AFS-Vereinszeitschrift · Sommer 2014
AFS ist eine gemeinnützige, politisch und religiös unabhängige Ehrenamtlichenorganisation, die weltweit Jugendaustausch und interkulturelles Lernen ermöglicht.
www.afs.de
HORIZONTE · Sommer 2014
Editorial Interkulturelles Lernen steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt unserer AFS-Arbeit, doch wie wir dieses Ziel konkret ausfüllen und was wir unter interkulturellem Lernen verstehen, wandelt sich ständig – im Verein und in der Fachszene. Die nationale Bildungsveranstaltung Constanze stand nach 2007 und auch 2014 unter dem Thema „Interkulturelles Lernen“. Das Thema ist geblieben, doch die Diskussion darum hat sich in viele Richtungen weiterentwickelt. Neben dem „Eisbergmodell“ arbeiten wir heute mit dem „Sandbergmodell“, um Kulturen zu erklären, und neben den Nationalkulturen beschäftigen wir uns auch mit „Fuzzy Cultures“. Diese neuen Diskussionen zeigen sich in zahlreichen Projekten der letzten Zeit, zum Beispiel dem IKL-Workbook für Entsendeschüler oder der Gründung der Interessengemeinschaft Interkulturelles Lernen (IG IKL), um nur zwei zu nennen. In der Zusammenstellung der Themen für das Workbook haben wir im Verein intensiv diskutiert, welche Modelle
wir für die Vorbereitung der Schüler verwenden wollen – in der IG wird die Diskussion über den Kulturbegriff weitergeführt. Die Auseinandersetzung mit neuen Ansätzen findet an vielen Stellen im Verein statt. Sie ist oft kontrovers und stellt Altes infrage – ist aber immer spannend und hilft uns, den Perspektivenwechsel nicht nur unseren Teilnehmenden zu vermitteln, sondern auch unseren eigenen Blick auf das zu schärfen, was wir in den Camps, in Betreuungsgesprächen oder in der Arbeit in Projekten vermitteln. Viele der angesprochenen Themen und Projekte finden sich in dieser Ausgabe der HORIZONTE. Haupt- und Ehrenamtliche im Verein und externe Experten teilen mit uns ihre Sichtweisen. Viele Spaß auf der Pirsch nach neuen interkulturellen Ansätzen im Verein!
Annette Gisevius Teamleiterin Interkulturelles Lernen
Die HORIZONTE-Redaktion
Florian Aue
Nicole Brechmann
Julia Kayser
Verena Renneberg
Robert Strauss
Anne-Kathrin Topp
Benedict Weskott
Annika Wolfgram
HORIZONTE · Sommer 2014
Inhalt
Verein Der Vorstand ruft! ........................................................................................................................................................................... 04 Auf neuem Kurs ............................................................................................................................................................................... 06 Wahl zur Delegiertenversammlung 2015 .............................................................................................................................. 07
INTERKULTURELLES LERNEN Nicht nur im Austauschjahr oder in der Gastfamilie manifestiert sich dieser Prozess. Auch in der Vereinsarbeit wie auf der Bildungskonferenz Constanze oder dem europäischen Volunteer Summer zeigt sich: AFS inspiriert – ein Leben lang. Summit zeig
Interkulturelles Lernen ..................................................................................................................................... 08 I terk In Lernen L rne in vollen Zügen ..................................................................................................................................... 09 Le Wass macht eigentlich … .................................................................................................................................... 10 m Von Eisbergen, Sandbergen und interkulturellem Lernen .................................................................. 1 1 Europaweit gemeinsam lernen ...................................................................................................................... 12 Balkan in a box ..................................................................................................................................................... 13 Fünf Jahre interkulturelles Lernen auf dem internationalen Campus ........................................... 14 Wir sind Soulmates ............................................................................................................................................. 15
Lebensläufe WM-Land Brasilien ......................................................................................................................................................................... 16
Forum Zuhause in Schwalbach ................................................................................................................................................................ 1 8 Time to say no! ................................................................................................................................................................................. 20 Mit Design gegen Stigmatisierung ........................................................................................................................................... 2 1 100 Jahre AFS .................................................................................................................................................................................. 22 Persönliches ...................................................................................................................................................................................... 22 Impressum .......................................................................................................................................................................................... 23
Verein
Der Vorstand ruft! Die Delegiertenversammlung im März dieses Jahres hat es wieder einmal gezeigt: Es gehĂśrt auch GlĂźck dazu, freie Plätze im Vorstand zu besetzen. Vorstandsnachwuchs wird gesucht, weil viele Vorstandsmitglieder im nächsten Jahr ihren Posten abgeben werden. Die Delegiertenversammlung hat eine Reihe richtungsweisender BeschlĂźsse zur Erweiterung unserer Programme und Bildungsangebote gefasst, die eine Menge Potenzial fĂźr die Vorstandsarbeit in den kommenden Jahren bieten. Und das sind noch mehr gute GrĂźnde dafĂźr, die Nachwuchsentwicklung umfassender anzugehen als bisher. Als Auftakt gibt es nun ein kleines „How-to-Vorstand“:
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Der Vorstand ist das Gremium, das zwischen den Delegiertenversammlungen fßr die Umsetzung der dort gefassten Beschlßsse und damit fßr die strategische Steuerung des Vereins zuständig ist. Das Leitbild des Vorstands von 2007 beschreibt dies so: d$OV :HJEHUHLWHU VWUDWHJLVFKHU (QWVFKHLGXQJHQ YHUIROJHQ ZLU GLH (QWZLFNOXQJHQ LP 1HW]ZHUN GHU $)6 3DUWQHU VRZLH LP H[WHUQHQ 8PIHOG >e@ :LU EHUHLWHQ VWUDWHJLVFKH %HVFKOÖVVH PLW %OLFN DXI GLH NÖQIWLJH (QWZLFNOXQJ YRQ $)6 XQG VHLQHV 8PIHOGV YRU ]HLJHQ GHUHQ .RQVH TXHQ]HQ DXI XQG HUP�JOLFKHQ GDGXUFK QDFK KDOWLJH (QWVFKHLGXQJHQ > @ $OV %HJOHLWHU XQG 0HQWRUHQ EHREDFKWHQ XQG EHZHUWHQ ZLU GLH (QWZLFNOXQJHQ LP 9HUHLQ PLW HLQHP d%OLFN IÖU GDV *DQ]Ho > @ :LU VFKDIIHQ 3ODWWIRUPHQ ]XU 0HLQXQJVELOGXQJ XQG VLFKHUQ GHQ 5DKPHQ GHU (QWVFKHLGXQJVILQGXQJ :LU VLQG EHVWUHEW GLH .RPPXQLNDWLRQ XQG .RRSHUDWLRQ ]ZLVFKHQ XQG PLW GHQ NRQ]HSWLRQHOO XQG RSHUDWLY 0LW 04 | HORIZONTE
ZLUNHQGHQ ]X I�UGHUQ XQG *HVWDOWXQJVIUHL UžXPH ]X EHZDKUHQ o Aus diesem – sicherlich hohen – Anspruch ergeben sich eine Reihe von Herausforderungen, denen wir uns als Gremium, aber ebenso auch als Einzelpersonen stellen mßssen. Das gelingt sicherlich an manchen Stellen besser als an anderen.
1 Bei uns laufen Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammen: Aus der Geschäftsstelle, aus ehrenamtlichen Gruppierungen, aus Projekten oder auch von engagierten Einzelpersonen – aber ebenso aus dem internationalen Netzwerk und dem inländischen Umfeld. Das macht die Informationsverarbeitung innerhalb des Vorstands sehr komplex und vielschichtig. Bei aller Informationsfßlle kommt es darauf an, nicht nur zu reagieren, sondern auch
vorausschauend und initiativ zu denken und zu handeln – keine einfache Sache, da wir beruflich meist in ganz anderen Bereichen unterwegs sind und uns in viele Themen selbst erst einmal hinein arbeiten mßssen.
2 Letztlich geht es darum, die hinter den Informationen liegenden Interessen, WĂźnsche und BedĂźrfnisse zu erfassen und vor dem Hintergrund der formulierten Strategie zu bewerten. Daraus leiten wir dann Entscheidungen ab oder bringen eine Meinungsbildung im Verein auf den Weg. Und oft mĂźssen wir dabei eine andere Perspektive einnehmen als diejenigen, die von ihrer speziellen Erfahrung und Sichtweise ausgehen. In unseren Ăœberlegungen spielen beispielsweise die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Vereins oder längerfristige Entwicklungen eine grĂśĂ&#x;ere Rolle.
Verein
V. l. n. r.: Anna-Maria Hass, Uli Zeutschel, Anna Flötotto, Nils Ostendorf, Andrea Arnemann, Patrick Ulmer, Ulrich Horenburg, Gregor Gatomski, Paul Steiner, Fridolin Weiner, Mick Petersmann
3 Eine besondere Herausforderung ist hierbei sicherlich, dass jedes Vorstandsmitglied persönliche Überzeugungen hat, wir als Vorstand jedoch eine einheitliche Meinung vertreten wollen, um dem Verein Orientierung zu geben. Um Meinungen und Stimmungen aufzunehmen, um Entwicklungen und Hintergründe zu erläutern oder auch um strategische Positionen zu vertreten, müssen wir als Mitglieder des Vorstands möglichst präsent und ansprechbar für alle sein. Das kann uns nur arbeitsteilig gelingen, und wir denken, dass das im letzten Jahr mit der Teilnahme an den ToMs und Strategiewerkstätten schon recht gut geklappt hat. Und wie sieht die Vorstandstätigkeit nun konkret aus? Wir treffen uns als Gesamtvorstand an vier Wochenenden im Jahr jeweils für anderthalb Tage, um uns direkt auszutauschen und Themen vertiefend zu diskutieren. Jedes dieser vier Arbeitstreffen hat im Jahresverlauf einen speziellen Schwerpunkt: Die möglichst zeitnah nach der Delegiertenversammlung stattfindende Frühjahrsklausur dient vor allem der Entwicklung des durch Neuwahlen ergänzten Vorstandsteams und dem Ausblick auf die Arbeitsschwerpunkte des Vereinsjahres. Um die Arbeit effizienter zu gestalten, werden durchgängig zu bearbeitende Aufgaben (z. B. Kontakte in nationale und internationale Netzwerke oder auch
Strategieentwicklung) an Vorstandskommissionen delegiert. Zeitlich begrenzte Schwerpunktaufgaben werden in Vorstandsprojekten bearbeitet. Kommissionen und Projekte legen bei der zweiten Vorstandssitzung im Sommer ihre Arbeitspläne vor, um sie dann im Verlauf des Jahres selbständig zu bearbeiten. Die dritte Vorstandssitzung findet im Herbst statt und beschäftigt sich vor allem mit der Entwicklung beziehungsweise Aktualisierung der Vereinsstrategie. Die Budgetplanung für das nächste Kalenderjahr wird im geschäftsführenden Vorstand, bestehend aus dem Vorsitzendem, dessen Stellvertreter, Schatzmeister und Geschäftsführer vorbereitet. Der Budgetplan wird dann abschließend durch den gesamten Vorstand in einer Telefonkonferenz im November diskutiert und beschlossen. Das vierte Vorstandstreffen findet in der Regel Anfang des neuen Jahres statt und dient der Vorbereitung des Leitantrags und anderer Anträge für die Delegiertenversammlung. Neben den vier Wochenenden für Vorstandssitzungen investiert man als Vorstandsmitglied mindestens drei bis vier weitere Wochenenden in Veranstaltungen wie Delegiertenversammlung, Treffen operativer Mitarbeiter der Schülerprogramme und Freiwilligendienste, Constanze, Denkfabrik, Kuratoriumssitzung oder auch in Tagungen und Seminare mit AFS-Partnern in Europa und weltweit.
Klingt nach einer Menge Arbeit? Ja, die Arbeit im Vorstand ist intensiv – zeitlich und inhaltlich. Aber genau diese inhaltliche Intensität und der Austausch mit vielen unterschiedlichen Menschen innerhalb von AFS und im Umfeld machen auch ihren Reiz aus. Und es macht einfach Freude, in einem fitten Vorstandsteam mit engagierten Menschen ganz unterschiedlicher AFS-Herkunft zusammenzuarbeiten. Wir alle investieren unsere Zeit gern – in dem Bewusstsein, zur strategischen Entwicklung einer großen und in vielerlei Hinsicht vorbildhaften Organisation beizutragen. Für den Vorstandsnachwuchs suchen wir deshalb Menschen, die durch ihre Erfahrungen ein Bild von AFS und seiner Mission haben und die daran interessiert sind, über die operative und konzeptionelle Perspektive hinauszublicken. Persönliche Begeisterung und der Wunsch, aktiv und ver antwortungsbewusst zu gestalten – national wie international –, sind hilfreiche Eigenschaften für die Vorstandsarbeit. Wenn ihr euch einen direkten Einblick in die Vorstandsarbeit verschaffen wollt, hat sich die Teilnahme an einer oder mehreren Vorstandssitzungen als „Schnuppergast“ bewährt. Wir freuen uns über euer Interesse und geben gern detailliertere Informationen! Kommt auf uns zu und sprecht uns an! HORIZONTE | 05
Verein
Auf neuem Kurs Der Leitantrag des Vorstands zur strategischen Weiterentwicklung von AFS wurde von der Delegiertenversammlung angenommen. Damit bekommt der angestrebte Kurs deutlichen Rückenwind.
Text %HQHGLFW :HVNRWW | Foto )ORULDQ $XH
gemeinsamer Nenner vorhanden bei der Frage, was AFS erreichen will, aber Unklarheit darüber, wie es zu erreichen ist. Zum anderen gebe es im Verein viele gute Ideen, aber nicht die Lösung aller Probleme. Wichtig sei es auch, die ehrenamtliche Arbeit bei AFS dadurch attraktiv zu halten, dass die Ehrenamtlichen ihren Arbeitsbereich selbst gestalten können. „Der Leitantrag soll einen fruchtbaren Boden für Ideen bereiten“, sagt Fridolin Weiner. „Indem wir viele Blockaden auf der Ebene‚ wie wir etwas erreichen wollen, durch die Abschaffung des bis zur Delegiertenversammlung bestehenden Kriterienkatalogs eingerissen haben, hoffen wir, uns wieder mehr auf die Ziele konzentrieren zu können.“ Auf der Delegiertenversammlung 2014 in Berlin wurde auch intensiv über die Frage diskutiert, ob „Gastfamilienaufenthalt“ ein zwingendes Kriterium für neue AFS-Programme sein soll. Die Delegierten entschieden sich mehrheitlich dagegen
Entscheidungsprozesse und administrative Entscheidungen sollen zukünftig anders gehandhabt und überarbeitete Kriterien für neue Programmformate eingeführt werden. „Wir wollen jeden anregen, über neue Programme nachzudenken. Durch ein gemeinschaftliches Erarbeiten neuer Programmformate wird Ehrenamtlichen noch mehr die Möglichkeit gegeben, auf die Entwicklung von AFS einzuwirken“, sagt Fridolin Weiner aus dem Vorstand.
Neue Leitlinien Die Leitlinien des Vereins sollen um zwei Aspekte ergänzt werden. Erstens wird festgelegt, dass alle AFS-Programme gemeinschaftlich von Ehren- und Hauptamtlichen konzeptionell gestaltet und operativ durchgeführt werden. Zweitens wird über die Erprobung neuer Programme im Subsidiaritätsprinzip entschieden, also eine Entscheidung durch den Vorstand und die operativen Gremien getroffen. Ehrenamtliche müssen bei der Konzeption und Durchführung von neuen Programmformaten involviert sein, Pilotprogramme können vom Vorstand allein eingeführt werden. Für die endgültige 06 | HORIZONTE
Aufnahme von neuen Programmen ist weiterhin satzungsgemäß die Zustimmung der Delegiertenversammlung erforderlich. Im Visionsprozess, über den wir in der letzten Ausgabe berichtet haben, wurden Eindrücke, Erwartungen und Wünsche von AFSern gesammelt und diskutiert, um sie in den Leitantrag einfließen zu lassen. Bei den Strategiewerkstätten wurden die Teilnehmenden zum Beispiel nach ihrer persönlichen Vision gefragt, die sie zu ihrem Engagement für AFS motiviert. „Wir haben hier einen gemeinsamen Nenner beim ‚Was‘. Hauptpunkte, die hier genannt wurden, sind zum einen der Umgang mit anderen Kulturen sowie die Förderung von Verständnis und zum anderen, grob zusammengefasst, das ehrenamtliche Engagement in all seinen Facetten“, resümiert Fridolin Weiner. „Bei der Frage, wohin jeder Einzelne den Verein steuern würde, kamen die verschiedensten Antworten.“
„Auf die Ziele konzentrieren“ Aus den Ergebnissen der Teilnehmenden habe man unterschiedliche Rückschlüsse gezogen. Zum einen sei ein relativ kleiner
Qualität durch neue Kriterien In der Begründung des Leitantrags heißt es deshalb: „Um sinnvolle Programme entwickeln zu können, die auch von außen als „AFS-Programme“ wahrgenommen werden, ist es notwendig, dass wir Programme nicht mehr danach beurteilen, wie sie durchgeführt werden, sondern danach, ob und wie sie unsere Ziele erfüllen.“ Deshalb wird ein neuer Kriterienkatalog aufgestellt, der Qualität auf mehreren Ebenen sicherstellen soll. Unter anderem legt er fest, dass AFS-Programme einem Bildungszweck dienen, der den Teilnehmenden neue Kompetenzen verleiht und lebenslanges interkulturelles Lernen sowie zivilgesellschaftliches Engagement fördert. Inhaltlich soll die Ref lexion von Diversität und die Auseinandersetzung mit anderen Kulturen im Fokus stehen. Zudem sollen die Programme sich mittelfristig selbst tragen können. „Klare Anzeichen dafür, dass sich ein Programm nicht selbst wird tragen können, sind ein Ausschlusskriterium“, sagt Fridolin. Die Ehrenamtlichen sollen in wichtigen Bereichen jedes Programms mitwirken können und Programme sollen – wenn erforderlich – auch durch Kooperationen ergänzt werden.
Verein
Wahl zur Delegiertenversammlung 2015 Text $OH[DQGHU .HUNKRII %LED 3HW]HO $QQD 6FKQHSSHU | Foto 5LFKDUG +RSSH
Dieses Jahr kÜnnen alle Vereinsmitglieder vom ELV 2NWREHU 'HOHJLHUWH I U GLH 'HOHJLHUWHQYHUVDPPOXQJ '9 (20.–22. März 2015) wählen. Wie bereits im letzten Jahr entsprechen die Wahlkreise den Bundesländern der Bundesrepublik Deutschland, wobei sich die Anzahl der mÜglichen Delegierten in jedem Wahlkreis nach der Anzahl der AFS-Mitglieder richtet (s. Tabelle). Dieses neue Wahlverfahren hat sich auf der DV 2014 bewährt, da 67 der 70 gewählten Delegierten anwesend waren – eine deutlich hÜhere Quote als in den Jahren zuvor. Damit in einem Wahlkreis ßberhaupt gewählt werden kann, mßssen sich Kandidatinnen und Kandidaten zur Wahl stellen. Falls du im kommenden Jahr Lust hast, ßber strategische Entscheidungen von AFS Interkulturelle Begegnungen e. V. mitzubestimmen, neue Vorstandsmitglieder zu wählen und die
Mitglieder deines Bundeslands zu vertreten, kandidier als Delegierte(r). Dazu fßll bitte den beigefßgten Steckbrief aus (auch unter www.afs.de/steckbrief erhältlich) und schick ihn bis zum 6HSWHPEHU an wahlausschuss@afs.de oder per Post an das AFS-Bßro in Hamburg. Falls du noch kein Vereinsmitglied bist, kannst du bis dahin auch eine Mitgliedschaft beantragen, um selbst zu wählen, aber auch um zu kandidieren. Denk bitte daran, dass uns deine aktuelle
Adresse vorliegen muss, da wir zu diesem Zeitpunkt festlegen, in welchem Wahlkreis die Mitglieder wählen. Weitere und konkretere Hinweise zum Ablauf der Wahl haben die Vereinsmitglieder Anfang Juni erhalten. Falls du Fragen hast, kannst du dich gern an uns wenden. Wir sind dieses Jahr auf der DV als Wahlausschuss zur Delegiertenwahl 2015 gewählt worden und laut Vereinssatzung fĂźr das Wahlverfahren und den ordnungsgemäĂ&#x;en Ablauf der Wahl zuständig.
Vereinsmitglieder
Anzahl der Delegierten und Ersatzdelegierten (jeweils)
Baden-WĂźrttemberg
508
9
Bayern
491
9
Berlin
306
6
Brandenburg
47
2
Bremen
58
2
Hamburg
256
5
Hessen
410
7
30
2
Niedersachsen
400
7
Nordrhein-Westfalen
710
12
Rheinland-Pfalz
109
2
Saarland
26
2
Sachsen
84
2
Sachsen-Anhalt
36
2
Schleswig-Holstein
152
3
ThĂźringen
20
2
3.643
74
Wahlkreis
Mecklenburg-Vorpommern
Insgesamt
HORIZONTE | 07
Schwerpunkt
Text %HQHGLFW :HVNRWW | Foto 6KXWWHUVWRFN
AFS inspiriert – ein Leben lang. Dieser Leitsatz steht seit jeher für den Anspruch unserer interkulturellen Begegnungen, die Teilnehmenden nachhaltig zu prägen und ihnen wichtige Kompetenzen in den Bereichen der kulturellen und individuellen, also persönlichen Reflexion auf den Lebensweg mitzugeben. Interkulturelles Lernen ist ein stetiger Prozess, der schon ab dem Moment, an dem er in Gang gesetzt wird, einen großen, unverzichtbaren Mehrwert darstellt. Mit der Gründung der „Interessengemeinschaft Interkulturelles Lernen“ (IG IKL) und den Überlegungen zu 08 | HORIZONTE
neuen AFS-Programmformaten rückt der Begriff weiter in den Mittelpunkt unserer Vereinsarbeit und diverser Diskussionen. Auf der nationalen Bildungsveranstaltung Constanze war das Thema in diesem Jahr der Schwerpunkt in zahlreichen Workshops, Gesprächen und Vorträgen. Mehr als genug Gründe für uns, dem Thema „Interkulturelles Lernen“ einen Schwerpunkt zu widmen. In Zusammenarbeit mit der IG IKL haben wir Texte aus wissenschaftlichen und AFS-Kontexten ausgewählt, die sich interdiszipli-
när und aus verschiedenen Perspektiven mit dem interkulturellen Lernen beschäftigen. Wir möchten euch dadurch anregen, mit uns über Kultur und interkulturelle Begegnungen nachzudenken und eure Ideen und Standpunkte auf den kommenden AFSVeranstaltungen einzubringen. Nur mit einer reflektierenden und differenzierten Sicht auf AFS und unsere Arbeit können wir neue Impulse aufnehmen, in die richtige Richtung lenken und so für uns nutzen. In diesem Sinne wünschen wir viel Spaß beim Lesen und eine Menge neuer Denkanstöße!
Schwerpunkt
Lernen in vollen ZĂźgen Vom 9. bis 11. Mai fand Constanze, die nationale Bildungsveranstaltung von AFS, zum siebten Mal statt. In Karlsruhe trafen sich rund 350 nationale und internationale Gäste, um Ăźber das Leitthema „Interkulturelles Lernen“ zu diskutieren und neue Ideen zu entwickeln.
Text und Fotos %HQHGLFW :HVNRWW $QQD 0DULD +DVV
Unter dem Motto „Bildungsbahn“ begleiteten „Schaffner“ des Organisationsteams durch das Wochenende. Die Interessengemeinschaft Interkulturelles Lernen (IG IKL) hielt fĂźr alle Teilnehmenden ein Constanze-Magazin bereit, das wissenschaftliche Aufsätze mit Texten von AFS zusammenbrachte, um einen tiefergehenden Einblick in die Thematik zu geben. Ein neues Trainingskonzept auf der diesjährigen Constanze waren die „InterCultural Labs“. Am Samstagvormittag gab es in den Räumlichkeiten der Karlshochschule statt einer einzelnen, langen Workshop-Phase drei je 45-minĂźtige Intensivseminare, in denen die Teilnehmenden verschiedene Felder des interkulturellen Lernens vorgestellt bekamen und diskutierten. Kulturtheorien und -modelle wurden betrachtet und kritisiert, Theorierichtungen verglichen, EvaluierungsmĂśglichkeiten erĂśrtert und neue wissenschaftliche und praktische Ansätze vorgestellt. In den anschlieĂ&#x;enden langen
Workshops am Samstagnachmittag und Sonntagmorgen waren die Inhalte gewohnt breit gefächert. Von der Camporganisation und -konzeption ßber Kulturtheorien und weltweite LGBT-Rechte (Lesbian, Gay, Bisexual & Transgender) bis hin zu Webseitengestaltung und nonverbaler Kommunikation war alles dabei.
Positives Fazit Michael Zerr, Präsident der Karlshochschule, hob im Abschlussplenum besonders die kreative Atmosphäre des Wochenendes hervor. „Unsere TĂźr steht immer fĂźr euch offen“, lieĂ&#x; er die Teilnehmenden wissen. Stefan Winiker von AFS Schweiz, als internationaler Gast eingeladen und bereits zum dritten Mal bei einer Constanze dabei, stellte am Ende des Wochenendes fest: „Ich finde es bemerkenswert, dass wir so viel Ăźber etwas zu reden haben, das eigentlich ohne Reden funktioniert.“ Vom Input nehme er einiges an Motivation fĂźr die
chen n und CampSchweizer Ehrenamtlichen leiter mit. Auch Anne Reck aus dem Organisationsganisat team konnte ein positives Fazit ziehen: „Alles hat super geklappt!“ Anders als die Deutsche Bahn hatte die „Bildungsbahn“ kaum Verspätung und kam am Ende auf die Minute pĂźnktlich am Ziel an. Zu verdanken war das dem rund 20-kĂśpfigen Organisationsteam, zusammengesetzt aus Haupt- und Ehrenamtlichen der Mitarbeiterorganisationsentwicklung (MOE) und des Komitees Karlsruhe. „Auf die Karlsruher waren wir wegen ihrer Ortskenntnis besonders angewiesen“, sagte Anne. Zeit fĂźr Workshops hatte sie selbst wegen ihrer diversen Jobs zwar nicht, die schĂśne Atmosphäre war aber natĂźrlich auch auĂ&#x;erhalb der Arbeitsphasen Ăźberall zu spĂźren. Die angestoĂ&#x;enen Diskussionen und Ideen werden auf den kommenden AFSGroĂ&#x;veranstaltungen wieder Thema sein und weiterentwickelt werden.
In d den Workshops wurde wie immer viel diskutiert
HORIZONTE | 09
Schwerpunkt
Die IG traf sich im Januar 2013 zum Arbeitstreffen in Bucholz: (v.l.n.r.) Mirella Simeonova, Charlotte Steinke, Katharina Seefried, Annika Menke, Inga Menke, Nikolas Papageorgiou, Max Reichelt
Was macht eigentlich ... ... die Interessengemeinschaft Interkulturelles Lernen? Der Begriff „Interkulturelles Lernen“, kurz IKL, ist im m Vereinsgeschehen eigentlich allgegenwärtig und für viele ein selbstverständlicher Bestandteil von AFS geworden. Seit fast zwei Jahren widmet sich eine Gruppe Ehrenamtlicher intensiv dem Thema.
Text 7ULVWDQ 6FKXO]H | Fotos .DWKDULQD 6HHIULHG
Die Idee, dass ein ehrenamtliches Gremium sich auch längerfristig und regelmäßig mit IKL beschäftigen soll, entstand während der Denkfabrik 2012: Eine der Werkstätten dort hieß „Interkulturelles Lernen bei AFS“. Die Interessengemeinschaft Interkulturelles Lernen (IG IKL), die aus circa einem Dutzend AFSern besteht und sich zweimal im Jahr trifft, widmet sich auf den Arbeitstreffen immer schwerpunktmäßig einem IKL-Thema. Zusätzlich kommen die Ehrenamtlichen auch im Rahmen verschiedener AFSGroßveranstaltungen zusammen. Ansprechpartnerin der IG ist Katharina Seefried (Japan 2007/08), die in den letzten Jahren als Ehrenamtliche bereits in zahlreichen anderen Gremien aktiv mitgewirkt hat. Die IG IKL versucht, wissenschaftliche und theoretische Erkenntnisse in der täglichen Vereinsarbeit umzusetzen. Annika Menke (Thailand 2001/02) aus der IG stellt fest: „Das Schöne ist, dass es nicht wie ein Projekt irgendwann abgeschlossen ist, sondern wir auch langfristig Themen bearbeiten können. Großen Spaß gemacht hat dabei die Arbeit an Workshop-Konzepten, zum Beispiel das 10 | HORIZONTE
schon etwas ältere Konzept ‘IKL – die bunte Theorie’ in ein neues Format zu bringen, und generell auch mit neuen Ideen und Modellen zu arbeiten.“
Vielfältige Tätigkeit im Verein Seit den letzten zwei Jahren unterstützt die IG auch bei der Entwicklung verschiedener Materialien, die in vielen Vereinsfeldern eingesetzt werden. Unter anderem gab sie Feedback zu einem neuen Workbook für Entsendeschüler und entwickelte das Konzept der Schulung „IKL für alle“: Die sechsstündige Fortbildung spannt einen Bogen von der Definition des Begriffs „IKL“ über verschiedene theoretische Modelle bis hin zu konkreten Anwendungen in der Vereinsarbeit. Bewusst wird dabei den Teilnehmern auch Raum gegeben, persönliche Erfahrungen und Perspektiven einzubringen. „Es wird eine Multiplikatorenschulung im Herbst geben, außerdem arbeiten wir noch an einer IKLSchulung für Freiwilligendienste – es bleibt also im Bildungsbereich“, so Annika Menke zu den nächsten Vorhaben der IG. In den letzten Monaten arbeitete die Interessengemeinschaft vor allem auf
m die Constanze 2014 hin, die ganz im Zeichen des interkulturellen Lernens G ein stand: Hier veröffentlichte die IG Begleitheft zum Thema Interkulturelles Lernen, die „IKL mobil“, das den Teilnehmern die Reflexion im Nachhinein ermöglic ht, aber auch allen anderen AFSern vielfältige Informationen zum Thema und über die Arbeit der Interessengemeinschaft bietet. Das Constanze-Magazin „IKL mobil“ gibt es zum Download unter: ZZZ DIV GH LNO PRELO
Schwerpunkt
Von Eisbergen, Sandbergen und interkulturellem Lernen Metaphern für Kultur gibt es so viele wie Sand am Meer. Theorien zum interkulturellen Lernen ebenfalls. Die diesjährige Constanze hatte diesen Themenfokus: Interkulturelles Lernen. Mirella Simeonova, Referentin für Interkulturelles Lernen bei AFS, trägt die bereits bewährten aber auch die neuesten Theorien zusammen.
Text 0LUHOOD 6LPHRQRYD | Fotos :RUNERRN
Das Eisbergmodell zeigt auf, dass einige Aspekte von Kultur direkt sichtbar sind, andere erst nach einiger Zeit und Interaktion mit Menschen aus dieser Kultur erkennbar werden. Durch die aufgeführten Ansichten wird auch beispielhaft deutlich, welche Aspekte im Leben auch kulturell beeinf lusst sind. Das Modell ist zwar leicht verständlich und sehr bekannt, hat aber den Nachteil, dass es Kulturen statisch darstellt und nicht aufgezeigt, dass sie dynamisch sind und sich langfristig verändern.
Kultur in Schichten Das Zwiebelmodell vom niederländischen Kulturwissenschaftler Geert Hofstede verdeutlicht die verschiedenen Ebenen von kultureller Prägung – weiter außen liegende Schichten sind schneller beeinf lussbar und eher veränderbar als der innere Kern, der die kulturellen Werte darstellt, die für Kulturfremde nur indirekt sichtbar werden. Die Symbole, Helden und Rituale beschreibt Hofstede als Praktiken, die auch für Außenstehende direkt wahrnehmbar sind. Das Modell ist vielfach bekannt und leicht verständlich, wirkt jedoch trotzdem eher statisch. Ein neueres Modell von Jürgen Bolten, Professor für interkulturelle Wirtschafts-
kommunikation an der Friedrich-SchillerUniversität Jena, zeigt die Veränderbarkeit und Dynamik von Kultur auf.
zu Prozessdenken, von Konkretheit zu Vagheit und von einer „Entweder oder“zu einer „Sowohl als auch“-Auffassung.
Das sogenannte Sandbergmodell stellt die Grade kollektiver Verbindlichkeit, etwa Muss-, Soll- und Kann-Regeln in einer Lebenswelt, dar. Die Kann-Regeln sind am leichtesten veränderbar, wie der Sand der obersten Schicht eines Sandbergs am leichtesten vom Wind verweht wird. Ein Beispiel dafür wäre das Verhalten bei Begrüßungen. Die weiter tiefer liegenden Soll-Regeln wie Maximen oder Rituale sind schwieriger zu verändern, und die am längsten tradierten Muss-Regeln wie Normen und Gesetze oder natürliche Umweltbedingungen sind am schwierigsten zu verändern und am wenigsten vom Kontext abhängig.
Jürgen Bolten beschreibt Kulturen als „Fuzzy Cultures“, als ein offenes Netzwerk von Dynamiken. Jeder Mensch gehört gleichzeitig zu mehreren Lebenswelten (Familie, Freundeskreise, Unternehmen etc.), wobei die Verbindungen unterschiedlich intensiv sind. Menschen und Lebenswelten beeinflussen sich gegenseitig und bestimmen die „Normalität“. Der Fokus dieser Auffassung liegt auf der Veränderbarkeit von Kulturen und ihren Aspekten. So sehr unser Verhalten auch von kulturellen Aspekten beeinflusst wird: Wir dürfen die Tatsache nicht aus den Augen verlieren, dass Eigenschaften der eigenen Persönlichkeit und auch oft die Situation an sich eine Rolle dabei spielen, wie wir (re-)agieren.
Neue Perspektiven Der Kulturbegriff befindet sich im Wandel. Herrschte in der Vergangenheit ein eher geschlossener Kulturbegriff, in dem Kultur als ein homogener „Container“ betrachtet wurde, wendet man sich neuerdings einem offeneren Kulturbegriff zu, in dem Kulturen als soziale Lebenswelten, die heterogen und dynamisch sind, gesehen werden. Dazu gehört auch der Übergang von Struktur-
Mein Schüleraustausch
Mein Schüleraustausch üleraustausch
Das Eisbergmodell von Kultur
VB2
Kultur ist sehr vielseitig und lässt sich anhand verschiedener Modelle beschreiben. Eine häufige Art, sie zu betrachten, ist, sie als Eisberg darzustellen: Einige Teile sieht man schon auf den ersten Blick (Kleidung, Essen, Musik, Architektur, Begrüßungsart etc.), die meisten jedoch sind unter der Oberfläche. Man entdeckt sie erst im Laufe der Zeit, nachdem man sich immer wieder mit Menschen aus der Kultur unterhält und ihre Denkweise kennenlernt (sowie ihre Gefühle, Motivation, Ideale etc.). Viele Werte kommen in allen Kulturen vor – werden jedoch unterschiedlich gewichtet. Außerdem werden sie durch unterschiedliche Verhaltensweisen ausgedrückt. Beispielsweise ist Respekt gegenüber den Eltern in den meisten Kulturen wichtig, wird aber in verschiedenen Kulturen unterschiedlich gezeigt. Kulturelle Werte, Normen und übliche Verhaltensweisen können sich über die Zeit verändern, jedoch passiert das sehr langsam. Schaue dir bitte das untere Bild an, das verschiedene Teile von Kultur aufführt.
Begrüßung
Sport
Literatur
Was sind Stereotype und Generalisierungen?
Sie helfen uns zwar, die Komplexität unseres Umfelds zu reduzieren, und geben uns eine Orientierungshilfe in neuen Situationen. Sie sind jedoch häufig negativ, meist sehr schwer zu durchbrechen und schreiben allen Mitgliedern einer Gruppe dieselben Eigenschaften zu. Ein Beispiel eines negativen Stereotyps ist „Menschen aus Land X sind oberflächlich“. Man sollte sich seiner Stereotype bewusst werden und sie vermeiden. Stattdessen kann man Beschreibungen der von einer Gruppe bevorzugten Art, Dinge zu sehen oder zu tun (Werte, Normen, Verhaltensweisen), verwenden. Sie sind neutral, beschreibend und nicht bewertend, veränderbar und offen für neue Informationen. Zum Beispiel der Umgang mit Pünktlichkeit: Einzelpersonen oder Gruppen weichen von der Mehrheit ihrer Kultur ab – und könnten auch extremeres Verhalten zeigen als die Mehrheit einer anderen Kultur. Kulturelle Aussagen, die getroffen werden, bilden einen großen Teil einer Kultur ab – aber natürlich nicht alle Mitglieder!
Architektur
Kleidung
den nicht sofort erkennbaren
Aspekten von Kultur und bringen viel Konfliktpotenzial mit sich.
Einfache Dinge wie Gesten, be-
stimmte Worte oder Verhaltensweisen können in einer Kultur
ganz normal sein und in einer anderen verboten sein oder missbilligt werden.
Anzahl der Menschen in einer Kultur Kunst
Sitten/Bräuche
Verbale Kommunikation Volkstänze
Erziehung
Medien
Ein Beispiel für eine Be-
schreibung ist: Die meisten " meiner Mitschüler sind
Wissenschaft Wirtschaft Normen
Gesetze Alt/Jung
Kultur A
Kultur B
morgens vor Unterrichts-
Politik Soziale Struktur Religion
Schönheit
VB2
Wenn wir Kulturen vergleichen, geht es darum, sie in ihrer Vielfalt zu betrachten. Mit der Verwendung von Stereotypen und Generalisierungen sollte man dabei vorsichtig sein.
SOFORT SICHTBAR
Speisen/Getränke
Tabus gehören auch häufig zu
Die verschiedenen Modelle zur Beschreibung von Kultur beleuchten jeweils andere Aspekte, sind unterschiedlich komplex und dementsprechend mehr oder weniger für eine bestimmte Zielgruppen geeignet. Kritisch reflektiert, bir birgt jedes Modell neben rgt g jedoch je Grenzen renzen auch Chancen.
Geschichte
NICHT SOFORT ERKENNBAR
beginn in der Schule."
Nonverbale Kommunikation Humor
Zeit
Emotionen
Zeitliche Flexibilität
Pünktlichkeit
Rollen Umgang mit Unsicherheit
Fallen dir weitere Beispiele für Beschreibungen vs. Stereotype ein? Beziehungen Werte Individuum/Gruppe
Entscheide bitte für folgende Teile von Kultur, ob sie eher unmittelbar sichtbar oder eher nicht sofort erkennbar sind. Setze dafür jeweils ein Kreuz auf die Linie. (Mögliche Lösung auf S. 23.)
WORKBOOK
Sichtbar (über der Oberfläche)
1. Bedeutung von Gesten?
Vorbereitung auf den Auslandsaufenthalt für Austauschschüler
2. Typische Gerichte? 3. Grad, bis zu dem man Gefühle zeigt?
Nicht sofort erkennbar (unter der Oberfläche)
Was beeinflusst unser Verhalten? Das Verhalten in (Konflikt-)Situationen im Austauschjahr kann mindestens drei Ursachen haben. Sie liegen möglicherweise in der Person begründet (eine Person ist charakterlich auf eine gewisse Weise geprägt). Eine zweite Ursache kann in der Kultur und deren Prägung der Beteiligten liegen und darin, was jemand als „normales Verhalten“ gelernt hat. Drittens kann auch einfach eine besondere Situation vorliegen (Vorerfahrungen mit ähnlichen Situationen, besonderer Stress, unpassender Zeitpunkt etc.). Bei den meisten Verhaltensweisen liegt eine Mischung verschiedener Ursachen vor.
Person
Verhalten
Kultur
Situation
4. Begrüßung einer unbekannten Person? 5. Erwartungen an einen „Freund“?
Denk dir bitte eine Situation aus, an der jemand aus einer anderen Kultur beteiligt ist, und versuche, herauszufinden, welche dieser drei Aspekte das Verhalten wie beeinflussen.
6. Populäre Musik?
www.afs.de
7. Wichtigkeit, zu einer Gruppe zu gehören?
10
11
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Schwerpunkt
Europaweit gemeinsam lernen Der EFIL Volunteer Summer Summit (VSS) ist längst kein Geheimtipp mehr: Er hat sich als europaweite AFSVeranstaltung zur Weiterbildung und Vernetzung etabliert und findet in diesem Jahr schon zum siebten Mal statt, diesmal in Bosnien und Herzegowina. Inga Menke ist Trainingskoordinatorin bei der europäischen Dachorganisation EFIL (European Federation for Intercultural Learning) und für die Trainings auf dem VSS zuständig.
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Jedes Jahr treffen sich über 200 Ehrenamtliche aus ganz Europa und der Welt in einem anderen Land, um fünf Tage lang miteinander zu lernen und zu lachen, sich auszutauschen, zu vernetzen und in einem „Community Project“ vor Ort etwas zu verändern, und so den AFS-Spirit zu verbreiten. Diese größte europäische Veranstaltung für Ehrenamtliche hat sich in den letzten sieben Jahren sehr stark weiterentwickelt. Nicht nur sind die Teilnehmerzahlen gestiegen, auch am Programm hat sich einiges verändert. Mittlerweile werden Workshops in Training-Tracks (Workshop-Reihen) angeboten, die Qualität hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert, und in einer langen Mittagspause finden Freizeitangebote statt. Eine Komponente fand sich jedoch schon immer im VSS und wird wohl auch ein fester Bestandteil bleiben: Interkulturelles Lernen (IKL). Natürlich bedingt schon die Zusammenkunft von 200 Teilnehmern aus mehr als 30 Ländern, dass IKL jedes Mal irgendwie Teil dieser Veranstaltung ist. Doch ist es nicht genug, es dem Zufall zu überlassen, wie viel IKL stattfindet. Darum gibt es auf jedem VSS einen Track, der sich speziell mit IKL in
Ein Teil des Orga-Teams vom VSS 2009 (Türkei) genießt eine kleine, wohlverdiente Pause
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Verbindung mit dem Thema des VSS auseinandersetzt. Dieses Jahr ist das Thema: „Interfaith dialogue and diversity education“, und der IKL-Track heißt „Diversity education and ICL“. IKL-Workshops sollen im Idealfall über das hinausgehen, was auf nationaler Ebene als IKL-Basisschulung angeboten wird (in Deutschland wäre das zum Beispiel das schon ältere Konzept „IKL – die bunte Theorie“).
tionen zusammenkommen, haben IKLWorkshops immer zwei Komponenten – einerseits IKL als Inhalt des Workshops und andererseits IKL auf persönlicher Ebene zwischen Teilnehmenden. Dies ist in meinen Augen einer der Gründe dafür, warum IKL auf dem VSS spannend ist und es auch bleibt, selbst wenn man vielleicht schon zum siebten Mal hinfährt.
Vielfältige Workshops Welche Workshops gibt es auf dem Summer Summit? „Supporting ICL at schools“, „ICL for children“ oder „ICL for host families“ zum Beispiel werden wiederholt angeboten. Aber es gab in jedem Jahr auch weitergehende Angebote im Bereich IKL, etwa „Aspects of cultural difference“ (2008), „How to use outdoors methods in intercultural learning“ (2009), „Africa in black and white“ (2011), „Good traditions, bad traditions – food in the context of global development“ und auch „World peace made easy – ICL project development for dummies“ (2012). Da in den Workshops Teilnehmende aus verschiedenen AFS-Organisa-
Mehr Informationen und Anmeldemöglichkeiten für den nächsten VSS in Bosnien und Herzegowina unter: www.efilsummersummit.org. Wir möchten euch auch weiterhin interessante Workshops anbieten. Falls ihr weitere eigene Ideen habt, dann bewerbt euch doch nächstes Jahr als Trainer und gestaltet den VSS selbst mit. Für weitere Fragen kontaktiert: inga.menke@afs.org.
Schwerpunkt
Balkan in a box Mit der „TE(I)ST the Balkans“-Box 2012 hat die European Federation for Intercultural Learning (EFIL) alternative Info- und Werbematerialien für Kroatien, Serbien und Bosnien und Herzegowina entwickelt. Die englischsprachigen Materialien können vielfältig eingesetzt werden und sollen das Bild vom Balkan, das in vielen Ländern vorherrscht, verändern.
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Ratekarten bringen den Balkan näher
Die TE(I)ST-Kiste ist sehr flexibel und kann quasi selbst hergestellt werden. TE(IST) steht dabei für die Synergie aus „Taste“ – also probieren – und „Test“. In allen drei Ländern der Balkanregion bestehen AFS-Organisationen, die jedoch noch sehr jung sind. Sie haben sehr enthusiastische Freiwillige und stetig steigende Sending- und Hostingzahlen. Nur leider finden gerade die europäischen Partner oft niemanden, der bereit ist für einen Schulbesuch in beispielsweise Serbien. Dies scheitert an zwei Dingen: zum einen daran, dass sehr wenige Werbematerialien zur Verfügung stehen, zum anderen, dass das Bild besonders von Bosnien und Herzegowina sowie Serbien sehr stark mit dem Jugoslawienkrieg verbunden ist. Die Materialien der „TE(I)ST the Balkans“-Box sollen einerseits als Werbematerialien dienen, aber andererseits auch das Bild von den Balkanländern
verändern. Hergestellt wurden die Materialien der TE(I)ST-Kiste von AFSEhrenamtlichen aus sechs verschiedenen Ländern. Die Inhalte sind dabei informativ und spielerisch zugleich auf bereitet: Die TE(I)ST-Kiste enthält kulturelle Elemente, Querverweise zu Geschichte und Geografie, Eindrücke aus dem täglichen Leben von Teenagern und Informationen über AFS in diesen Ländern. So gibt es verschiedene Videos, Fotokarten, geografische Karten, ein Quiz, ein Brettspiel, Rezepte und einige Geschichten. Durch den Inhalt sollen alle Sinne angesprochen werden. Es ist für jeden was dabei – also einfach mal reinschnuppern. Wichtig ist außerdem, dass die Materialien sowohl von Ehrenamtlichen als auch von Teilnehmenden und Schulen genutzt werden können. Elemente aus der TE(I)ST-Kiste können
zum Beispiel bei Infoveranstaltungen eingesetzt werden, um Kroatien, Bosnien und Herzegowina sowie Serbien bekannter zu machen und Vorurteile abzubauen. Gleichzeitig können Ehrenamtliche Teile der TE(I)ST-Kiste zu Auswahlveranstaltungen mitnehmen, um bei den Teilnehmenden das Interesse für diese Länder zu wecken. Aber auch für Schulen hat die TE(I)ST-Kiste etwas zu bieten, was aktiv von AFSern an sie herangetragen werden kann. So können zum Beispiel Lehrer Inhalte der TE(I) ST-Kiste im Englischunterricht nutzen. Dazu können die Organisatoren von solchen Informationseinheiten alle Materialien von der EFIL-Website herunterladen. Zudem gibt es eine Anleitung dafür, wie man die Materialien herstellt, um die komplette TE(I)STKiste zu erhalten, und auch wie man die Materialien auf verschiedene Weise nutzen kann.
DAS TE(I)ST-Team hat interaktive Methoden für die Lernbox entwickelt
Mehr Informationen unter: www.efil.afs.org/teist/ aboutteist/project-team Die Materialien aus der Box gibt es unter www.efil.afs.org/teist zum Herunterladen. Falls ihr Fragen zu dem Projekt habt, könnt ihr euch gern an Inga wenden: inga.menke@afs.org.
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Schwerpunkt
Fßnf Jahre interkulturelles Lernen auf dem internationalen Campus Seit 2010 werden die Intercultural Academies angeboten – zunächst von AFS, zwei Jahre später von der Tochtergesellschaft InterCultur. Bis heute wurden in Kooperation mit Universitätspartnern zehn verschiedene Intercultural Academies durchgefßhrt.
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Was ist das Besondere an diesen Programmen, die bereits im fĂźnften Jahr angeboten werden? Die Intercultural Academies richten sich an junge Erwachsene, die in den Sommermonaten auf der Suche nach neuen Erkenntnissen im Themenbereich „Interkulturalität“ sind und Lust haben, sich mit jungen Menschen aus der ganzen Welt zu vernetzen. „Was ich besonders an der Summer Academy mochte, waren die Atmosphäre und die MĂśglichkeit, mit Leuten aus der ganzen Welt zusammen zu sein. So was passiert dir wirklich nicht jeden Tag!“, erinnert sich Valentina aus Italien an ihre Programmteilnahme im Jahr 2012.
Kulturvermittlung auf Universitätsniveau Bisher wurden die Summer Akademies viermal in Karlsruhe, je zweimal in Malaysia und Bremen und je einmal in der Tßrkei und in Brasilien angeboten. In den zweiwÜchigen Akademien werden den Teilnehmern die Grundlagen interkultureller Kompetenz und Kommunikation vermittelt und mit aktuellen gesellschaft-
lichen Fragestellungen verknĂźpft. „Den Teilnehmenden wird vermittelt, wie Kulturen eigentlich konstruiert sind, wie Menschen verschiedener Kulturen die Welt betrachten und wie sich Probleme, die durch das Zusammentreffen verschiedener Kulturen entstehen, lĂśsen lassen“, erklärt Manuel Schwinn, GeschäftsfĂźhrer bei InterCultur (USA 1996/97). Die innovative Kombination aus Vorlesungen auf Universitätsniveau, mit bisher Ăźber 30 Dozenten und Professoren aus internationalen Hochschulen sowie teilnehmerzentrierten, erfahrungsbasierten Workshops mit Ăźber 60 erfahrenen Trainern aus der ganzen Welt, machen die Akademien zu einer ganz besonderen Lernerfahrung.
Gut etabliertes Programmformat „Was ich immer in Erinnerung behalten werde, ist die Stimmung während der Veranstaltung“, erinnert sich Mischa aus Deutschland an die Summer Akademy, die 2010 an der Karlshochschule stattfand. „Die Gruppe war sehr international und offen dafĂźr, Wissen und Erfahrungen
Erfahrungen werden während der Summer Academies gleich in die Praxis umgesetzt
Summer Academies: engagierte Teilnehmer, internationales Umfeld
Interaktive Einheiten auf den Summer Academies
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untereinander auszutauschen. Das war wirklich inspirierend!“ Dazu haben die Teilnehmenden Gelegenheit, die neu gesammelten Kenntnisse sofort praktisch anzuwenden: „Die Programmteilnahme kann als Vorbereitung auf ein Auslandssemester an einer internationalen Hochschule oder die Arbeit in einem international tätigen Unternehmen dienen“, erläutert Manuel Schwinn. „AuĂ&#x;erdem kann sie Orientierungshilfe fĂźr die Wahl des passenden Studienfachs oder ein anschlieĂ&#x;endes Masterstudium sein.“ Mit den Intercultural Academies wurde ein erstes wiederholbares Programmformat gut etabliert und mit bisher Ăźber 380 Teilnehmern insgesamt auch gut angenommen. Damit diese MĂśglichkeit einem breiten Interessentenkreis angeboten werden kann, werden Stipendien angeboten, aus externen Quellen finanziert. AFSer, die hier Kontakte vermitteln kĂśnnen, sind herzlich eingeladen, sich bei Manuel zu melden Telefon: (040 8060276-10 oder Manuel.Schwinn@intercultur.de).
Schwerpunkt
„Wir sind Soulmates“ Interview mit Prof. Dr. Michael Zerr, Präsident der Karlshochschule, Partneruniversität von AFS und InterCultur
:LH VLHKW GLH =XVDPPHQDUEHLW ]ZLVFKHQ $)6 XQG GHU .DUOVKRFKVFKXOH DXV" Wir verkörpern die gleichen Werte und haben beide einen kulturwissenschaftlichen Ansatz. Wir sind gewissermaßen „Soulmates“. Deshalb macht AFS uns auch großen Spaß. Und dieser Spaß wird in einigen Kooperationen ganz konkret, zum Beispiel bieten wir eine AFS-Studienreise an und haben ein AFS-Stipendium, eins für AFS-Austauschschüler und eins für internationale Studierende. Diese internationalen Studierenden, die dann zu uns kommen, bringen uns weiter, sie befruchten, beleben und inspirieren uns, sie sind voller Idealismus und engagiert. Sie haben aber auch ein kritisches Verständnis und die Fähigkeit zum Perspektivenwechsel. Viele nennen uns schon eine „AFS-Hochschule“.
ganz viel wieder mit in ihre jeweiligen Lebenszusammenhänge. Oft sind sie in internationalen oder interkulturellen Bereichen tätig. Und sie haben offensichtlich über die eigentlichen Summer Academies hinaus noch viele Jahre ein Zusammengehörigkeitsgefühl. Man sieht es auf den Social-Media-Seiten, wie die Leute auch nach Jahren noch miteinander in Kontakt stehen. Insofern stellen die Summer Academies etwas dar, was die Grundidee von AFS in die Erwachsenenbildung hinein fortsetzt und was – wie auch die Karlshochschule – eigentlich eine natürliche Fortsetzung dessen ist, was AFS mit dem ursprünglichen Hauptthema, nämlich Austausch, erreichen wollte, was aber jetzt auch mehr und mehr als strategisches Ziel in andere Bereiche hineingreift.
:HOFKH 9RUWHLOH ELHWHQ GLH 6XPPHU $FDGHPLHV" Die Teilnehmenden sind unglaublich engagiert und inspiriert – und sie nehmen
Mehr Infos zur Karlshochschule unter: ZZZ NDUOVKRFKVFKXOH GH
Prof. Dr. Michael Zerr, Präsident der Karlshochschule und AFS-Gast- sowie Entsendevater
Aktuelle Termine: đƫ ƫě 1))!.ƫ !)5ƫ+*ƫ 1/0 %* %(%05ƫ".+)ƫ *ƫ *0!. 1(01. (ƫ !./,! 0%2!ėƫ%*ƫ /0 * 1(ƫĨāąċĢĂĆċĀĈċĂĀāąĩ đƫƫƫě 1))!.ƫ !)5ƫ+*ƫ *0!. 1(01. (ƫ 4,!.%!* !ėƫ%*ƫ .(/.1$!ƫĨĀąċĢāĆċĀĉċĂĀāąĩ Du möchtest im nächsten Jahr auch dabei sein? Weitere Informationen und Termine findest du auf: www.intercultural-summeracademy.org.
Über InterCultur InterCultur ist eine 2012 gegründete Tochtergesellschaft von AFS Interkulturelle Begegnungen e. V. und bietet Trainings, Schulungen und Beratung für Organisationen oder Einzelpersonen im Bereich Interkulturelles Lernen. Seit Gründung von InterCultur können nun
auch Menschen, die nicht dem üblichen Teilnehmer- und Mitarbeiterkreis von AFS angehören, davon profitieren, was nachhaltig zum Völkerverständigungsgedanken beiträgt. Die Arbeit von InterCultur basiert auf erfahrungsorientiertem Lernen in Seminareinheiten. Gemeinsam mit uni-
versitären Partnern im In- und Ausland organisiert InterCultur zudem interkulturelle Summer Academies und bietet gemeinsam mit der Jacobs University in Bremen Ausbildungen zum interkulturellen Trainer an. Mehr Informationen unter: ZZZ LQWHUFXOWXU GH DNWXHOOHV HORIZONTE | 15
Lebensläufe
WM-Land Brasilien Dieses Jahr findet die FuĂ&#x;ball-Weltmeisterschaft in Brasilien statt. FĂźr die HORIZONTE ein Grund, sich mit ehemaligen AustauschschĂźlern, die dort ihr Austauschjahr verbracht haben, zu unterhalten. Wie diese Zeit das Leben bereichert und verändert hat, haben uns Matthias BĂśrner und Johannes Metzler erzählt.
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Matthias BĂśrner, der mit seinem Sohn Vincius in Brasilien lebt
Mit FuĂ&#x;ball hatte Matthias BĂśrner nie etwas am Hut. Eigentlich wollte er nur weg, mal raus aus Deutschland. 1985 ging er fĂźr sein Austauschjahr nach Brasilien. Heute, mit 46 Jahren, wohnt er wieder dort und organisiert Gastronomie-Events. Nach seinem Austauschjahr musste er zur Bundeswehr, es war die Zeit des Kalten Kriegs. Bei der Marine hĂśrte er die Ostsee ab. Dann kam auf einmal die Wende, und es gab niemanden mehr, den man beschatten musste. „Da lagen wir plĂśtzlich alle am Strand“, sagt er. Matthias begann eine Lehre als AuĂ&#x;enhandelskaufmann, importierte und verkaufte nebenbei brasilianische Flip-Flops, studierte anschlieĂ&#x;end VWL und ging nach dem Studium schnurstracks zurĂźck nach Brasilien, um dort MiCA zu erĂśffnen, eine Firma fĂźr Markenkommunikation. Die gibt es auch heute noch. „Das war nie wirklich ein Plan gewesen, das damals zu machen. Das war einfach in mir drin“, sagt er heute im RĂźckblick.
„Wie eine Umarmung“ Als wir uns unterhalten, sitzt Matthias am anderen Ende der Erde. Mit Skype hole ich ihn zu mir ins Ohr. „Brasilien, das ist wie eine Umarmung, die dich nicht mehr loslässt“, sagt er. Er wohnt jetzt wieder in 16 | HORIZONTE
der Stadt, die er als AustauschschĂźler kennengelernt hat: SĂŁo Paulo, im SĂźdosten des Landes gelegen, rund 80 Kilometer vom Atlantik entfernt. Matthias mag SĂŁo Paulo: „Das ist eine richtige Arbeiterstadt. Die Leute hier wissen, was das Geld in den Taschen wert ist. Sie sind bodenständig. Das gefällt mir.“ Bei ihm ist es frĂźh am Morgen. Ich dagegen habe gerade Mittag gegessen. „Was gibt’s denn zum FrĂźhstĂźck?“, frage ich ihn. „Nichts. Also wenn, dann isst man hier mal ein kleines BrĂśtchen mit Butter. Das ist hier keine Mahlzeit. Das ist ganz weit weg von dem, was wir in Deutschland kennen“, antwortet Matthias.
Gastronomie, neu gedacht Kulinarisch setzt er auf jeden Fall MaĂ&#x;stäbe: Mit seiner Firma organisiert er nämlich auch Gastronomie-Festivals. Da bieten viele sehr gute Restaurants in Brasilien ein selbst kreiertes MenĂź fĂźr einen Festpreis von umgerechnet etwas weniger als 20 Euro an. Dieses Jahr steht das Event nicht nur im Zeichen des
FuĂ&#x;balls, sondern hat auch den Fokus auf nachhaltige regionale und Ăśkologische Produkte. Allein in SĂŁo Paulo beteiligen sich etwa 220 Restaurants an diesem Event, das eine Woche lang dauert. Von Mitte Juni bis Mitte Juli findet das Restaurant-Festival allerdings nicht statt. „Während der FuĂ&#x;ballWM wächst hier kein Gras. Da gibt es nichts anderes, was dich interessiert“, sagt Matthias. Einen Bezug zum FuĂ&#x;ball gibt es fĂźr seine Event-Reihe trotzdem. Der brasilianische Ex-Nationalspieler Cafu, der 1994 und 2002 die WM fĂźr sein Land gewann, hat eine Stiftung gegrĂźndet, die sich fĂźr die Entwicklung und Bildung benachteiligter Kinder einsetzt. Während der Festival-Woche sollen in den teilnehmenden Restaurants Spenden fĂźr diese Stiftung gesammelt werden. „Da kommt dann der Kellner herum und bittet die Besucher, einen Real [brasilianische Währung, Anm. d. Red.] fĂźr Cafu zu spenden. Der ist super beliebt hier in Brasilien. Wenn Cafu Präsident werden wollte, wĂźrden ihn die Leute dafĂźr wählen.“
Lebensläufe
Durch sein Austauschjahr in Brasilien wurde Johannes Metzlers Interesse für Lateinamerika geweckt. Als Journalist für die ARD und Trainer für die Deutsche Welle Akademie kann er seinen Beruf und die Neugier für die Länder dort perfekt miteinander kombinieren. Fast hätte Johannes Metzler sein Austauschjahr gar nicht in Brasilien verbracht, sondern in Südafrika. Doch seine Abreise drohte, sich um ein halbes Jahr zu verschieben. „Und dann kam so ein bunter Zettel von AFS, und da stand drauf: Entweder fährst du ein halbes Jahr später, oder wir bieten dir folgende Länder an. Und da stand dann unter anderem Brasilien drauf“, erinnert er sich. Sein Austauschjahr verbrachte er 1990 dann in der Stadt Campos, etwa 300 Kilometer nordöstlich von Rio. Der erste Kulturschock ließ nicht lange auf sich warten. „Es war Karneval. Ich bin halt Hamburger, und es liegt mir nicht so im Blut, Karneval mitzufeiern – noch dazu, wenn alle völlig ausflippen.“ 1994 zog Johannes von Hamburg nach Berlin, studierte an der FU Lateinamerikanistik und reiste mit Projekten der Uni nach Brasilien und Kolumbien, wo er 1998 zwei Auslandssemester an der Universidad de Antioquia in Medellín verbrachte.
Hörfunk. Nach jahrelanger journalistischer Arbeit, deren Fokus wenig auf Lateinamerika gerichtet war, wollte Johannes seinem Leben und Beruf eine neue Richtung geben. „Ein Freund meinte zu mir ,Ich verstehe dich überhaupt nicht. Du reist so viel herum und erzählst mir immer von Lateinamerika und Brasilien. Wieso wirst du dann nicht Auslandskorrespondent?‘.“ Gesagt, getan! In den letzten Jahren war Johannes darauf hin als Urlaubsvertretung im ARDStudio in Mexiko tätig. Er arbeitet außerdem als Trainer und Projektmanager bei der Deutschen Welle Akademie, Deutschlands führender Organisation für internationale Medienentwicklung, die die Entwicklung freier, transparenter Mediensysteme, journalistische Qualität und Medienkompetenz in Regionen nach Krisen und Konflikten fördert. Seitdem kommt er viel herum. Letztes Jahr war er oft in Nicaragua, Guatemala und in Brasilien.
Das Leben leichter nehmen „Du reist so viel herum“ Nach dem Studium ging er auf eine Journalistenschule und war danach als Reporter beim Sender Freies Berlin (heute Rundfunk Berlin-Brandenburg, rbb) tätig, hauptsächlich für Livereportagen für den
Was Johannes an seiner Arbeit gefällt? „Das ist nicht so leicht zu sagen. Ich komme mit den Leuten dort sehr gut klar. In Lateinamerika funktioniert vieles zwar unzuverlässiger und ist vieles schwieriger zu organisieren, aber mir gefällt es, da-
durch zur Improvisation und Spontaneität gezwungen zu sein. Das Leben ein bisschen leichter zu nehmen und nicht so durchorganisieren zu müssen, das fehlt uns in Deutschland.“ Brasilien wird er während der WM wieder besuchen und das Leben, das Land und die Leute für diverse Hörfunkreportagen porträtieren. Dabei soll der Fokus aber nicht auf den Nationalmannschaften, den Stadien und Toren liegen, sondern auf dem Drumherum. Das können Proteste sein oder Geschichten, die sich während der WM ergeben. Er werde sich überraschen lassen und schauen, was vor Ort passiert, sagt Johannes. Seine Vorschläge und Beiträge werden dann von den Rundfunksendern der ARD aufgegriffen und werden überall in Deutschland zu hören sein. „Wenn ich in Brasilien bin, ist das bis heute so, als ob ich nach Hause komme. Das hat mehr mit der Intensität des Austauschjahres zu tun als mit der Zeit, die ich dort insgesamt verbracht habe. Bei mir war das nicht nur eine Erfahrung, rückblickend kann ich auch sagen, dass das mein Leben völlig verändert hat“, resümiert Johannes. Zu seiner Gastfamilie hat er bis heute Kontakt, und seinen Gastvater wird er während der WM wiedersehen.
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Forum
Zuhause in Schwalbach Was ist gelungene Integration? Das Erkennen von Unterschieden und Gemeinsamkeiten! Wilfried Hßlsemann, AFSer und seit 1988 Vorstandsmitglied der Deutsch-Ausländischen Gemeinschaft Schwalbach e. V. (DAGS) hat diese Erkenntnis in einem Buch zusammengetragen und zeigt damit auch, dass Schicksale von Migranten und Nicht-Migranten mitunter ganz ähnlich sein kÜnnen.
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Obwohl das hessische Schwalbach nur 15.000 Einwohner zählt, vereint sich dennoch die ganze Welt dort. Die Migrationsgeschichte dieser Kleinstadt kĂśnnte sich so auch in vielen anderen deutschen Städten ereignet haben. Aber der vor allem durch bĂźrgerschaftliches Engagement initiierte Umgang mit kulturellen Veränderungen in Schwalbach ist, wenn auch nicht beispiellos, so doch auĂ&#x;ergewĂśhnlich. Das Lesebuch „Zuhause in Schwalbach. Eine Stadt erzählt“ (Brandes & Apsel, 2013) hat seine ganz eigene Herangehensweise, die Lebensgeschichten von 70 Schwalbacherinnen und Schwalbachern zu porträtieren. Es reflektiert wechselseitige Zuschreibungen Ăźber das Verhalten von Menschen alter Ortsteile und groĂ&#x;er Neubausiedlungen sowie verschiedenster Herkunft und dokumentiert zugleich vielfältige Formen des Ankommens. „Sie sehen sich als Teil dieser Gesellschaft und nicht als von auĂ&#x;en dazugezogen“, berichtet Zehaytu Zere, die 1984 als FlĂźchtling aus dem eritreischen Freiheitskampf gegen Ă„thiopien nach Schwalbach kam, Ăźber ihre drei Kinder, 18 | HORIZONTE
li i t wurden, d die durchweg hier sozialisiert verantwortungsvolle Berufe ausĂźben und nie in einem anderen Land als Deutschland gelebt haben. „Sie sind hier zu Hause und finden es traurig, wenn sie nur auf ihre Integrationserfolge reduziert werden.“
„Integration fängt beim Umdenken an“ Ăœber Abdellah Mansouri erfährt man, dass seine Eltern als marokkanische Gastarbeiter nach Frankfurt kamen und die Familie später nach Schwalbach umzog. Er selbst ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Spätestens wenn man weiter in seiner Lebensgeschichte liest, Ăźber die jahrelange Mitgliedschaft im lokalen FuĂ&#x;ballverein, seinen Realschulabschluss, die Ausbildung zum BĂźrokaufmann in der Hessischen Finanzverwaltung sowie sein parteipolitisches Engagement in der SPD, dann wird klar, dass Integration beim eigenen Umdenken anfängt. Und so ist es Abdellah Mansouris Anspruch, zu vermitteln, „dass man auf einen Nenner kommt, sobald man einander achtet und respektiert“.
Es ist interessant, zu erfahren, dass sich ZugehĂśrigkeit und Ausgrenzung nicht nur auf Beispiele vom ZusammenstoĂ&#x;en verschiedener Kulturkreise erstrecken. Schwalbach, in das nach 1945 auch viele Heimatvertriebene aus den Ostgebieten des Dritten Reichs kamen, fĂźr die am Rande des Dorfs die sogenannte „Kopftuchsiedlung“ entstand, war auch fĂźr das nahe gelegene und aus allen Wohnungsnähten platzende Frankfurt ein ausbaufähiger Flecken Erde. Vor allem die Anfang der 1970er-Jahre entstandene Limessiedlung brachte nicht nur kulturelle, sondern auch soziale Vielfalt und Herausforderungen fĂźr alte und neue Schwalbacher mit sich. Unter Kindern spielt die Herkunft eine geringere Rolle. Dies bestätigt auch Monika Gernet, deren Familie aus der Tschechoslowakei stammte und die 1957 nach Schwalbach zog. Im Zusammensein mit MitschĂźlern interessierten sich die Kinder fĂźr das gemeinsame Puppen- oder Ballspiel. Die Eltern hingegen hatten es schwer, anzukommen und akzeptiert zu werden. Allein das äuĂ&#x;ere Erscheinungsbild der
Forum
Frauen der Flüchtlingsfamilien stellte gleich ihre Herkunft klar: Kopftuchträgerin aus den früheren deutschen Ostgebieten. Auch wenn es sich dabei um eine Tracht handelte, gewöhnten sich die jungen Frauen die Pflege dieser Tradition schnell ab. Der 1961 in Schwalbach geborene Richard Peters sieht sich als „Augenzeuge seit 50 Jahren“. Bewusst hat er miterlebt, wie aus einer dörflichen eine städtische Struktur wurde und wie sich auch das soziale Gefüge diversifizierte. Auch wenn Veränderungen und Neues den Mitgliedern einer Gemeinschaft immer viel abverlangen, so machen sie das soziale Miteinander auch aus. Das funktionierende und vielseitige Vereinswesen der Stadt Schwalbach trägt ebenfalls dazu bei, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft gemeinsam ihren Interessen nachgehen.
Mehr als reine Dokumentation Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Deutsch-Ausländischen Gemeinschaft Schwalbach e. V. (DAGS) will diese mit ihrer Publikation erreichen, dass Menschen mehr voneinander erfahren und zeigen, dass damals wie heute beim Thema Integration „eingeschliffene Gewohnheiten zu überdenken“ sind. Entstanden ist ein Lesebuch, das mehr als nur das dokumentiert. Es zeigt, dass zum Deutschsein mehr als die deut-
sche Sprache gehört, dass eigene Traditionen gleichberechtigt neben allgemein anerkannten Werten einer Gemeinschaft existieren können und Herkunft aus mehr als nur Nationalgrenzen besteht. Dass das Ankommen und Verbleiben in Deutschland auch ganz unspektakulär sein kann und fern von Kriegs- oder Wirtschaftsnot einfach passiert, zeigt die Geschichte von Rózsa Hülsemann. Als sie 1969 für ein Auslandssemester nach Deutschland kam, hatte sie einen großen Teil ihrer eigenen Migrationsgeschichte bereits hinter sich. Weil der Vater als Pfarrer tätig war, litt die Familie im sozialistischen Ungarn unter Repressalien. Als er starb, heiratete die Mutter erneut und folgte ihrem zweiten, ebenfalls aus Ungarn stammenden, aber bereits seit etlichen Jahren in den USA lebenden Mann nach Ohio. Da die Tochter Rózsa Englisch bereits gut beherrschte, entschied sie sich später, ihre zwei weiteren Interessen, Deutsch und Musik, zu ihrem Studienschwerpunkt zu machen. Sie verbrachte ein Studienjahr in Deutschland, wo sie ihren künftigen Mann Wilfried, AFSer des Jahrgangs 1965/66, kennen- und lieben lernte. Der gemeinsame Freund, der ungewollt „vermittelt“ hatte, war übrigens Wilfrieds Gastgeber bei einem der AFSBusstops während der Bustour, die bis
Ende der 1960er-Jahre von AFS USA zum Abschluss des Austauschjahres aus den jeweiligen Gastregionen nach Washington – mit Besuch des Weißen Hauses – organisiert wurden. Die AFSDevise „Walk together, talk together“ bringt nicht nur die verschiedenen Lebenswege zusammen, sondern löst in den 70 Autorinnen und Autoren ein Gefühl aus, das alle teilen: Sie sind in Schwalbach zu Hause.
Zuhause in Schwalbach Eine Stadt erzählt Herausgegeben von der Deutsch-Ausländischen !)!%*/ $ "0ƫ $3 ( $ƫĨ ĩ Verlag: Brandes & Apsel Erschienen: 2013 ISBN: 978-3955580445 Preis: 19,90 EUR Weitere Infos: www.dags-Schwalbach.de
Buchvorstellung 28. Juli 1954. Wir hatten an Bord der "SS Neptunia" schon um sechs Uhr morgens unser Frühstück serviert bekommen und befanden uns bereits in amerikanischen Gewässern, ungefähr eine halbe Stunde von
Manhattan entfernt, und erwarteten die Hafenpolizei von New York, die
um 9 Uhr an Bord kam. Kurz danach fuhren wir in New York ein. Es sind gewaltige Eindrücke: Manhattan, das so wohlbekannte Bild in meinem Englischbuch, liegt nun leicht in Nebel gehüllt vor uns ...
Dieter Volpert – Die Innenseite Amerikas: Briefe eines 17-Jährigen an seine Eltern in Deutschland 1954–1955 Eine gesellschaftlich-kulturelle Zeitreise in die Gegenwart Verlag: Pro Business Erschienen: 2014, Preis: 7,90 EUR ISBN: 978-3863866808
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Forum
Time to say no! Seit 2007 gibt es das Projekt „Health & Safety“. Unter diesem Begriff finden sich bei AFS eine Vielzahl von MaĂ&#x;nahmen gegen Missbrauch und sexuelle Ăœbergriffe. Benedict Weskott hat mit der Mitinitiatorin Elke Brehm (Italien 1992/93) Ăźber die Anfänge des Projekts und die Umsetzung im Verein gesprochen.
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Kulturelle Unterschiede
Elke Brehm, auf der Chinesischen Mauer
Zu Beginn bestand das „Health & Safety“Team, neben Projektleiterin Elke und Birte Vehrs aus der Geschäftsstelle, aus den Ehrenamtlichen Ronja Krebs und David Albrecht. „Das Projekt zu starten war wirklich eine Mammutaufgabe“, sagt Elke. „Klar war, dass in dem Bereich etwas gemacht werden musste, nachdem Missbrauchsfälle bekannt geworden waren.“ Das Thema im Verein anzusprechen sei schwierig gewesen, denn Missbrauch und sexuelle Ăœbergriffe seien nach wie vor Tabuthemen. „Die Realität ist aber natĂźrlich, dass es Ăźberall passiert, auch bei AFS. Viele Menschen haben BerĂźhrungsängste bei dem Thema, und man muss erst die richtige Herangehensweise finden.“ Als Laien auf dem Gebiet, ohne psychologischen Hintergrund, musste sich auch das Team selbst mit dem Thema erst vertraut machen.
„Wir kĂśnnen etwas tun“ „Das Projekt haben wir gestartet, bevor die Missbrauchsfälle in Schulen und ka20 | HORIZONTE
tholischen Einrichtungen bekannt wurden und das Thema in den Medien so präsent war“, sagt Elke. „Wir waren mit den anderen Organisationen, die im AJA [Arbeitskreis gemeinnĂźtziger Jugendaustauschorganisationen, Anm. d. Red.] verbunden sind, die Ersten, die sich gesagt haben: Wir kĂśnnen etwas tun.“ Getan werden bei „Health & Safety“ grundsätzlich zwei Dinge. Erstens gibt es als präventive MaĂ&#x;nahme die Workshops „Grenzen der Anpassung“ auf den Vorbereitungscamps fĂźr Hopees und „Time to say no“ auf den LOCs (Late Orientation Camps) fĂźr GastschĂźler sowie Hinweise fĂźr Gastfamilien. Zweitens besteht ein Notfallplan fĂźr akute Fälle, fĂźr den auch die meist sehr jungen Betreuer bei AFS geschult werden mĂźssen, damit sie etwaige Signale rechtzeitig erkennen und richtig nachfragen kĂśnnen. Im Katalog fĂźr PräventionsmaĂ&#x;nahmen heiĂ&#x;t es, man wolle „die Programmteilnehmer nachhaltig durch ein mĂśglichst engmaschiges Netz der Sicherheit [...] schĂźtzen“.
Bei den GastschĂźlern sind vor allem die kulturellen Unterschiede beim Umgang mit Themen wie Aufklärung und Sexualität gravierend. „Wenn schon Ăźber VerhĂźtung nicht gesprochen wird, wird Ăźber Missbrauch erst recht nicht gesprochen“, stellt Elke fest. „Wir sind wegen dieser kulturellen Unterschiede am Anfang auf viel Ablehnung im Verein gestoĂ&#x;en. Das beruhte vielleicht auch auf der eigenen Angst, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen.“ Um das Projekt voranzutreiben, startete das Team eine groĂ&#x;e Testphase fĂźr die Schulungskonzepte auf mehreren LOCs. „Letztendlich ist es gut angenommen worden. Ob es auch gut angekommen ist, weiĂ&#x; man nicht. Man kann nur einen DenkanstoĂ&#x; geben, damit die Leute, die an dieser Schulung teilnehmen, sich daran erinnern, wenn ihnen so etwas begegnet“, sagt Elke. „Ich hoffe, dass sich jeder danach Gedanken macht Ăźber seine BedĂźrfnisse und das eigene Näheverhältnis.“ Es gehe vor allem darum, fĂźr das Thema zu sensibilisieren, und zwar bei allen Beteiligten, also SchĂźlern, Betreuern, Hauptamtlichen und Gastfamilien. Das erste „Health & Safety“-Projekt bei AFS wurde auf dem Treffen operativer Mitarbeiter 2009 abgeschlossen und dann durch ein Folgeprojekt abgelĂśst, in dem Elke jedoch nicht mehr mitarbeitete.
Forum
Mit Design gegen Stigmatisierung Sein Heimatland ist die Schweiz, sein Vater stammt aus Frankreich, sein Austauschjahr verbrachte er mit AFS in Japan, er lebte in Frankreich und den Niederlanden. Charles Bourrier lebt den AFS-Spirit. Heute wohnt er in Riga, wo er als Social Designer Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft integrieren möchte - und für Leute, die Veränderungen bewirken wollen, hat er außerdem ein Buch geschrieben.
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Seinen Zivildienst absolvierte Charles in diversen sozialen Einrichtungen in der Schweiz. Dort begann er, darüber nachzudenken, ob es nicht möglich wäre, die Leute, die er betreute, in handwerkliche Produktionsprozesse zu integrieren. „Ich überlegte mir, wie man Designobjekte unter solchen Bedingungen herstellen kann. In einer Art und Weise, in der ein Objekt selbst nur Teil in einem System ist und nicht dessen Ergebnis.“ In Luzern studierte Charles dann Product Design. Er zog für seinen Master in die Niederlande, wo er an der Design Academy Eindhoven Social Design studierte. Dort entwickelte er ein Masterprojekt mit dem Ziel, Menschen mit Behinderungen zu entstigmatisieren, indem sie direkt und aktiv in die Herstellung der von Designern entworfenen Objekte eingebunden werden und ihr Können im Fokus des Prozesses steht – und nicht ihre Behinderung. „Wir können diesen Leuten damit etwas geben. Struktur, Stolz, Selbstreflexion. Wir bringen ihnen bei, ihr Können unter qualitativen Aspekten zu betrachten.“ Daraus entstand später das Projekt JūHū.
Der perfekte Moment Eins von Charles’ Lebensmottos lautet: „Mind the system, find the gap.“ Man
Teetassendesign Thérèse zur Entschleunigung
soll demnach nicht auf den perfekten Moment warten, sondern die Umstände so gestalten, dass er aus ihnen selbst heraus provoziert werden kann. Seine persönliche Erfahrung in einer multikulturellen Umwelt lehrte ihn, offen und tolerant zu sein. Ohne sein Austauschjahr hätte er nicht gelernt, sich so leicht in jemand anderen hineinzuversetzen beziehungsweise die eigene Arbeit aus einer externen Perspektive und mit kritischer Distanz zu betrachten; gutes Design hinterfrage ein Objekt bezüglich seiner Funktion, seines Aussehens und seiner Herstellung. Social Design stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Geprägt durch seinen Zivildienst und seine Zeit im Ausland, konnte sich Charles in logischer Konsequenz auf das Unterfangen JūHū einlassen.
Unterstützung gesucht und gefunden In Riga fand er die besten Finanzierungsmöglichkeiten dafür. Das Latvian Centre for Contemporary Art hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Soros das Programm Brigades ins Leben gerufen, um unternehmerische Initiativen zu unterstützen, die sich nachhaltig mit sozialen Fragen und der Verbesserung der Lebensqualität sozialer Gemeinden
durch Kunst und Kultur auseinandersetzen. Charles stellte dort seine Idee vor und ist nun einer von vierzehn erfolgreichen Teilnehmern, deren Programme finanziell unterstützt werden. So entstand das Unternehmen JūHū, dessen Herausforderung darin besteht, die Talente von Menschen mit Behinderung sichtbar zu machen, ohne explizit auf ihre Behinderung hinzuweisen. „Wir gehen nicht den Weg, der sagt: Schau mal, das haben behinderte Menschen gemacht. Wir setzen auf Empathie und machen das Gegenteil. Die Leute sollen denken: Wow, was für ein großartig designtes Objekt. Und erst später die Geschichte dahinter entdecken: Wer für die handwerkliche Umsetzung verantwortlich war.“ Charles hat seine Erfahrungen in einem von ihm gestalteten Buch verarbeitet: „The Hitchhiker’s Guide to Social Change“ ist für Menschen gedacht, die selber Ideen für Veränderungen haben. Mittels kleiner Übungen und Anregungen zum Nachdenken sollen Ideen in konkrete Konzepte weiterentwickelt, soll zu deren Umsetzung motiviert werden. Finanziert wurde das Buch mittels Crowdfunding, es soll in Kürze erhältlich sein. Mehr Informationen dazu unter: ZZZ MXXKXX FR
Charles Bourrier
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Forum
100 Jahre AFS ‌ ‌ und alle feiern mit – im Oktober in Berlin und im November in Paris. Hier ein Einblick, was AFSer erwartet, wenn sie beim AFS-Centennial dabei sein mÜchten.
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AFS-Feierlichkeiten in Deutschland Der 18. Oktober hat sich als gutes Datum erwiesen, um AFS-Jubiläen zu feiern. Bereits 2008 haben wir an diesem Tag in Berlin das 60-jährige Bestehen des AFSSchßlerprogramms in Deutschland gefeiert, und nun gibt es wieder einen tollen Anlass: Der American Field Service wird 100 Jahre alt. Ein guter Grund fßr uns, in die Vergangenheit zu blicken und an die Zukunft zu denken. Darum feiern wir am 18. Oktober 2014 in Berlin im AllianzForum mit einem Fundraising-Dinner zugunsten des AFS-Stipendienfonds. Einla-
dungen fßr das Dinner sind in diesen Tagen vor allem an die AFS-Jahrgänge bis 1993/94 verschickt worden, aber natßrlich sind auch jßngere AFSer, die die Arbeit von AFS unterstßtzen wollen, herzlich willkommen. Neben den Spenden fßr den Stipendienfonds erbitten wir einen Beitrag, um die Kosten der Veranstaltung zu decken. Beim Fundraising-Dinner wird es viel Zeit geben, Erinnerungen auszutauschen und Lebenswege nachzuzeichnen. Aber auch ein abwechslungsreiches Programm ist geplant. Bereits am Nachmittag kÜnnen Interessierte an einer speziellen Stadtfßhrung teilnehmen. Abends folgen
dann die verschiedenen Gänge des MenĂźs der Geschichte von AFS und werden von ehemaligen Stipendiaten des Stipendienfonds serviert, die auch gern von ihren Erfahrungen berichten. Die Abteilung fĂźr Interkulturelles Lernen bereitet einige kleine Ăœbungen vor, und natĂźrlich wird es viele Informationen zu AFS und zur AFS-Stiftung geben. Besonders freuen wir uns, dass Wolfgang Ischinger (USA 1963/64, Vorsitzender der MĂźnchner Sicherheitskonferenz und Botschafter a. D.) die ErĂśffnungsrede halten und Dr. Axel Jansen (USA 1987/88, Institut fĂźr England- und Amerikastudien Goethe-
Courtesy of the Archives of the American Field Service and AFS Intercultural Programs. $!ƍ$+( !.ƍ+"ƍ +,5.%#$0ƍ"+.ƍ0$%/ƍ%0!)ƍ%/ƍ ƍ+.ƍ%/ƍ1*'*+3*ċƍ (! /!ƍ +*0 0ƍ ƍ%"ƍ5+1ƍ *ƍ$!(,ƍ% !*0%"5ƍ0$!ƍ +,5.%#$0ƍ$+( !.Ĩ/Ċ
rasilien Falko Wiese (B anka Bi 1994/95) und n be ha Bartelt kommen: Nachwuchs be m um Am 27. April ka ehalten hlb 01:51 Uhr wo lt. We r zu Frieda
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Arne G illert (U SA 1985 Madali /86), na Flor e a & de g ro e r Brude r Onno freuen sich ßb er die Gebur t von H enri M Thabo, atei g e b o re n am 5. Mär z 2014.
Albert ie von Stefan nd 3) 92/9 u (USA 19 a be n g s u o in Julien H 2014 17. Mai sich am s a am d in Potsd t. r o W Ja-
Forum
Universität Frankfurt am Main) uns Einblicke in die AFS-Geschichte geben wird, aus der AFS International eine Jubiläumsausstellung zusammengestellt hat. Die Vorbereitungen des Fundraising-Dinners sind auf einem guten Weg, und wir freuen uns auf einen abwechslungsreichen Abend mit vielen interessanten Begegnungen. Fßr Rßckfragen und Anmeldedetails meldet euch im Bßro bei Annika.Wolfgram@afs.de, 040 399222-31.
AFS-Feierlichkeiten in Paris Vom ELV 1RYHPEHU erĂśffnet der AFS-Weltkongress mit AFS-Delegierten aus der ganzen Welt die Hundertjahrfeier. Der Feiermarathon wird unter dem Motto „100 Years Young“ vom 5. bis 9. November fortgesetzt und beginnt mit einem Workshop, der sich mit der Frage auseinander setzt, was weltweit zu tun ist, damit wir als WeltbĂźrger zusammenleben kĂśnnen. Besonderer HĂśhepunkt des interaktiven
Der Verein AFS Interkulturelle Begegnungen e. V. hat ÄƒÄ‹Ä‡Ä…ÄˆĆŤÄ¨ 0 * Ä?ĆŤ 1*%ĆŤÄ‚Ä€Ä Ä…ÄŠĆŤ %0#(%! !.ċƍ 1* ĆŤ 4.000 ehrenamtliche Mitarbeiter setzen sich fĂźr die Umsetzung der AFS-Idee ein. GeschäftsfĂźhrender Vorstand Patrick Ulmer, Vorsitzender Uli Zeutschel, stellvertr. Vorsitzender Nils Ostendorf, Schatzmeister Mick Petersmann, GeschäftsfĂźhrer Herausgeber AFS Interkulturelle Begegnungen e. V. Friedensallee 48 ¡ 22765 Hamburg Postfach 50 01 42 ¡ 22701 Hamburg Tel.: 040 399222-0 ¡ Fax: 040 399222-99 E-Mail: info@afs.de ¡ Web: www.afs.de
Workshops ist das von Jugendlichen geleitete Symposium „Learning to Live Together – from Ideas to Action“ im Hauptquartier der UNESCO am 8. November. Nobelpreisträger und andere Koryphäen werden hier diskutieren, welche Herausforderungen und MĂśglichkeiten die Global Citizenship Education – eine VerknĂźpfung zwischen politischer Bildung, globalem Lernen und interkultureller Bildung – bietet. Am 1RYHPEHU findet das grĂśĂ&#x;te Wiedersehen alter und neuer AFS-Freunde weltweit statt. Einen ganzen Tag lang werden Panels mit interessanten AFSern zu unterschiedlichen Themen veranstaltet. AuĂ&#x;erdem gibt es FilmvorfĂźhrungen, Ausstellungen und weitere Unterhaltungsangebote. Und genĂźgend Zeit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, bleibt auch. „Bon appĂŠtit“ heiĂ&#x;t es am 1RYHPEHU, wenn beim AFS-GalaDinner im Hyatt Regency Paris Étoile
Autoren und Mitarbeiter dieser Ausgabe Andrea Arnemann, Florian Aue, Nicole Brechmann, Gregor Gatomski, Annette Gisevius, Anna-Maria Hass, Alexander Kerkhoff, Inga Menke, Biba Petzel, Anna Schnepper, Robert Strauss, Tristan Schulze, Manuel Schwinn, Mirella Simeonova, Anne-Kathrin Topp, Benedict Weskott, Annika Wolfgram, Uli Zeutschel Gestaltung SPIDER Design GmbH, Sarah Winkelmann ISSN 1729-1410 Druck BerlinDruck GmbH Co KG
V. i. S. d. P.: Florian Aue, horizonte@afs.de Redaktionsanschrift Florian Aue ¡ Einumer Str. 73 ¡ 31135 Hildesheim Tel.: 05121 7550905 ¡ Mobil: 0177 6725732 E-Mail: horizonte@afs.de
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Hotel ordentlich aufgetischt wird. Alle, die an den Jubiläumsfeierlichkeiten in Paris teilnehmen, sind herzlich zu diesem Festmahl eingeladen. Werft euch in Festtagsrobe, schlemmt, erinnert euch an alte AFS-Zeiten und feiert die Nacht durch. Vom ELV 1RYHPEHU stehen verschiedene Ausflßge in und um Paris sowie eine viertägige Exkursion zu den Kriegsschauplätzen des Ersten Weltkriegs in Nordfrankreich und Westbelgien auf dem Programm. Im Rahmen der Exkursion wird Station in Versailles, Meaux und Verdun gemacht, wo sich AFS-Sanitäter vor 100 Jahren unermßdlich um Verletzte kßmmerten. AFS Belgien, AFS Frankreich und EFIL, die europäische AFSDachorganisation, organisieren diese Ausf lugsreihe gemeinsam. Fßr optionale Gastfamilienaufenthalte ist gesorgt. Aktuelle Infos zu den internationalen Feierlichkeiten: ZZZ DIV GH -DKUH3DULV
wieder. FĂźr den Inhalt der Texte sind die jeweiligen Autoren verantwortlich. FĂźr unverlangt eingesandte Manuskripte, Zeichnungen und Fotos wird keine Haftung Ăźbernommen. Die Redaktion behält sich das Recht vor, Beiträge zu kĂźrzen oder auch abzulehnen. Spendenkonto Bank fĂźr Sozialwirtschaft IBAN: DE30 2512 0510 0009 4444 00 BIC: BFSWDE33HAN Oder online: www.afs.de/spenden Spenden sind steuerlich absetzbar. Die AFS-Stiftung %!ĆŤ 0%"01*#ƍĨ#!#.Ă˜* !0ĆŤÄ ÄŠÄŠÄ‰ÄŠĆŤ$ 0ĆŤ!/ĆŤ/% $ĆŤ61.ĆŤ Aufgabe gemacht, mit regelmäĂ&#x;igen Zuwendungen aus den Zinsen des Stiftungskapitals die Aktivitäten von AFS zu unterstĂźtzen und durch die Vergabe von Stipendien den internationalen Jugendaustausch zu intensivieren. www.afs.de/afs-stiftung
Interkulturelles Lernen im eigenen Zuhause? IIm September kommen wieder 端ber 500 G Gastsch端ler aus aller Welt nach Deutschland, um hier zur Schule zu gehen und in einer Gastfamilie zu leben. Vielleicht auch bei dir? Dann melde dich telefonisch unter 040 399222-90 oder per E-Mail an gastfamilie@afs.de. E
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