Skip to main content

GRENZENLOS

Page 1

grenzenlos Magazin fĂźr Zwickau Weihnachten !?

6 Hallo Yousef

Goethe und der groĂ&#x;e Schatz 10

Antworten auf Rafik Schami 12

grenzenlos

1


2

grenzenlos

Foto: Abdul Rahman Takleh

Foto: Abdul Rahman Takleh

INHALT 3 Editorial 4 Feiern 6 Hallo Yousef 10 Goethe und der groĂ&#x;e Schatz 12 Antworten auf Rafik Schami 16 Kunst zwischen West und Ost 18 Der erste Tag in Deutschland 22 Die Musik ist ein Geheimnis 24 Werbung 26 Impressum


Weihnachten grenzenlos grenzenloses Weihnachten !? Manchmal fühlt es sich so an, als hätten wir erst gestern mit unserer Arbeit an «grenzenlos» begonnen - einem Magazin von Geflüchteten für Geflüchtete und ihre Nachbarn in Zwickau. Das intensive Arbeiten miteinander an den Themen und Beiträgen, die Verständigung über Unterschiede und Gemeinsamkeiten hat die Zeit wie im Flug vergehen lassen. Nur noch wenige Tage und wir feiern Weihnachten, das gern als die schönste Zeit des Jahres bezeichnet wird. Wir haben uns gefragt, welche Höhepunkte in anderen Ländern begangen werden, was die Menschen feiern und vor allem wie. Das Zusammensein mit der Familie, Dankbarkeit für Gesundheit, Frieden und ein gutes Leben scheinen jedenfalls in allen Kulturen einen hohen Stellenwert zu genießen. Lassen Sie sich überraschen. Lassen Sie sich zudem Hoffnung machen. Von nun an wollen wir mit jeder Ausgabe eine Hoffnungsgeschichte ertzählen, die zeigt, wie das Ankommen in einer neuen Heimat gelingen, aber auch wie schwierig dieses Vorhaben sein kann. Wir wünschen Ihnen eine schöne Zeit, mit oder ohne Weihnachten, nach Möglichkeit aber im Kreise lieber und geliebter Menschen.

Foto: Abdul Rahman Takleh

Die Redaktion von «grenzenlos»

grenzenlos

3


Feiern

Zuckerfest Von Khalid Sannaa

D

as Fest des Fastenbrechens oder auf Arabisch Eid al-Fitr ist ein islamisches Fest, das sich unmittelbar an den Fastenmonat Ramadan anschließt. Als sogenanntes Zuckerfest ist es zusammen mit dem Opferfest der wichtigste Feiertag im Islam. Zuerst feiert die islamische Welt diesen Tag mit Gebeten in der Moschee. Danach gehen die Menschen auf den Friedhof, um an die Verstorbenen zu denken. Die Sitten und Gebräuche variieren je nach Region oder Familie. Meistens besucht man sich gegenseitig und tauscht gute Wünsche und Süßigkeiten aus. Die Kinder warten vor allem auf „al-Eidia“, eine Art Taschengeld, das die Erwachsenen ihren Kindern geben. Fröhlich gehen die Kinder damit zum Spielplatz und genießen das Fest, indem sie das Geld für Süßigkeiten ausgeben.

Weihnachten und Neujahr in Syrien Von Khalid Sannaa

J

Foto: Iman Khandash

Foto: Muna Mrtini

edes Jahr im Dezember werden Syriens Städte prächtig geschmückt. Straßen und Plätze werden mit Lichterketten und Kiefern reich verziert. Weihnachten selbst feiern nur die syrischen Christen, in den Kirchen läuten am Weihnachtsabend die Glocken. Die Ankunft des neuen Jahres jedoch feiert das ganze Land unabhängig von der jeweiligen Religion der Menschen: Die Zeit am Silvesterabend ist knapp und der Himmel voller Feuerwerkskörper. In Restaurants und auf öffentlichen Plätzen treffen sich Tausende Nachtschwärmer, um das neue Jahr zu begrüßen.

Weihnachten in Indien Von Nancy

I

Foto: Iman Khandash

m nordindischen Bundesstaat Mizoram, wo überwiegend Christen wohnen, nimmt jeder an den Feierlichkeiten teil, dekoriert sein Haus, die Straßen und Kirchen. Einige Familien oder Freundeskreise spenden Geld und kaufen Geschenke für Waisenhäuser oder Seniorenheime. Am 25. Dezember versammeln sich alle Familien zum Gottesdienst in der Kirche, um sich an die Geburt Christi zu erinnern und zum Gebet. Der 26. Dezember als letzter Tag der Feierlichkeiten wird mit üppigen Festmahlen in allen Lokalitäten des Bundesstaates begangen. Man bestellt die Mahlzeiten in den Restaurants und isst sie gemeinsam. In Südindien stellen die Christen oft kleine tönerne Öllampen auf die flachen Dächer ihrer Häuser. Sie wollen ihren Nachbarn damit zeigen, dass Jesus das Licht der Welt ist.

4

grenzenlos


Foto: Abdul Rahman Takleh

Muttertag Von Iman Khandash

D

Yalda-Nacht Von Hani Fard

D

ie Yalda-Nacht (persisch Shab-e Yalda) ist eines der vier großen Feste des iranischen Kulturkreises. Bei der Yalda-Nacht handelt es sich um die längste Nacht des Jahres, die Wintersonnenwende, welche der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember entspricht. Dieses traditionelle Fest, das schon die Zoroastrier gefeiert haben, symbolisiert den Sieg des Lichts über die Finsternis, da die Tage danach wieder länger werden. Aufgrund dieser Symbolik war Yalda (aramäisch: Geburt) zu früheren Zeiten der Sonnengottheit Mithra geweiht. Noch immer treffen sich Familien und Freunde, um gemeinsam zu feiern und sich über die nun länger werdenden Tage zu freuen. Die Gestaltung der Feier ist im Vielvölkerstaat Iran sehr von regionalen Bräuchen abhängig. Meist werden verschiedene Speisen gereicht, wie etwa Trockenfrüchte, Nüsse, Obst oder Backobst. Diese werden auf einer festlich geschmückten Tafel angerichtet. Von zentraler Bedeutung sind dabei bestimmte Obstsorten wie Honig- und Wassermelonen, Trauben und Granatäpfel. Die Yalda-Nacht gilt auch als die Nacht der Liebenden, die sich gegenseitig beschenken und gemeinsam fröhliche Lieder singen. Während einzelne Festelemente in verschiedenen Regionen des Irans variieren, gehört die Lesung und Schicksalsdeutung aus der Gedichtsammlung (persisch: Diwan) des berühmten persischen Dichters Hafiz zu den unverzichtbaren Pflichten, die nicht vergessen werden dürfen.

Foto: Iman Khandash

ieser Tag ist ein Ehrentag für Mütter und Mutterschaft, den die arabische Welt am 21. März feiert und der einen sehr hohen Stellenwert genießt. Die erste Muttertags-Feier ist eine amerikanische Erfindung aus dem Jahr 1907, als die US-Bürgerin Anna Jarvis forderte, dass alle Völker der Welt einen universellen Muttertag feiern sollten. Heute wird dieser Tag im März, April oder Mai auf der ganzen Welt gefeiert, seine Geschichte variiert von Land zu Land. Der Erste, der in der arabischen Welt über den Muttertag nachdachte, war der Journalist Ali Amin im Jahr 1943. Damals wurde beschlossen, dass der 21. März ein Fest für die Mütter sein sollte - der erste Frühlingstag als Symbol für Offenheit, Gelassenheit und schöne Gefühle. In Syrien trifft sich zum Beispiel traditionell die ganze Familie im Haus des Großvaters und der Großmutter und es wird eine kleine Familienfeier abgehalten. Die Kinder gratulieren ihren Müttern und geben ihnen Geschenke. Im Fernsehen und im Radio werden entsprechende Filme gezeigt und Lieder gespielt.

Chanukka

Von Susanne Trauer

D

Foto: Ali Azimi

as sogenannte Lichterfest ist ein acht Tage dauerndes jüdisches Fest, das im Dezember an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem 164 v. Christus erinnert. An den Chanukka-Abenden versammelt sich die Familie mit Freunden und feiert ausgelassen. Die Kinder bekommen Geschenke. Wichtig ist der Chanukkia, ein acht- bzw. neunarmiger Leuchter. Jeden Tag wird ein Licht mehr angezündet, bis am Ende alle acht Kerzen brennen. grenzenlos

5


Hallo Yousef! Von Claudia Drescher

D

ie Liebe zur Musik sieht man Yousef schon an den Ohren an. Besser am linken Ohrläppchen, das ein kleiner Stecker in Form einer Achtelnote ziert. Seine braunen Augen strahlen, wenn der 29-Jährige erzählt, wie er sich als Autodidakt vor mehr als zehn Jahren das Gitarre spielen beibrachte. Wie er in seinem Heimatland Syrien in einer Band spielte. Wie er über unzählige Songs Englisch lernte und ihn die westliche Kultur durch die Musik prägte. Sein Blick verdunkelt sich, wenn er von seinem „verlorenen Krieg“ spricht. Denn seinen großen Traum, nach seiner Flucht in Deutschland Musik zu studieren, hat er begraben. Endgültig, wie Yousef sagt. „Das war eine schwierige Entscheidung. Ich habe drei Jahre lang für diesen Traum gekämpft, doch mir fehlen die notwendigen Papiere, weil ich nie eine Musikschule oder so etwas besucht habe“, berichtet er. Trotz eines Vorbereitungskurses am Zwickauer Robert-Schumann-Konservatorium habe er unter diesen Voraussetzungen keine Chance, einen der wenigen, dafür aber umso begehrteren Studienplätze an einer deutschen Musikhochschule zu ergattern.

Doch jetzt strahlen seine Augen auch, wenn er in der Werkstatt seines Lehrbetriebs Reha Aktiv steht. Der Kontakt kam über die Zwickauer Arbeitsmarktmentorinnen der Euro-Schulen West-Sachsen GmbH zustande. Nach einem Vorstellungsgespräch bei seinem Ausbilder Matthias Backhaus hatte Yousef einen Ausbildungsvertrag in der Tasche und seit Anfang September lernt er nun den Beruf des Orthopädietechnikers. Lachend steht er neben seiner zweiten Ausbilderin Aline Michel, die ihn scherzhaft anstupst. Das Verhältnis ist herzlich und offen.

O

b Yousef inzwischen ein Teil des zehnköpfigen Teams ist?

„Ja“, kommt die Antwort der Orthopädietechniker-Meisterin ohne jedes Zögern. „Wir haben ein sehr familiäres Umfeld. Wir sind eine Einheit, in die unser neuer Azubi gut hineingewachsen ist.“ Ein Grund dafür ist ein sechsmonatiges Praktikum, dass Yousef vor seiner Ausbildung absolvierte. Die anfängliche Skepsis - vor allem mit Blick auf die Verständigung - habe sich schnell verflüchtigt. „Es hat sich bei Zeiten herausgestellt, dass er will und sich auch mit eigenen Ideen einbringt. Und die Kommunikation klappt ohnehin“, meint die 30-Jährige.

Foto: Helge Gerischer

Nach nur vier Jahren in der neuen Heimat spricht Yousef fließend Deutsch. „Die Ansagen bei meinem ersten Konzert hier in Deutschland habe ich noch auf Englisch gemacht. Aber schon bald habe ich nur noch Deutsch gesprochen.“ Die Sprache gelernt hat er dabei von Anfang an vor allem im Kontakt mit Deutschen, weniger in Sprachkursen. „Alle Türen in die Zukunft brauchen einen Schlüssel. Und dieser Schlüssel heißt hier Deutsch.“

6

grenzenlos


Foto: Helge Gerischer

N

Viele Geflüchtete haben kurz nach ihrer Ankunft falsche Vorstellungen von einem Leben in Europa, meint Yousef. Das fange damit an, sich zu sehr nur unter Landsleuten aufzuhalten und gehe beim Frauenbild weiter. Auch sich gegenüber der neuen Kultur und Gesellschaft zu öffnen sei entscheidend, um wirklich in der neuen Heimat anzukommen.

E

s ärgert ihn, dass viele Deutsche alle Ausländer in einen Topf werfen. Dabei gibt es viel mehr positive als negative Beispiele, viel mehr Geflüchtete, die sich in Deutschland ein friedliches Leben aufbauen wollen als solche, die kriminell werden, ist er überzeugt. Gleichzeitig könne er aber nachvollziehen, dass sich mancher mit seinen Sorgen und Ängsten nicht wahrgenommen fühle und dann in der Konsequenz zum Beispiel bei Pegida mitlaufe.

ur miteinander reden könne daran etwas ändern, ist er überzeugt. Seine Geschichte - eine beschwerliche, nervenaufreibende Flucht zu Fuß über die Balkonroute inklusive - hat er daher häufig in Schulen und bei Projekten erzählt. Sich bewusst den Fragen, teilweise auch Unmut und Hass ausgesetzt. „Aber auf die Art habe ich viele persönlich überzeugt. Denn es wird viel über Migration geredet, aber nicht miteinander.“

Y

ousefs Beispiel zeigt aber auch, wie schwierig Integration in der Praxis ist. „Denen, die wollen, werden so manche Steine in den Weg gelegt“, sagt Aline Michel. Angefangen bei der Ausbildungsbeihilfe bis hin zur Frage, wie der Lehrling von A nach B und zum Beispiel zur weit entfernten Berufsschule in Thüringen kommt. „Es sind oft diese Kleinigkeiten, die es schwer machen - für beide Seiten.“ Doch aufgeben passt nicht zu Yousefs fröhlicher Art. Inzwischen lebt er mit seiner Frau Hevan in Zwickau in einer eigenen Wohnung. Schlechte Erfahrungen hakt er lieber ab - sei es beim Blick zurück nach Syrien oder die Erinnerung an die Trennung von seiner Familie. „Das war die Hölle.“ Trotzdem habe er versucht, sich einzuleben, nach vorn zu schauen. Seine Tochter war ein Baby, als er sie mit seiner Frau in der Türkei zurückließ, um sich zunächst allein zu Fuß auf den gefährlichen Weg Richtung Europa zu machen. Als sie sich endlich wiedersahen, war aus dem Baby eine Dreijährige geworden. „Aber zurückschauen bringt nur Schmerz und Unglück. Ich will etwas bewegen in meinem Leben, also konzentriere ich mich auf die Zukunft.“

„Alle Türen in die Zukunft brauchen einen Schlüssel. Und dieser Schlüssel heißt hier Deutsch.“ „Es wird viel über Migration geredet, aber nicht miteinander.“ „Ich will etwas bewegen in meinem Leben, also konzentriere ich mich auf die Zukunft.“

grenzenlos

7


‫ُ‬ ‫َ‬ ‫حــدث‬ ‫“ التفكــر بالمــايض يجلــب الحــزن و األلــم أريــد أن أ‬ ‫فرقـ ً‬ ‫ـب عــى المســتقبل ‪“ .‬‬ ‫ـا فــي حياتــي ‪ ،‬لهــذا فرتكــزي منصـ ٌ‬

‫‪Foto: Helge Gerischer‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫‪8‬‬


‫‪Foto: Helge Gerischer‬‬

‫ً‬ ‫ً‬ ‫خصوصــا بمــا يتعلــق‬ ‫رسيعــا‪ -‬و‬ ‫تاشــت كل الشــكوك األوليــة‬ ‫بالتفاهــم والتواصــل ‪ -‬أحــد األســباب لذلــك كانــت الفــرة التجريبيــة‬ ‫الــي دامــت ســتة أشــهر قبــل بــدأ يوســف تدريبــه المهــي ‪.‬‬ ‫ً‬ ‫جليــا ‪ ،‬بأنــه جــاد بتعلمــه‬ ‫“ مــع مــرور الوقــت بــان لنــا‬ ‫أنــه أظهــر أفــكاره الخاصــة حــى‬ ‫باإلضافــة إىل‬ ‫عــى‬ ‫يســر‬ ‫فهــو‬ ‫بيننــا‬ ‫فيمــا‬ ‫التواصــل‬ ‫‪.‬أمــا‬ ‫ً‬ ‫‪.‬‬ ‫عامــا‬ ‫الثاثــن‬ ‫ذات‬ ‫تقــول‬ ‫‪.‬‬ ‫“‬ ‫وجــه‬ ‫أحســن‬ ‫فــي موطنــه الجديــد و بعــد أربــع ســنوات فقــط يتحــدث‬ ‫“ يوســف “ األلمانيــة بطاقــة ‪ “ .‬أذكــر أنــي فــي أوىل نشــاطاتي‬ ‫كنــت ال أزال أتحــدث االنكلزييــة‬ ‫الموســيقية فــي ألمانيــا‬ ‫فقــط لكــن بعــد فــرة وجــزية بــدأت بتحــدث األلمانيــة ‪.‬‬

‫ً‬ ‫مرحبا يوسف!‬ ‫كلوديا درير‬

‫ي‬

‫ً‬ ‫جليــا رؤيــة حــب “ يوســف “ للموســيقا‬ ‫ســتطيع المــرء‬ ‫ً‬ ‫مــن اذنيــه ‪ .‬تحديــدا مــن االذن اليــرى ‪ ،‬حيــث‬ ‫ٌ‬ ‫حلــق صغــر عــى شــكل نوتــة موســيقية ‪.‬‬ ‫يزينــه‬

‫تلمــع عيونــه البنيــة ذو التســع و العرشيــن عامــا عندمــا‬ ‫يــروي لنــا كيــف أنــه قبــل أكــر مــن عــرش ســنوات تابــع تعلــم‬ ‫العــزف عــى الكيتــار بنفســه ‪ .‬و أنــه فــي بلــده ســوريا كان‬ ‫يعــزف مــع ِفــرَق موســيقية ‪ .‬و كيــف تعلــم اللغــة االنكلزييــة‬ ‫عــن طريــق ســماعه للكثــر مــن األغانــي االنكلزييــة و‬ ‫الثقافــة الغربيــة عليــه مــن خــال الموســيقا ‪.‬‬ ‫تأثــر‬ ‫قاتمــة تصبــح نظرتــه ‪ ،‬عندمــا يتحــدث عــن “ حَ ربــه الخــارسة “ حيــث‬ ‫ً‬ ‫نهائيــا ‪ .‬بعــد أن‬ ‫أنــه طــوى حُ لمــه الكبــر بــأن يــدرس الموســيقا‬ ‫ً‬ ‫ً‬ ‫صعبــا ‪“.‬‬ ‫قــرارا‬ ‫لجــأ إىل ألمانيــا ‪ ،‬كمــا يقــول‪ .‬ويُضيــف “ لقــد كان‬ ‫ُ‬ ‫ســنوات ِطــوال وأنــا أحــارب ألجــل هــذا الحلــم ‪ ،‬لكنــي ال‬ ‫ثــاث‬ ‫ٍ‬ ‫أملــك الوثائــق الرضوريــة لذلــك ‪ ،‬هــذا ألنــي لــم أدرس قــط‬ ‫مدرســة موســيقية أو أي يشء مــن هــذا القبيــل “‬ ‫فــي‬ ‫ٍ‬ ‫رغــم حصولــه عــى منحــة تحضريــة بمعهد“روبــرت شــومان “‬ ‫الموســيقي فــي زفيــكاو ‪ ،‬ليــس لديــه أيــة فرصــة ضمن تلــك الرشوط‬ ‫‪ ،‬أن يكــون أحــد القائــل اللذيــن يحظــون باحــدى المقاعــد الدراســية‬ ‫ً‬ ‫رواجــا كاألكاديميــات األلمانيــة للموســيقا ‪.‬‬ ‫وال ســيما أكرهــا‬ ‫ً‬ ‫مجــددا‪ ،‬عنــد تواجــده فــي ورشــة العمــل‬ ‫لكــن اآلن عيونــه تتألــق‬ ‫التدريبيــة ‪ .‬هــذا و بعــد مقابلــة التقــدم لوظيفــة مــع مدربــه‬ ‫“ ماتيــاس باكهــاوس “ َض ِمـ َ‬ ‫ـن حصولــه عــى عقــد التدريــب المهــي ‪.‬‬ ‫بــدأ يوســف بتدريبــه المهــي فــي مجــال تقنيــات‬ ‫منــذ‬ ‫و االطــراف الصناعيــة‬ ‫تقويــم العظــام‬ ‫عنــد رشكــة ريهــا أكتيــف ‪.‬‬ ‫بدايــة أيلــول ســبتمرب‬ ‫واقفـ ً‬ ‫ـا مــع ضحكاتــه بجانــب مدربتــه الثانيــة “ ألــن ميشــل “ وهــي‬ ‫ٌ‬ ‫ً‬ ‫ّ‬ ‫تدفعــه مازحــة ‪ .‬تعامــل ودي و منفتــح يســود أجــواء العمــل ‪.‬‬

‫هــل تعتربيــن يوســف جــزء مــن فريــق‬ ‫العمــل المكــون مــن عــر أشــخاص ؟‬ ‫ُ‬ ‫معلمــة تقويــم العظــام دون أي‬ ‫“نعــم“ يأتــي جــواب مدربتــه‬ ‫تــردد ‪“ .‬أجــواء العمــل لدينــا عائليــة للغايــة ‪ .‬نحــن مجموعــة‬ ‫متحــدة ‪ ،‬إنهــا ســتكون لمُ تدربنــا الجديــد البيئــة المثاليــة للتعلــم ‪.‬‬

‫‪9‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫ً‬ ‫ً‬ ‫جوهريــا فــي‬ ‫ســببا‬ ‫“ االحتــكاك و التواصــل مــع األلمــان كانــا‬ ‫بــادئ األمــر لتعلمــه للغــة األلمانيــة ‪ ،‬أمــا مــن المدرســة‬ ‫فلــم يتعلــم الكثــر ‪ “ .‬كل أبــواب المســتقبل بحاجــة إىل‬ ‫مفتــاح ‪ .‬و هــذا المفتــاح يســمى هنــا اللغــة األلمانيــة‪“.‬‬ ‫ً‬ ‫حديثــا لديهــم رُؤى خاطئــة‬ ‫كثــر مــن الاجئــن اللذيــن وصلــوا‬ ‫ً‬ ‫غالبــا‬ ‫عــن الحيــاة فــي أوروبــا ‪ ،‬يقــول“ يوســف“‪ .‬ممــا يــؤدي‬ ‫وليــس بالــرضورة اىل ميلهــم للبقــاء فقــط بــن أبنــاء بلدهــم‬ ‫و أخذهــم تلــك الصــورة النمطيــة عــن المــرأة الغربيــة ‪ .‬و عــدم‬ ‫ادراكهــم ألهميــة انفتاحهــم عــى الثقافــة و المجتمــع الجديديــن‬ ‫ً‬ ‫فعــا باالســتقرار فــي موطنهــم الجديــد ‪.‬‬ ‫‪ ،‬لكــي يشــعروا‬

‫إ‬

‫نــه لمــن االســتياء بالنســبة لــه ‪ ،‬أن الكثــر مــن األلمــان يرمــون‬ ‫ً‬ ‫جازمــا ‪ :‬ممــا الشــك‬ ‫كل األجانــب فــي وعــاء واحــد ‪ .‬و يضيــف‬ ‫فيــه وجــود أمثلــة إيجابيــة أكــر منهــا بكثــر مــن تلــك الســلبية‬ ‫‪ .‬ومــا أكرهــم أولئــك الاجئــن اللذيــن يرغبــون ببنــاء حياتهــم‬ ‫بســام فــي ألمانيــا ‪ ،‬بالمقارنــة باللذيــن ســلكوا طريــق اإلجــرام ‪.‬‬ ‫ً‬ ‫تزامنــا مــع تفهمــه لبعــض األلمــان الذيــن يشــعرون بــأن همومهــم و‬ ‫مخاوفهــم ال تؤخــذ عى محمــل الجد و فــي المحصلة نراهم قــد انضموا‬ ‫اىل حــركات معاديــة لألجانــب ‪ .‬كحركــة بيكيــدا عــى ســبيل المثــال ‪.‬‬ ‫ً‬ ‫تغيــرا ‪ ،‬هــو‬ ‫بالحديــث مــع بعضنــا البعــض فقــط يمكــن أن ُنحــدث‬ ‫ً‬ ‫مقتنــع بذلــك ‪ .‬و قصتــه ‪ -‬رحلــة شــاقة و مضنيــة ســرا عــى‬ ‫األقــدام عــرب طريــق البلقــان ‪ -‬بــدأ يــروي للطــاب فــي المــدارس و‬ ‫عــرب األنشــطة التوعويــة و مشــاريع عمــل اجتماعيــة تفاصيلهــا ‪ .‬كان‬ ‫ً‬ ‫مســتعدا لإلجابــة عــى أســئلة الحارضيــن بــكل رصاحــة و إن كان مــن‬ ‫بــن األســئلة تلــك الــي يغلــب عليهــا طابــع االســتياء و الكراهيــة ‪“ .‬‬ ‫لكــي بهــذه الطريقــة اســتطعت إقنــاع الكثريــن بشــكل شــخيص ‪ ،‬بأنــه‬ ‫يتــم الحديــث عــن المهاجريــن بكــرة ‪ ،‬لكــن ليــس مــع بعضنــا البعــض ‪.‬‬ ‫ً‬ ‫أيضــا عــى مــدى صعوبــة االندمــاج عــى‬ ‫يوســف هــو مثــال‬ ‫أرض الواقــع ‪ “ .‬أولئــك الذيــن يســعون بجهــد ‪ ،‬نراهــم قــد‬ ‫الحجــارة ‪ ،‬تقــول “ ألــن ميشــل “ ‪.‬‬ ‫وضعــت عــى دروبهــم‬ ‫ِ‬ ‫ِ‬ ‫ً‬ ‫ً‬ ‫مــرورا بالســؤال ‪ ،‬كيــف‬ ‫بدايــة مــع مســاعدات التدريــب المهــي‬ ‫للطالــب أن يتنقــل مــن مــكان إىل آخــر أو إىل المناطــق البعيــدة‬ ‫حــى ‪ ،‬عــى ســبيل المثــال إىل مدرســة التعليــم المهــي فــي‬ ‫ً‬ ‫غالبــا تتواجــد تلــك االمــور الصغــرة أو المعوقــات‬ ‫تورينغــن ‪“ .‬‬ ‫الصغــرة و الــي مــن شــأنها أن تزيــد األمــور صعوبــة لــكا الطرفــن ‪“ .‬‬

‫ل‬

‫كــن االستســام ال يائــم طبــع“ يوســف “المــرح ‪.‬‬ ‫زوجتــه“ هيفــان‬ ‫فــي هــذه األثنــاء يعيــش هــو و‬ ‫فــي شــقتهم الخاصــة ‪.‬‬ ‫“ بمدينــة تزفيــكاو‬ ‫تجاربــه الســيئة أو المريــرة يفضــل عــدم الحديــث عنهــا ‪-‬‬ ‫عنــد العــودة بالنظــر إىل مــايض ســوريا أو إىل تلــك الذكريــات‬ ‫ً‬ ‫جحيمــا “‬ ‫الــي تعيــد إىل أذهانــه ابتعــاده عــن عائلتــه ‪ “ .‬لقــد كان‬ ‫بالرغــم مــن ذلــك حــاول أن يتمــاىش مــع واقعــه ‪ ،‬و أن يتطلــع‬ ‫ً‬ ‫رضيعــة صغــرة ‪ ،‬عندمــا‬ ‫إىل األمــام ‪ .‬ابنتــه كانــت ال تــزال‬ ‫َّ‬ ‫ً‬ ‫ســرا‬ ‫يســتهل لوحــده‬ ‫تركهــا مــع زوجتــه فــي تركيــا ‪ ،‬كــي‬ ‫ً‬ ‫قاصــدا أوروبــا ‪.‬‬ ‫عــى األقــدام طريقــه المحفوفــة بالمخاطــر‬ ‫ً‬ ‫ً‬ ‫ْال َت َّ‬ ‫مجــددا ‪ ،‬أمســت‬ ‫ــم شــملهم‬ ‫أخــرا و عندمــا‬ ‫‪.‬‬ ‫الثالثــة‬ ‫بعمــر‬ ‫فتــاة‬ ‫الصغــرة‬ ‫الرضيعــة‬ ‫تلــك‬


Brücken der Zivilisation

Goethe und der große Schatz Von Khalid Sannaa

I

ch war achtzehn Jahre alt, hatte gerade die Schule abgeschlossen und begann eine Universitätsreise, um mir neue Horizonte zu eröffnen. Eines Tages ging ich zu meinem Freund, dessen Vater als Rechtsanwalt arbeitete und eine große Bibliothek besaß. Der Mann war Kommunist und seine Bibliothek voll mit Büchern von Karl Marx und Lenin. Ich fror zwischen den Regalen dieser Bücher. Als meine Hände aber auf andere Bücher fielen, fühlte ich plötzlich eine große Wärme. Bücher, von denen ich damals nicht wusste, dass sie mein ganzes Leben beeinflussen würden: Die Werke des deutschen Schriftstellers Johann Wolfgang von Goethe. Da ich jung war, begann ich mit dem Roman „Die Leiden des jungen Werther“, von dem ich bereits die ersten Zeilen mit Begeisterung las. Ich konnte bis zum Ende nicht aufhören, den träumerischen Roman zu lesen…

D

ann ging ich zurück in diese Bibliothek und fand unter all ihren Schätzen den größten Schatz, der von all jenen erträumt wird, die die Freiheit und die goldene Fackel suchen, die den Weg erhellt. Diese Fackel, die uns zum Forscher macht, der frei und offen ist, der ohne Einschränkungen und Grenzen denkt.

Dieser Schatz heißt „West-östlicher Divan“ von Goethe.

G

oethe entwickelte sich als Schriftsteller, Dichter und Dramatiker, der sowohl in der westlichen als auch der arabischen Welt sehr berühmt ist, zu einer der prominentesten kulturellen Brücken. Er war neugierig und tolerant und konnte sich in den andern hineinversetzen. Er vertiefte sich in Literatur und Religion und formulierte literarische Werke, unter denen der „West-östliche Divan“ das Berühmteste ist. Goethe war beeinflusst von persischer, arabischer und türkischer Dichtung. Er machte sich mit den literarischen und poetischen Werken der großen Schriftsteller und Dichter des 11. bis 15. Jahrhunderts bekannt. Das genügte ihm aber noch nicht. Am Ende seiner Reise durch die Welten der orientalischen Literatur studierte er den Koran, basierend auf seiner festen Überzeugung, dass „der Osten nicht zu uns kommen wird“.

G

oethe forderte den deutschen Leser auf, offen gegenüber dem Orient zu sein und sich mit den östlichen Kulturen im vollen Bewusstsein der eigenen westlichen Identität auseinander zu setzen. Dies ist genau das, was den „West-östlichen Divan“ nicht als Kopie der orientalischen Literatur erscheinen lässt, sondern zu einem kreativen und originellem Werk macht, das zwar mit Thema und Ausdruck an orientalische Dichter erinnert, aber in einem westlichen Geist und in der deutschen Sprache geschrieben ist.

I

n dem Maße, in dem Goethe von der arabischen Sprache beeinflusst wurde, lobte er sie:

V

ielleicht trat dieser Harmoniegrad zwischen Seele, Wort und Linie in keiner Sprache wie in der arabischen Sprache auf, es ist eine seltsame Konsistenz in einem einzigen Körper. Goethe ist nicht nur ein Beispiel für den Forscher, Schriftsteller und Dichter, der den wahren Wert der Offenheit für den anderen kannte. Vielmehr wurde er selbst zu einem Vorbild für Schriftsteller, die zwischen dem Osten und dem Westen Brücken bauen.

10 grenzenlos

Foto: Abdul Rahman Takleh

Foto: Helge Gerischer

Quelle: Nihad Hashisho: “ Deutschland und die Araber “


‫جســور الحـضارة‬

‫غوتية والكزن األعظم‬ ‫خالد صنّاع‬

‫ه‬

‫ً‬ ‫عامــا وأنهيــت مرحلــة الدراســة‬ ‫اقــد بلغــت مــن العمــر ثمانيــة عــرشة‬ ‫ً‬ ‫آفاقــا جديــده‬ ‫الثانويــة وانطلقــت رحلــي الجامعيــة لتفتــح يل‬ ‫وتطلــق العنــان لمخيلــي لكــي تبــدأ بإنتــاج شــخصيي المســتقبلية‬ ‫فمــا كان مــي إال بــأن آخــذ الخطــوة األوىل بطريقــة كاســيكية بعــض‬ ‫الــي فتوجهــت إىل صديــق يل كان لوالــده مكتبــة مزنليــة كبــرة‬ ‫حيــث كان يعمــل كمحامــي وكان ذو توجــه يســاري عجــت مكتبتــه‬ ‫بكتــب كارل ماركــس وفادمــر لينــن وغرهــم مــن رواد الشــيوعية‬ ‫وبــن رفــوف هــذه المكتبــة الــي اثلجــت أصابعــي مــن شــدة بــرودة‬ ‫رفوفهــا لمســت الدفــئ مــن جديــد عندمــا وقعــت يــدي عــى تلــك الكتــب‬ ‫الــي لــم أكــن حينهــا ألعلــم بأنهــا ســتضع أثرهــا عــى حياتــي كاملــة‬ ‫كانــت تلــك هــي مجموعــة الكتــب لذلــك المؤلــف األلمانــي غوتــه ‪.‬‬

‫بــدأت كشــاب قــد انهــى مرحلــة مراهقتــه المتعبــه بقصصهــا الناجحــة‬ ‫والفاشــلة بتلــك األحــام الغــر مكتملــة مــع ذلــك الحبيــب البعيــد بروايــة‬ ‫“ آالم الشــاب فرتــر“ الــي خطــت كلماتهــا األوىل الــي قــد قرأتهــا‬ ‫للتــو الخطــوط االوىل ضمــن وجدانــي وجعلــت مــي ذلــك النهــم‬ ‫الــرشه الــذي الينفــك إال أن ينتهــي مــن قــراءة تلــك الروايــة الحالمــة‬ ‫الــي هامــت مشــاعري بهــا وتاهــت مخيلــي للبحــث عــن نهايتــا‪....‬‬

‫و‬

‫هــا أنــا أعــود مــرت ثانيــة اىل تلــك المكتبــة ذات الرفــوف البــاردة‬ ‫وأجــد ضمــن كنوزهــا الكــزن األعظــم الــذي يحلــم بــه كل مــن بحــث‬ ‫ً‬ ‫يومــا عــن الحريــة وعــن تلــك الشــعلة الذهبيــة الــي تنــر دربــه وتجعــل‬ ‫قيــود أو حــدود كان ذلــك‬ ‫منــه ذلــك الحــر المنفتــح الباحــث مــن غــر‬ ‫ٍ‬ ‫ً‬ ‫أيضــا لذلــك المؤلــف األلمانــي“ غوتــه“ ‪.‬‬ ‫هــو الديــوان الغــرب الرشقــي‬

‫إ‬

‫ً‬ ‫ذا من هو“غوتيه“ ؟‬ ‫يوهان فولف غانغ فون غوتيه‪:‬‬

‫هــو ذلــك األديــب والشــاعر والكاتــب المرحــي الغــي عــن التعريــف فــي‬ ‫العالــم الغربــي والعربــي عــى ٍّ‬ ‫حد ســواء ‪،‬اذ أنّــه بإنفتاحه وتســامحه بقراءة‬ ‫مايجــول فــي خاطــر اآلخــر البعيــد مــن خــال التعمُ ــق فــي دراســة اآلدب‬ ‫ـة‬ ‫ـال أدبيـ ٍ‬ ‫والديــن ‪،‬إرتقــى ليكــون مــن أبــرز الجســور الحضاريــة بصياغتــه إلعمـ ٍ‬ ‫مــن أشــهرها “ الديــوان الغــرب الرشقــي“ الــذي قــد ُصنّــف كحجــر األســاس‬ ‫ـة ألمانيــة وتكويــن رشقــي‪.‬‬ ‫لمذهــب األدب المقــارن بصياغتــه للديــوان بلغـ ٍ‬ ‫تأثــر غوتيــة بالشــعر واألدب الفــاريس والعربــي والركــي وأبحــر‬ ‫بإتطاعــه عــى الكثــر مــن المؤلفــات األدبيــة والماحــم الشــعرية‬ ‫لكبــار الكتــاب والشــعراء مابــن القرنــن الحــادي عــرش والخامــس‬ ‫ّ‬ ‫تــوج جولتــه فــي‬ ‫يكتــف فقــط بذلــك بــل‬ ‫عــرش ميــادي ولــم‬ ‫ِ‬ ‫بدراســة معمقــة للقــرآن الكريــم وذلــك‬ ‫عوالــم األدب الرشقــي‬ ‫ٍ‬ ‫ً‬ ‫ّ‬ ‫“بــأن الــرشق لــن يأتــي إلينــا“‪.‬‬ ‫إنطاقــا مــن قناعتــه الراســخة‬

‫و‬

‫بذلــك دعــى“ غوتيــه “إىل إنفتــاح القــارئ األلمانــي عــى الــرشق‬ ‫وإىل اســتيعاب الثقافــات الرشقيــة مــع الوعــي التــام بهويتــه‬ ‫الغربيــة الخاصــة ‪ ،‬وهــذا ماجعــل مــن الديــوان الغربــي الرشقــي‬ ‫ٌ‬ ‫عمــل أدبــي ٌ مبتكــ ٌر‬ ‫محــاكاة لــألدب الرشقــي بــل إنّــه‬ ‫ليــس مجــرد‬ ‫ٍ‬ ‫ّ‬ ‫وأصيــل يعمــ ُ‬ ‫أنمــاط‬ ‫شــعرية أو‬ ‫صــورة‬ ‫بــكل تأكيــد إىل إســتعادة‬ ‫د‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬ ‫ألمانيــة ‪.‬‬ ‫وبلغــة‬ ‫غربيــة‬ ‫بــروح‬ ‫تعبريــة مــن شــعراء مرشقيــن‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬

‫ر‬

‫دة تأثــر غوتيــه باللغــة العربيــة فقــد أشــاد بهــا وقــال واصفـ ً‬ ‫ولش ـ ّ‬ ‫ـا إياهــا‪“:‬‬

‫لغــة هــذا القــدر مــن‬ ‫بمــا لــم يحــدث فــي‬ ‫ٍ‬ ‫اإلنســجام بــن الــروح والكلمــة والخــط‬ ‫مثلمــا حــدث فــي اللغــة العربيــة ‪،‬وإنّــة‬ ‫ٌ‬ ‫ِّ‬ ‫ظــل جســ ٍد واحــد“‪.‬‬ ‫لتناســق غريــب فــي‬

‫‪11‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫غ‬

‫وتيــه ليــس فقــط مثـ ً‬ ‫ـا للباحــث واألديــب والشــاعر الــذي عــرِف‬ ‫القيمــة الحقيقيــة لإلنفتــاح عــى اآلخــر ال بــل اســتطاع أن يجعل‬ ‫ـة ونجمـ ً‬ ‫مــن نفســه إمثولـ ً‬ ‫ـا يهتــدي بــه مــن تبعــه مــن األدبــاء‬ ‫الذيــن ســاروا عــى نهــج األدب المقــارن وأبحــروا فــي بحــور الــرشق‬ ‫ـود او حــدود واســتطاعوا ان يحيــوا الشــخصية الرشقيــة في‬ ‫دون قيـ ٍ‬ ‫لقــرون مــن الزمــن‬ ‫بقيــت‬ ‫الــي‬ ‫مامحهــا‬ ‫ويــربزوا‬ ‫الغربــي‬ ‫األدب‬ ‫ٍ‬ ‫ِّ‬ ‫وايجابيــات‬ ‫ســلبيات‬ ‫بــكل مايملــك مــن‬ ‫تلــك المجهــول البعيــد‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬ ‫ً‬ ‫ّ‬ ‫بأمــس‬ ‫ايضــا عزيــزي القــارئ وفــي عرصنــا هــذا‬ ‫ونحــن‬ ‫الحاجــة لهكــذا نجــوم تســطع بنورهــا علينــا فتضيــئُ‬ ‫ظلمــات عقولنــا وتجــي قلوبنــا وتزيــل الحواجــز والحــدود‬ ‫واحــدة لهــا نتــاجٌ واحــد يصــب‬ ‫كأمــة‬ ‫وترتقــي بالبرشيــة‬ ‫ٍ‬ ‫ٍ‬ ‫فــي خدمــة الجميــع للوصــول اىل الخــاص األبــدي‪.‬‬ ‫مصادر ‪:‬من كتاب“ ألمانيا والعرب“ للكاتب نهاد حشيشو‬


Antworten auf Rafik Schami Gedanken unserer Leser zu seinen Thesen «Wie man an die Tür klopft, kommt die Antwort zurück.»

D

en Beitrag habe ich mehrfach in deutscher und arabischer Sprache gelesen. Da die Widersprüche und die offenen Fragen nicht weniger wurden, möchte ich Ihnen meine Kritikpunkte an dem Beitrag zur Verfügung stellen. Der arabischen Text weicht vom deutschen Text in manchen Punkten ab. Aus meiner Sicht ist die Übersetzung ungenau. Die „zehn Erwartungen“ von Herrn Schami enthalten verallgemeinernde Unterstellungen an die Asylsuchenden und geben sogar falsche Informationen.

B

eispiel: „Die Flüchtlinge sollen zur Kenntnis nehmen, dass sie im christlichen Abendland aufgenommen worden sind. Und sie werden dieses weder kurz- noch langfristig verändern“. Ich meine: Es gibt eine kleine Minderheit unter den Flüchtlingen, die der Meinung ist, die deutsche Gesellschaft nach ihren religiösen Vorstellungen ändern zu müssen. Diese Minderheit soll sich genauer informieren, weil Deutschland ein säkulares Land ist, die Angehörigkeit zu einer Glaubensrichtung ist streng eine private Angelegenheit und wird gesetzlich geschützt. Die Mehrheit der Flüchtlinge weiß, dass sie Gäste dieses Landes sind. Sie respektieren und akzeptieren die Gesellschaft und die Gesetze Deutschlands. Die gut gemeinten „zehn Erwartungen“ machen keinen Unterschied und lassen den Leser im Glauben, dass alle (bestenfalls die Mehrheit) der Flüchtlinge Menschen mit dem beschriebenen, engstirnigen und eingeschränkten Denkvermögen sind.

I

m Allgemeinen ist der arabische Text besser sowie freundlicher formuliert und nicht so harsch wie die deutsche Fassung. Bei mir entstand der Eindruck, dass die „zehn Erwartungen“ eher als Befehle wirken. Hier erlaube ich mir die Frage, ob der Text in erster Linie an die Flüchtlinge gerichtet ist oder für die deutschen Ohren gedacht ist, um besorgte deutsche Mitbürger zu beruhigen. Ich schätze Herrn Schami für seine Werke sehr und lese sie mit Begeisterung. Deswegen wundert mich der Schreibstil und der Tonfall sehr. Ein altes Damaszener Sprichwort lautet:

Wie man an die Tür klopft, kommt die Antwort zurück. Wir können nicht ernsthaft alle Flüchtlinge unter Generalverdacht stellen und gleichzeitig erwarten, dass sie sich vertrauensvoll den Anforderungen des neuen anderen Lebens stellen.

Prof. Dr. Said al Akel

12 grenzenlos


‫رد قارئ عى مقال‬ ‫رفﯿق شامي‬ ‫ل‬

‫قد قرأت المقال عدة مرات باللغة األلمانیة والعربیة‪.‬‬ ‫لمتوضح‪،‬‬ ‫المفتوحة‬ ‫واألسئلة‬ ‫التناقضات‬ ‫أن‬ ‫بما‬ ‫ترصفكم‪.‬‬ ‫تحت‬ ‫للمقال‬ ‫إنتقادي‬ ‫أضع‬ ‫أن‬ ‫قررت‬

‫النﺺ العربي والنﺺ األلماني غیر متطابقان في بعض النقاط‪ .‬من‬ ‫وجﮭة نظري ‪ ،‬الرجمة غیر دقیقة‪ .‬تتضمن “النقاط العرشة“ للسید‬ ‫شامي إتﮭامات شمولیﮫ لكل طالﱯ اللجوء وتقدم معلومات خاطئة‪.‬‬ ‫عى سبیل المثال‪:‬‬ ‫“یجب أن یعلم الاجئون أنﮭم حرضوا إىل بلد مسیحیة الراث والدین‬ ‫وھي البلد الي حضنتﮭم وإنﮭم ال في القریب او البعید سیغیرون‬ ‫ھذا الكیان‪ “.‬أرید أن أوضح‪ :‬ھناك أقلیة صغیرة من الاجئین‬ ‫الذین یعتقدون أن من واجبﮭم تغییر المجتمع األلماني حسب‬ ‫معتقداتﮭم الدینیة‪ .‬ھذه األقلیة علیﮭا جمع المزید من المعلومات‬ ‫ألن ألمانیا ھي دولة علمانیة ‪ ،‬اإلعتقاد بدین معین ھي قضیﮫ‬ ‫شخصیﮫ بحتﮫ والخصوصیﮫ محمیﮫ من قبل القانون‪.‬‬

‫م‬

‫عظم الاجئین یعرفون أنﮭم ضیوف ھذا البلد‪ .‬إنﮭم یحرمون‬ ‫المجتمع وقوانین ألمانیا ویقبلونﮭا‪ .‬قد تكون النقاط العرشة‬ ‫حسنﮫ النیﮫ ولكنﮭا تعمم وتجعل القارئ یعتقد بأن كل الاجئین (‬ ‫في أحسن األحوال‪ :‬األغلبیة) ھم ناس ضیقوا التفكیر ومحدودین‬ ‫األفق‪.‬بشكل عام ‪،‬‬ ‫النﺺ العربي مصاغ بشكل أفضل وأكر ودا ولیس قاسیا‬ ‫بالمقارنة مع النسخة األلمانیة‪ .‬لدي انطباع بأن “النقاط العرشة“‬ ‫ھي أشبﮫ باألوامر‪ .‬ھنا أسمح لنفي بالتسائل ھل ھذا‬ ‫المقال موجﮫ بالمقام االول اىل االجئین او لألذان االلمانیﮫ‬ ‫ً‬ ‫كثیرا أعمال السید‬ ‫لطمئنﮫ المواطنین األلمان القلقین‪ .‬أقدر‬ ‫شامي األدبیة وأقرئﮭا بشغف‪ .‬ولﮭذا السبب أستغرب كثیرا إسلوب‬ ‫والنربة‪.‬‬ ‫الكتابة‬ ‫ھناك مقولة شامیﮫ قدیمة تقول‪:‬‬

‫كﯿف‬

‫تﻄرق‬

‫الباب‬

‫ﯾﺄتﯿﻚ‬

‫الجواب‪.‬‬

‫ال یمكننا أن نعمم إتﮭاماتنا وشكوكنا عى جمیع الاجئین وفي‬ ‫نفس الوقت ننتظر منﮭم أن یواجﮭوا متطالبات الحیاة الجدیدة بثقة‪.‬‬

‫سعﯾد العاقل‬ ‫‪Foto: Root Leeb‬‬

‫‪13‬‬

‫‪grenzenlos‬‬


Foto: Arne Wesenberg

Antworten auf Rafik Schami «Ich plädiere für gegenseitiges Verständnis und Respekt sowie für Integration und nicht für Assimilation.»

I

ch möchte auf einige Faktoren aufmerksam machen, die Konflikte zwischen Europäern und Flüchtlingen hervorrufen. Ich denke, es ist notwendig, nach den Wurzeln der Probleme zu fragen. Was sind die politischen Ursachen der Flucht? Natürlich können Macht, Geld und Religion als Ursachen angesehen werden, unter denen normale Menschen leiden.

U

m bestimmte Aktionen von Flüchtlingen besser zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren, ist es notwendig, sich mit den kulturellen, traditionellen und menschlichen Hintergründen auseinanderzusetzen und sie zu verstehen. Meiner Meinung nach liegt der erste Faktor für Konfliktsituationen in der Herkunftsgesellschaft, in der die Familie und Beruf miteinander vermischt werden. Es gibt keine klaren Grenzen zwischen Freunden und Kollegen, Arbeit und Familie. Von Kollegen wird erwartet, dass sie einem dieselben Gefühle, Emotionen und freundliche Nachsicht entgegenbringen, wie von nahen Verwandten. Auf den ersten Blick hört es sich normal an, wenn Kollegen wie eine Familie zusammenarbeiten. Aber gerade diese Haltung schafft einen fruchtbaren Boden für Korruption: Familie und Freunde werden bei der Stellenbesetzung, Beförderung in einer Firma und Anerkennung der Leistungen bevorzugt behandelt. Das heißt, der Leiter versucht anhand seiner Position, seiner Familie und den Freunden Gefallen zu tun, was für das Funktionieren eines Unternehmens sehr gefährlich und ungesund ist. Neben dieser Mikroebene der Gesellschaft Beruf und Familie – rühren die größeren Probleme von Seiten des Staates. Das Verwalten eines Staates bedeutet Macht, die wiederum oft missbraucht wird. Das ist unvermeidlich, wenn Sippenstrukturen existieren und diese über mehrere Generationen gepflegt werden.

D

er Missbrauch von Macht hat Einfluss auf alle Bürger der Gesellschaft. Sie leiden unter den Auswirkungen der Macht, des Staates und der Kultur. Kriege, Hunger und Flucht auf der Suche nach einem friedlichen Leben sind die logischen Folgen davon. Wenn die Geflüchteten dann in einer demokratischen Republik wie Deutschland ankommen, sollten sie gemäß der Regeln der demokratischen Gesellschaft behandelt werden. Der Umgang soll in Form von Dialog, Bildung und Unterstützung bei der Orientierung in der neuen Gesellschaft erfolgen.

Der zweite Faktor für Konfliktsituationen sind die religiösen Ansichten. Deutschland ist ein säkulares Land, Kirche und Staatsapparat arbeiten unabhängig voneinander und haben eigene Bereiche, in denen bestimmte Rechte und Pflichten gelten. n den meisten Ländern, aus denen Flüchtlinge kommen, ist das Gegenteil der Fall: Dort herrschen Diktaturen und die Gesellschaft wird streng von der Religion kontrolliert. Die Regeln der Scharia aus dem Koran werden in den Aktivitäten des Staates angewendet. Da Muslime streng nach heiligen Regeln leben müssen, identifizieren sie sich mit ihnen. Daher kann selbst der kleinste Schritt in Richtung westlicher Kultur als Verrat eingestuft und verurteilt werden.

I

Die Migration aus solchen Ländern stellt die Bürgerinnen und Bürger Deutschlands vor die Aufgabe, wie sie mit Menschen umgehen können, die sich in Kultur und Mentalität radikal von ihrer eigenen unterscheiden. Die Lösung liegt darin, dass man nicht bewertet, nicht beurteilt sondern versucht zu verstehen. Daher sollte der Integrationsprozess nicht einseitig erfolgen. Ich plädiere für gegenseitiges Verständnis und Respekt sowie für Integration und nicht für Assimilation.

Kumushay Arzybaeva

14 grenzenlos


«Я выступаю за взаимопонимание и уважение, а также за интеграцию, а не ассимиляцию.»

Я

хотела бы обратить внимание на несколько факторов, создающих конфликтные ситуации между европейцами и беженцами. Для этого, я считаю надо посмотреть поглубже в корни проблем. В чем заключаются причины политического беженства? Конечно, власть, деньги и религия могут рассматриваться как причины бед, из-за которых страдают простые люди. Но для того, чтобы лучше понять и правильно реагировать на те или иные действия беженцев, нужно разобраться в их культурном, традиционном и человеческом багаже. На мой взгляд, первый фактор конфликных ситуаций заключается в обществе происхождения, где люди смешивают семью и работу. Между друзьями и коллегами, работой и семьей нет четких границ. От коллег ожидаются те же чувства, эмоции и дружеское потворство, как и от близких родственников. На первый взгляд, это звучит нормально, когда коллеги работают как одна семья.

Н

о именно такое отношение создает благоприятную почву для коррупции: семья и друзья рассматриваются без конкурса на замещение какой-либо должности, в повышении по карьерной лестнице и пользуются привилегиями и поощряются. То есть, начальник пользуясь своим положением, старается угодить своим близким и друзьям, что так же очень опасно и нездорово в функционировании любой компании. Из такого микроуровня общества - профессии и семьи - проблемы перерастают в крупные, в масштабе уже государства. Так, управление государством - это власть, которая, в свою очередь, часто злоупотребляется, так как это неизбежно, если существуют клановые структуры и они поддерживаются в течение нескольких поколений. Злоупотребление властью оказывает влияние на всех членов общества - граждан государства. Как следствие, обычные граждане государства страдают от влияния власти, государства и культуры. Логические последствия - войны, голод и бегство в поисках мирной жизни. И поэтому, когда беженцы прибывают в демократическую республику как Германия, к ним следует обращаться в соответствии с правилами демократического общества.

П

одход должен быть в форме диалога, обучения и поддержки в ориентации в новом обществе.

Вторым фактором для конфликтных ситуации являются по моему мнению религиозные убеждения. Германия - светская страна, церковь и государственный аппарат функционируют независимо друг от друга и имеют свои собственные сферы действия, где каждый имеет права и обязанности. В большинстве стран, откуда происходят беженцы, все наоборот, там действует диктатура и общество строго контролируется религией. Правила шариата из Корана применяются в деятельности государства. Поскольку мусульмане должны жить строго согласно священным правилам, они идентифицирут себя с ними. Даже малейший шаг в сторону западной культуры, может призираться и осуждаться как предательство. Миграция из таких стран ставит перед гражданами Германии задачу, как взаимодействовать с людьми с культурой и менталитетом, кардинально отличающимися от своих, и соответсвенно ориентироваться при таких обстоятельствах. Она может быть решена, если не оценивать, не судить а попробовать понять. Поэтому, процесс интеграции не должен происходить односторонне. Я выступаю за взаимопонимание и уважение, а также за интеграцию, а не ассимиляцию.

Kumushay Arzybaeva

grenzenlos

15


Kunst zwischen West und Ost Das Problem der Identität Von Iman Khandash

D

ie Beziehung zwischen dem Westen und dem Osten ist eine Beziehung des gegenseitigen Einflusses, eine Beziehung zwischen dem Ich und dem Anderen. Jeder von beiden stellt sich die Realität des Anderen aus seiner aktuellen Perspektive vor. Einige dieser Vorstellungen sind realistisch, während andere rein imaginär sind. Beispielsweise glaubt der Westen, das er das Zentrum sei, und sieht die Welt durch sich selbst. Ein westlicher Künstler versucht immer, sich mit der Welt vertraut zu machen. Ein orientalischer Künstler dagegen, so meint der franz. Schriftsteller René Huegg: „…verharre näher an seinem inneren Zentrum, in einer meditativen Position; er strebe mehr nach der Stille der Meditation als danach, Kommunikation zu suchen.“

I

ch glaube, jeder hat seine eigene Art, Konzepte und Ziele zu verwirklichen, indem er sie visuell umsetzt.

Die Beziehung zwischen östlichen und westlichen Künstlern ist notwendig, weil gerade in der Mitte dieser Beziehung, zwischen den Kulturen, in dem Raum, wo sich beide Parteien treffen, etwas wirklich Neues und Kreatives entsteht. Wenn die Europäer denken, sie seien das Zentrum der Kunst, dann würde ich sagen: die Orientalisten haben denselben Glauben. Daher sollten wir nicht für eine Kultur oder einem Stil parteiisch sein. Wichtig ist, dass wir vorurteilslos miteinander umgehen. Das erfordert eine Synthese aus verschiedenen gleichberechtigten Kulturen, die wiederum zu Modernität und zu neuen Kulturen führt.

E

s gibt keinen Einwand dagegen, jedem seine nationale Spezifik zuzugestehen: Beispielsweise kann ein westlicher Künstler die westliche Kunst durch ihre abwechslungsreichen Symbole repräsentieren.

Der arabische Künstler muss aber auch einige der arabischen Konzepte verwenden dürfen, um sie mit seiner Kunst zu verkörpern. Er könnte zum Beispiel arabische Buchstaben in seinen Bildern verwenden, um seine Nationalität darzustellen.

16 grenzenlos

E

s geht also um ein Problem der Identität. Für diejenigen, die kein Arabisch kennen, stellen diese Buchstaben vielleicht abstrakte Malerei dar, die zur europäischen Moderne gehören. Kunst braucht Vielfalt und gegenseitigen Einfluss, sie muss frei und ohne Grenzen sein dürfen. Wenn wir das Prinzip der künstlerischen Vielfalt akzeptieren, ist das ein Weg, der eine wOffenheit zwischen den Kulturen erzeugt. Nur mit einem angemessenen Verständnis unserer gegenseitigen künstlerischen Werte schaffen wir einen Kunst-Raum, in dem wir neue Bedeutungen und neues Vokabular teilen, was wiederum künstlerische Kreativität erzeugt.


‫‪Bild :Iman Khandash‬‬

‫الفن بن الغرب والرق‬ ‫إشكاليّة الهويّة ‪...‬‬ ‫إيمان خندش‬

‫إ‬

‫ّن العاقــة بــن الغــرب والــرشق هــي عاقــة تأثــر متبــادل‪ ،‬عاقــة‬ ‫ّ‬ ‫ّ‬ ‫واآلخر‪.‬فــكل منهمــا يتخيّــل واقــع اآلخــر عــى حســب‬ ‫الــذات‬ ‫بــن‬ ‫رؤيتــه‪ ،‬فبعــض هــذه التخيّــات واقعــي والبعــض اآلخــر وهمــي‪.‬‬

‫ً‬ ‫فمثــا الغــرب يعتقــد أنّــه المركــز ويــرى العالــم مــن خــال ذاتــه‬ ‫ً‬ ‫ودائمــا يســعى الفنّــان الغربــي للتآلــف مــع العالــم الخارجــي‬ ‫ّ‬ ‫‪.‬أمــا الفنّــان الرشقــي كمــا يقــول الكاتــب الفرنــي رينيــه‬ ‫ّ‬ ‫تأمــي‬ ‫هويــغ‪ :‬يكــون أقــرب إىل مركــزه الداخــي‪ ،‬إىل موقــف‬ ‫ّ‬ ‫التأمــل أكــر ممــا يســعى إىل التعبــر‬ ‫يطمــح إىل صمــت‬ ‫ّ‬ ‫ثمــة اختــاف فــي المنظــور التفكــري‪.‬‬ ‫والتواصــل ‪ .‬لكــن‬

‫و‬

‫ّ‬ ‫ّ‬ ‫لــكل‬ ‫أن‬ ‫أعتقــد‬ ‫المفاهيــم والغايــات‬

‫تجســيد‬ ‫فــي‬ ‫طريقتــه‬ ‫منهمــا‬ ‫الــي يصبــوا الرســالها برص يّ ً‬ ‫ــا ‪.‬‬

‫وأن العاقــة بــن الطرفــن رضوريــة ّ‬ ‫ّ‬ ‫ألن األهــم مــن كل ذلــك هــو‬ ‫النتــاج المتوســط والخليــط الفكــري المتنــوع حيــث يلتقــي فيــه‬ ‫كا الطرفــن ‪ ،‬فتصبــح هنــا العاقــة بينهمــا إبداعيّــة وتوليديّــة‪.‬‬

‫ل‬

‫ّ‬ ‫ّ‬ ‫معــن ‪.‬‬ ‫التحــزي لثقافــة مــا أو نمــط‬ ‫ذلــك يجــب عــدم‬ ‫والمســألة الرضوريــة فــي العاقــة بــن الطرفــن هــي‬ ‫أنّــه البــد مــن أن نراهــا بواقعيّــة وموضوعيّــة دون انحيــاز‪.‬‬

‫لهــذا‬ ‫بــدوره‬

‫ندعــو‬ ‫ّ‬ ‫يولــد‬

‫الــذي‬ ‫الثقافــي‬ ‫لإلســتيعاب‬ ‫‪.‬‬ ‫جديــدة‬ ‫وثقافــات‬ ‫الحداثــة‬

‫وليــس هنــاك مانــع في إعطــاء ّ‬ ‫ً‬ ‫فمثا‬ ‫لكل منهمــا خصوصيته القوميــة ‪،‬‬ ‫البــد للفنّــان الغربــي مــن ّ‬ ‫ّ‬ ‫المتنوعــة‪.‬‬ ‫أن يمثّــل الفــن الغربــي برمــوزه‬ ‫ً‬ ‫وأيضــا البــ ّ‬ ‫د للفنّــان العربــي مــن أن يأخــذ بعــض المنطلقــات‬ ‫ّ‬ ‫ً‬ ‫والمفاهيــم والرمــوز العربيــة ليجســدها بفنــه‪ .‬فمثــا لربمــا‬ ‫ّ‬ ‫ليعــرب عــن قوميتــه ‪.‬‬ ‫يســتخدم الحــروف العربيّــة فــي لوحاتــه‬ ‫ولكــن هنــا تكمــن اشــكاليّة الهويّــة ‪ ،‬فلربمــا‬ ‫ّ‬ ‫العربيّــة‬ ‫اليعرفــون‬ ‫للذيــن‬ ‫تمثّــل‬ ‫الحــروف‬ ‫ّ‬ ‫تجريديــة أو تشــكيليّة تنتمــي للحداثــة األوروبيّــة‬

‫‪17‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫‪Bild :Iman Khandash‬‬

‫فــإذا‬ ‫الفــن‬

‫الغربيــون‬ ‫كان‬ ‫ً‬ ‫فأيضــا لــدى‬ ‫‪،‬‬

‫مركــز‬ ‫بأنّهــم‬ ‫يعتقــدون‬ ‫الرشقيــون اإلعتقــاد ذاتــه ‪.‬‬

‫هــذه‬ ‫لوحــة‬ ‫ً‬ ‫مثــا‪.‬‬

‫ل‬

‫ً‬ ‫ّ‬ ‫أخــرا بأنــه البــ ّ‬ ‫التنــوع‬ ‫د مــن‬ ‫هــذا مايجــب قولــه‬ ‫‪.‬‬ ‫بالفــن‬ ‫الســيما‬ ‫المتبــادل‬ ‫الثقافــي‬ ‫والتأثــر‬ ‫ـا عــن ُ‬ ‫ألن الفــن غــر محــدود وغــر محصــور بجهــة معيّنــة دونـ ً‬ ‫ّ‬ ‫األخــرى ‪.‬‬ ‫ّ‬ ‫ّ‬ ‫التنــوع الفــي هــو ســبيل لخلــق حداثــة فنيّــة بــن‬ ‫وأن القبــول بمبــدأ‬ ‫الثقافــات للتوصــل إىل قــدر مناســب مــن التفاهــم أو إعــادة تشــكيل‬ ‫وتفكــر فــي القيّــم الفنيّــة بهــدف إنشــاء فضــاء فــي نتقاســم فيــه‬ ‫المعانــي والمفــردات الجديــدة الــي بدورهــا تخلــق اإلبــداع الفــي‪.‬‬


Der erste Tag in Deutschland Von Dara Servatian

D

ie ersten Erfahrungen in einem fremden Land werden immer wertvoll sein. Erfahrungen, die man nie vergisst, selbst wenn die Erinnerungen Rost und Grünspan ansetzen. Ich habe angefangen, die Geschichten, die mir Menschen von ihren Wegen und ersten Erfahrungen in Deutschland erzählt haben, zu sammeln. Es sind Geschichten voll von Leid und schmerzlichen Erlebnissen. Ich habe mich entschieden, sie neu zu erzählen, weil ich glaube, dass Humor die schmerzhaften Erinnerungen der Menschen heilen kann. Victor Hugo sagte einmal: „Wer lacht, hat ein Leid, aber wer die anderen zum Lachen bringt, hat tausend Leiden.“ Die Geschichte, die ihr heute lesen werdet, ist eine weitere wertvolle Erfahrung von einem ersten Flug und Tag in Deutschland.w

Im Sommer 2006 entschied ich mich aufgrund der Repressalien durch das herrschenden Regime (ich bin Christ) und meiner größer werdenden Angst vor Festnahme und Gefängnis, aus meiner Heimat auszuwandern. Menschen, die solche Entscheidungen treffen, sind voller Angst. Sie haben Angst zu bleiben und Angst auszuwandern – wie ein Glücksspieler, der am Ende der Nacht nichts weiter übrig hat, als die Sehnsucht nach dem nächsten Spiel! Ich verkaufte mein Hab und Gut, alles was ich besaß, um mir für 40.000 Euro einen gefälschten Reisepass von einem Menschenhändler zu kaufen. Ein bisschen Makeup, und ich verwandelte mich in den Besitzer des Passes, mit dem ich in den Schengen-Raum einreisen konnte. Mein Ziel war Norwegen, wo meine Tante lebte. Ich stellte mir vor, wie ich mit Mitbringseln und Erinnerungsstücken in mein Traumland flog. Ich freute mich auf den Besuch bei meiner Tante. Sie war die einzige Überlebende meiner Familie väterlicherseits und ich hatte sie seit Jahren nicht mehr gesehen.

I

ch freute mich auf den Schnee, den Schnee in Norwegen. Wisst ihr, manchmal heben die Gedanken der Menschen eher als ihre Füße vom Boden ab, denn bei all der Vorfreude hatte ich ein wichtiges Detail vergessen. Ein Detail, das meine Vorfreude mit einem Schlag zunichtemachte, noch schlimmer, dass mir den Besuch unmöglich erscheinen ließ. Ich hatte Flugangst. Alle von Euch, die diese Angst kennen, wissen, wovon ich rede. Und als Krönung oben drauf kam dann die Gewissheit, dass es kein Direkt-Flug sein würde. Es sollte von Istanbul über München nach Oslo gehen. Wie würde ich diese Stunden überstehen? Ich erzählte mein Problem dem Menschenhändler. Der lachte und sagte: „Kein Problem, ich heile Deine Angst. Befolge meine zwei Ratschläge und Dir wird nichts passieren.“

18 grenzenlos

E

ndlich war es so weit, und der Tag des Fluges stand bevor. Ich bekam meine Bordkarte und lief aufgeregt durch das Security Gate. Ich konzentrierte mich darauf, die zwei Ratschläge des Menschhändlers genau zu befolgen. Als erstes ging ich in den Duty-free Shop und kaufte, wie er mir geraten hatte, eine Flasche Alkohol. Ihr müsst wissen, dass ich zuvor so gut wie nie Alkohol getrunken hatte. Ich war nicht trinkfest und stand ratlos vor den Regalen. Da sah ich plötzlich eine kleinere Flasche auf der „Gin“ und etwas mit 40 % geschrieben stand. Die wird nicht zu viel sein, dachte ich und weil ich vor Aufregung Durst bekommen hatte, trank ich die Flasche in einem Zug aus.

E

ine Stunde war vergangen, mein Kopf war heiß und ich ganz vergnügt. In meinen Träumen fuhr ich Ski im Schnee Norwegens und suchte mir ein paar Kaninchen, um sie zu jagen. Plötzlich hörte ich eine Durchsage, die klang, als ob es einem den Kehlkopf zerreißt, und man rief ständig: „Franck Ribèry!!!“. Nicht nur einmal, sondern 100-mal. Die Durchsage ging mir auf den Keks und ich schimpfte darüber. Da sah ich, dass ein Flughafenangestellter mit einem Funkgerät in der Hand nacheinander alle Passagiere nach dem Namen fragte und wohin sie flögen. Ich sagte auf Englisch, vielleicht ist der Kerl gestorben – ich hätte von seinem Tod gehört, und dass sie mit der Durchsage aufhören sollten, sonst würden wir ja taub. Der Flughafenangestellte lachte und fragte: „Wo fliegen Sie hin?“ Ich grinste und sagte: „Oslo!“ Seine Augen weiteten sich aufgeregt und er sagte: „Sie sind das!“ „Wer?“ fragte ich verwundert. „Franck Ribèry!“ rief er und tänzelte aufgeregt auf der Stelle. Ich wollte schon sagen: „Deine Tante heißt Franck!“, da fiel mir plötzlich mein gefälschter französischer Pass ein, den ich in der Hand hielt. Ich schlug ihn auf und sah, dass ich diese glücklose Person war, die von allen im Flughafen seit einer halben Stunde gesucht wurde. Schnell versuchte ich, mich rechthaberisch und plausibel zu zeigen und sagte: „Wieso rufen Sie mich nicht mit meinem Spitznamen aus? Ich bin Tom!“

D

ann ging alles ganz schnell. Sie fuhren mich mit einem kleinen Transporter zum Flugzeug und ich stieg, geleitet von der gesamten Mannschaft, ehrenvoll in die Maschine. Die anderen Passagiere sahen mich mit großen Augen an und tuschelten in jeder lebendigen und leblosen Sprache.


I

ch weiß, es klingt verrückt, aber in diesem Moment fühlte ich mich wie ein König. Sobald ich „Gurtpflicht“ hörte, betätigte ich den Wunschknopf, denn ich erinnerte mich an den zweiten Ratschlag des Menschenhändlers. Eine hübsche Flugbegleiterin brachte mir einen Whisky und weil ich mich über die kleinen Gläser wunderte, wiederholte ich diesen Vorgang noch zwei oder drei Mal zur Sicherheit. Der Flug machte Spaß, bis der Kapitän zu sprechen begann: „Bitte legen Sie die Sicherheitsgurte wieder an.“ Machen Sie sich keine Sorgen wegen den Erschütterungen.“ Ich fühlte mich wie in einem Riesenrad, das sich wie eine Waschmaschine mal nach links, mal nach rechts und mal schnell und mal langsam dreht. Nach weiteren zwei Luftlöchern griffen die Leute zu den Sauerstoffmasken und ich suchte einen Spuckbeutel. Es fühlte sich an, als ob die Waschmaschine des Flugzeugs in meinem Kopf und Magen rotierte. Ich rief nach einem Spuckbeutel, aber es war so laut, dass mich niemand hören konnte. Und schon war passiert, was nicht hätte passieren sollen! Mein Mageninhalt ergoss sich über die Knie meines anzugtragenden Sitznachbarn.

A

ls wir in München ankamen, war ich immer noch blau, stieg aus dem Flugzeug und ging mit den anderen Passagieren zum Gate hinaus. Ich sprach einen Taxifahrer an und sagte: „Ich möchte nach Oslo!“ Der Mann guckte mich an und sagte: „Wieso bist du denn aus dem Flughafen herausgegangen? Geh wieder in den Flughafen zu den Auslandsabflügen!“ Ich ging in die Flughafenhalle zum Informationsschalter. Die Frau schaute in meinen Reisepass und sagte etwas auf Französisch, das ich nicht verstand. Dann sagte sie auf Englisch, dass ich aus dem Transitbereich herausgegangen wäre und jetzt warten soll, sie würde alles koordinieren und mich abholen. 15 Minuten später standen neun riesige Polizisten um mich herum und schauten mich merkwürdig an.

M

ich, den französischen Touristen, der Franck Ribèry hieß und jetzt in der Patsche saß, weil er sich nie für Fußball interessiert hatte. Eine Nacht war ich in Untersuchungshaft. Als ich am nächsten Tag in der Strafanstalt aufwachte, erkannte ich das Ausmaß der Katastrophe. Ich war in Untersuchungshaft in einem fremden Land und meine Familie wusste nicht, wo ich bin. Die Fremde allein ist schon wie ein Gefängnis, aber wie ist sie erst, wenn man dort im Gefängnis sitzt? Ich wurde zum Gericht transportiert und wegen illegaler Einreise mit gefälschtem Pass in deutsches Gebiet zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Als die Gefängniswärter mich zu meiner Zelle brachten, wurde ich mit jedem Schritt älter. Um mich herum standen riesige Kolosse von Männern mit verschiedenen Tätowierungen. Vor Angst zeigte ich mit dem Daumen nach oben und sagte „Germany is good, Germany is good!“ Monate später riefen die anderen Gefangenen immer, wenn sie mich sahen „Germany is good!“, und lachten sich tot. Später erst verstand ich die Bedeutung dieses Satzes. Im September war ich in T-Shirt und kurzer Hose festgenommen wurden und wurde in denselben Sachen im Dezember 2006 entlassen. Als ich aus dem Gefängnistor herauskam und sah, dass es schneite, erschrak ich. Sie schlossen das Gefängnistor hinter mir zu, und ich stand in T-Shirt und kurzer Hose im Schnee und fror wie ein streunender Hund. Ich klopfte an das Gefängnistor und bettelte: „Machen Sie die Tür auf, damit ich wieder herein kann.“

S

eitdem sind 12 Jahre vergangen, ich stehe jeden Tag um 5 Uhr auf und arbeite bis 16 Uhr. Wenn ich manchmal dieses Land betrachte, in dem ich durch meinen Alkoholkonsum gestrandet bin und nicht nach Norwegen konnte, dann strecke ich den Daumen nach oben, lache und sage: „Germany is good!“ Bearbeitung Jördis Trauer Übersetzung Bahareh Chegini

grenzenlos

19


‫ی‬

‫ارو نگاهــی بهــم کــرد و گفــت هزینــه ات خیلــی زیــاد میشــه‬ ‫هــا‪ ،‬گفتــم بــا هواپیمــا میخــوام بــرم ‪،‬گفــت پــس چــرا اومــدی‬ ‫بیــرون بــرو داخــل فــرودگاه قســمت پــرواز هــای خروجــی !‬

‫برگشــتم داخــل و رفتــم ســمت اطاعــات بــا انگلیســی شکســته بســته‬ ‫گفتــم کــه میــرم اســلو ! دخــره پاســپورت مــن رو کــه نــگاه کــرد‬ ‫بــه زبــان فرانســوی خیلــی عــزت و احــرام گذاشــت و چیــزی گفــت‬ ‫کــه مــن متوجــه نشــدم بعــد بــه انگلیســی گفــت شــما از ترانزیــت‬ ‫آمدیــد بیــرون منتظــر باشــید هماهنــگ کنــم بیاینــد دنبــال شــما !‬

‫پ‬

‫انــزده دقیقــه بعــد نــه تــا پلیــس تقریبــا انــدازه ای غــول اطــراف‬ ‫مــن ایســتاده بــودن و بــا تعجــب بــه مــن توریســت ایتالیــای بــه اســم‬ ‫فرانچســکو زوال نــگاه میکردنــد ‪ ،‬کاش تــو عمــرم بــه فوتبــال عاقــه‬ ‫داشــتم و فوتبــال خارجــی هــا رو حداقــل نــگاه میکــردم تــا گرفتــار‬ ‫ایــن مصیبــت نشــم ‪ ،‬مــن از کجــا میدونســتم کــه ایــن یــارو ریــربی یــک‬ ‫فوتبالیســت مشــهور فرانســوی هســتش کــه از بــد حادثــه تــو همــون‬ ‫تیــم بایــرن مونیــخ بــازی میکنــه ! یکــی از پلیــس هــا کــه پاســپورتم رو‬ ‫گرفتــه بــود بــه مــن گفــت کــه بــا ایشــان بــرم دفــر پلیــس تــو فــرودگاه‬ ‫‪ ،‬مــن هــم بهــش گفتــم راضــی بــه زحمــت ایــن همــه از دوســتان‬ ‫پلیــس نبــودم خــود شــما مــی آمدیــد دنبــال مــن ‪ ،‬بــا هــم مــی رفتیــم ‪.‬‬

‫ی‬

‫ک روز بازداشــت بــودم فــردا کــه تــو بازداشــتگاه از‬ ‫خــواب پــا شــدم عمــق مصیبــت رو متوجــه شــدم ‪.‬‬ ‫تــوی کشــور دیگــری بــودم در بازداشــت و هیــچ کســی از خانــواده‬ ‫نمــی دانســتند کــه اصــا کجــا هســتم ‪،‬غربــت بــه خــودی خــود‬ ‫زنــدان هســت چــه بمانــد کــه در آن غربــت هــم در زنــدان باشــی‬ ‫‪ ،‬بــه دادگاهــی منتقــل شــدم و بــه خاطــر ورود غیــر قانونــی بــا‬ ‫پاســپورت جعلــی بــه خــاک آلمــان محکــوم بــه ســه مــاه زنــدان شــدم ‪.‬‬

‫س‬

‫وار یــک ماشــین کــردن و منتقــل شــدم بــه یــک زنــدان ‪ ،‬وقتــی مامــور‬ ‫داخــل زنــدان مــن رو بــه ســلول مــی بــرد در هــر قــدم پیــر تــر میشــدم‬ ‫‪ ،‬اطرافــم پــر بــود از آدمهــای بــا هیــکل هــای گنــده و خالکوبــی هــای‬ ‫جــور واجــور ‪ ،‬مــن هــم از ترســم انگشــت ســبابه نشــان میــدادم بهشــون‬ ‫ومیگفتــم جرمنــی ایــز گــود ‪ ،‬جرمنــی ایــز گــود ‪ .‬مــن کــه از زنــدان در وطــن‬ ‫خــودم فــرار میکــردم ‪ ،‬افتــادم تــوی زنــدان در یــک کشــور غریــب کــه اصــا‬ ‫زبــان آنهــا رو نمــی فهمیــدم ‪ .‬در عــرض چنــد روز شــدم زندانــی بــی ماقاتــی‬

‫م‬

‫اههــای بعــد وقتــی زندانــی هــا مــن رو میدیدنــد عامــت شســت رو‬ ‫نشــون میــدادن و میگفــن جرمنــی ایــز گــود !و کرکــر میخندیــدن ‪.‬‬

‫مــن خــودم بعــد هــا چندیــن بــار فهمیــدم کــه قووانیــن جرمنــی ایــزوری گود ‪.‬‬ ‫بخصــوص وقتــی کــه مــن رو تــوی ســپتامرب بــا تیــرشت و شــلوارک‬ ‫زندانــی کــردن و تــوی دســامرب ‪ 2007‬کــه بــرف رو زمیــن بــود‬ ‫بــا همــون تــی رشت و شــلوارک از زنــدان انداخــن بیــرون ‪.‬‬ ‫وقتــی از در زنــدان اومــدم بیــرون و دیــدم بــرف میــاد شــوکه شــدم ‪.‬‬

‫د‬

‫ر زنــدان رو پشــت رسم بســته بــودن و مــن بــا شــلوارک و تیــرشت و صنــدل‬ ‫روی بــرف هــای دســامرب ‪ 2007‬آلمــان وایســتاده بودم و از رسما مثل ســگ‬ ‫میلرزیــدم و در زنــدان رو میکوبیــدم و التماس میکردم بــاز کنید بیام توووووو ‪.‬‬

‫االن ‪ 12‬ســال از اون تاریــخ میگــذره و مــن هــر روز صبــح ســاعت ‪ 4‬از‬ ‫خــواب پــا میشــم و بــه خــودم میگــم جرمنــی ایــز گــود میــرم رس کار تــا‬ ‫ســاعت ‪ 5‬بعــد از ظهــر و هنوزوقتــی بــه یــاد میــارم کــه بــه خاطــر یــک‬ ‫قوطــی مــرشوب از ایــن جــا رس در آوردم و نتونســتم بــرم بــه نــروژ بــه‬ ‫انگشــت شســتم نــگاه میکنــم ‪ ،‬میخنــدم و میگــم جرمنــی ایــز گــود ‪.‬‬

‫‪Bild :Iman Khandash‬‬

‫‪20 grenzenlos‬‬


‫اولﯿن روز در آلمان‬ ‫دارا ﺛروتيان‬

‫ه‬

‫میشــه اولیــن هــا تجربــه هــای نابــی میشــوند ‪.‬‬ ‫حتــی‬ ‫نمیشــوند‬ ‫فرامــوش‬ ‫کــه‬ ‫هایــی‬ ‫تجربــه‬ ‫‪.‬‬ ‫باشــد‬ ‫بســته‬ ‫خاطــرات‬ ‫روی‬ ‫بــر‬ ‫زنــگار‬ ‫اگــر‬ ‫نــاب‬ ‫تجربــه‬ ‫خوانــد‬ ‫خواهیــد‬ ‫امــروز‬ ‫کــه‬ ‫داســتانی‬ ‫دیگــری هســت از اولیــن پــرواز و اولیــن حضــور در آلمــان‬ ‫مــن داســتان مهاجــرت و درد هــای ناشــی از آن را کــه انســان هــا برایــم‬ ‫بازگــو مــی کننــد را بــه صــورت طــزن تلــخ و شــیرین توصیــف میکنــم تــا آنهــا‬ ‫ایــن درد بــزرگ فرامــوش نشــدنی را در ذهــن خودشــان التیــام ببخشــند ‪.‬‬ ‫“آن کــه مــی خنــدد یــک‬ ‫بقــول ویکتــور هوگــو‬ ‫آنکــه مــی خندانــد هــزار درد“ ‪.‬‬ ‫درد دارد ولــی‬

‫تابســتان ســال ‪ 2007‬بــه خاطــر مشــکاتی کــه برایــم پیــش آمــد و‬ ‫تــرس از زنــدان رفــن توســط رژیــم حاکــم در کشــورم ‪ ،‬تصمیــم گرفتــم‬ ‫کــه تــرک وطــن کنــم ‪ ،‬انســان هــا‪ ،‬روزی کــه چنیــن تصمیــم رسنوشــت‬ ‫ســازی را بــرای خودشــان میگیرنــد وجودشــان پــر از تــرس هســت تــرس‬ ‫از مانــدن و تــرس از رفــن ‪ ،‬مثــل قمــار بــازی کــه در پایــان شــب قمــار ‪،‬‬ ‫هیــچ چیــزی برایــش باقــی نمــی مانــد اال هــوس قمــار دیگــر ! هرچــه‬ ‫داشــتم فروختــم ‪ ،‬تمــام رسمایــه ای زندگــی مــن شــد یــک پاســپورت‬ ‫شــباهتی بــه مبلــغ ‪ 40‬هــزار یــور کــه توســط یــک قاچــاق بــر تهیــه‬ ‫شــد ‪ ،‬تــا بتونــم از طریــق اون از کشــورم خــارج بشــم‪ ،‬چــرا کــه بــه خاطــر‬ ‫مشــکلم بــا دولــت نمــی توانســتم بــا پاســپورت خــودم ســفر کنــم ‪.‬‬

‫ک‬

‫افــی بــود مقــداری گریــم بشــوم تــا شــبیه ایــن شــخصی بشــم‬ ‫و بــا آن پــاس مــی توانســتم وارد حــوزه ای شــینگن بشــوم‬ ‫‪.‬مقصــد مــن کشــور نــروژ بــود تــا پیــش عمــه ام بــروم ‪ .‬امــا پــروازی‬ ‫کــه برایــم گرفتــه بــود‪ ،‬ابتــدا بــه مونیــخ و بعــد بــه اســلو بــود ‪.‬‬ ‫مــن هــم بــا کلــی ســوغاتی هــای وطنــی عــازم کشــور آمــال و آرزو هــام‬ ‫ً‬ ‫گاهــا آدم افکارشــان زودتــر از پاهایشــان از روی زمیــن‬ ‫بــودم ‪،‬میدونیــد‬ ‫کنــده میشــود بــرای همیــن شــوق رســیدن بــه عمــه ای کــه ســالها ندیده‬ ‫بــودم و تنهــا بازمانــده ای خانــواده ای پدریــم بــود و همینطور شــوق دیدن‬ ‫بــرف هــای زیبــای نــروژ مــن رو از باقــی مصائــب درگیــر در ســفر رهانیــده‬ ‫بــود ‪ .‬امــا ایــن وســط هــا یــک مشــکلی وجــود داشــت‪ ،‬کــه غلبــه بــه اون‬ ‫حتــی بــا شــوق دیــدار هــم برطــرف نمیشــد ‪ ،‬مــن ؛تــرس از پــرواز داشــتم ‪.‬‬

‫ب‬

‫ه خاطــر همیــن موضــوع بــا قاچــاق بــر صحبــت کــردم اون هــم گفــت ؛‬ ‫درمــان ایــن موضــوع پیــش اون هســتش‪ .‬روز پــرواز توصیــه کــرد کــه‬ ‫قبــل از پــرواز از فــری شــاپ یــک قوطــی کوچیــک ویســکی بگیــرم و‬ ‫قبــل پــرواز بــه ســامتی هــر چــی رفیــق نامــرد نــا لوتــی هســت بخــورم‬ ‫تــا رسم داغ بشــه و موقــع پــرواز نرســم تــا حیــن پــرواز مخــم آزاد و رهــا‬ ‫باشــه و پــرواز رو هــم متوجــه نشــوم ‪ ،‬پیشــنهاد خوبــی نبــود چــون مــن‬ ‫اصــا در طــول عمــرم مــرشوب نخــورده بــودم ‪ ،‬امــا بــه خاطــر مشــکل‬ ‫تــرس از ارتفــاع مجبــور شــدم قبــول کنــم ‪ ،‬گرفتــاری اصلــی یعنــی رد‬ ‫شــدن از گیــت بــا پاســپورت شــباهتی از یــادم رفتــه بــود یــا بــه قولــی‬ ‫حــارض بــودم پلیــس مــن رو بگیــره ولــی ســوار هواپیمــا نشــوم ‪ .‬موعــد‬ ‫رســید و کارت پــرواز رو گرفتــم و از گیــت رد شــدم رسیــع رفتــم تــو فــری‬ ‫شــاپ و یــک مــرشوب قوطــی برداشــتم مــن هــم کــه از مــرشوب فقــط‬ ‫درصــد الــکل اش رو میشــناختم و ال غیــر ! حســاب کــردم اومــدم بیــرون بــاز‬ ‫کــردم و از تشــنگی همــش رو رس کشــیدم قطعــا ویســکی نبــود روش‬ ‫نوشــته بــود جیــن ولــی ‪40‬درصــدی داشــت رفتــم یــک گوشــه دور از چشــم‬ ‫ماموریــن نشســتم تــا وقــت پــرواز برســد ‪ ،‬یــک ســاعتی گذشــته بــود و‬ ‫مــخ مــن داغ از مــرشوب و شــنگول شــده بــودم ‪ ،‬داشــتم تــو رویــا هــام‬ ‫تــو بــرف هــای نــروژ اســکی میکــردم و دنبــال شــکار خرگــوش بــودم ‪...‬‬

‫‪21‬‬

‫‪grenzenlos‬‬

‫ت‬

‫و همیــن افــکار بــودم کــه دیــدم بلنــد گــوی فــرودگاه داره آقــای‬ ‫فرانــک ریــربی رو پیــج میکنــه اونــم نــه یــک بــار بلکــه صــد بــار ‪،‬‬ ‫دیگــه اینقــدر از دســت پیجــر فــرودگاه و فرانــک ذلــه شــده بــودم‬ ‫غــرو لنــد کنــان بهشــون فحــش رنگــی میــدادم ‪،‬تــو ایــن حیــن‬ ‫دیــدم یکــی از مســئولین فــرودگاه بیســیم بــه دســت از مــردم‬ ‫یکــی یکــی اســم شــان رو مــی پرســید یــا ایــن کــه کجــا پــرواز‬ ‫میکننــد ‪ ،‬بــه انگلیســی گفتــم کــه شــاید یــارو فرانــک مــرده !خــرب‬ ‫مرگــش ‪ .‬بــس کنیــد گــوش مــان رفــت ‪،‬یــارو خندیــد و گفــت پــرواز‬ ‫شــما بــه کجاســت مــن هــم ســینه ام صــاف کــردم گفتــم اســلو !‬

‫چ‬

‫شــم هــای یــارو گشــاد شــد و بــا تعجــب نگاهــم میکــرد ‪،‬‬ ‫پیــش خــودم فکــر کــردم عجــب خارجــی ندیــده هــای هســن !‬ ‫فرانــک ریــربی! ؟‬ ‫کــه مســئول پرســید اســمت چیــه ؟‬

‫اومــدم دهنــم رو پــر کنــم و عمــه ای بزرگــوارش رو یــاد کنــم ! ‪ ،‬یــاد‬ ‫پاســپورت شــباهتی فرانســوی خــودم افتــادم‪ ،‬پاســپورت دســتم‬ ‫بــود‪ ،‬یواشــکی الی پاســپورت رو بــاز کــردم دیــدم خــود خانــه خرابــش‬ ‫االن مــن هســتم کــه نیــم ســاعته تــو فــرودگاه دنبالــش میگردنــد‪.‬‬ ‫رسیــع خــودم رو جمــع و جــور کــردم طــرف تــا قوطــی مــرشوب رو دیــد‬ ‫فهمیــد رسم داغ هســتش‪ ،‬چــﭗ چــﭗ نگاهــم کــرد دیگــه اینقــدر دیــر‬ ‫شــده بــود کــه فرصــت کنــرل پــاس رو نداشــت و مــن رو بــا ایــن ماشــین‬ ‫هــای کوچولــوی داخــل فرودگاهــی دم پــرواز رســوندن ‪ ،‬بــا چنــان عــزت‬ ‫و احرامــی رفتــم داخــل هواپیمــا کــه تــا بــه صندلــی خــودم برســم‬ ‫بــه انــواع زبــان هــای زنــده و مــرده ای دنیــا عمــه ام مــورد عنایــت‬ ‫مولکانــه قــرار گرفــت ‪ .‬مــردم بــا چنــان غصبــی نگاهــم میکــردن ‪ ،‬امــا‬ ‫مــن حســابی مســت بــودم ‪،‬هواپیمــا باخــره پریــد و مــن اصــا متوجــه‬ ‫نشــدم ‪ ،‬پــرواز خــوش میگذشــت کــه خلبــان رشوع بــه صحبــت کــردن‬ ‫کــرد و بعــد از خــوش آمــد گویــی ‪ ،‬اعــام کــرد کــه یــک تــوده ای‬ ‫هــوای رسد در مســیر پــرواز هســت و مجــددا کمربنــد هــا رو ببندیــم‬ ‫و از تــکان هــای هواپیمــا نگــران نباشــیم ‪ ،‬کاش فقــط تــکان بــود ‪....‬‬

‫ا‬

‫حســاس میکــردم ســوار چــرخ و فلکــی شــدم کــه مثــل ماشــین لبــاس‬ ‫شــویی کار میکنــد گاهــی چــﭗ گاهــی راســت و گاهــی تنــد و گاهــی‬ ‫آرام مــی چرخانــد ‪ ،‬همچیــن کــه دو تــا چالــه هوایــی رو رد کردیــم ملــت‬ ‫دنبــال ماســک هــای هــوا میگشــتند مــن دنبــال کیســه پاســتیکی ‪....‬‬

‫احســاس میکــردم لبــاس شــویی از محیــط هواپیمــا بــه کلــه و معــده‬ ‫ای مــن منتقــل شــد بــود چنــان چــرخ هــای میــزد کــه هــر لحظــه امــکان‬ ‫بــاال آوردن داشــتم ‪ ،‬بــه هــر زبانــی ارصار میکــردم کــه یــک کیســه‬ ‫پاســتیکی بــرای مــن بیاوریــد امــا مگــر صــدا بــه صــدا میرســید !!!‬ ‫شــد آنچــه نبایــد میشــد پمــﭗ معــده ام بــاز شــد‪ .‬بقیــه پــرواز یــادم‬ ‫نمیــاد چــون کلــه ام داخــل کاســه توالــت بــود و بــا هــر چالــه ای‬ ‫هوایــی کــه رد میکردیــم معــده ای مــن هــم ســقوط میکــرد ‪.‬‬

‫ت‬

‫وی همــون هواپیمــا مجبــور شــدم لبــاس هایــم را عــوض کنــم و یک‬ ‫دســت لبــاس شــیک کنــار دریــا بپوشــم ‪ ،‬شــلوارک و رکابــی ورزشــی بــا‬ ‫صنــدل !فقــط یــادم رفتــه بــود و حســابی گریــم صورتــم رو شســته بــودم ‪.‬‬

‫بــه مونیــخ کــه رســیدیم گیــج از هواپیمــا اومــدم پاییــن و‬ ‫بــه همــراه مســافر هــا از گیــت خــارج شــدم یهــو حواســم بــه‬ ‫خــودم اومــد دیــدم راننــده تاکســی دم فــرودگاه از مــن آدرس‬ ‫مــی پرســه مــن هــم بــه انگلیســی گفتــم ‪ :‬اســلو میــرم !‬


Die Musik ist ein Geheimnissie hat keinen Prototyp in der realen Welt Von Vladimir Yaskorski

I

rgendwo im Orient, in einem kleinen Dorf, sitzt im Hof seines Hauses ein alter Mann und spielt jeden Tag auf seiner Kamantsche, einem Streichinstrument aus dem Orient. Er spielt die ganze Zeit ein und denselben Ton, immer wieder denselben Klang ... „Schau doch unsere Nachbarn an!“, ärgert sich seine Frau, „Sie spielen wunderschöne Melodien und Folgen von schweren Passagen. Nur du allein hältst die ganze Zeit einen Ton aus!» Der alte Mann schaute sie an und antwortete: „Sie sind noch dabei, ihren Ton zu suchen. Ich aber habe meinen schon gefunden.“

D

ie Klangwahrnehmungen und das Zeitempfinden eines Europäers und eines Menschen aus dem Orient sind sehr verschieden. Was für einen eine Ewigkeit sein kann, scheint dem anderen nur ein kurzer Augenblick zu sein. Der armenische Komponist Avet Terteryan sah im Klang den Ausgangspunkt für jede Form der Musik. So schrieb er: „Der Klang an sich ist allumfassend und erhaben. Jede Melodie, sogar die Schönste, ist nur ein Zustand. Es gibt keine Melodie, die alles ausdrückt. Alles ist nur im Klang. Der Klang ist das Absolute, das alles Seiende. Der Klang ist Chaos ... Die Musik entsteht aus einem furchterregenden Chaos der Klänge im Universum. Dort ist aber nicht nur Chaos, dort sind gewaltige Kollisionen der Galaxien. Diese Explosionen im Weltall, wir hören sie nicht.

D

as Universum ist für uns die Stille, was geschieht aber dort? ... Dort stürzen und prallen die Sterne zusammen. Wir hören nur das, was uns näher ist. Donner, Blitze ... Das ist das, was einem Menschen zu hören möglich ist, der nicht die Gabe besitzt, alles andere zu hören. Und dort höher und weiter, dort, wo der Klang aufhört, dort, wo die Stille beginnt, nach der Stille beginnt vielleicht die Finsternis. Nachdem man all diese Universen durchläuft, kann man vielleicht wieder zum Licht kommen, zu einem sehr hellen Licht, das wir nicht sehen. Ein Licht hinter dem Rand der Finsternis. Vielleicht beginnen dort auch die Klänge? … Der Klang ist das Mittel, in die Unendlichkeit und die Grenzenlosigkeit der Welt einzutauchen.»

I

ch lade sie herzlich ein, die Musikwelt Avet Terteryans zu entdecken. Im 4. Sinfoniekonzert spielt das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau unter meiner Leitung am 25.01.2019 in Plauen oder am 07.02.2019 in Zwickau die 2. Sinfonie des großen armenischen Komponisten. Vladimir Yaskorski ist Kapellmeister des Theaters Plauen-Zwickau

„Global Board“ ist ein Projekt von Musikland-Niedersachsen, bei dem geflüchtete Musiker*innen Schulklassen besuchen und ihnen eine hautnahe Begegnung mit ihrer Musik und ihren Instrumenten ermöglichen, unter anderem auch mit der Kamantsche. An dieser Stelle vielen Dank, dass wir das nebenstehende Foto kostenlos nutzen dürfen. www.musikland-niedersachsen.de

22 grenzenlos


Իրական աշխարհում երաժշտությունը նախակերպ չունի: Երաժշտությունը գաղտնիք է: Արեւելքում՝ Ինչ որ տեղ ն օր մի ծերունի քամանչա է նվագում իր տան բակում :(քամանչա – լարային գործիք արեւելյան երկրներում) Նա անընդհատ նվագում է նո ւյն նոտան, ձգում միեւնույն հնչյունը... - Նայի՛ր մեր հարեւաններին ,- բարկանում է նրա կինը, - նրանք նվագում են գեղեցիկ մեղեդիներ, բարդագույն զարդոլորումներով դարձվածքներ, միայն դու ես անդադար նույն հնչյունը ձգում: Ծերունին նայեց նրան եւ ասաց՝ - նրանք դեռեւս փնտրում են իրենց նոտան, իսկ ես իմը արդեն գտել եմ: Ձայնընկալումն ու ժամանակի զգացողությունը արեւմուտքի եւ արեւելքի մարդու համար տարբեր են: Այն ինչը մեկի համար հավերժություն կարող էր լինել, մյուսի համար լոկ ակնթարթ է: «Հնչյունը մեծ է եւ համապարփակ: Ցանկացած մեղեդի` ամենաչնաշխարհիկը միշտ միեւնույն վիճակն է: Ամեն ինչը արտահայտող մեղեդիներ չկան: Ամենը միայն հնչյունի մեջ է: Հնչյունը քաոս է... Երաժշտությունը տիեզերքում գտնվող հնչյունների սարսափելի քաոսից է: Այնտեղ ուղակի քաոս չէ, այնտեղ գալակտիկաների հսկայական բախումներ են: չէ՞ որ մենք չենք լսում տիեզերքի պայթյուննեը, տիեզերքը մեզ համար լռություն է, բայց ինչեր են այնտեղ կատարվում...Այնտեղ բախվում են եւ ընկնում են աստղերը: Մենք լսում ենք միայն այն ինչը մոտ է մեզ՝

կայծակ,ամպրոպ... Սա այն է ինչ կարող է լսել մարդ, ով օժտված չէ լսել մնացած ամենը: Իսկ այնտեղ՝ վերեւում, որտեղ ավարտվում է հնչյունը եւ սկսվում է լռությունը, լռությունից հետո հավանաբար սկսվում է խավարը: Անցնելով այս բոլոր տարածությունների եւ տիեզերքների միջով, թերեւս հնարավոր է նորից հասնել լույսի, շատ պայծառ լույսի, որը մենք չենք տեսնում: Լույս խավարի սահմաններից դուրս: Գուցե հենց այնտե՞ղ են սկսվում հնչյունները: Հնչյունը դա աշխարհի անսահմանության եւ հավերժության մեջ ընկղմվելու միջոց է »: (Ա. Տերտերյան) Սիրով հրավիրում եմ ձեզ սուզվելու հայ մեծանուն կոմպոզիտոր Ավետ Տերտերյանի երաժշտության աշխարհը մեր սիմֆոնիկ համերգին, որը տեղի կունենա 2019 թ-ի հունվարի 25-ին Ցվիկաույում եւ փետրվարի 7-ին Պլաուենում: Պլաուեն Ցվիկաու թատրոնի առաջին կապելմայստեր՝ Վլադիմիր Յասկորսկի

Foto : Musikland-Niedersachsen

Vorführung einer Kamantsche

grenzenlos

23


Einladung zum Mitmachen bei unserem Magazin für alte und neue Nachbarn in Zwickau, Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete, mit und ohne journalistische Kenntnisse. Treffen jeden Dienstag 16 bis 18 Uhr Mütterzentrum/Mehrgenerationenhaus Zwickau Kolpingstraße 22, 08058 Zwickau Kontakt: 0375 390250 oder mz-zwickau@sos-kinderdorf.de Redaktion: grenzenlos

Come and join us to write a multilingual magazine for neighbors in Zwickau, Refugees, Settled, Natives – with and without journalistic knowledge Meeting Every Tuesday 4 to 6 pm

‫دعوة لإلنضمام‬ ‫في مجلتنا للجران القدامى والجدد‬ , ‫في زفيكاو‬ , ‫الاجئن وغر الاجئن‬ ‫بمعرفة صحفية أو بدون‬

24 grenzenlos

Foto: Helge Gerischer

‫نجتمع كل يوم ثاثاء‬ ‫ مساء‬6‫ إىل‬4 ‫من الساعة‬


THE WAR ON MY PHONE Nachrichten aus Syrien „Ich bin in Europa, in Sicherheit, aber dem Krieg konnte ich nicht entfliehen. Er ist da, jeden Tag. Auf meinem Handy.“ Koproduktion der Deutschen Welle mit dem WDR. Die Dokumentation wird ab 8. Dezember in zwei Teilen jeweils in Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch ausgestrahlt. Redaktion: Hanne Kehrwald (DW), Jutta Krug (WDR) www.dw.com The War on my Phone

grenzenlos

25


Impressum Herausgeber SOS-Kinderdorf Zwickau Mehrgenerationenhaus Kolpingstraße 22 Zwickau 08058

Vielen Dank für die Unterstützung durch

Redaktion Khalid Sannaa Iman Khandash Dara Servatian Hani Fard Abdul Rahman Takleh Koordination und Projektleitung Susanne Hartzsch-Trauer Journalistische Beratung Claudia Drescher Layout & Grafik Iman Khandash Satz und Druck Thomas Milverstädt, TMDESIGN Zwickau Bildnachweis Bei allen Fotos und Grafiken erfolgt die Urhebernennung direkt am Bild Auflage 1000 Stück, gedruckt in Deutschland Verbreitungsgebiet Stadt Zwickau Übersetzungen Sprach- und Kulturmittlerdienst Zwickau Persisch: Bahareh Chegini Arabisch: Monzer Sonbol Mohamad Hassan Altiziny Khalid Sannaa Preis «grenzenlos» ist kostenlos Erscheinungsjahr Dezember 2018 Kontakt Redaktion «grenzenlos»mz-zwickau@sos-kinderdorf.de Telefon: +49(0)375 390250

26 grenzenlos

Die Demokratietage werden mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des von Abgeord.. neten des Sachsischen Landtags beschlossenen Haushaltes

Foto: Abdul Rahman Takleh


Das Team von «grenzenlos» Khalid Sannaa

L

ebt seit drei Jahren zusammen mit seiner Frau Iman in Deutschland. Der 34-Jährige ist studierter Elektroingenieur und stammt aus der syrischen Stadt Idlib.

Dara Servatian

K

am vor sechs Jahren nach Deutschland. In seiner Heimat in der iranischen Stadt Teheran war der 43-Jährige als Wirtschaftsingenieur tätig .

L

ebt seit drei Jahren mit ihrem Mann Khalid in Zwickau. Die 30-Jährige kommt aus Aleppo, wo die Grafikdesignerin zuletzt an der Universität als Dozentin für Kunst tätig war. In Zwickau waren ihre Kunstwerke bereits in einer Ausstellung zu sehen.

Abdul Rahman Takleh

I

st Hobbyfotograf aus Damaskus und seit September Azubi bei der Deutschen Bahn Netz. Früher studierte er IT. Im Krieg musste er sein Studium abbrechen und flüchtete mit seiner Familie nach Deutschland.

Hani Fard

Fadi Bubo

L

L

Susanne Hartzsch-Trauer

Claudia Drescher

ebt seit neun Monaten in Deutschland. In seiner Heimat in der iranischen Stadt Teheran war der 31-Jährige als Bauingenieur tätig.

Foto: Abdul Rahman Takleh

Iman Khandash

S

tammt aus dem Vogtland und lebt seit 1982 in Zwickau. Die 56-Jährige gründete 1991 zusammen mit weiteren Mitstreiterinnen das heutige Mehrgenerationenhaus des SOS-Kinderdorfs Zwickau.

ebt seit fünf Jahren in Deutschland. Der 42-Jährige hat IT studiert und war in seinem Geburtsland Libanon zuletzt als Inspektor für Arbeitssicherheit tätig. Diesem Beruf geht er inzwischen auch in seiner neuen Heimat nach.

S

tammt ursprünglich aus Zwickau und lebt seit 2009 wieder in der Stadt. Die 35-Jährige ist als freie Journalistin und Übersetzerin für die Sprachen Englisch und Portugiesisch sowie gelegentlich als Autorin tätig.

grenzenlos

27


28 grenzenlos

Foto: Abdul Rahman Takleh

‫با حدود‬


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
GRENZENLOS by Alter Gasometer - Issuu