Abschluss des EUR-Quartiers. Die monumentale Kuppelarchitektur verbindet klassische Sakralarchitektur mit einer modernen Reduktion der Formensprache. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SAKRALBAU
ISTITUTO STORICO E DI CULTURA DELL’ ARMA DEL GENIO Lungotevere della Vittoria 31, Roma 1934 –1937 — Architekt nicht eindeutig überliefert Das Gebäude dient als Archiv- und Forschungszentrum des militärischen Ingenieurkorps. Die Architektur folgt einer sachlichen, funktionalen Gestaltung mit monumentalen Elementen. Heute wird der Bau weiterhin militärisch und archivisch genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STAATSARCHITEKTUR
262
MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Piazza Giovanni Agnelli 10, Roma 1939–1941 — Pietro Aschieri, Dino Bernardini, Cesare Pascoletti, Gino Peressutti Das Museum war zur Darstellung der Geschichte und Kultur des antiken Rom vorgesehen. Die Anlage verbindet moderne Museumsarchitektur mit monumentaler Repräsentation. Das Museum ist derzeit grösstenteils geschlossen und wird schrittweise restauriert. MONUMENTALKLASSIZISMUS / KULTURBAU
OBELISCO DI MARCONI Piazza Guglielmo Marconi, Roma 1937–1940 — Arturo Dazzi Der Obelisk wurde zu Ehren des Physikers Guglielmo Marconi errichtet. Als zentrales Monument der Piazza Marconi verbindet er antike Monumentalität mit der Würdigung moderner Wissenschaft und Technik. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
OBELISCO MUSSOLINI Piazza Lauro De Bosis, Roma 1928 –1932 — Costantino Costantini Der Marmor-Obelisk markiert den Eingang zum Foro Mussolini. Der Obelisk steht exemplarisch für die monumentale Inszenierung politischer Macht im öffentlichen Raum. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
263
PALAZZETTO DELLO SPORT / PALATIZIANO Piazza Apollodoro 10, Roma 1956 –1957 — Pier Luigi Nervi, Annibale Vitellozzi Dieser Bau entstand erst für die Olympischen Spiele 1960 und ergänzt die bestehenden Sportanlagen im Foro Italico. Anders als die monumentalen Anlagen der Zwischenkriegszeit gehört das Palazzetto dello Sport klar zur italienischen Nachkriegsmoderne. Die innovative Betonkonstruktion von Pier Luigi Nervi zählt zu den bedeutendsten Beispielen moderner Ingenieurarchitektur. Nach der Sanierung dient die Halle auch gegenwärtig als Austragungsort für Sportveranstaltungen. NACHKRIEGSMODERNE / SPORTARCHITEKTUR
PALAZZO DEI CONGRESSI Piazza John Kennedy, Roma 1938–1954 — Adalberto Libera Der Bau war als Kongresszentrum der geplanten Weltausstellung E42 vorgesehen. Die Architektur verbindet klassische Monumentalität mit rationalistischer Klarheit. Heute wird das Gebäude weiterhin als Kongress- und Veranstaltungszentrum genutzt. RAZIONALISMO / KULTURBAU
PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA Quadrato della Concordia, Roma 1938 –1943 — Ernesto Bruno La Padula, Giovanni Guerrini, Mario Romano Der Bau gehört zu den bekanntesten Gebäuden des EUR. Mit seiner abstrahierten Interpretation des Kolosseums zählt er zu den prägenden Beispielen monumentaler Repräsentationsarchitektur des 20. Jahrhunderts. Heute dient das Gebäude als Hauptsitz des Modehauses Fendi. MONUMENTALKLASSIZISMUS / AUSSTELLUNGSARCHITEKTUR
264
PALAZZO DELL’ ARTE ANTICA Piazza Giovanni Agnelli 10, Roma 1939 –1942 — Pietro Aschieri, Dino Bernardini, Cesare Pascoletti Der Bau entstand als Teil des Museumsensembles der geplanten Weltausstellung E42. Die Architektur folgt einer monumentalen, stark reduzierten Formensprache. Heute wird das Gebäude für Museums- und Ausstellungsnutzungen innerhalb des EUR-Komplexes verwendet. MONUMENTALKLASSIZISMUS / KULTURBAU
PALAZZO INA Piazza San Silvestro 20, Roma 1937 — Marcello Piacentini Der Verwaltungsbau entstand im historischen Zentrum der Stadt. Die Architektur verbindet funktionale Büroorganisation mit einer streng gegliederten, klassisch geprägten Fassadenordnung. MONUMENTALKLASSIZISMUS / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
PALAZZO DELL’ INFPS Piazza delle Nazioni Unite 2, Roma 1939 –1943 — Giovanni Muzio, Mario Paniconi, Giulio Pediconi Der Bau entstand als Verwaltungssitz der staatlichen Sozialversicherung. Die Architektur verbindet monumentale Proportionen mit moderner Büroarchitektur. Bis heute dient das Gebäude als Hauptsitz der italienischen Sozialversicherung INPS. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
265
PALAZZO DELLE POSTE (VIA MARMORATA) Via Marmorata 4, Roma 1933 –1935 — Adalberto Libera, Mario De Renzi Das Postgebäude gilt als eines der wichtigsten rationalistischen Bauwerke in Rom. Der Bau verbindet eine transparente Eingangshalle mit streng gegliederten Baukörpern und zählt zu den Hauptwerken des italienischen Razionalismo. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
PALAZZO DEGLI UFFICI DELL’ ENTE / SALONE DELLE FONTANE Via Ciro il Grande 16, Roma 1937 — Gaetano Minnucci Der Palazzo degli Uffici entstand als Verwaltungsgebäude der geplanten Weltausstellung E42. Der später ergänzte Salone delle Fontane wird heute als Veranstaltungs- und Ausstellungshalle genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / VERWALTUNGSBAU
PONTE DUCA D’ AOSTA Quartiere Flaminio / Foro Italico, Roma 1936 –1939 — Vincenzo Fasolo Die Ponte Duca d’ Aosta ist ein Beispiel rationalistischer Infrastrukturarchitektur in Rom. Klare monumentale Linien, reduzierte Geometrie und die Verwendung von Travertin prägen ihr Erscheinungsbild. Die Brücke verbindet funktionale Ingenieurbaukunst mit repräsentativer Stadtraumwirkung. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
266
STADIO CENTRALE DEL TENNIS Viale del Foro Italico, Roma 1932 — Enrico Del Debbio Die Anlage folgt einer klaren funktionalen Organisation und bildet zusammen mit den umliegenden Sportbauten einen wesentlichen Bestandteil der axialen Gesamtkomposition des Foro Italico. Heute dient die Anlage weiterhin internationalen Tennisveranstaltungen der Stadt Rom. RAZIONALISMO / SPORTARCHITEKTUR
STADIO DEI MARMI Viale del Foro Italico, Roma 1928 –1932 — Enrico Del Debbio Das Stadion ist von 60 monumentalen Marmorstatuen von Athleten aus allen italienischen Provinzen umgeben und zählt zu den bekanntesten Sportanlagen des Foro Mussolini. Die Anlage verbindet Sportarchitektur mit einer bewusst inszenierten monumentalen Raumwirkung. Heute wird das Stadion weiterhin für Sport und Training genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SPORTARCHITEKTUR
STADIO DEL NUOTO Viale del Foro Italico, Roma 1958 –1960 — Enrico Del Debbio, Annibale Vitellozzi Das Freiluftstadion entstand für die Olympischen Spiele 1960 als Erweiterung des Foro Italico. Die Anlage verbindet funktionale Sportarchitektur mit der monumentalen Raumordnung des Ensembles und bildet den Abschluss der ursprünglich von Enrico Del Debbio konzipierten Sportanlagen. Heute dient sie weiterhin internationalen Schwimm- und Sportveranstaltungen. NACHKRIEGSMODERNE / SPORTARCHITEKTUR
267
STAZIONE OSTIENSE Piazzale dei Partigiani, Roma 1938 –1940 — Angiolo Mazzoni Der Bahnhof wurde im Zusammenhang mit der geplanten Weltausstellung E42 errichtet. Die Architektur verbindet funktionale Verkehrsinfrastruktur mit einer monumentalen, klassisch geprägten Formensprache. Heute ist die Stazione Roma Ostiense ein bedeutender Regional- und Fernverkehrsbahnhof. MONUMENTALKLASSIZISMUS / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
STAZIONE TERMINI Piazza dei Cinquecento, Roma 1937 / 1950 — Angiolo Mazzoni (Planung); Vitellozzi, Massimo Castellazzi u. a. (Fertigstellung) Der Bahnhof wurde ab 1937 grundlegend neu geplant und nach dem Zweiten Weltkrieg in veränderter Form vollendet. Heute ist Roma Termini der wichtigste Bahnhof Italiens. Die Anlage steht für die Verbindung von moderner Verkehrsarchitektur und staatlicher Infrastrukturpolitik. Heute ist Roma Termini der wichtigste Bahnhof Italiens. RAZIONALISMO / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
VIALE DEL FORO ITALICO Viale del Foro Italico, Roma 1928 –1932 — Costantino Costantini Die monumentale Magistrale bildet die zentrale Achse des Foro Mussolini. Sie verbindet Sportanlagen, Plätze und Monumente zu einem streng komponierten städtebaulichen Ensemble. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STÄDTEBAU
268
269
SIRACUSA
EINWOHNER 1931: 53 072 (heute: ~116 000); FLÄCHE 1931: ~190 km² (heute: ~204 km²)
A
CASA DEL FASCIO Via Giovanni Battista Perasso 2
J PANTHEON (SAN TOMMASO APOSTOLO) Piazza Pantheon
B CASA DEL MUTILATO Viale Armando Diaz 104 / Via Dante Alighieri 7
K
PAVILLON Largo XXV Luglio / Corso Giacomo Matteotti
C
L
STADIO VITTORIO EMANUELE III
D
MONUMENTO AI CADUTI D’ AFRICA Piazzale Marconi
Piazza Luigi Leone Cuella
PALAZZO DEGLI STUDI Piazza della Vittoria 3
E PALAZZO DELLA CASSA CENTRALE DI RISPARMIO VITTORIO EMANUELE Piazza Archimede 4 F PALAZZO DELLA CASSA RURALE E ARTIGIANA Via Dione 53-5 G PALAZZO DELLE POSTE E DEI TELEGRAFI Via Riva Nazario Sauro H PALAZZO INA Corso Giacomo Matteotti / Via Cavour I PALAZZO INFPS Riva Forte Gallo
200 m 1 km 270
C
L
BORGO SANTA LUCIA
J
D
B G
A
I
H
19
K
20
VIA DEL LITTORIO
F
E
ORTIGIA
271
Als Verwaltungszentrum des südöstlichen Siziliens und bedeutender Marinehafen an der Ostküste der Insel nahm Siracusa während der Zwischenkriegszeit eine wichtige regionale Stellung ein. Im Mittelpunkt der Bautätigkeit standen weniger grossmassstäbliche Stadterneuerungen als vielmehr öffentliche Gebäude, Verwaltungsbauten und Infrastrukturprojekte. Die überwiegend ländlich geprägte Region blieb politisch vergleichsweise ruhig und passte sich weitgehend den Vorgaben der Zentralregierung an. Mit dem Fortschreiten des Krieges nahm jedoch die Kriegsmüdigkeit deutlich zu. Mit der alliierten Landung auf Sizilien im Juli 1943 brach der militärische Widerstand innerhalb kurzer Zeit zusammen; Siracusa wurde nahezu kampflos eingenommen. Städtebauliche Veränderungen betrafen vor allem die Verbindung zwischen dem Festland und der historischen Insel Ortigia. Neue Zufahrtsstrassen, Plätze und Verwaltungsbauten sollten den Anforderungen einer modernen Provinzhauptstadt gerecht werden und die Erreichbarkeit des historischen Zentrums verbessern. Dabei blieb die gewachsene Stadtstruktur weitgehend erhalten.
272
PALAZZO DELLE POSTE E DEI TELEGRAFI 1928 –1929, Francesco Fichera 273
MONUMENTO AI CADUTI D’ AFRICA 1938, Romano Romanelli 274
PALAZZO INFPS 1939, Francesco Fichera 275
STADIO VITTORIO EMANUELE III 1930 –1932, Raffaele Leone
276
CASA DEL MUTILATO 1936 –1938, Raffaele Leone
277
PALAZZO DELLA CASSA CENTRALE DI RISPARMIO VITTORIO EMANUELE Heute: Palazzo del Governo 1957–1960, Gaetano Rapisarda
278
PALAZZO INA 1936 –1939, Francesco Fichera
279
PANTHEON 1935, Ernesto und Gaetano Rapisardi 280
PAVILLON Heute: Caffè Viola, Gelateria Viola dal 1936 1936, Francesco Fichera (zugeschrieben) 281
PALAZZO DELLA CASSA RURALE ED ARTIGIANA Via Dione 1934 –1936, Salvatore Caronia Roberti
282
PALAZZO DEGLI STUDI Heute: Istituto Technico R. Rizza 1931–1935, Francesco Fichera (Ursprungsentwurf), Attilio Mazzola (Realisation) 283
284
CASA DEL FASCIO 1929, Raffaele Leone 285
CASA DEL FASCIO Via Giovanni Battista Perasso 2, Siracusa 1929 — Raffaele Leone Der Bau entstand als Sitz der lokalen politischen Verwaltung und ist den institutionellen Verwaltungsgebäuden der italienischen Diktaturzeit in Siracusa zuzuordnen. Die Architektur verbindet monumentale Symmetrie mit einer klar gegliederten Fassadenordnung und integriert staatliche Funktionen in die moderne Stadterweiterung. Heute wird das Gebäude administrativ genutzt. MONUMENTALKLASSIZISMUS / PARTEIARCHITEKTUR
CASA DEL MUTILATO Viale Armando Diaz 104 / Via Dante Alighieri 7, Siracusa 1936 –1937 — Raffaele Leone Der Bau entstand als Versammlungs- und Betreuungsstätte für Kriegsversehrte. Die Architektur verbindet monumentale Klarheit mit einer streng symmetrischen Fassadengliederung. Naturstein, reduzierte Dekoration und präzise Proportionen verleihen dem Gebäude eine repräsentative Wirkung im Stadtraum. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SOZIALARCHITEKTUR
MONUMENTO AI CADUTI D’ AFRICA Piazzale Marconi, Siracusa 1938 — Romano Romanelli Das Denkmal erinnert an die Gefallenen der italienischen Kolonialkriege. Die monumentale Figurengruppe verbindet klassische Bildhauerei mit einer vereinfachten Formensprache. Durch seine exponierte Lage am nördlichen Stadteingang bildet das Monument bis heute einen markanten Orientierungspunkt im Stadtbild. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
286
PALAZZO DEGLI STUDI Piazza della Vittoria 3, Siracusa 1931–1935 — Francesco Fichera (Ursprungsentwurf), Attilio Mazzola (Realisation) Der Schulbau entstand als Bildungszentrum für die wachsende Stadt. Die Architektur verbindet funktionale Klarheit mit monumentaler Wirkung. Strenge Symmetrie, grosszügige Fensterflächen und eine präzise Fassadengliederung verleihen dem Gebäude eine repräsentative Präsenz im städtischen Umfeld. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU
PALAZZO DELLA CASSA CENTRALE DI RISPARMIO VITTORIO EMANUELE Piazza Archimede 4, Siracusa 1957–1960 — Gaetano Rapisarda Der Bau entstand an der Stelle kriegsbeschädigter Vorgängerbauten und bildet einen markanten Abschluss der Piazza Archimede. Die streng gegliederte Natursteinfassade verbindet moderne Sachlichkeit mit repräsentativer Wirkung. NACHKRIEGSMODERNE / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
PALAZZO DELLA CASSA RURALE E ARTIGIANA Via Dione 53–55, Siracusa 1934 –1936 — Giuseppe Caronia Roberti Der Bankbau entstand im Zuge der Umgestaltung von Ortigia und verbindet traditionelle Materialien mit einer reduzierten modernen Architektursprache. Die ausgewogene Fassadengliederung und die klare Proportionierung verleihen dem Gebäude eine zurückhaltende Eleganz innerhalb des historischen Stadtgefüges. RAZIONALISMO / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
287
PALAZZO DELLE POSTE E DEI TELEGRAFI Via Riva Nazario Sauro, Siracusa 1928 –1929 — Francesco Fichera Der monumentale Postpalast zählt zu den bedeutendsten öffentlichen Bauten Siracusas des 20. Jahrhunderts. Die Architektur verbindet klassische Symmetrie mit modernen Raumkonzepten und prägt durch ihre markante Lage am Hafen bis heute das Stadtbild. Heute beherbergt der denkmalgeschützte Bau das Hotel Ortea Palace und setzt seine Präsenz im Stadtraum in neuer Funktion fort. MONUMENTALKLASSIZISMUS / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
PALAZZO INA Corso Giacomo Matteotti / Via Cavour, Siracusa 1936 –1939 — Francesco Fichera Der Wohn- und Geschäftsbau entstand im Zuge des Ausbaus der Via del Littorio. Vertikale Fensterachsen, gerundete Balkone und eine klare Fassadengliederung verbinden moderne Formensprache mit städtischer Repräsentation. Der Wohn- und Geschäftsbau bildet einen markanten Auftakt zum heutigen Corso Matteotti. RAZIONALISMO / WOHNBAU
PALAZZO INFPS Riva Forte Gallo, Siracusa 1939 — Francesco Fichera Der Verwaltungsbau entstand für soziale und versicherungstechnische Einrichtungen des Staates. Die Architektur zeichnet sich durch klare Volumen, reduzierte Ornamentik und eine präzise Fassadenordnung aus. Seine Lage am Wasser unterstreicht die repräsentative Wirkung des Gebäudes. RAZIONALISMO / VERWALTUNGSBAU
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PANTHEON (San Tommaso Apostolo) Piazza Pantheon, Siracusa 1935 — Ernesto und Gaetano Rapisardi Die Kirche verbindet zentrale Raumorganisation mit monumentaler Schlichtheit. Der kubische Baukörper und die reduzierte Formensprache verleihen dem Sakralbau eine aussergewöhnliche Präsenz. Das Pantheon zählt zu den eigenständigsten Kirchenbauten seiner Zeit in Sizilien. MODERNE / SAKRALBAU
PAVILLON Largo XXV Luglio / Corso Giacomo Matteotti, Siracusa ca. 1936 — Francesco Fichera (zugeschrieben) Der pavillonartige Bau markiert den Auftakt des Corso Matteotti und entstand im Zuge der Neuordnung des historischen Zentrums. Die geschwungene Dachkante, grosszügige Verglasungen und die klare Formensprache verbinden funktionale Architektur mit urbaner Eleganz und verleihen dem Ort bis heute eine besondere Präsenz. Heute wird der Pavillon gastronomisch genutzt und beherbergt das traditionsreiche Caffè Viola, Gelateria Viola dal 1936. RAZIONALISMO / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
STADIO VITTORIO EMANUELE III Piazza Luigi Leone Cuella, Siracusa 1930 –1932 — Raffaele Leone Das Stadion entstand als multifunktionale Sportanlage und gehört zu den bedeutendsten Sportanlagen der Zwischenkriegszeit in Siracusa. Die klare Organisation der Tribünen und die reduzierte Formensprache verbinden Funktionalität mit städtebaulicher Präsenz. Das Eingangsportal bildet bis heute den charakteristischen Mittelpunkt der Anlage. RAZIONALISMO / SPORTARCHITEKTUR
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SIRACUSA, BLICK ENTLANG DER EHEMALIGEN VIA DEL LITTORIO Heute: Corso Giacomo Matteotti Eine zentrale Verkehrs- und Repräsentationsachse der Zwischenkriegszeit. 290
VIA DEL LITTORIO
Die tiefgreifendste städtebauliche Veränderung Ortigias erfolgte in den 1930er-Jahren mit der Anlage der Via del Littorio, der heutigen Corso Giacomo Matteotti. Der Eingriff folgte dem Prinzip des sogenannten Sventramento, der gezielten Öffnung historischer Stadtstrukturen durch Abbrüche, um neue Verkehrsachsen, Sichtbeziehungen und repräsentative Stadträume zu schaffen. Ziel war nicht allein die Verbesserung der Erschliessung, sondern die grundlegende Neuordnung des historischen Stadtraums. Bis dahin war der Bereich zwischen Tempio di Apollo und der Piazza Archimede von einem dichten Geflecht mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Gassen, Höfe und Wohnhäuser geprägt. Mit dem Durchbruch der neuen Achse wurde ein erheblicher Teil dieser Bebauung entfernt. Die Strasse schuf eine direkte Verbindung zwischen dem westlichen Zugang nach Ortigia und dem historischen Zentrum und verlieh dem Stadtraum eine neue räumliche Klarheit. Zeitgleich erfolgte die archäologische Freilegung des Tempio di Apollo. Über Jahrhunderte waren die antiken Überreste von späteren Anbauten, Wohnhäusern und Werkstätten überlagert worden. Durch Ausgrabungen und Abbrüche konnte das älteste bekannte dorische Heiligtum Siziliens wieder als eigenständiges Monument in Erscheinung treten. Der Tempel wurde damit Teil einer neuen städtebaulichen Inszenierung und bildet bis heute den monumentalen Auftakt der Achse. Trotz umfangreicher Abbrüche blieb ein Teil der historischen Bebauung erhalten und wurde in die neue Ordnung integriert. Ein bedeutendes Beispiel ist der Palazzo Greco , dessen Renaissancefassade bis heute an die ältere Stadtstruktur erinnert.
Entlang der Via del Littorio entstanden moderne Wohn-, Geschäfts- und Verwaltungsbauten mit klaren Bauvolumen und reduzierter Ornamentik. Zu den wichtigsten gehören der Palazzo INA sowie der Pavillon des heutigen Caffè Viola am Eingang zur Via Cavour. Der heutige Corso Matteotti zeigt die Folgen dieses Eingriffs bis heute. Antike Monumente, historische Bauten und Architektur des 20. Jahrhunderts treten hier in einen gemeinsamen räumlichen Zusammenhang. Die Strasse veranschaulicht eine Stadtplanung, die Geschichte durch Freilegung und Inszenierung neu deutet.
291
TORINO
EINWOHNER 1931: 597 260 (heute: ~840 000); FLÄCHE 1931: ~125 km² (heute: ~130 km²)
A ARCO MONUMENTALE DELL’ ARMA DELL’ ARTIGLIERIA Viale Umberto Cagni 7 / Viale Virgilio B CASA DEL BALILLA Piazza Bernini
MERCATI GENERALI Via Giordano Bruno 181
K
PALAZZO DELLA MODA Corso Massimo d’ Azeglio
L PALAZZO DEL NUOTO Corso Galileo Ferraris 294
C CASA RIVA Via Pietro Palmieri 11
M STADIO MUSSOLINI / TORRE MARATONA Heute: Stadio Olimpico Grande Piazzale Grande 115
D CINEMA ELISEO Piazza Sabotino 4 E CINEMA IDEAL Corso Giambattista Beccaria 4 F CINEMA E GALLERIA LUX Galleria San Federico G FONTANA DEI FIUMI PO E DORA Piazza CLN, Via Roma 243 H GRUPPO RIONALE FASCISTA «AMOS MARAMOTTI» Corso Peschiera 230 I LINGOTTO Via Nizza 262
200 m 1 km 292
J
N
TORRE E PALAZZO LITTORIA Via Giovanni Battista Viotti / Piazza Castello
C
E
B
7
Dora Riparia
QUADRILATERO ROMANO
N H
VANCHIGLIA
F G
D
Po
BORGO SAN PAOLO 25
CROCETTA
A
3
SAN SALVARIO
K
BORGO FILADELFIA
M L
J
I 293
Als erste Hauptstadt des vereinten Italiens nahm Turin innerhalb der Architektur- und Stadtentwicklung der Zwischenkriegszeit eine besondere Stellung ein. Obwohl die Stadt ihre politische Vorrangstellung bereits im 19. Jahrhundert verloren hatte, entwickelte sie sich zum wichtigsten Zentrum des italienischen Automobil-, Flugzeug- und Maschinenbaus. Unternehmen wie Fiat machten Turin zu einem Schlüsselstandort der Industrialisierung und zu einem bedeutenden Pfeiler der wirtschaftlichen und militärischen Leistungsfähigkeit des Landes. Gleichzeitig war die Stadt ein Zentrum der Arbeiterbewegung und des Widerstands. Die grossen Streiks von 1943 sowie die zahlreichen Partisanengruppen in den piemontesischen Alpen machten die Region zu einem der wichtigsten Schauplätze der Resistenza. Städtebaulich knüpfte Turin an die tiefgreifenden Umgestaltungen des Risanamento im späten 19. Jahrhundert an. Der bedeutendste Eingriff der Zwischenkriegszeit war die vollständige Neugestaltung der Via Roma zwischen 1931 und 1937. Unter der Leitung von Marcello Piacentini entstand eine repräsentative Magistrale, die klassische Monumentalität mit rationalistischen Gestaltungsprinzipien verband und das historische Zentrum dauerhaft veränderte. Anders als in vielen anderen Städten standen weniger monumentale Regierungsbauten als vielmehr Industrieanlagen, Verwaltungsgebäude, Sportstätten und moderne Infrastrukturen im Vordergrund. Zu den bedeutendsten Bauwerken dieser Epoche zählen die neu gestaltete Via Roma mit ihren charakteristischen Arkaden aus piemontesischem Marmor sowie die 1934 fertiggestellte Torre Littoria an der Piazza Castello. Gemeinsam mit den Mercati Generali und dem Stadio Mussolini verdeutlichen sie die Verbindung von industrieller Modernisierung, Ingenieurarchitektur und repräsentativer Stadtplanung, die das Stadtbild Turins bis heute prägt.
294
FONTANA DEI FIUMI PO E DORA 1930er-Jahre, Architekt nicht eindeutig überliefert 295
PALAZZO DEL NUOTO 1925, Dado Bonicelli
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CINEMA IDEAL 1930er-Jahre, Architekt nicht eindeutig überliefert
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STADIO MUSSOLINI / TORRE MARATONA 1932–1933, Raffaello Fagnoni
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MERCATI GENERALI 1932–1934, Umberto Cuzzi 299
PALAZZO LITTORIA Via Giovanni Battista Viotti / Via Monte di Pietà 1931–1934, Armando Melis de Villa, Giovanni Bernocco
300
TORRE LITTORIA Piazza Castello 1931–1934, Armando Melis de Villa, Giovanni Bernocco 301
302
GRUPPO RIONALE FASCISTA «AMOS MARAMOTTI» 1936, Alessandro Canestri 303
CASA DEL BALILLA 1930er-Jahre, Costantino Costantini
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CINEMA ELISEO 1938, Architekt nicht eindeutig überliefert
305
CASA RIVA 1932, Antonio Pogatschnig
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ARCO MONUMENTALE DELL’ ARMA DELL’ ARTIGLIERIA 1927–1930, Pietro Canonica 307
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LINGOTTO 1916 –1923, Vittorio Matté Trucco
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LINGOTTO
Das Lingotto in Turin war weit mehr als eine Fabrik: Es wurde zu einem Symbol des industriellen Fortschritts und der technischen Leistungsfähigkeit Italiens. Obwohl der Bau bereits 1916 begann und 1923 fertiggestellt wurde, fiel seine Einweihung in die frühe Phase der Diktatur. Als Vision von Giovanni Agnelli sollte Lingotto den Anspruch von FIAT auf industrielle Modernität und internationale Konkurrenzfähigkeit verkörpern. Mit seinen über 500 Meter langen Produktionsflügeln gehörte das Werk zu den grössten Automobilfabriken der Welt. Die Fahrzeuge durchliefen eine vertikal organisierte Fertigung, bei der sich der Produktionsprozess vom Erdgeschoss Geschoss für Geschoss nach oben entwickelte. Jede Ebene war einem bestimmten Arbeitsschritt zugeordnet, sodass Montage und Transport unmittelbar in die Architektur integriert wurden. Am Ende der Fertigung gelangten die Fahrzeuge über die markanten spiralförmigen Rampen auf die Dachrennbahn. Die rund 1.5 Kilometer lange Teststrecke mit ihren stark überhöhten Kurven ermöglichte die unmittelbare Erprobung der fertigen Automobile und wurde zu einem der bekanntesten Sinnbilder der industriellen Moderne. Konstruktion, Produktion und Bewegung verbanden sich hier zu einem architektonischen Gesamtkonzept, das Geschwindigkeit, Effizienz und technische Leistungsfähigkeit sichtbar machte. Architektonisch markierte das Lingotto einen Wendepunkt im Industriebau. Der von Giacomo Mattè-Trucco entworfene Stahlbetonbau verband konstruktive Rationalität mit konsequenter Funktionalität. Die Organisation des Produktionsablaufs bestimmte unmittelbar die Gestalt des Gebäudes 310 310
und machte das Werk zu einem internationalen Referenzprojekt des industriellen Funktionalismus. Fotografien und Fachpublikationen verbreiteten seinen Ruf weit über Italien hinaus; die Fabrik galt als eines der eindrucksvollsten Bauwerke seiner Zeit. Unter Mussolini erhielt das Werk eine zentrale wirtschaftsund militärpolitische Bedeutung. FIAT wurde eng in die Aufrüstung und Kriegswirtschaft eingebunden; neben Automobilen entstanden Motoren, Lastwagen, Flugzeugkomponenten und militärisches Gerät. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Fabrik mehrfach bombardiert und schwer beschädigt. Nach dem Krieg blieb das Werk zunächst Produktionsstandort, verlor jedoch schrittweise an Bedeutung und wurde 1982 stillgelegt. Durch den Umbau von Renzo Piano erhielt das Gebäude in den 1980er-Jahren ein zweites Leben als Kultur-, Messe- und Geschäftszentrum. Die Dachrennbahn blieb erhalten und zählt bis heute zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der Industriearchitektur des 20. Jahrhunderts.
DAS FIAT-LINGOTTO-WERK IN TURIN 1916 –1923, Via Nizza, 262 / 274, Torino
MUSSOLINI BEI EINER ANSPRACHE IM FIAT-WERK November 1932
DIE AUF DEM DACH VERLAUFENDE TESTSTRECKE um 1935
DAS DURCH BOMBENANGRIFFE BESCHÄDIGTE FIAT-WERK zwischen 1942 und 1944 311 311
ARCO MONUMENTALE DELL’ ARMA DELL’ ARTIGLIERIA Viale Umberto Cagni 7 / Viale Virgilio, Torino 1927 –1930 — Pietro Canonica Der monumentale Ehrenbogen wurde als Denkmal für die Artillerietruppen errichtet. Die Architektur verbindet klassische Triumphbogenformen mit einer heroischen plastischen Gestaltung. MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
CASA DEL BALILLA Piazza Bernini, Torino 1930er-Jahre — Costantino Costantini Das Gebäude entstand als Ausbildungs- und Sportzentrum mit Unterrichts-, Versammlungs- und Sporteinrichtungen. Die Architektur verbindet funktionale Raumorganisation mit einer monumentalen Fassadengestaltung. Heute wird der Bau für schulische, sportliche und öffentliche Nutzungen verwendet. RAZIONALISMO / BILDUNGSBAU
CASA RIVA Via Pietro Palmieri 11, Torino 1932 — Antonio Pogatschnig Das Wohn- und Geschäftshaus zählt zu den qualitätvollsten rationalistischen Wohnbauten Turins. Die abgerundete Ecklösung, die horizontalen Fensterbänder und die klare Fassadengliederung verbinden Funktionalität mit eleganter urbaner Präsenz. Heute dient der Bau weiterhin als Wohn- und Geschäftshaus. RAZIONALISMO / WOHNBAU
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CINEMA ELISEO Piazza Sabotino 4, Torino 1938 — Architekt nicht eindeutig überliefert Das Cinema Eliseo entstand im Zuge der Modernisierung der urbanen Unterhaltungskultur der 1930er-Jahre. Der Bau verbindet moderne Kinotechnik mit einer klar gegliederten Fassadenarchitektur. Heute wird das Gebäude weiterhin als Kino und Veranstaltungsort genutzt. RAZIONALISMO / KULTURBAU
CINEMA IDEAL Corso Giambattista Beccaria 4, Torino 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig überliefert Das Cinema Ideal entstand als modernes Lichtspielhaus der 1930er-Jahre und verbindet funktionale Kinoplanung mit einer markanten Ecklösung und klar gegliederten Fassaden. Heute wird das Gebäude kommerziell und kulturell genutzt. RAZIONALISMO / KULTURBAU
CINEMA LUX Galleria San Federico, Torino 1938 –1939 — Ottorino Aloisio Das Kino entstand als Teil eines städtischen Einkaufs- und Unterhaltungskomplexes. Die Architektur verbindet moderne Kinotechnik mit einer eleganten Galeriearchitektur. Das Kino wurde ursprünglich als Cinema Rex eröffnet, 1942 in Cinema Dux umbenannt und erhielt nach 1945 den bis heute gebräuchlichen Namen Cinema Lux. RAZIONALISMO / KULTURBAU
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CINEMA LUX 1938 –1939, Ottorino Aloisio 314
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FONTANA DEI FIUMI PO E DORA Piazza CLN / Via Roma 243, Torino 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig überliefert Die Brunnenanlage entstand im Zusammenhang mit der Neugestaltung der Via Roma und markiert den repräsentativen Auftakt der Magistrale. Die allegorischen Figuren stehen für die Flüsse Po und Dora und verbinden Stadtplanung mit symbolischer Repräsentation. MONUMENTALKLASSIZISMUS / STÄDTEBAU
GRUPPO RIONALE FASCISTA «AMOS MARAMOTTI» Corso Peschiera 230, Torino 1936 — Alessandro Canestri Der Bau entstand als Sitz der örtlichen Parteiorganisation und vereinte Verwaltungs-, Versammlungs- und Freizeitfunktionen unter einem Dach. Seine Architektur entspricht der Typologie monumentaler Institutionsbauten der italienischen Diktaturzeit und zeichnet sich durch eine klare Fassadenordnung sowie repräsentative Wirkung aus. Heute wird das Gebäude für öffentliche und administrative Nutzungen verwendet. RAZIONALISMO / PARTEIARCHITEKTUR
LINGOTTO Via Nizza 262, Torino 1916 –1923 — Giacomo Mattè-Trucco Das Lingotto zählt zu den bedeutendsten Industriebauten der frühen Moderne. Der Bau zeichnet sich durch seine funktionale Stahlbetonkonstruktion, die streng rhythmische Fassaden- und die regelmässige Fenstergliederung aus. Besonders die mehrgeschossige Produktionsorganisation mit der Teststrecke auf dem Dach verbindet industrielle Effizienz mit moderner Ingenieurarchitektur. Heute beherbergt das Lingotto Geschäfte, Hotels, Veranstaltungsräume sowie die Pinacoteca Agnelli. MODERNE / INDUSTRIEARCHITEKTUR
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MERCATI GENERALI Via Giordano Bruno 181, Torino 1932 –1934 — Umberto Cuzzi Der Grossmarkt entstand als zentraler Umschlagplatz für die moderne Lebensmittelversorgung Turins. Die Architektur folgt funktionalen und modularen Prinzipien grosser Markthallen. Heute werden Teile des denkmalgeschützten Areals saniert und neuen kulturellen sowie gewerblichen Nutzungen zugeführt. MODERNE / INFRASTRUKTURARCHITEKTUR
PALAZZO DELLA MODA Corso Massimo d’ Azeglio, Torino 1938 — Ettore Sottsass Sr. Der Bau entstand als Ausstellungs- und Verwaltungszentrum der Turiner Textil- und Modeindustrie. Die Architektur verbindet funktionale Ausstellungsräume mit einer klaren modernen Fassadengestaltung. Heute wird das Gebäude renoviert um danach für universitäre und kulturelle Nutzungen verwendet werden zu können. MODERNE / KULTURBAU
PALAZZO DEL NUOTO Corso Galileo Ferraris 294, Torino 1925 — Dado Bonicelli Die Schwimmhalle entstand als Teil der Sportanlagen rund um das Stadio Mussolini und zählt zu den frühen Beispielen moderner Sportarchitektur in Turin. Ihre klare Volumetrie und funktionale Organisation spiegeln den Übergang zur modernen Sportarchitektur wider. MODERNE / SPORTARCHITEKTUR
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STADIO MUSSOLINI / TORRE MARATONA Heute: Stadio Olimpico Grande Piazzale Grande 115, Torino 1932–1933 — Raffaello Fagnoni Das Stadio Mussolini wurde für grosse Sportereignisse und politische Massenkundgebungen errichtet. Die Anlage mit der markanten Torre di Maratona zählt zu den bedeutendsten Sportbauten der italienischen Zwischenkriegszeit. Heute ist das Stadion Heimstätte des Clubs Torino FC. MONUMENTALKLASSIZISMUS / SPORTARCHITEKTUR
TORRE / PALAZZO LITTORIA Via Giovanni Battista Viotti / Piazza Castello, Torino 1931–1934 — Armando Melis de Villa, Giovanni Bernocco Die Torre Littoria war eines der frühen Hochhäuser Italiens und wurde zum Symbol der modernen Stadtentwicklung Turins. Der Bau verbindet moderne Stahlbetonkonstruktion mit einer vertikal betonten Fassadengestaltung. Heute dient das Gebäude als Wohn-, Büro- und Geschäftshaus. MODERNE / UNTERNEHMENSARCHITEKTUR
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VERZEICHNIS BAUTEN BOLOGNA (→ S. 40)
BOLZANO / BOZEN (→ S. 54)
CASA DEL CONTADINO (→ S. 46, 48) Via Guglielmo Marconi 67, Bologna 1933–1940 — Pier Luigi Nervi u.a.
BIBLIOTECA CIVICA (→ S. 71, 74) Museumstrasse 47, Bolzano 1928 — Architekt nicht eindeutig belegt
CASA EDITRICE ZANICHELLI (→ S. 46, 48) Via Irnerio 34, Bologna 1938 — Luigi Veronesi
CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORI (→ S. 72 / 73, 74) Gerichtsplatz 2, Bolzano 1939 — Guido Pellizzari, Francesco Rossi, Luis Plattner
CERTOSA DI BOLOGNA – SACRARIO DEI MARTIRI (→ S. 46, 48) Via della Certosa, Bologna 1930er-Jahre — Giulio Ulisse Arata
CASA / TEATRO DELLA GIL (→ S. 62, 63, 74) Drususallee 1, Bolzano 1934 –1936 — Francesco Mansutti, Gino Miozzo
LICEO SCIENTIFICO AUGUSTO RIGHI (→ S. 45, 49) Viale C. Pepoli 3, Bologna 1930er-Jahre — Melchiorre Bega
CASSA DI RISPARMIO (→ S. 66, 75) Sparkassenstrasse 12, Bolzano 1938 – 1940 — Francesco Rossi, Guido Pellizzari
PALAZZO DEL GAS (→ S. 47, 49) Via Guglielmo Marconi 10–2 / A, Bologna 1930er-Jahre — Alberto Lagnani
CHIESA DI CRISTO RE (→ S. 70, 75) Christkönigsplatz 1, Bolzano 1930er-Jahre — Guido Pellizzari
PALAZZO DELLA MERIDIANA (→ S. 44, 49) Via Zamboni 70, Bologna 1930er-Jahre — Giuseppe De Finetti
COMPLESSO RESIDENZIALE INCIS (→ S. 68, 75) Dominikanerplatz 30, Bolzano 1926 –1928 — Alberto Calza Bini, Dario Barbieri
PALAZZO LANCIA (→ S. 44, 50) Via Guglielmo Marconi 28, Bologna 1930er-Jahre — Paolo Graziani
ISTITUTO MAGISTRALE GIOVANNI PASCOLI (→ S. 64, 76) Frontkämpferstrasse / Manlio Longonstrasse, Bolzano 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt
PALAZZO SCARDOVI (→ S. 46, 50) Piazza di Porta Santo Stefano 4, Bologna 1930er-Jahre — Paolo Graziani
ISTITUTO NAZIONALE ASSICURAZIONI (INA) (→ S. 68, 76) Viale Europa 31– 33, Bolzano 1930er-Jahre — staatliche Bauverwaltung
STADIO COMUNALE «LITTORIALE» (→ S. 43, 50, 51) heute: Stadio Via Andrea Costa, Bologna 1925 –1927 — Giulio Ulisse Arata
ISTITUTO DI ISTRUZIONE SECONDARIA SUPERIORE «GALILEO GALILEI» (→ S. 69, 76) Luigi-Cadorna-Strasse 14, Bolzano 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt MONUMENTO ALLA VITTORIA (→ S. 57, 67, 77) Piazza della Vittoria, Bolzano 1926 –1928 — Marcello Piacentini, Arturo Dazzi
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CATANIA (→ S. 80) ONMI KINDERGARTEN (→ S. 64, 77) Milanostrasse 131, Bolzano 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt
CASA DEL MUTILATO (→ S. 83, 92) Piazza Vincenzo Bellini, Catania 1937–1939 — Ercole Fischetti
PALAZZO ALTI COMANDI (→ S. 66, 77) Piazza IV Novembre 6, Bolzano 1934 – 1935 — Marcello Piacentini, militärische Bauverwaltung (Bauherr)
MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET (→ S. 84, 85, 92) Piazza San Francesco d’ Assisi, Catania 1935 — Raffaele Leone (Architektur), Silvestre Cuffaro (Statue), Mimì Maria Lazzaro (Reliefs)
PONTE DRUSO (→ S. 78) Drususbrücke, Bolzano 1930er-Jahre — staatlicher Ingenieurbau
PALAZZO DI GIUSTIZIA (→ S. 86, 87, 92) Piazza Giovanni Verga, Catania 1932 / 1953 — Francesco Fichera
STADIO DRUSO (→ S. 64, 78) Triester Strasse 19, Bolzano 1928 –1930 — Ettore Sottsass
PARCO BELLINI (Monumentaler Haupteingang) (→ S. 88, 89, 93) Via Etnea / Via Sant’ Euplio, Catania 1929–1933 — Giuseppe Samonà, Raffaele Autore, Francesco Gesugrand
STAZIONE DI BOLZANO (→ S. 60 / 61, 65, 78) Bahnhofsplatz, Bolzano 1927–1929 — Angiolo Mazzoni TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA (→ S. 59, 79) Gerichtsplatz, Bolzano 1939 – 1956 — Paolo Rossi de Paoli, Michele Busiri Vici
TEATRO METROPOLITAN (→ S. 91, 93) Via Sant’ Euplio 21, Catania 1955 –1956 — Marcello Piacentini, Alberto Calza Bini, Giorgio Calza Bini
WOHNGEBÄUDE INA (→ S. 64, 79) Piazza IV Novembre, Bolzano 1935 –1937 — Paolo Rossi de Paoli
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COMO (→ S. 94)
FIRENZE (→ S. 104)
ASILO SANT’ ELIA (→ S. 100, 102) Via Alciato, Como 1936–1937 — Giuseppe Terragni
BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE (→ S. 108, 114) Piazza dei Cavalleggeri, Firenze 1911–1935 — Cesare Bazzani, Vincenzo Mazzei
CANOTTIERI LARIO (→ S. 102) Viale Geno, Como 1930 –1931 — Gianni Mantero CASA DEL FASCIO (→ S. 34, 97, 102) Piazza del Popolo, Como 1932–1936 — Giuseppe Terragni MONUMENTO AI CADUTI (→ S. 101, 103) Viale Puecher, Como 1931–1933 — Giuseppe Terragni, Ing. Attilio Terragni NOVOCOMUM (→ S. 98, 103) Viale Sinigaglia, Como 1927–1929 — Giuseppe Terragni STADIO GIUSEPPE SINIGAGLIA (→ S. 99, 103) Viale Sinigaglia, Como 1925 –1927 — Giovanni Greppi
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MANIFATTURA TABACCHI (→ S. 112, 113, 114) Via delle Cascine, Firenze 1933–1940 — Pier Luigi Nervi PALAZZINA REALE DI SANTA MARIA NOVELLA (→ S. 110, 111, 114) Piazza della Stazione, Firenze 1934 –1935 — Angiolo Mazzoni STAZIONE DI FIRENZE SANTA MARIA NOVELLA (→ S. 109, 115) Piazza della Stazione, Firenze 1932–1935 — Giovanni Michelucci TEATRO PUCCINI (→ S. 107, 115) Via delle Cascine, Firenze 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig belegt STADIO GIOVANNI BERTA (→ S. 108, 115) heute: Stadio Artemio Franchi Viale Manfredo Fanti, Firenze 1930 –1932 — Pier Luigi Nervi
GENOVA (→ S. 116)
MILANO (→ S. 134)
ARCO DELLA VITTORIA (→ S. 119, 130, 133) Piazza della Vittoria, Genova 1923 –1931 — Marcello Piacentini
ARENGARIO E SACRARIO DEI MARTIRI (→ S. 20, 157, 158) Piazza del Duomo, Milano 1937–1942 — Piero Portaluppi
CASA DEL MUTILATO (→ S. 124, 130) Corso Aurelio Saffi 1, Genova 1935 –1938 — Eugenio Fuselli
BANCA DI BRESCIA (→ S. 152, 158) Via Cordusio 5, Milano 1928 — Architekt nicht eindeutig belegt
FONTANA DI PIAZZA DE FERRARI (→ S. 128/129, 130) Piazza De Ferrari, Genova 1936 — Giuseppe Crosa di Vergagni
BANCA DI ROMA (→ S. 140, 158) Piazza Tommaso Edison 1, Milano 1941 — Cesare Scoccimarro
GRATTACIELO NORD (→ S.126, 131) Piazza Dante, Genova 1935 –1937 — Giuseppe Rosso
CA’ BRUTTA (→ S. 33, 144, 145, 159) Via Moscova, Via Moscova / Via Andrea Appiani / Caesare Mangili / Bonaventure Cavalieri, Milano 1919 –1922 — Giovanni Muzio
GRATTACIELO PIACENTINI (Torre Piacentini) (→ S. 127, 131) Piazza Dante 1, Genova 1935 –1940 — Marcello Piacentini MERCATO DEL PESCE (→ S. 125, 131) Piazza Cavour, Genova 1933 –1935 — Mario Bracciolini PALAZZO INPS (→ S. 122, 123, 132) (Istituto Nazionale della Previdenza Sociale) Piazza Dante, Genova 1936 –1938 — Marcello Piacentini PALAZZO DI PIAZZA DANTE (→ S. 126, 132) Piazza Dante, Genova 1935 –1940 — Marcello Piacentini QUESTURA DI GENOVA (→ S. 120, 121, 132) Via Diaz 2, Genova 1930er-Jahre — Giuseppe Crosa di Vergagni (zugeschrieben)
CASA DEL MUTILATO (→ S. 148, 159) Via Carlo Freguglia 14, Milano 1938–1942 — Luigi Lorenzo Secchi CIMITERO MONUMENTALE – Edicola Famiglia Bernocchi (→ S. 155, 159) Cimitero Monumentale, Milano 1936 — Alessandro Minali; Giannino Castiglioni OSPEDALE NIGUARDA (→ S. 138, 139, 160) Niguarda, Milano 1932 — Giulio Ulisse Arata PALAZZO DEL FASCIO / PALAZZO CASTANI (→ S. 141, 160) Corso Venezia 47 / Piazza San Sepolcro, Milano 1935 –1940 — Piero Portaluppi PALAZZO DEI GIORNALI / PALAZZO DELL’ INFORMAZIONE (→ S. 150, 160) Piazza Cavour 2, Milano 1938 –1942 — Giovanni Muzio →
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NAPOLI (→ S. 164) PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA (→ S. 149, 161) Corso di Porta Vittoria 43, Milano 1930 –1933 — Angelo Bordoni, Luigi Caneva, Antonio Carminati
ARENA FLEGREA (→ S. 183) Viale John Fitzgerald Kennedy 54, Napoli 1938–1940 — Giulio De Luca, Giuseppe Squillante
PALAZZO DELLA BORSA / PALAZZO MEZZANOTTE (→ S. 153, 161, 347) Piazza degli Affari 6, Milano 1928–1931 — Paolo Mezzanotte
BANCO DI NAPOLI (→ S. 173, 178) Via Toledo 177–178, Napoli 1938–1940 — Marcello Canino
PALAZZO DI GIUSTIZIA (→ S. 142, 143, 161) Corso di Porta Vittoria, Milano 1932 –1940 — Marcello Piacentini PALAZZO DELL’ INPS (→ S. 152, 162) Piazza Giuseppe Missori, Milano 1930 — Marcello Piacentini PALAZZO MISSORI (→ S. 151, 162) Via Maurizio Gonzaga 4–6, Milano 1933 –1938 — Marcello Piacentini PLANETARIO DI MILANO (→ S. 156, 162) (Civico Planetario Ulrico Hoepli) Corso Venezia / Giardini Indro Montanelli, Milano 1929 –1930 — Piero Portaluppi STAZIONE CENTRALE (→ S. 137, 163) Piazza Duca d’ Aosta, Milano 1913 –1931 — Ulisse Stacchini TEMPIO DELLA VITTORIA (→ S. 154, 163) Largo Caduti Milanesi per la Patria, Milano 1927–1928 — Giovanni Muzio, Alberto Alpago Novello TRIENNALE DI MILANO (Palazzo dell’ Arte) (→ S.146, 147, 163) Viale Emilio Alemagna 6, Milano 1931–1933 — Giovanni Muzio
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BANCA NAZIONALE DEL LAVORO (→ S. 169, 178) Via Toledo 126, Napoli 1933 –1938 — Armando Brasini CASA DEL MUTILATO (→ S. 168, 178) Piazza Carità, Napoli 1938 –1940 — Camillo Guerra PALAZZO DELLA PROVINCIA (→ S. 174, 179) Piazza Matteotti 1, Napoli 1936 — Marcello Canino, Ferdinando Chiaromonte PALAZZO INTENDENZA DI FINANZA (→ S. 175, 179) Via Armando Diaz 11, Napoli 1937 — Marcello Canino PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI (→ S. 170/171, 179) Piazza Matteotti 2, Napoli 1931–1936 — Giuseppe Vaccaro, Gino Franzi STAZIONE MARITTIMA (→ S. 167, 180) Molo Angioino, Porto di Napoli, Napoli 1936 — Cesare Bazzani PALAZZO DELL’ ARTE (→ S. 176/177, 180) Via Enrico Caruso, Fuorigrotta, Napoli 1937–1940 — Marcello Canino, Luigi Piccinato, Carlo Cocchia, Ferdinando Chiaromonte
PALERMO (→ S. 184)
ROMA (ZENTRUM) (→ S. 200)
BANCO DI SICILIA (→ S. 195, 198) Via Ruggiero Settimo 26, Palermo 1936 — Salvatore Caronia Roberti
CASA DELLA GIL (→ S. 207, 259) Largo Ascianghi 5, Roma 1937 — Luigi Moretti
CASA DEL MUTILATO (→ S. 187, 193, 198) Via Alessandro Scarlatti 10, Palermo 1940 — Giuseppe Spatrisano
CINECITTÀ (→ S. 210, 259) Via Tuscolana 1055, Roma 1936–1937 — Gino Peressutti, Carlo Roncoroni
CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO (→ S. 188, 189, 198) Via Alessandro Scarlatti 16, Palermo 1936 –1937 — Antonino Pollaci, Vincenzo Nicoletti
CITTÀ UNIVERSITARIA – LA SAPIENZA (→ S. 35, 208, 209, 260) Piazzale Aldo Moro 5, Roma 1932–1935 — Marcello Piacentini
PALAZZO DI GIUSTIZIA (→ S. 192, 199) Corso Vittorio Emanuele 475, Palermo 1938 /1957 — Ernesto Rapisardi PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI (→ S. 190/191, 199) Via Roma 320, Palermo 1928 –1934 — Angiolo Mazzoni STAZIONE MARITTIMA DI PALERMO (→ S. 196, 197, 199) Molo Vittorio Veneto, Porto di Palermo, Palermo 1950 — Salvatore Caronia Roberti
ISTITUTO STORICO E DI CULTURA DELL’ ARMA DEL GENIO (→ S. 212, 260) Lungotevere della Vittoria 31, Roma 1934 –1937 — Gennaro De Matteis PALAZZO INA (→ S. 213, 263) Piazza San Silvestro 20, Roma 1937 — Marcello Piacentini PALAZZO DELLE POSTE (→ S. 211, 264) Via Marmorata 4, Roma 1933 –1935 — Adalberto Libera, Mario De Renzi STAZIONE OSTIENSE (→ S. 206, 266) Piazzale dei Partigiani, Roma 1938 –1940 — Angiolo Mazzoni STAZIONE TERMINI (→ S. 205, 266) Piazza dei Cinquecento, Roma 1937 — Angiolo Mazzoni
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ROMA (EUR) (→ S. 216, 218/ 219)
ROMA (FORO MUSSOLINI ) (→ S. 242, 244/244)
ARCHIVIO CENTRALE DELLO STATO (→ S. 228 / 229, 258) Piazzale degli Archivi 27, Roma 1938 –1942 (Erweiterungen 1953 –1955) — Massimo Castellazzi
ACCADEMIA FASCISTA MASCHILE DI EDUCAZIONE FISICA (→ S. 245, 253, 258, 267) Piazza Lauro De Bosis 15, Roma 1928 –1932 — Enrico Del Debbio
CHIESA DEI SANTI PIETRO E PAOLO (→ S. 240, 260) Piazzale dei Santi Pietro e Paolo 8, Roma 1938 –1955 — Arnaldo Foschini MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA (→ S. 233–237, 261) Piazza Giovanni Agnelli 10, Roma 1939 –1941 — Pietro Aschieri, Dino Bernardini, Cesare Pascoletti, Gino Peressutti OBELISCO DI MARCONI (→ S. 221, 231, 261) Piazza Guglielmo Marconi, Roma 1937 –1940 — Arturo Dazzi PALAZZO DEI CONGRESSI (→ S. 226, 227, 262) Piazza John Kennedy 1, Roma 1938 –1954 — Adalberto Libera PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316/317) Quadrato della Concordia 3, Roma 1938 –1943 — Ernesto Bruno La Padula, Giovanni Guerrini, Mario Romano PALAZZO DELL’ ARTE ANTICA (→ S. 221, 263) Piazza Giovanni Agnelli 10, Roma 1939 –1942 — Pietro Aschieri, Dino Bernardini, Cesare Pascoletti PALAZZO DELL’ INFPS (→ S. 224/225, 263) Piazza delle Nazioni Unite 2, Roma 1939 –1943 — Giovanni Muzio, Mario Paniconi, Giulio Pediconi PALAZZO DEGLI UFFICI DELL’ ENTE / SALONE DELLE FONTANE (→ S. 230, 238, 239, 264) Via Ciro il Grande 16, Roma 1937 — Gaetano Minnucci
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AUDITORIUM DEL FORO MUSSOLINI (→ S. 250, 258) Piazza Lauro De Bosis, Roma 1936 — Luigi Moretti CASA DELLE ARMI / ACCADEMIA DELLA SCHERMA (→ S. U1/U4, 247, 259, 398) Viale del Foro Italico, Roma 1933 –1936 — Luigi Moretti OBELISCO MUSSOLINI (→ S. 252, 254, 255, 261) Piazza Lauro De Bosis, Roma 1928 –1932 — Costantino Costantini PALAZZETTO DELLO SPORT (→ S. 256/257, 262) Piazza Apollodoro 10, Roma 1956 –1957 — Pier Luigi Nervi, Annibale Vitellozzi PONTE DUCA D’ AOSTA (→ S. 264) Quartiere Flaminio / Foro Italico, Roma 1936 –1939 — Vincenzo Fasolo STADIO CENTRALE DEL TENNIS (→ S. 248, 249, 265) Viale del Foro Italico, Roma 1932 — Enrico Del Debbio STADIO DEI MARMI (→ S. 244, 250, 251, 267) Viale del Foro Italico, Roma 1928 –1932 — Enrico Del Debbio STADIO DEL NUOTO (→ S. 252, 265) Viale del Foro Italico, Roma 1928 –1932 — Enrico Del Debbio VIALE DEL FORO ITALICO (→ S. 254, 266) Viale del Foro Italico, Roma 1928 –1932 — Costantino Costantini
SIRACUSA (→ S. 268) CASA DEL FASCIO (→ S. 283, 284) Via G. B. Perasso 2, Siracusa 1929 — Raffaele Leone
PANTHEON (→ S. 278, 287) Piazza Pantheon, Siracusa 1935 — Ernesto und Gaetano Rapisardi
CASA DEL MUTILATO (→ S. 275, 284) Viale Armando Diaz 104 / Via Dante Alighieri 7, Siracusa 1936 –1937 — Raffaele Leone
PAVILLON (→ S. 279, 287, 288) Largo XXV Luglio / Corso Giacomo Matteotti, Siracusa ca. 1936 — Francesco Fichera (zugeschrieben)
MONUMENTO AI CADUTI D’ AFRICA (→ S. 272, 284) Piazzale Marconi, Siracusa 1938 — Romano Romanelli
STADIO VITTORIO EMANUELE III (→ S. 274, 287) Piazza Luigi Leone Cuella, Siracusa 1930 –1932 — Raffaele Leone
PALAZZO DEGLI STUDI (→ S. 281, 285) Piazza della Vittoria 3, Siracusa 1931–1935 — Francesco Fichera, Attilio Mazzola PALAZZO DELLA CASSA CENTRALE DI RISPARMIO VITTORIO EMANUELE (→ S. 276, 285) Piazza Archimede 4, Siracusa 1957–1960 — Gaetano Rapisarda PALAZZO DELLA CASSA RURALE E ARTIGIANA (→ S. 280, 285) Via Dione 53–55, Siracusa 1934 –1936 — Giuseppe Caronia Roberti PALAZZO DELLE POSTE E DEI TELEGRAFI (→ S. 271, 286) Via Riva Nazario Sauro, Siracusa 1922 –1929 — Francesco Fichera PALAZZO INA (→ S. 277, 286) Corso Giacomo Matteotti / Via Cavour, Siracusa 1936 –1939 — Francesco Fichera PALAZZO INFPS (→ S. 273, 286) Riva Forte Gallo, Siracusa 1939 — Francesco Fichera
327
TORINO (→ S. 290) ARCO MONUMENTALE DELL’ ARMA DELL’ ARTIGLIERIA (→ S. 305, 310) Viale Umberto Cagni 7 / Viale Virgilio, Torino 1927 –1930 — Pietro Canonica CASA DEL BALILLA (→ S. 302, 310) Via Giacomo Medici 2, Torino 1930er-Jahre — Costantino Costantini CASA RIVA (→ S. 304, 310) Via Pietro Palmieri 11, Torino 1932 — Antonio Pogatschnig
MERCATI GENERALI (→ S. 297, 314) Via Giordano Bruno 181, Torino 1932–1934 — Umberto Cuzzi PALAZZO DELLA MODA (→ S. 314) Corso Massimo d’ Azeglio, Torino 1938 — Ettore Sottsass Sr. PALAZZO DEL NUOTO (→ S. 294, 314) Corso Galileo Ferraris, Torino 1925 — Dado Bonicelli
CINEMA ELISEO (→ S. 303, 311) Piazza Sabotino 4, Torino 1938 — Architekt nicht eindeutig überliefert
STADIO MUSSOLINI (→ S. 296, 315) heute: Stadio Olimpico Grande Torino Piazzale Grande 115, Torino 1932 –1933 — Raffaello Fagnoni
CINEMA IDEAL (→ S. 295, 311) Corso Giambattista Beccaria 4, Torino 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig überliefert
TORRE E PALAZZO LITTORIA (→ S. 298, 299, 315) Via Giovanni Battista Viotti / Piazza Castello, Torino 1931–1934 — Armando Melis de Villa, Giovanni Bernocco
CINEMA E GALLERIA LUX (→ S. 311, 312) ursprünglich: Cinema Rex, dann Cinema DUX Galleria San Federico, Torino 1938 –1939 — Ottorino Aloisio FONTANA DEI FIUMI PO E DORA (→ S. 293, 313) Piazza CLN, Via Roma, Torino 243 1930er-Jahre — Architekt nicht eindeutig überliefert GRUPPO RIONALE «AMOS MARAMOTTI» (→ S. 301, 313) Corso Peschiera 230, Torino 1936 — Alessandro Canestri LINGOTTO (→ S. 306/307, 308, 309, 313) Via Nizza 262, Torino 1916 –1923 — Giacomo Mattè-Trucco
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ROMA, CASINO NOBILE, VILLA TORLONIA 1802–1806, Giuseppe Valadier; Neoklassizistische Hauptresidenz der Villa Torlonia. Wohnsitz Benito Mussolinis von 1925 – 1943. 329
1919–1922
Aufstieg und Vorbereitung
Aufstieg der Bewegung um Benito Mussolini • Gewaltpolitik, politische Instabilität •
1922–1926
Machtübernahme, Systemaufbau
Regierungsübernahme 1922 Umbau zum autoritären Staat • 1925 / 26 Ausschaltung Opposition
1926–1933
Institutionalisierung und Modernisierung
Stabilisierung autoritäres System Ausbau Propaganda- und Verwaltungsstaat
•
•
•
•
Architektur / Stadtentwicklung
Noch pluralistische Architekturszene Historismus, Novecento, Stile Liberty / Umbertina und frühe Moderne parallel • Erste Diskussion über nationale moderne Architektur • •
→ Architektur sucht neue staatliche Rolle 330
Beginn staatlich gesteuerter Bauprogramme • Infrastruktur als politisches Instrument • Erste Förderung moderner Architekturströmungen
Razionalismo wird staatlich teilweise gefördert • Neue Verwaltungsbauten • Bahnhöfe, Sportanlagen, Industriearchitektur • Beginn grossmassstäblicher Stadtumbauten
•
•
→ Architektur wird Teil staatlicher Modernisierungsstrategie
→ Stadt wird Organisationsinstrument des Staates
1933–1939
Hochphase staatlicher Raumordnung
Radikalisierung Innen- und Aussenpolitik • Expansion und Militarisierung • Ausbau des autoritären Staats- und Verwaltungsapparats •
1939–1943
Krieg und Überdehnung
Kriegseintritt 1940 (Zweiter Weltkrieg) • Militärische Krise •
• Verstärkte staatliche Lenkung von Grossprojekte verlangsamt / Architektur und Städtebau gestoppt • • Grossprojekte (neue Stadtteile, Fokus auf Infrastruktur, Militär, neue Städte, Achsenplanung) Industrie • Monumentale Staatsarchitektur und • Viele Projekte unvollendet oder Razionalismo-Hybride vereinfacht • Systematische Infrastrukturmodernisierung → Architektur wird sichtbare Ordnungs- → Systemarchitektur erreicht Grenzen politik materieller Ressourcen •
1943–1945 Zusammenbruch
25. Juli 1943: Sturz Mussolinis und Ende seiner Regierung • 28. April 1945: Erschiessung Mussolinis • Besatzung / Bürgerkrieg •
Baustopp vieler Projekte Zerstörung von Infrastruktur und Städten
• •
→ Wiederaufbau als neue Architekturaufgabe 331
PIAZZALE LORETO, MILANO
Der Piazzale Loreto gehört zu den historisch am stärksten aufgeladenen Stadträumen Milanos. Seine Bedeutung erschliesst sich weniger über eine spezifische architektonische Form als über seine Funktion als Erinnerungsund Gewaltort des 20. Jahrhunderts. Am 10. August 1944 wurden hier fünfzehn Widerstandskämpfer öffentlich erschossen und zur Abschreckung auf dem Platz liegen gelassen. Nach Kriegsende wurde der Ort deshalb vorübergehend in Piazza dei Quindici Martiri umbenannt, bevor er später wieder seinen heutigen Namen erhielt. Seine historische Tragweite kulminiert dann am 29. April 1945. In den frühen Morgenstunden wurden am selben Ort die Leichen von Benito Mussolini, Clara Petacci sowie weiterer führender Vertreter des zusammenbrechenden Regimes öffentlich ausgestellt und an der Konstruktion einer Tankstelle aufgehängt. Die Wahl des Piazzale Loreto war dabei bewusst symbolisch: Der Platz, an dem wenige Monate zuvor fünfzehn Widerstandskämpfer ermordet worden waren, wurde nun zum Ort, der öffentlichen Demütigung und des endgültigen Zusammenbruchs der Diktatur. Der Platz fungiert heute primär als frequentierter Verkehrsknoten zwischen Corso Buenos Aires, Viale Monza und Via Padova. Von seiner historischen Bedeutung ist im alltäglichen Stadtraum – abgesehen von einer kleinen Gedenktafel – kaum mehr unmittelbar etwas ablesbar. Besonders eindrücklich zeigt sich diese Überlagerung von Geschichte und Gegenwart an der Stelle der ehemaligen Tankstelle: Dort befindet sich heute eine Filiale von McDonald’s. Ein Ort von enormer historischer Tragweite ist damit zu einem Raum des Konsums, der Mobilität und des urbanen Durchgangs geworden.
332
MILANO, PIAZZALE LORETO Zentraler Erinnerungsort des italienischen Widerstands. Am 29. April 1945 wurden hier die Leichname Benito Mussolinis öffentlich ausgestellt. 333
MILANO, CORSO VITTORIO EMANUELE, CA. 1945 Kriegszerstörungen und Baulücken im historischen Stadtgefüge nach den Bombardierungen im Zweiten Weltkrieg. 334
NACH DEM STURZ
Nach dem Sturz Mussolinis im Juli 1943 und dem Waffenstillstand mit den Alliierten im September desselben Jahres zerfiel die staatliche Ordnung. Während der Süden schrittweise unter alliierte Kontrolle gelangte, wurde Norditalien von deutschen Truppen besetzt. In den folgenden zwanzig Monaten entwickelte sich ein blutiger Bürgerkrieg zwischen der von Deutschland gestützten Italienischen Sozialrepublik, den Besatzungstruppen und den verschiedenen Widerstandsbewegungen. Der Konflikt wurde nicht nur zwischen Armeen ausgetragen, sondern spaltete Familien, Dörfer und ganze Regionen. Auf der einen Seite standen Anhänger der Republik von Salò und deutsche Einheiten, auf der anderen kommunistische, sozialistische, katholische, liberale und monarchistische Widerstandsgruppen, die trotz ihrer politischen Unterschiede zunehmend zusammenarbeiteten. Die Resistenza entwickelte sich rasch zu einer landesweiten Bewegung. In den Alpen und im Apennin entstanden Partisanengebiete, in denen zeitweise ganze Täler und Bergregionen der Kontrolle der Besatzungsmacht entzogen wurden. Gleichzeitig operierten in den Städten geheime Netzwerke, die Informationen beschafften, Sabotageakte organisierten, Verfolgte versteckten und den alliierten Vormarsch unterstützten. Die Widerstandsbewegung bestand dabei keineswegs nur aus bewaffneten Kämpfern. Zehntausende Frauen übernahmen als sogenannte Staffette lebensgefährliche Kurierdienste zwischen den einzelnen Verbänden, transportierten Waffen, Nachrichten und Lebensmittel und hielten die Kommunikation zwischen den Partisanengruppen aufrecht. Arbeiter, Bauern, Geistliche und Studenten beteiligten sich in unterschiedlicher Form am Widerstand oder unterstützten ihn logistisch. Besonders in den grossen Industriestädten Norditaliens gewann die Resistenza zunehmend an Bedeutung. Die Streiks in Turin und Mailand im Jahr 1943 erschütterten die verbliebenen Machtstrukturen und zeigten erstmals offen den schwindenden Rückhalt des Regimes. Gegen Kriegsende umfasste die Widerstandsbewegung mehr als 250’000 aktive Kämpferinnen und Kämpfer. Regionen wie das Piemont, die Emilia-Romagna, Ligurien und die Lombardei 335
entwickelten sich zu Zentren des Widerstands und verzeichneten zugleich die höchsten Opferzahlen. Auf Anschläge, Sabotageakte und Partisanenaktionen reagierten deutsche Truppen und ihre Verbündeten mit Massenverhaftungen, Geiselerschiessungen und Vergeltungsmassakern gegen die Zivilbevölkerung. Im Frühjahr 1945 brach die deutsche Front endgültig zusammen. Noch vor dem Eintreffen der Alliierten erhoben sich zahlreiche Städte Norditaliens zum allgemeinen Aufstand. In Mailand, Turin und Genua übernahmen Partisanen die Kontrolle über Bahnhöfe, Fabriken, Verwaltungen und öffentliche Einrichtungen. Der Aufstand vom April 1945 führte zur Befreiung grosser Teile Norditaliens und markierte den politischen Höhepunkt der Resistenza. Mit der Gefangennahme und Tötung Mussolinis am 28. April 1945 sowie der Kapitulation der deutschen Truppen wenige Tage später endete der Krieg auf italienischem Boden. Die Bedeutung der Resistenza reichte weit über ihren militärischen Beitrag hinaus. Für die junge Republik wurde sie zum zentralen Gründungsmythos und zum Symbol des demokratischen Neubeginns. Die Erinnerung an den Widerstand schuf eine gemeinsame historische Erzählung, die Kommunisten, Sozialisten, Liberale, Katholiken und Monarchisten trotz ihrer politischen Unterschiede miteinander verband. Viele Grundwerte der Nachkriegsrepublik – Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Ablehnung autoritärer Herrschaft – leiteten ihre Legitimation aus den Erfahrungen von Besatzung, Bürgerkrieg und Befreiung ab. In einem Referendum vom 2. Juni 1946 entschied sich die Bevölkerung schliesslich für die Abschaffung der Monarchie und die Gründung der Italienischen Republik. Die Erfahrungen von Widerstand und Befreiung prägten auch den Umgang mit der Architektur der Jahre 1922 bis 1943. Viele Bauwerke verloren ihre politische Bedeutung oder wurden neu interpretiert. Im Mittelpunkt der öffentlichen Erinnerung standen die Opfer des Krieges, die Partisanen und der demokratische Neubeginn.
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MILANO, APRIL 1945. PARTISANEN DER RESISTENZA NEHMEN EINE ANHÄNGERIN DES REGIMES GEFANGEN. Zu diesem Zeitpunkt umfasste die Resistenza bereits mehr als 250’000 Kämpferinnen und Kämpfer. 337
WARUM DIE ARCHITEKTUR ERHALTEN BLIEB
Warum die Architektur der Jahre 1922 bis 1943 in Italien bis heute weitgehend erhalten geblieben ist, gehört zu den zentralen Fragen der europäischen Erinnerungskultur. Während in Deutschland nach 1945 zahlreiche Monumente und Repräsentationsbauten des Nationalsozialismus beseitigt, umgenutzt oder bewusst aus dem öffentlichen Raum verdrängt wurden, blieben in Italien Verwaltungsgebäude, Bahnhöfe, Wohnsiedlungen, Sportanlagen und ganze Stadtquartiere nahezu unverändert bestehen. Die Gründe dafür liegen weder allein in politischen Entscheidungen noch ausschliesslich in wirtschaftlichen Zwängen. Vielmehr wirkten geopolitische, gesellschaftliche, institutionelle und architektonische Faktoren zusammen und führten dazu, dass die baulichen Zeugnisse dieser Epoche den Zusammenbruch des politischen Systems überdauerten. Eine wesentliche Ursache lag in den politischen Prioritäten der Nachkriegszeit. Nach den Verwüstungen des Krieges, dem Zusammenbruch des Staates und den Erfahrungen des Bürgerkriegs stand für die Alliierten vor allem die Stabilisierung des Landes im Vordergrund. Italien galt als Schlüsselstaat im Mittelmeerraum, dessen politische und wirtschaftliche Ordnung möglichst rasch wiederhergestellt werden sollte. Mit dem Beginn des Kalten Krieges gewann diese Strategie zusätzlich an Bedeutung. Angesichts des starken Einflusses der Kommunistischen Partei erschien die Sicherung funktionierender staatlicher Strukturen wichtiger als eine umfassende symbolische Abrechnung mit der baulichen Hinterlassenschaft der Diktatur. Entfernt wurden vor allem offensichtliche Herrschaftssymbole wie Büsten, Inschriften oder Embleme, während ein systematischer Abriss grösserer Bauwerke kaum zur Diskussion stand. Auch die alliierten Militärbehörden trugen indirekt zu dieser Entwicklung bei. Die Allied Control Commission und ihre Unterkommission für Denkmäler, Kunstwerke und Archive standen vor der Aufgabe, politische Symbole zu beseitigen und zugleich die kulturelle Substanz des Landes zu bewahren. In der Praxis konzentrierte man sich auf die Entfernung offensichtlicher Herrschafts338
zeichen, während architektonisch oder infrastrukturell bedeutende Bauwerke unter Schutz gestellt wurden. Zahlreiche Reliefs, Wandbilder und dekorative Elemente wurden zunächst verdeckt oder ihrer propagandistischen Bedeutung beraubt, anstatt zerstört zu werden. Bereits ab 1945 ging die Verantwortung schrittweise an italienische Behörden über, die den pragmatischen Weg der Anpassung und Weiterverwendung dem Abriss vorzogen. Dadurch wurden wichtige Weichen für den langfristigen Erhalt des baulichen Erbes gestellt. Hinzu kam die wirtschaftliche Realität. Italien war 1945 ein verarmtes und in weiten Teilen zerstörtes Land. Zahlreiche Städte waren durch Luftangriffe schwer beschädigt worden, Industrieanlagen lagen still, Verkehrsnetze waren unterbrochen und die Wohnungsnot erreichte dramatische Ausmasse. Gleichzeitig bestand ein enormer Bedarf an funktionierenden Verwaltungs- und Infrastrukturbauten. Die in den Jahrzehnten zuvor errichteten Bahnhöfe, Postämter, Schulen, Krankenhäuser, Sportanlagen und Verwaltungszentren waren trotz ihrer politischen Herkunft oftmals technisch modern, gut ausgestattet und uneingeschränkt nutzbar. Angesichts knapper Ressourcen erschien ihr Erhalt als die einzig realistische Lösung. Was funktionierte, wurde genutzt; was gebraucht wurde, blieb bestehen. Begünstigt wurde diese Entwicklung durch eine bemerkenswerte institutionelle Kontinuität. Anders als in Deutschland erfolgte keine umfassende personelle Neuordnung von Verwaltung, Justiz, Universitäten und kulturellen Einrichtungen. Zahlreiche Beamte, Richter, Professoren und Fachleute blieben auch nach 1945 in ihren Positionen. Dies galt ebenso für viele Architekten, Stadtplaner und Denkmalpfleger, die bereits vor dem Krieg tätig gewesen waren und nun den Wiederaufbau begleiteten. Die Übergänge zwischen Vorkriegszeit, Krieg und Nachkriegszeit verliefen daher oft fliessend. Entsprechend gering war die Bereitschaft, die erst kurz zuvor errichteten Bauten grundsätzlich infrage zu stellen. Für viele Entscheidungsträger galten sie weniger als politische Symbole denn als funktionierende Bestandteile des städtischen und administrativen Gefüges. 339
Von besonderer Bedeutung war zudem die Architektur selbst. Anders als in anderen europäischen Diktaturen entstand in Italien keine einheitliche Staatsarchitektur. Neben monumentalen Repräsentationsbauten entwickelte sich mit dem Razionalismo eine Strömung, die eng mit den internationalen Debatten der europäischen Moderne verbunden war. Viele Gebäude wurden nach 1945 nicht nur als politische Zeugnisse, sondern auch als bedeutende architektonische Leistungen wahrgenommen. Werke von Terragni, Libera, Michelucci, Pagano oder Vaccaro galten zunehmend als wichtige Beiträge zur Architekturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Paradoxerweise gehörten zahlreiche Bauten dieser Jahre daher nicht zum architektonischen Problem, sondern zum architektonischen Vorbild. Ihre klaren Geometrien, funktionalen Grundrisse und reduzierten Fassaden beeinflussten die italienische Nachkriegsmoderne nachhaltig und prägten den Wiederaufbau ebenso wie die Architektur der folgenden Jahrzehnte. Ein Abriss hätte daher nicht nur politische Symbole beseitigt, sondern zugleich einen bedeutenden Teil der italienischen Moderne zerstört. Eine weitere Rolle spielte die Erinnerungskultur der jungen Republik. Im Mittelpunkt der öffentlichen Wahrnehmung standen die Erfahrungen von Krieg, Besatzung, Bürgerkrieg und Widerstand. Die Resistenza wurde zum zentralen Gründungsmythos des demokratischen Italien und bildete über Jahrzehnte einen wichtigen Bezugspunkt der nationalen Identität. In diesem Deutungsrahmen erschien die Verantwortung für die Katastrophe des Krieges vielfach als Schuld einer begrenzten politischen Führungsschicht, während sich grosse Teile der Bevölkerung als Opfer des Krieges oder als Teil des Widerstands verstanden. Die steinernen Relikte der vorherigen Epoche wurden deshalb häufig nicht als persönliche Provokation oder fortdauernde Belastung wahrgenommen. Personenkult und Herrschaftssymbole verschwanden aus dem öffentlichen Raum, während die Gebäude selbst weiter genutzt wurden. Mit der Zeit verloren sie ihre politische Eindeutigkeit und gingen weitgehend in die Normalität des urbanen Alltags über. DAS HANNAH-ARENDT-ZITAT «KEIN MENSCH HAT DAS RECHT ZU GEHORCHEN» Bolzano, ehemaliges Palazzo del Littorio (1939–1942). Beispiel für die kritische Kontextualisierung historisch belasteter Architektur. 340
Heute werden diese Bauwerke nur noch selten beseitigt. Stattdessen hat sich zunehmend die Auffassung durchgesetzt, Architektur als historisches Dokument zu bewahren und kritisch zu kontextualisieren. Ein häufig zitiertes Beispiel ist das ehemalige Palazzo del Littorio in Bozen. Dort wurde das Gebäude nicht entfernt oder verborgen, sondern durch eine zeitgenössische Intervention neu kommentiert. Die Architektur bleibt sichtbar und erinnert damit nicht nur an ihre Entstehungszeit, sondern auch an den Wandel gesellschaftlicher Deutungen. Gerade darin liegt die Besonderheit des italienischen Umgangs mit diesem Erbe: Die Bauten wurden weder vergessen noch vollständig neutralisiert, sondern in den Alltag integriert und zugleich Teil einer fortdauernden Auseinandersetzung mit der Geschichte. Wie unterschiedlich diese heute geführt wird, zeigt auch die Skulptur L.O.V.E. von Maurizio Cattelan (→ S. 153, 347) vor dem Palazzo Mezzanotte in Mailand. Die monumentale Marmorskulptur zeigt eine Hand, deren Finger bis auf den Mittelfinger entfernt wurden, und wird häufig als provokanter Kommentar zu Macht, Autorität und Finanzwelt interpretiert. Das Gebäude bleibt unverändert bestehen, erhält durch die zeitgenössische Intervention jedoch eine neue Bedeutungsebene.
341
VERZEICHNIS ARCHITEKTEN ALOISIO, OTTORINO – Cinema e Galleria Lux, Torino (1938–1939) (→ S. 311, 312) ALPAGO NOVELLO, ALBERTO – Tempio della Vittoria, Milano (1927–1928, mit Giovanni Muzio) (→ S. 154, 163) ARATA, GIULIO ULISSE – Certosa di Bologna – Sacrario dei Martiri, Bologna (1930er-Jahre) (→ S. 46, 48) – Stadio comunale «Littoriale», Bologna (1925 –1927) (→ S. 43, 50, 51) – Ospedale Niguarda, Milano (1932) (→ S. 138, 139, 160) ASCHIERI, PIETRO – Museo della Civiltà Romana, Roma EUR (1939–1941, mit Dino Bernardini, Cesare Pascoletti und Gino Peressutti) (→ S. 233–237, 261) – Palazzo dell’ Arte Antica, Roma EUR (1939–1942, mit Dino Bernardini und Cesare Pascoletti) (→ S. 221, 263) BARBIERI, DARIO – Complesso residenziale INCIS, Bolzano (1926–1928, mit Alberto Calza Bini) (→ S. 68, 75) BAZZANI, CESARE – Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze, Firenze (1911–1935, mit Vincenzo Mazzei) (→ S. 108, 114) – Stazione Marittima, Napoli (1936) (→ S. 167, 180) BEGA, MELCHIORRE – Liceo Scientifico Augusto Righi, Bologna (1930er-Jahre) (→ S. 45, 49) 342
BERNARDINI, DINO – Museo della Civiltà Romana, Roma EUR (1939–1941, mit Pietro Aschieri, Cesare Pascoletti und Gino Peressutti) (→ S. 233–237, 261) – Palazzo dell’ Arte Antica, Roma EUR (1939–1942, mit Pietro Aschieri und Cesare Pascoletti) (→ S. 221, 263) BERNOCCO, GIOVANNI – Torre e Palazzo Littoria, Torino (1931–1934, mit Armando Melis de Villa) (→ S. 298, 299, 315) BONICELLI, DADO – Palazzo del Nuoto, Torino (1925) (→ S. 294, 314) BORDONI, ANGELO – Palazzo dei Sindacati dell’ Industria, Milano (1930–1933, mit Luigi Caneva und Antonio Carminati) (→ S. 149, 161) BOUCHOT, LOUIS-JULES –E rste Stazione Centrale di Milano (1864) (→ S. 10) BRACCIOLINI, MARIO – Mercato del pesce, Genova (1933–1935) (→ S. 125, 131) BRASINI, ARMANDO – Banca Nazionale del Lavoro, Napoli (1933–1938) (→ S. 169, 178) BUSIRI VICI, MICHELE – Tribunale / Palazzo di Giustizia, Bolzano (1939, mit Paolo Rossi de Paoli) (→ S. 59, 78) CAGNOLA, LUIGI – Arco della Pace (1807–1838) (→ S. 32)
CALZA BINI, ALBERTO – Complesso residenziale INCIS, Bolzano (1926–1928, mit Dario Barbieri) (→ S. 68, 75) – Teatro Metropolitan, Catania (1955–1956, mit Giorgio Calza Bini und Marcello Piacentini) (→ S. 91, 93) CALZA BINI, GIORGIO – Teatro Metropolitan, Catania (1955–1956, mit Alberto Calza Bini und Marcello Piacentini) (→ S. 91, 93) CANESTRI, ALESSANDRO – Gruppo Rionale «Amos Maramotti», Torino (1936) (→ S. 301, 313) CANEVA, LUIGI – Palazzo dei Sindacati dell’ Industria, Milano (1930–1933, mit Angelo Bordoni und Antonio Carminati) (→ S. 149, 161) CANINO, MARCELLO – Banco di Napoli, Napoli (1938–1940) (→ S. 173, 178) – Palazzo della Provincia, Napoli (1936, mit Ferdinando Chiaromonte) (→ S. 174, 179) – Palazzo Intendenza di Finanza, Napoli (1937) (→ S. 175, 179) – Palazzo dell’ Arte, Napoli (1937–1940, mit Luigi Piccinato, Carlo Cocchia und Ferdinando Chiaromonte) (→ S. 176/177, 180) CANONICA, PIETRO – Arco monumentale dell’ Arma dell’ Artiglieria, Torino (1927–1930) (→ S. 305, 310) CARMINATI, ANTONIO – Palazzo dei Sindacati dell’ Industria, Milano (1930 –1933, mit Angelo Bordoni und Luigi Caneva) (→ S. 149, 161)
CARONIA ROBERTI, SALVATORE – Banco di Sicilia, Palermo (1936) (→ S. 195, 198) – Stazione Marittima di Palermo, Palermo (1950) (→ S. 196, 197, 199) CASTELLAZZI, MASSIMO – Archivio Centrale dello Stato, Roma EUR (1938 –1942) (→ S. 228 / 229, 258) CASTIGLIONI, GIANNINO – Cimitero Monumentale – Edicola Famiglia Bernocchi, Milano (1936, mit Alessandro Minali) (→ S. 155, 159) CHIAROMONTE, FERDINANDO – Palazzo della Provincia, Napoli (1936, mit Marcello Canino) (→ S. 174, 179) – Palazzo dell’ Arte, Napoli (1937–1940, mit Marcello Canino, Luigi Piccinato und Carlo Cocchia) (→ S. 176/177, 180) COCCHIA, CARLO – Palazzo dell’ Arte, Napoli (1937–1940, mit Marcello Canino, Luigi Piccinato und Ferdinando Chiaromonte) (→ S. 176/177, 180) COSTANTINI, COSTANTINO – Obelisco Mussolini, Roma Foro Mussolini (1928–1932) (→ S. 252, 254, 255, 261) – Viale del Foro Italico, Roma Foro Mussolini (1928–1932) (→ S. 254, 266) – Casa del Balilla, Torino (1930er-Jahre) (→ S. 302, 310) CROSA DI VERGAGNI, GIUSEPPE – Fontana di Piazza De Ferrari, Genova (1936) (→ S. 128 /129, 130) – Questura di Genova, Genova (1930er-Jahre) (→ S. 120, 121, 132) 343
CUFFARO, SILVESTRE – Monumento al Cardinale Dusmet, Catania (1935, mit Raffaele Leone und Mimì Maria Lazzaro) (→ S. 84, 85, 92) CUZZI, UMBERTO – Mercati Generali, Torino (1932–1934) (→ S. 297, 314) DAZZI, ARTURO – Monumento alla Vittoria, Bolzano (1926–1928, mit Marcello Piacentini) (→ S. 57, 67, 77) – Obelisco di Marconi, Roma EUR (1937–1940) (→ S. 221, 231, 261) DE FINETTI, GIUSEPPE – Palazzo della Meridiana, Bologna (1930er-Jahre) (→ S. 44, 49) DE MATTEIS, GENNARO – Istituto Storico e di Cultura dell’ Arma del Genio, Roma (1934 –1937) (→ S. 212, 260) DE RENZI, MARIO – Palazzo delle Poste, Roma (1933–1935, mit Adalberto Libera) (→ S. 211, 264) DEL DEBBIO, ENRICO – Accademia Fascista Maschile di Educazione Fisica, Roma Foro Mussolini (1928–1932) (→ S. 245, 253, 258, 267) – Stadio Centrale del Tennis, Roma Foro Mussolini (1932) (→ S. 248, 249, 265) – Stadio dei Marmi, Roma Foro Mussolini (1928–1932) (→ S. 244, 250, 251, 265, 267) – Stadio del Nuoto, Roma Foro Mussolini (1928–1932) (→ S. 252, 265) 344
EHRENHÖFER, FRANZ –S kulpturen der Stazione di Bolzano (→ S. 60 , 61) FAGNONI, RAFFAELLO – Stadio Mussolini, Torino (1932–1933) (→ S. 296, 315) FICHERA, FRANCESCO – Palazzo di Giustizia, Catania (1932/1953) (→ S. 86/87, 92) – Palazzo degli Studi, Siracusa (1931–1935, mit Attilio Mazzola) (→ S. 281, 285) – Palazzo delle Poste e dei Telegrafi, Siracusa (1922–1929) (→ S. 271, 286) – Palazzo INA, Siracusa (1936–1939) (→ S. 277, 286) – Palazzo INFPS, Siracusa (1939) (→ S. 273, 286) – Pavillon, Siracusa (ca. 1936) (→ S. 279, 287, 288) FISCHETTI, ERCOLE – Casa del Mutilato, Catania (1937–1939) (→ S. 83, 92) FOSCHINI, ARNALDO – Chiesa dei Santi Pietro e Paolo, Roma EUR (1938 –1955) (→ S. 240, 260) FRANZI, GINO – Palazzo delle Poste e Telegrafi, Napoli (1931–1936, mit Giuseppe Vaccaro) (→ S. 170/171, 179) FUSELLI, EUGENIO – Casa del Mutilato, Genova (1935 –1938) (→ S. 124, 130) GRAZIANI, PAOLO – Palazzo Lancia, Bologna (1930er-Jahre) (→ S. 44, 50) →
– Palazzo Scardovi, Bologna (1930er-Jahre) (→ S. 46, 50) GREPPI, GIOVANNI – Stadio Giuseppe Sinigaglia, Como (1925–1927) (→ S. 99, 103) GRISELLI, ITALO – Genio dello Sport, Roma EUR (1939) (→ S. 238) GUERRA, CAMILLO – Casa del Mutilato, Napoli (1938 –1940) (→ S. 168, 178) GUERRINI, GIOVANNI – Palazzo della Civiltà Italiana, Roma EUR (1937–1940, mit Ernesto Bruno La Padula und Mario Romano) (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316/317)
LIBERA, ADALBERTO – Palazzo delle Poste, Roma (1933 –1935, mit Mario De Renzi) (→ S. 211, 264) – Palazzo dei Congressi, Roma EUR (1938 –1954) (→ S. 226, 227, 262) MANSUTTI, FRANCESCO – Casa della GiL, Bolzano (1934–1936, mit Gino Miozzo) (→ S. 62, 63, 74) MANTERO, GIANNI – Canottiera, Como (1930–1931) (→ S. 102) MATTÈ-TRUCCO, GIACOMO – Lingotto, Torino (1916 –1923) (→ S. 306/307, 308, 309, 313)
LA PADULA, ERNESTO BRUNO – Palazzo della Civiltà Italiana, Roma EUR (1937–1940, mit Giovanni Guerrini und Mario Romano) (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316/317)
MAZZEI, VINCENZO – Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze, Firenze (1911–1935, mit Cesare Bazzani) (→ S. 108, 114)
LAGNANI, ALBERTO – Palazzo del Gas, Bologna (1930er-Jahre) (→ S. 47, 49)
MAZZOLA, ATTILIO – Palazzo degli Studi, Siracusa (1931–1935, mit Francesco Fichera) (→ S. 281, 285)
LAZZARO, MIMÌ MARIA – Statua della Giustizia, Catania (1932–1953) (→ S. 86/87, 92) LEONE, RAFFAELE – Monumento al Cardinale Dusmet, Catania (1935, mit Silvestre Cuffaro und Mimì Maria Lazzaro) (→ S. 84, 85, 92) – Casa del Fascio, Siracusa (1929) (→ S. 283, 284) – Casa del Mutilato, Siracusa (1936 –1937) (→ S. 275, 284) – Stadio Vittorio Emanuele III, Siracusa (1930 –1932) (→ S. 274, 287)
MAZZONI, ANGIOLO – Stazione di Bolzano, Bolzano (1927–1929) (→ S. 60 / 61, 65, 79) – Palazzina Reale di Santa Maria Novella, Firenze (1934 –1935) (→ S. 110, 111, 114) – Palazzo delle Poste e Telegrafi, Palermo (1928 –1934) (→ S. 190/191, 199) – Stazione Ostiense, Roma (1938 –1940) (→ S. 206, 266) – Stazione Termini, Roma (1937) (→ S. 205, 266) – Palazzo delle Poste, Sabaudia (1934) (→ S. 385) 345
MELIS DE VILLA, ARMANDO – Torre e Palazzo Littoria, Torino (1931–1934, mit Giovanni Bernocco) (→ S. 298, 299, 315) MENGONI, GIUSEPPE – Galleria Vittorio Emanuele II, Milano (1865–1877) (→ S. 14, 19, 32) MEZZANOTTE, PAOLO – Palazzo della Borsa / Palazzo Mezzanotte, Milano (1928–1931) (→ S. 153, 161, 347) MICHELUCCI, GIOVANNI – Stazione di Firenze Santa Maria Novella, Firenze (1932–1935) (→ S. 109, 115) MINALI, ALESSANDRO – Cimitero Monumentale – Edicola Famiglia Bernocchi, Milano (1936, mit Giannino Castiglioni) (→ S. 155, 159) MINNUCCI, GAETANO – Palazzo degli Uffici dell’ Ente / Salone delle Fontane, Roma EUR (1937) (→ S. 230, 238, 239, 264) MIOZZO, GINO – Casa / Theatro della GiL, Bolzano (1934–1936, mit Francesco Mansutti) (→ S. 62, 63, 74) MORETTI, LUIGI – Casa / Teatro della GIL, Roma (1937) (→ S. 207, 259) – Auditorium del Foro Mussolini, Roma Foro Mussolini (1936) (→ S. 250, 258) – Casa delle Armi / Accademia della Scherma, Roma Foro Mussolini (1933–1936) (→ S. U1/U4, 247, 259, 398) → 346
– Complesso di Corso Italia, Milano (1953–1958) (→ S. 34) MUZIO, GIOVANNI – Ca’ Brutta, Milano (1919–1922) (→ S. 33, 144, 145, 159) – Palazzo dell’ Informazione / Palazzo dei Giornali, Milano (1938 –1942) (→ S. 150, 160) – Tempio della Vittoria, Milano (1927–1928, mit Alberto Alpago Novello) (→ S. 154, 163) – Triennale di Milano (Palazzo dell’ Arte), Milano (1931–1933) (→ S.146, 147, 163) – Palazzo dell’ INFPS, Roma EUR (1939–1943, mit Mario Paniconi und Giulio Pediconi) (→ S. 224/225, 263) NERVI, PIER LUIGI – Casa del Contadino, Bologna (1933–1940) (→ S. 46, 48) – Manifattura Tabacchi, Firenze (1933–1940) (→ S. 112, 113, 114) – Stadio Giovanni Berta, Firenze (1930–1932) (→ S. 108, 115) – Palazzetto dello Sport, Roma Foro Mussolini (1956–1957, mit Annibale Vitellozzi) (→ S. 256/257, 262) NICOLETTI, VINCENZO – Caserma dei Vigili del Fuoco, Palermo (1936–1937, mit Antonino Pollaci) (→ S. 188, 189, 198) ORSENIGO, SIMONE –D uomo di Milano, Milano (1386 –1395) (→ S. 7) PANICONI, MARIO – Palazzo dell’ INFPS, Roma EUR (1939–1943, mit Giovanni Muzio und Giulio Pediconi) (→ S. 224/225, 263)
PASCOLETTI, CESARE – Museo della Civiltà Romana, Roma EUR (1939–1941, mit Pietro Aschieri, Dino Bernardini und Gino Peressutti) (→ S. 233–237, 261) – Palazzo dell’ Arte Antica, Roma EUR (1939–1942, mit Pietro Aschieri und Dino Bernardini) (→ S. 221, 263) PEDICONI, GIULIO – Palazzo dell’ INFPS, Roma EUR (1939–1943, mit Giovanni Muzio und Mario Paniconi) (→ S. 224/225, 263) PELLIZZARI, GUIDO – Cassa di Risparmio (1938 – 1940, mit Francesco Rossi) (→ S. 66, 75) – Chiesa di Cristo Re, Bolzano (1930er-Jahre) (→ S. 70, 75) – Casa del Fascio / Palazzo del Littorio, Bolzano (1939, mit Francesco Rossi und Luis Plattner) (→ S. 72 / 73, 74)
– Grattacielo Piacentini (Torre Piacentini), Genova (1935 –1940) (→ S. 127, 131) – Palazzo INPS, Genova (1936–1938) (→ S. 122, 123, 132) – Palazzo di Piazza Dante, Genova (1935–1940) (→ S. 126, 132) – Palazzo di Giustizia, Milano (1932–1940) (→ S. 142, 143, 161) – Palazzo dell’ INPS, Milano (1930) (→ S. 152, 162) – Palazzo Missori, Milano (1933–1938) (→ S. 151, 162) – Città Universitaria – La Sapienza, Roma (1932–1935) (→ S. 35, 208, 209, 260) – Palazzo INA, Roma (1937) (→ S. 213, 263) PICCINATO, LUIGI – Palazzo dell’ Arte, Napoli (1937–1940, mit Marcello Canino, Carlo Cocchia und Ferdinando Chiaromonte) (→ S. 176/177, 180)
PERESSUTTI, GINO – Cinecittà, Roma (1936–1937, mit Carlo Roncoroni) (→ S. 210, 259) – Museo della Civiltà Romana, Roma EUR (1939–1941, mit Pietro Aschieri, Dino Bernardini und Cesare Pascoletti) (→ S. 233–237, 261)
PLATTNER, LUIS – Casa del Fascio / Palazzo del Littorio, Bolzano (1939, mit Guido Pellizzari und Francesco Rossi) (→ S. 72 / 73, 74)
PIACENTINI, MARCELLO – Monumento alla Vittoria, Bolzano (1926–1928, mit Arturo Dazzi) (→ S. 57, 67, 77) – Palazzo Alti Comandi (1934–1935) (→ S. 66, 77) – Teatro Metropolitan, Catania (1955–1956, mit Alberto Calza Bini und Giorgio Calza Bini) (→ S. 91, 93) – Arco della Vittoria, Genova (1923–1931) (→ S. 119, 130, 133) →
POLLACI, ANTONINO – Caserma dei Vigili del Fuoco, Palermo (1936 –1937, mit Vincenzo Nicoletti) (→ S. 188, 189, 198)
POGATSCHNIG, ANTONIO – Casa Riva, Torino (1932) (→ S. 304, 310)
PORTALUPPI, PIERO – Arengario e Sacrario dei Martiri, Milano (1937–1942) (→ S. 20, 157, 158) – Palazzo del Fascio / Palazzo Castani, Milano (1935–1940) (→ S. 141, 160) → 347
– Planetario di Milano (Civico Planetario Ulrico Hoepli), Milano (1929 –1930) (→ S. 156, 162)
ROSSO, GIUSEPPE – Grattacielo Nord, Genova (1935 –1937) (→ S.126, 131)
RAPISARDI, ERNESTO – Palazzo di Giustizia, Palermo (1938 /1957) (→ S. 192, 199) – Pantheon, Siracusa (1935, mit Gaetano Rapisardi) (→ S. 278, 287)
SACCONI, GIUSEPPE –V ittoriano / Altare della Patria, Roma (1885 –1911) (→ S. 12/13)
RAPISARDI, GAETANO – Palazzo della Cassa Centrale di Risparmio Vittorio Emanuele, Siracusa (1957–1960) (→ S. 276, 285) – Pantheon, Siracusa (1935, mit Ernesto Rapisardi) (→ S. 278, 287) ROMANELLI, ROMANO – Monumento ai Caduti d’ Africa, Siracusa (1938) (→ S. 272, 284) ROMANO, MARIO – Palazzo della Civiltà Italiana, Roma EUR (1937–1940, mit Ernesto Bruno La Padula und Giovanni Guerrini) (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316/317) RONCORONI, CARLO – Cinecittà, Roma (1936 –1937, mit Gino Peressutti) (→ S. 210, 259) ROSSI, FRANCESCO – Cassa di Risparmio (1938 – 1940, mit Guido Pellizzari) (→ S. 66, 75) – Casa del Fascio / Palazzo del Littorio, Bolzano (1939, mit Guido Pellizzari und Luis Plattner) (→ S. 72 / 73, 74) ROSSI DE PAOLI, PAOLO – Tribunale / Palazzo di Giustizia, Bolzano (1939, mit Michele Busiri Vici) (→ S. 59, 78) – Wohngebäude INA (1935 – 1937) (→ S. 74, 79) 348
SAMONÀ, GIUSEPPE – Parco Bellini (Monumentaler Haupteingang), Catania (1929–1933, mit Raffaele Autore und Francesco Gesugrande) (→ S. 88, 89, 93) SCOCCIMARRO, CESARE – Banca di Roma, Milano (1941) (→ S. 140, 158) SECCHI, LUIGI LORENZO – Casa del Mutilato, Milano (1938–1942) (→ S. 148, 159) SOMMARUGA, GIUSEPPE –P alazzo Castiglioni, Milano (1901–1903) (→ S. 33) SOTTSASS, ETTORE Sr. – Palazzo della Moda, Torino (1938) (→ S. 314) SPACCARELLI, ATTILIO –V ia della Conciliazione, Roma (1936) (→ S. 202/203) SPATRISANO, GIUSEPPE – Casa del Mutilato, Palermo (1940) (→ S. 187, 193, 198) STACCHINI, ULISSE – Stazione Centrale, Milano (1913–1931) (→ S. 137, 163)
TERRAGNI, ATTILIO – Monumento ai Caduti, Como (1931–1933, mit Giuseppe Terragni) (→ S. 101, 103) TERRAGNI, GIUSEPPE – Asilo Sant’ Elia, Como (1936–1937) (→ S. 100, 102) – Casa del Fascio, Como (1932–1936) (→ S. 34, 97, 102) – Monumento ai Caduti, Como (1931–1933, mit Attilio Terragni) (→ S. 101, 103) – Novocomum, Como (1927–1929) (→ S. 98, 103) VACCARO, GIUSEPPE – Palazzo delle Poste e Telegrafi, Napoli (1931–1936, mit Gino Franzi) (→ S. 170/171, 179) VALADIER, GIUSEPPE – Casino Nobile, Villa Torlonia, Roma (1802–1806) (→ S. 327) VERONESI, LUIGI – Casa Editrice Zanichelli, Bologna (1938) (→ S. 46, 48) VITELLOZZI, ANNIBALE – Palazzetto dello Sport, Roma Foro Mussolini (1956 –1957, mit Pier Luigi Nervi) (→ S. 256/257, 262)
MILANO, L.O.V.E. 2010, Maurizio Cattelan; Symbolische Entmachtung einer autoritären Geste. 349
PERSONEN
AGNELLI, GIOVANNI (Villar Perosa, 1866 – Torino, 1945).
Unternehmer und Industrieller, Gründer von FIAT und eine der prägenden Persönlichkeiten der industriellen Entwicklung Italiens im 20. Jahrhundert. Sein Einfluss auf Städtebau, Mobilität und industrielle Infrastruktur war erheblich, insbesondere in Turin. HAUPTWERK: LINGOTTO, TORINO (→ S. 306/307, 308, 309, 313) → MODERNE
ALOISIO, OTTORINO (Udine, 1902 – Udine, 1986).
Architekt. Vertreter des Razionalismo und prägende Figur der Turiner Architektur der Zwischenkriegszeit. Entwarf zahlreiche Kinos, Geschäftsgebäude und urbane Anlagen und war an der architektonischen Modernisierung Turins in den 1930er-Jahren beteiligt. HAUPTWERK: CINEMA E GALLERIA LUX, TORINO (→ S. 311, 312) → MODERNE
ALPAGO NOVELLO, ALBERTO (Feltre, 1889 – Milano, 1985).
Architekt und Hochschullehrer. Er arbeitete vor allem im Bereich sakraler und monumentaler Architektur und war an mehreren bedeutenden öffentlichen Bauprojekten beteiligt. Seine Entwürfe verbinden klassische Kompositionsprinzipien mit reduzierter moderner Formensprache. HAUPTWERK: TEMPIO DELLA VITTORIA, MILANO (→ S. 154, 163) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
ARATA, GIULIO ULISSE (Piacenza, 1881 – Piacenza, 1962).
Architekt und Ingenieur, bekannt für eine eigenständige Synthese aus monumentaler Moderne und konstruktiver Innovation. Er entwarf bedeutende öffentliche Bauten, Stadien und Infrastrukturanlagen. HAUPTWERK: STADIO COMUNALE LITTORIALE (HEUTE RENATO DALL’ ARA), BOLOGNA (→ S. 43, 50, 51) → MODERNE
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ASCHIERI, PIETRO (Roma, 1889 – Roma, 1952).
Architekt und Hochschullehrer an der Università La Sapienza in Rom. Mitglied des MIAR. Beteiligte sich an mehreren staatlichen Bauprojekten sowie an der Planung des EUR-Geländes. HAUPTWERK: MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA, ROMA EUR (→ S. 233–237, 261) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
BARBIERI, DARIO ((?) tätig in Bozen und Rom, 1920er–1930er-Jahre).
Architekt und Stadtplaner, tätig vor allem im Bereich urbaner Wohn- und Infrastrukturprojekte während der Zwischenkriegszeit. Seine Arbeiten stehen im Kontext des frühen Razionalismo und des staatlich geförderten Wohnungsbaus. HAUPTWERK: COMPLESSO RESIDENZIALE INCIS, BOLZANO (→ S. 68, 75) → RAZIONALISMO
BAZZANI, CESARE (Roma, 1873 – Roma, 1939).
Architekt und Professor. Als Vertreter der Scuola Romana war er besonders für repräsentative Staats- und Bildungsbauten bekannt und prägte zahlreiche urbane Grossprojekte in Italien. HAUPTWERK: BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE, FIRENZE (→ S. 108, 114) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
BEGA, MELCHIORRE (Bologna, 1898 – Bologna, 1976).
Architekt, Designer und Innenarchitekt, tätig vor allem im Bereich öffentlicher Bauten, Wohnarchitektur und Raumgestaltung. Seine Arbeiten verbinden funktionale Klarheit mit eleganter Formensprache. HAUPTWERK: LICEO SCIENTIFICO AUGUSTO RIGHI, BOLOGNA (→ S. 45, 49) → RAZIONALISMO
351
BERNARDINI, DINO ((?),1918 – (?)).
Architekt, tätig im Bereich monumentaler Staats- und Museumsarchitektur. Gemeinsam mit Pietro Aschieri, Cesare Pascoletti und Gino Peressutti war er am Entwurf des Museo della Civiltà Romana im EUR in Rom beteiligt. Seine Arbeiten sind dem Kontext der monumentalen Architektur Italiens des 20. Jahrhunderts sowie der Scuola Romana zuzuordnen. HAUPTWERK: MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA, ROMA EUR (→ S. 233–237, 261) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
BERNOCCO, GIOVANNI (Rodigo, 1892 – Torino, 1964).
Italienischer Ingenieur, spezialisiert auf Stahlbetonbau und Hochhauskonstruktionen. Beteiligte sich an mehreren bedeutenden Bauprojekten der Zwischenkriegszeit in Turin. HAUPTWERK: TORRE LITTORIA, TORINO (→ S. 298, 299, 315) → MODERNE
BONICELLI, CONTARDO (DADO) (Torino, 1898 – Torino, 1982).
Italienischer Architekt und Designer. Beschäftigte sich vor allem mit Sportanlagen und neuen Gebäudetypologien der Moderne. HAUPTWERK: PALAZZO DEL NUOTO, TORINO (→ S. 294, 314) → MODERNE
BORDONI, ANGELO (Milano, 1890 – Milano, 1952).
Italienischer Architekt, tätig im Bereich Verwaltungs- und Geschäftsbauten. Seine Arbeiten zeigen eine Verbindung von funktionaler Planung und repräsentativer Fassadenordnung. HAUPTWERK: PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA, MILANO (→ S. 149, 161) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
352
BOUCHOT, LOUIS-JULES (Paris, 1817 – Paris, 1907).
Französischer Architekt. Er entwarf 1864 die erste Stazione Centrale di Milano an der heutigen Piazza della Repubblica. Seine Gestaltung war stark von der zeitgenössischen Pariser Bahnhofsarchitektur geprägt. HAUPTWERK: ERSTE STAZIONE CENTRALE DI MILANO, 1864 (→ S. 10) → HISTORISMUS / ZWEITES KAISERREICH / EISENBAHNARCHITEKTUR
BRACCIOLINI, MARIO ((?), 20. Jahrhundert).
Architekt und Ingenieur, tätig vor allem im Bereich öffentlicher Infrastruktur- und Marktbauten. Seine Arbeiten verbinden funktionale Klarheit mit moderner Volumenkomposition. HAUPTWERK: MERCATO DEL PESCE, GENOVA (→ S. 125, 131) → RAZIONALISMO
BRASINI, ARMANDO (Roma, 1879 – Roma, 1965).
Architekt und Stadtplaner. Bekannt für monumentale und klassisch geprägte Entwürfe mit starker räumlicher Inszenierung. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Historismus und Modernismo. HAUPTWERK: BANCA NAZIONALE DEL LAVORO, NAPOLI (→ S. 169, 178) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
BUSIRI VICI, MICHELE (Roma, 1894 – Roma, 1981).
Architekt und Stadtplaner, der einer traditionsreichen römischen Architektenfamilie entstammte. Seine Architektur verbindet traditionelle Elemente mit zeitgenössischen Strömungen und reicht von einem gemässigten Klassizismus bis zu einer zunehmend mediterran geprägten, organischen Formensprache. HAUPTWERK: TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA, BOLZANO (→ S. 59, 78) → RAZIONALISMO
353
CALZA BINI, ALBERTO (Roma, 1881 – Roma, 1957).
Architekt und Ingenieur, bekannt für zahlreiche Sport- und Infrastrukturbauten. Er prägte die staatliche Baupolitik Italiens im 20. Jahrhundert entscheidend. HAUPTWERK: TEATRO METROPOLITAN, CATANIA (→ S. 91, 93) → MONUMENTALKLASSIZISMUS / NACHKRIEGSMODERNE
CALZA BINI, GIORGIO (Roma, 1909 – Roma, 1990)
Italienischer Architekt. Zusammen mit Alberto Calza Bini beteiligte er sich an bedeutenden öffentlichen Bauvorhaben in Italien. Seine Architektur zeichnet sich durch funktionale Organisation und eine ausgewogene Verbindung von Repräsentation und Nutzbarkeit aus. HAUPTWERK: TEATRO METROPOLITAN, CATANIA (→ S. 91, 93) → NACHKRIEGSMODERNE
CANESTRI, ALESSANDRO (Torino, 1896 – Torino, 1973).
Ingenieur und Architekt, dessen Tätigkeitsschwerpunkt auf öffentlichen Gebäuden, Verwaltungsbauten sowie repräsentativer Institutionsarchitektur lag. HAUPTWERK: GRUPPO RIONALE FASCISTA «AMOS MARAMOTTI», TORINO (→ S. 301, 313) → RAZIONALISMO
CANCELLOTTI, GINO (San Vincenzo, 1896 – Roma, 1987).
Architekt und Vertreter der modernen Architekturbewegung. Mitglied des MIAR. Er war Teil wichtiger architektonischer Netzwerke und an theoretischen wie praktischen Projekten beteiligt. HAUPTWERK: VERSCHIEDENE WOHN- UND VERWALTUNGSBAUTEN → RAZIONALISMO
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CANEVA, LUIGI ((?), 1894 – (?), 1982).
Architekt, tätig im Bereich Verwaltungs- und Verbandsarchitektur. Seine Arbeiten sind durch klare Symmetrie und urbane Präsenz gekennzeichnet. HAUPTWERK: PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA, MILANO (→ S. 149, 161) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CANINO, MARCELLO (Napoli, 1895 – Napoli, 1970).
Architekt, besonders prägend für das Stadtbild Napolis in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Bauten verbinden repräsentative Monumentalität mit moderner Verwaltungsfunktion. HAUPTWERK: BANCO DI NAPOLI, NAPOLI (→ S. 173, 178) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CANONICA, PIETRO (Moncalieri, 1869 – Roma, 1959).
Italienischer Bildhauer und Monumentalkünstler. Schuf zahlreiche Kriegsdenkmäler und staatliche Monumente im In- und Ausland. HAUPTWERK: ARCO MONUMENTALE DELL’ ARMA DELL’ ARTIGLIERIA, TORINO (→ S. 305, 310) → MONUMENTALE DENKMALSKULPTUR
CAPPONI, GIUSEPPE (Cagliari, 1893 – Napoli, 1936).
Architekt und Vertreter der rationalistischen Bewegung. Mitglied des MIAR. Er war an mehreren programmatischen Projekten des Modernismo beteiligt. HAUPTWERK: DIVERSE WOHN- UND VERWALTUNGSBAUTEN → RAZIONALISMO
355
CAGNOLA, LUIGI (Milano, 1762 – Inverigo, 1833).
Architekt und Vertreter des italienischen Neoklassizismus. Bekannt für monumentale Entwürfe, die antike Vorbilder und repräsentative Staatsarchitektur verbanden. Sein Werk prägte das Stadtbild Mailands im frühen 19. Jahrhundert nachhaltig. HAUPTWERK: ARCO DELLA PACE, MILANO (→ S. 32) → NEOKLASSIZISMUS
CARMINATI, ANTONIO (Trezzo sull’ Adda, 1894 – Milano, 1970).
Architekt, bekannt für Verwaltungs- und Verbandsbauten mit monumentaler Klarheit und reduzierter Ornamentik. HAUPTWERK: PALAZZO DEI SINDACATI DELL’ INDUSTRIA, MILANO (→ S. 149, 161) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CARONIA ROBERTI, SALVATORE (Palermo, 1887 – Palermo, 1970).
Architekt. Entwarf zahlreiche Verwaltungs- und Bankgebäude in Sizilien und zählt zu den prägenden Architekten des regionalen Modernismo. HAUPTWERK: BANCO DI SICILIA, PALERMO (→ S. 195, 198) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CARUSO, GREGORIO III. (Basilea, 1968 – (?)).
Enkel des gleichnamigen Philanthropen und führenden Vertreters der Sozialistischen Partei in Avola (Siracusa). Dieser widersetzte sich in den 1930er- und 1940er-Jahren den herrschenden politischen Strömungen. Grafiker, Fotograf und Autor von 1922/1945.
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CASTAGNOLI, UBALDO (Roma, 1901 – Torino, 1982).
Architekt und Mitglied der Gruppo 7. Er gehörte zur ersten Generation moderner Architekten Italiens. HAUPTWERK: THEORETISCHE UND FRÜHE MODERNE ENTWÜRFE → RAZIONALISMO
CASTELLAZZI, MASSIMO (Roma, 1901 – Roma, 1977).
Italienischer Architekt und Vertreter der italienischen Moderne, tätig vor allem im Bereich öffentlicher Staats- und Kulturbauten. Seine Arbeiten verbinden funktionale Klarheit mit monumentaler Raumwirkung und stehen im Kontext der institutionellen Architektur des 20. Jahrhunderts in Rom. HAUPTWERK: ARCHIVIO CENTRALE DELLO STATO, ROMA EUR (→ S. 228 / 229, 258) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CASTIGLIONI, GIANNINO (Milano, 1884 – Lierna, 1971).
Italienischer Bildhauer und Medailleur. Berühmt für monumentale Skulpturen, Grabmäler und öffentliche Denkmäler, häufig in enger Verbindung mit architektonischen Ensembles. HAUPTWERK: EDICOLA BERNOCCHI, MILANO → MONUMENTALE BILDHAUEREI / ART DÉCO
CHIAROMONTE, FERDINANDO ((?),1896 – (?),1945).
Architekt und Planer. Er war insbesondere im Bereich der öffentlichen Verwaltungsarchitektur tätig. HAUPTWERK: PALAZZO DELL’ ARTE, NAPOLI (→ S. 176/177, 180) → RAZIONALISMO
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COCCHIA, CARLO (Napoli, 1903 – Napoli, 1993).
Architekt, Stadtplaner und Künstler, einer der bedeutenden Vertreter des Razionalismo in Napoli. Seine Arbeiten verbinden funktionale Moderne mit urbaner Monumentalität und sind besonders prägend für das Ensemble der Mostra d’ Oltremare in Fuorigrotta. HAUPTWERK: MOSTRA D’ OLTREMARE, NAPOLI (→ S. 180, 181, 182/183) → RAZIONALISMO
COSTANTINI, COSTANTINO (Oneglia, 1904 – Milano, 1982).
Architekt und Ingenieur, tätig vor allem im Bereich monumentaler Staats-, Sport- und Jugendbauten. Besonders bekannt wurde er durch den Obelisco del Foro Italico sowie die Casa del Balilla in Turin, ein Schlüsselwerk rationalistischer Jugend- und Sportarchitektur. HAUPTWERK: OBELISCO MUSSOLINI, ROMA, FORO ITALICO (→ S. 252, 254, 255, 261) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CROSA DI VERGAGNI, GIUSEPPE (Belluno, 1886 – Genova, 1962).
Architekt und Stadtplaner, tätig vor allem in Ligurien und prägte das Stadtbild Genuas in der Zwischenkriegszeit wesentlich. Seine Arbeiten verbinden monumentale Repräsentation mit funktionaler urbaner Gestaltung. HAUPTWERK: FONTANA DI PIAZZA DE FERRARI, GENOVA (→ S. 128/129, 130) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
CUFFARO, SILVESTRE (Palermo, 1879 – Palermo, 1954).
Italienischer Bildhauer. Seine Werke verbinden akademische Bildhauerei mit monumentaler Wirkung und prägen zahlreiche öffentliche Plätze und Erinnerungsorte der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. HAUPTWERK: MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET, CATANIA (→ S. 84, 85, 92) → MONUMENTALPLASTIK / DENKMALARCHITEKTUR
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CUZZI, UMBERTO (Palermo, 1891 – Torino, 1973).
Architekt und Ingenieur. Bekannt für Industrie- und Infrastrukturbauten in Turin. HAUPTWERK: MERCATI GENERALI, TORINO (→ S. 297, 314) → MODERNE
DAZZI, ARTURO (Carrara, 1881 – Pisa, 1966).
Italienischer Bildhauer. Schuf zahlreiche monumentale Skulpturen für öffentliche Plätze und staatliche Architekturprojekte. HAUPTWERK: OBELISCO DI MARCONI, ROMA EUR (→ S. 221, 231, 261) → MONUMENTALPLASTIK / DENKMALARCHITEKTUR
DE FINETTI, GIUSEPPE (Milano, 1892 – Milano, 1952).
Architekt und Stadtplaner, einer der wichtigen Vertreter der Mailänder Moderne und des frühen Razionalismo. HAUPTWERK: PALAZZO MERIDIANO, BOLOGNA (→ S. 44, 49) → RAZIONALISMO
DE MATTEIS, GENNARO (Napoli, 1896 – (?). 20. Jahrhundert).
Ingenieur, Architekt und Offizier des italienischen Genio Militare. Er entwarf mehrere bedeutende staatliche und militärische Bauten der Zwischenkriegszeit. HAUPTWERK: ISTITUTO STORICO E DI CULTURA DELL’ ARMA DEL GENIO, ROMA (→ S. 212, 260) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
359
DE RENZI, MARIO (Roma, 1897 – Roma, 1967).
Architekt und einer der wichtigen Vertreter des römischen Razionalismo. Seine Architektur verbindet funktionale Klarheit, geometrische Präzision und eine eigenständige Interpretation klassischer Elemente. Als Mitglied des MIAR und später des RAMI war er eine prägende Figur der italienischen Moderne in Rom. HAUPTWERK: PALAZZO DELLE POSTE, ROMA (→ S. 211, 264) → RAZIONALISMO
DEL DEBBIO, ENRICO (Carrara, 1891 – Roma, 1973).
Architekt und Hochschullehrer, bedeutender Vertreter der monumentalen Staatsarchitektur Italiens während der Diktaturzeit und Spezialist für Sportanlagen. Er entwarf das Foro Mussolini (heute: Foro Italico) in Rom. HAUPTWERK: STADIO DEI MARMI, ROMA (→ S. 244, 250, 251, 265, 267) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
EHRENHÖFER, FRANZ ((?), 20. Jahrhundert).
Österreichischer Bildhauer, bekannt für monumentale Skulpturen im öffentlichen Raum. Seine Arbeiten verbinden allegorische Darstellungen mit repräsentativer Wirkung. HAUPTWERK: SKULPTUREN DER STAZIONE DI BOLZANO (→ S. 60, 61) → MONUMENTALE BILDHAUEREI
FAGNONI, RAFFAELLO (Firenze, 1901 – Firenze, 1966).
Italienischer Architekt und Hochschullehrer. Er entwarf zahlreiche grosse Sportanlagen und Verwaltungsgebäude der Zwischenkriegszeit. HAUPTWERK: STADIO MUSSOLINI, TORINO (→ S. 296, 315) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
360
FARIELLO, FRANCESCO ((?), 20. Jahrhundert).
Italienischer Architekt und Stadtplaner. Arbeitete im Umfeld von Ludovico Quaroni und der römischen Nachkriegsmoderne. HAUPTWERK: STÄDTEBAULICHE PLANUNGEN UND WETTBEWERBSPROJEKTE → MODERNE
FASOLO, VINCENZO (Roma, 1885 – Roma, 1969).
Architekt, Architekturhistoriker und Hochschullehrer. Bedeutend für Restaurierung und wissenschaftliche Baugeschichtsforschung. Lehrte an der Università di Roma; zu seinen Schülerinnen zählte unter anderem Elena Luzzatto. HAUPTWERK: PONTE DUCA D’ AOSTA, ROMA (→ S. 264) → RAZIONALISMO
FICHERA, FRANCESCO (Catania, 1881 – Catania, 1950).
Architekt und Hochschullehrer. Bekannt für monumentale Verwaltungsgebäude in Sizilien mit einer klaren, repräsentativen Formensprache. HAUPTWERK: PALAZZO DELLE POSTE, SIRACUSA (→ S. 271, 286) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
FIGINI, LUIGI (Milano, 1903 – Milano, 1984).
Architekt und einer der zentralen Vertreter des Razionalismo. Als Mitglied der Gruppo 7 und des MIAR war er massgeblich an der theoretischen und praktischen Entwicklung des Modernismo beteiligt. HAUPTWERK: CASA ELETTRICA, MONZA → RAZIONALISMO
361
FISCHETTI, ERCOLE (Catania, 1899 – Catania, 1968)
Italienischer Architekt. Er entwarf zahlreiche öffentliche Gebäude und Institutionen in Sizilien. Seine Architektur verbindet klare Geometrie mit monumentaler Wirkung und zählt zu den wichtigen Beiträgen des Razionalismo auf Sizilien. HAUPTWERK: CASA DEL MUTILATO, CATANIA (→ S. 83, 92) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
FOSCHINI, ARNALDO (Roma, 1884 – Roma, 1968).
Architekt und Hochschullehrer. Sein Werk ist der italienischen monumentalen Staatsarchitektur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zuzuordnen. HAUPTWERK: CHIESA DEI SANTI PIETRO E PAOLO, ROMA EUR (→ S. 240, 260) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
FRANZI, GINO (Pallanza, 1918 – Milano, 1971).
Architekt, spezialisiert auf Infrastruktur- und Verwaltungsbauten. Seine Projekte verbinden funktionale Klarheit mit urbaner Repräsentation. HAUPTWERK: PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI, NAPOLI (→ S. 170/171, 179) → RAZIONALISMO
FRETTE, GUIDO (Viareggio, 1901 – Milano, 1984).
Architekt und Mitglied der Gruppo 7. Er gilt als bedeutender Theoretiker und Mitbegründer des Razionalismo. HAUPTWERK: THEORETISCHE PROGRAMME UND WOHNBAUTEN → RAZIONALISMO
362
FUSELLI, EUGENIO (Varallo Sesia, 1903 – Genova, 2003).
Architekt, tätig in den 1930er-Jahren in Genova und beteiligt an mehreren staatlichen Bauprojekten. HAUPTWERK: CASA DEL MUTILATO, GENOVA (→ S. 124, 130) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
GIBSON, VIOLET ALBINA (Dublin, 1876 – Northampton, 1956).
Irische Aristokratin, Pazifistin und politische Attentäterin, historisch vor allem durch das Attentat auf Benito Mussolini am 7. April 1926 in Rom bekannt. Ihr Handeln steht im Zusammenhang mit dem frühen internationalen Widerstand gegen die italienische Diktatur. HISTORISCHER KONTEXT: ATTENTAT AUF MUSSOLINI, ROM, 1926 (→ S. 214, 215)
GIOVANNONI, GUSTAVO (Roma, 1873 – Roma, 1947).
Architekt, Ingenieur und bedeutender Architekturtheoretiker. Als Vertreter der Scuola Romana prägte er die Denkmalpflege, Stadtplanung und die Vermittlung zwischen historischer Stadt und moderner Architektur. HAUPTWERK: THEORETISCHE STADTPLANUNGSMODELLE → MONUMENTALKLASSIZISMUS
GRAZIANI, PAOLO (Bologna, 1882 – Bologna, 1960).
Italienischer Ingenieur, Architekt und Stadtplaner, tätig vor allem in Bologna. Besonders prägend war sein Beitrag zur städtebaulichen Neugestaltung der heutigen Via Marconi, wo er mit dem Palazzo Lancia eines der wichtigsten rationalistischen Hochhäuser Bolognas schuf. HAUPTWERK: PALAZZO LANCIA, BOLOGNA (→ S. 44, 50) → RAZIONALISMO
363
GREPPI, GIOVANNI (Milano, 1884 – Milano, 1960).
Architekt, bekannt für öffentliche Bauten, Sportanlagen und Gedenkarchitektur. Seine Entwürfe verbinden funktionale Klarheit mit repräsentativer Wirkung. Besonders im Bereich Stadion- und Memorialarchitektur war er prägend. HAUPTWERK: STADIO GIUSEPPE SINIGAGLIA, COMO (→ S. 99, 103) → RAZIONALISMO
GRIFFINI, ENRICO AGOSTINO (Venezia, 1887 – Milano, 1952).
Architekt und Ingenieur. Mitglied des MIAR, vor allem im Wohn-, Büro- und Industriebau in Mailand tätig. HAUPTWERK: WOHN- UND INDUSTRIEBAUTEN, MILANO → RAZIONALISMO
GRISELLI, ITALO (Montescudaio, 1880 – Firenze, 1958).
Italienischer Bildhauer, bekannt für monumentale plastische Arbeiten im öffentlichen Raum. Schuf zahlreiche Staats- und Denkmalsplastiken, darunter die Figur der Toscana am Vittoriano in Rom, die monumentale Plastik Genio dello Sport im EUR sowie Brunnen- und Grabplastiken. HAUPTWERK: GENIO DELLO SPORT (EHEM. GENIO DEL FASCISMO) ROMA EUR (→ S. 238) → MONUMENTALPLASTIK / NOVECENTO
GUERRA, CAMILLO (Napoli, 1889 – Napoli, 1960).
Architekt, tätig vor allem im Bereich öffentlicher und institutioneller Gebäude. Seine Arbeiten zeichnen sich durch klare Symmetrie, monumentale Präsenz und reduzierte klassische Elemente aus. HAUPTWERK: CASA DEL MUTILATO, NAPOLI (→ S. 168, 178) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
364
GUERRINI, GIOVANNI (Imola, 1887 – Roma, 1972).
Italienischer Architekt und Stadtplaner. Er war an mehreren bedeutenden Grossprojekten beteiligt und zählt zu den prägenden Gestaltern monumentaler öffentlicher Architektur in Rom. HAUPTWERK: PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA, ROMA EUR (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316 /317) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
LABÒ, MARIO (Genova, 1884 – Genova, 1961).
Italienischer Architekt, Designer und Ausstellungsgestalter. Mitglied des MIAR. Er prägte die Entwicklung der modernen Architektur in Italien sowohl theoretisch als auch praktisch. HAUPTWERK: INNENARCHITEKTUR- UND AUSSTELLUNGSPROJEKTE → RAZIONALISMO
LA PADULA, ERNESTO BRUNO (Pisticci, 1902 – Roma, 1968).
Architekt und einer der zentralen Gestalter des EUR-Ensembles in Rom. Seine Arbeiten verbinden monumentale Bauvolumen mit strenger geometrischer Ordnung und klassischer Referenz. HAUPTWERK: PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA, ROMA EUR (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316/317) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
LARCO, SEBASTIANO (Tocopilla, 1901 – Chile, 1984).
Architekt und Mitglied der Gruppo 7. Er gehörte zur ersten Generation moderner Architekten Italiens und war wesentlich an der theoretischen Fundierung des italienischen Modernismo beteiligt. HAUPTWERK: THEORETISCHE PROGRAMME DER GRUPPO 7 → RAZIONALISMO
365
LUZZATTO, ELENA (Ancona, 1900 – Roma, 1983).
In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Architektenberuf in Italien nahezu ausschliesslich männlich dominiert. Vor diesem Hintergrund gehört Elena Luzzatto zu den frühen Pionierinnen des Architektenberufs. Als eine der ersten professionell tätigen Architektinnen Italiens gelang es ihr, sich trotz begrenzter institutioneller Möglichkeiten im öffentlichen Bauwesen zu etablieren. Luzzatto wurde am 30. Oktober 1900 in Ancona geboren. 1921 zog sie nach Rom und begann ihr Studium an der Regia Scuola Superiore di Architettura der Universita La Sapienza. 1925 schloss sie als erste Frau Italiens ein Architekturstudium ab. Ihr Professor Vincenzo Fasolo erkannte früh ihr Talent und beschäftigte sie von 1928 bis 1934 als Assistentin. Bereits 1926 trat Luzzatto in das Technische Büro der Stadt Rom ein, wo sie bis 1959 tätig blieb. In dieser Funktion war sie an zahlreichen kommunalen Bauaufgaben beteiligt, darunter Wohnanlagen, Märkte, Schulgebäude und Friedhofsanlagen. Zu ihren realisierten Projekten zählen der Mercato Rionale Nomentano (1935) in Rom, der Mercato Coperto Primavalle (1954 –1955) sowie der Mercato di San Fiorenzo in Ostia. Zudem war sie an der Planung des Cimitero Flaminio (Prima Porta) beteiligt. Luzzattos Architektur entwickelte sich von einer noch eklektischen Formensprache zu den klaren Formen der europäischen Moderne und des Razionalismo. Ihre Entwürfe zeichnen sich durch geometrische Klarheit, reduzierte Ornamentik und eine funktionale Raumorganisation aus. Mit über vierzig realisierten Projekten gehört Elena Luzzatto zu den frühen Architektinnen, die sich im Italien des 20. Jahrhunderts dauerhaft im Architektenberuf behaupten konnten.
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ROMA, MERCATO RIONALE NOMENTANO Piazza Alessandria, Roma 367
LAGNANI, ALBERTO (Bologna, 1894 – Bologna, 1958).
Italienischer Architekt und einer der wichtigen Vertreter des Razionalismo in Bologna. Seine Architektur zeichnet sich durch klare Baukörper und monumentale Präsenz im Stadtraum aus. HAUPTWERK: PALAZZO DEL GAS, BOLOGNA (→ S. 47, 49) → RAZIONALISMO / MONUMENTALKLASSIZISMUS
LAZZARO, MIMÌ MARIA (Catania, 1903 – Catania, 1969)
Italienischer Bildhauer. Seine Arbeiten verbinden traditionelle Bildhauerei mit einer modernen, vereinfachten Formensprache. Er schuf zahlreiche Reliefs und öffentliche Skulpturen für Verwaltungs- und Repräsentationsbauten Siziliens. HAUPTWERK: STATUA DELLA GIUSTIZIA, CATANIA (→ S. 86/87, 92) → MONUMENTALPLASTIK
LEONE, RAFFAELE (Piposto, 1897 – Catania, 1960).
Architekt, insbesondere bekannt für Sport- und Infrastrukturbauten. Seine Entwürfe verbinden funktionale Organisation mit repräsentativer Präsenz im Stadtraum. HAUPTWERK: STADIO VITTORIO EMANUELE III, SIRACUSA (→ S. 274, 287) → RAZIONALISMO
LIBERA, ADALBERTO (Villa Lagarina, 1903 – Roma, 1963).
Italienischer Architekt und einer der bedeutendsten Vertreter des Modernismo. Mitglied der Gruppo 7 und des MIAR. Seine Entwürfe verbinden strenge Geometrie, klare Proportionen und monumentale Raumwirkung. prägte zahlreiche öffentliche sowie sakrale Bauten. HAUPTWERK: PALAZZO DEI CONGRESSI, ROMA EUR (→ S. 226, 227, 262) → RAZIONALISMO
368
LUCETTI, GINO (Carrara, 1900 – Ischia, 1943).
Italienischer Anarchist und Regimegegner. Bekannt durch das gescheiterte Bombenattentat auf Benito Mussolini am 11. September 1926 in Rom. Er gilt als Symbolfigur des frühen italienischen Widerstands gegen die Diktatur. HISTORISCHER KONTEXT: BOMBENATTENTAT AUF MUSSOLINI, ROM, 1926 (→ S. 214, 215)
MAGISTRETTI, PIER GIULIO ((?), 1891 – Milano, 1945).
Architekt und Vertreter des Novecento, tätig vor allem im öffentlichen Bauwesen der Lombardei. Seine Arbeiten verbinden klassische Strenge mit moderner Verwaltungsarchitektur. HAUPTWERK: PALAZZO DELL’ ARENGARIO, MILANO (MITARBEIT) (→ S. 20, 157, 158) → NOVECENTO / MONUMENTALKLASSIZISMUS
MANSUTTI, FRANCESCO (Padova, 1904 – Padova, 1989).
Architekt und einer der wichtigen Vertreter des Razionalismo in Norditalien. Gemeinsam mit Gino Miozzo realisierte er zahlreiche Jugend-, Sport- und öffentliche Bauten für die ONB und später die GIL. Besonders prägend war sein Beitrag zur Südtiroler Architektur der Zwischenkriegszeit. HAUPTWERK: CASA DELLA GIL, BOLZANO (→ S. 62, 63, 74) → RAZIONALISMO
MANTERO, GIANNI (Como, 1897 – Como, 1985).
Architekt und bedeutender Vertreter des Razionalismo in Como. Seine Arbeiten verbinden funktionale Klarheit mit eleganter moderner Formensprache. HAUPTWERK: CANOTTIERI LARIO, COMO (→ S. 102) → RAZIONALISMO
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MATTEOTTI, GIACOMO (Fratta Polesine, 1885 – Roma, 1924)
Italienischer Jurist, Politiker und Abgeordneter. Er gehörte zu den bedeutendsten Oppositionspolitikern seiner Zeit und kritisierte er offen politische Gewalt und Wahlmanipulationen. Seine Entführung und Ermordung im Jahr 1924 erschütterte Italien nachhaltig und machte ihn zu einer Symbolfigur für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. NAMENSGEBER: CORSO GIACOMO MATTEOTTI, SIRACUSA (→ S. 289) POLITIK / ZEITGESCHICHTE
MATTÈ-TRUCCO, GIACOMO (Torino, 1869 – Torino, 1934).
Ingenieur und Architekt, bekannt für seine innovativen Industriebauten und als früher Vertreter einer funktional geprägten Architektur in Italien. Seine Arbeiten verbinden technische Rationalität mit klarer, moderner Formensprache und antizipieren zentrale Prinzipien des späteren Razionalismo. HAUPTWERK: LINGOTTO, TORINO (→ S. 306/307, 308, 309, 313) → MODERNE
MAZZEI, VINCENZO (Firenze, 1806 – (?), 1869).
Architekt, tätig vor allem im Bereich öffentlicher Kultur- und Verwaltungsbauten. Beson-ders bekannt wurde er durch die Erweiterung der Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze, die den ursprünglichen Entwurf von Cesare Bazzani ergänzte und funktional vollendete. HAUPTWERK: ERWEITERUNGSBAU DER BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE DI FIRENZE (→ S. 108, 114) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
MAZZOLA, ATTILIO (Siracusa, 1894 – Siracusa, 1975)
Italienischer Architekt und Ingenieur. Er wirkte an mehreren öffentlichen Bauvorhaben in Sizilien mit und überführte zahlreiche Wettbewerbsentwürfe in die bauliche Realität. Seine Arbeiten zeichnen sich durch funktionale Klarheit, technische Präzision und eine sachliche Formensprache aus. HAUPTWERK: PALAZZO DEGLI STUDI, SIRACUSA (→ S. 281, 285) → RAZIONALISMO
370
MAZZONI, ANGIOLO (Bologna, 1894 – Roma, 1979).
Architekt und Ingenieur der Scuola Romana. Besonders bekannt für Bahnhofs-, Postund Infrastrukturgebäude. Seine Architektur verbindet monumentale Wirkung mit konstruktiver Funktionalität. HAUPTWERKE: STAZIONE OSTIENDE UND TERMINI, ROMA (→ S. 205, 206, 266) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
MAZZUCCHETTI, ALESSANDRO (San Paolo Cervo, 1824 – Torino, 1894).
Ingenieur und Architekt. Er leitete den Bau der Stazione di Torino Porta Nuova und entwickelte eine für die damalige Zeit äusserst moderne funktionale Trennung von Ankunft und Abfahrt. HAUPTWERK: STAZIONE DI TORINO PORTA NUOVA, TORINO → HISTORISMUS / EISENBAHNARCHITEKTUR
MELIS DE VILLA, ARMANDO (Iglesias, 1889 – Torino, 1961).
Italienischer Architekt und Stadtplaner, vor allem im öffentlichen Bauwesen tätig. HAUPTWERK: TORRE LITTORIA, TORINO (→ S. 298, 299, 315) → MODERNE
MENGONI, GIUSEPPE (Fontanellato, 1829 – Milano, 1877).
Architekt und Ingenieur, bekannt für bedeutende urbane Grossprojekte. HAUPTWERK: GALLERIA VITTORIO EMANUELE II, MILANO (→ S. 14, 19, 32) → HISTORISMUS
371
MEZZANOTTE, PAOLO (Milano, 1878 – Milano, 1969).
Architekt und Stadtplaner. Er zählt zu den wichtigsten Architekten Mailands der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Arbeiten verbinden repräsentative Monumentalität mit funktionaler Urbanität. HAUPTWERK: PALAZZO DELLA BORSA (PALAZZO MEZZANOTTE), MILANO (→ S. 153, 161, 347) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
MICHELUCCI, GIOVANNI (Pistoia, 1891 – Fiesole, 1990).
Architekt und Stadtplaner, einer der bedeutenden Vertreter der italienischen Moderne. Seine Architektur verbindet funktionale Klarheit mit humanistischer Raumauffassung. HAUPTWERK: STAZIONE SANTA MARIA NOVELLA, FIRENZE (→ S. 109, 115) → RAZIONALISMO
MINNUCCI, GAETANO (Macerata, 1896 – Roma, 1980).
Mitglied des MIAR. Er zählt zu den bedeutenden Vertretern der rationalistischen Bewegung und war an der institutionellen Entwicklung moderner Architektur in Italien beteiligt. HAUPTWERK: PALAZZO DEGLI UFFICI / SALONE DELLE FONTANE, ROMA (→ S. 230, 238, 239, 264) → RAZIONALISMO
MIOZZO, GINO ((?), 20. Jahrhundert).
Architekt, tätig gemeinsam mit Francesco Mansutti an mehreren öffentlichen Bauprojekten. HAUPTWERK: CASA DELLA GIL, BOLZANO (→ S. 62, 63, 74) → RAZIONALISMO
372
MORETTI, LUIGI (Roma, 1907 – Capraia, 1973).
Architekt und einer der bedeutendsten Gestalter der Nachkriegsmoderne in Italien. Seine Werke verbinden plastische Raumauffassung mit struktureller Klarheit. HAUPTWERK: COMPLESSO DI CORSO ITALIA, MILANO (→ S. 34) → NACHKRIEGSMODERNE / STRUKTURELLE MODERNE
MURATORI, SAVERIO (Modena, 1910 – Roma, 1973).
Er gilt als zentraler Vertreter der typologischen Stadtmorphologie des 20. Jahrhunderts. HAUPTWERK: STUDIEN ZUR STADTSTRUKTUR VON VENEDIG UND ROM → TYPOLOGISCHE ARCHITEKTUR / NEOREALISMUS
MUSSOLINI, BENITO (Predappio, 1883 – Giulino di Mezzegra, 1945).
Politiker und Diktator. Seine Herrschaft war geprägt von Repression, politischer Verfolgung und staatlicher Gewalt. Er prägte die staatlich gelenkte Stadt- und Baupolitik Italiens zwischen 1922 und 1943 massgeblich. HAUPTWERK: GROSSMASSSTÄBLICHE EINGRIFFE IN HISTORISCHE STADTGEFÜGE, INSBESONDERE IN ROM
MUZIO, GIOVANNI (Milano, 1893 – Milano, 1982).
Architekt und eine der zentralen Figuren des Novecento. Seine Architektur verbindet klassische Proportionen, monumentale Ruhe und reduzierte Ornamentik mit moderner Baukörperkomposition. Besonders in Milano prägte er das Stadtbild nachhaltig. HAUPTWERK: CA’ BRUTTA, MILANO (→ S. 33, 144, 145, 159) → NOVECENTO / NONUMENTALKLASSIZISMUS
373
NERVI, PIER LUIGI (Sondrio, 1891 – Roma, 1979).
Ingenieur, Architekt und Bauunternehmer. International bekannt für innovative Stahlbeton- und Schalenkonstruktionen. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Effizienz mit hoher gestalterischer Qualität. Sie zählen zu den bedeutendsten Ingenieurleistungen des 20. Jahrhunderts. HAUPTWERK: PALAZZETTO DELLO SPORT, ROMA (→ S. 256/257, 262) → NACHKRIEGSMODERNE
NICOLETTI, VINCENZO ((?), 20. Jahrhundert).
Architekt, tätig vor allem im Bereich öffentlicher Infrastruktur- und Verwaltungsbauten in Sizilien. Gemeinsam mit Antonino Pollaci entwarf er die Caserma dei Vigili del Fuoco in Palermo, eines der bedeutenden Beispiele rationalistischer Infrastrukturarchitektur auf Sizilien. HAUPTWERK: CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO, PALERMO (→ S. 188, 189, 198) → RAZIONALISMO
ORSENIGO, SIMONE (tätig 1387–1395)
Italienischer Architekt und erster leitender Baumeister des Duomo di Milano. Er legte die ursprüngliche Planung des Bauwerks an und prägte die frühe Bauphase im lombardischgotischen Stil. HAUPTWERK: DUOMO DI MILANO (→ S. 59, 79) → LOMBARDISCHE GOTIK / FRÜHGOTIK
PAGANO, GIUSEPPE (Parenzo / Poreč, 1896 – Mauthausen, 1945).
Architekt, Designer und Herausgeber der Architekturzeitschrift Casabella, einer der wichtigsten Fachzeitschriften seiner Zeit. Er war ein bedeutender Vertreter des Razionalismo und setzte sich für eine funktionale, sozial orientierte Moderne ein. HAUPTWERK: AUSSTELLUNGS- UND WOHNBAUTEN, MILANO → RAZIONALISMO
374
PANICONI, MARIO (Roma, 1904 – Frascati, 1973).
Architekt und Stadtplaner, einer der bedeutenden Vertreter des römischen Razionalismo. Gemeinsam mit Giulio Pediconi bildete er eines der prägendsten Architekturbüros der italienischen Moderne. Als Mitbegründer des RAMI war er eine zentrale Figur der römischen Architektur zwischen Tradition und Moderne. HAUPTWERK: PALAZZO DELL’ INFPS, ROMA EUR (→ S. 224/225, 263) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
PASCOLETTI, CESARE ((?), 1898 – Roma, 1986).
Architekt, der vor allem im Bereich monumentaler Staats- und Museumsarchitektur in Rom tätig war. Gemeinsam mit Pietro Aschieri, Domenico Bernardini und Gino Peressutti war er am Entwurf des Museo della Civiltà Romana im EUR beteiligt. HAUPTWERK: MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA, ROMA EUR (→ S. 233–237, 261) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
PEDICONI, GIULIO (Roma, 1906 – Roma, 1999).
Architekt und Stadtplaner, einer der bedeutendsten Vertreter des römischen Razionalismo. Gemeinsam mit Mario Paniconi führte er eines der prägenden Architekturbüros der italienischen Moderne und war Mitglied des RAMI. HAUPTWERK: PALAZZO DELL’ INFPS, ROMA EUR (→ S. 224/225, 263) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
PELLIZZARI, GUIDO (Adro bei Brescia, 1898 – Bolzano, 1978)
Architekt, tätig vor allem im Bereich Verwaltungs- und Bildungsbauten in Bozen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch strenge Fassadenraster, monumentale Volumen und funktionale Klarheit aus. HAUPTWERK: CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO, BOLZANO (→ S. 72, 74) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
375
PERESSUTTI, GINO (Pinzano al Tagliamento, 1907 – Milano, 1975).
Italienischer Architekt und einer der bedeutenden Vertreter des Razionalismo. HAUPTWERKE: MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA, ROMA EUR (→ S. 233–237, 261) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
PETACCI, CLARA (Roma, 1912 – Giulino di Mezzegra, 1945).
Italienische Privatperson, bekannt als langjährige Gefährtin von Mussolini. Sie stammte aus einem bürgerlichen Elternhaus. Ihr Vater war Arzt. Eng an das politische und persönliche Umfeld des Regimes gebunden, ohne eigene politische Funktion. Gemeinsam mit Mussolini am Ende des Zweiten Weltkriegs gefasst und erschossen. KONTEXT: FIGUR AM RAND DER MACHT
PIACENTINI, MARCELLO (Roma, 1881 – Roma, 1960).
Architekt, Stadtplaner und eine der prägendsten Figuren der italienischen Architektur des 20. Jahrhunderts. Der Scuola Romana zugehörig, verband er monumentale Raumwirkung, klassische Achsensysteme und moderne Bauformen in grossmassstäblichen urbanen Projekten. HAUPTWERK: CITTÀ UNIVERSARIA – LA SAPIENZA, ROMA (→ S. 35, 208, 209, 260) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
PIANO, RENZO (Genova, 1937).
Architekt und einer der bedeutendsten Vertreter der internationalen Architektur der Gegenwart. Bekannt ist er sowohl für Museums-, Kultur- und Hochhausbauten als auch für wegweisende Umnutzungsprojekte historischer Industriearchitektur. HAUPTWERKE: CENTRE POMPIDOU, PARIS / LINGOTTO-UMBAU, TORINO / THE SHARD, LONDON → HIGH-TECH-ARCHITEKTUR / ZEITGENÖSSISCHE MODERNE
376
PICCINATO, LUIGI (Legnago, 1899 – Roma, 1983).
Architekt und einer der bedeutendsten Stadtplaner des 20. Jahrhunderts in Italien. Seine Arbeiten verbinden funktionale Stadtplanung mit rationalistischen Raumkonzepten. HAUPTWERK: MASTERPLAN SABAUDIA (→ S. 31) → MODERNE
PIERMARINI, GIUSEPPE (Foligno, 1734 – Foligno, 1808).
Italienischer Architekt des Klassizismus, berühmt für monumentale öffentliche Bauten. HAUPTWERK: TEATRO ALLA SCALA, MILANO (→ S. 19) → KLASSIZISMUS
PLATTNER, LUIS (Bolzano,1901– Bolzano,1976).
Italienischer Architekt und Stadtplaner, besonders im Raum Südtirol tätig. Seine Arbeiten umfassen Verwaltungs- und Finanzbauten mit klar gegliederten Fassaden. HAUPTWERK: CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO, BOLZANO (→ S. 72 / 73, 74) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
POGATSCHNIGG, ANTON (Bolzano, 1894 – Bolzano, 1973).
Architekt. Prägender Vertreter des öffentlichen Bauens in Südtirol während der Zwischenkriegszeit. Wirkte an zahlreichen Verwaltungs-, Wohn- und Infrastrukturbauten in Bolzano mit und prägte die architektonische Entwicklung der Stadterweiterung wesentlich. HAUPTWERK: CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO, BOLZANO (→ S. 72 / 73, 74) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
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POLLACI, ANTONINO (Palermo, 1899 – Palermo, 1973).
Architekt, der vor allem im Bereich öffentlicher Infrastruktur- und Verwaltungsbauten in Sizilien tätig war. HAUPTWERK: CASERMA DEI VIGILI DEL FUOCO, PALERMO (→ S. 188, 189, 198) → RAZIONALISMO
POLLINI, GINO (Rovereto, 1903 – Milano, 1991).
Architekt und bedeutender Vertreter des Razionalismo. Als Mitglied der Gruppo 7 und des MIAR war er eine zentrale Figur der theoretischen und praktischen Entwicklung moderner Architektur in Italien. HAUPTWERK: CASA ELETTRICA, MONZA → RAZIONALISMO
PORTALUPPI, PIERO (Milano, 1888 – Milano, 1967).
Architekt, bekannt für luxuriöse Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude und urbane Grossprojekte. Seine Architektur verbindet geometrische Strenge mit dekorativer Präzision und einem feinen Gespür für Materialität. HAUPTWERK: PALAZZO DEL FASCIO, ARENGARIO E SACRO DEI MARTIRI, MILANO (→ S. 20, 141, 157, 158, 160) → MODERNE
QUARONI, LUDOVICO (Roma, 1911 – Roma, 1987).
Architekt und Stadtplaner. Einer der wichtigsten Vertreter der italienischen Nachkriegsmoderne und des architektonischen Neorealismus. HAUPTWERK: QUARTIERE INA-CASA TIBURTINO, ROMA → NEOREALISMUS / NACHKRIEGSMODERNE
378
RAPISARDI, ERNESTO (Catania, (?), 20. Jahrhundert).
Italienischer Architekt und Ingenieur, tätig vor allem in Sizilien. HAUPTWERK: VERWALTUNGS- UND WOHNBAUTEN / PALAZZO DI GIUSTIZIA, PALERMO (→ S. 192, 199) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
RAPISARDI, GAETANO (Catania, (?), 20. Jahrhundert).
Architekt und Stadtplaner mit Schwerpunkt Städtebau. HAUPTWERK: STADT- UND WOHNUNGSBAUPROJEKTE / PANTHEON SIRACUSA (→ S. 278, 287) → NACHKRIEGSMODERNE
RAVA, CARLO ENRICO (Milano, 1903 – Roma, 1985).
Architekt und Theoretiker, Mitglied der Gruppo 7 und eine der prägenden Stimmen der frühen italienischen Moderne. Seine Arbeiten und Schriften waren wesentlich für die programmatische Formulierung des Razionalismo. HAUPTWERK: THEORETISCHE PROGRAMME DER GRUPPO 7 → RAZIONALISMO
RIDOLFI, MARIO (Roma, 1904 – Marmore, 1984).
Architekt und Designer. Er zählt zu den bedeutenden Vertretern der italienischen Moderne und war besonders für den Wohnungsbau, öffentliche Gebäude und fein detaillierte konstruktive Lösungen bekannt. HAUPTWERK: WOHNBAUTEN UND ÖFFENTLICHE GEBÄUDE IN ROM → RAZIONALISMO
379
ROMANELLI, ROMANO (Firenze, 1882 – Firenze, 1968).
Italienischer Bildhauer und Monumentalkünstler. Schöpfer zahlreicher Denkmäler im öffentlichen Raum. HAUPTWERK: MONUMENTO AI CADUTI D’ AFRICA, SIRACUSA (→ S. 272, 284) → MONUMENTALKLASSIZISMUS / DENKMALARCHITEKTUR
ROMANO, MARIO (Roma, 1902 – Roma, 1975).
Architekt und Mitgestalter bedeutender monumentaler Bauprojekte in Rom. Seine Arbeiten zeichnen sich durch strenge Symmetrie, klare Geometrie und monumentale Raumwirkung aus. HAUPTWERK: PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA, ROMA EUR (→ S. 25, 34, 35, 36, 222, 223, 241, 262, 316/317) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
RONCORONI, CARLO ((?), 20. Jahrhundert).
Italienischer Architekt, tätig im Verwaltungs- und Wohnungsbau. HAUPTWERK: WOHN- UND VERWALTUNGSGEBÄUDE / CINECITTÀ, ROMA (→ S. 210, 259) → RAZIONALISMO / MODERNE
ROSSI DE PAOLI, PAOLO (Bologna, 1900 – Roma, 1966).
Rossi de Paoli gilt als Schüler von Marcello Piacentini, dem führenden Staatsarchitekten des Regimes. Seine Entwürfe zeichnen sich durch geometrisch strenge, monumentale Formen aus, die klassizistische Architekturelemente radikal vereinfachen HAUPTWERK: TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA, BOLZANO (→ S. 59, 78) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
380
ROSSI, FRANCESCO ((?), 20. Jahrhundert).
Architekt, tätig vor allem im Bereich Verwaltungs- und Finanzbauten in Bozen. Seine Arbeiten verbinden funktionale Klarheit mit repräsentativer Fassadengliederung. HAUPTWERK: CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO, BOLZANO (→ S. 72, 74) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
ROSSO, GIUSEPPE ((?), 20. Jahrhundert).
Italienischer Architekt und Ingenieur, tätig im Bereich Infrastruktur und öffentlicher Bauten. HAUPTWERK: VERWALTUNGSGEBÄUDE / GRATTACIELO NORD, GENOVA (→ S.126, 131) → RAZIONALISMO / MODERNE
SACCONI, GIUSEPPE (Montalto delle Marche, 1854 – Pistoia, 1905).
Architekt und einer der bedeutendsten Vertreter des monumentalen Historismus im Italien des Risorgimento. Er entwarf das Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II, besser bekannt als das Vittoriano oder der Altare della Patria, eines der wichtigsten Nationalsymbole Italiens. HAUPTWERK: VITTORIANO / ALTARE DELLA PATRIA, ROMA (→ S. 12 /13) → NEOKLASSIZISMUS / MONUMENTALE NATIONALARCHITEKTUR
SAMONÀ, GIUSEPPE (Palermo, 1898 – Roma, 1983).
Italienischer Architekt, Stadtplaner und Hochschullehrer. Er zählt zu den bedeutendsten Vertretern der italienischen Architektur des 20. Jahrhunderts. Seine frühen Arbeiten verbinden den Razionalismo mit städtebaulichen Konzepten, während seine späteren Projekte wichtige Beiträge zur Nachkriegsmoderne leisten. HAUPTWERK: PARCO BELLINI, CATANIA (→ S. 88, 89, 93) → MODERNE
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SANT’ ELIA, ANTONIO (Como, 1888 – Monfalcone, 1916).
Architekt und visionärer Theoretiker der Moderne. Berühmt wurde er durch seine futuristischen Stadtentwürfe. HAUPTWERK: CITTÀ NUOVA (ZEICHNUNGEN) → FUTURISMO / VISIONÄRE MODERNE
SARTORIS, ALBERTO (Torino, 1901 – Lausanne, 1998).
Italienisch-schweizerischer Architekt, Designer und Architekturtheoretiker. Mitglied des MIAR. Er war ein wichtiger Vermittler moderner Architekturströmungen in Europa und publizierte zahlreiche theoretische Werke zur modernen Baukunst. HAUPTWERK: THEORETISCHE PUBLIKATIONEN UND VILLENBAUTEN → RAZIONALISMO
SCOCCIMARRO, CESARE (Udine, 1897 – Roma, 1953).
Architekt und Stadtplaner. Er war an grossmassstäblichen urbanen Projekten beteiligt und arbeitete besonders im Bereich Verwaltungs- und Finanzarchitektur. HAUPTWERK: BANCA DI ROMA, MILANO (→ S. 140, 158) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
SECCHI, LUIGI LORENZO (Avenza, 1899 – Milano, 1992).
Architekt und Stadtplaner. Beschäftigte sich insbesondere mit Fragen des modernen Städtebaus und der Stadterweiterung. Wirkte an zahlreichen urbanistischen Projekten in Norditalien mit und verband Architektur mit übergeordneten städtebaulichen Konzepten. HAUPTWERKE: STÄDTEBAULICHE PROJEKTE / CASA DEL MUTILATO, MILANO (→ S. 148, 159) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
382
SOMMARUGA, GIUSEPPE (Milano, 1867 – Milano, 1917).
Italienischer Architekt und einer der wichtigsten Vertreter des italienischen Liberty-Stils. HAUPTWERK: PALAZZO CASTIGLIONI, MILANO (→ S. 33) → LIBERTY / ART NOUVEAU
SOTTSASS, ETTORE, Senior (Innsbruck, 1892 – Torino, 1954).
Architekt und Designer österreichischer Herkunft. Tätig vor allem im Bereich Ausstellungsund Verwaltungsarchitektur. Vater des Designers Ettore Sottsass junior. HAUPTWERK: PALAZZO DELLA MODA, TORINO (→ S. 314) → RAZIONALISMO / MODERNE
SPACCARELLI, ATTILIO (Roma, 1880 – Roma, 1976).
Architekt und Stadtplaner der Scuola Romana. Bekannt vor allem für seine Beteiligung an der Planung der Via della Conciliazione in Rom. Seine Arbeiten verbinden klassische Stadtbauprinzipien mit monumentaler Repräsentationsarchitektur. HAUPTWERK: VIA DELLA CONCILIAZIONE, ROMA (→ S. 202/203) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
SPATRISANO, GIUSEPPE (Palermo, 1899 – Palermo, 1978).
Italienischer Architekt und Architekturhistoriker, der die Architektur Siziliens nachhaltig prägte. HAUPTWERK: VERWALTUNGS- / KULTURGEBÄUDE IN PALERMO / CASA DEL MUTILATO, PALERMO (→ S. 187, 193, 198) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
383
SPEER, ALBERT (Mannheim, 1905 – London, 1981).
Architekt und politischer Funktionsträger. Als enger Vertrauter Hitlers massgeblich an der staatlich gelenkten Baupolitik beteiligt; später Reichsminister für Bewaffnung und Munition. Seine Planungen umfassten monumentale Repräsentationsarchitektur und grossmassstäbliche Umgestaltungen. Verknüpfung von Architektur, Inszenierung und Machtanspruch; eingebunden in ein System von Zwangsarbeit und Kriegswirtschaft. HAUPTWERK: MONUMENTALISMUS / KLASSIZISTISCHE STRENGE / REPRÄSENTATIONSARCHITEKTUR
STACCHINI, ULISSE (Milano, 1871 – Milano, 1947).
Architekt, bekannt für repräsentative Verkehrs- und Infrastrukturbauten. Sein bekanntestes Werk ist einer der grössten Bahnhöfe Europas. HAUPTWERK: STAZIONE CENTRALE, MILANO (→ S. 137, 163) → MONUMENTALKLASSIZISMUS
TERRAGNI, ATTILIO (Como, 1902 – (?), 1990).
Italienischer Ingenieur und Bruder von Giuseppe Terragni. Er arbeitete an mehreren bedeutenden Bauprojekten mit, insbesondere im Bereich Memorial- und Ingenieurbauten. HAUPTWERK: MONUMENTO AI CADUTI, COMO (→ S. 100, 103) → INGENIEURBAU / RAZIONALISMO
TERRAGNI, GIUSEPPE (Meda, 1904 – Como, 1943).
Architekt und einer der bedeutendsten Vertreter des Razionalismo. Mitglied der Gruppo 7 und des MIAR. Seine Architektur zeichnet sich durch strenge Raster, präzise Proportionen, klare Geometrie und eine aussergewöhnliche räumliche Klarheit aus. Er gilt als Schlüsselfigur der italienischen Moderne. HAUPTWERK: CASA DEL FASCIO, COMO (→ S. 34, 97, 102) → RAZIONALISMO
384
VACCARO, GIUSEPPE (Bologna, 1896 – Roma, 1970).
Architekt und Stadtplaner. Seine Arbeiten reichen von Infrastruktur- und Verwaltungsbauten bis zu modernen öffentlichen Gebäuden. HAUPTWERK: PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI, NAPOLI (→ S. 170/171, 179) → RAZIONALISMO
VERONESI, LUIGI (Milano, 1908 – Milano, 1998).
Italienischer Künstler, Designer und Bühnenbildner. HAUPTWERK: GLASFENSTER UND BÜHNENRÄUME ; CASA EDITRICE ZANICHELLI, BOLOGNA (→ S. 46, 48) → RAZIONALISMO
VITELLOZZI, ANNIBALE (Anghiari, 1902 – Roma, 1990).
Architekt und Stadtplaner. Bedeutender Vertreter des italienischen Razionalismo und des öffentlichen Bauens der Nachkriegszeit. HAUPTWERK: PALAZZETTO DELLO SPORT, ROMA (→ S. 256/257, 262) → RAZIONALISMO / NACHKRIEGSMODERNE
ZAMBONI, ANTEO (Bologna, 1911 – Bologna, 1926).
Italienischer Jugendlicher. Verübte im Alter von 15 Jahren am 31. Oktober 1926 in Bologna ein Attentat auf Benito Mussolini im Zusammenhang mit offiziellen Feierlichkeiten. Unmittelbar nach dem Anschlag von der Menge getötet. Das Ereignis wurde danach unmittelbar vom Regime politisch instrumentalisiert. HISTORISCHER KONTEXT: ATTENTAT VON BOLOGNA, 1926 (→ S. 52/53) POLITISCHE GESCHICHTE / ZEITGESCHICHTEN
385
ARCHITEKTONISCHE ZUORDNUNG (VERSUCH)
Die Zuordnung erfolgt nicht nach politischen Kriterien, sondern anhand der dominierenden architektonischen Merkmale eines Bauwerks. Als eigentliche Stilrichtungen der italienischen Architektur der Zwischenkriegszeit lassen sich insbesondere Razionalismo und Monumentalklassizismus unterscheiden. Razionalismo bezeichnet die italienische Ausprägung der Moderne. Charakteristisch sind funktionale Organisation, geometrische Klarheit, reduzierte Ornamentik sowie die Betonung von Konstruktion, Raum und Nutzung. Monumentalklassizismus umfasst Bauten, deren Wirkung vor allem auf Symmetrie, Axialität, monumentalem Massstab und Bezügen zur klassischen Architektur beruht. Ziel war die Darstellung von Dauer, Repräsentation und institutioneller Autorität. Die Kategorien Moderne und Nachkriegsmoderne dienen ergänzend der zeitlichen und architekturhistorischen Einordnung. Sie bezeichnen keine Stilrichtungen im eigentlichen Sinn. Begriffe wie Novecento, Scuola Romana oder Stile Littorio werden in der Literatur häufig verwendet, gelten heute jedoch nicht als eigenständige Architekturstile. Das Novecento beschreibt eine klassisch orientierte Strömung der 1920er-Jahre, die Scuola Romana einen Architektenkreis im Umfeld Roms, während Stile Littorio den politischen und kulturellen Rahmen der staatlichen Baupolitik bezeichnet. Ergänzend wird die jeweilige Funktion eines Bauwerks ausgewiesen, etwa als Verwaltungs-, Wohn-, Sport-, Kultur- oder Infrastrukturbau. Da zahlreiche Gebäude Merkmale unterschiedlicher Strömungen vereinen, sind die Übergänge häufig fliessend. Die Einordnung dient daher der Orientierung und nicht einer starren stilgeschichtlichen Klassifikation.
386
SABAUDIA, PALAZZO DELLE POSTE 1934, Angiolo Mazzoni 387
MONUMENTALKLASSIZISMUS
RAZIONALISMO
STAATSARCHITEKTUR:
KULTURBAUTEN:
SOZIALARCHITEKTUR:
BILDUNGSBAUTEN:
– ARCHIVIO CENTRALE DELLO STATO Roma (→ S. 228/229, 258)
– BIBLIOTECA NAZIONALE CENTRALE Firenze (→ S. 108, 114)
– CASA DEL MUTILATO Catania (→ S. 83, 92) Genova (→ S. 124, 130) Milano (→ S. 148, 159) Napoli (→ S. 168, 178) Palermo (→ S. 187, 193, 198) Siracusa (→ S. 275, 284)
– ASILO SANT’ ELIA Como (→ S. 100, 102)
– ISTITUTO STORICO E DI CULTURA DELL’ ARMA DEL GENIO Roma (→ S. 212, 260) – PALAZZO DI GIUSTIZIA Milano (→ S. 142/143, 161) Palermo (→ S. 192, 199) Catania (→ S. 86/87, 92) – QUESTURA DI GENOVA Genova (→ S. 120, 121, 132) – TRIBUNALE / PALAZZO DI GIUSTIZIA Bolzano (→ S. 59, 78) VERWALTUNGSBAUTEN:
– MUSEO DELLA CIVILTÀ ROMANA Roma (→ S. 233–237, 261) – PALAZZO DELLA CIVILTÀ ITALIANA Roma (→ S. 222, 223, 241, 262, 316/317) – PALAZZO DELL’ ARTE ANTICA Roma (→ S. 221, 263) – PALAZZO DELL’ INFORMAZIONE / PALAZZO DEI GIORNALI Milano (→ S. 150, 160) – PLANETARIO DI MILANO Milano (→ S. 156, 162)
– CASA DEL FASCIO / PALAZZO DEL LITTORIO Bolzano (→ S. 72/73, 74)
– ARENGARIO E SACRARIO DEI MARTIRI FASCISTI Milano (→ S. 20, 157, 158)
– PALAZZO ALTI COMANDI Bolzano (→ S. 66, 77)
INFRASTRUKTURARCHITEKTUR:
– PALAZZO INPS / INFPS Genova (→ S. 122, 123, 132) Milano (→ S. 152, 162) Roma (→ S. 224/225, 263) – PALAZZO DELLA PROVINCIA Napoli (→ S. 174, 179)
– STAZIONE DI BOLZANO Bolzano (→ S. 60, 61, 65, 78) – STAZIONE CENTRALE Milano (→ S. 137, 163) – STAZIONE MARITTIMA Napoli (→ S. 167, 180)
– PALAZZO INTENDENZA DI FINANZA Napoli (→ S. 175, 179)
– STAZIONE OSTIENSE Roma (→ S. 206, 266)
– PALAZZO INA Roma (→ S. 213, 263)
– STAZIONE TERMINI Roma (→ S. 205, 266)
– PALAZZO DEGLI UFFICI DELL’ ENTE Roma (→ S. 230, 238, 239, 264)
– PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Palermo (→ S. 190/191, 199) Siracusa (→ S. 271, 286)
UNTERNEHMENSARCHITEKTUR: – BANCO DI NAPOLI Napoli (→ S. 173, 178) – BANCA NAZIONALE DEL LAVORO Napoli (→ S. 169, 178) – BANCO DI SICILIA Palermo (→ S. 195, 198) – BANCA DI BRESCIA Milano (→ S. 152, 158) – BANCA DI ROMA Milano (→ S. 140, 158) – PALAZZO DELLA BORSA / PALAZZO MEZZANOTTE Milano (→ S. 153, 161) – CASSA DI RISPARMIO Bolzano (→ S. 66, 75) – PALAZZO MISSORI Milano (→ S. 151, 162)
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SPORTARCHITEKTUR: – ACCADEMIA FASCISTA MASCHILE DI EDUCAZIONE FISICA Roma (→ S. 245, 253, 258, 267) – STADIO DEI MARMI Roma (→ S. 244, 250, 251, 267) – STADIO MUSSOLINI Torino (→ S. 296, 315) – STADIO COMUNALE LITTORIALE Bologna (→ S. 43, 50, 51)
– ISTITUTO MAGISTRALE GIOVANNI PASCOLI Bolzano (→ S. 64, 76)
GESUNDHEITSBAUTEN:
– ISTITUTO DI ISTRUZIONE SECONDARIA SUPERIORE «GALILEO GALILEI» Bolzano (→ S. 69, 76)
– OSPEDALE NIGUARDA Milano (→ S. 138–139, 160)
– LICEO SCIENTIFICO AUGUSTO RIGHI Bologna (→ S. 45, 49)
MEMORIALARCHITEKTUR:
– PALAZZO DEGLI STUDI Siracusa (→ S. 281, 285)
– ARCO DELLA VITTORIA Genova (→ S. 119, 130, 133) – MONUMENTO ALLA VITTORIA Bolzano (→ S. 57, 67, 77) – MONUMENTO AI CADUTI Como (→ S. 100, 103) – MONUMENTO AI CADUTI D’ AFRICA Siracusa (→ S. 272, 284) – MONUMENTO AL CARDINALE DUSMET Catania (→ S. 84, 85, 92) – OBELISCO MUSSOLINI Roma (→ S. 252, 254, 255, 261) – OBELISCO DI MARCONI Roma (→ S. 221, 231, 261) – TEMPIO DELLA VITTORIA Milano (→ S. 154, 163) – CERTOSA DI BOLOGNA Bologna (→ S. 46, 48) – ARCO MONUMENTALE DELL’ARMA DELL’ARTIGLIERIA Torino (→ S. 305, 310) – CIMITERO MONUMENTALE Milano (→ S. 155, 159) STÄDTEBAU, FREIRAUMGESTALTUNG: – FONTANA DI PIAZZA DE FERRARI Genova (→ S. 128/129, 130) – PARCO BELLINI Catania (→ S. 88, 89, 93)
SAKRALBAUTEN:
– PONTE DRUSO Bolzano (→ S. 78)
– CHIESA DI CRISTO RE Bolzano (→ S. 70, 75)
– PONTE DUCA D’ AOSTA Roma (→ S. 264)
– CHIESA DEI SANTI PIETRO E PAOLO Roma (→ S. 240, 260)
– VIALE DEL FORO ITALICO Roma (→ S. 254, 266)
– ONMI KINDERGARTEN Bolzano (→ S. 64, 77) – CASA DEL BALILLA Torino (→ S. 302, 310) – CITTÀ UNIVERSITARIA – LA SAPIENZA Roma (→ S. 35, 208, 209, 260) WOHNBAU: – COMPLESSO RESIDENZIALE INCIS Bolzano (→ S. 68, 75) – WOHNGEBÄUDE INA Bolzano (→ S. 64, 79) – ISTITUTO NAZIONALE ASSICURAZIONI Bolzano (→ S. 68, 76) – NOVOCOMUM Como (→ S. 98, 103) – CASA RIVA Torino (→ S. 304, 310) – PALAZZO INA Siracusa (→ S. 277, 286) – PALAZZO DELLA MERIDIANA Bologna (→ S. 44, 49) – PALAZZO SCARDOVI Bologna (→ S. 46, 50) VERWALTUNGSBAUTEN: – PALAZZO DELLE POSTE Roma (→ S. 211, 264) – PALAZZO INFPS Siracusa (→ S. 273, 286) – PALAZZO DEL GAS Bologna (→ S. 47, 49) PARTEI-, JUGENDARCHITEKTUR: – CASA DEL FASCIO Como (→ S. 34, 97, 102) Siracusa (→ S. 283, 284) Milano (→ S. 141, 160)
– CASA DELLA GIL Roma (→ S. 207, 259) Bolzano (→ S. 62, 63, 74) – GRUPPO RIONALE «AMOS MARAMOTTI» Torino (→ S. 301, 313) INFRASTRUKTURARCHITEKTUR: – STAZIONE DI FIRENZE SANTA MARIA NOVELLA Firenze (→ S. 109, 115) – PALAZZINA REALE DI SANTA MARIA NOVELLA Firenze (→ S. 110, 111, 114) – PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Napoli (→ S. 170/171, 179) – MERCATO DEL PESCE Genova (→ S. 125, 131) – PALAZZO DELLE POSTE E TELEGRAFI Sabaudia (→ S. 385) SPORTARCHITEKTUR: – STADIO DRUSO Bolzano (→ S. 64, 78) – CASA DELLE ARMI / ACCADEMIA DELLA SCHERMA Roma (→ S. U1/U4, 247, 259, 398) – STADIO GIOVANNI BERTA / ARTEMIO FRANCHI Firenze (→ S. 108, 115) – STADIO CENTRALE DEL TENNIS Roma (→ S. 248, 249, 265) – STADIO DEL NUOTO Roma (→ S. 252, 265, 267) – STADIO VITTORIO EMANUELE III Siracusa (→ S. 274, 287) – STADIO GIUSEPPE SINIGAGLIA Como (→ S. 99, 103) KULTURBAUTEN: – CASA EDITRICE ZANICHELLI Bologna (→ S. 46, 48) – PALAZZO DEI CONGRESSI Roma (→ S. 226, 227, 262) – AUDITORIUM DEL FORO MUSSOLINI Roma (→ S. 250, 258) – BIBLIOTECA CIVICA Bolzano (→ S. 71, 74) – MOSTRA D’OLTREMARE Napoli (→ S. 181, 182, 183)
– ARENA FLEGREA Napoli (→ S. 183) – PALAZZO DELL’ ARTE Napoli (→ S. 176/177, 180) UNTERNEHMENSARCHITEKTUR: – PALAZZO LANCIA Bologna (→ S. 44, 50) – PALAZZO DELLA CASSA RURALE ED ARTIGIANA Siracusa (→ S. 280, 285) – PALAZZO DI PIAZZA DANTE Genova (→ S. 126, 132) – PAVILLON Siracusa (→ S. 279, 287, 288) INDUSTRIEARCHITEKTUR: – MANIFATTURA TABACCHI Firenze (→ S. 112, 113, 114) – CASA DEL CONTADINO Bologna (→ S. 46, 48)
MODERNE
NACHKRIEGSMODERNE
KULTURBAUTEN:
KULTURBAUTEN:
– CINECITTÀ Roma (→ S. 210, 259)
– TEATRO METROPOLITAN Catania (→ S. 91, 93)
– TEATRO PUCCINI Firenze (→ S. 107, 115)
SPORTARCHITEKTUR:
– CINEMA ELISEO Torino (→ S. 303, 311)
– PALAZZETTO DELLO SPORT Roma (→ S. 256/257, 262)
– CINEMA IDEAL Torino (→ S. 295, 311)
INFRASTRUKTURARCHITEKTUR:
– CINEMA E GALLERIA LUX Torino (→ S. 311, 312) – TRIENNALE DI MILANO Milano (→ S. 146, 147, 163) – PALAZZO DELL’ ARTE Napoli (→ S. 176/177, 180) WOHNBAU:
– STAZIONE MARITTIMA DI PALERMO Palermo (→ S. 196/197, 199) UNTERNEHMENSARCHITEKTUR: – PALAZZO DELLA CASSA CENTRALE DI RISPARMIO VITTORIO EMANUELE Siracusa (→ S. 276, 285)
– CA’ BRUTTA Milano (→ S. 33, 144, 145, 159) UNTERNEHMENSARCHITEKTUR: – GRATTACIELO NORD Genova (→ S. 126, 131) – GRATTACIELO PIACENTINI Genova (→ S. 127, 131) – TORRE E PALAZZO LITTORIA Torino (→ S. 298, 299, 315) – PALAZZO DELLA MODA Torino (→ S. 314) INDUSTRIEARCHITEKTUR: – LINGOTTO Torino (→ S. 306/307, 308, 309, 313) – MERCATI GENERALI Torino (→ S. 297, 314) SPORTARCHITEKTUR: – CANOTTIERI LARIO Como (→ S. 102) – PALAZZO DEL NUOTO Torino (→ S. 294, 314) SAKRALBAUTEN: – PANTHEON Siracusa (→ S. 278, 287) STÄDTEBAU, FREIRAUMGESTALTUNG: – FONTANA DEI FIUMI PO E DORA Torino (→ S. 293, 313)
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EPILOG
Architektur war nie bloss Baukunst. Sie ist stets auch Ausdruck einer Epoche, ihrer gesellschaftlichen Ordnung, ihrer Hoffnungen, Ängste und Machtverhältnisse. Jeder Stein, jede Achse, jede Fassade trägt die Handschrift ihrer Zeit. Gebäude entstehen als logische Folgen historischer Entwicklungen, politischer Ereignisse und ideologischer Vorstellungen. Sie sind gebaute Konsequenzen dessen, was eine Gesellschaft von sich selbst denkt, was sie von sich zeigen will. Bereits die Antike verstand Architektur als Ausdruck von Ordnung, Macht und Weltdeutung. Tempel, Foren, Triumphbögen und monumentale Raumfolgen waren weit mehr als funktionale Bauten; sie materialisierten kosmische Ordnung, politische Herrschaft und das Selbstverständnis ganzer Zivilisationen. Die klare Geometrie, die Symmetrie und die Rückgriffe auf ideale Proportionen sollten nicht nur Schönheit erzeugen, sondern Dauer, Autorität und kulturelle Überlegenheit sichtbar machen. So erscheint auch die Gotik nicht allein als Stilfrage, sondern als Manifest eines geistigen Weltbildes. Die geistige Verdichtung der Epoche scheint sich gleichermassen neben der Bauform auch in die Schriftform eingeschrieben zu haben. Dass die Fraktur, die sogenannte ‹gotische Schrift›, heute oft automatisch mit dem Nationalsozialismus identifiziert wird, zeigt, wie spätere historische Zuschreibungen frühere kulturelle Bedeutungen überlagern und verfälschen. Oder die Medici in Florenz: Durch die gezielte Finanzierung zentraler Bauprojekte – darunter die Kuppel des Florentiner Doms – erlangten sie nicht nur religiöses Prestige, sondern vor allem politische Legitimation und gesellschaftliche Dominanz. Architektur fungierte dabei als Instrument der Repräsentation, um Macht sichtbar zu machen und dauerhaft in der Geschichte und im Stadtraum zu verankern. Auch späterer Städtebau war stets Mittel von Ordnung und Herrschaft und weniger eine Frage reiner Ästhetik. Die grosszügigen Boulevards, Plätze und Sichtachsen der frühneuzeitlichen Monarchien, insbesondere im absolutistischen 391
Frankreich seit dem 17. Jahrhunderts und in ihrer radikalen urbanen Ausformung im Paris des 19. Jahrhunderts, waren Ausdruck repräsentativer Macht und zugleich Instrument politischer Kontrolle. Wo zuvor die organisch gewachsenen, verwinkelten Stadtstrukturen des Mittelalters Schutz, Eigenleben und Unübersichtlichkeit boten, entstanden breite Sichtlinien und offene Räume, die Übersicht, Repräsentation und im Ernstfall die Unterbindung von Aufständen ermöglichten. Diese Logik kulminiert zu Beginn des 20. Jahrhunderts in den Monumentalbauten der totalitären Regime. Unter Mussolini, Hitler oder Stalin wurde Architektur zur gebauten Machtdemonstration: übersteigerte Raumfolgen und dominant gesetzte Volumina, sollten nicht nur beeindrucken, sondern den Menschen seine eigene Kleinheit spüren lassen. In Albert Speer fand diese Umsetzung der Macht ihren vielleicht konsequentesten Ausdruck. Seine Entwürfe für das Dritte Reich waren nicht bloss Bauten, sondern räumlich inszenierte Herrschaft zur Unterordnung jedes Einzelnen. Für den Bau des Palatul Parlamentului (1983 – 1989) in Bukarest unter Nicolae Ceaușescu wurden Ende der 1970er Jahre teilweise historische Wohnhäuser mit rund 40’ 000 Wohnungen sowie Dutzende Kirchen abgerissen und Zehntausende Menschen zwangsumgesiedelt, um der architektonischen Selbstinszenierung eines Diktators Platz zu machen. Noch heute entstehen Bauten, die weniger dem städtischen Ganzen als der Selbstinszenierung von Macht, Kapital oder wirtschaftlicher Dominanz dienen. Architektur wird zum Monument des Geldes, zur Geste des Einflusses, zur Signatur von Selbstherrlichkeit. Glasfassaden, Türme und überdimensionierte Volumen markieren nicht nur Präsenz, sondern beanspruchen Deutungshoheit über den Raum. Viele Bauten der heutigen Zeit zeigen neben repräsentativen Machtansprüchen oft auch eine Selbstinszenierung sogenannter «Stararchitekten». Im Gegensatz 392
BUKAREST, PALATUL PARLAMENTULUI, 1983 –1989 Monumentale Selbstinszenierung eines Regimes – Macht in Stein gegossen. 393
dazu schienen viele Architekten der Zwischenkriegszeit von einer umfassenderen Vision getragen. Ihre Entwürfe verstanden sich häufig als Teil eines grösseren gesellschaftlichen Zusammenhangs: als Idee von Stadt, Lebensform und Zukunft. Architektur war nicht bloss Objekt, sondern Weltentwurf, Ästhetik und Funktion – zugleich aber auch ein Instrument politischer Repräsentation und gesellschaftlicher Ordnung. Nicht alle Architekten dieser Zeit vertraten die Ideologie der totalitären Regime. Um bauen zu dürfen, mussten sich jedoch viele dieser Ideologie verpflichten. Dass viele dieser Bauten nach den Verbrechen jener Zeit hinterfragt, umgedeutet, respektive entpolitisiert oder entfernt werden müssten, erscheint daher folgerichtig. Die Frage nach dem Umgang mit solchen belasteten Bauten gehört heute zu den schwierigsten kulturhistorischen Fragestellungen. Wenn Gebäude aus diktatorischen Regimen als ideologisch kontaminiert gelten und deshalb entfernt werden sollen, stellt sich unweigerlich die Frage nach der Konsequenz eines solchen Denkens. Denn folgt man dieser Logik radikal, müsste man ebenso Infrastrukturen wie Autobahnen, Stadträume und öffentliche Bauten wie Bahnhöfe oder Stadien hinterfragen, die unter solchen Regimen erdacht und entstanden sind. Oder müsste man dann nicht im selben Zug auch sakrale Architektur mit derselben Strenge betrachten? Kathedralen, Basiliken und Klöster gehören zu den grössten kulturellen Leistungen der Menschheit, und doch stehen sie ebenso im Schatten von Kreuzzügen, Inquisition, Hexenverfolgung, Machtmissbrauch und den bis heute dunklen Kapiteln kirchlicher Geschichte, respektive Gewalt. Vielleicht besteht die Aufgabe einer aufgeklärten Gesellschaft deshalb nicht in einem unreflektierten Abriss, sondern im bewussten Lesen solcher Bauten. Ein Gebäude muss nicht verschwinden, um seine Geschichte sichtbar zu machen. Im Gegenteil: Sein Weiterbestehen soll zur Auseinandersetzung anregen, denn Stein vergisst nicht.
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BASEL, ROCHE-TÜRME (BAU 1 UND BAU 2), 2015 / 2022 Zwei Türme, die weniger der Stadt als der Sichtbarkeit von Kapital dienen. 395
GLOSSAR
Allied Control Commission (ACC) – Alliierte Kontrollbehörde, die nach der Befreiung Italiens 1943 die Verwaltung der von den Alliierten besetzten Gebiete koordinierte. Sie überwachte den Wiederaufbau staatlicher Strukturen und begleitete den politischen Übergang nach dem Ende der Diktatur. Architettura fascista – Architektur der italienischen Diktaturzeit (1922–1943). Sie umfasst unterschiedliche Strömungen vom Razionalismo bis zum Monumentalklassizismus und diente sowohl funktionalen als auch repräsentativen Zwecken. Kennzeichnend sind monumentale Massstäbe, klare Kompositionen und die symbolische Bezugnahme auf das antike Rom als Ausdruck nationaler Identität und staatlicher Kontinuität. Ardeatinische Höhlen (Fosse Ardeatine) – Ort eines Massakers bei Rom am 24. März 1944. Als Vergeltungsmassnahme für einen Partisanenanschlag ermordeten deutsche Besatzungstruppen 335 Zivilisten und politische Gefangene. Die Fosse Ardeatine gelten heute als einer der wichtigsten Erinnerungsorte der italienischen Resistenza. Aufstände von 1945 (Insurrezione del 1945) – Volksaufstände und bewaffnete Erhebungen der Resistenza im Frühjahr 1945, insbesondere in Norditalien. Sie führten zur Befreiung zahlreicher Städte noch vor dem Eintreffen der alliierten Truppen und markierten das Ende der Repubblica Sociale Italiana. Balilla – Bezeichnung der italienischen Jugendorganisation des frühen 20. Jahrhunderts. Im architektonischen Kontext bezeichnet der Begriff vor allem Schul-, Sport- und Versammlungsbauten für Kinder und Jugendliche. Banco di Brescia – Historische Bankinstitution und zugleich Bezeichnung repräsentativer Bank- und Verwaltungsgebäude. Banco di Napoli – Bedeutende italienische Bankinstitution, deren Gebäude häufig eine repräsentative Verwaltungsarchitektur mit klassischer Fassadenordnung aufweisen.
Cardo – Nord-Süd-Hauptachse des antiken römischen Stadtgrundrisses. Zusammen mit dem Decumanus bildet sie das grundlegende Ordnungssystem der Stadtplanung. Casa del Balilla – Gebäudetyp für Jugend- und Sporteinrichtungen. Siehe auch: Balilla Casa del Fascio – Typologie lokaler politischer Verwaltungsgebäude der Diktaturzeit. Charakteristisch sind klare geometrische Volumen, symmetrische Fassadenordnung und repräsentative Präsenz im Stadtraum. Casa della GIL – Gebäudetyp für Jugend-, Sport- und Ausbildungseinrichtungen. Siehe auch: GIL Casabella – Bedeutende italienische Architekturzeitschrift des 20. Jahrhunderts. Sie prägte die Debatten zur Moderne, zum Razionalismo und zur Nachkriegsarchitektur und förderte den Austausch theoretischer sowie internationaler Positionen. Case del Mutilato – Gebäudetyp für Kriegsversehrte und Veteranenorganisationen. Häufig verbinden diese Bauten Verwaltungs-, Versammlungs- und memoriale Funktionen. Casino Nobile (Villa Torlonia, Rom) – 1802–1806 von Giuseppe Valadier als Hauptgebäude der Villa Torlonia errichtet. Von 1925 bis 1943 Wohnsitz Benito Mussolinis. Die neoklassizistische Architektur der Villa verweist auf jene Antikenrezeption und Monumentalität, die später auch die staatliche Architektur der Zwischenkriegszeit beeinflussten. Castrum-Prinzip – Antikes römisches Stadtplanungsschema auf orthogonalem Raster. Charakteristisch sind rechtwinklige Strassenachsen und eine klare hierarchische Ordnung des Stadtraums. Die Anlage basiert auf der Kreuzung von Cardo und Decumanus und prägte zahlreiche Stadtgründungen bis in die Neuzeit.
Barock – Architektur des 17. und 18. Jahrhunderts, geprägt durch dynamische Rauminszenierung, starke Plastizität, dekorative Fülle und monumentale Wirkung. Charakteristisch sind bewegte Fassaden, Achsen-bezüge und eine theatralische Raumwirkung.
Cerchia dei Navigli – Ehemaliger innerer Kanalring Mailands, der bis ins 20. Jahrhundert das historische Stadtzentrum umschloss. Die meisten Kanalabschnitte wurden zwischen den 1920er- und 1930erJahren überdeckt oder verfüllt, prägen jedoch bis heute die Stadtstruktur.
Bildungsarchitektur – Bildungsarchitektur umfasst Schulen, Universitäten, Kindergärten und weitere Einrichtungen des Lernens. Im frühen 20. Jahrhundert verlagerte sich der Schwerpunkt von repräsentativen Schulbauten hin zu funktional organisierten Gebäuden mit klarer Raumstruktur, guter Belichtung und hygienischen Standards.
Città di fondazione – Planmässig gegründete Städte der 1920er- und 1930er-Jahre, die meist auf zuvor unbebauten Flächen entstanden. Sie dienten der landwirtschaftlichen Erschliessung, der Besiedlung neuer Gebiete und der Demonstration staatlicher Handlungsfähigkeit. Bekannte Beispiele sind Littoria (heute Latina), Sabaudia und Pontinia.
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Decumanus – Ost-West-Hauptachse des römischen Stadtgrundrisses. Gemeinsam mit dem Cardo strukturiert sie das urbane Raster. Dux – Lateinisch für «Führer»/«Anführer». Während der Diktatur häufig verwendete Bezeichnung für Benito Mussolini; erscheint auf zahlreichen Inschriften und Monumenten der Zeit. Età Umbertina – Städtebauliche und architektonische Epoche unter König Umberto I. im späten 19. Jahrhundert. Charakteristisch sind grossmassstäbliche Stadterweiterungen, historistische Fassaden und repräsentative Wohn- und Verwaltungsbauten. Fiat – 1899 in Turin gegründeter Automobil- und Industriekonzern. Das Unternehmen entwickelte sich zum wichtigsten Motor der italienischen Industrialisierung und prägte die Stadtentwicklung Turins nachhaltig. Fraktur – Gebrochene Schriftart, die sich im deutschsprachigen Raum seit dem späten Mittelalter entwickelte und bis ins 20. Jahrhundert weit verbreitet war. Nachdem sie zunächst als «deutsche Schrift» gefördert worden war, wurde ihre Verwendung 1941 von den Nationalsozialisten verboten und durch die Antiqua ersetzt: aA, bB, cC, dD, eE, fF, gG, hH, iI, jJ, kK, lL, mM, nN, oO, … Futurismo – Avantgardistische Kunst-/Architekturbewegung des frühen 20. Jahrhunderts. Im Zentrum stehen Dynamik, Geschwindigkeit, Technik und urbane Modernität. Die Bewegung war zugleich von einem radikalen Nationalismus und einer Verherrlichung von Krieg, Gewalt und militärischer Stärke geprägt und beeinflusste damit das politische Denken im Italien der Zeit und insbesondere Benito Mussolini. Genio Militare – Militärische Ingenieur- und Bauverwaltung. Zuständig für Infrastruktur, Kasernen, Brücken und militärische Verwaltungsbauten. Gotik – Mittelalterliche Architektur mit Spitzbogen, vertikaler Raumwirkung und grossen Fensteröffnungen. Charakteristisch sind Gewölbe, Strebewerk sowie die Betonung von Höhe und Licht, die den Innenraum feierlich prägen. Innenraum sakral und feierlich inszeniert. Gruppo 7 – 1926 gegründete Gruppe italienischer Architekten und Wegbereiter des Razionalismo. Sie forderte eine moderne, funktionale und konstruktiv begründete Architektur. Historismus – Architektur des 19. Jahrhunderts mit bewusster Rückgriffnahme auf frühere Stilformen wie Renaissance, Gotik oder Barock. Vergangene Architektursprache wurde neu interpretiert und häufig miteinander kombiniert.
Industriearchitektur – Architektur von Fabriken, Werkhallen und Produktionsanlagen. Funktion, Logistik und Materialfluss bestimmen die Raumstruktur. Kalter Krieg – Bezeichnung für den politischen, ideologischen und militärischen Gegensatz zwischen den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion sowie ihren jeweiligen Bündnissystemen von etwa 1947 bis 1991. Klassizismus – Stilrichtung mit Bezug auf antike Proportionen, Symmetrie und klare geometrische Ordnung. Kulturarchitektur – Architektur für Theater, Kinos, Museen und Ausstellungshallen. Lateranverträge – 1929 geschlossene Abkommen zwischen dem Königreich Italien und dem Heiligen Stuhl. Sie beendeten die sogenannte Römische Frage und begründeten die Souveränität der Vatikanstadt. Liberty – Italienische Variante des Jugendstils. Charakteristisch sind organische Linien, florale Ornamente und plastisch ausgearbeitete Fassaden. L.O.V.E. (Libertà – Odio – Vendetta – Eternità ; oft einfach Il Dito genannt – Monumentale Marmorskulptur 2010 von Maurizio Cattelan auf der Piazza degli Affari in Milano vor dem Palazzo Mezzanotte, dem Sitz der italienischen Börse. Die Arbeit zeigt eine Hand, deren Finger bis auf den Mittelfinger entfernt wurden. Sie gilt als provokanter Kommentar zu Macht, Autorität und Finanzwelt. Magistrale – Historische Bezeichnung für Lehrerseminare bzw. höhere Ausbildungsstätten für Lehrerinnen und Lehrer. Zahlreiche Gebäude dieser Art entstanden im Zuge des Ausbaus des staatlichen Bildungswesens in der Zwischenkriegszeit. McDonald’s – 1955 in den USA gegründete Fast-Food-Kette und weltweit eines der bekanntesten Symbole der amerikanischen Konsumkultur. In Italien wurden McDonald’s-Filialen wiederholt zum Gegenstand von Debatten über Globalisierung, Kommerzialisierung und den Umgang mit historischen Stadträumen. Die erste Filiale in Rom konnte nach langjährigen Protesten erst 1986 an der Piazza di Spagna eröffnet werden und wurde zu einem Symbol der Auseinandersetzung zwischen amerikanischer Massenkultur und italienischer Tradition.
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Memorialarchitektur – Architektur des Gedenkens, etwa Denkmäler, Mausoleen und Erinnerungsorte. Symbolik und stadträumliche Wirkung stehen im Vordergrund. Monumentalklassizismus – Architektonische Strömung der Zwischenkriegszeit, die vereinfachte klassische Formen, Symmetrie und monumentale Massstäbe mit modernen Konstruktionen verband. Sie prägte zahlreiche Staats-, Verwaltungs- und Kulturbaute. Monumentalrationalismus – Verbindung geometrischer Klarheit und funktionaler Ordnung mit monumentalen Proportionen. Mutilato – Historischer Begriff für Kriegsversehrte. Nachkriegsmoderne – Architektur nach 1945, geprägt durch Wiederaufbau, funktionale Klarheit und neue Materialien. Napoleonische Zeit – Architekturepoche in Frankreich des frühen 19. Jahrhunderts mit klassizistischer Formensprache und imperialer Symbolik. Navigli-System – Historisches Netz von Kanälen in Mailand, das seit dem Mittelalter der Schifffahrt, Bewässerung und Güterversorgung diente. Siehe auch: Cherchia dei Navigli Neo- +Stil – Historistische Wiederaufnahme eines Baustils im 19. / 20. Jahrhundert. Zum Beispiel: Neoklassizismus Novecento – Strömung zwischen klassischer Tradition und moderner Baukörperkomposition. Operationszone Alpenvorland – Von Deutschland nach 1943 eingerichtetes Verwaltungsgebiet in Südtirol, Trentino und Belluno. Obwohl formell Teil Italiens, wurde die Region faktisch von deutschen Behörden kontrolliert. Ortigia – Historischer Stadtkern von Siracusa auf einer vorgelagerten Insel. Das Gebiet bildet seit der Antike das kulturelle und politische Zentrum der Stadt. Palatul Parlamentului – Monumentaler Regierungsbau in Bukarest, errichtet ab 1984 unter Nicolae Ceaușescu als zentrales Symbol staatlicher Macht und Kontrolle. Der Bau ist mit 4,1 Millionen Tonnen das schwerste Gebäude der Welt. Partisanen – Angehörige bewaffneter Widerstandsgruppen, die während des Zweiten Weltkriegs gegen die deutsche Besatzung und die Italienische Sozialrepublik kämpften. Die Partisanen bildeten den militärischen Kern der Resistenza und spielten eine entscheidende Rolle bei der Befreiung Norditaliens.
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Piazza – Italienischer Begriff für Platz: Öffentlicher Stadtplatz als zentraler sozialer und räumlicher Bezugspunkt. Piazza dei Quindici Martiri (Platz der fünfzehn Märtyrer) – Bezeichnet einen öffentlichen Platz, dessen Name an fünfzehn getötete Widerstandskämpfer oder Opfer politischer Gewalt erinnert. Pluralismus – Nebeneinander verschiedener architektonischer Stile und Ausdrucksformen innerhalb einer Epoche. Pontinische Sümpfe (Agro Pontino) – Ehemaliges Sumpfgebiet südlich von Rom, das in den 1930er-Jahren trockengelegt wurde. Die Urbarmachung ermöglichte die Gründung mehrerer Città di fondazione und gilt als eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der Epoche. Questura – Polizeipräsidium oder Hauptsitz staatlicher Sicherheitsbehörden. Typischer Verwaltungsbau mit repräsentativer Wirkung. Razionalismo / Rationalismus – Zentrale Strömung der italienischen Moderne. Architektur wird aus Funktion, Konstruktion und geometrischer Ordnung entwickelt. Rebecchino – Dicht bebauter mittelalterlicher Häuserkomplex unmittelbar südlich des Mailänder Doms, der zwischen 1875 und 1878 im Zuge der Neugestaltung und Erweiterung der Piazza del Duomo abgebrochen wurde. Rede Mussolinis vom 31. Dezember 1925 – Programmatische Rede Benito Mussolinis zur zukünftigen Entwicklung Roms. Darin formulierte er die Vision eines «dritten Rom» (Terza Roma), das die Grösse des antiken Imperiums mit den Ansprüchen der Moderne verbinden sollte: «In fünf Jahren muss Rom allen Völkern der Welt wunderbar erscheinen: gross, geordnet und mächtig, wie zur Zeit des ersten Kaiserreichs des Augustus.» (…) «Ihr werdet weiterhin den Stamm der grossen Eiche von allem befreien, was ihn noch einengt.» (…) «Die jahrtausendealten Monumente unserer Geschichte müssen in der ihnen gebührenden Einsamkeit emporragen.» (…) «So wird sich das Dritte Rom über weitere Hügel, entlang der Ufer des heiligen Flusses bis zu den Stränden des Tyrrhenischen Meeres ausdehnen.» Referendum vom 2. Juni 1946 – Volksabstimmung, in der die italienische Bevölkerung über die Staatsform entschied. Mit einer Mehrheit für die Republik endete die Monarchie der Savoyer. Renaissance – Architektur der frühen Neuzeit mit Orientierung an antiken Vorbildern. Charakteristisch sind Symmetrie, klare Baukörper sowie ausgewogene Proportionen und Raumverhältnisse.
Republik von Salò (Repubblica Sociale Italiana) – Von Deutschland abhängiger Reststaat unter Benito Mussolini, der nach dessen Befreiung 1943 in Norditalien errichtet wurde. Regierungssitz war Salò am Gardasee. Die Republik bestand bis zum Frühjahr 1945.
Staffette – Meist weibliche Kuriere der Resistenza. Sie transportierten Nachrichten, Waffen und Versorgungsgüter zwischen den Widerstandsgruppen und spielten eine entscheidende Rolle für deren Organisation.
Resistenza – Sammelbegriff für den italienischen Widerstand gegen deutsche Besatzung und Italienische Sozialrepublik zwischen 1943 und 1945. Die Bewegung vereinte unterschiedliche politische Strömungen und wurde zum Gründungsmythos der Nachkriegsrepublik.
Stile Littorio – Pluralistischer Architekturbegriff der 1930er-Jahre, geprägt durch monumentale Massstäbe, axiale Ordnung und vereinfachte klassische Formen in Verbindung mit moderner Bauweise und klaren geometrischen Volumen.
Roche (La Roche) – Schweizer Pharmaunternehmen, gegründet 1896 und mit Hauptsitz in Basel. Romanik – Mittelalterliche Architektur mit massiven Mauern und Rundbogen. Romanità – Bezug auf das antike Rom als kulturelles und architektonisches Leitbild. Sakralarchitektur – Architektur religiöser Bauten wie Kirchen, Kapellen und Klöster. San Berillo – Historisches Stadtviertel von Catania. Weite Teile wurden in den 1950er-Jahren im Zuge grossangelegter Stadterneuerungen abgebrochen, wodurch sich die soziale und städtebauliche Struktur des Quartiers grundlegend veränderte. Scuola Romana – Architekturströmung zwischen Moderne, Monumentalität und historischer Referenz, besonders in Rom. Septemberkonvention – Die Septemberkonvention von 1864 war ein Abkommen zwischen dem Königreich Italien und Frankreich unter Napoleon III. Frankreich erklärte sich bereit, seine Truppen schrittweise aus Rom abzuziehen, während Italien zusicherte, Rom vorerst nicht militärisch anzugreifen und seine Hauptstadt von Turin nach Florenz zu verlegen. Die Vereinbarung war ein wichtiger Zwischenschritt auf dem Weg zur späteren Annexion Roms im Jahr 1870 und zur territorialen Vollendung der italienischen Einigung. Skelettbau – Tragwerkssystem, bei dem Konstruktion und Fassade getrennt sind. Das Lastabtragen erfolgt über ein inneres Gerüst aus Stahl /Stahlbeton, wodurch flexible Grundrisse, grosse Spannweiten und grosszügige Fensterflächen ermöglicht werden. Spina di Borgo – Historisches Quartier zwischen Engelsburg und Petersplatz, das in den 1930er-Jahren für die Anlage der Via della Conciliazione abgebrochen wurde.
Südtirolkonflikt – Der Südtirolkonflikt bezeichnet die politischen Spannungen zwischen dem italienischen Staat und Teilen der deutschsprachigen Bevölkerung Südtirols nach der Annexion des Gebiets durch Italien. Im Zentrum standen Fragen nach kultureller Identität, Sprachrechten und politischer Autonomie. Sventramento – Wörtlich «Ausweidung». Bezeichnet grossflächige städtebauliche Eingriffe, bei denen historische Quartiere durch Abriss für neue Strassen, Plätze oder Verwaltungsbauten geöffnet wurden. Unterkommission für Denkmäler, Kunstwerke und Archive – SubCommission for Monuments, Fine Arts and Archives (MFAA) – Alliierte Fachkommission zum Schutz von Kulturgütern während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Ihre Aufgabe war es, bedeutende Denkmäler, Kunstwerke, Archive und andere Kulturgüter zu erfassen, vor Zerstörung und Plünderung zu schützen sowie deren Rückführung zu organisieren. Vertrag von Saint-Germain (1919) – Friedensvertrag zwischen den Alliierten und Österreich nach dem Ersten Weltkrieg. Italien erhielt unter anderem Südtirol, das Trentino, Istrien und weitere Gebiete der ehemaligen Habsburgermonarchie. Vier Tage von Neapel – Volksaufstand der neapolitanischen Bevölkerung gegen die deutsche Besatzung vom 27. bis 30. September 1943. Die Stadt befreite sich noch vor dem Eintreffen der alliierten Truppen selbst. Viktorianische Epoche – Regierungszeit der britischen Königin Victoria (1837–1901). Die Epoche war geprägt von Industrialisierung, Kolonialismus und wirtschaftlichem Aufschwung und brachte zahlreiche historistische Architektur- und Infrastrukturprojekte hervor. Villaggio della Rivoluzione (Bologna) – 1938 errichtete Wohnsiedlung am Stadtrand von Bologna. Das Quartier entstand als Modellprojekt für modernen Wohnungsbau und verband rationalistische Architektur mit sozialpolitischen Zielsetzungen der Zeit.
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ZUM SCHLUSS
Das Buch ist nun fertig. Nach unzähligen Reisen, Fotografien, Notizen, Korrekturschleifen und einigen Momenten kultivierter Verzweiflung bin ich gespannt, wie dieser kleine – oder besser gesagt ziemlich gewichtige – Brocken aufgenommen wird. Natürlich gäbe es noch etliche weitere Bauten, die ihren Platz verdient hätten. Manche liessen sich nicht eindeutig einordnen, andere schafften es nicht ins Buch, weil meine Fotografien den Ansprüchen nicht genügten. Wieder ande re waren zum Zeitpunkt meiner Besuche im Bau oder eingerüstet. Einige Aufnahmen musste ich deshalb erwerben oder aus Fotofragmenten rekonstruieren.Aber irgendwann muss ein Buch fertig werden. Und irgendwann muss man akzeptieren, dass auch ein Buch unvollständig bleiben darf. An dieser Stelle möchte ich all jenen danken, die mich während der Entstehung dieses Buches begleitet, unterstützt oder gelegentlich wohl auch mit bemerkenswerter Geduld ertragen haben. Allen voran meinem langjährigen Freund und Kupferstecher MF. Auf der Suche nach den Gebäuden legten wir auf unseren Reisen nicht selten mehr als 35 km pro Tag zurück – selbstverständlich ausschliesslich aus streng wissenschaftlichem Interesse. Die Abende endeten dafür meist mit einem(!) kühlen Bier, gutem Wein und ausgezeichnetem Essen, was sich rückblickend als ebenso wichtig für die Motivation erwies wie die Architektur selbst. Im Februar 2026 sorgte MF schliesslich mit der nötigen Hartnäckigkeit dafür, dass dieses Buch tatsächlich zu einem Ende kommen sollte. Er erinnerte mich daran, dass ich im Anfangen deutlich konsequenter bin als im Fertigwerden. Ebenso danke ich MW. Immer wieder musste sie Ferientage dafür opfern, mich zu den entlegensten, eigenwilligsten oder längst verlassenen Bauten zu begleiten. Ich hoffe, dass zwischen Beton, Sommerhitze und endlosen Fussmärschen auch genügend schöne Momente geblieben sind – ich bin ziemlich sicher, dass sie die Reisen insgeheim ebenfalls genossen hat. 401
Nicht zuletzt danke ich MH. Vor Jahren drückte er mir jenen Artikel aus der NZZ in die Hand – ein kleiner Anstoss, aus dem sich schliesslich dieses Buch entwickelte. Seither hat er mich immer wieder zum Weitermachen motiviert, die erste Fassung mit grosser Sorgfalt gelesen und lektoriert und mit seinen Anregungen entscheidend dazu beigetragen, dass dieses Buch nun tatsächlich fertig geworden ist. Dank Google Maps, Architektenverzeichnissen und digitalen Archiven konnten zahlreiche Gebäude überhaupt erst gefunden und zugeordnet werden. Ohne künstliche Intelligenz hätte ich die Texte wohl kaum in dieser Zeit fertigstellen können. Die ersten Entwürfe entstanden bereits 2021 und warteten geduldig auf ihre Vollendung. ChatGPT half dabei, Formulierungen zu schärfen, Varianten auszuprobieren und stilistische Sackgassen schneller wieder zu verlassen. Die Zusammenarbeit verlief allerdings nicht immer harmonisch – zwischen Mensch und Maschine kam es regelmässig zu kleineren Meinungsverschiedenheiten, gelegentlich mit erstaunlicher Sturheit auf beiden Seiten. Mit dem Ergebnis bin ich nun dennoch ganz zufrieden und wage es deshalb, diese Texte tatsächlich zu veröffentlichen. Viele der Texte zu den Bauten und Architekten verstehen sich in erster Linie als Begleitung zu den Abbildungen. Dass sich dabei manche Formulierungen wiederholen, lässt sich bei diesem Thema kaum vermeiden. Sie dürfen deshalb auch einmal übersprungen werden. Vielleicht hätte dieser Hinweis besser schon auf den ersten Seiten des Buches gestanden. Und ja – vermutlich müsste man an dieser Stelle auch noch einige Quellen erwähnen. Ein gewisses historisches Grundwissen darf man sich vielleicht schon zugestehen, und Wikipedia liefert bekanntlich ohnehin zu fast allem brauchbare Erläuterungen und Biografien. Besonders hilfreich war der umfangreiche Online-Index artefascista.it. Dummerweise entdeckte ich ihn erst vor einem Jahr – weshalb einige Bauten noch nachträglich ihren Weg in dieses Buch fanden. 402
Verschiedene Städte, Archive und Kulturinstitutionen boten zudem Führungen, Karten, Broschüren und Dokumentationen an, die bei der Recherche immer wieder wertvolle Hinweise lieferten. Hilfreich waren u. a. folgende Publikationen: Vera Bühlmann / Matthias Amrein (Hg.), Faschistische Architektur in Rom: Das antike Zentrum und das Quartier EUR als narrative Orte; Werner Durth / Niels Gutschow (Hg.), Faschistische Architekturen. Planen und Bauen in Europa 1930 bis 1945; Matthias Fricke, Architektur der Macht: Wie der Faschismus die Architektur in Bozen und Asmara bis heute bestimmt; DU 755 – Architektur der Macht. Eine monumentale Verführung etc. – Brauchbare Literatur ist allerdings eher selten, antiquarisch oft schwer aufzutreiben – oder sie kommt in Form trockener wissenschaftlicher Wälzer daher, die sich mit ihren gefühlten 90 % Fussnoten nicht immer ganz mühelos lesen lassen. Die unzähligen konsultierten Links und Websites führe ich hier aus ästhetischen Gründen und aus Gründen des gesunden Menschenverstands, nicht einzeln auf. Schliesslich tippt niemand seitenlange und kryptische Linkpfade von Hand ein, etwa so etwas wie: «www.wp-content/uploads/2021/09/17/archiv_altbau_finalneu_v3/index.php?id=78453&ref=tx_2458ab9»! Gerne liefere ich bei Interesse eine Liste der konsultierten Websites und PDFs nach. Sollten sich trotz aller Sorgfalt Fehler eingeschlichen haben, gehen diese selbstverständlich auf meine Kappe. ChatGPT weist bekanntlich jede Verantwortung von sich. Vielen Dank, dass Sie dieses Buch in die Hand genommen haben. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Entdecken einer Architektur, die bis heute fasziniert, irritiert und zum genauen Hinschauen einlädt. Vielleicht ist genau das ihr Wesen: Sie verschwindet nicht – sie bleibt mitten im Alltag sichtbar. Gregorio Caruso, 2026
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ABBILDUNGEN
Rom, Casa delle Armi / Accademia della Scherma: gcaruso21 S. 4 Roma, Pantheon und Piazza della Rotonda, um 1900: Alamy: The Pantheon and the Piazza della Rotunda, Rome, Italy. Artist: Underwood & Underwood S. 7 Milano, Cattedrale Metropolitana della Natività della Beata Vergine Maria (Duomo di Milano), um 1870: wikipedia: Piazza del Duomo a Milano a metà del XIX secolo. Artist: Unknown S. 8 Torino, Blick von der Gran Madre di Dio auf die Piazza Vittorio Veneto, 1890–1900: Alamy; Italy Turin Piazza Vittorio Veneto from the Gran Madre di Dio, 1890–1900; Artist: Unknown S.10 Milano, Stazione Centrale: Alamy: Italy, Lombardia, milan, central station, architect Bouchot 1957–1864; Photographer:marka / touring club italiano S. 12 Roma, das Vittoriano (Altare della Patria) im Bau: Alamy: The construction of the Vittoriano, Rome, Italy; Foto: Cola Images S. 14 Milano, Galleria Vittorio Emanuele II: it.wikipedia.org: Foto della Galleria Vittorio Emanuele II a Milano, pochi anni dopo l’inaugurazione. Immagine pubblicata più di venti anni fa.; Archeologo (discussione | contributi) S. 16 Torino, Piazza Castello mit Blick in die Via Contrada Nuova: Alamy: Late 19th century photograph –Turin, Italy; Artist: Unknown S. 18 Pantheon, Basilica di Santa Maria ad Martyres, Ro ma, shutterstock // Duomo di Orvieto, Cattedrale di Santa Maria Assunta, Orvieto, shutterstock // Cattedrale di Santa Maria del Fiore / Duomo di Firenze, Firenze, shutterstock S. 19 Cattedrale di San Nicolò, Noto, gcaruso26 // Galleria Vittorio Emanuele II, Milano, shutterstock // Palaz zo delle Esposizioni, Roma, October 10, 2023: View of the Palazzo delle Esposizioni. The Palazzo delle Esposizioni is a neoclassical exhibition hall, cultural center and museum on Via Nazionale in Rome, shutterstock S. 20 Milano, Palazzo dell’ Arengario, it.wikipedia.org: S. 21 Architettura Futurista: KI-generierte Zeichnungen (chatgpt) S. 22 Logo Gruppo 7: KI-generierte Zeichnungen (chatgpt) S. 23 Plakat: esposizione italiana di architettura razionale 1928 roma: Ki-generiert und nachgebildet S. 24 Umschlag Casabella: Ki-generiert und nachgebildet S.25 Viale della Civiltà del Lavoro mit Blick auf den Palazzo della Civiltà, Rom: shutterstock S. 26 Roma, Strassenbau vor dem Kolosseum für die Via dell’ Impero, 1932: Street construction in front of the Coliseum in Rome, 1932; Photo: Süddeutsche Zeitung Photo / Alamy Stock Photo S. 31 Lazio, Planstadt Sabaudia, um 1930: Panorama, Sabaudia, lazio, italy 1930; Photo: Universal Images Group North America LLC / Alamy Stock Photo S. 32 shutterstock // shutterstock // Giuseppe Sommaruga – Palazzo Castiglioni, Milano: Alamy: Palazzo Castiglioni is an Art Nouveau palace of Milan, northern Italy. It was designed by Giuseppe Sommaruga; Alexandre Rotenberg 2016 S. 33 A ntonio Sant’ Elia – Città Nuova (Zeichnungen, kein Bau): https: //commons.wikimedia.org; WjArendshorst // Ca’ Brutta, Milano; gcaruso22 U1/4
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iuseppe Terragni – Casa del Fascio, Como: Alamy: G Italien Como Casa del Fascio 88660 von Giuseppe Terragni 1932–36 als Parteihaus im Stil des Razionalismo errichtet heute Finanzamt Westfassade 33,2 m; Photographer: Schütze / Rodemann 2016 // Guerrini, La Padula, Romano – Palazzo della Civiltà Italiana: gcaruso21 // Luigi Moretti – Complesso Corso Italia, Milano, 1953: gcaruso22 S. 35 Città Universitaria – La Sapienza: gcaruso22 // Viale della Civiltà del Lavoro: gcaruso21 S. 37 Palazzo della Civilta Italiana: gcaruso22 S. 39 shutterstock S. 41 Bologna: HEBSTREITS Sketches S. 43 Stadio Comunale Littoriale: AdobeStock: Panorama view of Bologna Renato Dall’Ara Stadium from outside. Stadio Dall’Ara. Bologna, Emilia-Romagna, Italy S. 44 Palazzo Lancia // Palazzo Meridiano: gcaruso23 S. 45 Liceo Scientifico Augusto Righi: gcaruso23 S. 46 Certosa di Bologna – Sacrario dei Martiri Fascisti // Palazzo Scardovi // Casa Editrice Zanichelli // Casa del Contadino: garuso21 / 2023 S. 47 Palazzo del Gas: caruso23 S. 51 storiaememoriadibologna.it S. 52 wikipedia S. 53 wikipedia S. 55 Bolzano: HEBSTREITS Sketches S. 57 Bolzano, Monumento alla Vittoria: Alamy Stock Photo: Ten years after the annexation of South Tyrol by Italy, a victory monument was inaugurated in Bolzano. The monument, erected under Benito Mussolini, was dedicated to the Italian victory in the First World War and was the expression of radical Italianization policy.; Credit: Sueddeutsche Zeitung Photo / Alamy Stock Photo S. 59 Tribunale / Palazzo di Giustizia: gcaruso22 S. 60 Stazione di Bolzano: gcaruso22 S. 61 Stazione di Bolzano: gcaruso22 S. 62 Teatro della GIL // Casa della GIL: gcaruso22 S. 63 Casa della GIL: gcaruso22 S. 64 Istituto Magistrale Giovanni Pascoli // Stadio Druso // Wohngebäude INA // ONMI Kindergarten: gcaruso22 S. 65 Stazione di Bolzano: gcaruso22 S. 66 Cassa di Risparmio // Palazzo Alti Comandi: gcaruso 22 S. 67 Monumento alla Vittoria: gcaruso22 S. 68 Istituto Nazionale Assicurazioni // Complesso residenziale INCIS: gcaruso22 S. 69 Istituto di Istruzione Secondaria Superiore «Galileo Galilei»: gcaruso22 S. 70 Chiesa di Cristo Re: gcaruso22 S. 71 Biblioteca Civica: gcaruso22 S. 72 Casa del Fascio / Palazzo del Littorio: gcaruso22 S. 78 Ponte Druso: wikipedia: Gabinio.Bolzano, Ponte Druso-Ponte In Pietra a Tre Arcate Con Gruppi Scultorei Raffiguranti Aquile Poggiate Su Fasci Littori S. 81 Catania: HEBSTREITS Sketches S. 83 Casa del mutilato: gcaruso26 S. 84 Monumento al Cardinale Dusmet: gcaruso26 S. 85 Monumento al Cardinale Dusmet: gcaruso26 S. 86 Palazzo di Giustizia: gcaruso26 S. 87 Palazzo di Giustizia: gcaruso26 S. 88 Parco Bellini: gcaruso26 S. 89 Parco Bellini: gcaruso26 S. 91 Teatro Metropolitan: gcaruso26 S. 95 Como: HEBSTREITS Sketches S. 97 Casa del Fascio: gcaruso21 S. 98 Novocomum: gcaruso21 S. 34
S. 99 Stadio Giuseppe Sinigaglia: gcaruso21 S. 100 Asilo Sant’ Elia: gcaruso21 S. 101 Monumento ai Caduti: gcaruso21 S. 102 Canottieri Lario: wikipedia bearbeitet S. 105 Firenze: HEBSTREITS Sketches S. 107 Teatro Puccini: gcaruso23 S. 108 Stadio Giovanni Berta // Biblioteca Nazionale Centrale di Firenze: gcaruso23 S. 109 Stazione di Firenze Santa Maria Novella: gcaruso23 S. 108 Palazzina Reale di Santa Maria Novella: gcaruso23 S. 110 Palazzina Reale di Santa Maria Novella: gcaruso23 S. 111 Manifattura Tabacchi: gcaruso23 S. 112 Manifattura Tabacchi: gcaruso23 S. 117 GENOVA: HEBSTREITS Sketches S. 119 Arco Trionfale della Vittoria: gcaruso21 S. 120 Questura di Genova: gcaruso21 S. 121 Questura di Genova: gcaruso21 S. 122 Palazzo INFPS: gcaruso21 S. 123 Palazzo INFPS: gcaruso21 S. 124 Casa del Mutilato: gcaruso21 S. 125 Mercato del Pesce: gcaruso21 S. 126 Grattacielo Nord: // Palazzo di Piazza Dante: gcaruso21 S. 127 Grattacielo Piacentini: gcaruso21 S. 129 Fontana di Piazza De Ferrari: shutterstock S. 133 Piazza della Vittoria: gcaruso21 S. 135 Milano: HEBSTREITS Sketches S. 137 Stazione Centrale: gcaruso22 S. 138 Ospedale Niguarda: gcaruso22 S. 139 Ospedale Niguarda: gcaruso22 S. 140 Banca di Roma: gcaruso22 S. 141 Palazzo del Fascio / Palazzo Castani: gcaruso22 S. 142 Palazzo di Giustizia: gcaruso22 S. 143 Palazzo di Giustizia: gcaruso22 S. 144 Ca’ Brutta: gcaruso22 S. 145 Ca’ Brutta: gcaruso22 S. 146 Triennale di Milano: gcaruso22 S. 147 Triennale di Milano: gcaruso22 S. 148 Casa del Mutilato: gcaruso22 S. 149 Palazzo dei Sindacati dell’ Industria: gcaruso22 S. 150 Palazzo dei Giornali – Palazzo dell’ Informazione: gcaruso22 S. 151 Palazzo Missori: gcaruso22 S. 152 Banca di Brescia // Palazzo dell’ INPS:gcaruso22 S. 153 Palazzo Mezzanotte / Palazzo della Borsa: gcaruso22 S. 154 Tempio della Vittoria: shutterstock S. 155 Cimitero Monumental: gcaruso22 S. 156 Planetario di Milano: gcaruso22 S. 157 Arengario e Sacrario dei Martiri Fascisti: gcaruso22 S. 165 Napoli: HEBSTREITS Sketches S. 167 Stazione Marittima: shutterstock S. 168 Palazzo Casa del Mutilato: gcaruso21 S. 169 Banca Nazionale del Lavoro: gcaruso21 S. 170 Palazzo delle Poste e Telegrafi: gcaruso21 S. 173 Banco di Napoli: shutterstock S. 174 Palazzo della Provincia: wikipedia S. 175 Palazzo Intendenza di Finanza: wikipedia S. 177 Palazzo dell’ Arte: shutterstock S. 181 Mostra d’ Oltremare: June 6: Mostra d'Oltremare, Triennial Exhibition of Overseas Italian Territories, an expositive and entertainment complex promoted by the Fascist regime on June 6, 2015 INaples, Italy; Copyright (c) 2017 Enrico Della Pietra/Shutterstock.
Arena Flegrea: Italy, Naples, Mostra d’Oltremare, arena flegrea: Universal Images Group North America LLC / Alamy Stock Photo S. 185 Palermo: HEBSTREITS Sketches S. 187 Casa dei mutilati: gcaruso25 S. 188 Caserma dei Vigili del fuoco: gcaruso25 S. 189 Caserma dei Vigili del fuoco: gcaruso25 S. 191 Palazzo delle Poste e Telegrafi: gcaruso26 S. 192 Palazzo di Giustizia: gcaruso26 S. 193 Casa dei Mutilati: gcaruso25 S. 195 Banco di Sicilia: gcaruso26 S. 196 Stazione Marittima di Palermo: gcaruso26 S. 197 Cruise Terminal: gcaruso26 S. 198 Palazzo delle Poste e Telegrafi: gcaruso26 S. 201 Roma: HEBSTREITS Sketches S. 203 Roma, Stato della Città del Vaticano, Via della Conciliazione: gcaruso24 S. 205 Stazione Termini: gcaruso21 S. 206 Stazione Ostiense: wikipedia S. 207 Casa della GIL: gcaruso23 S. 208 Città Universitaria – La Sapienza: gcaruso22 S. 209 Città Universitaria – La Sapienza: gcaruso22 S. 210 Cinecittà: wikipedia S. 211 Palazzo delle Poste: gcaruso21 S. 212 Istituto Storico e di Cultura dell’ Arma del Genio: googlemaps KI-gerendert (chatgpt) S. 213 Palazzo INA: googlemaps S. 214 Violet Gibson: wikipedia, KI-gerendert (chatgpt) S. 215 Gino Lucetti: wikipedia, KI-gerendert (chatgpt) S. 217 Roma: HEBSTREITS Sketches S. 219 wikipedia S. 221 Palazzo dell’ Arte Antica / Obelisco di Marconi : View of the Obelisco di Marconi, an Obelisk dedicated to Guglielmo Marconi by sculptor Arturo Dazzi. EUR, Rome, Italy. The Obelisk rises to 45 metres; Credit: Sklifas Steven / Alamy Stock Photo S. 222 Palazzo della Civiltà Italiana: gcaruso21 S. 223 Palazzo della Civiltà Italiana: gcaruso21 S. 225 Palazzo INFPS: gcaruso22 S. 226 Viale della Cività Del Lavoro: gcaruso22 S. 227 Palazzo dei Congressi: gcaruso21 S. 229 Archivio Centrale dello Stato: shutterstock S. 230 Ente Autonomo Esposizione Universale di Roma: shutterstock S. 231 Obelisco di Marconi: gcaruso21 S. 233 Museo della Civiltà Romana: gcaruso21 S. 234 Museo della Civiltà Romana: gcaruso21 S. 235 Museo della Civiltà Romana: gcaruso21 S. 236 Museo della Civiltà Romana: gcaruso21 S. 237 Museo della Civiltà Romana: gcaruso21 S. 238 Genio dello Sport / Palazzo degli Uffici dell’ Ente: Alamy Stock Photo: Rom, EUR-Viertel, Palazzo degli Uffici, G.Minnucci, «Genio dello Sport» Italo Griselli 1939 / Rome, EUR (Esposizione Universale di Roma), Palazzo degli Uffici, G.Minnucci, «Genio dello Sport» Italo Griselli 1939; Photographer:Viennaslide S. 239 Salone delle Fontane: gcaruso21 S. 240 Chiesa San Pietro e Paolo: shutterstock S. 183
S. 241 Palazzo della Civiltà Italiana: gcaruso22 S. 243 Roma: HEBSTREITS Sketches S. 245 Foro Italico: Alamy Stock Photo: Youth rally for the Yugoslavian Prince Regent couple in the Marble Stadium in Rome, 1939. Boys and girls of different ages organized in the Gioventù Italiana del Littorio (GIL) hold a parade on the sports field of the Marble Stadium in Rome. The occasion is the visit of the Prince Regent couple from the Kingdom of Yugoslavia, Paul of Yugoslavia and Olga of Greece, in 1939. [automated translation]. Date created: 01 / 01 / 1939-31 / 12 / 1939; Photographer: Scherl S. 247 Casa delle Armi o Accademia della Scherma: gcaruso21 S. 248 Stadio Centrale del Tennis: gcaruso21 S. 249 Stadio Centrale del Tennis: gcaruso21 S. 250 Auditorium del Foro Mussolini: gcaruso21 S. 251 Stadio dei Marmi: gcaruso21 S. 252 Stadio del Nuoto / Obelisco Mussolini: gcaruso21 S. 253 Accademia Fascista Maschile di Educazione Fisica: gcaruso21 S. 254 Viale del Foro Italico: gcaruso21 S. 255 Obelisco Mussolini: Alamy Stock Photo: Rome. Italy. Obelisk at the entrance to the Foro Italico, bearing the inscription «Mussolini Dux». The monument was created after an offer of a giant marble monolith by a group of industrialists from Cararra in 1927, as a dedication to Mussolini. The architectural project was by Italian architect and engineer Costantino Costantini (1904 – 1982), and bears the inscription MVSSOLINI DVX (Mussolini, the Leader), it weighs an estimated 300 tonnes, and stands 17.5 metres tall, and was inaugurated on 4 November 1932.Contributor:adam eastland S. 257 Palazzetto dello Sport / PalaTiziano: gcaruso22 S. 260 Città Universitaria – La Sapienza: shutterstock S. 263 Palazzetto dell’ Arte Antica: shutterstock S. 264 Ponte Duca d’ Aosta: wikipedia S. 267 Foro Mussolini: gcaruso21 S. 269 Siracusa: HEBSTREITS Sketches S. 271 Palazzo delle Poste e dei Telegrafi: gcaruso26 S. 272 Monumento ai Caduti D’Africa: gcaruso23 S. 273 Palazzo INFPS: gcaruso26 S. 274 Stadio Vittorio Emanuele III: gcaruso26 S. 275 Casa del Mutilato: gcaruso26 S. 256 Palazzo della Cassa Centrale di Risparmio Vittorio Emanuele: gcaruso26 S. 277 Palazzo INA: gcaruso26 S. 278 Pantheon: gcaruso26 S. 279 Pavillo: gcaruso26 S. 280 Palazzo della Cassa Rurale ed Artigiana: gcaruso26 S. 281 Palazzo degli Studi: gcaruso26 S. 283 Casa del Fascio: gcaruso26 S. 288 Siracusa, Blick entlang der Via del Littorio: gcaruso26 S. 289 Palazzo Greco: Italy, Sicily, Siracusa, Palazzo Greco; Photo: Tibor Bognar / Alamy Stock Photo S. 291 Torino: HEBSTREITS Sketches S. 293 Fontana dei Fiumi Po e Dora: gcaruso26 S. 294 Palazzo del Nuoto: gcaruso26 S. 295 Cinema Ideal: gcaruso26 S. 296 Stadio Mussolini: gcaruso26 S. 297 Mercati Generali: gcaruso26
S. 298 Palazzo Littoria: gcaruso26 S. 299 Torre Littoria: gcaruso26 S. 301 Gruppo Rionale Fascista «Amos Maramotti»: gcaruso26 S. 302 Casa del Balilla: gcaruso26 S. 303 Cinema Eliseo: gcaruso26 S. 304 Casa Riva: gcaruso26 S. 305 Arco Monumentale dell’ Arma dell’ Artiglieria: gcaruso26 S. 307 Lingotto: gcaruso26 S. 308 Das FIAT-Lingotto-Werk in Turin: FIAT Lingotto car factory, Torino, Italy; Alamy Stock Photo: carlo maggio // Mussolini bei einer Ansprache im FIAT-Werk: Italian fascist dictator Benito Mussolini giving a speech at Fiat Lingotto factory in Turin, 1932. November 1932. Unknown 59 Mussolini visiting Fiat, 1932; https:// www.alamy.com/licenses-and-pricing?v=2 // Die auf dem Dach verlaufende Teststrecke: FIAT Lingotto car factory, Torino, Italy; Photo: Carlo Maggio / Alamy Stock Photo // Das durch Bombenangriffe beschädigte FIAT-Werk: bombing of Turin– Ansaldo Fiat big Motor factory damaged; Alamy Stock Photo: Carlo Maggio S. 312 Cinema Lux: gcaruso23 S. 223 Palazzo della Civiltà Italiana: The 1937 Palazzo della Civilta Italiana or Palazzo della Civilta del Lavoro or Colosseo Quadrato (Square Colosseum), Rome, Italy; Photo: david soulsby / Alamy Stock Photo S. 327 Roma, Casino Nobile, Villa Torlonia: Rome. Italy. Villa Torlonia, view of the Casino Nobile designed by Giuseppe Valadier; Photo: adam eastland / Alamy Stock Photo S. 328 Geschichte: KI-generierte Zeichnungen (chatgpt) S. 330 Photograph of the hanging bodies of Mussolini and Petacci in the Piazzale Loreto, Milan. Dated 20th Century: World History Archive / Alamy Stock Photo S. 331 Piazzale Loreto, Milano: gcaruso21 S. 332 Milano, Corso Vittorio Emanuele, ca. 1945: Milan, Corso Vittorio Emanuele, Second World War, 1939-45; Photo: Universal Images Group North America LLC / Alamy Stock Photo S. 335 Milano, April 1945. Partisanen der Resistenza nehmen eine Anhängerin des Regimes gefangen: Partisans capture a follower of the fascists in Milan. The resistance movement Resistenza operates in Italy since the end of 1943, in April 1945 over 250,000 partisans belonged to it; Photo: Sueddeutsche Zeitung Photo / Alamy Stock Photo S. 338 Casa del Fascio / Palazzo del Littorio: gcaruso22 S. 347 Palazzo Mezzanotte / Palazzo della Borsa: gcaruso22 S. 348 Portraits: KI-generierte Zeichnungen (chatgpt) bis S. 364 S. 365 Mercato Rionale Nomentano: wikipedia S. 366 Portraits: KI-generierte Zeichnungen (chatgpt) bis S. 383 S. 385 Palazzo delle Poste, Sabaudia, Latina: Palazzo delle Poste, Sabaudia, Latina, Lazio, Italy, Europe; Phot: robertharding / Alamy Stock Photo S. 391 Bukarest, Palatul Parlamentului, 1983 –1989: Bucha rest, Romania – June 06, 2013: The famous Palace of the Parliament (Palatul Parlamentului), People’s House (Casa Poporului) at twilight, the heaviest building in the world. Copyright (c) 2016 Photosebia/Shutterstock. No use without permission. S. 393 Basel, Roche-Türme: gcaruso26 S. 398 Rom, Casa delle Armi / Accademia della Scherma: gcaruso23
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ABKÜRZUNGEN
ACS – Archivio Centrale dello Stato: Zentrales Staatsarchiv Italiens in Rom; zugleich ein bedeutender institutioneller Bau im EUR. BNL – Banca Nazionale del Lavoro: Eine der wichtigsten italienischen Banken des 20. Jahrhunderts; engagiert in der Finanzierung von Industrie, Infrastruktur und öffentlichen Projekten. CLN – Comitato di Liberazione Nazionale: Komitee der Nationalen Befreiung. Im architektonischen Kontext relevant durch Erinnerungsorte sowie spätere Platz- und Strassenbenennungen der Nachkriegszeit. E42 / EUR – Esposizione Universale di Roma 1942: Für die geplante Weltausstellung von 1942 entwickeltes Stadt- und Ausstellungsprojekt in Rom. Die Ausstellung wurde nicht durchgeführt; das Areal wurde nach dem Krieg weitergebaut und bildet heute den Stadtteil EUR. GIL – Gioventù Italiana del Littorio: Staatliche Jugendorganisation; architektonisch relevant durch zahlreiche Bildungs-, Sport- und Versammlungsbauten. INA – Istituto Nazionale delle Assicurazioni: Staatliche Versicherungsanstalt, die auch im Wohnungs- und Verwaltungsbau eine wichtige Rolle spielte. INAIL – Istituto Nazionale per l’Assicurazione contro gli Infortuni sul Lavoro: Staatliche Arbeitsunfallversicherung, verbunden mit zahlreichen Verwaltungsbauten. INCIS – Istituto Nazionale per le Case degli Impiegati dello Stato: Ein staatliches Wohnungsbauinstitut für Angestellte und Beamte. INPS/INFPS – Istituto Nazionale (Fascista) della Previdenza Sociale: Zentrale Sozialversicherungs- und Rentenanstalt Italiens. 1933 –1943 unter der Bezeichnung INFPS. MAR – Movimento Architettura Razionale: Bezeichnung für die organisatorische Weiterentwicklung der rationalistischen Architektennetzwerke vor der Gründung des MIAR (Movimento Italiano per l’Architettura Razionale). MF – Michael Fritschi, Fotograf und Filmemacher aus Basel. Betreiber von foto-werk.ch, arbeitet schwerpunktmässig in der Architektur- und Unternehmensfotografie. Als langjähriger Freund, Kupferstecher und unermüdlicher Reisebegleiter war er auf zahlreichen Recherchereisen an meiner Seite. (→ S. 261, 314) MH – Martin Heiniger, Architekt und Innenarchitekt in Basel und Inhaber von HPAI Heiniger + Partner Architekten Innenarchitekten GmbH. Seit vielen Jahren Nachbar und Freund. MIAR – Movimento Italiano per l’Architettura Razionale: Wichtigster Zusammenschluss der Vertreter des italienischen Rationalismus. MW – Maria Wüthrich, langjährige Lebenspartnerin und unfreiwillige Reisebegleiterin. (→ S. 167, 199, 254) ONB – Opera Nazionale Balilla: Staatliche Jugendorganisation; architektonisch relevant durch Schul-, Sport- und Jugendbauten. ONMI – Opera Nazionale Maternità e Infanzia: Staatliche Institution für Mutter- und Kinderfürsorge; architektonisch relevant durch Fürsorge- und Sozialbauten. RAMI – Raggruppamento Architetti Moderni Italiani: 1931 gegründeter Zusammenschluss moderner italienischer Architekten, der im Umfeld der Auflösung des MIAR entstand und eine Verbindung von Moderne und italienischer Bautradition vertrat.
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