nota bene pflege pfl fle fl leege ge & mehr
Wenn wir wahren Frieden in der Welt erlangen wollen, müssen wir bei den Kindern anfangen. Mahatma Gandhi (1869 – 1948), indischer Staatsmann
10. Jahrgang | 3. Ausgabe | Dezember 2023 | € 5,00
Inhalt 03 04 06 08 10 12 14 16 18 20 22 23
Editorial Grußworte von Anneli Zenker und Manfred Preuss Stille Nacht Das ewige Lied aller Lieder Neue Wege in der Ausbildung Der lange Weg von Vietnam nach Deutschland, Teil 1 Aus der Region Der Baden-Badener Christkindelsmarkt Weihnachtsgeschichte Wo ist denn der Friede auf Erden? Weihnachten Weihnachten zwischen gestern und heute Neue Weg in der Ausbildung Der lange Weg von Vietnam nach Deutschland, Teil 2 Ernährung Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah … Aus der Region Der Stuttgarter Christkindleinmarkt Ukraine Ein Licht der Hoffnung Zeitgeschehen Müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen Natur und Heilkunde Passionsblume – nicht nur eine Schönheit
Impressum
Herzlich Willkommen Und wieder dürfen wir vier Auszubildende aus Vietnam bei uns willkommen heißen. Die Gruppe ist inzwischen auf 15 junge Frauen und Männer angewachsen. Lesen Sie hierzu auch den Artikel auf den Seiten 6/7 und 14/15.
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Herausgeber: MHT Gesellschaft für soziale Dienstleistungen mbH Hochwiesenhof 5–10 75323 Bad Wildbad www.mht-dienstleistung.de www.johanneshaus-bad-wildbad.de www.johannesklinik-bad-wildbad.de www.johanneshaus-bad-liebenzell.de Redaktion: Wolfgang Waldenmaier Manfred Preuss gcc@mht-dienstleistung.de Grafische Umsetzung: Dagmar Görlitz kontakt@goerlitz-grafik.de Drucktechnische Umsetzung: Karl M. Dabringer dabringer@gmx.at Auflage: 3.000
Editorial
Das Jahr neigt sich seinem Ende entgegen und unsere Wünsche aus dem vergangenen, dass in 2023 wieder Frieden auf unserer Erde einkehren möge, haben sich nicht erfüllt. Ganz im Gegenteil. Der barbarische Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine tobt weiter unerbittlich – den Menschen vor Ort steht der zweite Winter bevor, in weiten Teilen dieses geschundenen Landes ohne Wasser, ohne Strom, ohne Heizung. Können wir uns dieses Leid eigentlich wirklich vorstellen? Und damit nicht genug, nun auch noch der kriegerische Konflikt im Nahen Osten. Die Welt scheint zu zerbersten. Die Aggressoren dieser Welt setzen darauf, dass die Menschen müde und desinteressiert werden, je länger ein Konflikt dauert. Dies dürfen wir nicht zulassen. Wir dürfen nicht aufhören, wachsam zu sein, das Böse beim Namen zu nennen oder auch die Kraft zu entwickeln, die notwendig ist, um all das, was an Hilfen und Unterstützung benötigt wird, tatsächlich auch zu leisten. ein sehnlichster Weihnachtswunsch:
Kain und Abel würden einen Nichtangri spakt schließe
und alle enschen werden rüder. Marianne Sägebrecht, deutsche Schauspielerin und Kabarettistin
Und das auch, obwohl auch in unserem Land vieles nicht mehr so ist, wie wir es gewohnt waren. Ja, wir müssen sparen, ja, wir schränken uns beim Heizen ein, ja, der Monat ist oft länger, als das Geld reicht. Hier dürfen wir genau hinsehen und genau auch dort die Mitmenschen unterstützen, die dies am nötigsten brauchen. Und dennoch dürfen wir uns ein Stück Dankbarkeit und Wertschätzung erhalten, dass es uns trotz aller Belastungen im Vergleich zu dem ganz überwiegenden Teil der Menschheit immer noch relativ gut geht – in wirtschaftlich wie rechtlich sehr stabilen Verhältnissen.
Und so bleibt uns auch in diesem Jahr nur die Hoffnung auf mehr Stabilität und Frieden auf dieser Welt, auf mehr Sicherheit und persönliches Glück für die Kinder und Menschen in den Krisengebieten. Lasst sie uns gerade an Weihnachten in unsere Gedanken, Wünsche und Gebete einbeziehen. Und Ihnen allen wünschen wir Zeit, um in Erinnerungen von gestern zu schwelgen, Zeit, um im Hier und Jetzt zur Ruhe zu kommen und Zeit, um neue Pläne für morgen zu schmieden. Wir wünschen Ihnen eine gesegnete Weihnacht. Ihre Anneli Zenker Geschäftsführerin MHT
Manfred Preuss GlobalConcept.Consult AG
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Stille Nacht
Am Vormittag des Heiligen Abends im Jahre 1818 eilte der Dorfschullehrer und Organist Franz Xaver Gruber in aufgeregter Stimmung zu dem Aushilfspfarrer Joseph Mohr. Die Orgel in der Pfarrkirche von Oberndorf bei Salzburg produzierte nur noch schräge Pfeifgeräusche und war unbespielbar – und am Abend sollte der Weihnachtsgottesdienst stattfinden. Ohne Orgelbegleitung – unvorstellbar! Was Über die Entstehung des berühmtesten sollte man tun, welche MöglichWeihnachtsliedes aller Zeiten – keiten bestanden, um ein Desas„Stille Nacht, Heilige Nacht“ ter abzuwenden? Gruber und Mohr setzten sich zusammen und schrieben ein einfaches Weihnachtslied, das man zur Gitarre singen konnte.
Das ewige Lied aller Lieder
So berichtet es eine alte Legende, wie sie in vielen Erzählungen und auch in Filmen geschildert wird. Unser Religionslehrer in meiner Grundschule hat uns zu meiner Schulzeit diese Geschichte genauso eindrücklich geschildert und wir Schüler sollten sie danach schauspielerisch im Klassenzimmer in verschiedenen Zweier-Paaren als Stehgreifstück aufführen. Einer war Franz Gruber und der andere Joseph Mohr. Ich erinnere mich sehr genau an diese Aufgabe und bin der festen Überzeugung, dass wir damals allesamt hollywoodreife Darsteller waren.
So kam der 26-jährige Hilfspfarrer Joseph Mohr im Jahre 1818 mit seinem Weihnachtsgedicht im Gepäck nach Oberndorf bei Salzburg. Dort freundete er sich mit dem Dorfschullehrer Franz Gruber an, zu dessen Aufgaben es auch gehörte, den Gemeindegesang während der sonn- und feiertäglichen Gottesdienste an der Orgel zu begleiten. Wahrscheinlich hatte die Orgel in der Oberndorfer Kirche St. Nikola tatsächlich einige Mängel. Mohrs Gedicht jedenfalls beeindruckte den Lehrer Gruber über alle Maßen, so dass er schnell und spontan an jenem Heiligen Abend eine „einfache Melodie“ dazu schrieb, die die beiden dann der begeisterten Gemeinde nach der Christmette zur Gitarre vortrugen. Dabei sang Joseph Mohr die Tenorstimme zur Gitarre und Franz Gruber sang die Bass-Stimme. Die sichere Urheberschaft des Liedes der beiden Freunde ist durch den Fund der frühesten handschriftlichen Fassung (1820) eindeutig. Darin gibt Mohr sich selbst als Textdichter und Franz Gruber als Komponisten an. Der Siegeszug des berühmtesten Weihnachtsliedes aller Zeiten begann nur wenig später. Karl Mauracher, ein Orgelbauer aus Fügen im Zillertal, der mit Mohr und Gruber befreundet war und die Orgel reparierte, nahm schon kurze Zeit nach der Uraufführung das Lied mit. Und schon ein Jahr später, im Jahre 1819, erklang „Stille Nacht“ in der Christmette in Fügen. Die singenden Geschwister Rainer aus dem Fügener Kirchenchor nahmen dieses Lied mit und sorgten dann bei ihren Reisen, auf denen sie Zillertaler Volksmusik darbrachten, für die weitere Verbreitung des von allen geliebten Weihnachtsliedes.
Soviel zur Legende. Nun aber zu den gesicherten Fakten: Schon zwei Jahre zuvor, im Jahre 1816, verfasste Joseph Mohr in Mariapfarr den Text als 6-strophiges weihnachtliches Gedicht. Das Salzburger Land war nach 1815 durch Kriege in Not und Elend gestürzt worden. Zudem trug die entstandene Staatsgrenze zwischen Österreich und Bayern zur Verschlimmerung der Lebensverhältnisse der einfachen Bevölkerung bei. Familien wurden ausein- Auch die Geschwister Strasser aus Laiandergerissen und die Schiffer verloren mach sorgten als fahrende Händler ihre Rechte für den Holz- und Salz- auf Märkten mit ihrem Repertoire von transport. Keine rosigen Zeiten für das „ächten Tyroler Liedern“ dafür, dass arbeitende Volk. auch das Oberndorfer Weihnachts-
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Stille Nacht
lied seinen Weg in die Welt fortsetzen konnte. Auf dem Leipziger Weihnachtsmarkt hörten es die staunenden und begeisterten Zuhörer. Belegt ist der Auftritt der Geschwister Strasser am 15. Dezember 1832 im Leipziger Gasthaus „Zum Birnbaum“, bei dem auf Wunsch des Publikums „Stille Nacht“ erklang. Die Strassers gaben ihre Händlertätigkeit auf und widmenden sich nun ausschließlich der Musik und dem Gesang. In Berlin schließlich erklärte König Friedrich Wilhelm IV. das Lied zu seinem Favoriten und ließ nach der Urheberschaft forschen. Bis dahin galt „Stille Nacht“ allgemein als Tiroler Volksweise.
Friedrich Wilhelm ist es zu verdanken, dass Franz Gruber und Joseph Mohr uns heute als die Schöpfer dieses Welterfolges bekannt sind. Von da an setzte das Lied seinen Siegeszug durch die ganze Welt fort. Die Geschwister Rainer kamen mit dem Lied im Gepäck ab 1827 sogar bis nach England und sorgten damit für die wichtigste Etappe auf diesem einmaligen Weg des Erfolges. Heute wird „Stille Nacht“ in über 300 Sprachen und Dialekten gesungen und musiziert. Diese wundervolle Geschichte machte das Lied aller Lieder – oder wie ein Filmtitel sagt: Das ewige Lied – zur weltweit bekanntesten und beliebtesten Weihnachtsmusik. Jedes Jahr
aufs Neue bewegt das Lied die Herzen und trägt durch seine einfachen Worte die gesamte Botschaft des Weihnachtsevangeliums in die Welt hinein. Wolfgang Waldenmaier
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Der lange Weg von Vietnam nach Deutschland von Wolfgang Haug
Das Wort „lang“ hat eine zeitliche und eine örtliche Komponente und beide Bedeutungen spielen im Folgenden eine entscheidende Rolle. Seit dem 1. Oktober 2023 befinden sich in der Pflegeausbildung im Oberlinhaus in Freudenstadt zahlreiche Auszubildende aus verschiedenen Ländern. Darunter eine kleinere Anzahl von Flüchtlingen und in der Mehrheit angeworbene junge Menschen, die im Heimatland ihren Schulabschluss mit Abitur bestanden und sich danach in Deutsch-Sprachkursen vorbereitet haben, um eventuell die Möglichkeit zu erreichen, für eine Ausbildung in der Pflege ausgewählt zu werden und nach Deutschland auszuwandern. Die Auszubildenden, die bei uns ankommen, lernen im Oberlinhaus und in den Pflegeheimen zuerst in zwei Jahren alle Inhalte, die sie für die Ausübung
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der Altenhilfe benötigen, und sie verbessern ihre Deutschkenntnisse, die für die Pflege unserer Bewohner und Bewohnerinnen im Pflegeheim so wichtig sind. Sobald sie die Prüfungen in der Altenpflegehilfe und den Deutschtest B2 bestanden haben, gehen sie über in die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau und zum Pflegefachmann. Im Oberlinhaus starten die Fachkraftausbildungen zweimal im Jahr. Die Kurse beginnen im April und im Oktober. Dabei bilden wir jeweils zwei Parallelklassen. Die eine nimmt die Auszubildenden auf, die den Migrakurs bestanden haben, und die andere nimmt deutsche und ausländische Bewerber auf, die die Mittlere Reife mitbringen, und – wenn es sich um Menschen aus anderen Herkunftsländern handelt – die bereits einen B2 Deutschnachweis besitzen. Wenn wir jetzt nur die 4 Migrakurse und die generalistischen Fachkraftkur-
se betrachten, in denen die Auszubildenden aus den Migrakursen weiterlernen, dann befinden sich derzeit aus den Migrakursen 229 Auszubildende im Oberlinhaus und in den Pflegeheimen in Baden-Württemberg. Bei 181 von ihnen handelt es sich um angeworbene vietnamesische Abiturientinnen und Abiturienten. Fast alle Kursteilnehmer aus Migra 1 bis Migra 6 befinden sich heute in der Fachkraftausbildung. Am 1. Oktober 2023 begann bereits der 10. Migrationskurs in Freudenstadt! D. h., im Moment bereitet sich bereits die Migraklasse 7 für ihre Abschlussprüfungen im Februar und März 2024 vor. Die Migra 8 Klasse folgt im September, Migra 9 dann wieder im März 2025 etc. Um zu erklären, wie dies funktionieren konnte, will ich Sie nun auf eine kleine Reise mitnehmen über die inzwischen 14jährige Vorbereitungszeit für diese Erfolgsgeschichte.
Neue Wege in der Ausbildung
Im Jahr 2002 kam ich als gelernter Deutsch-, Englisch- und Geschichtslehrer fürs Gymnasium als Honorarlehrer an die Altenpflegeschule der Stadt Stuttgart. 2003 entschied ich mich dafür, mich um die Schulleitung zu bewerben, um eine andere und erfolgreichere Schule daraus zu machen, als ich sie vorgefunden hatte. Ich übernahm eine Schule mit 7 Lehrkräften und 46 Auszubildenden. Als ich sie im Dezember 2018 an meine Nachfolger übergab, waren es 430 Auszubildende und 47 Lehrkräfte. Eine so gute Entwicklung benötigte natürlich mehrere Schritte, neue Konzepte und auch ab und an eine neue Idee. Und wie es so ist mit Ideen, sie werden oft aus Notlagen geboren. 2007 schafften mehrere Prüflinge aus anderen Ländern die Examensprüfung nicht. Dabei kamen wir zu der Überzeugung, dass es nicht an der Intelligenz oder Motivation oder an mangelndem Lerneifer lag, sondern ausschließlich an der Sprache, weil die Prüfungsaufgaben falsch oder unvollständig verstanden wurden. Die Idee für eine verlängerte Ausbildung mit großem Deutschanteil entstand. 2008 führte ich zahlreiche Gespräche im Sozialministerium, mit dem Beauftragten des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg (BAMF), mit der Robert-Bosch-Stiftung etc. In Zusammenarbeit mit dem Sozialministerium und dem BAMF ließ sich ein Ausbildungsgang entwickeln, der sich an die Helferausbildung anlehnte, diese um ein Jahr verlängerte, die Deutschstunden für einen B1 und B2 Abschluss andachte und etwas Raum schuf für andere Bedarfe, die nicht im deutschen Curriculum standen, wie z. B. kultursensible Pflege, interreligiöser Unterricht und Ausspracheunterricht. Das Umgestalten des Curriculums übernahm eine Arbeitsgruppe, in der ich zehn Lehrkräfte aus den
verschiedenen Lernbereichen versammelte. Die Kosten für diese Sitzungen übernahm die Robert-Bosch-Stiftung. Die Umgestaltung ging von zwei Prämissen aus, wir wollten die grundpflegerischen Inhalte, die in der Praxis benötigt wurden, an den Anfang stellen und andererseits alle Inhalte der Helferausbildung danach beurteilen, was leichter und was schwerer verständlich erschien. Unser Ziel war es, den Teilnehmern der „Kurse für Menschen mit Migrationshintergrund“ (von uns dann kurz Migrakurse genannt) die leichter verständlichen Teile im ersten Jahr zu unterrichten und die schwerer verständlichen, wie z. B. die Rechtskunde, erst im zweiten Jahr unterzubringen. Ab 2009 konnte das Vorhaben als Modellkurs der städtischen Schule und des Sozialministeriums für die 2-jährige Ausbildung zum Altenpflegehelfer/ zur Altenpflegehelferin mit Deutsch für Menschen mit Migrationshintergrund starten. In den 20 Schulwochen pro Jahr konnten auf diese Weise pro Jahr ca. 300 Stunden Deutsch unterrichtet werden. Dieser Umfang führt im ersten Jahr für Flüchtlinge zur B1 Prüfung und im zweiten Jahr für die – mit B1 – angeworbenen Menschen aus Drittstaaten zur B2 Prüfung. Die Prüfungsaufgaben wurden vom Kultusministerium an die Schule weitergeleitet und vom Landesinstitut für Bildung erstellt. Dieses Verfahren gilt bis heute für alle beteiligten Schulen in Baden-Württemberg. Ein Problem blieb bestehen, die Deutschstunden wurden von der Landesförderung für die Schulen nicht refinanziert. Das Angebot blieb deshalb der Modellschule in Stuttgart vorbehalten. Durch die jährlich wachsende Schülerzahl konnte ich diese Stunden aber quer finanzieren. Andere Schulen konnten und wollten das Angebot jedoch nicht einfach übernehmen, weil
sie fürchteten, mit jedem Kurs einen Defizitbetrag zu erwirtschaften.
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ie Vorstellung, dass die Deutschstunden vom BAMF refinanziert werden, erwies sich als nicht wirklich tragfähig. Das BAMF tat sich einerseits schwer mit einem Kurs, der sich über zwei Jahre erstreckte und nicht richtig ins System der Abrechnungen passte. Als betroffene Schule mussten wir schnell feststellen, dass der Bürokratieaufwand sehr hoch war und das finanzielle Resultat dagegen eher bescheiden ausfiel, weil das BAMF nur diejenigen refinanzierte, die bei uns zum ersten Mal an einem Spracherwerbskurs teilnahmen. Wir wiederum nahmen Auszubildende in diesen Kurs auf, die sich für die Pflege interessierten und noch Deutschunterstützung benötigten. Wenn diese Bewerber aber bereits einen BAMF geförderten Sprachkurs belegt hatten, hatten sie ihren individuellen Anspruch auf Förderung bereits „ausgegeben“. Wir bekamen also für einen größeren Teil der Klasse keine Refinanzierung, wenn sich andere Schulen in Ballungsräumen, wie z. B. aus Mannheim, für das Angebot interessierten, sahen sie, dass sich an der Situation, ins Defizit zu geraten, durch die Teilrefinanzierung des BAMF wenig verbessert hatte. Über Landtagsabgeordnete versuchte ich eine Landesfinanzierung wenigstens für die Ballungsräume anzuregen, ich ermittelte einen Kostenplan für Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Freiburg und Ulm. Dieser wurde vom Sozialministerium auch in den Wirtschaftsplan eingestellt, aber aus Sparzwängen wieder herausgenommen. Die ebenfalls angesprochene Baden-WürttembergStiftung bedauerte, dass sie Projekte nur einmalig fördern konnte und nicht nachhaltig.
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Aus der Region
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eihnachtsmarkt ist nicht gleich Weihnachtsmarkt, denn jeder hat seinen eigenen Charme und seine ganz besondere Atmosphäre. So auch der Christkindelsmarkt in Baden-Baden, der durch seine besondere Kulisse vor den Kurhaus-Kolonaden mit Konzertmuschel und Kurgarten punktet.
Das im 19. Jahrhundert vom Karlsruher Baumeister Friedrich Weinbrenner entworfene Ensemble präsentiert die Zeit des Belle Époque und bietet in festlicher Beleuchtung den passenden Rahmen für zahlreiche Attraktionen und Angebote, die nicht zuletzt auch mit kulinarischen Besonderheiten wie „Fondulette“ locken. Erstmals fand der „Baden-Badener Weihnachtsmarkt“ 1971 auf dem kleinen Römerplatz im Bäderviertel mit rund 20 Ausstellern statt. Im Laufe der Jahre wuchs der Markt in die Fußgängerzone hinein und wurde 2001 an die
Kurhaus-Kolonnaden verlegt, wo er mittlerweile nicht zuletzt durch seine besonderen Genussmomente viele Gäste aus nah und fern anlockt. Begünstigt durch die Natur, das Klima und vor allem die Nähe zu Frankreich wurde in BadenBaden dem Thema Essen und Genuss seit jeher besondere Aufmerksamkeit zuteil. Kein Wunder also, dass der Weihnachtsmarkt nicht nur weihnachtliches Ambiente mit Kunsthandwerk, Weihnachtsschmuck und Krippen zeigt, sondern sich auch mit elf Gourmet-Iglus als Genussoase präsentiert. Mit Blick auf die illuminierte Trinkhalle sowie die Kulisse von Kurhaus und Casino lässt sich das „Fonduelette-Menü“, eine Kombination
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aus Fleisch-Fondue und Raclette, in einer außergewöhnlichen Atmosphäre mit attraktiven Lichtakzenten und korrespondierenden Weinen regionaler Winzer genießen. Die durchsichtigen Iglus sind mit Infrarotheizstrahlern und
markt verschaffen möchten, bietet die Baden-Baden Kur & Tourismus GmbH erstmals eine WeihnachtsmarktFührung als besonderes Erlebnis an. Mit „Kunst und Köstlichkeiten“ lässt sich dabei der besondere Zauber des
Der Baden-Badener Christkindelsmarkt 23. November 2023 bis einschließlich 6. Januar 2024 Heizmatten ausgestattet und als „PopUp-Restaurants“ für Gruppen bis zu acht Personen eine stark nachgefragte Besonderheit in der Vorweihnachtszeit. Für Gäste, die sich zunächst einmal einen Überblick über den Weihnachts-
Baden-Badener Christkindelsmarktes bei einem rund zweistündigen Rundgang und acht Stopps mit kulinarischen Verkostungen erleben.
Aus der Region
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ie dazu ausgebildeten Guides zeigen nicht nur traditionelles Kunsthandwerk, sondern auch traditionelles Brauchtum und die schönsten Fotospots. Angeboten werden die Touren nicht nur auf Deutsch,
sondern auch in englischer und französischer Sprache. Für Kinder und Familien bietet die Märchenstraße herrliche Geschichten und die Weihnachtsbackstube ist eine allseits beliebte Anlaufstelle, die sich zudem mit einer Fahrt im historischen Kinderkarussell kombinieren lässt. In der Trinkhalle gibt es eine Krippenausstellung und an jedem Mittwoch erwartet Familien an jedem Stand ein attraktives Familien-Angebot, bei dem auch gleich die Briefe an das Christkind in den Himmelsbriefkasten eingeworfen werden können. Mit einem ausgewählten musikalischen Rahmenprogramm wandelt sich die Konzertmuschel in eine „Himmels-
bühne“, bei der die Besucher täglich unter freiem Himmel ein live stattfindendes Musik- und Showprogramm erleben. Nur einige Schritte durch die Lichtentaler Allee vom Christkindelsmarkt entfernt, lädt die Eisarena auf dem Augustaplatz bei stimmungsvoller Weihnachtsmusik zum Schlittschuhlaufen ein. Für entspannte Stunden laden darüber hinaus die dampfend heißen Quellen der Caracalla Therme und des Friedrichbades ein. Kunst und Kulturgenuss auf höchstem Niveau versprechen das Festspielhaus – Europas zweitgrößtes Konzert- und Opernhaus – sowie das vom New Yorker Stararchitekten Richard Meier erbaute Museum Frieder Burda. Und am Abend lädt das laut Marlene Dietrich „schönste Casino der Welt“ ein, das Glück im Spiel zu versuchen. Sabine Zoller
Baden-Badener Christkindelsmarkt Öffnungszeiten: 23. November 2023 – 06. Januar 2024 täglich geöffnet von 11.00 bis 21.00 Uhr 26. November 2023 geschlossen (Totensonntag) 24. und 31. Dezember 2023 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr 01. Januar 2024 geöffnet ab 13.00 Uhr 06. Januar 2024 geöffnet bis 18.00 Uhr
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Weihnachtsgeschichte
2000 Jahre später … «Gabriel?» Der kleine Engel Tobias hatte sich von hinten an seinen Lehrmeister herangeschlichen. Sie kannten einander schon seit Urzeiten, Tobias und der Erzengel Gabriel. Sie hatten die Geschichte Gottes mit seiner Schöpfung und den Menschen von Anfang an gespannt verfolgt. Viel später hatte Gabriel Maria ankündigen dürfen, dass sie die Mutter des Erlösers sein würde.
jetzt ein bekümmertes Gesicht. «Was bedrückt dich, lieber Freund?» «Nun ja ...», druckste Tobias herum. «Ich zweifle nicht an der Weisheit und Macht unseres Gottes, aber ich frage mich doch ...» Er hielt sich die Hand vor den Mund, als hätte er Angst, auszusprechen, was ihn plagte. «Na komm, Kleiner, heraus mit der Sprache!» «Also –», Tobias gab sich einen Ruck. «‹Frieden auf Erden› haben wir Engel
Wo ist er denn,
habe auch Dinge gesehen, die entsetzlich waren. Gerade in den vergangenen Wochen habe ich zum Beispiel Hunderte von Flüchtlingen gesehen, die im Meer ertrunken sind. Warum lassen Menschen das zu? Warum greift Gott nicht ein? Ich habe Männer gesehen, die Frauen missbraucht und misshandelt haben. Wie können Menschen einander das antun, ohne dass Gott dazwischenfährt? Ich habe ...» «Ach, Tobias», unterbrach Gabriel ihn. «Glaubst du, Gott sei das gleichgültig? Aber stell dir mal vor, Gott würde alles Unvollkommene, alles Schlechte aus der Welt ausrotten! Stell dir vor, Gott würde alle Menschen, die nicht so sind, wie er sie gemeint hat, vernichten ...» «Das wäre doch grossartig, Gabriel! Dann gäbe es nichts Böses mehr in der Welt!» «Stimmt, Tobias. Es gäbe nichts Schlechtes mehr. Es gäbe nämlich überhaupt nichts mehr. Wenn Gott alles ausmerzen würde, was nicht genauso vollkommen ist wie er selbst – gäbe es dann noch einen einzigen Menschen auf der Erde? Und die Erde selbst, dieser wunderschöne Planet, den unser Gott vollkommen geschaffen hat und den die Menschen verdorben haben: Würde er noch existieren, wenn Gott alles Unvollkommene vernichtet hätte?»
der Friede au Erde n? Weihnachtsgeschichte von Wolfgang Steinseifer
Die beiden Engel hatten miterlebt, wie Gott als kleines, hilfsbedürftiges Baby Mensch geworden war. Und immer und immer wieder hatte der erfahrene Gabriel dem kleinen Tobias geduldig erklärt, was dieser nicht verstand. Auch jetzt war Tobias ein einziges Fragezeichen. «Gabriel ... weisst du noch, wie das vor über zweitausend Jahren war? Das mit Maria und Josef und dem Kind und den Hirten? Weisst du noch, wie wir Engel gejubelt haben: ‹Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden und dem Menschen ein Wohlgefallen›? Weisst du noch ...» «Halt, halt, Tobias!», lachte Gabriel. «Natürlich weiss ich das noch. Schliesslich war das der Beginn eines ganz neuen Kapitels der Geschichte Gottes mit seinen geliebten Menschen. Aber warum fragst du?» Der kleine Engel, der unter den himmlischen Gottesboten für seine ansteckende Fröhlichkeit bekannt war, machte
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gesungen. Und du hast eben gesagt, mit dem, was damals, vor über 2000 Jahren, in Bethlehem geschah, hätte ein neues Kapitel der Geschichte Gottes mit den Menschen begonnen. Aber ... wo ist er denn, der Friede auf Erden? Was ist denn wirklich neu geworden bei den Menschen?»
abriel nickte. «Du fragst dich, warum die Welt immer noch nicht so ist, wie Gott sie habenwill. Obwohl Gott Mensch geworden ist und als Mensch unter den Menschen gelebt hat.» «Ja, genau», nickte Tobias. «Unser vollkommener Gott könnte doch dafür sorgen, dass die Welt wieder so vollkommen ist, wie er sie ursprünglich geschaffen hat. Er könnte alles Böse und Schlechte aus der Welt ausrotten. Warum tut er es nicht? Ich habe mich in den letzten Wochen wieder mal auf der Erde umgeschaut. Dabei habe ich viel Schönes gesehen. Viel Liebe und Güte unter den Menschen. Aber ich
Auf Tobias’ Stirn erschienen tiefe Falten. So hatte er das noch nie gesehen; das musste er erst einmal verdauen. Nach einer Weile zuckte er mit der Schulter. «Ich verstehe das immer noch nicht, Gabriel. Wenn Gott das Böse und das Unrecht nicht ausrottet, dann bleibt ja alles, wie es ist. Dann hat sich ja überhaupt nichts verändert, seit Gott als Mensch auf die Erde ge-
Weihnachtsgeschichte
kommen ist; und dann wird sich auch nichts ändern.» Gabriel schüttelte den Kopf. «Nein, Tobias, Gott hat versprochen, dass er einmal die Welt und das ganze Universum, Himmel und Erde, ganz neu schaffen wird. Dann wird alles vollkommen sein, so vollkommen, wie es Gottes Wesen entspricht.» «Und warum hat Gott das nicht längst gemacht?» Jetzt musste sogar Gabriel, der Erzengel, lange überlegen. Schliesslich meinte er zögernd: «Weisst du, Tobias, in alle seine Pläne hat Gott uns Engel nicht eingeweiht. Ich kann deine Frage nicht mit Sicherheit beantworten. Ich will dir aber sagen, was ich vermute. Unser Gott ist die Liebe. In ihm ist Liebe, nichts als Liebe. Er leidet darunter, dass sich viele Menschen von ihm losgesagt haben. Er leidet darunter, dass sie einander so viel Leid zufügen. Darum ist er Mensch geworden, hat in der Person von Jesus als Mensch unter den Menschen gelebt. Er hat gelitten, wie Menschen leiden, hat ihre Krankheiten und ihre Schmerzen geteilt, hat sich als Verbrecher hinrichten lassen.» «Und was wollte er damit erreichen?», hakte Tobias nach. «Gott wollte die Menschen mit sich versöhnen. Er wollte die Herzen der Menschen gewinnen.
Und weil er sich nach allen Menschen sehnt, sehnt er sich auch nach den Menschen, die heute leben. Deshalb – so vermute ich – hat er seine neue Welt nicht vor 2000 Jahren anbrechen lassen. Er will auch noch die Menschen in seiner neuen Welt willkommen heissen, die heute leben und morgen und übermorgen.»
Tobias sah seinen Begleiter staunend an. «Was – so sehr liebt Gott die Menschen, jeden einzelnen Menschen, dass er jeden in seiner neuen Welt ganz nah bei sich haben möchte? Er sehnt sich danach, dass sich alle Menschen mit ihm versöhnen, dass sie die Hand ergreifen, die er ihnen liebevoll entgegenstreckt?»
abriel nickte. «Ja, so sehr liebt Gott diese Welt. Alle Menschen. Das feiern die Christen an dem Fest, das sie Weihnachten nennen. Gott ist nicht als mächtiger Herrscher in die Welt gekommen, nicht als Unterdrücker, der seinen Willen mit Gewalt durchsetzt und vor dem die Menschen zittern. Nein, er ist als kleines Kind geboren worden, als hilfloses Baby. Und wer kann Menschenherzen besser erweichen als ein solches Kind? Gottes Rettungsplan für die Welt hat ganz klein und unscheinbar begonnen. Und weisst du was, Tobias? So klein und unscheinbar beginnt auch der Friede auf Erden bis zum heutigen Tag. Da ist das Kind, das seiner Mutter eine Zeichnung schenkt, weil es sie liebt. Da ist die Erwachsene, die sich überlegt, wie sie anderen mit dem Wenigen, was sie hat, eine Freude machen kann. Da ist der Jugendliche, der sich Gedanken macht, womit er seine Freundin oder seinen Freund überraschen kann – an Weihnachten und auch sonst. Kleine Zeichen der Liebe und Wertschätzung, die das Wesen Gottes widerspiegeln, der die Liebe ist. Und das alles in der grossen Freude darüber, dass Gott uns in Liebe so reich beschenkt hat. Das ist Weihnachten. Und so kann man Weihnachten das ganze Jahr über feiern.» Quelle: ERF Medien Schweiz, Live Channel
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Weihnachten
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enn man die Prinzipien der Marktwirtschaft einigermaßen kennt, kann man nur zu dem einen Schluss kommen – kein Unternehmen würde Berge von Saisonartikeln im Vorkassenbereich platzieren, wenn kein ausreichender Markt dafür bereitstünde. Dazu sind die Verkaufsflächen zu wichtig und oft zu knapp.
Man kann darüber den Kopf schütteln, Unverständnis über diese Entwicklung äußern und behaupten, früher sei alles viel besser gewesen. Früher seien die Menschen bescheidener durchs Leben und auch durch die Advents- und Weihnachtszeit gegangen. Ob es früher besser war, ob alles bescheidener war, bleibt noch die Frage. Es wird zwar immer wieder behauptet, dass dies so gewesen sei, dennoch hatte das Weihnachtsfest schon von je her eine übergroße Bedeutung, die von jeder Familie eine aufwändige, nicht selten unmäßige Anstrengung abverlangte. Meine Mutter erzählte mir oft, dass sie zur ersten Nachkriegsweihnacht einen simplen Zuckerhut als Geschenk vom Christkind bekam, und das sei für sie das Größte überhaupt gewesen. Wenn wir genauer hinschauen und die Verhältnisse und Möglichkeiten im Dezember 1945 betrachten, dann kommen wir eventuell zu dem Schluss, dass dieser Zuckerhut von damals bei weitem wertvoller und dadurch viel schwerer erschwinglich war, als ein heute gewünschtes Smartphone mit allen Ex-
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tras. Soll heißen: auch damals war der Aufwand und die Hingabe der Menschen bezüglich des Weihnachtsfestes ähnlich wie in unserer heutigen Zeit. Und dennoch hat sich viel verändert. Nicht die Liebe zum Fest, aber die Umstände – und die Art zu Feiern – haben sich gewandelt. Für unsere Eltern und Großeltern war beispielsweise die Adventszeit eher eine dunkle, erwartungsfrohe Zeit der Vorbereitung auf das kommende Christfest. Nicht umsonst heißt es in Jochen Kleppers bekanntem Adventslied: Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern, so sei nun Lob gesungen, dem hellen Morgenstern… oder in einem adventlichen Kindergedicht: Advent, Advent, ein Lichtlein brennt. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier, dann steht das Christkind vor der Tür! Es war dunkel und der Adventskranz hat mit seinen vier Kerzen dafür gesorgt, dass es von Adventssonntag zu Adventssonntag stetig heller und strahlender wurde. Vielleicht ist diese Symbolik, aus einer kalten Dunkelheit heraus ans helle, wärmende, ersehnte Licht zu kommen, ein bisschen ins Hintertreffen geraten.
Eine weitere altüberlieferte Tradition zum Weihnachtsfest, die die meisten unserer älteren Mitbürger jedoch noch gut kennen, ist die des Fastens wäh-
rend der gesamten Adventszeit. Diese Fastenzeit, die heutzutage nur noch in streng katholischen Gebieten und Ländern eingehalten wird, zog sich durch bis Heiligabend. In der Heiligen Nacht, nach der Messe, war die Zeit des Verzichts beendet und es durfte die Geburt
Helle Lichter überall, blinkende Hausdekorationen und Lichterketten soweit das Auge reicht. Und das während der gesamten Adventszeit. Manchmal sogar schon seit Oktober. Dazu Christstollen, Zimtsterne, Schokoladen-Nikoläuse und Marzipan im Vorkassenbereich gleich nach dem Ende der Sommerferien. Man fragt sich in jedem Jahr: Wer kauft diese Produkte jetzt schon? Wer schenkt seinen Kindern oder Enkeln schon im September Weihnachtsmänner aus Schokolade?
Weihnachten zwischen gestern und heute
Jesu in voller Pracht gefeiert werden. In der protestantischen Kirchenmusik ist diese Tradition noch heute daran ablesbar, dass zum Beispiel Johann Sebastian Bach zwar für jeden Sonn- und Feiertag des Jahres mehrere Kirchenkantaten komponierte, jedoch nicht für die Adventszeit. Hier musste also auch musikalisch „gefastet“ werden, damit man hernach, mit strahlendem Trompetenklang und vollem Chor und Orchester, die Geburt des Heilands feiern konnte. Der Christbaum ist seit langer Zeit alljährlich eine liebgewordene Tradition. Doch während sich dieser Brauch mittlerweile auf die Adventszeit vorverlagert hat, war es früher undenk-
bar, dass der Baum in seiner Pracht vor Heiligabend im Lichtermeer erstrahlte. Die Kinder sahen dieses „Weihnachtswunder“ erst nachdem das Christkind auf geheimnisvolle Weise da gewesen war und leise das Glöckchen erklang.
Die hellen Kinderaugen beim Anblick des Christbaumes und beim Singen der guten alten Weihnachtslieder sind und waren Belohnung genug für die vielen Vorbereitungen durch die Eltern.
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enn man der älteren Generation beim Erzählen der Weihnachtsbräuche gut zuhört, kann man erfahren, dass der Christbaum keineswegs kurz nach dem Weihnachtsfest wieder verschwand. Er blieb mindesten bis nach Epiphanias (Dreikönig) in der guten Stube. Ein alter Brauch ist es auch, den Baum bis zum 2. Februar (Maria Lichtmess) stehen zu lassen. In vielen Kirchen wird auch heute noch an dieser Tradition festgehalten, denn an Lichtmess endet nach dem liturgischen Kalender der Weihnachtsfestkreis.
Brauchtum verändert sich im Laufe der Zeit, und jede Generation fügt neue Gewohnheiten hinzu. In jeder Familie gibt es eine ganz eigene Art und Weise, das Christfest zu begehen. Die alten Überlieferungen dienen dabei als Grundstock, auf dem das Neue aufbaut. Wer das Ursprüngliche nicht aus den Augen verliert, kann sich sicher sein, dass Veränderungen und neue Formen nichts anderes als eine natürliche Fortführung der guten alten Weihnachtstradition sind. Wolfgang Waldenmaier
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Neue Wege in der Ausbildung
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Der lange Weg von Vietnam nach Deutschland von Wolfgang Haug
2019 kommt die Migraausbildung ans Oberlinhaus Zum 01.01.2019 wechselte ich von Stuttgart ans Oberlinhaus nach Freudenstadt. Eines der Ziele war die Einführung eines 2-jährigen Migrakurses und die Durchführung von Kenntnisprüfungen für ausgebildete Fachkräfte aus dem Ausland. Bereits zum 01.04.2019 startete ein kleiner Migrakurs M1 mit Flüchtlingen und Bewerbern aus dem Landkreis mit den ersten zwei Vietnamesen. Die Zusammenarbeit mit alten und neuen
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Kontakten nach Vietnam und die Vorbereitung der Praxisplätze durch Kooperationsverträge mit diakonischen Trägern, erlaubte im Oktober einen großen Kurs Migra 2 mit 28 Teilnehmern, darunter eine Mehrzahl angeworbener vietnamesischer Bewerber. Dieser erste große Kurs steht heute nahezu in vollständiger Anfangsbesetzung im letzten Jahr der dreijährigen generalistischen Fachkraftausbildung. Das Internat des Oberlinhauses erlaubte eine überregionale Partnersuche, die die 2-jährigen Helferkurse unabhängiger machte vom Bedarf des Landkrei-
ses und das Oberlinhaus zum Träger einer überregionalen Pflegeausbildung weiterentwickelte. Unser Ziel für den Oktoberkurs war eine Kooperation mit unterschiedlichen Einrichtungen und Trägern. Zunächst im Blick waren diakonische Einrichtungen und Träger. Jedes Jahr kommen neue Einrichtungen hinzu, wie z. B. die Caritaseinrichtungen in Oberwolfach und Haslach, die Karl Schaude-Stiftung in Großbottwar, St. Vincentz in Stuttgart und die Pflegeheime der MHT Gruppe in Bad Wildbad und Bad Liebenzell, so dass das Oberlinhaus heute Auszubildende holt,
ausbildet und betreut, die in Einrichtungen von Heidelberg bis Meersburg ihre praktische Ausbildung erfahren. Ohne Partner in Vietnam geht es natürlich nicht. Die nunmehr achtjährige enge Zusammenarbeit … ist die Basis für den sicheren Ablauf und das Vertrauen, das die Eltern und die Auszubildenden in uns setzen. Sie können immer mit Fragen an uns herantreten und – wenn es ganz kompliziert wird – … auch in der Heimatsprache. Ein zweiter Besuch 2019 in Vietnam vermittelte neue Kooperationen und
führte auch im Sprachinstitut DeVi zu ausführlichen Gesprächen mit den Deutschlehrern über didaktische Fragen. Eine direkte Kooperation mit einer oder mehreren Sprachschulen und direkte Kontakte zu Krankenhäusern für die Praktika der Bewerber schienen der zukunftsweisende Weg, der den Bewerbern die Entscheidung für Deutschland erleichtert, die Kosten reduziert, den vietnamesischen Sprachlehrern unsere Lehrdidaktik näher bringt, unsere Erwartungshaltungen an einen Unterricht frühzeitig bekannt macht und uns einen Kontakt zu den Bewerbern in
Neue Wege in der Ausbildung
der Sprachschule ermöglicht, bevor sie nach Deutschland kommen – letztlich ein Weg, der das Auswahlverfahren erleichtert. Ein zuverlässiger Kooperationspartner ist Herr Sung in Hanoi mit seiner Sprachschule, dem DeVi-Institut. Dabei ist der Name bereits Programm: De = Deutschland und Vi = Vietnam. Das gegenseitige Vertrauen wächst durch das Kennenlernen und gegenseitige Besuche.
Wie läuft die Anwerbung nun konkret ab? Die vietnamesischen Abiturienten nehmen an Sprachkursen für Deutsch A1, A2 und B1 im DeVi-Institut teil. Sobald sie B1 am Goethe-Institut bestanden haben, können sie einen Visumsantrag stellen. Ab diesem Zeitpunkt finden Vorstellungsgespräche statt. Ich führe diese Online über jeweils 30 Minuten mit allen Bewerbern. Die Zusagen über die Praxisverträge der deutschen Kooperationspartner liegen dann bereits vor, so dass die genaue Anzahl, die ausgewählt werden kann, feststeht. Sobald die Bewerberinnen und Bewerber ausgewählt sind, können sie mit ihren Zeugnissen und der bestandenen B1 Deutschprüfung, unseren Praxisausbildungs- und Schulverträgen, einem Nachweis für einen Wohnplatz am Pra-
xisort und einem Einladungsschreiben meinerseits einen Antrag für ein Ausbildungsvisum stellen. Um ein „Vergessen“ der Deutschkenntnisse zu verhindern, beginnt jetzt über die Wartezeit auf das Visum ein weiterer Deutschkurs B1 plus im DeVi-Institut, der diese zwei bis vier Monate nutzt und in dem ich mich samstags bis zur Ausreise für die Aussprache und Pflegefachbegriffe online am Unterricht beteilige. Da dieser Kurs für ein Visum nicht nötig ist, bezahlen die meisten Einrichtungen die Kursgebühren von 500 Euro für diesen sinnvollen Unterricht. Im Einladungsschreiben werden die wichtigen Daten für die Botschaft auf einer Seite zusammengefasst. Hilfreich für die schnellere Visumsvergabe hat sich eine Zulassung der Bundesarbeitsagentur (BA) für den Ausbildungsplatz erwiesen, die von den Pflegeheimen vorab besorgt werden kann, damit wir sie beifügen können. Das erlaubt der Botschaft, die Nachfrage beim Auswärtigen Amt in Potsdam und deren Nachfrage bei der BA zu umgehen. Unser vietnamesischer Partner sendet die von mir gesammelten deutschen Unterlagen nach Vietnam bzw. reist in der Regel selbst dorthin, organisiert die Botschaftstermine, die Flugtermine nach Frankfurt und die Zugtickets nach Stuttgart oder Offenburg oder
z. B. Friedrichshafen. Die Pflegeheime werden von mir über die Ankunftszeiten informiert und holen die neuen MA am gewählten Bahnhof ab.
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ach der Ankunft werden mir die Originalzeugnisse und Pässe der neuen Auszubildenden übergeben. Sobald ich den ersten Lohnnachweis als Kopie bekomme und von jedem Auszubildenden eine unterschriebene Vollmacht erhalte, fahre ich diese wertvollen Dokumente zum RP Stuttgart, um einen Sammelnachweis für einen deutschen Bildungsabschluss für alle Bewerber zu beantragen. Die Originale kommen danach an die Schule zurück und werden von uns den Auszubildenden zurückgegeben. Mit dem anerkannten deutschen Bildungsabschluss steht das Tor in die Generalistik und für spätere Weiterbildungen weit offen.
Der detaillierte Gesamtbericht kann gerne bei der Redaktion angefragt werden.
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Ernährung
Warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah… Mit der Redewendung, die angelehnt an Goethes Vierzeiler „Erinnerung“ entstanden ist, möchte ich meinen heutigen Beitrag einleiten. Denn aufgrund der Informationsflut und ständigen Möglichkeit, zu jeder Zeit über alles rund um den Globus informiert zu sein, vergessen wir viel zu oft den Blick auf das, was direkt vor unserer Haustür oder in direkter Nähe zu entdecken ist.
Quelle: https://www.smarticular.net/regionale-alternativen-zu-populaeren-superfoods/
Nicht nur haben wir die Freiheit, Urlaub in den weit entferntesten Ländern zu machen, wir holen uns auch die Genüsse, besondere Lebensmittel und exotische Früchte nach Hause. Die Superfood Gojibeere Chiasamen
Granatapfel
Matcha-Tee
roher Kakao Quinoa Schisandra Acai
Superfood Papaya
Moringa (Verwendung in grünen Smoothie) Ingwer und Kurkuma
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Auswahl in den Supermärkten scheint unendlich – zu jeder Jahreszeit können wir fast alles an Obst und Gemüse bekommen, was wir kennen oder kennenlernen möchten.
wir unser Immunsystem gut mit Antioxidantien und Vitaminen unterstützen können, scheint es nahe (bzw. eher ferne) zu liegen, auf das weit gereiste Sortiment zurückzugreifen.
Und auch das Angebot an Superfoods scheint unendlich geworden zu sein. Vieles hat Namen, die wir vor einigen Jahren noch nicht einmal gehört hatten, geschweige denn konnten wir uns diese Produkte optisch oder geschmacklich vorstellen.
Gibt es denn keine Alternativen, mit denen wir unseren Körper regional und saisonal gut versorgen können? Brauchen wir wirklich den Export, um unsere Gesundheit zu erhalten?
Gerade mit Beginn der Wintersaison, wo wir uns Gedanken machen, wie
Inhaltsstoffe/Wirkung Pflanzliche Eiweißquelle, Vitamin C Omega 3 Fettsäuren, Ballaststoffe, Antioxidantien Antioxidantien, Kalium, Kalzium, Eisen Blutdruck senken, Cholesterinwerte verbessern, Stressreduktion, Antioxidantien Flavonoide, Magnesium Eiweiß, Magnesium, Eisen Flavonoide, B6 Wird als Schlankmacher beworben, Anthocyan (Pflanzenfarbstoff), soll gegen Krebs wirken Inhaltsstoffe/ Wirkung Vitamin A Vitamin B 6 Vitamin B 1 Vitamin B 2 Vitamin E Vitamin C Folsäure ( B 9 ) Zink Lindert Erkältung und Übelkeit Körper entgiften
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Ich will versuchen ein paar Alternativen aufzuzeigen, die unserem Körper gut tun und dennoch nicht von so weit her kommen.
Alternative Maronis (Esskastanie) Hagebutte, Sanddorn Leinsamen, Brennnesselsamen, Äpfel und Tomaten Himbeeren, Johannisbeeren, Broccoli, Löwenzahn, Pilze, Grünkohl, rote Bete Linsen, weiße Bohnen, Brennnessel, Blätter von frischem Giersch (Unkraut) Knoblauch, Hagedorn Leinöl, Kamillen- und Lavendeltee, Karotte, Sauerkirsche, Kürbis, rote Bete Äpfel, Birnen, rote Trauben, Mangold, Sonnenblumenkerne, Haferflocken, Heidelbeeren, Gänseblümchen Hirse, rote Bete Rote Bete Äpfel, Birnen, rote Trauben, Kohl, grüne Bohnen Feldsalat Löwenzahntee Heidelbeeren, Sauerkirschen, schwarze Johannisbeere enthalten auch sekundäre Pflanzenstoffe Alternative Eier, Milchprodukte, Karotte, Grünkohl, Spinat Kohl, grüne Bohnen Feldsalat Sonnenblumenkerne, Erbse Grünkohl, Broccoli, Getreide Weizenkeime, Haselnüsse, Wirsing Wildpflanzen wie Sauerampfer und Löwenzahn Blattgemüse, Z.B. Grünkohl, rote Bete Nüsse, Linsen, Haferflocken https://www.smarticular.net/ superknolle-ingwer-nicht-kaufen-sondern-ganz-einfach-selbst-vermehren/
4) en – ensstil (1 b e l Leb nder Gesü rung als h Ernä
Diese Tabelle, die ich aus einem Artikel von smarticular zusammengestellt habe, ist sicher noch nicht vollständig, dennoch gibt sie einen Überblick, bei welchen Lebensmitteln wir umdenken können. Hilfreich ist es auch, beim Bauernhof oder Bauernmarkt einkaufen zu gehen. Diese bieten oft nur Produkte an, die sie selber anbauen oder von anderen Höfen zukaufen. Das heißt, es gibt dort keine Importware. Somit unterstütze ich die heimische Landwirtschaft und komme nicht in die Versuchung, nur das bunte Angebot des
Supermarkts zu nutzen. Aber auch dort lohnt ein Blick auf die Verpackung oder das Schild am Produkt. Es wird vermehrt der Hinweis gegeben: „ich bin von hier“, oder „regionales Produkt“, oder „unsere Heimat, echt gut“. Das ist hilfreich, wenn ich im Ländle bleiben will. Wer auch noch passende Rezepte und weitere Informationen sucht, wird vielleicht in dem Buch: „Superfoods einfach®ional“ von Andrea Ficala fündig. Löwenzahnverlag, ISBN-10: 3706626101.
Heimisches Superfood Gemüse
Weiß-, Rot-, Grünkohl, Brokkoli, Kohlrabi, Feldsalat, Rucola, Spinat, Karotten, Kürbis
Früchte und Beeren Holunderbeeren, Brombeeren, Heidelbeeren, Hagebutten, Sanddorn Nüsse und Samen
Walnüsse, Haselnüsse, Esskastanien, Leinsamen, Hanfsamen
Kräuter
Petersilie, Oregano, Basilikum, (Brunnen-)kresse
Gewürze
Meerrettich, Senf
Natürlich dürfen wir dennoch ab und zu die Geschenke aus aller Herren Länder genießen. Ich freue mich auch über Zitrusfrüchte, Bananen und Kakis – einfach lecker und abwechslungsreich im Obstsalat. Aber ich möchte anregen, beim Einkaufen zu überlegen und nachzudenken, wo kommt dieses Produkt/Lebensmittel her, wer hat es
für mich angebaut, welcher Einsatz war dafür notwendig und gönne ich es mir als etwas Besonderes oder nehme ich es als selbstverständlich an, weil ich den Anspruch habe, alles muss zu jeder Zeit verfügbar sein. Kommen Sie gesund durch den Winter. Bianka Zielke
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Quelle: https://www.ugb.de/vollwert-ernaehrung/superfood-regional-und-naerhrstoffreich/
Ernährung
Der Stuttgarter Christkindleinmarkt 29.11. bis 23.12.2023
Der festliche Weihnachtsmarkt in Stuttgart, der alljährlich rund 3,5 Mio. Besucher anlockt, zählt mit seiner mehr als 300-jährigen Geschichte zu den ältesten und größten vorweihnachtlichen Märkten Europas. Bereits zu Beginn des 16. Jahrhunderts ist ein Pferdemarkt am 16. November erwähnt, der sich zu einem Jahrmarkt entwickelte und zeitlich immer näher an Weihnachten heranrückte. Da die Kirche darauf drang, das Feilschen auf dem Markt zu unterbinden, verzichtete der Magistrat der Stadt auf den „in den Weyhnachten gehaltenen Christkindles-Marckht“. Die württembergische Herzogin Magdalena Sybilla bestätigte zwar in einer Urkunde vom 22. November 1692 die Aufhebung des „Christkindleinmarktes“, erlaubte aber zugleich einen neuen Jahrmarkt. Ab 1780 startete ein Markt von Dienstag nach dem dritten Advent bis Samstag vor Weihnachten als „Wintermarkt“. Dieser Name konnte sich aber nicht durchsetzen und er war auch keineswegs mit dem Christkindlesmarkt in Nürnberg zu verwechseln. Denn letztlich war der Vorreiter des Stuttgarter Weihnachtsmarktes ein Viehmarkt, zu dem sich im Laufe der Jahre ein unterhaltsameres Jahrmarktgepräge mit Seiltänzern, Zauberern, Gauklern und Spaßmachern hinzugesellte. Vor staunendem Publikum wurden in Menagerien Wundergeschöpfe und ausländische Tiere, wie Tanzbären, Elefanten, Tiger und Zebras, lebend vorgeführt. Das zog die Besucher massenhaft an, denn wer das verpasste, musste lange warten, bis sich erneut eine Gelegenheit bot. Daher stieg nicht nur die Zahl der Besucher, sondern auch die der Händler stetig an. Auch die sog. „mobile Ambulanz“ gehörte zum Weihnachtsmarkt – hier wurden Zähne gezogen und Krück-
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stöcke verkauft. Der Geschäftsumsatz stieg erheblich und so zog der Weihnachtsmarkt in Stuttgart immer mehr Kaufleute und somit auch Besucher von weit her an. 1850 beschickten nicht weniger als 1.200 Händler den Markt und noch heute laden rund 300 festlich geschmückte Buden vor einer malerischen Kulisse zum Bummeln, Staunen und Schmausen ein. Das Neue und Alte Schloss, der Königsbau, der Karls- und Schillerplatz sowie der Marktplatz und die Stiftskirche bilden das weitläufige Areal, das die Stuttgarter Innenstadt auch in diesem Jahr in ein Wintermärchenland verwandelt.
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eben Bratwurst und Maultaschen, gebrannten Mandeln und Lebkuchen, die für das leibliche Wohl sorgen, gibt es Glühwein und Punsch, um nicht nur das Herz zu erwärmen. Auch hier lohnt eine Anekdote erwähnt zu werden: Denn der Glühwein wurde von einem Schwaben
erfunden, der es den Römern nachgemacht hat. Schon im Mittelalter waren gewürzte Weine im Trend, allerdings wurden diese damals kalt getrunken. Erst im Winter 1956, als Rudolf Kunzmann in seiner kleinen Augsburger Kellerei Wein mit Zucker und Gewürzen versetzte und in Flaschen abgefüllt als Glühwein feilbot, war das wärmende, heiße Getränk auf Weinbasis geboren. Da zu diesem Zeitpunkt der Zucker als Zutat im Wein verboten war, erhielt der Winzer als „Dank“ für seine Erfindung ein Bußgeld vom Marktamt der Stadt. Erst später wurde das Weinrecht geändert und Glühwein somit legalisiert. Doch daran denkt heute wohl kaum einer, wenn er bei Minusgraden einen duftend heißen Glühwein in den Händen hält und sich durch die mit Menschenmassen dicht gefüllten, engen Gassen quält. Denn hier gibt es nicht nur Kitsch und Kunstvolles zu sehen. Es locken die Krämermarktartikel, die nach wie vor Traditionelles, wie Töpfe, Pfannen, Geschirr, Kleidung und Hausrat, feilbieten.
Zudem erwartet die Besucher ein vielseitiges Angebot an handgefertigten Waren, Geschenkartikeln und Christbaumschmuck. Die Kleinsten können mit der Mini-Dampflok durch eine kleine Winterlandschaft auf dem Schlossplatz fahren oder eine Runde im nostalgischen Kinderkarussell drehen. Ein eigens gestalteter Flyer bietet den passenden Überblick über die vielfältigen Weihnachtskonzerte, die im Renaissance-Innenhof des Alten Schlosses zu erleben sind. In der Stiftskirche lockt zur Mittagszeit täglich ein Orgelkonzert und von Freitag bis Sonntag sind die Turmbläser aktiv, um auf eine festliche Weihnachtszeit einzustimmen.
Der Markt öffnet seine Tore am 29. November 2023 und bleibt bis zum 23.Dezember 2023 geöffnet. Der Eintritt ist frei. Sabine Zoller
Stuttgarter Christkindleinmarkt/Öffnungszeiten Eröffnungstag: 17.00 – 21.00 Uhr Sonntag bis Mittwoch: 11.00 – 21.00 Uhr Donnerstag bis Samstag: 11.00 – 23.00 Uhr Flyer: https://www.stuttgarter-weihnachtsmarkt.de/fileadmin/Weihnachtsmarkt/content/2023/2023_11_02_INS_Flyer_ Weihnachtsmarkt.pdf
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Fotos: Thomas Niedermüller
Aus der Region
Ukraine
Bei der Eröffnungsfeier des ICPA betonte Didier Reynders, der EUKommissar für Justiz: „Mit der Gründung des ICPA bekräftigt die Europäische Union ihre Entschlossenheit, dafür zu sorgen, dass die im Krieg Russlands gegen die Ukraine begangenen Straftaten gegen das Völkerrecht, einschließlich des Verbrechens der Aggression, in vollem Umfang geahndet werden. Die Gründung des ICPA ist ein klares Zeichen an die Welt, dass das Gewaltverbot die Grundlage unserer internationalen regelbasierten Ordnung bleibt und dass diejenigen, die dagegen verstoßen, zur Rechenschaft gezogen werden.“ Die Eröffnung des Internationalen Zentrums für die Strafverfolgung des Verbrechens der Aggression wird als klares Zeichen verstanden, dass die Welt geschlossen und unerschütterlich das Ziel verfolgt, das russische Regime für alle seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen. Der Krieg in der Ukraine ist besser dokumentiert als jeder andere in der Geschichte. Und zum ersten Mal wird bereits aktiv wegen des Verbrechens der Aggression ermittelt, während der bewaffnete Konflikt noch anhält. Gleichzeitig haben wir es mit Straftaten gegen das Völkerrecht zu tun, die bislang nur selten strafrechtlich verfolgt wurden und für die es keine etablierte Verfahrensweise gibt. Mit der raschen Einrichtung des ICPA wird eine Brücke von den Zielsetzungen zur Realität geschlagen. Denn das Zentrum führt die Beteiligten zusammen, sichert wichtiges Beweismaterial und sorgt dafür, dass bei der Fallbearbeitung keine Zeit verloren geht, um das Verbrechen der Aggression strafrechtlich verfolgen zu können. Damit vermittelt die justizielle Gemeinschaft die klare Bot-
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Im vernichtenden Krieg gegen die Ukraine sind die Menschen nirgends sicher. Zivile Ziele stehen unter dauerndem Beschuss. Putin lässt unvermindert Kinder und alte Menschen bombardieren. Kriegsverbrechen gehören inzwischen zum Alltag. Und jetzt, wo es in den zweiten harten Winter geht, sollen gezielt Infrastrukturen zerstört werden, die zum Überleben dringend benötigt werden – Strom, Gas, Wasser. Die Weltgemeinschaft hat reagiert. Am 3. Juli 2023 hat das Internationale Zentrum für die Strafverfolgung des Verbrechens der Aggression gegen die Ukraine (ICPA) seine Arbeit aufgenommen. Ein Ereignis von historischer Tragweite.
Ein Licht der Hoffnung schaft, dass diejenigen, die für das Verbrechen der Aggression gegen die Ukraine verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden. Die Eröffnung des ICPA war daher ein Meilenstein für das internationale Rechtswesen. Verbrechen der Aggression sind Verbrechen, die von der obersten politischen und militärischen Führung begangen werden. Da Russland keine Vertragspartei des Römischen Statuts ist, hat der Internationale Strafgerichtshof keine Handhabe, die russische Führung im Zusammenhang mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine wegen des Verbrechens der Aggression zu belangen. Um diese Lücke zu schließen, legten die Europäische Kommission und der Europäische Auswärtige Dienst im November 2022 eine Analyse der Optionen vor, wie die im Zusammenhang mit dem russischen Krieg gegen die Ukraine begangenen Verbrechen, einschließlich des Verbrechens der Aggression, geahndet werden können.
Die Einrichtung des ICPA ist der erste Schritt in diesem Prozess, um Beweismittel zu sichern und Fälle für künftige Gerichtsverfahren vorzubereiten, sei es vor nationalen Gerichten, einem Sondergericht oder dem Internationalen Strafgerichtshof, sofern Straftaten in dessen Zuständigkeit fallen. Auf die Frage, welche Beweise bisher schon gesichert werden konnten, antwortete Ladislav Hamran, Eurojust-Präsident und Mitbegründer der ICPA: „Zunächst liegen uns aus den Nachbarländern der Ukraine viele Interviews mit Geflüchteten vor, die verschiedene Verbrechen direkt miterlebten und darüber aussagen konnten – darunter Opfer von Gräueltaten. Dazu haben wir Fotos und Videos von ihnen oder Verwandten bekommen, die noch in der Ukraine sind, Audio-Aufnahmen abgehörter Gespräche zwischen russischen Soldaten und Kommandanten sowie zahlreiche Satelliten- und DrohnenBilder. Es gibt viel militärisches Beweismaterial und das sogenannte battlefield evidence von der Front.
Ukraine
Dazu kommen IP- und E-Mail-Adressen oder Telefonnummern über ukrainische Telekommunikation und weitere elektronische Kommunikation zwischen Soldaten und ihren Angehörigen in Russland.“ Es ginge inzwischen um Tausende von Beweisstücken. Die Mitgliedsländer seien sehr engagiert. Die Staatsanwaltschaften hätten auch in den Sommerferien in Den Haag hart daran gearbeitet, das erste ICPA-Treffen vorzubereiten, das im Spätsommer stattfand. Es gäbe Länder, deren Staatsanwaltschaft permanent in Den Haag vertreten sei und solche, die regelmäßig hier hinkämen. Das sei ein fortlaufender Prozess. „Was wir an Weihnachten feiern, ist alles andere als eine Idylle. Die Krippe, die Hamran: „Mich ermutigt, dass wir wir längst in unsere warmen Stuben geholt haben, stand bekanntlich im Stall. als internationale Gemeinschaft von Niemand war da, der der schwangeren Frau und dem jungen Mann aus Nazareth in Staatsanwälten länderübergreifend Galiläa menschenwürdige Bleibe zu geben bereit war. Kaum war das Kind zur Welt diese Kriegsverbrechen ermitteln gekommen, musste die junge Familie fliehen, weil Herodes, der machtbesessene und dokumentieren. Diese Initiati- Herrscher, dem Kind Jesus nach dem Leben trachtete. Flüchtlinge waren sie, ven gehen in die richtige Richtung, politisch Verfolgte, Asylsuchende.“ um internationale Verantwortlichkeit zu gewährleisten.“ Walter Kardinal Kasper, emeritierter Kurienkardinal und ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, von 1989 bis 1999 Quellen: EUROJUST 2023, taz.de Bischof von Rottenburg-Stuttgart
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Zeitgeschehen
Kronprinzessin Victoria von Schweden hat auf der zentralen Gedenkveranstaltung des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge zum Volkstrauertag am Sonntag, dem 19. November 2023, im Deutschen Bundestag die Nation tief beeindruckt. Auszüge aus ihrer Rede:
Müssen gemeinsam Verantwortung übernehmen Wir stehen noch enger Kronprinzessin Victoria ßen Fragen der Zukunft angegangen zusammen als früher von Schweden hat dazu werden, wie Umwelt- und Klimaschutz aufgerufen, angesichts Es sei eine Zeit, so Victoria, da „unsere sowie die Möglichkeiten und Risiken der Krisen in der Welt Völker und Regierungen“ gemeinsam neuer Technologien. Das werde außergemeinsam Verantwortung handeln, um dem unkrainischen Volk gewöhnliche Anstrengungen erfordern. zu übernehmen. Man dürfe zu helfen, sich gegen die russische Ag- Sie sei überzeugt, so Victoria, dass dieniemals die Schrecken gression zu wehren. Sie sei überzeugt, se Anstrengungen unternommen wervon Krieg und Tyrannei „dass unsere Bemühungen Früchte den und dass die schwedisch-deutsche vergessen, sagte die tragen werden“. Es sei eine Quelle der Zusammenarbeit in dieser neuen Ära schwedische Thronfolgerin Hoffnung, dass die Völker und Regie- noch weiter ausgebaut wird. in ihrer Gedenkrede. Es rungen im demokratischen Europa in sei wichtig, „unsere Kinder einer schweren Zeit zusammenhalten. „Eisige Stimmung in der Welt“ und Jugendlichen“ daran Die deutsche Erfahrung zeige, dass es Die Stimmung in der Welt ist nach den zu erinnern, dass aus den möglich sei, selbst die dunkelste Ver- Worten der Kronprinzessin so eisig wie schwierigsten Erfahrungen gangenheit zu überwinden. Deutsch- seit Langem nicht mehr. Die russische die Kraft zur Veränderung land sei heute ein Land, auf das die Invasion in der Ukraine bedrohe den erwachsen kann. Dies sei eine Schweden blicken, wenn es um die Frieden auf dem gesamten Kontinent, Zeit wichtiger Entscheidungen, gemeinsame Aufgabe gehe, ein Eu- erschüttere die Grundfesten der Welteine Zeit der Prüfungen, aber ropa des Friedens und der Freiheit zu ordnung und verursache unermessliauch eine Zeit der Chancen. errichten. „Unsere Länder sind in einer ches menschliches Leid. Dieser Krieg Wertegemeinschaft vereint, in unserem Verständnis von Freiheit, Demokratie und Menschenrechten, in unserem europäischen und internationalen Engagement, und wir stehen heute noch enger zusammen als früher“, sagte die Gedenkrednerin.
Zeitenwende auch in Schweden Auch Schweden erlebe gerade eine Zeitenwende und mit seinem Beitritt zur Nato die größte sicherheitspolitische Veränderung seit den napoleonischen Kriegen. Europa komme jetzt zusammen, um sich den Herausforderungen zu stellen, vor denen der Kontinent stehe. Gleichzeitig müssten die gro-
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erinnere an die dunkelsten Kapitel der europäischen Geschichte. Hinzu komme die Entwicklung im Nahen Osten mit den „schrecklichen Angriffen“ der Hamas auf israelische Zivilisten. Man sehe entsetzliche Bilder aus Gaza mit großem menschlichen Leid. Israel habe das Recht, sich in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht zu verteidigen. Der Schutz aller Zivilisten, in Israel wie in Gaza, müsse garantiert und das humanitäre Völkerrecht zu jeder Zeit und unter allen Umständen respektiert werden.
Quelle: Deutscher Bundestag, Online-Dienste
Natur und Heilkunde
Natürliche Hilfe Ein Ratschlag aus der Apotheke
Passionsblume – nicht nur eine Schönheit Wegen ihrer Schönheit wird die Passionsblume gerne als Zierpflanze genutzt, doch die Inhaltsstoffe sind sehr wohl auch geeignet, daraus gut wirksame Arzneimittel zu produzieren. Vielen Besuchern einer heutigen Apotheke ist sicherlich nicht bekannt, dass trotz der großen Anzahl chemisch produzierter Arzneimittel bis heute ungefähr ein Drittel des Arzneischatzes aus unserer Natur stammt. Selbst modernste Entwicklungen nutzen häufig die Natur als Lieferanten der Ausgangssubstanzen.
Passiflora incarnata – so der wissenschaftliche Name – gehört zur Familie der Passionsblumengewächse und ist ursprünglich in Amerika beheimatet. Sie ist somit auch verwandt mit Passiflora edulis, deren Früchte wir als Maracuja kennen. Die relativ kleinen Früchte der Passionsblume sind zwar auch essbar, jedoch nicht so schmackhaft wie Maracuja.
Um die Vielfalt der Pflanzenwelt mit ihren Arzneistoff liefernden Arten besser kennen zu lernen, bin ich immer wieder auch mit der Kamera in der Natur unterwegs, um einzelne Exemplare für mein Archiv festzuhalten.
Die Extrakte der Passionsblume werden bei nervöser Unruhe zur Tagesbehandlung gerne eingesetzt. Grund dafür ist die Tatsache, dass im Gegensatz zu anderen psychosomatisch wirkenden Arzneistoffen keine muskelentspannenden Effekte auftreten. Eine Muskelentspannung führt bekanntlich bei vielen Präparaten zu Problemen der Alltagstauglichkeit bis hin zu Schläfrigkeit und beeinträchtigt somit die Arbeitsfähigkeit.
In regelmäßiger Folge möchte ich deshalb an dieser Stelle einzelne Pflanzen vorstellen und über ihre Wirkungsweise informieren. Friedrich Böckle (Quellen-Apotheke, Bad Liebenzell) Foto: F. Böckle, Passiflora incarnata
Es gibt zahlreiche klinische Studien die belegen, dass Passionsblumenmedikamente gut wirksam sind bei nervösen Störungen bis hin zu entsprechenden
Magen-Darm-Beschwerden und auch bei leichten Einschlafstörungen. Bei Schlafstörungen werden die Extrakte gerne kombiniert mit Baldrian, Hopfen und Melisse. Diese Kombinationen haben in Studien sehr gute Ergebnisse erzielt, wobei die Hauptwirkung im Bereich der Einschlafprozesse zu sehen ist. Der Pflanze werden zudem neben Hilfe bei psychosomatischen Störungen, wie Herzklopfen, Spannungskopfschmerz, Stresssymptome, auch angstlösende Eigenschaften zugeschrieben. Positive Untersuchungsergebnisse zur Angstlösung liegen seit Jahren vor. Pflanzliche Präparate, mit und ohne Kombination, gibt es zahlreich in Tabletten- und Tropfenform in der Apotheke. Diese werden aus dem gesamten Kraut gewonnen, wobei allerdings der Stengelanteil so gut wie vermieden wird. Der Name Passionsblume stammt wohl von Missionaren in Amerika. Sie sahen in der Blume Symbole für das Leiden Christi („passio“). Der bis zu 8 cm große Strahlenkranz der Blüte steht für die Dornenkrone, die fünf Staubbeutel für die Wundmale Christi und die drei Griffel für die Kreuzigungs-Nägel.
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Friede auf Erden Die Sonne weicht dem Licht der Sterne, das zärtlich Stadt und Land erhellt.
Und hoffnungsvoll sind nah und ferne
die Menschen auf der ganzen Welt. Ein Wunsch entsteigt dem Schein der Kerzen, die flackernd auf dem Christbaum glühn:
Es möge doch in alle Herzen
die Sehnsucht nach dem Frieden ziehn. Wenn Toleranz im Weltgefüge
statt Haß auf Erden überwiegt,
erst dann wächst endlich diese Liebe,
in der der Born des Friedens liegt.
Poldi Lembcke (*1945), österreichische Lyrikerin
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