T ERRA MAXIMA THE ATLAS OF SUPERLATIVES
FEUER
4
VULKANE
10
Ojos del Salado Vulkaneruptionen Pazifischer Feuerring Hawaii-Archipel Europa Ätna Island Asien Kamtschatka Australien/Ozeanien Afrika Kilimandscharo Nord- und Mittelamerika Cascade Range Anden
12 14 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42
FEUERRITUALE Feuerwerke Sonnensystem Sonne CERN Large Hadron Collider
WÜSTEN Sahara Gobi Afrika Köcherbaum Welwitschien Asien Nord- und Mittelamerika Joshua Trees und Saguarokakteen Australien
44 46 48 50 51
52 54 56 58 60 61 62 64 66 68
INHALT
001-007_TMaximaSuperlative_Titelei_WB_var.indd 4
17.09.21 11:25
WA S S E R OZEANE
72
WASSERFÄLLE
120
Pazifischer Ozean
74
Salto Angel
122
Als stünde ein Elefant auf unserem Daumen
76
Das achte Weltwunder
124
Korallen und Korallenriffe Atlantischer Ozean
78 80
Südamerika Saltos do Iguaçu Afrika Nord- und Mittelamerika Niagara Falls Europa Asien Australien/Ozeanien
126 128 130 132 134 136 138 140
Ich bin der König der Welt!
82
Indischer Ozean Antarktischer Ozean Arktischer Ozean Nordpol Wale Haie
84 86 88 90 92 93
Jetzt halt aber mal die Luft an!
94
Orcas
96
FLÜSSE
98
Nil Segelschiffe Afrika Amazonas Asien Indien Nord- und Mittelamerika Europa Australien/Ozeanien
100 102 104 106 108 110 112 114 116
Im Auge des Tyrannos
001-007_TMaximaSuperlative_Titelei_WB_var.indd 5
EISFELDER UND GLETSCHER Antarktischer Eisschild Lambertgletscher Eisbrecher
142 144 146 148
118
17.09.21 11:25
ERDE KONTINENTE Asien Afrika Nord- und Mittelamerika Wer baut die schöneren Bögen – der Mensch oder die Natur? Südamerika Antarktis Europa Australien/Ozeanien Erdbeben
INSELN Grönland Arktischer Ozean Atlantischer Ozean Indischer Ozean Pazifischer Ozean
TUNDRA UND TAIGA
154 156 158
160 162 164 166 168 170
172 174 176 178 180 182
184
Nordasien Nordamerika
186 188
Und dann geht das Ganze wieder zurück
190
Panamericana Sibirische Taiga Tiger, Elche, Bären
6
152
192 194 196
LAUB- UND MISCHWALDZONEN
198
Wisente, Luchse Asien
200 202
So geht innerer Friede
204
Nordamerika
206
REGENWÄLDER DER GEMÄSSIGTEN BREITEN Asien Australien/Ozeanien
208 210 212
Wäre die Termite ein Mensch, so wäre ihr Bauwerk doppelt so hoch wie die Zugspitze
214
Nord- und Mittelamerika, Südamerika
216
INHALT
001-007_TMaximaSuperlative_Titelei_WB_var.indd 6
17.09.21 11:26
REGEN- UND MONSUNWÄLDER DER TROPISCHEN BREITEN 218 Amazonasbecken Süd- und Südostasien Sundarbans Elefanten, Orang-Utans, Echsen, Tiger Die Kleinsten und die Größten Australien/Ozeanien Afrika Palmen
220 222 224 226
Baobabs Nord-und Mittelamerika Südamerika Geparden Sprinter Landfahrzeuge
228
GEBIRGE
230 232 234
Himalaya Mount Everest Achttausender
236 238 240 242 243 244
246 248 250 252
LUFT MEISTER(WERKE) DER LÜFTE Airbus A380 Andenkondore
256 258 260
So weit die Flügel tragen
262
Sperbergeier, Gänse, Mauersegler Flughöhen
264 266
So weit die Flügel rasen
268
Bienenelfen International Space Station Skyscraper Burj Khalifa
270 272 274 276
Register Bildnachweis/Impressum
278 280
001-007_TMaximaSuperlative_Titelei_WB_var.indd 7
10.09.21 08:48
Der Fagradalsfjall im Südwesten des KrýsuvíkTrölladyngjaSystems auf der Halbinsel Reykjanes ist einer der aktiven Vulkane Islands. Zuletzt brach er im April 2021 aus, mehrere Eruptionsspalten öffneten sich dabei.
8
FEUER
008-031_TMaximaSuperlative_Vulkane_WB_var.indd 8
10.09.21 09:39
FEUER
Feuer ist pure Energie, es erzeugt Hitze, Wärme, Licht. Mit dem Urknall verbindet man den Beginn allen Lebens, die Entstehung von Materie, Raum und Zeit. Andererseits kann Feuer auch zerstörerisch sein und eine Vernichtung für Pflanzen, Tiere und Menschen bedeuten. Dennoch ist Feuer das einzige Element, das nicht allein existieren kann. Ohne Luft und damit Sauerstoff erstickt es im Nu, erlischt und sucht sich nicht selten neue Orte, um sie zu erobern.
008-031_TMaximaSuperlative_Vulkane_WB_var.indd 9
17.09.21 11:26
VULKANE Ein Großteil der Erdkruste entstand aus geschmolzenem Gestein, das aus dem Erdinneren zur Oberfläche aufgestiegen, dann abgekühlt und zu vulkanischem Gestein erkaltet ist
V
ulkanismus ist fast ausschließlich auf die Plattenränder begrenzt. Von den weltweit 500 bis 600 aktiven Vulkanen liegen 80 % an zusammenstoßenden und 15% an auseinanderdriftenden Platten. So genannte »Hot-Spot-Vulkane« machen etwa 5 % aus. Diese Vulkane sitzen unbeweglich auf einer besonders heißen Zone des Erdmantels und brechen immer an derselben Stelle aus, während sich die Erdplatte über sie hinwegschiebt. Einige der berühmtesten Vulkane der Welt zählen zu diesem Typ, etwa diejenigen auf der 2.400 Kilometer langen Kette der Hawaii-Inseln, die alle als ortsfeste Hot Spots entstanden sind, über die sich die Pazifische Platte schob. Die feuerspeienden Schlote können nach der Art der Magmazufuhr unterteilt werden: So gibt es Spaltenvulkane wie den Ätna auf Sizilien, die immer wieder an unterschiedlichen Stellen (Spalten) ausbrechen, wobei sich die austretende Lava nur langsam talwärts bewegt. Völlig anders verhält es sich beim Zentralvulkan (z.B. der Vesuv bei Neapel). Bei diesen Vulkanen führt eine rohrartige Öffnung bis in die Magmakammer, die Lavamassen werden bei einem Ausbruch explosionsartig hochgeschleudert, und es können sich dabei Calderen (kesselförmige Vertiefungen) bilden. Vulkane werden auch nach ihrer Form unterschieden. So gibt es Schicht- oder Stratovulkane, die kegelförmig aussehen (z.B. der Fujisan in Japan), Schildvulkane (z.B. Mount Loa auf Hawaii), Deckenund Plateauvulkane, bei denen dünnflüssigere Lava durch Spalten an die Oberfläche dringt, Schlacken- und Aschenkegel, die deutlich kleiner sind und meist eine regelmäßige, konische Form aufweisen (z.B. der Stromboli in Italien), Maare, die durch eine Explosion ohne Lava entstehen und ein trichter- oder schüsselartiges Aussehen haben (z.B. in der Vulkaneifel), und Calderen, die kessel- oder beckenförmige Vertiefungen darstellen (z.B. Caldera de Taburiente auf La Palma).
10
Feuer
008-031_TMaximaSuperlative_Vulkane_WB_var.indd 10
10.09.21 09:39
DER HÖCHSTEN VULKANE UNSERER ERDE
1
11
OJOS DEL SALADO Argentinien/Chile 6.887 m
AMPATO Peru 6.310 m
2
12
CERRO BONETE CHICO Argentinien/Chile 6.872 m
POMERAPE Chile/Bolivien 6.288 m
3
13
CERRO PISSIS Argentinien 6.795 m
GUALLATIRI Chile 6.071 m
4
14
LLULLAILLACO Argentinien/Chile 6.739 m
ACOTANGO Chile 6.052 m
5
15
TUPUNGATO Chile 6.550 m
ACAMARACHI Chile 6.046 m
6
16
SAJAMA Bolivien 6.542 m
HUALCA HUALCA Peru 6.025 m
7
17
ILLIMANI Bolivien 6.462 m
COTOPAXI Ecuador 5.897 m
8
18
COROPUNA Peru 6.425 m
KIBO (KILIMANDSCHARO) Tansania 5.895 m
9
19
PARINACOTA Chile/Bolivien 6.342 m
KA-ER-DAXI (KUNLUN VOLCANO) China 5.810 m
10 CHIMBORAZO Ecuador 6.310 m
20 PICO DE ORIZABA Mexiko 5.747 m
Der Vulkan Tungurahua in Ecuador, ein 5.016 Meter hoher Schichtvulkan (großes Bild), erlebte immer wieder Phasen starker Aktivität, beispielsweise in den Jahren 1916 bis 1925. Seit 1999 ist er erneut aktiv. Im August 2006 fand eine besonders starke Eruption statt, bei der der Vulkan Gase, Asche und Pyroklastika – vulkanisches Lockermaterial – auswarf. Die Aschesäule ragte damals zwölf Kilometer hoch in den Himmel.
008-031_TMaximaSuperlative_Vulkane_WB_var.indd 11
10.09.21 09:39
OJOS DEL SALADO Der höchste Vulkan der Erde
D
er Ojos del Salado in der Atacama-Wüste an der Grenze zwischen Argentinien und Chile ist der zweithöchste Berg Amerikas und der höchste Vulkan der Erde. Nach einigen Messungen im 20.Jahrhundert sollte er sogar höher als der Aconcagua und damit der höchste Berg Amerikas sein. Neuere, präzisere GPS-basierte Messungen bestätigten dies jedoch nicht. 1994 ergab eine Messung des Monte Pissis eine Höhe von 6.882 Metern – da nach wäre der Ojos del Salado sogar nur noch der dritt höchste Berg Amerikas. Doch auch diese Messung stellte sich als falsch heraus. Inzwischen gilt es als sicher, dass der Ojos del Salado mit seinen 6.887 Metern rund 100 Meter höher als der Cerro Pissis ist. Da keine Aufzeichnungen über explosive Ausbrüche existieren, nimmt man an, dass der Ojos del Salado erloschen ist. Es wird jedoch immer wieder von Gasaktivitäten des Vulkans berichtet. So wurden in den Jahren 1937 und 1956 sowie am 14. November 1994 Aktivitäten aufgezeichnet, bei denen Wasserund Schwefeldämpfe aus dem Krater austraten. 2007 erreichte ein Chilene mit einem umgebauten Geländewagen auf dem Ojos del Salado eine Höhe von 6.688 Metern – damit stellte er einen Weltrekord auf, denn noch nie zuvor war jemand mit einem Fahrzeug so hoch hinaufgelangt.
12
Feuer
008-031_TMaximaSuperlative_Vulkane_WB_var.indd 12
10.09.21 09:39
Blick über die Puna de Atacama vom Gipfel des Cerro Pissis aus, des jeweils dritthöchsten Bergs in Argentinien und Vulkans auf der Erde. Im Hintergrund er heben sich der Ojos del Salado und der Cerro Nacimiento (großes Bild). Links: Ojos del Salado, höchster Vulkan der Erde und zweithöchster Berg Süd amerikas, bedeutet übersetzt »Salzaugen«. Die Kraterseen zu seinen Füßen sind extrem salzhaltig und leuchten intensiv türkis.
008-031_TMaximaSuperlative_Vulkane_WB_var.indd 13
10.09.21 09:40
OZEANE Die Ozeane bedecken 71% unseres Planeten und bilden mit 361 Millionen km2 eine zusammenhängende Wasserfläche, die die Erde, betrachtet man sie aus dem Weltall, als »blauen Planeten« erscheinen lassen ie drei großen Weltmeere Pazifischer, Atlantischer und Indischer Ozean nehmen dabei circa 90 % der Fläche ein, die restlichen 10 % teilen sich Nord- und Südpolarmeer. 97,5 % des auf der Erde vorkommenden Wassers befindet sich in den Ozeanen, nur 2,5 % ist Süßwasser auf dem Festland. Der Salzgehalt des Meeres liegt im Mittel bei 3,5 %. Die mittleren Tiefen der Meeresböden betragen zwischen 3.000 und 4.500 Metern. Die Übergänge zu Kontinenten und Inseln variieren. Je nach tektonischer Begebenheit sind Schelfmeere, die eine Tiefe von 200 Metern nicht überschreiten, Kontinentalabbrüche oder Tiefseegräben, die bis zu 11.022 Meter hinabreichen, zu verzeichnen.
D
OZEANE NACH FLÄCHE UND MITTLERER TIEFE
1 PAZIFISCHER OZEAN Fläche 181.340.000 km2 Mittlere Tiefe 4.188 m
2 ATLANTISCHER OZEAN Fläche 106.400.000 km2 Mittlere Tiefe 3.339 m
3 INDISCHER OZEAN Fläche 73.556.000 km2 Mittlere Tiefe 3.400 m
4 SÜDPOLARMEER Fläche 20.327.000 km2 Mittlere Tiefe 4.500 m
Wellen werden hauptsächlich durch Wind hervorgerufen. Sie stellen einen schwingenden Bewegungsvorgang des Wassers dar, ohne die Wassermassen jedoch wesentlich zu verlagern. Meereswellen können unter dem Einfluss von Orkanen bis zu 20 Meter hoch werden.
5 NORDPOLARMEER Fläche 14.090.000 km2 Mittlere Tiefe 1.500 m
72
WASSER
070-091_TMaximaSuperlative_Wasser_WB_var.indd 72
10.09.21 09:04
OZEANE NACH KÜSTENLÄNGE
1 PAZIFISCHER OZEAN 135.664 km
2 ATLANTISCHER OZEAN 111.866 km
3 INDISCHER OZEAN 66.526 km
4 NORDPOLARMEER 45.387 km Die Ozeane bieten Lebensraum für zahlreiche Fischarten, die oftmals in großen Schwärmen auftreten. Die bis zu zwei Meter langen Kuhnasenrochen (»Rhinoptera«) leben in den subtropischen Gewässern, teils in Schwärmen mit Hunderten von Exemplaren.
070-091_TMaximaSuperlative_Wasser_WB_var.indd 73
5 SÜDPOLARMEER 17.968 km
10.09.21 09:05
PAZIFISCHER OZEAN Mit seinen Nebenmeeren bedeckt der 181.340.000 km2 große Pazifische Ozean etwas mehr als ein Drittel der gesamten Erdoberfläche
F
ast alle Nebenmeere befinden sich, durch Inseln und Inselketten abgegrenzt, im Westen des Ozeans. Hier sind die Meeresböden mit Tiefseegräben und Meeresrücken besonders vielgestaltig. Mit dem Witjastief I im Marianengraben befindet sich hier auch die tiefste Stelle aller Weltmeere auf der Erde. Der Osten des Pazifiks ist mit seinem Meeresboden nicht so formenreich, er weist neben dem langgezogenen Ostpazifischen Rücken, der von Niederkalifornien bis zum Südpolarmeer reicht, nur eine Reihe von Bruchzonen und wenige Inseln auf.
AUSTRALASIATISCHES MITTELMEER – DAS GRÖSSTE NEBENMEER DES PAZIFISCHEN OZEANS
Unter dem Begriff Australasiatisches Mittelmeer werden alle Nebenmeere des Pazifischen Ozeans in Südostasien zusammengefasst. Zum Indik grenzt es sich durch Inseln, zum Pazifik mit breiten Meeresstraßen ab. Es ist ein tropisches Gewässer, die Flora und Fauna entsprechend vielfältig. Korallenriffe kommen in allen Teilen des Australasiatischen Mittelmeeres in verschiedener Ausbreitung vor. Große Schelfflächen mit geringer Tiefe sind vor allem im Westen des Meeres zu verzeichnen, im Osten sind tiefe Becken vorherrschend, die bis auf 7.440 Meter hinunterreichen.
DIE GRÖSSTEN NEBENMEERE
1
6
AUSTRALASIATISCHES MITTELMEER Westpazifik 9.080.000 km2
GOLF VON ALASKA Nordpazifik 1.533.000 km2
2 PHILIPPINENSEE Westpazifik ca. 5.000.000 km2
3 KORALLENMEER Südwestpazifik 4.791.000 km2
Dschunken, chinesische Holzboote, treiben in der Halong-Bucht im Golf von Tonkin im Norden Vietnams (ganz oben). Die sehr gebirgige Inselkette der Aleuten am Südrand des Beringmeeres (darunter). Cabo San Lucas, die äußerste Südspitze der Halbinsel Niederkalifornien (oben).
74
7 OCHOTSKISCHES MEER Nordpazifik 1.530.000 km2
8 OSTCHINESISCHES MEER Westpazifik 1.250.000 km2
4
9
BERINGMEER Nordpazifik 2.300.000 km2
JAPANISCHES MEER Westpazifik 1.049.000 km2
5
10
TASMANSEE Südwestpazifik 2.300.000 km2
GOLF VON KALIFORNIEN Ostpazifik 160.000 km2
WASSER
070-091_TMaximaSuperlative_Wasser_WB_var.indd 74
10.09.21 09:05
TIPP
Coco sind bekannt für ihre großen Vorkommen der Unterwasserbewohner. In großen Schulen mit bis zu 100 Tieren ziehen sie teilweise vor der Küste durchs Wasser und lassen sich auch von Tauchern nicht aus der Ruhe bringen. Isla de Coco gehört zu Costa Rica und ist sehr streng geschützt, denn sie ist zudem UNESCO-Weltnaturerbe. Wer auf die Insel reisen möchte, braucht eine Sondergenehmigung. Sie liegt rund MIT HAMMERHAIEN 500 Kilometer vom Festland entfernt TAUCHEN VOR DER ISLA und ist mit einer langen Bootsfahrt zu DE COCO IM AUGUST erreichen. Sie wird nur von NaturranSie gilt auch als Insel der Hammer- gern bewohnt, Übernachtungsmöghaie und lockt Taucher aus der gan- lichkeiten für Touristen gibt es somit zen Welt an: Die Riffe vor der Isla de keine.
DIE GRÖSSTEN MEERESTIEFEN
1 WITJASTIEF I 11.034 m, Marianengraben
2 TRIESTETIEF 10.916 m, Marianengraben
3 CHALLENGERTIEF 10.899 m, Marianengraben
4 WITJASTIEF II 10.882 m, Tongagraben
5 WITJASTIEF III 10. 542 m, Kurilen-KamtschatkaGraben
6 GALATHEATIEF 10.540 m, Philippinengraben Palau ist die westlichste Inselgruppe des Archipels der Karolinen im Pazifik und besteht aus 200 bis 300 Inseln.
070-091_TMaximaSuperlative_Wasser_WB_var.indd 75
10.09.21 09:06
0m
MONDFISCH (MOLA MOLA Tiefe unter NN: bis 800 m Größe: über 4 m Gewicht: über 3t
WISSENSWERT
– 1.000 m
KO L O S S - K A L M A R Tiefe unter NN: bis 1.000 m Größe: bis 20 m Gewicht: bis 50 kg
Wie passen sich Tiere an die Extrembedingungen in der Tiefsee an? – 2.000 m
V
– 3.000 m
S C H N A B E LWA L Tiefe unter NN: fast 3.000 m Größe: bis 13 m Gewicht: bis zu 15 t
IE
R
ELEMEN
T E
Die ewige Finsternis ist eine der größten Herausforderungen für alle Tiefseebewohner. Um in dieser Dunkelzone trotzdem leben zu können, haben diese Tiere unterschiedliche Strategien entwickelt. Einige von ihnen – beispielsweise der Koloss-Kalmar – haben sehr große und hochempfindliche Augen, um die geringe Lichtmenge aufnehmen und optimal nutzen zu können. Andere Spezies, wie der Pelikanaal, haben winzig kleine Augen, dafür ein Leuchtorgan am Schwanzende. Forscher, die in diese Meerestiefen vorgedrungen sind, berichten von bläulichen Lichtblitzen, welche von den hier lebenden Organismen erzeugt werden. Etwa 90 Prozent der Tiefseebewohner produzieren ihr eigenes Licht. Sie nutzen es zur Tarnung, zum Anlocken von Beute und als Signal für Fortpflanzungspartner. Da das Nahrungsangebot in diesen extremen Wassertiefen gering ist, müssen die hier lebenden Tiere ihren Energieverbrauch möglichst niedrig halten. Sie jagen ihre Beute nicht, sondern lauern ihr auf. Jahreszeiten, in denen es noch weniger Nahrung gibt, verbingen viele Tiefseebewohner dann in einer Art Winterschlaf.
– 4.000 m WA S S E R
– 5.000 m
– 6.000 m
ALS STÜNDE EIN ELEFANT AUF UNSEREM DAUMEN
– 7.000 m
TIEFSEEANGLER Tiefe unter NN: vermutlich bis 8.000 m Größe: Weibchen bis 120 cm dazugehörige Mänchen bis 12 cm – 8.000 m
SCHEIBENBAUCH Tiefe unter NN: über 8.000 m Größe: bis 70 cm – 9.000 m
TRIESTETIEFE, MARIANENGRABEN Tiefe unter NN: 10.916 m Erstbetauchung: 23. Januar 1960 Besucher: 2
__Marianenegraben
– 10.000 m
– 11.000 m
76
WASSER
070-091_TMaximaSuperlative_Wasser_WB_var.indd 76
WITJASTIEF I, MARIANENGRABEN Tiefe unter NN: 11.034 m Erstbetauchung: Noch nie Besucher: Keiner
– 12.000 m
10.09.21 09:06
WELCHE TIERE LEBEN IN DER TIEFSEE?
Bereits ab 800 Metern Wassertiefe spricht man von Tiefsee. Ab dann herrschen völlige Dunkelheit und ein immenser Wasserdruck. Ein Gewicht von etwa einer Tonne lastet in 10.000 Metern Tiefe auf jedem Quadratzentimeter. Hier kann es kein Leben geben, meinten Forscher noch bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Zweifel kamen auf, als an einem Telegrafenkabel das aus 1800 Metern Tiefe an die Wasseroberfläche geholt wurde, festgekrustete Tiere gefunden wurden. Eine Expedition der H.M.S. Porcupine südwestlich von Irland, bei der Bodenproben aus über
4000 Metern Tiefe genommen wurden, erbrachte 1869 schließlich den Beweis dafür, des es selbst in diesen Tiefen des Ozeans Leben gibt. Die Anzahl der Meeresbewohner nimmt zwar mit zunehmender Wassertiefe ab, aber die Artenvielfalt ist beeindruckend. Tiere wie der Vampirtintenfisch, die Seefledermaus oder der Peitschenangler haben nicht nur ein bizarres Aussehen, sondern auch einzigartige Jagdtechniken auf der Suche nach Beute entwickelt. Auf den Meeresböden konnten bis jetzt bereits an die 200.000 Spezies identifiziert werden, es wird jedoch vermutet, dass die
Artenvielfalt in die Millionen geht. Selbst im Meeresschlamm der tiefsten Seegräben leben Krebse, Muscheln, Borstenwürmer und Seegurken – diese machen in 4000 Metern Tiefe etwa die Hälfte und in 8500 Metern sogar 90 Prozent der Masse aller Organismen aus. Auf ein Leben neben erloschenen Tiefseevulkanen haben sich meterlange Röhrenwürmer oder bis zu 25 Zentimeter große Einzeller spezialisiert. Besonders interessant für Forscher sind die Xenophyophoren (übersetzt: Träger fremder Körper), deren Gehäuse aus abgestorbenem Plankton besteht. Dort wiederum leben verschiedene Seesternarten und Asseln als Untermieter.
DIE TIEFSTE BEMANNTE TAUCHFAHRT DER WELT
Mit der »Trieste«, einem speziell für die Tiefseeforschung konstruiertem U-Boot, einem Bathyscaph (Bild unten), gelang es dem Schweizer Jacques Piccard und dem US-Amerikaner Don Walsh im Januar 1960, im Marianengraben bis auf 10.910 Meter abzutauchen. Der Bathyscaph ist ein Auftriebskörper, der beim Tauchgang mit Meerwasser gefüllt wird. Die Besatzung des U-Bootes befindet sich in der kleinen weißen, dem hohen Druck von über einer Tonne pro Quadratzentimeter standhaltenden Druckkammerkugel unterhalb des Bootskörpers. Am Ende der Tauchfahrt bekam die Stelle dieses Tauchganges den Namen Trieste-Tief.
Das Paarungsverhalten mancher Tiefsee-Anglerfische wirkt merkwürdig: Sehr kleine männliche Tiere verschmelzen vorübergehend oder für immer mit wesentlich größeren weiblichen Exemplaren. Dabei wachsen Haut und Blutkreislauf der Fische zusammen.
070-091_TMaximaSuperlative_Wasser_WB_var.indd 77
10.09.21 09:06
GEPARDEN Die schnellsten Landtiere der Erde
A
ls weltweit schnellstes Landsäugetier erreicht der Gepard auf kurzen Strecken (maximal 500 Meter) nicht nur bis zu 120 Kilometer pro Stunde, er kann auch innerhalb von fünf Sekunden von Null auf 100 Kilometer pro Stunde beschleunigen. Diese unglaubliche Schnelligkeit des Geparden geht weniger auf seine langen Beine als auf seine enorm leistungsfähige Lunge zurück. Selbst plötzliche Haken schlagende Gazellen entkommen dem Geparden nicht, denn er kann einen notwendigen Zickzack-Spurt mit seinem langen Schwanz ausgleichen. Nach nur 20 Sekunden hat er seine Beute meist erwischt, mit einem Schlag der Pfote umgeworfen und einem Biss in die Kehle getötet. Danach schlingt er sein Mahl extrem schnell hinunter, damit es ihm nicht von Löwen oder Hyänen entrissen wird. Beutetiere sind zumeist kleinere Huftiere wie Gazellen, die leichter zu überwältigen sind als die größeren Zebras oder Gnus.
Wenn Geparden rennen, befinden sich oft alle vier Pfoten gleichzeitig in der Luft (großes Bild). Währenddessen kümmert sich die Gepardin in der kenianischen Savanne um den Nachwuchs (kleines Bild).
242
ERDE
242-245_TMaximaSuperlative_Erde_WB_var.indd 242
10.09.21 09:23
USAIN BOLT Schnellster Sprint der Menschen: Usain Bolt
E
r kann so schnell rennen wie ein galoppierendes Pferd: Ursain Bolt schafft Spitzengeschwindigkeiten bis zu 44 Kilometer pro Stunde. Doch er läuft nicht eine Stunde lang auf Höchsttempo, sondern ist für seine außergewöhnlichen Sprints bekannt. Der 1,96 Meter große Jamaikaner ist ein Ausnahmetalent im Sprint. Er ist nicht nur achtfacher Olympiasieger und elffacher Weltmeister, sondern auch noch der einzige Mensch der Welt, der die 100-Meter-Laufstrecke unter 9,6 Sekunden geschafft hat. Er ist damit der schnellste Mensch aller Zeiten. Seine extrem langen Beine sorgen dabei für spektakuläre Bilder, bei denen er am Start oft hinten liegt, aber dann aufgrund seiner enormen Schrittlänge von 2,43 Metern unglaublich schnell aufholt.
242-245_TMaximaSuperlative_Erde_WB_var.indd 243
10.09.21 09:24
MEISTER(WERKE) DER LÜFTE Der Mensch erschafft sich mit Wissen und Technik, was die Natur seit jeher beherrscht
D
er Traum vom Fliegen ist so alt wie die Menschheit. Wer die Leichtigkeit und Geschicklichkeit von Vögeln am Himmel verfolgt, kennt zugleich die Sehnsucht ebenso abzuheben und der Schwerkraft der Erde zu entfliehen. Der Ingenieur Otto Lilienthal war wohl der erste Mensch, dessen erste Flugversuche bekannt und berühmt wurden. Die technischen Möglichkeiten wurden rasch immer professioneller und heute gilt es als Selbstverständlichkeit mit Flugzeugen und Raketen andere Länder, Kontinente und sogar den Mond zu erreichen.
256
LUFT
254-273_TMaximaSuperlative_Luft_WB_var.indd 256
10.09.21 09:33
Der Andenkondor ist der größte Gebirgsvogel der Erde. Um seinen bedrohten Bestand zu stärken, werden immer wieder Aufzucht- und Auswilderungsprogramme gestartet (großes Bild). In einer vorgegebenen Formation begeben sich Zugvögel jeden Winter gen Süden, um im Sommer wieder in ihre Heimat zurückzukehren (Bild oben). Die Raumfähre »Endeavour« startete im Jahr 2012 zu ihrem letzten Einsatz ins All. Seitdem kann man sie im Museum California Science Center von Los Angeles bewundern (Bild ganz links). Ein Airbus A380 der Fluggesellschaft British AIrways wartet in Hongkong auf Starterlaubnis (Bild links).
254-273_TMaximaSuperlative_Luft_WB_var.indd 257
10.09.21 09:34
AIRBUS A380 Das größte Passagierflugzeug der Welt
it seinem Erstflug 2005 hat der Airbus A380 den damaligen Rekordhalter Boeing 747 als größtes Passagierflugzeug der Welt abgelöst. Zwar ist der Airbus mit einer Rumpflänge von 72 Metern kürzer als sein Konkurrent, übertrifft ihn jedoch hinsichtlich aller anderen Maße. Aufgrund der Flügelspannweite von 80 Metern und der Höhe von 24 Metern kann der A380 nur auf wenigen dafür angepassten Flughäfen landen und abgefertigt werden. Je nach Ausstattungsvariante finden 525 bis 850 Passagiere Platz, die auf zwei durchgängigen Passagierdecks untergebracht sind – äußerlich erkennbar an der Doppelreihe von Fenstern auf beiden Seiten. Dank des Einsatzes neuer, leichterer Verbundwerkstoffe bei Struktur und Komponenten konnte das Leergewicht auf 275 Tonnen begrenzt werden, als Startgewicht sind maximal 560 Tonnen zugelassen. Vier Triebwerke mit einem Schub von je 310 bis 320 kN bringen den A380 auf eine Reisegeschwindigkeit von 920 km/h, die Reichweite beträgt rund 15.000 Kilometer.
M
258
LUFT
254-273_TMaximaSuperlative_Luft_WB_var.indd 258
10.09.21 09:34
Emirates ist die Fluggesellschaft, die mit Abstand die meisten A380 besitzt: Über 150 Flugzeuge dieser Art wurden an Emirates geliefert (großes Bild). Auf Platz zwei steht Singapore Airlines mit 24 Lieferungen. Ein Airbus A380 macht sich bereit zum Landeanflug auf den Flughafen Bangkok-Suvarnabhumi (kleines Bild oben). Wer in die erste Klasse von Emirates eincheckt, muss auch an Bord einer A380 nicht auf Luxus verzichten (kleines Bild unten links).
254-273_TMaximaSuperlative_Luft_WB_var.indd 259
10.09.21 09:34