03 / 2020
mobil! Clubmagazin des ACS beider Basel
ACS-GV erstmals in schriftlicher Form
Wenn das Martinshorn erschallt
Das aktuelle Interview mit RR Isaac Reber
Rückblick auf eine GV der ganz besonderen Art | Seite 5
Die Baselbieter Polizei gibt Tipps für korrektes Reagieren | Seite 7
Der Baselbieter Baudirektor steht Rede und Antwort | Seite 10 – 11
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Verkehrspolitik
Parkgebühren-Initiative des ACS beider Basel
Regierungsrat stellt Antrag zur Überweisung Die 2018 von der Basler Regierung beschlossene Erhöhung der Parkgebühren soll wieder rückgängig gemacht werden. Dies verlangt der ACS beider Basel mit seiner am 15. Januar 2020 eingereichten Initiative «für erschwingliche Parkgebühren». Nun kommt der Stein langsam ins Rollen. Anfang Februar 2020 hat die Basler Staatskanzlei verfügt, die vom ACS beider Basel lancierte kantonale Volksinitiative «für erschwingliche Parkgebühren» sei mit 3’286 gültigen Unter schriften zustande gekommen. Rechtlich zulässig Als nächster Akt hat der Regie rungsrat des Kantons BaselStadt an seiner Sitzung vom 21.
Jeep Grand Cherokee
April 2020 beschlossen, dem Grossen Rat die Überweisung der Initiative «für erschwingli che Parkgebühren» zur Bericht erstattung zu beantragen. Die kantonale Gesetzesinitiative sei aus Sicht des Regierungsrates rechtlich zulässig. Allerdings, so hält er in einer entsprechenden Mitteilung fest, stehe er dem Anliegen kritisch gegenüber: Die Preisanpassungen bei den Park karten hätten einen «spürbaren» Beitrag zur Reduktion der Par kierungsnachfrage im Strassen raum geleistet. Mit der Annahme der Initiative würde sich die Verfügbarkeit von Parkplätzen für Anwohnerinnen und Anwoh ner wieder verschlechtern. Der Überweisungsantrag erfolge insbesondere vor dem Hinter grund der anstehenden politi schen Diskussionen zur Förde rung von Quartierparkings und
Jeep Cherokee
zur Zulassung von Mehrfachnut zungen auf Privatparkplätzen.
wertigen Ersatz für normale Parkplätze darstellen, die weiter hin benötigt werden.
Diskussion wichtig Die Argumentation der Regierung, die Gebüh renerhöhung hätte zu einer Verbesserung der Parkplatzsituation geführt, ist für den ACS beider Basel nicht nachvollzieh bar. Er begrüsst aller dings die angestrebte Diskussion zur För derung von Quar tierparkings. Dabei gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass Tiefgaragen in Quartieren den Parkdruck zwar lindern mögen, aber keinen voll
Jeep Compass
Jeep Renegade
Jeep Wrangler
ONLINE - KONTAKTLOS - 7 TAGE RÜCKGABERECHT* BEI DER GARAGE KEIGEL SOFORT VERFÜGBARE JEEP-MODELLE ZU TOP KONDITIONEN:
GARAGE KEIGEL
Rheinstrasse 69 | 4402 Frenkendorf verkauf@garagekeigel.ch | T 061 565 12 21
*ab Einlösung auf dem Strassenverkehrsamt und mit max. 1'000 Mehrkilometer ab Einlösung, exkl. Ablieferungskosten
Alle Top-Angebote: www.GARAGEKEIGEL.ch/Jeep
Editorial
My car is my castle – oder warum ich nicht auf mein Auto verzichte
Titelfoto: Roman Weyeneth Bildmontage: Sylvia Fäh
05
Danke Verdiente Vorstandsmit glieder sind per GV 2020 zurückgetreten. Ein grosses Dankeschön.
06
Parkplätze Wo es weniger – und wo es mehr Parkplätze gibt.
09
Strassenmotorfahrzeuge Seit 1980 hat sich die Zahl der motorisierten Fahrzeuge verdoppelt.
13
Motorradfahren Gedanken und Anregun gen für eine sichere und genussvolle TöffSaison.
15
Reisen Warum die Motorsport Saison noch lange nicht zu Ende ist.
Noch bis vor kurzem galten sie als die Sündenböcke der Nation. Jetzt sind sie zu Heroes aufgestiegen. Flugzeuge, die es vielen im Ausland festgesetzten Schweizern erst ermöglichten, zurück nach Hause zu kehren, Lastwagen, welche lebens- und überlebenswichtige Güter wie Schutzmasken oder Beatmungsgräte ins Land brachten und bringen – oder aber auch das bis anhin so verteufelte Auto. Bisher spielten praktisch nur die Aspekte Lärm, Schadstoffemissionen und Flächenverbrauch eine Rolle. Und nun, wie aus dem Nichts, haben Kriterien an Relevanz gewonnen, an die bislang überhaupt kaum jemand gedacht hat. Einerseits ist mein Auto der Ort, wo ich mich sicher fühlen kann. Anderseits steht es vor der Tür, ist stets verfügbar, wenn ich es brauche. Der Garant, um mobil, sprich autonom, zu bleiben. Wenn ich das festhalte, geht es nicht um billige Effekthascherei, sondern um das Aufzeigen eines Momentums, das uns ganz eindrücklich vor Augen geführt hat, dass die bisherige Betrachtungsweise wohl ein bisschen gar einseitig war. Man hätte aufgrund dieser eindrücklichen Erkenntnisse erwarten dürfen, dass die radikalsten Forderungen gegen den motorisierten Verkehr nun vom Tisch seien, eine Rückkehr zu einer Verkehrspolitik
geschwärmt, dass solchermassen die Bevölkerung nicht mehr unter Strassenlärm leiden müsse, wie sauber die Luft dann wieder werde – und wie viel weniger Menschen dann verunfallen würden. Bäume und noch mehr Bäume – in der Stadt – könnten dann das heisse Strassenpfalster kühlen. Und endlich würden anstelle von Parkplätzen Cafés, Spielplätze und kleine Parks entstehen, könnten die Menschen endlich aufatmen! Das sei der längst fällige Befreiungsschlag, auf den alle schon lange warteten. der Vernunft sozusagen ein Gebot der Stunde sei. Aber weit gefehlt. Links-grüne Parteien beklagen sich, im dicht besiedelten Stadtraum könnten die behördlichen Social-Distancing-Massnahmen nicht umgesetzt werden, weil der Platz dazu fehle. Und da – so die einfache Logik – der motorisierte Verkehr sowieso zurückgegangen sei und Parkier- und Strassenflächen deshalb derzeit gar nicht genutzt würden, sollen diese Flächen für den Langsamverkehr vergrössert werden, womit die Abstandsregeln eingehalten werden könnten. Auch wird intensiv an Initiativen getüftelt, die einen radikalen Verzicht aufs Auto verlangen, Städte sozusagen neu erfinden. Autos sollen raus aus der Stadt – und dort, wo sie noch fahren dürfen, solle Tempo 20 oder 30 gelten – ausgenommen natürlich, es handle sich um ein Tram oder einen Bus. Idyllisch wird davon
In der Tat lehrt uns das Coronazeitalter eindrücklich, dass es auch mit viel, viel weniger Verkehr geht als bisher angenommen, und dass digitale Lösungen viel besser funktionieren als erwartet. Daraus zu schliessen allerdings, wir könnten künftig auf Strassen verzichten, ist ganz gewiss ein Trugschluss. Denn unabhängig davon, ob all jene, die jetzt aufs Auto umgestiegen sind, nach der Krise wieder zum ÖV zurückkehren werden: Wenn die Wirtschaft hoffentlich schon bald wieder boomt, stellt sich die Frage nicht mehr, ob Strassenflächen gar nicht mehr nötig sind und zurückgebaut werden können. Bleiben Sie gesund – und herzliche Grüsse, Ihr
Christian Greif Geschäftsführer
Impressum Herausgeber Automobil Club der Schweiz ACS Sektion beider Basel Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz Telefon +41 61 465 40 40 Fax +41 61 465 40 41 info@acsbs.ch www.acsbs.ch
Redaktion Christian Greif ACS beider Basel Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz Telefon +41 61 465 40 40 christian.greif@acsbs.ch
Inserate Claudia Winkler ACS beider Basel Hofackerstrasse 72 CH-4132 Muttenz Telefon +41 61 465 40 40 claudia.winkler@acsbs.ch
Druck KROMER PRINT AG Unterer Haldenweg 12 CH-5600 Lenzburg Telefon +41 62 886 33 33 Fax +41 62 886 33 34
Wir könnten stundenlang über den neuen Opel Corsa sprechen ...
… aber es macht mehr Spass, ihn zu fahren. DER NEUE OPEL CORSA
Eine Probefahrt sagt mehr als tausend Worte.
4
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Generalversammlung
Generalversammlung auf schriftlichem Wege Lead Das hat es in der über hundertjährigen Geschichte des ACS beider Basel noch nie gegeben: Unsere ordentlich für den 4. Mai einberufene Mitgliederversammlung, konnte wegen des Corona-Virus nicht wie geplant durchgeführt werden.
insbesondere, dass das GV-Protokoll vom 7.5.2019, der Jahresbericht 2019, die Jahresrechnung 2019 und der Bericht der Revisoren verabschiedet wurden. Ebenso wurde dem Vorstand Décharche erteilt sowie die unveränderten Jahresbeiträge für das Jahr 2021 und das Budget 2020 gutgeheissen.
Um unseren statutarischen Verpflichtungen dennoch Rechnung zu tragen und unter Berücksichtigung der durch die COVID-19-Verordnung 2 gegebene Möglichkeit, hat der Vorstand unserer Sektion beschlossen, die diesjährige Generalversammlung auf dem schriftlichen Wege durchzuführen.
Für das uns mit diesen Entscheiden entgegengebrachte Vertrauen danke ich Ihnen an dieser Stelle bestens.
Wir haben infolgedessen unseren Mitgliedern über verschiedene Kanäle die Möglichkeit geboten, sich zu den traktandierten Geschäften schriftlich zu äussern. Ich freue mich sehr, dass die Anträge des Vorstandes von der Generalversammlung allesamt genehmigt wurden,
Ich hoffe zuversichtlich, im 2021 wieder eine Generalversammlung durchführen zu können, wie wir dies bisher alle gewohnt waren. In diesem Sinne verbleibe ich mit den besten Wünschen, Ihr
Andreas Dürr
Herzlichen Dank für 53 Jahre Vorstandsarbeit! Zwei hochverdiente «Vorstandinos» haben im Hinblick auf die diesjährige Generalversammlung ihren Rücktritt angekündigt: Mit Dr. Felix Eymann und Ruedi Wenger verliert der ACS beider Basel zwei Urgesteine, die ausserordentlich viel für den Club geleistet haben. 1971 trat Dr. Felix Eymann als 23jähriger dem ACS beider Ba sel bei und wurde bereits 1978, also vor sage und schreibe 42 Jahren, in den Vorstand des ACS beider Basel gewählt. Seit dieser Zeit hat er an unzähligen Auto rennen des ACS als Rennarzt an den Pisten im Einsatz gestanden, wobei ihm seine langjährige Er fahrung als RegaArzt zugute kam. Unabhängig von seinem Engagement beim ACS beider Basel wird er diese Tätigkeit auch weiterhin ausüben, ebenso seine Funktion als Chef Renn arztdienst von «Auto Sport Schweiz». Felix Eymann war nicht nur begeisterter ACSler, sondern er übte auch zahlreiche weitere Ämter aus, wie Basler Grossrat, Mitglied der Gesund
heitskommission, Präsident der Basler Ärzte oder Verantwortli cher der Universität Basel für die Staats exa mina der Mediziner. Felix Eymann ist nach wie vor als praktizierender Facharzt für Chi rurgie tätig. Der 1945 geborene Ruedi Wen ger trat bereits 1964 dem ACS beider Basel bei und wurde erst mals im 2009 in den Vorstand gewählt. Als stadtbekannter Car rossier und ausserordentlich ver sierter Kenner der Oldtimersze ne, engagierte er sich schon früh in der ACS ClassicGruppe. Dort half er bei der Organisation un zähliger Veranstaltungen – und profilierte sich auch immer wie der als äusserst sachkundiger Speaker – unter anderem auch
Haben auf die diesjährige GV demissioniert: Die beiden Urgesteine Dr. med. Felix Eymann (links) und Ruedi Wenger. Fotos: Sylvia Fäh
am GempenMemorial oder bei Führungen durch Ausstellungen im PantheonMuseum. Auch in der Politik war und ist Ruedi Wenger sehr engagiert, als Vorstandsmitglied der CVP Ba selStadt, als Vertreter des Ver bands Schweizerischer Carrosse rieIndustrie VSCI in der Ver kehrsliga beider Basel – und über viele Jahre auch als Mitglied der Verkehrskommission des ACS beider Basel.
Mit grossem Bedauern hat der Vorstand des ACS beider Basel die Demission von Felix Eymann und Ruedi Wegner auf die dies jährige Generalversammlung zur Kenntis genommen. Eine ordentliche Verdankung und Würdigung der äusserst engagierten Arbeit für den ACS beider Basel soll an der nächsten Generalversammlung im Jahr 2021 erfolgen.
5
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
News
Motorfahrzeuge in BS und BL
Verkehrsunfälle in BS sind leicht rückläufig
Motorfahrzeugbestand und Motorisierungsgrad dienen als Indikatoren für die Entwicklung des Verkehrsauf-
Die Verkehrsunfallstatistik 2019 der Kantonspolizei Basel-Stadt weist nur geringe Abweichungen gegenüber dem Vorjahr auf. Sie zeichnet sich durch einen leichten Rückgang der Zahlen in den meisten Unfallkategorien aus. Mit 747 durch die Polizei rapportierten Unfällen nahm deren Gesamtzahl im Vergleich mit dem Vorjahr (-30) ab. Zwei Personen starben im vergangenen Jahr an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Car, Auto- und Kleinbusse, Motorräder sowie übrige Motorfahrzeuge, wie Arbeitsmaschinen, Industrietrak-
Foto: pxhere
Zusätzliche Mittel für den öffentlichen Regionalverkehr
Verhaltenes Wachstum. kommens. Der Motorfahrzeugbestand (linke Skala) umfasst die folgenden Fahrzeugkategorien: Personen-, Liefer- und Lastwagen, Sattelschlepper,
Grafik: Statistische Ämter BS & BL toren etc. Zur Berechnung des Motorisierungsgrades (rechte Skala) werden hingegen nur Personenwagen berücksichtigt.
Das Bundesamt für Verkehr (BAV) sieht für die Periode 2022 - 2025 einen Kredit von rund 4,4 Milliarden Franken für den regionalen Personenverkehr vor. Dies sind rund 300 Millionen Franken mehr als in der laufenden Vierjahresperiode. Damit können die Mittel um 1,6 bis 2 Prozent pro Jahr erhöht werden. Bundesrat und Parlament müssen über das Geschäft noch entscheiden.
Illustration: lesserland, Pixabay
6
Der jüngste Parkplatzkataster weist per Ende 2019 einen Auto-Parkplatzbestand von 27’374 Parkplätzen aus. Das sind 124 Parkplätze weniger als zwei Jahre zuvor ausgewiesen wurden. In der Blauen Zone wurden 478 Parkplätze abgebaut, dafür sind 239 gebührenpflichtige sowie 169 Parkplätze mit Zeitbeschränkung dazu gekommen. Von den 123 im 2017 noch vorhandenen weissen Parkplätzen, ohne Gebührenpflicht, beziehungsweise Zeitbeschränkung, sind im 2019 gerade noch deren 6 übrig geblieben. Abgebaut wurden auch Pakplätze für Motorräder: Gegenüber 2017 ist ein Minus von 29 Abstellmöglichkeiten zu verzeichnen.
CH-Treibhausgasemissionen 2018 nur leicht gesunken Gemäss Bundesamt für Umwelt beliefen sich die Treibhausgasemissionen in der Schweiz im Jahr 2018 auf 46,4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente, rund 1,5 Millionen Tonnen weniger als 2017. Die Emissionen lagen 2018 insgesamt rund 14 Prozent tiefer als im Basisjahr 1990. Die Abnahme im Vergleich zum Vorjahr ist vor allem auf den deutlich tieferen Brennstoffverbrauch in Gebäuden wegen des milden Winters zurückzuführen. Im Verkehr war 2018 kein Rückgang der Emissionen sichtbar. Nach heutiger Einschätzung wird die Schweiz ihr nationales Klimaziel für 2020 von minus 20 Prozent Treibhausgasausstoss gegenüber 1990 gesamthaft verfehlen.
Nur noch sechs weisse Parkplätze in Basel-Stadt
Ab 2021 sind die ersten Velos ab Verleihstation zu mieten.
Foto: zVg
Das Veloverleihsystem Basel ist einen Schritt weiter Wie das Basler Verkehrsdepartement Mitte April mitteilte, hat die Firma Intermobility SA aus Biel den Zuschlag für den ausgeschriebenen Aufbau und Betrieb eines Veloverleihsystems erhalten. Dieses leiste einen Beitrag zur kombinierten Mobilität und entspreche einem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung. Das Umsetzungskonzept sieht einen Mix aus modernen Velos und E-Bikes (25 km/h) vor, die in der ganzen Stadt auf bestehenden Veloabstellplätzen und an zusätzlichen Stationen bereitstgestellt werden sollen. Seitens Kanton sei ein Beitrag an die ungedeckten Kosten für den Aufbau und den Betrieb des Systems notwendig. Für die fünfjährige Betriebsdauer habe Intermobility einen Beteiligungsbeitrag in Höhe von zwei Millionen Franken beantragt. Die ersten Leihvelos sollen in Basel bereits im Verlauf des nächsten Jahres verfügbar sein. Mittelfristig sei ein Ausbau des Angebots auf 2‘000 Fahrzeuge geplant.
Parkplätze beim Claragraben Foto: Bilddatenbank Kanton BS Massiv ausgebaut hingegen wurden Parkierflächen für kombinierte Motorrad-/Veloparkplätze (+207) sowie reine Velo-Parkplätze (+162), was insgesamt ein Plus von 368 Plätzen ergibt.
6
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Service
Empfehlung der Baselbieter Verkehrspolizei:
Blaulicht und Martinshorn – was ist zu tun? Wenn sich Einsatzfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn nähern, bricht bei manchen Autofahrenden schnell Hektik aus. Wir zeigen Ihnen, wie Sie richtig handeln, um Feuerwehr, Polizei und Rettungswagen Platz zu machen. Die meisten von uns waren si cherlich schon in der Situation, dass man von irgendwo zwar ein Martinshorn hört, das dazugehö rige Fahrzeug der Polizei, Feuer wehr oder Sanität aber nicht – oder noch nicht – sieht. Und wenn die Einsatzkräfte dann hin ter einem sind, steht man meist
Major Stephanie Eymann, Dr. iur., leitet die Verkehrspolizei BL.
noch an einer ungünstigen Stelle zum Ausweichen, wie beispiels weise an einer Kreuzung, an ei nem Rotlicht oder in einem Krei sel. Denkbar sind unzählige Situationen. Nachfolgend ein paar Tipps zum richtigen Verhal ten in solchen Situationen.
Rettungsfahrzeuge, welche mit den beiden besonderen Warn signalen – Blaulicht und Martins horn – unterwegs sind, haben ein absolutes Vortrittsrecht. Eine Fahrt mit Blaulicht ohne Sirene, beziehungsweise Martinshorn, fordert die anderen Verkehrsteil nehmer zwar ebenfalls zu erhöh ter Vorsicht auf, führt in der Pra xis aber nicht automatisch zum Vortrittsrecht des Einsatzfahr zeugs. In der Nacht wird das Martinshorn oftmals nicht ver wendet, um die Lärmbelästigung möglichst tief zu halten. Um auf die eingangs erwähnten Szenarien zurückzukommen, kann Folgendes abgeleitet wer den: So ist die Fahrt gegebenen falls zu unterbrechen oder zu mindest zu verlangsamen, bis man das Einsatzfahrzeug lokali siert hat. Anschliessend ist die Strasse frei zu geben. Bei mehrspurigen Strassen wird der Überholstreifen, also ganz links, freigegeben. Auf Hoch leistungsstrassen ist eine Ret tungsgasse zu bilden, so dass die Rettungsfahrzeuge zum Unfall ort vorfahren können. Dabei ist es wichtig, dass die Rettungsgasse während der ganzen Stau
zeit aufrechterhalten wird, denn häufig folgen weitere Einsatz fahrzeuge. Keine Risiken eingehen! Wichtig an dieser Stelle zu erwähnen ist, dass die übrigen Verkehrsteilnehmer nicht dazu berechtigt oder verpflichtet sind, sich selbst oder andere in Gefahr zu bringen, indem mit gefähr lichen Manövern (beispielsweise bei Rot über die Kreuzung fahren) versucht wird, die Strasse frei zu geben! Im Zweifelsfall anhalten oder die Fahrt fortsetzen, bis sich eine Gelegenheit ergibt, gefahren frei auszuweichen und zur Seite zu fahren. So zum Beispiel im Kreisverkehr: Dort kann es sinn voll sein, den Kreisverkehr zuerst zu verlassen, um ausserhalb des Kreisels eine geeignete Ausweich möglichkeit zu finden. Oftmals halten unsichere Fahrzeuglenker inmitten des Kreisels an, was die Weiterfahrt der Einsatzkräfte ver unmöglicht. Über allem steht jedoch Ihre Ge sundheit und Sicherheit. Lassen Sie sich nicht zu waghalsigen Manövern verleiten, und bewah ren Sie Ruhe. Verlang samen Sie die Fahrt und
Martinshorn: Warum es so heisst «Tatütata!» Mit diesem akustischen Signal kündigen sich europaweit nahende Polizei-, Feuerwehr und Rettungsfahrzeuge an. Die allseits bekannte Tonfolge gilt für andere Verkehrsteilnehmende einerseits als Warnung, anderseits als Aufforderung, dem nahenden Einsatzfahrzeug freie Bahn zu gewähren. Die spezifische Einrichtung, die für den Privatgebrauch verboten ist, wird als Einsatz- oder Martinshorn bezeichnet. Namensgeber ist nicht etwa ein Heiliger, sondern der Hersteller, die deutsche Signal-Instrumentenfabrik Max B. Martin, die seit 1880 im sächsischen Markneukirchen solche Folgetonhörner herstellt.
versuchen Sie, die Strasse so gut wie möglich für die herannahen den Einsatzfahrzeuge frei zu ge ben, und fahren Sie an den Rand der Strasse – dies gilt übrigens auch für den Gegenverkehr. Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt. Major Stephanie Eymann
Besondere Warnsignale Die Schweizer Gesetzgebung spricht von «besonderen Warn signalen». Im Artikel 27 Absatz 2 des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) heisst es: «Den Feuer wehr, Sanitäts und Polizei fahrzeugen ist beim Wahr nehmen der besonderen Warnsignale die Strasse so fort freizugeben. Fahrzeuge sind nötigenfalls anzu halten.»
7
Ein Unfall – Was können wir für Sie tun? -Unser Bergungsdienst holt Sie ab. -Wir erledigen die Schadenabwicklung für Sie. -Wir geben Ihnen einen Ersatzwagen. -Bei Instandstellung beraten wir Sie kompetent. Wir konstruieren – Sie transportieren. -Wir konstruieren ihre Aufbauten. -Wir bauen Ihren Servicewagen bedarfsgerecht aus. -Wir können flexibel Ihre Wünsche umsetzen. Fachgerechte Instandsetzung Ihres Autos. -Wir können auch Oldtimer reparieren und lackieren Frontscheibe defekt – und jetzt? -Wir übernehmen die Versicherungsformalitäten. -Wir bieten einen schnellen Service. -Wir reparieren oder ersetzten in unserem Betrieb. Kommen Sie direkt zu uns, Ihrem erfahrenen Fachbetrieb. Überlassen Sie uns die Versicherungsabwicklung! Kompetent. Zuverlässig. Preiswert. Einfach anrufen! Sauter AG, Hauptstrasse 37, CH-4145 Gempen, www.sautercar.ch Tel. 061 701 52 80 - Fax. 061 701 46 64 - Mail: info@sautercar.ch
Projektierung / Planung Metall- und Fassadenbau General Guisan-Strasse 24, 4054 Basel / Tel. +41 (0) 61 301 74 00 / info@thuerkauf-partner.ch www.thuerkauf-partner.ch
8
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
News
Immer weniger kennen den geltenden Alkoholgrenzwert!
Ausbau des Bahnetzes ist auf Kurs Das Bundesamt für Verkehr BAV hat den jährlichen Standbericht zu den Eisenbahn-Ausbauprogrammen veröffentlicht. Dieser zeigt im Detail auf, wie die Umsetzung bei der Neuen EisenbahnAlpentransversalen (NEAT), den Hochgeschwindigkeitsanschlüssen, der Zukünftigen Entwicklung der Bahninfrastruktur (ZEB), beim 4-Meter-Korridor und beim Ausbauschritt 2025 verläuft. Der Bericht gibt zudem Aufschluss über den Stand der Arbeiten bezüglich der Lärmsanierung, der Einführung des Zugbeeinflussungssystems ETCS sowie der Grossprojekte CEVA Genf und Albulatunnel II. Alle Programme kamen im Berichtsjahr gut voran. Weiter wird über den 2019 erfolgten Abschluss des Programms «Bahn 2000 – erste Etappe» Bericht erstattet. Das Programm schliesst mit teuerungsbereinigten Endkosten von 5,8 Milliarden Franken und damit mit Kosteneinsparungen von rund 1,6 Milliarden Franken ab. Diese sind das Ergebnis einer Vielzahl von Verzichtsplanungen, Optimierungen und Vergabeerfolgen.
Stetig aufwärts über Jahrzehnte: Die Entwicklung des Strassen-Motorfahrzeugbestands in der Schweiz. Grafik: BFS
Bestand Strassenmotorfahrzeuge 2017 waren in der Schweiz rund 6,2 Millionen motorisierte Strassenfahrzeuge immatrikuliert, davon 4,6 Mio.
Wichtigstes Verkehrsmittel war mit einer Distanz von 10 370 km das Auto, noch vor dem Flugzeug mit
Personenwagen. Im Durchschnitt kamen somit auf 1000 Einwohnerinnen und Einwohner 543 Personenwagen. Seit dem Jahr 1980 hat sich die Anzahl der Personenwagen verdoppelt, jene der Motorräder verfünffacht. Des Weiteren besassen 2015 etwa 65 Prozent aller Haushalte mindestens ein Fahrrad und 7 Prozent ein E-Bike.
8990 km. Von der gesamten Jahresmobilität entfielen rund 63 Prozent auf die Alltagsmobilität, das heisst auf Wege in der gewohnten Umgebung einer Person. Die restlichen 37 Prozent wurden auf Reisen zurückgelegt. Die beliebtesten Ziele bei den Auslandsreisen sind die Nachbarländer. Italien lag dabei 2010 mit über 2 Millionen Reisen an der Spitze.
Bauen ohne Stauen auf den Autobahnen
Verkehrsverlagerung Schweiz Die Schweizer Verkehrspolitik hat zum Ziel, den alpenquerenden Gütertransport von der Strasse auf die Schiene zu verlagern. Dank der Einführung der Leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) und weiterer Massnahmen, konnte die Schiene ihren Marktanteil gegenüber der Strasse in den letzten Jahren erhöhen: Die Zahl der Lastwagenfahrten durch die Schweizer Alpen ging seit 2001 von rund 1,4 Millionen auf 941’000 (2018) deutlich zurück. Das gesetzlich vorgegebene Ziel von 650’000 Lastwagenfahrten konnte jedoch nicht erreicht werden.
Um die vom Verkehr stark belasteten Nationalstrassen instand setzen zu können, müssen Bau- und Unterhaltsarbeiten ausgeführt werden. Die dazu benötigten Spurreduktionen führen zunehmend zu Stau, sogar in den Nächten. Das Bundesamt für Strassen arbeitete eine Studie über die Machbarkeit und den Einsatz einer mobilen Baustellenbrücke aus, der ASTRA BRIDGE.
Innovative Lösung des Bundesamtes für Strassen, AST
Gemäss dem Sinus-Bericht 2019 der bfu sinke seit 2005, dem Jahr der Einführung der Promillegrenze von 0,5, die Anzahl der Autofahrer, die den aktuell geltenden Alkoholgrenzwert angeben können, kontinuierlich. Im 2005 gaben 92 Prozent der Befragten die korrekte Antwort, 2018 waren es nur noch 63 Prozent. In dieser Zeit seien nicht nur die Autofahrer zahlreicher geworden, welche die Promillegrenze höher als 0,5 schätzten, sondern auch jene, welche glaubten, der Grenzwert liege tiefer oder die keine Angabe machten.
Gelesen... Weil die Nachfrage nach Transportleistungen seit 2015 zurückgeht, haben die BVB eine Marktanalyse gemacht. Als einer der Hauptgründe dafür wird die nicht befriedigende Reisezeit genannt. Diese wiederum werde wesentlich negativ beeinflusst durch die «vermehrte Einführung von Tempo 30-Zonen» sowie «Querschnittsveränderungen im Strassenraum zugunsten von Velostreifen oder breiteren Trottoirs».
... Gedacht Das ist doch die Gelegenheit, um die Basler Verkehrspolitik von Grund auf zu überdenken und neu auszurichten. Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen schadet nicht nur dem öffentlichen Verkehr, sondern führt auch zu unerwünschtem Schleichverkehr durch die Quartiere. Keinen Sinn macht auch der kontinuierliche Rückbau von Strassenflächen: Er führt lediglich dazu, dass die beiden wichtigsten Verkehrsträger in der Stadt unnötig behindert werden.
9
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Das aktuelle Interview
Interview mit dem Regierungspräsidenten des Kantons Basel-Landschaft, Isaac Reber:
«Auch bei der Mobilität gilt, dass etwas weniger Per 1. Juli 2019 hat der heute 58-jährige studierte Raumplaner und diplomierte Geograph, Isaac Reber, die Baselbieter Baudirektion übernommen. «ACS mobil!» wollte vom einstigen Sicherheitsdirektor und derzeitigen Regierungspräsidenten des Kantons Basel-Landschaft wissen, was er von Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen hält, wie er über den Westring Basel denkt – und welche Verkehrsprojekte Priorität haben. ACS: Herr Reber. Seit bald ei nem Jahr sind Sie nun der erste grüne Baudirektor. Wie fühlen Sie sich? Isaac Reber: Mir gefällt es in der Baudirektion sehr gut, vielen Dank. Aktuell beschäftigt uns na türlich die Corona-Krise an allen Fronten. Aber auch in diesen Zei ten gilt es selbstverständlich, un sere Geschäfte weiter vorwärts zu bringen. Insbesondere setzen wir viel daran, Kernaufgaben wie Baubewilligungen, Projektierung und Arbeitsvergaben wahrzuneh men, weil sie nach aussen be schäftigungswirksam sind, was derzeit von besonderer Wichtig keit ist. Welches waren die wichtigsten Ereignisse seit Ihrem Amtsan tritt? Die BUD ist eine sehr vielseitige Direktion und es gibt zahlreiche Themenfelder, die wir gemeinsam angehen wollen und müssen. Energie, Umwelt, Klima, Raum planung, nachhaltiges Bauen, schonender Ressourcenumgang (Stichwort Baustoffkreislauf) und eine fitte Infrastruktur – das alles sind grosse Herausforderungen, die wir mit viel Ernsthaftigkeit, Kreativität, aber auch mit Augen mass annehmen. Mit welchem Verkehrsmittel sind Sie heute Morgen ins Büro gekommen? Mit dem Zug. Ich wohne nur ein paar Gehminuten vom Bahnhof Sissach entfernt. Vom Bahnhof Liestal aus habe ich dann weitere zwei Minuten bis zu meinem Bü ro an der Rheinstrasse. Hin und wieder jogge ich aber auch vom Büro nach Hause, zum Ausgleich.
10
Wie sehen die Verhältnisse im Baselbiet insgesamt aus? Welche Verkehrsträger erbringen im Kan ton welche Verkehrsleistung? Mein Ziel ist es, konsequent auf alle Verkehrsträger zu setzen und diese auch alle am richtigen Ort einzusetzen. Fakt ist aber auch: unsere Netze sind voll, übervoll, egal ob auf der Strasse oder auf der Schiene. Es braucht deshalb gezielte Ausbauten an den richti gen Orten. Dies alleine langt aber nicht. Wir müssen auch auf neue Verkehrs träger setzen. Namentlich das ebike macht das Velo massenver kehrstauglich und kann gerade in der Agglomeration – wo wir die grössten Probleme haben, zu ei ner vollwertigen Alternative wer den – schnell und ziemlich kom fortabel. Wir werden deshalb neue Veloschnellrouten ausarbei ten und wollen mit dem ASTRA eine Pilotstrecke realisieren. Last but not least braucht es aber auch ein Zusammenrücken von Arbei ten, Wohnen, Freizeit und Natur. Kürzere Wege dürften letztlich der effizienteste Weg sein zur Entlastung unserer Verkehrsinf rastruktur. Da sind wir auch auf der Ebene der Raumplanung be sonders gefordert. Welche Entwicklung im Ver kehrsbereich wird im Kanton Basel-Landschaft bis 2030 sowie bis 2040 erwartet? Nach den Prognosen wird der Verkehr tendenziell weiter zuneh men. Mit den bisherigen Ansätzen kommen wir da aber nur bedingt weiter. Die heutigen Umsetzungs geschwindigkeiten und -möglich keiten reichen nicht, um mit dem prognostizierten Verkehrswachs
tum Schritt zu halten. Gerade diese Tage zeigen aber auch, dass einiger Verkehr unnötig sein dürf te. Die interessante Frage ist: wie gelingt es, den Verzicht auf unnö tige Fahrten herbeizuführen, oh ne die persönliche Freiheit allzu sehr einzuschränken?
Um diese Verkehrsleistung auch in Zukunft sicherzustellen: Wel ches sind in den kommenden fünf Jahren die wichtigsten Pro jekte für die einzelnen Verkehrs träger? Das sind für die Strasse mit Si cherheit der Rheintunnel, die Er schliessung im Bachgraben-Ge biet mit dem Zubringer Bachgra ben-Allschwil, die neue Talstrasse Münchenstein-Arlesheim, der VollanschIuss Aesch und die Verlegung der Rheinstrasse in Pratteln, welche aktuell läuft. Beim Schienenverkehr ist der 15-Minutentakt nach Aesch und Liestal wichtig, der Doppelspur ausbau Laufental und die Tram verlängerungen Letten, Bachgra ben, Salina Raurica sowie die Engpassbeseitigung Spiesshöfli. Und dann noch zum Veloverkehr: mit den neuen Veloschnellrouten haben wir eine hervorragende Entlastungsmöglichkeit in der Agglomeration. Im Herbst 2018 haben die bei den Basel mit dem Bund das Pro jekt «Westring Basel» vorge stellt. Um was geht es da genau – und welche Bedeutung ist die ser Planung beizumessen? Ein Westring soll die Unterbasel bieter Gemeinden Allschwil, Bin ningen, Bottmingen als auch Ba sel West und das Basler GundeliQuartier von Autoverkehr entlas
ten. Insgesamt ist dies ein Be standteil eines übergeordneten Netzes und die Federführung liegt beim Bund. Eine genaue Streckenführung ist aber noch nicht definiert. Das ist definitiv eine sehr lange Perspek tive und wir befinden uns da noch ganz am Anfang.
Wenn wir ins Jahr 2040 und spä ter schauen: Was glauben Sie, wie werden wir dannzumal hauptsächlich mobil sein? Nun, ich bin kein Prophet. Ich hoffe aber doch und glaube auch, dass wir mit umweltfreundliche ren Techniken unterwegs sein werden, und vor allem intelligen ter, das heisst bewusster und effi zienter. Mit einem Zweitonnenge fährt eine Tüte Milch zu transpor tieren, macht einfach keinen Sinn, und einen Mehrwert bei der
Isaac Reber, Baudirektor des Kantons Base
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Das aktuelle Interview
durchaus etwas mehr sein kann» Lebensqualität gibt das auch nicht.
Wieder zurück in die Realität. Tempo 30 auf Hauptverkehrs achsen war bis anhin vor allem im Stadtkanton ein Thema – nun aber auch in Baselland. Der ACS befürwortet eine sprichwörtlich «attraktive» Netzhierarchie, die Anreize schafft, den Verkehr über spezifische Achsen abzuwi ckeln – und somit die Quartier strassen nachhaltig vom Durch gangsverkehr zu entlasten. Aber ausgerechnet diese elementare Funktionalität wird mit Tempo 30 auf Hauptverkehrsachsen tor pediert. Wie sehen Sie das? Der Grundsatz der Netzhierar chie darf nicht untergraben wer den, sonst funktionieren unsere Verkehrsnetze nicht mehr im ge wünschten Sinn oder es ergeben
sich sogar kontraproduktive Ef fekte. Es macht beispielsweise wenig Sinn, wenn auf einer Kan tonsstrasse Tempo 30 angesetzt wird und sich der gesamte Durch gangsverkehr seinen Weg durch die umliegenden Quartiere sucht. Im Einzelfall kann unter gewissen Voraussetzungen aber auch auf Kantonsstrassen Tempo 30 mög lich oder sogar angezeigt sein, denn der Regierungsrat teilt die Ansicht des Bundesgerichts, dass Tempo 30, insbesondere bezüg lich der Verkehrssicherheit und Lärmbelastung grundsätzlich po sitive Auswirkungen hat. Wichtig ist hier aber auch eine regionale Betrachtung, denn gleichzeitig gilt es weiter, die geschaffene Stras sennetzhierarchie zu beachten. Das haben wir auch interessierten Gemeinden so mitgegeben. Es braucht hier eine Gesamtschau,
el-Landschaft, in seinem Büro in Liestal.
um über eine allfällige abwei chende Höchstgeschwindigkeit zu entscheiden. Zudem müssen konkrete Voraus setzungen erfüllt sein und in ei nem Gutachten dargelegt wer den, ob die Massnahme nötig, zweck- und verhältnismässig ist oder ob andere Massnahmen vor zuziehen sind.
Seit Herbst 2019 laufen die Bau arbeiten für die Verlegung der Kantonsstrasse im Entwicklungsgebiet Salina Raurica. Der ACS beider Basel hegt grosse Be denken, dass mit der gegenüber dem Status Quo sogar redimen sionierten Strasse der erwartete Mehrverkehr nicht vernünftig bewältigt werden kann. Was sa gen Sie dazu? Wir haben aus heutiger Sicht kei nerlei Hinweise auf Kapazitäts probleme auf der neuen Kantons strasse, im Gegenteil. Welches sind nach Ihrer Ansicht die wichtigsten Entwicklungen im Verkehrsbereich, die es im Auge zu behalten gilt? Ein Stück weit setze ich da auf neue datenbasierte Möglichkeiten wie Sharing und Pooling, aber auch auf ein neues Verständnis von Lebensqualität. Mobilität ist ein grundlegendes Bedürfnis, manchmal tatsächlich ein Genuss, aber auch eine Last mit negativen Auswirkungen. Ich wünschte mir schon, dass wir aus den aktuellen Erfahrungen mit nehmen, dass «etwas weniger» auch bei der Mobilität mehr sein kann – nicht weil wir müssen, sondern weil wir das wollen.
Foto: Kommunikation BUD
Herr Reber. Wir danken Ihnen für Ihre Antworten und hoffen gerne, bei nächster Gelegenheit wieder ein persönliches Inter view führen zu können. Die Fragen stellte ACS-Geschäfts führer Christian Greif.
Nachgefragt Wenn Sie nicht gerade am Ar beiten sind – mit was beschäf tigen Sie sich am liebsten? Oft und gerne mit gar nichts. Ich habe aber auch gerne Kontakt mit Menschen, in der Familie oder auf ein Bierchen in einem Pub, oder noch lieber draussen. Stichwort draussen: Am liebsten gehe ich laufen, aufs Alpbad, die Sissacher Fluh oder den Bölchen, wohin auch immer. Welche Faszination übt Schach auf Sie aus? Schach bedeutet mir sehr viel. Das Faszinierende ist der Variantenreichtum und die Schärfung des taktischen und strategischen Denkens. Aktuell bin ich immer noch amtierender Clubmeister in Sissach, würde aber vor allem gerne wieder mehr Zeit haben zu spielen, auch wieder einmal ein kleines Turnierchen. Wie lautet Ihr Alltagsmotto? Ja. Weniger ist oft mehr. Sind Sie sportlich veranlagt? Mehr zum Ausgleich, da gehe ich gerne joggen oder laufen. Und dann braucht es für unseren anstrengenden Job schon auch eine gute Grundfitness, deswegen mache ich jede Woche zweimal Krafttraining. Welche Bücher, Filme und Musik haben Sie beeinflusst? Da bin ich nicht fixiert, es gibt viel Interessantes. Gelesen habe ich beispielsweise schon fast «alles». Sind Sie der Geniessertyp? Ja schon, und ich stelle immer wieder fest, es braucht sehr wenig: ein guter Teller Pasta – selbstgekocht – kann da schon reichen! Was ist Ihr Lieblingsgetränk? Pepita! Gibt es Dinge, bei denen Sie Ihre Meinung im Laufe der Zeit fundamental geändert haben? Ja, das kommt schon vor – schleichend oder auch schnell, wenn ich mich durch bessere Argumente überzeugen lasse
11
Das Steuer immer in der Hand. „Ob Bewirtschaftung, Immobilienhandel oder Renovation: Wir steigern die Performance von Immobilienportfolios. Sehr gerne auch von Ihrem.“ André Studer, Leiter Filiale Basel, Telefon 061 272 19 99
Die Immobilienprofis seit über 80 Jahren | www.schaeppi.ch
N EU H EIT
N EU H EIT
N EU H EIT
www.GrandprixOriginals.ch 12
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Motorradgruppe
Credo der ACS-Motorradgruppe
Auf eine sichere und genussvolle Töff-Saison! Wer ein Faible fürs Motorradfahren hat und das gesellige Zusammensein mit Gleichgesinnten mag, der sitzt bei der ACS-Motorradgruppe genau im richtigen Sattel. Damit man die ganze Saison sicher und mit Genuss im Sattel bleibt, nachfolgend einige Gedanken und Anregungen aus der Feder des Kommissionspräsidenten Martin Eberle. Eigentlich hätte an dieser Stelle der Bericht über unsere 1. MaiAusfahrt ins Burgund abge druckt werden sollen. Eigentlich. Stattdessen gilt auch für uns Mo torradfahrer #StayHome. Ob wohl: Verboten ist es ja trotz Corona nicht, eine Tour auf zwei Rädern zu unternehmen. Aber wir wollen uns ja solidarisch zei gen und – noch viel mehr als sonst – das Gesundheitswesen nicht unnötig belasten... Wie stellen wir das am besten an? Gepflegte Hardware Das A und O ist natürlich die Funktionstüchtigkeit unserer Ma
Werden Sie Mitglied der ACS-Motogruppe Wer Spass am Motorradfahren hat, gerne mit Gleichgesinnten ein- und mehrtägige Touren unternehmen will sowie Erfahrungen und Tipps austauschen möchte, ist bei der ACS-Motorradgruppe herzlich willkommen. Einzige Voraussetzung ist eine Mitgliedschaft beim ACS beider Basel. Darüber hinaus wird ein bescheidener Mitgliederbeitrag von 20 Franken pro Jahr erhoben. Informationen, Berichte und Bilder von unseren Touren und Ausfahrten sowie einen Anmeldetalon finden Sie unter: www.acsbs.ch Rubrik Motorradgruppe. Weitere Auskünfte erhalten Sie per Telefon 061 465 40 40 oder per Mail: claudia.winkler@acsbs.ch.
Was gibt es Schöneres, als mit dem Motorrad diesen einmaligen Swing zu geniessen und mit der Maschine und den Kurven förmlich eins zu werden… Foto: Pixabay
schine. Rechtzeitig vor dem Sai sonstart überprüfen wir deshalb den Zustand von Motorrad und Ausrüstung: Funktionieren Blin ker und Beleuchtung? Haben wir genügend Motoröl, Kühlmittel und Bremsflüssigkeit an Bord? Sind Bremsbeläge und -scheiben in Ordnung, und greifen die Bremsen, so wie wir das erwar ten? Zeigen sich bei einer kurzen Probefahrt irgendwelche Un stimmigkeiten? Stimmt der Luft druck? Sind die Pneus noch fit für die Saison, haben wir noch mehr als 1.6 mm Gummi drauf? Ich wechsle die Pneus übrigens lieber schon bei 2.5 mm und muss dann nicht ständig aus rechnen, ob es für die nächste Tour noch reicht. Böse Überra schungen erlebt man bisweilen beim Überprüfen der persönli chen Schutzausrüstung. Jacken und Hosen neigen nämlich dazu, während der Winterpause auf unerklärliche Weise einzugehen… Wenn wir uns frühzeitig um un sere Hardware kümmern, bleibt genügend Zeit, allfällige Mängel ohne Stress und Zeitdruck zu beheben. Natürlich ist es nicht verboten, den Zustand der Ma schine auch während der Saison regelmässig zu überprüfen…
Auf die Software kommt es an! Übermut tut selten gut – das weiss schon der Volksmund. Fast noch wichtiger als der Zustand der Hardware scheint mir beim Motorradfahren deshalb die Software zu sein. Wer meint, dort anknüpfen zu können, wo er letzte Saison aufgehört hat, der liegt falsch – und landet leider nur zu oft im Strassengraben. Es zahlt sich speziell anfangs Saison aus, seine Euphorie und Freude zu zügeln! Nicht nur Pneus und Motor, auch unsere Reflexe müs sen erst die notwendige Betriebs temperatur erreichen. Im Früh ling herrschen morgens oftmals noch tiefe Temperaturen. Die Fahrbahn bietet nicht den erwar teten Grip, in Waldstücken und auf Brücken kann es noch feuch te oder gar eisglatte Strassenab schnitte haben. Auch liegen ge bliebener Rollsplit und durch Frost aufgerissener Asphalt kön nen uns in unangenehme Situati onen bringen. Eine vorausschauende, defensive Fahrweise sowie den Umständen und dem eigenen Können ange passte Geschwindigkeit zahlen sich deshalb aus – und das übri gens nicht bloss anfangs Sai son…
Auch die richtige Kurventech nik, die korrekte Blickführung und die kontrollierte Vollbrem sung sind elementar für unsere Sicherheit. Übung macht den Meister - es ist gar keine schlech te Idee, jetzt ein Aufwärm- oder Sicherheitstraining zu absolvie ren. So ein Training mit Gleich gesinnten bringt sehr viel fürs eigene Können und macht sogar richtig Spass!
Martin Eberle, Präsident der ACSMotorradgruppe Foto: Sylvia Fäh
Viel Spass und Hochgenuss - das wünsche ich allen Kolleginnen und Kollegen, die auch dieses Jahr wieder auf ihren Zweirä dern unterwegs sind. Martin Eberle
13
Zum Beispiel: Badeferien in Thailand im Traumresort auf Phuket oder Koh Samui Begeisterndes Formel-1-Rennen in Monaco oder Monza Washington, Las Vegas oder Miami
Fährüberfahrten nach Korsika oder Sardinien
Piemont, nach Lourdes, Cornwall oder ins Loiretal
rischen Inseln dam oder retour
Geführte Busreisen ins
Flug nach New York zum Shopping-Weekend
zu einem Fussballspiel des FC Barcelona im Camp Nou en in einer Finca auf Mallorca
Erholsame Wellness-Reise im Südtirol
Rundreise durch Amerika mit San Francisco,
Erlebnisreisen nach China oder Chile
Städteflug
Familienferi-
Kreuzfahrten auf dem Mittelmeer oder mit dem Traumschiff AIDA auf die Kana-
Musikreisen nach Bregenz oder Verona
Flussfahrten auf dem Rhein von Basel nach Amster-
ACS-Reisen: Mit Vergnügen.
Der ACS beider Basel bietet Ihnen unzählige weitere Möglichkeiten, um auf Reisen zu gehen. Lassen Sie sich von uns inspirieren und beraten! Wir freuen uns auf Sie!
ACS beider Basel Hofackerstrasse 72, 4132 Muttenz Tel.: +41 61 465 40 30; Mail: clubreisen@acsbs.ch
Der ACS beider Basel ist Mitglied
Clubmagazin ACS beider Basel | 03-2020
Reisen
Hautnah dabei: ACS Reisen macht’s möglich!
Mit Motorsport ist noch lange nicht Schluss! Der Automobil Club der Schweiz Sektion beider Basel ist weit mehr als nur ein Mobilitätsdienstleister. Wir können Ihnen auch diverse lohnenswerte Reiseerlebnisse anbieten, die nicht einfach nur so zu buchen sind. Obwohl die weltweite CoronaKrise die Motorsportsaison hart getroffen hat, bedeutet dies nicht das Ende, denn die Saison ist noch lang. Wir rechnen eigentlich damit, dass die Rennen ab dem Spät sommer wieder stattfinden und die bereits verschobenen Rennen von Anfang Saison ebenfalls noch nachgeholt werden können. Hier einige Highlights, von welchen wir stark hoffen, dass sie durch geführt werden können. F1 Italien 4. – 6. September 2020 Das F1-Rennen in Italien, unweit der Schweizer Grenze, ist für vie le Schweizer ein Highlight, auch weil der ACS beider Basel am
Moto GP pur: Der 4,2 Kilometer lange Misano World Circuit Marco Simoncelli.
Samstag und Sonntag jeweils die Anreise mit dem Car, inklusive Übernachtung organisiert. Erleben Sie die Spannung auf der Rennstrecke und lassen Sie sich bequem mit dem Car rumkut schieren.
Moto GP Misano 11. – 13. September 2020 Moto GP Valencia 27. – 29. November 2020 Auch in der Moto GP warten noch ein paar spektakuläre Ren nen auf Sie, wie beispielsweise
Foto: Tom Lüthi
das Rennen in Misano, San Mari no oder dann zum Saison-Ende in Valencia. Auch Moto Barcelona ist immer ein Highlight, welches eigentlich vom 5. – 7. Juni 2020 stattfinden sollte, jedoch wurde dieses Rennen bereits verscho ben, ein neues Datum aber noch nicht bekannt gegeben. Wir hof fen sehr auf ein baldiges Kommu nizieren des neuen Datums. F1 Österreich 3. – 5. Juli 2020 Moto GP Österreich 14. – 16. August 2020 Die Alpenrennen in der F1 und der Moto GP in Spielberg sind beide für den Sommer geplant. Über eine allfällige Verschiebung ist noch nichts bekannt. Wir hof fen also sehr darauf, dass die bei den Rennen planmässig stattfin den können.
Als Grosser Preis von Italien findet seit 1950 jährlich ein Formel-1-Rennen statt.
Foto: Steve Domenjoz
Beratung und Infos Frau Isabel Altermatt Mail: sportreisen@acsbs.ch Telefon: 061 465 40 30 Fax: 061 465 40 31
15
Sicherheit ist unsere Passion Profitieren Sie jetzt vom ACS-Sonderrabatt von 10 % auf die Allianz-Motorfahrzeug-Versicherung sowie auf alle weiteren Sachversicherungen
Mit VergnĂźgen!
16
Generalagentur Markus Burgunder
Generalagentur Christian Furrer
Schnecklerstrasse 4b 4414 FĂźllinsdorf Telefon: 058 357 03 03 allianz.ch/markus burgunder
Birsigstrasse 4 4054 Basel Telefon: 058 357 03 02 contact.basel@allianz.ch