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ISBN 978-3-89790-550-4
H.-P. Jakobson (Hg.) · Bärbel Thoelke · Porzellan
Das Lebenswerk der Berliner Porzellangestalterin Bärbel Thoelke zeichnet sich durch eine konsequente Konzentration auf das Gefäß aus. Darin vereint sie strengste gestalterische Disziplin und schöpferische Phantasie zu einem in sich geschlossenen und auf seine Weise einzigartigen Gesamtœuvre im zeitgenössischen deutschen Studioporzellan.
Hans-Peter Jakobson (Hg.)
BÄRBEL THOELKE
Porzellan
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Vorwort
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ie Berliner Porzellangestalterin Bärbel Thoelke zählt zu den bedeutendsten deutschen Künstlerpersönlichkeiten dieses Genres von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis heute. Ihr umfangreiches und vielgestaltiges Œuvre reicht von Produktdesign, insbesondere für Porzellanfabriken, bis zu Unikatgefäßen, eingeschlossen architekturbezogene Werke und Restaurierungen historischen Porzellans. Dafür wurden ihr nationale sowie internationale Anerkennungen und Ehrungen zuteil. Die kleine, zierliche, bescheidene aber selbstbewusste Frau darf mit Fug und Recht als Grande Dame des deutschen Studioporzellans gelten. Vielfältige technische Innovationen von den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts bis heute bescherten der Studiobewegung eine sprunghafte Entwicklung im Glas, in der Keramik und besonders im Porzellan. Unabhängig von den vielfältigen Zwängen großer Betriebe erschließen sich Gestalter unterschiedlichster künstlerischer Provenienz und Anschauung neue Möglichkeiten und dem Porzellan bisher ungewohnte auch ungeahnte Perspektiven. Bärbel Thoelke hat ihre unverwechselbare künstlerische Handschrift ruhig mit Selbstvertrauen und großer Konsequenz unermüdlich zu souveräner Reife geführt. Modische Allüren sind dieser Haltung ebenso fremd wie zeitabhängige, meist kurzlebige Entwicklungen. Sie steht in den erfolgreichen Traditionslinien der Moderne und des Funktionalismus vom ersten Drittel des 20. Jahrhunderts, in denen wertvolle Inkunabeln der Porzellankunst des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart entstanden. Die Gestalterin fühlt sich dem Vermächtnis des
Bauhauses und jenen großen Leistungen verbunden, die Marguerite Friedlaender-Wildenhain, Trude Petri sowie der von ihr besonders verehrte Bauhäusler Wilhelm Wagenfeld und andere für die KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin, die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen, die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst und weitere Unternehmen erbrachten. Sie pflegt allerdings eine persönliche Form der Auseinandersetzung mit diesem Erbe. Die Quellen ihrer Gestaltung finden sich in der konsequenten Konzentration auf das Gefäß. Dabei folgt sie keinem mechanischen Dogma, vielmehr sind die Arbeiten in ihrer ausgesprochenen Individualität eine wertvolle Bereicherung des Unikatporzellans. Sie macht sich den Grundsatz Wagenfelds zu eigen, dass brauchbare Dinge ihren Sinn nur dann erfüllen können, wenn sie auch schön sind. Hans-Peter Jakobson
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Detail Umschlag und diese Seite: kleine durchbrochene Schale, Unikat, 2009 Fadenschichtguss, teilglasiert H. 7 cm; D. 15 cm
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Von der Schülerin zur Praktikantin und zur Absolventin Schule, Werkstatt und Kunsthochschule
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eboren als Bärbel Bartels 1938 wuchs die Gestalterin in Stralsund auf. Die Geschichte des Gründungsmitgliedes der Hanse, mit Strahlkraft bis weit in den Ostseeraum, wurde als Stadtbild so faszinierend zu Stein wie nur in wenigen Städten Deutschlands. Davon zeugen zahlreiche besonders wertvolle Baudenkmale der Backsteingotik, die seit 2002 zum UNESCOWeltkulturerbe gehören. Obwohl sich der verheerende Bombenangriff auf ihre Heimatstadt 1944 als Kind ins Gedächtnis grub, der Vater die Jahre von 1945 bis 1948 in sowjetischer Kriegsgefangenschaft verbrachte und trotz einer gefährlichen sowie entbehrungsreichen Nachkriegszeit, erlebte sie nach eigenen Worten zusammen mit ihrem jüngeren Bruder eine harmonische und ruhige Kindheit. Der Vater besaß als Elektromeister eine Kraftfahrzeugwerkstatt, in der die Mutter als sogenannte mithelfende Ehegattin die Büroarbeiten erledigte. Als der Betrieb wie viele andere Privatunternehmen in der DDR in die Hände des Staates geriet, wurde der Vater Betriebsleiter in der ehemals eigenen Werkstatt. Auf Wunsch der Eltern besuchte ihre Tochter die Schule bis zum Abitur. Das von der Jugendlichen favorisierte Fremdsprachenstudium befürwortete die Oberschule nicht. Stattdessen empfahl ihr der Zeichenlehrer einen künstlerisch gestaltenden Beruf, da sie nach seiner Meinung in der Schulzeit dafür ein beachtliches Talent zeigte. Dessen war sie sich jedoch selbst nicht bewusst, sondern empfand das Umgehen mit Ton oder Papier, wie die für jene Zeit typischen Schulwandzeitungen und die Beteiligung an gestalterisch-handwerklichen Freizeitzirkeln der Schule eher als spielerische Betätigung. Die Eltern unterstützten die Hinwendung zu einer künstlerischen Ausbildung, eine für Handwerkerfamilien nicht eben selbstverständliche Haltung. 1957 vermittelte auf Bitten ihres Vaters der befreundete Maler Tom Beyer, ein einflussreicher Vertreter des „Sozialistischen Realismus“ und Funktionär des DDR-Künstlerverbandes, der Neunzehnjährigen ein für das Studium gefordertes einjähriges Praktikum in der 1956 gegründeten Werkstatt des Malers und Keramikers Arnold Klünder und seiner Frau Barbara. Beyer und Klünder kannten sich aus dem Verband sowie der Zusammenarbeit an baukünstlerischen Aufträgen in Rostock und Stralsund. Das Ehepaar hatte gemeinsam mit dem Bauhauskeramiker und
Bildhauer Wilhelm Löber sowie dessen Frau Frieda als lose Künstlergemeinschaft mit jeweils eigenen Werkstätten im Ostseebad Ahrenshoop die „Fischlandkeramik“ begründet. Sie fand bei Einheimischen und Touristen großen Anklang. Arnold Klünder war mit der einzigen Tochter Fritz Koch-Gothas und seiner Frau Dora, einer Malerin, verheiratet. Die Karikaturen, Illustrationen, Grafiken, Zeichnungen und Bücher Koch-Gothas (1877–1956) erfreuten sich in Deutschland vom Beginn des 20. Jh. über Jahrzehnte einer außerordentlichen Popularität auch in der frühen DDR. Nach Kriegszerstörung der Berliner Wohnung 1944 verbrachte das Ehepaar mit der Tochter ihr Leben im ehemaligen Sommerhaus in Althagen, heute ein Ortsteil von Ahrenshoop. Es diente nach deren Heirat auch der Familie Klünder und der Witwe als Wohnung sowie Atelier. Heute beherbergt sie die keramische Werkstatt ihres Sohnes und seiner Frau. Als Keramiker war der Maler Arno Klünder Autodidakt. Er beherrschte die elementare handwerkliche Technik des Drehens auf der Töpferscheibe ebenso wenig wie seine Frau. Alle Produkte wurden aus Ton frei aufgebaut. Somit bestand neben Baukeramik u. a. im Kulturhaus Ahrenshoop sein eigenes Œuvre wie auch der größte Teil der Werkstattproduktion aus figürlichen Schöpfungen oder zoomorphen Gefäßplastiken sowie kleinen z. T. aus der Hand heraus geformten Gefäßen, die sich als Gartenkeramiken und Andenken für Touristen anboten, darunter tönerne Schnapsflaschen, genannt „Schmuggelflaschen“. Im Wohnhaus des hoch verehrten Koch-Gotha lebend, genoss auch der Schwiegersohn Kultstatus in Ahrenshoop. Zahlreiche Besucher des beliebten Urlaubsortes, darunter Künstler und Kunstfreunde, kamen in die vom Ehepaar als offenes Atelier geführte Werkstatt. In dieses ungemein anregende Leben wurde die junge Praktikantin wie selbstverständlich einbezogen. Mit der etwa gleichaltrigen Tochter der Familie verband sie eine herzliche Freundschaft. Klünder erspürte das in ihr keimende künstlerische Vermögen und förderte es auf individuelle Art durch sein künstlerisches Vorbild sowie Gespräche darüber im Werkstattalltag. Indem er zeigte, dass er sie ernst nahm und Erwartungen in sie setzte, motivierte er die junge Frau. Rückblickend beschreibt Bärbel Thoelke dieses Jahr als eine sehr schöne, glückliche Zeit, die sie als ein schöpferisches
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Abb. 1
Bewerbungsfoto für das Studium, Bärbel Thoelke, 1958
Abb. 2 Ausschnitt einer Plakatrückseite, Barbara und Arnold Klünder, Staatlicher Kunsthandel der DDR, Galerie Berlin, 1977 Abb. 3 Stadtansicht Stralsund, Badenstraße, Nikolaikirche, 1953 Abb. 4 Ansicht der Hochschule für angewandte Kunst in Weißensee, 1960er-Jahre
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Mokkaservice „Madeleine“, Entwicklung für Porzellanwerk Freiberg, 1964/65 Gießer: H. 10 cm; D. 6 cm Tasse: H. 6,5 cm; D. 6 cm Untertasse: D. 11,5 cm Kanne mit Deckel: H. 22 cm; B. 20 cm; T. 8 cm Zuckerschale: H. 5 cm; D. 8 cm
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Zierserie „Freiberg“, Entwicklung für Porzellanwerk Freiberg, 1966 Vase, klein: H. 12 cm; D. 13 cm Nelkenvase: H. 21 cm; D. 8,5 cm Leuchter: H. 4 cm; D. 12 cm Zigarettendose: H. 15 cm; D. 11 cm Keksdose: H. 17 cm; D. 15 cm
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Über Bärbel Thoelke
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eit 1982 kenne ich die Porzellanobjekte von Bärbel Thoelke. Da war ich in Dresden bei der IX. Kunstausstellung der DDR in der Angewandten Abteilung „Kunsthandwerk, Formgestaltung, Architekturbezogene Kunst, Gebrauchsgrafik, Fotografie“ mit Führungen beschäftigt. Bärbel Thoelke war zu diesem Zeitpunkt in der DDR eine renommierte Gestalterin, die in der Ausstellung Zargendosen, eine große Kumme und Koppchen ausstellte. Die sich in diesen Exponaten widerspiegelnde Formenstrenge von Bärbel Thoelke entsprach der damaligen Designausbildung der Kunsthochschulen Berlin Weißensee und Halle Burg Giebichenstein. Diese Zeit ist nun ebenso wie die Kunstausstellungen am damaligen Fučikplatz DDR-Geschichte. Für Bärbel Thoelke und mich gab es eine nächste Begegnung nach der ‚Wende‘ in Meißen, wo ich nach einem abgeschlossenem Studium in der Entwicklungsabteilung der Staatlichen Porzellan-Manufaktur arbeitete. Im Rahmen der Pfeiffer-Ehrung war Bärbel Thoelke neben weiteren 45 deutschen und internationalen Künstlerinnen eingeladen, ihre Vorstellungen von zukünftigen Meissner Erzeugnissen zu formulieren. Nach der Ausstellung zur Pfeiffer-Ehrung im Leipziger Grassimuseum im Jahr 2000 gestaltete Bärbel Thoelke auf Initiative der damaligen Meissen-Galerie Berlin (heute Galerie Arcanum) 2005/06 eine Unikat-Kollektion für Meissen, aus der die Manufaktur mehrere Modelle ankaufte, die sie bis heute mit großem, auch kommerziellem Erfolg produziert. So hat sich eine streng sachliche Gestaltung in der eher barock geprägten Manufaktur Meissen kommerziell durchgesetzt. Unsere dritte Begegnung und Kooperation ereignete sich – da war auch ich freischaffend tätig – zur Ausstellung „Fremde Federn“ in der Berliner Galerie Arcanum. Da überließ Bärbel Thoelke ihr weißes Porzellan (Zitat Bärbel Thoelke: „Mir würde niemals einfallen, etwas zu bemalen.“) Künstlerinnen der Galerie zur Dekoration. Diese Öffnung zur Kooperation bot die Möglichkeit, ihre bislang weißen oder sparsam farbig behandelten Gestaltungen weiterzuentwickeln und zu verändern. Im Jahr 2015 erarbeiteten wir mit der Galerie Arcanum für das Porzellanmuseum der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten die Ausstellung „Wiener Wandlungen“. Während sich Bärbel
Thoelke mit den Materialeigenschaften des Wiener Porzellans in ihren klassisch-strengen Gestaltungen auseinandersetzte, war für mich die barocke Geschichte der Wiener Manufaktur unter Claudius Innocentius du Paquier Ausgangspunkt meiner Gestaltung. Im Jahr 2017 waren wir vertreten mit Unikaten bei der Hausmesse der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, die in der Kunstakademie Dresden veranstaltet wurde. Und so schließt sich ein Kreis seit unserer ersten Begegnung 1982 nach immerhin 35 Jahren wieder in Dresden. Mir ringt diese lange Beschäftigung von Bärbel Thoelke mit dem Werkstoff Porzellan wie auch ihre Ausdauer, Disziplin und Begeisterung großen Respekt ab. Vielleicht folgt das dem Zitat Max Adolf Pfeiffers: „Porzellan ist zweifellos der schönste Werkstoff, den der Mensch sich selbst geschaffen hat.“ Gudrun Gaube, Porzellangestalterin, Grafikerin und Kollegin
rechte Seite oben: ovale Dose und ovale Zargendose, Unikate, 1974 und 1988 li.: gegossen, gerieft re.: schwarzes Porzellan, Deckel mit Wachsreservage je H. 17 cm; B. 12 cm; T. 8 cm rechte Seite unten: würfelartige Dosen und Zargendosen, Unikate, 1986 bis 1996 v. li. n. re.: Porzellan blau-grau eingefärbt, oxidgefärbte Deckelapplikation, schwarzes Porzellan, Deckel mit Wachsreservage je H. 14 cm; B. 11 cm; T. 11 cm
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Kastengefäß „Hochhaus”, 2015 Klebereservage H. 31 cm; B. 21 cm; T. 8 cm Unikat, Wiener Porzellanmanufaktur Augarten Gefäßobjekte rechte Seite: li.: „Kastengefäß“, 2011 quer reliefiert, roter Engobefaden H. 24 cm; B. 21 cm; T. 6 cm Unikat, KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin re.: Kastengefäß „Raumstruktur I”, 2011 mehrfarbiges Porzellan, Intarsien, teilglasiert, poliert H. 31 cm; B. 21 cm; T. 8 cm Unikat, KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin
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Halbkreis-Vase „Forsythia“, 2017 mehrfarbig engobiert, glasiert H. 14 cm; B. 24 cm; T. 9 cm Unikat, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen Halbkreis-Vase „Impressionen“, 2006 grün, mehrfarbige Intarsien, glasiert H. 14 cm; B. 24 cm; T. 9 cm Unikat, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
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Lampionvase, 2006 grün, weißer Engobefaden H. 32 cm; B. 32 cm; T. 16 cm Unikat, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen kastenartige Schale „Impressionen“, 2006 grün, mehrfarbige Intarsien, glasiert H. 8,5 cm; B. 28,5 cm; T. 17,5 cm Unikat, Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen
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drei Schnurschalen „Riffblumen“ je H. 11 cm; D. 17 cm li.: 2015, teilglasiert Unikat, Wiener Porzellanmanufaktur Augarten mi. u. re.: 2000, mehrfarbiges Porzellan, Schwenkguss; schwarzes Porzellan, ausgebogt, innen farbig abgestuft, teilglasiert Unikate für die Pfeiffer-Ehrung der Staatlichen PorzellanManufaktur Meissen
linke Seite: grauer Schnurbecher, Unikat, 1997 farbig glasiert, Craquelé H. 11 cm; D. 16 cm
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Schale auf Kugelfüßen, Unikat, 2000 weiße und eingefärbte Masse, Fadenschichtguss, innen glasiert H. 8 cm; D. 15,5 cm
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weiß-grünes Bechergefäß, Unikat, 1999 eingefärbtes Porzellan, Fadenschichtguss H. 13 cm; D. 16,5 cm kleine durchbrochene Schaukelschale, Unikat, 2011 mehrfarbiges Porzellan, Fadenschichtguss, teilglasiert, poliert H. 7,5 cm; D. 11,5 cm
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Lotosgefäß „Vögel“, 2011 weiß mit schwarzer Intarsie, glasiert H. 26 cm; B. 30 cm; T. 18 cm Unikat, KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin
Fächergefäß „Schatten“, 2013 weiß mit schwarzer Intarsie, glasiert H. 25 cm; B. 30 cm; T. 17 cm Unikat, Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst, Rudolstadt
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Signaturen der Arbeiten Die aufgeführten Beispiele zeigen verschiedene Signaturen von Bärbel Thoelke. Sehr schön zu erkennen ist der Wechsel vom liegenden zum aufrechten „B“ zwischen den 1980er- und 1990er-Jahren. Die bereits in die Modelle bzw. Formen eingravierten Signaturen können aufgrund der Arbeitsweise (Wiederverwendung und Abwandlung vorhandener Formen) auch nach Jahren bei neuen Arbeiten wieder auftreten. Daher lassen sich die jeweiligen Stücke nicht exakt datieren.
ab 1969: durch ein erhabenes Relief in der Gießform ergibt sich die Prägung im Objekt; wurde teils ergänzt mit einer dann geritzten Jahreszahl
ab 1981: geritztes Signet im Objekt
ab 1991: geritztes Signet im Objekt
ab 1991: farbiges Signet in Unterglasurtechnik auf dem Objekt
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Appendix Vita Bärbel Thoelke 3.2.1938 geboren in Stralsund als erstes von zwei Kindern des Ehepaares Otto und Margarete Bartels 1957 Abitur in Stralsund 1957–58 Praktikum in der Werkstatt des Malers und Keramikers Arnold Klünder in Ahrenshoop/Fischland als Voraussetzung für das Studium an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst Berlin-Weißensee 1958 Aufnahme des Studiums in der Fachrichtung Keramik-Gefäßgestaltung an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst BerlinWeißensee bei Wolfgang Henze, E. R. Vogenauer und Rudolf Kaiser 1963 Beendigung des Studiums mit dem Diplom als Industrie-Formgestalter, Arbeitsbeginn als Betriebsassistentin, nach ca. einem halben Jahr als Gestalterin in der Entwurfsabteilung des VEB Porzellanwerk Freiberg 1967–91 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler Deutschlands (seit 1970 Verband Bildender Künstler der DDR, VBK-DDR) 1968–70 Industriegebundene Aspirantur mit Lehrauftrag lt. Vereinbarung zwischen dem VEB Porzellanwerk Freiberg und der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 1969 Heirat mit dem Chemiker Henning Thoelke (seit den 1970er-Jahren Medizin-Informatiker im Gesundheitswesen), 1973 wird ein Sohn und 1976 eine Tochter geboren 1970–75 Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee 1970 Beginn der freiberuflichen Arbeit in der eigenen Werkstatt und Zusammenarbeit mit dem VEB Porzellanwerk Freiberg (heute Freiberger Porzellan GmbH) bis 2000 2006 Beginn der Zusammenarbeit mit der „Meissen-Galerie“ von Reiner Münchow und Andreas Schütte (seit 2009 „Galerie Arcanum“), Berlin, Zusammenarbeit mit der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen, mit Unterbrechungen bis in die Gegenwart seit 2010 Zusammenarbeit mit der KPM Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin seit 2012 Zusammenarbeit mit den Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst in der Gläsernen Manufaktur Rudolstadt-Volkstedt seit 2013 Zusammenarbeit mit der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten
Preise, Anerkennungen und Auszeichnungen 1977 1982 1986 1992 1993 1998 2009
Prädikat „Gestalterische Spitzenleistung“ für CORDOflam77 „Preis für überzeugende Gestaltung von Gebrauchsgeräten“, V. Quadriennale des Kunsthandwerkes Sozialistischer Länder in Erfurt „Preis für Unikate und Ensembles der Wohnumwelt“, VI. Quadriennale des Kunsthandwerkes Sozialistischer Länder in Erfurt Stipendium der Käthe-Dorsch-Stiftung Preisträgerin des Wettbewerbs „Gestaltendes Handwerk des Landes Berlin“ Preisträgerin des EUREGIO-Keramikwettbewerbes, Raeren (B) Preisträgerin des Wettbewerbes „Von Taube Preis“ des Zentrums für Handwerk und Gestaltung, Wasserschloss Klaffenbach, Chemnitz
2010 2009
Berlin, Galerie Arcanum: „Bärbel Thoelke – Porzellane für die KPM“ Chemnitz, Wasserschloss Klaffenbach: „Bärbel Thoelke – PORZELLANE“ Berlin, Galerie Arcanum: „Bärbel Thoelke“ 2008 Berlin, Meissen-Galerie: „Bärbel Thoelke – Poesie und Eleganz“ 2007 Harbergen, Galerie Bindernagel-Wildt: „Bärbel Thoelke – Porzellan“ Rostock, Galerie Format: „Filigranes“ 2006 Berlin, Meissen-Galerie: „Bärbel Thoelke – Formwandlungen“ 2003 Anklam, Kunsthalle: „Porzellane“ 1999 Frechen, KERAMION Eupen, Töpfereimuseum Raeren: „Preisträger des EUREGIO-Keramikwettbewerbs 1998“ Hamburg, Galerie Wohnen und Kunst: „Porzellan III – Schwingungen“ 1998 Leipzig, Grassimuseum: „BÄRBEL THOELKE ⬦ Porzellan – Kunstform und Design“ 1995 Stralsund, Kulturhistorisches Museum (mit Gertraude Pohl) Schwedt, Galerie im Ermelerspeicher (mit Gertraude Pohl) 1994 Bad Doberan, Galerie PurPur 1993 Ribnitz-Damgarten, Bernsteinmuseum (mit Gertraude Pohl) Berlin, Galerie Wort und Werk 1991/93 Berlin, Galerie Cocon: zusammen mit Eva Baumgart (Malerei auf Seide) und Gerhild Freese (Schmuck) 1991 Berlin, Galerie Prisma, mit Albert Ebert (Malerei) 1990 Stassfurt, Kleine Galerie 1989 Stralsund, Hanse Galerie 1988 Berlin, Galerie Passage Bad Doberan, Galerie am Kamp 1987 Schwerin, Galerie Schwerin Bukarest: „Drei Keramiker stellen sich vor“ (mit Ch. Renker und K. Jüttner) 1986 Rostock, Galerie am Boulevard 1984 Görlitz, Galerie am Schönhof 1983 Berlin, Galerie Unter den Linden 1982 Dresden, Neue Galerie Bautzen, Kunstgalerie Budysin München, Handwerkskammer für Oberbayern 1981 Karl-Marx-Stadt, Galerie Schmidt-Rottluff 1980 Jena, Galerie am Markt 1979 Magdeburg, Kleine Galerie 1978/85 Leipzig, Galerie Theaterpassage 1978 Berlin, Studio – Galerie 1976 Stralsund, Kulturhistorisches Museum (mit Gertraude Pohl)
Ausstellungsbeteiligungen 2018
2017
Ausstellungen
2016
2017 Berlin, Galerie Arcanum: „Bärbel Thoelke – Unikate für Meissen“ 2015/16 Wien, Porzellanmuseum Augarten: „Wiener Wandlungen – Bärbel Thoelke und Gudrun Gaube interpretieren Augarten Porzellan, Teil II“ 2015 Berlin, Galerie Arcanum: „Wiener Wandlungen – Bärbel Thoelke und Gudrun Gaube interpretieren Augarten Porzellan, Teil I“ 2013 Berlin, Galerie Arcanum: „Bärbel Thoelke – Porzellan 1963–2013“ Berlin, Galerie Arcanum: „Von Unikaten und Serien“, Petra Benndorf, Andreas Ehret, Gudrun Gaube, Peter Strang und Bärbel Thoelke 2012 Berlin, Galerie Arcanum: „Bärbel Thoelke – mit fremden Federn“, Gefäße von Bärbel Thoelke, bemalt von Tatjana Chapurgina, Gudrun Gaube und Sabine Wachs 2011 Berlin, Galerie 100: „Bärbel Thoelke ⬦ porzellan – kunstform und design“ Berlin, Galerie 100: „Brigitte Städler textile Kunst – fädenlange gedanken“ Berlin, Galerie Arcanum: „Verwandlungen – neue Arbeiten für die KPM“
2014 2013
2012
2011
2010
Berlin, Galerie Arcanum: 300 Jahre Porzellan-Manufaktur Augarten München, Internationale Handwerksmesse: „Meister der Moderne 2018“ Frankfurt/Main, Ambiente 2018: „Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst – Unikate von Bärbel Thoelke“ Selb, Porzellanikon: „Vielfalt der Vervielfältigung – Porzellangestalter geben Einblicke in ihre Arbeitsweisen“, mit Bärbel Thoelke, Peter Strang, Sabine Wachs, Andreas Ehret, Maria Volokhova, Kyungmin Lee Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst Berlin, Galerie Arcanum: „Gefäß-Kunst ⬦ Kunst-Gefäß“ Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst München, Internationale Handwerksmesse München, Internationale Handwerksmesse Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst München, Internationale Handwerksmesse
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2009
Berlin, Galerie Workshop: „Schwarzmalerei“ Leeuwarden, St. Joseph Galerie: „PORZELLAN AUS DEUTSCHLAND“ Berlin, Deutsches Historisches Museum: Zeughausmesse für Angewandte Kunst 2008 Schwerin, Schloss Wiligrad: „Faszination Porzellan“ Leipzig, Grassimuseum für Angewandte Kunst: „GEFÄSS | SKULPTUR – Deutsche und Internationale Keramik seit 1946“ Berlin, Deutsches Historisches Museum, Zeughausmesse für Angewandte Kunst 2005 Bremen, Galerie Holstein: „PORZELLAN“ 2004 Leeuwarden, St. Joseph Galerie: „COLOURED PORCELAIN“ 2003 Leeuwarden, St. Joseph Galerie: „WHITE PORCELAIN“ 2001 Göttingen, Universität: „MATHEMATIKERAMIK“ 2000 Leipzig, „AUF DEN PUNKT GEBRACHT – PORZELLANE FÜR MEISSEN“ Frechen, KERAMION: „DAS GEFÄSS ⬦ KONGENIAL“ 1999 Erfurt, Galerie am Fischmarkt und Galerie am Waldspeicher: „Augenlust“, Zeitgenössisches Kunsthandwerk in Deutschland mit europäischen Gastbeiträgen 1997 Höhr-Grenzhausen, „Die keramische Fläche“, Förderpreis Keramik 1997 Berlin, 5. Kunstmeile: Kunst im Schaufenster – Schönhauser Allee und Berliner Straße 1996 Berlin, „aromaTisch“, Ausstellung von ART und weise Berlin München, „Farbe ist Leben“, 48. Internationale Handwerksmesse 1995 Höhr-Grenzhausen, „Deutsche Keramik 95 – Westerwaldpreis“ Friedersdorf im Oderbruch, „Neue Wege“, Ausstellung der GEDOK Berlin 1993 Taipeh, „Keramik der Gegenwart“ Berlin, Schloss Friedrichsfelde: „Gestaltendes Handwerk – Preis des Landes Berlin“ Erfurt, Galerie am Fischmarkt: „Kunstlandschaften“ 1992 Lausanne, Galerie Leonelli Washington, Kennedy-Centre Philadelphia, Campbell-Museum Höhr-Grenzhausen, „Deutsche Keramik 92 – Westerwaldpreis“ 1991 Koortemark, Galerie Desko Frechen, KERAMION: „Deutsche Keramische Kunst der Gegenwart“ Frankfurt/Main, „Plus Fünf“, Kunsthandwerk aus den fünf neuen Bundesländern und Ost-Berlin 1989/90 Berlin, „Kunst und Form“, Ausstellungszentrum am Fernsehturm 1988 Hannover, „Zeitgenössisches Kunsthandwerk aus der DDR“ Peking, „Begegnung – Kunsthandwerk der DDR“ 1987 Frechen, KERAMION: „Zeitgenössische Keramik aus der DDR“ Dresden, X. Kunstausstellung der DDR 1985 Budapest, „Deutsche Handwerkskunst aus fünf Jahrhunderten“ Leipzig, „Künstlerische Keramik der Gegenwart in der DDR“, Ausstellungszentrum der KMU Leipzig Moskau/Tallin, „Kunsthandwerk in der DDR“ 1984 Osaka, „Keramik aus der DDR“ 1982 Belgrad, „Deutsche Handwerkskunst aus fünf Jahrhunderten“ Dresden, IX. Kunstausstellung der DDR 1981 Göttingen, Städtisches Museum: „Keramik aus der DDR“ 1980 Bukarest, „Tage der Kultur der DDR“ 1979 Gdansk-Sopot, „Keramik als Element moderner Kunst“ Berlin, „Retrospektive: Kunsthandwerk/Formgestaltung“ Moskau, „Berliner Festtage“ Sofia, „Glas, Porzellan und Keramik aus der DDR“ Erfurt, „Kunsthandwerk in der DDR“ 1978–86 Erfurt, Quadriennale des Kunsthandwerks sozialistischer Länder 1978–82 Vallauris, Keramikbiennale 1978 Berlin, „Funktion, Form und Gebrauch“ 1977–89 Magdeburg, Kloster Unser Lieben Frauen: „Keramik in der DDR“ 1977 Dresden, VIII. Kunstausstellung der DDR 1972–87 Berlin, Bezirkskunstausstellungen des VBK-DDR 1961–84 Faenza, Internationale Keramikausstellung
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