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Inhalt

Persönliche Meinung

Förderprogramme im Karwendel

Das Karwendel und das Alpenpark-Magazin aus der Eine Naturlandschaft zu besitzen ist das eine - Eine Sicht der Verantwortlichen im Land Naturlandschaft zu erhalten das andere.Welche Seite 3 Projekte gerade laufen und was gefördert wird, das zeigt die Broschüre "Förderprogramme". Ein kleiner Einblick. Seite 14 Das Karwendel: woher? - wohin? Das Karwendel ist eine alte Natur- und Kulturlandschaft. Mit der Geschichte und der Zukunft dieser einmaligen Landschaft setzt sich Otto Karwendel-Gemeinden Die Gan-Alm in Terfens gehört zu den ältesten Almen Leiner auseinander. Seite 4-7 im Karwendel. Regina Köchler weiß die Geschichte dazu. Wissenswertes bietet auch ein Streifzug durch die geschichte der Karwendelgemeinde Absam. Und Der Vogellehrpfad warum das Wegkreuz bei der Walderalm "Dollfußkreuz" heißt erzählt Christian Leitgeb. in Zirl Seite 16 Wandern und dabei Lernen - Unter diesem Motto stand ein Projekt der Hauptschule Zirl. Johanna Stieger berichtet wie Kinder und Jugendliche sich Natur-aktiv nachhaltig mit der Natur der Region auseinandersetz"Beißwürm" hat man die Schlangen geheißen. Otto ten. Leiner bietet eine Übersicht welche Schlangen im Seite 8 Karwendel beheimatet sind und wie man sie erkennen kann. Seite 18-19 Frederik Fuchs der Naturdetektiv

des Alpenparks Unser Naturdetektiv nimmt euch liebe Kinder mit in die Welt der Natur. Wissenswertes und Kniffliges hat er für euch vorbereitet. Und es gibt auch einen schönen Preis zu gewinnen. Seite 9-12

Sommerprogramm im Karwendel Das umfangreiche Angebot an Veranstaltungen, Führungen und Naturerlebnismöglichkeiten zeigt das Sommerprogramm 2004 des Alpenparks. Günther Haselwanter stellt die Höhepunkte vor. Seite 13

Infozentren als Anziehungspunkt Mit dem Infozentrum Scharnitz bietet der Alpenpark neben dem Hauptzentrum in Hinterriß zwei Anlaufstellen für Natur- und Kutlurinteressierte Besucher. Was alles geboten wird und welche guten Geister dahinterstehen hat Günther Haselwanter recherchiert. Seite 14 2

Impressum: Titelbild: Eichhörnchen (Foto: Michaela Walch) Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Koordinationsstelle Alpenpark Karwendel Amt der Tiroler Landesregierung Abteilung Umweltschutz Altes Landhaus A-6010 Innsbruck Telefon +43(0)512/508/3452, E-Mail: umweltschutz@tirol.gv.at www.karwendel.org Konzeption, Koordinierung und Schlussredaktion: Mag. Otto Leiner, Bernhard Moritz, MAC-Werbeagentur/Landeck Fotos: Archiv Abteilung Umweltschutz, Foto Ascher, Günter Haselwanter, Bernhard Leismüller, Otto Leiner, Anton Vorauer, Archiv Terfens, Archiv Gnadenwald. Gestaltung: MAC-Werbeagentur/Landeck Druck und Lithos: Tiroler Repro Druck GmbH Auflage: 25.000


Editorial Eine Zeitschrift als Sprachrohr für die Natur und all jene, die mit dem Alpenpark Karwendel zu tun haben Die Herausgabe dieses Magazins soll den Alpenpark ein Stück näher an die Bevölkerung der Karwendelgemeinden bringen. Neben Fachbeiträgen und Informationen soll auch Platz sein für den Dialog. Karwendelbegeisterte kommen ebenso zu Wort, wie kritische Stimmen. Für mich wäre dies ein weiterer Schritt in der positiven Zusammenarbeit zwischen Naturschutz und -nutzung. Die große Herausforderung für die Naturschutzarbeit im Alpenpark Karwendel besteht darin, alle Nutzer unter einen Hut zu bringen, denn das Ziel des Naturschutzes im Karwendel sollte nicht sein, dass eine Glashaube über das Gebiet gestülpt und damit jegliche menschliche Nutzung ausgeklammert wird. Damit dieses Naturjuwel, diese bunte Mischung aus Urlandschaft und Kulturlandschaft, auch für die nächsten Generationen erhalten werden kann, bedarf es der Mithilfe jedes Einzelnen. Mit ein bisschen Rücksichtnahme müsste ein positives Nebeneinander von Mensch und Natur möglich sein und ich hoffe, dass mit dieser Zeitschrift ein Beitrag dazu geleistet wird.

Dr. Anna Hosp Landesrätin

Schutzgebiete Eine Chance für das Nebeneinander von Naturschutz und Regionalentwicklung Der Stellenwert des Naturschutzes in Tirol wächst. Haben doch viele den wirtschaftlichen aber auch geistigen Wert einer intakten Natur erkannt, sodass Umfragenergebnisse für die Stärkung des Naturschutzes plädieren. Bei den realen Entscheidungen schlägt das Pendel jedoch immer noch für Wirtschaft und Tourismus zum Nachteil der Natur aus. Dem Naturschutz gelingt es trotz vieler Kompromisse nicht, das Image des „Verhinderers“ abzuwerfen. Der Naturschutz einer Region spiegelt sich auch in der Zahl, Größe und vor allem Qualität der Schutzgebiete wider. Mit dem Alpenpark Karwendel hat Tirol ein europäisches Großschutzgebiet, bei dem sich das Nebeneinander von Natur- und Kulturlandschaften in einer noch ursprünglichen Form zeigt. Dieses unschätzbare Kapital kann einen starken Impuls für die regionale Entwicklung auslösen, wenn sich endlich die negative Betrachtungsweise der Wirtschaftseinschränkung ändert. Naturschutz vor allem in Schutzgebieten muss von der heimischen Bevölkerung getragen werden. Dieses Karwendelmagazin soll daher in Zusammenarbeit mit Interessierten und Betroffenen gemacht werden. Es möge künftig zu einem besseren Miteinander in und mit der Natur führen.

Dr. Gerhard Liebl Leiter der Abteilung Umweltschutz

Alpenpark Karwendel – Natur und Kulturlandschaft Das Erscheinungsbild des Alpenparks Karwendel ist vom Jahrhunderte langen Einfluss des Menschen geprägt. Die Bergbauern haben die Waldgrenze vielerorts weit nach unten gedrückt, um Weideflächen zu bekommen. Der Salzbergbau und die Forstwirtschaft nutzten die einstigen Bergmischwälder und verwandelten sie in Fichtenreinbestände. Das Karwendel hat auch eine rund 150-jährige Tradition als Erholungsregion, wobei heute von Mai bis Oktober weit über eine Million Menschen ins Gebiet strömen. Im Karwendel finden wir ein Nebeneinander von Natur- und Kulturlandschaft in seiner ursprünglichsten Form vor und es treffen die unterschiedlichsten Landnutzer aufeinander. Die riesige Herausforderung besteht darin, diese unterschiedlichen Interessen gleichrangig nebeneinander zu stellen. Erstes Ziel ist, diesen Natur- und Kulturraum in seiner Vielfalt und Schönheit zu erhalten. Ein weiteres Ziel ist, diesem Gebiet und dem Landschaftscharakter entsprechende Erholungseinrichtungen anzubieten. Durch unterschiedliche Formen des Begreifens und Erlebens der Natur können die Zusammenhänge der Natur erlebbar gemacht werden. Und über den Alpenpark Karwendel müssen Initiativen für eine wirtschaftliche Weiterentwicklung gesetzt werden. Diese Zeitschrift soll für die Zukunftsentwicklung dieses Naturraums ein wichtiger Beitrag werden.

Mag. Otto Leiner Koordinationsstelle Alpenpark Karwendel

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Natur-Thema

Der Alpenpark Karwendel „Natur schützen – Natur nützen“ Das Karwendel stellt eine gewaltige Felslandschaft dar, die sich zwischen Inn und Isar, Achenseetal und der Seefelder Senke erstreckt. Vor mehr als 230 Millionen Jahre tummelten sich hier noch Fische und Ammoniten und es wuchsen Korallenriffe empor. Vor ca. 115 Millionen Jahren begannen gewaltige Kräfte die drei bis vier Kilometer mächtigen Schichten neu anzuordnen und es entstanden die vier heutigen Hauptketten. Auf diese

Großer Ahornboden

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Jahrhunderte langen Einfluss des Menschen geprägt. Die Bergbauern haben die Waldgrenze vielerorts weit nach unten gedrückt, um neue Weideflächen zu bekommen. Der Bergbau, vor allem der Salzbergbau und die Forstwirtschaft nutzten die einstigen Bergmischwälder und verwandelten sie in Fichtenreinbestände, die heute wieder mühsam in Mischwälder zurückgebildet werDas Erscheinungsbild des den. Das Karwendel hat auch eine Karwendels ist aber auch vom rund 150jährige Tradition als gebirgsbildenden Prozesse folgte der “kosmetische Feinschliff ” der Karwendelketten. Die Gletscher der Eiszeiten, teilweise war das Karwendelgebirge bis in eine Höhe von 2200 m von Eis eingeschlossen, und das abschmelzende Wasser sind mitverantwortlich für das heutige Aussehen. So würde es – kurz zusammengefasst – der Geologe sehen.


Natur-Thema Erholungsregion. Die bergsteigerische Erschließung begann in der Mitte des 19. Jahrhunderts durch meist ausländische Bergsteiger, allen voran Hermann Freiherr von Barth, der allein im Sommer 1870 achtundachtzig Gipfel erstieg. Der Beginn des Alpinismus war auch der Beginn des Tourismus in den Bergregionen. Um die Natur ausreichend zu schützen und der touristischen Erschließung Einhalt zu gebieten, wurde 1928 der zentrale Teil des Karwendels unter Naturschutz gestellt. 1989 erfolgte eine Neuverordnung, bei der neue Schutzziele und die jetzige Ausdehnung festgelegt wurden. Benannt als „Alpenpark Karwendel“ umfasst dieser Zusammenschluss von 11 Einzelschutzgebieten beinahe das gänzliche Karwendelmassiv und ist mit einer Fläche von 727 km2 das größte Schutzgebiet von Tirol. Mit dem bayerischen Anteil und einer Gesamtfläche von ca. 920 km2 Fläche ist dies das größte zusammenhängende Schutzgebiet der nördlichen Kalkalpen. Da diese einmalig schöne Landschaft ein wertvolles Rückzugsgebiet für viele Tiere und Pflanzen ist, wurde 1995 der gesamte Alpenpark Karwendel als Natura 2000-Gebiet der Europäischen Kommission gemeldet. Natura 2000 ist die Bezeichnung für ein europäisches Netz von Schutzgebieten. Das Ziel dieses Schutzgebietssystems ist die Sicherung der Artenvielfalt durch Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen, wobei gleichzeitig die wirtschaftlichen, kulturellen und regionalen Anforderungen berücksichtigt werden sollen.

schützen“ und „Natur nützen“ wirklich aus? Für den Tourismus sind die Alpen, und das Karwendel ist nun mal ein Teil davon, ein großer Fitnessraum. Für den Verkehr sind die Berge ein lästiges Verkehrshindernis – in die Eng muss man vom Inntal aus immer noch den Umweg über Deutschland nehmen und für die Land- und Forstwirtschaft ist dieses Gebirge ein nur äußerst schwierig bearbeitbarer Raum.

Das Karwendel ist im Vergleich zu bekannteren Alpenregionen touristisch eher schwach entwikkelt. Der moderne Massentourismus, wie wir in aus anderen Destinationen kennen, findet hier noch nicht statt. Beinahe möchte Viele beeindruckende Zahlen man sagen, dass sich dieser touriund Fakten – doch wie sieht die stische Gebirgsraum noch durch Gratwanderung zwischen „Natur Beständiges, Bekanntes und

Unveränderliches definiert und die moderne Freizeitgestaltung, die eben Trendiges, Rasches und Vergängliches mit sich bringt, sich noch nicht breit gemacht hat. Entweder versucht man jetzt, hier gegenüber anderen Regionen aufzuholen oder man setzt gleich auf einen Tourismustrend, der heißt: Ruhe und Kontemplation. In Zeiten der Hektik und des Immerschnellerwerdens sind solche Räume äußerst wichtig für Regeneration des Menschen. Genau dies wäre zu nutzen und nicht wie bisher, die Rahmenbedingungen wie Natura 2000-, Natur-, Ruhe- und Landschaftsschutzgebiete nur als strenge Begrenzung einer weiteren Entwicklung aufzufassen und den Naturschutz als Verhinderungswerkzeug sondern als Chance zu sehen. ➔ ➔ ➔ 5


Natur-Thema

Blick vom Bettelwurf Richtung Innsbruck

Wir haben ja schon zu Beginn gehört, dass die Landwirtschaft im Karwendel ihre Spuren hinterlassen, damit aber auch wiederum Lebensraum für diverse Tier- und Pflanzenarten geschaffen und das heutige Landschaftsbild mitgeprägt hat. Diese Nutzung und Pflege des Grünlandes als vorherrschendes Landschaftselement liegt auch im Interesse der gesamten Bevölkerung. Die Alternative zu dieser Nutzung wäre im Karwendel die Aufforstung bzw. 6

die natürliche Verwaldung dieser Flächen. Damit würden aber zunehmend landschaftlicher Reiz und wertvolle Lebensräume verloren gehen. Laut Jahresbericht der Landwirtschaftskammer von 2003 hat die Durchschnittsleistung der Kühe mit kontrollierter Milchleistung erstmals die 6000 kg-Grenze erreicht. Was hat das mit dem Karwendel zu tun? Diese Milchleistung bedeutet, dass immer mehr Rinder eine Leistungshöhe erreichen, die mit

dem für Rinder von der Natur vorgesehenen Futtermitteln nicht mehr erzielt werden kann. Es muss zum auf den Almen vorhandenen Futterdargebot zugefüttert werden. Unzählige Kraftfuttertransporte in die entlegensten Talschaften im Karwendel untermauern dies. Eigentlich müsste es im grundsätzlichen Interesse der Bauern liegen, die vorhandenen Grünlandflächen auf der Alm für


Natur-Thema Wirtschaft und die des Naturschutzes nebeneinander zu stellen und miteinander zu verflechten. Ein Hauptinteresse ist, diesen Natur- und Kulturraum in seiner Vielfalt und Schönheit zu erhalten. Werkzeuge dafür sind: Besucherlenkung, Schutzgebietsbetreuung, Vertragsnaturschutz, Forschungsprojekte etc. Ein weiteres Ziel ist, diesem Gebiet und dem Landschaftscharakter entsprechende Erholungseinrichtungen anzubieten. Entsprechende Infrastruktureinrichtungen wie ein geeignetes Wander- und Radwegenetz mit den entsprechenden Rastplätze, Übernachtungsmöglichkeiten sind im Karwendel ja bereits vorhanden. Durch Themenwege, Infostellen, Informationsmaterialien, verschiedenste Bildungsangebote sollen Natur und Kultur und deren Zusammenhänge erlebbar gemacht werden. Auch hier ist das Grundgerüst bereits vorhanden – es muss aber besser vernetzt und zugänglich gemacht werden.

die Lebensmittelproduktion bestmöglich zu nutzen und nicht die Bewirtschaftung solcher Flächen durch Getreideersatz immer unnötiger zu machen und die Almen nur mehr als ausgelagerte Heimflächen zu verwenden. Inwieweit dadurch auch die Produkte leiden, kann vielleicht auch daran gemessen werden, dass aus Milch, die ausschließlich von Hochleistungskühen mit gigantischen Jahresleistungen stammt, kaum haltbarer Hartkäse erzeugt

werden kann. Regionale Produkte, die über einen entsprechenden Preis abgesetzt werden, würden ebenso zu einem Erfolg führen. Die Feinkostladen-Philosophie sollte hier wieder einen Anstoß bekommen und weiterentwickelt werden. Hier braucht es Ideen und Alternativen für eine zukünftige und nachhaltige Entwicklung, um langfristig bestehen zu können.

Eine offene Diskussion der unterschiedlichen Zukunftsvorstellungen von Naturschutz, Landwirtschaft, Jagd, Forstwirtschaft, Gewerbe und Tourismus wird nötig sein, um aktiv die Zukunft dieses Gebietes gestalten und neue Initiativen für die Region setzen zu können. Damit dieses Naturjuwel, diese bunte Mischung aus Urlandschaft und Kulturlandschaft, auch für die nächsten Generationen erhalten werden kann, bedarf es aber vor allem der Mithilfe jedes Einzelnen und mit ein bisschen Rücksichtnahme müsste ein positives Nebeneinander von Mensch und Natur möglich sein.

Es ist sicher nicht einfach, die unterschiedlichsten Interessen der

Autor: Otto Leiner

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Natur-Tipp

Vogellehrweg in Zirl Zirl. Vor ca. zwei Jahren haben die Klassenvorstände der damaligen 2a Klasse der Hauptschule Zirl, Elisabeth Leis und Josef Ebenbichler, das Projekt angeregt, den alten in den siebziger Jahren errichteten Vogelsteig mit den Kindern zu erneuern. Der Tourismusverband Zirl hat diese Idee positiv aufgenommen und die Finanzierung zugesichert. Die Kinder erarbeiteten in zahlreichen Stunden die Texte für die Vogellehrtafeln. Eltern bauten die Häuschen mit den Kupferdächern.

Hochzirler Straße bis zum LKH Hochzirl. Am alten Weg waren ca. 12 Vogeltafeln – der neue Weg umfasst 23 Schautafeln, auf welchen die Vögel erklärt werden und bildlich dargestellt sind.

Dieses Projekt sollte die Sensibilisierung für die Natur rund um Zirl fördern. Uns scheint der Weg, über die Kinder und Jugendlichen das Bewusstsein zu stärken, der wirksamste. Die Aufstellung wurde dann Vielfach ist nicht bekannt, vom Tourismusverband übernom- welchen Reichtum die men. Der Weg wurde verlängert nächste Umgebung beinund führt nun direkt von der haltet.

Wegbeschreibung: Ausgangspunkt: direkt an der Hochzirler Straße ca. 100 m links nach der Zufahrt der Umfahrungsstraße, auf gut markiertem Steig mit den Vogellehrtafeln anfänglich etwas steiler, dann durch Misch- und Föhrenwald ca. 1,5 Stunden nach Hochzirl. Möglichkeit mit dem Bus zurück nach Zirl zu fahren oder über die Ehnbachklamm zum Ausgangspunkt zurückzukehren. Die Sonderbroschüre „Zirler Vogellehrweg“ erhalten Sie im Tourismusbüro Zirl.

aus der Broschüre „Zirler Vogelsteig“

Die Alpenparkgemeinde Zirl Zirl am Südhang des Karwendels am Fuße des Schlossberges Fragenstein hat mit seinen 6500 Einwohnern und einer Fläche von 57,24 km2 einen großen Anteil am Alpenpark Karwendel. Insgesamt sind 47,1 km2 als Schutzgebiet ausgewiesen. 8

Im unmittelbaren Ortsgebiet gibt es besondere Schutzzonen, wie das Naturschutzgebiet Fragenstein mit dem Schlosswald und seinen Mannaeschen und das Naturschutzgebiet Martinswand. 86,2 km Wanderwege durchziehen diesen einzigartigen Natur-

raum und bringen dem Besucher Naturschönheiten und Besonderheiten näher. Durch die sonnige Lage im Schutz der Berge gibt es in Zirl Vorkommen von Pflanzen und Vogelarten, welche üblicherweise nur in den südlichen Kalkalpen bzw. in den Ausläufern der Ostalpen beheimatet sind. Autor: Johanna Stieger


Natur-Detektiv

Frederik Fuchs der schlaue

Naturdetektiv

der

Natur auf

der

Spur 9


Natur-Detektiv Wie alt können Bäume werden? ❏ 1000 ❏ 487 ❏ 167

N M B

Wer darf bei den Rothirschen zuerst essen? ❏ die Jungtiere T ❏ die Weibchen O ❏ die Männchen A

Woran erkennt man das Alter eines Baumes? ❏ An der alten Rinde G ❏ An den Ringen im Stamm E ❏ An der Anzahl der Äste H

Welches Tier hat die schärfsten Augen? ❏ Der Hund ❏ Der Wanderfalke ❏ Der Luchs

Wozu haben Bäume Blätter? ❏ Zum Schutz vor dem Wind ❏ Zum Atmen ❏ Zum Schutz vor Kälte

Manchmal bekomme ich knifflige Fälle zum Lösen. Aber vielleicht kannst du mir dabei helfen. Weißt Du vielleicht die Antwort auf die oben gestellten fragen? Hinter jeder Antwort befindet sich ein Buchstabe. Notiere den Buchstaben der hinter der Lösung steht. Wenn Du geschickt bist, dann wirst du aus den Buchstaben ein Lösungswort zusammenstellen können. Ein kleiner Tipp von mir: Das Lösungswort verrät die Landschaft, in der ich wohne.

P W Ö

Warum verlieren Laubbäume ihre Blätter? ❏ Weil sie im Herbst alt werden C ❏ Weil es im Herbst zu kalt wird R ❏ Weil sie zu schwer für den Baum werden I

Y L H

Wie entdeckt die Eule in der Nacht ihre Beute? ❏ mit den Augen F ❏ mit den Ohren K ❏ mit der Nase S Wie schnell kann ein flüchtender Hase werden? ❏ 50 Stundenkilometer X ❏ 70 Stundenkilometer D ❏ 90 Stundenkilometer J Welcher Vogel legt seine Eier in fremde Nester? ❏ Amsel G ❏ Kuckuck E ❏ Fink Z Wenn du das Lösungswort gefunden hast und einen Preis gewinnen willst, dann sende eine Postkarte mit dem richtigen Lösungswort an folgende Adresse: Amt der Tiroler Landesregierung Abteilung Naturschutz Eduard Wallnöfer Platz 3 A-6020 Innsbruck Unter den Einsendungen werden 10 Kinderpakete verlost. Einsendeschluss ist der 1. September 2004. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen!

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Natur-Detektiv

Tierspuren

Spurensuche

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Nicht nur im Schnee

Verschiedene Arten von Spuren

A

B

C

D

E

F

G

Namen zuweisen:

G = Marder F = Rotwild E

=

Reh

D = Katze C = Fuchs B = Dachs A = Feldhase

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Natur-Detektiv

Ohne Licht gibt es kein Leben

Regeln für den Waldspaziergang

Als ich wieder einmal auf Spurensuche war, ist es ziemlich spät geworden. Mitten in der Nacht bin ich in meinen Fuchsbaue zurückgekommen. Und als ich so gemütlich über meinen letzten Fall nachgedacht habe, habe ich mich gefragt: Was wäre, wenn es immer dunkel wäre und die Sonne gar nicht mehr scheinen würde. Was würde dann mit den Pflanzen passieren? Könnten die dann überleben? Um das auszuprobieren, habe ich mich auf die Spur nach der Wirkung des Lichtes gemacht. Und ich bin auf ein spannendes Ergebnis gekommen. Ich verrate Dir wie es geht:

Wenn du draußen in der Natur bist, musst du dich an einige wichtige Regeln halten:

Du brauchst dazu folgende Sachen: 1 Zimmerpflanze, 2 kleine Stücke schwarzen Karton, 1 Schere, Klebefilm

Lass deinen Müll nicht einfach im Wald herumliegen sondern sammle ihn in einer Tüte und nimm ihn mit Nachhause.

Feuer darfst du nur zusammen mit einem Erwachsenen an dafür vorgesehenen Orten entfachen. Feuer und Glut müssen ständig unter Aufsicht stehen.

Vermeide Lärm in der Natur. Denk an die Tiere.

Geh nie ins Wasser, wenn du allein unterwegs bist! Schneide zuerst zwei Stücke schwarzen Tonkarton zurecht, groß genug, um ein Blatt der Zimmerpflanze abzudecken. Lege das Blatt anschließend ganz vorsichtig, ohne es von der Pflanze abzureißen, zwischen die Kartons, wie eine Scheibe Käse zwischen zwei Brotscheiben. Klebe die Kartonstücke so zusammen, dass kein Sonnenlicht mehr an das Blatt kommen kann.

Falls du ein Weidentor öffnest, musst du das natürlich auch wieder schließen.

Nimm deinen Hund an die Leine, wenn er mit dir auf Wanderschaft ist.

Pflücke keine Blumen damit sich der nächste Wanderer auch daran erfreuen kann.

Dann musst du 7 Tage warten. Wenn du das Blatt auspackst, wirst du eine große Überraschung erleben. Ich war auch sehr überrascht. Und dann bin ich draufgekommen, dass die Pflanze den Farbstoff der alle Blätter grün färbt und Chlorophyll heißt, nur dann bilden kann, wenn genug Sonnenlicht scheint. Da diese grüne Farbe für das Überleben der Pflanze sehr wichtig ist, wird das Blatt ohne Sonnenlichtbestrahlung ganz blass und stirbt ab. 12

Oft ist es besser, wenn du einen kleinen Umweg machst. So brauchst du auch nicht über Zäune zu klettern und diese beim Klettern vielleicht kaputt zu machen.


Natur-Tipp

Karwendel Sommerprogramm Die Arbeiten für die Fertigstellung des Alpenpark Karwendel Sommerprogramms laufen derzeit auf Hochtouren. Am Konzept dem Besucher und Interessierten der Karwendelregion einen umfassenden Überblick möglichst aller Veranstaltungen und Informationseinrichtungen zu geben, wird auch heuer wieder fest gehalten. Vielfältig wie das Karwendel ist auch das heurige Karwendel Sommerprogramm:

Braunes Langohr

Unter dem Thema „Karwendel Natur“ können Sie an verschiedenen Orten im Alpenpark Karwendel „Natur“ auf unterschiedliche Art und Weise erleben. In Zusammenarbeit mit dem Alpenzoo und dem Botanischen Garten der Universität Innsbruck werden z.B. Fauna und Flora des Karwendels und deren spezielle Anpassungen vorgestellt. Verschiedene Vorträge und Exkursionen rund um den Alpenpark Karwendel geben einen lebendigen Eindruck der Lebewelt vor Ort.

Rißtal-Eng, Achenkirch-Pertisau Unter „Karwendel Kultur“ und „Karwendel Information“ finden und Seefeld geplant sind. Sie eine Zusammenstellung sämtDer Alpenpark Karwendel stellt licher Museen und weiterer für Fledermäuse ein richtiges Informationseinrichtungen von biologisches Eldorado dar. Alpenpark Karwendel Gemeinden. Ausgezeichnete Lebensräume für Das Karwendel Sommerprogramm diese einzigen fliegenden Säugetiere ist auch heuer wieder gratis bei allen sind z.B. die zahlreichen Gemeinden und TourismusverbänAltbaumbestände und Felswände. den in der Karwendelregion Weitere Unterschlupfmöglichkeiten erhältlich bzw. kann auch stellen auch die vielen Almhütten, von der „Karwendel-Homepage“ „Stadln“ und sonstige Gebäude dar. www.karwendel.org Allerdings ist die Anwesenheit der heruntergeladen oder Fledermäuse schwer nachzuweisen, über das Alpenpark Außergewöhnliche Höhepunkte weil sie sich teilweise in sehr enge K a r w e n d e l stellen die Nachtfangaktionen für Felsspalten, Ritzen an und in S e r v i c e t e l e f o n Schmetterlingen und Fledermäusen Gebäuden oder in Baumhöhlen +43(0)664-5587364 dar, die heuer für den Bereich zurückziehen. Leider kommt es bestellt werden. immer wieder vor, dass junge Fledermäuse aus dem Quartier fallen. In diesem Fall sollte rasch Fledermaus Hotline „Erste Hilfe“ geleistet werden, denn Falls Sie Fledermausquartiere in oder Bäumen kennen, mehr die Jungen verhungern und verdur- Gebäuden über die Tiere wissen wollen oder bei sten, wenn sie von der Mutter sonstigen Fragen kontaktieren Sie bitte: getrennt werden. (Siehe Fledermaus Hotline) Mag. Anton Vorauer Von Natur-Erlebnisführung, gemütlichen Wanderungen bis zur anspruchsvollen Karwendel Durchquerung werden Ihnen zum Schwerpunkt „Karwendel Erleben“ allerlei Veranstaltungen geboten.

Karl Innerebnerstraße 54 6020 Innsbruck e-mail: anton.vorauer@utanet.at Tel.: 0676 444 66 10 oder 0512 28 13 39 www.fledermausschutz.at Autor: Günter Haselwanter

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Natur-Info

Infozentren für Karwendel-Besucher Zwei Infozentren im Alpenpark Karwendel wollen den Besuchern Kultur und Natur der einmaligen Landschaft näherbringen. Fritz ist seit 4 jahren Leiter des Infozentrums Hinterriß. Im Gespräch mit der „Karwendel Magazin“ gibt er Einblick in seine abwechslungsreiche Tätigkeit.

„Karwendel Magazin“: Was sind die häufigsten Fragen der Besucher? Fritz: Die Wege zu den Hütten und den besonders sehenswerten Naturdenkmälern, wie z.B. zum Großen und Kleinen Ahornboden sind besondere „Renner“. „Karwendel Magazin“: Was waren besondere Erlebnisse mit Besuchern des Infozentrums?

ca. 20 km „den Berg mies macht“. .... wo ist die nächste Tankstelle, aber im Rißtal gibt’s keine .... ... Teilnehmer an Busgesellschaften, die fragen, wann denn das nächste Gewitter „stattfindet“. Sie haben da vielleicht eine Theatervorstellung der Alpenländler erwartet. Aber es sind in der Mehrzahl recht begeisterte Besucher, die auch mal ein Lob für die vielen Mühen in das Gästebuch schreiben. Und das animiert einen dann, sich auch weiter engagiert für die Sache einzusetzen.

„Karwendel Magazin“: Warum wurde ausgerechnet in Hinterriß das erste Infozentrum von Nordtirol Fritz: Bergunerfahrene TurnschuhTouristen, die abends um 18.00 Uhr errichtet? zum Karwendelhaus aufsteigen Fritz: Der Bereich Rißtal ist wollen, und noch schimpfen, weil einer der Besucher-Magneten des man ihnen durch warnende „Karwendel Magazin“: Vielen Alpenpark Karwendel. Viele Leute Hinweise für den Marsch von Dank für das Gespräch! besuchen die Eng, wandern dem „Naturlehrpfad Großer Ahornboden“ zur Alm, ohne zu wissen, dass sie im größten Schutzgebiet Tirols sind. Das zu ändern, die Besucher positiv zu informieren und gleichzeitig eine Infrastruktur für die Fraktion Hinterriß zu schaffen, waren die Hauptziele. „Karwendel Magazin“: Wie viele Besucher haben Sie durchschnittlich pro Jahr? Fritz: Wir liegen in den letzten Jahren bei 15.000 bis 16.000 pro Saison, wobei diese von Mitte Mai bis Ende Oktober (Wochenende um den Nationalfeiertag) dauert. Mittlerweile waren schon über 60.000 Besucher hier. „Karwendel Magazin“: Was wollen die Besucher des Infozentrum alles wissen? Fritz: Wir versuchen den Besuchern jegliche Auskunft zu geben, von naturkundlichen Besonderheiten bis zu Hüttenauskunft, Zustand der Wege, Wetterbericht, Fahrplanauskunft öffentlicher Verkehrsmittel usw. 14

Elchskelett im Infozentrum Scharnitz


Natur-Info Infozentrum Hinterriß seit 1997 Ehemalige Volksschule Idyllische Lage neben einem Teich mit spektakulären Ausblick auf die Torwände Vorführraum mit MultivisionsDiaschauen („Karwendel: Gebirge der Gegensätze“ und „Faszination im Kleinen“) in dem auch die Geologie und der Berg-Ahorn vorgestellt wird. „Bestimmungsecke“: Allerlei ökologische Information zum selber Ausprobieren und ein „Geschichtsbuch“ runden die Fachinfo des Infozentrums ab.

Diaschau im Infozentrum Hinterriß

Infozentrum Scharnitz seit 1998 Herzstück: 8.000 Jahre altes Elchkalb (Fundort: Vorderkarhöhle unterhalb der Pleisenspitze). Der Elch steht seinem Fundort entsprechend in einer nachgebauten Höhle, die auch über die wichtigsten Gesteinsarten des Karwendels Auskunft gibt.

Infotafeln zu den Themen: Jagd, Holzgewinnung, Pfanzenund Tierwelt Sitzecke mit Vorführmöglichkeit der Karwendel DVD. Für Kinder steht eine kleine Spielecke mit Plüschtieren zum Spielen zur Verfügung. Öffnungszeiten: Ganzjährig.

Öffnungszeiten: Mitte Mai bis von 10 bis 18 Uhr

Oktober

I N T E R N E T- A D R E S S E : www.kar wendel.org Ein besonderer Renner ist der jährlich erscheinende Bildkalender vom Alpenpark Karwendel.

Förderprogramm Alpenpark Karwendel Der Alpenpark Karwendel als größtes Schutzgebiet von Tirol trägt einen maßgeblichen Teil zum Schutz gefährdeter Tierund Pflanzenarten bei. Das Ziel der Förderungen im Karwendel ist vor allem eine Sicherung der Artenvielfalt durch Erhaltung der natürlichen Lebensräume und Kulturlandschaften. Es sollen dabei besonders gefährdete Lebensräume, wie Hochmoore, Blumenwiesen und Arten wie z.B. Flussuferläufer, der Erhalt des einzigartigen Landschaftsbildes des Ahornbodens und die Verbesserung des Landschaftsbildes und des Erholungswertes im Alpenpark be-

rücksichtigt werden. Somit wird auch ein Beitrag zur Verwirklichung eines der Hauptziele des Natura 2000 Gebietes Karwendel die Wahrung eines günstigen Erhaltungszustan-des der natür-

lichen Lebensräume und der Arten - geleistet. Die Broschüre „Karwendel Förderprogramm“ ist in allen Alpenpark Karwendel Gemeindeämtern, in der Abteilung Umweltschutz oder unter dem Alpenpark Karwendel Service Telefon: 0043(0)664-5587364 erhältlich. Sie können diese Broschüre aber auch von der Homepage herunterladen. www.karwendel.org Der „Rundblättrige Sonnentau“ ist eine der wenigen fleischfressenden Pflanzen im Alpenpark Karwendel! Mit Umzäunungen von Hochmooren soll das langfristige Überleben dieser Pflanze gesichert werden. 15


Rundblick

Terfens Gan-Alm Die einzige Alm auf Terfner Gebiet, hinter dem Vorberg an den Abhängen zum Vomper Loch gelegen, ist schon um 1500 genannt. Der Forstmeister der Herrschaft Thaur hatte die Almen Gan und Maizun (aufgelassen) dem Sebastian Riedmil (Unterrieder) gegen ein jährliches Entgelt von 20 Kreuzern zur Bearbeitung überlassen. Das etwa 13 ha große Areal, schon in der Zeit vor den genutzt, mit Hütte und Kapelle Römern gerodet und als Alm aus dem 19. Jahrhundert wird

heute vornehmlich von Jungvieh Autor: Regina Köchler beweidet.

Absam Absam liegt östlich der Landeshauptstadt Innsbruck am südlichen Ende des Karwendelgebirges. Das Gemeindegebiet hat eine Größe von 52 km2. Die Einwohnerzahl betrug im Jahre 1920 - 2.100 Personen und im Jahre 2001 6.376 Personen. Vor ca. 1000 Jahren wurde Absam erstmals erwähnt. Ein Rückblick Einer geistlichen Feder verdankt Absam seine für eine Tiroler Landgemeinde relativ frühe Erstnennung. In einer Urkunde, die in den Traditionsbüchern des Hochstiftes Brixen eingetragen ist und zwischen 995 und 1005 datiert wird, tritt Absam im Zusammenhang mit einer Schenkung von Unfreien an das Kloster St. Georgenberg erstmals als "Abazánes" in das Licht der Schriftlichkeit. Die nächste Erwähnung unseres Ortes ist erst zweihundert Jahre später fassbar, was sicher nicht bedeutet, dass es einst keine weiteren Schriftstücke 16

aus der Zeit zwischen diesen Nennungen gegeben hat. Das Urbar des Grafen Meinhard von 1288 weist für "Abzan" eine Steuer aus, die aus Korn, 29 Vogtpferden, 2 Rindern und 25 Schafen bestand. Im 14. Jahrhundert nahm die Schriftlichkeit sprunghaft zu, sodass aus diesem Jahrhundert nicht weniger als 14 Urkunden mit Nennungen Absams überliefert sind. Viele Tiroler Gemeinden, so auch Absam, reichen als politischadministrative Gebilde bis ins hohe Mittelalter zurück. Es waren in erster Linie gemeinsame wirtschaftliche Interessen, welche zur Bildung der Gemeinden führten. Die Siedler und Bauern" verbunden durch gemeinsame Nutzungsrechte, begannen sich zu organisieren, schlossen sich genossenschaftlich zusammen und bildeten eine Gemeinde. Die Basis für diese Entwicklung legte in Absam die älteste Grundherrschaft auf dem Boden der späteren Gemeinde, die sich im Besitz des Hochstiftes Augsburg befand. Ursprünglich war die gesamte

Dorfflur zwischen den beiden augsburgischen Maierhöfen St.Afra (Bozen) und dem Obrist-Maierhof Absam, der das Verwaltungszentrum für den gesamten augsburgischen Besitz Nordtirol bildete, aufgeteilt. Erst nach und nach gelang es einzelnen Bauern, ihre Gründe von der Grundherrschaft loszukaufen und damit freieigenen Besitz zu schaffen. Die Entwicklung und das Leben im Dorf beeinflussten im wesentlichen: · die Salzgewinnung im Halltal · die beiden Bäche, die durch Absam fließen · der Geigenbauer Jakob Stainer · die Erscheinung des Gnadenbildes 1797 · die Dichterin Walburga Schindl · das Vereinsleben · die Landwirtschaft · die Berge Autor: Peter Steindl


Rundblick

Das Dollfußkreuz auf der Walderalm mit Schalen geschöpft wurde, sodaß einige den Überblick über ihr gewohntes Maß wohl verloren hatten, denn von den gewaltigen Räuschen wird heute noch erzählt. Den Korpus des Kreuzes nimmt man in jedem Herbst ab, um ihn vor den stürmischen Winterwettern auf diesem exponierten Fleck zu bewahren. Um so größer ist dann im Frühjahr die Freude, wenn das Kruzifix mit frischen Blumen geschmückt die Wanderer zum Verweilen auf dem wohl schönsten Platz in weitem Umkreis einlädt. Dort, wo der Fahrweg zur Walderalm den malerischen Blick auf die Almhütten und die imposante Bergkulisse nördlich des Vomperlochs frei gibt, steht etwas abseits an der Kante zum Inntal das unter den älteren Gnadenwaldern noch als „Dollfußkreuz“ bekannte Wegkreuz, das mit einem kleinen Lattenzaun rundherum vor Weidevieh und wohl auch vor Wanderern geschützt ist. Das Jahr 2004 erinnert an die turbulenten Zeiten vor 70 Jahren, als 1934 in Wien BK Engelbert Dollfuß ermordet wurde, dessen berufsständische Verfassung und christlich-soziale Einheitsbewegung auch unter den Bauern in Gnadenwald seine Anhänger gefunden hatte. So beschlossen die damaligen Almbauern mit Bürgermeister und Gungglwirt Josef Heiß, Abfalter Johann vom Kirchkogler, die Brüder Platzer vom Tuninger und Andrä Strasser vom Müllerbauern in Fritzens ein Gedächtniskreuz zu errichten und ließen es von Kichmayr schnitzen. Der neue Weg auf die Walderalm war auf Betreiben von

Bürgermeister Josef Heiß schon gebaut worden, und zwar mit Hilfe einer Schar von Arbeitslosen, die für ein Essen und einige Pfennige zu solchen Arbeiten rekrutiert wurden. Vorher gab es nur den Steig herauf, den heute die Wanderer als Abkürzung benutzen.

Die Dollfuß-Gedenktafel ist schon seit längerem nicht mehr angebracht. Statt dessen erinnert ein Kupfertäfelchen an Peter Nothdurfter aus Fritzens, der am 14. April 1999 beim Aufstieg gerade hier in seinem 61. Lebensjahr einem Herzinfarkt erlag. Die Seniorengruppe des Zur Einweihung des Kreuzes und Alpenvereins Wattens kommt der an Dollfuß erinnernden jedes Jahr im April zu einem Gedenktafel im Jahr 1934 mit kurzen Gedenken an ihn zum Pfarrer Federspiel kamen viele Kreuz herauf. Leute aus der Umgebung herauf und auch die Musikkapelle Wer sich noch an die Ruhe und von Gnadenwald spielte zum Abgeschiedenheit der Walderalm Festgottesdienst. Für die anschlievor einigen Jahrzehnten erinnert, ßende Feier bei den Almhütten ist heute wohl erstaunt, wie spendierte Kommerzialrat Franz viele Leute an schönen Tagen im Rainer ein ganzes Fass Wein. Als Sommer und jetzt sogar im Winter damaliger Jagdherr ließ er etwas (auch mit Schiern oder östlich für sich eine neue Jagdhütte Schneeschuhen) dieses landschafterrichten, die „Rainerhütte“, wobei liche Kleinod aufsuchen. Spazierdie Baumaterialen und Hölzer aber gänger kommen von der noch auf dem alten Steig heraufgeHinterhornalm herüber, Wanderer tragen werden mussten. Er war ein steigen von Gnadenwald herauf Weinhändler aus Sterzing und und Mountainbiker können von hatte den Hubertushof in Fritzens Umlberg über die Ganalm auf dem und den Fritznerhof gekauft. Die nun fertig gestellten Weg Festteilnehmer mühten sich redherbeiradeln. lich, das Fass zu leeren, wobei der Autor: Christian Leitgeb Wein in Ermangelung von Gläsern 17


Natur-Aktiv

Die „Beißwürmer“ im Karwendel

Ringelnatter

Nur wenige Tierarten polarisieren so stark, wie es Schlangen tun. Vielen ekelt davor, andere wiederum sind einfach fasziniert davon. Unzählige Geschichten ranken sich um diese Tiere, sogar heute noch wird die Geschichte erzählt, dass Schlangen in die Viehställe eindringen und das Euter der Kühe aussaugen. Jetzt aber zu den Fakten. Im Karwendel gibt es 3 Schlangenarten:

ist die seltenste, sie ist relativ klein und langsam und wird kaum länger als 70 cm. Häufig wird sie wegen ihrer Zeichnung mit der Kreuzotter verwechselt. Das charakteristische Merkmal ist die H-förmige Kopfzeichnung und ein Strich von der Nase durch das Auge bis zur Halsseite. Wie alle Nattern hat sie große Kopfschilder und runde Pupillen. Auffällig sind die völlig glatten und stark glänzenden Die Schling, Glatt- oder Öster- Rückenschuppen (Name!). Die reichnatter (Coronella austriaca) Färbung ist grau, bräunlich oder 18

rötlich mit kleinen schwarzen Flecken. Sie liebt trockenes und sonniges Gelände und man findet sie gemeinsam mit der Kreuzotter bis über 2000 m vor. Im Karwendel kommt sie nur an den Südabhängen der Nordkette vor. Die wichtigsten Beutetiere sind Eidechsen, aber auch Blindschleichen, andere Schlangen und Mäuse werden verzehrt, wobei sie die Beute durch Umschlingen tötet oder ruhig stellt.


Natur-Aktiv Die Ringelnatter (Natrix natrix) ist wohl die bekannteste Schlangenart. Das wichtigste Erkennungsmerkmal sind die zwei halbmondförmigen gelben oder weißlichen Flecken an den Nackenseiten. Die Weibchen können 1,5 m lang werden, die Männchen bleiben mit 1 m deutlich dahinter. Die Farbe ist grau bis grünlich in allen erdenklichen Abstufungen mit meist regelmäßig verteilten schwarzen Flecken. Schwärzlinge gibt es auch, sie werden dann wiederum gerne mit schwarzen Kreuzottern verwechselt. Wie weit die Ringelnatter die zentralen Täler des Karwendels erobert hat, ist noch unbekannt, wenn man sie findet, dann eher an den Gewässern und seltenst im Wald weitab vom Wasser. Als Nahrung werden vor allem Amphibien erbeutet, wobei die Tiere ohne getötet als Ganze hinuntergewürgt werden. Bei Bedrohung zischt sie laut, richtet den Vorderkörper auf und stößt mit geschlossenem Maul zu. Wird sie gefangen, entleert sie aus der

Analdrüse ein übel stinkendes Sekret oder sie stellt sich tot, wobei sie das Maul offen lässt und sogar blutigen Speichel absondern kann. Die Kreuzotter (Vipera berus) ist die einzige Giftschlange im Gebiet, dafür aber von den drei im Karwendel vorkommenden Schlangenarten die häufigste. Die selten über 70 cm große Schlange die Männchen sind stets kleiner - hat einen gedrungenen Körper mit einem nur wenig abgesetzten Kopf und einem kurzen Schwanz. Im Gegensatz zu den Nattern sind ihre Pupillen senkrecht. Grau mit allen Schattierungen und schwarzem Zickzackband ist das Muster der Männchen, braun mit dunkelbraunem Band das der Weibchen. Beide können aber

auch tiefschwarz oder kupferrot sein, man spricht dann von „Höllen-“ oder „Kupferottern“. Als baltisches FauneneIement bevor-

Schlingnatter

zugt sie einen kühleren und feuchteren Lebensraum, im Karwendel findet man sie vor allem an der oberen Waldgrenze bis weit über 2000 m hinauf. Als Nahrung dienen hauptsächlich Mäuse, Eidechsen und hie und da auch Amphibien. Was tun bei einem Biss? Unfälle durch einen Kreuzotterbiss sind äußerst selten. Im Regelfall flüchtet die Schlange sofort; schwere Vergiftungserscheinungen sind selten. Wenn es trotzdem passiert:

Kreuzotter

· keine Panik · betroffene Glieder ruhigstellen · Ringe und Armbänder entfernen · viel Wasser oder Tee trinken · rasch einen Arzt aufsuchen 19


Team

Das Team vom Alpenpark Karwendel Annonce „Betreuer für das Infozentrum Karwendel in Scharnitz gesucht“. Sofort wusste ich, das ist meine ideale Chance für einen Wiedereinstieg in das Berufsleben nach der Geburt meiner zwei Kinder. Da ich bereits vorher schon mehrere Jahre im Landesdienst tätig war, insbesondere sieben Jahre davon in der Abteilung Umweltschutz, interessierte mich diese Tätigkeit sehr. Als gebürtige Scharnitzerin liegt mir der Alpenpark Karwendel besonders am Herzen. Auf vielen Irene Leismüller Wanderungen und Touren habe ich Beim Durchblättern der Zeitung die Schönheit und Einzigartigkeit im Frühjahr 1999 stieß ich auf die des Karwendels immer mehr

Herausforderung sah, war mir die Größe und Einsamkeit des Alpenpark Karwendel weitgehend unbekannt. Die Entscheidung bei dieser Arbeit im Auftrag der Abteilung Umweltschutz im Karwendel mitzumachen, gab mir Gelegenheit in den folgenden drei Kartiersommer bis 1994 einen umfassenden Überblick über das Gebiet zu bekommen.

Günter Haselwanter Eigentlich hatte der Zufall seine Hand im Spiel, als wir 1992 auslosten, welche „Kartiergruppe“ bei der Biotop- und Standortskartierung des Alpenpark Karwendel mitarbeiten sollte. Obwohl ich als Absamer einige Touren auf meine Hausberge (Bettelwurf, Zunterkopf, Hundskopf etc.) gemacht habe, das Halltal das ganze Jahr über durchstreifte, das Vomperloch als große 20

In Folge ergaben sich weitere Arbeitsschwerpunkte für den Alpenpark Karwendel: Die Gestaltung der Sonderschau „NatUrkraft Tirol“ bei der Innsbrucker Herbstmesse 1996, an welche die Errichtung des Infozentrum Karwendel in Hinterriß 1997 anschloss. Ab 1998 konnte ich gemeinsam mit Otto Leiner die Betreuung der Koordinationsstelle Alpenpark Karwendel übernehmen. Meine Arbeitsbereiche sind seither neben dem Biotopmanagement, Betreuung der Informationseinrichtungen, Bearbeitung von Förderangelegenheiten und Öffentlich-

kennen und schätzen gelernt. Meine Arbeit ist vielfältig. Sie umfasst die Büroarbeiten für die Koordinationsstelle Alpenpark Karwendel, Mitarbeit bei der Betreuung der beiden Infozentren in Scharnitz und Hinterriß, Arbeiten für das Sommerprogramm, Beantwortung aller einlangenden Anfragen über das APK-Servicetelefon und über unser E-Mail. Besondere Freude bereiten mir die jährlich zunehmenden Besucherzahlen in den Infozentren in Hinterriß und Scharnitz, die beweisen, dass das Umweltbewusstsein und das Interesse der Besucher am Alpenpark Karwendel stetig steigt.

keitsarbeit auch noch die Betreuung der Homepage und vieles andere mehr. Die steigende Nachfrage nach Vorträgen zum Alpenpark Karwendel sowie Exkursionen mit verschiedenen Institutionen (z.B. Fa. Swarovski) sind nur ein Teil des steigenden Interesses verbunden mit einer Sensibilisierung für den Alpenpark Karwendel. Besonders fasziniert bin ich vom Karwendel nach wie vor als „Kalksteinfestung der Stille und Wildnis“. Mag sich dies als Sonnenaufgang bei den Laliderer Wänden ausdrücken, als Unerschlossenheit des Bächental oder als Naturgewalt von Baumriesen in einen der Naturwaldzellen oder vom Ahornboden. Für dies alles bietet das Schutzgebiet Alpenpark Karwendel Platz. Wenn es dann auch noch Erstnachweise von Pflanzen in den Karwendel Hochmooren im Bereich Achenwald sind, schlägt nicht nur mein „Botaniker-Herz“ höher!

Apk magazin 2004 01  
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