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Unabhängiges Fachmagazin für den Kartoffel, Obst und Gemüsehandel • Seit 1986

34. Jahrgang • Mai 2020

Sonderausgabe

Gewächshausgemüse

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34 Jahrgang • Mai 2020

Inhaltsverzeichnis 4

„Mit der Schlüsselfunktion zwischen Markt und Erzeuger werden wir etwas bewegen“ Robert Ketelarij, Greenco

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„Zunehmende Nachfrage ist Anlass für Übernahme“

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„Unsere Stärke ist, dass wir immer für eine Überraschung gut sind“

Wim Peters

Jos van Mil, Tommies

10 „Kaltnebel-Anlage eignet sich sowohl für kleine Hofläden, als auch vollwertige Kühlzentren“ Rainer Palinkasch, P2Raumdesign

12 „Durch die unmittelbare Nähe zum Absatzmarkt sind wir in der Lage tagesfrische, regional angebaute Erzeugnisse anzubieten“ Jan Ravensbergen, Frutura

15 „Unsere Gruppe der Gurkenerzeuger ist sehr gut, und diese Gruppe wird größer“ Bruno Vuerinckx, BelOrta

18 Schweizer Gemüsebaubetrieb Wyssa kultiviert Hydrosalate unter dem freien Himmel 23 „Mit der Premium Red haben wir eine exklusive Tomatensorte für den regionalen Markt gefunden” Kai Fuchs, Gartenbauzentrale Main-Donau

26 Kummer und Sorgen? Bei Paprika nicht, bei Gurken schon! 26 „Guter Absatz an Einzelhandel und deutsche Großhandelsmärkte“ Wouter Willems, ZON

27 „Zusätzliche Nachfrage nach Mischpaprikas aus hygienischen Gesichtspunkten“ Johan Vrijland, JNV Produce

28 „Ostertage vorbei, jetzt kommen die Ostertränen“ Philip van Geest, VGI

29 „Gute Absätze im Einzelhandel, aber beim Tageshandel ist es ziemlich mau“ Jan van der Kaden, StC International

50 Die Coronakrise bringt die kartoffelverarbeitende Industrie durcheinander 54 Datenlogger zur Kontrolle der Ladung während des Transports 58 „Europa kann seine Innovationen nicht verwerten“ Robert Graveland, HZPC

60 „Der Handel muss sich weiterhin auf Snacktomaten mit Geschmack konzentrieren“ Pieter Vermeulen, Sakata

62 „Der Siegeszug der Elsanta-Erdbeere ist vorbei” Steven Oosterloo, Flevo Berry

68 „Landwirtschaft aus Liebhaberei funktioniert leider nicht“ Volker Janssen

72 Erzeuger in Umstellung startet mit Bio-Erdbeeren 76 Logistische Dienstleister setzen bei der Abwicklung von Bananen auf CO2-Reduktion 84 Nachfrage nach geschnittenen Schalotten kommt vor allem aus der Gastronomie 86 „Für jeden Erzeuger das beste Absatzmodell“

Ton van Dalen und John van Heijningen, Oxin Growers

92 Nachfrage nach Spargel explodiert nach schleppendem Saisonbeginn 92 „Spargelerzeuger, die Personal haben, haben viel Vergnügen“ Rick Mengers, ZON

93 „Einzelhandel und Haustürverkauf hat bei Spargel enorm zugenommen“ Theo Jegerings, The Greenery

94 „Der Spargelsektor erfordert Erfindergeist“ Matthias Kinzel, Strauss Verpackungsmachinen

98 Einblick in die (Schneide-)Küche: Der Markt für geschnittenes Obst und Gemüse in den Beneluxländern Niels van den Berg, Robert Bovens-Rungis – Niels van den Berg, Robert Bovens / Jantine Star-Heemskerk / Dirk Verkinderen, DV Fresh / Gert Koekoek, Groenteproductie Flevoland / Grosbusch, Goy Grosbush

30 „Die Gurke muss die Coronakrise ausbaden“

111 Jetzt lernt man in den Niederlanden die gelbe Wassermelone kennen

31 „Hoher Paprikapreis schreckt Kunden ab“

113 Clubsorten erobern den Apfelmarkt

Barry Michiels, Gebr. Michiels Guy De Meyer, Demargro

34 „Gewächshäuser sind ein interessanter und vielversprechender Teil unserer Strategie“ Benedikt Mangold, BayWa Group

116 Deutschland hat die Conference-birne entdeckt 118 „Vor allem der Verkauf von Waschbecken und CoronaAbschirmungen lief gut“ Guustaaf Hoekstra, Lets

38 Polnischer Gewächshausgemüse-Markt: relativ unbekannt, aber Wachstum mit Potenzial

120 Unsicherheit kennzeichnet den Beginn der südafrikanischen Zitrussaison

42 „Wir verkaufen uns ab“

122 Rückläufige Minneola-Fläche, aber weiter stabile Nachfrage

Jochen Haubner, Haubner Gemüsebau

46 „Eine neue Generation der Kartoffelesser macht eine neue Vorgehensweise erforderlich“ Joeri Wulff, Landjuweel


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Vision

Robert Ketelarij, Greenco:

„Mit der Schlüsselfunktion zwischen Markt und Erzeuger werden wir etwas bewegen“ Der Schritt von Greenco, noch einmal zwei Erzeugerbetriebe zu verkaufen, hat auf dem Markt zwar Erstaunen hervorgerufen, in den Greenco-Büros selbst glaubt man jedoch an die, voriges Jahr begonnene, ‘strategische Neuorientierung’, zu der dieser Verkaufsschritt gehört. „Unser Unternehmen ist aus sehr leidenschaftlichen Erzeugern hervorgegangen, und Anbau betreiben wir auch weiterhin selbst. Aber unser Schwerpunkt lag auch schon immer ganz klar auf der Vorderseite der Kette, beim Erfinden und Entwickeln neuer Produkt-Marktkombinationen, was wir jetzt noch mehr und noch besser tun können“, erklärt Robert Ketelarij, der CEO von Greenco. 4

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Werden Sie mit diesem Schritt nicht zu sehr zu einem ‘Erzeuger ohne Anbau’? Und macht das nicht abhängig und verletzlich? Nein, wir werden unsere Standorte in Helenaveen und Honselersdijk erhalten und werden dort auch weiterhin anbauen. Allerdings haben wir im vorigen Jahr schon den Standort in Wieringermeer verkauft, was wir jetzt auch mit den beiden Standorten in Someren tun. Schon seit Jahren arbeiten wir mit Anbaupartnern auch in Spanien zusammen, um qualitativ gute, schmackhafte Tomaten anzubauen. Ein echtes Premiumprodukt, das unter der Marke Tommies auf den Markt gebracht wird. Dafür ist es jedoch nicht nötig, alles selber anzubauen, auch Erzeugerkollegen können ausgezeichnet Tomaten anbauen.

Man sollte gut auf die Nachfrage des Marktes eingehen, was prima ohne ‘eigenen Anbau’ gelingt, wie sich mittlerweile auch beim Anbau in Wieringermeer zeigt, wo zu unserer vollen Zufriedenheit für uns angebaut wird. Mit weniger Eigenanbau sind wir wendiger, um neue (Gesundheit-)Trends aufzugreifen. Dennoch gibt es noch keine andere Partei, die einen solchen Schritt getan hat. Sind Sie dann, ebenso wie bei der Entwicklung von Snacktomaten, erneut ein Pionier? Ich glaube schon, ja. Was wir jetzt tun und wagen, das habe ich noch niemals zuvor gesehen. Als wir vor 15 Jahren mit Tommies anfingen, waren wir schon Pionier, was wir auch bleiben wollen. Angst vor Nachahmern haben wir nicht. Nachdem wir als Erzeuger/Verpacker/Vermarkter mit Tommies Schritte unternahmen, kam es auch zur Nachahmung. Eine solche Nachahmung werden wir langfristig vielleicht auch mit diesem Schritt bekommen. Das ist auch nicht schlimm. Man kopiert uns gerne, was doch zeigt, dass es ein richtiger Schritt gewesen ist.

Aber wir wollen natürlich gerne unseren Vorsprung behalten und sind überzeugt, dass dieser Schritt dafür notwendig war. Die in der Bekanntmachung genannte Lastenteilung hilft dabei auch.

Womit wird Greenco bei deutlich weniger Eigenanbau Geld verdienen? Noch immer mit unserem Premiumprodukt, das noch immer eine prima Position auf dem Markt hat. Ein wichtiger Teil der Verbraucher kann Premiumware bestens würdigen, wenngleich der Markt für Snacktomaten schon zu den Grunderzeugnissen gehört. Die Snacktomate ist verglichen mit vor 15 Jahren eher zu einem Gemeingut geworden. Wir meinen jedoch, dass wir mit neuen Produkt-Marktkombinationen noch immer enorm viel Mehrwert bieten können. Es wird auch nicht so sein, dass wir demnächst weniger Snackgemüse verkaufen.“

Schauen Sie auch auf Veredelung? Ja, Veredelung ist und bleibt für uns eine strategische Aktivität, die im Dienst unseres innovativen Ausdrucks steht. Greenco hält an seinen Anteile am Veredelungsunternehmen Green4Health ausdrücklich fest. Von dieser Beteiligung erwarten wir gesunde, schmackhafte Tomaten mit einem zusätzlichen Mehrwert.

Sie treten immer mehr und immer öfter mit Gesundheitsthemen auf. Können Sie etwas über diesbezügliche Pläne erzählen? Ja und nein. Ich kann unsere Pläne jetzt noch nicht wirklich detailliert beschreiben. Ich will mich daher auf die kommenden Neueinführungen auch nicht festlegen, aber es wäre schön, noch in diesem Jahr mit ‘etwas Neuem’ zu kommen. Daran arbeiten wir permanent.

Gemeinsam mit unseren Partnern, mit gesellschaftlichem Engagement, das wir immer mehr einbinden wollen, setzen wir uns für einen gesunden Lebensstil ein. Um den zu stimulieren, bringen wir durch Investitionen in Produktentwicklung und Co-Kreation gesunde Snackprodukte für jede Gelegenheit auf den Markt, und das ergänzend zum bereits bekannten Tommies-Snackgemüsesortiment mit u.a. Tomaten, Gurken, Wurzeln, Radieschen und Paprikas in diversen Erscheinungsformen und Verpackungskonzepten. Aber denken Sie auch an ein breiteres Produktportfolio mit noch mehr Snackprodukten – nachfragegesteuerte Produkte, die den Bedürfnissen der Verbraucher im Einzelhandel und Out-of-Home-Markt entgegenkommen. Was bedeutet weniger ‘Eigenanbau’ für Sie persönlich? Die Mitarbeiter der verkauften Niederlassungen machen bei Wim Peters Kwekerijen weiter. Mit ihrem großen Wissens- und Erfahrungsschatz sind sie wichtig für die richtige Leitung, ebenso wie seinerzeit beim Verkauf in Wieringermeer. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir selber keine Anbauerfahrung mehr im Hause haben, im Gegenteil.

Wir besitzen und behalten noch immer sehr viel Wissen und Können auf dem Gebiet des Anbaus. Die Spezialisten auf diesem Gebiet arbeiten weiter für uns, aber dieses Wissen ergänzen wir auch mit immer mehr erworbenem Wissen über den Aufbau von Marken und die Entwicklung neuer Konzepte für Obst und Gemüse.

Mit der Frage nach dem ‘was’, ‘warum’, ‘wann’ und ‘wie’ von Produkten und Verpackungen ist unser Team tagtäglich zur Genüge beschäftigt, wenngleich sich das mehr in einer Schlüsselfunktion zwischen Markt und Erzeuger abspielt, in einer Rolle, die wir übrigens schon in den vergangenen Jahren immer mehr eingenommen haben.“ (TT)  info@greenco.nl

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Vision

Wim Peters:

„Zunehmende Nachfrage ist Anlass für Übernahme“ „Es ist ein schwieriger Moment, um die Übernahme bekanntzumachen, wegen des großen Einflusses der Coronakrise. Daher verkünde ich diese Botschaft mit Stolz, aber auch mit der gebotenen Bescheidenheit. Die Gesundheit unserer Mitmenschen steht natürlich im Vordergrund“. So leitete Wim Peters die Übernahme von Greenco Someren ein Mit der Übernahme verdoppeln Wim Peters Kwekerijen die Fläche von 16 auf 31 Hektar. Die Standorte liegen einen Steinwurf voneinander entfernt in Someren. Vor ein paar Monaten haben beide Unternehmen mit einer Sondierung begonnen, die zur Übernahme am 1. April 2020 führte. „Die Übernahme ist eine Folge der zunehmende Nachfrage nach unseren Tomaten. Dieser Schritt fügt sich in unsere Vorstellung von der Zukunft ein“, so der Erzeuger.

Am 23. Juni 2016 wurden sowohl die Unternehmen von Peters als auch die von

gen u A Ihre ualität für Q lland in Ho

Greenco schwer von einem Hagelsturm getroffen, wodurch die Produktion ein Jahr lang komplett zurückging. Für das Familienunternehmen Wim Peters, das schon seit mehr als 100 Jahren Tomaten anbaut, war dies der richtige Moment, um neue strategische Ziele zu formulieren und eine neue Organisationsstruktur zu entwickeln. Hierdurch gelang Peters 2017 die Rückkehr, mit neuen Beständen und einer Gewächshauseinrichtung, die sich vollständig an einer nachhaltigen und innovativen Anbauweise orientiert. Peters veränderte in jenem Jahr die Absatzstrategie. Unter anderem

knüpfte er Kontakte mit ausländischen Erzeugern und ihren Handelspartnern. „Viele Abnehmer wollten aufgrund unseres nachhaltigen Anbaus gerne Geschäfte mit uns machen, da lag also eine Chance. Wir haben uns für ein breiteres Tomatensortiment entschieden und arbeiten jetzt fast vollständig nachfrageorientiert“, erklärt er. Diese Strategie schien zu funktionieren. Die zunehmende Nachfrage war ein Grund für die Übernahme. (IH) 

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Jos van Mil erzählt von 15 Jahren Tommies:

„Unsere Stärke ist, dass wir immer für eine Überraschung gut sind“ lich zu einem richtigen Hit. „Jeder Supermarkt griff das auf. Im Juni haben wir die Rispentomaten aus der anderen Hälfte des Gewächshauses entfernt und vollständig auf Snacktomaten umgestellt“, sagt Jos. „Danksagung dafür an The Greenery. Wir haben die Marke zusammen groß gemacht. Das war ein tolles Zusammenspiel mit einer Win-Win-Situation für beide. Sie konnten sich profilieren, und manchmal konnten sie auch einen Wagen mit Rispentomaten zusätzlich verkaufen, weil eine halbe Palette Naschtomaten mit dabei war.“

Jos van Mil en Ab van Marrewijk

Wir schreiben das Jahr 2003. Die Westland-Tomatenerzeuger Ab van Marrewijk und Jos van Mil finden in England eine Santa-Tomate und beschließen, die kleine Tomate mit in die Niederlande zu nehmen. „Schon damals sahen wir sofort, dass es eher eine Delikatesse als eine Tomate war. Wir haben uns das gleich gedacht, verstanden aber auch, dass wir diese Tomate nicht in einer Schachtel verkaufen konnten“, erinnert sich Jos van Mil an den Beginn der Tommies. Zusammen mit dem Veredeler Sakata beschäftigte man sich zwei Jahre lang eifrig mit der Erprobung der Tomatensorte. „Ein Nachteil war, dass es sich um eine Sorte ohne Resistenzen handelte. Das erschien uns ziemlich gefährlich, aber nachdem das geklärt war, trauten wir es uns zu.“

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as Snacktomatenkonzept nahm buchstäblich am Küchentisch immer mehr Form an. „Wir fanden immer mehr Gefallen daran, uns mit einem hübschen Namen und Markenzeichen direkt an Kinder zu wenden. Eine Reihe von Namen wurden in Erwägung gezogen. Wer als erster den Namen Tommies genannt hat, wissen wir nicht mehr, aber damit haben wir losgelegt. Jetzt klingt das ziemlich logisch, aber damals gab es noch überhaupt kein Markengemüse“, sagt Jos. Bei der Lancierung wurde keine Marketingagentur zurate gezogen. „Ein Freund von mir machte eine digitale Vorstellung unserer Idee vom Clown mit seiner Toma-

2006 hängte sich ein befreundeter Erzeugerkollege mit ein, und so wurde Jahr für Jahr ein Wachstum von etwa 60 Prozent realisiert. Eine Marketingagentur kommt in den ersten acht Jahren noch nicht mit ins Spiel. „Wir machten alles selber, von der Website und den Verpackungen bis zu den Messen. Wir hatten Erzeugerblut, keinen Marketinghintergrund. Aber mit Leidenschaft lässt sich sehr viel erreichen. So haben wir im Laufe der Jahre viele Menschen begeistern können. Sechs Jahre in Folge standen wir neun Tage lang auf der niederländischen Huishoudbeurs. Wir konnten auch am Stand eines anderen Unternehmens auf der Miljonair Fair stehen. Beides sind bekannte niederländische Konsumentenmessen. Man gönnte uns diese Gelegenheit einfach. Ich stand einfach

tennase. Mit den Tomaten in der Tasche gingen wir zu einer Verpackungsmesse und gerieten so an einen dänischen Verpackungslieferanten, der mit unserer Idee loslegte. So hatten wir im März 2005 unsere ersten Tüten im Haus,” berichtet der Naschtomaten-Erzeuger. Die Hälfte des 3 Hektar großen Gewächshauses wird mit Naschtomaten belegt und die Erzeuger mieten eine Maschine, um die Tomaten zu verpacken. „Damals hatten wir natürlich noch gar keine Idee, wie groß das werden würde, aber es beseelte uns eine enorme Leidenschaft, daraus etwas zu machen.“ DANK AN THE GREENERY Die Snacktomaten wurden augenblick-

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Vision

Die sogenannten ‘Shakers’ von Thom waren zum damaligen Zeitpunkt revolutionär

da und verteilte mit schwarzer Krawatte Tomaten. Das verschaffte uns dann eine riesige, landesweite Bekanntheit.“ „So haben wir im Laufe der Jahre sehr viele tolle Sachen mitgemacht. Leute wie Hans van Breukelen, Wilfred Genee und auch Minister waren schon hier. Bei der Eröffnung der Markthal schaute Maxima vorbei. So haben wir schöne Erfolge verzeichnet, aber natürlich gelang nicht alles. Aus dem Laden in der Markthal, den wir zusammen mit Koppert Cress und Yex hatten, ist beispielsweise nicht das geworden, was wir uns vorgestellt hatten. Aber auch das sind Dinge, von denen man später etwas lernt.“

Trotz des Erfolges der Naschtomaten dauert es doch ein paar Jahre, bevor Nachahmer auftauchen. Der Erfolg führte dazu, dass Jos van Mil und Ab van Marrewijk schon damals Kooperation suchten, was für Aufsehen sorgte. Hieraus entstand nach fünf Jahren mit Greenco ein neues Unternehmen, in dem sechs Erzeuger mit einer ähnlichen DNA zusammenfanden. „Erst acht bis zehn Jahre nach der Entdeckung und Einführung der ersten Naschtomate stiegen große Parteien in großem Stil in Naschtomaten ein und wir fühlten die Konkurrenz deutlicher“, erinnert sich der Gründungsvater der niederländischen Naschtomate.

gen zu sorgen. Bei Verpackungen und beim Marketing sind wir immer vorneweg gewesen, und wir wurden oftmals erst später von anderen Parteien kopiert. Vor zwei Jahren etwa haben wir unsere gesamten Plastikverpackungen durch 100 % recyceltes Material ersetzt. Jetzt sieht man, dass andere das nachmachen. Wir waren auch die ersten mit der Kartonschachtel. So haben wir unsere Spitzenposition immer ausbauen und behalten können.“

Auch das 500 Gramm-Töpfchen kommt aus dem Köcher von Van Mil. „Ich blickte zuhause auf die Töpfchen von Zuivelhoeve und fand das passend. Wir sahen nämlich, dass die Verbraucher am Wochenende im Laden schon zwei Shaker kauften. Der Hersteller wollte allerdings einen Probedruck mit unserem Aufdruck herstellen. Ich ging also mit einem Töpfchen zu Rob van der Weele, der damals noch Warengruppenmanager bei Deen war. Erst erklärte er mich für verrückt, versprach dann aber doch, darüber nachdenken zu wollen. Zwei Tage später erhielt ich eine Bestellung über 18.000 Töpfchen. Glücklicherweise hatte ich 25.000 bestellt, denn es kam schnell eine weitere Bestellung, und so verkauften wir 23.000 Töpfchen in einer Woche. Diese Verpackung ist jetzt der Standard, und wir haben sogar den Kilo-Eimer eingeführt.“

BUCH AUF MEINER TO-DO-LISTE Jos könnte stundenlang fortfahren über die fünfzehn Jahre Tommies. „Wenn aus mir noch mal ein Gärtner wird, lasse ich darüber ein Buch schreiben. Das steht noch auf meiner To-do-Liste. Das war doch ein schönes Beispiel für Unternehmerwww.troostpallethandel.nl tum, was wir als ABC Westland 622, 2685 DH Poeldijk | M. 06 - 43 00 03 15 ∙ E. aram-troost@live.nl Team geleistet

15 JAHRE ÜBERRASCHUNG „Unsere Kraft in den vergangenen 15 Jahren bestand immer darin, für Überraschun-

GEBR. TROOST

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haben. Das ist aus reiner Leidenschaft entstanden, worauf ich wahnsinnig stolz bin“, sagt der Gärtner. „Der Schwerpunkt von Greenco wird in den kommenden Jahren weniger auf der eigenen Produktion zu liegen kommen. Unsere Kraft, unsere Leidenschaft und unser Spaß liegen auf der Entwicklung, der Vermarktung und auf Innovationen und viel weniger darauf, den letzten Cent des Selbstkostenpreises zu erzielen. Hierfür suchen wir mehr Zusammenarbeit mit Erzeugern. Co-creation, our way of growing ist nicht umsonst schon seit Jahren unser Slogan.“

Er fürchtet nicht, dass die Naschtomaten in den kommenden Jahren aus dem Blickfeld geraten. „Allerdings muss ich dabei ja sagen, dass ich in dieser Corona-Zeit äußerst froh bin, dass gut 90% unserer Produkte von den Supermärkten verkauft werden. Neben unserer Stabilität und Anpassungsfähigkeit hilft das in dieser Situation, zumal die Verkäufe über die Gastronomie weggefallen sind. Aber ich sehe noch reichlich Wachstumspotential für unsere Produkte. Die Jugendlichen, die wir vor fünfzehn Jahren erstmals mit unseren Tomaten ansprachen, bekommen jetzt Kinder. Ich sehe durchaus noch Wachstumsmöglichkeiten beim Außer-Haus-Verbrauch. Unsere Generation kannte das nicht, aber diese Generation wächst damit auf. Auch für die nächsten fünfzehn Jahre sehe ich reichliche Chancen.“ (IH)  j.vanmil@greenco.nl


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Kühlung

Rainer Palinkasch, P2Raumdesign:

„Kaltnebel-Anlage eignet sich sowohl für kleine Hofläden, als auch vollwertige Kühlzentren“

Die Kaltnebel-Anlage mit Ultraschall-Luftbefeuchter

Als innovativer Spezialist für die Planung und Realisierung von Ladeneinrichtungen für landwirtschaftliche Direktvermarkter hat sich p2raumdesign mittlerweile in der grünen Branche fest etabliert. 50 Jahre Erfahrung im Food-Bereich, vorwiegend bei der Ausstattung von Bäckereien, Metzgereien, Hofläden und Gastronomiebetrieben, sind die Grundlage für die Branchenkompetenz und lösungsorientiertes Arbeiten. Gerade in diesen Krisenzeiten ist der direkte Einkauf beim Fachhändler oder Direktvermarkter beliebter als je zuvor.

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eit jeher wird Deutschland durch eine starke „Hofladenkultur“ geprägt, in der man eine hohe Wertschätzung des direkten Einkaufs beim ortsansässigen Bauer oder Direktvermarkter pflegt. Vor allem in den südlichen Bundesländern kaufen komplette Generationen ihre frischen Lebensmittel (nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Fleisch, Molkereiprodukte oder Brot) direkt beim Erzeuger. Nicht umsonst zählt Deutschland bereits seit vielen Jahren eine


wird über den Ultraschall-Luftbefeuchter ein Kaltnebel erzeugt, welcher durch eine spezielle Ausblasvorrichtung auf die Lebensmittel geführt wird, wodurch die Verdunstungskühlung eine Reduzierung der Temperatur erreicht wird. Somit werden optimale Bedingungen für die Frischprodukte geschaffen.“

Der entscheidende Unterschied zu einer klassischen Befeuchtung ist, dass die Ware nicht feucht wird, sondern nur die Umgebungsluft in hohem Maße gesättigt wird. Palinkasch: „Dadurch entzieht die Luft der Ware keine Feuchtigkeit. Der große Vorteil besteht darin, dass die Ware selbst nicht nass wird, und somit die Fäulnis reduziert werden kann.“

Die Liftboxx wurde mit dem Innovation Award ausgezeichnet

verhältnismäßig hohe Anzahl an Fachmessen im Bereich der Direktvermarktung. Zulieferanten wie p2raumdesign, mit Sitz in Nordheim (Baden-Württemberg), versuchen diesen Absatzmarkt mit entsprechenden, modernen Laden- und Displaysystemen zu bedienen. Auf den wichtigsten Branchentreffpunkten, der expoSE und Fruchtwelt Bodensee präsentiert sich p2raumdesign regelmäßig mit innovativen Produktentwicklungen und neuen Ideen für Einrichtungskonzepte. So wurde auf der expoSE 2018 die LIFTBOXX vorgestellt: Ein effizientes Displaysystem zur nivellierbaren Warenpräsentation, die nachweisbar den Umsatz steigert. „Nachdem unser System auf der expoSE mit dem Innovation Award ausgezeichnet wurde, haben wir zahlreiche Abnehmer für das Verfahren gewinnen können“, so Geschäftsführer Rainer Palinkasch.

KALTNEBEL-ANLAGE GEWÄHRLEISTET KOMPROMISSLOSE FRISCHE Auf der expoSE 2019 sowie der Fruchtwelt Bodensee 2020 hat das Unternehmen es erneut geschafft, die Branche mit einem neuartigen Verfahren zu erstaunen. Diesmal stand auf beiden Fachmessen das neue Kaltnebel-Befeuchtungssystem besonders im Vordergrund. Das mit einem speziellen Ultraschall-Luftbefeuchter ausgestattete Verfahren gewährleistet eine kontinuierliche Benebelung der zu vermarktenden Frischware (insbesondere Obst und Gemüse), wodurch die Produkte ihre optimale Frische behalten. „Wir haben das variable Frischhaltesystem in enger Zusammenarbeit mit unserem Partner und Kühlungsexperten RFT Frischetechnik GmbH entwickelt, insbesondere für die Aus- und Nachrüstung von Obst- und Gemüseregalen“, kommentiert Herr Palinkasch. „Es

VOM ABHOFVERMARKTER BIS ZU VOLLWERTIGEN KÜHLZENTREN Die Ultraschall-Luftbefeuchter lassen sich in nahezu jedes Verkaufsmöbel integrieren. Dazu könnenmehrere Luftbefeuchter in Reihe geschaltet werden und somit jede gewünschte Möbellänge bedienen. Äußerste Hygiene und Keimfreiheit seien dabei garantiert. Palinkasch: „Mit der Ultraschall-Befeuchtung können sowohl kleine Hofläden als auch komplette Kühlhäuser und Kühlzellen entsprechend konditioniert werden. Im letzteren Bereich haben wir bereits beste Erfahrungen bei Spargel, Beerenobst und Salat. Dabei können die Produkte ‚rehydriert‘ werden, um wieder das maximale Pflückgewicht zu erreichen. Die Produkte werden so in einem perfekten Zustand erhalten und die Kunden profitieren somit letztendlich vom frischen, knackigen Aussehen der Ware.“ (HH)  R.palinkasch@p2raumdesign.de

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Sonderausgabe

Gewächshausgemüse

Blick in die Tunnelanlage für Bio-Radieschen

Jan Ravensbergen, Frutura:

„Durch die unmittelbare Nähe zum Absatzmarkt sind wir in der Lage tagesfrische, regional angebaute Erzeugnisse anzubieten“ In den Folienhäusern des österreichischen Anbau- und Handelsunternehmens Frutura gedeihen dieses Jahr erstmalig BioRadieschen. Das innovative Anbauprojekt umfasst nunmehr drei Hektar. Die neue Geschäftssparte ist Teil einer ehrgeizigen Mehrjahresstrategie: Nicht umsonst etablierte sich die Frutura GmbH in wenigen Jahren zum Hauptlieferanten in Sachen Premium-Gewächshausgemüse, berichtet der niederländische Obergärtner Jan Ravensbergen – seit drei Jahren beim Unternehmen tätig – im Interview.

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nde Januar blühten die ersten Bio-Radieschen im modernen Folienhaus in Bad Blumau, im Herzen des österreichischen Anbaugebietes Steiermark. Die erste Ernte erfolgte überwiegend reibungslos, jedoch sei an einigen Stellen noch Raum zur Verbesserung fürs ehrgeizige Anbauteam, so Herr Ravensbergen. „Radieschen sind stark von zwei Faktoren abhängig, nämlich vom Bodentyp und von der Was-

Geothermie am Hightech-Standort Im Jahr 2013 fiel die Entscheidung in Bad Blumau eine großflächige Gewächshausanlage zu errichten. Dieser Teil der österreichischen Anbauregion Steiermark wird nicht umsonst Thermenland genannt, angesichts der großen thermischen Aktivität in den dortigen Böden. Somit entstand der Plan

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serzufuhr. Bodentechnisch sind wir mit den steirischen Sandböden gut aufgestellt, hinsichtlich Bewässerungsstrategie lernen wir täglich dazu. Der zweite Satz wurde bereits ausgesät und wird voraussichtlich Ende April / Anfang Mai geerntet.“ Die Idee, biologische Radieschen im Blumauer Gewächshaus anzubauen, entstand aufgrund vermehrter Konsumentenanfradiese natürliche Energie im Erwerbsgartenbau zu verwenden und es werden zwei Wasserquellen errichtet (Wasserzufuhr). Das aufgepumpte Wasser mit einer Temperatur um 125 Grad fließt durch einen Wärmeregler, wonach die Wärme für die Heizung der Gemüsekulturen genutzt wird und das Was-

gen. Der österreichische LEH verzeichnet die letzten Jahre einen stark steigenden Bedarf an heimatfrischen Bio-Erzeugnissen – außerhalb der Saison wird das Gemüse allerdings verstärkt aus Italien importiert. Durch die Wetterextreme der heutigen Ära schwanken die italienischen Produktionsmengen aber auch stark von Jahr zu Jahr. Ravensbergen: „Außerdem befinden wir uns in unmittelbarer Nähe unseres Absatzmarktes, deshalb sind wir in der Lage tagesfrische, regional angebaute Erzeugnisse anzubieten. Im Gegensatz zur Importware werden unsere Produkte nicht in PlastikFolien verpackt, sondern wir liefern unsere Bio-Radieschen ausschließlich gebündelt in 200 Gramm-Einheiten.“ Schlussendlich habe man vor die BioRadieschen vorwiegend im Winter anzubieten: Im Laufe des Novembers werden die ser erneut zurück in den Boden fließt. Mittlerweile gehört das gesamte Gewächshaus zu den größten Unterglasanlagen Europas. Der Frutura GmbH ist es gelungen jedes Jahr eine oder mehrere neue Abteilungen zu errichten, entweder mit Beleuchtung oder ohne.


Gewächse ausgesät, Ende Januar- Anfang Februar erfolgt dann die erste Erntewelle.

WACHSENDES GEMÜSESORTIMENT IN BAD BLUMAU Insgesamt beläuft sich die gesamte Anbaufläche in Bad Blumau auf 26 ha (davon 17 ha Tomatenanbau), sowie einem wachsenden Bio-Areal. Somit ist die Frutura GmbH mittlerweile in der Lage den Markt 12 Monate im Jahr mit frischen Tomaten zu bedienen. „Premium-Cherry-Tomaten und Cocktail-Tomaten werden den ganzen Winter hindurch geerntet. Die Cherry-Tomaten sind in den Sommermonaten nicht erhältlich, Cocktail-Tomaten sind dagegen das ganze Jahr über zu haben.“ Die Tomaten der Frutura GmbH reifen komplett am Strang um die bestmögliche Produktqualität zu gewährleisten. Der Fokus liegt klar auf Premium-Qualität und Premium-Geschmack. Nebst Tomaten und Bio-Radieschen umfasst das Sortiment der Frutura GmbH auch Gurken und Paprika. „Schritt für Schritt werden noch weitere Produkte hinzukommen“, erzählt Herr Ravensbergen.

Die Thermal-Gemüsewelt in Bad Blumau

MODERNE UND SCHONENDE PRODUKTVERPACKUNG Die gesellschaftliche Diskussion zum Thema Produktverpackung und eventuelle nachhaltige Alternativen hat auch die Frutura GmbH fest im Griff. Angesichts des starken Fokus auf das Premium-Segment, sei die Produktverpackung eine Möglich-

keit sich vom Standard-Produkt abzuheben. „Verpackungen werden aufgrund dessen vorwiegend in eigener Hand und in enger Zusammenarbeit mit Kunden entwickelt“, heißt es schließlich. (HH)  k.hohensinner@frutura.com

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„Unsere Gruppe der Gurkenerzeuger ist sehr gut, und diese Gruppe wird größer“ Sie zeigt ein starkes Wachstum, die Gurke. Auch das Gurkenangebot vor der Versteigerungsuhr bei BelOrta nimmt stark zu, jetzt da die Sonne immer höher am Himmel steht. Aber noch etwas wächst in diesem Jahr stark, und das ist die Fläche des angeschlossenen Gurkenanbaus bei der belgischen Kooperative. In dieser Saison darf der Käufer vor der Versteigerungsuhr Gurken von insgesamt 215 Hektar Erzeugerfläche erwarten, eine Zunahme um 10 Prozent gegenüber 2019, was ‘doch ganz beachtlich’ ist.

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ei der belgischen Kooperative ist man froh darüber, ohne behaupten zu wollen, dass BelOrta dabei eine führende Rolle gehabt habe. „Der Erzeuger macht den ersten Schritt, um zu wachsen und sich uns anzuschließen“, sagt Bruno Vuerinckx, Verkaufsleiter für alle Fruchtgemüsesorten außer Tomaten. „In dieser Saison konnten wir erneut einen niederländischen Gurkenerzeuger willkommen heißen, außerdem haben wir zwei Hektar belichteten Gurkenanbau hinzubekommen.“

Es muss erwähnt werden, dass von einer Anbaufläche von 215 Hektar und einer Fläche von 101 Hektar gesprochen wird. Der Unterschied lässt sich leicht erklären. Erzeuger bauen ‘rundenweise’ Gurken an und pflanzen während der Saison zweioder dreimal neue Pflanzen in ihr Gewächshaus. Es gibt auch Erzeuger, die zwei Runden Gurken anbauen und die Saison mit einer Runde Rispentomaten im Herbst abschließen. Bruno schaut eben ins System und kommt 2020 auf 39 Hektar von den Erzeugern angegebenen Tomaten-Herbstanbau, etwas weniger als die 48 Hektar im Jahre 2019. Wachstum bei den Erzeugern oder die Installation von Belichtung über den Pflanzen zeugt Bruno zufolge von Unternehmergeist. „Sie sind es, die einen tollen Schritt wagen, nicht wir. Wir sorgen nur für einen bestmöglichen Verkauf ihres Produkts zu einem höchstmöglichen Preis. Daher liegt es an uns, den Erzeuger zu beraten, wenn er Wachstumspläne hat. Wenn plötzlich zu viele Gurken hinzukommen, ist das nicht

gut für die Marktsituation, aber das weiß der Erzeuger meist auch. Vor allem beim belichteten Anbau und bei Nischenanbauten wie Mini- oder Midi- (Donna-)Gurken kommt es auf ein allmähliches, kontinuierliches Wachstum an. Unsere zweite Saison mit belichteten Gurken war mit erweitertem Angebot und einem höheren Durchschnittspreis wiederum besser als die erste. Das führt dazu, dass die Erzeuger auch wieder mehr Interesse zeigen. Aber auch dann, wenn 20 Hektar Gurken auf einmal im traditionellen Segment hinzukommen, wäre dies zu viel des Guten, so Bruno, der in den vergangenen Jahren seit der Fusion von Mechelse Veiling und Coöbra zu BelOrta im Jahr 2013 vor allem etliche niederländische Erzeuger Mitglied werden sah. UNTERGRENZE Dennoch besteht die Hauptaufgabe von BelOrta vor allem in einer guten Organisation des Verkaufs, wobei nach gutem belgischen Brauch die Versteigerungsuhr führend ist, was nicht heißen soll, dass daneben keine Saisonabsprachen oder langfristige Absprachen mit Abnehmern geschlossen werden, wie Bruno schnell hinzufügt. „Heutzutage setzen wir die Versteigerungsuhr für drei Verkaufssysteme ein. Einerseits gibt es den traditionellen Blockverkauf vor der Uhr, wobei der Käufer die Gurken noch am selben Tag nach dem Erwerb von der Versteigerung aus mitnehmen kann. Aber mittlerweile arbeiten wir auch mit zwei Arten von Vorverkauf: ein kurzfristiger Vorverkauf und ein langfristiger Vorverkauf. Der kurzfristige Vorverkauf wird zusammen mit dem traditionel-

Der größte Teil der Gurken bei BelOrta wird unter dem Flandria-Label verkauft

len Blockverkauf durchgeführt, wobei der Käufer das Produkt für die Lieferung zwei Tage später schon in der gewünschten Verpackung erwerben kann. Der langfristige Vorverkauf findet zusammen mit einem Uhrverkauf am Nachmittag statt. Hierbei arbeiten wir mit einem Rücknahmepreis (Untergrenze, um Bodenpreise zu verhindern), den wir den Händlern vorab mitteilen. Von verschiedenen Sortierungen wird eine Reihe von Paletten angeboten, die Verladung findet eine Woche später statt. Diese Art Vorverkauf eignet sich für maximal 30 Prozent der angebotenen Produktion. Die Verladung beider Vorverkäufe kann sowohl bei der Versteigerung als auch direkt beim Erzeuger erfolgen.“ VORRAT Aufs Jahr bezogen geht es beim Gurkenverkauf um 130 Millionen Stück. Bei solchen Mengen würde sich niemand über ein Fiasko wundern, wenn man ‘alles in blauen Kisten vor die Uhr bringt und dann abwartet’, so Bruno. Das erklärt die neuen Verkaufskonzepte.

Der Vorteil sowohl des Vorverkauf mit einer einwöchigen Frist und einer Frist von

Der Verkauf der ersten Gurken bei BelOrta in der neuen Saison 2019 fand am 28. Januar statt. 2020 wurde beim ersten Verkauf kein Foto gemacht. Auf dem Foto: Wim Joosen (Gärtnerei Joosen) und Bruno Vuerinckx (BelOrta)

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Gewächshausgemüse

Gurken sind schnellwüchsig

zwei Tagen zwischen Kauf und Verladung besteht in der Flexibilität und der Ermöglichung von allerlei Verpackungen und Sortierungen. „Der größte Teil der Gurken wird unter dem Flandria-Label verkauft, aber dabei gab es alleine im vergangenen Jahr schon etwa zwanzig unterschiedliche Verpackungen für Gurken, darunter blaue und grüne Klappkisten und eine Reihe unter-

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AGF Primeur • Gewächshausgemüse • 2020

schiedlicher Packungen für die jeweiligen Einzelhändler“, so Bruno. „Das erfordert Flexibilität vor allem beim Erzeuger, denn er oder sie muss einen Vorrat aller möglichen Verpackungen anlegen, um schnell zu reagieren. Die wirklich tolle Gruppe unserer Erzeuger, die auch noch immer wächst und auf die wir sehr stolz sind, geht damit glücklicherweise sehr gut um.“

ZU DEN NACHBARN Die Kombination aller drei Verkaufssysteme zusammen mit den Saisonabsprachen muss letztlich für den Erzeuger zu einer optimalen Preisbildung führen. Aber wohin gehen die Gurken anschließend, nach der Versteigerung oder direkt vom Erzeuger aus, was ja ‘aus ökologischen Gesichtspunkten ein immer wichtigerer Faktor’ ist? „Die Niederlande bleiben das wichtigste Ziel für die von uns verkauften Gurken. Allerdings muss dazu bemerkt werden, dass es viel Re-Export gibt, unter anderem nach Skandinavien und Großbritannien. Niederländische Handelsunternehmen haben seit jeher Handel mit den entfernteren Nachbarn betrieben und haben – da sind sie einen Schritt voraus – eine lange Tradition. Allerdings sehe ich auch, dass von Belgien aus immer mehr größere Exporteure direkt mit Großbritannien Handel treiben. Deutschland und Frankreich sind für sie aber noch immer die wichtigsten Märkte und für uns sind sie Ziel Nummer zwei und drei nach den Niederlanden.“ (TT)  bruno.vuerinckx@belorta.be


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Schweizer Gemüsebaubetrieb Wyssa kultiviert Hydrosalate unter dem freien Himmel Hydrokulturen sind an sich schon eine Seltenheit in der Schweiz. Von den drei Erzeugerbetrieben, die sich mit der neuartigen Anbautechnik beschäftigen, ist das Familienunternehmen Wyssa Gemüse, mit Sitz in Galmiz (Kanton Freiburg), das Einzige, das die Hydrosalate nicht im Gewächshaus, sondern unter dem freien Himmel kultiviert. Trotz der hohen Wetterabhängigkeit und Schädlingsgefahr gedeiht das Blattgemüse besonders gut in der Westschweiz. Und obwohl das Corona-Virus auch in der Schweiz zugeschlagen hat, denkt der innovative Gemüsebaubetrieb über weitere Expansionsschritte nach, bestätigt uns Junior-Chef Christoph Wyssa im Interview.

I

m Jahr 2006 erkundigte sich Vater Thomas Wyssa in den Niederlanden über die, damals nagelneue, Anbautechnik. Etwa zehn Jahre später kam es dann tatsächlich zur erstmaligen Anpflanzung der Hydrokulturen im eigenen Freilandanbau in Galmiz. Aktuell wachsen auf gut 0,5 ha Freilandfläche insgesamt fünf Sorten: Triosalat (Mischung aus Lolo Bionda und Rosso, sowie Eichblatt rot), Kopfsalat (rot & grün) und Eichblatt (rot & grün). „Unse18

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re Hydrosalate werden in der Regel Anfang März gepflanzt und ab Mitte April wird geerntet. Üblicherweise können wir dann bis in den Oktober hinein frische Salate aus eigenem Hydroanbau liefern“, erläutert Christoph Wyssa. NACHTFRÖSTE UND CORONA PRÄGEN SAISONBEGINN Der aktuelle Nachtfrost der diesjährigen Saison habe das Wachstum der Hydro-

salate allerdings um einiges verzögert, so Herr Wyssa. „Die Nachttemperaturen sind Anfang April teilweise auf -4 oder -5 Grad gefallen, was sich negativ auf die Erzeugnisse ausgewirkt hat. In der Vergangenheit haben wir bereits versucht die Hydrosalate mit Vlies abzudecken: Da die Salate jedoch auf Höhe wachsen, können wir die Bodenwärme auch durch Vliesabdeckung kaum isolieren. Auch wenn wir die Salate mittels einer Tunnelanlage schützen würden, kommt immer noch kalte Luft von unten rein. Das heißt, wir haben bislang noch keine vernünftige Lösung im Kampf gegen Nachfrost gefunden.“ Der Spätfrost wird zwangsläufig zu Ernteeinbußen führen, heißt es weiter. „Da wir die Salate erst in der 3. Märzwoche gepflanzt haben, werden wir voraussichtlich keinen Riesenausfall haben. Glücklicherweise ist nun erstmal wieder gutes Wetter angesagt, sodass wir erwartungsgemäß Ende April – etwa eine Woche später als üblich – mit der Ernte durchstarten können.“


Hinzu kommt in diesen unsicheren Zeiten des Corona-Virus allerdings eine zweite Herausforderung: Die Ausgangssperren in vielen europäischen Ländern haben zu einem akuten Personalmangel geführt. „Auch wir haben etwas weniger Angestellte als üblich, es haben sich aber auch schon Schweizer gemeldet – zum Beispiel regionale Gastronomen die jetzt nicht arbeiten können – die uns in diesen schwierigen Zeiten unterstützen wollen.“

CHANCEN IM ZUGE DER KRISE Durch die Krise ergeben sich nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen, gerade für innovative Gemüsebaubetriebe, glaubt Wyssa. „Ich glaube fest daran, dass man in diesen Zeiten am Point of Sale mehr auf Schweizer Ware achten wird. Die Nachfrage wird also etwas höher sein. Seitens der Preisgestaltung sehen wir im Zuge der Krise auch eine leichte Preiserhöhung bei den Salaten. Verglichen zu üblichen Salaten werden die Hydrosalaten in der Regel zu einem kleinen Mehrpreis gehandelt, obwohl die Preise natürlich von Kette zu Kette unterschiedlich sind.“ Der größte Teil der in Galmiz erzeugten Hydrosalate landet in Filialen der Supermarktkette Migros, über den Zwischenhandel werden die

Blick auf die Hydro-Anlage unter dem freien Himmel

Erzeugnisse dennoch auch an übrige LEHKetten und den Großhandel geliefert. Trotz der aktuellen Krise verliert man die langfristigen Unternehmensziele nicht aus dem Auge. Auch in diesem Jahr werden also die nebenbei laufenden Versuche mit möglichen neuen Hydrokulturen wie gewohnt fortgesetzt. „Innerhalb der Saison pflanzen wir parallel zum bestehenden Hydrosalatanbau wöchentlich etwa zwei Kisten Eisbergsalat an. Das Ergebnis war bisher

herausragend. Ähnliche Testläufe haben wir mit verschiedenen Kräutersorten – etwa Basilikum, Petersilie und Schnittlauch – gemacht. Hier wird je nach Witterung etwa zwei- bis dreimal im Jahr musterweise angepflanzt. Vor allem Basilikum hat als Hydrokultur erstaunlich gut funktioniert.“ In den letzten Jahren verzeichnete der Absatz der Hydrosalate erfreuliche Steigerungsraten. Im letzten Jahr habe man etwa 15 Prozent mehr Absatz als im Jahr zuvor

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Gewächshausgemüse Familie Wyssa ausschließlich in Folienbeuteln verkauft, man sei aber bemüht gemeinsam mit dem Handel eine nachhaltigere Alternative zu finden. „Wir haben über Papier nachgedacht, müssen aber feststellen, dass der Einsatz von Papier nicht selten mit einer verhältnismäßig höheren Umweltbelastung einhergeht. Wir wollen also nicht auf die Schnelle eine neue Verpackungslösung umsetzen, sondern unseren Kunden gegenüber eine zukunftsfähige, durchdachte Alternative bieten. Das wäre unseres Erachtens der einzige, sinnvolle Weg.“

Die frischen Hydrosalate werden unmittelbar nach der Ernte verpackt

erzielen können. Der ursprünglich geplante Neubau einer neuen Gewächshausanlage zur gemischten Kultivierung von Hydrosalaten und handelsüblichen Gurken werde jedoch nicht stattfinden. „Wir haben Lidl Schweiz gefragt ob sie ebenfalls Interesse hätten an Hydrosalaten. Stattdessen möchte man bevorzugt die Produktionsmenge für Gurken und Auberginen erweitern, weswegen wir erstmal vom Hydrosalatanbau

im Gewächshaus absehen. Darüber hinaus erfordert die Erweiterung der bestehenden Freilandkapazität verhältnismäßig nur kleine Investitionen.“

HYDROSALATE AM POS Man würde es beinahe vergessen, in der „Vor-Corona-Zeit“ war die Verpackungsdiskussion auch in der Schweiz ein heikles Thema. Noch werden die Hydrosalate der

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Auch das Produktmarketing rundum die Hydrokulturen könnte noch erheblich optimiert werden. „Der Schweizer LEH verkauft konventionell angebaute und Hydrosalate durcheinander, weshalb der Konsument gar nicht bemerkt, dass er Hydrokulturen kauft. Dies gilt nicht für den Triosalat, den wir mit Wurzeln verkaufen. Wir bemerken auch, dass die Konsumenten von der Anbautechnik sehr begeistert sind. Noch werden die Nutzen und Vorteile des Hydroanbaus am Point of Sale leider zu wenig betont“, heißt es abschließend. (HH) 


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Gartenbauzentrale Main-Donau erweitert Sortiment an Gewächshauserzeugnissen:

„Mit der Premium Red haben wir eine exklusive Tomatensorte für den regionalen Markt gefunden”

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uch im bayerischen Frischesektor hat die Corona-Krise tiefe Spuren hinterlassen. Die Schließung der Gastronomie habe das Tagesgeschäft auf den beiden Frischemärkten in München und Nürnberg gravierend beeinträchtigt, erläutert Herr Fuchs auf Nachfrage. „Die Abnahme der Frischemärkte ist nahezu komplett eingebrochen, da fließt nun vielleicht 10-15 Prozent der normalen Menge hin. Glücklicherweise verzeichnet die Abnahme unserer LEH-Kunden wieder eine allmähliche Steigerung. Da scheint sich das Ganze nach den massenhaften Hamsterkäufen wieder einigermaßen zu normalisieren. Ende Januar wurden bei uns die ersten Gurken gepflückt, in der KW 11 haben wir mit der Salaternte angefangen. Unsere Auswahl umfasst Lolo Rosso und Bionda, Eichblatt hell und dunkel, sowie Kopfsalat, und wir sind mit der Abnahme recht zufrieden.“

Geschäftsführer Kai Fuchs

Im Bundesland Bayern ist der Unterglasanbau seit jeher ein wichtiges regionales Markenzeichen. Nicht nur in der Gewächshaushochburg Knoblauchsland, sondern auch in Albertshofen (unweit von Würzburg) steht die Hauptsaison der Gewächshauskulturen nun in den Startlöchern. In den Gewächshausanlagen der Gartenbauzentrale MainDonau eG (21,6 ha) wird zwischen Februar und bis tief in den Herbst tonnenweise Fruchtgemüse (Gurken, Tomaten, Rettiche) geerntet. Die Mitglieder der traditionsreichen Genossenschaft zeigen sich auch innovationsbereit: Neulich wurde das Fruchtgemüse-Sortiment um eine exklusive Premium-Tomate erweitert, bestätigt Geschäftsführer Kai Fuchs im Interview.

EINZIGARTIGE PREMIUM-TOMATE FÜR DEN REGIONALEN MARKT Die Gartenbauzentrale Main-Donau ist eine genossenschaftliche Vermarktungsorganisation und vermarktet die Erzeugnisse der etwa 50 regionalen Mitgliedsbetriebe. Das Sortiment enthält sowohl Freiland- als auch Gewächshauskulturen, welche an zwei Standorten in Albertshofen und Gundelfingen erzeugt werden. Tomaten stehen bei der Erzeugergenossenschaft hoch im Kurs, ab der KW 14 werden volle Mengen auf den Markt gebracht. Die Organisation hat das Tomatensortiment dieses Jahr erfolgreich erweitern können, und zwar um die Sorte Premium Red. „Es handelt sich um eine spezielle Sorte, welche innen rotfleischig ist und einen sehr hohen Brixgehalt, sowie einen 30 Prozent höheren Lycopin-Gehalt als herkömmliche Tomatensorten hat. Wir haben die exklusiven Anbau- und Vermarktungsrechte für Deutschland bekommen und sind nun bestrebt die Sorte ins Premium-Segment zu platzieren“, schildert Fuchs.

Ein Mitglied der Genossenschaft hat die Züchtung zufälligerweise im Nachbarland Niederlande kennengelernt und auch seitens eines Abnehmers sei das Interesse an einer exklusiven Tomate vorhanden gewesen, skizziert Fuchs. Die Sorte werde erstmal von einem Erzeuger auf ca. 1 ha angebaut. Je nach Resonanz und Erfolg im AGF Primeur • Gewächshausgemüse • 2020

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Gewächshausgemüse

Die exklusive Tomate Premium Red wird teilweise unter der Marke „Absolut Frängisch“ an den regionalen Händler Schraud & Baunach in Würzburg geliefert. 95 Prozent der genossenschaftlich kultivierten Erzeugnisse landet letztendlich im bayerischen Groß- oder Einzelhandel.

Anbau könnte die Produktionsmenge mittelfristig erhöht werden. „Trotz des hohen Brixwertes ist die Premium Red eine ganz normale Rispentomate wie, zum Beispiel die Lyterno. Aufgrund dessen haben wir auch nicht vor die Sorte im To Go-Bereich zu platzieren, sondern wir wollen statt einem Massenprodukt eine exklusive Premium-Tomate auf den Markt bringen. Erhältlich ist die Sorte voraussichtlich ab KW 17 bis in den Oktober hinein.“

GANZJÄHRIGE VERSORGUNG MIT REGIONALEN ERZEUGNISSEN Außer der allmählichen Erweiterung des Sortenkatalogs setzt die Erzeugerorganisation auch immer mehr auf ein effizientes Zusammenspiel zwischen Freiland- und Gewächshausanbau, damit möglichst eine ganzjährige Versorgung gewährleistet wird. Fuchs: „Bei den Rettichen starten im Anschluss zur Freilandernte ab März mit Treibhaus-Ware durch. Auch

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im Bereich der Beerenfrüchte sind wir seit anderthalb Jahren bemüht den Handel mit regionalen Gewächshaus-Himbeeren zu bedienen. Die erste Vermarktungssaison 2019 ist hervorragend gelaufen, jetzt müssen wir hinsichtlich der aktuellen Umstände mal schauen, ob wir die Ware auch in diesem Jahr entsprechend vermarkten können. Geerntet wird ab Ende April bis spätestens Anfang Juli. Die Frage wird auch sein in welchem Ausmaß noch Ware aus Spanien und Italien auf den deutschen Markt stoßen wird.“ NACHHALTIGKEIT UND REGIONALITÄT Die Eigenmarke Albert und Gundel hat im Laufe der Jahre einen gewissen Wiedererkennungswert beim Verbraucher erreichen können. Fuchs: „Wir stellen fest, dass unsere Marke in der Region bzw. bayernweit einen hohen Bekanntheitsgrad erzielt hat. Das betrifft ja nicht nur den LEH, sondern auch den Großmarkt München, wo die Marke exklusiv von unserem Kooperationspartner Franz Schmitt gehandelt wird.“

Auch die Verpackungsthematik – in der „Vor-Corona-Zeit“ ein heikles Thema innerhalb der deutschen Lebensmittelbranche – wird bei der Gartenbauzentrale Main-Donau eG sehr ernst genommen. „Vor allem in den letzten zwei Jahren haben wir mehrere Verpackungsalternativen – etwa Anhänger oder lose Ware – vorstellen können. Wir haben unseren PlastikAnteil um schätzungsweise 10-15 Prozent reduzieren können. Das müssen wir ja auch, denn der Druck von außen, sprich vom Handel, ist ganz klar vorhanden. Schließlich habe ich auch den Eindruck, dass der bayerische Verbraucher sensibler ist für nachhaltige Verpackungen, umso mehr wenn die Ware auch noch aus der Region stammt. Nachhaltigkeit und Regionalität geht meistens Hand in Hand, das sieht man auch in anderen Bereichen des Lebensmittelsektors“, heißt es abschließend. (HH)  kai.fuchs@gbz-main-donau.d


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Kummer und Sorgen? Bei Paprika nicht, bei Gurken schon! Die holländische und belgische Gewächshausgemüsesaison hat gerade begonnen, und jetzt werden auch die größeren Produktionen in Gang kommen. Der Ausbruch der Coronakrise scheint beim Gewächshausgemüse nicht nur für Kummer zu sorgen, obwohl das bei Gurken schon der Fall ist. Die Paprikapreise sind dagegen sehr hoch. In dieser Sonderausgabe beschäftigen sich einige niederländische und belgische Exporteure mit den Aussichten für die Saison.

Wouter Willems (ZON):

„Guter Absatz an Einzelhandel und deutsche Großhandelsmärkte“ „Der Corona-Ausbruch zu Beginn der holländischen Saison beschäftigte die Gemüter. Wir sahen schon auf der Messe in Berlin, dass die Besucher aus Asien und Skandinavien sich massiv weigerten. Letztlich hat doch jeder seiner Absprachen gemacht und die Stimmung war wie gewohnt positiv, bis Corona in Windeseile auch in Europa eingefallen war“, erinnert sich der Vertriebsleiter Wouter Willems von ZON. „Plötzlich mussten alle Hände an Deck. Auch hier bei ZON haben wir intern zu einem frühen Zeitpunkt geschaltet, indem wir Maßnahmen trafen und viele Menschen zuhause arbeiten ließen. Im Nachhinein sind wir froh, rechtzeitig Vorbereitungen getroffen zu haben.“ hatte den EHEC-Ausbruch von 2011 Jeder noch im Hinterkopf und war skeptisch,

was den Absatz betrifft, aber eigentlich passierte das Gegenteil. Der in den Niederlanden gehandhabte intelligente Lockdown sorgte für einen Schub beim Absatz der Supermarktartikel, wobei der Preis bei einer Reihe von Produkten enorm hoch ging. Allerdings sahen wir bei einigen echten Gastronomieprodukten wie etwa speziellen Salatssorten und gelben Zucchini einen gegensätzlichen Effekt“, sagt Wouter. „Mittlerweile sind wir ein paar Wochen weiter und die Voraussagen für die holländische Gewächshaussaison sind keineswegs negativ. Spanien ist schnell vom Markt und der Einzelhandelsverkauf läuft gut weiter, aber auch die Nachfrage unserer Kunden bei den deutschen Großhandelsmärkten bleibt ansehnlich. Jeden Morgen stehen die Lastwagen aus Dortmund, Duisburg, Essen, Köln und all den anderen deutschen Städten wieder bereit, um hier bei den Exporteuren und auch bei ZON ihre Ware zu laden. Wenn man das mit der EHEC-Krise vergleicht, so ist das doch ein Unterschied, denn damals gab es keine Lastwagen weit und breit mehr!“ 26

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„Wir bekommen zwar wieder ausreichend Produkt, die Voraussichten sind nicht ungünstig. Im vergangenen Jahr hatten wir extreme Höhen und Tiefen bei der Belieferung, aber in diesem Jahr erwarte ich doch eine gleichmäßigere Produktion.“ Die Unterschiede sind je nach Produktgruppe groß. „So gibt es bei Tomaten, vor allem bei speziellen Sorten, durchaus noch etwas Konkurrenz durch marokkanisches Produkt. Andererseits gehen Paprikas aufgrund sehr hoher Preise flott weg.“ „Es ist unsere Aufgabe, die Regeln zu beachten und weiterhin alles gut zu organisieren, von der Entgegennahme der Produkte bis hin zum Transport zum Kunden. Die Gesundheit steht immer im Vordergrund. Glücklicherweise wurde dem Güterverkehr von Obst und Gemüse keine Grenzbeschränkungen auferlegt, so dass wir die Kunden weiterhin gut beliefern können. Wir versuchen, das Beste daraus zu machen und bleiben positiv. Dann kommen wir auch durch diese Zeit hindurch“, so Wouter.

Die Gewächshausfläche bei ZON ist in diesem Jahr fast gleich gegenüber dem Vorjahr. „Dabei zeigt sich, dass der Kuchen derzeit

Wouter Willems

ziemlich gerecht verteilt ist. Eine Reihe von Auberginen- und Gurkenerzeugern lässt ihr Produkt in dieser Saison bei uns vor der Uhr versteigern. Des Weiteren haben wir eine kleine Zunahme bei Gewächshauserdbeeren. Wir erwarten eine Zunahme der Fläche, aber nicht um jeden Preis. Uns gefällt die Weise, wie wir heute den Markt bedienen. Der eine bevorzugt in erster Linie die Versteigerung, wie man es bei den Paprikas oft sieht, während viele Tomaten in Programmen unterkommen. Jeder Erzeuger entscheidet sich so für seine eigene Absatzstrategie.“ (IH)  wouter.willems@royalzon.com


Johan Vrijland (JNV Produce):

„Zusätzliche Nachfrage nach Mischpaprikas aus hygienischen Gründen“ Die himmelhohen Preise bei Paprika gelten nicht für das übrige Gewächshausgemüse. „Runde Tomaten hängen auf einem Preisniveau um die 5 bis 6 Euro pro Kiste, und das könnte durchaus etwas höher sein. Es gibt viel zu viele Gurken, und Preise von 1 bis 1,50 Euro pro Kiste sind bei Gurken keine Ausnahme“, so Johan.

Bei JNV Produce, wo man sich komplett auf den GewächshausgemüseExport nach Großbritannien konzentriert, hat die holländische Saison vor allem für Paprikas mit guten Preisen begonnen. „Insbesondere beim Großhandel herrscht große Nachfrage. In Kombination mit dem spanischen Angebot, das zwei bis drei Wochen vorher endet, und der Delle bei holländischen Paprikas ergibt dies derzeit extrem hohe Preise“, sagt Johan Vrijland Mitte April..

„R

ote Paprikas werden jetzt zu einem Preis von etwa 1,40 bis 1,50 Euro pro Kilo, die Grünen für 1,30 bis 1,40 Euro und die Gelben und Orangefarbenen zu einem Preis von 1,80 Euro verkauft“, rechnet Johann vor. Dennoch fällt seine Saisonerwartung sehr reserviert aus. „Die guten Preise jetzt sind schön, aber sagen noch nichts über die weitere Saison, wenn die großen Volumina hereinbrechen.“

„Diese Coronakrise macht den Markt wirklich unvorhersehbar. Wenn die Situation so bleibt, droht ein großer Ausfall der Nachfrage. Die Großmärkte machen zwar gut mit, aber die Großhandelsmärkte sind fast dicht, und auch das Catering sitzt auf nur 10 Prozent des normalen Umsatzes. Dann bekommen wir Preisentwicklungen im Rahmen einer Situation, die wir bislang noch nicht hatten“, fährt der Exporteur fort.

Er hat auch eine emotionale Erklärung für die gute Nachfrage nach Paprikas. „Die Menschen sind in diesen Tagen sehr eingeengt, sie sind auf der Suche nach etwas sonnigeren Seiten. Dreifarbige Paprika sorgt für Farbe auf der Anrichte und in der Pfanne. Während dieser Coronakrise sehe ich sowieso eine große Nachfrage nach verpackten Produkten, aus hygienischen Gesichtspunkten. Die Mischpaprika wird ja auch einfach mitgenommen. Aber bei verpackten Gurken sehe ich diese Nachfrage noch nicht aufkommen.“ Als Folge der Corona-Maßnahmen ist die gesamte Brexit-Problematik in den Hintergrund geraten. „Barnier und Johnson sind oder waren beide infiziert, die Verhandlungen liegen brach und haben logischerweise keine Priorität. Das Datum steht aber immer noch im Raum, ich erwarte also, dass das verschärft wiederkommt, wenngleich ich mich frage, wie man hier in so kurzer Zeit etwas erreichen will“, sagt Johan abschließend. (IH)  Johan@jnvproduce.nl

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„Ostertage vorbei, jetzt kommen die Ostertränen“ Kurz nach Ostern blickt Philip van Geest auf die Nachfrage nach Gewächshausgemüse im Vorfeld der Festtage zurück. „Wenn man von den an Gastronomie, Catering und Schulen gekoppelten Betrieben absieht, lässt sich die Nachfrage als gut bezeichnen. Die Preise waren prima auf ganzer Linie, bei Rispentomaten um die 7/7,50 Euro pro Kiste und bei Auberginen um die 5/6,50 Euro. Im vergangenen Jahr wurde nur die Hälfte solcher Preise erreicht!“

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aprikas waren sogar richtig teuer. Aufgrund der guten Nachfrage und der etwas mäßigen Produktion gingen rote Paprikas für 16/17,50 Euro pro Kiste weg, Gelb toppte bei 23 Euro und Grün lag bei 6,50/7,50 Euro. Die orangefarbenen Paprikas waren billiger mit Preisen bis 25 Euro pro Kiste“, fährt der Exporteur fort. „Auch die losen Tomaten schlugen sich redlich bei einem Preisniveau von etwa 6 Euro pro Kiste. Der Preis von Kirschtomaten lässt sich mit 5,50/6,50 Euro (9 x 250 Gramm) auch als sehr gut bezeichnen, ebenso wie die Fleischtomaten mit einem Preis von etwa 8,50/10 Euro pro 7 Kilo.” „Gurken nahmen, fast traditionell, im Anschluss an eine Erholung der Preise direkt nach dem

Philip van Geest

Corona-Beginn, inzwischen einen kleinen Vorschuss auf die geringeren Preise vor Ostern. Sie liegen bei einem Preisniveau von etwa 2,50 Euro für die kleineren Sor-

tierungen und 3/3,75 Euro für die größeren Gurken, wobei die ersten Preise nach Ostern noch weiter absackten“, so Philip.

Wie so oft stiegen die Tagespreise vor den Feiertagen aufgrund von Aktionen und Verträgen mit den Großmärkten. Wenn in der Zeit vor den Feiertagen ‘Vorrat der beste Rat’ ist, so muss sich der Handel am ‘leer laufen’ orientieren, um „Ostertränen“ zu vermeiden. „Noch geht das alles, und das ist natürlich prima für die Erzeuger und für den Handel, aber sobald die Produktion zunimmt, werden die meisten Produkte wohl doch die eine oder andere Feder lassen müssen“, erwartet Philip. „Letztlich werden die abgenommenen Volumina für die Großmärkte nicht so groß bleiben wie in der Zeit vor den Feiertagen, und mit den Hamsterkäufen ist es jetzt auch erst einmal vorbei. Wir hoffen daher auch auf ein nachösterliches Lächeln“, sagt der Exporteur abschließend. (IH) 

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AGF Primeur • Gewächshausgemüse • 2020

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Jan van der Kaden (StC International):

„Gute Absätze im Einzelhandel, aber beim Tageshandel ist es ziemlich mau“ Bei StC International geht die marokkanische Tomatensaison ihrem Ende entgegen. „Wir blicken zurück auf eine gute Saison. Preistechnisch war es etwas besser als im vergangenen Jahr, und qualitativ haben wir auch eine tolle Saison gehabt“, sagt Jan van den Kaden von StC International. „Die Nachfrage nach marokkanischen losen Tomaten ist bis zur 15. Woche gut verlaufen. Die Haltbarkeit verringerte sich schon ab der 13. Woche, deshalb haben wir mit der Verladung auch aufgehört. In der 17. Woche bekamen wir noch die letzten Pflaumentomaten aus Marokko herein und sind danach vollständig auf holländisches Gewächshausgemüse umgestiegen.“

„F

ür das kommende Jahr erwarten wir erneut ein Wachstum im kleinen Segment der Kirschpflaumentomaten und der Kirschrispentomaten“, sagt Jan, der sich im Laufe der Jahre zu einem echten Marokko-Spezialisten entwickelt hat. „Viele holländische Unternehmen haben keine Lust, das Rad in Marokko neu zu erfinden und treten an uns heran bezüglich Anbau, Abfertigung, Verpackung und Lieferung. Wir koppeln Erzeuger und Kunden direkt aneinander und beziehen die Erzeuger beim Verkaufsprozess mit ein. Die kurze Kette und unsere Transparenz sind unsere Stärke.“ Die Aussichten für die holländische Saison sind Jan zufolge durchaus mit Fragezeichen versehen. „Der Verkauf in Richtung Supermärkte verläuft bislang noch gut, aber der Tageshandel will noch nicht so recht. Bis jetzt ist der Verkauf der Rispen- und runden Tomaten gut verlaufen und die Paprikapreise waren sogar ziemlich hoch, aber ich wüsste gerne, was nach der 18. Woche passiert, denn dann wird die Produktion von Paprikas und Tomaten deutlich zunehmen“, sagt Jan.

„Der Gurkenmarkt war gerade ziemlich schlecht und liegt noch immer auf niedrigen Niveau. Eine Belebung sehe ich auch noch nicht, zumal die Nachfrage des Tageshandels gering ist und viele osteuropäische Länder schon lokalen Anbau haben. Die große Frage hierbei ist auch, welche Corona-Maßnahmen folgen werden. Hoffentlich bekommen wir kein Hobbyanbau-Szenario. Solange viele Restaurants und Läden in Nord- und Osteuropa geschlossen sind, sehe ich eigentlich keine Steigerung des Tageshandels. Und solange das nicht passiert, werden die Einzelhändler es zu nutzen wissen“, erwartet Jan. „Die derzeitigen Preise sind teilweise auch durch Veränderungen bei der Fläche zu erklären. So sind mehr Gurken hinzugekommen als Folge des ToBRFV-Virus bei Tomaten. Dies sorgt für Preisdruck bei Gurken und für eine relativ starke Preisbildung bei Tomaten. Die Paprika-Fläche hat allenfalls leicht zugenommen. Ich erwarte aber, dass die Preise etwas unter Druck geraten werden, wenn sich die Volumina ab Woche 18 verdoppeln“, sagt Jan.

Jan van der Kaden

StC arbeitet während der holländischen Saison möglichst viel mit den bestehenden niederländischen Kooperativen zusammen. „Die wissen, welche Endkunden wir bedienen, uns der Kunde weiß, wo unsere Produkte herkommen. Die kurzen Ketten und unsere Transparenz sind unsere Stärke. Außerdem arbeiten wir fest mit einzelnen Erzeugern zusammen, haben die Erzeugerakquise aber nicht mehr so im Blick. Wenn ein Erzeuger unter Einhaltung unseres Konzepts die Zusammenarbeit sucht, und die Zusammenarbeit mit unseren jetzigen Partnern nicht in Frage gestellt wird, sind wir dafür sicher offen.“ (IH)  jan@stcint.eu

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Sonderausgabe

Gewächshausgemüse

Barry Michiels (Gebr. Michiels):

„Die Gurke muss die Coronakrise ausbaden“ Nach einer Woche mit einer enorm hohen Nachfrage nach Gewächshausgemüse ist die Nachfrage nach dem Osterwochenende eingebrochen. „Wir liefern an Großhandelsmärkte in Deutschland, und die liefern Großteils an die Gastronomie, so dass wir die Folgen der Corona-Maßnahmen deutlich spüren“, sagt Barry Michiels von Gebroeders Michiels. „Was den Osterverkauf betrifft, können wir sehr zufrieden sein. Es gab sogar mehr Nachfrage als Angebot. Tomaten, Paprikas und Salatsorten gingen raus wie nichts, sowohl in den kleinen Nachbarschaftsläden als auch auf den Märkten wurde sehr viel verkauft.“

„S

eit dem Ausbruch des Coronavirus sind die Preise für Gurken enttäuschend niedrig. Die Preise liegen zwischen 10 und 20 Cent pro Stück. Aufgrund der niedrigen Preise verschenkt der Erzeuger das Produkt eigentlich und der Händler sieht auch keine Marge, weil allerhand Kosten hinzukommen wie Transportkosten und die Miete der Kisten. Gurken sind ein Produkt, das in der Gastronomie viel verwendet wird, wodurch das Angebot jetzt etwas größer ist als der Verbrauch. Wir können durchaus sagen, dass die Gurke die Coronakrise ausbaden muss“, sagt Barry. Die Situation bei Paprikas ist eine ganz andere. „Aufgrund

des niedrigen Angebots waren die Preise um Ostern herum für gelbe und rote Paprikas jahreszeitlich enorm hoch“, behauptet Michiels. „Bei Grün lief es nicht so gut, aber das überrascht nicht. Nach grüner Paprika gibt es immer weniger Nachfrage. Aufgrund des sonnigen Wetters während der Ostertage haben die Volumina zugenommen, wodurch die Preise fielen. Vor und um Ostern waren die Paprikas zu teuer, vor allem verglichen mit den Niederlanden. In den Niederlanden lagen die Preise um 80 Cent bis 1 Euro unter denen in Belgien.“ „In der Woche nach Ostern ist der Tomatenpreis um 50 Cent pro Kilo zurückgegangen. Das schöne Wetter stimulierte die

Barry Michiels

Produktion, so dass mehr Volumina verfügbar war. Der Preisrückgang hat nicht zu dramatisch niedrigen Preisen geführt. Man kann eigentlich schon sagen, dass sich die Preise normalisiert haben. Die Preise vor Ostern waren sehr hoch aufgrund des geringen Angebots und der hohen Nachfrage. Dies galt sowohl für lose als auch für Rispentomaten und für Specialties“, so der Exporteur. Der Zucchinimarkt ist Michiels zufolge schon seit Saisonbeginn ziemlich normal. „Für gelbe Zucchini wird etwas zu wenig gezahlt, aber das ist ja auch ein Gastronomieprodukt. Auch

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die Situation bei Auberginen ist ziemlich normal. Die Preise haben sich seit den Ostertagen halbiert und liegen wieder auf einem normalen Preisniveau. Bislang können wir sagen, dass es eine ziemlich schwierige Saison ist. Aufgrund der Coronakrise gibt es viel Unsicherheit. Zu Beginn der Saison gab es zu wenig Produkt, weil wir zu wenig hatten, und jetzt sind wir in der Coronakrise. Es scheint, als ob wir ein außergewöhnliches Jahr bekommen werden.“ (SR)  barry@gebroedersmichiels.be

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Guy De Meyer (Demargro):

„Hoher Paprikapreis schreckt Kunden ab“ „Vor Ostern haben wir relativ gut verkaufen können. Bestimmte Kunden nahmen eine ansehnliche Menge Produkt ab, aber die Gastronomielieferanten nehmen natürlich viel weniger. Im allgemeinen können wir über den Osterverkauf nicht klagen“, sagt Guy De Meyer von Demargro. „Wir stecken derzeit noch am Anfang der Gewächshausgemüse-Saison, wobei die Gefahr eines zu großen Angebots besteht, welches die Preise beeinflussen wird. Wir hoffen auf eine Lockerung der Maßnahmen, damit Restaurants, Bars und Hotellerie wieder öffnen können und der Verbrauch dann zunimmt.“

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benso wie vor Ostern sind die Preise für Gurken auch in der Woche danach sehr niedrig. Am Mittwoch, den 15. April wurden 6 Cent für eine Gurke bezahlt. Die Ursache dieser niedrigen Preise ist das Überangebot, wodurch die Preise zu Boden gingen. Daran kann in dieser Situation niemand etwas verdienen. Vielleicht, wenn ein paar Einzelhändler eine große Werbeaktion durchführen, aber so wie es jetzt aussieht, wird es eine schwierige Gurkensaison“, so Guy. Rispen- und lose Tomaten erzielten seit dem Start der Gewächshaussaison einen guten Preis“, sagt De Meyer. „Die Specialties-Preise enttäuschen etwas wegen des Wegfalls der Gastronomie. Die Preise für Rispentomaten lagen am Mittwoch, den 15. April zwischen €0,80 und €1,00 pro Kilo, je nach Sorte, aber aufgrund des zunehmenden Angebots werden die Preise erwartungsgemäß fallen. Man hofft weiter auf gutes Wetter, was den Tomatenverbrauch stimuliert.“ Wegen des geringen Angebots vor und auch nach den Ostertagen wurden Paprikas zu sehr hohen Preisen verkauft. „Am Mittwoch, den 15. April lagen die Preise für rote Paprikas bei €3,50 pro Kilo und gelbe

Paprikas lagen bei über €4,- pro Kilo. Die Kunden sind wegen der hohen Preise etwas vorsichtiger mit dem Kaufen, jeder hat Angst, dass die Preise plötzlich fallen. Solche hohen Preise sind doch abschreckend“, konstatiert der Exporteur. „Zucchinis kommen in den Wochen um Ostern allmählich auf den belgischen Markt, und die Situation während des Beginns der Saison war für die Jahreszeit normal. Die Auberginensaison hat mit sehr schönen Preisen begonnen, die jedoch in der Woche nach den Feiertagen fielen. Aufgrund der Maßnahmen ändert sich das Essverhalten der Menschen, weil sie drinnen bleiben müssen. Wir hoffen auf eine schöne Grillsaison, damit in diesem Sommer viel Gewächshausgemüse gegessen wird“, sagt Guy abschließend. (SR)  Guy.de.meyer@demargro.be

Guy De Meyer

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Tomaten der Zukunft: Mit entdecken, probieren und riechen!


Syngentas Tomatensortiment: Diversität ist der Schlüssel

Tomato Vision, das funkelnagelneue Tomaten-Demogewächshaus von Syngenta, öffnet in Kürze seine Türen. Dieser Standort spielt als R&D- und Marketingcenter eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung neuer Tomatensorten. Das moderne Gewächshaus und der großzügige Empfangsraum strahlen den von Syngenta hierbei verfolgten Ehrgeiz aus: Verbessern, inspirieren und verbinden. Tomato Vision lässt sich leicht erreichen, es liegt an der Coldenhovelaan in Maasland. Verbessern Als Züchter ist Syngenta ein wichtiger Spieler in diversen Tomatensegmenten und führt jedes Jahr viele neue Sorten ein. Das Unternehmen hat Zugang zu einer enormen Breite an genetischem Material weltweit und verwendet die modernsten Technologien, bedient sich aber auch traditioneller Kreuzungsmethoden. Wir bringen Sorten auf den Markt, die ein breites Resistenzpaket besitzen, zusätzlich legen wir auch sehr viel Wert auf Geschmack, Leistung, Qualität und Diversifikation. Unser Portfolio ist sehr groß und beinhaltet eine Tomate für jeden Geschmack und jede Vorliebe. Eine stetige Verbesserung ist entscheidend für Erfolg und Weiterentwicklungen, sowohl bei den Erzeugern als auch bei den Händlern und Einzelhändlern. Mit Tomato Vision wollen wir Innovationen schneller einführen, um in einem sich ständig verändernden Markt die besten Lösungen für die gesamte Nahrungsmittelkette zu finden.

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Wir wissen, dass sich heutige Verbraucher für eine abwechslungsreiche, gesunde und vor allem schmackhafte Ernährung interessieren. Dabei möchten sie inspiriert werden, damit täglich ausreichend Obst und Gemüse auf ihrem Speiseplan steht. Unsere Mission besteht darin, diese Innovationen zu fördern und dabei ein wichtiger Partner für die Erzeuger, den Handel und Einzelhandel zu sein. Rot, orange, gelb, braun, schwarz: die Tomatensorten von Syngenta gibt es in einer ganzen Farbpalette und in einer großen Variation von Formen und Geschmacksrichtungen. Eines kennzeichnet sie alle: Unsere Sorten stechen qualitativ und geschmacklich hervor.

Inspirieren Bei Tomato Vision geht es um Inspiration: vom Sortenkonzept bis hin zum Teller. Verpackungen und Konzepte bilden einen Teil dieser großartigen Geschichte. Denken Sie an den kürzlichen Erfolg der YOOM®-Tomate, deren Farbe, Geschmack und Einzigarkeit beim Verbraucher ankommt.

Verbinden Tomato Vision soll ein wichtiger Ort der Begegnung werden, wo alle Partner der Nahrungsmittelkette zusammenkommen. Auswahl, langjährige Versuche und

Markteinführung von Tomatensorten sind ein langer und komplexer Prozess, bei dem es auf die Zusammenarbeit vieler unterschiedlicher Mitspieler ankommt. Mit Hilfe dieser Plattform für Kontakte und Interaktion von Züchtern, Produktmanagern, Anbauern, Händlern und sogar Verbrauchern können wir Wissen effizienter nutzen und teilen. Gerne begrüßen wir Sie in unserem neuen Tomaten-Demogewächshaus zum Austausch von Ideen, zum Mitdenken und zum weiteren gemeinsamen Wachsen.

Wir sind bekannt für Innovationen, die die Tomatenlandschaft in den vergangenen Jahren neu definiert haben. Hierbei denken wir an Produkte wie Kumato®, Cœur de Bœuf, Snacktomaten und die kürzlich eingeführte, auffallend schwarze YOOM®. Außerdem haben wir eine starke Marktposition mit unseren Fleischtomaten, feineren Fleischtomaten sowie Pflaumentomaten und derzeit bereiten wir uns auf erfolgreiche Einführungen bei Strauch-, Cocktail- sowie Cherrytomaten vor. Es ist also

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Sonderausgabe

Gewächshausgemüse

Benedikt Mangold, BayWa Group:

„Gewächshäuser sind ein interessanter und vielversprechender Teil unserer Strategie“ „Das Jahr 2019 war zufriedenstellend“, sagt Benedikt Mangold, Head of Global Produce bei der BayWa AG. Mangold ist bereits seit 2011 im Konzern tätig und leitet die Division für frisches Obst und Gemüse seit August 2019. Zur Unternehmensgruppe gehört seit 8 Jahren auch T&G Global – ein Marktführer in der neuseeländischen Fruchtbranche. Am 26. März wurde bekanntgegeben, dass die BayWa AG das Jahr 2019 mit einer Steigerung der Einnahmen von 9,3% auf 188,4 Millionen Euro (2018: €172,4 Millionen) vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbuchen konnte. Mit dem höchsten Umsatz der Unternehmensgeschichte, von 17,1 Milliarden Euro (2018: €16,6 Milliarden Euro), stiegen die Erlöse um 3,8%. Das nationale und internationale Fruchtgeschäft hat sich im letzten Jahr gut ent34

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wickelt. Mangold fügt hinzu, dass das deutsche Obstgeschäft jedoch aufgrund der Rekordernte im Herbst 2018 nach einem vorhergehenden Jahr fast ohne Ernte vor große Herausforderungen gestellt wurde. „Die abgeschlossene Vermarktungsperiode 2018/19 war schwierig, aktuell befinden wir uns wieder in einer weitgehend normalen Saison.“ Er berichtete zudem über die gute Performance der Tochterunternehmen T&G Global Ltd. und TFC Holland B.V.

ZUKÜNFTIGE STRATEGIE Als erfolgreiches neues Projekt führt Mangold den Gewächshausanbau in den Vereinigten Arabischen Emiraten an. Das Projekt wurde 2018 mit dem Partner Al Dahra in die Wege geleitet, und zielt auf die Produktion von Tomaten für den lokalen Markt in den VAE ab, um den Selbstversorgungsgrad dieses Landes zu verbessern, das 89% der benötigten Tomaten importiert. „Wir haben bewiesen, dass es möglich ist, Tomaten ganzjährig in der Wüste anzubauen. Es ist toll zu sehen, wie viel Fortschritt wir mit diesem Projekt gemacht haben. Leider haben Sturzfluten Anfang des Jahres die Gewächshäuser zerstört, wodurch wir derzeit nicht produzieren können. Wir arbeiten aber bereits am Wiederaufbau.“ Obwohl nun erst mal kein neues Projekt auf


der Agenda steht, sind Gewächshäuser eine sehr vielversprechendes Themenfeld für BayWa. Dabei geht es nicht nur darum, eine ganzjährig stabile Produktion zu ermöglichen, sondern auch lokale Liefer- und Wertschöpfungsketten stärken. „Die aktuelle Krise zeigt uns deutlich, dass es unabdinglich ist die Lebensmittelversorgung aus lokalen Quellen zu gewährleisten, da sowohl die nationale als auch internationale Logistik kurzfristig gestört werden kann“, sagt Mangold. „Diese Krise ist eine Chance für uns wichtige Erfahrungen zu sammeln und unsere strategische Orientierung zu verbessern, um unser gesamtes Unternehmen noch widerstandfähiger zu machen.“ Er führt weiter aus: „Der Klimawandel und der Wunsch nach Selbstversorgung an vielen Orten der Welt wird dazu führen, dass in der Zukunft mehr und mehr Produkte in klimatisierten Gewächshäusern angebaut werden.“ WACHSENDE GEWÄCHSHAUSPRODUKTION Umwelteinflüsse sind ein weiterer Aspekt, der die Gewächshausproduktion weiter antreiben könnte. „Dies könnte eine Lösung sein, um Lebensmittel nah an urbanen Zentren und damit nah am Konsumenten zu

weiteren Entwicklung dieses Sektors sein wird. „Die Nutzung von Solar- oder Windkraft schließt die Lücke im System. Ich sehe hier ein riesiges Potenzial.“ Eine entsprechende Nachfrage sei beispielsweise nun auch aus Ländern wie Australien oder Russland zu verzeichnen.

BayWa glaubt an den Unterglasanbau als Verstärkung der lokalen Liefer- und Wertschöpfungskette. Bild: BayWa

produzieren, - ohne die Notwendigkeit von Luft- oder Schiffstransporten.“ Mangold erwartet, dass die Kombination mit erneuerbaren Energien – das Renewable Energy Business ist ein wichtiger Teil der BayWa Unternehmensgruppe – der Schlüssel zur

NACHHALTIGE WERTSCHÖPFUNGSKETTE Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle in der Frischesparte der BayWa und für Benedikt Mangold eine Schlüsselrolle in der Industrie. Die BayWa hat eine konzernweite Strategie für Nachhaltigkeit und Klimaschutz entwickelt und verabschiedet .Unter diesen Zielen ist unter anderem eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von 22% bis 2025 (im Vergleich zu 2017) und die konzernweite Klimaneutralität bis 2030. Benedikt Mangold berichtet, dass das deutsche Obstgeschäft bereits vollständig klimaneutral arbeitet. Die niederländische Tochterfirma TFC Holland soll in diesem Jahr folgen. Eine weitere Initiative ist der Fokus auf Biogas. „In Neuseeland werden wir eine Biogasanlage installieren um organisches Material aus unseren Gewächshäusern und Lebensmittelabfälle der Region in Energie, Kohlenstoffdioxid und Nährstoffe,

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Gewächshausgemüse

BayWa setzt auf den Tomatenanbau im Gewächshaus in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Bild: BayWa

die ins Gewächshaus zurückgeführt werden können, umzuwandeln.“ Die Maßnahmen beschränken sich jedoch nicht auf die Reduktion der Treibhausgasemissionen: „Im nächsten Schritt schauen wir uns die Lieferketten genau an. Und hier wird es besonders interessant, aber auch komplex, da viele Entscheidungen erforderlich sind, um den richtigen Weg für die Zukunft einzuschlagen.“ BEDEUTUNG FÜR DEN EINZELHANDEL Um auch nach vorne gerichtet ein bedeutender Partner des deutschen Einzelhandels zu bleiben, konzentriert sich TFC Holland auf die Stärkung seiner etablierten Produktkategorien Avocados und Mangos. „Mit unserem Importgeschäft versuchen wir uns noch weiter vertikal zu integrieren. Wir sprechen hier vom Zugriff auf die landwirtschaftliche Primärproduktion auf smarte Art und Weise. Unser Ziel ist es, Kooperationen mit Partnern einzugehen, die Erfahrung im Anbau mit diesen Produkten in verschiedenen Regionen der Welt haben.“ Die vertikale Integration sei ein wesentlicher Aspekt, um eine Kontinuität bei Bedienung des Einzelhandels sicherzustellen. „Um relevant zu bleiben müssen wir diesen Schritt gehen. Wir wollen nicht nur ein Dienstleister sein – unser Anspruch geht darüber hinaus. Wir wollen Topqualität und Markenprodukte liefern, und nicht einfach nur Früchte handeln.“ Das ist, laut Mangold, der Weg der Zukunft, wenn man nicht vom Einzelhandel übergangen werden möchte. An erster Stelle seiner Agenda steht die Implementierung einer übergreifenden Strategie für BayWa Global Produce, besonders in Bezug auf den deutschen Markt. Als Beispiel nennt er die Äpfel aus 36

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verschiedenen Herkünften, die die Gruppe auf dem deutschen Markt verkauft – darunter deutsche Äpfel, aber auch Überseeware von T&G oder Exoten von TFC – die aber derzeit noch keine gebündelte Sales-Strategie haben. Mangold sieht eine gemeinsame Ausrichtung und Kommunikation als wesentlich, um die BayWa für den Einzelhandel noch attraktiver zu machen und die Position ihrer angeschlossenen Erzeuger zu stärken. „Es ist die Aufgabe von uns allen, die in der Frischebranche tätig sind, in Initiativen und Kampagnen zu investieren, um zu zeigen, dass wir für den Handel verlässliche Partner in der Belieferung mit hochwertigen und sicheren Produkten sind, und dass diese Produkte einen gewissen Preis haben. Gerade in der aktuellen Coronakrise, in der die Nachfrage nach Äpfeln über Wochen hinweg rapide anstieg und große Herausforderungen an die Packhäuser und Logistiker stellte, konnte die BayWa ihre starke Position durch eine kontinuierliche Lieferfähigkeit zur Deckung der hohen Nachfrage des deutschen Einzelhandels deutlich unter Beweis stellen. GLOBALE KATEGORIE: HEIDELBEEREN Heidelbeeren wurden bei der BayWa als Wachstumskategorie identifiziert, weshalb das Unternehmen seine Aktivitäten in diesem Bereich weiter ausbauen wird. Das BayWa Tochterunternehmen T&G Global hat auf der Fruit Logistica Anfang des Jahres den Launch eines exklusiven Anbauund Vermarktungsprogramms in Zusammenarbeit mit dem neuseeländischen Plant & Food Research Institute bekannt gegeben. Gleichzeitig weitet T&G auch die Kooperation mit CarSol Export (Chile), einem der führenden Beerenproduzenten,

in Form eines Joint Ventures aus. Das primäre Ziel ist es, ganzjährig frische Heidelbeeren auf dem asiatischen Markt anzubieten. „Dies ist ein großartiger Schritt, um diese Kategorie erfolgreich weiterzuentwickeln. Damit haben wir exklusive Vermarktungsrechte für vielversprechende Heidelbeersorten aus den Züchtungen von Plant & Food Research und bringen somit zwei wesentliche Bereiche für eine erfolgreiche Weiterentwicklung dieses Produktbereichs zusammen. Benedikt Mangold sieht hierbei das T&G Vertriebsnetzwerk als Schlüsselfaktor für den Erfolg dieser Expansion bei den Heidelbeeren. T&G ist in allen wichtigen Anbauregionen der Welt vertreten und hat zudem Niederlassungen in verschiedenen wachsenden Märkten in Asien, darunter Bangkok, Tokio und Shanghai. Die weitere Expansion soll beispielsweise durch die Einrichtung zusätzlicher Niederlassungen in Asien erfolgen, wo Mangold die bedeutendsten Wachstumsmärkte sieht. „Damit haben wir eine gute Position, um unsere Heidelbeeren zusammen mit unseren erfolgreichen Apfelmarken JazzTM und EnvyTM zu vermarkten.“ Auch sei es das Ziel, diesen Erfolg auf andere Produktkategorien zu übertragen. Auch bei Trauben sieht das Unternehmen ein enormes Potenzial und arbeitet derzeit am Rollout seiner hierfür erarbeiteten Strategie, die neben dem Branding auch die Entwicklung nachhaltiger Verpackungen beinhaltet. (MW)  prcc@baywa.de


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Polnischer Gewächshausgemüse-Markt: Relativ unbekannt, aber Wachstum mit Potenzial

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Im Herbst sind die 57 Hektar Gewächshausfläche von Citronex komplett belichtet

Es ist hinlänglich bekannt, dass Polen ein wichtiger Spieler auf dem Markt für Gewächshausgemüse ist. Das verwundert auch nicht bei einem Land mit fast 38 Millionen Einwohnern. Dennoch scheinen nur wenige Marktteilnehmer wirklich zu wissen, wie es um Tomaten und Paprikas in Polen steht. Viel mehr als ‘rosa Tomaten’ und ‘Da geht ziemlich viel hin’ ist in den Niederlanden und Belgien meist nicht zu hören. Das ist erstaunlich, denn in einem so großen Land sollte doch wohl Potenzial stecken? >> AGF Primeur • 2020

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Sonderausgabe

Gewächshausgemüse zu den Niederlanden übernehmen.

Letzteres, nämlich Hightech-Anbau wie in den Niederlanden und Belgien, gelingt Citronex, dem größten polnischen Tomatenproduzenten mit einer modernen Ein Blick auf den größten Tomatenanbaubetrieb Polens Fläche von derzeit 57 Hektar. Das a, das sollte man in der Tat denken, sag- Unternehmen produziert auf 51 der vorten sich die entsprechenden Obst- und handenen 57 Hektar ganzjährig mit BelichGemüsehändler, als ihnen während der tung, ab Herbst 2020 ist das für die gesamte Fruit Logistica in Berlin diese Frage gestellt Fläche vorgesehen. Wenn alles nach Plan wurde. Aber nur wenige hatten wirklich verläuft, wird dann übrigens auch die FläAhnung vom polnischen Markt (oder sie che noch einmal weiter wachsen sein, denn wollten es möglicherweise die niederlän- der Anbaubetrieb hat ein Grundstück in der dische und belgische Exportkonkurrenz Nähe von Warschau angekauft, wo ein altes nicht wissen lassen). Aber was ist schon Gewächshaus demontiert wurde, um an ‘allgemein’ bekannt? Mit Sicherheit, dass seiner Stelle ein neues Hightech-Gewächsvon den in Polen angebauten Tomaten die haus zu errichten. Zusammen mit diesen meisten ‘rosa’ sind. Die rosafarbene Toma- zusätzlichen 23 Hektar verfügt Citronex te ist in Polen das bekannteste Gewächs- dann bald über 80 Hektar. „Damit sind wir hausgemüse und macht siebzig Prozent in Polen allerdings noch eine Ausnahme“, des gesamten Tomatenanbaus aus, wovon sagt Andrzej Kornafel, Betriebsdirektor für dann auch noch ein großer Teil Freiland- Tomaten und frisch geschnittene Obstsaanbau ist. Eine Produktion von siebzig bis late, mit denen das auch für Bananen und achtzig Kilo pro Quadratmeter, wie sie in Ananas bekannte polnische Unternehmen den Niederlanden und Belgien erzielt wird, begonnen hat. „Wir sind ein echtes Famiist in Polen gewiss noch nicht der Standard. lienunternehmen, wenn auch ein großes, Dennoch entwickelt sich der Gewächshaus- anders als die meisten Anbaubetriebe in gartenbau, vor allem bei den kleineren Pro- Polen, die oftmals nur etwa 0,5 bis 2 Hektar jekten, oftmals noch mit Hilfe gebrauchter beanspruchen. Das war vor zwanzig Jahren Gewächshäuser, die in den Niederlanden in den Niederlanden ja auch noch so.“ und Belgien demontiert werden, um sie in Polen wieder zu errichten. Das sind prima Andrzej muss es wissen, denn er wohnte Gewächshäuser, mit denen sich ein guter lange Zeit kurz hinter der Grenze bei Venlo Anbau betreiben lässt, aber die meisten und arbeitete dort bei einem niederländiBetriebe würden sich mit einer Konkurrenz schen Exporteur. Das Wachstum des Ein-

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zelhandels in den Niederlanden, in Belgien und immer mehr Ländern führte auch zum Wachstum der Gewächshausgartenbaubetriebe, was mittlerweile auch für Polen gilt, wenn auch zögerlich. Polen ist längst noch nicht selbstversorgend in Bezug auf Gewächshausgemüse. „Vor allem im Winter nicht“ sagt Andrzej. „Wir tragen mit unserem Tomatenanbau etwa siebzig Prozent zur polnischen Tomatenproduktion im Winter bei, schätze ich. Der Rest wird importiert, in erster Linie aus Spanien – auch ‘rosa’ Tomaten, die allerdings nicht von der gleichen Sorte sind und nicht den einzigartigen Umami-Geschmack unserer rosafarbenen Tomaten der Sorte Tomimaru Muchoo haben. Wir setzen auf PremiumProdukt und haben hohe Qualitätsstandards. Das muss auch so sein, weil es ein heikler Anbau ist, der schwer zu importieren ist.

REGIONALITÄT EBENSO BELIEBT WIE IN DEUTSCHLAND Aus diesem Grund wäre es für die Versorgung eines Landes mit rosafarbenen Tomaten und anderem Gewächshausgemüse für 38 Millionen Einwohner auch gut, wenn die lokale Produktion gesteigert wird, meint Andrzej. Denn auch der Wohlstand in Polen nimmt zu (weshalb polnische Arbeitsmigranten die niederländischen Gewächshäuser immer mehr meiden, doch das nur nebenbei). Citronex wächst jedenfalls rasant, wenngleich das Unternehmen keine konkreten Pläne hat, auf anderes Gewächshausgemüse außer Tomaten zu expandieren. „Wir machen es uns nicht leicht und haben deshalb keine Pläne, Paprikas oder Gurken anzubauen. Wenn wir das machen, wollen wir es richtig machen. ‘Einfach mal so’ einsteigen ist nämlich ein Risiko, denn den mit unseren Tomaten mittlerweile erworbenen Namen möchten wir gerne

Niederländischer Export nach Polen in Tonnen 50

Polen steigt weiterhin im Exportranking

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Bereits in den 90er Jahren gehörte Polen zu den fünf wichtigsten Exportmärkten der Niederlande, hieß es damals in niederländischen Zeitungen (Trouw, 5. Januar 1994). Ein richtiges Neuland ist Polen dementsprechend nicht. Trotz der zunehmenden Professionalisierung des inländischen Gewächshaussektors, hat Polen im Zeitraum 2012-2017 immer mehr Gewächshausgemüse aus den Niederlanden importiert.

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* bis einschließlich 2017 Zahlen KCB / GFH ** ab 2018 Eurostat / GFH-Zahlen *** bis Oktober 2019 Quelle: Eurostat / GroentenFruit Huis


WETTEREMPFINDLICHER FREILANDANBAU Citronex kann jedoch nicht ganz Polen versorgen, und auch die kleineren polnischen Anbaukollegen sind dazu trotz zunehmenden Gewächshausgartenbaus nicht in der Lage. Um auf das Wissen niederländischer und belgischer Obst- und Gemüsehändler über den polnischen Markt zurückzukommen: Es wird während der Saison noch eine ganze Menge ‘hinzugekauft’, nämlich aus Ländern wie Spanien, Marokko und Tunesien, sowie in geringem Maße auch aus der Ukraine. Dies ist im Frühling und Herbst der Fall, wenn die Produktion aufgrund des Wetters schwankt, was auch eine Folge des wetterempfindlicheren Freilandanbaus ist. Gekauft wird auch aus den Niederlanden und Belgien, denn in Polen werden durchaus höhere Preise dafür bezahlt als für osteuropäisches Produkt, so die Erfahrung der niederländischen und belgischen Marktteilnehmer. Im Sommer können die Preise in Polen zwischenzeitlich sehr niedrig sein. „Bei Paprika beispielsweise liegen die Preise noch viel niedriger, als dies im Sommer in den Niederlanden und in Belgien manchmal der Fall ist. Wenn man dann als Exporteur aus den Niederlanden und Belgien aufspringen will, ist das nicht attraktiv“, so Andrzej, der mit Citronex zunächst also noch keine Ambitionen außer Tomaten hat. „Aber dass die Produktion in Polen insbesondere auch in Gewächshäusern zunehmen wird, davon bin ich überzeugt.“ (TT)

bewahren, wozu auch die bestmögliche Qualität gehört.“

Andrzej sieht derweil, dass die Nachfrage nach regionalem Produkt in Polen zunimmt. „Eigentlich genauso wie in Deutschland, wo man diese Entwicklung auch sehr deutlich erkennt.“ Das sieht auch Carolien Spaans so, die seit Sommer 2019 Ministerialrätin für Landwirtschaft in Polen ist. „Die Herkunft wird hier immer wichtiger, und bei der Etikettierung wird seitens der Behörden auch kontrolliert. Eine Reihe von landwirtschaftlichen Organisationen hat außerdem eine Kampagne begonnen, bei der ein Produkt mit einer kleinen polnischen Flagge versehen wird, um die lokale Herkunft zu betonen.“ Etwa dreißig Prozent der polnischen Verbraucher blicken im Laden auch zunächst auf die Herkunft, wie sich im vergangenen Jahr in einem polnischen Forschungsprojekt mit etwa tausend Verbrauchern herausstellte. Die Herkunft eines Produkts aus dem eigenen Land ist für sie immer wichtiger, obwohl der Preis immer noch das Hauptkriterium ist. Allerdings gaben nicht weniger als 69% der Befragten an, dass sie bereit seien, mehr für lokale, biologische Lebensmitteln zu zahlen. Als Antwort auf diese Marktentwicklung beliefert Citronex mittlerweile direkt und über möglichst wenige logistische Schichten. „Dabei hilft uns auch unsere Erfahrung aus der Bananen- und Ananasbranche, denn wir haben auch bei diesen Sportarten ein großes logistisches Netzwerk mit einem guten Service aufgebaut“, so Andrzej.

Belgien exportiert auch Gewächshausgemüse nach Polen, jedoch in geringeren Mengen als die Niederlande. (Export in Tonnen)

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andrzej.kornafel@polskiepomidory.com c.spaans@minbuza.nl

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Auch Belgien importiert die letzten Jahre zunehmend Tomaten und Paprika aus Polen* *bis einschl. Oktober. Quelle. Eurostat

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Gewächshausgemüse

Zu Besuch bei Jochen Haubner, Haubner Gemüsebau:

„Wir verkaufen uns ab“ In der deutschen Lebensmittelbranche lässt sich ein Trend erkennen: Großbetriebe übernehmen vielerorts kleinstrukturierte Familienbetriebe, oder verdrängen diese. „Das war bereits bei den Bäckereien und Metzgereien so, nun sehen wir es auch im Gemüseanbau“, so Jochen Haubner, von Haubner Gemüsebau in Nürnberg. In seinem Betrieb baut er auf 1,8 Hektar Produktionsfläche hydroponisch Salat an. Er findet die Entwicklung besorgniserregend: „Wenn das Land verfügbar ist findet sich immer ein ausländischer Investor aus der EU oder von außerhalb – aber leider bringt das nur wenige Vorteile für Deutschland, die Wertschöpfung liegt im Ausland. Wir verkaufen uns ab.“ WAS BEDEUTET REGIONALITÄT „Regionalität hat uns in den letzten Jahren die Existenz gesichert, und natürlich die Begehrlichkeiten bei aus- und inländischen 42

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Großbetrieben und Investoren geweckt, was nun die Existenz der familiengeführten Mittelstandsbetriebe gefährdet“, so Haubner. „Mir stellt sich die Frage: Wem

gehört die Regionalität? Sollte die Bezeichnung für die regional, z.B. in Bayern agierenden Betrieben vorbehalten sein, oder auch den Großbetrieben und Investoren die ihre Geschäfte bundesländerübergreifend machen, zustehen? Für mich besteht die Gefahr darin, sich gegenüber dem Endkunden unglaubwürdig zu machen und den Trend und Ruf der Regionalität langfristig zu schädigen“, gibt der Erzeuger zu bedenken. DISKREPANZ IM GEMÜSESEKTOR Was die Kosten im Anbau angeht, so sieht er Erzeuger eine negative Erwartungshaltung vom Handel: Jeder Handgriff mehr, jede neue Verordnung, jede Qualitätssicherungsmaßnahme usw. seien Arbeitsschritte, die sich auf den Produktpreis aus-


SalaJoe Trio im Salatautomat - bereit für den Verbraucher

Mit einem Roboterarm wird der Salat frisch ‚geerntet‘

Der Wurzelblock des SalaJoe Trios

wirken müssen. „Für den Handel sind das unscheinbare Veränderungen, für uns kostet allerdings jeder dieser Schritte ein paar Cent pro Salatkopf. Das sind Kosten, an denen wir als Erzeuger letztendlich hängen bleiben. Auch unsere Grundkosten unterliegen einer stetigen Steigerung. Wir müssen jedes Jahr mit einer Preissteigerung unserer Zulieferanten um die 3% rechnen, infolge gestiegener Rohstoff- und Energiekosten.“

Gleichzeitig werde bei den Preisverhandlungen immer auch über die ausländische Konkurrenz gesprochen: „Das ist für mich das Schlimmste, im eigenen Land mit Preisen aus dem Ausland verglichen zu werden. Selbst innerhalb Europas gibt es vollkommen unterschiedliche Voraussetzungen für den Anbau – in Deutschland sind die Energiekosten beispielsweise wesentlich höher als in manchen Nachbarländern. Auch der Mindestlohn variiert innerhalb der EU. Trotzdem wird erwartet, dass wir unser Gemüse zum gleichen Preis produzieren, wie Erzeuger mit niedrigeren Grundkosten.“ Er betont die Wichtigkeit von Integrität am deutschen Markt: „Wir bauen hier an, wir bilden hier aus, wir zahlen hier Steuern – wir kaufen auch hier ein. Deswegen wollen wir auch nicht mit Firmen in anderen Ländern verglichen werden, die zu anderen Konditionen produzieren.“ ERFAHRUNGEN VOM GROSSMARKT NÜRNBERG „Bei der Importware auf Großmärkten, beispielsweise, handelt es sich oft um Restpos-

ten, mit denen der LKW vollgemacht wird. Hier fällt mir auf, dass ausländische Ware ist solange teuer ist, bis es hiesige Ware gibt. Dann fallen die Preise extrem, es gibt dann selbst für die erste deutsche Ware im Jahr schlechte Preise und macht diese teils unverkäuflich, da die Niedrigpreise der ausländischen Ware zu attraktiv für die Großmarktkunden ist.“

„FÜR JEDEN GESCHMACK IST WAS DABEI“ "In vielen anderen europäischen Ländern kommen Salate aus Tüten sehr gut an. In Deutschland suchen die Verbraucher vermehrt noch nach großen Salatköpfen", weiß Florian Wolz von der Vermarktungsorganisation Franken-Gemüse Knoblauchsland eG, der auch die Firma Haubner angehört. „Wenn man trotzdem eine Mischung möchte sind unsere Trios der ideale Kompromiss. Es handelt sich dabei um drei verschiedene Sorten die als gemeinsamer Kopf aus einem Wurzelblock wachsen. Da ist für jeden Geschmack was dabei“, bestätigt Haubner. Die SalaJoe Trios machen 80-90% der Salatproduktion von Haubner Gemüsebau aus. Inzwischen führt der Erzeuger auch Kopfsalat aus dem hydroponischen Anbau in seinem Sortiment: „Anfangs war ich skeptisch, aber das fertige Produkt ist wirklich sehr zufriedenstellend und kann definitiv mit Freilandsalaten mithalten." Er sieht

eine spannende Entwicklung was das Saatgut für den hydroponischen Anbau angeht. "Die Anbautechnik und der Standort machen einen großen Unterschied – inzwischen gibt es mehr und mehr Betriebe die auf diese Art des Anbaus umsteigen und so wird auch die Sortenvielfalt erweitert.“ SALAJOE TO GO FARM: SALATAUTOMAT SOLL ÜBERSCHÜSSIGE WARE AM POS VERMEIDEN Innovation kommt manchmal unverhofft und kleine Ideen können sich zu mehr entwickeln als ursprünglich erwartet. Das hat kürzlich auch Jochen Haubner festgestellt. Ein „Salatautomat“ war eine wortwörtliche Schnapsidee und wurde zusammen mit einem Bekannten, der selbst Sondermaschinen herstellt, entwickelt. Nun sollen die Möglichkeiten für eine kommerzielle Verbreitung untersucht werden. Der Salatautomat ist eine passende Ergänzung für Haubner, der auch im normalen Tagesgeschäft auf Innovation setzt.

„Die Salatschränke mit Bewässerung, sind dafür designet unseren hydroponischen Salat mit Wurzelblock länger frisch zu halten. Die Schränke sollen je nach Bedarf bestückt werden – so wollen wir der Lebensmittelverschwendung entgegenwir-

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Gewächshausgemüse

ken“, erklärt Haubner. Der Salat könnte in diesen Schränken zwar auch angebaut werden, das hält er aber für weniger sinnvoll: "Für den Anbau am Point of Sale braucht man geschultes Personal und die Kunden können sich nicht selbst bedienen, was die Hürde zum Kauf größer macht.“ Beim Salatauftomaten Salajoe® to go kann sich der Konsument einen Salat aussuchen, der dann per Greifarm 'geerntet' wird. „Indem wir die Schränke selbst bestücken sorgen wir dafür, dass immer nur genau die richtige Menge im Geschäft bereitsteht. So kann es keine Überproduktion geben und welker Salat in den Auslagen soll vermieden werden.“

INNOVATION: ES BRAUCHT KEIN STARTUP Haubner freut sich besonders über die Möglichkeit am Stand der Firma RAM auf der IPM Essen einen Platz gefunden zu haben. „Alles dreht sich immer um StartUps, aber auch 'alteingesessene' Firmen können 'Start-Up' und wollen innovativ sein – dafür gibt es bei diesen Veranstaltungen leider nur selten einen designierten Platz. Die Aufmerksamkeit für unseren Salatautomaten war jedenfalls groß.“

Jochen Haubner und Florian Wolz von der Genossenschaft Franken-Gemüse Knoblauchsland

Der Anfang ist gemacht: „Die Maschine lief von Anfang an reibungslos, das war sehr erfreulich. Nun müssen wir natürlich sehen, für welche Standpunkte sich der Automat (SalaJoe to go Farm) eignet. Zudem müssen wir mehr zum Kaufverhalten der Konsumenten lernen.“ Das ganze Projekt sei ein großer Lernprozess und Haubner freut sich, dass er von vielen verschiedenen Seiten her Zuspruch und Rat bekommen hatte:

„Es ist wirklich ein Projekt, das zum Nachdenken anregt. Ich hatte diese Idee und habe mit meinem Bekannten von Heidler Sondermaschinen beim Feierabendbier darüber gesprochen – die Idee haben wir dann immer weiter gesponnen. Aber auch andere Kollegen und Freunde haben mit der Zeit Vorschläge gemacht.“ (LH) info@salajoe-to-go.de

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Joeri Wulff, Landjuweel:

„Eine neue Generation der Kartoffelesser macht eine neue Vorgehensweise erforderlich“ Es reicht nicht mehr aus, eine Großpackung Kartoffeln mit Sortennamen auszulegen. „Es wurde Zeit für eine radikale Veränderung“, sagt Joeri Wulff, der vor dreieinhalb Jahren als Geschäftsführer beim Kartoffelverpacker Landjuweel in Oosternieland in der Nähe von Groningen (Niederlande) begann und der aus dem Catering und Einzelhandel kommt. „Gemeinsam mit unseren Kunden werden wir das Kartoffelregal verändern.“

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Bewerten Sie den Kartoffelverbrauch als positiv? Auf jeden Fall, und zwar im Gegensatz zu vielen Kollegen in der Branche. Obwohl wir Jahr für Jahr einen Rückgang des Volumens um 3 bis 4 Prozent beobachten, bleibt die Menge der verkauften Einzelpackungen gleich. Der Verbraucher isst etwas abwechslungsreicher, wodurch sich Chancen bieten, ihn auf Ladenebene zu überzeugen. Die Abnehmer der größeren Verpackungen sind Routinekäufer, das werden immer weniger. Mit einem ausbalancierten Aktionsprogramm lassen sie sich gut versorgen, aber ein Wachstum findet dort nicht mehr statt. Viele der älteren Käufern werden durch eine jüngere Generation ersetzt, die sich Kartoffeln in kleineren, abwechslungsreicheren Verpackungen wünscht. Wir erlebten im vergangenen Jahr ein Volumenwachstum von 9 Prozent bei Verpackungen bis zu anderthalb Kilo! Wie erreichen Sie die neue Generation der Verbraucher? Wir haben in den vergangenen zwei Jahren massiv investiert, um einen Fortschritt bei der Professionalisierung zu machen. Der neue Blick auf das Produkt, die Verpackung und die Produktinnovation ist auch dem Einzelhandel aufgefallen. So haben wir bei den niederländischen Supermarktketten PLUS und DEEN eine vollkommen neue Kartoffellinie eingeführt. Das beinhaltet viel mehr als nur eine kleinere Verpackung. Die Kunst besteht vor allem darin, auf die Wünsche des modernen Verbrauchers einzugehen. Dafür haben wir in den vergangenen Jahren deutlich investiert, unter anderem mit neuen maschinellen Linien. So verfügen wir über drei Waschlinien, drei komplette optische Sortierlinien und vierzehn Füllmaschinen. Insbesondere das Volumen stehender Verpackungen zeigt ein starkes Wachstum. Wir haben mittlerweile mehr als 62 Verpackungsoptionen.

Wie verkaufen Sie die Kartoffeln jetzt? Vor nunmehr sieben Jahren haben wir das Label ‘De Jongens van de Klei’ im Einzelhandelsregal eingeführt. Diese Hausmarke besteht aus einem breiten Sortiment traditioneller Sorten wie etwa Bildtstar, Eigenheimer, Irene, Nicola, Doré, Opperdoezer Ronde und Frieslander, aber auch aus Feinschmeckerkartoffeln wie der Gourmandine, Kleinkartoffeln und Ofenkartoffeln für den Grill. Wir haben das Label Jongens van de Klei speziell für die kleineren Ketten entwickelt, damit sie ihr Regal so schnell wie möglich ohne große Investitionen erweitern können. Abgesehen von Jongens van de Klei liefern wir auch Produkte unter Privatlabel und in attraktiven Standbeuteln unter dem Namen ‘Le Bistro’. Die Bistro-Kartoffeln sind speziell gezüchtete Sorten, die sich sehr gut für köstliche Speisen mit verfeinertem Geschmack eignen. Sie passen perfekt zur Atmosphäre kleiner französischer Bistros. Le Bistro ist in diversen Packungsgrößen erhältlich, in Schälchen aus Holz und Karton, Standbeuteln und großen Packungen von 750 Gramm bis 2,5 kg. Unter Le Bistro führen wir mittlerweile eine Linie Salat-, Frites-, Eintopf- und Schnellkochkartoffeln. Auf dem Markt kommt das bestens an. Früher musste man sich im Winter anstrengen, wenn es mit den EintopfAGF Primeur • 2020

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gerichten begann. Heute macht es sich der Verbraucher eher einfach. Deshalb haben wir beispielsweise eine Kartoffel, die sich schnell zubereiten lässt und innerhalb von 12 Minuten gar ist. Während der Fruit Logistica wurde sogar ein Feiertagssortiment aufgefahren... Das stimmt, wir haben unter anderem ein Gesamtpaket für den Kartoffeltwister eingeführt. Die werden oftmals in Foodtrucks verkauft, lassen sich jedoch auch zuhause prima zubereiten. Mit einer guten Kartoffel, Kräutern, Stäbchen und einer besonderen Verpackung ergibt das ein sehr schönes Gesamtbild. Ein solches Konzept wird bestimmt nicht ganzjährig im Regal liegen, aber gerade die junge Generation möchte immer überrascht werden. Bei dieser Kundengruppe darf alles etwas außergewöhnlicher sein und etwas mehr kosten, aber dann wollen sie etwas für ihr Geld haben und alles an der Kartoffel und der Verpackung muss stimmen. Diesbezüglich ist die junge Generation auch weniger nachsichtig. Wenn das Produkt die Erwartungen nicht erfüllt, trennt man sich auch eher wieder davon. Aus diesem Grunde haben wir unsere Le Bistro-Linie auch in Zusammenarbeit mit einem Topdesigner entworfen, der für viele A-Marken arbeitet.

Ist die Varietät für jüngere Generationen noch ein wichtiger Aspekt? Nein, die junge Generation befasst sich überhaupt nicht mit Sorten. Um die Kunden nicht negativ zu überraschen, arbeiten wir dennoch ständig mit derselben Sorte, etwa für unsere Schnellkoch- und Eintopfkartoffeln. Aber wir kommunizieren eigentlich kaum noch über die Sorten. Das tun wir nur noch beim Absatz von Kartoffeln, die in bestimmten Regionen sehr beliebt sind oder wenn wir eine Saisonkartoffel besonders hervorheben wollen, etwa einen Opperdoezer Ronde, eine Roseval-Kartoffel oder eine frühe Doré. Aber dann muss noch eine richtige Geschichte dabei sein, um die Sorte zu fördern, sonst ergibt das in unseren Augen wenig Sinn. Wie verläuft die jetzige Kartoffelsaison? Im vergangenen Jahr war die Saison zweigeteilt. Während der ersten Hälfte des Jahres 2019 lagen die Preise auf einem hohen Niveau, wodurch es bei den Margen weniger Raum für weitergehende Rabatte gab. 48

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In der zweiten Jahreshälfte 2019 und in diesem Jahr geht es wieder etwas leichter mit einem eher mittleren Preisniveau, so dass mehr Raum für Volumenaktionen besteht. Viele Supermärkte ergreifen die Gelegenheit. Jedenfalls haben wir starke Aktionswochen hinter uns.

Sind Sie komplett ausgerüstet, um Kartoffeln für den holländischen Einzelhandelsmarkt zu waschen, zu sortieren und zu verpacken? Ja, natürlich. Unser umfangreicher Maschinenpark und unser großes Netzwerk von Erzeugern versetzen uns in die Lage, jede Produktnachfrage mit einem maßgeschneiderten Angebot zu versorgen. Landjuweel ist auf die Lieferung eines Gesamtangebots an Großmärkte spezialisiert. Wir können für ein Unternehmen eine komplett eigenständige Linie entwickeln und haben unsere eigenen Hauslinien mit Produkten, aus denen die Unternehmen schöpfen können. Die niederländischen Supermärkte machen einen großen Teil unseres Umsatzes aus, aber daneben orientieren wir uns auch in Richtung Catering. Sligro und Makro führen unser Sortiment und machen gemeinsam 30 Prozent des Catering-Markts aus. Außerdem wollen wir unseren Absatz nicht nur innerhalb der Landesgrenzen erzielen. Mit unseren Exportaktivitäten geht es mittlerweile aufwärts, und den Reaktionen während der Fruit Logistica nach zu urtei-

len sage ich für die kommenden Jahre ein weiteres Wachstum voraus.

Welche Bedeutung hat für Sie der Verkauf biologischer Kartoffeln? Der Bio-Verkauf hat in den vergangenen Jahren zwar etwas zugenommen, aber das ist aus meiner Sicht vor allem eine Folge von ein paar Sortimentsergänzungen, die vom Hofverkauf und von Kleinhändlern auf den Einzelhandel übergegangen sind. Der Absatz von Bio-Kartoffeln nimmt jährlich etwas stärker zu als der Markt, aber es bleibt doch größtenteils ein- und dieselbe Käufergruppe. Nach unserer Erwartung wird der Bio-Markt auch nicht explosiv wachsen. Das wäre nur möglich, wenn behördlicherseits bestimmt würde, dass biologisch mehr angebaut werden soll.

Arbeiten Sie viel mit Importkartoffeln? Möglichst wenig. Wenn die Qualität und Verfügbarkeit lokaler Kartoffeln ausreichend ist, arbeiten wir mit holländischen Kartoffeln. Aber das ist abhängig vom Produkttyp. Eine Tüte mit 5 Kilo mehligen Kartoffeln erfordert nämlich ein anderes Produkt als eine edle Ofenkartoffel mit Schale in einer außergewöhnlichen Verpackung. Deshalb gibt es noch immer einen bestimmten Zeitraum des Jahres, in dem man um den Import nicht herum kommt. Allerdings versuchen wir, diese Zeit möglichst einzugrenzen, indem wir die besten Partien bis zuletzt lagern. Macht der Wegfall von CIPC die lange Lagerung nicht schwieriger? Das wird sicher einen Einfluss haben. Es wird während des Anbaus und der Lagerung zur Verwendung anderer Mittel kommen. Das führt dazu, dass die Kartoffeln weniger Keimruhe haben, sodass sie schneller keimen und wir die Vorräte noch mehr herunterfahren müssen. Es würde mich auch nicht wundern, wenn hierdurch Sorten von der Bühne verschwinden, weil sie noch zu keimfreudig sind. Alternativen zu CIPC funktionieren zwar, aber längst nicht so gut, und sie stecken noch in den Kinderschuhen. Wir bei Landjuweel befürworten die Minzöl-Variante, weil sie vollkommen biologisch ist. Wir haben uns entschlossen, CIPC schon jetzt nicht mehr auf unseren Partien zu akzeptieren. Das Verbot wird sowieso kommen, daher wollen wir jetzt so schnell wie möglich alles bereinigt


haben und die Lagerung rechtzeitig in Ordnung bringen.

Kommt die Branche überhaupt noch hinterher? Erst PlanetProof, jetzt das CIPC-Verbot? Wir sind mit unseren niederländischen Kartoffeln mittlerweile im Wesentlichen bei PlanetProof. Nur beim Randsortiment ist dies jetzt noch nicht ganz möglich. Auch bei den Importkartoffeln arbeiten wir mit Nachdruck daran. So laufen Vorbereitungen, um unseren deutschen Anbau von 2020 an vollständig PlanetProof-zertifiziert liefern zu können. Allerdings haben wir es bei unseren Importkartoffeln noch immer mit praktischen Einschränkungen zu tun. So ist das Zertifizierungsschema noch nicht in alle Sprachen übersetzt. PlanetProof verlangt zwar das eine oder andere von den Erzeugern, bietet aber zugleich auch Chancen. Die sowohl von uns, als auch von unseren Erzeugern geleisteten, zusätzlichen Anstrengungen haben effektiv auch zu einer Preiserhöhung von ein paar Cent gegenüber den nicht PlanetProof-zertifizierten Partien geführt. Damit hat ein Erzeugern eine gewisse Garantie, dass er im Konsumbereich mit einem qualitativ guten Produkt einen bestimmten Preis erzielen kann. Wie beurteilen Sie den Platz, den Kartoffeln im Ladenregal bekommen? Obst, Kartoffeln und Gemüse stehen in den meisten Läden ganz vorne, das ist ein Vorteil. Dennoch ist es seit jeher so, dass Kar-

toffeln etwas aus dem Blickfeld genommen werden, da sie schon immer eine Routinekategorie gewesen sind. Das bessert sich jetzt langsam, zumal heute mehr mit aufrecht stehenden Verpackungen gearbeitet wird. Wobei ich den Supermärkten natürlich immer raten würde, die Kartoffeln noch mehr ins Blickfeld zu rücken…

Nimmt die Konkurrenz unter den niederländischen Verpackern zu? Es gibt eigentlich nur wenige Kunden, die zu anderen Kartoffellieferanten wechseln. Das ist auch verständlich. Die Verpacker arbeiten meist mit vorgedruckten Verpackungen unter Privatlabel, da wechselt man nicht von heute auf morgen. Dennoch bin ich überzeugt, dass es mehr Spielräume gibt, um sich als Lieferant zu profilieren. Jedenfalls stellen wir uns den Herausforderungen von Morgen! Zeigen Süßkartoffeln bei Ihnen auch eine steigende Tendenz? Wir verkaufen nebenbei auch Süßkartoffeln, aber der Verkauf nimmt von Jahr zu Jahr stark zu. In diesem Jahr haben wir verpackte, niederländische Süßkartoffeln bei PLUS getestet. Das war ein Erfolg und wir stellen uns auf eine Expansion in den kommenden Jahren ein. In den vergangenen Jahren hat der Absatz von Süßkartoffeln in den niederländischen Supermärkten um mehr als 10 % zugenommen, unter anderem aufgrund der vielen Verwendungsmöglichkeiten. Langfristig wird erwartet, dass das Wachstum etwas abflachen wird.

Wir führen die Süßkartoffeln unter dem Namen Bruno’s Batatas.

Sehen Sie sich überhaupt noch als „Kartoffelverpacker“? In der Tat, wir tun mehr als Kartoffeln verpacken. Wir entwickeln uns eher zu einem Dienstleister des Einzelhandels und des Caterings. Die Komplexität bei der Beherrschung dieser Kategorie nimmt zu, und die Kunden möchten gerne umsorgt werden. Deshalb kommen wir mit Marketingvorschlägen, Promotion-Kalendern, Marktanalysen mit Zahlen zum Wachstum, und FairShare. Die Kartoffelbranche ist lange Zeit eine etwas traditionelle Branche gewesen, in der sich wenig veränderte. Diese Zeit ist jedoch vorbei. Es ist Zeit für einen radikalen Wandel, und dazu gehört eine gute Herangehensweise an die Warengruppe. Landjuweel verfügt über fast 100 Jahre Erfahrung mit Kartoffeln. Mein Vorteil ist der, dass ich reichliche Erfahrung an der anderen Seite des Tisches habe, und das hat mich angezogen. In den kommenden Jahren werden wir uns weiterentwickeln von einem bekannten Verpacker zu einer starken Marke mit Autorität und Wissen. (IH) j.wulff@landjuweel.nl

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Kartoffel

Laut der aktuellen Erwartung wird ca. 1 mio. Tonnen Industriekartoffeln wegen der Krise nicht verarbeitet werden.

Die Coronakrise bringt die kartoffelverarbeitende Industrie durcheinander Die niederländische Industrie liegt aufgrund des weggefallenen Out-of-Home-Markts so gut wie still und sucht nach alternativen Verwendungen für einen enormen Kartoffelüberschuss. Belgische Verarbeiter machen so gut es geht weiter und versuchen, die jetzige Saison zu verlängern und das vertragliche Volumen einzulösen.

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bwohl die Frühjahrsarbeiten auf dem Land beginnen und die Erzeuger dabei sind, Kartoffeln für die neue Saison zu setzen, sind die Kartoffellager noch gefüllt, insbesondere mit Pommes-Kartoffeln. Im Gegensatz zu Kartoffeln, die für den Frischemarkt bestimmt sind, scheint der Absatz der für Pommes frites geeigneten Kartoffeln aufgrund der Coronakrise einen ziemlichen Knacks zu bekommen. Hylke Brunt, Sekretär des Verbandes für die kartoffelverarbeitende Industrie (VAVI), bemerkt, dass der wichtigste Absatzmarkt für tiefgefrorene Kartoffelprodukte für die Niederlande, der Gastronomie-Markt, in ganz Europa vollständig eingebrochen ist. Dadurch wurde die Kapazität der 15 niederländischen kartoffelverarbeitenden Fabriken zurückgestuft und die Produktion fast oder komplett eingestellt. Obwohl er eine leichte Konsolidierung beim Export nach Asien und China erkennt, macht er deutlich, dass dies eine sehr schwache Erholung ist und das Volumen nicht ausreicht, um den in Europa entstandenen Schaden kompensieren zu können. ÜBERSCHUSS Der VAVI-Sekretär geht davon aus, dass etwa eine Millionen Tonnen Kartoffeln, die für Pommes frites geeignet sind, nicht verarbeitet werden können. „Wie groß der

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Überschuss exakt sein wird, hängt von der Entwicklung auf den Absatzmärkten ab, aber es ist klar, dass in diesem Jahr etwas übrigbleiben wird.“ Eine Millionen Tonnen seien 25.000 Lastwagen mit Kartoffeln, sagt er. Für diese große Menge sucht die Branche jetzt eine anderweitige Verwendung. Dabei wäre an eine Lagerung tiefgefrorener Kartoffelprodukte zu denken. Am Rande sei jedoch vermerkt, dass die Grenze der eigenen und der externen Gefrierkapazität schon erreicht ist. Andere Alternativen könnten Tierfutter, Vergärung zwecks Energiegewinnung oder die Gewinnung von Stärke aus Kartoffeln sein. Hylke erklärt, dass sich diese Kartoffeln oftmals nicht zur Verwendung als Speisekartoffeln eignen, außerdem ist ein solcher Berg Kartoffeln einfach zu viel für den Frischemarkt. Hylke hofft, dass es der Branche gemeinsam gelingt, eine Verwendung für diesen Überschuss an Industriekartoffeln zu finden. Weniger optimistisch ist er über deren Erlös. „Wir versuchen, eine Verwendung zu finden, die ein positives finanzielles Saldo ergibt, damit die Erzeuger etwas davon haben. Wir suchen bevorzugt nach Wegen, die der Kartoffelkette nicht kosten und sogar etwas abwerfen. Und das ist spannend.“ Dabei konstatiert er, dass die Branche gut beraten ist, die sich aus den Verträgen ergebenden Verpflichtungen

Hylke Brunt prognostiziert große Umsatzeinbußen für den Kartoffelsektor

einzuhalten, wobei es unmöglich ist, dieses Volumen komplett zu Pommes zu verarbeiten. Die Branche bemüht sich um eine kurzfristige Lösung, damit der Überschuss möglichst geringe Auswirkungen auf die kommende Saison hat, obwohl Hylke feststellt, dass sich die Industrie derzeit mit der Abschließung von Verträgen für neue Ernten zurückhält.

KATASTROPHENJAHR Hylke prophezeit, dass die Folgen dieser Krise noch eine Weile andauern. „Dies ist ein Katastrophenjahr. Die Branche sieht sich einem deutlichen finanziellen Rück-


Durch die Corona-Maßnahmen wurde die Absatzsparte der Außer-Haus-Verpflegung fast komplett eingebrochen, berichtet Vawi.

schlag gegenüber.“ Er rechnet damit, dass die Branche im Falle einer Wiederaufnahme des zuvor üblichen außerhäuslichen Verzehrs von Kartoffelprodukten erst zum Jahresende hin wieder annähernd 100 Prozent der Produktionskapazität erreichen kann. „In diesem Fall würden über das Jahr 2020 ein Viertel weniger Rohstoffe verarbeitet werden, was auf einen Umsatzverlust von minimal 500 Millionen für die niederländische verarbeitende Industrie hinausläuft. Die Kartoffelkette steht in den Niederlanden einigermaßen gut da, so dass wir die Krise hoffentlich bewältigen, aber wir werden dennoch einen ziemlichen Schlag abbekommen.“ Der Schlag werde derart sein, dass staatliche Unterstützung notwendig ist, sagt Hylke. „Es zeigt sich, dass die von den staatlichen Stellen lancierten Regelungen der Situation nicht gerecht werden, auf die sich viele Land- und Gartenbauorganisationen einstellen müssen. Was uns betrifft, so muss eine gesonderte Regelung kommen, die speziell für diese Branchen etwas tut.“ Die Kartoffelkette hat intensiven Kontakt mit den staatlichen Stellen, um den Ernst der Situation aufzuzeigen und nach Lösungen zu suchen. MÜHSAM WEITER Obwohl auch die belgische kar-

toffelverarbeitende Industrie von der Coronakrise betroffen ist, erscheint die Situation aufgrund der traditionell starken Hinwendung zum Einzelhandel anders als in den Niederlanden. Die kartoffelverarbeitende Industrie macht so gut es geht weiter, wenngleich dies für mehrere Unternehmen aufgrund der Folgen der ‘Lockdown’-Maßnahmen schwer wird, so Romain Cools, der Generalsekretär von Belgapom, dem belgischen Berufsverband für Kartoffelhandel und -verarbeitung. „Die Nische Catering ist für alle zu einem Großteil weggebrochen, sowohl im In- als auch im Ausland. Das Gros der kartoffelverarbeitenden Betriebe, die das größte Volumen stellen – also jene Betriebe, die entweder Tiefkühlprodukte oder Chips herstellen – tut jedoch ihr Bestes, um möglichst viele Kartoffeln aus den Verträgen auch zu nehmen.“ Außerdem ist ein Volumen an freien oder nicht unter Vertrag stehenden Kartoffeln verfügbar. Unterdessen wird klar, dass vor allem diese Nische freier Kartoffeln nicht aufgenommen werden kann. Eine Schätzung der belgischen Branchenorganisation Belpotato.be rechnet mit einem Maximum an Kartoffeln von 750.000 Tonnen im Wert von etwa 125 Millionen Euro, die nicht verarbeitet werden können.

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Kartoffel

ERHÖHTE NACHFRAGE DES EINZELHANDELS „Betriebe, die den Einzelhandel beliefern, haben eine normale bis erhöhte Nachfrage, weil die Menschen mehr und mehr zuhause kochen und daher auch tiefgekühlte Kartoffelprodukte kaufen.“ Romain beobachtet auch, dass der Export teilweise noch weiterläuft, wenn auch zäher. „Die Leute im Verkauf arbeiten hart daran, den Export am Leben zu erhalten.“ Romain sagt, dass das große Problem dabei die Verfügbarkeit von Reefercontainern sowohl für Asien als auch für Südamerika ist.

Er konstatiert eine Verzögerung der Ernten und damit der Verschiffungen aus Südamerika durch Personalausfälle, wodurch auch weniger Container für Retourfracht mit tiefgekühlten Pommes frites-Kartoffeln verfügbar sind. „Gerüchte eines teureren Seeverkehrs kommen auch unpassend.“ Als weiteres Problem für die Betriebe sieht Romain die soziale Unruhe, die hier und dort unter den Arbeitnehmern entstanden ist. „Die Betriebe tun ihr Bestes, um zu funktionieren, und gerade dann sind zusätzliche Prämienforderungen an die Arbeiter komplett unrealistisch“.

Romain Cools von Belgapom betont den umfassenden Einsatz um den Pommessektor aufrechtzuerhalten

DRUCK AUF NEUE SAISON Romain sagt weiter, dass die heutigen Zustände ihren Schatten schon auf die

kommende Kartoffelsaison werfen. Die ‘alte’ Saison wird erwartungsgemäß länger verlaufen, indem ein Teil der Verträge der ‘alten’ Ernte, abhängig vom Potenzial der Kartoffeln, ein oder zwei Monate vorgeschoben und später abgearbeitet werden als geplant. Er stellt auch fest, dass derzeit viel Vorrat bei Tiefkühlprodukten und Flocken aufgebaut wird, die früher oder später auf den Markt gebracht werden müssen. „Daraus lässt sich schließen, dass die Kartoffelsaison 2020-2021 um mindestens ein oder zwei Monate verkürzt wird, wodurch auch die Saison der Frühkartoffeln und sogar die der Lagersaison 2020-2021 unter Druck kommen wird.“ Das ist der Grund, warum die Erzeuger von der Branche aufgerufen werden, bei der Neuanpflanzung in der kommenden Saison die Umstände zu bedenken. „Es gibt eine ganze Reihe von Erzeugern, die dabei sind, ihre Verträge bezüglich Frühkartoffeln durchzusehen. Es gibt auch immer Erzeuger, die freie Frühkartoffeln pflanzen, und die sollten sich unbedingt klarmachen, dass dies für Sie zu einem Problem werden kann.“ (MW)  h.brunt@fnli.nl Belgapom@fvphouse.be

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s leuchtet ein, dass die Temperatur beim Transport von Obst und Gemüse ein wichtiger Faktor ist. Vor allem, wenn die Güter in Containern lange auf See befördert werden, spielt dieser Aspekt beim Erhalt von Qualität und beim Vermeiden von Ausfällen eine wichtige Rolle. Tempe-

raturlogger können bei der Überwachung elektronisches Gerät, das die Temperatur der Kühlkette helfen, die Situation Con- misst und auch die Position und andere Fresim h tainer erfassen und so Beschwerden der Parameter erfassen kann. Es gibt unterFruit Vegetab Frozen le Flo ra l Empfänger und den Verlust vonA Ladung schiedliche Logger auf dem Markt, aber Meat ccess to Seafoo data w Bevera d Ice bei der Auswahl verhindern. Auf diese Weise können sie zurithout op auf welche Aspekte ge eines Cream ening co ntainer* Auto-ge Wine nerate Verbesserung der Effizienz und zur KostenDatenlogger kommt es an? Beverag of PDF e Dai report ry on boar d Check ist ein senkung beitragen. Ein Datenlogger multiple de

Bei der Entscheidung für einen guten Logger sind drei Faktoren wichtig, erklärt der Datenlogger-Produzent Cydiance. Einer davon ist die Zuverlässigkeit der Daten. Die Temperaturdaten können mit unterschiedlicher Software gesammelt werden. Es kann mit digitalen Sensoren gearbeitet werden. Das System lässt sich einfach kalibrieren, so dass die Genauigkeit der Daten besser garantiert werden kann. Es kann auch mit einem Thermistor gearbeitet werden, der

auf temperaturabhängigem Widerstand basiert. Cydiance erklärt, dass sich dieser nicht so gut kalibrieren lässt, was zu einer Abweichung von gut 2 °C führen kann. Der Vorteil ist allerdings, dass diese Option billiger ist. Ein weiterer Aspekt, vor dem Cydiance warnt, ist der Umfang der zu messenden Temperaturen. Es müssen sich ausreichend niedrige Temperaturen messen lassen. Wenn nämlich etwas schief geht, w.cydia nce.co sind das genau die Daten, diewwfür die Analym | *D in

1. Temperatur

vice via

Integrat

ion with

Beispiele von Datenloggern mit unterschiedlichem Umfang bei der Temperaturmessung:

Cydianc

Wer?

Cydiance

Tempilot

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Bluetooth USB Data Logger

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Welche Sensoren?

Temperatur

Temperatur

Lebensdauer Batterie?

Mindestens 90 Tage

7 Monate bis 1 Jahr

Temperaturbereich

-30°C bis + 70°C

-50°C bis + 60°C

Temperaturabweichung

+/- 0,5°C

+/- 0,5°C (-20°C bis 40°C) sonst +/-1°C

Detail

Für einmalige Verwendung

Für mehrmalige Verwendung

Website

cydiance.com

Tempilot.com

J.F. Gellyncklaan 33 | B-2540 Hove (Antwerp) | Belgium T: 00 32 3 455 61 25 | F: 00 32 3 454 02 15 | M: 00 32 (0) 477 34 62 76 gerritvantilborg@deltatrakeurope.be | www.deltatrakeurope.be

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Bluetooth USB Data Logger von Cydiance

se eines Problems von Bedeutung sind. Ein Logger, der beispielsweise bis -18 °C misst, kann unzureichende Informationen geben, ata retri fo@cydi evable ance.com from m wenn frische, gekühlte Produkte versehentost plas | Toll tic/woo free (U den co SA) +1 ntainers 888 85 7Temperaturen lich. Sibei gefriegnal Pe niedrigeren 4956 netratio n test co mplete ren. Ein Bereich bisw-30 ith 400m°C wird als ausreim brick wall. chend angesehen.

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Tempilot TC-4 Multiuse USB Temperature Data Logger

Temperatur-Recorder


2. Einmal oder häufiger? Außerdem gibt es die Auswahl zwischen Temperaturloggern für Einmalanwendungen und solchen, die häufiger verwendet werden können. Der Datenlogger-Produzent Tzone erklärt auf der Website, dass bei Datenloggern zur Einmalanwendung keine Software gebraucht wird, sondern dass diese mit einem Tastendruck direkt verwendet

werden können. Das ist effizient und praktisch, und daher oftmals auch eine preisgünstige Lösung. Logger zur mehrfachen Anwendung bieten dagegen noch mehr Möglichkeiten. So können die Parameter an den User angepasst und die Apparatur erneut programmiert werden.

Beispiele für Datenlogger, die sich für einmalige oder häufige Anwendung eignen: Was?

Tzone

Elitech

Welche Sensoren?

Single UsePDF Temp data logger

LOGET 8 BLE Bluetooth Temperature data logger

Lebensdauer Batterie?

Einmal

Mehrmals

Temperaturbereich

Temperatur

Temperatur

Temperaturabweichung

60 Tage

Zwei Jahre

Detail

-30°C bis + 60°C

-30°C bis + 70°C

Website

+/- 0,5°C (-20°C bis 40°C) sonst +/-1°C

+/- 0,5°C (-10°C bis 40°C) sonts +/-1°C

Detail

Waterproof

Website

En.tzonedigital.cn

TzoneDigital Single UsePDF Temp data logger

Elitech.uk.com LOGET 8 BLE Bluetooth Temp. data logger, Elitech

3. Echtzeit oder historisch? Ein weiterer Unterschied zwischen Datenloggern besteht darin, ob sie auf der nachträglichen Auslesung der Daten basieren oder die Daten kontinuierlich via Internet übertragen. Im ersten Fall spricht man von historischen Daten. Der Nachteil ist, dass die Datenlogger ausgelesen werden müssen. Vor allem, wenn es sich um mehrere Apparate handelt, kann das eine zeitraubende Arbeit sein. Im zweiten Fall sind

Echtzeitdaten verfügbar, sodass im Falle eines Problems schnell gehandelt werden kann. Oftmals sind die Daten in Echtzeit in der Cloud verfügbar und die Systeme sind mit einer SIM-Karte ausgerüstet, wodurch sich die Position mittels Mobilfunknetz bestimmen lässt. Bei fehlendem Netz, etwa auf hoher See, sind dann allerdings auch keine Daten verfügbar. Bei Echtzeit-Datenloggern kann auch die Position der Güter

bestimmt werden und die Daten können eingesehen werden, ohne dass der Gütercontainer geöffnet werden muss. Auch der Preis spielt bei der Wahl des Loggers eine Rolle. Auf historischen Daten basierende Logger sind einfacher zu verwenden, weniger empfindlich und stellen eine kosteneffizientere Lösung dar.

Beispiele für Logger, die auf Echtzeit-Daten basieren und solche mit historischen Daten: Wer?

Friggatech

Emerson

Was?

A90 Real-Time Temperature monitor

Go Contact

Welche Sensoren?

Temperatur

Temperatur

Lebensdauer Batterie?

10-60 Tage, abhängig vom Monitoring und Rapportintervall

6 bis 90 Tage

Temperaturbereich

-20°C - +70°C

-30°C - +60°C

Temperaturgenauigkeit

+/- 0,5°C (-20°C bis 45°C) sonst +/-1°C

+/- 0,5°C

Netzwerk

Via Sim kaart

-

Wesite

Friggatech.com

Emerson.com

A90 Real-Time Temperature monitor von Friggatech

Go Contact von Emerson

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Datenlogger

4. Luftfeuchtigkeit Die Temperatur ist nicht der einzige wichtige Parameter, den es zu überwachen gilt, wenn es um die Qualität von Obst und Gemüse während des Transports geht. Auch die Luftfeuchtigkeit kann ein wichtiger Aspekt sein. Sensitech erklärt, dass sich sowohl eine hohe als auch eine niedrige Beispiele für solche Datenlogger:

Introducing the TempTale® Ultra Humidity monitor—a sleekly designed, USB humidity an temperature datalogger that can measure ambient temperatures from -30°C to +70°C a humidity from 0% RH to 100% RH. Luftfeuchtigkeit negativ auf die Qualität aus-

wirkt, vor device allemautomatically bei Obst und Gemüse mitPDF and encrypted raw data file without the need for additional softw This compact generates a secure These fileshohen can subsequently be downloaded, einem Wassergehalt, wie etwaviewed Salat,and archived in Sensitech’s TempTale® Manager Desktop (TTMD) softw ColdStream Cold Chain Manager cloud database Gurken, ®Champignons oderprivate Erdbeeren. Um application, built to comply with FDA 21 CFR Part 11 and EC Ann

dasintegrated zu erfassen, gibt es provides Logger, fast die and sowohl The USB connector easy download of data, and automatically generates a secure PDF repor die Temperatur alsconnected auch dietorelative encrypted data file when the USB Luftport of a PC. The large, easy to read LCD display provides instant visibility key trip statistics,messen. current humidity Alarm andFlashLink operatingIn-transit status. feuchtigkeit (MW) and  temperature readings, and clear indication of DeltaTrak BLE Temperatur- und Feuchtigkeitslogger

The TempTale Ultra Humidity monitor meets IATA’s 2018 Dangerous Goods Regulations 59th Edition and thus requires no ad shipment labeling.

Sensitech

Was?

FlashLink • Thin 15.2mm housing designIn-transit BLE Temp Tale Ultra Humidity Temperatur and • 3-Point NIST traceable Certificate of Humidity Calibration accessible Features Loggersoftware 40910 in TTMD or ColdStream

Sensortypen

with clear indication of alarm status Temperatur und• Large LCD screenTemperatur und and trip statistics Luftfeuchtigkeit Luftfeuchtigkeit

Lebensdauer Batterie

1 Jahr

Temperaturbereiche

-30°C - +70°C

Temperaturgenauigkeit Website

Sample running disp no alarm

TempTale Ultra Humidity Features

Wer?

DeltaTrak

• 32,000 readings (16,000 temperature/16,000 humidity)

Sample stopped disp alarm

• Single Use, Single Use Overwrite, and Multi Use recording optionsBis 90 Tage

• Download directly to PC via integrated USB connector

-30°C - +70°C

• Configurable PDF options such as, time zone, language PDF/A file format +/- 0,5°C (-10°C bisand 45°C) -+/- 1C (-3°C bis -25°C)

sonst +/-1°C

• Add shipment information to shipping to display on +/- 0,5°Cprior (-25°C bis +70°C) PDF report and in software when monitor is downloaded

Sensitech.com • Write-protected flash Deltatrak.com drive for virus protection

Temp Tale Ultra Humidity Features von Sensitech

TempTale Manager® Desktop Software

ColdStream® Cold Chain Manager

TempTale Manager® Desktop (TTMD) is a robust, multi-lingual, Windows-based software application that is used for configuring, downloading, and archiving time and temperature data collected from TempTale temperature monitors. The power of TTMD software lies in its intuitive user interface that allows users to effortlessly analyze trip data in order to make high-quality shipment disposition decisions, and ensure that Standard Operating Procedures (SOPs) are delivering acceptable results.

ColdStream® Cold Chain Manager (CCM) is a validated hosted and secure relational database application that is accessible via the Internet for query, reporting and analy stored data. ColdStream CCM provides centralized stor time and temperature records in a secure, 21 CFR Part compliance repository. The hosted database application enables robust cold chain data analysis, reporting, and p opportunities for process improvement.

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Zucht

Robert Graveland, HZPC:

„Europa kann seine Innovationen nicht verwerten“ Rechtsvorschriften wird das Ergebnis von Gen-Editing juristisch als GVO behandelt, so dass es nicht als gängige Sorte auf den Markt gebracht werden kann.

Pflanzveredlung bei HZPC Bild: Sietse Veenstra

Anwendungsverbot von Gen-Editing in Europa treibt Kartoffelveredeler ins Ausland, um im weltweiten Feld der Wettbewerber mithalten zu können

„D

ie Verbesserung von Kartoffelsorten ist für uns der Kernwert des Unternehmens,“ sagt Robert Graveland, Geschäftsführer Research von HZPC, wo man sich seit 1898 auf Kartoffelveredelung, Pflanzguthandel und Produktkonzeptentwicklung konzentriert. „Es zeigt sich, dass wir einen großen Teil der genetischen Vielfalt noch nicht benutzt haben. Da steckt noch viel Potenzial drin.“ Bei der möglichen Anwendung dieses Potenzials seien Schnelligkeit und Kontrolle entscheidende

Aspekte, erklärt Robert. Eine der Möglichkeiten zur Beschleunigung dieses Prozesses besteht in der zielgerichteten Mutation einer bestehenden Kartoffelsorte, um eine Eigenschaft mittels genetischer Anpassung zum Beispiel durch Crispr-CAS zu verändern. Robert sagt, dass so beispielsweise eine Resistenz geschaffen, oder eine Sorte auf diese Weise salz- oder hitzeresistent gemacht werden kann. In manchen

JENSEITS VON EUROPA Die Tatsache, dass mit Gen-Editing erzielte Sorten unter anderem in Europa als GVO betrachtet werden, führt zu Problemen. „Juristisch betrachtet ergibt Gen-Editing einen GVO, wissenschaftlich betrachtet ist es einfach ein Mutant. Es fehlt dann nur ein kleines Stück DNA aus dem Erbgut, vergleichbar mit ein paar Legosteinen aus einer Kiste mit 800 Millionen Legosteinen. Eine solche Mutation kann auch in der Natur vorkommen.“ Robert erklärt, dass in anderen Regionen, etwa den Vereinigten Staaten oder Japan, solche durch Gen-Editing erzielten Mutanten durchaus als gängige Sorten auf dem Markt zugelassen werden. Als Beispiel nennt er die in Japan für den Markt zugelassene Kartoffel, die den Giftstoff Glykoalkaloid nicht produziert.

„Wenn wir diese Techniken anwenden können, hilft uns das enorm. Das ist ein neues Werkzeug in unserer Veredelungs-Werkzeugkiste.“ Obwohl Robert erwartet, dass Gen-Editing auf lange Sicht auch in Europa verfügbar sein wird, merkt er, dass das Wettbewerbsumfeld außerhalb Europas schneller ist, was demnach dazu führt, dass HZPC sich jenseits der Niederlande und Europas umschaut. „Wir sind ein Weltspieler, da müssen wir also dran bleiben. Daher schauen wir uns jenseits von Europa um und gehen mit diesen Techniken und Sorten an die Arbeit.“

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Derzeit arbeitet HZPC mit Gen-Editing im eigenen Labor an neuen Kartoffelsorten für Amerika, aber Robert schließt nicht aus, dass es über Servicepartner auch anderswo zu Initiativen kommt. „Unser Wunsch ist das nicht. Unsere Basis sind die Niederlande. Wir halten die Niederlande für ein fantastisches und innovatives Land, vor allem auf dem Gebiet der Veredelung. Es gibt tolle Entwicklungen hier in den Niederlanden, unser Land ist bei Kartoffeln, im Zierpflanzenanbau und bei Gemüsesaatgut tonangebend in der Welt.“ Robert erklärt, dass ein großer Teil der Technologie, deren Ergebnisse nicht auf den Markt gebracht werden dürfen, dennoch in Europa entwickelt wurde. „Europa ist leider nicht in der Lage, seine Innovationen zu verwerten. Ich meine, dass Gen-Editing eine sehr verantwortungsbewusste und akzeptable Technik ist, auch für die Gesellschaft.“ Robert erwähnt ausdrücklich, dass HZPC eng an der Kartoffel bleiben will und keine harte GVO will.

HIN ZU ROBUSTEN SORTEN Robert sieht vor allem die Ergebnisse des Gen-Editing, etwa eine PhytophthoraResistenz, um Pflanzenschutzmittel einzusparen, oder eine Dürretoleranz, um Wasservergeudung zu vermeiden. Dies sei eine

Fallschutzsegel

Chance, den Verbraucher über den möglichen gesellschaftlichen Wert dieser Techniken zu informieren und ihn davon überzeugen zu können. Dabei erwartet Robert, dass der Einsatz von Gen-Editing auch einen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit leisten kann, nämlich bei der Versorgungssicherheit mit Nahrungsmitteln. Aufgrund von Wetterextremen gibt es weniger Sicherheit und daher Bedarf an robusten Sorten, so Robert. „Die Pflanzkartoffeln und die Speisekartoffeln müssen produziert werden können, wofür wir Sicherheit wollen, ohne Pflanzen zu verlieren oder zu vergeuden.“ Er betrachtet es als die Aufgabe von HZPC, sich mit Genetik daran zu beteiligen und es dem Erzeuger auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes sowie des Ertrags- und wirtschaftlichen Potenzials mit geringem Einsatz einfacher zu machen. „Das geht, und es geht besser. An diesem Fortschrittsgedanken müssen wir festhalten. Seitens der Veredelung können wir da sehr große Schritte machen.“ Robert prophezeit, dass der bestehende Pool der Kartoffelsorten in den kommenden 10 bis 15 Jahren nach und nach vollständig erneuert wird, um Platz zu machen für robuste Sorten, die mit Wetterextremen besser umgehen können. Einige dieser Sorten stehen kurz vor der

Markteinführung. „Diese Sorten werden den Markt verändern. Sie haben eine bessere Resistenz gegen Viren, Fusarium und Phytophtora und ein höheres und stabileres Ertragspotenzial. Allerdings sind sie neu und müssen sich in den kommenden 25 Jahren in der Kette unter Beweis stellen, und nicht alle werden dabei erfolgreich sein. Wenn sich bestehende Sorten mit einem großen Marktvolumen mit GenEditing anpassen lassen, so wird sich das innerhalb von fünf bis zehn Jahren schon deutlich in der Gesellschaft zeigen.“ Dabei fasst Robert als Bedingung für den Erfolg mehr die zu leistenden Anstrengungen der gesamten Kette ins Auge als behördliche Regulierungen. „Ein Erfolg wird sich für uns nur dann einstellen, wenn die gesamte Kette sagt ‚Wir wollen etwas verändern‘.“ Das wird vielleicht auch einen Preis haben, weil man bestimmte Dingen beenden oder anpassen muss. Wenn wir alle in der Kette das tun, führt das auch zum gewünschten gesellschaftlichen Ergebnis. Dann ist vieles möglich und die Regulierung durch Behörden wird unnötig,“ sagt Robert abschließend. (MW)  Robert.graveland@hzpc.com

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Zucht

Pieter Vermeulen, Sakata:

„Der Handel muss sich weiterhin auf Snacktomaten mit Geschmack konzentrieren“ Snacktomate hier, Snacktomate da, der Verbraucher kann gerade nicht genug davon bekommen. Die Auswahl für den Verbraucher ist riesig, aber auch für die Handelsunternehmen. Sie bekommen jedes Jahr neue Sorten angeboten, aus denen sie aussuchen können – in diesem Jahr auch aus drei, eigentlich sogar vier, neuen Sorten von Sakata in den Farben Rot, Gelb und Braun. „Auf dem Markt ist immer Platz für eine besondere Tomate ihrer Art, solche Sorten mit gutem Geschmack und guter Haltbarkeit stehen jetzt bereit.“

D

as sagt Pieter Vermeulen, als Hightech Indoor Crop Specialist bei Sakata verantwortlich für Verkauf und Entwicklung, u.a. von neuen Snacktomaten in Nordwesteuropa. Er zählt die Neuzugänge nacheinander auf und kommt sogar auf fünf, nämlich Lemonstar F1, Scarlet Star F1, Crimson Star F1 als ‘absolut neue’ Sorten, die vor einem Jahr eingeführte Chocostar F1, und Bellastar F1 als die Sorte, die auf dem Markt schon etwas besser bekannt ist. Der gemeinsame Nenner: ‘Star’ ist im Namen enthalten. Bei Sakata tragen die Sorten ‘Star’ im Namen, wenn das Geschmacksniveau die von Sakata festgesetzte Schwelle überschreitet, erklärt Pieter. „Von allen Sorten kann Bellastar F1 am besten als ‘Grunderzeugnis’ bezeichnet werden“, sagt Pieter. „Das ist eine Sorte mit hoher Produktion, gutem Fruchtgewicht, kurzen Spaltrispen und damit geringeren Kosten für den Erzeuger beim Anbau der Sorte. Der Geschmack ist nicht am ausgeprägtesten, aber dem steht dann eine sehr gute Haltbarkeit gegenüber.“ SICH MIT HALTBARKEIT ABHEBEN Aufbauend auf den starken Punkten von Bellastar F1 konnte Sakata zwei neue Sor-

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ten entwickeln, ebenfalls rote Naschtomaten. „Sowohl Scarlet Star F1 als auch Crimson Star F1 haben einen noch besseren, intensiveren, ausgeprägteren Geschmack als Bellastar F1. Dabei ist Crimson Star F1 eine Sorte, die sehr früh in Produktion kommt und sich auch für belichteten Anbau sehr gut eignet. Auf richtige Weise angebaut kann sich die Sorte der Konkurrenz auf dem Markt stellen. Das Ausgeizen der Rispen ist der Knackpunkt, denn so erhält der Erzeuger ein gutes Fruchtgewicht.“ Handelsunternehmen sowie letztlich der Einzelhandel und andere Verkaufsparteien können mit dem Ausgeizen der Rispen vielleicht nichts anfangen. Aber Haltbarkeit, durch die sich vor allem Scarlet Star F1 bezüglich des Marktes auszeichnet, sollte die genannten Parteien durchaus ansprechen, erwartet Pieter. „Es ist doch sehr wichtig, dass eine Tomate gut haltbar ist und sich auch im Regal gut präsentieren lässt. Uniformität kommt auch dort an, sowohl bei der Form, beim Fruchtgewicht und im Geschmack. Jeder will das ganze Jahr über eine gut aussehende, wohlschmeckende Tomate, die ihn nicht enttäuscht.“

FLUKTUATION NICHT ZUGESTANDEN Neben den genannten roten Neuheiten Scarlet Star F1 und Crimson Star F1 präsentiert Sakata auch eine neue gelbe Snacktomate. Der Name Lemonstar F1 verrät die Farbe. „Es gibt relativ wenig Gelb auf dem Markt“, bemerkt Pieter, „daher sehe ich Chancen mit dieser neuen Sorte, die ein gleichförmiges Fruchtgewicht hat, eine hohe Produktion und vor allem auch einen guten Geschmack. Mit einem Brix von oberhalb 8.0 während des gesamten Jahres sorgt Lemonstar für eine ideal gelbe Frucht in der Mischpackung. Dabei dreht sich nicht alles um den Brix. Der Brix ist wichtig, aber es geht gerade auch um eine gute Balance zwischen Süße und Säure. Auch die braune Naschtomate Chocostar F1 macht sich gut in der Mischpackung. Ein großer belgischer Erzeuger ist sehr zufrieden mit Geschmack, Fruchtgewicht und Haltbarkeit.“ Um Aussagen über den Geschmack machen zu können, lässt Sakata die Sorten von mehreren Testpanels probieren, sowohl in den Niederlanden bei Wageningen University & Research, als auch in Lille (ISA-Institut). „Sorten müssen ganzjährig vom Geschmack her gut abschneiden und dürfen keine Fluktuationen zeigen, bei denen der Geschmack beispielsweise im Frühjahr und Herbst nachlässt. Das kann man sich nicht erlauben, wenn man mit einer Sorte eine Position im Regal aufbauen möchte.“

MEHR ALS 12 GRAMM IST ZU SCHWER Abgesehen von seinen Kontakten an der Verkaufsseite der Kette steht Pieter auch in engem Kontakt mit Erzeugern. „Erzeuger


wollen hohe Produktion, unter dem Druck der Marktentwicklung und dessen, was der Markt von ihnen verlangt. Darauf stellen wir uns als Veredelungsunternehmen also auch ein. Zugleich müssen wir aber auch der Versuchung widerstehen, zu sehr den Aspekt einer hohen Produktion in Kombination mit hohem Fruchtgewicht bei weniger Geschmack zu betonen. Das Augenmerk muss weiterhin auf dem Geschmack liegen.“ Pieter weist dabei auch ausdrücklich auf die Handelsunternehmen. „Sie entscheiden, welche Züchtungen und Sorten sie kaufen und verkaufen wollen.“ Da der Markt den Schwerpunkt auf hohe Produktion legt, haben Naschtomaten über die Jahre vom Fruchtgewicht her zugelegt, wie Pieter bemerkt: von etwa 10 Gramm auf manchmal sogar 14, 15 oder 16 Gramm. „Bezeichnenderweise zeigte sich bei kürzlichen Tests von Verkostungsausschüssen, dass den Prüfern die größeren Maße eigentlich zu schwer waren. Einige fanden sogar 12 Gramm schon zu schwer, weshalb wir nachdrücklich auf die Entwicklung von Sorten zwischen 10 und 12 Gramm setzen.“ MISCHUNGEN Wenn man den Verbraucher zum Kauf und zum Genuss einer Tomate verführen will,

entscheidet der Geschmack über Wiederholungskäufe. Aber als erstes sorgt das Auge dafür, dass sich der Verbraucher für eine Tomate entscheidet. Mischpackungen voller Farben helfen dabei und sehen vergnüglich aus. „In einer solchen Mischpackung mit Tomaten unterschiedlicher Färbung ist die Tomatensorte oder -farbe mit der geringsten Haltbarkeit jene, die über den Erfolg entscheidet. Wir achten daher genau auf eine einheitliche Haltbarkeit und achten in unserem breiten Sortiment Snacktomaten mit allerhand Farben auf guten Geschmack und gute Haltbarkeit.“

Hilfreich bei der Markteinführung neuer Sorten ist Pieter zufolge allerdings, dass immer mehr Erzeuger immer mehr Kontrolle haben. „So entscheidet sich der Erzeuger wirklich selbst für die Tomate, die es ihm ermöglicht, bei geringen Kosten ein möglichst gutes Produkt anzubauen. Wenn dann eine neue Sorte im Vergleich zur Referenz auf dem Markt hinsichtlich Pflückleistung, Kosten sowie Geschmack, Form und Haltbarkeit besser ist, so fällt dem Erzeuger die Wahl nicht schwer. Anschließend wird auch der Handel, dem es doch nicht nur um ein paar zusätzliche Kilos geht, leichter mit einer neuen Sorte auf den Markt gehen. Lassen wir also den Ball, das Saatgut und

Pieter Vermeulen in Aktion bei Delphy mit Paul van der Nat von Delphy. Bild: Pieter Prins

später die Snacktomaten mal ins Rollen kommen. Mit diesem neuen Sorten sind wir bereit dafür.“ (TT) 

pieter.vermeulen@sakata.eu

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Zucht

Steven Oosterloo, Flevo Berry:

„Der Siegeszug der Elsanta-Erdbeere ist vorbei” Der Ort des Interviews wurde diesmal umständehalber verlegt. Nicht in seinem Büro in Ens sprechen wir mit Steven Oosterloo, dem Geschäftsführer von Flevo Berry, sondern bei sich zu Hause. Mit gebührendem Sicherheitsabstand sprachen wir über die Möglichkeit des ganzjährigen Anbaus von Erdbeeren in Nordeuropa und andere Entwicklungen. „Man kann sagen, dass wir in diesem Jahr erstmals eine Wende in der Erdbeerwelt sehen“, sagt Steven. „Die Zeit, als es nur eine Sorte für die Erzeuger gab, die ist vorbei. Mit unseren Sorten, etwa der Sonsation und der Favori, gibt es mehr Vielfalt auf dem Feld, über die Elsanta-Erdbeere hinaus.“

O

bwohl Steven seine Arbeit zu Hause fortsetzt, kann das nicht jeder bei Flevo Berry. Das Kerngeschäft des Unternehmens bleibt natürlich die Veredelung von Erdbeeren, was am Küchentisch nur schwer machbar ist. Erst recht nicht, wenn der Frühling kommt, denn trotz der Flevo Berry-Mission, den Produzenten die Möglichkeit zu einem ganzjährigen Anbau von Erdbeeren zu geben, bleibt das Frühjahr die Spitzenzeit. „Bei dem Wetter mussten wir uns mit dem Eintopfen beeilen,“ sagt Steven. „Unsere Veredler bemühen sich, bei den Arbeiten die entsprechenden Puffer anzulegen, um für den Fall eventueller Krankmeldungen in der Zukunft vorzusorgen. Sollte das passieren, hören die Erdbeeren ja nicht auf zu wachsen. Wir haben derzeit eine Reihe 62

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potentieller Sorten in den Gewächshäusern stehen und müssen demnach Herr der Lage bleiben. Wir schauen uns deshalb jetzt genau an, welche Auswahl gut ist und welche nicht, und so arbeiten wir im Voraus nach Schema.“ Die Veredelung von Erdbeeren findet bei Flevo Berry in erster Linie im Gewächshaus statt. „Mittlerweile ist das bei den Erdbeerveredelern keine Ausnahme mehr, aber wir haben damit seinerzeit als erstes begonnen. Wir testen sie zwar noch im Freiland, denn viele der Erzeuger, die unsere Sorten in Deutschland und in Skandinavien anbauen, sind Freilandbetriebe. Wir sehen beim Anbau auch eine Verschiebung bei den Anbautechniken. So gibt der Freilandanbau von Erdbeeren immer mehr nach gegenüber dem geschützten Anbau

und dem Anbau im Gewächshaus. In einem Land gehen die Entwicklungen schneller als in anderen. So arbeitet in Großbritannien fast niemand mehr im Freiland, in den Niederlanden geht Freiland schnell zurück. In Deutschland gibt es zwar noch viel Freilandanbau, das verschiebt sich aber jetzt in schnellem Tempo hin zu geschütztem Anbau. Der geschützte Anbau ist ein weniger großer und billigerer Schritt als der hin zum Anbau in einem Gewächshaus.“

GEFÜHL ‘Neue, holländische Freiland-Erdbeeren’: So einen Slogan verwendet manch ein Händler, um den Kunden zum Kauf von Erdbeeren zu animieren. „Die Leute haben noch immer das Gefühl, dass diese Erdbeeren in der Saison am leckersten sind,“ sagt Steven. „So ist in Deutschland die Eröffnung der Erdbeersaison noch immer genauso wichtig wie die Eröffnung der Spargelsaison. Das lässt sich auch am Erdbeer-Absatz ablesen, dessen Spitze noch immer in den Frühlings- und Sommermonaten liegt. Dennoch merken wir, dass sich die Leute mehr und mehr für Erdbeeren außerhalb der Saison interessieren, auch in den Wintermonaten. Derzeit ist die Nachfrage noch gering, wir beobachten jedoch von Jahr zu Jahr eine Zunahme. Es ist so wie bei den Tomaten. Die waren seinerzeit auch ein


Die Erdbeerpflanzen im Gewächshaus von Flevo BerryFavori wurde schon ein paar Mal mit dem Titel ‘Leckerste Erdbeere der Niederlande’

Flair

Furore

Saisonprodukt, was die meisten Menschen jetzt gar nicht mehr wissen.“

Steven. „Glücklicherweise ist diese Episode bei den Tomaten vorbei und wir sehen auch viele unterschiedliche Varianten auf dem Markt, wie etwa Kirschtomaten, Snacktomaten und Tomaten unterschiedlicher Färbung. Das soll nur verdeutlichen, wie wir uns die Zukunft der Erdbeeren vorstellen. Der Markt für Erdbeeren ist noch immer sehr eintönig. Das lässt sich also ändern.“

GESCHMACK Die geschmacklose Phase wurde bei Flevo Berry allerdings ausgelassen. „Drei Dinge haben bei uns einen hohen Stellenwert,“ sagt Steven. „Geschmack, ganzjähriger Anbau und Nachhaltigkeit. Dieser Geschmack ist bei Erdbeeren auch entscheidend. Wir sprechen daher auch manchmal vom ‚first moment of truth‘

Wenn man allerdings an Tomaten denkt, taucht auch schnell das Bild von geschmacklosen Tomaten auf, die außerhalb der Saison angeboten werden. „Es gab tatsächlich mal eine Zeit, da sprachen die Deutschen von der Wasserbombe,“ lacht

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Zucht

Wir haben dies immer berücksichtigt, der Geschmack hat bei uns einen hohen Stellenwert. Nicht umsonst kommt ‘die schmackhafteste Erdbeere der Niederlande’ aus unserem Sortiment: die Favori.“

Ein Teil des Flevo Berry-Teams, ganz links Steven Oosterloo

(FMOT) und dem ‚second moment of truth‘ (SMOT). Vor allem die Erzeuger in Deutschland und Skandinavien, wo viel Direktverkauf an den Verbraucher stattfindet, haben uns immer wieder ans Herz gelegt, dies

zu berücksichtigen. Erdbeeren lassen sich zunächst durch Farbe, Geruch und Äußerliches (FMOT) verkaufen, aber der Verbraucher kehrt nur dann zurück, wenn auch der Geschmack stimmt (SMOT).

Was den ganzjährigen Anbau betrifft, so ist dieser mit den Erdbeersorten von Flevo Berry schon möglich. „In Kombination mit den richtigen Anbautechniken können wir dies bereits verwirklichen, sowohl mit immertragenden Sorten als auch mit den Sorten, die im Juni tragen. Immertragende Sorten werden normalerweise zwischen Mai und Oktober geerntet, aber man kann sie auch im August pflanzen und hat den Ertrag dann im Winter. Das gleiche gilt für Sorten, die im Juni tragen. Diese werden, wie schon der Name sagt, normalerweise über sechs Wochen in der Zeit um Juni geerntet, aber wir können sie mit Veredelung auch im Winter anpflanzen. Diese im Juni tragenden Sorten haben in kurzer Zeit mehr Ertrag als die immertragenden Sorten. Unsere Zielstellung ist die Entwicklung von Sorten für den Markt mit möglichst wenig Input von außen, um sie optimal wachsen zu lassen. Für die Veredelung in

S O N S AT I O N 64

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den Wintermonaten sind wir daher auch in der Welt umhergereist auf der Suche nach einem Anbauprogramm, das sich den Wintererdbeeren widmet. Dies haben wir schließlich 2015 in Südkorea gefunden, im Anbauprogramm von Erdbeeranbauern in der Provinz Damhyang-Gun. So haben wir den Genpool dieser beiden Länder austauschen können.“

Steven zufolge ist den Erdbeererzeugern mit ganzjähriger Produktion geholfen. „Es gibt diverse Vorteile des ganzjährigen Anbaus. So brauchen die Erzeuger zu Beginn der Saison nicht mehr die Importerdbeeren aus Spanien, Marokko und Ägypten aus dem Markt drängen, weil sie ganzjährig am Markt bleiben können. Normalerweise überlassen wir diesen Ländern den Markt im Januar. Außerdem können wir die mehr als 500 Hektar Erdbeergewächshäuser in den Niederlanden besser benutzen und der Absatz lässt sich besser verteilen, was für einen besseren Ertrag beim Erzeuger sorgt. Um den Kostenpreis zu drücken, setzen wir auch auf die Veredelung von Erdbeeren, so dass mit möglichst wenig Input angebaut werden kann. Auf diese Weise erhoffen wir uns auch einen schnellen Rückgang

beim Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln, indem wir unsere Erdbeersorten resistent oder tolerant machen. So haben wir die Erdbeer-Wurzelkrankheit Phytophthora schon erfolgreich anpacken können. Früher konnte ein Anbauer mit 100.000 Erdbeerpflanzen etwa 10.000 bis 15.000 Pflanzen an diese Krankheit verlieren. Mit stärkerer Genetik besteht dieses Risiko nicht mehr.“ Ganzjährige Produktion, optimale Verwendung der niederländischen Gewächshäuser und resistente Erdbeeren tragen ebenfalls zur Nachhaltigkeit des Erdbeeranbaus in den Niederlanden bei. „Das sind Entwicklungen, mit denen wir schon vor zehn Jahren begonnen haben, denn das ist die Zeitspanne, die man braucht, um eine Erdbeersorte erfolgreich zu veredeln. Momentan können wir mit unseren Flair, Sonsation, Faith, Florentina und Favori ein tolles Sortiment anbieten, um das zu erreichen. Damit erkennen ist wir in diesem Jahr auch eine Wende, wobei der Erdbeerenanbau nicht länger nur auf einer Sorte beruht, nämlich der Elsanta. Wir sind froh, seinerzeit die richtige Entscheidung getroffen zu haben.“

Aber es war natürlich vor zehn Jahren unmöglich, den Coronavirus-Ausbruch zu erahnen. „Derzeit hängt das wie eine dunkle Wolke über dem ganzen Erdbeeranbau, vor allem, weil es auf die Ernte ankommt, die sehr arbeitsintensiv ist, und den Verbrauch. Leider stecken die Entwicklungen eines Erdbeerpflückroboters, an dem hart gearbeitet wird, noch in den Kinderschuhen. Im Sommer müssen wir alle viele Erdbeeren essen, um die Erzeuger zu unterstützen.“ (TD)  stevenoosterloo@Flevo Berry.nl

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Erdbeeren

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20 ha Gewächshausanlage bedeutet auch lange Strecken. Der geschützte Anbau von Weichobst ist in Nordwesteuropa ganz klar auf dem Vormarsch. Solche lange Strecken mit roten Sommerköninchen werden wir also bald öfter sehen.

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Erdbeeren

Volker Janssen zum modernen Gewächshausanbau in Deutschland: Vorteile und Herausforderungen

„Landwirtschaft aus Liebhaberei funktioniert leider nicht“

Volker und Dominik Janssen ©Landgard/Lina Nikelowski

Die Produktion von Obst und Gemüse im Gewächshaus oder andere geschützte Anbaumethoden bringen vielerlei Vorteile mit sich. Der Schutz gegen die Witterung, vereinfachte Arbeit und bessere Qualität sind nur wenige der Argumente für den geschützten Anbau. Das sind sicherlich auch die Gründe, warum unsere Nachbarländer, wie die Niederlande und Belgien, die Technik immer weiter perfektionieren und eine Vorreiterstellung in der Branche haben. Deutschland hinkt noch etwas hinterher, und das, obwohl Regionalität und einwandfreie Qualität hier eine so große Rolle spielen. Wir sprachen mit Volker Janssen, der in Viersen, nahe der niederländischen Grenze, auf fast 20 Hektar Erdbeeren und Tomaten für den deutschen Markt anbaut. baut Erdbeeren im Treibhaus, Janssen Foliengewächshaus und im Folientunnel

an. „Wir kommen aus dem Gemüsebau – vor 25 Jahren haben wir mit dem Anbau von Substrattomaten begonnen und seit 2003 haben wir Erdbeeren im Treibhaus. Seither sind wir im Erdbeersektor weiter gewachsen.“ Vor gut einem Jahr ist auch sein Sohn mit ins Geschäft mit eingestiegen.

„DIESE MÖGLICHKEIT ZU VERWEIGERN IST FÜR MICH WETTBEWERBSVERZERRUNG“ Ein wichtiger Faktor bei der Spezialisierung der Janssens auf die Erdbeeren war die Energieproblematik: „Gas wird nicht subventioniert, vor Jahren musste man auf Kohle umsteigen und dann auf Holz. Die Energiepreise sind starken Schwankungen

Am Karfreitag erreichten die ersten Erntehelfer den Flughafen in Düsseldorf. Die Mitarbeiter wurden entsprechend der Sicherheitsmaßnahmen, mit Mundschutz und Abstand weiter transportiert. Bereits am Flughafen gab es gesundheitliche Untersuchungen. „Es hat alles sehr gut funktioniert und ich konnte 35 Erntehelfer abholen, die bereits am Osterwochenende ihre Arbeit beginnen können“, kommentiert Volker Janssen auf Nachfrage. Die Erntehelfer können für 15 Tage in Deutschland bleiben, es gebe aber nach wie vor noch keine Information darüber, wie die Abreise der Arbeiter, die bereits seit einigen Monaten in Deutschland festsitzen, realisiert werden kann.

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ausgesetzt.“ Für den Gewächshausanbau in Deutschland ist die fehlende Subvention ein Problem, und auch die Strompreise sind zu hoch im Vergleich zu den Nachbarn in Benelux: „Beleuchtung ist in Belgien und den Niederlanden ein wichtiger Bestandteil des Anbaus, bei Strompreisen, die fast fünfmal höher sind als der Preis dort, ergibt das für uns keinen Sinn.“ Die Belichtung ermögliche andere Produktionssaisons und eine bessere Flächennutzung: „Deutschen Erzeugern diese Möglichkeit zu verweigern ist für mich Wettbewerbsverzerrung.“

Das spüre man am deutschen Markt. Anfang April fängt die Tomatenproduktion in Deutschland an, da stehen Belgien und die Niederlande bereits voll in der Ernte: „Und das zu einem Zeitpunkt, zu dem der europäische Markt geradezu nach Gemüse lechzt. Das wäre eine ideale Zeit um die Nachfrage mit regionalem Gemüse zu stillen.“ Trotz allem ist der geschützte Anbau der bevorzugte Weg für Janssen. Der Klimawandel spielt klar eine Rolle dabei: „Wir haben nun zwei extreme Sommer hinter uns, 2018 war sehr heiß, 2019 sehr trocken. Als Unternehmer möchte man kontinuierlich stabile Konditionen – das kann man im Freiland schwer erreichen, da man immer vom Wetter abhängig ist.“ Auch in Bezug auf den Arbeitskräftemangel bringt der Anbau in Stellagen Vorteile mit sich: „Ergonomische Arbeitsplätze werden


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immer wichtiger, und das Personal möchte sich natürlich nicht bücken. Wenn man seinen Erntehelfern bessere Konditionen bietet, kommen sie auch gerne wieder zurück. Das ist heutzutage wichtig.“

WEG VON DER GANZJÄHRIGEN PRODUKTION „Wir beginnen Anfang April mit den ersten Erdbeeren aus dem beheizten Gewächshaus, im Mai kommt die Ware aus dem Foliengewächshaus, im Juli beginnen wir mit Tunnelware. So haben wir vom 1. April bis Ende November Erdbeeren in Premiumqualität zur Verfügung. Diese geht dann, unter anderem durch die Erzeugergenossenschaft Landgard, an den Lebensmitteleinzelhandel. Außerdem haben wir unsere Eigenmarke Edelrot.“ Nach der letzten Ernte im Gewächshaus muss man dann noch nachheizen um die Pflanzen zu regenerieren.

Vielerorts streben Erzeuger eine möglichst ganzjährige Versorgung mit Produkten an, nicht so Volker Janssen: „Das wäre zwar in der Theorie schön, praktisch rentiert es sich nicht. Im November haben wir nur den deutschen Markt für den Absatz und die Preise reflektieren dann nicht die zusätzlichen Energiekosten. Unter diesen Konditionen ist es leider so, dass sich eine längere Pause im Winter mehr lohnt als eine durchgängige Produktion.“ Damit bewegt er sich gegen den Trend der Ganzjährigkeit, jedoch aus gutem Grund.

Da Deutschland kein Exportland ist, sei es schwer für einheimische Produkte, und die berüchtigt niedrigen Preise, die der Handel für sie zahlt: „So mancher beginnt zu zweifeln ob wir wirklich von einer Marktwirtschaft sprechen können, wenn der Lebensmitteleinzelhandel machen kann was er will. Der Verbraucher fragt nach qualitativ hochwertigem, regionalem Obst und Gemü-

Nächste Woche sieht es vermutlich schon ganz anders aus. Wir sind mit Gewächshauserdbeeren unter den Ersten, die mit der Ernte beginnen. Nach Ostern geht es dann schnell mit anderen Kulturen los und bis dahin muss der Wechsel bei den Arbeitskräften passiert sein.“

Er fühlt sich von der deutschen Regierung hinten an gestellt: „Natürlich müssen die Menschenleben über die Wirtschaft gestellt werden, aber wir müssen alle auch etwas zu essen Gewächshauserdbeeren der Marke Edelrot haben. Wie sind andere EU-Länder damit umgegangen? Wir se, sobald die Importware jedoch den Preis haben sowieso einen Nachteil gegenüber unterbietet, wird umgeschwenkt. Da muss den Ländern, die ihre Waren nach Deutschman sich als Erzeuger drauf einstellen.“ land exportieren, und werden jetzt erneut Auch hier fällt der Blick auf unsere Nach- hinten angestellt.“ Der Vorschlag Personen barländer: „In Belgien werden belichtete aus anderen Wirtschaftsbereichen, wie der Erdbeeren im Januar für acht bis zehn Euro Gastronomie, einzusetzen sei nett gemeint pro Kilogramm verkauft, die Ware ist den gewesen, in der Praxis jedoch nicht umzuPreis wert, weil sie schmeckt. Das wäre hier setzen. „Wir bekommen viel Resonanz unvorstellbar.“ aus der Bevölkerung, die Leute wollen der Landwirtschaft helfen, und es freut uns CORONAKRISE IM ANBAU sehr das zu sehen. Jeder kommt jedoch mit Da Janssen fast ausschließlich den Einzel- sehr speziellen Vorstellungen und Wünhandel bedient hat er bisher durch das schen was die Arbeitszeiten angeht. Wir Coronavirus noch keine Einbußen erlitten, brauchen keine 200 Leute, die alle hier und der Mangel an Saisonarbeitern wird jedoch da mal ein paar Stunden arbeiten kommen auch ihn betreffen. „Das Ostergeschäft läuft können. Wir brauchen 70 bis 80 Leute, die gut, Preise und Nachfrage sind auf einem in 48 Stunden pro Woche ernten können. guten Niveau, aber wir decken den Bedarf In der Landwirtschaft zu arbeiten bedeutet mit Mitarbeitern, die bereits seit Monaten nun mal auch am Wochenende mit dabei hier feststecken und gerne heim gehen zu sein, das ist nicht jedem bewusst. Wir würden.“ Das Versprechen von 40.000 müssen strenge Auflagen beachten, was Erntehelfern sei zwar ein guter Schritt die Mindestabstände und Pausen angeht, gewesen, die Bedingungen jedoch ‚typisch je mehr Personen hier sind, desto mehr deutsch‘ – umständlich und bürokratisch wird die Hygiene zum Problem. Mein Fazit – und die Anzahl für ganz Deutschland zu daher: Es ist eine gute Idee aber nicht gering. „Man muss mit viel Aufwand online umsetzbar. Die Leute müssen arbeiten wolum die Mitarbeiter buhlen. Und noch wis- len und den gleichen Einsatz in 48 Wochensen wir nicht wie es laufen wird, denn die stunden stecken, wie sie das auch in einem Leute sind noch nicht da. Nun müssen wir anderen Job getan hätten. Dann können wir noch weiter mit der Ungewissheit leben. das schaffen. Landwirtschaft aus LiebhabeWenn uns die Krise eines gezeigt hat, ist es, rei funktioniert leider nicht.“ (LH)  wie schnell sich die Dinge ändern können.

Erdbeeren und Tomaten werden teilweise direkt ab Hof in Automaten verkauft.

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Erdbeeren

Erzeuger in Umstellung startet mit Bio-Erdbeeren Eine neue Pflanze, ein neuer Kompagnon und Umstellung auf biologischen Anbau. Für Bart Vromans vom Obstanbaubetrieb Terravie steht das Jahr 2020 im Zeichen von Veränderungen. Bart begann 2006 mit dem Anbau von Johannisbeeren in Loon op Zand in Brabant (Niederlande). Mittlerweile ist die Gärtnerei auf 2,7 Hektar Johannisbeeren und ein halbes Hektar Kirschen gewachsen. In diesem Jahr kommt noch einmal ein halber Hektar Erdbeeren hinzu. Und das alles hat mit der Umstellung auf biologischen Anbau zu tun.

„B

eim konventionellen Anbau von Johannisbeeren werden die Großen der Branche immer größer. Da muss man sich entscheiden, ob man bei dieser Umfangszunahme mitmacht oder sich auf einen kleineren Markt verlegen will“, erklärt Bart. „Wir haben uns für die Umstellung auf biologischen Anbau entschieden, was ich schon viel früher wollte. Als ich mit der Gärtnerei begann, habe ich schon einmal damit experimentiert, aber das war nicht so erfolgreich. Wir hatten vor allem viele Probleme mit Mehltau. Mittlerweile habe ich den Anbau viel besser im Griff, zumal ich anderen Gärtnern auch Ratschläge für den Anbau gebe. Daher glaube ich, dass es diesmal gelingen wird.“ ERDBEEREN Die Umstellung auf biologischen Anbau dauert bei Johannisbeeren zwei Jahre. Das heißt, dass Bart die Johannisbeeren in diesem und im folgenden Jahr noch nicht als biologisch verkaufen darf. Bei Kirschen dauert das noch etwas länger, weil deren Umstellungsprozess erst im August des vergangenen Jahres begann. Der Zeitraum der Umstellung ist für einen Erzeuger teuer, weil man zwar die Kosten hat, aber nicht die Erträge, die ein biologisches Produkt ausmachen. „Glücklicherweise kann ich einen halben Hektar Boden von einem biologischen Erzeuger in der Region pachten, dort werde ich mit dem Erdbeerenzüchten beginnen. Da auf diesem Boden schon

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biologisch angebaut wurde, darf ich die Erdbeeren sofort als biologisches Produkt absetzen. Das hilft mir, um die Kosten zu tragen.“ Auch über die Verpackung hat er schon nachgedacht. „Ich habe eine neue 200 Gramm-Packung für die Erdbeeren entworfen. Diese ist teils aus Karton und teils aus abbaubarem PLA hergestellt. Diese Verpackung wird auch von einem Heidelbeererzeuger verwendet.“ Bart wird die Erdbeeren an Nautilus Organic liefern, ebenso wie die Johannisbeeren, wenn die in zwei Jahren ganz und gar biologisch sind. Bei den Kirschen geht das nicht, die kann er nur in einem eigenen Laden und per Verkaufsautomat an Endverbraucher verkaufen.

PFLÜCKER Die Erdbeerpflanzen werden in der zweiten Aprilwoche gepflanzt. Bart hofft, die ersten Erdbeeren Mitte Mai pflücken zu können. „Wir hoffen, sie bis Ende Oktober, Anfang November durchpflücken zu können. In der Erntesaison bekomme ich Hilfe von Schülern. Schulabgänger kommen immer ab Mai, das wird in diesem Jahr vielleicht etwas eher sein.“ Eine dieser Jugendlichen ist seit Januar der neue Kompagnon von Bart. Nach neun Jahren Schule und anderthalb Jahren als fester Mitarbeiter nach dem Erwerb des Diploms wollte sie mehr und machte sich im Betrieb als Partnerin an die Arbeit.

DURCHGEHEND BIS DEZEMBER An Plänen besteht bei den Unternehmern kein Mangel. „Wir werden diese zwei Jahren nutzen, um demnächst einen guten Start mit dem Bioanbau hinzulegen. Zunächst sind wir dabei, neue Pflanzen heranzuzüchten, weil wir etwas Ausfall haben. Wir bereiten den Boden gut vor, damit wir demnächst mit Pflanzen von guter Qualität beginnen können.“ Im letzten halben Jahr hat Bart versuchsweise schon einen Teil der Johannisbeeren biologisch angebaut. Damit ist er nicht unzufrieden. „Die biologisch erzeugten Beeren ernteten wir kurz vor der heißesten Zeit, als ein Teil der konventionellen Beeren verbrannt war. Letztlich konnten wir die biologischen Beeren in unseren ULO-Lagern am längsten aufbewahren. Am liebsten würden wir demnächst Johannisbeeren bis Dezember liefern können. Das ist ungewöhnlich für biologische Johannisbeeren, weil biologische Erzeuger solche Lager nicht haben.“ (JH)  info@terravie.nl


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Wir halten den “TRAIN” der Versorgung am Laufen! Die Zusammenarbeit von DistriRail und Hannibal, einem Tochterunternehmen der Contship Italia Group, kommt zu einem günstigen Zeitpunkt. Ab Februar dieses Jahres haben die beiden Unternehmen ihre Kräfte gebündelt, um eine optimale Lieferkette von Obst und Gemüse zu gewährleisten, und das trotz der Probleme auf logistischer Ebene als Folge der Covid-19-Pandemie.

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Ab März haben die europäischen Länder nach und nach ihre Grenzen geschlossen und ihren Bürgern und Reisenden Beschränkungen auferlegt. Millionen Arbeitnehmer in der Obst- und Gemüsebranche können ihrer Arbeit nicht nachgehen, um zu ernten und zu pflanzen. Mittlerweile hat der Mangel an LKWFahrern in Europa weitere Folgen für die Bevorratungskette diverser Lebensmittel. Um das Problem der Lastwagenkapazität für den Handel in frischen Lebensmitteln über lange Distanzen innerhalb der EU zu mildern und um verlässliche Dienste für die Bevorratungskette zu liefern, bietet Contship den Herstellern und Käufern alternative Lösungen über Plattformdienste und internationale Dienste für intermodalen Verkehr.

beim kurzen Seehandel zwischen den Niederlanden, Großbritannien und Norditalien zu sorgen“, so Daniele Testi, Direktor für Marketing und Kommunikation bei Contship Italia.

Tägliche Zugverbindung Unsere Aufgabe besteht darin, angesichts der derzeitigen Störung für den Transport von Gütern und insbesondere von Frischprodukten über unsere Schienenwege sowie für gekühlte logistische Dienstleistung beim Handel innerhalb der EU und

Auf der italienischen Seite, ab dem Rail Hub Milano, unterhält Hannibal diverse Schienendienste nach Padua, Bari, La Spezia, Genua und zu den Häfen von Ravenna. Außerdem bieten die neuesten Shortsea-Routen Verbindungen mit der Türkei, mit Griechenland, Ägypten und Zypern,

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DistriRail und Contship Italia Group garantieren derzeit eine tägliche Zugverbindung zwischen den Niederlanden (Rotterdam), Belgien (Antwerpen) und Italien (MelzoMilano). Der Schienenkorridor bietet ein spezielles Netzwerk, das alle Tiefseeterminals von Rotterdam verbindet. Über das Terminal im Rail Service Center gibt es über Shortsea-Schifffahrtsrouten auch eine Verbindung mit Großbritannien, Irland, Skandinavien, Island, Russland etc.

mit dem Libanon und Albanien sowie allen wichtigen Hafenzielen im östlichen Mittelmeer. Insbesondere das Ravenna Container Terminal ist ein strategischer Zugangsknoten für den Handel mit Frischprodukten an die Adria und bietet diverse maritime Verbindungen mit sehr schnellen Transitzeiten. Operativ betrachtet werden die Güter aus den Kühlcontainern genommen, direkt auf Kühlwagen geladen und erreichen dann die nordeuropäischen Gebiete über die Straße. Zug sechsmal sauberer als Straßentransport Auf beiden Seiten und in Italien bietet Hannibal auch Zolllager an, in denen sich eine Reihe von Gütern abfüllen lassen, vor allem verderbliche. Auch um den Endtransport zum Kunden können sie sich kümmern. In einem Umkreis von weniger als 70 km vom Rail Hub Milano bietet Hannibal Transportdienste zu Fabriken und Märkten an. Täglich fährt ein Zug zwischen Rotterdam und Melzo-Milano, der nur 17 Stunden braucht,“ sagt Dennis De Roo, der Geschäftsführer von Van Donge & de Roo, dem Stammhaus von DistriRail. „Spediteure können


auch lose Palettenladungen über unsere Partner und Kunden transportieren. Das ist eine gute Alternative bei den derzeitigen Störungen, und es ist längst erwiesen, dass der Schienentransport CO2neutraler ist als der Transport über die Straße. Letzteres wird auch durch die aktuellen Ergebnisse des Umweltbundesamtes bestätigt, des Umweltdienstes der deutschen Regierung: der Zug ist um den Faktor sechs ‘sauberer’ als Lastwagen.“ (https://www.railfreight. com/policy/2020/01/08/rail-freightproduces-6-times-less-co2-thantruck/) Der Schienendienst für Obst- und Gemüseladung wird durch die ‘45’ Feet High Cube Diesel-Electric Pallet Wide Reefer’-Einheiten ermöglicht, die Distrirail und Hannibal den Verladern und Spediteuren anbieten können. Sie können mehr als fünf Tage ohne Plug-in laufen, wobei die Innentemperatur im Bereich von -25 und +25º Celsius bleibt. Der Verbrauch beträgt maximal 2 Liter Diesel pro Stunde, um die kühlste Temperatur einzuhalten. Diese Einheiten entsprechen auf verantwortungsvolle Weise den Vorschriften für den Transport von Produkten wie Fisch, Fleisch, Gemüse, Obst und pharmazeutischen Produkte – Produkte also, die

heutzutage ein durchschnittliches Nachfrageplus der größeren italienischen Einzelhändler um mehr als 20 Prozent gegenüber dem selben Zeitraum 2019 erreicht haben. Außerdem ist Italien einer der größten Produzenten hochwertiger Lebensmittel, deren Zunahme in den kommenden Wochen als Folge der massiven finanziellen Unterstützung erwartet wird, da die italienische Regierung seit dem 6. April mehr als 200 Milliarden Euro gewährt hat, um speziell den Export von ‘Made in Italy’-Produkten zu unterstützen. Luft in Rom und Mailand um 50 % sauberer Die Coronavirus-Pandemie hat einen interessanten Nebeneffekt: die Luftqualität in Europa hat sich aufgrund der deutlichen Abnahme des Autoverkehrs verbessert. Angaben der Europäischen Umweltbehörde (EMA) zufolge sind die Konzentrationen schädlicher Stoffe in der Luft in Rom und Mailand um 50 Prozent zurückgegangen. Schädliche Stoffe in der Luft beeinflussen die Qualität von Obst und bei der Ernte. Pflanzen können Schäden erleiden, wenn sie hohen Konzentrationen von diversen Schadstoffen in der Luft ausgesetzt sind. Wir als Industrie können ebenfalls eine Rolle spielen, um der EU zu helfen, ein neutraler Staat zu werden.

Eine Möglichkeit besteht darin, die Diversifizierung der Transportmittel in Betracht zu ziehen. Die EU hat ihre Anstrengungen durch die Ankündigung des ‘European Green Deal’ schon angekurbelt. Der Verkehr steht derzeit, was Treibhausgasemissionen in Europa betrifft, mit 24 Prozent als zweitgrößte Branche hinter der Energieproduktion“, so Testi. Von allen Transportmitteln (mit Ausnahme der Luftfahrt) ist der Straßentransport der größte Verschmutzer, mit 40 Prozent des Ausstoßes in städtischen und vorstädtischen Gebieten. Abgesehen von der Tatsache, dass wir uns auf die Liefersicherheit von Obst und Gemüse in dieser schwierigen Zeit konzentrieren müssen, ist dies aus unserer Sicht vielleicht der Aufruf der Natur, gesündere und umweltfreundlichere Entscheidungen zu treffen,“ sagt Testi abschließend. Contship und DistriRail, die auf dem Gebiet intermodaler Dienste in der Region schon lange tonangebend sind, sind bereit und engagieren sich gemeinsam mit Spediteuren in der ganzen Welt bei der Zusammenarbeit für eine saubere Umwelt und eine gesündere Zukunft für die kommende Generation.


Logistik

Logistische Dienstleister setzen bei der Abwicklung von Bananen auf CO2-Reduktion

Fresh Connection arbeitet mit umweltfreundlicher Kühlung und hat Sonnenkollektoren installiert, wodurch 150 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden

„Die Banane wird im Supermarkt als strategisches Produkt eingesetzt, um Kunden anzulocken. Auf dem Markt macht sich das bemerkbar,“ sagt Wouter de Koning von Fresh Connection, wo man sich unter anderem der logistischen Abwicklung von Bananen widmet. „Die Preise stehen unter Druck, was wir auch merken. Wenn die Margen bei unseren Kunden kleiner werden, kommt die ganze Kette unter Druck.“

W

outer bemerkt, dass sich diese Situation durch eine Optimierung der eigenen Unternehmensführung managen lässt. „Ich glaube, dass man sich im Umgang mit den Kunden und beim Service profi-

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lieren muss. Dann sind Menschen auch bereit, etwas zu geben.“ Fresh Connection setzt hierbei unter anderem gezielt auf Flexibilität. „Wir können eine sehr schnelle Umschlagsgeschwindigkeit garantieren,

wenn dies erforderlich ist.“ Durch schnelles Handeln können Qualitätskontrollen und Zoll innerhalb von zwei Stunden abgewickelt werden. Auch die zentrale Lage der logistischen Dienstleister in der Nähe der belgisch-niederländischen Grenze verleiht Flexibilität. „Mit unserem Lager befinden wir uns zwischen zwei Häfen. Wir konzentrieren uns nicht nur auf Antwerpen oder Rotterdam, sondern auf beide Häfen.“ Wouter erläutert, dass beide Häfen für Fresh Connection in etwa das gleiche Volumen aufbringen. Außerdem ist für den logistischen Dienstleister die Zusammenarbeit


Fresh Connection verpflichtet sich zur Bereitstellung von Diensten

mit der gesamten Kette von Bedeutung. „Letztlich ist jedem damit gedient, wenn das Produkt besser wird. Bei Fresh Connection machen wir das, indem wir Daten sammeln und analysieren. Indem wir alles registrieren, können wir regelmäßig Bericht erstatten, damit der Lieferant ein Feedback bekommt, wo die Probleme sind. Oftmals sind das Dinge, die leicht zu lösen sind, aber durch statistische Erfassung bekommt man davon ein klares Bild. Damit wird es möglich sein, das Produkt vom Ursprung her zu verbessern.“

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PROFILIERUNG Wouter stellt fest, dass es eng ist auf dem Bananenmarkt. Er erklärt sich die zugenommene Nachfrage nach biologischen und Fairtrade-Banane dadurch, „dass sich jeder an Vielfalt versucht und Unterschiede sucht“. Etwa 60 Prozent der von Fresh Connection gehandelten Bananen sind Bio oder Fairtrade. Wouter fällt auf, dass sich immer mehr Spieler auf diesem Markt drängen, was auch die Preise unter Druck geraten lässt. „Es wird immer schwieriger, sich zu profilieren.“ Dennoch denkt Wouter, dass sich ein herausragendes Produkt auf den

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Markt bringen lässt, wenn es den Trends in der Gesellschaft sehr gut entspricht. Als Beispiel nennt er die vor kurzem eingeführte Be Climate-Banane. Dies ist eine klimaneutral angebotene Banane, weil der bei Produktion und Transport freigesetzte CO2Ausstoß mit international anerkannten Projekten für den Klimaschutz kompensiert wird. „Das sind fortwährend neu entwickelte Dinge, mit denen man versucht, sich auf dem Markt zu profilieren.“ Auch bei Fresh Connection selber spielt dieser Aspekt eine Rolle. So wird in die Reduktion des Energieverbrauchs investiert, etwa durch alleinige

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Logistik

Conhexa beschäftigt sich mit der Logistik, dem Transport sowie dem Warenumschlag im Hafen Dünkirchen

Verwendung von LED-Belichtung. Aber es wurde auch eine umweltfreundliche Kühlung installiert und Solarpaneele errichtet. „Insgesamt sparen wir jetzt mehr als 150 Tonnen CO2 pro Jahr.“ VERZÖGERUNG Wouter fällt auch auf, dass aufgrund der zunehmenden Wetterextreme immer häufiger Verspätungen bei der Lieferung von Bananen auftreten. „Das setzt die Organisation zusätzlich unter Druck, dann kommt alles auf einmal. Die Banane ist ein wöchentliches Produkt, das auch wöchentlich an die Supermärkte geliefert werden muss.“ Der Geschäftsführer erläutert, dass es vor allem bei der fünf bis sieben Tage dauernden Reifung der Bananen eng werden kann, wenn mehrere Ladungen Bananen gleichzeitig ankommen. Dadurch gibt es manchmal wenige Bananen und manchmal liegt ein Überschuss vor. „Trotz aller Verzögerungen versuchen wir doch immer, so gut wie möglich für die Erfüllung der Programme zu sorgen.“ 78

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WICHTIGSTER OBSTHAFEN IN FRANKREICH Wer von Bananen redet, denkt vielleicht nicht automatisch an Dünkirchen als erstem Hafen in Europa. Dennoch ist Dünkirchen der wichtigste ‘Obsthafen’ Frankreichs, sagt Hilde Dejonghe vom Familienunternehmen Conhexa, wo man sich mit Logistik, Transport und Vertrieb über den Hafen von Dünkirchen befasst. Insbesondere auf Bananen bezogen äußert Hilde die Hoffnung, dass sich der Hafen von Dünkirchen zum wichtigsten Importhafen Frankreichs entwickeln wird. Hilde, die gemeinsam mit Luc van Holzaet die Geschäftsführung darstellt, sieht hierfür viele Anhaltspunkte. „Schon seit 25 Jahren ist es sozial ruhig, und der zentral inmitten der Benelux-Länder, Frankreich und Großbritannien liegende Hafen hat eine Reihe von strategischen Pluspunkten: es gibt keine Schleusen, es ist viel Fläche vorhanden und die Erschließung ist gut. Zudem hat der Hafen bei Ebbe einen Tiefgang von 17 m und kann so tagaus tagein die allergrößten Schiffe abwi-

ckeln. Außerdem ist der Transport der Container zu unserem Terminal privat und läuft über ein spezielles Gate.“ Obwohl sich Conhexa auf diverse frische und tiefgefrorene Nahrungsmittel spezialisiert hat, spielen Bananen eine wichtige Rolle für den logistischen Dienstleister, woran sich Hilde zufolge, trotz Problemen wie etwa TR4, nicht so schnell etwas ändern wird. „Die Banane ist eine sehr wichtige Frucht und wird dies auch bleiben. Es gibt zwar gewisse Risiken, aber ich bin weiterhin davon überzeugt, dass sich das Weiterbestehen der Frucht rechtzeitig durch neue Sorten garantieren lässt. Wir wollen mit Innovationen und Automatisierung dazu beitragen, diesen Markt (und den anderer Früchte) weiterhin sehr effizient zu bedienen. Deshalb legt Conhexa den Schwerpunkt auf innovative Techniken. Hilde erwähnt, dass der logistische Dienstleister auf der Suche nach neuen Techniken zur Temperaturkontrolle ist, um so die Reifung der Früchte besser zu kontrollieren und die reifen Bananen automatisch ausfindig zu machen.


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NEUE ENTWICKLUNGEN Seit Juni 2019 hat CMA CGM eine neue Schiffsroute aus Costa Rica und Kolumbien, wobei der erste angelaufene Hafen in Europa Dünkirchen ist. Hilde zufolge ist Conhexa froh darüber, da dies viele Perspektiven bietet. „Aus dieser Region werden sehr viele Bananen, Ananas und Mangos importiert, und wir als Conhexa haben so einige Expertise beim Abwickeln von Früchten. Es liegt daher auf der Hand, dass diese neue Route neue Flows sichern kann. Sehr wichtig beim Transport von Früchten ist die Transitzeit, und auch sie entspricht den höchsten Anforderungen des Marktes.“ Aber auch bei Conhexa selbst steht die Entwicklung nicht still. So wurde im Verlauf des Jahres 2019 ein neues Gebäude von 5000m² angekauft. Hilde geht davon aus, dies 2021 noch einmal verdoppeln zu können. Außerdem plant Conhexa Investitionen auf dem Gebiet der Automatisierung und Kühlung. „Wir wollen in die Automatisierung bestimmter Handgriffe investieren, um so die Tätigkeit der heutigen Arbeiter zu erleichtern. Und natürlich müssen wir als wichtiger Energieabnehmer zwecks Kühlung unserer Gebäude auch weiter-

Conhexa sucht nach neuen Techniken zur Temperaturregelung um die Reifung der Bananen besser zu kontrollieren

hin in bessere und effizientere Kühlweise investieren.

SCHNELLER REAGIEREN Seit einem Jahr ist das neue Magazin von

Luik Natie Coldstore im Hafen von Antwerpen jetzt in Betrieb, sagt Jakob Van Poucke. Er konstatiert eine deutliche Zunahme des Volumens in diesem Zeitraum. Wurden zunächst etwa 100 Container pro Woche

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Logistik

Luik Natie ist betrebt 175 bis 225 Container pro Woche umzuschlagen

abgewickelt, so sind dies jetzt im Schnitt 150 pro Woche. Angestrebt wird eine wöchentliche Abwicklung von 175 bis 225 Containern im kommenden Jahr. Die Entzerrung der Eingänge und die schnelle

Verarbeitung der Container ist dann laut Jakob von großem Interesse. „Wir weiten unsere Öffnungszeiten aus und operieren dann in Kürze zwischen 06:00 und 22:00 Uhr.“ Außerdem bietet die geräumige neue

Vorhalle Möglichkeiten für die schnellere Abwicklung der Container. „Die Güter können am Tor stehen bleiben, so dass wir wartende LKWs gleich laden können. Auf diese Weise lassen sich in einer Schicht

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+/- 80 Container von der Kaimauer holen, löschen, beim Zoll abwickeln und laden. Mit unserem neuen Magazin können wir viel schneller reagieren und die Kunden bedienen.“ Schnelligkeit bei der Verarbeitung wird geschätzt, so Jakob. „Wir haben so einige neue Geschäfte an Land ziehen können, und Bestandskunden haben mehr Container über Luik Natie kommen lassen. Außerdem haben wir einige neue professionelle Mitarbeiter für unseren Coldstore angeworben und suchen noch nach Verstärkung für unseren Kundenservice und bei der Zollabteilung.“ ZUNAHME BEI FAIR TRADE Das neue Luik Natie Coldstore-Magazin wurde in erster Linie für Bananen gebaut – in der Vorhalle beträgt die Temperatur 12 bis 14°C. Jakob gibt an, dass Bananen einen Großteil der umgesetzten Produkte bei Luik Natie ausmachen und, dass immer mehr Fairtrade-Bananen ankommen. Im neuen Magazin ist mit 1500m² auch Platz für die Lagerung von Honigfässern vorgesehen. Außerdem bemerkt Jakob eine zunehmende Nachfrage nach Lagermöglichkeiten, unter anderem für Exportschokolade. Ein weiterer Vorteil des neuen Magazins

besteht darin, dass das erste Magazin jetzt mit einer anderen Temperatur laufen kann. Außerdem ist dort Platz für Produkte frei geworden, die eine Temperatur zwischen +6 und +8 °C erfordern, also Ananas, Mangos, Blaubeeren, Kartoffeln und andere Produkte. Zudem sind in dem ersten Magazin noch gesonderte Kühlzellen vorhanden, bei denen jeweils eine andere Temperatur eingestellt werden kann, so Jakob.

CO2-NEUTRAL Ihm fällt auf, dass mit der Zunahme von Fairtrade-Bananen auch immer häufiger nach CO2-Neutralität gefragt wird. „Man merkt schon, dass das bei den Kunden langsam zu einem Thema wird.“ Für das Unternehmen ist das demnach ein wichtiger Schwerpunkt. „Zum Ende dieses Jahres wollen wir die Zertifizierung für eine 100-prozentige CO2-Neutralität erzielen.“ Dazu wurde in eine eigene Windenergieanlage, ein unterirdisches Wasserreservoir zur Kühlung aller Magazine, sowie in 3.800 Sonnenpaneele auf dem Dach der neuen Kühllagerhalle investiert. „Im März wird eine Batterie von 1,2 Megawatt in Betrieb genommen, mit der wir die Energie speichern können, um so möglichst unabhängig

vom Elektrizitätsnetz zu werden.“ In den kommenden zwei bis fünf Jahren werden Lastwagen ersetzt, bemerkt Jakob weiter. Von diesen wird ein Teil durch eine elektrische Variante ersetzt, vor allem jene Fahrzeuge, die für Fahrten innerhalb des Hafens eingesetzt werden. Um das vorzubereiten, werden im Laufe des Jahres schon Ladesäulen errichtet. „Das ist ein großer und wichtiger Schritt in die Zukunft, bei dem Luik Natie eine Pionierrolle spielen will,“ sagt Jakob abschließend. (MW) wouter@freshconnection.be h.dejonghe@conhexa.com Jakob.vanpoucke@luiknatie.be

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Zwiebeln

Nachfrage nach geschnittenen Schalotten kommt vor allem aus der Gastronomie Die Schalotten werden in verschiedenen Größen verpackt

Auf dem Markt bekommt man manchmal eine Schalotte als Beigabe zu Salzaster oder Queller, um Geschmack und Aroma dieser salzhaltigen Gemüsesorten zu bewahren. Die Schalotte ist eng verwandt mit der Zwiebel, ebenso wie Schnittlauch und Knoblauch, wobei die Schalotte, wie der Knoblauch, in einer Art Cluster wächst. In der Küche unterscheidet sich die Schalotte vor allem geschmacklich von der Zwiebel. „Die Schalotte hat einen viel süßeren und stärkeren Geschmack als gewöhnliche Zwiebeln,“ sagt Raymond Mahieu von Smit’s Uien.

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ie Schalotten von Smit’s Uien sind in erster Linie für mittlere und große Gastronomiebetriebe in den Niederlanden und dem restlichen Europa bestimmt. „Die

Schalotte ist eine besondere Zwiebel, die sich auf unterschiedliche Weise in Speisen verwenden lässt“. Sie wird daher oft in der Gastronomie genutzt.

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VAKUUMVERPACKEN Der Zwiebelschäl- und Schneidebetrieb aus Den Haag hat sich im Laufe der Jahre auf das Schneiden dieser attraktiven Gemüsesorte, mit einer Haltbarkeit von elf Tagen ab Produktion, spezialisiert. Vor ein paar Jahren sind auch noch die Schalotten hinzugekommen, denn diese wurden seitens der Gastronomie viel nachgefragt. „Seit 2012 schälen und verpacken wir Schalotten für die Gastronomie,“ fährt Raymond fort. „Hier stehen mehrere Mitarbeitende an der Linie, um die Schalotten zu schälen, die wir anschließend vakuumverpacken und von 500 Gramm bis 5 Kilo anbieten. Mit diesen Vakuumverpackungen können

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wir eine Haltbarkeit von bis zu 11 Tagen garantieren.“

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„Sowohl bei der geschnittenen als auch bei der geschälten Variante verwenden wir die Demi long-Schalotte. Diese Schalotte hat genau den Geschmack, der in der Welt der Köche gefragt ist. Hierzu haben wir uns bewusst entschieden, denn es gibt mehrere Varianten, unter anderem die Bananen-Schalotte, die als billigerer Rohstoff geschmacklich mehr der traditionellen Zwiebel ähnelt.“ Die derzeitige Nachfrage bei Smit’s nach geschnittenen Schalotten kommt vor allem aus den Niederlanden. „Auf den Auslandsmessen im Frühjahr 2020

wollen wir unsere ausländischen Kunden jedoch vermehrt auf diese geschnittenen Schalotten aufmerksam machen“, fügt Raymond hinzu. „Bei den heutigen Convenience- Trends gibt es dafür sicher Spielraum. So haben wir die geschnittenen Schalotten schon dem Publikum auf der Horecava 2020 in der RAI Amsterdam vorgestellt, wo sie mit viel Enthusiasmus aufgenommen wurden.“ (TD)  raymond@smitsuien.nl

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Für Smit’s Uien hört es beim Schälen und Verpacken von Schalotten nicht auf, auch das geschnittene Produkt ist jetzt im Sortiment. Die Gastronomie zeigte sich schon länger am Kauf von geschnittenen Schalotten interessiert. „Convenience ist ein Trend, der sich vermehrt in der Gastronomie zeigt. Für Chefköche ist das vorgeschnittene Produkt ein großer zusätzlicher Pluspunkt“. Allerdings war es nicht leicht, eine Produktionslinie für das Schneiden von Schalotten zu errichten. „Die Produktqualität steht bei uns hoch im Kurs. Um sie bei den geschnittenen Schalotten zu bewahren, schauten wir uns um, welche Maschinen wir hierfür am besten benutzen könnten und welche Optionen unsere Lieferanten für das Schneiden liefern könnten. Es ging dabei schließlich um einen ganz anderen Prozess, als beim Schneiden von gelben und roten Zwiebeln. Die geschnittenen Schalotten können wir im Gegensatz zur geschälten Variante nicht vakuumverpacken. Dieses Produkt erhält der Kunde in einer sauerstoffarmen Verpackung mit einer Haltbarkeit von elf Tagen.“

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Vision

Ton van Dalen und John van Heijningen, Oxin Growers:

„Für jeden Erzeuger das beste Absatzmodell“ Zunächst einmal Oxin, wofür steht das? Ton: Oxin steht für Wachstum. Im wahrsten Sinne, denn Oxin ist vom Begriff ‘Auxin’ abgeleitet. Dies ist ein Pflanzenhormon, das eine ganze Reihe von Wachstumsmechanismen steuert. So fördert Auxin das Entstehen der Wurzeln, steuert die Wachstumsrichtung und stimuliert das Wachstum der Früchte. Wir dachten, dass dieses Bild der Hauptsteuerung gut zu unserer Erzeugergemeinschaft passt, bei der die Mitglieder tagtäglich für das Obst- und Gemüsewachstum arbeiten und die Kooperative für das Wachstum der Organisation als solche.

Schon im Sommer 2015 schlugen beide Vorstände eine Fusion vor. Warum gelang es damals nicht, wohl aber jetzt? Ton: Damals waren wir bei den Gesprächen sehr weit, konnten uns aber bei einem wirtschaftlichen Punkt nicht einig werden. Das war seinerzeit der Grund, um die Fusionsgespräche zu beenden.

Verkaufsleiter Ton van Dalen von Oxin Growers

Seit dem 1. Januar machen die Mitglieder von Van Nature und Best of Four als Oxin Growers weiter. Wo frühere Fusionsgespräche am kommerziellen Modell scheiterten, können die Erzeuger jetzt wählen. „Der Markt wird letztlich bestimmen, welches Modell am besten funktioniert. Wir werden jedenfalls nichts forcieren, um daraus so schnell wie möglich einen Einheitsbrei zu machen, sondern wollen schrittweise zusammenwachsen“, sagen der Geschäftsführer Ton van Dalen und das Vorstandsmitglied John van Heijningen. 86

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John: Man muss da auch ein wenig den Zeitgeist betrachten. Der McKinsey-Report war gerade veröffentlicht worden, die FVO war gegründet und es gab von außen einen großen Druck zur Zusammenarbeit. Dabei hatte jeder sein Geschäftsmodell und wollte im Fusionsgerangel seine Seele nicht verlieren. Diesmal haben wir den Fusionsprozess einfacher gehalten. Durch das Angebot mehrerer geschäftlicher Möglichkeiten geben nicht wir die Antwort, sondern lassen den Markt selbst die Arbeit machen.

Ton: Der Vorteil der früheren Fusionsgespräche war allerdings, dass wir einander schon sehr gut kannten, viele Dinge waren auf dem Papier schon ausgearbeitet. Daher konnten wir auch sehr schnell schalten. Die Gespräche begannen im Mai, im September


„Durch das Angebot mehrerer geschäftlicher Möglichkeiten geben nicht wir die Antwort, sondern lassen den Markt selbst die Arbeit machen. “ Oxin Growers John van Heijningen ging der Vorschlag an die Mitglieder und im Januar konnten wir loslegen.

John: Der Unterschied zu damals ist auch der, dass wir seinerzeit den Mitgliedern keinen Vorschlag vorgelegt haben. Jetzt gab es von beiden Vorständen einen Vorschlag, der jedem entgegenkam. Wir haben die Mitglieder auch bei jedem Schritt des Prozesses einbezogen und ausgiebig miteinander gesprochen. Daher war das Ergebnis am 11. September auch keine große Überraschung mehr. Es fiel letztlich fast einstimmig aus. Wie kam es zur Übereinstimmung der beiden Verbände? Ton: Die DNA der beiden Verbände war sich sehr ähnlich. Beide waren aktiv in den Bereichen Gewächshausgemüse und Freilandgemüse, Best of Four zusätzlich auch beim Obst. Letztlich will man seinen Mit-

gliedern das bestmögliche Paket anbieten, um den Weg vom Produzenten zum Verbraucher zu ebnen. Wir bieten alle möglichen Verkaufswege, um unser Produkt so gut wie möglich auf den Markt zu bringen. Und wenn man größer ist, kann das leichter organisieren. Zusammenarbeit steckte bereits in den Genen, denn letztlich geht Oxin aus sechs unterschiedlichen Verbänden hervor.

Aus welchen Absatzmodellen kann der Erzeuger jetzt wählen? John: Bekanntlich arbeitete Van Nature zuvor mit exklusiven Handelspartnern. Bei den damaligen Van Nature-Mitgliedern gab es das Bedürfnis, den Abnehmer direkt zu bedienen. Wir bieten unseren Mitgliedern noch immer die Möglichkeit, ihr Produkt innerhalb des Kollektivs der Handelshäuser Scherpenhuizen, Levarht und Combilo

Der Stand von Oxin Growers während der diesjährigen Fruit Logistica

abzusetzen oder aber 1:1 bei einem Handelshaus. Haluco hat sich da beispielsweise anders entschieden als die anderen drei Handelspartner. Auch die Best of FourErzeuger hatten beim Absatz mehrere Optionen, so etwa das direkte Herantreten an den Einzelhandel oder den Handel. Diese Vorlieben wurden dem Auswahlmodell für die Erzeuger hinzugefügt, so dass jetzt fünf oder sechs unterschiedliche Modelle möglich sind. Es gibt Erzeuger, die einen Punkt am Horizont anpeilen und ihr Produkt zu einem festen Preis bei einem festen Händler absetzen wollen. Andere entscheiden sich für maximale Entlastung und einen kollektiven Mittelpreis. Ton: Wir haben 34 Produktgruppen und denken auch deshalb, dass wir beim Festhalten an einem einzigen Modell dem Verband, der wir jetzt sind, Schaden zufügen würden. Der Markt wird letztlich bestimmen, welches Modell am besten funktioniert. Wir werden jedenfalls nichts forcieren, um daraus so schnell wie möglich einen Einheitsbrei zu schaffen. Unsere Handelshäuser beschäftigen sich auch sehr mit der Suche nach einem Modell, an dem sie sich orientieren können. Wir wollen mehr Einfluss. Jetzt bekommen wir viel mehr Absatzhäuser und damit zusätzliche Möglichkeiten, den Handel an den Verbraucher heranzuführen. Best of Four hatte die digitale Handelsplattform Heldere Handel. Gibt es hierfür noch Pläne? Ton: Wie rechneten uns damals mit Heldere Handel Chancen aus, weil wir fanden, dass viel Verkauf über Vermittlung stattfand und es mehr Spielraum für den Tageshandel gab. Die Kunst dabei ist allerdings, neben einem interessanten Angebot auch genüAGF Primeur • 2020

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Vision

FLÄCHE OXIN GROWERS

Gesamtfläche unter Glas in den Niederlanden/Belgien: 1.088 ha. Dies ist wie folgt unterteilt. Paprika. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 480 ha. Tomaen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 350 ha. Gurken. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 145 ha. Auberginen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .25 ha. Übriges Gemüse Zucchini. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1,7 ha. Peperoni. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5 ha. Brechbohnen. . . . . . . . . 1,1 ha (abwechselnd mit Gurkenanbau) Bio unter Glas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22 ha. Obst unter Glas Erdbeeren unter Glas. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .45 ha. Brombeeren unter Glas. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 ha. Kernobst Äpfel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 484 ha. Birnen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 706 ha. Übriges Obst unter Glas. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 163 ha Freiland Gesamt. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 1.533 ha Chicorée getrieben. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 324 ha

gend viele Käufer an sich zu binden. Wir haben hierüber auch mit anderen Vermarktungsorganisationen gesprochen, aber letztlich stellte es sich doch als schwierig heraus, diese Plattform aufrechtzuerhalten. Daher haben wir es jetzt erst einmal ad acta gelegt. Wenn es zur Sprache kommt, können wir es sogleich wieder hervorholen.

Wollen Sie auch die Zahl der Erzeuger weiter wachsen lassen? John: Vorläufig nicht. Erst wollen wir dafür sorgen, dass sich die Organisation konsolidiert und weiter professionalisiert. Man sieht auch, dass sich beim Wechseln der Vermarktungsorganisationen etwas Stabilität eingestellt hat. Man geht nicht mehr in großer Zahl zu einem anderen Club, es ist eine gewisse Ruhe in den Markt gekommen. Auch bei unserem Verband hat sich in diesem Jahr nicht viel geändert. Wir hatten einzelne Betriebsschließungen, ein paar wollten selbstständig weitermachen und wir hatten ein paar Neuzugänge, aber all das blieb im Rahmen. In der Vergangenheit zeigte sich, dass man bei den Verbänden stark auf Akquisition setzte, jetzt wird mehr die Verbindung gesucht, was eine gute Entwicklung ist. Niederländische Erzeuger müssen in der Wahl einer Marketing-Kooperative auch freie Hand haben. 88

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Haben sie auch Erzeuger im Ausland und wollen Sie dort noch expandieren? Ton: Wir haben einige belgische Erzeuger als Mitglied, aber das ist auf die Entfernung bezogen kein Ausland. Wir werden uns nicht sträuben, wenn sich mehr belgische Erzeuger anschließen wollen, aber weiter weg sind wir nicht auf der Suche. Ich gehe nicht davon aus, dass sich in den kommenden Jahren Erzeuger aus Südfrankreich oder Spanien anschließen werden. Auch im Rahmen der GMO-Anerkennung gibt es dabei noch Haken.

Gibt es noch Produkte, die im Sortiment derzeit vielleicht unterrepräsentiert sind und die Sie gerne hinzufügen würden? John: Derzeit steht nichts an, wenn aber vom Markt her Nachfrage nach anderen Produkten kommt, werden wir sicher schauen, wie wir dies innerhalb unserer eigenen Erzeugergruppe bekommen können oder von außen her ergänzen können. Wir haben auch einen Vollzeit-Mitarbeiter in der Produkt- und Konzeptentwicklung, der von Verdelungsbetrieben bis hin zu Supermärkten Kontakte unterhält, um Neueinführungen auf dem Markt zu bewerkstelligen. Sie sind nun mit einem Schlag der größte Anbauverband der Niederlande. Welche Verantwortung bringt das mit sich?

John: An Organisation und Leitung werden andere Anforderungen gestellt. Daher haben wir in die Führungsebene investiert, aber auch von uns als Leitung wird mehr erwartet als in der Vergangenheit. So haben derzeit alle neun Vorstandsmitglieder einen Unternehmensteil in unserem Portefeuille. Ton: Ein Unterteil der Interessenvertretung wird im Rahmen von Anbauverbänden manchmal noch unterschätzt, wobei er meiner Meinung nach immer wichtiger wird. Es fällt auf, dass von außen immer öfter Fragen bezüglich Pflanzenschutzmitteln, Energiewende, Lebensmittelsicherheit und Zertifizierungen an die Branche gestellt werden. Es ist wichtig, dazu als Branche einen klaren Beitrag zu liefern, sonst ist man schneller im Gerede, als es einem lieb ist.

Wie wichtig oder spannend war die GMO-Anerkennung für Oxin Growers? Ton: Schwer war das nicht, denn als Best of Four besaßen wir schon die GMO-Anerkennung, die juristische Entität wurde einfach erneuert. Das Problem bestand vor allem darin, die vorherigen Van Nature-Erzeuger in die von der GMO anerkannten Projekte des operationellen Programms einzupassen. Aber wir sind froh darüber, dass der eingereichte operationelle Plan ohne allzu viele Änderungen anerkannt wurde.


Der Vorstand der neu gegründeten Kooperation wurde aus den vorherigen Genossenschaften zusammengestellt: Vorstandsvorsitzender Jan Oosterom wird von vier Mitgliedern von Van Nature und vier von Best of Four unterstützt. V.l.n.r.: Jan Oosterom, Ton van Dalen, Aad Sonneveld und Hans Prins.

John: Es muss dazu gesagt werden, dass Van Nature eine Kooperative mit GMOAnerkennung war. Allerdings hatten wir im vergangenen Jahr keinen operationellen Plan eingereicht, wie andere Verbände auch. Es fällt auf, dass sich die ganzen Einstellungen zu GMO-Anerkennungen gerade wieder verändern. Es gab eine Zeit, in der die Behörden nicht das geringste Risiko eingehen wollten und die gesamte Rechtssetzung buchstabengetreu anwendeten, wobei mit der Branche kaum ein Gespräch darüber möglich war. Daraus ergab sich zu viel Kontrolldruck und Verwaltungslast

und das führte derart zu Risiken, dass viele Kooperativen beschlossen, auf die GMO zu verzichten. Jetzt sucht man vermehrt das Gespräch und es zeigt sich, welche Möglichkeiten entstehen. Wir verwenden die GMOGelder unter anderem für Projekte, die die Betriebe nachhaltiger machen sollen, um die Verwendung fossiler Brennstoffe zu verringern und um andere Arten des Verkaufs zu stimulieren, wie etwa Büro-Obst. Außerdem stimulieren wir weiterhin die Verwendung von biologischem Pflanzenschutz.

Bei der Anti-Plastik-Diskussion geht es hoch her. Wie stehen Sie als Oxin Growers dazu? Ton: Als Oxin Growers wollen wir gerne einen Beitrag für die Umwelt leisten, indem wir mit nachhaltigen Verpackungen arbeiten. Wir sind auch dabei, die Verwendung von Plastik so gering wie möglich zu halten. Aber wir lassen uns auch nicht durch den Hype verrückt machen, der da gerade läuft. Plastik hat nämlich auch eine Funktion in der Kette und dient der Frische, der Lebensmittelsicherheit und als Informationsträger.

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Vision

Vor einigen Jahren gab es eine Krise im niederländischen Landbau. Der Sturm scheint jetzt etwas abgeflaut zu sein. Wie sehen Sie das? John: Vor ein paar Jahren lief es bei keinem einzigen Produkt gut. Die Finanzwelt hatte damals ein großes Problem, weil sie mit ansehen mussten, wie ihre Investitionen und Sicherheiten verdampften. Solange es überhaupt noch gewinnbringende Produkte gibt, kann damit etwas aufgefangen werden. Das war damals nicht mehr der Fall, das war ein echtes Notsignal. Ton: In den vergangenen Jahren ist es allgemein bei vielen Produkten besser gelaufen. Dennoch sage ich weiterhin, dass die Margen sehr dünn sind, wenn man bedenkt, was die Gesellschaft von uns verlangt und wie groß die Risiken sind. Das gilt übrigens sowohl für den Erzeuger als auch für den Handel. Man redet immerzu von Nachhaltigkeit, aber eigentlich müssten die Erzeuger eine garantierte Nachhaltigkeitsprämie erhalten. Jetzt werden die Kosten für Maßnahmen meist auf den Erzeuger abgeladen. Das kann so nicht weitergehen. Wo fühlen Sie sich am meisten bedroht? Ton: Ich mache mir doch Sorgen um das

Alter und die Betriebsnachfolge bei einem Teil unseres Mitgliederbestandes. Ich hoffe, dass wir auch die kommende Generation für die Arbeit im Gartenbau begeistern können. Wir als Kooperative werden dafür jedenfalls unser Bestes tun. John: Als Erzeuger mache ich mir außerdem Sorgen über den Virusdruck. Jetzt geht es erst einmal nur um das Coronavirus, aber auch das ToBRFV-Virus hat einen gravierenden Effekt auf die Tomatenbranche. Vor kurzem wurde bekannt, dass es eine Partie Tomatensamen betraf, die aus Peru importiert wurde. Ich frage mich allerdings, was wir noch zu erwarten haben. Forschungsgruppen folgen wir jetzt sogar schon digital.

Erzeuger sind damit zufrieden. Oftmals ist die erste Reaktion beim Einkauf die, dass etwas zu teuer ist, aber beim zentralen Einkauf entscheidet man sich doch für eine fundiertere Auswahl auf lange Sicht.

Ton: Außerdem ist die Umfangsgröße mittlerweile doch eine unserer Stärken. Wir sind ein großer, aber auch ein sehr flexibler Club. Wir sind noch eine echte Erzeugergemeinschaft und lassen die Mitglieder in ihren Betrieben selbst Entscheidungen treffen. (IH) www.oxin-growers.nl

Wie können Sie sich als Oxin Growers profilieren? John: Die Absatzmöglichkeiten sind ein wichtiger Mehrwert. Wir bieten unseren Erzeugern Absatzsicherheit und kommen ihnen mit Markt- und Preisinformationen entgegen. Außerdem kümmern wir uns um gemeinsamen Einkauf für die Erzeuger, wenn sie das wünschen. Das rührt noch von Van Nature her, wo etwa zwei Drittel der Erzeuger davon Gebrauch machten. Viele

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In unsicheren Zeiten bietet Mietkühlung Flexibilität

Temporär mehr Platz durch zusätzliche Kühlleistung, miteinander verbundene Miet-Tiefkühlzellen. Durch den plötzlichen Wandel, mit dem wir konfrontiert werden, steht aktuell jeder Sektor vor speziellen Herausforderungen. Für die Lebensmittelbranche - speziell Obst, Gemüse und Kartoffeln - hat die aktuelle Situation beispiellose Auswirkungen. Als Anbieter von Mietkühlung und -klimatisierung und mit Kunden in der gesamten Branche sieht COOLWORLD RENTALS die Stagnation, aber auch die Anstrengungen des Sektors, das Beste aus der Lage zu machen. Positiv vorausblicken Wenn die Zukunft auch noch so unvorhersehbar ist, irgendwann kommt der Augenblick, in dem die Gastronomie, der Großhandel und der internationale Handel wieder anlaufen. Dies wird sich auch auf die Kühlkette, auf Logistikprozesse und die erforderliche Lagerkapazität auswirken. Vorräte müssen dann wieder aufgefüllt werden und Logistikprozesse kommen in Gang. Das wird sicher nicht ganz reibungslos verlaufen. Durch Mieten von Kühlleistung lässt sich eine temporäre Produktionsspitze auffangen, unabhängig davon, wo sie in der Kette entsteht. Mieten bietet Flexibilität, hält die Kosten übersichtlich und erfordert keine große Investition.

Mieten von Klimatisierung für Lager- und Verarbeitungsraum von Saisonprodukten.

Kühlen Kopf bewahren und umdenken Obst und Gemüse haben die gute Eigenschaft, dass eine längere Lagerung möglich ist, vorausgesetzt die Kühlung erfolgt auf die richtige Weise und HACCP-konform. Für manche Firmen ist es denkbar, lokale (frische) Produkte zu verarbeiten und einen Vorrat für den späteren Verkauf aufzubauen. Die Verarbeitung von Produkten zu Soßen und in Suppen oder lokale Frischeproduktverpackungen sind so ein aktuelles Beispiel. Man sieht lokale und Online-Initiativen mit Sammelstellen, über die ein Teil der Ernte doch noch die Verbraucher/innen erreicht oder temporär gelagert werden kann. Für letzteren Fall bieten wir mobile Kühl- und Tiefkühlzellen oder sorgen mithilfe einer temporären Kühlanlage dafür, dass die Temperatur in einer nicht klimatisierten Halle gehalten werden kann. Zeitgewinn durch Mieten von Gefrierkühlung Kühlung hat die gute Eigenschaft, dass sie Pflanzenwachstum verzögert oder dass die Qualität der Produkte länger erhalten bleibt. Das gilt nicht nur für die allseits bekannte

Lagerung von Kartoffeln und Samen sondern auch für Anbau und Forschung. Ein weiteres Beispiel ist das temporäre Aufstellen von Low-TempLüftungsgeräten zum Kühlen großer Räume, in denen Produkte verarbeitet werden. Temporäre Kühlung oder Klimatisierung kann somit in verschiedenen Bereichen Abhilfe verschaffen, speziell, wenn es nicht ohne Kühlung geht und Sie dafür keine großen Investitionen aufwenden möchten. Die Flexibilität des Mietens verschafft Unternehmen in unsicheren Zeiten mehr Bewegungsfreiheit. Der Sommer steht vor der Tür Bei allen Herausforderungen der aktuellen Krise könnte man fast vergessen, dass es inzwischen Frühling ist (Spargel!) und dass auch noch der Sommer kommt. Der Sommer hat wiederum seine eigenen Herausforderungen, denken Sie nur einmal an letztes Jahr. Auch dann ist die richtige Temperatur der Saisonprodukte ein wichtiger Faktor. Wer vorausplant, kann beruhigt sein. Es lohnt sich, für die unterschiedlichen künftigen Möglichkeiten ausreichende Flexibilität einzubauen. Natürlich hoffen wir, dass sich die Lage so schnell wie möglich ändert und

Durch Mieten von Low-TempLüftungsgeräten behalten Lagerräume die richtige Temperatur. jeder wieder alle Produkte aus dem Bereich Obst, Gemüse und Kartoffeln genießen kann. Bis dahin stehen wir Ihnen gern mit kostenloser Beratung über die Lage vor Ort zur Seite. Wir bringen unsere Mietlösungen dorthin, wo es möglich ist, und helfen Ihnen, die erforderliche Kapazität und Flexibilität zu erreichen.

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Nachfrage nach Spargel explodiert nach schleppendem Saisonbeginn Die Corona-Pandemie wirkt sich gravierend auf den Spargelsektor aus. Die Spargelstecher bleiben wegen Einreisestopps überwiegend zuhause, weswegen die Erzeuger mit einem akuten Erntehelfermangel zu kämpfen haben. Währenddessen ist die Gastronomie so gut wie komplett eingebrochen worden, weshalb dieser Absatzmarkt dementsprechend weggefallen ist. Nichtsdestotrotz zeigen sich die Spargelhändler optimistisch. In diesem Sonderfokus blicken einige niederländische Händler züruck sowie voraus auf die restliche Saison. Rick Mengers (ZON): „Spargelerzeuger, die Personal haben, haben viel Vergnügen“ Das Coronavirus beschäftigt die Gemüter seit dem Beginn der holländischen Spargelsaison. „Eines der größten Probleme ist Arbeit“, sagt Rick Mengers von Royal ZON. „Aufgrund der Coronakrise gibt es nicht genügend Hände im Spargelland; die Niederlande, Belgien und Deutschland haben zu wenige Stecher. Das bedeutet, dass jene Spargelerzeuger, die die Personalfrage gelöst haben, viel Vergnügen habe. Einige Erzeuger müssen jedoch bestimmte Felder vernachlässigen, weil sie nicht ausreichend Erntehelfer haben. Etwa 60 bis 70 Prozent der Erzeuger haben zu wenig Personal. In Deutschland und Belgien ist der Mangel an Helfern noch größer, so dass es viel Nachfrage nach niederländischem Spargel gibt.“

„Vor den Ostertagen war der Mangel so groß, dass einem der Spargel fast aus den Händen gerissen wurde. Wir mussten gut darüber nachdenken, wen wir belieferten. Es gab unglaublich viel Nachfrage, so dass wir einen schönen Osterverkauf hatten. Zu Beginn der Spargelsaison war die Situation eine ganz andere. Die Gastronomie fiel wegen der Coronamaßnahmen weg, so dass die Preisbildung sehr schlecht war.

Es ist traditionell so, dass zunächst die Gastronomie nach Spargel fragt und anschließend die Supermärkte. So hatten wir Mitte und Ende März mäßige Preise. Als die Supermärkte und die Exportländer hinzukamen, stiegen die Preise“, so Rick.

Um die niederländische Jugend für Spargel zu begeistern, haben die drei größten Anbieter, nämlich The Greenery, Teboza und Royal ZON gemeinsam mit dem Spargelzentrum eine große, landesweite Promotionsaktion gestartet. „Die TV-Spots richteten sich an die Jugend und wir sehen, dass das jetzt langsam Früchte abwirft. In Zukunft müsste der Verbrauch von Spargel zunehmen“, sagt Rick.

Obwohl zur Steigerung des Spargelverbrauchs viel unternommen wird, geht die Spargelfläche landesweit zurück. „Der durchschnittliche Spargelerzeuger ist schon etwas älter und eine Nachfolge ist schwierig. Spargel hat eine Reihe von

Belgische geschilde asperges! Nu actueel:

schwierigen Jahren hinter sich, so dass es unter der Jugend nicht viel Schwung gibt. Wenn es in diesem Jahr vielleicht besser wird, steigen auch wieder Jugendliche ein. Spargelanbau ist riskant, weil die Pflanze etwa zehn Jahre steht, aber auch das Thema Arbeit ist ein schwieriger Aspekt. Vielleicht wird das in Zukunft einfacher werden, wenn es etwas mehr Automatisierung gibt. In diesem Jahr geht der erste Spargelroboter in Produktion, und wenn sich das rentiert, gehe ich davon aus, dass es bestimmt vorangeht“, sagt Rick abschließend. (SR)  Rick.mengers@royalzon.com

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Theo Jegerings (The Greenery): „Einzelhandel und Haustürverkauf hat bei Spargel enorm zugenommen“ Nach dem Osterwochenende blickt Theo Jegerings von The Greenery auf den Spargelmarkt vor den Festtagen zurück. „Wir haben einen äußerst guten Osterverkauf hinter uns. Der Einzelhandel und die heimischen Läden haben sehr gute Geschäfte gemacht. Obwohl die Gastronomie weggefallen ist, gab es enorm viel Nachfrage nach Spargel. Eine Erklärung hierfür ist, dass die Menschen in diesem Jahr zu Hause bleiben mussten, weshalb sie sich in diesem Jahr dort mit Spargel beschäftigten. Aufgrund der guten Nachfrage sowohl aus dem Inals auch Ausland waren die Preise deutlich angestiegen.“ „Die Gewächshaus-Spargelerzeuger konnten ihre Saison im letzten Moment noch etwas wettmachen. Die niedrigen Preise, die sie zu Beginn der Saison erhielten, gleichen sie mit den Osterpreisen aus. Auf diese Weise können Sie schließlich noch eine durchschnittliche Saison hinbekommen“, behauptet Jegerings. „Dennoch wird der Wegfall der Gastronomie nicht den größten Einfluss auf den Spargelmarkt haben. Der Effekt auf den Arbeitsmarkt sorgt für größere Probleme. Schon vor den Ostertagen kämpften einige Erzeuger mit einem Personalmangel, aber es ist ein großer Arbeitskräftemangel abzusehen, wenn die großen Spargelvolumina

angeboten werden“, so Theo. „Wenn sich Arbeitskräfte entschließen, nicht mehr zu kommen, machen sie sich über ihre Gesundheit Sorgen, aber auch über die Unsicherheiten beim Grenzübertritt und ähnlichem. Es ist die Aufgabe des Erzeugers oder des Vermittlers, diese Sorgen zu beheben, indem sie alles gut regeln. Abgesehen davon ist noch sehr vieles unklar und der Arbeitskräftemangel wird erst sichtbar werden, wenn die großen Spargelvolumina geerntet werden müssen. “Um sowohl den Absatz im LEH als auch den Verkauf an Privathaushalten zu fördern, hat The Greenery sich für einen Relaunch der #SNACKSPERGE - Kampagne entschieden. „Die Vorjahresergebnisse zeigen uns, dass die Kampagne guten Anklang beim Verbraucher findet, vor allem bei der jüngeren Generation. Die Kampagne läuft parallel zur Kampagne des Niederländischen Spargelzentrums. Den Erzeugern wird ein Werbepaket - u.a. mit Werbebannern undVideos zur Verwendung in deren Läden oder auf Webseiten und Sozialen Medien - zur Verfügung gestellt. Auch findet der Verbraucher auf www.verseoogst.nl/snacksperge wieder leckere, überrasche Rezepten mit dem Spargel im Vordergrund. Neben den beiden Köchen Job & Perry wird auch der Influencer Vjeze

Fur diesmal seine gut 150.000 Follower ins Kochabenteuer mit Spargel mitziehen“, erläutert Theo.

Die Spargelfläche der bei The Greenery angeschlossenen Erzeuger hat in diesem Jahr leicht zugenommen, aber Theo geht davon aus, dass die Fläche in den kommenden Jahren zurückgehen wird. „Aufgrund der Probleme mit Arbeitskräften wird es Erzeuger geben, die etwas ältere Parzellen mit geringerer Produktion brach liegen lassen. Das können durchaus zehn bis zwanzig Prozent einer normalen Anlieferung ausmachen. Solche Parzellen werden daher auch etwas früher als sonst beseitigt werden. Voraussichtlich werden die Erzeuger Parzellen schneller beseitigen, als dass neue Erzeuger hinzukommen.” (SR)  T.Jegerings@thegreenery.com

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Spargel

Automatische Erntehilfe im Einsatz

Matthias Kinzel, Strauss Verpackungsmachinen:

„Der Spargelsektor erfordert Erfindergeist“ Die diesjährige Spargelsaison verspricht spannend zu werden. Nach einigen Jahren mit Wetter- und Ertragsproblemen, in Kombination mit teils rückläufigem Verzehr von Spargel der jüngeren Generationen, gibt es in diesem Jahr eine ganz andere Art der Probleme. Das Coronavirus hat Europa und die Welt fest im Griff, die Einreise von Gastarbeitern ist limitiert, und durch die Schließungen von Gastronomie und Hotellerie fällt ein wichtiger Absatzmarkt vorerst weg. Der ohnehin angeschlagene Spargelsektor ist mit dem ersten großen einheimischen Gemüse des Jahres nun das Sorgenkind des Handels – und das Versuchskaninchen der Politik. Ist 2020 das Jahr, in dem die Automatisierung von Prozessen in Deutschland wirklich ankommt?

„D

ie aktuelle Situation ist eine Zerreißprobe für viele Betriebe – nicht nur die Lage mit den fehlenden Erntehelfern bereitet Kopfzerbrechen und fordert flexible Lösungen, sondern auch das Problem des Absatzes der Produkte ist schwierig. Lebensmitteleinzelhandel und Direktvermarktung laufen mehr oder weniger gut,

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aber die Gastronomie bleibt geschlossen und Kontaktsperren erfordern Erfindergeist“, kommentiert Matthias Kinzel von der Strauss Verpackungsmaschinen GmbH. Das Unternehmen ist auf Maschinen für das Ernten, Waschen, Sortieren, Verwiegen und Verpacken von Spargel, sowie Äpfeln und Porree spezialisiert.

VON DER ERNTE BIS ZUR VERPACKUNG Mit diesen Lösungen möchte man den Erzeugern langfristig beiseite stehen und helfen, die Probleme auf dem Spargelsektor zu mindern. „Wir haben gezogene und automatische Erntehilfen, welche im ausgeklappten Zustand ein Breite von bis zu 30m die Folie von bis zu 14 Dämmen gleichzeitig anheben können und dann mittels Fördersystem den manuell geernteten Spargel auf das Hauptfahrzeug transportieren. Dort kann der Spargel optional vorgeschnitten und vorgewaschen werden bevor er manuell in Kisten gepackt wird. Am Dammende werden dann die Kisten von allen beernteten Dämmen entladen und neue Kisten aufgenommen bevor es weiter geht.“

Außerdem bietet das Unternehmen vier verschiedene Typen von Spargelsortiermaschinen welche sich in der Arbeitsgeschwindigkeit, und somit Kapazität unterscheiden. „Die schnellste Maschine läuft bis


Nach der Vorschneide- und Wascheinheit auf der Erntehilfe wird der Spargel in Kisten abgelegt

Aufnehmen der Folie und gleichzeitiges Drehen während die Erntehelfer den Spargel stechen

Erntehilfe im Einsatz

Grünspargel fertig gebündelt

Ein Blick in die Produktionshalle

Fertige Bunde an den Entnahmebechern für Weiß- und Grünspargel

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Spargel

ter machen. Je nach Betriebsgröße spielen auch Gebrauchtmaschinen eine große Rolle.“

Der gute Ruf des deutschen Maschinenbaus hilft sich auf dem internationalen Markt weiter zu etablieren. „Die Kunden sind durch die Globalisierung immer besser vernetzt und reisen viel, um sich Maschinen, Produkte und ganze Abläufe der Produktionsbetriebe anzusehen. Ein besseres Verständnis weckt dann auch Interesse daran, die Systeme selbst einzusetzen. Mit den Jahren haben wir einen Anstieg, gerade von internationalen Kunden, in unserem Unternehmen feststellen können, die sowohl die Produktionsstätten als auch Kunden mit uns zusammen besucht haben.“ GUB-Buncher für Grün- und Weißspargel. Bündeln mit Gummi oder Optional mit ElastiTag

zu 14 Schalen pro Sekunde. Die Maschinen bestehen standardmäßig aus einem Aufgabeband, einer Spargelwäsche und der Sortiermaschine, bei der der Spargel unter der Kamera in der Sortierschale gedreht, und dem jeweiligen Sortierfach der Maschine zugeführt wird.“ Das Sortieren ist ein Teil der Spargelverarbeitung, der besonders genaue Einarbeitung und Erfahrung des Personals benötigt – dieser Aufwand von Zeit und Arbeitskraft werde mit Sortiermaschinen weitestgehend umgangen, weiß Kinzel. „Die Maschinen verarbeiten Grün- und Weißspargel gleichermaßen und werden auf die Kundenanforderungen zugeschnitten. Dabei können Anzahl der Sortierfächer und Ausprägung der Wäsche angepasst werden. Die Böden des Kunden und schuppiger Spargel, Schnittreste, Kistenabtransportsysteme und weitere Optionen können zu einem verbesserten Arbeitsablauf mit

der Maschine ergänzt werden.“ Die maschinelle Sortierung brauche im Gegensatz zur Handsortierung weniger Personal und habe zudem eine höhere Stundenleistung.

Im letzten Schritt bietet die Strauss Verpackungsmaschinen GmbH Verwiegemaschinen für vorsortierte Ware die sehr genaue Gewichte bei einer hohen Taktzahl erstellen kann. „Verpackungsmaschinen wie der GUB-Buncher, der Gummibänder und/ oder ElastiTags automatisch um die Bunde macht schließen den Prozess ab.“

GLOBALER TREND: AUTOMATISIERUNG Weltweit werden die Ernte und Arbeitsschritte direkt nach der Ernte immer weiter automatisiert. Kinzel bemerkt: „Das ist längst keine Sache mehr, die nur großen Unternehmen vorbehalten ist. Gerade kleinere und mittelständige Betriebe sehen sich nach Maschinen um, die die Verarbeitung personal- und kosteneffizien-

CORONAVIRUS SPITZT DEN ARBEITSKRÄFTEMANGEL ZU An einem Thema kommt derzeit niemand vorbei: COVID-19. „Es wird sich einiges ändern in den einzelnen Sektoren. Ich denke, dass aktuell die inländische Selbstversorgung wieder mehr in den Fokus rückt, und zukünftig wieder mehr Bedeutung zugesprochen bekommt. Die Abhängigkeiten von ausländischen Märkten in solch einer Situation zeigen, dass es an der ein oder anderen Stelle doch zu Engpässen kommen kann. Auch wird darüber nachgedacht werden müssen, wie eine sichere Ernte mit oder ohne Erntehelfer dargestellt werden kann.“ Die Einbindung von Arbeitssuchenden aus anderen Wirtschaftsbereichen, die derzeit unter der Krise leiden, war sicherlich ein gut gemeinter Ansatz, die Praxis zeigt jedoch, dass dieser nicht so leicht umzusetzen ist, wie man denken würde. Automatisierte Arbeitsschritte lassen sich oft einfacher einweisen, so Kinzel: „Die Maschinen brauchen je nach gewünschter Kapazität Personal, welches an der Maschine arbeitet. Die Anzahl der Personen ist jedoch

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geringer und die Stundenleistung höher, im Vergleich zur Handsortierung. Die Maschinen ermöglichen ein gleichbleibendes Sortierergebnis und das Personal benötigt nur eine Einweisung an dem zugewiesenen Arbeitsbereich. Den Mitarbeitern muss nicht das Sortieren an sich beigebracht werden, was die Maschine zu einem großen Vorteil macht.“

Man sei generell zuversichtlich, aber natürlich besorgt: „Wir sitzen alle im selben Boot und müssen uns täglich neu auf diese besondere Situation einstellen. Unsere Kunden zeigen dafür zum größten Teil Verständnis. Für den Blick in die Zukunft werden die wirtschaftlichen Folgen spürbar sein, wenn beispielsweise Investitionen nach diesem Stillstand zurückgestellt werden.“

75-JÄHRIGES JUBILÄUM Die Strauss Verpackungsmaschinen GmbH feiert in diesem Jahr 75-jähriges Bestehen: Wie hält man sich so lange am Markt? „Durch unsere unterschiedlichen Standbeine im Spargel-, Apfel- und Porreebereich haben wir in den vergangenen Jahren uns immer weiterentwickeln können. In einer Krise, wie wir sie derzeit durchleben, sieht

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man es in einigen Branchen haken, andere Branchen blühen dafür weiter auf. Unsere langjährige Erfahrung und die verschiedenen Arbeitsbereiche kommen uns jetzt also besonders zu Gute.“ Auch zukünftig möchte man bei Strauss immer nah am Kunden sein, den Service weiter ausbauen: „Wir

wollen die Maschinen natürlich stets verbessern und die Automatisierung weiter vorantreiben.“ (LH)  mkinzel@strauss-pack.com

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

Die Interviews für die Sonderausgabe ‚Verarbeitetes Obst und Gemüse‘ wurden geführt, bevor die niederländische Regierung am Sonntag, den 15. März 2020 beschloss, alle Restaurants und Gastronomiebetriebe bis auf Weiteres zu schließen, um so die Verbreitung des Coronavirus zu kontrollieren bzw. zu unterbinden. Dasselbe gilt für die Maßnahmen anderer nationaler Regierungen in Europa im Kampf gegen das Coronavirus. Die Lieferungen an die Gastronomie sind seit jenem Tag eingebrochen und der Umsatz in dieser Branche ist deutlich zurückgegangen

Die von Rungis verarbeiteten Erzeugnisse werden meist für den mise-en-place in der Gastronomie verwendet

Einblick in die (Schneide-)Küche: Der Markt für geschnittenes Obst und Gemüse in den Beneluxländern Derzeit ist es so einfach, sich für das Abendessen eine Tüte mit der richtigen Menge an vorgeschnittenem Gemüse aus dem Supermarktregal zu nehmen. Der Aufwand in der Küche ist gering, Abfall fällt kaum an und das Image ist besser als bei einer Fertigmahlzeit.

F

ür diese Ausgabe warf die Redaktion des Primeur einen Blick in die (Schneide)-Küche mehrerer Conveniencebetriebe in den Niederlanden, in Belgien und Luxemburg. Wir schauten uns in der Miseen-place-Küche von Rungis um, wo vor

kurzem eine neue Waschstraße von Sormac installiert wurde, und fragten nach dem Grund für die zunehmende Nachfrage der Gastronomie nach immer mehr Convenience. Es zog uns an die Tische von Heemskerk Fresh & Easy, wo wir uns nach den neues-

ten Innovationen und nach Wachstumsmöglichkeiten in der Branche erkundigten. Wir schauten bei DV Fresh vorbei und erkundigten uns nach dem Stand des Neubaus. In Luxemburg interessierte uns, ob sich der Markt für geschnittenes Obst und Gemüse wesentlich von dem in den Niederlanden und in Belgien unterscheidet und bei Groenteproductie Flevoland wollten wir etwas über die Verwendung lokaler Produkte in der Schneideküche und die Probleme in der Branche wissen.(TD)

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Obstsalat in Kleinstmengen

Robert Bovens bei der Autowäsche von Sormac

Rungis – Niels van den Berg, Robert Bovens Spezialist für Obst und Gemüse ist man bei Rungis in Barendrecht schon seit 31 Jahren. Die Belieferung der Gastronomie in den Niederlanden mit manchmal ganz außergewöhnlichen Produkten steht hier im Vordergrund. „Tag für Tag sehen wir 800 Chefköche in den Küchen“, sagt Niels van den Berg, Manager für Kommunikation und Trends bei Rungis. „Immer im Frühjahr sehen wir, wie man sich auf die

sommerlichen Aktivitäten vorbereitet. Für die Strandgaststätten und saisongebundenen Restaurants ist man schon im März bei der Planung der Sommermonate. Bis zum Sommer kommt dann für uns noch die hektischste Periode, nämlich Ostern und Pfingsten. Das ist sogar noch etwas hektischer als Weihnachten, wo wir die Sonderbestellungen oft vorher hereinbekommen. Zu Ostern und Pfingsten werden große

Bestellungen meist noch in letzter Minute aufgegeben.“ „Wir haben wieder viele exklusive Produkte im Sortiment“, sagt Niels. „Einige kommen von weit her wie etwa Yuzu und Wasabi aus Japan oder spezielle Rübchen aus Peru. Das sind sowohl trendige Produkte wie grüne Erdbeeren und Freilandtomaten als auch Produkte, mit denen man sich als Koch ans

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

Niels. Das kommt zum einen aufgrund einer zunehmenden Anzahl von Gastronomieunternehmen in den Niederlanden. Auf der anderen Seite sehen wir auch einen gravierenden Mangel an Köchen in der Branche. In der Küche schaut man dann, was sich abgeben lässt, und bei uns als Zulieferer ist das das Mise-en-Place.“

Neubau am Hauptsitz der Firma Rungis

Publikum wenden muss, wie schwarzer Mais oder die zuvor genannte Yuzu. Wer das bei Tisch auffährt, schafft umso mehr Begeisterung bei seinen Gästen.“ SCHNEIDEKÜCHEN Inmitten all der besonderen Produkte hat Rungis auch eine eigene Schneideküche. „Die haben wir schon lange in unserem Unternehmen, aber zuletzt beobachten wir ein weiteres deutliches Wachstum,“ sagt

„Vor fünf Jahren konnte man die Mitarbeiter bei uns in der Schneideküche an einer Hand abzählen,“ sagt Robert Bovens, unter anderem Betriebsleiter der Schneideküche bei Rungis. „Die Nachfrage nach Produkten aus der Schneideküche nahm jedoch zu, und so haben wir 2016 und 2019 die Schneideküchen stark erweitert. Jetzt arbeiten bei uns mehr als viermal so viele Kollegen in der Mise-en-Place-Küche, und das in drei Schichten, um sie 24 Stunden pro Tag am Laufen zu halten.“ Die Köche geben ihre Bestellungen meist nach dem Abendessen für den folgenden Tag auf. Ein Großteil des Orderpicking wird daher bei Rungis auch nachts erledigt, auch das Schneiden. „Am Morgen machen wir dann in erster Linie das Mise-en-Place für

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das Schneiden, wie etwa das Halbieren von Paprikas und Ananas,“ sagt Robert. „Erst am Abend schneiden und verpacken wir das für den Kunden, um Frische zu garantieren.“

ERWEITERUNG 2019 wurde die Schneideküche flächenmäßig noch einmal verdoppelt und eine komplette, moderne Waschstraße von Sormac angelegt. „Mit der Maschine von Sormac werden unser Salat und unsere Salatmischungen zweimal in Eiswasser zwischen 0 und 2°C gewaschen,“ sagt Robert. „Durch Zugabe von viel Luft im Wasser wird der Salat nicht gequetscht, wir können ihn sorgfältig waschen und die unerwünschten Elemente herausfiltern, und der Salat bleibt mit dieser Behandlung auch zwei Tage länger haltbar. Die Bläschen im Wasser ergeben den Eindruck eines Whirlpools. Jeden Tag beginnen wir mit den Salatsorten, die getrennt bleiben müssen, wie etwa Rucola. Danach gehen wir auf die Salatmischungen über. Das Wasser aus der Waschstraße wird gefiltert und in der Maschine wiederverwendet. Nur bei Bedarf wird der Wassertank der Maschine aufgefüllt.“

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Nach der Waschstraße geht der Salat in die Zentrifuge von Sormac und wird trockengeschleudert. „100 Prozent gelingt niemals, aber aufgrund unserer speziellen Verpackungen wird die Feuchtigkeit aus dem Salat gezogen, was die Qualität erhöht,“ sagt Robert. „Den Salat verpacken wir in unterschiedlichen Packungen von 100 Gramm bis 1 Kilo. Diese können wir sehr genau mit der Mehrkopfwaage abwiegen, die sie mit einem minimalen Übergewicht sehr genau dosieren kann.“

Obwohl der Neubau mit den neuesten, innovativen Maschinen ausgerüstet ist, haben unsere Mitarbeiter noch alle Hände voll zu tun. „Bei Obst gilt bei uns eigentlich die Regel, dass wir dies mit der Hand erledigen wollen,“ sagt Niels. „Beim maschinellen Schneiden gibt es noch zu häufig Schäden am Obst, was wir verhindern wollen. Für uns bietet das eigentlich auch keinen Mehrwert, denn unsere Damen und Herren sind noch immer schneller als die Maschine. Bei der Arbeit von Hand können wir auch viel schneller von einem Produkt zum anderen wechseln als mit einer Maschine. Beim Schneideküchen-Team von Rungis

wird auch seltener gekündigt. Mit den Engpässen auf dem Arbeitsmarkt haben wir daher auch weniger Probleme.“

Abgesehen von der Automatisierung gibt es bei Rungis noch eine Reihe anderer Innovationen in Bezug auf das Mise-en-Place in der Schneideküche. „So führen wir vorgekochtes Gemüse, das wir vakuumverpacken. Das hält den Geschmack im Produkt noch besser,“ sagt Niels. „Seitens der Gastronomie nimmt die Nachfrage danach zu, wie wir beobachten. Anstelle von Fleisch in der Reifungskammer liefern wir Rüben für diesen Zweck. Die Gastronomie wird so mehr in Richtung Obst und Gemüse verschoben. Auch Nachhaltigkeit ist ein immer wichtigeres Thema, mehr noch als Bio, denn das ist in sich nicht einheitlich. Wenn biologische Produkte von weit her kommen, muss die Frage erlaubt sein, ob das auch nachhaltig ist. Wir bei Rungis versuchen daher, in Zusammenarbeit mit unseren Produzenten alles so nahe wie möglich anzubauen. Dafür bezahlen wir etwas mehr als marktüblich, aber das ist es uns wert. Außerdem ist NoWaste ein weiteres wichtiges Thema bei uns.“

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

Blumenkoh-Reis und Kürbis-Nudel: Neue Innovationen im Bereich Convenience

Heemskerk fresh & easy - Jantine Star-Heemskerk Als wir mit Jantine Star-Heemskerk, dem Geschäftsführer bei Heemskerk fresh & easy in Rijnsburg sprechen, sind gerade Frühjahrsferien. Dennoch ist an den Arbeitsplätzen viel los. „In der Tat geht der Absatz während der Urlaubszeit etwas zurück, aber die Leute müssen trotzdem essen. Außerdem machte sich bei Heemskerk im vergangenen Jahr wieder ein Wachstum bei Convenience-Produkten bemerkbar, da ist die Luft noch lange nicht raus.“ FRISCHEPACKUNGEN „Obwohl wir auf voller Breite wachsen, gibt es dabei doch Unterschiede,“ sagt Jantine. So können wir die Produktion bei uns in vier unterschiedliche Sparten unterteilen: verarbeitetes Gemüse, geschnittenes Obst, Mahlzeitsalate und seit gut zwei Jahren auch Frischepackungen. Das prozentuale Wachstum bei verarbeitetem Gemüse ist am geringsten, was daher rührt, dass dies schon eine große Sparte im Supermarktregal ist. Etwa 35 Prozent des Gemüses im Supermarkt besteht aus Convenience. Die anderen Sparten sind freilich bescheiden. So sind nach wie vor nur 5 Prozent des in den Niederlanden verkauften Obstes geschnitten, weshalb dort auch Wachstumschancen bestehen. Die größten Zuwachsraten finden sich jedoch bei den Frischepackungen, einer Sparte, die eigentlich ein bisschen im Widerspruch zu unseren Tätigkeiten steht, denn wir schneiden, waschen und mischen Obst und Gemüse, was Frischepackungen im allgemeinen nicht ausmacht. Dennoch passt auch diese Sparte zu unserem Unternehmen, weil wir uns an gesunder Ernährung und Verbrau102

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cherfreundlichkeit orientieren. Auf dem niederländischen Verbrauchermarkt fällt uns auf, dass sowohl Rentner und Fami-

lien wieder mehr Zeit haben, ausgiebig zu kochen. Eine Frischepackung bietet ihnen hierfür ganz einfach ein Rezept und alle gesunden Zutaten an die Hand. Außerdem wird der Inhalt der Packung komplett verwendet und man hat kaum Reste.“ KÜRBIS Heemskerk hat schon gut 55 dieser Packungen mit beiliegenden Rezepten entwickelt und ins Regal gestellt. „Das reicht von diversen Suppen bis hin zu Apfelkuchen, manchmal etwas weniger gebräuchlichen Gemüsesorten wie Pastinaken, Kichererb-

Heemskerk investiert groß in die Gemüseverarbeitung der Zukunft


Die hochautomatisierte Verarbeitung von Salat

sen und Linsen. Ein starkes Wachstum im Regal zeigt der Kürbis, der auf dem Markt an Beliebtheit gewinnt. Neben der Frischepackung Kürbissuppe produzieren wir auch Kürbiswürfel, Kürbisspaghetti und -lasagne. Die beiden letzteren Anwendungen erfordern jedoch angepasste Maschi-

nen, um das schneiden zu können. Wir fangen mit solchen Entwicklungen klein an, um zu sehen, ob das vom Markt angenommen wird, dann entwickeln wir es weiter.“ NEUE ANWENDUNGEN Es gibt speziellere Anwendungen mit Blu-

menkohl- und Brokkolireis. „Hier können wir die Stängel der beiden Gemüsesorten noch verwenden,“ sagt Jantine. Dennoch lässt sich beispielsweise Blumenkohlreis nicht direkt mit Bargeld für ein Unternehmen gleichsetzen, nur weil man die Restprodukte verwendet. Da ergeben sich dann nämlich wieder andere Probleme. Brokkolistängel können ‘Verholzungen’ aufweisen, so dass sie sich für die Verarbeitung nicht mehr eignen. Außerdem muss es ein Gleichgewicht geben zwischen den Röschen des Gemüses und den Stängeln. So ist es schon vorgekommen, dass die Stängel für die Produktion von Blumenkohlreis ausgingen. Um diese Anwendungen qualitativ hochwertig zu halten, können wir Blumenkohl oder Brokkoli nicht als Ganzes zu diesem Produkt verarbeiten. Die Röschen in dem Produkt zerfallen schließlich und der Kunde bekäme nicht das Reisgericht, das er erwartet.“ ABHÄNGIG VON DER NATUR 2018 gab es eine extreme Dürre in den Niederlanden, was es schwer machte, einige Gemüsesorten zu bekommen. „Vor allem bei der Langzeitlagerung hatte das noch lange Auswirkungen, etwa bei Zwiebeln

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

und Kartoffeln. In diesem Jahr ist es wesentlich besser, wenngleich es Anfang 2020 schon einen kleinen Einbruch in Spanien gab, wegen des damaligen Sturms dort. Wir sind auf diesem Markt sehr von der Natur abhängig, daran können wir nichts ändern. Daher versuchen wir bei Heemskerk, die Risiken möglichst zu streuen, indem wir uns in unterschiedlichen Produktionsländern umschauen. Beim Obst, einer noch kleinen Kategorie, tun wir das in erster Linie über Importeure. Die kennen sich ja mit den Dingen aus, und vorläufig können wir so auch mit begrenzten Volumina arbeiten. Nur wenn der Markt wirklich einbricht, können wir anfangen, uns nach eigenen, direkten Linien für Obst umzuschauen.“

Der Conveniencemarkt in den Niederlanden bleibt im Vergleich zu anderen Ländern groß. „Hier wird die Bequemlichkeit beim Verbraucher wirklich groß geschrieben, während in anderen Ländern Gemüse doch noch mehr selbst geschnitten wird. Wir sehen allerdings einen zunehmenden Markt für Convenience-Produkte in Deutschland, Skandinavien und Belgien.“ AUTOMATISIERUNG Das Unternehmen beschäftigt sich auch mit der Weiterentwicklung der Automatisierung. „Jetzt haben wir für die Kunden, für die wir die Filialbestellungen machen, ein automatisiertes Orderpicking, aber auch in anderen Teilen des Prozesses implementieren wir Roboter, etwa für das Auflegen einer Tüte mit Dressing auf einen Fertigsalat. Ein wichtiger Grund für unser Engagement auf diesem Gebiet ist die drohende Personalknappheit in der Branche. Mit der Automatisierung brauchen wir bald weniger Mitarbeiter für manuelle Tätigkeiten, und die Arbeit wird für den Rest der Belegschaft auch interessanter. Für die Extrafunktionen bilden wir auch Mitarbeiter innerhalb des Unternehmens aus.“ Jantine ist nicht überrascht, dass ausgerechnet die verarbeiten-

Frischepakete sind auf dem Vormarsch im Handel

de Industrie Vorreiter bei diesen Entwicklungen ist. „Wir sind eine arbeitsintensive Branche und brauchen daher Innovationen bei der Robotisierung und Automatisierung unserer Produktionsprozesse.“

PLASTIK UND NACHHALTIGE UNTERNEHMENSFÜHRUNG Auch Nachhaltigkeit spielt eine wichtige Rolle innerhalb des Unternehmens. „Wir schauen dabei sowohl auf unseren ökologischen Fußabdruck als auch auf einen ehrlichen Preis für die Produkte. Die Balance zwischen unseren Verpackungen und der Nachhaltigkeit ist manchmal die größte Herausforderung. Eine Plastikverpackung verlängert ja die Haltbarkeit geschnitte-

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ner Produkte deutlich, Alternativen sind hier weniger geeignet. Dennoch gehen wir davon aus, dass wir die Verwendung von Plastik um 25 Prozent verringern können und verwenden schon jetzt häufig Verpackungen mit 80 Prozent Recyclingmaterial. Biologische Produkte kommen bei Fertiggerichten weniger vor, aber der konventionelle Anbau scheint sich schon mehr in diese Richtung zu bewegen.“

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

Gruppenbild von DV Fresh

DV Fresh - Dirk Verkinderen Als Experte für geschnittenes Gemüse bediente DV Fresh bis vor zwei Jahren in erster Linie den belgischen Markt. 2018 schaute sich das Unternehmen im wahrsten Sinne jenseits der Grenzen um und erweiterte seinen Export auf die Niederlande, Luxemburg, Frankreich und Deutschland. Um die zunehmende Nachfrage weiter bedienen zu können, entschloss man sich vor zwei Jahren, die Produktionshalle um 10.000 Quadratmeter zu erweitern.

D

er Bau ist derzeit in vollem Gange. „Zusätzlich zu den jetzt 6.000 Quadratmetern bekommen wir noch einmal gut 10.000 Quadratmeter hinzu,“ sagt Dirk Verkinderen. Zusammen mit Hilde Lannoo ist er der Gründer von DV Fresh im belgischen Pittem. „Wir haben uns das Frühjahr 2021, wahrscheinlich Januar oder Februar, als Termin gesetzt, um diese neue Fläche in Produktion zu bringen. Damit haben wir demnächst auf unseren 35.000 Quadratmetern Grundstück eine 16.000 Quadratmeter große Produktionshalle. In dem 17 Meter hohen Neubau ist ein automatisches Kistenlager vorgesehen, das den Ab- und Zugang aller Leergutkisten zu den Verpackungsmaschinen regelt. Außerdem verfügen wir noch über ein zusätzliches Kühllager außerhalb des Geländes ein paar Kilometer 106

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entfernt, wo wir noch etwa 1 Million Kilo Kohlsorten lagern können.“

„Der Umsatz bei DV Fresh hat einerseits durch den Export ins Ausland und andererseits dank des Wachstums bei unseren wichtigen belgischen Kunden stark zugenommen,“ sagt Dirk weiter. „Die Erweiterung war also notwendig, um unser Volumen in gleichem Ausmaß mitsteigen zu lassen. Im Neubau legen wir großen Wert auf innovative Automatisierung in unserem Unternehmen. Das beginnt schon beim ersten Schritt: der automatischen Reinigung und Entkernung des Gemüses. Außerdem schöpfen wir alle Möglichkeiten bei der Automatisierung und Innovation der Schneide- und Waschprozesse einschließlich des Verpackens aus. Wir sind dabei

immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, und dies in Zusammenarbeit mit einer Reihe fester Partner aus der ganzen Welt. So können wir mit den Entwicklungen auf diesem Gebiet Schritt halten.“

Die Innovation ist Dirk zufolge nicht nur eine Notwendigkeit. „Wir haben in unserer Industrie einen großen Mangel an Arbeitskräften, sehen jedoch auch immer mehr, dass uns die Techniken zur Verfügung stehen. So hat die automatische Schneideund Waschstraße ihren Nutzen und Zweck als Maschine schon längst unter Beweis gestellt. Mit ihr können wir schon bald größere Volumina verarbeiten, was auch der Qualitätsverbesserung des verarbeiteten Produkts zugutekommt, was wiederum die Haltbarkeit des Endproduktes verlängert. Letztendlich wird das dazu führen, dass wir bald mehr Kilogramm mit weniger Händen verarbeiten können.“ Bei DV Fresh macht man also weiterhin das, was man gut kann, nämlich Frischgemüse schneiden. „Im vergangenen Jahr haben


wir eine starke Zunahme beim Absatz von Mahlzeitsalaten gesehen. Hierfür wurde übrigens eine komplett neue Abteilung errichtet. Auch ein Sortiment mit geschnittenem Obst kam hinzu,“ sagt Dirk. „Weil wir uns jedoch um unser Core Business kümmern wollen, nämlich Gemüse waschen und schneiden, haben wir die Zubereitung frischer Obstsalate einem Spezialisten übergeben, der sie unter unserer Marke für DV Fresh produziert. Alle unsere Produkte können wir dem Einzelhandel, dem Catering und der Lebensmittelindustrie ganzjährig anbieten.“

Zusätzlich zur Erweiterung und Automatisierung im Unternehmen beobachtet Dirk auch andere Marktentwicklungen. „Neue Gemüsesorten brauchen wir nicht zu erfinden, aber wir sollten uns um die Schaffung neuer Anwendungen kümmern, wie etwa Blumenkohlreis, Brokkolireis und Gemüsespaghetti. Außerdem setzen wir auf die Entwicklung von Vertical Farming, was hier noch in den Kinderschuhen steckt, aber doch ein enormes Potenzial hat. Diese Anbauweise ist nachhaltig und schafft gesunde Nahrungsmittel. Wir tun das in Zusammenarbeit mit einem Partner. Das

Impression der Neubaupläne am Hauptstandort Pittem.

erste so angebaute Gemüse wird demnächst zu Salaten von DV Fresh verarbeitet, aber auch als solches auf den Markt gebracht. Derzeit konzentrieren wir uns vor allem auf den Anbau von Mikrogemüse. Ich vertraue voll und ganz darauf, dass uns diese Pionierrolle weiterbringt. Seit mehr als zehn Jahren machen wir auch schon bei biologischem Convenience mit. Das ist ein Markt, der zunächst sehr mühsam anlief, bei dem wir aber jetzt schon einen Umschwung sehen. Uns fällt auf, dass der

Bio-Verbraucher nicht mehr derselbe ist wie früher und sich auch öfter für praktische Convenience entscheidet, allerdings aus biologisch angebauten Produkten. Außerdem schenken wir den Verpackungsmöglichkeiten der Zukunft mehr Aufmerksamkeit.“ (TD)  dverkinderen@dvfresh.be

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

Automatisierte Verpackungsanlage, u.a. für Suppengemüse

Maßgeschneiderte Gemüsekonzepte wie Grillspiese für die Gastronomie

Vollauf Paprika für die Convenience-Herstellung

Groenteproductie Flevoland - Gert Koekoek „In unserem Unternehmen ist eigentlich immer viel los,“ sagt Gert Koekoek von Groenteproductie Flevoland. „Wir haben schließlich das ganze Jahr über Arbeit. Im März hatten wir die letzten großen Mengen an geschnittenem Gemüse für Eintöpfe, Grünkohl und Chicoree. Wenn der Frühling anbricht und es wärmer wird, werden die geschnittenen Paprika- und Zwiebelwürfel bei unseren Abnehmern in der Fleischindustrie wieder beliebt. So haben wir einen Kunden, der schon jetzt Bedarf dafür für Schaschlik hat.“

D

as Schneiden der Paprika- und Zwiebelwürfel ist in erster Linie manuelle Arbeit. „Sobald wir diese Produkte hereinbekommen, werden sie gesäubert, geschnitten und gewaschen. Vor kurzem hat einer unser Abnehmer einen Roboterarm im Unternehmen installiert und wir müssen beim manuellen Stanzen gut aufpassen, dass die Paprikawürfel 30 mal 30 Millimeter groß sind, da der Roboter damit sonst nicht umgehen könnte. Von Hand klappt das, denn so bekommt man doch die besten Resultate, und anschließend werden die Würfel noch einmal sorgfältig sortiert. Die Automatisierung dieses Prozesses ist möglich, aber nur bei sehr großen Mengen Paprika interessant, und deswegen tun wir das noch nicht.“

Manuelles Schneiden kann zwar die besten Resultate ergeben, aber es wird auch immer teurer. „Die Kosten für Arbeit sind sowohl für die festen Mitarbeiter als auch für die flexibel Beschäftigten in die Höhe gegangen, zusammen um etwa 8 Prozent, wofür sie nicht 8 Prozent fleißiger arbeiten. Außerdem fällt mir auf, dass sich am Arbeitsplatz in den vergangenen drei Jahren mehr Vielfalt eingestellt hat. Davor waren es hauptsächlich Polen und Nieder108

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länder, aber jetzt auch mehr Bulgaren, und wir haben zeitweise einer Reihe von Asylbewerbern Arbeit geben können. Jeder ist hier willkommen, aber der Nachteil ist, dass wir dann am Arbeitsplatz verschiedene Sprachen haben, was bei den Arbeitnehmern auch nicht unbedingt zu mehr Bindung untereinander führt.“

Größtenteils wird die Arbeit natürlich maschinell gemacht. Wenn allerdings Maßarbeit gefragt ist, wird noch viel von Hand gemacht. „Wir machen jetzt ungefähr 80 Prozent unseres Volumens mit der Maschine und 20 Prozent von Hand. Dieses Verhältnis ist entstanden, weil man in einer Stunde mit der Maschine 500 Kilo verarbeiten kann und von Hand 20 Kilo.“ Obwohl es keine Pläne gibt, das Schneiden weiter zu automatisieren, haben Gert und sein Betriebsleiter André Weijmer ein digitales System für die Bestellungen und Lieferscheine implementiert. „Papier kommt für Bestellungen und Orderpicking bei uns eigentlich nicht mehr zum Zuge. Alles geht jetzt über die App, mit der wir die Bestellungen für den Kunden vorbereiten. Die Fehlerquote ist daher auch viel geringer geworden und wir können das Büro so noch immer mit zwei Mann führen.“ Und

das ist doch eine tolle Leistung für ein Unternehmen mit einer Personaldecke von 30 Leuten.

Das Wachstum auf dem Markt bleibt bestehen. „Im Jahresvergleich sehen wir ein Wachstum bei unseren Volumina von 20 bis 25 Prozent,“ sagt Gert. „Wir liefern an den Großhandel, an die Hersteller von Fertiggerichten, die Gastronomie und Großküchen. Auch die Fleischindustrie findet immer öfter den Weg zu uns. Man denke dabei beispielsweise an Aufläufe mit Fleisch und Gemüse für den Einzelhandel. In jedem niederländischen Supermarkt gibt es Produkte, die über unsere Tische gelaufen sind. Wir haben eine landesweite Abdeckung. Das Gemüse wird, wenn möglic,h aus dem eigenen Polder in Flevoland bezogen. Das klappt natürlich nicht immer und nicht mit allen Produkten, die wir brauchen. So haben wir in den Wintermonaten vor allem viele Produkte aus Spanien. Ein Großteil unseres Gewächshausgemüse kommt aus IJsselmuiden bei Kampen, eine wichtige Region für den Gewächshausgartenbau. Wir machen das vor allem in Zusammenarbeit mit den Erzeugern.“

Die spanische Saison ist problemlos verlaufen, aber Gert bemerkte doch Anfang März einen steigenden Preis für Knoblauch und Ingwer. „Diese Produkte stiegen preislich zu Beginn des Monats aufgrund des Coronavirus in China. Das sahen wir auch am Preis der von uns hier verwendeten Handschuhe. Wir haben sie noch lange zum gleichen Preis bei unserem Lieferanten kaufen können, aber der rief uns eines Tages an mit der Mitteilung, dass die Nachfrage um gut 1000 Prozent angezogen habe


und es kaum noch Vorrat gäbe. Außerdem beliefern wir einen Betrieb, der das Luftfahrtcatering bedient, was derzeit aber aufgrund der Lage auch zurückgegangen ist. Anfang März bemerkten wir davon noch nichts, aber das Unternehmen hat 2001 auch beschlossen, seine Risiken zu streuen, indem es beispielsweise an Bohrinseln, das Militär und Gefängnisse liefert.“ Groenteproductie bleibt vor allem beim bewährten Schneiden von Gemüse. „Das Schneiden von Obst interessiert uns in geringerem Maße,“ sagt Gert. „In sehr geringem Umfang tun wir das für die Kleingastronomie, aber nicht für die gro-

ßen Betriebe. Das ist nämlich nicht unser Fachgebiet. Bio machen wir auch nicht mehr, weil die Volumina im Unternehmen einfach zu gering waren. Im ConvenienceBereich ist das auch überhaupt kein großer Bereich. Wir waren zwar SKAL-zertifiziert, aber das erfordert auch Umstellungen, aus denen wir letztlich keinen Vorteil mehr ziehen konnten. Über solche Dinge reden wir immer offen. Unser Motto lautet: erst sagen, was man tut, und sich bei Lieferung an das halten, was man gesagt hat. Manchmal muss man dann auch ‚nein‘ sagen.“

letzten Anpassungen durchgeführt werden. Obwohl es in der Obst- und Gemüsebranche allgemein bekannt ist, dass sich Produkte in Holzkisten und auf hölzernen Paletten befinden, ist Groenteproductie Flevoland komplett holzfrei.“ (TD)  gert@gpflevoland.nl

Groenteproductie Flevoland legt letzte Hand an FSCC 22000. „Hierzu mussten die

Süßkartoffel, gewürfelt

Goy Grosbush - Grosbusch Fertiggerichte sind vor allem in den Niederlanden beliebt, aber auch in den Nachbarländern nimmt der Verkauf im Einzelhandel und bei der Gastronomie zu. Das bemerkt auch Goy Grosbusch vom gleichnamigen Luxemburger Großhändler.

„D

ie Geschäfte gehen gut, es gibt im allgemeinen viel Bewegung auf dem Markt für Obst und Gemüse,“ sagt Goy. „Nicht nur aufgrund der wachsenden Wirtschaft in Luxemburg, sondern auch wegen der Markttrends. Im allgemeinen gibt es einen steigenden Pro-Kopf-Verbrauch der Bevölkerung und den Trends hin zu vegan, vegetarisch, der Hand in Hand geht mit dem Wunsch, weniger Fleisch zu essen und dafür mehr Obst und Gemüse. International haben wir damit auch unseren Markt ausbauen können. So haben wir seit kurzem Export in die Vereinigten Arabischen Emirate – nicht von frisch geschnittenem Obst

und Gemüse, aber durchaus von anderen Produkten.“

2008 begann Grosbusch mit dem Schneiden von Obst, Anfang 2019 kam dann frisch geschnittenes Gemüse hinzu. „Der Markt für frisch geschnittenes Obst und Gemüse in Luxemburg und auch im übrigen Europa hinkt etwas hinter den Spitzenreitern hinterher,“ sagt Grosbusch. „Die ganze Convenience-Idee kam ursprünglich aus den Vereinigten Staaten, was jedoch nicht heißt, dass alle Entwicklungen in dieser Branche von dort kommen. Später hat das auf Großbritannien, Skandinavien und die

Niederlande übergegriffen, und dann ist es auch auf Länder wie Deutschland, Belgien, Luxemburg und Frankreich übergegangen.“

„Es gibt viel Konkurrenz bei Convenience,“ sagt Goy, „vor allem auf dem belgischen und niederländischen Markt. Da ist man diesbezüglich nämlich gesättigt. Außerdem ist bei uns das luxemburgische Produkt aufgrund der Arbeitskosten relativ teuer. Daher haben wir beschlossen, uns für Qualität, maßgeschneiderte und auch nachhaltige Verpackungen unter anderem für unser in den Großraum Luxemburg (Luxemburg, Rheinland-Pfalz, Lothringen und Saarland) geliefertes frisches Schnittobst stark zu machen.“ „Wir haben beschlossen, unser gesamtes Obst frisch zu schneiden, ohne Zusatzstoffe für die Haltbarkeit,“ sagt Goy. „Wir müssen AGF Primeur • 2020

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Verarbeitetes Obst und Gemüse

Gemüsemix im Becher

also dieses Obst schnell verkaufen, denn es ist fünf Tage haltbar. Nur einige Prozesse wurden bei uns automatisiert, wie etwa das Verpacken und ein paar Schneideprozesse. Die besten Resultate lassen sich mit handgeschnittenen Produkten erzielen, für die wir spezielle Obstsorten wie etwa Mangos und Ananas auswählen, die für die Verarbeitung nicht zu reif, aber auch nicht zu fest sind. Dazu arbeiten wir mit Spezialisten zusammen, die sich hiermit auskennen, wenn möglich auch mit lokalen Anbauern für Erdbeeren, Äpfel und Birnen. So kreieren wir ein Nischenprodukt, für das der Verbraucher gerne etwas mehr zahlt. Für uns ist das auch notwendig, weil unsere Arbeitskosten in Luxemburg relativ hoch sind, höher als in den umliegenden Ländern. Unser Vorteil ist dabei allerdings, dass wir im Gegensatz zu anderen westeuropäi-

Entdecken Sie

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Handgeschnittenes Gemüse ist das Markenzeichen der Firma Grosbusch

schen Ländern keinen Mangel an Arbeitskräften für unsere Tätigkeiten haben.“

Im Dezember 2019 führte Grosbusch eine neue Verpackungslinie ein. „Wir setzen mit diesen neuen Verpackungen auf Nachhaltigkeit,“ sagt Goy. „Für unser Sortiment an frisch geschnittenem Obst arbeiten wir dabei zu 100 Prozent mit recycelbarem Plastik. Karton lässt sich bei diesem Produkt aufgrund des hohen Zuckergehalts und der Feuchtigkeit natürlich nicht verwenden. Es gibt zwar Anwendungen, bei denen eine Lage Plastik auf Karton liegt, aber das ist absolut nicht nachhaltig und wird auch nicht voneinander getrennt. Außerdem braucht man weniger Energie und Wasser für die Herstellung von (recyceltem) Plastik als bei Papier und Karton.“

„Abgesehen vom handgeschnittenen Obst und den Gemüsesorten, die im letzten Jahr hinzugekommen sind, haben wir seit kurzem auch Trockenobst im Sortiment,“ sagt Goy. „Außerdem setzen wir auf mehr Promotion für die von uns hergestellten Fruchtsäfte. Der Erwerb der Rohstoffe ist bis jetzt gut gelaufen. Lediglich im März hatten wir ein paar Probleme durch Mangel an qualitativ hochwertiger Ananas aus Costa Rica. Als Verarbeiter und Großhändler ist man eben abhängig vom Wetter.“ (TD)  goy@grosbusch.lu

und weitere Weltmarken unter:


Jetzt lernt man in den Niederlanden die gelbe Wassermelone kennen Ende Juni soll sie im Regal liegen, die biologische gelbe Wassermelone der Marke ‘Hello Sunshine’ aus Griechenland. Ein kleines Exemplar von etwa zwei bis drei Kilo, damit so viele Verbraucher wie möglich sie kennenlernen können..

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ie Geschäftsführerin Diana Levi steht nicht nur gemeinsam mit Peter Abma am Ruder von Lema, sie ist auch eine große Obstliebhaberin, die gern in der Welt umherreist, um geschmacklich Neues zu entdecken. Die gelbe Wassermelone probierte sie erstmals in ihrer Heimat Griechenland auf einem Markt auf dem pittoresken Peloponnes. “Peter und ich waren auf dem Weg, um einen unserer Erzeuger im Westen Griechenlands zu besuchen. Als wir an diesem Markt vorbeikamen, wollten wir kurz anhalten. Ich fand eine gelbe Wassermelone, die von einem lokalen Erzeuger angeboten wurde. Das war ein großes Exemplar, wie man es in Südeuropa häufiger sieht. Ich musste sie natürlich probieren und war von dem honigsüßen Geschmack überrascht. Wir blickten uns einvernehmlich an und innerhalb kürzester Zeit hing Peter an der Strippe und sprach mit einigen Kunden – ob sie wohl möglicherweise Interesse an einer gelben Wassermelone hätten. Mehrere Kunden in den Niederlanden, in Deutschland und Schweden waren begeistert.“ Zurück in den Niederlanden, von wo aus Lema hauptsächlich Zitrusfrüchte und Kiwis importiert und exportiert, machte Diana einen Plan, um die gelbe Wassermelone ins Sortiment zu bekommen. „Abgesehen davon, dass wir Spezialist für biologische Produkte aus Griechenland sind, suchen wir immer nach besonderen Produkten, die wir in der ‘Lema Boutique’ verkaufen. Vorher hatten wir schon die Soreli-

Kiwi, Blutorangen, Feigen, Gojibeeren und diverse Melonen, also alles Produkte, die einen speziellen Geschmack haben oder etwas Besonderes sind. Die gelbe Wassermelone passte hierzu genau“, so Diana.

AUF SORTENSUCHE Die Melone, die Peter und Diana probierten, stammte von einem konventionellen Erzeuger. Da das Sortiment von Lema biologisch ist, mussten sie sich auf die Suche nach biologischen Erzeugern machen, die diese Wassermelone für sie anbauen. „Das war keine schwierige Aufgabe. Griechische Erzeuger sind im Winter vor allem auf Zitrusfrüchte angewiesen. Konventionelle Erzeuger schalten im Sommer auf Trauben um, aber das ist für biologische Erzeuger ein zu kleiner Markt. Es sind nicht sehr viele biologische Sorten verfügbar, und aufgrund von Konkurrenz aus Spanien und Italien ist die Entscheidung für den Traubenanbau unbeliebt. Daher beschäftigten sich schon ein paar Erzeuger im Sommer mit Wassermelonen für den lokalen Markt. Was den Anbau betrifft, so gibt es keine Unterschiede zwischen den normalen Wassermelonen und der gelben Sorte. Man braucht nur die richtige Saat. Darum mussten wir uns kümmern.“

Das stellte sich als etwas komplizierter heraus. Schließlich fand Diana über eine amerikanische Universität eine ausführliche Liste mit etwa zwanzig Sorten, die eine genaue Beschreibung von Geschmack, Größe und anderen Spezifikationen enthielt. Sie entschied sich für das Saatgut einer der kleinsten Sorten, die sie bekommen konnte. „Südeuropa ist der Markt für große Wassermelonen von fünf bis sechs Kilo, die mit der gesamten Familie gegessen werden. In nordeuropäischen Ländern werden viele kleinere Wassermelonen verkauft. Der Verkauf ist wirklich abhängig vom Wetter. Er verläuft gut, wenn die Sonne scheint, regnet es aber, kauft kein Mensch eine Wassermelone.“ Außerdem entschied sich Diana für eine kleinere Sorte, um auf diese Weise mehr Verbraucher mit der Wassermelone bekanntzumachen. „Zum Ausprobieren bei einem attraktiven Preis ist eine Wassermelone von zwei bis drei Kilo groß genug.“

Diana Levi

BEGINN EINES TRENDS Es muss gesagt werden, dass der griechische Erzeuger auf dem Markt auf dem Peloponnes nicht der einzige mit gelben Wassermelone war. Diana fand ein paar Erzeuger in Italien und Spanien, die sich damit beschäftigten, aber in dieser Größe und für den biologischen Markt ist es ihres Wissens nach doch eine Neuheit. „Ich glaube, dass dies der Beginn eines Trends ist. In den vergangenen Jahren haben wir gesehen, dass die Sommer in Westeuropa wärmer sind und immer länger dauern. Das hat Folgen für das Verbraucherverhalten. Daher denken wir auch, dass die gelbe Wassermelone eine perfekte Ergänzung für das Sommerobst-Sortiment ist.“ GRIECHISCHE SONNE Als Markenname entschied man sich für ‘Hello Sunshine’. „Das bedeutet so viel für uns. Ist die Sonne nicht das erste, woran man bei Griechenland und Sommer denkt? Dieses Wärmegefühl wollen wir den Verbrauchern vermitteln, wenn sie unsere Melonen probieren. Wir wollen ein bisschen Sonne aus Griechenland in die niederländischen, deutschen, englischen und skandinavischen Häuser bringen.“

In dieser ersten Saison will man ruhig und mit einer begrenzten Menge loslegen. „Wir hoffen, dass das Interesse daran zunimmt, dann können wir das Angebot im kommenden Jahr hochfahren. Da die Anlaufphase zusätzlich Zeit kostete, liefern wir sie jetzt ab Ende Juni. Wenn im kommenden Jahr alles läuft, liegen die ersten Melonen schon Ende Mai im Laden.“ (JH)  diana@lema-organic.nl

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Advertorial

Horeca

Dutch Weighing Company setzt neuen Schritt bei der Automatisierung des Produktionsprozesses Dutch Weighing Company (DWC) hat als Spezialist für Wiege- und Effizienzlösungen einen wichtigen Schritt zur Innovation in der Lebensmittelindustrie gesetzt. Als Antwort auf die vielen Fragen der Industrie nach Automatisierung der Produktionsprozesse hat DWC zusammen mit Crux Agribotics ein neues und innovatives automatisiertes Wiege-und Verpackungssystem für verschiedene Gemüsesorten entwickelt. Die schon seit mehr als 15 Jahren erfolgreich von Verpackern in der Lebensmittelindustrie eingesetzte Gemüsesortiermaschine kann auf diese Weise durch ein effektiveres und effizienteres System ersetzt werden. Das roboterisierte System wurde initial zum Abwiegen von Chicorée und zum automatisierten Bewegen der Chicoréeköpfen zum Zuführband der Flowpack-Maschine entwickelt. Außer für Chicorée kann das System auch für eine Reihe anderer Produkte verwendet

werden, etwa für Spitzpaprika, Pastinaken, Porree, Zucchini und Snack-Gewürzgurken. Ein komplett neu entworfenes Wiegesystem in Kombination mit fortschrittlicher Software sorgt dafür, daß das ‘give away’ auf ein absolutes Minimum reduziert werden kann, und zwar auf weniger als 1%. Der speziell entwickelte Greifmechanismus bewegt das Gemüse problemlos und unbeschädigt zum Zuführband des Flowpackers. Die Ersparnis an

Arbeitskraft und beim ‘give away’ führt zu einem ansehnlichen Return on Investment. Auf diese Weise bedient Dutch Weighing Company die immer größer werdende Nachfrage nach Automatisierung, die von zunehmenden Kosten und dem Mangel an Arbeitskräften angetrieben wird. Verpacker können sich so einer zukunftsfähigen Automatisierung widmen, bei der intelligente Algorithmen und Datennutzung eine weitere Optimierung ihrer Einkünfte und Gewinne ermöglichen.

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Trotz des beschränkten Budgets hat sich die Maribelle laut Jan Timmermans erfolgreich am Markt etablieren können

Clubsorten erobern den Apfelmarkt Obwohl man davon ausgeht, dass längst nicht alle Marken erfolgreich sein werden, ist der Trend hin zu konzeptgesteuerten Äpfeln unbestreitbar.

„D

er Obstanbau ist noch immer sehr angebotsgesteuert, mit einer starken (inter)nationalen Konkurrenz untereinander,“ erklärt die Rabobank. Das schlägt sich in der Konkurrenzposition der Kernobstbranche nieder, die dadurch unter Druck steht. Der finanzielle Dienstleister prognostiziert, dass sich die Kernobstbranche in den kommenden Jahren flächenmäßig konsolidieren wird und Schritte zur Sortenerneuerung für besseren Geschmack und Produktqualität unternehmen wird. Die Einführung immer neuer Clubsorten insbesondere bei Äpfeln zeigt, dass dieser

Prozess in vollem Gange ist. Pink Lady und Kanzi etwa sind mittlerweile etablierte Namen auf dem Apfelmarkt. Morgana, Tessa und Evelina drängten kürzlich auf den niederländischen Markt und müssen ihren Platz noch finden. Das verdeutlicht, wie interessant der exklusive Anbau und der Absatz einer Apfelsorte in einer geschlossenen Kette sind. Und obwohl das auf den Markt kommende Volumen der jeweiligen Sorte kontrolliert wird, drängt sich doch die Frage auf, ob es für alle unterschiedlichen Clubsorten einen Platz gibt.

WIRRWARR BEI MARKENÄPFELN „Ja und nein,“ meint Florent Geerdens von der Baumschule René Nicolaï – die jährlich 1.200.000 Wildlinge und 1.000.000 Obstbäume produziert, von denen 70 Prozent Apfelbäume sind. „Wenn man sich das aufkommende Wirrwarr bei Markenäpfeln ansieht, dann wird es in der Tat vielleicht etwas zu viel. Aber ich stelle mir die Frage, wie viele dieser Marken letztlich für den Verbraucher wirklich sichtbar sein werden.“ Florent verweist auf die großen Budgets, die notwendig sind, um eine Verbrauchermarke auf den Markt zu bringen. „Man muss immer und überall für den Verbraucher sichtbar sein. Das gelingt nur sehr wenigen.“ Für den Erfolg eines Konzeptapfels ist es wichtig, dass die Kosten für den Aufbau der Marke auf dem Markt

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Obst

Baumschule Rene Nicolai stellt fest, dass es eine Vielzahl an Apfelmarken am Markt gibt

verdient werden können. „Es ist sinnlos, sofort einen Markenapfel zu verkaufen für den Preis eines normalen Elstar und nicht mehr Geld aus dem Markt herauszuholen. Den heutigen und zukünftigen Verwaltern der Pflanzensorten muss klar sein, dass die Mehrkosten aus dem Markt geholt werden müssen und nicht aus der Produktion.“ Florent glaubt nicht, dass es allen Marken gelingt, die Mehrkosten im Verbraucherpreis unterzubringen. Dennoch ist er nicht pessimistisch, was jene Marken betrifft, die sich keinen Platz auf dem Markt erobern können. „Sie werden ihren Teil dazu beitragen, dass der Verbraucher eine bessere Qualität bekommt.“ MIT MARKEN ARBEITEN Für den Erzeuger bringt das bei der Entscheidung für den Anbau einer neuen Sorte auch andere Überlegungen mit sich. Florent erklärt, dass der Erzeuger im Vergleich zu früher, als er hauptsächlich die Auswahl der Sorte im Auge hatte, jetzt auch nach der Ernte, der Lagerung und Verpackung noch

auf das achten muss, was anschließend passiert. „Auch dazu muss der Erzeuger Entscheidungen treffen. Es kann durchaus sein, dass er einen perfekten Apfel hat, dessen Markenführung jedoch schlecht gemanagt wird, so dass der Obstbauer sich nicht an diese Sorte heranwagt.“ Als Beispiel nennt Florent den Junami, den er für einen sehr schmackhaften Apfel hält, der jedoch gerodet wurde, weil der anschließende Ablauf misslang. „Mit der Marke muss gearbeitet werden, und wenn das nicht passiert, glaube ich, dass im Wirrwarr der Marken sehr wenige so erfolgreich sein werden, dass etwas dabei herauskommt.“ Florent zielt dabei auf Marken, die aus einem allgemeinen Lebensmittel eine erfolgreiche Marke machten. Als Beispiele nennt er Starbucks, Perrier und McDonalds. „Was machen wir als Branche verkehrt im Vergleich mit anderen Industrien? Wenn wir konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir zum Markenaufbau übergehen. Wir müssen einen zusätzlichen Wert aus der Story ziehen, die wir dem Verbraucher vorlegen. Wenn man mit

Laut Rene Nicolai tendiert der Markt von freien Sorten hin zu Clubäpfeln

einer Marke beginnt, muss man eine Story erzählen können. Dann ist der Verbraucher bereit, dafür mehr zu zahlen.“

KONKURRENZ Florent beobachtet eine Verschiebung von freien Apfelsorten hin zu Clubsorten. Er stellt fest, dass in der Baumschule vor fünf Jahren zu 80 Prozent freie Sorten angebaut wurden, diese jetzt aber nur noch 10 bis 15 Prozent ausmachen. Momentan machen Magic Star, Cosmic Crisp, Wellant und Fräulein 60 Prozent aus, sie alle sind konzeptgesteuerte Äpfel. Der Exportmanager konstatiert, dass bei Äpfeln zumindest in Nordwest- und Westeuropa die Tendenz hin zu Clubsorten geht, wodurch die Konkurrenz auf einem anderen Niveau stattfindet. Er sagt, dass sich Supermärkte früher zwischen Versteigerung X oder Y entschieden, jetzt aber eine Entscheidung treffen müssen, ob sie Marke A, B oder C in die Regale legen. Florent geht davon aus, dass die Entscheidung letztlich von der Marke abhängig ist. Dabei unterscheidet er eine Push- und

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eine Pull-Strategie. Als Beispiel für eine Push-Strategie nennt er den Kanzi, der mit einem großen Budget Präsenz im Supermarkt erzwingen kann, wodurch der Apfel im wahrsten Sinne in die Läden gedrückt wird. Ganz anders beispielsweise der Wellant, der in erster Linie durch Direktvermarkter zu Bekanntheit gekommen ist. Danach ist der Apfel durch Nachfrage der Verbraucher in die Einzelhandelsregale gelangt. Florent geht davon aus, dass dieser durch den Verbraucher in den Laden gelangte Apfel erfolgreicher sein wird.

Clubsorten.“ Um die Investitionen in ihre Bäume zu schützen, machen einige Produzenten deshalb ohne Club mit einer Apfelsorte weiter, die es als konzeptgesteuerter Apfel nicht geschafft hat. Beispiele hierfür sind die Sorten Wellant und Maribelle, die anfangs als Clubsorte auf den Markt gebracht wurden, jetzt aber freie Sorten sind. Jan rät zu eingehender Beschäftigung mit den Forschungsarbeiten, die es zu den jeweiligen Sorten gibt.

REGIONAL Jan hält den Wunsch des Verbrauchers, einen regional angebauten Apfel zu kaufen, für einen großen Trend auf dem Markt. Dieser APFELSORTEN KOMMEN Aspekt kann für den Erfolg von UND GEHEN Clubsorten eine Rolle spielen. Für Gemäß Jan Timmermans würde sich der Apfelanbau in Belgien sowie den den Erzeuger kann das hinsichtFür Piet van der Grift – vom Niederlanden ohne Clubsorten kaum rentieren lich einer exklusiven ZusammenObstbetrieb Van der Grift, wo man unter anderem 43 Hekarbeit mit Supermärkten Chantar Äpfel anbaut – ist der Preis der aus- vor ein paar Jahren 67 Clubsorten in ganz cen bieten. Er nennt als Beispiel den Magic schlaggebende Faktor bei einer Clubsorte. Europa. Auch er geht nicht davon aus, dass Star, der in den Niederlanden exklusiv für Er selbst hat sich bis jetzt entschieden, alle diese Apfelsorten einen bleibenden Albert Heijn angebaut wird. „Eine solche nur freie Sorten anzubauen. In Kürze wird Platz auf dem Markt finden können. „Eine Zusammenarbeit nimmt dem Produzensich das ändern, weil der Obstbetrieb Van begrenzte Anzahl wird bleiben.“ Jan beob- ten viel Unsicherheit.“ Dabei fällt Jan auf, der Grift eine Apfelsorte angepflanzt, die achtet, dass die Aufnahme beim Einzelhan- dass auch der Geschmack regional gebunin den Niederlanden exklusiv bei Vogelaar del und die Promotion Grundbedingungen den ist. Er bezeichnet die Niederlande und Vredehof erhältlich sein wird. Die lange des Erfolgs sind. Als Beispiel nennt er den Deutschland in geschmacklicher Hinsicht Geschäftsbeziehung mit dem Abnehmer Kanzi. „Es braucht eine große Vermark- als wahre Elstar-Länder. Weiter südlich lieund das in dieser Zeit aufgebaute Vertrau- tungsorganisation, die sehr viel Werbe- gende Länder wie Spanien, Frankreich oder en, in Kombination mit dem günstigen Preis mittel einsetzt. Dann funktioniert es, dann Italien haben eine Vorliebe für süßere Äpfel. ist für Piet den Grund, auf eine Clubsorte kommt es eventuell zum Erfolg.“ Aber er „Da gibt es einfach Unterschiede. Deshalb umzusteigen. Obwohl dem Obstbauer auf- sieht auch, dass noch weitere Aspekte geht ein Elstar in den Niederlanden oder in fällt, dass immer mehr Konzeptsorten hin- wichtig sein können, wodurch Erfolge auch Deutschland viel besser als in Frankreich zukommen, sieht er einen Rückgang freier bei einem etwas kleineren Budget möglich oder Spanien.“ Jan benennt noch einen Sorten wie Jonagold oder Elstar, die aber sind. „Wellant ist eigentlich ohne großes weiteren wichtigen Aspekt, der den Erfolg nicht so schnell verschwinden, weil die- Budget erfolgreich, weil er geschmacklich eines Apfels ausmachen kann: er muss sich se Sorten beim Verbraucher sehr bekannt sehr gut ist. Auch der Maribelle wird gut gut anbauen lassen und zum lokalen Klima sind. Piet stellt fest, dass Apfelsorten seit abschneiden, weil er eine Reihe von Quali- passen. „Wenn eine Sorte nicht angebaut jeher kommen und gehen. Er merkt an, täten hat, nämlich Geschmack und Haltbar- werden kann, keine Mengen erbringt oder dass vor etwa 25 bis 30 Jahren die Sorten keit. Das läuft jetzt so langsam.“ Krankheiten hat, dann geht er auch unter. Lombards Caville und Winston die HauptEs ist nicht so einfach, mal eben eine neue sorten in Betrieb waren, während diese MEHR CLUBSORTEN Sorte anzubauen. Es spielen sehr viele FakÄpfel jetzt vollkommen vom Markt ver- Jan bemerkt, dass die Clubsorten zuneh- toren eine Rolle, weshalb man nicht einfach schwunden sind. Und auch einige Clubssor- men, um für den Erzeuger einen besseren sagen kann: ich habe einen neuen Apfel und ten sind schon dabei zu verschwinden, wie Preis zu erzielen. „Für viele Obstbauern in der wird es sein.“ Piet beobachtet. Er schließt daraus auf die den Niederlanden und in Belgien lässt sich Florent.geerdens@renenicolai.be Bedeutung einer starken Partei mit gutem der Apfelanbau ohne Clubsorte sehr schwer Floris@fruitbedrijfvandergrift.nl Marketing hinter einer Clubsorte. „Wenn rentabel gestalten. Wenn man die richtige jan@timfruit.nl das nicht so ist, kommt nichts dabei raus.“ Clubsorte hat, bietet das Vorteile für den Als Beispiel nennt er den Junami, der auf- Erzeuger.“ Er sagt, dass der Erzeuger nur grund enttäuschender Erzeugerpreise sehr schwer einschätzen kann, welche gerodet wird. Aber das Problem kann auch Sorte die richtige ist bei der Sorte selbst liegen. Piet beschreibt, und Gewinn abwirft. dass viele Bäume der Sorte Rubens wegen Nach seiner EinKrankheit gerodet werden. schätzung werden etwa 80 Prozent der Loggerstraat 80 BESCHRÄNKTE ANZAHL 67 angebauten Club1976 CX IJmuiden T: 0255-513598 Jan Timmermans, jahrelang Kernobstex- sorten verschwinF: 0255-513835 porteur und jetzt als Berater aktiv, hat sich den. „Das ist das E: post@ppk.nl www.ppk.nl eingehend damit beschäftigt und zählte große Risiko bei den AGF Primeur • 2020

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Obst

NFO und VLam versuchen mittels Verkostungen im LEH den Bekanntheisgrad der Conference-Birnen am deutschen Markt zu steigern

Der Verbrauch von Conference-Birnen in Deutschland hat sich aufgrund jahrelanger Promotion seit 2012/2013 mehr als verdoppelt

Deutschland hat die Conference-Birne entdeckt „Es lässt sich ein allmähliches Wachstum erkennen, beim Verbraucher wird sie immer beliebter und bekannter,“ sagt Janneke van de Velde, Mitarbeiterin der Geschäftsführung bei der niederländischen Organisation der Obsterzeuger (NFO), über den Conference-Absatz in Deutschland. Sie erklärt sich den Erfolg so: „Für uns ist das ein positiver Markt. Das ist ein großer Markt, kulturell nicht so verschieden und ganz in der Nähe.“

M

it Unterstützung der Europäischen Union haben sowohl NFO als auch Vlam (Flanderns Agrar-Marketingbüro) seit 2012 gemeinsam daran gearbeitet, dem deutschen Verbraucher die Conference-Birnen näherzubringen. Dazu wurden für die Verbraucher in den Geschäften und für die Einzelhändler auf Messen Probierstände eingerichtet. Solche Verkostungen führen zu einer positiven Resonanz: Etwa 40 Prozent der Verbraucher, die Conference probiert haben, legen die Birnen anschließend in den Einkaufswagen. „Der Markt lässt sich am besten vergrößern, wenn man das Produkt direkt erlebbar macht,“ erklärt Janneke. Obwohl die Deutschen mit der Obstsorte durchaus vertraut sind, orientierten sie sich zuvor eher an Abate Fetel-Birnen aus Italien und an Birnen aus Übersee, etwa der Williams und der Packham. „Innerhalb des Birnensegments war der Anteil der Conference noch nicht groß. Dabei haben wir gemeinsam mit einer engagierten Gruppe

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von Exporteuren in den vergangenen acht Jahren beachtliche Veränderungen erzielen können.“ Die Promotionskampagnen haben zu einer Verschiebung innerhalb des deutschen Birnensegments geführt. Der Conference-Anteil ist von 12 Prozent in den Jahren 2012/2013 auf gut 27 Prozent in den Jahren 2018/2019 gewachsen. Das Wachstum der Conference ging dabei vor allem zu Lasten des Imports von der Südhalbkugel.

SUBVENTIONEN VERLÄNGERT Vor kurzem haben NFO und Vlam von der Europäischen Kommission erneut eine Subvention für die Promotion der Conference-Birne erhalten. Es handelt sich um einen Betrag von gut 1,3 Millionen Euro mit einer Laufzeit von drei Jahren – von 2020 bis einschließlich 2022. Janneke erklärt, dass die neue Kampagne, abgesehen von der EU-Subvention, auf Bemühungen von NFO und Vlam mit privaten Parteien der niederländischen und belgischen Branche

zurückgeht. Sie tragen gemeinsam etwa 20 Prozent des Budgets bei, sodass sich der gesamte Verfügungsrahmen der neuen Kampagne auf 1,7 Millionen Euro beläuft. Die NFO hofft, den Absatz der Conference in Deutschland mit der neuen Kampagne verfestigen zu können. “Wir gehen davon aus, dass wir die Position der Conference in unserem Nachbarland in den kommenden drei Jahren konsolidieren können.” Ab 2020 wird die Promotionskampagne auf Österreich erweitert, das ist neu. „So können wir diese Kampagne auf effiziente Weise weiter ausdehnen. Wir werden sehen, wie sich das in Österreich auszahlt.“ Die Entscheidung für Österreich ist vor allem praktischer Natur. Weil alle Materialien für Deutschland entwickelt wurden, können Sie auch im deutschsprachigen Österreich verwendet werden.

MARKTENTWICKLUNG Bert den Haan, der als stellvertretender Vorsitzender der NFO und Vorsitzender der NFO-Produktgruppe Birne bei diesem Subventionsantrag direkt eingebunden war, und der selber auch Obstanbauer ist, sieht in der Zunahme der Beliebtheit in Deutschland ein Licht am Ende des Tunnels. Er unterstreicht jedoch die Bedeutung einer weiteren Marktentwicklung der Conference-Birnen. „Wir haben ein massives Birnenangebot, das in absehbarer Zeit


Der deutsche Endverbraucher weiß die ConferenceBirne immer mehr zu schätzen

auch nicht abnehmen wird. Jedes Marktwachstum entlastet die Nachfrageseite, und dabei dürfen wir auch unseren eigenen Markt nicht vergessen.“ In diesem Zusammenhang ist die NFO froh über die zugesprochene Subvention für die Kampagne in Deutschland und Österreich. „Wer die Gelegenheit bekommt, einen Markt in unmittelbarer Nähe mit Subventionen weiter aufzu-

bauen, sollte mit beiden Händen zugreifen.“ Die Entwicklung neuer Märkte ist doch vor allem ein Gruppenprozess. Janneke hält fest, dass es für den Absatz der Conference in Deutschland hilfreich ist, wenn alle am gleichen Strang ziehen. „Dafür braucht es Gewicht von geschäftlicher Seite, die dafür Einsatz zu zeigen bereit ist. Wenn es nur wenige Parteien gibt, hat ein solches Pro-

jekt weniger Chance auf Erfolg.“ Das ist einer der Gründe, warum die NFO fürs Erste keine Promotionen für den Absatz von Conference in einem anderen Land plant. (MW)  jvdvelde@nfofruit.nl

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Sicherheit

Guustaaf Hoekstra, Lets:

„Vor allem der Verkauf von Waschbecken und Corona-Abschirmungen lief gut“

Eine RVS-Abschirmeinrichtung aus dem Hause LETS soll es Mitarbeitern ermöglichen auch näher als anderthalb Meter von einander entfernt sicher zu arbeiten

Jeder, der bei LETS zuhause arbeiten kann, muss zuhause arbeiten. Das gilt auch für Guustaaf Hoekstra, den Geschäftsführer, der seinen Laptop mit nach Hause nimmt und seine Arbeiten am Küchentisch fortsetzt. „Man muss sich in der ersten Woche an die Arbeit zu Hause erst gewöhnen,“ sagt Guustaaf. „Vor allem die Besuche bei den Kunden vermisse ich gerade, aber das geht nicht anders.“

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bwohl fast die gesamte Verkaufsabteilung jetzt von zu Hause aus arbeitet, geht das bei den Servicetechnikern und Installateuren des Unternehmens nicht. Aber auch hier wurden die notwendigen Maßnahmen getroffen. „Unsere Servicetechniker, die bei unseren Kunden für die Wartung verantwortlich sind, fahren jetzt direkt von sich aus zu den Kunden. Mit Kurieren sorgen wir dafür, dass sie bei Bedarf die benötigten Ersatzteile aus unserem Lager bekommen. Währenddessen arbeiten unsere Installateure und Techniker weiter am Standort in Dronten. Der Neubau von Produktionslinien zur Reinigung läuft noch wie gewohnt weiter. Die großen Projekte laufen auch. Ich mer-

ke allerdings, dass die großen Anfragen in Zukunft schwieriger für einige Kunden werden, weil die Zukunft im Moment so unklar ist. Ich erwarte daher auch, dass es in Zukunft etwas weniger große Installationsarbeiten geben wird.“

Von einer plötzlichen, explosiven Zunahme der Nachfrage nach Reinigungsmaschinen für die Obst- und Gemüsebranche kann daher auch nicht die Rede sein. „Das wäre auch nicht ganz richtig, wenn das der Fall wäre,“ sagt Guustaaf. „Wir sind in einer Branche, in der Hygiene und Lebensmittelsicherheit von großer Bedeutung sind, diese Maschinen stehen daher bei den Betrieben in der Produktionshalle. Allerdings sehen wir eine größere Nachfrage nach Waschbecken und speziellen Abschirmungen von Betrieben, in denen die Wahrung des Abstands schwierig ist. Das ist in unse-

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rem Unternehmen bislang der auffallendste Trend der letzten Wochen in Bezug auf das Coronavirus.“ Die speziellen Abschirmungen sind bei LETS aufgrund der Anfrage eines Kunden ins Sortiment gekommen. „Dieser Kunde fragte uns, ob wir in seinem Betrieb etwas tun können, um sein Personal zu schützen. Am Arbeitsplatz hatte der Kunde kein Problem, für eine sichere Arbeitsumgebung seines Personals zu sorgen. Das Problem lag bei den Korridoren zwischen der Kantine und dem Arbeitsplatz, wo das Personal der einen Schicht jener der nächsten begegnet. Daraufhin haben wir ihm diese Abschirmungen von RVS anbieten können, damit das Personal jetzt sicher aneinander vorbeigehen kann. In der Woche vor Ostern werden wir hoffentlich auch die ersten Plexiglasabschirmungen erhalten. Es war nicht einfach, an die Abschirmungen zu kommen. Die Nachfrage ist so hoch wie nie und die Leute, die normalerweise in dieser Branche sitzen, dürften wohl den doppelten Umsatz verbuchen.“

Guustaaf blickt dennoch zurück auf einen gelungenen Monat März. „Wir haben einen guten Umsatz erzielt und ich erwarte und hoffe, dass wir die großen Projekte nach Ostern wieder aufgreifen werden. Andernfalls haben wir einfach Pech. Wir hatten in den vergangenen Wochen auch mehr auf Promotion für unsere Kistenwäscher und andere Reinigungsmaschinen gesetzt, weil die Neubauprojekte etwas zurückstanden. Deshalb wollen wir unsere Maschinen etwas in den Blickpunkt stellen. Dennoch ist es noch zu früh, um zu sagen, wie sich dieses Coronavirus in der Zukunft auf unserer Unternehmen auswirken wird. Es läuft ja erst seit ein paar Wochen und unsere Arbeiten gehen normal weiter. Die Kunden können sich auf unseren Service verlassen, und wenn sie im Bereich Hygiene und Reinigung etwas brauchen, können sie zu uns kommen. Jetzt blicken wir bei LETS vor allem auf die Chancen, die uns der Markt bietet. Wir erleben gerade ein Stück neuer Realität, sowohl mit Vor- als auch mit Nachteilen.“ (TD) 

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Unsicherheit kennzeichnet den Beginn der südafrikanischen Zitrussaison Die südafrikanische Zitrussaison hat Anfang April begonnen. Die ersten Zitronen sind in den niederländischen Häfen schon angekommen, und sehr schnell werden auch die Grapefruits folgen. Die geschätzten Volumina sind in diesem Jahr höher als in der vorherigen Saison, vor allem bei Zitronen. Obwohl es demnach ausreichend Volumen zu geben scheint (13 % mehr als im vergangenen Jahr) ist der Markt von Unsicherheit gekennzeichnet.

D

ie Coronapandemie, die sich im März von China aus schnell über den Rest der Welt ausweitete, ist die Hauptursache dieser Unsicherheit. „Die Situation verändert sich derzeit von Woche zu Woche und es ist schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine klare Voraussage für die südafrikanische Saison abzugeben,“ sagt Tjeerd Hoekstra von Total Produce. Die Nachfrage nach Zitrusfrüchten hat durch den COVID-19-Ausbruch stark zugenommen, weil die Frucht reich an Vitamin C ist. „Die steigende Nachfrage nach Zitrusfrüchten auf dem europäischen Markt hat dafür gesorgt, dass für Südafrika eher Platz 120

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ist,“ sagt Tjeerd. „Derzeit ist das Angebot begrenzt. Eine Ursache hierfür ist auch die komplexe derzeitige Situation in Spanien. Das Land hat aufgrund des Coronavirus nicht nur mit Problemen bei der Logistik und in den Packstellen zu kämpfen, sondern auch mit schweren Regenfällen.“

Auch Südafrika bleibt nicht vom Coronavirus verschont. Ende März ging das Land für drei Wochen in den Lockdown, und es ist äußerst unklar, welche Auswirkungen das auf den Export von Zitrusfrüchten haben wird. „Wie ergeht es demnächst den Pflückern auf dem Feld, den Verpackern in der Packstelle, und wie sieht es mit der

Kapazität der Kühlhäuser aus?“ fragt sich Tjeerd. „All das sind Faktoren, mit denen wir rechnen müssen, denn aufgrund der präventiven Maßnahmen und des untereinander einzuhaltenden Abstands kann man nicht mit der sonst üblichen Kapazität verpacken.“

Vor allem bei der Logistik erkennt Tjeerd in dieser Saison den Engpass. „Ich glaube, dass es in diesem Jahr bei der Anlieferung sehr zäh verlaufen wird, und dann muss man sich sogar die Frage stellen, ob das Produkt überhaupt am Bestimmungsort ankommen kann. Anfang April kamen die Schiffe noch im Hafen von Rotterdam an, aber wir rechnen mit einem eventuellen Exportstopp wie in Peru. Abgesehen von den Beschlüssen fehlt es derzeit auch noch an Ausrüstung. Anfang April standen noch immer viele Reefercontainer in den Häfen von China und der umliegenden Länder. Diese müssen erst einmal alle freigemacht werden, bevor sie für den Export von Zitrusfrüchten nach Südafrika gelangen. Später in der Saison kann es auch auf den asiatischen Märkte


früchten. „Die Nachfrage nach Zitrusfrüchten hat vor allem bei den Supermärkten zugenommen, auf der anderen Seite ist die Nachfrage bei der Gastronomie komplett weggebrochen. Die Zitrusnachfrage kommt jetzt zu 90 Prozent vom Einzelhandel. Die jetzige Abhängigkeit von einem Absatzkanal bringt wieder eine Reihe anderer Probleme mit sich, wie beispielsweise eine ganz bestimmte Größe, die nachgefragt wird. Die Nachfrage nach Zitrusfrüchten hat also nicht explosiv zugenommen, eher ist die Angebotsseite derzeit klein aufgrund der schwierigen Nachfrage. Es gibt schließlich keine alternativen Absatzkanäle mehr.“

noch Nachfrage nach südafrikanischen Zitrusfrüchten geben. Aber da greife ich schon weit voraus. Es ist schon schwer zu sagen, wie der Markt in ein paar Wochen aussehen wird. Das ist derzeit schwer einzuschätzen. Ich gehe davon aus, dass die Preise durch die Nachfrage und zähe Anlieferung hoch

gehen werden, aber so wie es sich abschätzen lässt, wird das Bild in einer Woche wieder ganz anders aussehen.“

Kurzum, es gibt viel Unsicherheit bezüglich des Beginns der südafrikanischen Zitrussaison. „Unsicherheit ist sicherlich der Schlüsselbegriff, der zu dieser Saison passt,“ sagt Tjeerd. „Diese Unsicherheit erkennen wir vor allem bei der Logistik und bei den begrenzten Absatzkanälen. Die Zeit wird zeigen, wie sich diese entwickeln wird.“ (TD)  www.totalproduce.nl

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Rückläufige Minneola-Fläche, aber weiter stabile Nachfrage Die Minneola, als Kreuzung von Grapefruit und Mandarine, zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie sehr saftig ist und sich einfach schälen lässt. Aber die Minneola ist vor allem in den Niederlanden bekannt und ein großer Teil des Anbaus in den Produktionsländern ist für diesen Markt bestimmt. Ist denn die Minneola beim niederländischen Verbraucher überhaupt noch beliebt? Wir stellten diese und noch ein paar weitere Fragen an einen niederländischen Importeur und an einen israelischen Exporteur..

„S

icher ist die Minneola noch beliebt auf dem niederländischen Markt,“ sagt Jaap den Boer von Olympic Fruit. „Der Absatz ist weiterhin gut und der Einzelhandel fördert das Produkt auch regelmäßig während des gesamten Jahres. Der niederländische Markt ist diesbezüglich einzigartig. Nur hier findet die Minneola einen guten Absatz, in geringerem Maße auch in Belgien. Man sollte allerdings nicht versuchen, Minneolas in vergleichbarer Größenordnung in Spanien zu verkaufen, das klappt nicht.“ Auf Erzeugerseite lässt sich jedoch eine andere Entwicklung erkennen. „Das macht uns Sorgen und stellt eine Bedrohung für die Minneola dar,“ sagt Jaap. „Die Erzeuger erleben, dass der Ertrag pro Hektar gering ist und die Rendite unzureichend sind. Viele wechseln daher auch zu anderen Zitrussorten, wie beispielsweise der späteren Nadorcott und Tango. Der Rückgang der Minneola-Fläche ist überall zu sehen: von Peru und den USA, bis nach Israel und in der Türkei. In Israel geht man daher zur Anpflanzung 122

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von Orri über und in den USA auf Easy-Peeler. Ich gehe davon aus, dass das Volumen in den kommenden zwei bis drei Jahren noch weiter abnehmen wird. Das ist auch am Preis zu merken, der in den vergangenen Jahren um 20 bis 25 Prozent gestiegen ist.“ Zwischen 2018 und 2019 legte der Preis für Minneolas um etwa 9 Prozent zu.

Um die rückläufigen Volumina aufzufangen, konzentriert sich Olympic Fruit vermehrt darauf, Erzeuger an das Unternehmen zu binden. „Wir bieten in diesen Programmen einen guten Preis für die Erzeuger, bei langjährigen Verträgen. In diesem Zuge können unsere Kunden die Minneola auch zurückverfolgen und umgekehrt. Das ist nicht nur bei unseren Minneolas der Fall, sondern bei allen unseren Produkten.“ Es gelingt jedoch leider nicht, die Minneola ganzjährig auf dem Markt anzubieten. „Zwischen der Saison der USA und der Ernte in Peru liegt eine Lücke, etwa von der 18./20. Woche bis zur 24./25. Woche,“ sagt Jaap. „Nach Peru gibt es noch einmal eine Lücke,

etwa zwischen der 40. und 48. Woche, wonach die Minneolas aus Israel und der Türkei kommen. Das geht dann wieder bis zur 8. Woche. Die ersten Minneolas 2020 aus den USA bekamen wir Anfang März wieder mit dem ersten Container. Uns ist klar, dass es auch in Australien einen Minneola-Anbau gibt, aber die maritime Distanz ist eigentlich zu groß, und wenn man sie per Flugzeug importiert, reden wir tatsächlich über ein Nischenprodukt. Die Türkei und Ägypten sind zwei weitere Länder, die erst seit kurzem auf dem Markt sind. Das hat etwas mit den rückläufigen Volumina in Israel zu tun und, damit zusammenhängend, den dort steigenden Preisen für die Minneolas, wodurch auf dem Markt etwas Platz geschaffen wurde. Die Qualität der türkischen Minneolas kann sich mit der Israelischen messen, aber ehrlicherweise muss ich sagen, dass eine Minneola aus Israel schmackhafter ist.“

ISRAEL Israel ist eines jener Produktionsländer, in denen Minneolas für den Export angebaut werden. „Für uns ist es echt ein Nischenprodukt geworden,“ sagt Oron Ziv vom israelischen Im- und Exportunternehmen BeFresh. „Die Saison für diese Zitrusfrucht ist auch sehr kurz. Die Ernte findet zwischen Dezember und Januar statt, mit Verkauf bis in den Februar hinein. Danach ist die Saison für uns beendet und die USA übernehmen. Pro Saison haben wir etwa 4000 bis 5000 Tonnen Minneolas. Das wichtigste Exportziel sind die Niederlande,


gut 60 Prozent des Gesamtvolumens gehen dorthin. Außerdem gehen noch kleinere Mengen nach Belgien, Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Damit ist nicht nur die Minneola eine Nische, sondern auch der Absatzmarkt. Wenn dieser wegfällt, haben wir so schnell keine Alternative für unsere Produkte.“

Obwohl die Volumina stabil sind, bemerkt Oron eine Verschiebung auf dem Markt. „Da ist zum einen der Anbau in Israel. Uns fällt auf, dass dieser sich mehr und mehr auf die nördlichen Täler des Landes konzentriert, während die Minneola-Fläche in der Küstenregion rückläufig ist. Dies rührt daher, dass die Luftfeuchtigkeit in der Küstenregion hoch ist und damit möglicherweise auch Alternaria vorhanden sein kann, eine Schimmelkrankheit, für die die Minneolas besonders anfällig sind. Das lässt die in Israel ohnehin sehr hohen Produktionskosten steigen. Hinzu kommen dann oftmals noch Enttäuschungen bei Ertrag und Renditen, so dass viele Erzeuger beschließen, die Minneola durch andere Zitrussorten oder Avocados zu ersetzen. In den Tälern des Nordens spielen diese Probleme eine geringere Rolle, weil die Luftfeuchtigkeit dort viel niedriger liegt und Alternaria kei-

ler beziehen immer mehr Minneolas aus diesen Ländern. Diese sind zwar billiger, da aber die Bedingungen in beiden Ländern für den Anbau dieser Zitrusfrucht nicht ideal sind, haben sie mehr Ärger mit internen Qualitätsproblemen. Beide Länder treten als neue Konkurrenten für Israel auf, und das nicht nur bei Zitrusfrüchten, sondern auch bei anderem Obst und Gemüse. Das erklärt sich vor allem dadurch, dass israelische Produkte aufgrund des seit Anfang 2020 steigenden Shekel-Werts teurer werden. Die Wertsteigerung unterminiert die Konkurrenzposition Israels. Das macht unsere Exportposition gegenüber Russland im Vergleich zur Türkei auch weniger interessant. Nach Russland geht meist ein beschränktes Minneola-Volumen.“ Frische Minneolas aus israelischem Anbau

ne Chance hat. Dort ist die Qualität dann auch besser, mit einem besseren Ertrag pro Hektar und ausreichender Rendite für die Erzeuger.“ Zweitens fällt Oron auf, dass es auf dem Markt mehr Konkurrenz aus der Türkei und Ägypten gibt. „Niederländische Einzelhänd-

Dennoch geht Oron derzeit von einer Stabilität auf dem Minneola-Markt aus. „Ich mache mir mehr Sorgen über den asiatischen Markt. Vor kurzem öffnete sich dieser für israelische Zitrusfrüchte, aber das Coronavirus ist dazwischen gekommen.“ (TD) j.denboer@olympicfruit.com oron@befreshgroup.net

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