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biodiversität: Die Vielfalt des Lebens

wirtschaft: Wirtschaftskrise – wo soll gespart werden?

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17.11.2009 10:17:25 Uhr


I n h a lt | E d i t o r i a l

Sparmassnahmen – am richtigen Ort! 3

Die UNO hat das Jahr 2010 zum Jahr der Biodiversität oder Artenvielfalt erklärt. Die EU propagiert 2010 zum Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Beide Jahre finden BerückDie Staaten sind gefordert, die Staatshaushalte sichtigung in dieser ersten Numwieder ins Lot zu bringen mer unseres Magazins und werden uns während des Jahres noch weiter beschäftigen. Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise hat inzwischen wohl den letzten Winkel der Erde erreicht. Auch in unserem Land macht sich die Konjunkturabschwächung bemerkbar. Die Frage ist nun bei der Beurteilung der Zu Pa n o r a m a  4 kunftsaussichten, ob der Auf B i o d i v e r s i t ä t schwung schon eingesetzt hat Die Vielfalt des Lebens 6 oder ob es noch weiter auf tiefem Niveau weiter geht? Keine Frage wirtschaft hingegen ist, dass die Staaten Wirtschaftskrise – wo soll gespart werden? 10 gefordert sind, Massnahmen zu w i r t s c h a f t u n d u m w e lt setzen, um die Staatshaushalte Ohne Umweltschutz keine Zunkunft 12 Günther Meier wieder ins Lot zu bringen. Auch Redaktion «Der Monat» Liechtenstein steht vor dieser W i r t s c h a f t u n d k u n s t Aufgabe. Nur, wo wird gespart? Impulsgeber für die Gesellschaft  14 Wir haben drei Fachleute gebeten, uns zu erklären, kopf d es MO n ats warum gerade nicht in ihrem Bereich zuerst gespart Ado Vogt: Der neue KMU-Coach 16 werden soll: Es geht um die Kultur, den Umweltschutz und die Entwicklungshilfe. w i r t s c h a f t u n d d r i t t e w e lt

Wer viel besitzt, trägt viel Verantwortung

zeitgeschehen

15. Januar 1985: Umweltschutz gegen Rheinkraftwerke

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Impressum: 4. Jahrgang, Nr. 46, Februar 2010, 18 000 Exemplare Herausgeber: Alpenland Verlag AG, Feld­kircher Strasse 13, FL-9494 Schaan, Tel. +423 239 50 30, Fax +423 239 50 31, office@alpenlandverlag.li Redaktion: Günther Meier, Tel. +423 380 09 30, Fax +423 380 09 31, redaktion@dermonat.li Anzeigen: Tel. +423 239 50 23, Fax +423 239 50 51, annoncen@dermonat.li Gestaltung: Barbara Schmed, Gutenberg AG Satz und Druck: Gutenberg AG, FL-9494 Schaan papier: PlanoJet, 100 g/m², FSC-zertifiziert ONLINE: «Der Monat» im Internet: www.dermonat.li Titelbild: Das UNO-Jahr der Artenvielfalt 2010 – auch in Liechtenstein. (Foto: Marco Nescher)

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februar 2010


Pa n o r a m a

Starthilfe für KMU mit Innovationsscheck Auch Klein- und Mittelunternehmen brauchen Unterstützung aus der Forschung, wenn sie neue Geschäftsfelder aufbauen wollen. Die Regierung hat deshalb die Förderung von Innovationen beschlossen. Ziel des Förderprogramms ist es, den Klein- und Mittelunternehmen den Einstieg in eine kontinuierliche Forschungs- und Innovationstätigkeit zu erleichtern. Die Förderung besteht aus 20 Innovationsschecks im Wert von 7500 Franken, die vom Amt für Volkswirtschaft bis zum 31. Mai 2010 ausgegeben werden. Mit diesem Scheck können KMU bei Forschungseinrichtungen an Fachhochschulen, Hochschulen, Universitäten oder anderen Forschungseinrichtungen auf das Unternehmen zugeschnittene Forschungs- und Entwicklungsleistungen in Anspruch nehmen. Gefördert werden insbesondere Studien zur Umsetzung innovativer Ideen wie Konzeptentwicklungen, Vorbereitungsarbeiten für ein Forschungs-, Entwicklungsund Innovationsvorhaben sowie Unterstützung bei der Prototypenentwicklung. Der Innovationsscheck ist als Starthilfe gedacht, damit auch kleine Unternehmen das Know-how von Forschungsinstituten nutzen können und somit den Zugang zum neuesten Stand der Wissenschaft erhalten.

Raucher-Umbauten in der Gastronomie Das Jahr 2010 wird auch das Jahr der Umbauten in der Gastronomie sein. Die Regierung hat aufgrund einer Klage die Verordnung über Raucherräume geändert. Die verschärften Bestimmungen für Raucherräume treten am 1. Mai 2010 in Kraft. Bis dahin haben die Gastro-Betriebe die Gelegenheit, die Betriebsstruktur an die neuen Nichtraucher-Schutzbestimmungen anzupassen. Wenn ein Betrieb mehrere Räume hat, darf nur ein Nebenraum als Raucher-Raum bezeichnet werden. Der Raucher-Raum muss von den anderen Räumen «dicht abgetrennt» sein. Zudem muss er über eine «selbsttätig schliessende Türe» verfügen.

Foto: Marco Nescher

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Foto: Marco Nescher

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Hoffnung auf besseren Sommertourismus 2010 Liechtensteins Hotels mussten im Sommer 2009 Einbussen auf sich nehmen. Die Zahl der Logiernächte war erstmals seit fünf Jahren wieder rückläufig. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr liegt bei 9,2 Prozent, während in Vorarlberg das Vorjahresniveau gehalten werden konnte, in Graubünden der Rückgang nur 4,8 Prozent und in St.Gallen gar nur 1,9 Prozent betrug. Die Alpenhotels konnten bei den Logiernächten zulegen, womit der Rückgang in den Hotels im Talgebiet zu verzeichnen ist. Wahrscheinlich eine Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise, da der Grossteil der Übernachtungen auf das Konto von Geschäftsleuten geht.

Konjunktureinbruch hat Talsohle erreicht In der Industrie und im produzierenden Gewerbe Liechtensteins scheint die Talsohle des Konjunktureinbruchs 2009 erreicht zu sein. Die Unternehmer zeigten sich laut Konjunkturtest bereits optimistisch gegen Jahresende und erwarten für 2010 einen langsamen Aufschwung. Nur noch ein Fünftel der Unternehmen befürchtete für das 4. Quartal 2009 eine schlechte Wirtschaftslage, während zwei Drittel die Lage als befriedigend einschätzten und der Rest sogar eine gute Konjunktursituation bis zum Jahresende erwartete. Gestützt werden die optimistischen Prognosen, die für das neue Wirtschaftsjahr 2010 ebenfalls gelten, durch steigende oder gleich bleibende Auftragseingänge, womit die Phase der rückläufigen Aufträge zu Ende sein dürfte. Schon für den letzten Quartalsabschnitt des letzten Jahres erwartete schon jeder zehnte Betrieb steigende Auftragseingänge. februar 2010


Liechtensteins Exportindustrie, lange Zeit zu den Exportweltmeistern gehörend, hat unter der globalen Wirtschaftskrise gelitten. Die Exporte gingen in den ersten drei Quartalen 2009 massiv zurück, weil die Nachfrage in den Hauptexportländern nicht mehr vorhanden war. In der Exportstatistik sind jedoch die Ausfuhren in die Schweiz nicht enthalten. Die Exporte ausserhalb der Schweiz fielen im ersten Quartal 2009 um 29,8 Prozent zurück. Im zweiten Quartal verstärkte sich der Rückgang auf 33,4 Prozent. Doch in der zweiten Jahreshälfte zeigte sich ein leichter Anstieg, denn im Herbst reduzierte sich der Rückgang auf 26,9 Prozent. Damit besteht die Hoffnung für 2010, dass es langsam wieder aufwärts geht.

Liechtenstein-Kenntnisse für Staatskundeprüfungen Wer die liechtensteinische Staatsbürgerschaft erwerben will, muss sich auskennen in Liechtenstein. Das neue Bürgerrechtsgesetz, das im vergangenen Jahr erstmals zur Anwendung kam, verlangt neben anderen Anforderungen eine bestandene Staatskunde-Prüfung. Von 27 Fragen müssen mindestens 18 richtig beantwortet werden. Bei der vierten Prüfung 2009 bestanden alle Teilnehmenden die Anforderungen, ein Teilnehmer aus der Schweiz hatte sogar alle Fragen korrekt beantwortet. Jedes Jahr sollen vier Staatskunde-Prüfungen stattfinden. Für das Jahr 2010 sind die Daten schon bekannt: der nächste Prüfungstermin ist der 26. März.

Transportgewerbe fährt auch international

Foto: Marco Nescher

Liechtenstein hat nicht nur international tätige Banken und Industriebetriebe, sondern auch ein Transportgewerbe, das vor allem auf internationalen Strassen unterwegs ist. Die Wirtschaftskrise hat diesem Geschäftszweig ebenfalls einen harten Dämpfer versetzt. Die für das Jahr 2008 vorliegenden Zahlen, die wahrscheinlich in diesem Jahr nicht mehr erreicht werden, sind beachtlich: 29 Unternehmen mit 266 Transportfahrzeugen waren in Europa unterwegs und transportierten über 600'000 Tonnen Güter, die Transporte zwischen Liechtenstein und der Schweiz nicht mitgerechnet.

Foto: Landesarchiv

Rückgang der Exporte verringert sich langsam

Zufluchtsort Liechtenstein für Papst Pius XII. im Krieg? 1945, vor 65 Jahren, ging der Zweite Weltkrieg zu Ende. Liechtenstein war von den kriegerischen Ereignissen verschont geblieben. Dem kleinen Land ohne Militär, das seine Neutralität zu Kriegsbeginn 1939 erklärt hatte, war offenbar im Zusammenhang mit dem Vatikan eine besondere Rolle zugedacht worden. Im Herbst 1943 kursierten Gerüchte, dass es Pläne in Deutschland gebe, den Papst in das noch weitgehend katholische Liechtenstein in Sicherheit zu bringen. Radiosender in Italien berichteten, die Deutschen könnten die Sicherheit des Papstes im Vatikan nicht mehr garantieren und planten deshalb die Verlegung an einen sicheren Ort. Die Nachrichten, dass die Deutschen Papst Pius XII. vor den heranrückenden alliierten Truppen in ein anderes Land bringen wollten, gelangten auch nach Liechtenstein. Hierzulande hatte man an offizieller Stelle noch nichts von diesen Plänen gehört. Wie in Kriegszeiten üblich, war es schwierig, den Wahrheitsgehalt der Meldungen zu überprüfen. Der deutsche Gesandte im Vatikan hielt die Radiomeldungen für eine Propaganda der Alliierten. Im Nachlass des Gesandten von Weizsäcker ist jedoch vermerkt, dass ihm der Papst versichert habe, aus verlässlicher Quelle von diesen Plänen der Deutschen zu wissen. Der höchstrangige SS-Offizier in Italien, Karl Wolff, sprach später ebenfalls darüber, wie der Papst aus dem Vatikan entführt werden sollte. Laut Wolff soll ihm Hitler den Auftrag gegeben haben, Vorkehren zu treffen, um den Papst über Bozen und München ins neutrale Fürstentum Liechtenstein zu bringen.


TITELTHEMA

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Biodiversität Abenteuerspielplatz Die desWalensee Lebens rundVielfalt um den

7 Von Günther Meier

Die UNO hat das Jahr 2010 zum «Jahr der Biodiversität» oder zum «Jahr der biologischen Vielfalt» ausgerufen. Liechtenstein als UNO-Mitglied wird im Frühjahr einen Bericht über die biologische Vielfalt im Land publizieren, der

Die Verluste an Artenvielfalt in der Pflanzen- und Tierwelt aufgrund des Abbaus an natürlichen Ressourcen liess die Staatengemeinschaft aktiv werden. An der UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro unterzeichneten 156 Länder, darunter auch Liechtenstein, das Übereinkommen über Biologische Vielfalt oder Biodiversität. Die Rio-Konvention ist Ende 1993 in Aus ethischen Gründen Kraft getreten und wurde in der hat der Mensch kein Recht, Zwischenzeit von 191 Staaten ratifiziert. Mit der Unterzeichnung sich anzumassen, für seine haben sich die Staaten verpflichBedürfnisse andere Arten tet, insbesondere drei Ziele zu verfolgen: Erhaltung der biologiauszurotten schen Vielfalt; Nachhaltige Nutzung ihrer Elemente; Ausgewogene und gerechte Verteilung der Vorteile, die sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergeben. Das Biodiversitäts-Übereinkommen verpflichtet die Vertragsparteien zur Erarbeitung innerstaatlicher Strategien zur Erhaltung und nachhaltigen

Nutzung der biologischen Vielfalt. Ausserdem enthält es Massnahmen, die bei der Verwendung von genetisch veränderten Organismen die biologische Sicherheit garantieren. Schliesslich sieht das Abkommen die Bereitstellung finanzieller Mittel seitens der industrialisierten Länder vor, die es den Entwicklungsländern erlauben soll, ihren Verpflichtungen nachzukommen. Das «Jahr der Biodiversität 2010», zu dem die UNO aufgerufen hat, kann der Überprüfung dienen, was im Verlaufe der knapp zwanzig Jahre seit der Rio-Konvention umgesetzt oder versäumt wurde. Die Gefährdung der biologischen Vielfalt ist trotz Rio-Konvention auf der ganzen Welt unverändert vorhanden. Fachleute befürchten, dass die Regenwälder, als die weltweit artenreichsten Ökosysteme, durch Kahlschlag und Brandrodung, durch nicht nachhaltige Formen der Waldnutzung und allgemein durch den Klimawandel bereits erheblich geschädigt seien. Auf den Weltmeeren, als dem zweitgrössten Ökosystem unserer Erde, machen sich die Erwärmung des Wassers und

Fotos: Marco Nescher

Grundlage sein soll für eine «Biodiversitätsstrategie 2020».


die schlechte Wasserqualität negativ auf die Artenvielfalt an Lebewesen bemerkbar. Durch Raubbau, Abholzung und durch nicht nachhaltige Nutzung der Böden schreitet die Verwüstung in vielen Teilen der Welt voran, was ebenfalls zu einem Artenschwund führt, weil die nötigen Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere verloren gehen. Die Reichtümer unserer Natur sind unvorstellbar gross, aber auch sehr schwierig zu erfassen, denn die Biodiversität beinhaltet alle genetischen Informationen, sämtliche Pflanzenund Tierarten, den Menschen, die Ökosysteme. Allein die Schätzungen über die Artenvielfalt gehen weit auseinander: Während konservative Mutmassungen von etwa 5 bis 10 Millionen verschiedener Arten in der Tier- und Pflanzenwelt ausgehen, halten andere die Zahl von 100 Millionen durchaus für möglich. Einig aber ist man sich darüber, dass die Ökosysteme Umweltleistungen erbringen, die für das Überleben des Menschen von grundlegender Bedeutung sind: Die Bindung des Kohlenstoffs der Atmosphäre und die Produktion

Noch ist die Artenvielfalt in von Sauerstoff, der Schutz der Böden gegen Erosion und die Er- Liechtenstein gross, aber ist ebenfalls Bedrohungen ausgesetzt. haltung ihrer Fruchtbarkeit, das Ausfiltern von Wasser und das Auffüllen der Grundwasserreservoirs, das Bereitstellen von Akteuren für die Befruchtung oder den Kampf gegen Parasiten usw. Dieser Bedeutung ist man sich auch in unserem Land bewusst. Schon im Zusammenhang mit der Rio-Konvention hielt die Regierung in einem Bericht fest: «Aus ökologischen Gründen ist die Bewahrung der gesamten biologischen Vielfalt eine unverzichtbare Bedingung für ein normales Funktionieren der Ökosysteme und für die Erhaltung der Entwicklungsmöglichkeiten der Organismen.» Zugleich erhob die damalige Regierung auch den Mahnfinger und betonte die Ver-

Vielfalt des Lebens Biodiversität ist Vielfalt des Lebens, die sich auf drei Ebenen beschreiben lässt: Vielfalt der Ökosysteme – Lebensräume wie Wasser, Wald oder alpiner Raum; Vielfalt der Arten – Tiere, Pflanzen, Pilze oder Mikroorganismen; Vielfalt der Gene – Rassen oder Sorten von wildlebenden und genutzten Arten. Eine vierte Ebene ist die Vielfalt der Wechselbeziehungen innerhalb und zwischen den anderen drei Ebenen.

Februar 2010


K a p i t e lt i t e l ( v a r i e r t i m m e r )

Titel titel titel Abenteuerspielplatz Titel rundtitel umtitel den Walensee

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pflichtung der Menschheit für die Erhaltung der Artenvielfalt: «Aus ethischen Gründen hat der Mensch kein Recht, sich anzumassen, für seine Bedürfnisse andere Arten auszurotten.» Liechtenstein hat laut Liechtenstein-Portal aktiv am Rio-Prozess mitgearbeitet und sowohl am Erdgipfel 1992 als auch am Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg 2002 teilgenommen. Im Rahmen der Johannesburg-Konferenz hat sich Liechtenstein verpflichtet, das Konzept der nachhaltigen Entwicklung auf nationaler Ebene umzusetzen: Eine Strategie, die wirtschaftliche, ökologische und soziale Aspekte

gleichermassen umfasst. Auch im Jahr der Biodiversität möchte Liechtenstein nicht abseits stehen. Regierungsrätin Renate Müssner antwortete auf eine kleine Anfrage des FBP-Abgeordneten Peter Lampert im Landtag, dass bereits ein Bericht über die Biodiversität in Liechtenstein erarbeitet worden sei, der die erste umfassende Bestandesaufnahme über die Artenvielfalt darstelle. Aus diesem Bericht soll eine Biodiversitätsstrategie 2020 für zielgerichtete Umsetzungsmassnahmen abgeleitet werden. Für das Frühjahr 2010 plant die Regierung, nach Angaben von Regierungsrätin Renate Müssner, die | Veröffentlichung dieses Berichtes.

Bekämpfung der Armut und sozialer Ausgrenzung Nicht nur die UNO, auch die EU hat zu einem speziellen Jahr 2010 ausgerufen. Nach einem Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates wird dieses Jahr das «Europäische Jahr zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung». Schon an einer EU-Tagung im Jahre 2000 hatte der EU-Rat den Beschluss gefasst, binnen zehn Jahren ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum, mehr und bessere Arbeitsplätze und grösseren sozialen Zusammenhalt zu schaffen. Der Rat forderte damals die EU-Mitgliedstaaten auf, bis zum Jahr 2010 die Beseitigung der Armut entscheidend voranzubringen. Die Erfolge dieser Kampagne sehen eher bescheiden aus, denn 2008 stellte die EU fest, dass 78 Millionen Menschen in den EU-Mitgliedländern von Armut bedroht seien. Allein 19 Millionen Kinder sind nach Berechnung der EU von Armut betroffen und werden damit in ihrer sozialen Entwicklung behindert. Mit dem «Europäischen Jahr 2010 zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung» werden hohe Ziele verfolgt: «Anerkennung des Grundrechts der von Armut und sozialer Ausgrenzung Betroffenen auf ein Leben in Würde und auf umfassende Teilhabe an der Gesellschaft.» Das Europäische Jahr soll das öffentliche Bewusstsein schärfen für die Lage der von Armut betroffenen Menschen, insbesondere von Gruppen oder Personen in schwierigen Lagen. Damit soll der Zugang dieser Menschen zu sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Rechten sowie zu ausreichenden Ressourcen und hochwertigen Dienstleistungen gefördert werden. Angesichts der Vielgestaltigkeit von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie im Hinblick auf die Einbeziehung der Verhinderung von Armut und sozialer Ausgrenzung sowie ihrer Bekämpfung in andere Politikbereiche sollen die im Rahmen des Europäischen Jahres durchgeführten Massnahmen darauf abzielen, einen eindeutigen zusätzlichen Nutzen zu erbringen und die offene Methode der Koordinierung im Bereich des Sozialschutzes und der sozialen Eingliederung wirkungsvoll zu ergänzen. Besonderes Augenmerk sollen die EU-Länder der «Bekämpfung der Kinderarmut» widmen, fordert der EU-Rat und erwähnt dabei die besondere Berücksichtigung von Gross- und Ein-Eltern-Familien sowie Familien, die eine pflegebedürftige Person betreuen. Liechtenstein plant nach Angaben von Regierungsrätin Renate Müssner die Durchführung eines «soziokulturellen Theaterprojektes», das sich bis in den Sommer 2010 erstrecken soll.


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wirtschaft

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Wirtschaftskrise Wo soll gespart werden?

11 Von Günther Meier

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat die Rufe nach Sparmassnahmen lauter werden lassen. Sowohl in der Wirtschaft als auch beim Staat. Doch wo soll in Zukunft gespart werden? Über diese Frage gehen die Meinungen noch weit auseinander.

Wahrscheinlich wird es diesmal ernst. In der Vergangenheit war es möglich, noch mit Gelassenheit einem Wirtschaftsabschwung entgegenzutreten, denn die einen oder anderen Mehrerträge bescherten dem Staat letztlich doch jene Einnahmen, die zur Finanzierung der laufenden Haushaltrechnung und zumeist auch für die relativ Zur Haushaltsanierung dürfte hohen Investitionen notwendig waren. Aber diesmal, im Gefolge es kaum ausreichen, auf der globalen Finanz- und WirtMehreinnahmen zu hoffen schaftskrise im Rücken, könnte die Rechnung nicht mehr ganz aufgehen. Noch scheinen aber nicht alle den Ernst der Lage erkannt zu haben. Kein Aufschrei in der Bevölkerung, dass die Regierung ohne mit der Wimper zu zucken das Budget 2010 mit einem Fehlbetrag von 180 Millionen Franken vorlegt, für die nächsten Jahre den Finanzbedarf von durchschnittlich 160 Millionen prognostiziert und erst in frühestens fünf Jahren wieder einen ausgeglichenen Staatshaushalt anstrebt – und damit die vor Jahren fast als heilig gesprochenen Finanzeckwerte des Finanzleitbildes wieder erfüllen möchte. Auch keine konkreten Massnahmen von der Regierung, son-

dern lediglich die Ankündigung, dass vorerst ein Vorprojekt erarbeitet werde, das in ein Projekt übergehe und letztlich in ein Hauptprojekt münde – mit der Zielsetzung, die Finanzen wieder in Ordnung zu bringen.

Erwirtschaftete Güter fair verteilen

Zur Haushaltsanierung dürfte es kaum ausreichen, auf Mehreinnahmen zu hoffen. Es wird wohl notwendig sein, auch die Ausgabenseite unter die Lupe zu nehmen. Wenn sparen angesagt ist, auf die rasche populistische Art und Weise, dann liegt man mit der Prognose nicht falsch, dass vor allem drei Bereiche betroffen sind: Bei der Kultur kann laut Volksmeinung gespart werden, wie eine – freilich nicht ganz repräsentative – Umfrage des «Liechtensteiner Vaterland» ergeben hat. Auch der Umweltschutz kommt relativ rasch unter die Räder, weil langfristiges Denken nicht zu den Stärken der Politiker gehört, die in Wahlperioden handeln. Und schliesslich bleibt der Beifall nicht aus, wenn Politiker den Rotstift bei der Entwicklungshilfe ansetzen – jeder hat wohlfeile Beispiele zur Hand, wie Häuptlinge und andere Potentaten sich an den Entwicklungsgeldern bereichern, während die verarmte Bevölkerung am Hungertuch nagen muss. Wir haben drei Experten aus den Bereichen Umweltschutz, Entwicklungshilfe und Kultur gebeten, Gefahren und Perspektiven aus der Wirtschaftskrise aufzuzeigen. Siehe die nachstehenden drei Beiträge auf den folgenden Seiten. Andreas Götz, Geschäftsführer der Alpenschutzkommission CIPRA, zeigt das Dilemma anhand der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen auf: «Auf der einen Seite die starken Wirtschaftsmächte, die


Sparmassnahmen sind dringend notwendig. Doch wo wird gespart?

Fotos: Marco Nescher

eigene Zugeständnisse davon abhängig machen, dass alle Staaten mitmachen. Auf der anderen Seite die armen Länder der Welt, die sagen, der reiche Norden hat das Chaos angerichtet und nun sollen wir das ausbaden.» Es dürfe nicht sein, gibt Andreas Götz zu bedenken, dass Hunger und Elend auf der einen Seite der Welt zunehmen, während auf der anderen Seite die reichen Staaten fröhlich weiter Raubbau an der Natur trieben. Die grosse Herausforderung unserer Zeit besteht nach Einschätzung von Andreas Götz darin, einen sozialen Ausgleich zu schaffen, das bedeute, die auf dieser Welt erwirtschafteten Güter fair zu verteilen, um soziale Unruhen zu vermeiden. Ferner ist er überzeugt, dass der Weg zu einer «Welt mit Zukunft» nur gemeinsam mit den Umweltschutzorganisationen zu finden sei – und diesbezüglich weise Liechtenstein eine Reihe kompetenter Partner auf.

Den Gürtel der Armen nicht zuziehen

Friedemann Malsch, Direktor des Kunstmuseums Liechtenstein, sieht die Krise als Chance, zur Normalität auf dem Kunstmarkt zurückzukehren. Mit dem Platzen der «Finanzblase» seien die Exzesse auf dem Kunstmarkt verschwunden, die nach seiner Meinung «ein Ausdruck der überbordenden Spassgesellschaft» waren. Die Kunstmuseen könnten aufgrund der normalisierten Situation erstmals seit etlichen Jahren wieder selbst aktiv am Kunstmarkt werden. Eine wei-

tere Chance der Krise erblickt Friedemann Malsch darin, dass Kunst und Kultur wieder eine treibende Kraft zu einer neuen gesellschaftlichen Orientierung werden könnten. An dieser Aufgabe sollte man Kunst- und Kulturinstitutionen nicht hindern, unterstreicht Friedemann Malsch, indem man Gelder streiche. Rudolf Batliner, Geschäftsführer der Stiftung Liechtensteinischer Entwicklungsdienst, ist der Meinung, dass die Internationale Humanitäre Zusammenarbeit und Entwicklung viel zum positiven Image Liechtensteins auf der Welt beigetragen werde. Diese Chance sollte man nicht durch Kürzung von Geldern vergeben, denn die Welt brauche Liechtenstein nicht, aber Liechtenstein brauche die Welt. «Hungerleider sind keine Käufer unserer hochwertigen Produkte», ist Rudolf Batliner überzeugt. An der Finanz- und Wirtschaftskrise seien auch nicht die Ärmsten dieser Welt schuld. Im Sinne des Verursacherprinzips wäre es nach seiner Überzeugung «höchst ungerecht, ja zynisch, ihren ohnehin engen Gürtel noch | mehr zuzuziehen.»  februar 2010


w i r t s c h a f t u n d u m w e lt

Ohne Umweltschutz keine Zukunft

12 13 Von Andreas Götz

Die Situation ist paradox: In Zeiten der Finanzknappheit wird bei der Umwelt zuerst gespart. Dabei hängt die Zukunft nicht nur der Weltwirtschaft sondern der ganzen Menschheit von

Foto: Frank Schultze – zeitenspiegel

In Zeiten, wo alle fordern, dass «der Gürtel enger geschnallt wird», spart man am ehesten da, wo man Luxus vermutet. So wird bei Kultur, Sozialem und Umwelt zuerst gekürzt, weil man glaubt, auf die Ausgaben in Weg zu einer Welt diesen Bereichen am ehesten verzichten zu können. Die Aspekte mit Zukunft ist nur im Kulturelles und Soziales werden in eigenen Artikeln behandelt, Gespräch mit den Umwelthier soll es deshalb um die Umorganisationen zu finden welt gehen. Die Verhandlungen für ein neues Klimaabkommen in Kopenhagen haben die Brüche gezeigt, die durch diesen Planeten gehen: Auf der einen Seite die starken Wirtschaftsmächte, die eigene Zugeständnisse davon abhängig machen, dass alle Staaten mitmachen. Auf der anderen Seite die armen Länder der Welt, die sagen, der reiche Norden hat das Chaos angerichtet und nun sollen wir das ausbaden. Diese Länder wollen sich aber nicht verbieten lassen,

Foto: Heinz Heiss – zeitenspiegel

einem schonenden Umgang mit der Natur ab.

sich wirtschaftlich ebenfalls zu entwickeln und den Wohlstand der so genannt hoch entwickelten Staaten anzustreben. Wir Wohlhabende fragen uns dann, wie die Welt aussehen würde, wenn jeder Chinese und jede Chinesin so viel Energie verbrauchen und so viel Abfall und Abgase produzieren würde, wie dies heute für einen Amerikaner selbstverständlich ist. Aber umgekehrt: Wer hat das Recht, einem Chinesen das zu verbieten, was einem Amerikaner erlaubt ist?

Probleme sind lösbar – aber mit Anstrengungen

Dieses Dilemma zeigt, dass der Wohlstand aller Menschen nur ansteigen kann, wenn er erstens gerechter verteilt und zweitens in Harmonie mit der Natur erwirtschaftet wird. Franz Josef Radermacher, Mitglied des angesehenen Club of Rome, warnt denn auch: «Irgendwann ist der Bogen überspannt, und von einem bestimmten Punkt an eskalieren Ressourcenknappheit und Umweltzerstörung. Wasserknappheit wird Massenmigrationen auslösen, wie sie die Geschichte noch nicht erlebt hat.» Aus liechtensteinischer Sicht ist anzumerken, dass es dann wahrscheinlich nicht mehr reichen wird, Flüchtlinge an der Landesgrenze abzufangen und in die Schweiz zurück zu schicken. Neben Migrationsströmen sind sogar Kriege zu befürchten, wie wir das aus dem Irak leider schon kennen. Radermacher schreibt dazu «Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges um Ressourcen zwischen den USA und China ist hoch, aber auch zwischen der EU und den USA tun sich Gräben auf.» Die Probleme sind lösbar, aber sie erfordern die An-


Die Lösung liegt in einem Gleich-

strengungen aller. Es kann nicht sein, dass Hunger und Elend auf orientierter Wirtschaft, Solidarität der einen Seite der Welt zunehund Schutz der Umwelt. men, während auf der anderen Seite die reichen Staaten fröhlich weiter Raubbau an der Natur treiben. Eine grosse Herausforderung unserer Zeit besteht darin, einen sozialen Ausgleich zu schaffen, das heisst die auf dieser Welt erwirtschafteten Güter fair zu verteilen, um soziale Unruhen zu vermeiden. Die Lösung liegt in einem Gleichgewicht zwischen leistungsorientierter Wirtschaft, Solidarität und Schutz der Umwelt. Denn ohne den Schutz der Umwelt ist eine gerechtere Gesellschaft nicht zu haben, Umweltschutz ist schlechthin die Voraussetzung für das Überleben der Gesellschaft.

tung: «Die Unsummen, die jetzt von den Regierungen weltweit für die Ankurbelung der Konjunktur ausgegeben werden, müssen genutzt werden, um den Treibsatz für eine grüne industrielle Revolution zu zünden», schreibt die Stiftung in ihrem Papier, «auf dem Weg zu einem Green New Deal». Das heisst, wenn unser Planet überhaupt noch Wachstum verträgt, dann sicher in erster Linie in «grünen Bereichen» wie beispielsweise der Solartechnologie. Die CIPRA hat in ihrem «Klimapakt» für die Alpen einige Vorschläge in diese Richtung gemacht und zum Beispiel Programme zur Gebäudesanierung gefordert, die sowohl Arbeitsplätze schaffen wie auch dem Klimaschutz dienen. Sicher ist, dass der Weg zu einer Welt mit Zukunft nur im Gespräch mit den Umweltorganisationen zu finden ist und nicht im «Kampf» Wachstum in erster Linie in gegen sie und in der Kürzung der Ausgaben in den «grünen Bereichen» diesem Bereich. In Liechtenstein gibt es neben der In dieser Situation ist es völlig CIPRA mit der LGU, dem VCS, der Solargenossenverfehlt, Sparprogramme beim Umweltschutz an- schaft und anderen Organisationen eine Fülle von zusetzen. Das Gegenteil ist richtig und wichtig: Die Partnern, mit denen Wege in die Zukunft diskuStaaten müssen voll auf Umweltschutz setzen, weil tiert werden sollen. Liechtenstein tut gut daran, zu | die Plünderung der Umwelt wie erwähnt zu Krie- diesen Partnern Sorge zu tragen. gen und Migrationsströmen ungekannten Ausmasses führen wird. US-Präsident Obama hat einmal Zur Person gesagt, bei jedem Dollar, der zur Konjunkturankurbelung ausgegeben werde, müsse man sich fraDr. Andreas Götz ist Geschäftsführer der CIPRA gen, ob er neue Stellen schaffe und ob er gut für das mit Sitz in Schaan. www.cipra.org Klima sei. Ähnlich sieht es die Heinrich Böll-Stif-

gewicht zwischen leistungs-

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wirtschaft und kunst

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Impulsgeber Abenteuerspielplatz für dieum Gesellschaft rund den Walensee

15 Von Friedemann Malsch

Hat die Wirtschaftskrise Auswirkungen auf die Kunst? Ja, denn nun sind wieder die echten Kunstinteressierten anstelle der Spekulanten am Markt. Kunst und Kultur sind in schwierigen Zeiten auch deshalb wichtig, weil sie Orientierung geben können.

Seit nun eineinhalb Jahren wird ununterbrochen von der Krise geredet. Dabei versteht fast jeder darunter etwas andere. Sollten die jüngsten Meldungen stimmen, wird der US-amerikanische Staat aus der «Finanz»-Krise mit einem hellblauen Auge davonkommen. Warum? Weil es einerseits offenbar eine weltanschauliche Nähe zwischen der amerikanischen Mit der Krise sind Wirtschaft und der Politik des Landes gibt, weil es andererseits die Exzesse der Spassin den USA kaum eine funktiogesellschaft auf dem Kunst- nierende Sozialstaatlichkeit gibt. Fast alles wird auf dem Rücken markt verschwunden der Arbeiter und Angestellten geregelt. Europa hat in dieser Hinsicht eine andere Tradition. Die Verpflichtung des Staates auf soziale Gerechtigkeit bewahrt die meisten Bürgerinnen und Bürger Europas davor, in jene krassen Abgründe zu stürzen, mit denen die amerikanischen Menschen zurechtkommen müssen. Dies ist gut so, weil es auf einem Verständnis von der Rolle des Staates als Fürsorger beruht. Andererseits bringt dieses Staatsverständnis ein erhöhtes Mass an Bürokratie und Regelung durch den Staat mit sich. Deshalb mischen sich die Staaten in Europa auch stärker als in anderen Ländern in die Gestaltung aller Lebensbereiche ein. Dazu gehört auch die Kultur.

12 Monate, so kann man daran zweifeln. Offensichtlich ist nach wie vor soviel privates Kapital vorhanden, dass immer noch Rekordpreise auf den Auktionen möglich sind. Sind diese Käufer also verrückt geworden? Ich glaube nicht! Es sind jetzt jene Käufer, die sich wirklich für die Kunst interessieren, auch für ganz bestimmte, einzelne Kunstwerke. Deshalb sind sie bereit, ihr nach wie vor vorhandenes Vermögen für den Kauf dieser Kunstwerke auszugeben. Ich sage nicht «investieren», denn heute kaufen nicht mehr jene Spekulanten, die aus dem Kauf und schnellen Verkauf von Kunstwerken zusätzliches Geld machen wollen. Heute kaufen vielmehr wieder jene, die sich wirklich für die Kunst interessieren – Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

Durch die Krise in die Normalität Was lernen wir aus der aktuellen Situation? Erstens ist glücklicherweise die «Blase» der letzten Jahre geplatzt, von der jeder ahnte, dass sie platzen musste. Damit sind auch die Exzesse im Kunstmarkt verschwunden, die ein Ausdruck der überbordenden Spassgesellschaft waren. Man bekommt heute für den gleichen Preis deutlich bessere Qualität angeboten. Deshalb haben die Museen seit etlichen Jahren erstmals wieder die Gelegenheit, am Kunstmarkt selbst aktiv zu sein. Die Situation entspannt sich also, d.h. die «Krise» hat dazu ge Kunstinteressierte statt führt, dass wieder eine Normalität einkehrt, die wir Spekulanten schon fast vergessen hatten. Zweitens lernen wir Alle reden seit eineinhalb Jahren aber auch, dass sich das Klima der Wertvorstellunvon den geschrumpften Möglichkeiten der Finan- gen verändert hat. Es ist eine neue «Ernsthaftigkeit» zierung von kulturellen Aktivitäten. Stimmt es zu spüren. Die Menschen interessieren sich wieder denn wirklich, dass soviel «reales» Geld verloren mehr für Fragen danach, wie man eigentlich sein ging? Schaut man auf den Kunstmarkt der letzten Leben gestalten sollte. Dies ist eine Chance für die


In Zeiten der Um- und Neuorientierung kann die Kultur den Willem de Kooning, Untitled XVII, 1976; Foto: Kunstmuseum Liechtenstein

Menschen Orientierung bieten.

Kultur selbst und eine Gefahr für die politische Unterstützung kultureller Tätigkeit. Denn gerade in Zeiten der Um- und Neuorientierung der Menschen kann die Kultur Orientierung bieten. Sie befasst sich ständig damit, wie die Menschen ihr Leben erfüllt leben können. Deshalb kennen Kunst und Kultur die Krise nicht als eine Bedrohung, sondern als Chance. In Krisenzeiten kommt es mehr denn je darauf an, sich auf Werte, auf geistige Inhalte zu besinnen und zu verständigen. Diese kann die Kultur liefern. Deshalb müssten in diesen Situationen eigentlich alle Mitglieder der Gesellschaften die Nähe zur Kultur suchen. Doch der vorherrschende Materialismus steht dem entgegen. Die Politik geht hier meist voran, indem sie behauptet, für die Kultur sei kein Geld mehr vorhanden. Dies mag für Gesellschaften stimmen, die am Existenzminimum leben. Europäische Länder aber brauchen in Krisenzeiten mehr denn je die Kultur, denn sie müssen geistig flexibel sein, da sie sich nicht auf Rohstoff-Industrien stützen können. Ihnen bleibt allein die Förderung der Kreativität, denn nur innovative Köpfe werden die Zukunft Euopas in der Welt sichern können.

Imagegewinn aus Kunst und Kultur

So bleibt festzuhalten: Kunst und Kultur werden auf ambivalente Weise von der «Krise» getroffen. Einerseits eröffnet diese ihnen die Chance, ohne «Erlebnis»-Verpflichtungen ihre eigentlichen Inhalte wieder zu beleben und eine treibende Kraft für die Entwicklung einer neuen Ori-

entierung zu werden. Andererseits laufen sie Gefahr, vom materialistischen Gedankengut zahlreicher gesellschaftlicher Kräfte erdrückt zu werden. Für das Fürstentum Liechtenstein wünsche ich mir, dass die fundamentale Rolle von Kunst und Kultur für die kommenden Entwicklungen erkannt wird. Gerade in dieser Situation, in der sich viele gesellschaftliche Gruppen neu ausrichten müssen, können Kunst und Kultur Orientierung geben. Daran arbeiten insbesondere auch die staatlichen Institutionen wie das Kunstmuseum Liechtenstein. Ihnen würden dagegen die dringend gebrauchten Hände gebunden, wollte man sie durch finanzielle Streichungen an der Erfüllung ihrer Aufgaben hindern. Wenn also die öffentlichen Hände (d.h. Staat und Gemeinden) das Potenzial erkennen, das in Kunst und Kultur für die Entwicklung von Liechtenstein steckt, dann wird das Land nicht nur substanziell vorankommen. Es wird darüber hinaus einen über| aus hohen Imagegewinn verbuchen können.

Zur Person Dr. Friedemann Malsch ist Direktor des Kunstmuseums Liechtenstein, das dieses Jahr das 10-jährige Bestehen feiern kann. www.kunstmuseum.li

februar 2010


K o p f d e s M o n at s

Der Wille zur Gründung eines eigenen Unternehmens ist, Wirtschaftskrise hin oder her, weiterhin ungebrochen. Das Jahrzehnt vor der Finanzkrise, die inzwischen auch die Produktionswirtschaft in Mitleidenschaft gezogen hat, dürfte als Epoche der FirmenAls Unternehmer kann ich meine Erfahrungen gründungen in Liechtenstein in die Wirtschaftsgeschichte einge- an andere, jüngere Unternehmer weitergeben hen. Doch auch jetzt entstehen laufend neue, insbesondere kleine Unternehmen, und Tipps für die Unternehmensführung wird es hinter denen initiative Leute stehen, die von ihrer nicht mangeln. Die Statistik des KMU Zentrums innovativen Geschäftsidee überzeugt sind. Das weist allein für die vergangenen sechs Jahre über 600 KMU Zentrum an der Hochschule Liechtenstein Coachings auf, wovon über die Hälfte mit der Grünhat sich zur Aufgabe gemacht, dung von Unternehmen zu tun hatte. Fast jeder kleinere und mittlere Unterneh- fünfte Ratsuchende wandte sich an das KMU Zentmen zu unterstützen und zu för- rum wegen Fragen zur Finanzplanung oder zur Bedern. Im Mittelpunkt stehen die schaffung von Finanzen. Ado Vogt wurde schon bei Beratertätigkeit bei der Firmen- seinen Studien und seinen bisherigen Berufstätiggründung und die beratende keiten mit solchen Fragen konfrontiert, so dass er Begleitung des Unternehmens, aus einem reichen Erfahrungsschatz als Unternehwenn eine Wachstumsphase neue mer schöpfen kann. Zum Leistungsauftrag des KMU Ideen herausfordert oder wenn Zentrums gehören Beratungen bei der Gründung, Ado Vogt die Unternehmensnachfolge be- beim Wachstum und bei der Nachfolgeregelung. Neuer Geschäftsführer vorsteht. Dieser vielfältigen Auf- Kleine und mittlere Unternehmen werden bei Bedes KMU Zentrums gabe stellt sich Ado Vogt, der zum darf vom KMU Zentrum im Laufe ihrer Entwickneuen Geschäftsführer des KMU lung begleitet, angefangen beim Unternehmensstart Zentrums bestellt wurde. Seine Ausbildung scheint über die folgenden Wachstumsphasen bis zu grundwie massgeschneidert für die neue Aufgabe: Studi- legenden Veränderungen, die meist in der Form der um der Wirtschaftswissenschaft an der Universität Unternehmensnachfolge auftauchen. Als UnternehInnsbruck, anschliessend Studium in Marketing mer weiss Ado Vogt die Angebote zu schätzen, die und International Finance an der University of San das KMU Zentrum für KMU in Liechtenstein und Diego. Berufliche Erfahrungen sammelte er im Be- in der Region anbietet. Von seinem Vorgänger Chrisratungsbereich, als Geschäftsführer eines Unter- tian Hausmann hat er erfahren, dass die Coachings nehmens für Handel und Bauleistungen mit Natur- in den meisten Fällen zur Lösung von konkreten steinen sowie beim Aufbau eines Unternehmens im Problemstellungen in Anspruch genommen werden. Ausland. Nach etlichen Jahren des Studiums und Aber auch die Weiterbildungsprogramme sind sehr der Berufstätigkeit im Ausland, davon die letzten gefragt, weil sie sowohl in den Management-Lehrsechs Jahre an der Spitze eines Unternehmens in Zü- gängen als auch bei den verschiedenen Tagungen rich, kehrt Ado Vogt nach Liechtenstein zurück. und Seminaren gezielt auf den Know-how-Transfer «Als Unternehmer kann ich meine Erfahrungen an ausgerichtet sind. Derzeit ist Ado Vogt voll mit dem andere, jüngere Unternehmer weitergeben», um- Businessplan Wettbewerb 2010 beschäftigt, der am reisst er seine Aufgabe als neuer Geschäftsführer des 12. Januar gestartet wurde und am 8. Juni mit der KMU Zentrums. An der Nachfrage nach Beratung Preisverleihung seinen Abschluss finden wird.  | Foto: Günther Meier

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Ado Vogt Der neue KMU-Coach

februar 2010


Das neue juristische Fachmagazin für Rechtsanwälte, Treuhandgesellschaften, Finanzinstitute, Steuerberater, Versicherungen, Stiftungen, Unternehmen, Politiker, Universitäten, Fachhochschulen, interessierte Privatpersonen und… Hauptbeiträge der aktuellen Ausgabe Zweckänderung im neuen Stiftungsrecht Prof. Dr. Francesco A. Schurr, Hochschule Liechtenstein Steuerfahndung im Dreiländereck Dr. Heinz Frommelt, Rechtsanwalt, Vaduz und weitere Beiträge zu aktuellen Themen liechtenstein-journal erscheint viermal jährlich. Erhältlich im Jahresabonnement für CHF 98.– (Mehrfachabonnements für Firmen auf Anfrage) Gutenberg AG, liechtenstein-journal Feldkircher Strasse 13, FL-9494 Schaan Tel. +423 239 50 50, office@gutenberg.li

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WIRTSCHAFT UND DRITTE WELT

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Wer viel besitzt, trägt viel Verantwortung

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Wenn ein Staat sparen muss, wird gerne dort gespart, wo

Von Rudolf Batliner

man es nicht sieht. Den Rotstift bei den Hilfsgeldern an die Dritte Welt anzusetzen, wäre jedoch der verkehrte Weg. Ein Plädoyer für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit.

Foto: Josef Biedermann

Liechtenstein muss den Gürtel enger schnallen, keine Frage. Wo immer der Finanzminister den Sparstift ansetzt, wehren sich die Betroffenen. Sie wissen, wo sonst man viel gescheiter sparen könnte, vielleicht am Hungerleider sind keine besten bei denen, die weit weg Käufer unserer hochwertigen und zudem keine Wähler sind. Warum unsere Politiker im InteProdukte resse Liechtensteins trotzdem das Budget für die Internationale Humanitäre Zusammenarbeit und Entwicklung (IHZE) nicht kürzen sollten, lege ich in den folgenden Zeilen dar. Die Welt kommt ohne Liechtenstein aus, Liechtenstein aber nicht ohne die Welt. Als Kleinststaat sind wir mehr als die grossen Länder auf die Zusammenarbeit und oft auch auf Sonderregelungen angewiesen. Die Bereitschaft dazu hängt auch vom Bild ab, das man sich von uns macht. Am Beispiel der Schweiz erleben wir in diesen Monaten, wie schnell ein positives Bild verloren geht. Es wird wohl Jahre dauern, bis die Schweiz das Image des Rosinenpickers und Steuerschlaumeiers los wird. Befinden wir uns in der gleichen Schublade? Wir vom LED werden jedenfalls öfters auf Schwarzgeld und Steuern angesprochen als auch schon. Dagegen helfen weder Fürstenhütchen noch Hochglanzbilder vom Schloss. Wir müssen zeigen, was Liechtenstein ist und in Zukunft noch viel mehr sein könnte: ein kleines, überaus nützliches Mitglied der

Weltgemeinschaft. Liechtenstein hat eine hoch entwickelte Industrie mit Produkten und Dienstleistungen, welche die Welt sicherer und angenehmer machen. Liechtenstein exportiert Qualität, nicht Ramsch. Unsere Firmen schaffen in vielen Ländern Arbeitsplätze. Liechtenstein ist ein kompetenter Finanzplatz, der seinen Anlegern ein hohes Mass an Sicherheit und konkurrenzfähige Gewinne bietet. Bei uns versteckt man nicht Geld, sondern investiert man zukunftgerichtet und nachhaltig. Liechtenstein ist ein stabiles Land mit hoher Lebensqualität. Aktive Teilhabe an politischen Entscheidungen gehört zum Charakter seiner Bevölkerung als ergänzendes Gegenstück zur Monarchie. Als Land im Herzen Europas steht Liechtenstein für zentrale Errungenschaften unseres vom Christentum geprägten Kontinents ein: Rechtsstaatlichkeit, Mitbestimmung, intakte Umwelt, soziale Gerechtigkeit und Menschenrechte.

Wir wissen um unsere Verantwortung

Liechtenstein ist ein Land, in dem man sich kennt und sich um einander sorgt. Ein schlankes Sozialsystem stellt sicher, dass niemand zu einem menschenunwürdigen Leben verdammt wird. Der Not im Ausland gegenüber zeigen sich Bevölkerung und Staat überaus solidarisch. Wir wissen um unsere Verantwortung und leben danach. Wer viel besitzt, trägt viel Verantwortung. Das Budget für die IHZE hat sich im letzten Jahrzehnt beinahe verdreifacht. Kaum ein Land hat das zustande gebracht. Trotzdem lagen wir wegen unseres phantastischen Wirtschaftswachstums 2007 mit 0,44 Prozent des Bruttonationalprodukts nur im Mittel-


Auch Afrika hat enormes

Foto: Martin Walser

Entwicklungspotenzial.

Land hat Liechtenstein den grossen Vorteil, dass wir uns wählerisch auf wenige Länder und Thefeld. Der Finanzplatz Luxemburg gehört zu der men beschränken müssen. Es leuchtet jedem ein, Handvoll Länder, welche die 0,7 Prozent Hürde seit dass wir unser Geld nicht mit beiden Händen ausJahren übertreffen, was sich laut ihrem Aussenmi- geben können, sondern dass die linke Hand wissen nister auszahle. Niemand könne ihnen bezüglich muss, was die rechte tut. Unsere PartnerorganisatiSolidarität mit der Welt etwas vorwerfen. onen müssen genau Rechenschaft ablegen und ihre Die IHZE kann viel zu einem Buchhaltungen werden von externen – oft internapositiven Bild über unser Land beitragen. In erster tionalen – Firmen revidiert. Wir helfen den OrgaLinie geht es aber selbstverständlich um die Wir- nisationen, Abläufe zu verbessern und ihre Finankung, die wir mit dem Geld in den Entwicklungs- zen vor unrechtmässigen Zugriffen zu schützen. ländern erzielen. Der LED, der zwei Drittel des Schuld sind nicht die Ärmsten Auslandbudgets verwenden darf, nimmt für sich Allen Unkenrufen zum Trotz hat in Anspruch, dass das Geld aus Liechtenstein das Leben der armen Leute positiv verändert. Mit dem Afrika ein enormes Entwicklungspotenzial. Es liegt alt bekannten Bild gesprochen, verteilen wir weder im ureigensten Interesse unseres Landes, dazu beiFische noch Angelruten, sondern lehren den Men- zutragen. Eine entwickelte Welt ist unsere grösste schen, selber Angelruten und Netze zu machen und Chance. Hungerleider sind keine Käufer unserer zu fischen. Ausserdem unterstützen wir sie im hochwertigen Produkte. Habenichtse leisten sich Kampf um den Zugang zu den fischreichen Gewäs- keine Zahnimplantate «Made in Liechtenstein». sern, bevor diese von den Habgierigen leer gefischt Lehmhäuser mit Grasdächern baut man mit blossind. Unsere Aufgabe ist erst erfüllt, wenn sie den sen Händen und ohne Bohrhämmer aus Schaan. Fischteich nachhaltig befischen, also nur so viele Ochsenkarren benötigen keine Lenksäulen aus Fische fangen wie nachwachsen. Erfolgreich ist ein Eschen. Für den Finanzplatz Liechtenstein spielt Projekt, wenn die «Fische» zu einer besseren Ernäh- es keine Rolle, woher das Geld kommt, solange es rung und zu einem Einkommen beitragen, das es ehrlich verdient wurde und nicht von korrupten erlaubt, die Kinder zur Schule zu schicken. Dann Potentaten stammt. Somalier, die zu Hause ein orerntet die nächste Generation die Früchte der Ent- dentliches Auskommen und sicheres Leben haben, wicklung, die wir mit der heutigen säen. Als kleines füllen nicht ausgerechnet im feuchtkalten Spätherbst unser Flüchtlingszentrum. Und zum Schluss noch dies: Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat Zur Person verschiedene Ursachen. Sicher nicht schuld sind die Ärmsten dieser Welt. Im Sinne des VerursacherDr. Rudolf Batliner ist Geschäftsführer der Stiftung Liechtensteiprinzips wäre es höchst ungerecht, ja zynisch, ihren nischer Entwicklungsdienst. www.led.li ohnehin engen Gürtel noch mehr zuzuziehen. | februar 2010


zeitgeschehen

15. Januar 1985 Umweltschutz gegen Rheinkraftwerke Salez vor. Die jährliche Gesamtproduktion an elektrischer Energie wurde mit 440 Mio. kWh angegeben, wovon Liechtenstein die Hälfte zur Verfügung gehabt hätte. Zu jenem Zeitpunkt hätte diese Strommenge mehr als ausgereicht, den gesamten Strombedarf in Liechtenstein zu decken: Die verlockende Perspektive war, dass Liechtenstein vom Stromimporteur zum Exporteur hätte werden können. Das Projekt «Rheinkraftwerke» stiess sofort auf Widerstand. Daran änderte sich nichts, als 1984 die Motor-Columbus die Nordostschweizerischen Kraftwerke (NOK) und die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) mit ins Boot holte. 1985 war in der Schweiz ein neues Umweltschutzgesetz in Kraft getreten, das bei Wasserkraftwerken eine zweistufige Umweltverträglichkeitsprüfung verlangte. Weil Liechtenstein zu jenem Zeitpunkt noch keine Umweltverträglichkeitsprüfung in der Umweltschutzgesetzgebung verankert hatte, schloss sich die Regierung auf der Grundlage des Wasserrechtsgesetzes dem Verfahren der Schweiz an. Nach der öffentlichen Auflage des Kraftwerk-Projektes am 15. Januar 1985 kam es zu zahlreichen Einsprachen: Im Kanton St. Gallen wurden 310 Einsprachen gezählt, in Liechtenstein kam es zu 26 Einsprachen, wovon eine Einsprache die Unterschrift von 823 Gegnern enthielt. Das Studienkonsortium lieferte den Umweltverträglichkeitsbericht im Herbst 1991 in der Schweiz und Liechtenstein ab. Die Beurteilung des Projektes fiel aus ökologischen und ökonomischen Erwägungen negativ aus. 1994 teilte die liechtensteinische Regierung dem Konsortium mit, dass eine Konzession für die Verwirklichung der Rheinkraftwerke nicht erteilt werden könne. Ganz aus dem Gedächtnis verschwunden ist der Rhein als «energetische Reserve» freilich noch nicht – siehe | Energiekonzept 2013! Foto: Landesarchiv

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Fünf Staustufen zwischen Balzers

«Der Rhein ist neben der Sonne und Ruggell waren für die Rheindie einzige grosse Energiereserve kraftwerke geplant. Das Projekt Liechtensteins.» So steht es im wurde nicht verwirklicht. Energiekonzept 2013, das derzeit überarbeitet und für die Zeit bis 2020 erweitert wird. Nach den Vorgaben des Energiekonzeptes soll die Möglichkeit der energetischen Nutzung des Rheins aufrechterhalten bleiben. Vor allem sollten Investitionen vermieden werden, die im Fall der Realisierung eines Rheinkraftwerks kontraproduktiv sein könnten. Nachdem heute alles von Elektro-Autos, Elektro-Bikes und ElektroFahrrädern schwärmt, ist davon auszugehen, dass im Energiekonzept 2020 das Projekt Rheinkraftwerk weiter enthalten sein wird. Der Strombedarf dürfte in den nächsten zwei, drei Jahrzehnten massiv ansteigen, auch wenn nur ein Teil des Verkehrs an der Elektro-Zapfsäule hängt. Am 15. Januar 1985 waren es gerade 25 Jahre, dass das Projekt «Rheinkraftwerke» in Liechtenstein und in der Schweiz öffentlich zu einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) aufgelegt wurde. Vier Jahre vorher hatte das Unternehmen Motor-Columbus AG in Liechtenstein und in der Schweiz ein Konzessionsgesuch für den Bau eines Rheinkraftwerks eingereicht. Das Projekt sah fünf Laufkraftwerke auf der 27 Kilometer langen Flussstrecke zwischen Balzers/Trübbach und Ruggell/ februar 2010


Industriezubringer Schaan P u b l i r e p o r ta g e

Steigerung der Standortattraktivität Die Förderung der Wirtschaft gehört zu den wichtigen Staatsaufgaben. Liechtenstein hat in seiner erfolgreichen Wirtschaftsgeschichte jeweils die Rahmenbedingungen zur Verfügung gestellt, die es den initiativen Unternehmern erlaubten, mit innovativen Ideen regional und international wettbewerbsfähige Unternehmen aufzubauen. Schon die Vergangenheit zeigte, dass prosperierende Unternehmen und ein attraktiver Wirtschaftsstandort für genügend Arbeitsplätze sorgen, Steuereinnahmen bringen und damit auch die Lebensqualität steigern.

Verbesserung der Rahmenbedingungen

Gerade in Krisenzeiten erwartet die Wirtschaft, dass die Politik Massnahmen ergreift, um die Rahmenbedingungen des wirtschaftlichen Umfeldes zu verbessern. Dazu gehören aber nicht nur konkurrenzfähige Steuern, sondern auch Verbesserungen der Infrastruktur, wie die gute Erreichbarkeit über das Strassennetz.

Mehr Lebensqualität in den Quartieren Der Industriezubringer Schaan gehört zu diesen Massnahmen zur Standortförderung und Erhöhung der Standortattraktivität. Gleichzeitig trägt dieser Strassenabschnitt auch wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität in einem weiten Umfeld der Gewerbeund Industriezone Schaan bei. Der Industriezubringer hat zum Ziel, dass der Schwerverkehr nicht mehr durch das Schaaner Dorfzentrum geschleust werden muss, sondern direkt zu den Industrie- und Gewerbebetrieben gelenkt werden kann. Auch der Pendlerverkehr kann direkt zu den Arbeitsplätzen geleitet werden. Für den öffentlichen BusVerkehr ergibt sich die Möglichkeit einer direkten Zubringerlinie.

Die Vorteile des Industriezubringers ■ Entlastung des Dorfzentrums vom Schwer- und Pendlerverkehr ■ Erhöhung der Lebensqualität in den Wohnquartieren ■ Mehr Sicherheit in den Wohngebieten für die Kinder

Ressort Wirtschaft der Regierung


STANDORTFÖRDERUNG

Gemeinsam am Strick ziehen

22 23 Günther Meier

Schaan befindet sich im Aufbruch. Neue Verkehrsregelung im Zentrum, neues Dorfzentrum, aber auch neue Initiative zur Zusammenarbeit der Wirtschaft und Interessengruppen. Die Interessengemeinschaft Schaan, will durchstarten.

«Schaan voran», lautete früher das Motto der wirtschaftsstarken Gemeinde. Nun ist wieder einmal ein Startschuss gegeben worden, um Schaan voran zu bringen. Seit rund einem halben Jahr besteht die IG Schaan, die Interessengemeinschaft Schaan, die am 20. Unter dem IG-Dach ist alles März 2010, wenn der neue Saal mit dem Dorfzentrum eröffnet zusammengefasst, was wird, richtig durchstarten möchin der Gemeinde Schaan mit te. Der erste Präsident der neu gegründeten IG Schaan, Leander Wirtschaft zu tun hat Schädler, ist voller Begeisterung, aber auch voller Hoffnung, dass das Vorhaben gelingen wird: «Schaan ist mit etwa 5800 Einwohnern die bevölkerungsreichste Gemeinde Liechtensteins und aufgrund der zentralen Lage gleichzeitig ein Dreh- und Angelpunkt für den Verkehr.» Die exponierte Verkehrslage mit dem in den letzten Jahren stetig gewachsenen Verkehrsaufkommen ist für die Wirtschaft Schaans eine grosse Chance, sich als Einkaufs- und Wirtschaftsstandort

weiter zu entwickeln. «Schaan ist der wichtigste Industriestandort Liechtensteins und verfügt über ein starkes Gewerbe sowie über ein umfangreiches Dienstleistungsangebot», äussert sich Leander Schädler zuversichtlich. Auf dieser Grundlage soll mit der IG Schaan aufgebaut und ausgebaut werden, um Schaan zu einem attraktiven Einkaufsort zu machen und Standortförderung für die Ansiedlung neuer Unternehmen zu betreiben.

Über hundert Mitglieder sollen am gleichen Strick ziehen

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass schon mehrfach mit Erfolg versucht wurde, dem Slogan «Schaan voran» zum Durchbruch zu verhelfen. Allerdings weist die Geschichte gleichzeitig darauf hin, dass erlahmende Kräfte, Konkurrenzdenken und mangelnde Kooperationsbereitschaft diese Vorhaben behinderten. Mit etwa 800 verschiedenen Unternehmen, die in Schaan ansässig sind, müsste sich doch etwas Neues auf die Beine stellen lassen, sagten sich die aktiven Kräfte im «Geschäfte-Team» und im «Schaan Tourismus». Ein langsamer, aber stetiger Mitgliederschwund bei den bestehenden Institutionen verstärkte die Bereitschaft, wieder kräftig in die Ruder zu greifen. Die Gründung der «IG Schaan» am 29. Juni 2009 war der erste Schritt. Inzwischen gehören der Interessengemeinschaft schon über 50 Mitglieder


Die neue IG Schaan plant verschiedene Aktivitäten, um die Attraktivität des Wirtschaftsstand-

Fotos: Marco Nescher

ortes Schaan zu erhöhen.

auch das Gewerbe, die Industrie, die Landwirtschaft und die Dienstleistungen, inklusive des zunehmend stärker werdenden Sektors der Finanzdienstleistungen, sollen im Vereinsvorstand vertreten sein, damit die Interessengemeinschaft tatsächlich zu einer Gemeinschaft aller Interessierten wird. Neben der Förderung der Schaaner Wirtschaft verfolgt die IG auch den Zweck, zur Imagepflege und Förderung des Dorflebens beizutragen. Nicht zu kurz kommen soll die Förderung des Tourismus, dem in Schaan noch grosses Potenzial aufgrund des Kultur-, Sport- und Freizeitangebotes zuerkannt wird.

an, eine Reihe weiterer Unternehmen bekundete Interesse an einer Zusammenarbeit. Die Zeichen stehen gut für einen Neuanfang, denn mit der Eröffnung des neuen Saals wird ein markanter Punkt im Schaaner Zentrum gesetzt, das schon vorher mit attraktiven Einkaufsgeschäften eine Aufwertung erfahren hat. Leander Schädler ist optimistisch, dass die IG Schaan bald über 100 Mitglieder verfügt, die gemeinsam am gleichen Strick ziehen werden. Unterstützung erhielt die Interessengemeinschaft durch die Gemeinde Schaan, die das Förderung des WirtschaftsVorhaben mit der Neuorganisation unterstützte und Tourismusbewusstseins und einen finanziellen Beitrag leistet. Vieles, was sich der Verein laut Imagepflege und Förderung Statuten vorgenommen hat, ist in der Praxis bereits des Dorflebens erprobt, anderes muss zuerst in die Wege geleitet Die IG Schaan hat sich laut Statu- werden und sich bewähren. Eines der wichtigsten ten ehrgeizige Ziele gesetzt. Sie will keine reine Ziele ist die Zusammenarbeit, beispielsweise über «Einkaufsgemeinschaft» sein, die sich nur auf das die Abstimmung von Veranstaltungen und Anläs«Einkaufszentrum Schaan» konzentriert. Vielmehr sen mit der Gemeinde, den Dorfvereinen und dem wird unter dem IG-Dach alles zusammengefasst, Tourismus. Geplant ist für die Verkaufsgeschäfte was in der Gemeinde mit Wirtschaft zu tun hat. Im die Wiedereinführung einheitlicher Block-ÖffIG-Vorstand, so sehen es die Statuten vor, sollen nungszeiten, um den Konsumenten die Einkäufe Vertreter der Ladengeschäfte, der Gastronomie, des zu erleichtern und auch eine gewisse KundenbinTourismus und der Vereine vertreten sein. Aber dung zu erreichen. Auch auf die Bevölkerung möchte die IG Schaan mit ihrem Programm positiv einwirken: «Förderung des allgemeinen WirtschaftsIG Schaan und Tourismusbewusstseins in der Bevölkerung sowie die Förderung der aktiven AuseinandersetDie Interessengemeinschaft Schaan wurde als Verein am 29. Juni zung mit Wirtschaft und Tourismus», ist in den 2009 gegründet. Erster Präsident ist Leander Schädler, Wein & SpiStatuten unter den zahlreichen neuen Aktivitäten rits. Eine Internet-Homepage ist in Vorbereitung. | aufgeführt. Februar 2010


CASINO LIECHTENSTEIN

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Glücksspiele bald im Landtag

25 Von Günther Meier

Ein Spielcasino in Liechtenstein könnte bald Wirklichkeit werden. Der Landtag wird sich voraussichtlich im März mit dem Glücksspielgesetz befassen. Es geht aber nicht nur um ein Casino, sondern um die Regelung sämtlicher Glücksspiele.

Wer sein Glück am RouletteTisch versuchen oder sein Können beim Poker unter Beweis stellen möchte, hat die Qual der Wahl. In weniger als einer Autostunde von Liechtenstein entfernt, stehen Spielbanken in Bad Ragaz, St. Gallen, Pfäffikon, Entwurf für ein GeldspielBregenz, Lindau und Konstanz gesetz packt das Spielbank- zur Auswahl. Ein weiteres Casino könnte bald auch in Vaduz geThema nicht isoliert an baut werden. Die Regierung hat die Absicht bekundet, dem Landtag dieses Frühjahr ein neues Geldspielgesetz zu unterbreiten. Dem Vernehmen nach wollen sich die Volksvertreter bereits in der März-Sitzung mit den Glücksspielen befassen. Zehn Jahre schon dauern die Diskussionen in unserem Land, ob eine Spielbank zugelassen werden soll oder nicht. Den Anstoss gab die Schweiz im Jahre 1999 mit der Aufhebung des Spielbankenverbots, das über den Zollvertrag auch Gültigkeit für Liechtenstein hatte. Das Thema Spielbank scheint in unserem Land eine de-

likate Angelegenheit zu sein, denn anders ist es nicht zu erklären, dass für die Aufhebung des Spielbankenverbotes mehr als zehn Jahre gebraucht werden. Der Entwurf für ein Geldspielgesetz, der im vergangenen Jahr in die Vernehmlassung gegeben wurde, packt das Spielbank-Thema nicht isoliert an, sondern regelt sämtliche Formen von Geldspielen: Angefangen von den in Liechtenstein bereits angebotenen Lotterien, lotterieähnlichen Spielen, Wetten und Online-Glücksspielen bis zu allfällig neuen Angeboten wie Spielcasinos oder Geschicklichkeitsspielen um Geld. Verboten bleiben die so genannten Schneeball- oder Gewinnerwartungssysteme wie Kettenbriefe, Pyramidensysteme oder Schenkkreise. Die Regierung ist sich bewusst, dass in der Vergangenheit auf gesetzgeberischer Seite die Entwicklung verschlafen wurde. «Das liechtensteinische Recht hat mit den Umwälzungen im Bereich der Glücks- und anderen Geldspielen nicht Schritt gehalten und verunmöglicht so eine kohärente Geldspielpolitik», klopft sich die Regierung im Vernehmlassungsbericht an die Brust und weist gleichzeitig auf die Veränderungen hin: «Heute ermöglichen die rasanten Fortschritte im Bereich der Elektronik, der Informatik und der Datenübertragung eine schnelle und zielgruppenorientierte Massenabwicklung von Geldspielen über neue Vertriebsformen wie elektronische Spielautomaten, Mobilund Festnetztelefonie, interaktives Fernsehen und Internet. Wer spät kommt, gewinnt die Regierung der langen Wartefrist etwas Positives ab, muss nicht unbedingt im Nachteil sein: «Gestützt auf die internationalen Erfahrungen mit solchem Wandel hat die Regierung eine neue Ordnung mit Modellcharakter entwickelt. In diesem Sinne regelt die Vernehmlassungsvorlage sämtliche Formen des Spiels


Alle Glücksspiele werden vom neuen Gesetz erfasst und

um Geld oder geldwerte Vorteile auf einheitlicher Basis, aber nur soweit dies aus sozialpolitischen und polizeilichen Gründen notwendig erscheint.» Der gemütliche Jass um Kleingeld im privaten Kreis soll weiterhin ohne behördliche Auflagen und Aufsicht möglich sein.

Fotos: moodboard.com

umfassend geregelt.

Touristische Attraktion mit Perspektiven

riertem Casino. Allein schon die Investitionen in die Gebäude wirken sich positiv auf die einheimi Das Interesse der Bevölkerung schen Bau- und Ausbaugeschäfte aus, beim Betrieb liegt weniger auf der Neuregelung der verschiede- kommen die Zulieferer vom Bäcker bis zum Genen Geldspielarten als auf der Frage: Kommt ein tränkehändler zum Zug. Neue Arbeitsplätze werCasino in Liechtenstein? Die Chancen stehen nicht den geschaffen, der Tourismus erfährt eine Beleschlecht, dass der Landtag der Aufhebung des Spiel- bung, der Geschäftstourismus wird um eine Atbanken-Verbots zustimmen wird. Mehrfach ist in traktion reicher. den letzten zwei Jahren publiziert worden, dass es Strenge Voraussetzungen für bereits Pläne für ein Casino in Vaduz gibt. Wolf- Spielbetriebe gang Egger, der darüber konkrete Vorstellungen Über die potenziellen Gefahren hat, wird sich sicher um eine Casino-Konzession bewerben. Allerdings plant er nicht isoliert den Bau des Casino-Betriebs machen sich Wolfgang Egger einer Spielbank, sondern auf dem Areal des frühe- und die Wirtschaftskammer wenig Sorgen. Einerren «Vaduzerhof» eine grosszügige Hotelanlage mit seits wird ja nicht nur der Spielbank-Betrieb genauintegriertem Casino. Seine Pläne werden insbeson- en Regelungen unterworfen, sondern auch die andere von der Wirtschaftskammer Liechtenstein un- deren Glücks- und Geldspiele mit ihren Gefahren terstützt, die damit neuen Schwung für den allge- für die Spielsucht werden gesetzlich geregelt. Auch meinen Tourismus und besonders für den Kon- die Regierung gibt sich angesichts der hohen Hürgress-Tourismus erwartet. Auch Wolfgang Egger den zuversichtlich: «Um Angebote mit hohem Stanunterstreicht, dass das Geldspielgesetz, im Sinne dard und hoher Qualität zu gewährleisten, wird die des Zukunftsprojekts «Futuro», neue Nischen für Erteilung von Konzessionen und Bewilligungen die Entfaltung neuer wirtschaftlicher Aktivitäten zur Durchführung von Geldspielen an strengste öffnet. Wirtschaftskammer wie Wolfgang Egger Voraussetzungen geknüpft, wie sie auch etwa für betonen die touristischen und volkswirtschaftli- schweizerische Spielbanken oder englische Lotte| chen Perspektiven des Hotelkomplexes mit integ- rien und Online-Geldspiele gelten.»  februar 2010


GESELLSCHAFT

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Ferien im Alters- und Pflegeheim

27 Von Günther Meier

Auch ältere Leute, die auf Betreuung angewiesen sind, sehnen sich oft nach einem Ortswechsel. Die Betreuungspersonen brauchen ebenfalls Ruhe und Erholung. Die Alters- und Pflegeheime St. Laurentius und St. Florin haben

«Ferienzimmer» steht an der Türe. Ein freundliches «Herein» hören wir auf das Klopfzeichen. Herr Nescher, ein älterer, gehbehinderter Mann, der auf Betreuung angewiesen ist, empfängt uns in seinem Reich, das er über die Festtage bewohnte. Er hat Gebrauch In den Ferienzimmern finden gemacht vom Angebot des Hauses St. Laurentius in Schaan, die ältere oder behinderte Pflegepersonen zu Hause für vier Personen eine willkommene Wochen zu entlasten und sich selbst in eine andere Umgebung Abwechslung vom Alltag und Betreuung zu begeben. Die Alters- und Pflegeheime St. Laurentius in Schaan und St. Florin in Vaduz bieten Ferienzimmer an und bieten älteren oder behinderten Personen während einer befristeten Zeit eine willkommene Abwechslung. Die Ferienzimmer erfreuen sich grosser Nachfrage, bestätigt Erika Walser, Leiterin des Pflegeheims St. Laurentius. Die bis-

herigen Erfahrungen mit den «Feriengästen» schätzt sie als sehr positiv ein, für das Pflegeheim wie für die Gäste. Die für maximal vier Wochen aufgenommenen, pflegebedürftigen Personen können das Angebot wie ein Hotelgast nutzen, der mehr oder weniger anonym seine Ferien geniesst. Sie können sich aber auch eingliedern in den gemeinschaftlichen Rahmen, am gemeinsamen Essen und an den Veranstaltungen des Heimes teilnehmen. Vor allem aber bietet der Ferienaufenthalt die Möglichkeit für Treffen mit Bekannten, die im Heim wohnen, für Gespräche und gemeinsames Tun. In den Wohngruppen im Haus St. Laurentius findet jeder Feriengast schnell Anschluss, die Cafeteria lädt ein zum gemütlichen Beisammensein mit Heimbewohnern oder mit Gästen. Fast täglich finden für die Heimbewohner ausserdem spezielle Veranstaltungen statt, zu denen die Feriengäste ebenfalls eingeladen sind. Die Feriengäste werden eingebunden in das «Humorkonzept», das vom Haus St. Laurentius mit Erfolg zur Gesundheitsund Vitalitätsförderung der Bewohner und des Personals eingeführt wurde. Über das Prinzip Humor wird neue Kreativität in der Betreuung entwickelt, was sich für die Bewohner wie für das Personal positiv auswirkt.

Infrastruktur wie in einem Hotelzimmer

Das Ferienzimmer im Haus St. Laurentius liegt nicht irgendwo an exponierter Lage, sondern unauffällig zwischen den übrigen Bewohnerzimmern, womit die Integration der Kurzzeitgäste gefördert wird. Wie die Bewohnerzimmer verfügt das Ferienzimmer über eine moderne und altersgerechte Infrastruktur, die sich an

Fotos: Marco Nescher

spezielle Ferienzimmer eingerichtet.


Die pflegebedürftigen Feriengäste

den Bedürfnissen der betagten können am Gemeinschaftsleben Bewohnerinnen und Bewohner des Alters- und Pflegeheims teil- orientiert. Auch die Feriengäste nehmen. mit ihren persönlichen Anliegen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen des Personals, denen der Aufenthalt so schön und bequem wie möglich gestaltet wird. Das sehr wohnlich eingerichtete Ferienzimmer lässt keinen Komfort vermissen und braucht Vergleiche mit Hotelzimmern nicht zu scheuen. Ein Balkon, eigene Dusche und WC gehören ebenso zur Ausstattung wie Telefon und Fernseher. Ganz abgesehen von der liebevollen Betreuung durch das Fachpersonal rund um die Uhr.

Ferienzeit auch für Betreuungs- personen

Die Ferienzimmer in den Altersund Pflegeheimen wurden eingerichtet, um den Betreuungspersonen die Gelegenheit zu geben, selbst in die Ferien zu fahren oder sich ein paar Tage Erholung von der anstrengenden Betreuungsaufgabe zu gönnen. Der Wunsch nach einer gewissen Aus-Zeit gilt sowohl für Betreuungspersonen als auch für Familienangehörige. Gerade über Festtage oder während der Ferienzeit sind die Ferienzimmer deshalb gut ausgebucht. Wenn eine ältere oder behinderte Person ein Ferienzimmer bezieht, haben die Angehörigen die Gewissheit, dass dem Feriengast die bestmögliche Betreuung und Pflege zuteil

wird. In den Alters- und Pflegeheimen stehen rund um die Uhr ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung, die damit umgehen können, mit Sonderwünschen konfrontiert zu werden.

Feriengast zum Schnuppern der Atmosphäre

In Zeiten, in denen weniger Nachfrage für einen Ferienaufenthalt besteht, stehen die Ferienzimmer auch für Leute zur Verfügung, die sich mit dem Gedanken tragen, in absehbarer Zeit aus Altersgründen in ein Pflegeheim einzutreten. «Wir nehmen auch gerne ältere Leute auf zum Schnuppern und Kennenlernen», betont Erika Walser, «damit sich diese künftigen Bewohnerinnen und Bewohner einen Einblick in das Heim| leben verschaffen können.»»

Ferienzimmer Die Häuser St. Laurentius in Schaan und St. Florin in Vaduz bieten Ferienzimmer für pflegebedürftige Personen an. Weitere Informationen durch die Kontakt Beratung Alterspflege KBA (Telefon +423 239 90 80) oder durch Erika Walser, Leiterin des Hauses St. Laurentius (Telefon 00423 236 47 47). Internet: www.lak.li

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 In der Ruhe liegt die Kraft Warum der Mensch seinen Schlaf braucht, darüber rätseln Experten. Nur soviel ist sicher: Wer zu wenig oder schlecht schläft, schadet seiner Gesundheit. Das wirksamste Wellness-Programm für den Menschen ist guter Schlaf. Hier bekommt der Körper, was er wirklich braucht: Ruhe und Entspannung pur. Auch für die Gesundheit des Gehirns ist erholsamer Schlaf enorm wichtig. Es ist zwar während des Schlafs messbar aktiv, doch braucht unser Kopf diese Zeit, um Eindrücke und Erfahrungen zu verarbeiten.

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Lassen Sie sich Ihre Reiseapotheke optimal nach Ihren Bedürfnissen zusammenstellen! Augen auf für guten Schlaf Wie können wir selbst unseren Schlaf beurteilen? Gut geschlafen hat ganz einfach, wer sich tagsüber fit undLandstrasse ausgeruht 97, fühlt. Die Schlafforschung rüttelt wach 9494Durchschnittlich Schaan Auch wenn die Schlafforschung ein recht junger Zweig der Wis- braucht der Mensch dazu sieben bis acht Stunden senschaft ist, so bringt sie doch Ergebnisse an den Tag, die wachrütteln pro Nacht. Entscheidend ist neben der ausreichensollten. Etwa ein Drittel der Schweizer klagt über gelegentliche Ein- den Dauer vor allem auch die Qualität der Schlafund den16:13:48 und Durchschlafstörungen, über zehn Prozent gar über chronisch ge- phasen. Über verschiedene Möglichkeiten rz_TP_Apo_Schaan_Ins_55x60_120609.indd 1 12.06.2009 störten Schlaf. Und jede zwölfte Person in der Schweiz konsumiert individuellen Weg zum besseren Schlaf und zu efSchlaf- und Beruhigungsmittel. Das jedoch kann keine Dauerlösung fektiver Entspannung informiert der TopPharmsein: Ein Grossteil der Mittel hat nach dem Absetzen nur noch grösse- Beratungsmonat «Entspannung und Schlaf» vom re Schlafstörungen zur Folge – was nicht selten zur Abhängigkeit führt. 21. Januar – 18. Februar 2010. Jede TopPharm-ApoNeben Stress und Alltagsbelastungen ist auch das Umfeld eine Stör- theke der Schweiz und Liechtenstein steht ihren quelle für gesunden Schlaf: Jeder fünfte Europäer, so die Weltgesund- Kunden in dieser Zeit mit vielseitigen Aktivitäten, heitsorganisation (WHO), sei nachts zu starkem Lärm ausgesetzt. Informationen und Beratungsangeboten zur VerfüSchon eine langfristige Lärmbelastung von über 55 Dezibel – etwa der gung. Geräuschpegel einer belebten Strasse – kann Bluthochdruck und Herzinfarkt verursachen. Dass auch die Dauer der Nachtruhe entscheidend Fit und gesund ist, brachte eine weitere Studie ans Licht: Bei Menschen, die nur vier Stunden täglich schlafen, erhöht sich unter anderem das Stresshormon Cortisol merklich.

Wachsam bleiben Kurzzeitfolgen schlechten oder ungenügenden Schlafs zeigen sich beispielsweise durch Müdigkeit, Gereiztheit, Konzentrationsschwäche oder ein schwaches Kurzzeitgedächtnis. Langfristig gesehen wirken sich die Schlafgewohnheiten auf die gesamte Gesundheit aus: Übergewicht, frühzeitige Alterung, chronische Müdigkeit, schwaches Immunsystem, unausgeglichener Blutzuckerwert und Blutdruck, sowie ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen können die Folge sein. Kontakt: Gerhard Eberle, TopPharm Apotheke Schaan 9494 Schaan eberle@apotheker.li Telefon: 232 48 44


Schlusspunkt

Wahrscheinlich war es allenfalls eine Vorahnung in den politischen Organen der EU über das Ausmass, welche die Wirtschaftkrise annehmen würde. Vorahnung oder präzise Prognose – jedenfalls war die Entscheidung, das Jahr 2010 dem Kampf gegen Armut und soziale Ausgren­zung zu widmen, eine sehr kluge und Verantwortungsvoll und mit Umsicht das Netz umsichtige. Das Thema wird ei­­ne zentrale gesellschaftliche Pro­b­ der sozialen Sicherung nachhaltig absichern ­lematik der nächsten Jahre darstellen. Armut und soziale Ausgrenzung gehen Hand in Hand. Sicher ist so­ ziale Ausgrenzung mit Geld allein nicht zu lösen. Aber schon genügend finanzielle Mittel für die bedürftigen Bevölkerungsgruppen aufzubringen, sind auch die wohlhabenden Länder Europas immer weniger in der Lage. Seit Jahren ist zu beobachten, dass sich wieder blanke Armut ausbreitet. Wir waren demgegenüber in einem komfortablen Zustand. Die erforderlichen Finanzen für den sozialen Ausgleich konnten bisher problemlos zur Verfügung gestellt werden. Mit Fug und Recht konnte deshalb 2008 im Zweiten Armutsbericht (Amt für Soziale Dienste) die Aussage getroffen werden, unser Land habe das von der UNO bereits im Jahre 1997 Dr. Marcus Büchel proklamierte Ziel, die Armut innerhalb der nächsLeiter des Amtes für ten zehn Jahre auszulöschen, erreicht. Der Wechsel Soziale Dienste kam wie eine eiskalte Dusche über uns, in Kombination von Wirtschafts- und Finanzplatzkrise, in deren Folge die Staatseinnahmen dramatisch zurückgegangen sind. Kurzarbeit und Entlassungen sind seither keine Fremdwörter mehr. Nicht jeder gelangt durch eigene Anstrengung zu einem zumindest existenzsichernden Einkommen: Ohne (staatliche) Sozialleistungen wären 20 Prozent der Haushalte einkommensschwach, mindestens 7 Prozent gar arm. Auch wenn dieses Extremszenario in absehbarer Zeit nach menschlichem Ermessen nicht eintreffen wird, werden unsere Systeme der sozialen Sicherung grossen Belastungen unterliegen. In wirtschaftlichen Krisenzeiten werden noch mehr Menschen auf sie angewiesen sein, wobei die Einnahmen aus den Beitragsleistungen sinken und im Staatssäckel weniger Geld vorhanden ist. Wir müssen nicht lange nach Projekten für das Europäische Jahr suchen, vielmehr liegt auf der Hand, was zu tun ist: Verantwortungsvoll und mit Umsicht, gilt es, unser Netz der sozialen Sicherung nach| haltig abzusichern. Foto: Amt für Soziale Dienste

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Marcus Büchel – Europäisches Jahr gegen Armut

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