04 / 2020
mobil! Clubmagazin des ACS beider Basel
Tempo 30: Bald überall und immer
E-Bikes im Strassenverkehr
Weltrekorde und Superlativen im Verkehr
Der ACS beider Basel lehnt Tempo 30 auf Hauptstrassen ab | Seiten 4,7,9
Tipps der Polizei BL für den richtigen Umgang | Seite 6
Die Längsten, die Breitesten, die Kurvigsten und die Höchsten | Seite 11
Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Classic-Gruppe
Das aktuelle Interview:
Gempen Memorial auf 2021 verschoben! Schweren Herzens hat sich der ACS durchgerungen, das Gempen Memorial auf den 25. September 2021 zu verschieben. ACS mobil! hat Marketingchef, Heinz Haudenschild, nach dem Warum und Wieso befragt. Herr Haudenschild. Warum konnte das Gempen Memorial nicht wie geplant am 19. Sep tember durchgeführt werden? Der organisatorische Aufwand und das finanzielle Engagement sind bei Anlässen dieser Dimension enorm. Hätten wir kurzfristig auf eine Durchführung verzichten müssen, wäre der Schaden einfach zu gross gewesen. Also einfach nur eine Frage der Risikoabwägung? Nein, nicht nur. Es wurde auch immer schwieriger, die Motivati-
kommenden Herbst. Diese Freu de teilen verdankenswerterweise auch all unsere Sponsoren, Funk tionäre und Helfer, die uns die Treue halten und uns versprochen haben, auch im nächsten Jahr mit dabei zu sein – so wie hoffentlich auch die Teiln eh menden.
Herzlichen Dank den Sponsoren Heinz Haudenschild, verantwortlich für das Marketing, Programmheft und den Internetauftritt des Gempen Memorials. Foto: zVg
on aufzubringen, die Vorbereitungsarbeiten mit Volldampf bis wenige Wochen vor dem Anlass in völliger Ungewissheit voranzutreiben. Und der Frust wäre bei einer Last-Minute-Absage wohl derart gross gewesen, dass es viel Überwindung gebraucht
hätte, sich für das kommende Jahr nochmals aufzuraffen. Jetzt sind aber alle im Boot ge blieben und am 25. September 2021 mit dabei? Ja, das gesamte OK freut sich jetzt schon auf den Anlass im
Belmot Swiss, Bank Vontobel AG, Kestenholz AG, Sager AG, Porsche Zentrum Basel, Müller-Gysin AG, Schweizer & Söhne, Pina AG, Alfred Imhof AG, Wenger Carrosserie, Touring Garage AG, Gerber-Vogt AG, M. Prescha & Sohn AG, Carrosserie Sauter AG, Rolladen AG, Thomas Büchelin.
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Editorial
Westring-Planung darf nicht auf die lange Bank geschoben werden!
Titelfoto: 123RF
02 Gempen-Memorial
Wichtigster OldtimerEvent der Region auf 25.9.2021 verschoben
05 10 Rappen teurer
Der Bund will deutlich höhere CO2-Abgaben auf Benzin und Diesel
07 Tempo 30 überall?
ACS-Präsident, Andi Dürr, gibt Auskunft, wie er zu radikalen Forderungen steht
14 Auto ist Zukunft ACS-Vorstandsmitglied, Daniel Seiler, im Standpunkt
15 Ab ins Appenzellerland
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Zur Erinnerung: Bereits im Jahre 1960 hat die Bundesversammlung beschlossen, den «Gundelitunnel», der im Fachjargon «Autobahnanschluss Basel City (ABAC)» heisst, zu realisieren. Damalige Begründung, die zweifellos auch heute noch ihre Berechtigung hat: Das gesamte Gundeldingerquartier und die ständig überlastete Nauenstras se könnten damit massgeblich entlastet werden.
täuscht. Vielmehr hätten unter persönlicher Leitung von Frau Bundesrätin Simonetta Sommaruga im Oktober 2019 erste Gespräche zum Thema «Schnittstellen» stattgefunden, die dieses Jahr vertieft werden sollen. Konkret gehe es darum «verkehrsträgerübergreifende und mit der Siedlungsentwicklung besser abgestimmte Lösungen zu entwickeln».
Aber bis dato hat es die Basler Regierung mit immer wieder neuen Argumenten verstanden, die Realisierung dieses Bauwerks auf die lange Bank zu schieben. Dies ist in Anbetracht, dass der Bund zwei Drittel der Kosten für dieses rund 600 Millionen teure Projekt übernehmen würde, besonders ärgerlich. Aber dann, am 29. April dieses Jahres, waren diese unglaublichen Zeilen in der regierungsrätlichen Antwort zum «Anzug Otto Schmid und Konsorten betreffend Verzicht auf den Gundelitunnel» zu lesen, die man sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss: Der Regierungsrat unterstützt die Anliegen des Bundesrates, dass die Schweiz langfristig über qualitativ hochstehende, verfügbare, leistungsfähige, zuverlässige, auf die Bedürfnisse von Bevölkerung und Wirtschaft in allen Landesteilen zugeschnittene sowie international konkurrenzfähige Nationalstrassen verfügt. Und absolut zu Recht weist der Regierungsrat auch darauf hin, dass die
Betreiber der Nationalstrassen zur Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit vor immer grössere Herausforderungen gestellt werden. Verantwortlich dafür sind die oft fehlenden Ausweichrouten (Netzredundanz), die über weite Strecken nur noch beschränkt verfügbaren Kapazitätsreserven sowie die bestehenden Inhomogenitäten (ungleiche Anzahl Fahrspuren auf einem Streckenabschnitt) im Netz, wovon auch Basel mit der Osttangente besonders betroffen ist. Diese erschweren zunehmend die BewältiDurchführung von grösseren Instandsetzungsarbeiten (z.B. keine Standstreifen entlang der Nordtangente). In besonderem Masse gilt dies für die Instandsetzung von Tunnels und anderen kritischen Kunstbauwerken. Wer nun aber denkt, der Kanton würde als Konklusion dieser deutlichen Worte also Gas geben und auf eine möglichst baldige Realisierung eines Westrings samt Gundelitunnel drängen, der sieht sich einmal mehr ge-
Ich befürchte, dass der Departementswechsel im letzten Jahr unschöne Schatten vorauswirft. Denn eines ist jetzt schon klar: Mit seiner Empfehlung, den Anzug «Verzicht auf den Gundelittunnel» weiter stehen zu lassen, sendet der Kanton ein Signal nach Bundesbern, das zu weiteren Verzögerungen einlädt, anstatt mit Hochdruck den möglichst baldigen Bau dieser wichtigen Infrastruktur zu verlangen. Ich bleibe dennoch optimistisch für die Zukunft und versichere Ihnen gerne, dass sich der ACS beider Basel auch künftig dafür engagieren wird, dass ein Autobahnring um Basel irgendwann Realität werden kann. Herzliche Grüsse und bleiben Sie gesund, Ihr
Andreas Dürr Präsident
Impressum Herausgeber Automobil Club der Schweiz ACS Sektion beider Basel Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz Telefon +41 61 465 40 40 Fax +41 61 465 40 41 info@acsbs.ch www.acsbs.ch
Redaktion Christian Greif ACS beider Basel Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz Telefon +41 61 465 40 40 christian.greif@acsbs.ch
Inserate Claudia Winkler ACS beider Basel Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz Telefon +41 61 465 40 40 claudia.winkler@acsbs.ch
Druck KROMER PRINT AG Unterer Haldenweg 12 CH-5600 Lenzburg Telefon +41 62 886 33 33 Fax +41 62 886 33 34
Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Verkehrspolitik
Tempo 30 in Baselbieter Ortszentren gefordert:
ACS gegen Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen Die Gemeinden Binningen, Bottmingen, Oberwil und Therwil haben einen gemeinsamen Antrag für die Einführung von Tempo 30 auf den Kantonsstrassen bei ihren Ortsdurchfahrten eingereicht. In den Augen des ACS beider Basel ist Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen inakzeptabel, ja sogar kontraproduktiv. Erstens gehörten die Ortsdurchfahrten zu den meistbefahrenen Kantonsstrassen. Zweitens würden sie Wohnquartiere voneinander trennen. Und drittens könne mit Tempo 30 der Verkehrsfluss verbessert und die Umweltbelastung reduziert werden. Darum fordern Binningen, Bottmingen, Oberwil und Therwil Tempo 30 für ihre Ortsdurchfahrten. Untaugliche Argumente Der ACS beider Basel befürwortet ein Verkehrskonzept, welches darauf abzielt, den Verkehr auf Hauptverkehrsachsen zu
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konzentrieren und dort möglichst flüssig mit Tempo 50 abzuwickeln – und solchermassen die Wohnquartiere vom Verkehr zu entlasten und mit Tempo 30 zu beruhigen. Für das Funktionieren dieses Konzeptes und um sicherzustellen, dass kein Verkehr in die Wohnquartiere verdrängt wird, sind leistungsfähige Hauptverkehrsachsen, welche den in den Quartieren nicht erwünschten Verkehr aufnehmen und flüssig bewältigen können, die zentrale Voraussetzung. Diese Position stützt auch die Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu, die dazu schreibt: «Von zentraler Bedeutung ist, dass das übergeordnete Strassen netz innerorts eine hohe Leis tungsfähigkeit aufweist. Dadurch soll vermieden werden, dass sich Schleichverkehr auf die siedlungsorientierten Stras sen verlagert». Die von den Gemeinden gemachte Aussage, es handle sich bei den Ortsdurchfahrten um vielbefahrene Kantonsstrassen, trifft zweifellos zu: Dies ist aller-
dings erwünscht, respektive die Konsequenz davon, dass in allen umliegenden Strassen heute bereits flächendeckend Tempo 30 gilt! Die Kantonsstrassen übernehmen also – wie beabsichtigt und vorgesehen – eine Sogwirkung, sammeln den Verkehr und entlasten solchermassen die Quartiere vom Verkehr. Mit der Einführung von Tempo 30 auch auf Kantonsstrassen würde diese wesentliche Entlastungsfunktion zunichte gemacht. Was das Argument der Trennwirkung von Strassen anbelangt ist zu sagen, dass in der Tat alle Strassen nicht nur ein verbindende, sondern auch eine trennende Wirkung haben. Diese Binsenwahrheit begründet aller dings in keiner Weise eine Notwendigkeit zur Einführung von Tempo 30 auf einer Hauptverkehrsachse. Kontraproduktive Wirkung Mit Tempo 30 würde der Verkehrsfluss nicht wirklich besser werden, sondern lediglich der heute während der Hauptver-
kehrszeiten leider regelmässig anzutreffende Zustand auf den örtlichen Hauptverkehrsachsen zementiert. Aus serhalb dieser Zeiten wäre Tempo 30 allerdings nur eine weitere Behinderung für den motorisierten und auch den öffentlichen Verkehr. Was die Umweltbelastungen anbelangt ist festzuhalten, dass die durch Einführung von Tempo 30 erzielbare Lärmreduktion äus serst gering und kaum wahrnehmbar ist. Und auch die Luft wird durch Tempo 30 nicht sauberer – ganz im Gegenteil – wie Studien eindrücklich belegen (siehe Kasten Seite 7). Hoffnung auf Einsicht Aus all diesen Gründen hofft der ACS beider Basel, dass die zuständigen Behörden der Argumentation der erwähnten Gemeinden nicht folgen – und das Beg ehren auf Einführung von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen ablehnen werden. Ge mäss Medienmitteilung sei ein Entscheid bereits im ersten Quar tal 2021 zu erwarten.
Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
News
10 Rappen mehr fürs Benzin
BS-Strassen sind sehr verkehrsberuhigt. Grafik: Städtevergleich Mobilität
157 km Tempo 30 in Basel Gemäss dem jüngsten «Städtevergleich Mobilität» für das Jahr 2015 beträgt die Länge des Strassennetzes im Kanton Basel-Stadt insgesamt 315 km, davon 22 km Autobahnen. Das Stadtstrassennetz von 293 km gliedert sich in 157 km Tempo30-Zonen, 15 km Begegnungszonen, 13 km innerstädtische Fahrverbots/Fussgängerzonen. Insgesamt sind das 185 km verkehrsberuhigte Strecken. Für die Abwicklung des Verkehrs verbleiben somit nach Adam
Riese 108 km nicht verkehrsberuhigte Strassen. Demnach sind 63 Prozent aller Strassen in Basel verkehrsberuhigt, was dem schweizweiten Maximalwert entspricht. Ob die Zahlen glaubwürdig sind, ist fraglich: Bereits in der Erhebung 2010 hat Basel-Stadt einen ver-
In der Sommersession hat der Nationalrat beschlossen, dass Vielflieger künftig tiefer in die Tasche greifen müssen: Ein Flugticket soll 30 bis 120 Franken teurer werden. Auch die CO2Abgabe auf Heizöl – heute 96 Franken pro Tonne – soll künftig auf maximal 210 Franken steigen. Auch für den Strassenverkehr beschloss der Rat Verschärfungen: Die Abgaben auf Benzin und Diesel von heute unter 2 Rappen pro Liter sollen bis 2024 um höchstens 10 Rappen, ab
2025 um bis zu 12 Rappen erhöht werden. Das Geld aus all den Abgaben soll zur Hälfte via Krankenkassen zurück an die Be völkerung fliessen. Zielsetzung ist es, den Treibhausgasausstoss der Schweiz bis 2030 um 50 Prozent zu senken, 37,5 Prozent davon im Inland. Das letzte Wort wird das Volk haben: Die SVP hat das Referendum bereits angekündigt.
ACS-Partnerschaft mit dem SCCV
kehrsberuhigten Anteil von 63 Prozent ausgewiesen, obschon zwischen zeitlich unzählige neue Tempo-30-Zonen, ganz gewiss aber keine neuen Strassen dazugekommen sind.
Bundesrat will Gesetz für sicherere Velowege Die Schweizer Bevölkerung hat 2018 dem Bundesbeschluss über die Velowege zugestimmt. Damit hat sie sich für eine Aufwertung der Velowege entschieden. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 13. Mai 2020 die rechtlichen Grundlagen zur Umsetzung des neuen Verfassungsartikels geschaffen: Der Bau von Velowegen bleibt Aufgabe der Kantone. Sie haben künftig aber die Pflicht, Velowege verbindlich zu planen und für ein zusammenhängendes und sicheres Velowegnetz zu sorgen. Werden Velowege aufgehoben, müssen sie künftig durch neue ersetzt werden. Ein gutes Velowegnetz hilft, den Verkehr zu entflechten. Auto-, Velo- und Fussverkehr kommen sich so weniger ins Gehege. Dadurch können Unfälle vermieden werden. Ein zusammenhängendes, sicheres Velowegnetz trägt aber auch dazu bei, die Mobilität besser zu bewältigen. Zur Umsetzung des neuen Verfassungsartikels wird ein Veloweggesetz geschaffen.
Franken gab der Bund 2018 für den Unterhalt (1’054 Mio.), Ausbau (447 Mio.) und Betrieb (362 Mio.) der Nationalstrassen insgesamt aus.
Campieren wird immer beliebter. Darum ist der ACS mit dem Schweizeri schen Camping- und Caravanning Verband SCCV eine Partnerschaft eingegangen. Die Mitglieder beider Verbände kommen so in den Genuss der Mitgliedschaftsvorteile des jeweils anderen Verbands. Speziell interessant: Der ACS gehört zu den wenigen, die einen Pannendienst für Campingfahrzeuge bis 9 Tonnen anbietet. Foto: Jill Wellington
Wieder 50 Parkplätze weniger Mitte Mai hat das Basler Parlament die Umgestaltung der Hardstrasse beschlossen. Trotz der heute schon prekären Parkplatzsituation sprach sich eine Mehrheit des Grossen Rates für den Abbau von 50 Parkplätzen aus. Die Umwelt- und Verkehrskommission wollte sogar 70 Parkplätze abbauen und auf der einzigen verkehrsorientierten Strasse im Gellert Tempo 30 einführen. Diese Forderung wurde knapp abgelehnt.
Thomas Hurter zum 1. Vize von strasseschweiz gewählt
Abbau von 50 Parkplätzen in der Hardstrasse besiegelt.
Foto: C. Greif
ACS-Zentralpräsident, Thomas Hurter, wurde an der GV von strasseschweiz, dem Verband des Strassenverkehrs FRS, zum 1. Vize-Präsidenten gewählt. Der ACS beider Basel gratuliert herzlich zu dieser ehrenvollen Wahl.
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Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Verkehrssicherheit
Richtiger Umgang mit E-Bikes im Strassenverkehr:
Denn es passiert schneller, als man denkt! Die jüngste Verkehrsunfall-Statistik des Kantons Baselland 2019 zeigt: E-Bikes sind gefährlich. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Zahl der Unfälle um 35 Prozent. Ein Beitrag zum besseren Verständnis, was Tempo heisst. Der Langsamverkehr spielt in der heutigen Zeit eine immer grössere Rolle. Immer mehr Menschen sind mit muskelbetriebenen Fahrzeugen unterwegs. E-Bike-Boom In den letzten Jahren hat sich zudem das E-Bike auf Schweizer
Major Stephanie Eymann, Dr. iur., leitet die Verkehrspolizei BL.
Strassen etabliert. Mit über 75’500 verkauften Exemplaren, machten E-Bikes beinahe einen Viertel des Gesamttotals des Fahrradmarktes aus. Bei den verkauften Fahrzeugen handelte es sich zu 78 Prozent um langsame E-Bikes mit Tretunterstützung bis 25 km/h und zu 22 Prozent um schnelle E-Bikes mit Tretunterstützung bis 45 km/h. Ein Grossteil der E-Bike-Fahrer nutzen ihr Rad mehrmals pro Woche oder gar täglich. Häufigster Fahrzweck sind Freizeitfahrten (49%) gefolgt von Arbeits-/ Schulweg (37%). Konsequenz des Tempos Mit einem E-Bike fahren Sie bei gleichem Kraftaufwand deutlich
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schneller als mit einem herkömmlichen Fahrrad. Dies führt aber auch zu einem ungewohnt langen Anhalteweg; es bleibt weniger Zeit, auf Unerwartetes zu reagieren. Deshalb birgt das EBike leider auch Gefahren: So hat sich die Anzahl der Personenschäden bei E-Bike-Fahrern in den Jahren 2011 bis 2018 mehr als verdreifacht. Gemäss Unfallstatistik verletzen sich EBike Fahrer öfter schwer. Die häufigsten polizeilich registrierten Hauptursachen von E-BikeUnfällen sind Unaufmerksamkeit und Ablenkung, Alkohol, mangelhafte Fahrzeugbedienung und Geschwindigkeit. Oftmals sind auch die verwendeten Fahr-
zeuge nicht vorschriftsgemäss ausgerüstet. Velo ist nicht gleich Velo Eine häufige Unfallursache besteht auch darin, dass Autolenkende E-Bikes als gewöhnliche Velos wahrnehmen und deren Tempo unterschätzen, da sich diese optisch kaum von herkömmlichen Fahrrädern unterscheiden. Das führt beispielsweise an Kreuzungen oder Einmündungen zur gefährlichen Annahme «das längt no guet…» Gehen Sie als Autolenkende des-
halb im Zweifel von einem EBike aus und schätzen Sie die Geschwindigkeit richtig ein, um eine Kollision zu vermeiden. Für E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer empfehlen wir folgende Schutzvorkehrungen: • Machen Sie sich sichtbar. • Schützen Sie sich mit einem Velohelm. • Halten Sie sich an die Verkehrsregeln. • Fahren Sie mit angepasster Geschwindigkeit. • Entscheiden Sie im Zweifel immer zugunsten der Sicherheit. Wir wünschen eine gute und sichere Fahrt durch den Sommer. Stephanie Eymann
Vorschriften für E-Bikes Das Mindestalter für alle E-Bikes (Elektrovelos) liegt bei 14 Jahren. Langsame E-Bikes dürfen ab 16 Jahren ohne Führerausweis gefahren werden. Jugendliche mit einem Führerausweis der Kategorie M (Motorfahrräder) dürfen ab 14 Jahren mit langsamen E-Bikes fahren. Für schnelle E-Bikes braucht es einen Führerausweis (mindestens Kategorie M). Elektrovelos müssen auf Radwegen und Radstreifen fahren. Langsame E-Bikes dürfen auf Wegen mit Schildern fahren, die ein «Fahrverbot für Motorfahrräder» anzeigen. Für schnelle Elektrovelos gilt dies nur bei abgeschaltetem Motor. Schnelle E-Bikes brauchen ein Kontrollschild und eine Vignette. Für schnelle E-Bikes besteht eine Velohelmpflicht.
Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Verkehrspolitik
Radikale Verkehrsforderung für Basel
Tempo 30 in der ganzen Stadt Basel gefordert! Im Februar dieses Jahres lehnten die Basler Stimmberechtigen zwei Initiativen ab, die sich für eine vernünftigere Verkehrspolitik einsetzten. Seither scheinen die Forderungen nach Behinderungen und Beschränkungen des Autoverkehrs ins Uferlose zu wachsen. ACS mobil hat dazu ACS-Präsident, Andreas Dürr, befragt. Herr Dürr: Bisher galt Tempo 30 vor allem für Quartierstras sen. Kann man auch auf Hauptstrassen nach Belieben Tempo 30 einführen? Grundsätzlich gilt in der Schweiz innerorts Tempo 50 als Höchstgeschwindigkeit. Das ist in der Signalisationsverordnung des Bundes geregelt. Speziell interessant ist Artikel 108: Dort sind die Gründe für «Abweichungen von den allgemeinen Höchstgeschwindigkeiten» geregelt. Was sind denn das für Gründe? Eine Abweichung von der gesetzlich vorgesehenen Höchstgeschwindigkeit ist möglich zur Vermeidung oder Verminderung besonderer Gefahren im Stras senverkehr, zur Reduktion einer übermässigen Umweltbelastung
oder zur Verbesserung des Verkehrsablaufs. Voraussetzung ist in jedem Fall ein Gutachten, das die Machbark eit prüft und Auskunft darüber gibt, ob die Massnahme nötig, zweck- und verhältnismässig ist oder ob andere Massnahmen vorzuziehen sind. Dabei ist insbesondere zu prüfen, ob die Massnahme auf die Hauptverkehrszeiten beschränkt werden kann. Radikale Organisationen for dern flächendeckend Tempo 30 in der gesamten Stadt. Ist das überhaupt zulässig? Grundsätzlich sind Tempo-30Zonen nur auf Nebenstrassen zulässig. Ein Einbezug eines Hauptstrassenabschnitts in eine Tempo-30-Zone ist nur ausnahmsweise bei besonderen ört lichen Gegebenheiten, beispielsweise in einem Ortszentrum oder in einem Altstadtgebiet, möglich. Flächendeckend wäre dann ja aber nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Ja, das stimmt. Es ist aber nicht davon auszugehen, dass die zuständigen Behörden flächendeckend Tempo 30 gutheissen wer den. Das sind nur Ideen von radikalen Köpfen, die allerdings
weder rechtlich zulässig noch gesellschaftlich mehrheitsfähig sind. Welches Verkehrsregime macht in Städten dann Sinn? Gemäss Empfehlung der Beratungsstelle für Unfallverhütung bfu soll auf den Strassen des Basisnetzes, also vor allem auf den Hauptstrassen, «Tempo 50 generell» signalisiert sein und nur auf den siedlungsorientierten Strassen des ergänzenden Netzes in Quartieren Tempo 30 gelten. Der ACS beider Basel unterstützt seit jeher und vorbehaltlos dieses effiziente und sich gegenseitig unterstützende 30/50-Modell. Ein hierarchisch gegliedertes Strassennetz ist nämlich die elementare Voraussetzung, um eine vernünftige Abwicklung des Verkehrs und dessen Lenkung auf das übergeordnete Netz gewährleisten zu können. Diese Kanalisierung auf ausgewiesene Hauptverkehrsachsen wied erum ermöglicht es erst, gebietsfremden Durchgangsverkehr aus den Wohnquartieren fernzuhalten und diese nachhaltig zu beruhigen.
Viel Lärm um fast gar nichts
Die durch Einführung von Tempo 30 erzielbare Lärmreduktion liegt, je nach effektiv gefahrener Geschwindigkeit, Lastwagenanteil und Strassenbelag bei 2 bis 3 Dezibel, was gerade noch als wahrnehmbar bezeichnet wird. Dieser Effekt kann allerdings nur unter der Voraussetzung erzielt werden, dass zur Durchsetzung von Tempo 30 keine Verkehrsberuhigungsmassnahmen, wie Fahrbahneinengungen oder versetztem Parkieren, ergriffen werden und werden müssen. Ansonsten machen die daraus resultierenden Brems- und Anfahrmanöver die erwarteten Verbesserungen gleich wieder zunichte. Wesentlich effizienter sind stark lärmmindernde Beläge, die zweieinhalb bis fünf Mal wirkungsvoller sind als Tempo 30.
Mehr Schadstoffe, statt weniger
Besten Dank, Herr Dürr, für diese Einschätzungen.
Wie eine Studie des grössten Verkehrsclubs Europas, dem ADAC, gezeigt hat, führt Tempo 30 nicht zu einer Senkung des Schadstoffaus stosses von Personenwagen: Weder bei den NOx-Emissionen noch beim CO2-Ausstoss gehen die Werte aufgrund verringerter Geschwindigkeit zurück. Ganz im Gegenteil: Die Reduktion der zulässigen Geschwindigkeit auf 30 km/h führte insgesamt sogar zu schlechteren Ergebnissen, also zu mehr Luftbelastung.
Andreas Dürr ist Anwalt und Präsident des ACS beider Basel
Foto: Sylvia Fäh
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Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Verkehrspolitik
Temporegime in Basel-Stadt:
Von der Strassennetzhierarchie und ihrer Bedeutung Das Modell 50/30 der bfu unterscheidet im innerörtlichen Strassennetz zwi schen verkehrsorientierten Strassen (50 km/h) und siedlungsorientierten Strassen (30 km/h). Ein sinnvolles Konzept – wenn es eingehalten wird. Was ist eine Strassennetzhierar chie? Warum ist sie so wichtig? Und wozu dient sie eigentlich? Nachfolgend (kursiv) die Erläuterungen dazu, die auf der Webseite des baselstädtischen Amtes für Mobilität zu finden sind. Warum Hierarchie wichtig ist Ein hierarchisch gegliedertes Strassennetz ist wichtig, um die Verkehrsabwicklung für den Motorfahrzeugverkehr sicherzustellen und auf das übergeordnete Netz zu lenken. .... Indem man den Autoverkehr auf das übergeordnete Strassennetz kanalisiert, wird der gebietsfremde Durchgangsverkehr aus den Wohnquartieren ferngehalten. Die Strassennetzhierarchie ist somit wichtige Voraussetzung für die Verkehrsberuhigung in Wohnquartieren. Unterschieden werden verkehrsorientierte sowie siedlungsorientierte Strassen. Verkehrsorientierte Strassen bilden das Rückgrat für den motorisierten Verkehr und sind auf einen möglichst flüssigen Verkehrsablauf ausgelegt. Zu ihnen
gehören Hochleistungsstrassen, Hauptverkehrsstrassen und Hauptsammelstrassen. Zu den siedlungsorientierten Strassen werden Quartiersammelstrassen und Erschliessungsstrassen gezählt. Sie dienen primär der Erschliessung und dem Aufenthalt in den Quartieren und sind auf reduzierte Geschwindigkeiten ausgelegt. Deshalb sollen diese Strassen weitmöglichst in Tempo 30-Zonen oder Begegnungszonen integriert sein. Gegen jegliche Grundsätze Fazit der Strassennetzhierarchie: Grundsätzlich soll auf Hauptachsen der Verkehr flüssig mit Tempo 50 abgewickelt, in Quartieren mit Tempo 30 beruhigt werden. Nur leider werden diese Grundsätze, je länger je mehr, mit Füs sen getreten. So soll 2020, gemäss Auskunft des Amtes für
Mobilität, bei folgenden Strassen abschnitten neu und permanent Tempo 30 eingeführt werden: Bir m annsgasse (Ende Januar 2020 umgesetzt), Holeestrasse, Bruderholzallee und Allschwiler strasse. Erst projektiert und publiziert werden soll Tempo 30 in der Klybeck- sowie Elsässer strasse. Zusätzlich soll im Laupenring, einer Haupt verkehrs strasse, temporär Tempo 30 mit Wechselsignalen eingeführt werden, weil es sich um einen Schulweg handle. Die Publikation der Verkehrsanordnung sei bereits im Dezember 2019 erfolgt. Die Umsetzung sei im Gange. Von den genannten sieben Stras senzügen sind gemäss heutiger Klassifikation mehr als die Hälfte (jene der untersten Reihe) verkehrsorientierte Strass en, als o solche, die primär für einen möglichst flüssigen Verkehrsablauf ausgelegt sind, respektive sein sollten.
Strassenhierarchie Verkehrsorientiert übergeordnet: Hochleistungsstrassen Verkehrsorientiert: Hauptverkehrsstrassen Hauptsammelstrassen Siedlungsorientiert: Quartiersammelstrassen Erschliessungsstrassen
Bis 2010, als das Basler Baudepartement mit einem Federstreich mehr als 60 Strassen ohne weitere Beg ründ ung abklassierte, galten auch die anderen Strassen als verkehrsorien tiert. Für den ACS beider Basel ist offensichtlich: Diese Politik, die Tempo 30 flächendeckend anpeilt und immer mehr verkehrsorientierte Strassen ins Tempo30-Regime überführt, kann nicht aufgehen. Alle Bilder: Google Maps
Allschwilerstrasse
Holeestrasse
Bruderholzallee
Vom Spalenring bis zum Allschwilerplatz. Die Allschwilerstrasse ist eine Quartiersammelstrasse.
Zwischen dem Laupenring und dem Neuweilerplatz. Die Holeestrasse ist eine Quartiersammelstrasse.
Einführung nach Anpassung der Traminfrastruktur. Die Bruderholzalle ist eine Quartiersammelstrasse.
Birmannsgasse
Klyeckstrasse
Elsässerstrasse
Laupenring
Tempo 30 seit Ende Januar 2020 umgesetzt – auf einer verkehrsorientierten Hauptsammelstrasse.
Temop 30 zwischen Horburg- und Feldbergstrasse, einer verkehrsorientierten Hauptsammelstrasse.
Im Abschnitt St. Johanns-Tor bis zum Voltaplatz. Die Elsässerstrasse ist eine Hauptsammelstrasse.
Tempo 30 im Abschnitt Neubad- bis zur Holeestrasse, auf einer Hauptverkehrsstrasstrasse.
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Kurioses
Aussergewöhnliches:
Weltrekorde und Superlativen im Verkehr Corona hat die Welt auf den Kopf gestellt. Es herrschen aussergewöhnliche Zeiten. Für's «ACS mobil!» Grund genug, für einmal Aussergewöhnliches aus der Verkehrswelt zusammenzutragen.
Die längste Brücke der Welt
Die älteste Strasse der Welt
Danyang-Kunshan Grand Bridge auf der Hochgeschwindigkeitsbahn Beijing-Shanghai ist mit einer Gesamtstrecke von 164'800 Metern die längste Brücke der Welt. Zehntausende Auftragnehmer brauchten vier Jahre, um den Bau 2010 fertigzustellen. Foto: Wikimedia.org
Schon 312 vor Christus begann der Bau der Via Appia, der ältesten Stras se der Welt. Sie führt von Rom nach Brindisi und ist 540 Kilometer lang. Die ursprüngliche Via Appia wurde mehrfach ergänzt, aber vielerorts ist noch die antike Pflasterung sichtbar. Foto: Paul Hermans
Die breiteste Strasse der Welt
Die höchste Brücke der Welt
Die «Avenida 9 de Julio» ist eine der Hauptverkehrsschlagadern von Buo nes Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Sie ist 140 Meter breit und besteht aus mehr als 16 Fahrspuren. Die Überquerung dauert mehrere Minunten und bedarf mehrerer Grünphasen. Foto: Pavel Špindler
Die kurvenreichste Strasse
Die Lombard Street im kalifornischen San Francisco ist ein Zubringer zur Golden Gate Bridge und eine der wichtigsten Verkehrsachsen der Stadt. Sie ist die kurvenreichste Strasse der Welt: Auf einer Strecke von 145 Metern sind acht Kurven zu passieren. Foto: Phil Whitehouse
Die Beipanjiang-Brücke ist eine 1341 m lange Schrägseilbrücke in China. Sie ist mit einer Höhe von 565 Metern über dem Talgrund die höchste Brücke der Welt. Zum Vergleich: Die höchste Brücke der Schweiz, die Taminabrücke, ist 200 Meter hoch. Foto: Wikipedia
Der längste Tunnel der Welt
Mit einer Länge von 24,51 Kilometern ist der Lærdalstunnel in Norwegen der längste Strassentunnel der Welt. Der Gotthard-Strassentunnel ist mit seinen 16,9 Kilometern zwar der längste Strassentunnel in den Alpen, belegt weltweit aber nur Platz 4. Foto: Wikipedia
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Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
News
Weniger LKW-Alpen-Transit
Erstmals weniger als 200 Verkehrstote in der Schweiz
Im letzten Jahr wurden auf Strasse und Schiene weniger Güter durch die Schweizer Alpen transportiert als im Vorjahr. Die Anzahl Lastwagenfahrten sank auf knapp 900'000. Da auch die Bahnen weniger Güter transportierten, beträgt ihr Anteil am gesamten alpenquerenden Güterverkehr unverändert 70.5 Prozent. Foto: pasja100, Pixabay
2019 gab es auf Schweizer Stras sen erstmals weniger als 200 Verkehrstote. Dies teilte das Bundesamt für Strassen ASTRA Mitte März 2020 mit. Insgesamt 187 Menschen verloren bei Verkehrsunfällen ihr Leben, 3'639 wurden schwer verletzt. Diese Zahlen bestätigen die Bemühungen der letzten Jahre zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Handlungsbedarf gibt es weiterhin bei den EBikes, wo die Zahl der schwerverunfallten Personen (Getötete und Schwerverletzte) erneut gestiegen ist.
Gelesen... In ihrer Stellungnahme zu einer Motion von SVP-Grossrat Beat K. Schaller betreffend «eine moderne Verkehrsführung am Aeschenplatz» hält die Basler Regierung fest, dass ein optimales, auf eine moderne Stadt ausgerichtetes Verkehrssystem in erster Linie auf flächensparende Verkehrsmittel wie Tram, Bus, Velo- und Fussverkehr setzt sowie den Autoverkehr auf das Notwendige reduziere.
... Gedacht Eine spannende Frage, wie viel Autoverkehr notwendig ist und wer das festlegt. Vor allem wenn man weiss, dass Basel im schweizweiten Vergleich jene Stadt ist, die heute schon am meisten verkehrsberuhigte Strassen (Beitrag auf Seite 5) und den geringsten Anteil motorisierten Verkehr hat.
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Foto: Christian Greif
Was halten Sie von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen? Aufmerksame Leserinnen und Leser werden festgestellt haben, zumindest wenn sie Seite für Seite bis hierhin gelangt sind, dass das Thema Tempo 30 in dieser Ausgabe des «ACS mobil!» einen grossen Stellenwert einnimmt. Im ganzen Leimental soll Tempo 30 in den Ortsdurchfahrten gelten (Seite 4), in Basel-Stadt sorgar flächendeckend (Seite 7). Im 2020 sollen sieben neue Tempo30-Strecken realisiert werden, vier davon auf verkehrsorientierten Stras sen (Seite 9). Was halten Sie von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen? Bitte sagen Sie uns Ihre Meinung dazu und schicken Sie uns eine E-Mail an info@ acsbs.ch oder ein paar Zeilen an ACS beider Basel, Hofackerstrasse 72, 4132 Muttenz.
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Verteilung der schweren Personenschäden nach Verkehrsteilnahme; Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2017. Grafik: bfu
Zusätzliche Mittel fürs Schienennetz Mitte Mai hat der Bundesrat dem Parlament beantragt, für die Periode 2021-2024 einen Zahlungsrahmen von 14,4 Milliarden Franken für Erhalt und Modernisierung des Schienennetzes zu sprechen. Den Bahnen stehen dadurch 1,2 Milliarden mehr zur Verfügung als in der laufenden Vierjahresperiode. Die zusätzlichen Mittel dienen unter anderem dazu, Bahnhöfe und Haltestellen behindertengerecht anzupassen. Sie sollen auch dazu beitragen, die Verfügbarkeit und die Qualität
des Netzes zu verbessern und somit den Bahnverkehr zu stabilisieren. Mit der gleichen Botschaft beantragte der Bundesrat einen Rahmenkredit von 300 Millionen Franken zur Mitfinanzierung von Güterverkehrsanlagen in den Jahren 2021-2024. Dieser dient der Förderung des Gütertransports auf der Schiene und der Verlagerung des Güterverkehrs durch die Alpen. Die finanziellen Folgen der Corona-Pandemie werden separat aufgearbeitet und sind nicht Gegenstand dieser Vorlage.
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Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Standpunkt
Dem Auto gehört die Zukunft! Auch in Basel-Stadt. motorisierten Strassenverkehr abgewickelt wird. Trotz Milliardeninvestitionen in den öffentlichen Verkehr während der vergangen Jahrzehnte hat sich daran nichts geändert.
Daniel Seiler Vorstand ACS beider Basel und Präsident FDP Kleinbasel
Die Coronakrise hat dem Kollektivtransport die Grenzen aufgezeigt. Während der Krise war der Individualtransport dem Kollektivtransport klar überlegen. Die rot-grüne Regierung von Basel-Stadt hat sogar die Parkgebühren gesenkt, um den Arbeitskräften im Gesundheitswesen den Zugang in die Stadt – mit dem Auto – zu vereinfachen. Dass dann gleich mit den ersten Lockerungen am 11. Mai, als Geschäfte und Restaurants wieder öffnen durften, die Tarife wieder auf die normale, extreme Höhe angehoben wurden, war ärgerlich und unverständlich. Und es ist kein gutes Zeichen für eine Stadt. Eine Besucherparkkarte für die blaue Zone, die 20 Franken kostet, das hat nichts mit einer Willkommenskultur zu tun. Auch deshalb hat der ACS beider Basel die «Gesetzesinitiative für erschwingliche Parkgebühren» lanciert. Das Automobil ist dem Kollektivtransport auch ausserhalb der Krise in wesentlichen Aspekten überlegen, weil schneller, flexibler und bequemer. Es gibt viele gute Gründe, warum in der Schweiz auch heute noch über 75 Prozent des Verkehrsaufkommens über den privaten
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In der nahen Zukunft, wenn sich dann das autonome Fahren durchgesetzt hat, werden die Vorteile der Geschwindigkeit, Flexibilität und Bequemlichkeit des Automobils noch an Bedeutung gewinnen. Man stelle sich vor, dass jeder, Alt und Jung, sich dann ein selbstfahrendes Fahrzeug vor das Haus bestellen und dann rasch, bequem und direkt ohne Umsteigen – während des Zeitunglesens und Kaffee trinkens – von A nach B fährt. Ob dieses Fahrzeug dann einem persönlich gehört oder nicht, spielt keine Rolle – es wird auf jeden Fall auch in Zukunft Stras sen und eine zukunftsgerichtete Verkehrsinfrastruktur brauchen. Auch heute noch sind mehr als 65‘000 Autos im Kanton BaselStadt eingelöst. Das Gewerbe und die wichtigen Arbeitskräfte aus dem Umland können auch nach der Krise ihren Geschäften nicht alle mit dem Kollektivtransport oder dem Cargo velo nachgehen. Die Zukunft der Mo bilität wird vielfältig sein. Das Automobil wird, dank neuer Antriebskonzepte, ganz gewiss auch dazu gehören. Im Herbst sind in Basel Wahlen. Gewählt wird auch ein neuer Verkehrsminister oder eine neue Verkehrsministerin. Ich hoffe, dass die Bevölkerung eine Persönlichkeit wählen wird, die nicht schon beim Anblick eines Autos gleich Rot sieht und nur beim Drämmli auf Grün schaltetet. Wir brauchen für die Zukunft eine Verkehrspolitik nicht nur für Velofahrer und den ÖV, sondern für alle Verkehrsteilnehmer der Stadt und der ganzen Region.
Bild Corona: Pixaba, Bild Nauenstrasse und Fotomontage: C. Greif
Mit Corona gegen das verhasste Automobil Im Basler Parlament wurden meh rere Vorstösse von links-grüner Seite eingereicht, welche versuchten, die Covid-19-Pandemie argumentativ zu nutzen, um den motorisierten Verkehr in der Stadt noch mehr zu behindern. Einmal wird ins Feld geführt, die 2-Meter-Abstandsregel sei auch nach der Lockerung der Massnahmen sehr wichtig, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Zu Fuss Gehende könnten diese Regel in der Praxis aber fast nicht einhalten, weil die Strassen zu breit, respektive die Trottoirs zu eng seien. Man solle deshalb die Strassenflächen «dynamisch situativ einschränken» und zudem auch Parkplätze in Parkhäuser verlagern, die auf öffentlichem Grund dann aufgehoben werden könnten, um dem Langsamverkehr mehr Platz zur Verfügung zu stellen. Veloverkehr boome Eine andere Argumentations schiene geht so: Der öffentliche sowie der motorisierte Verkehr in der Stadt habe massiv abgenommen, nur der Veloverkehr habe um 200 Prozent zuglegt. Deshalb müssten jetzt Autofahrspuren, die nur zur Hälfte benötigt würden, in Velospuren ummarkiert werden. Dies sei auch ein Beitrag zur Verminderung der Feinstaub-
emissionen, welche die Schwere eines Covid-19-Krankheitsverlaufs beeinflusse. Deutliche Worte Das Veloverkehrsaufkommen in der Stadt Basel habe aufgund des Lockdowns nicht zu-, sondern abgenommen. Der Autoverkehr sei um 30 Prozent zurückgegangen. Für den ÖV lägen zwar keine belastbaren Zahlen vor. Ein Rückgang um 80 Prozent erscheine allerdings als plausibel. Mit der Lockerung der Massnahmen werde der motorisierte Verkehr sehr rasch wieder mindestens auf das bisherige Mass steigen. Dies auch deshalb, weil gefährdete oder ängstliche Per sonen den ÖV weiterhin meiden dürften. Unbenutzte Strassenflä chen werde es also nicht geben, die ohne anderweitige Nachteile umwidmet werden könnten. Da der Veloverkehr abgenommen habe, sehe der Regierungsrat aber auch keine Veranlassung, Veloverkehrsflächen auszuweiten, zumal eine solche Massnahme negative Folgen für den Verkehrsablauf hätte. Und: Die Parkhäuser der Innenstadt seien tatsächlich aktuell unterdurchschnittlich ausgelastet, aber auch kein adäquater Ersatz für Parkplätze in Wohnquartieren.
Clubmagazin ACS beider Basel | 04-2020
Reisen
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Berauschend schön: Der Bodensee vom Fünfländerblick, mit Sicht auf die Schweiz, Österreich sowie die «Länder» Bayern, Baden und Württemberg. Foto: Appenzellerland Tourismus AR
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Die seit Ende April 2019 bestehende Hängebrücke, welche die Schwestergemeinden Grub AR und Grub SG verbindet. Foto: z.V.g
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Geschäftsstelle des ACS beider Basel:
Wir sind wieder da: Höchstpersönlich für Sie! Die Geschäftsstelle des ACS beider Basel ist seit Montag, 8. Juni 2020, wieder wie gewohnt geöffnet. Das gesamte Team freut sich darauf, Mitglieder und Kunden zu den Themen Mobilität, Versicherungen und Reisen wieder höchstpersönlich beraten zu können.
Die Geschäftsstelle des ACS beider Basel ist, ebenso wie das Pantheon-Museum, von Montag bis Freitag zwischen 10 und 17 Uhr geöffnet. Die gesamte Palette an Dienstleistungen ist wieder wie gewohnt in der ACS-Geschäftsstelle in Muttenz erhältlich, egal, ob es um Mitgliedschaften oder Versicherungen geht, um Vignetten, Pi-
ckerl, Reiseberatung oder weitere Angebote rund um die Mobilität.
der sowie zu den Mitarbeitenden eingehalten werden kann.
Die bundesrätlichen Hygienevorschriften zum Schutz von Mitarbeitenden und Kunden werden selbstverständlich eingehalten.
Mitglieder, die von einem Besuch der Geschäftsstellen absehen wollen oder müssen, können den ACS beider Basel über die Telefonnummer 061 465 40 40 oder via Mail an info@acsbs.ch erreichen. Auch über diese Kanäle ist eine optimale Beratung gewährleistet.
Zudem wurden räumliche Massnahmen getroffen, um sicherzustellen, dass der vorgeschriebene Abstand der Kunden untereinan-