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Top100 | Training & Coaching | Fokus: Konflikte moderieren
anstoss als Unterstützung für die Entwicklung zu möglichen ersten Impulsen, eigenen Ideen oder Vorschlägen. Nach Ablauf der Zeit können die Anwesenden ihre Beiträge im Chat teilen. Ja, es werden vermutlich die längsten zwei Minuten des Tages sein. Und es bleibt zu wünschen, dass die Gruppe mit der erfolgreichen Wiederaufnahme der nachfolgenden Gespräche belohnt wird.
diese Rolle für den Rest des Treffens zu übernehmen, schnell zu einem Ende der persönlichen Angriffe.
Wenn es doch persönlich wird ... Persönliche Angriffe haben im virtuellen Raum ein besonderes Gewicht. Jeder weiss, dass die Zeit hier auf den Klick begrenzt ist, und der ohnehin hohe Zeitdruck verstärkt sich dadurch noch. Anders als in realen Begegnungen ist es nur der Ausschnitt einer Person, mit der man es zu tun hat. Die Angriffsfläche wird bildlich gesehen zwar kleiner, doch gerade dadurch komprimieren sich geringe Missverständnisse schnell zu grossen, ja manchmal geradezu massiven persönlichen Angriffen. Anders in der realen Begegnung: Hier folgen wir einfach den Bewegungen des Gegenübers. Auf Aktion erfolgt Reaktion, unbewusst und natürlich. Begegnen wir uns in «echt», erleben wir zahlreiche Facetten einer Person, auf die wir reagieren können. Aufgrund sozialer Erfahrung hat der reale Kontakt einen tieferen Bezug, so dass auch abweichende Meinungen schneller identifiziert werden können. Der Mensch ist darauf trainiert, körpersprachliche Signale zu erkennen und seine Reaktion darauf zu filtern und abzustimmen. Im virtuellen Kontext entfällt diese natürliche Wahrnehmung und das zweidimensionale Bild des Gegenübers setzt sämtliche Rektionsmuster ausser Kraft. Da kann sich in einer hitzigen Situation schnell das Wort gegen den Moderator richten. Werden die Angriffe persönlich, kann dies besonders schwere mentale Einschläge nach sich ziehen. Hier ist eine gute Vorbereitung das A und O. Es ist vergleichbar mit dem Torwart in einem Fussballspiel. Der Ball mag ins Tor gehen, das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass der Spieler an sich ein beliebtes und wertgeschätztes Mitglied seiner Mannschaft ist.
Abgrenzung zwischen Person und Rolle Auch in der virtuellen Situation hilft oft eine Abgrenzung zwischen Person und Rolle – auch verbal: «Ich hätte als Vertreter einer bestimmten Region sicherlich auch so gehandelt und kann es gut nachvollziehen. In meiner Rolle als Moderator ist es jedoch meine Aufgabe, jeder Region die gleiche Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.« Die meisten der Anwesenden haben nur eine vage Vorstellung davon, mit welchen Herausforderungen der Moderator zu kämpfen hat. Hier führt die Einladung, gerne
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Die Tendenz, sich zu rechtfertigen, liegt in diesem Moment zwar sehr nahe, hat jedoch meist zur Konsequenz, sich nur noch tiefer in diese unangenehme Gesprächsatmosphäre hineinzumanövrieren. Gerade wenn die Rolle der Moderation und die thematische Anbindung auf eine Person fallen, ist eine Verflechtung beider Bereiche sehr komplex und führt ungewollt auf dünnes Eis. Hier schnell auf das eigentliche Thema zurückzuführen, ist die beste Variante und hilft allen Anwesenden, sich wieder zu fokussieren. Mit der Zeit gewinnt man sicherlich eine gewisse Resilienz und kann die provokanten Momente einer Diskussion gut von der eigenen Person ableiten.
Fazit Letztlich ist eine gute Portion Humor und ein gewisses Augenzwinkern ein verlässliches Werkzeug im Handwerkskoffer des Moderators. Die virtuelle Gesprächsform ist eine notwendig gewordene Form der Zusammenkunft, die mit Charme und Frohsinn viel von dem gewinnen kann, was reale Begegnungen ausmacht. Getreu dem Motto: «Immer, wenn Du lachst, stirbt irgendwo ein Problem!» bleibt zu hoffen, dass sich der Umgang im virtuellen Raum trotz aller Pflichten mit einer gewissen Leichtigkeit weiterentwickelt. Denn ob wir wollen oder nicht, wird die digitale Arbeit auch weiterhin unsere Realität bleiben und diese ein Stück weit bestimmen.
Zur Autorin Petra Motte arbeitet seit vielen Jahren als Trainerin, Beraterin, Coach und Mediatorin. In Südostasien sammelte sie über zehn Jahre lang internationale Erfahrungen, die sie inzwischen auf Konzern- und Unternehmensebene einbringt. Prozessoptimierung, ganzheitliches Change-Management, virtuelle Entwicklung oder interkulturelle Fragen – die grosse Leidenschaft von Petra Motte sind die Menschen, die hinter den Zahlen stecken. www.movasis.com Das Buch zum Thema Petra Motte: «Online moderieren & virtuell gestalten: Der digitale Durchbruch für Ihren Erfolg!». 300 Seiten, ab 24.99 Euro. ISBN: 978-3-658-33424-6
2023