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„Bücher sind wie eine Schatzkammer, ausgestattet mit Gold und Edelsteinen - und auch ein bisschen Unsinn. Es ist ungeheuer spannend, die Kammer zu entdecken und selbst zu entscheiden, was wertvoll ist und was nicht; was du behalten möchtest und was dir nicht gefällt.“ Robert Baden Powell
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Name: Vorname: Adresse: Ort: Telefonnummer: Patrulle: -3–
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Quellenverzeichnis Bücher Bundesarbeitskreis der Guides und Späher: Unterwegs; Wien 1983 5. Auflage; Allzeit-Bereit-Verlag Bundesarbeitskreis der Guides und Späher: Joker; 4. Auflage, Wien 2003; PPÖ Eicherler Klaus: Handbuch der Pfadfinder; München 1990; 4 Auflage; Carl Gerber Verlag Baden Powell: Wie man Pfadfinder wird; Allzeit-Bereit-Verlag Wien Hansen Walter: Das große Pfadfinderbuch; 1979 Wien-Heidelberg; Überreuter Hansen Walter: Der Wolf, der nie schläft; Freiburg 1985; Verlag Herder Walker Andreas: Zeichen am Himmel; Basel 1997; Birkhäuser Verlag Katholische Jungschar Linz: Kinder wollen Abenteuer; St. Georgen im Attergau 1996; Hitzl Dahlke/Preiml/Mühlbauer: Die Säulen der Gesundheit; München 2000; Heinrich Hugendubel Verlag
Internet www.wikipedia.at www.orf.at/religionen www.ppoe.at
Impressum Dieses Buch ist für den internen Gebrauch bestimmt. Stand 05. Juli 2010. Irrtümer und Änderungen vorbehalten. Erstellt wurde dieser Ausbildungsbehelf von Tanja Stopinski und Andrea Schlömmer. Aufgrund der besseren Lesbarkeit ist stets die männliche Form gewählt worden, wofür wir die BenutzerInnen um Verständnis bitten.
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Wegweiser Die Pfadfinder sind eine Jugendbewegung, deren Ziel es ist, den ganzen Menschen, seinen religiösen, charakterlichen, seelischen und körperlichen Bereich zu erfassen. Die Aufgabe der Pfadfinder ist es, geistige, kreative und sportliche Fähigkeiten zu fördern, den jungen Mensch zu Kritik und innerer Disziplin zu befähigen und ihn zu einem, für die Gemeinschaft Verantwortung tragenden Menschen zu erziehen. Die Pfadfinder pflegen keine Bindfadenkultur, keine weltfremde Romantik und keine Naturschwärmerei. Sie wollen keine künstliche Welt und auch kein Spielplatz für Halbwüchsige sein. Das Pfadfindertum ist weder ein Ablenkungsmanöver für Gelangweilte, noch eine Beschäftigungstherapie mit pädagogischem Beigeschmack. Das Pfadfindertum will Selbstentfaltung durch Selbsterziehung. Es will einen Menschen, der sich der Gemeinschaft stellt. Es will den jungen Menschen altersentsprechend seiner Art und seinen Fähigkeiten angepasst in Natur, Gesellschaft und Kultur einführen, damit er sich damit auseinandersetzt, um zu bewahren und zu verändern. Das Pfadfindertum will dies nicht mit äußerem Zwang erreichen, auch nicht nur mit theoretischer Bildung, sondern vor allem durch wirksames Erleben. Es will den freien, seiner selbst bewussten, verantwortungsbereiten Menschen. „Das Leben ist kein Abenteuer, kein von Launen bestimmtes Schweifen, kein Streben nach vergänglichem Erfolg und noch viel weniger nach leichtem Gewinn, sondern täglicher Einsatz, Dienst am Nächsten, Opfergeist, Last und Mühe einer ständigen Bewährung.“ „Der Pfadfinder hat Sinn für die Sprache und die Lebensweise der Tiere, für den Zauber des Sternehimmels, für den Duft der Blumen, für die wunderbare Einrichtung des Lebens in Pflanze und Tier.“ Baden Powell
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Inhaltsverzeichnis Quellenverzeichnis ............................................................... 3 Impressum ......................................................................... 4 Stufenziele der PPÖ .............................................................. 9 Die 8 Schwerpunkte ............................................................10 Unser Erprobungssystem .....................................................11 Die Stufen .........................................................................12 Stufenziele der Gruppen ......................................................17
1.
Leben aus dem Glauben ........................................................ 19 Was bedeutet Glaube? .........................................................20 Die Menschheit betet ...........................................................21 Katholisches Kirchenjahr ......................................................22 Pfadfindergebet ..................................................................24 Die tägliche gute Tat ...........................................................24 Ritus und Ritual ..................................................................25 Religionen der Welt .............................................................26 Hilfsorganisationen..............................................................76 Unser Schutzpatron St. Georg...............................................77
2.
Verantwortungs-bewusstes Leben in der Gemeinschaft .....79 Versprechen .......................................................................80 Wahlspruch ........................................................................82 Gesetz ..............................................................................82 Uniform .............................................................................85 Lilie und Kleeblatt ...............................................................88 Die Patrulle ........................................................................90 Unsere Patrullennamen ........................................................92 Der Wimpel ........................................................................99 Armzeichen und Pfeifzeichen .............................................. 100 Erste Hilfe ........................................................................ 102
3.
Weltweite Verbundenheit ................................................... 127 Lebenslauf Baden Powell .................................................... 128 Lebenslauf Olave St. Claire ................................................. 138 Soames ........................................................................... 138 Thinking-Day ................................................................... 139 Lebenslauf Agnes Baden Powell ........................................... 139 Entstehungsgeschichte des Weltpfadfindertums ..................... 141 Jamboree - eine langjährige Geschichte ............................... 142 WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) .... 147 -6-
Wegweiser WOSM (World Organisation of the Scout Movement).............. Entstehung der Pfadfinderbewegung in Österreich ................. Landes- und Bundesverband .............................................. Pfadfindergruppe Rankweil................................................. Der Pfadfindergruß ........................................................... Rankweil .........................................................................
4.
Kritisches Auseinandersetzen mit sich und der Umwelt 164 Werbepsychologie ............................................................ „Kritisch sein“ heißt… ........................................................ Sich Gedanken machen ..................................................... Logbuchbericht ................................................................ Unsere Mampfla ...............................................................
5.
165 168 170 173 173
Einfaches naturverbundenes Leben .................................. 175 Mülltrennung ................................................................... Bäume ............................................................................ Verschiedene Sträucher..................................................... Nutzpflanzen und Heilkräuter ............................................. Verschiedene Pilze ............................................................ Naturprodukte herstellen ................................................... Verschiedene Waldtiere ..................................................... Verschiedene Vögel .......................................................... Blattpresse ...................................................................... Gipsabdruck .................................................................... Wetter ............................................................................ Jahreszeiten .................................................................... Wolkengattungen ............................................................. Tierspuren .......................................................................
6.
149 150 152 156 158 159
177 191 194 195 204 208 216 220 225 225 227 229 230 236
Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens............................ 239 Knoten ........................................................................... Bünde............................................................................. Spleißen ......................................................................... Essstellplane.................................................................... Lagertisch ....................................................................... Aufbau für den A-Tisch im Sola .......................................... Kochstellplane ................................................................. A-Kochstelle .................................................................... PFILA-Kochstelle .............................................................. SOLA-Kochstelle............................................................... Das Zelt .......................................................................... -7–
240 244 247 251 252 254 255 257 258 259 261
Wegweiser Kerben und Zäpfen ........................................................... 263 Werkzeug ........................................................................ 264 Beil ................................................................................. 265 Säge ............................................................................... 266 Kompass ......................................................................... 267 Karte .............................................................................. 270 Kartenzeichen .................................................................. 271 Geländedarstellung ........................................................... 272 Wegkroki ......................................................................... 273 Bodenzeichen ................................................................... 273 Morsen ............................................................................ 275 Notsignale ....................................................................... 279 Geheimschriften ............................................................... 281 Rucksackpacken ............................................................... 287 Hütten bauen ................................................................... 290 Boot und Floß bauen ......................................................... 290 Feuer machen .................................................................. 292 Feuerarten ....................................................................... 294 Geschirrloses Kochen ........................................................ 297 Schätzen und Messen ........................................................ 301 Orientierung..................................................................... 306 Himmelsrichtungen aus der Natur deuten ............................. 307 Sternenkunde................................................................... 309 Unser Planet – die Erde...................................................... 313
7. Schöpferisches Tun ............................................................. 318 Musikinstrumente selber Basteln ......................................... 319 Papierschöpfen ................................................................. 324 Die Geschichte von Kim ..................................................... 325 Kimspiele......................................................................... 328
8.
Körperliche Leistungsfähigkeit ..........................................330 Hygiene darf kein Fremdwort sein ....................................... 331 Gesundes Leben ............................................................... 332 Säulen der Gesundheit....................................................... 333 Ernährungspyramide ......................................................... 339 Pfadischritt ...................................................................... 343
Gib nicht auf, weil du nicht alles gleich findest, was du tun solltest, sondern nimm, was du hast, benutze deine Findigkeit und mach das Beste daraus. Baden-Powell -8-
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Stufenziele der PPÖ Wozu brauchen wir überhaupt Ziele? Christian Morgenstern hat einmal gesagt: Wer vom Ziel nicht weiß, kann den Weg nicht finden. Wir brauchen Ziele um uns orientieren zu können. Ziele helfen uns in eine bestimmte Richtung weiter zu entwickeln. Sie spornen uns an, motivieren uns. Sie bewirken, dass wir nach geeigneten Wegen/Strategien suchen, die es uns ermöglichen die gesetzten Ziele auch zu erreichen. Ziele sind auch Messlatten – sie sollten daher so formuliert sein, dass wir auch überprüfen können, ob wir sie erreicht haben.
Wir Pfadfinder haben ein klar formuliertes Ziel - das Ziel der PPÖ lautet „Wir wollen helfen junge Menschen zu bewussten Staatsbürgern und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen, die aus dem Glauben ihre Aufgaben in Familie, Beruf und Gesellschaft erfüllen. Wir versuchen sie zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu erziehen, die Werte kritisch hinterfragen, die sich eine eigene Meinung bilden, die aktiv am Gruppenleben teilnehmen und sich in den verschiedenen Lebensbereichen engagieren."
Wie können wir dieses Ziel erreichen? Unser Programm orientiert sich an der altersspezifischen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, basiert auf dem System der Kleingruppen und baut auf den acht gleichwertigen Schwerpunkten auf.
Die acht Schwerpunkte sind der rote Faden, der sich von den Wichteln/Wölflingen bis hin zu den Rangern/Rovern durchzieht.
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Die 8 Schwerpunkte Pfadfinder zu sein bedeutet mehr als in einem Zelt zu schlafen, am offenen Feuer zu kochen und am Lagerfeuer Lieder zu singen, obwohl das nat체rlich wichtige Bestandteile sind. Als Pfadfinder besch채ftigst du dich mit sehr vielen Bereichen, die das Leben ausmachen. Diese so genannten Bereiche sind in 8 Schwerpunkte, die sich mit den Lebensbereichen auseinandersetzen, von Stufe zu Stufe aufgeteilt.
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Unser Erprobungssystem „Nicht für die Schule, für’s Leben lernen wir.“ Dieser alte Satz hat damals wie heute große Bedeutung und gilt besonders bei uns Pfadfindern. Bei uns sollst du viele Dinge lernen, die in keiner Schule unterrichtet werden und die mehr bedeuten als nur das Wissen. Bei uns lernst du Dinge, die nicht nur interessant sind und Spaß machen, sondern die du als Pfadfinder aber auch das ganze Leben brauchen kannst. Vieles, was du in der Schule lernst, kannst du nicht anwenden und ist auf das Wissen beschränkt, nicht so bei uns. Du kannst zeigen, was du kannst: z.B. Feuer machen, sich an den Sternen orientieren, kochen, Geheimschriften lesen und vieles mehr. Ganz wichtig ist, dass du, außer den Erprobungen zum Versprechen, deine Ausbildung, deine Wissensgebiete selbst auswählen kannst und niemand dir irgendetwas aufzwingt. Du sollst Freude haben etwas Neues zu lernen, aber auch das Wagnis auf dich nehmen etwas wissen zu wollen, das dir vorerst nicht so interessant vorgekommen ist. Trau dich! Du bestimmst, was du lernen willst. Von deinem Wollen etwas zu lernen und zu können wird deine Persönlichkeit im weiteren Leben stark geprägt werden. Das ist das Ziel der Pfadfinder – das du unter anderem durch unser Erprobungssystem erreichen sollst. Also: Viel Spaß und Ausdauer. Wir wissen schon jetzt, dass sehr viel in dir steckt und du alles schaffen kannst, wenn du nur willst.
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Die Stufen Wichtel-Wölflinge (Das Spiel) 8 – 11 Jahre In der jüngsten Altersstufe steht das Spiel im Mittelpunkt, das heißt die Programmschwerpunkte werden in spielerischer Form vermittelt. Die Kinder versuchen bereits Aufgaben unter dem Motto: „So gut ich kann“ zu übernehmen.
Die Erprobung: Zuerst einmal beginnt der Neuling bei den Wichteln/ Wölflingen mit den Erprobungen für das Versprechen. Du wirst lernen, was Wichtel und Wölflinge über die Pfadfinder wissen sollen, denn du wirst mit dem Ablegen deiner Erprobungen und deinem Versprechen in die weltweite Pfadfinderbewegung aufgenommen werden. Wenn du das geschafft hast, darfst du das Gruppenhalstuch tragen. Dann hast du die Möglichkeit, dir aus einer Vielzahl von Spezialabzeichen tolles, interessantes und lustiges Wissen anzueignen. Für jedes dieser Wissensgebiete gibt es ein Spezialabzeichen aus Stoff, das du stolz auf deinem Hemd tragen kannst. Der 1. Stern auf deiner Kappe zeigt, dass du viele Spezialabzeichen geschafft hast, der 2. Stern, dass du alles erreicht hast, was bei den Wichteln/ Wölflingen möglich ist. Nicht vergessen werden darf der „Springende Wolf“ oder das „Tanzende Wichtel“, die höchsten Auszeichnungen, die du in dieser Stufe erreichen kannst.
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Guides - Späher (Das Abenteuer) 11 – 14 Jahre Die Natur als Lehrmeister, Abenteuer, Erprobungen und Wettkampf, vor allem die Herausforderung jedes Einzelnen innerhalb der Patrulle bilden die Schwerpunkte bei den Spähern und Guides.
Die Erprobung: Bei den Guides und Spähern musst du die Erprobungen der III. Klasse schaffen. Sie sollen dir, deinem Alter entsprechend, das Wesen der Pfadfinderbewegung, Sinn und Inhalt beibringen. Mit dem Versprechen, das nach diesen Erprobungen erfolgt, wirst du endgültig in die weltweite Pfadfinderbewegung aufgenommen. Es folgt dann die II. Klasse, die eine Vielzahl von Erprobungen enthält, die du im Lager, in der Natur, dein ganzes Leben brauchen kannst. Auch in diesen Stufen kannst du eine Vielzahl von Spezialabzeichen erwerben. Eine bestimmte Anzahl von Spezialabzeichen, von denen einige Pflicht sind, ermöglichen es dir den Buschmannsriemen zu erreichen oder gar Georgsritter zu werden.
Die II. Klasse
Der Buschmannsriemen
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Caravelles - Explorer (Das Unternehmen) 14 – 16 Jahre In dieser Altersstufe wird das Programm von den Jugendlichen großteils selbst erarbeitet. Das Lösen von gestellten Problemen in der Kleingruppe gibt Impulse und stärkt das „Wir-Gefühl“. Bei der Durchführung von Unternehmen wird Projektarbeit geübt.
Die Erprobung: Bei den Caravelles und Explorern kannst du mit der I. Klasse beginnen, die höchste Ausbildungsstufe innerhalb deiner aktiven Pfadfinderzeit. Dabei stehst du als Person im Vordergrund. Das heißt, du bist gefordert deine persönlichen Stärken zu nutzen und auch deine Schwächen besser kennen zu lernen. Den zweiten Teil, als auch den Abschluss deiner Erste-Klasse-Ausbildung machst du bei den Rangern bzw. Rovern.
Ranger - Rover (Das Leben) 16 – 20 Jahre Die Ranger und Rover sollen darauf vorbereitet werden, dass sie in der Gesellschaft ihre Rolle als verantwortungsvolle und engagierte Persönlichkeiten wahrnehmen können, um damit einen Beitrag zu einer menschlicheren Umwelt zu leisten.
Die Erprobung: Die Wache bietet dir die Möglichkeit dich mit deinem bisherigen (Pfadfinder) Leben und deinen Zielen für die nähere Zukunft auseinanderzusetzen. Die zentralen Fragen sind: Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich?
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Altpfadfinder Die Altpfadfinder sind ein loser Zusammenschluss ehemaliger Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die zurzeit in Rankweil keine eigene Rechtspersönlichkeit haben. Das Programm wird von einem Team erarbeitet, wobei aber jeder einzelne Altpfadfinder seine Ideen einbringen kann. Sie sind auch immer gerne bereit die Gruppe aktiv zu unterstützen.
Gilde Die Pfadfinder Gilde ist ein eigenständiger Verein ehemaliger Pfadfinderinnen und Pfadfinder, aber auch von Personen, die sich mit der Pfadfinderidee identifizieren und sich darin einbringen wollen. Die Gilde hat ein eigenes Gesetz, ein eigenes Versprechen und einen eigenen Wahlspruch. Die Farbe der Gilde ist blau und steht für Glauben und Treue. Bei allen Großaktionen der Gruppe unterstützt die Gilde, wo sie kann.
Erprobungen: Wie bei den Pfadfindern legen die Neulinge das Gildeversprechen ab und tragen danach das blaue Gildehalstuch. Die Einhaltung des Gildegesetzes gehört natürlich dazu.
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PWA Pfadfinder Wie Alle Auch Menschen mit Behinderungen bringen ihre Fähigkeiten in die Pfadfindergemeinschaft ein – sie sind Pfadfinder wie alle. Bei der Pfadfinderbewegung ist neben den klassischen Stufen für Kinder und Jugendliche auch eine Stufe für Menschen mit körperlichen bzw. kognitiven Einschränkungen zu finden. Bei den PWA wird für Jugendliche und Erwachsene ein an die Fähigkeiten des Einzelnen angepasstes Programm geboten. In den wöchentlich stattfindenden Gruppenstunden werden neben Bastel-, Spiel- und Plauderstunden auch Module der Pfadfinderausbildung gemeinsam erarbeitet. Durch den Kontakt mit anderen Stufen der Pfadfindergruppe Rankweil bzw. mit anderen PWA Landesgruppen findet ein reger Austausch untereinander statt. Im Sinne der Integration sind auch Besuche von Konzerten und Theaterveranstaltungen wichtig.
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Stufenziele der Gruppen Wi/Wö
Entfaltung der kindlichen Persönlichkeit unter Berücksichtigung der altersgemäßen Entwicklung Erfassen der konkreten Wirklichkeit Vorbereitung auf die Guides/Späher
Gu/Sp
Soziale Lernschritte in der Patrulle unter Berücksichtigung der altersgemäßen Entwicklung vollziehen Aufgaben im Lebensbereich mit der Patrulle bewältigen Vorbereitung auf die Caravelles/Explorer-Stufe
Ca/Ex
Erreichen einer altersgemäßen Selbständigkeit, die befähigt mit Hilfe der Gemeinschaft an der eigenen Persönlichkeit selbst zu arbeiten Bewältigungen der Beziehung zum anderen Geschlecht Vorbereitung auf die Ranger/Rover
Ra/Ro
Helfen, junge Menschen zu bewussten Staatsbürgern und eigenverantwortlichen Persönlichkeiten erziehen aus dem Glauben ihre Aufgaben in der Familie, im Beruf und in der Gesellschaft erfüllen
PWA
Die Stufenziele sowie die Gesamtziele der PPÖ dienen als Grundlage für die Programmgestaltung der PWA. Die Umsetzung erfolgt abgestimmt auf die Fähigkeiten und Möglichkeiten des Einzelnen innerhalb der Gruppe.
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Ziele der Altpfadfinder „Was, das soll es schon gewesen sein?“, fragen sich viele Ranger und Rover nach ihrem „letzten“ Sommerlager. In unserer Gruppe gibt es die Möglichkeit, zur „zehnten“ Stufe (sprich Altpfadfinder) überstellt zu werden. Jeder Altpfadfinder hat einmal das Versprechen abgelegt. Von einem Team betreut und begleitet, treffen sich die Altpfadfinder mindestens einmal im Monat. Das Team erarbeitet für diese Treffen ein Programm, welches möglichst vielseitig, unterhaltsam und interessant sein soll (Ideen sind immer willkommen). Die Altpfadfinder sind natürlich auch bereit, die aktive Gruppe bei verschiedenen Anlässen durch ihre Mitarbeit zu unterstützen. Sie freuen sich, wenn „neue“ Gesichter ihr Angebot annehmen und „Einmal Pfadfinder – immer Pfadfinder“ in die Tat umsetzen.
Ziele der Gilde Durch das Leben in der Gilde sollen die Punkte des Gildegesetzes verwirklicht, die Persönlichkeit der Gildemitglieder weiterentwickelt und ihre Freundschaft vertieft werden. Zur praktischen Verwirklichung der Aufgaben und Erfüllung der Gildegesetzpunkte gehören folgende Schwerpunkte:
Gilde und Pfadfinderjugend Es ist eine besonders wichtige Aufgabe die Pfadfinderjugend zu unterstützen.
Gilde und Kultur Sich mit Kunst, Kultur und Bildung auseinanderzusetzen ist ein Anliegen der Gilden seit ihrer Gründung.
Gilde und soziale Tat Der Dienst am Nächsten ist ein wesentliches Fundament. Aus der täglichen „Guten Tat“ des pfadfinderischen Alltags wurden die „Sozialen Taten“ der Gilden.
Gilde und Gemeinschaft bzw. Gesellschaft In der Gesellschaft nach außen hin und in der Öffentlichkeit treten die Gilden für das Pfadfindertum ein, um dessen Idee und Verwirklichung zu verbreiten.
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1. Leben aus dem Glauben
„Gott hat uns eine Welt gegeben, die voller Schönheiten und Wunder ist, und er hat uns nicht nur die Augen gegeben um sie zu sehen, sondern auch den Verstand sie zu verstehen, wenn wir nur die Vernunft haben sie in diesem Lichte zu sehen.“ Baden-Powell - 19 –
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Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Ein persönliches Verhältnis zu Gott haben und am Leben seiner Religionsgemeinschaft teilnehmen.
Gu/Sp Die persönliche Forderung der eigenen Religionsgemeinschaft annehmen.
Ca/Ex Mit den Inhalten seiner Religionsgemeinschaft und den Formen des religiösen Lebens bewusst auseinandersetzen.
Ra/Ro Den Glauben als etwas Erwähltes und nicht Aufgezwungenes annehmen und sich dafür einsetzen.
Der Pfadfinder sucht den Weg zu Gott.
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Was bedeutet Glaube? Lebendiger Glaube – dazu sind wir alle aufgerufen Lebendiger Glaube – das heißt: nach einem Streit sich einander wieder versöhnen für die Gemeinschaft, Familie, Freunde da sein zusammenhalten sich ganz bewusst Zeit nehmen einer/m Schwächeren helfen gemeinsam feiern gemeinsam singen gemeinsam beten fröhlich und zufrieden sein die Natur achten und schützen verzichten können verzeihen können Pfadfinder suchen den Weg zu Gott – nicht unbedingt allein, sondern in der Gemeinschaft. Bi-Pi wusste genau, warum er sagte: „ Jeder Pfadfinder soll eine Religion haben.“ Der Glaube ist nämlich die wichtigste Hilfe, um Menschen auf Dauer gut und glücklich zu machen.
Die Menschheit betet Zu allen Zeiten und in den verschiedenen Kulturen haben Menschen das Göttliche, einen einzigen Gott oder mehrere Götter verehrt. Dabei gebrauchen die Menschen Worte, um ihre Sorgen und Bitten, ihren Lobpreis und ihre Verehrung, ihr Glück und ihre Dankbarkeit, ihre Sehnsucht und manchmal auch ihre Verzweiflung auszudrücken oder auch einfach schweigend vor dem Geheimnis Gottes zu verweilen.
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Katholisches Kirchenjahr Am 1. Advent beginnt für Katholiken (auch Protestanten) das neue Kirchenjahr. Es gliedert sich in vier Abschnitte: Der Weihnachtsfestkreis: vom 1. Advent bis zur Taufe des Herren (Sonntag nach dem 6. Jänner) Die Zeit im Jahreskreis: vom Sonntag nach Dreikönig bis Dienstag vor Aschermittwoch Der Osterfestkreis: von Aschermittwoch und 7 Sonntage bis Pfingsten Die Zeit im Jahreskreis: Montag nach Pfingsten bis 1. Advent
Die Feste der römisch-katholischen Glaubensgemeinschaft: 6.1.
Drei König
Sonntag nach dem 6. Jänner
Taufe Jesu
2.2.
Maria Lichtmess
Mittwoch vor dem 6. Sonntag vor Ostern
Aschermittwoch
19.3.
Josef Nährvater
Eine Woche vor Ostern
Palmsonntag
25.3.
Verkündigung des Herrn
Donnerstag vor Ostern
Gründonnerstag
Freitag vor Ostern Am 1. Frühlingssonntag nach Vollmond Eine Woche nach Ostern 40 Tage nach Ostern
Die drei Weisen kommen zum Jesuskind Taufe des Herrn durch Johannes den Täufer im Jordan Reinigung Marias; der erstgeborene Sohn wird das Eigentum Gottes im Tempel übergeben Beginn der Fastenzeit und Erinnerung an unsere Vergänglichkeit Josef wird als Nährvater von Jesus gefeiert Jesus zieht in die Stadt Jerusalem ein Der Engel kommt zu Maria und verkündet ihr die frohe Botschaft Das letzte Abendmahl; Tag der Büßer; wiederum als „grüner Zweig“ der Kirche zu werden
Karfreitag
Jesus wird ans Kreuz genagelt
Ostersonntag
Jesus ist auferstanden von den Toten
Weißer Sonntag Christi Himmelfahrt - 22 -
Mit diesem Tag endet die Osterwoche; Erstkommuniontag Jesus wird in den Himmel aufgenommen
Wegweiser 50 Tage nach Ostern
Pfingsten
29.6.
Fronleichnam
2.7.
Maria Heimsuchung
22.8. 8.9. 2.10.
Christi Verklärung Maria Himmelfahrt Maria Königin Maria Geburt Schutzengelfest
1.11.
Allerheiligen
2.11.
Allerseelen
6.12.
Hl. Nikolaus von Myra
8.12.
Maria Empfängnis
24.12.
Heiliger Abend
25.12.
Christtag
26.12.
Stephanstag
28.12.
Fest der unschuldigen Kinder
6.8. 15.8.
Das Fest des hl. Geistes, der am 50. Tag nach Ostern auf die Apostel herabkam, als sie in Jerusalem versammelt waren. Heißt übersetzt „Leib des Herrn“, das gab dem Fest seinen Namen Erinnerung an den Besuch Marias bei Elisabeth (Mutter von Johannes dem Täufer) Offenbarung und Verwandlung Christi auf dem Berg Tabor Maria wird in den Himmel aufgenommen Gedenktag an Maria Maria ist geboren Wir gedenken aller Schutzengel Das Fest geht vermutlich auf Gedächtnistage der Märtyrer zurück und wurde von Kaiser Ludwig dem Frommen eingeführt. An diesem Tag gedenken die katholischen Christen aller Verstorbenen Nikolaus galt als heiliger Retter schlechthin, der in jeder, wie auch immer gearteten Notsituation weiterhalf Anna (Mutter von Maria) empfängt Maria Vorbereitungstag für das Hauptfest, die Geburt Christi Jesus wird in einer Krippe geboren Gedenktag des hl. Stephan, der der 1. Märtyrer war Gedenktag an die Kinder, die Herodes töten hat lassen
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Pfadfindergebet Allmächtiger, ewiger Gott, du hast uns erwählt auf Erden, deinen göttlichen Willen freudig zu erfüllen. Leite uns und unsere Pfadfinderbrüder und Schwestern immer und überall mit deinem himmlischen Lichte, damit dein Reich zu uns komme. Erfülle uns mit Kraft die erkannten Pflichten mit Liebe und Eifer zu Ende zu führen.
Die tägliche gute Tat Als Pfadfinder sollst du jeden Tag daran denken, eine gute Tat zu tun. BiPi wollte mit der Verpflichtung zur „täglichen guten Tat“ deinen Blick für die Armut und Hilfsbedürftigkeit des einzelnen Menschen schärfen – und dich damit hellhörig machen für Not und Elend unserer Zeit. Die „gute Tat“ beschränkt sich daher nicht auf eine einmalige Aktion am Tag, sondern soll dazu führen, dass dir die Hilfsbereitschaft zur selbstverständlichen Gewohnheit wird. Eine gute Tat kann ein kleiner Handgriff sein, ein verletzendes Wort, das man nicht ausspricht, ein aufmunterndes Lächeln oder eine größere Leistung. Wichtig ist nur, dass sie ganz bewusst ausgeführt wird. BiPi meinte, dass die Lebensaufgabe der Pfadfinder im Glücklichsein und Glücklichmachen liege: „ Das ist sehr einfach! Wer anderen eine Freude macht, freut sich selbst doppelt.“
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Ritus und Ritual Als Rituale werden Handlungen bezeichnet, die vereinheitlicht sind und zu bestimmten Anlässen wiederholt werden. Ein Ritual, das einen religiösen Sinnhorizont besitzt, wird als Ritus bezeichnet. Wendepunkte des Lebens, wie z.B. der Übergang von einem Lebensabschnitt zum nächsten, sind in den verschiedenen Religionen Anlässe für Riten, die diese Übergänge begleiten. Rituale und Bräuche prägen unser Leben. Sie geben uns Halt und Orientierung im Alltag, so auch im Bereich des religiösen Lebens. Die großen Religionen dieser Welt lassen sich in zwei Gruppen einteilen:
Religionen des ewigen Weltgesetzes Buddhismus Hinduismus Nach Auffassung dieser Religionen ist die Welt ewig, sie hat keinen Anfang und kein Ende. In einem ewigen Entstehen und Vergehen erneuert sich die Welt unaufhörlich. Das ist das ewige Weltgesetz, eine Ordnung des Universums, der alles unterworfen ist, auch die Götter.
Religionen der geschichtlichen Gottesoffenbarung Christentum Islam Judentum Nach Auffassung dieser Religionen gibt es einen Anfang der Welt (Schöpfung) und ein Ende (Weltgericht). Gott, der ewig ist und die Welt erschaffen hat, offenbart sich den Menschen in der Geschichte.
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Religionen der Welt (Weltreligionen – Tessloff Verlag)
Was bestimmt unser Leben? Solange es Menschen auf Erden gibt, haben sie einen Wunsch: Ihr Leben soll gelingen. Genug zu essen, gesunde Kinder, Glück und Erfolg zu Hause und bei der Arbeit, das sind Dinge, die man sich wünscht. Aber zu allen Zeiten mussten die Menschen böse und unerklärliche Erfahrungen machen: Schmerz, Hunger, Krankheit oder Tod. Vieles, was man anfängt, misslingt, egal wie sehr man sich bemüht. Wie kann das passieren? Gibt es eine geheime Macht, die über unser Leben bestimmt? Gibt es ein vorbestimmtes Schicksal? Kann man dieses Schicksal irgendwie beeinflussen? Seit Urzeiten beschäftigten sich Menschen auch mit der Frage, woher der Mensch eigentlich kommt. Wer hat die Erde und das Universum geschaffen? Warum sind wir auf der Welt? Und: Was passiert nach unserem Tod? Immer wieder suchten die Menschen nach Antworten auf diese Fragen. Und so entwickelte sich die Vorstellung, dass es überirdische Mächte gibt, die die Welt und unser Leben bestimmen oder beeinflussen. Religion ist der Glaube an eine höhere Macht oder etwas Heiliges, das über allem steht und der Welt und unserem Leben einen Sinn gibt. Bild: Text: Religion in prähistorischer Zeit: So könnte eine Sonnenanbetung in Stonehenge ausgesehen haben. Der Sonne wurden Opfer dargebracht und man ehrte sie mit Gesängen und Tänzen.
HÜHNENGRÄBER Hühnergräber sind Steinsetzungen aus der Bronzezeit. Früher glaubte man, dass Hühnen, also Riesen, diese gewaltigen Steine aufeinander getürmt hätten. Unter den Decksteinen befand sich eine Grabkammer, in der der Tote beigesetzt wurde. Ihm wurde verschiedene Beigaben wie Waffen und Nahrungsmittel mit ins Grab gelegt. Das beweist, dass die Menschen an ein Weiterleben nach dem Tode glaubten, für das der Verstorbene diese Dinge benötigte.
Was sind die ältesten Spuren von Religion? Für die Menschen, die vor Tausenden von Jahren lebten, muss die Welt voller Rätsel gewesen sein. Woher kamen Blitz und Donner? Warum - 26 -
Wegweiser floss aus einer Quelle kein Wasser mehr? Warum wurde man krank? Wie konnte man das Glück bei der Jagd beeinflussen? Für die Menschen war die Welt von Geistern bevölkert, die sie durch Opfergaben bei Laune halten mussten. Kam kein Wasser mehr aus einer Quelle, hatte man vermutlich den Quellgeist beleidigt. Um ihn zu versöhnen, brachte man ihm ein Opfer dar. Eine Krankheit war sicher durch einen bösen Geist hervorgerufen worden, der in den Kranken gefahren war. Bevor man auf die Jagd ging, musste man das Beutetier mit einem Zauber belegen, damit es sich leicht erlegen ließ. Den Zauber vollbrachte jemand, der mit den Geistern in Verbindung treten konnte. Er beschwor die Geister und versuchte so, das Jagdglück günstig zu beeinflussen oder Krankheiten zu heilen. Man hat in vielen Höhlen Wandzeichnungen gefunden, die wahrscheinlich für den Jagdzauber angefertigt wurden. Es sind die ältesten künstlerischen Darstellungen der Menschheit. Auf diesen Bildern sind Tiere zu erkennen, die gejagt werden sollten. Manche sind mit gemalten Pfeilen durchbohrt. An manchen Höhlenwänden fand man auch Spuren von Pfeileinschüssen. Indem das gemalte Tier symbolisch getötet wurde, war es mit einem Zauber belegt. Bild: Text: Büffel, der von Pfeilen getroffen wird. Diese Höhlenmalerei, die wahrscheinlich für einen Jagdzauber gemacht wurde, ist über 30000 Jahre alt! Bild: Text: Die Steinsetzung von Stonehenge besteht aus einem Rundgraben und zwei Ringwällen. Im Zentrum sind mächtige Felsen wie Tore aufgerichtet.
Wozu dienten Steinsetzungen? In vielen Gegenden Europas findet man gewaltige Ansammlungen von Steinen, die nach einer bestimmten Ordnung aufgestellt sind. Berühmte Beispiele sind die kreisförmige Steinsetzung in Stonehenge in England und die gigantische Steinallee aus Menhiren (Hinkelsteinen) in Carnac in Frankreich. Sie entstanden vor etwa 5000 Jahren zu Beginn der Bronzezeit. Heute vermutet man, dass diese Steinsetzungen der Beobachtung der Sterne und von Sonne und Mond dienten. Wahrscheinlich waren diese Anlagen Sonnen- oder Mondheiligtümer. Man kann sich gut vorstellen, dass die Menschen damals Sonne und Mond für magische und übernatürliche Wesen hielten, vor allem die Sonne, die Licht und Wärme gibt. Es liegt nahe, dass die Menschen sie wie einen Gott oder eine Göttin verehrten.
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Woran glaubten die alten Ägypter? Im Laufe der Menschheitsgeschichte veränderten sich die religiösen Vorstellungen allmählich. Um etwa 2500 vor Christus war im alten Ägypten eine der ersten großen Hochkulturen entstanden. Das Leben war viel komplizierter geworden als bei den Menschen der Bronzezeit. Es gab große Städte, Handel und Verkehr. Auch hatten die Naturwissenschaften damals schon große Fortschritte gemacht. Viele Phänomene in der Natur und auch Krankheiten konnte man sich inzwischen erklären. Die Ägypter waren Polytheisten. Sie glaubten an eine Vielzahl von Göttern, von denen jeder für einen bestimmten Lebensbereich zuständig war: Osiris war der Gott der Unterwelt (des Totenreiches) und der Landwirtschaft. Sein Bruder Seth war der Gott der Wüsten und Stürmen. Osiris wurde einst von seinem Bruder Seth aus Eifersucht getötet. Durch die Liebe seiner Gattin Isis erwachte Osiris wieder zum Leben. Diese Geschichte gab den Ägyptern die Sicherheit, dass auch sie nach dem Tod zu neuem Leben erwachen würden. Der Ort, an dem man nach seinem Tod weiterleben würde, wurde als „das Land des Westens“ bezeichnet. Horus, der Sohn von Osiris und Isis, hatte einen Falkenkopf. Der ägyptische Pharao galt als die menschliche Verkörperung von Horus und wurde ebenfalls als Gott verehrt. Bild: Text: Ein Toter kniet vor dem ägyptischen Schakalgott Anubis. Anubis ist der Wächter des Totenreiches. Bild: Text: In der Vorstellung der alten Griechen lebten die Götter an einem Ort, den man Olymp nannte. Der oberste Gott, Zeus, war der Herr über Blitz und Donner. Sein Bruder Poseidon mit dem Dreizack war der Herrscher der Meere. MONOTHEISMUS bezeichnet den Glauben an einen Gott (monos = allein, einzig) und schließt die Verehrung anderer Götter aus. Im monotheistischen Glauben hat Gott oder das göttliche Wesen keine menschlichen Eigenschaften. Die älteste monotheistische Glaubensgemeinschaft, die wir kennen, ist das Judentum. Andere monotheistische Religionen sind das Christentum und der Islam. POLYTHEISMUS bedeutet „Vielgötterei“ (das Wort setzt sich zusammen aus griechisch poly = viel und theos = Gott). Polytheisten verehren eine Vielzahl von Göttern und Göttinen. Die Götter polytheistischer Religionen sind unsterblich und haben übermenschliche Eigenschaften. Sie sind aber den Menschen sehr ähnlich: Sie heiraten, sie feiern, sie streiten, sie betrügen sich und sie können neidisch sein. Die Religionen
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Wegweiser der alten Griechen, Römer und Germanen waren polytheistisch. Auch der Hinduismus ist eine polytheistische Religion.
Gibt es eine „richtige“ Religion? Über die Jahrtausende haben sich die Glaubensinhalte und religiösen Vorstellungen immer wieder verändert. Ob und was die Menschen glaubten, hängt immer sehr stark von ihren Lebensbedingungen und dem Stand ihrer geistigen und gesellschaftlichen Entwicklung ab. Dabei empfindet jeder gläubige Mensch seine Religion als wahr und richtig, weil sie ihm hilft, das Leben zu gestalten. Er findet in ihr nicht nur eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn von Leben und Tod, sondern auch eine Anweisung zum richtigen Handeln im Alltag durch das Vorbild religiöser Persönlichkeiten.
Was sind Weltreligionen? Weltreligionen sind diejenigen religiösen Gruppen, die weltweit die meisten Anhänger haben oder wegen ihrer besonderen Bedeutung dazugehören. Zu den Weltreligionen zählt man im Allgemeinen fünf religiöse Richtungen: das Christentum, dazu zählen die katholischen, protestantischen und orthodoxen Christen, dann der Islam, das Judentum, den Buddhismus und den Hinduismus. Die Religion mit den meisten Anhängern ist das Christentum. Weltweit gibt es über zwei Milliarden Christen. Die größte christliche Gruppe sind die Katholiken mit etwa 900 Millionen. An zweiter Stelle folgt der Islam. Es gibt über eine Milliarde Muslime, die hauptsächlich im Mittleren Osten und in Nord- und Westafrika leben. Die 750 Millionen Hindus leben fast alle in Südasien. In Indien, dem Geburtsland des Hinduismus, leben etwa 650 Millionen. Der Buddhismus hat weltweit etwa 350 Millionen Anhänger. 85 % der Bevölkerung von Burma und Thailand und über 70 % in Kambodscha, Laos und Japan sind buddhistisch. Der Buddhismus ist Staatsreligion in Thailand und Bhutan. Zum Judentum bekennen sich ungefähr 14,5 Millionen Menschen. Die meisten von ihnen leben in Nordamerika und in Israel. Bild: Text: Die Verbreitung der fünf Weltreligionen. Auf der Karte kann man sehen, wo welche der Weltreligionen jeweils die meisten Anhänger hat.
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Judentum Was ist das Volk Israel? Das Judentum ist die älteste monotheistische Religion, die wir kennen. Sie entstand vor etwa 3500 Jahren dort, wo heute der Staat Israel und die Gebiete der Palästinenser liegen. In der jüdischen Religion haben das Christentum und der Islam ihre Wurzeln. Ein wichtiger Bestandteil des jüdischen Glaubens ist die Hoffnung auf den Messias. Der Messias ist ein Gesandter Gottes, der auf der Welt ein Reich des Friedens errichten wird. Die christliche Religion wurzelt im jüdischen Messiasglauben. Die Angehörigen des jüdischen Glaubens bezeichnen sich selbst als „Volk Israel“. Die Geschichte des Volkes Israel steht in der Bibel. Die Bezeichnung „Juden“ kommt von einem israelitischen Stamm namens Juda.
Wer ist Abraham? Abraham gilt als der Stammvater des Volkes Israel. Seine Geschichte wird in der Bibel erzählt. Vieles, was in der Bibel steht, ist sicher nicht genau so passiert. Dennoch lassen sich viele Begebenheiten, die dort berichtet werden, historisch (geschichtswissenschaftlich) nachweisen. Die Geschichte Abrahams spielte sich vor etwa 3500 Jahren ab. Abraham hatte von Gott den Auftrag erhalten, seine Heimat in Mesopotamien zu verlassen und in ein Land zu ziehen, das Gott für ihn ausgewählt hatte. Dieses Land heißt in der Bibel Kanaan. Gott schloss einen Bund mit Abraham: Er schenkte ihm und seinen Nachkommen dieses Land und sie würden ihn dort als sein auserwähltes Volk als einzigen wahren Gott verehren. Abraham und seine Frau Sara hatten damals noch keine Kinder. In hohem alter gebar dann Sara einen Sohn, Isaak. Dessen Frau Rebekka gebar Zwillinge: Jakob und Esau. Jakob erhielt von Gott den hebräischen Namen Israel, das bedeutet: „Kämpfer Gottes“. Daher haben Jakobs Nachkommen den Namen „Volk Israel“. Jakob hatte zwei Frauen, Lea und Rahel, und wurde Vater von zwölf Söhnen. Vom Namen des vierten Sohnes Juda, nach dem ein israelitischer Volksstamm benannt wurde, leitet sich der Name Juden her.
ABRAHAMITISCH Judentum, Islam und Christentum nennt man auch abrahamitische Religion, weil sie alle Abraham als ihren Stammvater ansehen. GELOBTES LAND nennen die Juden das Land Kanaan. Das ist „das von Gott versprochene Land“. - 30 -
Wegweiser DIE JÜDISCHE ZEITRECHNUNG unterscheidet sich von der christlichen, die heute fast auf der ganzen Welt angewandt wird. Sie beginnt logischerweise nicht mit der Geburt Christi, sondern mit der Erschaffung der Welt, hat aber nicht den Anspruch, das tatsächliche Alter der Erde anzugeben. Das Datum errechnet sich aus Angaben in der Bibel. Die jüdische Zeitrechnung beginnt 3761 v. Chr. Das heißt, dass das Jahr 2000 n. Chr. Dem jüdischen Jahr 5761 entspricht. Bild: Text: Betende Menschen vor der Klagemauer in Jerusalem. Die Klagemauer ist der Überrest des jüdischen Tempels, der 70 n. Chr. vollständig zerstört wurde. Sie ist der heiligste Ort für die Juden.
Was wird beim Pessach-Fest gefeiert? Das Pessach-Fest erinnert an ein Ereignis in der Geschichte des Volkes Israel: den Auszug aus Ägypten, angeführt von Mose. Die Israeliten waren Joseph, einem der Söhne Jakobs, nach Ägypten gefolgt. Zunächst ging es ihnen dort sehr gut, mit der Zeit wurden sie aber von den Ägyptern immer mehr wie Sklaven behandelt. Die Sehnsucht, in ihr „gelobtes Land“ Kanaan zurückzukehren, wurde immer größer. Schließlich führte sie ein Mann namens Mose nach Kanaan zurück. Die beschwerliche Wanderung dauerte vierzig Jahre. Während dieser Wanderung erhielt Mose von Gott auf dem Berg Sinai die Zehn Gebote. Über alle diese Ereignisse wird in der Bibel berichtet. Das Pessach-Fest beginnt mit dem Sederabend. Am Sederabend werden bestimmte Speisen gegessen, die eine besondere Bedeutung haben, und ein Familienmitglied erzählt die Geschichte vom Auszug aus Ägypten. Sie soll möglichst spannend erzählt werden, denn jeder soll das Gefühl haben, er habe alles selbst miterlebt. Bild: Text: Das Land Kanaan. Heute liegen in diesem Gebiet der Staat Israel und die Gebiete der Palästinenser.
SCHAWUOT Sieben Wochen nach dem Pessachfest wird das Wochenfest gefeiert. Es heißt so, weil man die sieben Wochen bis zu diesem Fest genau zählt. Daher kommt auch der hebräische Name Schawuot, das bedeutet: Wochen. Sieben Wochen nach der Flucht aus Ägypten gab Gott durch Mose den Israeliten die Gebote. Daran wird bei dem Fest erinnert. Es ist aber zugleich auch ein Erntefest, denn um diese Zeit (Mai/Juni) sind in Israel die ersten Ackerfrüchte reif. - 31 –
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Was ist das Laubhüttenfest? Das Laubhüttenfest heißt auf Hebräisch Sukkot, das bedeutet: Laubhütte. Es erinnert an ein Ereignis, das sich während der Flucht aus Ägypten zugetragen hatte: Als Mose das Volk Israel aus Ägypten führte, mussten sie ein großes Gewässer durchqueren. Durch ein Wunder Gottes teilte sich das Wasser und sie konnten unbeschadet hindurchgehen. Hinter ihnen schlugen die Wassermassen wieder zusammen, so dass die ägyptischen Soldaten, die sie verfolgten, im Meer ertranken. Nach dieser Flucht rasteten die Israeliten in der Wüste und bauten einfache Hütten aus den wenigen Zweigen und Stöcken, die es in der Wüste gibt. An diese einfachen Hütten erinnert das Laubhüttenfest. Jede Familie baut sich eine Hütte. Die Hütten stehen auf den Höfen der Häuser oder auf dem Hof der Synagoge, dem Gebets- und Versammlungshaus. Man trifft sich, um gemeinsam zu essen und zu erzählen. Bild: Text: Mose führt das Volk Israel durch das Rote Meer. Der Wind drückt die Wassermassen auseinander und die Menschen können unbeschadet zum anderen Ufer gelangen. Bild: Text: Auf einem Sederteller sind symbolische Speisen angeordnet. Sie erinnern an die bittere Zeit in Ägypten (bittere Kräuter), die Tränen (Salzwasser), die schwere Arbeit auf dem Bau (Fruchtmus als symbolischer Mörtel), die Hoffnung auf Errettung (Sellerie und Petersilie), das einst im Tempel dargebrachte Opfer (Gebratenes) und die Trauer über die Zerstörung des Tempels (hart gekochtes Ei). Dazu gibt es Brot aus ungesäuertem Teig (Mazze). Vor ihrer Flucht aus Ägypten hatten die Israeliten keine Zeit mehr gehabt, das Säuern des Brotteiges abzuwarten.
Warum hat der Chanukkaleuchter neun Kerzen? Im Winter wird das Chanukkafest gefeiert. Chanukka heißt „Einweihung“. Mit dem Fest wird an die Wiedereinweihung des Heiligen Tempels in Jerusalem erinnert. Die Ereignisse trugen sich in den Jahren 167-164 v. Chr. zu. Griechische Eroberer hatten den Tempel entweiht und dort Bilder ihrer Götter aufgestellt. Judas Makkabäus kämpfte mit seinen vier Brüdern drei Jahre lang gegen die fremden Herrscher und konnte schließlich siegen. Zur Wiedereinweihung des Tempels sollte die Menora, der siebenarmige Leuchter, angezündet werden. Es war aber nur geweihtes Öl für einen Tag da und die Beschaffung von neuem dauerte acht Tage. Nun durfte der Leuchter aber niemals ausgehen. Andererseits wollte man mit der Tempeleinweihung nicht mehr warten. Aber es geschah ein Wunder: Der Leuchter brannte acht Tage, genau - 32 -
Wegweiser so lange, bis wieder reines, geweihtes Öl beschafft worden war. Deshalb hat der Chanukkaleuchter acht Kerzen, die den acht Tagen entsprechen, und eine neunte Kerze, die Diener genannt wird und die anderen acht entzündet. Das Chanukkafest fällt immer in die Winterzeit und wird deshalb auch als Kinderest mit Geschenken gefeiert. Bild: Text: Mose führt das Volk Israel durch das Rote Meer. Der Wind drückt die Wassermassen auseinander und die Menschen können unbeschadet zum anderen Ufer gelangen. Bild: Text: Im Jerusalemer Tempel stand die Menora, der siebenarmige Leuchter. Er ist ein Symbol für die jüdische Religion geworden. Der Chanukkaleuchter hat neun Kerzen.
Was ist die Thora? Das heilige Buch der Juden ist die hebräische Bibel. Sie wird Tenach genannt. Das ist eine Abkürzung aus den hebräischen Namen der drei Hauptteile: Thora (Bücher der Gebote), Newiim (Bücher der Propheten) und Chetuwim (Bücher der Schriften). Der Tenach wird von den Christen Altes Testament genannt und ist Teil der christlichen Bibel. Von den drei Teilen ist die Thora der wichtigste. Darin steht die Geschichte des Volkes Israel und der Stammväter Abraham, Isaak und Jakob. Dort findet sich auch die Geschichte von Mose, der die Zehn Gebote als Gabe Gottes empfangen hatte und sie dem Volk Israel gab. Man nennt die Thora auch „die fünf Bücher Mose“. Die Zehn Gebote, die auch das Christentum übernommen hat, sind der bekannteste Teil. Die Thora und die anderen Teile des Tenach sind auf Hebräisch geschrieben. In jeder Synagoge, dem jüdischen Gebets- und Versammlungshaus, wird mindestens eine handgeschriebene Thora aufbewahrt. Im Laufe eines Jahres wird die Thora in Abschnitten einmal ganz vorgelesen. Es ist eine Ehre für jedes Gemeindemitglied, aus der Thora vorzulesen. Bild: Text: Ein Junge trägt beim Thora-Freudenfest die Thorarollen. DER HEILIGE TEMPEL in Jerusalem wurde etwa 900 v. Chr. von König Salomo gebaut. Im Allerheiligsten, einem besonderen Raum, wurden die Steintafeln mit den Zehn Geboten aufbewahrt, die Mose vom Berg Sinai mitgebracht hatte. Dieser Raum wurde nur einmal im Jahr, an Jom Kippur, dem Versöhnungstag, vom Hohenpriester betreten.
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JOM KIPPUR 10 Tage nach dem Neujahrsfest wird Jom Kippur, das Versöhnungsfest, gefeiert. Es ist ein Fastentag, an dem nichts gegessen wird. Es geht an diesem Tag um die Versöhnung mit Gott im Gebet.
NEUJAHR Das jüdische Neujahrsfest wird im Herbst gefeiert. Es heißt Rosch Haschana, das bedeutet „Jahresanfang“. Die Männer tragen an diesem Tag in den Synagogen einen ganz weißen Tallit als ein Zeichen dafür, dass man das neue Jahr in Reinheit beginnen will.
Was ist ein Rabbiner? Erklärungen und Bemerkungen zur Thora wurden schon in alter Zeit gesammelt. Sie sind im Talmud (das heißt Buch der Lehre) aufgeschrieben worden. Thora und Talmud werden von den Rabbinern oder Rabbis genauestens studiert. Sie erklären den Gläubigen, wie man die Gebote im täglichen Leben umsetzen kann und wie die Geschichten in der Thora zu verstehen sind. Rabbiner sind die an einer jüdischen Hochschule ausgebildeten Religionslehrer. Seit einigen Jahrzehnten dürfen auch Frauen Rabbiner werden. Bild: Text: Rabbiner beim Thorastudium Bild: Text: Dieser junge in Gebetskleidung liest bei seiner Bar Mizwa aus einem Gebetsbuch. Er trägt neben der Kippa und den Tefillin auch den Gebetsumhang, den Tallit.
Was ist das Schma Israel? Das Schma Israel ist das jüdische Glaubensbekenntnis. Es enthält den wichtigsten Glaubensgrundsatz der jüdischen Religion: das es nur einen Gott gibt. Das Gebet heißt nach seinem hebräischen Anfangsworten Schma Israel: „Höre Israel, der Ewige, unser Gott, der Ewige ist einzig! Und du sollst den Ewigen, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit aller deiner Kraft!“ Manchmal binden die Männer beim Beten eine kleine Lederkapsel mit einem Riemen um den linken Arm zum Herzen hin und eine kleine Lederkapsel auf die Stirn. Die Kapseln heißen Tefillin. In ihnen sind Pergamentröllchen, auf denen das Schma Israel steht. Aus Ehrfurcht gegenüber Gott tragen die Männer beim Gebet eine Kopfbedeckung. Dazu kann der Gebetsumhang, der Tallit, dienen, aber auch ein ganz gewöhlicher Hut, - 34 -
Wegweiser eine Kappe oder Mütze. Typisch sind die kleinen runden Käppchen, die Kippas, geworden. In einer Synagoge und auf einem jüdischen Friedhof muss auch jeder nichtjüdische Mann eine Kopfbedeckung tragen.
BAR MIZWA Mit 13 Jahren wird ein jüdischer Junge vollberechtigtes Mitglied der Gemeinde. Dieser Lebensabschnitt wird mit einem Fest begangen. Es heißt Bar Mizwa. Bei der Bar Mizwa liest der Junge zum ersten Mal im Gottesdienst aus der Bibel auf Hebräisch vor. In modernen jüdischen Gemeinden gibt es eine ähnliche Feier für die Mädchen, die Bat Mizwa.
Wie wird der Sabbat gefeiert? Der jüdische Feiertag heißt Sabbat. Er dauert von Freitagabend bis Samstagabend, denn im jüdischen Kalender werden die Tage immer von Abend bis Abend gezählt. Der Sabbat wird in der Familie und in der Synagoge verbracht. Die Mutter zündet die Sabbatlichter an (entweder zwei oder so viele, wie Personen im Hause sind) und die Familie versammelt sich um den Tisch. Der Vater spricht das Kiddusch-Gebet, mit dem er den Wein segnet. Am Freitagabend und am Samstagvormittag finden Gottesdienste in der Synagoge statt.
KOSCHER Thora und Talmud enthalten auch Vorschriften über das Essen. Sie heißen Kaschrut. Die Kaschrut regelt, welche Speisen aus religiöser Sicht koscher, das heißt zum Verzehr geeignet sind. Koscher sind zum Beispiel nur die Tiere, die gespaltene Hufe haben und Wiederkäuer sind. Schweine sind also nicht koscher. Bei Wassertieren sind nur Tiere mit Schuppen und Flossen erlaubt, Muscheln also nicht. Auch müssen die Tiere koscher geschlachtet sein, das heißt ohne Qual, und das Blut muss völlig herausgeflossen sein. Bild: Text: Synagoge in Darmstadt. In allen Synagogen befindet sich in der Mitte ein Schrank, in dem die Thorarollen aufbewahrt werden. Davor steht ein Lesepult zum Ausrollen der Thora. Männer und Frauen sitzen voneinander getrennt, hier sind die Frauen oben auf der Empore. Bild: Text: Mesusa mit Schma Israel. Auch auf die Türpfosten soll das Gebet geschrieben werden. Dazu wird am Türrahmen eine kleine Metallröhre, die Mesusa, angebracht. In ihr steckt ein Pergamentblatt mit dem Schma Israel.
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BESCHNEIDUNG Die Beschneidung männlicher Säuglinge ist kein ausschließlich jüdischer Brauch. Auch im Islam gibt es die Beschneidung. Denn Abraham ist auch der Stammvater der Muslime. Bevor Isaak geboren wurde, hatte Abraham schon einen Sohn mit seiner Nebenfrau Hagar. Er hieß Ismael und gilt als Stammvater der Araber. Abraham ließ beide Jungen, Isaak und Ismael, beschneiden. Bild: Text: Eine Beschneidungszeremonie. Acht Tage nach der Geburt wird bei den Jungen die Vorhaut des Penis entfernt.
HOLOCAUST Juden wurden vor allem von den Christen immer wieder grausam verfolgt. Die schlimmste Verfolgung fand in Deutschland unter den Nazis von 1933 bis 1945 statt. Dabei kamen etwa sechs Millionen Juden in Konzentrationslager um. Diese Vernichtungsaktion nennen wir Holocaust oder, auf Hebräisch, Shoah. Überlebende des Holocaust versuchten im Staat Israel, der 1948 gegründet wurde, einen Neuanfang zu machen.
Wozu dient die Synagoge? Die jüdischen Gottesdienste finden meistens in speziellen Versammlungshäusern statt. Sie werden auf Griechisch Synagoge und auf Hebräisch Bet Knesset genannt. In der Synagoge wird die Thora in einem geschmückten Schrank, einem Thoraschrein, aufbewahrt. Ein Gottesdienst muss aber nicht in einer Synagoge gefeiert werden. Dazu sind nur eine Thora und ein Minjan nötig. Ein Minjan wird von mindestens zehn Männern gebildet, die ihre Bar Mizwa hatten. Die Gottesdienste kann jedes erwachsene Gemeindemitglied leiten. Meistens ist dafür ein Kantor (Vorsänger) oder ein Rabbiner zuständig.
Sind die Juden ein Volk oder eine Religionsgemeinschaft? Wenn man Jude ist, dann bedeutet dies sowohl eine Religionszugehörigkeit als auch eine Volkszugehörigkeit. In das jüdische Volk wird man hineingeboren, wenn man eine jüdische Mutter hat. Natürlich können Juden sich entscheiden, nicht religiös zu leben oder eine andere Religion anzunehmen. Will jedoch jemand, der nicht als Jude geboren ist, zur jüdischen Religion übertreten, so tritt er damit zugleich in die Gemeinschaft des jüdischen Volkes ein.
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Was bedeutet Diaspora? Das griechische Wort „Diaspora“ bedeutet „Zerstreuung“. Man bezeichnet damit das Leben von Angehörigen einer Religionsgemeinschaft unter Andersgläubigen. Ursprünglich kommt es aus der Geschichte des jüdischen Volkes. Das Volk Israel lebte immer wieder außerhalb des Gelobten Landes, zum Beispiel in Ägypten oder in Gefangenschaft in Babylon. Nach der Zerstörung des Tempels in Jerusalem durch die Römer 70 n. Chr. wurden die Juden im ganzen Römischen Reich verstreut. Man unterteilte sie in zwei Gruppen: die Aschkenasim (deutsche, mitteleuropäische und russische Juden) und die Sephardim (spanische, portugiesische, nordafrikanische, griechische, italienische, äthiopische, jemenitische und syrische Juden). Heute leben die meisten Juden in den USA (etwa sechs Millionen und in Israel ca. viel Millionen). In Europa gibt es die größten jüdischen Gemeinden in Russland und Frankreich.
Christentum Woher kommt die christliche Religion? Das Christentum ist eine Religion, die ihre Wurzeln im Judentum hat. Sie entstand vor etwa 2000 Jahren im Römischen Reich, zuerst in Judäa und Galiläa. Diese Gegenden liegen heute im Staat Israel und in den Gebieten der Palästinenser. Damals standen sie unter der Herrschaft der Römer, und viele Menschen waren unzufrieden, weil sie sich von den römischen Herrschern unterdrückt fühlten. Christen glauben an einen allmächtigen Gott. Es ist der Gott, den auch die Juden verehren. Im jüdischen Glauben lebt die Hoffnung, dass Gott eines Tages jemanden auf die Erde schickt, der allem Bösen, aller Gewalt und Ungerechtigkeit auf der Welt ein Ende bereitet. Dann wird Friede herrschen und alle werden glücklich leben. Auf Hebräisch, in der Sprache der Juden, heißt dieser erwartete Erlöser Messias und auf Griechisch Christus. Auch zur Zeit Jesu sehnten sich die Menschen nach dem Messias. Und viele von denen, die erlebten, was Jesus tat und sagte, gewannen die Überzeugung, dass Jesus selbst dieser Gesandte Gottes, der Christus, war. „Jesus ist der Christus“, wurde ihr neues Glaubensbekenntnis. Deshalb heißen sie Christen und ihre Religion Christentum. Nach christlicher Überzeugung ist Jesus Gottes Sohn, den er in Menschengestalt als Erlöser auf die Erde sandte. Alles was wir über das Leben Jesu wissen, steht in dem Teil der Bibel, den man Neues Testament nennt.
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Wegweiser Bild: Text: Johannes der Täufer tauft Jesus im Jordan. Johannes war ein Prophet, der die Ankunft des Messias in der Gestalt Jesu predigte. Er forderte die Menschen auf, ihre Schuld zu bereuen, um sich für den Messias bereit zu machen. Er taufte sie als Zeichen dafür, dass sie von ihrer Schuld reingewaschen waren. Auch Jesus ließ sich von ihm taufen.
Wer war Jesus? Das Neue Testament berichtet, dass Jesus als Sohn von Maria und Joseph in Bethlehem geboren wurde. Zu Weihnachten, am 24. und 25. Dezember, feiern Christen seinen Geburtstag. Zur Zeit von Jesu Geburt war ein Stern am Himmel zu sehen, der als Zeichen dafür gedeutet wurde, dass etwas Besonderes geschehen würde. Weise Männer, die den Stand der Sterne beobachtet hatten, waren ihm gefolgt. Sie brachten dem Neugeborenen Geschenke und hießen es als einen zukünftigen König willkommen. Die Ankunft der so genannten Heiligen Drei Könige wird am 6. Januar gefeiert. Jesus lebt mit seinen Eltern in Nazareth. Obwohl er als Sohn eines Zimmermanns aufgewachsen war, begann er, mit etwa 30 Jahren als Wanderprediger durch Palästina zu ziehen. Schon bald sammelte er eine Gruppe von Männern und Frauen um sich, die Jünger genannt wurden. Sie zogen mit ihm durch das Land und erlebten, dass Jesus den Menschen von Gott und seinem erwarteten Reich des Friedens predigte. Sie berichteten, dass Jesus nicht nur Kranke gesund machte, sondern sogar Tote wieder auf erweckte. Diese Wunder waren für sie ein Zeichen, dass Jesus der lang erwartete Messias war. Immer mehr Menschen schlossen sich Jesus und seinen Jüngern an. DIE CHRISTLICHE ZEITRECHNUNG, die heute fast auf der ganzen Welt verwendet wird, orientiert sich am Geburtsjahr Christi. Sie geht auf den römischen Mönch Dionysius Exiguus zurück, der im 6. Jahrhundert lebte. Er berechnete die Geburt Jesu für den 25. Dezember des Jahres 753 seit der Gründung Roms. Das Jahr 754 wurde das Jahr 1 des christlichen Kalenders. Heutige Forscher nehmen jedoch an, dass Jesus bereits einige Jahre früher geboren wurde. Bild: Text: Die biblischen Orte Bethlehem, Nazareth und Jerusalem gibt es heute noch. Sie liegen im Staat Israel und in den Gebieten der Palästinenser.
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Was ist die Bergpredigt? Jesus predigte oft vor großen Menschenmengen. Eine Zusammenfassung seiner Verkündigungen ist die berühmte Bergpredigt im Evangelium des Matthäus im Neuen Testament. Jesus erklärte den Menschen, dass nicht den Starken, sondern den Friedfertigen die Erde gehören wird, dass auch die Benachteiligten Gerechtigkeit erlangen werden, dass Liebe und Vergebung an die Stelle von Hass und Gleichgültigkeit treten werden. Jede Form von Gewalt unter den Menschen lehnte er ab. Er forderte die Menschen zur Nächstenliebe auf: Jeder solle seine Mitmenschen lieben und achten. Man solle sich bemühen, Gutes zu tun und anderen zu helfen, vor allem den Armen, Schwachen, und Benachteiligten. Was Jesus damit meinte, konnten die Menschen auch an seinem Handeln erkennen. Für Jesus waren alle Menschen wertvoll, auch die, die gar nichts Nützliches leisteten, die anderen eher lästig waren und verachtet wurden, zum Beispiel Kranke, Straffällige oder Prostituierte. Er wollte damit zeigen, dass Gott alle Menschen liebt und ihnen verzeiht, wenn sie ihre schlechten Taten bereuen. Bild: Text: Eine Darstellung der Heiligen Familie aus dem 16. Jahrhundert. In der Bibel wird berichtet, dass Jesus in einem Stall geboren wurde, weil seine Eltern Joseph und Maria, die auf Reisen waren, keinen Platz in einer Herberge gefunden hatten.
Warum wurde Jesus gekreuzigt? Viele waren von dem enttäuscht, was Jesus predigte und was er tat. Sie hatten erwartet, dass der Messias prächtig wie ein König erscheinen würde. Er sollte die Römer verjagen und das neue Friedensreich stark und gewaltig aufbauen. Dazu passte es nicht, dass Jesus als einfacher Mensch unter ihnen lebte, sich mit unwürdigen Leuten abgab und von Gewaltlosigkeit, Mitleid und Menschenliebe sprach. Daher war es einigen ganz recht, als Jesus mit der römischen Besatzungsmacht in Israel Schwierigkeiten bekam. Die Römer wussten, dass viele Menschen große Hoffnungen in Jesus setzten. Sie befürchteten, dass Jesus diese hohen Erwartungen ausnutzen und ihnen die Macht streitig machen könnte. Sie dachten, er wolle selbst König von Judäa werden. Da Pilatus, der römische Statthalter in Jerusalem, sich vor einem Aufstand fürchtete, entschloss er sich für ein hartes Durchgreifen. Jesus wurde vor Gericht gestellt und zum Tod am Kreuz verurteilt.
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Was bedeutet die Kreuzigung für die Christen? Jesu Tod am Kreuz hat für die Christen eine besondere Bedeutung. Nach jüdischem und christlichem Glauben ist jeder Mensch sündig, das heißt mit Schuld beladen. Nach christlicher Vorstellung nimmt Jesus stellvertretend die Schuld aller Menschen auf sich und tut dafür Buße, indem er den Opfertod am Kreuz stirbt. Bild: Text: Christus am Kreuz. Die Dornenkrone setzten ihm seine Henker auf, um ihn zu verspotten. Seine Ankläger hatten behauptet, er wolle „König der Juden“ sein. Bild: Text: Ein Felsengrab in Jerusalem aus der Zeit des Jesus von Nazareth. Das Grab Jesu soll in der so genannten Grabeskirche liegen, die jedes Jahr viele Christen besuchen.
Was feiern Christen zu Ostern? Der Tod Jesu war für seine Jünger eine große Enttäuschung. Sie verloren alle Hoffnung, dass das Reich Gottes, in dem Frieden und Liebe herrschen würde, jemals kommen würde. Die Evangelien berichten unterschiedlich über die Geschehnisse an Ostern. Im JohannesEvangelium wird erzählt, dass drei Tage nach dem Tod Jesu eine der Frauen, die Jesus schon bei seinen Wanderungen begleitet hatten, zum Grab ging, um die Leiche zu waschen und zu ölen. Sie fand das Grab leer. Zunächst dachte sie, jemand hätte die Leiche gestohlen. Plötzlich jedoch stand Jesus vor ihr. Er war vom Tod wieder auferstanden. Sie eilte zu den anderen Jüngern und erzählte, was sie gesehen hatte. Zunächst glaubte man ihr nicht. In den nächsten Tagen erschien der wiederauferstandene Jesus auch den anderen Jüngern. Zu Ostern feiern die Christen das Fest der Auferstehung Jesu. Durch seinen Tod und die Auferstehung zeigte Jesus den Menschen, dass mit dem Tod nicht alles vorbei ist, sondern dass es ein ewiges Leben gibt. Jeder Christ lebt mit der Hoffnung, dass es nach dem Tod ein ewiges Leben bei Gott gibt.
Was ist das Jüngste Gericht? Nach christlichem Glauben werden am Ende der Welt die Toten auferweckt, um im Jüngsten Gericht vor Gott zu treten. Dann erhält jeder Mensch von Gott das Urteil über sein Tun und Handeln. „Jüngstes Gericht“ bedeutet so viel wie letztes Gericht. Über das Jüngste Gericht und das Ende der Welt gibt es im Christentum unterschiedliche Vorstellungen. Neben der Anschauung, dass Gott alle Menschen am Ende zu - 40 -
Wegweiser sich holt, glauben andere Christen, dass im Jüngsten Gericht auch ewige Trennung von Gott ausgesprochen wird. Die Verurteilten werden an einen Ort verbannt, der fern von Gott ist: die Hölle. Da Christen an die Vergebung ihrer Schuld glauben, ist die Erwartung des Jüngsten Gerichts für sie nicht mit Angst verbunden. Sie hoffen darauf, dass Gott ihnen ihre Schuld vergibt.
Wer sind die Aposteln? Nach seiner Auferstehung blieb Jesus noch einige Zeit bei den Jüngern, bis er von ihren Augen in einer Wolke verschwand. Christen feiern diese Begebenheit am Himmelfahrtstag, dem sechsten Donnerstag nach Ostern. Bevor er wegging, gab Jesus den Jüngern noch einen Auftrag: Sie sollten in die ganze Welt gehen und den Menschen die Botschaft, das Evangelium (griechisch: „die frohe Botschaft“) von seinem Tod uns seiner Auferstehung bringen. Alle sollten davon hören, dass Gott den Menschen ewiges Leben schenkt. Und jeder, der an die Auferstehung Jesu glaubt, sollte getauft werden. Die Menschen, die Jesus nach seiner Auferstehung aussandte, um allen Leuten von ihm zu erzählen, sind die Apostel. Apostel kommt aus dem Griechischen und heißt „Sendbote“. Eine herausragende Stellung unter den Aposteln nahmen Petrus und Paulus ein. Petrus hieß ursprünglich Simon. Seinen zweiten Namen, der auf Deutsch „Fels“ bedeutet, gab ihm Jesus. Er machte Petrus zum Oberhaupt der ersten christlichen Gemeinde. Paulus hatte nicht zu den Jüngern gehört. Er war zuerst ein Gegner der Christen gewesen. Doch nach einer Begegnung mit dem auferstandenen Christus wurde er zu einem überzeugten Prediger. Er unternahm viele Reisen, um den Menschen von Jesus zu erzählen, und gründete viele christliche Gemeinden. Bild: Text: So zeigt eine griechische Ikone die Auferstehung der Toten zum Jüngsten Gericht: Christus steht auf dem zerbrochenen Tor zur Hölle und zieht Adam und Eva als Erste aus den Gräbern zu sich in den Himmel.
DAS KREUZ In fast allen Kirchen sind Darstellungen eines Kreuzes zu sehen. Oft ist ein Kreuz auch auf der Spitze des Kirchturmes befestigt. Das Kreuz soll die Gläubigen an das Sterben Jesu erinnern. Es ist ein Zeichen der Hoffnung, weil Christus den Menschen durch seinen Tod und seine Wiederauferstehung gezeigt hat, dass es ein ewiges Leben gibt.
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Wegweiser Bild: Text: Diese Zeichnung aus einer Bibelhandschrift aus dem 12. Jahrhundert zeigt den Evangelisten Matthäus bei der Niederschrift des Evangeliums.
Was ist das Neue Testament? Der erste Teil der Bibel besteht aus 39 hebräischen Schriften, die vor der Zeit Jesu entstanden sind und im jüdischen Gottesdienst benutzt werden. Diese Schriften werden von den Christen Altes Testament genannt. Darin wird oft die Hoffnung auf den Messias beschrieben. Im Alten Testament stehen auch die Zehn Gebote, die Mose von Gott erhielt. Sie gelten auch für alle Christen. Das Neue Testament ist der zweite Teil der Bibel, den nur die Christen anerkennen. Hier wurden Berichte über das Leben Jesu und Briefe der ersten Gemeinden gesammelt. Diese Berichte, die Evangelien genannt werden, bilden zusammen mit Briefen, die zwischen den ersten Gemeinden verschickt worden waren, das Neue Testament. Die meisten dieser Briefe stammen von Paulus. Das Wort Testament kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „Zeugnis“. Die Evangelien wurden von frühen Christen aufgeschrieben, die die Taten Jesu miterlebt oder davon gehört hatten. Im Neuen Testament gibt es viele Evangelien, die nach den Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes benannt sind. Bild: Text: Durch die Taufe wird man in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. In manchen christlichen Gemeinden wird man erst getauft, wenn man alt genug ist, um sich selbst dafür zu entscheiden, Christ zu sein. Bei kleinen Kindern tun dies stellvertretend die Eltern und die Paten. Der Pfarrer übergießt den Täufling im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes dreimal mit Wasser. Manchmal wird der Täufling auch ganz unter Wasser getaucht.
KIRCHE Mit dem Wort Kirche bezeichnet man nicht nur das Gotteshaus, sondern auch die christliche Glaubensgemeinschaft.
HEILIGER GEIST Christen glauben, dass Gott ihnen immer und überall durch seinen Geist nahe ist. Der Ausdruck Heiliger Geist bezeichnet die Kraft und die Gegenwart Gottes. Auf Bildern wird der Heilige Geist oft als Taube dargestellt.
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PFINGSTEN Das Pfingstfest wird am fünfzigsten Tag nach Ostern, am zweiten Sonntag nach Himmelfahrt, gefeiert. An diesem Tag kam der Heilige Geist über die Apostel, und sie begannen, von Jesus zu predigen. Viele Menschen, die sich damals gerade zum jüdischen Schawuotfest in Jerusalem versammelt hatten, hörten sie und konnten sie verstehen. Darüber wunderten sich alle sehr, denn die Leute kamen aus ganz unterschiedlichen Ländern. Nach der Predigt ließen sich etwa 3000 Menschen taufen. Sie bildeten die erste christliche Gemeinde. Darum gilt Pfingsten als Geburtstag der Kirche.
DIE BIBEL Heute ist die Bibel wahrscheinlich das meistgedruckte Buch auf der Welt. Ungefähr drei Milliarden Bibeln oder Bibelteile sind in rund zweitausend Sprachen verbreitet worden.
CHRISTENVERFOLGUNG Die römischen Kaiser ließen sich von ihren Untertanen wie Götter verehren. Die Christen weigerten sich, das zu tun, weil sie nur an den einen, allmächtigen Gott glaubten. Der römische Kaiser sah darin aber eine gefährliche Missachtung seiner Macht. Viele Christen wurden gefangen genommen, als Sklaven verkauft oder getötet.
Was ist Mission? Ein erklärtes Ziel des Christentums war und ist die Verbreitung der Botschaft von Jesus Christus, um möglichst viele Menschen für den Glauben zu gewinnen und, entsprechend dem christlichen Auftrag, durch die Taufe in die christliche Gemeinschaft aufzunehmen. Das Bemühen, Menschen zum Christentum zu bekehren, wird als Mission genannt. Schon im ersten Jahrhundert nach Christus entstanden in fast allen Gebieten des Römischen Reiches christliche Gemeinden. Eine der ersten großen Gemeinden entstand in Rom. Die Oberhäupter der Gemeinden wurden Bischöfe genannt. Einige römische Kaiser ließen die Christen verfolgen, weil sie in der neuen Religion eine Gefahr sahen. Trotz der Verfolgung breitete sich der Glaube an Jesus Christus jedoch im gesamten Gebiet um das Mittelmeer aus. Im 4. Jahrhundert verbesserte sich die Situation der Christen. Der römische Kaiser Konstantin gewährte ihren 313 das Recht zur freien Religionsausübung und bekannte sich selbst zum Christentum. Die inzwischen größer gewordene christliche Kirche wurde nun anerkannt und 391 zur Staatsreligion erklärt. Am Ende des Mittelalters war fast ganz Europa christlich. Von - 43 –
Wegweiser dort aus wurden Missionare in die ganze Welt ausgeschickt, die möglichst alle Manschen zum Christentum bekehren sollten. Bild: Text: Kreuzritter vor der Stadt Jerusalem. Jerusalem ist für alle Christen eine heilige Stadt, denn dort ist Jesus gestorben und wiederauferstanden. Als Jerusalem im Mittelalter von muslimischen Arabern erobert wurde, unternahmen die Christen Europas Kreuzzüge, um die Heilige Stadt von den „ungläubigen“ Muslimen zu befreien.
Was ist das Glaubensbekenntnis? Auf einem Konzil (Versammlung kirchlicher Würdenträger), das im Jahr 325 in Nicäa stattfand, einigte man sich auf ein gemeinsames Glaubensbekenntnis. Heute wird meistens das so genannte apostolische Glaubensbekenntnis gesprochen: „Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde…“ Wenn Christen diese Worte sprechen, bekennen sie ihren Glauben daran, dass Gott die Welt geschaffen hat, dass Jesus Christus gestorben und auferstanden ist und die Menschen mit Gott versöhnt, und dass Gott durch seinen Geist bei ihnen ist. Bild: Text: Der Patriarch Alexej II. von Moskau. Die orthodoxen Priester tragen kostbare Gewänder und die Kirchen sind prächtig geschmückt.
Was ist die Kirchenspaltung? Im Laufe der Zeit hatten sich zwei Zentren des christlichen Glaubens herausgebildet: Rom im Westen und Byzanz (das heutige Istanbul) im Osten. Im 8. und 9. Jahrhundert brach zwischen den Kirchen in Byzanz und Rom der so genannte Bilderstreit aus. In Byzanz hatte sich die Verehrung von Ikonen entwickelt. Rom dagegen verurteilte die Anbetung von Bildern als Götzendienst. Der Streit um diese und andere Glaubensfragen, bei dem es auch um politische Macht ging, führte 1054 zur Spaltung in zwei christliche Glaubensgemeinschaften: die katholische Kirche in Rom und die orthodoxe Kirche in Byzanz. Nach der Eroberung von Byzanz durch die Muslime 1453 wurde Moskau das Zentrum der (russisch-) orthodoxen Kirche. Daneben gibt es noch andere selbstständige Kirchen, wie die griechisch-, armenisch- und serbisch-orthodoxe Kirche. Das Oberhaupt der katholischen Kirche ist der Papst in Rom, das der russisch-orthodoxen Kirche der Patriarch in Moskau.
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Wegweiser Bild: Text: Christen aus aller Welt haben sich vor dem Petersdom in Rom versammelt. Unter dem roten Baldachin sitzt der Papst, der einen Gottesdienst hält. Der Petersdom in Rom ist auf einer antiken Grabstätte gebaut, die als das Grab des Apostels Petrus gilt.
DER PAPST Der Papst sieht sich als Nachfolger von Petrus, den Jesus zum Oberhaupt der ersten christlichen Gemeinde ernannt hatte. Deshalb beansprucht er, das Oberhaupt aller Christen zu sein. Er wird aber nur von Angehörigen der katholischen Glaubensrichtung anerkannt. Bild: Text: Russische Ikone mit Maria und dem Jesuskind.
IKONEN Als heilige Bilder genießen Ikonen in der orthodoxen Kirche große Verehrung. Sie stellen Christus, Maria mit dem Jesuskind oder Heilige dar. Typisch für Ikonen ist der goldene Hintergrund. Alle orthodoxen Kirchen sind mit diesen Bildern geschmückt.
PROTESTANTISMUS Eine andere Bezeichnung für die evangelische Kirche ist protestantische Kirche. Ihre Anhänger nennt man Protestanten. Der Name geht auf ein Ereignis zurück, als eine Gruppe von Reformern, die evangelischen Reichsstände, 1529 vor dem Reichstag in Speyer gegen ein Reformverbot der katholischen Kirche öffentlich protestierte.
KONFESSIONEN Die verschiedenen, getrennten Gruppen des Christentums nennt man Konfessionen (Bekenntnisse). Am weitesten verbreitet sind zur Zeit die orthodoxe, die katholische und die evangelische Konfession. Orthodoxe Christen findet man besonders in Osteuropa. In Südeuropa ist der Katholizismus am weitesten verbreitet, im Norden der Protestantismus.
DREIEINIGKEIT Ein Bestandteil christlicher Glaubensbekenntnisse ist die Gott wird als ewiger Vater, der die Welt geschaffen hat, die Welt erlöst, und als Heiliger Geist, der den Menschen ehrt. Die Dreieinigkeit ist etwas schwer zu verstehen.
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Dreieinigkeit. als Sohn, der beisteht, verSie bedeutet
Wegweiser nicht, dass es sich um drei verschiedene „Götter“ handelt. Gott ist alles in einem. Bild: Text: Martin Luther (1483-1546) auf einem Gemälde von Lukas Cranach.
Was ist die Reformation? Im 16. Jahrhundert kam es in Mitteleuropa zu einer weiteren großen Trennung in der Kirche. Einige Menschen waren der Meinung, dass sich das Christentum zu weit von der Lehre und den Ideen Jesu entfernt hatte. Deshalb beschlossen sie, die Kirche zu erneuern. Reformation bedeutet eine Erneuerung, in der man sich auf die Ursprünge besinnt. Zwei der wichtigsten Reformatoren waren der Deutsche Martin Luther und der Schweizer Johann Calvin. Martin Luther hatte das Neue Testament genau studiert und etwas wiederentdeckt, was damals in der kirchlichen Tradition in den Hintergrund getreten war: dass ein Mensch sich Gottes Gnade nicht verdienen oder erkaufen kann, sondern nur durch Glauben und Vertrauen auf Jesus Christus gewinnt. Deshalb wandte sich Luther öffentlich gegen den damals üblichen Handel mit Ablassbriefen. Ablassbriefe waren kirchliche Urkunden, die dem Käufer die Ermäßigung der Strafe für bestimmte Sünden ohne Beichte und Buße bescheinigten. Daraus entwickelte sich bald eine große Auseinandersetzung über viele wichtige Fragen des christlichen Glaubens. So ließ Luther von den sieben Sakramenten der katholischen Kirche nur Taufe und Abendmahl gelten, weil nur diese sich seiner Meinung nach direkt aus der Bibel anleiten lassen. Die Reformatoren kritisierten auch, dass viele Bischöfe damals sehr nach Macht und Reichtum strebten und wie Fürsten lebten. Jesus selbst hatte dies nicht getan und die Menschen ermahnt, ihren Besitz mit anderen zu teilen. Außerdem lehnten die Reformatoren den Papst in Rom als Oberhaupt der Kirche ab. Schließlich kam es so weit, dass sich die evangelische von der katholischen Kirche abspaltete. Ursprünglich hatte diese Trennung niemand gewollt. Nach dem Augsburger Religionsfrieden 1555 entschied jeder Landesherr, welche Konfession in seinem Gebiet gelten sollte. Als Reaktion auf die Reformation hat sich auch die katholische Kirche später gründlich erneuert. Doch die Spaltung der Kirche blieb bestehen. Erst heute besinnen sich beide Konfessionen in der ökumenischen Bewegung auf ihre Gemeinsamkeiten.
Was ist das Vaterunser? Christen beten im Gottesdienst oder für sich allein. Im Gebet danken sie Gott, sprechen ihre Sorgen aus, oder bitten für andere, die in Not - 46 -
Wegweiser sind. Oft beten sie miteinander ein Gebet, das schon Jesus mit seinen Jüngern gesprochen hat. Es steht im Matthäus-Evangelium. Dieses Gebet heißt nach den beiden Anfangsworten: „Vater unser“.
Was ist das Abendmahl? Das Abendmahl ist ein Sakrament. Es hat seinen Ursprung in der letzten gemeinsamen Pessachfeier von Jesus und seinen Jüngern. Am Abend, bevor er gefangen genommen und später getötet wurde, saß Jesus mit seinen Jüngern zum Sedermahl zusammen und teilte wie ein Familienvater Brot und Wein aus. Dabei gab Jesus Brot und Wein eine besondere Bedeutung. Zum Brot, das er den Jüngern gab, sagte er: „Das ist mein Leib.“ Und zum Wein, den er weiterreichte, sagte er: „Das ist mein Blut, das vergossen wird zur Vergebung der Schuld.“ Jesus meinte damit seinen Opfertod für die Sünden der Menschen. Bei der Abendmahlsfeier in der Kirche stehen Wein und Brot im Mittelpunkt, die als Leib und Blut Jesu gedeutet werden. Für die Gläubigen ist dabei Christus selbst in geheimnisvoller Weise anwesend. In der katholischen Kirche heißt das Abendmahl „Eucharistie“. Das Wort ist griechischer Herkunft und bedeutet „Danksagung“. Gemeint ist der Dank für den Opfertod Jesu. Die Teilnahme an der Eucharistie nennt man Kommunion (Gemeinschaft.)
Wozu gibt es Kirchen? Nach dem christlichen Glauben ist Gott an jedem Ort den gläubigen Menschen nah. Kirchen sind Orte der Einkehr und der Stille, in denen Gottes Gegenwart besonders spürbar sein kann. Sie sind der Platz, an dem sich die Christen versammeln. Da kirchliche Gebäude der Verehrung Gottes dienen, sind sie oft besonders geschmückt. In jeder Kirche steht ein Altar. Ursprünglich war ein Altar ein Tisch, auf den die Gemeinde Gaben als Dankopfer legte. Sie wurden später durch Geldgaben, die Kollekte, abgelöst. Auf dem Kirchenaltar liegt die Bibel, aus der im Gottesdienst vorgelesen wird. Auch der Wein und das Brot für das Abendmahl stehen auf dem Altar. Fast alle christlichen Kirchen haben einen Turm. Sie sollen schon von weitem sichtbar sein. Viele Kirchtürme tragen Glocken. Sie läuten um die Menschen zum Gottesdienst einzuladen. Früher wurden die Glocken zu bestimmten Zeiten des Tages geläutet, um die Menschen zum Gebet aufzufordern. Bild: Text: Eine anglikanische Pfarrerin feiert das Abendmahl. Auf dem Altar stehen der Kelch mit dem Wein und eine Schale mit dem Brot. Die anglikanische Kirche ist die reformatorische Kirche Englands.
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Wegweiser Bild: Text: Dieses Bild aus einer alten Bibelhandschrift zeigt Jesus im Kreise seiner Jünger beim letzten Abendmahl.
SAKRAMENT Bestimmte religiöse Handlungen im Gottesdienst werden auch Sakramente (Weihehandlung) genannt. Sakramente sind sichtbare Zeichen Gottes für seine Gegenwart. Beim Empfang eines Sakraments fühlt sich ein Christ besonders mit Gott und der Kirche verbunden. In der orthodoxen und der katholischen Kirche gibt es sieben Sakramente: Taufe, Eucharistie, Firmung, Buße, Krankensalbung, Priesterweihe und Ehe. In der evangelischen Kirche sind nur Abendmahl und Taufe ein Sakrament.
DAS CHRISTENTUM Ist die weltweit am weitesten verbreitete Religion. Etwa zwei Milliarden Menschen bekennen sich zum Christentum. Die katholischen Christen bilden mit etwa 900 Millionen die größte Gruppe unter den christlichen Kirchen.
MUTTER TERESA In der Nachfolge Jesu gibt es immer wieder Christen, die ihr ganzes Leben der Nächstenliebe widmen. Sie kümmern sich um Alte, Arme, Kranke oder Waisen. Ein Beispiel ist Mutter Teresa, die ihr leben in einem Weisenhaus in den Elendsvierteln von Kalkutta verbrachte und dort armen, elternlosen Kindern ein Zuhause gab. Für ihren Einsatz, der allen Menschen ein Vorbild sein kann, bekam sie 1979 den Friedensnobelpreis verliehen. Bild: Text: Das innere des Kölner Doms. Wenn man in ein Kirchengebäude hineingeht, betritt man meist einen großen, stillen Raum. Die Menschen sollen Ruhe finden von dem Lärm und den Sorgen des Alltags.
Was passiert im Gottesdienst? Schon die erste Gemeinde in Jerusalem kam regelmäßig zusammen, um aus der Bibel zu lesen, ein gemeinsames Mahl zu halten, zu beten und außerdem gaben für Bedürftige zu sammeln. Diese vier Elemente sind bis heute in den Gottesdiensten der meisten Kirchen zu finden, nur sind sie unterschiedlich gewichtet. In der protestantischen Kirche - 48 -
Wegweiser wird sehr viel Wert auf die Erklärung der Bibel in der Predigt gelegt. In der katholischen Messe wie auch im orthodoxen Gottesdienst steht die Feier der Eucharistie im Mittelpunkt. Die Gottesdienste der orthodoxen Christen sind außerdem durch die Anbetung Gottes in feierlichen Gesängen geprägt.
Was ist christliches Verhalten? Christen versuchen, in ihrem Leben dem Vorbild Jesu zu folgen. Eine Hilfe geben die Zehn Gebote. Als Jesus einmal gefragt wurde, was das wichtigste Gebot ist, antwortete er: „Du sollst Gott lieben von ganzem Herzen und deinen Nächsten wie dich selbst.“ Die Nächstenliebe, also die Sorge um andere Menschen, ist ein ganz wichtiger Teil des christlichen Lebens. Sie gilt besonders den Ärmsten und Schwächsten in der Gesellschaft. Nächstenliebe bedeutet auch Toleranz: Jeder Mensch ist ein Nächster. Damit ist auch gemeint, dass alle Menschen gleich viel wert sind.
Islam Was bedeutet Islam? Islam bedeutet „Hingabe an Gott“. Der Islam ist nicht nur ein Glaube, er ist eine Lebensweise. Denn wer den Islam annimmt, unterscheidet nicht zwischen Alltag und Gottesdienst, weil sein ganzes Leben ein Gottesdienst ist. Der Islam regelt sämtliche Bereiche des Lebens, von Essgewohnheiten über Kleidung, Erziehung und Wirtschaft. Wer sich für den Islam entschieden hat, wird Moslem oder Muslim genannt. Das bedeutet so viel wie „der, der sich Gott hingibt“. Manchmal hören oder lesen wir noch die alten Bezeichnung „Mohammedaner“. Dieser Name bedeutet „Anhänger des Mohammed“ und wird von den Muslimen abgelehnt. Er ist nämlich irreführend, weil man meinen könnte, dass Mohammed die wichtigste Rolle für die Gläubigen spielen würde. Die Muslime verehren Mohammed zwar als Propheten, der Gottes Wort empfangen hat, aber sie beten nicht zu ihm. Im Zentrum ihres Glaubens steht Gott.
Wer war Mohammed? Mohammed wurde um das Jahr 570 n. Chr. in der Stadt Mekka in Arabien geboren. Er wurde bereits im alter von sechs Jahren Vollwaise. Dennoch musste Mohammed in seiner Kindheit keine Not leiden. Denn in Arabien lebte man damals – und auch heute noch – in Großfamilien (Sippen), zusammen mit Großeltern, Onkeln, Tanten, Cousins und - 49 –
Wegweiser Cousinen. Mohammed wuchs unter dem Schutz seiner vornehmen und bedeutenden Sippe auf. Als er 12 Jahre alt war, begann Mohammed bei seinem Onkel Abu Talib den Beruf eines Kaufmannes zu erlernen. Als Kaufmann erwarb sich Mohammed wegen seiner Tüchtigkeit und Ehrlichkeit den Beinamen al-Amin, „der Vertrauenswürdige“. Eine reiche und schöne Geschäftsfrau Namen Chadidscha wurde auf ihn aufmerksam, verliebte sich und bot ihm die Heirat an. Mohammed und Chadidscha lebten viele Jahre glücklich zusammen. Sie bekamen mehrere Kinder. Mohammeds Söhne starben alle, bevor sie selbst Kinder bekamen. Darum stammen seine Nachkommen von seiner jüngsten Tochter Fatima ab. Nach dem Tode Chadidschas heiratete Mohammed vier Frauen, was nach islamischem Recht erlaubt ist. Bild: Text: Die von Abraham und Ismael erbaute Kaaba (das schwarze Gebäude rechts) in Mekka ist das älteste muslimische Gotteshaus. Mekka ist die Geburtsstadt des Propheten. Dort und in Medina wurde Mohammed der Koran offenbart. Es gehört zu den Pflichten eines gläubigen Muslim, einmal in seinem Leben nach Mekka zu pilgern. Siebenmal muss die Kaaba gegen den Uhrzeigersinn umrundet werden. Dabei werden Gebete gesprochen.
ALLAH Allah bedeutet „der Gott“ und ist im Islam der Name für den einen und einzigen Gott. Für einen Moslem hat Gott außer dem Namen Allah aber noch neunundneunzig andere Namen. Einige der neunundneunzig Namen Allahs sind: der Barmherzige, der Gnädige, der Gütige, der Weise, der Vergebende, der Beschützer und der Liebende. Die Zahl neunundneunzig wird symbolisch verstandne und bedeutet, dass der Mensch sich beliebig viele Namen für Gott ausdenken kann und trotzdem nie alle seine Namen finden wird. Denn Gott ist stets mehr, als ein Mensch wissen und ausdrücken kann. Daher können fast alle Worte, die für etwas Gutes stehen, auch Namen für Gott sein.
Wie wurde Mohammed Prophet? Mohammed war als Kaufmann erfolgreich und wohlhabend geworden. Er hätte mit seiner Familie zufrieden und bequem leben können. Doch es kam anders. Mit den Jahren hatte Mohammed eine tiefe innere Unruhe ergriffen. Er verspürte immer häufiger den Drang sich aus dem Lärm der Stadt zurückzuziehen. In solchen Momenten trieb es ihn hinaus zum Berg Hira und zu den felsigen Hügeln und Einöden, von denen Mekka umgeben ist. Mohammeds Landsleute waren Polytheisten. Das heißt, sie verehrten eine Vielzahl von Göttern und Geistern. Diese Viel- 50 -
Wegweiser götterei hatte Mohammed schon immer abgestoßen. Wenn er in der Einsamkeit der Wüste war, dass spürte er ganz deutlich und übermächtig die Gegenwart Allahs, des einen und einzigen barmherzigen Gottes. Als Mohammed 40 Jahre alt war, hatte er eines Nachts ein Erlebnis, das sein Leben von Grund auf verändern sollte. Er schlief damals in der Einsamkeit einer Höhle auf dem Berg Hira. Da wurde er von einer Stimme aufgeschreckt, die ihm befahl: „lqra´!“ – „Sprich nach!“ Mohammed sah auf und sah die strahlende Gestalt des Engels Gabriel. Er fühlte sich von einer übermächtigen Kraft zu Boden geworfen und hörte die Worte: „Sprich nach! Im Namen deines Herren, der erschuf, erschuf den Menschen aus geronnenem Blut. Sprich nach! Denn dein Herr ist allgültig, der durch die Feder gelehrt den Menschen, was er nicht gewusst.“ Mohammed war zutiefst entsetzt und erschüttert über diese Begegnung. In den nächsten Monaten wiederholten sich derartige Erlebnisse. Mohammed litt anfangs sehr darunter. Aber Chadidscha und einige Freunde des Propheten wurden nachdenklich und begannen diese Mitteilungen, die wir auch Offenbarungen nennen, ernst zu nehmen. Sie lernten die Worte und Sprüche, die Mohammed gehört hatte, auswendig, schrieben sie auf und sammelten sie. Aus den Worten Gottes, die Gabriel an Mohammed weitergab, entstand der Koran.
Was ist der Koran? Für Muslime ist der Koran das reine und unverfälschte Wort Gottes. Das arabische Wort Koran bedeutet „das Vorgetragene“. Der Koran ist aus dem Arabischen in viele Sprachen übersetzt worden, auch ins Deutsche. Für einen Muslim sind diese Übersetzungen jedoch nicht der göttliche Koran. Den wirklichen Koran gibt es nur in der arabischen Sprache. Deshalb lernen Muslime den Koran auf Arabisch auswendig, auch wenn sie eine andere Muttersprache sprechen.
Was steht im Koran? Mohammed hat den Koran nicht auf einmal empfangen. Die ältesten Verse stammen aus dem Jahre 610, die jüngsten aus dem Jahre 632, dem Todesjahr des Propheten. Die Offenbarungen wurden nach dem Tode des Propheten in 114 Suren (Abschnitte) zusammengefasst. Jede Sure (bis auf eine) beginnt mit den Worten: „Bismillah ar-Rachmann ar-Rachim“ („Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen“) Bevor ein gläubiger Muslim irgendetwas beginnt, sei es ein Gebet, eine Arbeit oder ein Geschäft, spricht er das Bismillah. Der Inhalt der 114 Suren des Korans ist sehr vielfältig. Sie schildern Gottes Eigenschaften, berichten von den Propheten und früheren Offenbarungen Gottes vor der Geschichte alter Völker, über Naturerscheinungen und über die - 51 –
Wegweiser Schöpfung insgesamt. Ein wichtiger Bestandteil des Korans sind auch Regeln und Hinweise für den Aufbau und das Zusammenleben der muslimischen Gemeinschaft. Nicht Mohammed spricht im Koran, sondern Gott. Das Leben und die Lehrer Mohammeds sind durch andere Schriften, die Hadithe, überliefert.
BILDERVERBOT Mohammeds Zeitgenossen beteten zu Bildern von Göttern in Menschen- oder Tiergestalt. Um diese Anbetung selbst gemachter Götterbilder abzuschaffen und auch in Zukunft unmöglich zu machen, untersagte der Islam die Darstellung von Gott. Streng genommen ist jede bildliche Darstellung von Lebewesen, also Menschen oder Tieren, verboten. Dennoch gibt es im Islam viele Kunstwerke, die beispielsweise das Leben Mohammeds darstellen. Das Gesicht des Propheten ist allerdings immer mit einem Schleier verdeckt oder nicht dargestellt. Bild: Text: Dieses Bild zeigt Mohammed im Kreise seiner Freunde. Mohammeds Gesicht ist wegen des Bilderverbots von einem Schleier verdeckt. Teile des Korans in künstlerischer Schönschrift (Kalligraphie) können als Wandschmuck dienen. Sie erinnern die Menschen zugleich an ihren Glauben an Allah und sprechen Lebensmut zu. Diese Koranhandschrift aus dem 12. Jahrhundert wurde von einem Kalligraphen (Schönschreiber) besonders prachtvoll gestaltet.
DIE ROLLE DER FRAU In vielen islamischen Ländern ist die Rolle der Frau auf das Haus beschränkt. In der Öffentlichkeit sollen sich Frauen nur mit einem Schleier zeigen. Von manchen Frauen wird dies heutzutage als Benachteiligung angesehen, andere aber tragen ihren Schleier mit Stolz als Schutz und Zeichen ihrer besonderen Stellung. Bild: Text: Ein kalligraphisches Schmuckblatt mit dem Bismillah: „Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen“.
KALLIGRAPHIE Da die bildliche Darstellung von Lebewesen, vor allem aber von Allah, verboten war, entwickelte sich in den islamischen Ländern die Kalligraphie, die Kunst der Schönschrift. Bis heute verziert man Vasen, Bilder, Schmuck, Teppiche und Wände mit arabischen Schriftzeichen und mit Ornamenten. Eine besondere Rolle spielt die Kalligraphie bei der Niederschrift des Korans. - 52 -
Wegweiser Bild: Text: Die Muslime sind überzeugt, dass ein Mensch, der die heiligen Verse lernt und mit dem Herzen versteht, Gott sehr nahe kommt. Oft können daher schon Kinder große Teile des Korans auswendig aufsagen, wie sie es in den Koranschulen gelernt haben. Jungen und Mädchen werden getrennt unterrichtet.
Lehnt der Islam die Bibel ab? Die Muslime achten und respektieren die Bibel als eine heilige Schrift. Sie glauben, dass die jüdische Thora, die Psalmen und die Evangelien des Neuen Testaments Gottes Wort sind. Jesus ehren sie als Propheten, jedoch ist er nach dem Glauben der Muslime nicht Gottes Sohn. Die Bibel ist allerdings nach muslimischer Überzeugung durch Zusätze verfälscht worden. Nur der Koran ist in arabischer Sprache über Mohammed direkt zu den Menschen gekommen und darum das reine Wort Gottes. Bild: Text: Mohammed hatte den Töchtern ausdrücklich die gleiche Bildung zugestanden wie den Söhnen.
Wollte Mohammed eine neue Religion gründen? Mohammed hat nie behauptet, dass er der Prophet eines neuen Gottes sei. Allah ist kein besonderer Name, sondern einfach die arabische Bezeichnung für der Gott“. Auch wollte er keine neue Religion gründen. Nach seiner Überzeugung gab es immer nur einen Gott. Und dieser Gott, Allah, ist nach muslimischer Überzeugung derselbe, von dem auch in den Schriften der Bibel die Rede ist. Der Koran nennt aus der Bibel zum Beispiel Abraham, Ismael, Jakob, Mose, Elia und Jesus. Sie waren Propheten, die Gott kannten und den rechten Glauben verkündigt haben. Der biblische Abraham ist der Urvater und das Vorbild des gläubigen Muslim. Er vertraute allein auf Allah (Gott), der den Menschen alles gibt, der barmherzig, ewig und allmächtig ist und der keine anderen Götter an seiner Seite hat.
Was verbindet Juden und Muslime? Juden und Muslime sind nach jüdischem und muslimischen glauben Nachkommen Abrahams. Denn Abraham hatte vor Isaak einen Sohn mit seiner Nebenfrau Hagar. Er hieß Ismael und ist der Stammvater
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Wegweiser der Araber. Sein zweitgeborener Sohn Isaak ist Vater der Stämme Israels, der Juden.
ZEITRECHNUNG Die muslimische Zeitrechnung beginnt mit der Hidschra am 16. Juli 622 nach Christus, als Mohammed mit seinen Anhängern Mekka verließ. Das Jahr 2000 nach Christus entspricht also nach dem muslimischen Kalender dem Jahr 1378. Abraham errichtete mit Ismael die Kaaba in Mekka. Die Religion Abrahams ging jedoch verloren, und die Kaaba wurde zu einem Tempel gemacht, in dem verschiedene heidnische Götter angebetet wurden. Alle Menschen, auch die Juden und die Christen, haben nach muslimischem Glauben Gottes Offenbarungen vergessen und verfälscht. Darum hat Gott Mohammed erwählt, als letzten und endgültigen Erneuerer des wahren Glaubens. Bild: Text: Von Mekka und Medina aus verbreitete sich der Islam im Laufe der Jahrhunderte in der ganzen Welt. Bild: Text: Das Grab Abrahams in Hebron. Juden, Christen und Muslime verehren alle denselben Gott, nämlich den Gott Abrahams, der in der jüdischen Tradition bezeugt ist. Darum werden diese drei Religionen auch „abrahamitische Religionen“ genannt.
Wie entstand die erste muslimische Gemeinschaft in Medina? Mohammed fand mit seiner Botschaft bald viele Anhänger und Freunde. Die ersten Anhänger des erneuerten Glaubens wurden verfolgt und sie hatten oft niemanden, der sie schützen konnte. Da erreichte Mohammed ein Angebot von den Einwohnern der Stadt Jathrib. Die Einwohner Jathribs waren untereinander zerstritten und suchten einen Führer, der sie vereinte und ihr Zusammenleben neu ordnete. Sie hatten von Mohammed gehört und baten ihn, in ihre Stadt zu kommen. Am 16. Juli 622 verließen Mohammed und seine Anhänger Mekka und zogen nach Jathrib. Die Stadt wurde fortan Medinat an-Nabi, „Stadt des Propheten“, abgekürzt Medina genannt. Mit der Auswanderung nach Medina, der Hidschra, beginnt die Zeitrechnung des Islam. Mohammed regelte in einem Vertrag das religiöse und politische Leben in Medina neu und begründete die Umma, die islamische Gemeinde. Alle am Vertragsabschluss beteiligten arabischen Stämme bekannten sich zum Islam. Sie verpflichteten sich außerdem zum gegenseitigen Beistand. Auch die zahlreiche jüdische Bevölkerung Medinas wurde zur Umma gerechnet, und es wurde ausdrücklich festgelegt, dass sie ihren jüdischen Glauben behalten durfte. Die Umma von Medina verkörpert - 54 -
Wegweiser das ideal der islamischen Gesellschaft und gilt bis heute als das Modell für islamische Staatswesen. Nachdem Mohammed in Medina zum religiösen und politischen Führer geworden war, musste er die neue Gemeinschaft vor den angriffen aus Mekka verteidigen. Erst im Jahre 630, zwei Jahre vor dem Tode des Propheten, gelang nach langen Kämpfen ein Friedenschluss mit Mekka. Auch dort hielt der neue Glaube Einzug. Mohammed ließ alle Götzenbilder aus der Kaaba entfernen und machte sie zum wichtigsten Heiligtum des Islam. Bild: Text: Himmelsreise Mohammeds. Von dem Felsen, auf dem Abraham seinen Sohn Isaak opfern wollte, erhob sich Mohammed auf einem geflügelten Wesen, dem Burag, für eine Nacht in den Himmel. Dabei besucht er auch Mose und Jesus.
DSCHIHAD Dschihad bedeutet wörtlich „Anstrengung“ und meint den persönlichen Einsatz von Vermögen und Leben für Gott und die islamische Gesellschaft. Dschihad gilt immer, im täglichen Leben, beim Lernen und bei der Arbeit, im Frieden und im Krieg. Der Koran billigt den Krieg als Mittel zur Verteidigung und um unterdrückten Glaubensgenossen zu Hilfe zu kommen. Der Krieg ist für den Koran niemals „heilig“, sondern höchstens ein notwendiges Übel. Kriege, die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen geführt werden, haben nichts mit Dschihad, der „Anstrengung für Gott“ im sinne des Korans zu tun. Wenn sich heute sogar Terrororganisationen „Dschihad“ nennen, so wiederspricht dies dem ursprünglichen Islam.
Was ist die Erlösung? Das ganze leben eines Muslim ist dem Dienst Allahs gewidmet. Nur wer den Willen Allahs erfüllt, kann nach seinem Tod erlöst werden und ins Paradies gelangen. Zu einem Zeitpunkt, den nur Allah kennt, wird das Jüngste Gericht stattfinden. Alle Toten stehen dann aus ihren Gräbern wieder auf und über jeden wird Gericht gehalten. Wer gut gehandelt hat und Allahs Gebote befolgt hat, wird belohnt und kommt ins Paradies. Alle anderen werden in eine Flammenhölle verbannt, wo sie bis in Ewigkeit leiden müssen. Propheten und Märtyrer, das sind Menschen, die für ihren Glauben und Allah gestorben sind, kommen direkt nach ihrem Tod ins Paradies. Kurz vor seinem Tod spricht jeder Muslim noch einmal das Glaubensbekenntnis. Die Toten werden mit dem Gesicht in Richtung Mekka begraben.
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Was sind die fünf Pfeiler des Islam? Die wichtigste Frage im Leben eines Muslim ist, wie er in allem, was er tut, den Willen Gottes erfüllt. Die fünf Pfeiler des Islam sind die fünf wichtigsten Regeln, die ein Muslim befolgen muss, wenn er Gott dienen will. Der erste und wichtigste ist das Glaubensbekenntnis (Schahada), dann folgen das tägliche fünfmalige Gebet (Salat) die Wohltätigkeit für die Armen (Zakat), das Fasten im Monat Ramadan (Saum) und eine Pilgerfahrt nach Mekka (Hadsch). Wichtig ist, dass die fünf Pflichten mit ganzem Herzen und aus Überzeugung ausgeübt werden.
Was sagt das Glaubensbekenntnis? Das islamische Glaubensbekenntnis, die Schahada, lautet: „La ilaha illa ´Llah / Muhammadun rasulu ´Llah“. Es kann übersetzt werden mit: „Es gibt keine Gottheit außer Gott (Allah) /Mohamed ist der Gesandte Gottes.“ Wer diese Worte öffentlich und mit ernster Absicht ausspricht, bekennt sich zum Islam und ist Muslim. Der Islam kennt keinen Unterschied von Rasse, Hautfarbe, Nationalität und sozialer Herkunft. Vor Gott sind alle Menschen gleich, und der Weg des Islam steht jedem offen. Bild: Text: Diese Zierkachel trägt die Inschrift „Allah ist groß“. Jeder Muslim auf der ganzen Welt kennt diesen Satz auswendig in Arabisch, der Sprache des Korans. Bild: Text: Die Hagia Sofia in Istanbul war ursprünglich ein christliches Gotteshaus, bis sie nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 in eine Moschee umgewandelt wurde. Die Moschee selbst symbolisiert die fünf Pfeiler des Islam: Die Kuppel in der Mitte steht für das Glaubensbekenntnis, die Türme für die übrigen vier Pfeiler.
Was ist die Armensteuer? Wie Wohltätigkeit ist eine der fünf Säulen des Islam. Wer nicht selbst arm und bedürftig ist, soll einmal im Jahr die Armensteuer (Zakat) geben. Der wohlhabende Muslim gibt 2,5% seines Vermögens. Er kann selbst entscheiden, welchen bedürftigen Menschen mit seinem Geld geholfen wird. Das Teilen von Reichtum mit anderen Personen erinnert den Muslim daran, dass jeder einzelne Mensch, egal, ob reich oder arm, einmalig und ein Wunder Gottes ist.
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Was ist der Ramadan? Der neunte Monat des islamischen Kalenders ist der Fastenmonat Ramadan. Während des Ramadan sollen alle Muslime den ganzen Tag über nicht essen, trinken, rauchen und keine sexuellen Beziehungen haben. Indem man auf diese Dinge verzichtet, findet man Ruhe und Zeit, um an Allah zu denken und zu beten. Das Fasten beginnt täglich mit dem Hellwerden und endet mit der Dunkelheit. Es gilt für Arme und für Reiche, für einfache und für bedeutende Leute gleichermaßen. Kranke, Kinder, Schwangere und Reisende sind vom Fasten ausgenommen. Die Regeln des Korans nehmen immer Rücksicht auf die Schwäche des Menschen. Der Islam verlangt keine übermenschlichen Leistungen, auch keine Heuchelei, sondern ehrliches Bemühen.
SCHARIA Scharia ist das islamische Recht. Die Grundlage ist der Koran. Wörtlich übersetzt bedeutet Scharia „Weg“. Die Scharia ist eine Hilfe. Allahs Gebote im täglichen Leben verwirklichen zu können. Es gibt keinen Bereich des Lebens, der nicht durch das islamische recht geregelt wird. So ist der Genuss von Schweinefleisch und Alkohol untersagt. Ebenso ist dem Muslim auch das Glücksspiel verboten und im Geldverkehr das Nehmen und Geben von Zinsen. Obwohl das islamische Strafrecht harte Strafen kennt, sollen diese nach dem Koran möglichst vermieden werden. So gilt beispielsweise das Prinzip der Vergebung, wenn der Täter seine Tat bereut. Bild: Text: Auf dem Berg Arafat bei Mekka sind Tausende von Pilgern versammelt, um dort zu beten. Die Pilgerfahrt bringt den Muslim körperlich und geistig in die Nähe Gottes.
Wer unternimmt die Pilgerfahrt nach Mekka? Jeder Muslim soll wenigstens einmal in seinem Leben nach Mekka pilgern. Im letzten Monat des islamischen Kalenders, dem Pilgermonat, nehmen jährlich mehr als zwei Millionen Menschen die Mühe der Pilgerreise auf sich. Das Ziel der Pilgerfahrt ist die Kaaba, die sich im Innenhof der Großen Moschee befindet. Die Pilger umschreiten siebenmal das würfelförmige Gebäude gegen den Uhrzeigersinn. Dabei sprechen sie Gebete und grüßen oder berühren den heiligen schwarzen Stein. Bild: Text: Islamische Pilger auf dem Weg nach Mekka. Jeder, der ein Auto hat, nimmt so viele Bekannte mit wie möglich.
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Wann und wie beten Muslime? Fünfmal am Tag ist Gebetszeit, nämlich vor Sonnenaufgang, am Mittag, am Nachmittag, am Abend und vor der Nachtruhe. Die Gebete können dort verrichtet werden, wo der Gläubige sich gerade befindet. Dabei wendet er sein Gesicht in Richtung der heiligen Stadt Mekka. Vor dem Gebet wäscht sich der Muslim in einer genau vorgeschriebenen Reihenfolge, die ihm hilft, sich innerlich auf das Gebet einzustellen. Als Zeichen der Erfurcht vor Gott knien die Gläubigen nieder und verneigen sich. Jeden Freitag treffen sich die Muslime zum gemeinsamen Gebet in der Moschee. Das tägliche Gebet soll für den Gläubigen eine Unterbrechung des Alltags sein. Es ermöglicht ihm, ungestört an Gott zu denken und sich seine Größe und Barmherzigkeit bewusst zu machen.
Was ist eine Moschee? Wenn ein Muslim gemeinsam mit anderen beten möchte, geht er dazu in die Moschee, das islamische Gebets- und Versammlungshaus. Zur Moschee gehört ein hoher Turm, das Minarett, von dem der Muezzin, der Gebetsrufer, zu den entsprechenden Zeiten die Gläubigen zum Gebet ruft. Das Gebet beginnt mit dem Ruf „Allahu akbar“, „Gott ist der Größte“. Mit dieser Formel stellt der Gläubige seine innere Bereitschaft zum Gebet her. Der Ruf des Muezzin wird oft mit einem Lautsprecher übertragen, denn er soll alle Gläubigen erreichen.
GEBETSTEPPICH Der Ort des Gebetes soll sauber sein. Darum benutzen Gläubige in der Regel einen kleinen Gebetsteppich. Beim Gebet soll sich der Gläubige mit dem Gesicht nach Mekka wenden. Darum ist auf dem Teppich mitunter ein Kompass eingenäht, damit der Gläubige weiß, in welcher Richtung die heilige Stadt liegt. Bild: Text: Muslimische Frauen vor dem Felsendom in Jerusalem. Der Felsendom, der 691 n. Chr. erbaut wurde, ist eine der heiligsten Kultstätten des Islam. Im Inneren befindet sich der Felsen, von dem aus Mohammed seine Himmelsreise unternommen haben soll. Bild: Text: Im Vorhof der Moschee befinden sich Brunnen für die rituelle Vorbereitung und Reinigung. Vor dem Betreten der Moschee werden die Schuhe ausgezogen. Bild: Text: Vom Minarett der Moschee aus ruft der Muezzin die Gläubigen zum Gebet. - 58 -
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Wo ist der Islam heute verbreitet? Nach dem Christentum zählt der Islam heute die meisten Anhänger in der Welt. Anfang der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts gab es weltweit etwa 860 Millionen Muslime. Der Islam ist vor allem in dem Gebiet von Westafrika bis nach Indonesien verbreitet. Um dem Islam zu begegnen, brauchen wir aber nicht in ferne Länder zu reisen. Auch in Europa leben viele Muslime. In Frankreich zum Beispiel gibt es 2,6 Millionen Muslime. Sie stammen zum größten Teil aus Marokko, Tunesien und Algerien. In Bosnien-Herzegowina, das vor dem Balkan-Krieg zu Jugoslawien gehörte, ist ein großer Teil der angestammten Bevölkerung muslimisch. In Deutschland ist der Islam nach der katholischen und der evangelischen Kirche die drittgrößte Religionsgemeinschaft. Ungefähr 2,7 Millionen Menschen in der Bundesrepublik bekennen sich zum Islam. Die meisten von ihnen (90%) sind aus der Türkei zu uns gekommen, aber auch mehr als 50.000 Menschen deutscher Herkunft haben den islamischen Glauben angenommen. Bild: Text: Am Freitag, dem islamischen Feiertag, treffen sich Muslime zum großen Freitagsgebet in der Moschee. Dort findet das Gebet unter Anleitung des Imam, des Vorbeters, statt. Der Gläubige betet nicht nur mit den Lippen, sondern mit dem ganzen Körper. Ehrfürchtig kniet er nieder und verneigt sich vor Allah. Die Gebete werden immer in Arabisch gesprochen. Alle Muslime auf der Welt kennen sie auswendig, auch wenn sie selbst eine andere Muttersprache haben. Bild: Text: Die Moschee ist für den Außenstehenden das markanteste Zeichen des Islam und meistens an ihren Minaretten gut zu erkennen. Auch in Europa gibt es Moscheen, wie hier zum Beispiel in Mannheim.
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Hinduismus Was versteht man unter Hinduismus? Das Wort Hindu ist vom Namen des Flusses Indus abgeleitet. Es bezeichnet Menschen, die Anhänger der ursprünglichen Religion Indiens sind. Fas neun von zehn Menschen in Indien bekennen sich zum Hinduismus. Da Indien ein sehr bevölkerungsreiches Land ist, ist der Hinduismus heute nach dem Christentum und dem Islam die drittgrößte Religionsgemeinschaft. Die indische Religion ist in einem Zeitraum von mehr als viertausend Jahren gewachsen. Sie wurde nicht von einer bestimmten Person gegründet und beruft sich auch nicht auf einen Propheten. Daher verbringt sich hinter der Bezeichnung „Hinduismus“ eine Vielzahl unterschiedlicher religiöser Vorstellungen. Deshalb gibt es auch kein Glaubensbekenntnis, das für alle Hindu gültig ist. Ebenso ist der Glaube an einen bestimmten Gott nicht verbindlich. Dennoch gibt es religiöse Vorstellungen, die für alle Hindus gleichermaßen gelten. Die Inder selbst nennen ihre Religion Sanatana dharma, das heißt „ewiges Gesetz“. Dharma bedeutet „Gesetz“ und ist die heilige Ordnung der Welt. Das Dharma schreibt die natürlichen und allgemein gültigen Regeln vor, die ein Mensch befolgen muss, damit sein Leben gelingen kann.
HEILIGER FLUSS Der Ganges ist der heilige Fluss der Hindus. Sie pilgern nach Benares, um dort in den Ganges einzutauchen und das Wasser zu trinken. Nach der Vorstellung der Hindus hat es reinigende Kräfte. Viele Hindus kommen auch nach Benares, um dort am heiligen Fluss zu sterben. Die Leichen werden am Ufer verbrannt und ihre Asche wird in den Fluss gestreut.
KASTE Das indische Wort für Kaste ist Varna und bedeutet „Farbe“. Viele Hindus erkennen die Kastengesetze an. Sie gewähren Sicherheit und schaffen ein Verbundenheitsgefühl innerhalb einer Kaste. Anderseits wird es von vielen Hindus als ungerecht empfunden, dass niemand aus einer niedrigen in eine höhere Kaste aufsteigen kann und ihm bestimmte Berufe verwehrt bleiben. Im modernen Indien kommt es immer häufiger vor, dass sich Menschen gegen die Kastengesetze auflehnen und beispielsweise einen Angehörigen einer anderen Kaste heiraten.
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Was ist das indische Kastensystem? Das Dharma, die heilige Weltordnung, bestimmt, dass jeder Hindu durch seine Geburt einer bestimmten Kaste angehört. Vier Kasten gibt es, die Brahmanen (Priester), Krieger, Bauern und Handwerker. Diese vier großen Kasten gliedern sich in ein kompliziertes System von zweibis dreitausend Unterkasten. Dabei gilt eine genaue Rangordnung: Die Brahmanen bilden die höchste Kaste, dann folgen die Krieger, die Bauern und die unterste Kaste bilden die Handwerker. Jede Kaste befolgt eigene Vorschriften und Bräuche und grenzt sich dadurch von den anderen ab. Hindu wird man nur durch Geburt in eine Kaste. Man kann nicht zum hinduistischen Glauben übertreten wie zum Beispiel zum Christentum durch die Taufe. Niemand kann seine Kaste verlassen und in eine höhere oder niedrigere Kaste aufgenommen werden. Denn die Geburt in eine bestimmte Kaste ist durch das Dharma festgelegt und ergibt sich aus dem Karma. Bild: Text: Indien mit den heiligen Flüssen Indus und Ganges.
Was sind Unberührbare? „Unberührbare“ oder auch Parias werden diejenigen genannt, die keiner Kaste angehören. Sie stehen auf der untersten Stufe der Gesellschaft. Sie müssen die Berufe ausüben, die niemand haben möchte, zum Beispiel Müllbeseitigung und ähnliche Dinge. Sie gelten daher als „unrein“ und Hindus dürfen sich nicht einmal berühren. Die Unberührbaren nennen sich selbst Dalit, das bedeutet „die Unterdrückten“. Damit wollen sie auf ihre schlechte Stellung in der Gesellschaft aufmerksam machen.
Was ist das Karma? Das altindische Wort Karma kann mit „Tat“ übersetzt werden. Das Karma, das sind die Taten eines Menschen, entscheidet über sein Schicksal. Wenn er Gutes tut, wird sein Leben glücklich verlaufen, wenn er schlecht handelt, endet es im Unglück. Das Karma entscheidet aber nicht nur über das gegenwärtige Leben. Die Hindus glauben an die Seelenwanderung und Wiedergeburt nach dem Tod. Das bedeutet, dass nur der Körper stirbt und die Seele in einem anderen Körper wiedergeboren wird. Man kann als Mensch wiedergeboren werden, aber auch als Tier. Es hängt vom Karma ab, ob die Form, in der man wiedergeboren wird, „besser“ oder „schlechter“ als die vorherige ist. Hat man zum Beispiel in seinem vorherigen Leben viel Böses getan, wird man vielleicht als Hund oder als Schwein wiedergeboren. Wer sich rich- 61 –
Wegweiser tig verhalten hat, kann in seinem nächsten Leben in eine höhere Kaste geboren werden. Darum empfindet ein traditionsverbundener Hindu seine Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste nicht als Ungerechtigkeit. Er weiß, dass er sich den Stellenwert seiner Geburt durch das Karma seiner vergangenen Leben selbst zuzuschreiben hat. Er wird sich deshalb bemühen, in seinem gegenwärtigen Leben die Pflichten seiner Kaste zu erfüllen und die Last des Karma zu verringern. So erreicht er im nächsten Leben eine höhere Stufe im Kreislauf der Wiedergeburt. Bild: Text: Hindus bei der Vorbereitung eines Opferrituals. Die Opfergaben bestehen aus Milch, Reis, Blumen oder Weihrauch. Tieropfer sind selten. Bild: Text: Jede Kaste hat ihre besonderen religiösen Pflichten und Riten. Bei der morgens, mittags und abends stattfindenden Andacht werden Veda-Verse gelesen. Bild: Text: Aufgrund der Überzeugung, dass auch in Tieren eine Seele wohnt, die in einem früheren Leben vielleicht in einem menschlichen Körper lebte, verzichtet ein Hindu nach Möglichkeit auf das Töten von Tieren und ernährt sich vegetarisch. Besonders heilig und geschützt sind Kühe.
ATMAN Atman nennen Hindus die Seele eines Menschen. Atman ist Teil des Universums. Wer seine Einheit mit dem Universum erkennt und zu allem sagen kann: „tat tvam asi“ („das bist du selbst“, dessen Seele ist mit Gott vereint und erlöst vom Kreislauf der Wiedergeburt.
GURU Gurus sind religiöse Lehrer oder Meister und haben eine wichtige Aufgabe. Sie ziehen von Ort zu Ort und lesen den Menschen die heilige Schrift vor. Das ist in einem Land, in dem viele Menschen weder lesen noch schrieben können, wichtig. Gurus erklären den Gläubigen das Dharma und geben ihnen Ratschläge, wie sie sich verhalte müssen, um den Weg der Erlösung zu gehen.
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ASKESE Askese ist die Überzeugung der Selbstbeherrschung mit dem Ziel, die seelischen Kräfte zu konzentrieren. Strenge Asketen können längere Zeit auf Nahrung, wärmende Kleidung und sogar auf Schlaf verzichten.
YOGA Wer Yoga erlernen will, muss zuerst seine Lebensweise darauf einstellen. Übungen in körperlicher Enthaltsamkeit und Selbstbeherrschung gehören ebenso dazu wie Ehrlichkeit und die Überwindung von Feindschaften. Ein zweiter Schritt sind Körperübungen, bestimmte Sitzpositionen und die Kontrolle des Atmens. Dann erst kann die vollkommenen Konzentration und Vereinigung mit dem göttlichen Geist gelingen.
Welcher Wege zur Erlösung gibt es? Erlösung bedeutet für den Hindu, seine Seele aus dem Kreislauf der Wiedergeburt zu befreien. Es gibt mindestens vier Wege, di ezur Erlösung führen. Da ist erstens der Weg des Handelns. Er besteht darin, sich genau an die Regeln zu halten, die das Dharma vorschreibt. Indem man seine religiösen Pflichten erfüllt, die Regeln seiner Kaste befolgt (den richtigen Partner heiratet, den standesgemäßen Beruf ergreift) und gute Taten vollbringt, steigt man in jedem neuen Leben auf, bis man schließich die höchste Stufe erreicht hat, auf der man nicht mehr wiedergeboren werden muss. Eine andere Möglichkeit ist der Weg der Konzentration. Hierzu gehören die Techniken, die bei uns als Yoga bekannt sind. Yoga bedeutet „Vereinigung mit Gott. Mit täglichen Übungen in Fasten, bestimmter Körperhaltungen, Atemtechniken und dem wiederholten Sprechen besonderer Worte, so genannter Mantras, befreit der Yogin seinen Geist von allen körperlichen Zwängen und vom Karma. Die Techniken und Lehren des Yoga wurden über Jahrhunderte entwickelt. Der dritte Weg heißt Bhakti, dass ist die Gottesliebe. Durch hingebende, verehrende liebe und Gebete vereint der Gläubige seine Seele mit der Gottheit. Eine vierte Möglichkeit ist Dschinana, der Weg der geistigen Erkenntnis. Er muss von einem Guru (Lehrer) erlernt werden, der aus den heiligen Schriften erklärt, wie die menschliche Seele (Atman) und der göttliche Geist (Brahman) beschaffen sind. Dieser Weg zielt darauf ab, dass der Mensch aufhört, sich mit seinem Körper und dessen Zuständen zu beschäftigen. Er muss erkennen, dass der Körper keine Bedeutung hat und nur eine leere Hülle ist. Das, was den Menschen ausmacht, ist in Wirklichkeit Atman, seine Seele. Atman ist Teil des Universums. Deshalb gehören Atman und Brahman zusammen. Auch Brahman ist ein Teil des Universums. Wer das erkannt hat, kann sich mit dem göttlichen Geist vereinen. Die vier Wege der Erlö- 63 –
Wegweiser sung in ihren unterschiedlichen Varianten und Verbindungen schließen einander nicht aus. Die indische Religion ist großzügig und bietet Raum für viele unterschiedliche Glaubensrichtungen. Bild: Text: Durch jahrelange Übung im Yoga befreit der Yogin seien Geist von den Fesseln der Körperlichkeit und erreicht ein höheres Bewusstsein.
Wie heißen die heiligen Schriften des Hinduismus? Die heiligen Schriften des Hinduismus sind sehr umfangreich und in Sanskrit, der altindischen Gelehrtensprache, niedergeschrieben. Die älteste hinduistische Schriftsammlung wird Veda genannt, das heißt übersetzt „das Wissen“. In den Veden sind religiöse Überlieferungen festgehalten, die über dreitausend Jahre alt sind. Sie enthalten Hymnen, Beschwörungen, Opfervorschriften und Weisheitslehren. Jeder Hindu erkennt die Autorität der Veden an. Die übrigen heiligen Schriften besitzen für die einzelnen Strömungen im Hinduismus einen unterschiedlichen Stellenwert. Zwei für den Hinduismus sehr bedeutende Werke sind das Ramayana und das Mahabharata. Das Ramayana berichtet vom göttlichen Helden Rama. In vielen tausend Versen werden Ramas Geburt, seine Kindheit und seine Abenteuer geschildert. Das Ramayana ist im heiligen Indien eine beliebte Vorlage für Filme, Theater, Malerei und Literatur. Es wurde auch in die deutsche Sprache übertragen. Das Mahabharata ist ebenfalls eine sehr umfangreiche und alte Dichtung, die von Göttern, Helden und großen Kämpfen erzählt. Das Mahabharata ist das längste Gedichtwerk der Welt. Diese beiden großen Dichtungen sind der Form nach Heldensagen. Dennoch geht es in ihnen letztlich nicht um Schlachten und Abenteuer. Sie zeigen am Beispiel der Erlebnisse der Helden, was gut und böse ist, wie ein Mensch richtig handelt und wie er zu Gott finden kann. Bild: Text: Ganesha ist der Gott, der Hindernisse beseitigt und die Gelehrsamkeit schützt. Er wird als dickbäuchiger Mann mit Elefantenkopf dargestellt.
VEDA Die Veden sind in vier große Sammlungen gegliedert: Rig-Veda, SamaVeda, Yajur-Veda und Atharva-Veda. Zu diesen vier Teilen gehören jeweils noch drei umfangreiche Textsammlungen: die Brahmanas, die Aranyakas und die Upanishaden.
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UPANISHADEN Die Upanishaden enthalten Geheimlehren. Eingeweihte Lehrer gaben dieses Wissen nur an Schüler weiter, die die nötige innere Reife besaßen, um seine tiefe Weisheit wirklich erfassen zu können. In den Upanishaden finden sich die bedeutsamsten Lehren des Hinduismus, beispielsweise die Idee des Karma und der Wiedergeburt (Samsara).
BHAGAVAD-GITA Ein Abschnmitt aus dem Mahabharata heißt Mhagavad-gita, „Gesang des Erhabenen“. Dieses Buch ist heute in Indien die bekannteste heilige Schrift. Viele Inder lernen es auswendig. Das Werk erzählt von dem Helden Arjuna, der sich vor einer großen Schlacht mit dem Fahrer seines Streitwagens unterhält. Dieser Wagenlenker heißt Krishna und ist eine Verkörperung des Gottes Vishnu. Vishnu hat menschliche Gestalt angenommen, um die Menschen den Weg der Gottesliebe (Bhakti) zu lehren. Bild: Text: Diese Abbildung aus dem Bhagavad-gita zeigt Krishna bei einem seiner Abenteuer.
MAHATMA GANDHI Unter der Führung von Mohan-das Karamcand Ghandi erreichte Indien im Jahre 1947 mit gewaltlosem Widerstand seine Unabhängigkeit von der Kolonialmacht England. Gandhi, der den Ehrennamen Mahatma, „große Seele“, bekam, war ein tief religiöser Mensch. Die Ideale, mit denen er seinen Kampf führte, entstammen dem Hinduismus: Streben nach Wahrheit, Gewaltlosigkeit und Liebe. Er setzte sich für die so genannten Parias ein, die „Unberührbaren“, und gab ihnen den Namen Harijans, das bedeutet „Kinder Gottes“. Durch Gandhis Lebenswerk ist in unseren Tagen Gedankengut hinduistischer Frömmigkeit weit über Indien hinaus für viele Menschen bedeutungsvoll geworden. Bild: Text: Der Küstentempel von Mahabalipuram ist dem Gott Shiva geweiht. Er ist wie alle Hindu-Tempel in der Form eines heiligen Berges gebaut.
IM HINDU-TEMPEL Im Mittelpunkt eines Hindu-Tempels, unter dem Turm, steht eine Figur des Gottes (oder der Göttin), der in diesem Tempel verehrt wird. An den Wänden stehen andere Götterstatuen. An einer besonderen Stelle - 65 –
Wegweiser können der Gottheit Speisen als Opfer dargebracht werden. In vielen Tempeln gibt es ein Wasserbecken. Damit sich die Gläubigen vor dem Gebet reinigen können. Umgeben ist der Tempel meist von schönen Gärten und einer Mauer.
Welche Götter verehrt ein Hindu? Die Zahl der indischen Gottheiten ist unübersehbar. Die am meisten verehrten Götter im heutigen Indien sind Vishnu und Shiva. Vishnu verkörpert das Prinzip der Welterhaltung. Wenn die Welt in Gefahr ist, erscheint Vishnu in Gestalt eines Tieres oder eines Menschen, um das Böse abzuwehren und die Ordnung wieder herzustellen. Die bekanntesten Avataras (Erscheinungen auf der Erde in Menschengestalt) Vishnus sind Rama und Krishna, deren Heldentaten in den Veden berichtet werden. Die Abenteuer und Weisheitslehren dieser beiden Helden sind in der indischen Kunst und Literatur ein beliebtes Thema. Der andere Gott, Shiva, steht gleichzeitig für die schöpferischen und die zerstörerischen Kräften des Alls. Manchmal wird er als Tänzer abgebildet, der durch seinen Zaubertanz im ewigen Kreislauf die Welt erschafft und wieder zerstört. Oft wird Shiva in liebevoller Umarmung mit seiner göttliche Gefährtin Shakti abgebildet, die ebenfalls heilende und zerstörende Züge trägt. In engem Zusammenhang mit Vishnu und Shiva steht der Gott Brahma. Brahma wird als Baumeister der Welt verehrt. Er ist aber nicht der höchste Schöpfergott, denn er baut und ordnet die Welt aus vorhandenen Teilen und nach Gesetzen, die ihm vorgeschrieben sind. Für manche Hindus sind Brahma, Vishnu und Shiva drei gleichrangige Erscheinungsformen eines einzigen allmächtigen Gottes.
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Buddhismus Wer war Buddha? Die buddhistische Religion ist nach ihrem Gründer Buddha benannt, der vor rund 2500 Jahren in Indien lebte. Buddha bedeutet: der Erwachte. Die Lebensgeschichte des Buddha ähnelt einem Märchen. Buddha wurde als Sohn eines reichen und mächtigen Fürsten in Nordostindien geboren. Er lebte ungefähr von 560 bis 480 vor Christus, vielleicht etwas später. Sein Geburtsname war Siddhartha Gautama, aus der Familie der Shakyas. Später nannte man ihn auch Shakyamuni, das heißt „der Weise aus der Shakyafamilie“. Sein Vater, Suddhodana, ließ anlässlich der Geburt seines Sohnes ein großes Fest feiern. Zu diesem Fest kam ein alter, weiser Mann und weinte. Er war zwar froh, dieses Kind zu sehen, aber auch traurig, weil er wusste, dass er die großen Taten dieses kleinen Jungen nicht mehr miterleben würde. Er konnte nämlich in die Zukunft voraussehen. Er weissagte, dass Siddhartha als Fürst oder als Weiser ein bedeutender Mensch werden würde. Bild: Text: Siddhartha Gautama, genannt Buddha, hat den Palast seines Vaters verlassen. Mit kurz geschorenen Haaren und in einfacher Mönchskleidung sitzt er unter einem Feigenbaum und denkt über das Leid in der Welt nach.
Wie wuchs Siddhartha auf? Siddharthas Vater wollte natürlich, dass sein Sohn ein Fürst werden sollte, wie er selbst es war. Deshalb ließ er Siddhartha zu einem Herrscher erziehen. Der junge Prinz hatte alles, was er sich nur wünschen konnte. Doch obwohl ihm sein Vater jeden Wunsch erfüllte, hatte Siddhartha das Geführl, dass ihm etwas fehlte. Mit 29 Jahren beschloss er, die Welt außerhalb des Palastes kennen zu lernen. Sein Vater ließ Ausflüge zu Pferd für ihn vorbereiten, bei denen er aber auch die schönen Seiten der Welt sehen sollte. Doch es gelang ihm nicht, das Elend der Welt ganz vor Siddhartha zu verbergen. Inmitten fröhlicher Menschen sah er einen alten Mann, dann einen Schwerkranken, und am Fluss konnte er beobachten, wie Leichen verbrannt wurden. Alter, Krankheit und Tod hatten Siddhartha bisher nicht gekannt. Er wollte wissen, warum diese Menschen leiden mussten.
Warum verließ Siddhartha den Palast? Bei seinen Ausritten hatte Siddhartha zum ersten Mal gesehen, was Armut, Krankheit und Tod sind. Ihm wurde klar, dass er selbst im Lau- 67 –
Wegweiser fe seines Lebens leidvolle Erfahrungen machen würde. Außerdem gab es so viele Menschen, die im Unglück lebten. Das erschütterte Siddhartha. Er konnte sein Leben nicht so fortsetzen, wie sein Vater es für ihn geplant hatte. Er musste herausfinden, woher das Leiden in der Welt kommt und ob man es verhindern kann. Heimlich verließ er den Palast. Er schnitt sein Haar ab und tauschte seine prächtigen Kleider mit den abgetragenen Sachen eines Bettlers. Er zog umher auf der Suche nach einem Meister, der ihm den Sinn des Lebens zeigen könne. Seine Suche war erfolglos, denn keiner der Gurus (Lehrer) die er auf seiner Wanderung traf, konnte ihn überzeugen. Dann versuchte er, das Leben eines Asketen zu führen. Er fastete so lange, bis er vor Hunger ganz schwach war. Schließlich erkannte er, dass auch dieser Weg nicht der richtige war, weil er zu übertrieben war. Siddhartha zog sich in einen Wald zurück und setzte sich unter einen Baum, um zu meditieren. Er saß mit übereinander geschlagenen Beinen ganz aufrecht da, schloss die Augen und dachte konzentriert nach. Bei dieser Übung wurden seine Gedanken klar und geordnet. Sein bisheriges Leben kam ihm wie ein Dämmerschlaf vor, aus dem er nun langsam aufwachte. Nachdem er sieben Jahre nachgedacht und meditiert hatte, hatte er eine Erleuchtung. Er erkannte, warum die Menschen leiden und wie man das Leiden verhindern kann. Durch seine Erleuchtung wurde Siddhartha zum Buddha.
Was sind die vier edlen Wahrheiten? In den sieben Jahren, in denen Buddha unter dem Feigenbaum meditierte, versuchte er Antworten auf folgende Fragen zu finden: Was ist Leiden? Wie entsteht das Leiden? Wodurch hört das Leiden auf? Wie kann ich das Leiden beenden? Die vier edlen Wahrheiten sind die Antworten auf diese Fragen. Sie lauten folgendermaßen: 1. Das leben besteht nur aus Leiden und alles Glück ist vergänglich. 2. Das Leiden wird von der menschlichen Begierde verursacht. 3. Das Leiden hört auf, wenn die Begierde aufhört. 4. Es gibt einen Weg, der zum Glück führt. Dies ist der achtfache Pfad. Mit dem Leiden ist jede Art von Unzufriedenheit gemeint. Die Unzufriedenheit entsteht aus den unerfüllten Wünschen der Menschen. Buddha lehrte, dass die Menschen am meisten an ihrer eigenen Gier leiden. Sie wollen immer mehr haben: zum Beispiel Geld, Schönheit oder Jugend. Dadurch sind sie nie zufrieden und kommen nie zur Ruhe. Hört die Gier auf, so hört auch die Unzufriedenheit auf. Um von den eigenen Wünschen loszukommen, muss man sich üben. Dazu dient der achtfache Pfad. Wenn man die Regeln des achtfachen Pfades befolgt, kann man sich von der Gier befreien und das Nirwana erreichen.
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Wegweiser Bild: Text: Die bekannteste Meditationshaltung ist der Lotussitz mit gekreuzten Beinen und aufgerichtetem Rücken, nach dem Vorbild von Buddha. Man konzentriert sich dabei auf das, was man gerade tut, nämlich Atmen.
MEDITATION Meditation ist das Üben des Geistes, durch das der Buddha seine Erkenntnis fand. Meditieren bedeutet, ganz konzentriert eine Tätigkeit ausführen. Dabei ist es wichtig, wirklich nur diese eine Sache zu tun und sich nicht ablenken zu lassen oder zu träumen. Meditation ist in jeder Situation möglich. Bei jeder Tätigkeit kann man Meditation üben: zum Beispiel, wenn man den Garten pflegt, das Schwert führt (viele asiatische Kampf- und Entspannungstechniken wie Kung-Fu oder TaiChi folgen buddhistischen Gedanken) oder einfach das Haus ausfegt.
DAS SPEICHENRAD AUF DEM JOKHANG-TEMPEL IN LHASA Die acht Speichen des Rades symbolisieren den achtfachen Pfad. Er besteht aus folgenden Teilen: Die rechte (richtige) Rede, das heißt nicht lügen oder schlecht über anderen; rechtes Handeln, das heißt niemandem etwas Böses zu tun; der rechte Lebenserwerb, das heißt seinen Lebensunterhalt so zu verdienen, dass man anderen nicht schadet; die rechte Anstrengung, um böse Gedanken zu unterdrücken; die rechte Aufmerksamkeit, das heißt immer genau darauf zu achten, ob man sich richtig verhält; die rechte Konzentration, die zur Meditation notwendig ist; die rechte Erkenntnis, die man braucht, um die Welt so sehen zu können, wie sie wirklich ist; das rechte Denken, das heißt Mitleid und Hilfsbereitschaft, das zu guten Taten führt. Bild: Text: Der Geburtstag Buddhas wird als fröhliches Fest gefeiert. Nach der Legende sprossen bei Buddhas Geburt rings um die Blumen auf. Deshalb wird ei Buddha-Statue mit Blumen geschmückt und mit Tee oder Wasser als Zeichen der neuen Geburt begossen. Es werden Räucherstäbchen angezündet und für die Kinder gibt es fröhliche Spiele. Zu Ehren Buddhas werden vor dem Tempel Vögel freigelassen. So frei wie die Vögel sollen alle Menschen und Tiere sein. Buddha lehrte die Menschen ihren Weg zur Freiheit.
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MANDALA Ein Mandala ist ein Bild, das als Meditationshilfe verwendet wird. Meistens ist es ein Kreis mit vielen komplizierten Verzierungen und Figuren. Beim Meditieren konzentriert man sich ganz auf die Betrachtung des Bildes.
Was bedeutet Nirwana? Durch den achtfachen Pfad kann es dem Menschen gelingen, die Gier zu überwinden, die das Leiden verursacht. Solange man die Gier nicht überwunden hat, ist man dazu verurteilt, nach dem Tod immer neu in einem anderen Körper wiedergeboren zu werden. Die Vorstellung der Wiedergeburt hat der Buddhismus mit dem Hinduismus gemeinsam. Buddha lehrte, dass die Gier die Menschen zu immer neuem Geborenwerden treibt. Wenn ein Mensch unzufrieden stirbt und noch unerfüllte Wünsche hat, kann seine Seele nicht zur Ruhe kommen und muss deshalb auf die Erde zurück, um erneut diesen Wünschen nachzujagen. Deshalb macht auch keine Wiedergeburt wirklich glücklich. Wer die Gier verlöschen lassen kann, beendet den Kreislauf der Wiedergeburten. Das Verlöschen heißt Nirwana. Nirwana ist das Ziel des achtfachen Pfades. Die Seele wird befreit und findet Ruhe. Das bedeutet aber nicht, dass man am liebsten schnell aus dieser Welt fliehen und sterben will. Wer den Weg des Buddha geht, wird frei von ungeduldigem Verlangen und unnützen Wünschen. Durch diese Freiheit kann man sehr viel Mitleid für Menschen, Tiere und alle Lebewesen aufbringen. Buddha war voller Mitgefühl und lehrte seine Erkenntnis allen, die sie hören wollten.
Ist Buddha ein Gott? Ursprünglich lehnt der Buddhismus alle Vorstellungen von einem Gott, Göttern oder gottähnlichen Wesen ab. Im Mahayana-Buddhismus (eine Hauptrichtung des Buddhismus) hat sich die Verehrung Buddhas und verschiedener Bodhisattvas, das sind Menschen, die wie Buddha die Erleuchtung erreicht haben, ausgebildet. Von ihnen erhofft man sich Hilfe bei dem Bemühen, den achtfachen Pfad zu gehen. In allen buddhistischen Ländern findet man eine Vielzahl von Buddha-Figuren, die von den Buddhisten verehrt und angebetet werden. Allerdings sind Buddha und die Bodhisattvas keine Götter, sondern eine Art Vorbilder und Führer, die den Menschen helfen, das Nirwana zu erreichen. Ganz besonders wird neben Buddha der Bodhisattva Avalokiteshvara verehrt. Er ist ein sehr gütiger Bodhisattva und ist voller Erbarmen und Mitleid für die Menschen. Deshalb wird er auch „Bodhisattva des Erbarmens“ genannt. - 70 -
Wegweiser Bild: Text: Tibetische Gebetsmühlen haben heilige Verse (Mantas) eingraviert. Jede Umdrehung entspricht dem einmaligen Vortragen eines Gebets. Meistens werden die Mühlen von Hand gedreht, manchmal sind sie auch mit Wasser- oder Windmühlen verbunden und können so ständig in Bewegung gehalten werden. Bild: Text: Hier eine Abbildung des Bodhisattva avalokiteshvara. Seine tausend Arme, die ihn wie Flügel umrahmen, symbolisieren seine Hilfsbereitschaft und Güte. Bild: Text: Es gilt als gutes Werk und Üben der Barmherzigkeit, die umherziehenden Mönche mit Speisen zu versorgen. Die Menschen danken den Mönchen, wenn sie ihnen etwas geben dürfen. Diese nehmen alles an und essen später im Kloster.
Wie ist das Bodhisattva-Ideal? Ein Bodhisattva ist jemand, der die Erleuchtung gefunden hat, aber freiwillig nicht ins Nirwana eingeht, bevor auch alle anderen Lebewesen so weit sind. Er hilft den anderen Menschen auf ihrem Weg zur Erkenntnis. Man kann diesem Vorbild nacheifern, indem man für einige Zeit oder sein ganzes Leben in ein Kloster geht. Es ist auch möglich, außerhalb eines Klosters diesem Ideal nachzustreben. Man folgt dabei fünf Geboten: nicht töten, nicht stehlen, nicht die Sexualität missbrauchen, keine Rauschmittel einnehmen, nicht lügen. Für Mönche und Nonnen kommen Klosterregeln und fünf weitere Gebote hinzu: nach dem Mittag nichts mehr essen, keine Vergnügungen (Kino, usw.) aufsuchen, keine Kosmetik benutzen, keinen Schmuck tragen, nicht auf erhöhten Stühlen sitzen. An machen Feiertagen gelten diese fünf Klosteregeln für alle Buddhisten. Bild: Text: Beim Eintritt in das Kloster wird das Haar geschoren, wie auch Siddhartha sein Haar abschnitt, als er sein Vaterhaus verließ. Viele Jugendliche und auch schon Kinder wachsen in Klöstern auf, in denen sie, wenn sie es möchten, ein Leben lang bleiben können.
Was ist ein Stupa? Buddha starb im Alter von 80 Jahren bei Gorakhpur in Indien. Seine Asche wurde an acht Orten bestattet. Darüber wurden halbkugelförmige Gebäude mit einer Spitze errichtet, die Stupa genannt werden. Später wurde die Asche Buddhas mehr enthalten. Sie genießen hohe Ver- 71 –
Wegweiser ehrung, weil sie in ihrem Aufbau die fortschreitende Erkenntnis und den achtfachen Pfad darstellen.
Wo ist der Buddhismus verbreitet? Der Buddhismus hat im Laufe der Jahrhunderte viele Formen ausgebildet. Er hat religiöse Traditionen und Vorstellungen der Völker, die ihn annahmen, aufgenommen. Darum ist der Buddhismus nicht überall gleich. Heute gibt es vielfältige buddhistische Traditionen in den asiatischen Ländern Sri Lanka, Thailand, Burma, Laos, Kambodscha, Vietnam, Malaysia, China, Korea, Mongolei, Nepal, Bhutan, Tibet und Japan. In den letzten 150 Jahren ist der Buddhismus auch nach Europa und Nordamerika gekommen. Bild: Text: Buddhistischer Mönch in Thailand bei Gebet im Tempel. Bild: Text: Einmal im Jahr findet im Todaiji-Tempel in Japan das Ritual der „heiligen Körperreinigung“ statt. Dabei entfernen Mönche den Staub von der etwa 15 Meter hohen Buddha-Statue. Es wird gesagt, dass diejenigen, die mit dem Staub der Buddha-Figur in Berührung kommen, ein Jahr lang von Unglück verschont bleiben. Bild: Text: Buddha-Statue aus der Mongolei. Sie trägt eine Kappe in der mongolischen Landestracht. Bild: Text: In Stupas, das sind halbkugelförmige Begräbnishügel, wurde einst die Asche Buddhas bestattet. Das Bild oben zeigt einen der ältesten Stupas. Er steht in der Stadt Sanchi in Indien und wurde im 3. Jahrhundert vor Christus erbaut. Bild: Text: Einer der berühmtesten Stupas ist die Shwedagon-Pagode in Burma. In ihrem Inneren befindet sich eine kostbare vergoldete Buddha-Statue. Bild: Text: Der wohl bekannteste Buddhist ist Tenzin Gyatso, der 14. Dalai-Lama.
Wer ist der Dalai-Lama? Der Dalai-Lama ist das Oberhaupt der tibetischen Buddhisten. Er gilt als die Wiedergeburt des Bodhisattva Avalokiteshvara, des Bodhisattva des Erbarmens. Dessen Geist lebt nach tibetischem Glauben in der - 72 -
Wegweiser Gestalt beziehungsweise im Körper des Dalai-Lama weiter. Denn ein Bodhisattva verzichtet nach seiner Erleuchtung auf das Nirwana und muss daher in Menschengestalt weiter auf der Erde leben. Nach dem Tod eines Dalai-Lama geht der Geist des Bodhisattva in ein neugeborenes Kind über, das dann der nächste Dalai-Lama wird. Nach tibetischem Glauben ist der derzeitige Dalai-Lama die vierzehnte Wiedergeburt des Bodhisattva des Erbarmens. Seit 1959 lebt er im Exil in Indien, weil Tibet von China gewaltsam erobert und besetzt wurde. Dabei wurden viele buddhistische Mönche umgebracht. Seit seiner Flucht aus Tibet kämpft er gewaltfrei um die Wiedererlangung der Freiheit für sein Volk. Dafür wurde er 1989 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Wegen seines Kampfes für Frieden und Menschlichkeit ist er vielen Menschen ein Vorbild.
GLOSSAR Allah Apostel Atman Bar/Bat Mizwa Bibel Bismillah Bodhisattva Brahma Chanukka Dekalog Dharma Diaspora Dschihad Evangelium
Arabisch für „der Gott“. Menschen, die Jesus ausschickte, um von seiner Auferstehung zu berichten. Im hinduistischen Glauben die Seele. Jüdisches Volljährigkeitsfest. Heiliges Buch der Juden und Christen. Besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Das Neue Testament wird nur von den Christen anerkannt. Muslimisches Gebet. Einer, der die Erleuchtung erreicht hat, aber freiwillig auf das Nirwana verzichtet, bis alle anderen Menschen auch dort sind (Buddhismus). Im hinduistischen Glauben „das Göttliche“. Jüdisches Fest zur Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem, der 167 v. Chr. verwüstet worden war. Die Zehn Gebote im Alten Testament, die Mose vom Berg Sinai mitbrachte. Nach hinduistischem Glauben die göttliche Weltordnung. Leben der Juden in der „Zerstreuung“, das heißt fern des „gelobten Landes“. Heute wird das Wort auch für Angehörige anderer Religionen gebraucht. Arabisch für: „Anstrengung für Allah“ Berichte über das Leben Jesu im Neuen Testament, nach den vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas - 73 –
Wegweiser Exodus Guru Hidschra Ikone Imam Jom Kippur Jüngstes Gericht Kaaba Karma Kaschrut Kaste Kippa Kommunion Konfession Koran Koscher Mantra Menora Messias Mesusa Monotheismus Moschee Nirwana Ostern Pessach Polytheismus Prophet Rabbiner (Rabbi) Ramadan Reformation
und Johannes benannt. Auszug der Juden aus Ägypten unter Führung von Mose. Hinduistischer Lehrer. Jahr des Auszugs Mohammeds nach Medina am 16. Juni 622; Beginn der muslimischen Zeitrechnung. Heiliges Bild in der orthodoxen Kirchen. Vorbeter (Islam). Jüdischer Versöhnungstag. Ende der Welt, an dem Gott entscheidet, wer erlöst wird (Islam, Christentum). Wichtigstes Heiligtum der Muslime in Mekka. Summe aller guten und schlechten Taten; entscheidet über Wiedergeburt (Hinduismus). Jüdische Speisegesetze. Hinduistische Bevölkerungsgruppe. Kleine Kappe, die jüdische Männer beim Gebet tragen. Austeilung von Brot bzw. Brot und Wein bei Eucharistie bzw. Abendmahl (Christentum). Glaubensrichtung; religiöses Bekenntnis. Heiliges Buch der Muslime; enthält Gottes Wort, das Mohammed offenbarte. Der Daschrut entsprechend (Judentum). Heiliges Wort oder Vers, wird beim Gebet gesprochen (Hinduismus). Siebenarmiger Leuchter (Judentum). Erlöser, den Gott nach jüdischer Vorstellung schickt. Kleines Röhrchen, enthält Schma Israel, an Türen befestigt (Judentum). Glaube an einen einzigen Gott. Islamisches Gebetshaus. Erlösung im buddhistischen Glauben. Auferstehungsfest Jesu. Jüdisches Osterfest; Feier des Auszugs aus Ägypten. Glaube an viele Götter. Mensch, der Gottes Wort verkündet, das dieser ihm offenbart hat. Jüdischer religiöser Lehrer, Studiert und erklärt die heiligen Schriften. Muslimischer Fastenmonat. Erneuerungsbewegung in der christlichen Kirche, die - 74 -
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Sabbat Schahada Scharia Schawuot Schma Israel Stupa Sure Synagoge Tallit Talmud Tefillin Tenach Thora Umma Veda Weihnachten Yoga
zur Spaltung in die evangelische und katholische Kirche führte. Jüdischer Feiertag (Samstag). Muslimisches Glaubensbekenntnis. Islamisches Recht; Grundlage ist der Koran. Jüdisches Erntedankfest und Erinnerung an die Zehn Gebote. Jüdisches Glaubensbekenntnis. Buddhistischer Kultbau. Stupas enthielten ursprünglich die Asche Buddhas. Abschnitt des Korans. Jüdisches Gebets- und Versammlungshaus. Gebetsumhang (Judentum). Kommentare (Erklärungen) zur Thora. Kleine Lederkapseln an Riemen. Sie werden auf der Stirn und auf der linken Hand getragen und enthalten das Schma Israel. Heilige Schriften der Juden, Altes Testament der Bibel. Die fünf Bücher‚ Mose. Erster Teil des Alten Testaments der Bibel. Islamische Gemeinde. Heilige Schriften der Hindus. Geburtsfest Jesu. Körperliche und geistige Übungen (Hinduismus).
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Hilfsorganisationen Alles, was ihr also von anderen erwartet, das tut auch ihnen! Mt. 7,18 Der einzelne Mensch ist manchmal nicht imstande, Gewaltlosigkeit und Frieden in die Tat umzusetzen. Mit Gleichgesinnten fällt es leichter an die Verwirklichung dieser Ziele heranzugehen. So entstanden internationale Vereinigungen und Gemeinschaften (Organisationen).
Caritas Caritas ist die in jeder Pfarrei und Diözese eingerichtete christliche Gemeinschaftshilfe für besondere Notfälle und Notstände.
Rotes Kreuz Ursprünglich gegründet, um verwundeten Soldaten zu helfen, hat es in den mehr als 120 Jahren seines Bestehens seine Tätigkeiten auf den Gebieten der humanitären (menschlichen) Hilfe wesentlich erweitert.
Amnesty International Amnesty International ist eine Gefangenenhilfsorganisation, die sich weltweit für die Freilassung von politischen Gefangenen, sofern sie keine Gewalt angewendet haben, einsetzt. Weiters versucht Amnesty International jenen Menschen zu helfen, die wegen ihrer religiösen Überzeugung, ihrer Hautfarbe, Rasse oder Sprache verhaftet, gefangen oder auf andere Weise physischem (körperlichem) oder psychischem (seelischem) Zwang ausgesetzt werden.
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SOS-Kinderdorf International Der Vorarlberger Herman Gmeiner (gest. 1986) gründete im Jahre 1949 das erste Kinderdorf in Imst/Tirol mit dem Ziel, verwaisten Kindern Geborgenheit, Liebe und Güte in einer neuen Familie (Mutter-Familie) zu geben. Die SOSKinderdörfer sind heute ein weltweites Sozialwerk mit über 700 Einrichtungen in 90 Ländern der Welt.
Orden In Österreich gibt es zahlreiche Orden, die in der Kranken-, Alters- und Behindertenpflege sehr viel leisten. Zu den bekannten Krankenpflegeorden zählen: die Barmherzigen Schwestern, die Kreuzschwestern, die Elisabethinnen, die Hartmannschwestern, die Barmherzigen Brüder und viele andere.
„Pflicht gegenüber dem Nächsten beschränkt sich nicht darauf, Almosen zu geben - sie erfordert mehr als das, sie erfordert oft Selbstaufopferung um wirksam zu sein.“ Baden-Powell - 77 –
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Unser Schutzpatron St. Georg Die Ritterlichkeit war für BiPi eine besonders wertvolle Charaktereigenschaft und deshalb wurde er nicht müde, in persönlichen Gesprächen und in seinen Schriften die Ritter als Vorbilder hinzustellen. „Die alten Ritter“ so schrieb er unter anderem, waren sehr religiös und immer darauf bedacht am Gottesdienst teilzunehmen, besonders vor dem Kampf oder vor irgendeiner schwierigen Aufgabe. Sie verehrten Gott nicht nur in der Kirche, sondern auch in der Natur und in seinen Geschöpfen, in den Tieren und Pflanzen. So soll es auch der Pfadfinder halten: Er soll die Wunder der Natur lieben und darin Gott erblicken, den Gott seiner Religionsgemeinschaft. Ritterlichkeit und Treue zu Gott, diese beiden Tugenden fand Bipi in einer legendären Gestalt vereint: im Ritter St. Georg, den er 1909 offiziell zum Schutzpatron der Pfadfinder erklärte. Kaum ein Heiliger ist so von Legenden umrankt wie dieser. Er entstammte einer vornehmen Familie und war zuerst Soldat und später Tribun im römischen Heer. Zu jener Zeit wurde das Land von einem fürchterlichen Drachen beherrscht, dem täglich zwei Schafe zur Besänftigung geopfert werden mussten. Als alle Schafe dahin waren, forderte der Drache Menschenopfer. Das Los, welches das erste Opfer bestimmen sollte, fiel auf die Tochter des Königs. In Brautkleidung trat sie ihren Opfergang an. Da griff Georg den Drachen mit einer Lanze an, verletzte ihn und führte ihn vor das Volk. Er versprach das Untier zu töten, wenn sich alle von ihm taufen lassen. Nachdem Volk und König damit einverstanden waren, tötete Georg den Drachen, worauf sich 15.000 Menschen taufen ließen. Von Christenverfolgern wurde Georg im Jahr 305 festgenommen. Alle Folterungen – er wurde auf ein Rad gebunden und in glühenden Kalk geworfen – überstand er ohne Verletzungen. Durch dieses Wunder beeindruckt, ließ sich die Kaiserin bekehren und wurde zusammen mit Georg vor den Toren der Stadt enthauptet. Dies alles soll sich in der palästinensischen Stadt Diospolis zugetragen haben. Die Kreuzfahrer trugen Georgs Namen nach Europa.
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2. Verantwortungsbewusstes Leben in der Gemeinschaft
„Im Trupp müsst ihr selbst denken und auf eigenen Füßen stehen. Ihr müsst von selbst aufhören einer Menge zu folgen, wenn ihr nicht sicher seid, dass die Menge sich auf einem pfadfinderischen Weg befindet. Ihr müsst davon absehen etwas aufzugeben, nur weil es schwierig und hart erscheint. Ihr braucht echten Mut und Stetigkeit.“ Baden-Powell - 79 –
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Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Persönlich selbstständiger sein und zur Gemeinschaft etwas Eigenes beitragen; helfen, wo dies möglich ist und damit Freude schenken.
Gu/Sp Seinen Platz in der Gemeinschaft ausfüllen; demokratische Spielregeln einhalten.
Ca/Ex Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft tragen, offen über die Kleingruppe hinaus sein und auf die Bedürfnisse des Einzelnen eingehen.
Ra/Ro Tolerant, rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst gegenüber dem Einzelnen und der Gemeinschaft sein; Pflichten und Aufgaben erkennen und danach handeln.
Der Pfadfinder ist treu und hilft, wo er kann.
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Versprechen Im Versprechen sind die grundlegenden Ideen der Pfadfinderei festgelegt. Diese Werte (=Ideen, Grundlagen) sind für alle Pfadfinder auf der ganzen Welt die selben. Das Versprechen ist gar nicht leicht einzuhalten, sondern etwas sehr Ernstes und du bist kein richtiger Pfadfinder, solange du nicht dein Bestes gibst, um stets diesem Versprechen getreu zu leben. Pfadfindertum bedeutet nicht nur Vergnügen, sondern erwartet auch ziemlich viel von dir.
Ich verspreche bei meiner Ehre, dass ich mein Bestes tun will, Gott und meinem Vaterland zu dienen, meinen Mitmenschen zu helfen und nach dem Pfadfindergesetz zu leben.
Du versprichst dreierlei 1. Gott und deinem Land zu dienen als Pfadfinder sollst du einer Religionsgemeinschaft angehören Du hörst nie auf Gott zu suchen und bist bemüht, dich aktiv mit deinem Glauben auseinanderzusetzen und danach zu leben Du nimmst deine Aufgaben in Staat und Gesellschaft ernst (z.B. Schulbesuch, Vorbereitung auf die Berufsausbildung, Umweltschutz, Mülltrennung, Einrichtungen der Gemeinschaft erhalten helfen und nicht zerstören, dir selbst eine Meinung bilden und nicht gedankenlos etwas nachplappern, …).
2. Deinen Mitmenschen zu helfen Hilfsbereitschaft ist ein besonderes Kennzeichen der Pfadfinder. Du bemühst dich darauf zu achten wie es anderen Menschen geht, ob sie deinen Rat oder deine Hilfe brauchen. Du bemühst dich täglich mindestens eine „Gute Tat“ zu tun.
3. Nach unserem Gesetz zu leben Das Pfadfindergesetz ist eigentlich ein Lebensprogramm für dich. Du wirst in den verschiedenen Abschnitten deines Lebens immer wieder Neues für dich darin entdecken. - 81 –
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Wahlspruch Dies bedeutet, dass du geistig und körperlich jederzeit bereit bist deine Pflicht zu erfüllen. Geistig „allzeit bereit“ bist du, wenn du dich so weit in der Hand hast, dass du jeden Unfall oder Vorfall, der sich ereignen könnte im Vorhinein gründlich überdacht hast, um im richtigen Augenblick das Richtige zu tun. Körperlich „allzeit bereit“ bist du, wenn du dich stark, gelenkig und fähig erhältst, um im richtigen Augenblick das Richtige zu tun und es dann auch wirklich tust. Gehe mit offenen Augen durch die Welt, zeige Mut und sei bereit das Versprechen im täglichen Leben anzuwenden.
Gesetz Das Pfadfindergesetz ist eine Auflistung von Regeln. Es gleicht einer Lebenseinstellung bei der es dir selbst wichtig ist dein Bestes zu geben, um nach diesen Regeln zu leben, ohne von jemandem kontrolliert zu werden. Wenn du nach einem Gesetz leben willst, so musst du dir die einzelnen Punkte immer wieder neu anschauen und überlegen. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8.
Der Der Der Der Der Der Der Der
Pfadfinder Pfadfinder Pfadfinder Pfadfinder Pfadfinder Pfadfinder Pfadfinder Pfadfinder
sucht den Weg zu Gott. ist treu und hilft, wo er kann. achtet alle Menschen und versucht sie zu verstehen. überlegt, entscheidet und handelt danach. lebt einfach und schützt die Natur. ist fröhlich und unverzagt. nützt seine Fähigkeiten. führt ein gesundes Leben.
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1. Der Pfadfinder sucht den Weg zu Gott Gemeinsam Gottesdienst feiern oder auch bei der Vorbereitung mithelfen; über eigene Schwächen und Stärken nachdenken; überlegen, wie du dich anderen Menschen gegenüber verhältst; darüber nachdenken, was Gott von dir erwartet und ob du das erfüllst; danken, wenn andere für dich oder die Gemeinschaft etwas getan haben; deinen Mitmenschen zeigen, dass du sie magst, schätzt, achtest oder dich mit ihnen freust.
2. Der Pfadfinder ist treu und hilft, wo er kann dich zu Gemeinschaften, denen du angehörst, bekennen; zu jemandem halten bzw. in Notsituationen nicht im Stich lassen; Hilfe selbst anbieten, anstatt zu warten bis jemand dich bittet; Aufgaben in der Familie, in der Patrulle, im Trupp oder in der Gruppe übernehmen und gewissenhaft ausführen; sorgsam und verantwortungsbewusst mit dem Eigentum anderer oder der Gemeinschaft umgehen.
3. Der Pfadfinder achtet alle Menschen und versucht sie zu verstehen Leben, Eigenart, Fähigkeiten anderer Menschen achten; andere Kulturen, Sitten, Religionen kennen lernen und sich damit auseinandersetzen; mit möglichst vielen anderen Menschen Freundschaft schließen; darüber nachdenken, warum du manche Mitmenschen nicht so gerne magst und überlegen, warum ein anderer Mensch sich bei einem Problem für andere Lösungen entscheiden könnte als du.
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4. Der Pfadfinder überlegt, entscheidet sich und handelt danach Überlegen, was du erreichen willst und welche Möglichkeiten dir dazu offen stehen; die beste Lösung auswählen und in die Tat umsetzen; immer wieder überlegen, ob du die richtige Entscheidung getroffen hast; wenn nicht, darfst und musst du daran etwas verändern; nicht gedankenlos alles nachplappern, was andere sagen, sondern dich um eine eigene Meinung bemühen; Herausfinden, ob deine Handlungen eher spontan oder eher überlegt erfolgen.
5. Der Pfadfinder lebt einfach und schützt die Natur Das heißt nicht unbedingt auf Annehmlichkeiten verzichten zu müssen, sondern zu erfahren, dass man auch mit einfachen Mitteln Schönes erleben und gut auskommen kann, es sich auch ohne großen Aufwand im Lager gemütlich machen kann, überflüssigen Luxus vermeiden und auch mit einfachen Mitteln zurecht kommen kann, nicht alle Modetrends mitmachen muss; mit Rohstoffen, wie z.B. Wasser und Energie sorgsam und sparsam umgehen soll, richtig planen und bewusst einkaufen soll, um so wenig Müll wie möglich zu verursachen.
6. Der Pfadfinder ist fröhlich und unverzagt Nicht verzweifeln und den Mut verlieren, es gibt immer einen neuen Anfang; jede Aufgabe anpacken, die dir das Leben stellt oder es wenigstens versuchen; das Beste aus einer Situation machen und nach geeigneten Lösungen suchen; mit guter Laune und frohem Mut an eine Aufgabe herangehen.
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7. Der Pfadfinder nützt seine Fähigkeiten Deine Talente entdecken und sie durch Übung weiterentwickeln; offen sein für Neues; Mit deinen Fähigkeiten zum Gelingen des Patrullen- bzw. Gemeinschaftslebens beitragen Dir selbst etwas zutrauen – jedoch nicht leichtsinnig sein
8. Der Pfadfinder führt ein gesundes Leben Über deinen eigenen Körper und seine Entwicklung Bescheid wissen; deinen Körper pflegen, ihn trainieren, ihn gesund erhalten und auf seine Signale achten; überlegen, wieso viele Menschen rauchen, Alkohol trinken oder Drogen nehmen; selbst keine Drogen nehmen, Alkohol und Zigaretten meiden; deine eigene Ernährungsweise beobachten und eventuell verändern.
„Das Pfadfindergesetz ist unsere bindende, disziplinäre Kraft. Der Junge wird nicht durch TU-DAS-NICHT geleitet, sondern durch TUDAS geführt. Das Pfadfindergesetz wurde eher als Leitfaden für seine Tätigkeit, denn zur Unterdrückung seiner Fehler erfunden.“ Baden-Powell - 85 –
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Uniform Wenn wir zusammengehören, dann wollen wir das auch nach außen zeigen. Eine Uniform alleine macht keinen Pfadfinder aus. Die Uniform solltest du als äußeren Ausdruck deiner inneren Einstellung verstehen. Sie sieht je nach Land unterschiedlich aus. BiPi wollte damit seinen Boy Scouts zunächst ein gemeinsames äußeres Zeichen geben. Aussehen und Abzeichen übernahm er aus seinen Erfahrungen beim Militär und seinen Reisen durch die vielen Kolonien des damaligen englischen Weltreiches. Ihm war dabei wichtig, dass es eine robuste, praktische und für das Leben in der freien Natur geeignete Kleidung sein sollte. Außerdem sollte sich kein „Boy Scout“ wegen seiner besseren Kleidung über einen anderen erhaben fühlen. Lagerabzeichen 1. Klasse Austriaverband Gruppenverband
2. Klasse AUSTRIA
Spezialabzeichen Landesverbandswappen
PPÖ Lilie
WAGGGS/ WOSM
Kornett/ Hilfskornett
Ab den Gu/Sp gibt es das weinrote Hemd, zu dem üblicherweise eine Blue Jeans getragen wird, die jedoch nicht zwingend ist. Außerdem gibt es ein T-Shirt, das bei den Gu/Sp in Flaschengrün mit einer kleinen stilisierten grünen Lilie versehen ist. Dazu gehört der Pfadfinderhut in Grau und eine Baseballkappe in Marineblau, sowie ein gleichfarbiger Pfadfinderrucksack.
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Wegweiser Das T-Shirt bei den Ca/Ex ist ebenfalls marineblau mit einer kleinen blauen stilisierten Lilie, für Ra/Ro jedoch königsblau mit einer weinroten kleinen stilisierten Lilie. Das Pfadfinderhemd trägst du in jedem Lager und bei großen Pfadfindertreffen. Deshalb ist es sicherlich von Vorteil, wenn du ein eigenes besitzt, auf das du auch deine selbsterworbenen Abzeichen aufnähen kannst. Der Pfadfinderhut schützt dich in jedem Lager vor Regen und Sonne. Du entscheidest selbst, ob du außer dem Halstuch, Hut und Hemd andere Uniformteile tragen möchtest.
Das Halstuch Erst das Halstuch macht uns so richtig zum Pfadfinder und ist wohl das Erkennungsmerkmal schlechthin. Es ist in Dreiecksform gefaltet, mit der Spitze im Nacken nach unten. Jede Gruppe hat ihre eigene(n) Halstuchfarbe(n). Das Pfadfinderhalstuch wird vorne mit deinem selbst angefertigten Halstuchknoten zusammengefasst. Im Sommer schützt es deinen Nacken gegen Sonnenbrand und ist auch sonst für verschiedene Zwecke brauchbar, z.B. als Verband im Notfall…
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Lilie und Kleeblatt Die Lilie wurde von BiPi als Pfadfindersymbol und Abzeichen gewählt, weil sie als Sinnbild der Reinheit gilt und die früheren Kompassnadeln die Form einer Lilie hatten. Kompassnadeln zeigen unbeirrbar in eine Richtung „in die richtige Richtung und nach oben“, wie BiPi sagte. Außerdem sollen die drei Spitzen der Lilie an die drei Punkte des Versprechens erinnern. In der ursprünglich empfohlenen Form des Pfadfinderabzeichens symbolisierte unter der Lilie das Schriftband „Allzeit bereit“ mit nach oben geschwungenen Enden den lachenden Mund eines Pfadfinders. Eine geknotete Schnur, die von dem Schriftband herabhing, sollte an die Pflicht zur täglichen guten Tat erinnern. Diese ursprüngliche Form des Pfadfinderabzeichens wurde inzwischen von den einzelnen Verbänden in aller Welt graphisch abgewandelt und verschieden gestaltet. In jedem Falle aber so, dass die Lilienform noch erkennbar ist. Die internationale Lilie ist weiß auf violettem Grund und sollen an die Gegensätze in der Welt erinnern. Diese Lilie ist das Zeichen für den Bubenverband WOSM. Der mündlichen Überlieferung nach soll die Wahl des Kleeblattes auf einen Wunsch BiPi´s zurückgehen, das irische Nationalsymbol als Geste der ersehnten Versöhnung zwischen England und Irland zu ehren. Die Farben blau-gold erinnern an die Sonne am blauen Himmel, die auf alle Kinder der Welt scheint. Das Kleeblatt ist das Zeichen für den Mädchenverband WAGGGS. Die Dreiteiligkeit der Abzeichen steht für die drei Hauptteile des Versprechens: Gott, Vaterland und die Mitmenschen. Die beiden Sterne erinnern an Gesetz und Versprechen. Die Kompassnadel zeigt den Weg vorwärts – nach oben. Die Flamme (heraldisches Feuer) symbolisiert Nächstenliebe. Ring bzw. Kordel symbolisieren die Einheit der Weltorganisationen.
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Die Lilie der PPÖ Im Jahre 1976 wurden die bisher getrennten Verbände der Mädchen und Buben zusammengefasst. Vorher wurde im Frühjahr 1976 vom Bubenverband der PÖ (Pfadfinder Österreichs) und vom Mädchenverband ÖPV (Österreichischer Pfadfinderinnenverband) ein Preisausschreiben gestartet, wie das neue gemein-same Verbandsabzeichen der PPÖ aussehen soll. Geforderte Merkmale waren: Umrahmungskordel (Knotenseil) Österreichische Bubenlilie Internationales Mädchenkleeblatt Dieses Abzeichen gilt seit der Fusion der Mädchen und Jungen am 17.10.1976 als das offizielle Verbandsabzeichen der PPÖ.
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Die Patrulle Hier werden Ideen geboren und in die Tat umgesetzt. In dieser Gemeinschaft kann jedes Patrullenmitglied seine Fähigkeiten voll entfalten. Keine andere Patrulle ist so wie die deine, denn sie besteht aus lauter Persönlichkeiten. Jeder von uns hat Begabungen auf einem bestimmten Gebiet, bestimmte Interessen, die ihm besonders liegen. Deshalb übernimmt auch jedes Patrullenmitglied die Aufgabe, die es besonders gut kann. Hier sind nur die üblichsten aufgelistet, aber bedenkt, dass jeder seine eigenen Fähigkeiten ausleben soll. Euren eigenen Ideen sind bei der Vergabe der Patrullenämter keine Grenzen gesetzt.
Patrullenämter BiPi an die Kornetten: Ich wünsche, dass ihr Kornetten eure Patrulle zur Gänze selbst ausbildet und leitet, da ihr die Möglichkeit habt, jedes einzelne Mitglied in eurer Patrulle zu erfassen und aus ihm einen tüchtigen Menschen zu machen. Es hat keinen Zweck, einen oder zwei blendend ausgebildete Mitglieder in der Patrulle zu haben, wenn die anderen nicht viel taugen. Ihr müsst darauf hinarbeiten, dass alle etwas zu leisten imstande sind. Der wichtigste Schritt zu diesem Ziel ist euer eigenes Beispiel, denn was ihr selbst vorlebt, wird auch eure Patrulle tun. Zeigt euren Patrullenmitgliedern, dass es euch mit der Verantwortung ernst ist, die ihr tragt und sie werden ohne Zögern eurem Beispiel folgen. Merkt euch aber, dass ihr sie führt und nicht befehligt.
Kornett Der Kornett steht an der Spitze der Patrulle. Er braucht gutes Organisationstalent und muss von allen Patrullenmitgliedern anerkannt werden. Er führt mit Unterstützung des Hilfskornetten die Patrulle. Er ist das Bindeglied zwischen den Patrullenmitgliedern und den Leitern.
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Hilfskornett Er unterstützt und vertritt den Kornetten, wann immer es nötig ist. Er hilft deshalb dem Kornetten bei der Planung und Durchführung einzelner Unternehmungen, indem er z.B. regelmäßig einen Teil der Patrullstunden selbstständig gestaltet und leitet.
Kassier Seine Aufgabe ist es, die Finanzen der Patrulle zu verwalten und sich nach Möglichkeiten der Geldbeschaffung für die Patrullenkassa umzusehen. Er kassiert von jedem Patrullenmitglied den monatlichen Beitrag und trägt ihn in das Kassabuch ein, sodass er immer genau weiß, wer seinen Beitrag schon bezahlt hat und wer noch im Rückstand ist.
Materialwart Er ist dafür verantwortlich, dass das Material vor Lagern rechtzeitig und vollständig verfügbar ist. Natürlich sorgt er auch nach der Verwendung für die richtige Pflege und Ordnung. Bei seinen Arbeiten leitet er die Patrulle, damit alle zusammen die Verantwortung für das Lagermaterial mittragen.
Koch- und Hilfskoch Er weiß, was den Patrullenmitgliedern schmeckt, was preiswert ist und im Lager oder während der Wanderung einfach zubereitet werden kann. Wichtig ist auch, dass er die Kunst des Feuermachens beherrscht und über den Inhalt der Kochkiste Bescheid weiß. Der Koch kann jedes Patrullenmitglied für Hilfsarbeiten einspannen.
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Sanitäter Er kennt sich besonders gut in Erste Hilfe aus und sorgt für die ErsteHilfe-Ausrüstung der Patrulle.
Logbuchführer Er führt eine Liste über Patrull- und Truppstunden mit kleinen Notizen und teilt ein, wer die einzelnen Berichte verfasst. Er ist verantwortlich für die Vollständigkeit des Logbuches.
Fotograf Er weiß, wie man mit einer Kamera umgeht und trägt sie stets bei sich um Patrullenaktivitäten festzuhalten und die Fotos ins Logbuch einzukleben.
„Beim Spielen erwartet ihr nicht vom Mannschaftsführer, dass er euch immer sagt, wann ihr losrennen oder den Ball an jemanden in eurer Mannschaft weitergeben sollt; ihr macht das alles von selbst. Ihr wisst, was der Mannschaftsführer von euch will, und ihr tut das Richtige, ohne darauf zu warten, dass es euch gesagt wird. „ Baden-Powell - 92 -
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Unsere Patrullennamen In unserer Gruppe gibt es 8 Patrullentiere. Adler, Biber, Widder und Wolf bei den Späher. Delfin, Libelle, Möwe und Pfau bei den Guides. Die Namen der Patrullentiere bestehen größtenteils seit der 2. Gruppendgründung im Jahre 1960, die Guidespatrullennamen seit es Guides gibt.
Adler Patrullenfarbe: dunkelgrün/ schwarz Patrullengeschichte: Bei erwähnter Gruppengründung hieß eine Patrulle Wildtauben. 1967 wurde die Patrulle aufgelöst 1968 nahm die wiederum gegründete Patrulle den Namen Sperber an. Zwei Jahre später wurde die Patrulle neue zusammengestellt die den Patrullennamen Adler wählte. Nur knapp ein Jahr später nahm Patrulle Adler schon am BPWK (Bundespatrullen Wettkampf) teil und erreicht den sensationellen 5. Platz.
Das Tier: Adler sind Greifvögel. Sie fangen Vögel und Säugetiere als Beute oder fressen Aas. Die Beute wird mit den kräftigen Greiffüßen (= Fängen) gefasst und festgehalten und kann so groß sein, wie der Adler selbst. Allerdings fängt er meistens kleinere Tiere, z.B. Wühlmäuse, Maulwürfe, Hasen, Schneehühner, Füchse oder Murmeltiere. Bei den Indianern waren Adler sehr berühmt. Adlerfedern wurden als Ehrenschmuck an besonders tapfere Krieger verliehen.
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Biber Patrullenfarbe: dunkelblau/ gelb Patrullengeschichte: Die Biber war bereits 1961 eine der Patrullen, mit denen die Pfadfinder in Rankweil gegründet wurden. 1968 gewann Patrulle Biber als erste Patrulle den LPWK (Landespatrullen Wettkampf) für Rankweil.
Das Tier: Der Biber ist ein Säugetier und gehört zu den Nagetieren. Er wohnt an stehenden und fließenden Gewässern, in Biberburgen, in denen sich innen eine ausgepolsterte Höhle befindet. Der Biber ernährt sich von Rinden, Blattwerk oder verschiedenen Bäumen, Blättern und von weichen Schösslingen. Der flache, kräftige bis zu 15 cm breite Schwanz dient an Land als Gegengewicht und im Wasser als Ruder. Biber sind sehr gute Taucher und Schwimmer. Sie können bis zu 15 Minuten unter Wasser bleiben.
Widder Patrullenfarbe: weiß/ dunkelbraun Patrullengeschichte: Patrulle Widder wurde 1962 die 4. Patrulle des Rankweiler Pfadfindertrupps.
Das Tier: Das Mufflon lebt sehr gerne in bergigen Landschaften mit lichten Wäldern, wo es viele Gräser und Kräuter als Nahrung findet. Mufflons leben in Rudeln. Meist leben die Weibchen und Männchen getrennt, jedoch in der Paarungszeit sind unter den Weibchenherden auch Männchen (man nennt sie "Widder"). Die Widder haben kreisförmig geschwungene kräftige Hörner. Die Jäger sagen dazu „Schnecken“. Nach etwa 10 Jahren sind die Hörner so weit geschwungen, dass sie einen vollen Kreis erreichen. Im März oder April bekommen die Weibchen 1 bis 2 Lämmer.
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Wolf Patrullenfarbe: gelb/ schwarz Patrullengeschichte: Die Patrulle Wolf existierte schon in der ersten Gruppe. 1946 wurde sie als 2. Patrulle (die erste war Fuchs) eingeführt. Auch bei der 2. Gründung war die Patrulle Wolf mit der Patrulle Wildtauben von Anfang an dabei. Gemeinsam mit Patrulle Delfin der Guides wurde Patrulle Wolf 1988 LPWK-Sieger.
Das Tier: Steinzeitmenschen haben Wölfe gezähmt und aus ihnen Haushunde gezüchtet. Wölfe haben eine sehr feine Nase, mit der sie gut riechen können. Wölfe leben im Rudel zusammen und jagen auch gemeinsam. So sind sie imstande auch große Beutetiere zu reißen. Man hat schon beobachtet, dass Wölfe ohne Pause 200 km an einem Tag laufen können. Anders als bei den Patrullengründungen der Späher (damals Pfadfinder) forderte die Truppstärke der ersten Guides (1977) von Anfang an 4 Patrullen.
Delfin
Patrullenfarbe: dunkelgrün/ hellblau Patrullengeschichte: 1982 beim ersten gemeinsamen PWK der Pfadfindergruppe Rankweil siegte Patrulle Delfin vor Biber. 1988 wurden Patrulle Delfin und Patrulle Wolf gemeinsam Landessieger beim PWK.
Das Tier: Delfine sind Säugetiere, die ihr ganzes Leben im Meer verbringen. Sie haben eine ideale Körperform, um sich im Wasser schnell fortzubewegen. Der Delfin hat Lungen wie ein Mensch, er muss also regelmäßig an die Wasseroberfläche, um durch seine Atemöffnung oben am Kopf Luft zu holen. Delfine fressen Krebse und kleinere Fische und leben in Gruppen zusammen. Sie suchen gemeinsam Nahrung und spielen miteinander. Sie haben sogar eine eigene Sprache, die aus Knacken, Quietschen und Pfeifen besteht, mit der sie sich genau verständigen können. - 95 –
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Libelle Patrullenfarbe: weiß/ violett Patrullengeschichte: 1983 ging Patrulle Libelle als Sieger beim gemeinsamen LPWK der Späher und Guides hervor.
Das Tier: Die Libellen leben sowohl an Ufern von Bächen als auch an Teichen. Sie sind bei uns 3 bis 10 cm lang, haben 4 fast durchsichtige, schmale Flügel und einen dünnen langen Hinterleib. Die Libelle schießt geräuschlos durch die Luft. Sie bleibt wie ein Hubschrauber auf der Stelle stehen und kann sogar rückwärts fliegen. Sie fängt ihre Beute im Flug mit der Unterlippe und manchmal auch mit den Beinen. Ungeheuer schnell jagt sie ihre Beute, wie z.B. Mücken, Fliegen, Schmetterlinge und andere Insekten. Libellen sind für Menschen harmlos, sie stechen nicht und stehen unter Naturschutz.
Möwe Patrullenfarbe: hellblau/ rot Patrullengeschichte: Schon 1979 konnte Patrulle Möwe den LPWK der Guides für sich gewinnen.
Das Tier Es gibt viele verschiedene Möwenarten. Die Mantelmöwe ist ein großer Seevogel. Ihren Namen hat sie von ihren mantelartigen schwarzen Flügeldecken und dem schwarzen Rücken. Ihre Unterseite ist weiß. Die Mantelmöwe ist die größte in Mitteleuropa vorkommende Möwenart. Möwen fressen auch Krebstier. Im Sommer fangen sie gerne Jungvögel, außerdem fressen sie Aas. Wenn sie genug Nahrung gefangen haben, ruhen sie sich auf dem Wasser sitzend aus oder stehen auf einzelnen Felsen oder Pfählen. An Land stehen sie oft in großen Gruppen zusammen, dabei drehen sie den Kopf in die Windrichtung. Möwen sind perfekte Flieger. Bei Sturm sieht es oft so aus, als würde es ihnen Spaß machen, sich vom Wind treiben zu lassen.
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Pfau Patrullenfarbe: dunkelgrün/ dunkelblau Patrullengeschichte: Patrulle Pfau konnte sich bis heute immer wieder als Siegerpatrulle bei Patrullen-Wettkämpfen hervortun.
Das Tier: Pfaue sind besonders prächtige Hühnervögel. Der Pfauenhahn kann mit seinem Schwanz ein schmuckvolles Rad aus Federn bilden. Sein buntes Gefieder glänzt wie Metall, auf dem blaugrün schillernden Kopf hat er ein kleines Federkrönchen. Pfaue suchen am Boden nach Früchten, Würmern, Körnern und Insekten. Im südlichen Asien sind Pfaue als Haustiere beliebt, nicht nur wegen ihrer Schönheit, sondern auch weil sie junge Schlangen (z.B. kleine Kobras) fressen. Die Heimat des blauen Pfaus sind die Wälder und Dschungel in Südostasien. Er kann gut sehen und hören und stößt bei Gefahr einen lauten Warnruf aus.
Das Patrullenleben In den Patrullstunden lernt ihr alles, was ihr für die Truppstunden und die Lager braucht. Im Patrullen-WOLA sollt ihr euch kennen lernen und zu einer Gemeinschaft werden. In den Patrullstunden soll natürlich auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Eine gute Zusammenarbeit in der Patrulle ist eine Garantie für ein erfolgreiches Lager. Zum Patrullenleben gehört neben den Patrullstunden auch der Patrullenrat.
Der Patrullenrat Darunter versteht man eine Besprechung eurer Patrulle, an der alle Patrullenmitglieder teilnehmen. Während des Patrullenrates könnt ihr über alle wichtigen Themen reden, die eure Patrulle betreffen. Einerseits werden die letzten Heimstunden besprochen, was euch besonders gut gefallen hat und warum, aber auch was vielleicht schief gegangen ist. Vor allem werden aber Ideen für die nächsten Heimstunden und Patrullenaktivitäten gesammelt, Vorschläge ausgearbeitet und möglicherweise auch im Detail geplant. Ihr könnt aber auch besprechen, welche Arbeiten in eurer Patrulle anfallen und wer bereit ist, diese zu übernehmen. Im Patrullenrat kannst du auf alle Fälle direkten Einfluss auf das Geschehen in der Patrulle und im Trupp nehmen.
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Wegweiser Deshalb ist es wichtig, dass im Patrullenrat alle ihre Meinung sagen können und dürfen jeder mitbestimmen darf und soll gemeinsam Entscheidungen getroffen werden, mit denen alle einverstanden sind. Sollten innerhalb der Patrulle einmal Streitereien und Probleme auftreten, so könnt ihr im Patrullenrat diese Probleme besprechen und vielleicht sogar lösen, bevor ihr eure Leiter um Hilfe bittet.
Der Kornettenrat Im Kornettenrat (wird manchmal auch Trupprat genannt) und im KOLA lernen die Kornetten, wie man eine Patrullstunde und einen Patrullenrat vorbereitet und durchführt. Auch in den Pfadfindertechniken müssen sich die Kornetten besonders gut auskennen, um ihr Wissen an die Patrullenmitglieder weiter zu geben. Außerdem stellen die Kornetten eine wichtige Verbindung zwischen den Leitern und den Patrullen dar. Vor allem im Lager dient der kurze Kornettenrat (Kornettenpfiff) einer unkomplizierten Kommunikation.
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Wegweiser
Der Wimpel Er ist das sichtbare Zeichen der Patrulle, des Rudels, der Meute sowie ihrer Gemeinschaft und hat etwa folgende Maße:
30 cm
50 cm
Der Wimpel kann in den Patrullenfarben gehalten sein. Auf der Vorderseite könnt ihr euer Patrullentier, Lilie usw. aufmalen. Bei einigen Wettbewerben erhält man anstelle eines Pokals einen Wimpel, auf dem der erreichte Rang steht. Ein Wimpel kann bestehen aus z.B. Stoff, Leder, … Befestigt wird der Wimpel an einem Stock. Oftmals weist dieser ein Metermaß auf, um auch praktisch verwendet werden zu können. Bei Unternehmungen der Patrulle, des Trupps oder der Gruppe trägt der Kornett den Wimpel, sonst hat er einen Ehrenplatz in der Patrullenecke. Den Wimpel hält man mit der linken Hand und die rechte Hand wird in Bauchhöhe mit dem Pfadfindergruß zum Wimpel geführt um euch zB für eine Inspektion, einen Postenlauf,… anzumelden. Ein Pfeifzeichen von ca. 3 Sekunden – ihr haltet in eurer Beschäftigung inne, um eure Aufmerksamkeit dem Leiter zu zuwenden.
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Wegweiser
Armzeichen und Pfeifzeichen Leiter
Kornett
Hilfskornett
Aufstellung
Ruhe
Stirnreihe
Zweierreihe
Indianerreihe
Abtreten
Offenes Viereck
Kreis
Halbkreis
Kornetten
Sammeln
„Kornetten zu mir“ KI-KA-RI-KIII Achtung
Sammeln besteht aus min. fünf kurzen Pfeiftönen.
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Wegweiser Köche Köche treffen sich zur Essensausgabe
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Wegweiser
Erste Hilfe
Selbstschutz vor Fremdschutz! Dies ist die erste und wichtigste Regel der Ersten Hilfe. Durch das Blut können viele Krankheiten übertragen werden, manche davon sind auch tödlich, darum gehe nie das Risiko ein, dich selbst anzustecken (z.B. trage Einweghandschuhe).
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Wegweiser
Rettungskette Erste Hilfe wird vom Ersthelfer geleistet. Erweiterte Hilfe wird vom Sanitäter und vom Arzt geleistet.
Lebensrettende Sofortmaßnahmen 1. 2. 3. 4. 5.
Gefahrenzone Bewusstlosigkeit Atem- und Kreislaufstillstand Starke Blutung Schock
Absicherung, Bergung Stabile Seitenlagerung Beatmung und Herzmassage Blutstillung Schockbekämpfung
Die erste Maßnahme, die beim Eintreffen an einer Unfallstelle ergriffen werden muss, ist immer die Absicherung der Unfallstelle! Dies muss vorrangig vor allen anderen Hilfsmaßnahmen durchgeführt werden, damit weder die Helfer noch die Unfallopfer durch Verkehrsteilnehmer, Strom, Atemgifte, herab fallende Teile, usw. in Gefahr gebracht werden.
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Wegweiser
Gefahrenzone absichern Bei Annäherung an eine Unfallstelle die Warnblinkanlage des eigenen Fahrzeugs einschalten. Das eigene Fahrzeug immer in angemessenem Abstand zur Unfallstelle abstellen und zwar möglichst weit rechts am Straßenrand bzw. auf dem Standstreifen, sodass es kein Hindernis für Rettungsfahrzeuge darstellt . Warnweste anziehen. Bei fließendem Verkehr – insbesondere auf Autobahnen – nicht auf der Fahrbahnseite, sondern auf der Beifahrerseite aus dem Auto aussteigen. Mit dem bereits geöffneten Warndreieck dem fließenden Verkehr entgegenlaufen. Das Warndreieck in ausreichender Entfernung (auf Autobahnen 250-240m, auf Landstraßen 150m) vor der Unfallstelle aufstellen. Bei Kurven oder Bergkuppen muss das Warndreieck unbedingt vor dem Sichthindernis aufgestellt werden. Andere Verkehrsteilnehmer anhalten und ihnen die weitere Absicherung der Unfallstelle und den Notruf übertragen.
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Wegweiser
Verhalten bei Unfällen mit gefährlichen Gütern:
Kontakt mit Gefahrgut meiden; Sicherheitsabstand einhalten (mind. 60m), keine Annäherung; Unfallstelle absichern (mind. 100-200m); Zündquellen ausschalten bzw. vermeiden; ausweichen, wenn Gefahrgut durch Wind verstreut wird; Notruf durchführen, dabei die spezielle Kennzeichnung angeben;
Aus der Gefahrenzone bergen Rautegriff
Beine aus dem Pedal nehmen; Verletzten in Höhe der Sitzfläche von hinten umfassen; Kleidung an seiner Hüfte packen; zu sich herumziehen; Unterarm des Verletzten vor dessen Leib legen; Unterarm mit beiden Händen fassen; (Bild 1) Körpergewicht nach hinten verlagern; rückwärts schreitend den Verletzten fortschleifen; (Bild 2)
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Wegweiser
Wegziehen
Beine am Unterschenkel überkreuzen; Arme des Verletzten kreuzen, dadurch wird sein Kopf gestützt; am Handgelenk greifen und wegziehen; funktioniert in Bauch- und Rückenlage (Rückenlage jedoch leichter)
Stabile Seitenlagerung Der Helfer legt den ihm näher liegenden Arm des Bewusstlosen seitlich.
Dann erfasst er den gegenüberliegenden Arm am Handgelenk und das gegenüberliegende Bein in der Kniekehle, führt das Kniegelenk zum Handgelenk, sodass Arm und Bein mit dem Körper ein stabiles Dreieck bilden.
Nun wird der Bewusstlose vorsichtig in Seitenlage gedreht. Anschließend wird der Kopf des Bewusstlosen nackenwärts überstreckt und das Gesicht (Mund geöffnet) dem Boden zugewandt, sodass der Mund der tiefste Punkt ist, die Zunge die Atemwege nicht verlegt und Blut, Schleim oder Erbrochenes nach außen abfließen können.
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Wegweiser
Überprüfen der lebenswichtigen Funktionen 1. BEWUSSTSEIN Erkennen Zur Beurteilung des Bewusstseinszustands den Betroffenen zuerst ansprechen; berühren am Unterarm; reagiert der Betroffenen nicht darauf, wird durch einen Schmerzreiz (Zwicken am Handrücken) der Kontakt verstärkt; folgt darauf keine Reaktion, ist er Betroffene ohne Bewusstsein.
Maßnahmen Bei Bewusstsein: bei rotem Kopf: Kopf und Oberkörper erhöht lagern; bei Blässe: flache Rückenlage; Notruf; weitere Schockbekämpfung;
Bei Bewusstlosigkeit:
stabile Seitenlagerung; Notruf; Atmung und Kreislaufkontrolle nach jeweils einer Minute; weitere Schockbekämpfung;
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Wegweiser
2. Atmung und Kreislauf Vor der Kontrolle der Atmung solltest du zuerst beengende Kleidungsstücke öffnen und die Atemwege frei machen.
Freimachung der Atemwege Inspizieren der Mundhöhle, falls Erbrochenes, Blut, Schleim, eine zerbrochene oder eine lose Zahnprothese vorhanden ist, wird die Mundhöhle in der vorgefundenen Position des Kopfes ausgeräumt. Dazu möglichst Einweghandschuhe und saugfähiges Material verwenden (z.B. Dreiecktuch, Stofftaschentuch, aber kein Papiertaschentuch). Überstrecken des Kopfes (erst nach Freimachung der Atemwege) Mit einer Hand an der Stirn, mit der anderen unter das Kinn fassen, mit beiden Händen den Kopf vorsichtig nackenwärts beugen, das Kinn dabei anheben und festhalten, so die eventuell zurückgefallene Zunge hochheben und freie Atmung ermöglichen.
Atemkontrolle SEHEN von Kreislaufzeichen wie z.B. Brustkorbbewegungen, Husten und/oder Schlucken HÖREN auf Ein- und Ausatemgeräusche FÜHLEN der Atemluft. Der Helfer hält seine Wange und sein Ohr zum Mund des Notfallpatienten und sieht auf seinen Oberkörper. Die Atem- und Kreislaufkontrolle soll 10 Sek. lang durchgeführt werden.
Kreislaufkontrolle und Beatmung Sind Kreislaufzeichen, Ein- und Ausatemgeräusche sowie Ausatemluft zu erkennen, sind Atmung und Kreislauf erhalten (siehe Bewusstlosigkeit); sind Kreislaufzeichen, Ein- und Ausatemgeräusche sowie Ausatemluft nicht zu erkennen, so ist der Betroffene 2x zu beatmen und anschließend wird erneut Atmung und Kreislauf kontrolliert.
Beatmung und Herzdruckmassage Ist der reglose Betroffene ohne Bewusstsein, ohne Atmung und Kreislauf, liegt der Atem-Kreislauf-Stillstand vor – wenn nicht innerhalb weniger Minuten Beatmung und Herzdruckmassage eingesetzt wird, führt dies zum Tode. - 108 -
Wegweiser Folgende Themen (Beatmung, Herzmassage und Wiederbelebung) sind für dich nur zur Information und vollständigkeitshalber angeführt. Beachte, dass diese Erste-HilfeLeistungen nur von Teilnehmern eines Erste-Hilfe-Kurses durchgeführt werden dürfen!!
Atem-Kreislauf-Stillstand 1. Beatmungshilfe Eventuell eine Beatmungshilfe oder die „Life Key“ Beatmungshilfe über Mund und Nase des Notfallpatienten legen.
2. Beatmung von Mund zu Nase Wird nur bei Säuglingen und Kleinkindern angewandt. Der Helfer kniet seitlich neben dem Kind und schließt mit seinen Lippen die Lippen des Kindes inklusiv der Nase und haucht vorsichtig hinein. (In der Regel 1x Beatmen und 5x Herzdruckmassage)
3. Beatmung von Mund zu Mund Der Helfer kniet seitlich vom Kopf des Betroffenen, überstreckt diesen und verschließt mit Daumen und Zeigefinger die Nase. Der Helfer beatmet über den leicht geöffneten Mund in dem er nach angemessen tiefer Einatmung die Ausatemluft in den Mund des Betroffenen bläst (1,5-2 Sekunden lange). Der Mund des Helfers wird abgehoben und das vollständige Senken des Brustkorbes beobachtet. Gleichzeitig selbst in aller Ruhe Luft holen und die Atemspende immer wieder von neuem wiederholen. (Ein Erwachsener benötigt 10-14 Atemspenden pro Minute)
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Wegweiser
Herzdruckmassage Die Herzdruckmassage ist eine Maßnahme, durch die der Herzmuskel von außen her so zusammengedrückt wird, dass genügend Blut im Kreislauf transportiert wird um zumindest die lebenswichtigen Organe mit Sauerstoff angereichertem Blut zu versorgen. Dadurch wird das Absterben der lebenswichtigen Organe verhindert.
Maßnahmen Der Betroffene wird auf eine harte, unnachgiebige Unterlage gelegt. (Fußboden, Wiese, usw.) Der Helfer kniet seitlich vom Betroffenen und legt den Handballen einer Hand auf die Mitte der unteren Hälfte des Brustbeines (Druckpunkt) auf, ohne mit den Fingern den Brustkorb zu berühren. Der Handballen der anderen Hand wird darüber gelegt. Bei gestreckten Armen wird nun ein so starker Druck senkrecht auf das Brustbein ausgeübt, dass dieses ca. 4-6 cm niedergedrückt wird. Anschließend mit dem Druck nachlassen, sodass der Brustkorb die Möglichkeit hat, sich wieder auszudehnen (Entlastungsphase). Die Druckphase und die Entlastungsphase sollten gleich lang sein, wobei die Handballen nicht abgehoben werden dürfen.
Die Herzdruckmassage ist gleichmäßig in einer Frequenz von 100x pro Minute durchzuführen (min. 1x pro Sek.)
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Wegweiser
Herz-Lungen-Wiederbelebung Immer, wenn es zu einem Stillstand von Atmung und Kreislauf gekommen ist, müssen die lebensrettenden Maßnahmen Beatmung und Herzmassage kombiniert werden.
Maßnahmen Den Bewusstlosen auf einer harten Unterlage in die flache Rückenlage bringen. Den Oberkörper des Bewusstlosen so frei machen, dass der Druckpunkt für die Herzmassage auf dem Brustbein aufgesucht werden kann. Den Mund des Bewusstlosen öffnen und nachsehen, ob sich Fremdkörper im Mund-Rachen Raum befinden, falls ja, diese entfernen. Den Kopf des Bewusstlosen überstrecken und seinen Unterkiefer nach vorne ziehen. Es werden nach 30 Herzdruckmassagen 2 Beatmungen durchgeführt und dann wiederholt. Solltest du vor dem Beatmen Angst haben oder nicht sicher fühlen kannst du die Beatmung auch weglassen und nur die Herzdruckmassage durchführen! Diese Maßnahmen werden bis zum Eintreffen der Rettung durchgeführt!
Starke Blutungen Für die Blutstillung ist nicht die Art der Blutung, sondern die Stärke der Blutung und somit der Blutverlust entscheidend. Beinahe jede sichtbare starke Blutung lässt sich durch genügend starken Druck von außen auf die Blutungsquelle stillen, (bei der Hilfeleistung sollte jeder direkte Kontakt mit Blut vermieden werden). Besteht keine starke Blutung, sind Wunden nicht unmittelbar lebensbedrohlich. Hier kann eine sachgerechte Erstversorgung Schmerzen lindern, eine weitere Verschmutzung mit Keimen verhindern und den Verlust von Blut verringern. Fremdkörper sind immer in der Wunde zu belassen, diese ohne Druck verbinden und anschließend den Arzt aufsuchen. Ein Blutverlust von 30% (1-2 Liter) bedeutet akute Lebensgefahr, 50% sind tödlich. - 111 –
Wegweiser
Blutstillung durch Fingerdruck Handschuhe anziehen; Verletzten niedersetzen oder niederlegen; keimfreie Wundauflage auf die stark blutende Wunde mit den Fingern pressen; Fingerdruck bis zum Eintreffen der Rettung beibehalten;
Blutstillung durch Druckverband Nur am Oberarm und Oberschenkel - und nur wenn geeignetes Verbandmaterial zur Verfügung steht, kann der Fingerdruck durch einen Druckverband ersetzt werden: keimfreie Wundauflage Druckkörper (muss größer als die Wunde sein) Befestigung; hochhalten bzw. Hochlagern verstärkt die Wirkung des Druckverbandes; bei weiterer starker Blutung einen zweiten Druckverband darüber legen oder/ und Fingerdruck ausüben; Wirkung des Druckverbandes ständig kontrollieren (Durchblutung);
Blutstillung durch Abbindung Die Abbindung ist eine Maßnahme, die nur dann durchgeführt werden darf, wenn die Blutstillung durch andere Maßnahmen nicht möglich ist: Abtrennung einer Gliedmaße; Verletzung der Oberschenkelarterie; Einklemmung einer Gliedmaße mit Blutung; Ausgedehnten, zerfetzten Wunden an Arm oder Bein; Massenunfall; Eine Abbindung darf nur mit Dreiecktuchkrawatte durchgeführt werden.
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Wegweiser
Abbindung am Oberarm Arm hochhalten; Dreiecktuchkrawatte als Schlaufe von außen nach innen um die Mitte des Oberarms legen; Ende rasch und schonend auseinanderziehen und unter Beibehaltung des Zugs um den Arm verknoten (der Knoten muss an der Innenseite des Armes – Pulsarterie - sein);
Abbindung am Oberschenkel
Dreiecktuch locker um den Oberschenkel knoten; Stab/Stecken zwischen Bein und Tuch schieben; Stab vorsichtig anheben und drehen; solange drehen, bis die Blutung steht; Stab in dieser Stellung mit einem Tuch fixieren;
Schock Die häufigsten Ursachen für einen Schock sind
Blutverlust (z.B. stark blutende Wunden, innere Blutungen); Flüssigkeitsverlust (z.B. bei Verbrennungen, starken Durchfällen); Verminderung der Herzleistung (z.B. Herzanfall); plötzliche Erweiterung der Blutgefäße (z.B. durch Schmerzen, Schreck, Angst); plötzliche Erweiterung der Blutgefäße im Rahmen einer Allergie (allergischer Schock);
Erkennen Unruhe, Verwirrtheit, zunehmende Bewusstseinsstörung; fahle Blässe, kalter Schweiß, Frieren; schneller, schwacher Puls (nennt man auch Pulsrasen = kaum tastbarer Puls);
Maßnahmen
Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage; rasche, exakte Blutstillung und Wundversorgung; möglichst schmerzfrei lagern; öffnen beengender Kleidungsstücke; zudecken des Verletzten; Frischluftzufuhr in geschlossenen Räumen; anhalten des Verletzten zu tiefer, langsamer Atmung; sorgen für Ruhe und guten Zuspruch zur Beruhigung; Notruf; - 113 –
Wegweiser
Beurteilung des Notfalls 1. Was ist passiert? 2. Um welche Art Notfall handelt es sich?
Verkehrsunfall / sonstiges Unfallereignis? Schwere Verletzung? Akuter, lebensbedrohlicher Erkrankungszustand? Herz-Kreislauf-Stillstand? Vergiftung?
3. Welche Gefahren drohen? Genau prüfen, was geschehen ist
Ruhe bewahren überlegen entscheiden, was zu tun ist
sicher und schnell handeln
Notrufnummern Feuerwehr Polizei Rettung Euronotruf Vergiftungszentrale
122 133 144 112 01/406 43 43
Der Euronotruf 112 kann im Normalfall von jedem Handy aus erreicht werden, auch ohne SIM-Karte und ohne Guthaben bzw. auch wenn das Handy gesperrt ist; Voraussetzung jedoch ist, dass der Akku den Betrieb noch ermöglicht.
Informationen für die Notrufzentrale
Wo ist der Unfallort? Was ist geschehen? Wie viele Verletzte? Was für Verletzungen? Wer ruft an? Niemals zuerst auflegen!
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Wunden Eine Wunde entsteht durch äußere Einwirkungen, wie z.B. mechanische Gewalt, Hitze, Kälte,…). Je nach Ausmaß und Tiefe der Wunden können neben der Haut auch Blutgefäße, Nerven, Muskeln, Knochen oder innere Organe mitbetroffen sein. Die Hauptgefahr, vor allem bei größeren offenen Wunden, liegt im Blutverlust, der zu einem Zusammenbruch des Kreislaufs oder zu einem Schock führen kann. Besondere Gefahren
Maßnahmen
Verletzungen der obersten Hautschicht, Eröffnung zahlreicher kleinster Blutgefäße und Schädigung vieler Nervenendigungen
Infektion
Wund -reinigung, -desinfektion, -auflage
glattrandig, können in die Tiefe reichen
starke Blutung, klaffen der Wunde Gefahr: Infektion
Blutstillung, Verband, Arzt aufsuchen oder Notruf
Blutung nach außen meistens gering, Tiefe der Wunde oft schwer abschätzbar
Infektionen
Blutstillung, Verband, Notruf anrufen
Wundart
Kennzeichen
Schürfwunden
Schnittwunden
Stichwunden
Platzwunden
Quetschungen
unregelmäßig begrenzte Wundränder
Infektionen
Hautoberfläche evtl. intakt, Blutergüsse
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Blutstillung, Verband, Arzt aufsuchen oder Notruf Kühlung, Blutstillung, Verband, evtl. Arzt aufsuchen
Wegweiser Vorsicht! Eine Wunddesinfetion kann auch eine Allergie auslösen. Deshalb sollte immer zuerst der Patient gefragt werden, ob er auf Desinfektionsmittel allergische Reaktionen hat. Im Zweifelsfall nicht desinfizieren. Normalerweise braucht ein intaktes Immunsystem bei Schürfwunden keine Desinfektion. Die Wunde sollte aber täglich kontrolliert werden. Verschlechtert sich der Zustand der Wunde, so ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.
Gefahren von Wunden Schmerz, durch Schädigung von Nerven, Muskeln, Knochen oder innere Organe; Blutung, durch die Verletzung von Blutgefäßen; Zusammenbruch des Kreislaufes; Infektionen, durch den verletzenden Gegenstand, durch Berühren der Wunde oder durch nachträgliche Verschmutzung; Schockgefahr; Fremdkörper;
Möglichst sofort Arzt aufsuchen, jedoch innerhalb von 6 Stunden wenn
der Verletzte nicht aktiv gegen Tetanus geimpft ist; die Wunde ca. 2-3 cm lang und ca. ½ cm tief ist; Fremdkörper in der Wunde stecken; Augenverletzungen vorliegen; die Wunde in Gelenksnähe ist; eine Stichwunde im Rumpfbereich ist (wegen möglicher Verletzung innerer Organe); die Wunde sich am Hand- oder am Fußrücken befindet (wegen möglicher Verletzung der Sehnen); Schusswunden vorliegen; die Wunde im Genitalbereich ist (große Infektionsgefahr); starke Blutungen auftreten;
Verbände 1. Wundverband Der Wundverband besteht aus 3 Schichten:
Keimfreie Wundauflage Sie dient der Blutstillung und schützt vor weiterer Verunreinigung. Die Wundauflage muss keimfrei verpackt sein. - 116 -
Wegweiser
Polsterschicht Sie dient dem Aufsaugen von Blut und Wundsekret und sollte daher aus einer dicken Schicht saugfähigen Materials bestehen, z.B. Zellstoff, weitere Lagen Verbandmull, usw.
Befestigung Sie dient der Befestigung der Wundauflage und der Polsterung ist daher zwar sauber, aber nicht keimfrei.
2. Pflasterwundverband Er dient zum Bedecken kleiner, nicht stark blutender Wunden. Der Pflasterwundverband ist ein Heftpflaster, auf dessen Klebeseite die Wundauflage befestigt ist. Sie wird durch zwei sich überlappenden Kunststoff-Folien geschützt.
3. Heftpflasterverbände Mit Pflasterstreifen werden keimfreie Wundauflagen auf der Haut befestigt. Die Pflasterstreifen niemals direkt auf die Wunde kleben.
4. Mullbindenverbände Eine Mullbinde ist kein steriles Verbandmaterial und darf daher nicht auf die Wunde gebracht werden. Sie dient nur zum Festhalten keimfreier Wundauflagen.
5.Dreiecktuchverbände Das Dreiecktuch dient der Befestigung von keimfreien Wundauflagen. Mit dem Dreiecktuch sind einfache Verbände am ganzen Körper möglich.
Beim Anlegen von Dreiecktuchverbänden beachte Nach Möglichkeit sollte der Verletzte durch Festhalten der Wundauflage oder des Dreiecktuchs mithelfen; Knoten dürfen niemals im Bereich einer Wunde oder in solchen Bereichen angelegt werden, in denen sie durch Druck Schmerzen verursachen können; Knoten dürfen nicht zu fest angezogen werden; - 117 –
Wegweiser
Handverband
FuĂ&#x;verband
Armverband
Kopfverband
Dreiecktuchkrawatte
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Wegweiser
Weitere Verbände Arm- und Beinverband
Dachziegelverband
Kornährenverband
Ellenbogen, Knie und Fersenverband
Achterverband
Verstauchungen Erkennen Schwellung in der Gelenksgegend; aktive Bewegung ist möglich, aber schmerzhaft; Blauverfärbungen, die oft von einem Bluterguss stammen;
Maßnahmen Komprimieren des Gelenks mit einer elastischen Binde; Hochlagerung; kalte Umschläge, Zweck: geringere Schwellung, geringerer Schmerz, rasche Heilung;
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Wegweiser
Verbrennungen Verbrennungen und Verbrühungen entstehen durch Berührung heißer Gegenstände, offenes Feuer, Hitzestrahlung, heiße Dämpfe und Flüssigkeiten sowie durch Kontakt mit elektrischem Strom. Es entstehen mehr oder minder tiefgreifende Gewebeschäden.
Man unterscheidet drei Verbrennungsgrade 1. Grad: Hautrötung (Sonnenbrand), leichte Schwellung, Schmerzen; 2. Grad: Blasenbildung; oberflächlich: starke Schmerzen; tiefreichend: geringe Schmerzen, Spannungsgefühl; 3. Grad: Schorfbildung und Gewebezerstörung; 4. Grad: Verkohlung (=stärkste Form der Verbrennung 3. Grades); Ob eine Verbrennung/Verbrühung lebensbedrohlich ist oder nicht, hängt nicht nur von dem Grad der Verbrennung ab, sondern vor allem von ihrer Flächenausdehnung.
Erkennen
Unfallhergang; starke Schmerzen; Hautrötung, evtl. Blasenbildung; Brandwunden; evtl. Schockzeichen; evtl. Bewusstlosigkeit;
Maßnahmen Hitzezufuhr unterbrechen (z.B. Löschen von Kleiderbränden durch Übergießen mit Wasser, betroffene Person auf dem Boden wälzen, Einwickeln in Decken); bei allen größeren Verbrennungen: Notruf!; verbrühte und verbrannte Kleidung möglichst rasch entfernen; verklebte Stücke nicht abreißen, sondern auf der Haut lassen; verbrannter Körperteil muss zur Schockbekämpfung, Dämpfung der Hitze und Schmerzlinderung möglichst sofort unter fließendes kühles Wasser gehalten werden bis der Schmerz nachlässt (ca. 10-15 Minuten). Dabei aber darauf achten, dass der Betroffene nicht auskühlt (übrigen Körper zudecken) Bei großflächigen Verbrennungen sollte die Kaltwasseranwendung nur bei intaktem Kreislauf, das heißt innerhalb der ersten 30 Minuten erfolgen, weil nach dieser Zeit erhöhte Schockgefahr besteht; - 120 -
Wegweiser Kontrolle von Atmung und Puls; bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage; keimfreies Abdecken der Brandwunden (z.B. mit Brandwundenverbandspäckchen, Metallfolie); Bei Einsatz von Feuerlöschern diese nicht auf das Gesicht richten und den nötigen Abstand wahren!
Erfrierungen Erfrierungen sind örtliche Gewebeschädigungen infolge einer durch Kälte, Nässe und Wind verursachten Durchblutungsstörung.
Erkennen Die Beurteilung einer Erfrierung ist äußerst schwierig und oft erst nach Tagen eindeutig möglich. In Zweifelsfällen ist daher immer eine Erfrierung anzunehmen.
Oberflächliche Kälteschädigung anfangs Gefühllosigkeit und Blässe; anschließend prickelnde Schmerzen und blaurote Verfärbung;
Tiefgehende Erfrierungen Blasenbildung mit weiß bis graublau marmorierter Verfärbung der Haut; Bewegungseinschränkung der betroffenen Körperteile; Empfindungslosigkeit (bei Berührung); starke Schmerzen;
Maßnahmen Beengende Bekleidung öffnen; keimfreien Verband am betroffenen Körperteil anlegen; warme, eventuell gezuckerte Getränke verabreichen, jedoch keinen Alkohol zu trinken geben; Körper durch zusätzliche Kleidung oder Decken erwärmen; Arzt oder Krankenhaus aufsuchen;
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Wegweiser
Unterkühlungen Erkennen Heftige Schmerzen; Person wird dann zunehmend teilnahmslos; müde; fühlt sich beschwerdefrei; schläft ein; Verlangsamung der Atmung;
Maßnahmen
Den Unterkühlten wach halten; in Ruhelage belassen, weder bewegen noch gehen lassen; Vorsichtig in wärmende Decken einwickeln; in kurzen Abständen Atmung und Kreislauf kontrollieren; Notruf;
Sonnenstich Durch direkte Sonnenbestrahlung auf ungeschützte Kopfhaut kommt es zur Reizung der Hirnhäute. Kleinkinder sind besonders gefährdet.
Erkennen
Hochroter, heißer Kopf, kühle Körperhaut; Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit; Nackensteife (=erweitertes Stadium); in schweren Fällen: Krampfanfälle, Bewusstlosigkeit;
Maßnahmen
Frischluftzufuhr, in den Schatten legen; Kopf und Oberkörper erhöht lagern; Kopf mit kaltem, nassen Tuch bedecken; bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage;
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Wegweiser
Hitzeschlag Erkennen
Kopfschmerzen, Schwindel, Erbrechen; heiße und trockene Haut; kein Schwitzen; Körpertemperatur über 40,5°C; beschleunigter Puls; beschleunigte Atmung; Verwirrtheit übergehend in Bewusstlosigkeit;
Maßnahmen Patienten sofort und mit allen Mitteln abkühlen (kaltes Bad, mit kaltem Wasser übergießen); Lagerung im Schatten mit erhöhtem Oberkörper; Wachem Patienten zu trinken geben (Tee); sofort Arzt alarmieren; bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage;
Insektenstiche Besonders gefährlich sind Bienen-/Wespenstiche im Mund-RachenRaum, vor allem, wenn du auf Insektenstiche allergisch reagierst.
Erkennen Stachel; Schmerz; Juckreiz;
Maßnahmen falls Stachel sichtbar, diesen vorsichtig mit Pinzette entfernen; kalte Umschläge; Schockbekämpfung; Bei Stichen in Mundhöhle oder Rachenbereich und bei allen allergischen Allgemeinreaktionen Sofort Notruf alarmieren!
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Wegweiser
Zeckenbiss Gefahr einer Gehirnhautentzündung Impfung
Maßnahmen Zecke mit einer Pinzette am Hals packen und vorsichtig herausziehen (Zecke sollte unbedingt ganz bleiben) Arzt aufsuchen und die Zecke mitnehmen, damit der Arzt kontrollieren kann, ob der gesamte Körper herausgezogen wurde. Zeckengift kann Gehirnhautentzündung verursachen.
Tierbisse allgemein Maßnahmen Wunde sofort mit erträglich heißem Seifenwasser auswaschen (Tollwutviren sind hitze- und seifenempfindlich); keimfreien Verband anlegen; sofort Arzt oder Krankenhaus aufsuchen um die Notwendigkeit einer Tollwutimpfung überprüfen zu können; das Tier, das die Bissverletzung verursacht hat, sollte, wenn irgendwie möglich, auf Tollwut untersucht werden;
Allergische Reaktionen Bei einer Allergie handelt es sich um eine krank machende Überempfindlichkeitsreaktion, die durch die überschießende Antwort des körpereigenen Abwehrsystems auf das Eindringen körperfremder Stoffe zustande kommt. Die Reaktion tritt meist innerhalb weniger Minuten nach Kontakt mit dem allergieauslösenden Reizstoff ein. Sie kann sich aber auch erst 24 bis 72 Stunden später bemerkbar machen.
Erkennen Haut Nase Augen Magen-DarmTrakt Lunge Herz-KreislaufSystem
Rötung, Jucken, Bläschenbildung, Ausschlag, Schwellung der Lippen Schwellung der Schleimhäute, laufende Nase, niesen Bindehautentzündung, geschwollene Lider Durchfall, Erbrechen, Übelkeit Atemnot, Asthmaanfall Schockzeichen (schneller, schwacher Puls, Blässe, Kaltschweißigkeit) - 124 -
Wegweiser
Bei Hautausschlägen Kühlung durch feuchte Umschläge, Anwendung von entsprechenden Salben; Bei großflächigen Ausschlägen und Bläschenbildung: so rasch wie möglich einen Arzt aufsuchen!
Bei Beschwerden im Bereich der Augen oder Nase Anwendung von entsprechenden Augen- oder Nasentropfen (nur wenn vom Arzt verordnet);
Bei Atemnot Lagerung mit erhöhtem Oberkörper, Beruhigung; beengende Kleidung öffnen; falls keine rasche Besserung eintritt: Arzt rufen!
Bei Herz-Kreislauf –Beschwerden (z.B. Kollaps, Schock) Schocklagerung (Rückenlage, anheben der Beine), Wärmeverlust verhindern (Decke); Wiederbelebungsmaßnahmen bei Kreislaufstillstand; Notruf!
Nasenbluten In der Nasenscheidewand befinden sich zahlreiche oberflächliche Blutgefäße, die bei Gewalteinwirkung – aber oft auch ohne erkennbare Ursache – platzen und somit zum Nasenbluten führen können.
Maßnahmen Patient sollte sitzen und den Kopf nach vorne beugen; blutendes Nasenloch zudrücken; Kopf nach vorbeugen und kalte Umschläge auf den Nacken legen;
Fieber Fieber alleine ist keine Erkrankung, sondern eine Reaktion des Organismus auf gestörte Funktionen, die durch Infektionen hervorgerufen werden. Dabei wird vom Körper mehr Wärme produziert als abgegeben werden kann.
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Wegweiser
Maßnahmen Bettruhe einhalten, weil der Kreislauf gestört und stark belastet wird; viel Flüssigkeit einnehmen; ärztliche Behandlung ist unbedingt notwendig, wenn das Fieber über 39° ansteigt und längere Zeit so hoch bleibt;
Blasen Unpassendes Schuhwerk, feuchte Füße, nasse Socken oder langes Laufen führen häufig zu Blasen an den Füßen. Diese Blasen, durch Scheuern entstanden, sind mit Brandblasen zu vergleichen.
Maßnahmen Das einfachste Mittel, nachdem die Blasen gut trockengerieben wurden, sind zwei Pflaster, die man kreuzweise übereinander auf jede Blase klebt, damit sie fest sitzen oder du verwendest spezielle Blasenpflaster. Drei bis vier Tage lang sollte man die Pflaster auf den Blasen lassen, dann ist das Gröbste überstanden und das Gewebe hat die Flüssigkeit wieder aufgenommen. Niemals aufstechen, da Infektionsgefahr.
Inhalt eines Erste-Hilfe-Koffers
Elastische Mullbinden in verschiedenen Größen Momentverband Heftpflaster Pflasterschnell-Verbände Dreiecktücher Sicherheitsnadeln Schere Pinzette Schutzhandschuhe Alu-Rettungsdecke Einmalbeatmungstuch Taschenlampe (Batterie!!) Erste-Hilfe Anleitung
Es ist immer hilfreich, wenn du eine aktuelle Inhaltsliste in deinem Erste-Hilfe-Koffer aufbewahrst. Natürlich hilft dir im Notfall nur ein vollständiger Koffer, also kontrolliere vor allem bei größeren oder längeren Unternehmungen den Inhalt. - 126 -
Wegweiser
3. Weltweite Verbundenheit
„Wir wollen, dass die nächste Generation weiter sieht und einander als Brüder, Schwestern, Söhne und Töchter des einen Vaters in der ganzen Welt ansieht, welcher Konfession oder Farbe, welchem Land oder welcher Kaste auch immer sie angehören mögen.“ Baden-Powell - 127 –
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Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Sich für das Leben und die Eigenarten anderer interessieren und persönliche Kontakte zu anderen Gruppen haben.
Gu/Sp Das Leben und die Eigenarten anderer achten, persönliches Interesse am Leben in anderen Ländern durch gezielte Kontakte pflegen.
Ca/Ex Das Leben und die Eigenarten anderer überdenken, erkennen von Vorurteilen, üben von Toleranz durch Kontakte mit Jugendlichen anderer Weltanschauungen, Konfessionen und Ländern.
Ra/Ro Abbauen von Vorurteilen durch genaues Kennenlernen anderer Länder und Menschen, auf Gewohnheiten und Sitten eingehen und dafür Verständnis zeigen.
Der Pfadfinder achtet alle Menschen und versucht sie zu verstehen. - 128 -
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Lebenslauf Baden Powell Am 22. Februar 1857 kam das 4. Kind aus der Ehe von H.G. Baden-Powell und Henrietta (geb. Grace) zur Welt: Robert Stephensen Smyth Baden-Powell, sommersprossig, rothaarig, mit wasserblauen Augen, ein lebhafter Junge. Seine Mutter, 1824 geboren, hübsch und energisch, hatte sich der caritativen Arbeit in einem Londoner Armenspital verschrieben und heiratete 1846 im 22. Lebensjahr den 50jährigen Baden-Powell, Mitglied der königlichen Gesellschaft, Professor für Theologie und Geometrie an der Universität Oxford, einen zweimal verwitweten Gelehrten und Pädagogen. Robert BadenDer kleine Baden-Powell, wohlbehütet im ElPowell als Siebenjähriger (in der ternhaus an der Londoner Stanhope-Street, Mitte) mit seinen merkte in seiner frühen Kindheit freilich nichts Geschwistern Warvom Meer großstädtischer Armut, das um die rington, Frank, Inseln der feinen Viertel Londons seine Wellen Agnes, Baden schlug. Er wurde damals Ste gerufen, nach seinem zweiten Vornamen Stephenson, den er seinem Paten verdankte. Knapp nach Ste‘s drittem Geburtstag starb sein damals 64jähriger Vater, und nun trat Admiral Smyth – der Großvater, 73 Jahre alt, als Erzieher in sein Leben. Großvater Smyth war dem kleinen Ste besonders zugeneigt, denn er erkannte im Temperament des Enkels schon die eigene Lust zum Abenteurertum, die Sehnsucht nach der Natur und nach fernen Ländern. Unter Anleitung seines Großvaters zeichnete Ste eine Landkarte des Hyde Park mit allen Wegen, Teichen, Bäumen und Sträuchern, den Brutstätten der Vögel und den bevorzugten Weidegebieten der Kühe und Schafe. Sein Talent zum Zeichnen war auffallend. Zu Hause zeichnete er aus dem Gedächtnis die Tiere des Hyde Parks oder auch Personen, die ihnen dort begegnet waren, und zwar in allen Einzelheiten. Dabei gebrauchte er beide Hände gleichzeitig: Mit der rechten zeichnete er die Linien, mit der linken die Schattenschraffierungen. Mit 13 Jahre wechselte Ste vom Privatunterricht in das Charterhouse Collage, wo er nach sechs Schuljahren die Schlussprüfung im Jahre 1876 als 19jähriger mehr schlecht als recht bestand. - 129 –
Wegweiser Klar, dass der junge Baden-Powell in Oxford studieren wollte. Sein verstorbener Vater war Oxford-Professor gewesen. Sein Bruder Georg hatte das Oxford-Studium mit Auszeichnung bestanden. Sein Bruder Frank studierte noch dort. Trotz aller Intelligenz, Kombinationsfähigkeit, trotz der Initiative, die den jungen BiPi auszeichnete, konnte er die Aufnahmeprüfung nicht bestehen, und so nahm er an der Aufnahmeprüfung von Sandhurst teil. Sandhurst war die älteste und am meisten angesehene Militärakademie in England, eine Ausbildungsstätte für Eliteoffiziere, berüchtigt für ihre strenge Aufnahmeprüfung, wo sich Jahr für Jahr hunderte von Anwärtern bewarben und nur 40 neue Ausbildungsstellen vergeben wurden. Dort also hatte sich BiPi im Jahre 1876 an der Aufnahmeprüfung beteiligt, denn er sah im Offiziersberuf eine Chance, ferne Länder kennen zu lernen, vor allem Großbritanniens Kolonien, die ihn am meisten interessierten, Indien und Afrika. Ende August 1876 lag das Prüfungsergebnis vor: BiPi hatte von 717 Bewerbern die zweitbeste Prüfung als Kavallerieanwärter und die viertbeste Prüfung als Infanterieanwärter hingelegt. Er war mithin unter den sechs besten Prüflingen, die, einer Tradition von Sandhurst entsprechend, in den Genuss von vier Privilegien kamen; unter anderem wurde er sofort zum Unterleutnant befördert. Als Leutnant musste er Rekruten ausbilden, insgesamt 40 Mann seiner Kompanie. Er gab den Unterricht zunächst – wie üblich – für alle gleichzeitig. Doch bald merke er, dass sich damit die Initiative der einzelnen Soldaten nicht wecken ließ. Die Kompanie war ein anonymer Haufen von BefehlsBiPi mit 21 als Leutnant empfängern und reagierte gleichsam wie eine Maschine auf Knopfdruck: perfekt, teilnahmslos, ohne mitzudenken. Tagelang überlegte er, wie das zu ändern wäre. Dann hatte er eine Idee: Er löste die Kompanie in sechs Kleingruppen zwischen fünf und acht Mann auf, in so genannte Patrouillen, und bestimmte jeweils einen besonders befähigten Soldaten aus der Mannschaft zum Patrouillenleiter. Diesen insgesamt 6 Patrouillenleitern gab er mehrmals wöchentlich Kurzunterricht und ihre Aufgabe war es, die Mitglieder der Kleingruppe zu schulen. So schaffte er es, jeden Einzelnen dazu zu bringen selbst zu denken, Initiative zu ergreifen und Verantwortung zu tragen. - 130 -
Wegweiser 1881 bildete BiPi in Quetta eine Kundschaftergruppe aus, ausgestattet mit Beobachtungsgaben, Findigkeit, Ausdauer und Entschlussfähigkeit. Diese speziell ausgebildeten Kundschafter nannte er Scouts (Pfadfinder). An dieser Stelle sollte gesagt werden, dass die Pfadfinder wie wir sie heute kennen, nichts mit dem damaligen militärischen Kundschafterdienst zu tun haben, dass aber die selben Fähigkeiten und Talente geweckt werden wie bei der Kundschafter-Truppe in Quetta. An einem Maitag des Jahres 1891 erhielt BiPi den Auftrag in Italien, Albanien, Griechenland, der Türkei, in Bosnien und Herzegowina geheime Nachforschungen anzustellen, obwohl sich Großbritannien mit diesen Ländern nicht im Krieg befand. Es war seine Aufgabe, in der Rolle eines Zivilisten mehr Informationen auszukundschaften. BiPi versuchte das Beste daraus zu machen: Als Schmetterlingssammler und Botaniker, ausgerüstet mit Schmetterlingsnetz, Fachbüchern, Bleistift und Notizblock, ging er auf die Reise. Er versuchte erst gar nicht sich zu verbergen, sondern kletterte in die Nähe der jeweiligen Befestigungsanlagen, Manöverplätze und Standorte von Kanonen und Munitionslagern. Wenn ihn Offiziere zur Rede stellten, zeigte er ihnen, offensichtlich voller Stolz, was er in seinem Notizblock gezeichnet hatte: Schmetterlinge, Insekten, Blätter, Pflanzen. Zwischendurch erzielte BiPi Erfolge im Pigsticking (=Wildschweinjagd) und 1883 wurde er Sieger und Gewinner des begehrten KadirPokals: der höchsten Trophäe dieses damals unerhört populären Sports. Die Wildschweinjagd erfolgte zu Pferd, bei der der Jäger mit einer Art „Lanze“ in das Genick des Tieres stechen musste. Traf er nicht tödlich, so riss das Wildschein dem galoppierenden Pferd die Beine weg und griff den stürzenden Reiter an. Geschicklichkeit, Zielsicherheit, Augenmass, Kaltblütigkeit und absolute Beherrschung des eigenen Pferdes waren Voraussetzungen für diesen Sport. Was BiPi daran reizte, war das - 131 –
Wegweiser Risiko, die Chancengleichheit von Mensch und Tier. 1895 erhielt BiPi seinen Spitznamen Larkwei von den Ashantis, mit denen er gegen Premphe, einen menschenopfernden und sklaventreibenden König, vorging. Bei dieser Pionierarbeit stellte BiPi fest, dass die meisten der Ashantis keine Knoten knüpfen konnten – dass aber einige von ihnen ein ganzes System von Seilverbindungen beherrschten. Dann bemerkte er noch etwas: Sie reichten einander, wenn sie sich unbeobachtet glaubten, zur Begrüßung die linken Hände. Nun fasste er die Ashantis mit seinen Pfadfindern zusammen und ließ sie gemeinsam trainieren um vom Erfahrungsaustausch zu profitieren. So gewann er innerhalb kürzester Zeit eine Elitegruppe aus Briten und Eingeborenen, die er „Special Selected Scouts“ nannte. Mit diesen konnte er Premphe gefangen nehmen. Seine nächste Arbeit erwartete ihn im Matabale-Land, wo Eingeborene die in Einödfarmen weit verstreut wohnenden Briten überfallen und getötet hatten. Doch die Eingeborenen wussten bereits, dass er da war. Aus kriegerischen Gesängen entnahm er immer wieder das Wort „Impeesa“, doch er wusste nicht um dessen Bedeutung. Das Rätsel dieses Wortes löste sich, als BiPi eines Abends einen Späher gefangen nahm, der ihn als Impeesa bezeichnete. BiPi war verwundert und wollte die Bedeutung erfahren. Der Gefangene sagte: „Der Wolf, der nie schläft“. Schlussendlich konnte er alle Eingeborenen überwältigen, denn sie waren im Bierrausch. Er hatte zuvor herausgefunden, dass die Frauen selbstgebrautes Bier zu den Männern trugen. Danach verließ BiPi Ende 1896 Afrika. Während der Heimreise nach England schrieb BiPi an einem neuen Ausbildungsbuch für militärische Pfadfinder: „Aids to Scouting“ (Hilfen für‘s Pfadfinden), in dem er die Waldläufererfahrungen der Ashantis und die indianischen Kundschaftermethoden verarbeitete. Das Manuskript sandte er an Lord Wolseley, um es zur Veröffentlichung für den militärischen Dienstgebrauch überprüfen zu lassen und sein altes Buch „Nachrichtendienst und Kundschafterwesen“ zurückzuziehen. Am 14. Juli 1899 als BiPi in Südafrika eintraf, herrschte bereits ein kriegsähnlicher Zustand. An allen Ecken und Enden kam es zu Auseinandersetzungen. BiPi be- 132 -
Wegweiser fand sich gerade in Mafeking, als am 11. Oktober 1899 telegraphisch die Nachricht vom offiziellen Kriegsausbruch eintraf. Den 9000 Angreifern standen nur 700 britische Soldaten, geringfügig verstärkt von ca. 300 Zivilisten, gegenüber. BiPi musste sich auf eine längere Belagerung einrichten und kam auf den Gedanken, alle Jungen ab dem 10. Lebensjahr für leichtere Aufgaben einzusetzen. Insgesamt 18 Buben waren es, die er – nach seinem bewährten System der kleinen Gruppen – in Patrullen zu 5 Mann aufteilte und von selbst gewählten Leitern anführen ließ. Die Buren beschossen die Stadt monatelang ohne anzugreifen. BiPi bluffte den Gegner, indem er Strohpuppen anfertigen ließ und diese an die Stadtgrenze hinlegte um zu suggerieren, dass genügend Mann zur Verteidigung vorhanden waren. Am Abend des 16. Mai 1900 – nach 217 Tagen Belagerung konnte ein Expeditionsheer die Stadt befreien. Der schon tot geglaubte BiPi erfreute sich bester Gesundheit und die Zeitungen in England brachten Extraausgaben von der Befreiung Mafekings und von dem abenteuerlichen Durchhaltevermögen des Stadtkommandanten Baden-Powell. Gleich nach der Befreiung salutierte ein britischer Major vor BiPi und grinste dabei von einem zum anderen Ohr. Es war Baden, BiPi‘s um 3 Jahre jüngerer Bruder, der inzwischen Stabsoffizier geworden war. Baden verkündete BiPi, dass er in England bereits als Kriegsheld gefeiert werde, doch BiPi meinte: „Kriegsheld! Ich will kein Kriegsheld sein. Ich halte Krieg für ein Armutszeugnis der Politiker. Dieser Krieg geht weiter. Jetzt, da wir hier sitzen, schießen sich Menschen gegenseitig nieder.“ Da erklärte ihm Baden, dass er auch als Bestsellerautor populär geworden war, als Jugendbuchautor. Das konnte BiPi nun gar nicht glauben, er war entsetzt: „Das war das Letzte, das ich wollte, dass Jugendliche ein Ausbildungsbuch für Soldaten – noch dazu aus meiner Feder – als Anleitung zum Spielen verwenden.“ Baden beruhigte ihn, indem er ihm erzählte, dass die Jungen nicht Krieg spielten sondern Orientierung, Lagerfeuer, Spurenlesen, Signalisieren etc. So erkannte BiPi, dass er einen Weg gefunden hatte, Krieg zu vermeiden, indem er den Jugendlichen die Liebe zum Frieden einpflanzen konnte, wenn man bei Jugendlichen die Gegensätze von Rasse, Religion, Nationalität, Armut und Reichtum erst gar nicht aufkommen lässt. Sein Buch „Aids to Scou- 133 –
Wegweiser ting“, das er für seine Soldaten geschrieben hatte, letztendlich aber viele Jugendliche lasen, sollte also der Startschuss für die Pfadfinderei sein. In BiPis Gedanken ging es rund. Die Pfadfinderbewegung sollte eine freiwillige, nicht politische Erziehungsbewegung für junge Menschen sein, die offen ist für alle, ohne Unterschied von Herkunft, Rasse und Glaubensbekenntnis. Ein weiter Weg lag vor ihm. Erst 1907 wurde BiPi, wenn auch nur zum Teil, vom Militärdienst entbunden und trommelte 22 Jungen aus verschiedenen Gesellschaftsschichten zusammen. Mit diesen Jungen ruderte BiPi nach Brownsea-Island, wo er sein erstes Pfadfinderlager startete. 25 Tage lang praktizierte BiPi das erzieherische Programm der Pfadfinderbewegung. Den Trupp unterteilte er in Patrullen zu je 5 Mann, wobei der Älteste Patrullenführer wurde. Diese Einteilung in kleine Gruppen war das Geheimnis seines Erfolges. Am 9. August kehrten die Buben von der Insel zurück: die ersten Jungpfadfinder, die das Pfadfinderversprechen abgelegt hatten, braungebrannt, aufgeladen mit Selbstbewusstsein, frei von Standesdünkeln. BiPi nahm sofort sein Buch „Scouting for Boys“ in Angriff. Von einem seiner Anhänger, der Verleger war, bekam er das Angebot eine Pfadfinderzeitung mit dem Titel „The Scout“ herauszubringen. Für diese Zeitung verfasste er die Artikel bereits so, dass er sie für sein Buch verwenden konnte. Im Jahre 1908 erschienen diese Artikel zusammengefasst in dem Buch „Scouting for Boys“, das von heute auf morgen ein Bestseller wurde. Unmittelbar nach Erscheinen des Buches in England bereitete sich die Pfadfinderbewegung in einem unerwarteten Maße aus. Im Jahre 1909 veranstaltete BiPi in England im Londoner Crystalpalast ein Pfadfindertreffen mit 11 000 Teilnehmern. Dort stieß er zu seiner Verblüffung auf junge Mädchen, die Kahkihemden, Halstücher und Pfadfinderhüte zu ihren Röcken trugen. Pfadfinder in England, Pfadfinder in den Kolonialgebieten , Pfadfinder im Ausland – und nun auch noch Pfadfinderinnen. Seine Schwester Agnes erklärte sich bereit die Leitung der Pfadfinderinnen zu übernehmen. Für BiPi wurde die Organisation der Pfadfinderbewegung zum Full-time-Job, zu einer Berufung, die ihn voll auslastete. Nun wurde BiPi völlig vom Militärdienst entbunden und konnte er am 7. Mai 1910 offiziell in Pension gehen. BiPi bestieg am 3. Januar 1912 in Southampton ein Schiff – und dabei traf ihn, wie er schrieb, „eine Bombe gänzlich neuer Art mitten ins Herz.“ Diese Dame, schlank, dunkelhaarig, ziemlich groß, unternahm mit ihren Eltern ebenfalls eine Weltreise. Ihr Name: Olave St. Clair Soames. - 134 -
Wegweiser Sie verlobten sich noch auf dem Schiff und heirateten gleich nach der Rückkehr am 30. Oktober 1912 in Parkstone, einer kleinen Kirchengemeinde der Grafschaft Dorset. Die Hochzeitsreise unternahm das Paar nach Pfadfinderart: mit zwei Pferden, Zelt und Schlafsäcken in die nordafrikanische Wildnis von Algerien. 1913 kam der Sohn Peter zur Welt. 1914 brach der erste Weltkrieg aus und noch während des Krieges, in den Jahren 1915 und 1917, kamen seine Töchter Heather und Betty auf die Welt. Seine Frau Olave übernahm ab 1916 die Organisation der Pfadfinderinnen, die inzwischen „Girl Guides“ genannt wurden. Guide bedeutet: Führer im Sinne eines ortskundigen Begleiters. Als Emblem wählten die „Girl Guides“ das Kleeblatt, ein uraltes Symbol für Glück und Nächstenliebe. Im Jahre 1920 erfüllte sich BiPi den Wunsch vom großen Weltpfadfindertreffen: 8.000 Pfadfinder aus 27 Ländern – auch aus den ehemals verfeindeten Völkern des Weltkrieges – kamen zum ersten Jamboree (Friedliches Treffen aller Stämme) in die Londoner Olympia-Hall. BiPi wurde zum „Chief Scout of the World“ ausgerufen, zum obersten Weltpfadfinderführer. 50.000 Pfadfinder aus 69 Ländern waren es, die 1929 zum dritten Jamboree nach Birkenhead in England kamen. Bei dieser Gelegenheit wurde BiPi vom König zum „Lord of Gilwell“ geadelt. Im Jahr darauf erhielt Olave Baden-Powell den Titel „Chief Guide of the World“, oberste Weltpfadfinderinnenleiterin. 1937, beim 5. Jamboree in Holland, ließ BiPi goodbye durch die Lautsprecher ankündigen: „Es ist Zeit für mich, dass ich goodbye sage.“ In den ersten Januartagen 1941 sprach BiPi von seinem Begräbnis. Er bat darum, auffälliges Zeremoniell zu vermeiden. Wenige Tage später, am 8. Januar, war er tot. Auf seinem Grabstein wurde ein Kreis mit einem Punkt darin eingemeißelt. „Ich habe meine Pflicht erfüllt und bin nach Hause gegangen.“
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Abschiedsbrief von BiPi an die Boy Scouts Liebe Pfadfinder! In dem Theaterstück „Peter Pan“, das Ihr vielleicht kennt, ist der Piratenhäuptling stets dabei, seine Totenrede abzufassen, aus Furcht, er könne, wenn seine Todesstunde käme, dazu keine Zeit mehr finden. Mir geht es ganz ähnlich. Ich liege zwar noch nicht im Sterben, aber der Tag ist nicht ganz fern. Darum möchte ich noch ein Abschiedswort an Euch richten. Denkt daran, dass es meine letzte Botschaft an Euch ist, und beherzigt sie wohl. Mein Leben war glücklich, und ich möchte nur wünschen, dass jeder von Euch ebenso glücklich lebt. Ich glaube, Gott hat uns in diese Welt gestellt, um darin glücklich zu sein und uns des Lebens zu freuen. Das Glück ist nicht die Folge von Reichtum oder Erfolg im Beruf und noch weniger von Nachsicht gegen sich selbst. Ein wichtiger Schritt zum Glück besteht darin, dass Ihr Euch nützlich erweist und des Lebens froh werdet, wenn Ihr einmal Männer sein werdet. Das Studium der Natur wird Euch all die Schönheiten und Wunder zeigen, mit denen Gott die Welt ausgestattet hat, Euch zur Freude. Seid zufrieden mit dem, was Euch gegeben ist, und macht davon den bestmöglichen Gebrauch. Trachtet danach, jeder Sache eine gute Seite abzugewinnen. Das eigentliche Glück aber findet Ihr darin, dass Ihr andere glücklich macht. Versucht, die Welt ein bisschen besser zurückzulassen, als Ihr sie vorgefunden habt. Wenn dann Euer Leben zu Ende geht, mögt Ihr ruhig sterben im Bewusstsein, Eure Zeit nicht vergeudet, sondern immer Euer Bestes getan zu haben. Seid in diesem Sinne „Allzeit bereit“, um glücklich zu leben und glücklich zu sterben. - Haltet Euch immer an das Pfadfinderversprechen, auch dann, wenn Ihr keine Knaben mehr seid. Euer Freund Baden-Powell of Gilwell.
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Abschiedsbrief von BiPi an die Girl Scouts und Girl Guides Liebe Pfadfinderinnen! Dies ist mein Abschiedsbrief und somit das letzte Mal, dass ich zu Euch spreche. Vergesst bitte, wenn ich nicht mehr bin, Eure Lebensaufgabe nicht, nämlich glücklich zu sein und glücklich zu machen. Das ist so einfach! Ihr macht erst einmal andere Leute glücklich, indem Ihr ihnen Gutes tut. Über das Selber-Glücklichsein braucht Ihr Euch dann keine Gedanken mehr zu machen, denn dann kommt es von selbst. Ihr werdet hart arbeiten müssen, aber der Lohn wird nicht ausbleiben. Wenn Eure Kinder gesund, unverdorben und unternehmungslustig heranwachsen dürfen, werden sie glücklich sein. Und glückliche Kinder lieben ihre Eltern. Eine reinere Freude als die Liebe eines Kindes gibt es nicht. Ich bin überzeugt, dass Gott unser Glück in diesem Leben will. Wir dürfen auf einer Erde leben, die voller Schönheit und voller Wunder ist, und Gott versah uns nicht nur mit Augen, um das alles wahrzunehmen, sondern auch mit dem Verstand, diese ganze Pracht zu erfassen. Wir dürfen es nur nicht an der Einstellung fehlen lassen. (...) Ihr werdet bald herausfinden, dass der Himmel nicht irgendein fernes Glück in den Wolken ist, das erst nach dem Tode kommt. Das Glück liegt in dieser Welt in Eurem Heim. So führt denn andere zum Glück und werdet selbst glücklich dabei. Wenn Ihr das tut, so erfüllt Ihr die Euch von Gott übertragene Aufgabe. Gott mit Euch Baden-Powell
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Lebenslauf Olave St. Claire Soames Geboren wurde Olave am 22. Januar 1889 in Chesterfield, England, als Tochter des Brauereiinhabers und Künstlers Harold Soames und der ehemaligen Gouvernante Katherine Hill. Ihr Vater war ein kluger, aber rastloser Individualist, der ständig seinen Wohnsitz wechselte. In den 23 Jahren vor ihrer Heirat lebte Olave in nicht weniger als 17 Häusern in verschiedenen Teilen Englands. Olave erhielt nach ihrem 12. Lebensjahr keine geregelte Ausbildung. Zunächst erschien ihr das wunderbar. Später jedoch bedauerte sie ihre Wissenslücken sehr und versuchte diese durch intensive Arbeit zu füllen. Sie sprach unter anderem gut Französisch, liebte Musik und spielte gern Geige. 1912 unternahm sie mit ihrem Vater eine Seereise nach Westindien. „Die einzige interessante Person an Bord“, so schrieb sie an ihre Mutter, „ist General Baden-Powell, der Pfadfinder.“ Bevor die Seereise zu Ende war, hatte sich der „Pfadfinder“ mit ihr verlobt. Olave begann sich in der Pfadfinderinnenbewegung zu engagieren und konnte somit Agnes, die Schwester BiPi‘s ablösen. 1919 gründete sie den Internationalen Rat, den Vorgänger des Weltbundes und sammelte so die in der Welt verstreuten Pfadfinderinnenbewegungen zu einer großen Familie. Lady Baden-Powell berief Konferenzen ein, veranstaltete Lager in verschiedenen Ländern und fasste 1926 den Gedanken einen Weltbund zu verwircklichen. Zwei Jahre später (1928) war dieser Plan verwirklicht. Auch die Eröffnung des Weltbüros in London geht auf ihre Initiative zurück. Bald wurde sie zur Leiterin der Pfadfinderinnen des Empire und 1930 zur Weltführerin (World Chief Guide) gewählt. 1932 wurde ihr das Großkreuz des Britischen Empires verliehen. Im Oktober 1939 zogen Olave und ihr Ehemann nach Kenia, wo er im Januar 1941 starb. Im Jahr 1942 zog sie nach London zurück, blieb aber weiterhin für die Pfadfinderinnenbewegung tätig. Sie schrieb Artikel, gab Interviews und reiste rund um den Erdball, um für die Pfadfinder und die Völkerverständigung zu werben. Olave starb am 19. Juni 1977 im Birtley Haus, Bramley, England. Ihre Asche wurde neben ihrem Ehemann in Kenia begraben. - 138 -
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Thinking-Day Die Idee stammt von Lady Olave Baden Powell, welche die Geburtstagsfeiern, die ihr und ihren Gatten zu Ehren jedes Jahr abgehalten wurden, verändern und für den Verband nutzen wollte. Statt Geschenken wünschte sie sich die Unterstützung und Förderung der Pfadfinder-Idee auf der ganzen Welt. 1932, auf der 7. Weltkonferenz in Polen, wurde beschlossen, den 22. Februar zum Thinking-day zu erklären, an dem Pfadfinder nicht nur den gemeinsamen Geburtstag des Gründers und seiner Frau feiern, sondern auch an ihre Pfadfinderschwestern und – brüder in aller Welt denken. Um noch etwas mehr zu tun, als „nur“ aneinander zu denken, spendeten Pfadfinder weltweit an diesem Tag „einen Penny“, um notleidenden Pfadfindern zu helfen. Aus diesen Pennies entstand der Thinking Day Fond, der heute einen wesentlichen Teil des WAGGGS Jahreseinkommens ausmacht. In vielen Ländern entwickelte sich die Aktion des „Thinking Day Pennies“ weiter und es werden heute Projekte durchgeführt, deren Erlös an den Thinking Day Fond gespendet werden, um so – wie zu Beginn – notleidenden Pfadfindern weltweit zu helfen.
Lebenslauf Agnes Baden Powell Sie war älter als ihr Bruder Bi-Pi und übernahm auf den Wunsch ihres Bruders die Organisation der Girl Guides nach dem Pfadfindertreffen im Londoner Kristall Palast. Die Möglichkeit, das auch Mädchen Pfadfinderinnen sein konnten war eine Sensation und mit noch nie dagewesener Erfahrung für Mädchen verbunden. Agnes war bekannt als gute Musikerin, sie spielte Orgel, Klavier und Violine, aber auch ihre Geschicklichkeit in der Handarbeit war beachtlich. Sie liebte es zu sticken und zu nähen.
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Wegweiser Agnes war eine Expertin in Astronomie, konnte hervorragend Fahrradfahren, Schwimmen und Kochen. Ihre Fähigkeit aufzupassen war ihre größte Stärke. Sie züchtete Bienen und stellte selber Honig her. In ihrem Haus lebte auch eine große Anzahl an Schmetterlingen und Vögel die frei herumfliegen konnten. 1919 wurde es notwendig für die Jungpfadfinderinnen einen Raum zu mieten, denn es gab zu dieser Zeit bereits 6000 registrierte Mädchen. Da es für BiPi ein großes Anliegen war die Mädchen von den Burschen zu trennen, streckte er 100 Englische Pounds vor, damit sie sich eigenständig machen konnten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts mussten Mädchen Damen sein und deshalb hatten viele Eltern Angst, ihre Mädchen würden bei den Pfadfinderinnen zu Jungen erzogen. Doch Agnes erklärte ihnen, dass es keine besseren jungen Damen gäbe, als die Girl Guides. In den nächsten Jahren widmete sie sich der Neuverfassung des Buches „Scouting for Boys“ und schrieb für ihre Mädchen ein neues „Handbuch für Pfadfinderinnen“. Sie regte an und koordinierte das Führen weltweit, schrieb Artikel für die Pfadfinderinnenzeitung und mit ihren Helfern traf sie alle großen und kleinen Entscheidungen, welche helfen sollten neue Organisationen zu gründen, die wir bis heute kennen. Als BiPi geheiratet hatte und seine junge Frau in die MädchenBewegung moderne und jugendliche Aspekte einsetzte, zog sich Agnes langsam zurück, doch man sollte niemals vergessen, dass sie es war, die weit vor jeglichen Emanzipationbestehungen und dem Zeitgeist um Jahrzente vorauseilend für Mädchen eine Organisation geschafft hatte, die es ermöglichte, dass sich auch das Pfadfindersein für Mädchen auf der ganzen Welt ausbreiten konnte Agnes starb 1945.
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Entstehungsgeschichte des Weltpfadfindertums Die Pfadfinderbewegung nahm im Jahre 1907 auf der Insel Brownsea ihren Ausgang. Die kleinen Gemeinschaften, in denen die Buben zusammenlebten, wurden als Patrullen bezeichnet. Diese hatten Tiernamen, und auch diese Idee geht auf BiPi zurück. Die ersten vier Patrullen waren die „Raben“, die „Stiere“, die „Wölfe“ und die „Schnepfen“. Durch das Buch „Scouting for boys“ wurde die Idee so bekannt, dass überall Patrullen entstanden. Durch diesen überwältigenden Erfolg sah sich Baden-Powell gezwungen, diese Jugendbewegung in einer einzigen Organisation zusammenzufassen. So war durch die Begeisterung der Buben und bald auch der Mädchen die Pfadfinderbewegung entstanden. Ein „Bubengeneral“ für Mädchen war jedoch zu jener Zeit undenkbar. Als beim Pfadfindertreffen im September 1909 im Londoner Kristallpalast auch eine Gruppe „Girl Guides“ gerade „auftauchte“, erkannte BiPi, dass die Mädchen in ihrer Beharrlichkeit doch recht hatten. Seine Schwester Agnes übernahm die Führung der Mädchen und arbeitete gemeinsam mit BiPi ein Programm aus. Bald zeigte sich, dass ältere und jüngere Geschwister auch mitmachen wollten, dass aber das Programm an das Alter angepasst werden musste. So entstanden die Wölflinge (1916) und die Rover (1918) und die entsprechenden Mädchenaltersstufen, die Wichtel und Ranger. Manche Pfadfinder wollten sich auch auf bestimmten Gebieten spezialisieren, so wurden Wasser-, Flieger- und Reiterpfadfinder gegründet. 1920 kamen Pfadfinder aus aller Welt zum ersten großen internationalen Treffen nach London. BiPi nannte dieses Treffen „Jamboree“. Das bedeutet in einer Indianersprache „friedliches Treffen aller Stämme“. Von diesem Jahr an wurde (mit einigen Ausnahmen) alle vier Jahre ein solches Treffen abgehalten. Um die Pfadfinderarbeit auf der ganzen Welt zu koordinieren und zu verbessern, wurden die Weltverbände gegründet. Es sind dies für die Mädchen: WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts) und für die Buben: WOSM (World Organisation of the Scout Movement). - 141 –
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Jamboree - eine langjährige Geschichte Seit 1920 treffen sich Pfadfinder und Pfadfinderinnen aus der ganzen Welt zu ihrem „friedlichen Treffen aller Stämme“. Auch Österreich war schon einmal Veranstalter eines solchen Treffens. Nun der Reihe nach:
1920: Großbritannien, London Ca. 8.000 Pfadfinder aus 34 Ländern nahmen am 1. Jamboree teil. In der Olympiahalle gab es Spiele, Wettkämpfe, Ausstellungen. Die Wirkung auf die Öffentlichkeit war enorm – die Presse berichtete auf der ganzen Welt. Die Pfadfinder hatten ihr großes Treffen, ihre Olympiade! Es gab Anfragen, Vorschläge, Forderungen. Das Internationale Büro kam in Zugzwang, die Pfadfinder wollten sich wieder auf einem Jamboree treffen.
1924: Dänemark, Kopenhagen In Ermelunden wurde das 2. Jamboree organisiert. Anschließend gab es für alle ausländischen Teilnehmer eine Woche Gastfreundschaft in dänischen Familien.
1929: Großbritannien, Birkenhead Beim 3. Jamboree im Arrowe-Park von Birkenhead/Liverpool in England waren 69 Länder durch etwa 50.000 Pfadfinder vertreten. Es muss viel Regen gegeben haben, denn noch heute spricht man vom 1929er-Schlamm-Jamboree.
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1933: Ungarn, Gödöllö Im Park von Gödöllö in Budapest/Ungarn fand das 4. Jamboree mit 26.000 Pfadfindern statt. Erstmalig gab es Jamboree-Sonderbriefmarken. Der sagenumwobene „Weiße Hirsch der Magyaren“ war das Jamboree-Symbol.
1937: Niederlande, Vogelenzang Das 5. Jamboree wurde in Vogelenzang/Bloemendaal in Holland durchgeführt, der Jakobsstab war das Jamboreeemblem. 29.000 Pfadfinder aus 54 Ländern waren dabei, als Robert Baden-Powell zum letzten Mal die Pfadfinder der Welt grüßte. Seine Abschiedsworte waren: „Für mich ist jetzt die Zeit des Abschieds gekommen. Ich möchte, dass ihr ein glückliches Leben führt. Ihr wisst, dass viele von uns sich in dieser Welt nie mehr treffen…“ Der 2. Weltkrieg verhinderte alle internationalen Aktivitäten des Weltpfadfindertums.
1947: Frankreich, Moisson Nach den Schrecken des Krieges trafen sich 25.000 Pfadfinder zum 6. Jamboree, dem „Jamboree des Friedens“, in Moisson bei Paris/Frankreich. Freunde und ehemalige „Feinde“ suchten einen neuen Anfang. Das Beispiel ihrer brüderlichen Lagergemeinschaft war damals ein Signal der Jugend für den ersehnten Frieden in der Welt.
1951: Österreich, Bad Ischl Das 7. Jamboree fand im Salzkammergut/ Bad Ischl statt. Rund 800 Mitarbeiter sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Jamborees, das 13.000 Pfadfinder aus aller Welt vereinte. Nachdem das Jamboreegelände von schweren Regenfällen total aufgeweicht war, große internationale Schlammrennen zur täglichen Attraktion wurden und die gute Stimmung trotzdem nicht nachließ, wurde das - 143 –
Wegweiser Jamboree der Einfachheit halber in „Schlammboree“ umbenannt. Das Logo des Jamborees war übrigens eine Maultrommel – auch heute noch wird man als ÖsterreicherIn bei Jamborees auf dieses Instrument angesprochen.
1955: Kanada, Nigara Das 8. Jamboree wurde in Niagara-On-the-Lake in Kanada durchgeführt. Dies war das 1. Jamboree außerhalb Europas. 11.500 Pfadfinder aus 71 Ländern waren dabei.
1957: Großbritannien, Sutton Park Im Jubiläumsjahr wurde das 50 jährige Bestehn der Pfadfinderbewegung gefeiert mit über 30.000 Pfadfinder aus 82 Ländern kamen zum 9. Jamboree, das zusammen mit einem Internationalen Leiterlager (INDABA) und dem Welt-Rovermoot im Sutton Park bei Birmingham stattfand. Ein Regensturm verwandelte eines Nachts das schöne Jamboree in eine Fluss- und Seelandschaft.
1959:Philippinen, Mount Makiling Zum 10. Jamboree versammelten sich im Sommer etwa 12.500 Pfadfinder aus 44 Ländern. Die Beteiligung der Europäer war relativ gering.
1963: Griechenland, Marathon Auf dem historischen Schlachtfeld von Marathon in Griechenland trafen sich 14.000 Pfadfinder aus 88 Ländern zum 11. Jamboree. Hitze und Staub waren die äußeren Kennzeichen des großartigen Lagers unter dem Motte „Higher and Wider“.
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1967 USA, Idaho Zum 12. Jamboree sammelte sich die Pfadfinderwelt, 12.000 Teilnehmer aus 105 Ländern, im Farragut State Park in Idaho, USA. Indianer, Rodeos, eine Weltraumkapsel samt Astronaut, eine Riesenshow bis zum Abschluss.
1971: Japan, Asagiri Heights Was im August bei herrlichem, luftfeucht-heißem Wetter begann, wurde nach einigen Tagen von einem handfesten Taifun überrascht und endete in einer fröhlichen Trocknungsphase. Es war das 13. Jamboree auf den Asagiri Heights am Fuße des Fujiyama in Japan. Nachdem die meisten Unterlager unter Wasser standen, mussten 16.000 Pfadfinder für 48 Stunden evakuiert werden, in Schulen, Klöstern, Turnhallen,… Der Wiederaufbau des Jamborees, dies wieder bei herrlichem Sonnenschein und Hitze, war fröhlich, ausgelassen und selbstverständlich! Unvergessen bleibt das riesige Feuerwerk zum Schluss – asiatisch – farbig – laut!
1975: Norwegen, Lillehammer Am Mjosa-See, bei Lillehammer in Norwegen, trafen sich 17.500 Pfadfinder aus 91 Ländern zum 14. Jamboree. Die fünf nordischen Länder Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland und Island boten unter dem Moto „Fünf Finger – eine Hand“ ein Musterbeispiel an ProgrammFantasie und Gastfreundschaft. Heiß – trocken – anstrengend,… aber schön!
1979: Weltjamboreejahr Politische Ereignisse von großer Tragweite verhinderten, dass das 15. Jamboree bei Neushabur in der Nähe von Mashad im Iran stattfinden konnte. Die Pfadfinder des Iran hatten ihr Bestes gegeben, um das Jamboree vorzubereiten. Aufgrund der erzwungenen Absage wurde dieses Jahr vom Weltbüro zum „Weltjamboreejahr“ deklariert, in welchem eine große Anzahl von nationalen Gruppenlagern stattgefunden hat. - 145 –
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1983: Kanada, Calgary 13.553 Pfadfinder aus 97 Ländern trafen sich zum 15. Jamboree in der Nähe von Calgary in Kanada. Aus Umweltschutzgründen wurde dabei kein offenes Feuer verwendet, was aber der Attraktivität keinen Abbruch tat.
1987: Australien, New South Wales Zum Jahreswechsel 1987/88 lud Australien zum 16. Jamboree ein und dieser Einladung folgten 16.000 Jugendliche aus über 80 Ländern. Es war dies zugleich auch der Abschluss der Feierlichkeiten zur 200-jährigen Besiedlung Australiens.
1991: Südkorea, Mount Sorak National Park „Many Lands, One World“ war das Thema des 17. Jamboree, welches über 20.000 junge Menschen aus mehr als 130 Nationen im wunderschönen Mount Sorak Park zusammenbrachte. Das Jamboreegelände war nur einige Kilometer von der umstrittenen Grenze zu Nordkorea entfernt und ca. 200 km oder 6 Stunden Autofahrt von Seoul (der südkoreanischen Hauptstadt).
1995: Holland, Flevoland „Future is now“ war das Motto des 18. Jamborees in Holland. 28.960 Jugendliche aus 166 Nationen nahmen an diesem Treffen teil.
1999: Chile, Picarquin Beim 19. Jamboree in Chile nahmen 31.000 Jugendliche aus 157 Ländern unter dem Motto „Building Peace together“ teil. Auch 18 Rankweiler Pfadfinder fuhren gemeinsam nach Chile.
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2003: Thailand, Sattahip Zum 20. Jamboree trafen sich unter dem Motto „Share our World, share our cultures“ über 30.000 Pfadfinder aus über 150 Nationen in Thailand. In Sattahip (Chonburi 2 Provinz), direkt an der Küste gelegen, 150 km südlich von Bangkok, waren auch gut 100 Pfadfinder aus Österreich mit von der Partie.
2007: Großbritannien, Hylands Park, Chelmsford 100 Jahre Pfadfinder – unter dem Motto „One World, one promise“ waren am 21. Jamboree über 40.000 teilnehmende Pfadfinder in England. Mitdabei waren 512 österreichische Pfadfinder und Pfadfinderinnen. Am 1. August feierten die Pfadfinder auf der ganzen Welt – nicht nur auf dem Jamboree – den Sunriseday. Aus jedem teilnehmenden Land durfte ein Pfadfinder und eine Pfadfinderin auf Brownsea Island den 100. Geburtstag feiern.
2011: Rinkaby, Sweden Das 22. Jamboree fand in Rinkaby, Kristianstad, Skåne im Süden von Schweden statt, unter dem Motto: „Simply Scouting“. Rankweil wurde mit 50 Mitgliedern vertreten und stellte somit die größte Gruppe Österreichs.
2015: Kirarahama, Japan Das Thema des 23. Jamborees wird sein: A Spirit of Unitiy. Das Japanische Symbol „WA“ steht für Einheit, Harmonie, Zusammenarbeit, Freundschaft und Frieden.
„Die Pfadfinderbewegung ist eine weltweite Bruderschaft. Du wirst irgendwann Gelegenheit haben, bei einem Jamboree Pfadfinder von vielen Nationen zu treffen.“ Baden-Powell - 147 –
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WAGGGS (World Association of Girl Guides and Girl Scouts)
Die Pfadfinderinnenweltkonferenz Sie ist die „Generalversammlung” der Weltpfadfinderinnenbewegung (Guide Movement), und hat derzeit 104 nationale Mitgliederorganisationen, die etwa 8 Millionen Pfadfinderinnen betreuen. Im Weltbund der Pfadfinderinnen ist nur eine nationale Pfadfinderinnenorganisation anerkannt, die bei der Weltkonferenz eine Stimme hat. Die „Fundamental Principles“ sind die Grundlage für Anerkennung und Mitgliedschaft. Die Weltkonferenz von WAGGGS findet alle drei Jahre statt.
Das Pfadfinderinnen-Weltkomitee Es setzt sich aus zwölf von der Weltkonferenz gewählten Frauen aus allen Kontinenten zusammen und vertritt die Weltkonferenz zwischen ihren Treffen, wobei man 9 Jahre Komiteemitglied ist.
Das Pfadfinderinnen-Weltbüro Es ist das Sekretariat, das die Beschlüsse von Weltkonferenz und Weltkomitee durchführt. Es befindet sich in London und wird von einer Direktorin mit einem Stab von 25 Mitarbeiterinnen im Auftrag des Weltkomitees geleitet. Die Direktorin koordiniert die Arbeit des Weltbüros mit der Arbeit der Subkomitees (Promotion, Constitution, Finances, Public Relation, …) die auf ihrem Gebiet für die Ausbreitung und Weiterentwicklung der Pfadfinderinnenbewegung sorgen und den Mitgliederorganisationen helfen und sie beraten. Das Weltbüro koordiniert die Beziehungen zwischen WAGGGS und anderen internationalen Organisationen (UNESCO, CENYC, …). - 148 -
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WOSM (World Organisation of the Scout Movement)
Die Pfadfinderweltkonferenz Die Weltkonferenz ist die „Generalversammlung” der Weltpfadfinderbewegung, sie hat derzeit 118 nationale Mitgliedsorganisationen, die etwa 16 Millionen Pfadfinder und ihre Leiter in über 150 Ländern betreuen. Eine Pfadfinderorganisation pro Land ist anerkannt und hat sechs Stimmen in der Konferenz. (Bei mehreren Pfadfinderorganisationen in einem Land kann ein gemeinsamer Dachverband anerkannt werden.) Basis von Anerkennung und Mitgliedschaft sind das Festhalten an den Zielen und Grundsätzen der Pfadfinder sowie Unabhängigkeit, Überparteilichkeit und freiwillige Tätigkeit. Die Weltkonferenz tritt alle zwei Jahre zusammen (z.B. 1931 in Baden/Wien, 1951 in Salzburg, 1973 in Kenia, 1975 in Dänemark, 1977 in Kanada.
Pfadfinderweltkomitee Das Weltkomitee setzt sich aus zwölf von der Weltkonferenz gewählten Männern aus zwölf verschiedenen Ländern zusammen und vertritt die Weltkonferenz zwischen ihren Treffen, wobei man sechs Jahre Komiteemitglied sein kann.
Pfadfinderweltbüro Das Büro ist das Sekretariat, das die Beschlüsse von Weltkonferenz und Weltkomitee durchführt. Es wurde 1920 in London gegründet, übersiedelte 1958 nach Ottawa/Kanada und befindet sich seit 1968 in Genf/Schweiz. Das Weltbüro wird vom Generalsekretär geleitet. Ein 40 - 149 –
Wegweiser Mann starker Bürostab arbeitet, nicht nur im Generalsekretariat in Genf, wo auch das Europäisch Regional Büro untergebracht ist, sondern auch in den Regionalbüros in Costa Rica, Manila (Philippinen), Nigeria und Syrien.
Entstehung der Pfadfinderbewegung in Österreich Die Idee Baden-Powells blieb nicht nur auf England beschränkt, sondern fasste bald auch in anderen Ländern Fuß. Bereits im Jahre 1910 hat man i n Wiener Neustadt begonnen nach dem Buch „Scouting for boys“ in der Übersetzung von Dr. Lion zu arbeiten. Es gab noch keine Pfadfindergruppe im heutigen Sinn. Demnach wird das Jahr 1910 als Gründungsjahr der österreichischen Pfadfinderbewegung angesehen. Bald darauf folgten Gruppengründungen in Wien, Graz, Dornbirn. 1913 bildete sich bereits die erste Pfadfinderinnengruppe in Wien (die sich damals „Helferinnen“ nannte). In der Folge entstanden dann eine Vielzahl von „Pfadfinder-Korps“, die teils auf bestimmte Orte, teils auf Religionsgemeinschaften und teils auch auf manche Gruppen beschränkt waren. Aus dieser Vielzahl kristallisierten sich dann allmählich zwei große Verbände heraus: der „Österreichische Pfadfinderbund“ (gegründet 1914) und das „Österreichische Pfadfinderkorps St. Georg“ (gegründet 1926). Auch die Pfadfinderinnen schlossen sich zu einem lockeren Bund zusammen. In dieser Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg waren die Pfadfinder schon in der Öffentlichkeit sehr angesehen, weil sie viele Hilfs- und Ordnerdienste leisteten. 1938 wurden alle Pfadfinder- und Pfadfinderinnenorganisationen in Österreich nach dem Anschluss an das Deutsche Reich verboten. Viele Leiter wurden von den nationalsozialistischen Machthabern wegen ihrer Gesinnung verfolgt, noch viel mehr kamen während des zweiten Weltkrieges an der Front oder in den zerstörten Städten um. - 150 -
Wegweiser Sofort nach Ende des Zweiten Weltkrieges begann die Pfadfinderarbeit wieder aufzuleben. Die Vertreter der beiden vor 1938 anerkannten Bubenverbände beschlossen, eine einzige Organisation zu gründen. So kam es 1946 zur Gründung der „Pfadfinder Österreichs“. Die Mädchen schlossen sich 1950 zum „Österreichischen Pfadfinderinnenverband St. Georg“ zusammen. In den darauf folgenden Jahrzehnten nahm die Arbeit dieser beiden Verbände einen großen Aufschwung. In vielen Orten begannen Pfadfinderinnen und Pfadfinder eng zusammenzuarbeiten. Es entstehen gemeinsame Gruppen, viele Landesverbände folgen nach, auf der Bundesebene wird erfolgreich in der Ausbildung zusammengearbeitet. Gekrönt wird diese Entwicklung durch den Zusammenschluss der Bubenund der Mädchenorganisation am 16. Oktober 1976 zu den „Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs“. Dieser Verband, dem nun auch du angehörst, ist die einzige Pfadfinderorganisation in Österreich, die von den Weltverbänden der Pfadfinder anerkannt und registriert ist.
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Landes- und Bundesverband Landesleiter und Landesleiterin als auch die Stufenbeauftragten, die Beauftragen für Internationales und des Spiriteam. Sie betreuen die Zusammenarbeit der Gruppen/ Stufen geben Zeitschriften heraus organisieren Ausbildungsseminare für Leiter organisieren Landesveranstaltungen für Kinder und Jugendliche (z.B. Landesabenteuer für Gu/Sp) oder Landeslager Koordinieren die Arbeit des LV (Landesverband) mit dem BV (Bundesverband) Große Landesverbände sind zur besseren Bewältigung der Arbeit noch in Kolonnen (Wien) oder Bezirke bzw. Regionen unterteilt. Alle 9 Landesverbände bilden zusammen den Bundesverband der Pfadfinder und Pfadfinderinnen Österreichs. Die wichtigsten Mitarbeiter im Landes- und Bundesverband (Landesleiter, Bundesleiter, Sekretäre, die Beauftragten der Ausbildung, …) werden demokratisch gewählt und sind dann jeweils für 3 Jahre im Amt. Eine Wiederwahl ist möglich.
Die Gliederung des VPP (Vorarlberger Pfadfinder und Pfadfinderinnen) Präsidium: Das Präsidium stellt den Vereinsvorstand dar. Tagungsintervall: 4x jährlich Schwerpunkt der Arbeit: Finanzielle Gebarung des LV Ideelle Unterstützung und Zusammenarbeit mit dem LV Vertretung des VPP gegenüber dem Land Voralrberg, sowie dem sonstigen öffentlichen Einrichtungen Pressearbeit und PR Soziale Projekte Zusammenareit im Bundespräsidium
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Landesleitungsrat: Der Landesleitungsrat bestehend aus der Landesleiterin, des Landesleiters, der Sekretärin, den Ausbildungsbeauftragten und den Stufenbeauftragten treffen sich ca. 1x monatlich. Die Büroarbeiten auf Landesebene erledigt eine ehrenamtliche Sekretärin. Die Landesbeauftragten für Gruppenleiter treffen sich mindestens vierteljährlich mit den GruppenleiterInnen aller Ortsgruppen. Die Stufenbeauftragten treffen sich mindestens vierteljährlich mit den jweiligen StufenleiterInnen der einzelnen Gruppen. Die Vorarlberger Pfadfinder und Pfadfinderinnen beschäftigen keine hauptamtlichen MitarbeiterInnen. Alle Funktionen werden ehrenamtlich ausgeführt.
Jugendrat: Der Jugendrat gewährleistet, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen bei den PfadfinderInnen mitreden und mitbestimmen können. Der Jugendrat besteht aus allen jungen Vorarlberger PfadfinderInnen zwischen 16 und 24 Jahren, die aktuelle Themen diskutieren und zu ihnen Ergebnisse erarbeiten. Andererseits hat der Jugendrat einen Sprecher und eine Sprecherin zwischen 18 und 24 Jahren, die die Ansichten ihres Jugendrates direkt in den Gremien und im Bundesjugendrat vertreten.
Die Pfadfindergruppe Der Gruppenrat mit Gruppenleiter und Stufenleitern findet 1x im Monat statt. Alle Pfadfindergruppen in Vorarlberg besitzen ein eigenes Pfadfinderheim. Ausnahme sind Mehrerau und PWA Götzis. Der Büroaufwand der Gruppe ist nicht gering und wird von der Gruppenleitung erledigt. Die Tätigkeitsberichte – Quartalberichte werden ebenfalls von den Gruppenleitern in Zusammenarbeit mit den Stufenleitern geschrieben.
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Wegweiser Die Vorarlberger Pfadfinder gliedern sich in 27 selbstständige Ortsgruppen: Alberschwende Altach Altenstadt-Levis Bludenz Hl. Kreuz Bludenz PWA Bregenz Mehrerau Bregenz Vorkloster Dornbirn PWA Dornbirn St. Georg
Feldkirch St. Georg Fussach Götzis PWA Hard Hinterbregenzerwald Höchst Hohenems Lauterach Leiblachtal
Ludesch Lustenau Montafon Nüziders Rankweil Schlins Thüringen Wolfurt Wolfurt PWA
Aus- und Fortbildung Leiterkurs Leiterschulung Kornettenschulung
Spezialkurs
Einsteigsseminar
Grundlagenseminar
Aufbauseminar
Woodbadgekurs
Ausbildungsveranstaltung, die allen Leitern zugänglich ist. Ausbildungsveranstaltung, die für Leiter stufenspezifisch durchgeführt wird. Der Kornett ist die unterste Führungsschicht in der Pfadfinderstruktur. Die Kursthematik wird von den Ausbildungsrichtlinien der PPÖ vorgegeben. Seminare mit einem Schwerpunktthema: Erste Hilfe, Umgang mit Migranten, Suchtprävention, neue Spiele, usw. Einführender Leiterkurs: Dieser ist Vorbedingung zur Belegung eines Grundlagenseminares bzw. Aufbauseminares und wird von 3 oder mehreren Ortsgruppen bzw. der Landesausbildung vorbereitet und durchgeführt. Allgemeiner Grundkurs: Die Ausbildungsrichtlinien der PPÖ bestimmen die Kursthematik. Der Kurs wird auf Landesebene vorbereitet und durchgeführt. Allgemeiner Aufbaukurs: Die Ausbildungsrichtlinien der PPÖ bestimmen die Kursthematik. Der Kurs wird auf Landesebene vorbereitet und durchgeführt. Der Abschluss bildet neben dem Praktischen Teil eine schriftliche Arbeit über ein Pfadfinderthema. 5 Tage Abschluss der Ausbildung, weltweit anerkannt. Der Kurs wird auf Bundesebene vorbereitet und durchgeführt. - 154 -
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Soziale Aktionen Das Geburtstagsjahr 2007 – 100. Jahre Pfadfinder, stand ganz unter dem Motto „Gifts for peace“, eine Sozialaktion der Pfadfindern auf der ganzen Welt. Unsere Beauftragten für Sozialaktionen im Landesverband (Präsidium) leisten in Zusammenarbeit mit den Gruppen Beiträge zu folgenden Themen: Seniorenbetreuung – Mission- Behindertenarbeit – Dritte Welt – Umwelt Das gesammelte Geld aus z.B. Adventsingen, Autowaschen, Bastelarbeiten, Holzaktion, Jugendmesse, Kaffeverkauf, Kinderfasching, Krippenbau, Nikolausaktionen, Weihnachtssingen, Flohmarkt, diverse Sammelaktionen, usw. werden einem sozialen Zweck zugeführt.
Umweltschützerische Tätigkeiten Flurreinigungen, Bachbettputz, usw. Umweltschutz ist ein Schwerpunkt der weltweiten Pfadfinderarbeit. Im letzten Jahr wurden Gruppen aufgerufen, bei Reinigungsaktionen mitzuhelfen. Neben der Allgemeinheit, die sich an einer sauberen Landschaft erfreut, nützt die gute Sache auch den Landwirten und besonders Bergbauern und der Meinungsbildung bei den Jugendlichen (Förderung des Umweltschutzes)
Kulturelle Veranstaltungen Es handelt sich immer um Veranstaltungen die von den Pfadfindern durchgeführt werden und öffentlichen Charakter besitzen z.B. Waldweihnacht (Es handelt sich hierbei um ein spirituelles Erlebnis für Kinder – Friede – Miteinander – stehen im Mittelpunkt der Veranstaltung).
Sportliche Veranstaltungen Wie z.B. Sporttag, Spieltag usw.
Nationale- und internationale Jugendkontakte Nach Möglichkeit werden Lager mit ortsansässigen Gruppen gemacht. Sollte ein Lager ohne Partnergruppe stattfinden, werden viele Dinge unternommen, um mit der heimischen Bevölkerung in Kontakt zu kommen. Es werden Gästelagerfeuer veranstaltet, Veranstaltungen besucht, Gruppen eingeladen, Projekte gemeinsam erarbeitet und durchgeführt, usw. - 155 –
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Pfadfindergruppe Rankweil Die erste Gruppe 1946 1947 1948 1949 1951 1952/53
Die erste Gruppe wurde gegründet durch Erwin Nohr. Die Buben besuchen die Truppstunden in Feldkirch. Die Rank’ler Patrulle fuhr bei jeder Witterung mit dem Fahrrad zu den Truppstunden bei Feldkirch II. Der Pfadfindertrupp „Sigmund Nachbauer“ Rankweil wurde ins Leben gerufen, in diesem Jahr entstand ein Wolfsrudel. Ende dieses Jahres betrug die Gruppenstärke immerhin 38 Pfadfinder inkl. Wö und Ro. Teilnahme am Jamboree in Bad Ischl mit 7 Pfadfindern. Das endgültige und auch offizielle Ende der aktiven pfadfinderischen Tätigkeiten.
Die zweite Gruppe 1960 1961/62 1962/63 1963/64 1968 1969/70 1972/73 1974/75 1976 1976/77 1677/78 1978/79 1979/80 1981/82 1982/83
Neugründung durch Gruppenfeldmeister Dr. Hans Günther Himmer. Das erste Heim war im Keller des Elternratsobmanns Eugen Waller eingerichtet. Gründung der Wö. Das erste Sommerlager fand 1962 in Schönebach statt. Das alte Muskikhüsli (Siegmund Nachbauer Straße) wurde als neues Heim hergerichtet. Heimeinweihung und Gründung der Rover. Beginn des Baues eines eigenen Heimes. Die „Pfadfinder“ werden in Ex und Sp Stufen geteilt Nach vier Jahren Bauzeit wird unser neues (mittlerweile altes Heim) einggeweiht. Dr. Hans Günther Himmer tritt als Gruppenfeldmeister zurück, seine Stelle übernimmt Dr. Peter Mück. Die Wi Stufe wird eingeführt. Vielfältiger Heimausbau. Die Guidesstufe entsteht. Abschluss des Heimausbaues. Die erste Caravelles-Stufe beginnt ihre Tätigkeit. Überstellte Ro schließen sich zu den Altpfadfindern zusammen. die letzte Mädchenstufe – Ra - wird eingeführt, es erscheint die erste Ausgabe der „Mampfla“ - 156 -
Wegweiser 1984/85 1986/87 1990/91 1991/92 1993/94 1994/95 1996/97 1998/99 2002/03 2005 2007 2010 2011
25 Jahre Pfadfinder Rankweil (ohne die erste Gruppengründung) und Bau der Georgskapelle. Die Rank’ler Pfadfinder erbten die Spielwiese neben dem Heim. Die Rank’ler Gilde wurde in die Gilde Österreiches aufgenommen. Gemeinsames Sola Ca-Ex-Ra-Ro in Norddeutschland. Die PWA wurde als neunte Stufe übernommen. Das Papierschöpfle öffnete seine Pforten. Gründung der Rank’ler Pfadfinder in Gomel (Weißrußland). Die erste Ausgabe des eigenen „Liadarbuachs“ wurde gedruckt und das erste Gruppenlager fand statt in Reichenstein OÖ (Burg ’95). Spatenstichfeier für das neue Heim. Heimeinweihung; 18 Rank’ler Pfadis nehmen am 19. Weltjamboree in Chile teil. Das Jahr der Jubiläen: 50 Jahre Pfadfindergruppe Rankweil 25 Jahre Guides in Rankweil; 20 Jahre Mampfla. Gruppen-SOLA in Techuana (Kärnten). 100 Jahre Pfadfinder; Eröffnungsfeier in Rankweil. 40 Rank’ler Pfadis fahren zum Jamboree nach England. Spatenstichfeier für den Erweiterungsbau. Einweihung des nuen Heims. Über 40 Rankweiler Pfadfinder fuhren zum Jamboree in Schweden.
Gruppenfoto der Pfadfindergruppe Rankweil
Techuana 2005
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Der Pfadfindergruß Gut Pfad! Baden Powell sagte einmal: „Jemanden grüßen zu dürfen ist ein besonderes Vorrecht.“ Daher grüßt jeder Pfadfinder gerne und wartet nicht, bis er gegrüßt wird. Wir begrüßen uns mit dem Pfadfindergruß der rechten Hand. Der Daumen wird über den kleinen Finger gelegt (als Symbol, dass der Starke den Schwachen schützt). Dabei wird die Hand zur Hutkrempe oder zur Schläfe gehoben.
Als ein Erkennungszeichen geben wir uns beim Gruß die linke Hand (die vom Herzen kommt), wobei die drei Mittelfinger beisammen bleiben können. Das Pfadfindererkennungszeichen, das alle Pfadfinder der ganzen Welt kennen und bei dem die Grußhand nur bis in Schulterhöhe gehoben wird, verwenden wir nur beim Versprechen oder bei einer Versprechenserneuerung.
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Rankweil Basisdaten Bundesland Politischer Bezirk Fläche Einwohner Bevölkerungsdichte Postleitzahl
Vorarlberg Bezirk Feldkirch (FK) 21,86 km² 11.630 (Stand: 30. September 2010) 532 Einwohner/km² 6830
Geografie Die Seehöhe beträgt am Marktplatz 468 m. Rund 70 % der 22 km² großen Gemeinde liegen in der Rheinebene, der Rest im größtenteils bewaldeten Hügelland. Zwischen dem Hohen Sattel (752 m) im Süden und dem Sattelberg (575 m) im Norden bei Klaus bildet die Rheinebene die geschützte Bucht des „Vorderlandes“ mit ausgesprochenem Gunstklima, das anspruchsvolle landwirtschaftliche Kulturen erlaubt.
Geschichte Zur Zeit des Römischen Reiches war das heutige Rankweil unter dem Namen Vinomna ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, an dem die befestigten römischen Straßen zusammenliefen, unter anderem die Hauptverkehrsstraße von Chur nach Augsburg. 1375 verkauften die Grafen von Montfort die Herrschaft Feldkirch und damit Rankweil an die Habsburger. Diese verwalteten ihre im heutigen Vorarlberg gelegenen Herrschaftsgebiete abwechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte Rankweil mit Vorarlberg zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Rankweil seit der Gründung 1861. Der Ort war 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich.
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Kirchen und Kapellen Neben der Basilika zeugen zahlreiche Kirchen und Kapellen von der Stellung Rankweils als Pilgerzentrum Vorarlbergs.
Basilika Rankweil Hoch oben auf dem Liebfrauenberg, über den Dächern Rankweils, thront die Basilika, eine weit über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannte Wallfahrtskirche. Von ihrem romantischen Wehrgang aus hat man einen herrlichen Rundblick über das obere Rheintal, zu den Bergen der Schweiz, zum Fürstentum Liechtenstein sowie in das reizvolle Mittel- und Hochgebirge unserer Alpenregion. Den Status Basilika erlangte die Bergkirche nach einer großen Renovierung im Jahr 1986.
Pfarrhäuser auf dem Liebfrauenberg Mehrere Gebäude auf dem Liebfrauenberg dienen als Pfarrhof, Mesneroder Frühmesserhaus.
Kirche St. Josefskirche Weil die Bergkirche, die damals noch keine Basilika war, für die wachsende Gemeinde zu klein geworden war, begann man unter Pfr. Anton Andergassen Anfang der 60er Jahre mit dem Bau der St.Josefskirche. Diese Kirche wurde am 8. September 1968 eingeweiht. Das Patrozinium (Namensfest) des Hl. Josef wird am 19. März gefeiert. Die Josefskirche ist eine Filialkirche der Basilika. Der Schwerpunkt in St. Josef liegt in der Pfarrseelsorge, hingegen die Basilika Wallfahrtskirche ist.
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Kirche St. Michael Nach einer Legende wurde den Engeln, die beim Bau der Liebfrauenkirche mitgeholfen hatten, zum Dank von den Rankweilern die St. Michael Kirche erbaut. Sie steht auf halber Höhe des Liebfrauenberges am Hauptzugang zur Wallfahrtskirche inmitten des alten Friedhofes. Die Kirche wurde im Jahre 1300 in einem Ablassbrief zum ersten Mal erwähnt. Der darunter liegende neue Friedhof wurde 1901 errichtet.
Die Pestkapelle In den Jahren 1412/13 wurde Rankweil von der Pest besonders stark heimgesucht. In der Roten Mühle, der späteren Kompaniesäge, überlebte von 18 Bewohnern nur ein kleiner Junge. In dankbarem Gedenken ließ er 1447 am Fuß des Liebfrauenberges in der Hasengasse eine Kapelle errichten. Am Altar findet man den Hl. Joachim, den Pestpatron.
Kirche St. Peter Im alten Zentrum Rankweils; 817 erstmals urkundlich erwähnt; 1627 barockisiert; 1731 Turmaufbau mit Zwiebelhaube; war wie die Liebfrauenkirche Mutterpfarre zahlreicher umliegender Gemeinden; 1238 - 1806 im Besitz des Klosters Kreuzlingen; ab 1833 Pfarrvikariat der Bergkirche, aber ehrenhalber Titel Pfarrei mit kleiner zugehöriger Pfarrgemeinde.
Beinhaus St. Peter Das aus der Barockzeit stammende Beinhaus diente der Aufbewahrung von Gebeinen aus neu genutzten Gräbern. Es präsentiert sich als schlichter Rechtecksbau, an dessen Nordseite zwei Gedächtnistafeln aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu sehen sind.
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Kirche St. Anna Am westlichen Ende des Rankweiler Ortsteiles Brederis soll einst eine kleine, der Hl. Anna geweihte Kapelle gestanden haben. Der Volkssage zufolge wurde die Kirche an jener Stelle errichtet, an welcher der Hl. Eusebius von Viktorsberg den Märtyrertod erlitten haben soll. St. Anna war einst eine Filialkirche von Rankweil und ersparte den Bürgern von Brederis den weiten Kirchgang in den Hauptort. Der rasante Bevölkerungszuwachs in Brederis veranlasste die Bevölkerung zu einem Kirchenneubau. 1959 wurde die neu gebaute St. Eusebius Kirche im Ort eingeweiht und das Kirchlein am Feld geriet beinahe in Vergessenheit. Im Jahre 1996 wurde mit der Generalsanierung der St. Anna Kirche begonnen, diese wurde 2001 abgeschlossen.
Kirche St. Eusebius Im Rankweiler Ortsteil Brederis gelegen; sehr schöner St. Anna-Altar: aus der Werkstätte des Ivo Stiegel, Memmingen/Allgäu um 1500 n. Chr.
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Sehenswürdigkeiten Römervilla Die Römervilla von Brederis war zum ersten Mal 1954 Gegenstand archäologischer Untersuchungen durch das Vorarlberger Landesmuseum. Die damals ausgegrabene Anlage wurde konserviert und bildete das erste Freilichtmuseum Vorarlbergs. In den Jahren 2003 bis 2007 wurde ein weiterer Teil der Römervilla ausgegraben, der sich als das eigentliche Hauptgebäude herausstellte. Seitens der Marktgemeinde Rankweil wurde dazu eine umfangreiche Grabungsdokumentation veröffentlicht, die beim Rathaus der Marktgemeinde erhältlich ist
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4. Kritisches Auseinandersetzen mit sich und der Umwelt
„Seid nicht zufrieden mit dem Was, sondern erforscht das Warum und das Wie.“ Baden-Powell - 164 -
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Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Seine Eigenschaften kennen und bereit sein, Schwächen zu überwinden.
Gu/Sp Fähig sein, seine Eigenschaften kritisch zu betrachten und eigene Schwächen zu überwinden. Informationen und Anweisungen überdenken.
Ca/Ex Den eigenen Standort kennen und zu einem selbständigen, kritischen Urteil fähig sein. Bereit sein, erkannte Missstände durch persönlichen Einsatz und geeignete demokratische Maßnahmen zu verändern.
Ra/Ro Feststellen, was jedem einzelnen Partner, Freunde und Gesellschaft wert sind und was er für diese zu tun bereit ist; seinen Platz in der Gesellschaft suchen.
„Der Pfadfinder überlegt, entscheidet und handelt danach.“ - 165 –
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Werbepsychologie Wie gestalte ich eine Werbung, die einen besonders hohen Erinnerungswert hat? Mit welchen Reizen wird in der Werbung gearbeitet? Welche Methoden werden verwendet um die Zielperson anzusprechen?
Hinweise zur prägnanten Gestaltung Figur und Grund Gegenstände, die besonders betont werden sollen, können hervorgehoben werden, in dem sie vor einem Hintergrund kontrastiert werden. Große einfarbige Flächen sind keine Platzverschwendung, wenn sie dazu dienen, einen Gegenstand hervorzuheben,
Form Formen, die geschlossen, regelmäßig, einheitlich, symmetrisch und einfach sind – wie z.B.: Kreis, Quadrat, Dreieck und Rechteck – werden oft verwendet.
Farben und Farbkombinationen In der Werbung erfüllen die Farben in psychologischer Hinsicht einige wichtige Funktionen: Sie erregen Aufmerksamkeit Farben schaffen Identität (z.B. Nivea-blau, Milka-lila,…) Sie rufen Assoziationen hervor (z.B. rot: kräftig, mächtig, erotisch, … blau: frisch, kühl, …)
Platzierung Vor allem bei Werbeanzeigen ist zu beachten: „Wo platziere ich was?“ Laut den Lesegewohnheiten werden vor allem die Mitte und das linke obere Viertel einer Seite besonders häufig fixiert. Die Unterschiede sind jedoch gering.
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Formen der Ansprache in der Werbung Moralische Appelle Wichtig für die Beeinflussungswirkung bei moralischen Appellen ist die Glaubwürdigkeit des Senders (z.B. Sprecher). Ein Sender wirkt dann glaubwürdig, wenn er auf einem Gebiet über viel Wissen verfügt Experte, wenn er vertrauenswürdig erscheint berühmte Persönlichkeiten,…. Ziel von moralischen Appellen: Identifikation der Zielperson mit dem Sender.
Emotionale Appelle Gefühle als Belohnung: ewige Jugend, Sicherheit, Glück, … Bestimmte Worte: jung, schön, schnell, noch heute, in Zukunft, … Angstappelle: drohende Konsequenzen werden aufgezeigt (Versicherungen, Banken, …) Humor/Erotik: Steigt der Unterhaltungswert der Werbung, Werbung bleibt in Erinnerung. Achtung: nicht zu viel in eine Werbung packen, da sonst die eigentliche Werbebotschaft verloren geht!
Klischees in der Werbung Noch immer dominieren Männer in der Gebrauchsgüterwerbung (Autos, Computer, Werkzeug, Maschinen, …) und Frauen dagegen in der Haushaltsartikelwerbung (Putzmittel, Waschmittel, …) Die starren Rollenverteilungen beginnen sich jedoch langsam aufzuweichen. Männer werden zu Hausmännern und Frauen zu absoluten Powerfrauen. Man muss jedoch beachten, dass die „Powerfrau“, die in Beruf, Freizeit, als Liebhaberin und Mutter erfolgreich ist, der Realität wenig entspricht.
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„Kritisch sein“ heißt… Nachdenken – Nachfragen – Mitreden – Aufmerksam sein Um in der Welt mitreden zu können, musst du von einer Sache auch etwas verstehen. Du wirst dich also zuerst mit der Sache auseinandersetzen, dich informieren, fragen, was andere dazu sagen. Wir wollen dich aufmuntern, nicht einfach zu sagen: „Ist mir egal, was geht mich das an, ich kann sowieso nichts machen.“ Zuerst solltest du dich jedoch mit dir selber auseinandersetzen. Hast du dir schon überlegt, was du gut oder weniger gut kannst, was du gerne und was du nicht so gerne tust. Es ist wichtig, die eigenen Stärken und Schwächen nicht nur zu kennen, sondern auch an ihnen zu arbeiten. Das heißt, die Schwächen ab- und die Stärken auszubauen. Du versuchst dich dabei geistig weiterzuentwickeln, nicht nur älter, sondern vielleicht auch ein wenig gescheiter zu werden... Was bedeuten folgende Begriffe für dich?
Gutherzigkeit „Gutherzigkeit und Freundlichkeit sind große Tugenden“, besagt ein altes spanisches Sprichwort. Und ein weiteres lautet: „Hilf anderen, ohne darauf zu schauen, wem du hilfst!“ Das heißt: sei Gut zu jedem, ob groß oder klein, reich oder arm!
Höflichkeit Fragt ihr z.B. in Spanien jemanden um den Weg, so wird der Angesprochene nicht bloß eine Auskunft geben, er nimmt vielmehr den Hut ab, verneigt sich, sagt, dass es ihm ein Vergnügen sein werde den Weg zu zeigen und geht mit, bis das Ziel sichtbar wird. Er nimmt keine Bezahlung.
Selbstbeherrschung Ein Kapitän bleibt auf seinem Schiff bis zum Ende. Warum? Das Schiff besteht schließlich nur aus Holz und Eisen, und das Leben des Kapitäns ist ebenso viel wert wie das irgendeiner der Frauen und Kinder an Bord. Gleichwohl sorgt er dafür, dass zuerst alle anderen in Sicherheit - 168 -
Wegweiser gebracht werden, ehe er versucht, sein eigenes, vielleicht kostbareres Leben zu retten. Warum? Weil das Schiff sein Schiff ist! Weil er gelernt hat, dass es seine Pflicht ist, es nicht zu verlasen und weil er es als unehrenhaft betrachten würde, anders zu handeln. Seine Ehre steht ihm höher als seine Sicherheit.
„Fair Play“ (=ehrliches Spiel) Seid selber im Spiel ehrlich und besteht darauf, dass es auch die anderen sind! Wenn ihr seht, dass ein großer, zanklustiger Lümmel auf einen kleinen und schwachen Jungen losgeht, so haltet ihn zurück, denn das wäre kein ehrliches Spiel.
Ehrlichkeit Ehrlichkeit ist eine Form von Ehre. Einem Menschen von Ehre kann man jeden Geldbetrag oder andere Wertsachen anvertrauen und dabei sicher sein, dass er nicht stehlen wird. Betrügen ist stets etwas Hinterlistiges und Gemeines.
Treue Die Treue war bei den Rittern eine der hervorragendsten Eigenschaften. Immer waren sie ihrem König und ihrem Vaterland in hingebungsvoller Treue ergeben. Sie waren bereit und gewillt, ihr Leben hinzugeben, um ihr Land zu verteidigen. Ebenso sollst auch du deiner Familie und deinen Freunden treu sein und ihnen in schlechten wie in guten Zeiten helfen.
Tapferkeit Nur wenigen Menschen ist die Tapferkeit angeboren, aber jedermann kann sich diese Eigenschaft aneignen, wenn er es versucht. Der Tapfere stürzt sich ohne jedes Zögern in die Gefahr, während der weniger Mutige dazu neigt, stehen zu bleiben. Die Gefahr wird nicht halb so schlimm sein, als sie aussah, wenn ihr nur erst einmal mitten drin seid!
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Wegweiser
Sich Gedanken machen Hier sind nun einige Punkte aufgelistet, über die es sich lohnt nachzudenken – nachzufragen, mitreden und aufmerksam zu sein. Ihr könnt diese Themen in der Patrullstunde miteinander durchgehen oder in der Schule, mit Freunden, mit Eltern,... Jeder hat zu jedem Thema eine eigene Meinung und vertritt diese. Du musst auch lernen, dass nicht nur deine Ansicht die einzig Richtige ist. Akzeptiere auch andere Meinungen und versuche zu verstehen, warum andere anders denken als du!
Einmal Pfadfinder – immer Pfadfinder Was bedeutet es für dich ein Pfadfinder zu sein? Warum bist du ein aktives Mitglied? Wie denkst du über Gesetz und Versprechen?
Kinderarbeit Viele Geschäfte bei uns verkaufen Waren, die von Kindern hergestellt wurden. Wenn wir diese kaufen, unterstützen wir somit die Kinderarbeit, welche bei uns jedoch verboten ist. Kaufen wir diese Waren nicht, helfen wir den Kindern auch nicht, da sie kein Geld verdienen.
Mobbing in der Schule oder im Berufsleben Täglich werden Menschen gemobbt – warum? Wie kann Mobbing verhindert werden? Wie kann man sich schützen?
Alkohol und Zigaretten = Einstiegsdrogen!?
Warum trinken und rauchen Menschen? Wann greift man zu härteren Mitteln? Sind Tabletten Einstiegsdrogen? Ist alles nur Gruppenzwang?
Man kann sich auch ohne Alkohol amüsieren Alkohol am Steuer strafrechtliche Folgen Unfallrisiko steigt
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Gewalt an Schulen Gewaltszenen werden per Handy aufgezeichnet und an andere versendet. – Warum? Wer ist das Opfer? Helfen – statt wegsehen
Magersucht – Bulimie Wer bestimmt die Ideale? Was für Anzeichen kennst du?
Kleider machen Leute Wer bestimmt was cool ist? Markenware oder Noname? Zu welchem Anlass welche Kleidung?
Wenn Kinder – Kinder kriegen Schwanger ohne Schulabschluss Wer hilft? Mit wem kannst du über Verhütung reden?
Politik
Was für Ziele hat welche Partei? Warum sind Wahlen wichtig? Warum brauchen wir eine Politik? Diktatur und Demokratie
Werbung Was für Ziele hat die Werbung? Wie sind Werbungen aufgebaut? Wofür wird wie geworben?
Menschenrechte Was spricht für – was gegen die Todesstrafe? Was weißt du über AMNESTY INTERNATIONAL?
Umweltverschmutzung Was kann ich tun? Wie verpackst du deine Jause? Auto – Moped – Fahrrad
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Medien Wie beeinflussen und manipulieren uns Medien? Zeitung, Radio, Plakate,.... was für Medien gibt es noch? Wie informieren sie uns?
Pubertät Was geschieht mit deinem Körper? Stimmungsschwankungen Nervende Eltern?
Unterschiede zwischen Religionen
Welche Religionen kennst du? Hast du einen Freund/ eine Freundin mit einer anderen Religion? Wie stehst du zu deiner Religion? Glaubst du an Gott?
Aberglaube Hexen, schwarze Katze, Freitag, der 13. warum eigentlich? Was weißt du über Schwarze und Weiße Magie? Was bedeutet Aberglaube, wo fängt er an?
Hier noch weitere Themen, über die du dir Gedanken machen kannst: Wie werden Frauen in anderen Ländern (Kulturen) behandelt? Jugendschutzgesetz Tierschutz Taschengeld Schulden richtiger Umgang mit Geld Arbeitslosigkeit Diebstahl – Gefängnis
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Logbuchbericht Was immer eine Patrulle unternimmt, bei ihren wöchentlichen Zusammenkünften, während der Wanderschaft oder im Lager, soll in einem Logbuch aufgezeichnet werden. Der Name „Logbuch“ kommt aus der Seefahrt. Das Log ist ein Gerät zum Messen der Fahrtgeschwindigkeit von Schiffen, das Logbuch ein gesetzlich vorgeschriebenes Schiffstagebuch. Kurs, Fahrtgeschwindigkeit, Wetter oder besondere Vorkommnisse müssen darin eingetragen werden. Ins Logbuch der Pfadfinder werden lustige und ernste Begebenheiten geschrieben. Es gibt Auskunft über den „Kurs“, den die Patrulle bei ihrer Entwicklung steuert. Für das Logbuch ist der Logbuchführer verantwortlich. Er schreibt mit, was so alles passiert, macht Fotos, erfährt den Tratsch, der überall läuft, er ist so etwas wie der Reporter der Patrulle. Ein Logbuchbericht sollte alle W-Fragen beantworten (Wer, Wann, Wo, Was, Wie) und auch Kritik beinhalten. Kritik heißt nicht, nur das Schlechte zu sagen, sondern aufzuzeigen was dir besonders gut gefallen hat und vor allem auch begründen! Hilfreich ist es sicherlich, wenn du dir schon während der Stunde Notizen machst, damit du auch nichts vergisst.
Unsere Mampfla = Mitteilungsblatt aller munteren Pfadfinder landauf und -ab
Seit du bei den Pfadfindern bist, gibt es die Mampfla. Das Mitteilungsblatt gehört bereits zum fixen Bestandteil unseres Pfadfinderlebens und das schon seit mehr als 25 Jahren! Du weißt wie es ist: Geschafft vom - 173 –
Wegweiser Schultag kommst du aus der Schule und Mama sagt "d'Mampfla ischt ko!" sofort zieht sich ein Lächeln auf dein Gesicht und voller Aufregung wird das Heft sofort durchgeschmökert. Aber hast du dich schon einmal gefragt, wie die Mampfla entstanden ist? Bevor die Mampfla „erfunden“ wurde, gab es ein Mitteilungsblatt, das die Eltern, Freunde und Gönner der Pfadfindergruppe Rankweil über das Gruppengeschehen informieren sollte. Es wurden Termine mitgeteilt und vom Programm erzählt. Vervielfältigt wurde das Mitteilungsblatt durch Matritzenschreiben und Abziehen, aber die Begeisterung für dieses Blatt ließ stark zu wünschen übrig. So stellte sich ein Team aus der Gruppe zusammen, das an einer neuen Form des Mitteilungsblattes mitarbeiten wollte. Nachdem die Kostenseite geklärt war, da das neue Blatt gedruckt werden sollte, musste noch ein Name gefunden werden und diesen Namen könnte man heute wohl nicht mehr aus unserem Wortschatz streichen! Im Dezember 1983 konnte dann die erste Mampfla in Druck gehen. Dieses Verfahren ermöglichte es nun auch Fotos, Bilder und Zeichnungen einzufügen. Die erste Mampfla kannst du zwar nicht mit der heutigen vergleichen, aber der Grundstein war somit gelegt. Einen Tiefpunkt hatte die Mampfla allerdings schon 1986. Die Mampfla fiel in ein tiefes finanzielles Loch, aus dem es keinen Ausweg mehr zu geben schien. Eine Todesanzeige wurde auf die letzte Mampfla gedruckt, um die Stimmung wiederzugeben wie weh es tat, ein solches „Projekt“, das mit viel Engagement, Liebe und Fürsorge aufgezogen wurde, aus Geldproblemen aufgeben zu müssen. Durch diese Ausgabe zutiefst betroffen, ließ sich ein großzügiger Spender für 2 Jahre finden, der die gesamten Kosten übernahm und so konnte die Mampfla vorerst weiterleben! 1987 wurde die Mampfla zur besten Pfadfinderzeitschrift Österreichs gekürt und zwei Jahre später dann zur zweitbesten mit der Begründung: „Man kann die Rankweiler nicht zweimal hintereinander gewinnen lassen!". Viel hat sich verändert und wir können stolz sein, dass unsere Mampfla 2008 ihr 25 jähriges Jubiläum feiern konnte. Auch du kannst einen Artikel für unsere preisgekrönte Zeitung schreiben. Überlege dir, was du gerne schreiben möchtest und wende dich an einen Leiter.
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5. Einfaches naturverbundenes Leben
„Der Mensch, der blind für die Schönheit der Natur ist, hat nur das halbe Vergnügen am Leben gehabt.“ Baden-Powell - 175 –
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Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Empfänglich sein, für die Schönheiten der Natur. Einfache Verhaltensregeln für das Leben in der Natur einhalten.
Gu/Sp Zusammenhänge in der Natur erkennen, das Leben in der Natur bewältigen und das Anvertraute sinnvoll nutzen.
Ca/Ex Erkennen von Auswirkungen des menschlichen Eingriffes in die Natur und der starken Einflüsse der Konsumgesellschaft. Für sich selbst sorgen können.
Ra/Ro Sinnvoll aus dem Angebot von Natur, Wirtschaft und Technik auswählen. Entscheidung über seinen Lebensraum und über die Art des eigenen Lebens treffen.
Der Pfadfinder lebt einfach und schützt die Natur. - 176 -
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Mülltrennung Abfall Trenn-ABC Die Österreicher sind in Punkto Abfallsammlung und Abfalltrennung Europameister. Das Abfall Trenn-ABC zeigt auf, wie du deine Abfälle richtig sammelst, trennst und was mit den Abfällen in der Folge geschieht. Die Mülltrennung sieht von Gemeinde zu Gemeinde verschieden aus. Wie die Sammlung an deinem Wohnort gehandhabt wird, erfragst du am besten im Rathaus/ der Gemeindeverwaltung oder beim Abfallverband.
Altpapier, Kartonagen, Pappe und Wellpappe Was gehört hinein? (rote Tonne) Beschichtete Kartonverpackungen mit der Aufschrift „gefaltet zum Altpapier“, Brief-, Schreibund Kopierpapier, Bücher, Hefte, Kataloge, Magazine, Kraftpapiersäcke, Zeitungen, Schachteln,…
Was darf nicht dazu? Klebeetiketten, Hygienepapiere (Papiertaschentücher, Küchenrolle, Servietten – verunreinigt), Klebebänder, Milch- und Getränkeverpackungen, Papiertapeten,….
Wohin kann man Altpapier bringen? Papierschöpfle Rankweil, Altpapierbehälter bei Wohnhäusern und auf Sammelinseln, Altpapier- und Kartonagenbehälter auf Mistplätzen, in Altstoffsammelzentren, Recyclinghöfen,…
Was geschieht mit dem gesammelten Altpapier? Verpackungen aus Papier, Karton, Pappe und Wellpappe sind ein Musterbeispiel für eine ökologisch orientierte Kreislaufwirtschaft. So wurde im Jahr 2007 von der in Verkehr gesetzten Menge 88% nach Gebrauch gesammelt und wieder zu neuen Papierprodukten verwertet.
Worauf zu achten ist Um Volumen in den Sammelbehältern zu sparen, sollten Zeitungen gestapelt und sperriges Material wie Kartons, Schachteln,… gefaltet eingeworfen werden. Auf gar keinen Fall das Papier in kleine Stücke reißen, da das Altpapier vor der Verwertung noch nachsortiert wird und kleine Stücke den Sortiervorgang erschweren. - 177 –
Wegweiser Hinweis: Bevorzuge beim Einkauf Produkte aus Altpapier. Die Produktion und in der Folge Verwertung von Altpapier spart Holz und Energie und verringert die Gewässerbelastung. Pfadfinder und all ihre Freunde, Verwandte und Bekannte bringen ihr Altpapier zum Rankl’er Papierschöpfle, da die Pfadfindergruppe Rankweil wesentlich aus dem Erlös des Altpapiers finanziert wird.
Altglas Weißglas – Was gehört hinein? (weiße Tonne) Ausschließlich ungefärbtes und leeres Verpackungsglas! Einwegflaschen, Kondensmilchflaschen, Konservengläser, Limonadenflaschen, Wein- und Spirituosenflaschen,…
Buntglas - Was gehört hinein? (grüne Tonne) Buntes (grün, braun, blau) – auch leicht getöntes Verpackungsglas! Arzneimittelund Medikamentenfläschchen (leer), Hohlglasbehälter, Wein- und Spirituosenflaschen,...
Was darf nicht dazu? Arzneimittel- und Medikamentenfläschchen (mit Restinhalt – Abgabe in der Apotheke oder bei der Problemstoffsammlung), Bleikristallglas (Karaffen, Vasen, Trinkgläser,...), Fensterglas, feuerfestes Glas, Glasgeschirr, Glühbirnen, Leuchtstoffröhren, Porzellan,...
Was geschieht mit dem gesammelten Altglas? Aus Altglas können ohne Qualitätsverluste neue Glasverpackungen hergestellt werden. Jedoch eignen sich zur Verwertung nur Flaschen, Konservengläser und Hohlglasbehälter. Im Jahr 2007 wurden in Österreich rund 221.000 Tonnen gebrauchte Glasverpackungen gesammelt und verwertet. Das sind über 80% der Glasverpackungen, die in Österreich auf den Markt kommen.
Worauf zu achten ist Trenne Weiß- und Buntglas. Entferne immer Bierkapseln, Kronenkorken, Schraubverschlüsse,... Glasflaschen nicht zerschlagen sondern ganz einwerfen (erleichtert die Nachsortierung). Hinweis: Glasrecycling ist gut, aber besser und umweltschonender ist die Verwendung von Mehrwegflaschen! - 178 -
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Kunststoff,- Holzverpackungen, Verpackungen aus Textilien und aus Keramik Mit der vollständigen Umsetzung der Deponieverordnung per 1.1.2004 ist es besonders bei den Kunststoffverpackungen zu regionalen Änderungen beim Sammeln gekommen. Das heißt, dass in bestimmten Regionen kleine oder stark verschmutzte Kunststoff-Verpackungen mit dem Restmüll gesammelt werden können.
Was gehört hinein? Beispiele für Sammlung im Gelben Sack oder in der Gelben Tonne: Joghurt-, Kaffee- und Margarinebecher, Fleisch- und Wurstfolien, Tiefkühlverpackungen mit Beschriftung, Kunststofftragetaschen, Einweggeschirr und Besteck aus Kunststoff, Fleisch-, Gemüse- und Obsttassen, Getränkeflaschen, Kunststoffkanister, Kunststoffnetze und -säcke (z.B. für Obst, Zwiebel, Kartoffel), Schaumstoff- und Styroporverpackungen, Plastikflaschen für Putz-, Wasch- oder Körperpflegemittel.
Was darf nicht in den Gelben Sack oder in die Gelbe Tonne? Kunststoffe, die weder Verpackung noch Teil einer Verpackung sind, CDs/DVD‘s, Einwegspritzen, Wickelfolien, Gartenschlauch, Gartenmöbel- und Gebrauchsgegenstände aus Kunststoff (z.B. Feuerzeug, Zahnbürste),…
Getränkekartons (Tetrapack,....) Bitte gib die Getränkepackungen immer in die (ÖKO-)BOX bzw. in den (ÖKO-)BAG. Sollte dir diese Sammelhilfen nicht zur Verfügung stehen, kannst du diese Getränkeverpackungen auch in die Gelbe Tonne bzw. in den Gelben Sack geben (Achtung: regionale Ausnahmen!) Im ÖKO-BAG oder in der ÖKO-BOX gesammelte Getränke und Milchpackungen werden in einer Papierfabrik von der Kunststoff- oder Aluminiumbeschichtung getrennt und zu Karton verarbeitet.
Was geschieht mit den gesammelten Verpackungskunststoffen und Verbundstoffen? Die gesammelten Kunststoff-Verpackungen werden nach einer Sortierung überwiegend stofflich verwertet und somit zur Herstellung von neuen Produkten eingesetzt. Nicht stofflich verwertbares Material wird als Brennstoff genutzt und auf diesem Weg fossile Energieträger (Erdöl, - 179 –
Wegweiser Erdgas, Kohle) ersetzt. Aus Folien entstehen wieder Folien, aus Flaschen bzw. Kunststoffbehältern wieder Flaschen oder andere Kunststoffprodukte (z.B. Pflanzentöpfe, Eierverpackungen, Kanister, Kübel, Rohre, Fleecepullover). Hinweis: Bitte nur leere und saubere Verpackungen abgeben, in die gelbe Tonne oder den gelben Sack geben. Plastikflaschen, Körperpflegemittel,… immer zusammen drücken, da dies platzsparender ist.
Metallverpackungen, Getränkedosen, Altmetalle, Eisenschrott Was gehört hinein? (blaue Tonne) Grundsätzlich nur Verpackungen aus Metall (Eisen, Aluminium), Alufolien, Alu-Grilltassen, Getränke- und Konservendosen, Kronenkorken, Metalldeckel, Schraubverschlüsse, Tierfutterdosen, Kochgeschirr aus Metall (Töpfe, Pfannen), Metallwerkzeug, Maschinenteile, Fahrradteile (klein),…
Was darf nicht in die Metalltonne? Alu- oder kunststoffbeschichtete Verpackungen (Kaffee-, Pillenverpackungen), Farb-, Lack-, Spray- und Öldosen mit Restinhalt (Problemstoffe), Feuerlöscher mit Inhalt,…
Was geschieht mit den gesammelten Metallen? Die gesammelten Metallverpackungen bzw. Metalle werden zerkleinert, automatisch sortiert und in der österreichischen Stahl- bzw. Aluminiumindustrie als Sekundärrohstoff eingesetzt.
Worauf zu achten ist: Bitte nur leere Verpackungen aus Metall in die Sammelbehälter geben, Dosen vorher grob reinigen. Sperrigen Schrott, große Metallteile und geräte nicht in oder neben die Sammelcontainer stellen sondern zum Mistplatz, Altstoffsammelzentrum, Recyclinghof oder zur Sperrmüllabfuhr bringen. Große Metallgegenstände und Metallteile sind beim Recyclinghof, Altstoffsammelzentrum, Bauhof oder Mistplatz abzugeben. (Dachrinnen, Drahtzäune, Fahrrad,…
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Wegweiser Hinweis: Eine Mehrweg-Pfandflasche kann bis zu 50 Getränkedosen ersetzen. Für eine Aludose wird ca. 20-mal so viel Energie verbraucht wie für eine Mehrwegflasche und etwa doppelt so viel wie für eine Einwegglasflasche (bezogen auf 1 Liter Verpackungsgröße).Verzichte aus ökologischen Gründen grundsätzlich auf Getränkedosen.
Biogene Abfälle und Eigenkompostierung Was gehört hinein? Bioabfälle sind alle Garten-, Grün- und Küchenabfälle die kompostiert werden können. Altes Brot und Gebäck, Bananenschalen, Blumen und Pflanzen, Eierschalen, Obstund Gemüseabfälle, Haare (in Kleinmengen), Holzasche, Tee- und Kaffeesud (samt Filter), Küchenrolle, Servietten, Äste, Baumschnitt (zerkleinert), Ernterückstände, Fallobst, Gras, Strauch- und Heckenschnitt, Heu, Jätgut, Laub, Sägespäne (unbehandeltes Holz),…
Was darf nicht dazu? Kleintiermist (z.B. Katzenstreu), Speisereste (flüssig, stark fettig oder gesalzen), Staubsaugerbeutel mit Inhalt, Zigarettenkippen,… Hinweis: Fleisch, Knochen, Speisereste und verdorbene Nahrungsmittel können bei der Sammlung und Verwertung Probleme verursachen. Diese können entweder hygienischer Natur oder durch einen hohen Salzgehalt bedingt sein. Erkundige dich bei deiner Gemeindeverwaltung.
Wohin kann man Bioabfall (Küchen- und Gartenabfälle) bringen? Biotonne oder Komposthaufen im eigenen Garten (Eigenkompostierung). Für sperrigen Baum- und Strauchschnitt bieten viele Verbände und Gemeinden mobile oder stationäre Häckseldienste an, Übernahme am Abfallsammelzentrum, Mistplatz, Recyclinghof. Hinweis: Das Kompostkübelchen immer gut verschließen, damit keine Fliegen zu den Abfällen gelangen können. Inhalt in kurzen Abständen (alle 2 bis 3 Tage) in die Biotonne bzw. auf den Komposthaufen entleeren, um Geruchsbelästigungen zu vermeiden. Boden des Kompostkübelchen mit saugfähigem Papier (Küchenrolle, Servietten) bedecken. Behälter regelmäßig auswaschen. Die Biotonne zu jedem Abfuhrtermin zur Entleerung bereitstellen. In die leere Tonne wenn möglich immer zuerst trockenes Gras oder Laub geben. - 181 –
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Was geschieht mit dem gesammelten Bioabfall? Die in der Biotonne gesammelten organischen Abfälle werden in Kompostanlagen zu hochwertigem Kompost verwertet, der als Bodenverbesserer für Landwirtschaft und Garten dient (Ersatz für Düngemittel und Torf). Biogene Abfälle werden in einigen Regionen, auch in Biogasanlagen verwertet. Dabei wird neben Kompost auch Biogas erzeugt, das zur Wärme und Stromerzeugung genutzt werden kann.
Problemstoffe Was gehört dazu? Akkus, Anstrichmittel, Arzneimittel, Autobatterien, Desinfektionsmittel, Fotochemikalien, Feuerlöscher, Gasflaschen (mit Restinhalt), Haarfärbemittel, Klebstoffe, Lösungsmittel/ Lösungsmittel haltige Abfälle, Nitroverdünnung, Pflanzenschutzmittel, Putz- und Reinigungsmittel, Quecksilberthermometer, Salben, Säuren, Schädlingsbekämpfungs-mittel, Spraydosen mit Restinhalt,… Speiseöle und -fette zählen zwar nicht zu den Problemstoffen, sind aber dennoch getrennt zu erfassen und am besten bei einer Problemstoffsammelstelle abzugeben. Viele Gemeinden/Abfallverbände stellen für die Altspeiseölentsorgung eigene Behälter („ÖLI“) zur Verfügung.
Was gehört nicht zur Problemstoffsammlung? Medikamentenfläschchen (restentleert), leere Gebinde (z.B. Kunststoffflaschen von Kosmetika, Reinigungsmittel und dgl.), leere Pumpzerstäuber und alles andere Verpackungsmaterial.
Wohin kann man Problemstoffe bringen? Problemstoffsammelstelle in deiner Gemeinde. Rückgabemöglichkeit beim Handel: z.B. Batterien, Lampen,…
Was geschieht mit den gesammelten Problemstoffen? Problemstoffe müssen einer geordneten Entsorgung mit hohen Umweltstandards unterzogen werden. Ein Großteil der gefährlichen Abfälle wird einer speziellen Verbrennung zugeführt.
Worauf zu achten ist: Altspeiseöl keinesfalls in den Ausguss schütten, da dies zu Problemen in Kanalisation und Kläranlagen und hohen Reinigungskosten führt. Auch Behälter mit schädlichen Rückständen sind als Problemstoffe zu entsorgen! - 182 -
Wegweiser Hinweis: Problemstoffe sind gefährliche und giftige Abfälle aus den Haushalten und Behälter mit schädlichen Rückständen. Sie sind gesundheits- und umweltgefährdend. Ein Liter Altöl verunreinigt 1 Million Liter Trinkwasser.
Elektro- und Elektronikaltgeräte/Kühlgeräte Seit August 2005 können alte, defekte oder nicht mehr gebrauchte Elektrogeräte unentgeltlich bei einer Sammelstelle in der Gemeinde oder, bei Neukauf eines ähnlichen Gerätes, auch beim Händler abgegeben werden. Beim Neukauf von Geräten müssen keine Entsorgungsgebühren oder Pfandbeiträge mehr bezahlt werden.
In Österreich gibt es folgende Sammel-Kategorien: Elektro-Großgeräte alle Geräte, deren Seitenkante länger als 50 cm ist z.B. Bügelmaschinen, Elektroherde, Geschirrspüler, Heizgeräte, Wäschetrockner, Waschmaschinen,… Elektro-Kleingeräte alle tragbaren Elektrogeräte z.B.: Blutdruckmessgeräte, Bohrmaschinen, CD-Player,… Kühlgeräte (es gilt das Rückgabeprinzip), Bildschirmgeräte, Notebooks, TV-Geräte,...
Was geschieht mit den gesammelten Elektroaltgeräten und Kühlgeräten? Im Auftrag genehmigter Sammelsysteme werden die alten Geräte von der Sammelstelle abgeholt und zur Behandlung oder Verwertung weiter geleitet. Dabei werden nicht nur wertvolle Rohstoffe gewonnen, sondern Brauchbares kann repariert und Schadstoffe können umweltschonend entsorgt werden. Hinweis: Durch die kostenlose Rückgabemöglichkeit von alten Elektrogeräten aus privaten Haushalten wird sichergestellt, dass die in den Geräten enthaltenen umweltgefährdenden Bestandteile (wie z.B. Quecksilberschalter, Batterien oder Akkus) einer ordnungsgemäßen Entsorgung und Verwertung zugeführt werden.
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Batterien Jedes Geschäft, das Gerätebatterien verkauft, muss alte Batterien, Knopfzellen und Akkus kostenlos zurücknehmen. Dafür werden Sammelboxen angeboten, in die die alten Batterien und Akkus eingeworfen werden. Alte Fahrzeug-/Starterbatterien werden getrennt von den Gerätebatterien gesammelt. Jeder, der derartige Batterien verkauft (z.B. Kfz-Werkstätte, Kfz-Ersatzteilhandel usw.) muss diese unabhängig von einem Neukauf kostenlos zurücknehmen. Eine kostenlose Rückgabemöglichkeit sowohl für Gerätebatterien als auch für Fahrzeug/ Starterbatterien besteht auch im Sammelzentrum (Altstoffsammelzentrum, Mistplatz oder Recyclinghof) der Gemeinde. Hinweis: der gesamte Elektronikbereich ist heute einer ungemein schnellen Dynamik unterworfen. Es werden Geräte abgegeben, die von der Funktion her einwandfrei in Ordnung sind, aber nicht mehr ganz dem letzten Stand der Technik oder dem neuesten Modedesign (z.B. Handys) entsprechen. Wenn das alte Gerät also noch funktioniert, kannst du es gemeinnützigen Einrichtungen oder sozialökonomischen Betrieben geben. Die Instandsetzung und Wiederverwendung weitgehend funktionsfähiger Geräte durch Reparaturbetriebe sichert Arbeitsplätze und trägt zur regionalen Wertschöpfung bei.
Restmüll (Restmülltonne- Sack) Was gehört hinein? Nicht verwertbare und ungefährliche Abfälle und jene Abfälle, die nicht – je nach regionalen Vorgaben – getrennt zu sammeln sind z.B. Blumentöpfe, Dias, Fensterglas, Fettpapier, Gebrauchsgegenstände/ Haushaltsgegenstände (kaputt), Glasgeschirr, Hygieneartikel, Kohlenasche, Katzenstreu, Porzellan, Spielzeug (kaputt), Staubsaugerbeutel, Textilabfälle, stark verschmutzte Verpackungen.
Was soll bzw. darf nicht dazu? Bioabfall
Was geschieht mit dem gesammelten Restmüll? Gemäß neuer Deponieverordnung gilt mit 1.1.2009 das Ablagerungsverbot für unbehandelte Abfälle bzw. Abfälle mit organischen Inhalten - 184 -
Wegweiser uneingeschränkt. Für die Vorbehandlung stehen mechanischbiologische Behandlungsanlagen bzw. Abfallverbrennungsanlagen zur Verfügung. Das bringt Vorteile für Mensch und Umwelt: ´ Mögliche Gewässerverschmutzungen werden vermieden. Es entstehen keine Altlasten, die irgendwann teuer saniert werden müssen. Der Ausstoß von klimaschädigenden Gasen wird verringert. Ressourcen werden geschont und Energie wird gespart.
Sperrmüll Was gehört hinein? Abfälle, die wegen ihrer Sperrigkeit oder wegen ihres Gewichts nicht in den Restmüllbehältern gesammelt werden können z.B. Altholz, Bodenbeläge, Klomuschel (Keramik), Kunststoffgegenstände (große), Matratzen, Möbel, Ski,…
Was darf nicht dazu? Abfälle von Gewerbetrieben, Baustellenabfälle, Elektrogeräte, Kühlgeräte, Metallschrott, Problemstoffe
Wohin kann man Sperrmüll bringen? Abgabe am Mistplatz, Recyclinghof, Altstoff-Sammelzentrum. Die Termine über Sperrmüllsammlungen erfährst du aus der Gemeindezeitung und beim Gemeindeverband.
Was geschieht mit dem Sperrmüll? Der nicht verwertbare Sperrmüll wird wie der Restmüll in entsprechenden Anlagen behandelt. Zuvor wird der Abfall jedoch bei der Abgabestelle einer Kontrolle unterzogen. Altholz wird meist getrennt vom restlichen Sperrmüll gesammelt. Dieses Altholz wird „thermisch“ (= Verbrennung in einer Verbrennungsanlage) oder „stofflich“ (z.B. Spanplattenerzeugung) verwendet. Handelt es sich bei manchen Sperrmüllstücken noch um verwendbare Objekte, so können diese einem Flohmarkt oder caritativen Organisationen zur Verfügung gestellt werden
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Altauto/Altreifen Wer ein Altauto zu entsorgen hat, kann dieses bei einer vom Hersteller oder Importeur der jeweiligen Marke eingerichteten Rücknahmestelle abgeben. Diese sind zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet, unabhängig vom Zeitpunkt der Erstzulassung. Allfällige Transportkosten zur Rücknahmestelle müssen allerdings vom Letzthalter getragen werden. Sonstige Betriebe wie Verwertungs- oder Demontagebetriebe, Fahrzeughändler, die nicht von Herstellern, Importeuren bzw. von Sammelund Verwertungssystemen als Rücknahmestellen genannt sind, können Altfahrzeuge freiwillig übernehmen, sind aber nicht zur Rücknahme verpflichtet. Im Falle der Rücknahme hat diese ebenso kostenlos zu erfolgen. Ausnahmen: die Unentgeltlichkeit ist dann nicht verpflichtend, wenn wesentliche Bauteile wie Motor, Katalysator, Karosserie, aber auch andere wesentliche und den Wert eines Altfahrzeugs bestimmende Bauteile (z.B. Antriebsaggregat oder wertbestimmende elektronische Komponenten) fehlen.
Was geschieht mit den Altautos? Zunächst werden gefährliche Bestandteile bzw. Inhaltsstoffe (Batterie, Treibstoff, Betriebsflüssigkeiten) entfernt und gesondert verwertet bzw. entsorgt. Weiters werden bestimmte größere Teile (Windschutzscheibe, Kunststoffstoßstangen, Ersatzteile) zur stofflichen Verwertung bzw. zur Wiederverwendung demontiert. Abschließend erfolgt die mechanische Zerkleinerung des Autowracks im Shredder, wobei bei diesem Schritt in erster Linie Eisenschrott, Aluminium und Buntmetalle rückgewonnen werden.
Wohin kann man Altreifen bringen? Fachhandel oder Fachwerkstatt, Altstoffsammelzentrum, Mistplatz, Recyclinghof.
Was geschieht mit den Altreifen? Altreifen werden entweder als Brennstoff in der Zementindustrie eingesetzt oder nach Zerkleinerung zu Gummigranulat weiter verarbeitet. Altreifen können auch runderneuert werden.
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Alttextilien/Altkleider/Schuhe Was gehört dazu? Bettwäsche, Bettfedern mit Inlett, Haushaltswäsche, Kleidungsstücke, Schuhe (paarweise zusammen gebunden), Tischwäsche, Wolldecken
Was darf nicht dazu? feuchte Textilien, kleine Alttextilien (unter 30 x 30 cm), Matratzen, Nähabfälle, Nylonstrümpfe, Putzfetzen, Schneidereiabfälle, Stoffabfälle, Teppiche, verunreinigte und verschlissene Kleidung/Textilien.
Wohin kann man Alttextilien bringen? Sammelbehälter bzw. Sammelaktionen durch diverse Organisationen wie Rotes Kreuz, Caritas,... oder Sammlung in deiner Gemeinde, Flohmärkte, Secondhandshops, Tauschzentralen.
Worauf zu achten ist: Alttextilien und Schuhe sollten sauber und verwendbar sein! Für die Sammlung erhältst du Kunststoffsäcke. Du kannst allerdings auch andere Säcke verwenden, bitte aber gut zubinden, damit beim Transport die Säcke nicht aufplatzen. Tragbare Kleidungsstücke nicht zerreißen oder zerschneiden.
Was geschieht mit den gesammelten Alttextilien, Altkleider und Schuhe? Sie werden teilweise aussortiert und in Secondhandshops verkauft. Altkleider werden auch in ärmere Länder exportiert. Wenn die Sammlung von caritativen Organisationen übernommen wird, werden damit oft gemeinnützige Projekte oder Hilfsprojekte in Entwicklungsländern finanziert.
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Bauschutt Was gehört dazu? Abbruchmaterial, mineralischer Bauschutt (z.B. Beton, Kies, Sand, Steine, Ziegel, Fliesen), Asphaltaufbruch, Betonabbruch, Bodenaushub, Fliesen, Gips, Verputz.
Was darf nicht dazu? Bauschutt darf nicht mit Baustellenabfall vermischt sein (z.B. mit Installations- oder Isoliermaterialien, Kunststoffen etc.), auch Holzoder Eisen darf nur in ganz geringem Ausmaß enthalten sein! Problemstoffe/Gefährliche Abfälle, Restmüll Hinweis: Auskünfte bei der Abfallberatung in der Gemeinde!
Wohin kann man Bauschutt bringen? Kleinere Mengen (PKW-Kofferraum) – Mistplatz, Recyclinghof, Altstoff-Sammelzentrum, Abholung durch kommunale oder private Abfuhrunternehmen.
Tipps und Anregungen zur Abfallvermeidung und Entsorgung Abfälle erst gar nicht entstehen zu lassen, ist der wichtigste Grundsatz der Abfallwirtschaft! Denn Vermeidung bremst das Wachstum unserer Abfallmengen – das schont unser Grundwasser, spart Energie und Rohstoffe und ist ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Jeder Einzelne kann durch sein umweltbewusstes Verhalten ganz wesentlich dazu beitragen, dass unsere Ressourcen geschont und die Abfallberge verringert werden. Dazu bedarf es nicht unbedingt gleich „großer“ Taten, viele kleine Schritte im täglichen Umgang mit unserer Umwelt tun es auch. Hier ein paar Tipps wie du durch dein gezieltes Kaufverhalten für eine sauberere und abfallärmere Umwelt beitragen kannst: Benütze Mehrwegartikel und Mehrwegverpackungen anstatt Einweg! Mehrwegsysteme sind ökologisch sinnvoller und sparen Rohstoffe und Energie. Vermeide Produkte mit aufwändiger oder die Umwelt belastender Verpackung. Bevorzuge einen Einkaufskorb oder eine Einkaufstasche bzw. verwende Tragetaschen mehrmals.
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Wegweiser Beim Kauf von Lebensmitteln nur so viel kaufen wie du wirklich brauchst. Tagtäglich landen verdorbene oder einfach nicht verbrauchte Lebensmittel im Müll. Achte beim Kauf von Geräten auf langlebige und reparaturfähige Produkte. Das schont Ressourcen und vermindert Abfallmengen. Überlege, ob du das viele Werbematerial an deiner Haustüre oder im Postfach wirklich willst. Unerwünschtes Werbematerial abzubestellen ist ganz einfach. Jedoch, denk daran, dass wir Rankweiler Pfadfinder das Altpapier brauchen. Wirf weder feste noch flüssige Abfälle ins WC, sie verstopfen den Kanal und belasten unnötigerweise Kläranlagen und Klärschlamm. Das Abwasser verunreinigt die Gewässer und gefährdet unser Trinkwasser. Diese Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten werden über die Kanalgebühren wieder beglichen. Verbrenne keinerlei Abfälle im eigenen Ofen oder im Freien. Beim Verbrennen entstehen erhebliche, die Gesundheit beeinträchtigende Luftschadstoffe. Achte bei deinem Einkauf besonders auf die ökologische Qualität und gib Produkten, die mit dem Österreichischen oder Europäischen Umweltzeichen ausgezeichnet sind oder das Fair-Trade-Zeichen tragen, den Vorzug.
Das Österreichischen Umweltzeichen Immer mehr Menschen wollen durch ihr persönliches Konsumverhalten einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Das Österreichische Umweltzeichen bietet allen Konsumenten eine verlässliche Orientierungshilfe für den Einkauf aber auch für Dienstleistungen und ist ein unabhängiger Garant für Umweltfreundlichkeit und Qualität. Beim Kauf von Fair-TradeProdukten erwirbst du nicht nur qualitativ hochwertige Produkte, sondern hilfst damit auch den Produzenten in den Entwicklungsländern zu einem fairen Preis für ihre Arbeit. Das Logo symbolisiert die Elemente der Ökologie: Erde, Wasser, Natur und Luft.
Fair Trade Das Ziel des fairen Handels ist eine gerechtere Verteilung der Einnahmen aus den weltweiten Produktionsund Handelsbeziehungen. Das ungerechte Machtgefälle zwischen Produzenten und Konzernen soll verhindert und eine gleichberechtigte Handelspartnerschaft aufge- 189 –
Wegweiser baut werden. Die Produkte sollen auf möglichst kurzen Weg, das heißt mit wenigen Zwischenhändlern vom Produzenten zum Konsumenten gebracht und den Produzenten faire Preise, die über dem Weltmarktpreis liegen und unabhängig davon sind, bezahlt werden um in den wirtschaftlich benachteiligten Regionen die Lebensbedingungen zu verbessern. Außerdem ist das Ziel eine nachhaltige Entwicklung in Form von sozialer Gerechtigkeit, wirtschaftlicher Entwicklung, Schutz der Umwelt und Erhalt der kulturellen Vielfalt.
Entsorgungsinformation zusammengefast: Restmüllsäcke, Bioabfallsäcke und Sackständer erhältst du im Rathaus (Bürgerservice) und im Einzelhandel der jeweiligen Gemeinde Sperrgutmarken erhältst du ebenfalls im Rathaus Altpapier kannst du jeden Samstag von 09:00 bis 12:00 Uhr bei uns im Rank’ler Papierschöpfle abgeben, zusätzlich gibt es 2x im Jahr die Altpapiersammlung durch uns Pfadfinder Die gelben Kunststoffsäcke erhältst du je Kopf pro Haushalt für ein ganzes Jahr von der Gemeinde Sperrmüll, Grünmüll, Alteisen, Problemstoffe und Bauschutt kannst du in kleinen Mengen beim Bauhof abgeben Sammelstationen für Glas, Metall und Papier findest du überall in deiner Gemeinde
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Wegweiser
Bäume Ahorn Art Blätter Frucht Rinde Brennwert Merkmale
Laubbaum 5 lappig Spaltfrucht mit Flügeln hellbraun-grau und glatt ausgezeichnet, starke Glut bis 20 m hoch, schlanker, oft strauchartiger Wuchs.
Birke Art Blätter Frucht Rinde Brennwert Merkmale
Laubbaum doppelt gesägt „Würmle“ weiß, lässt sich schälen, papierartig gut, brennt schnell, helle Flamme bis 20 m hoch
Buche Art Blätter Frucht Rinde Brennwert Merkmale
Laubbaum eiförmig und glatt Buchecker hellgrau sehr gut, gute Glut bis 35 m hoch, die dichte Krone lässt kein Unterholz aufkommen.
Eiche Art Blätter Frucht Rinde Brennwert Merkmale
Laubbaum gelappt, gebuchtet Eicheln, Nahrung von Wildschweinen dunkel und rissig ausgezeichnet, bildet gute Glut bis 35 m hoch, sehr knorrig, Hartholz - 191 –
Wegweiser
Esche Art Blätter Frucht Rinde Brennwert Merkmale
Laubbaum lang, schmal, parallel wachsend geflügelt in hängenden Rispen grau, leicht rissig sehr gut, brennt langsam bis 35 m hoch, schlank
Fichte (Rottanne) Art Nadeln Zapfen Rinde Brennwert Merkmale
Nadelbaum spitz um den Zweig herum hängend, lang rot-braun gut, aber wenig Glut bis 40 m hoch, pyramidenförmig, Flachwurzler
Kiefer (Föhre) Art Nadel Zapfen Rinde Brennwert Merkmale
Nadelbaum zu zweit geordnet, ca 5 cm lang klein, eiförmig rötlich gut, rußt stark bis 35 m hoch, fächerartige Krone
Lärche Art Nadeln Zapfen Rinde Brennwert Merkmale
Nadelbaum weich, in Büscheln, verliert im Winter die Nadeln klein, eiförmig, aufrecht glatt und gelblich, im Alter tiefrissig harzreich, brennt nicht besonders bis 40 m hoch, Baumform „gotisch“
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Wegweiser
Linde Art Blätter Frucht Rinde Brennwert Merkmale
Laubbaum herzförmig und gesägt kugelig mit Flugblatt hell und rissig gering große kugelige Krone, wird bis zu 500 Jahre alt
Tanne (Weisstanne) Art Nadeln Zapfen Rinde Brennwert Merkmal
Nadelbaum zweiteilig am Zweig, unten ist ein weißer Wachsstreifen aufrecht stehend weiß-grau gut, wärmt schnell, rasch verbrannt bis 40 m hoch; Tiefwurzler
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Wegweiser
Verschiedene Sträucher Brombeere
Blatt Blüte Frucht
Blätter sind fingerförmig gefiedert (5-12 cm) Zwitterblüten mit 5-zähliger doppelter Blütenhülle (8-12 mm), weiße bis rosa Kronblätter Sammelfrucht aus vielen kleinen schwarzen Steinfrüchten
Beschreigrüner, mittelgroßer, rankender Strauch bung
Hasel
Blatt Blüte Frucht
eiförmige Blätter mit kurzer Spitze sehr weich, beidseitig behaart männliche Kätzchenblüten sind gelb und überwintern nackt, weibliche Blüten sind rot und werden von den Knospen geschützt rundliche hartschalige Haselnüsse 2 – 4 Haselnüsse hängen meistens zusammen
Beschreivielstämmiger 2 – 6 m hoher Baum bung 3 bis 5-fach gefiederte Blätter wechselständig 5-zählige Blütenhülle in länglich eiförmigen Blüte Kelchblättern, nach unten hängende Blüten Sammelfrucht, besteht aus vielen kleinen Frucht Steinfrüchten, Reifezeit Juli/ August Beschrei- junge Zweige treiben aus den Wurzelsprosbung sen
Himbeere
Blatt
Holunder
Blatt Blüte Frucht
unpaarig gefiedert, meist 5 Teilblätter Ober- und Unterseite hellgrün im April/Mai sehr klein und grün-gelb wächst in aufrechten Rispen kugelige, leuchtend rote, beerenartige Steinfrüchte, genießbar
Beschreiwird bis zu 4 m hoher Strauch schreiZweige enthalten gelbbraunes Mark bung - 194 -
Wegweiser
Wacholder
spitz, stechende Nadeln, 3-quirlig angeordnet, grau-grün, mit einem breiten weißen Rand an der Seite Blüte männliche und weibliche Blütenstände wachsen blattachselständig, die gelben männlichen Blütenstände sind 4-5 mm lang die weiblichen sind grün und fallen kaum auf Deckschuppen der Zapfen anfangs grün, Frucht später schwarz-blau, erbsengroße Beeren enthalten 1-3 Samen, Reifezeit Aug/ Okt. Strauch oder Baum; 3cm dicker Stamm Beschreilangsam wachsendes Gehölz bung Borke: fein, glatt, rötlichbraun Blatt
Nutzpflanzen und Heilkräuter Heilkräuter sind Kraftwerke im Miniformat. Es gibt kaum ein körperliches Gebrechen, kaum eine Krankheit, die nicht durch Blätter, Blüten, Früchte oder Wurzeln eines in der Natur vorkommenden Krautes gelindert oder geheilt werden kann – immer vorausgesetzt, der Kranke begegnet dem Heilmittel und seiner Krankheit mit der richtigen Einstellung.
Arnika
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Bergwiesen, Heiden, Torfmoore, Triften, Raine, Kieferwälder; auf kalkhaltigem oder gedüngtem Boden nicht oder nur schlecht gedeihend 25 bis 50 cm Juni bis August März bis April (Wurzeln), Juni bis August (Blüten) Wurzeln, Blüten Wundheilung (Apotheke), magenstärkend, harn- und schweißtreibend, gegen Herzbeschwerden Aufguss, Tinktur, Salbe, Extrakt
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Wegweiser
Baldrian
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Brennnessel
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Fenchel
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
wild an feuchten Waldstellen, Gebüschen, Gräben, Ufern angebaut Bis 150 cm Juli bis September August bis Oktober Wurzelstock Beruhigungsmittel, Schlafmittel Aufguss, Tinktur, Extrakt, Abkochung Wegränder, Wiesen, Wald 30 cm bis 1 m Juni bis September Juni bis September Junge Pflanze, Blätter, Wurzeln Bei Blutungen, Nieren – und Blasenleiden, Gicht, Rheuma Aufguss, Salat, kann wie Spinat zubereitet werden. angebaut 1 bis 2 m Juli bis August August bis September (Frucht), Oktober (Wurzel) Frucht, Wurzel krampflösend, blähungswidrig, auswurffördernd, milchfördernd Aufguss, Fenchelhonig, Fenchelwasser
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Wegweiser
Schwarzer Holunder
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Johanniskraut
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Kamille
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
feuchte, schattige Stellen, Unterholz; gepflanzt 3 bis 10 m Juni bis Juli Juni bis Juli (Blüten, Blätter), September bis Oktober (Beeren) Blüten, Blätter, Beeren schweißtreibend, harntreibend, bei Katarrhe der Luftwege Aufguss, Abkochung, Früchte als Mus Äcker, Wegränder, Hügel, Wiesen 30 bis 60 cm Juli bis September Juli bis August blühendes Kraut Magen-Darm-Störungen, entzündungswidrig, eventuell zur Wundbehandlung, für leichte seelische Störungen Aufguss, ätherisches Öl Äcker; angebaut 20 bis 40 cm Mai bis August Mai bis August Blütenköpfchen krampflösend, schmerzstillend, entzündungswidrig; bei Magen-Darm-Katarrh Aufguss, Salbe
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Wegweiser
Knoblauch
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Linde
Melisse
angepflanzt bis 70 cm Juli bis August September bis Oktober Zwiebel appetitanregend, krampflösend, wurmvertreibend, auswurffördernd; bei Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefäße) Frischpresssaft, Kaltauszug, Fertigpräparate
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Laubwälder Bis 30 m Juni bis Juli
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile
Felder; angebaut bis 1 m Juni bis August
Heilwirkung Zubereitung
Juni bis Juli Blüten mit Flügelblättchen harn- und schweißtreibend Aufguss, Pulver
Juli bis September Blätter von der Blüte Gegen Magen- und Herzleiden, krampflösend bei Unterleibschmerzen Aufguss, Kräuterbad
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Wegweiser
Pfefferminze
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Ringelblume
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
Salbei
Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile Heilwirkung Zubereitung
angebaut, auch verwildert 50 bis 80 cm Juli bis August Juni bis Juli, September Blätter vor und nach der Blüte krampflösend, appetitanregend, blähungswidrig, äußerlich kühlend; gegen Koliken und bei Magenkatarrh Aufguss, Öl angebaut, selten verwildert 30 bis 50 cm Juni bis Oktober Juni bis August Blüten Bei Magenentzündungen, Zahnfleischblutungen, Gelbsucht, Salbe bei Wunden, Geschwüren, Quetschungen Presssaft, Kräuterbad, Gurgelwasser, Salbe, Tinktur angebaut, gelegentlich verwildert bis 1 m Juni bis Juli vor der Blüte Blätter und junge Triebe gegen Nachtschweiß, Durchfall, zum Gurgeln bei Heiserkeit, Zahnfleischund Mundentzündungen Aufguss, Gurgelwasser
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Wegweiser Fundort Größe Blütezeit Günstige Ernte Verwendbare Pflanzenteile
Spitzwegerich
Heilwirkung Zubereitung
Wegränder, Acker, Hanglagen 20 bis 40 cm Mai bis September Mai bis August Blätter vor dem Samentragen Gegen Keuchhusten, Asthma, Verdauungsstörungen Suppe, Salat
Der Heilwert einer Pflanze ist von verschiedenen Faktoren abhängig, von denen die chemische Zusammensetzung heute wohl als die wichtigste betrachtet wird, wenn auch die Wirkung einer Heilpflanze nicht restlos aus ihren Inhaltsstoffen erklärt werden kann. Mit der Zeit ist man dazu übergegangen die Heilpflanzen in gewisse einheitliche Gruppen einzuteilen, um über ihre Wirkungsweise einige Klarheiten zu schaffen. Man gruppiert sie heute meinst an ihrem Gehalt der verschiedenen Wirkstoffe:
Schleimstoffe
(Pektine, Lichenin) gegen Entzündungen aller Art und
zur Wundheilung, z.B. enthalten in Beinwell, Huflattich, Schlüsselblume, Kornblume, Gänseblümchen, Taubnessel, Ringelblume.
Ätherische Öle
mit einer Vielfalt von Wirkungen (desinfizierend,
durchblutungsfördernd, sekretionsfördernd oder -hemmend, wassertreibend), enthalten in Thymian, Knoblauch, Enzian, Salbei, Kamille, Lorbeer, Melisse, Fenchel, Basilikum.
Seifenstoffe
(Saponine) mit großem Wirkungsspektrum, u. a. enthal-
ten in Leberblümchen, Schlüsselblume, Birke, Ehrenpreis, Stiefmütterchen, Königskerze.
Kieselsäure zur Behandlung von Entzündungen der Haut und Schleimhäute und zur Kräftigung des Bindegewebes, enthalten z.B. in Schachtelhalm, Heidekraut, Brennnessel.
Bitterstoffe
(Alkaloide, Glykoside) zur Regelung der Magen- und
Darmfunktion, zur Spannungs- und Krampflösung, enthalten in Wermut, Enzian, Beifuß, Löwenzahn, Salbei, Ringelblume. - 200 -
Wegweiser
Gerbstoffe
gegen Entzündungen der Magen- und Darmschleimhaut,
gegen Vergiftungen und Hautausschläge, enthalten u.a. in Brombeere, Frauenmantel, Edelkastanie, Ehrenpreis.
Salizylsäure
mit bakterientötender und schmerzlindernder Wirkung,
enthalten in Weide, Veilchen, Ringelblume.
Blutstillende Wirkstoffe,
enthalten in Hirtentäschchen, Schafgarbe,
Mistel, Löwenzahn.
Abführende Wirkstoffe,
enthalten in Sennesblättern, Faulbaumrin-
de, Kreuzdorn, Erdrauch.
Richtiges Sammeln von Heilpflanzen Oberstes Prinzip beim Sammeln von Kräutern in der Natur und beim Ernten im Garten sollte sein: Nur so viel sammeln, wie gerade unbedingt benötigt wird! Beschränke dich auf Kräuter, die du gut kennst und sicher identifizieren kannst. Unbefugtes Betreten von angebauten Äckern, Wiesen und Waldkulturen ist ohne Erlaubnis der Besitzer oder ortpolizeiliche Bewilligung verboten. Sammle nicht an Wiesen- und Ackerrändern, die kurz zuvor mit Kunstdünger bestreut wurden, ebenso nicht an staubigen Straßenrändern. Es darf nur an Orten gesammelt werden, an welchen das Sammelgut in größerer Menge vorkommt und eine Ausrottung der Pflanze nicht zu befürchten ist. Sammle nicht alle Blätter von einer Pflanze, sondern immer nur einen kleinen Teil, damit die Pflanze in ihrem weiteren Wachstum nicht geschädigt wird und weil sonst die spätere Ernte anderer Pflanzenteile (Früchte, Samen) verloren geht. Gesetzlich geschützte Pflanzen dürfen nur mit behördlicher Erlaubnis gesammelt werden. Sammle nur von gesunden Pflanzen, keinen fleckigen und missfarbenen oder von Insekten, Pilzen usw. befallenen. Verschiedene gesammelte Pflanzen sind getrennt zu halten, um Verwechslungen zu vermeiden und damit nicht die Duftstoffe der einen durch die andern beeinträchtigt werden.
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Wegweiser Sammle nur Pflanzen, die trocken sind, da feuchte Blätter leicht dumpfig, schimmlig und dadurch wertlos werden. Zarte Blätter und Blüten dürfen beim Sammeln nicht gepresst werden, da die Druckstellen beim Trocknen dunkel und schwarz werden und nicht mehr verwertet werden können. Außer der Wurzel dürfen keine Pflanzenteile vor dem Trocknen gewaschen werden.
Tageszeiten beachten Wurzeln am besten morgens und abends sammeln Blätter am Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist Blüten bei Sonnenschein; sie müssen sich voll entfaltet haben und nicht kurz vor dem Verblühen stehen, sonst ist ihre Heilkraft viel geringer Samen und Früchte können ganztags gesammelt werden, weil sie nicht so empfindlich sind wie andere Pflanzenteile, jedoch sollte man die größte Mittagshitze meiden.
Aufbewahrung von Heilkräutern Beim Haltbarmachen, Trocknen, Lagern und Aufbewahren sollte besondere Sorgfalt an erster Stelle stehen. Blätter und Blüten sollten gesondert in dünner Schicht auf sauberem Papier an einem luftigen, schattigen Ort ausgebreitet und öfters gewendet werden; Wurzeln und Wurzelstöcke (dicke der Länge nach geschnitten) an Schnüren oder wie manche Kräuter (Fenchel, Anis usw.) gebündelt an schattigen Orten aufhängen. Manche Pflanzenteile werden, wenn die Trocknung durch feuchtes Wetter behindert wurde, mit künstlicher Wärme nachgetrocknet. Dunkle Gläser und Papiertüten sind als Lagergefäße am besten geeignet.
Zubereitung und Anwendung Tee und Aufguss:
Eine der häufigsten Anwendungsarten. Als Maß-
einheit nimmt man ca. 1-3 Teelöffel von den getrockneten oder frischen Kräutern, übergießt sie in einer Tasse mit kochendem Wasser, lässt sie 3-10min. lang zugedeckt ziehen und seiht dann ab. Als Faustregel gilt, dass der Tee fertig ist, wenn die Kräuter zu Boden gesunken sind. Manche sehr ölhaltige Kräuter (z.B. Thymian) sinken jedoch nicht.
Abkochung (Absud):
Geeignet für Pflanzen mit schwer löslichen
Heilstoffen (Bitterstoffe, Gerbsäure), besonders für Hölzer, Wurzeln oder Stängel. Die Kochzeit ist Gefühlssache, aber in der Regel nicht
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Wegweiser länger als eine Viertelstunde. Manche Hölzer und Wurzeln müssen bis zu einer halben Stunde gekocht werden.
Kaltauszug:
Manche Kräuter vertragen weder Überbrühen noch Ko-
chen. Solche gibt man in kaltes Wasser und lässt sie über Nacht stehen. Zusätzlich kann man noch am nächsten Tag die abgeseihten Kräuter mit frischem Wasser kurz aufkochen (nicht die gewonnene Flüssigkeit des Kaltauszugs!). So gewinnt man auch noch die restlichen Heilstoffe.
Kräuterbad:
Die Kräuter, in einen Gazebeutel (Leinentücher) einge-
näht, in das Badewasser hängen. Man kann die Kräuter auch vorher mit wenig Wasser ausziehen und den Auszug dem Badewasser zusetzen. Für ein Vollbad nimmt man 250-500 g Kräutermischung, für Hand-, Fuß- oder Sitzbad entsprechend weniger.
Breiumschlag oder Breipackung: Der durch Aufguss bereitete Kräuterbrei wird entweder mit Leinentüchern auf die Hautpartien aufgelegt oder man taucht die Körperteile unmittelbar in den Brei und lässt diesen längere Zeit einwirken.
Dampfbad/Inhalation:
Man verwendet ätherische Öle (Kamille, Thy-
mian,...) und bereitet einen Aufguss. Die aufsteigenden ölhaltigen Dämpfe werden eingeatmet. Diese Art Dampfbad ist wirksam bei Erkrankungen der Luftwege, bei Katarrh, Schnupfen sowie kosmetisch gegen unreine Haut, Pickel, Mitesser,... Wem kein Inhalationsapparat zur Verfügung steht, der kann sich eines primitiveren Verfahrens bedienen: Mit übergehängtem dickem Wolltuch hält man den Kopf über ein Gefäß mit dampfendem Teeaufguss und atmet so den Dampf ein.
Gurgelwasser und Augenwasser:
Die Zubereitung der hierfür ver-
wendeten Auszüge erfolgt etwas kräftiger, als sie gewöhnlich bei der Teezubereitung üblich ist. Gurgelwasser verwendet man bei entzündlichen Erkrankungen der Mund- und Rachenschleimhäute (z.B. Salbei). Als Augenwasser benützt man die Auszüge gegen Entzündungen kalt, zu sonstigen Zwecken gewärmt.
Salben und Pflastermischungen:
Pflanzen oder Pflanzenauszüge
können auch mit weichen Fettstoffen zu Salben und Pflastermischungen verrieben oder verkocht werden. Wichtig ist, dass diese Arbeit mit Geduld und Liebe gemacht wird, niemals unter Zeitdruck. Nur so entwickelt sich das gute Gefühl bei der Fertigstellung und für die Mengenverhältnisse von Kräutern. Arbeite nie mit emaillierten Töpfen und Holzlöffeln zum Umrühren. - 203 –
Wegweiser
Verschiedene Pilze Menschen nutzen Pilze in vielerlei Hinsicht, etwa als Speisepilz, zur Herstellung von Alkohol, Zitronensäure oder Vitamin C. Viele Pilze können selbst angebaut bzw. gezüchtet werden. Als wichtigste Voraussetzung für das Sammeln von Pilzen gelten grundlegende Kenntnisse von Speise- und Giftpilzen.
Aufbau eines Hutpilzes Zur Bestimmung werden Pilze zumeist in drei Gruppen eingeteilt: Röhrlinge und Porenpilze Blätter- oder Lamellenpilze Nichtblätterpilze - 204 -
Wegweiser
Steinpilz
Familie Hut Röhren Stiel Fleisch Vorkommen
Edelreizker
Familie Hut Lamellen Stiel
Fleisch Vorkommen
Pfifferling
Familie Hut Leisten Stiel Fleisch Vorkommen
Röhrlinge, Speisepilz 5-20 cm breit, jung weißbräunlich, später dunkel braun, kissenförmig gewölbt jung weiß, dann gelb und gelbgrün, schließlich schmutzig-olivgrün, nicht verfärbend, leicht ablösbar sehr kräftig, bis 20 cm lang, weiß bis blassbraun mit feiner Netzzeichnung weiß Juni bis Oktober in Laub- und Nadelwäldern Lamellenpilz, Speisepilz bis zu 20 cm breit und wellig; die Huthaut ist mehr oder weniger fleckig sind meist herablaufend und lebhaft orange gefärbt im Alter hohl, wie der Hut gefärbt und weist charakterische, sehr flache Gruben auf ist zunächst orange und kann im Alter auch grünliche Töne ausbilden. Milch ist orangerot gefärbt und vergrünt nach einigen Stunden. der Edelreizker ist ein Mykorrhiza-Pilz der Kiefer. Er bevorzugt neutrale bis kalkhaltige Böden Nichtblätterpilz, Speisepilz bis 12 cm breit, jung knopfartig-winzig, alt schwach trichterförmig, eidotterfarben, auch fast weiß gabelig, an den Stiel übergehend 1 bis 5 cm lang, zuweilen etwas heller als der Hut weiß, selten madig, Aprikosengeruch Juni bis November im Nadelwald
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Wegweiser
Parasol
Familie Hut
Lamellen Stiel Fleisch Vorkommen
Fliegenpilz
Familie Hut Lamellen Stiel Fleisch Vorkommen
Pantherpilz
Familie Hut Lamellen Sporen Stiel Vorkommen
Blätterpilz, Speisepilz 10 - 30 cm breit, Hüte der Jungpilze eiförmig bis kugelig. Die Huthaut ist immer in deutlich hell- bis dunkelbraunen Schuppen zerrissen, nur das Hutzentrum bleibt glatt weiß und nicht mit dem Stiel verwachsen ca. 40 cm, braun geschuppt, verschiebbarer Ring weiß vorwiegend in Laubwäldern Blätterpilz, giftig bis 18cm breit, leuchtend rot mit weißen Tupfen, die bei Regen fehlen. Haut abziehbar weiß, weich bis 20 cm lang, weiß, Knolle warzig gezont, ohne Scheide weiß, ziemlich weich In Laub- und Nadelwäldern Blätterpilz, giftig graubraun bis gelbbräunlich und zwischen 5 bis 10 cm breit. Kleine weiße Hüllreste; der Hutrand ist gerieft; weiß und engstehend weiß feinfaserig und weiß, bis zu 12 cm lang. In der Stielmitte ein ungereifter, weißer hängender Ring. Stielknolle mit deutlich abgesetztem Rand. Sommer bis Herbst meist in Laubwäldern
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Wegweiser
Grüner Knollenblätterpilz
Familie Hut Lamellen Stiel Fleisch Vorkommen
Blätterpilz, giftig 5-15 cm breit, glatt, jung von weißer Hülle umgeben, später aufschirmend, dunkelolivgrün, auch heller engstehend, weiß (schimmern oft grünlich) 5-15 (<18) cm hoch, weiß bis grünlich gebändert. Basis dick-knollig mit weißer Scheide, Ring deutlich gereift weiß, Geruch süßlich ab Ende Juli, in Laubwäldern
Notrufnummern bei Pilzvergiftungen Vergiftungsinformationszentrale: Tel. 01/406 43 43 Vergiftungs-Notruf: 145
Symptome einer Pilzvergiftung Folgende Symptome treten häufig nach einer Pilzvergiftung durch Giftpilze oder verdorbene Pilze auf, können aber auch Symptome einer anderweitig verursachten Lebensmittelvergiftung sein: Übelkeit und Erbrechen Benommenheit Rauschzustände Schweißausbrüche Schwindel Herzrasen Durchfall Magenschmerzen Bauchschmerzen Atembeschwerden
Maßnahmen bei einer Vergiftung bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung umgehend den ärztlichen Notdienst, den Hausarzt, das Krankenhaus oder den Giftnotruf alarmieren betroffene Personen beruhigen und in eine stabile Seitenlage bringen Reste der Pilzmahlzeit oder Überbleibsel von der Pilzreinigung, eventuell Erbrochenes sicherstellen Erfragen, wie lange die Pilzmahlzeit zurücklag und wann die ersten Symptome auftraten keine Hausmittel (Milch, Salzwasser, Kohletabletten,.. etc.) anwenden - 207 –
Wegweiser
Naturprodukte herstellen Apfel/ Karottenaufstrich Passt zu: Vollkornbrot, Grahamweckerl
Zutaten: 250 g Karotten, 1-2 Äpfel (säuerlich), Zitronensaft, Salz, Pfeffer (frisch gemahlen), 1 Bund Petersilie, 250 g Topfen (mager), 1/8 l Buttermilch
Zubereitung: Karotten putzen, Äpfel schälen (Kerngehäuse entfernen); beide raspeln; Zitronensaft hinzufügen (um das Braunwerden des Apfels zu verhindern); Topfen mit Buttermilch verrühren, mit Salz und Pfeffer würzen, zu der Apfel- Karottenmischung geben und unterheben. Petersilie waschen, Blätter abzupfen und fein hacken, hinzufügen.
Apfelpudding Zutaten: 2 Eier, ¼ l Milch, 4 gehäufte Esslöffel Mehl, 1 Messerspitze Salz, 2 Esslöffel Zucker und 10 Äpfel
Zubereitung: Eier mit der Milch, Mehl, Salz, Zucker und den geschälten, in Scheiben geschnittenen, mit Zucker bestreuten Äpfeln vermengen; die Masse in eine gut befettete Form füllen und 1 Stunden im Dunst kochen; mit gewässertem, gezuckertem und gekochten Wein zu Tische bringen.
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Wegweiser
Erdbeermarmelade Zutaten: 1 kg Erdbeeren, 800 g Zucker, Saft einer Zitrone
Zubereitung: Ein Kilo Erdbeeren wird gereinigt (waschen, trocknen, Stiele und Kelchblätter entfernen), halbieren, danach mit 800 g Zucker in einer Schüssel vermischen und über Nacht zugedeckt kühl stellen, danach werden sie schon reichlich Saft gezogen haben; man drückt alles miteinander durch ein feines Sieb direkt in den Kochtopf und setzt diesen aufs Feuer; nach 20 Minuten dürfte die Marmelade nach Wunsch sein; Ein wenig Zitronensaft verfeinert das Aroma und erhält die Farbe. Man lässt die Marmelade einige Minuten ruhen, bevor man sie in die vorgewärmten Gläser füllt; nach dem Erkalten luftdicht verschließen.
Himbeeressig Zutaten: Zerquetschte Himbeeren, Wasser, Zucker
bester
Weinessig,
Zubereitung: Auf 8 Teile zerquetschter Himbeeren nimmt man 1 Teil Weinessig und 2 Teile Wasser. Die oben genannten Zutaten werden vermischt und nach 24 Stunden durch ein geeignetes Tuch gefiltert (und ausgepresst). Die so entstandene Flüssigkeit wird aufgekocht. Dann lässt man sie abkühlen. Der Bodensatz wird entfernt (vorsichtig abgießen). Weiteres Vorgehen: Auf einen Teil entstandenen Himbeeressig rechnet man 1 Teil Zucker. Der Essig wird mit dem Zucker aufgekocht, der Schaum abgeschöpft. Nach 24 Stunden kann der ausgekühlte, fertige Himbeeressig in Flaschen gefüllt und aufgehoben werden.
Holundersaft - Holunderbeerensaft Zutaten: 1 kg Beeren, 350 g Zucker, 1 Zimtstange, einige Gewürznelken.
Zubereitung: - 209 –
Wegweiser Die reifen, dunklen Holunderbeeren werden gezupft, mit etwas Wasser kurz aufgekocht (ca. 5 Minuten köcheln lassen, dabei umrühren); den Saft durch ein Tuch abfließen lassen und mit Zucker und Gewürzen ca. 15 Minuten unter Rühren auf kleiner Flamme kochen; noch warm in saubere, heiß ausgespülte Flaschen füllen.
Joghurtkäse mit Sesam (Brotaufstrich)
Zutaten: 500 g Joghurt, 2 EL Crème fraiche, 2 TL Olivenöl, 1 TL Thymian (getrocknet oder frisch), 1 EL geröstete Sesamkerne
Zubereitung: Joghurt ca. 12 Stunden entwässern (Sieb mit einem Tuch auslegen, über eine Schüssel geben, Joghurt in das Tuch geben und abdecken). Anschließend Joghurt cremig schlagen, Salz, Pfeffer und Olivenöl unterrühren, einen flachen, runden Laib formen, auf Backpapier den zerriebenen Thymian und Sesamkörner mischen, den Käselaib drauflegen und mit dem Papier umhüllen, so dass der Käse vollständig mit der Kräutermischung umhüllt ist.
Tipp: anstelle von Thymian kann auch frischer Schnittlauch oder Kresse verwendet werden.
Pesto Passt zu: Nudeln, Salatmarinade
Zutaten: 80g Pinienkerne, 6-9 EL frische Basilikumblätter (gehackt), Knoblauchzehen, 100 g frisch geriebener Parmesan, ca. 1/8 l Olivenöl, Salz und Pfeffer.
Zubereitung: Pinienkerne zerkleinern (am besten im Mixer oder Mörser), gehackte Basilikumblätter und zerdrückten Knoblauch dazugeben, gründlich mit dem geriebenen Parmesan vermischen, langsam das Olivenöl hinzufügen, Salz und Pfeffer nach Geschmack.
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Wegweiser
Rosensirup Zutaten: Gut duftende Rosenblütenblätter, Zucker
Zubereitung: Die Rosenblüten werden in ein Einmachglas geschichtet. Zwischen jede Lage kommt eine Schicht Zucker. Den Abschluss sollte auf alle Fälle eine Schicht Zucker bilden. Das Glas wird luftdicht verschlossen an einen sonnigen Fensterplatz gestellt. Nach ca. 2 Wochen den so entstandenen Rosensirup durch einen Kaffeefilter gießen und in einem dunklen Schraubglas zur weiteren Verwendung aufbewahren.
Wissenswertes: Rosensirup wurde früher oft als aromatische Ergänzung zu Süßspeisen und Kuchen verwendet.
Tipp: Du solltest die Rosenblüten um die Mittagszeit an einem sonnigen Tag sammeln. Diese entfalten so ihr intensivstes Aroma.
Ringelblumen-Salbe Die Ringelblumensalbe kann als fettreiche Allroundsalbe eingesetzt werden. Sie eignet sich bei schlecht heilenden Wunden, Blutergüssen, Geschwüren, Quetschungen, Zerrungen, Ekzemen. Bei diesem Rezept für die Ringelblumensalbe wird Pflanzenöl und Bienenwachs verwendet.
Zutaten: 30 ml Ringelblumen-Öl (Ölauszug aus Ringelblumen-Blüten) 2 g Bienenwachs
Gehe folgendermaßen vor: Vermische Öl und Wachs in einem Glas und stelle es in ein Wasserbad (z.B. kochendes Wasser in einer Pfanne). Warte, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat. Rühre die Mischung um. Gib ein paar Tropfen auf einen kalten Teller und lasse sie erkalten.
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Wegweiser Prüfe, ob die Konsistenz ok ist. Achtung! Auf dem Teller scheint es wegen der geringen Menge härter als die Gesamtsalbe. Ergänze Öl oder Wachs, je nach Testergebnis. Nimm die Mischung aus dem Wasserbad, sobald du mit der Konsistenz zufrieden bist. Lasse die Salbe auf Handwärme abkühlen. Verschließe die Salbe, sobald sie abgekühlt ist.
Beinwell-Salbe Die Beinwell-Salbe hilft bei Geschwüren und Wunden. Bei Schmerzen des Bewegungsapparates lindert sie den Schmerz. Die Salbe fördert die Wundheilung und die Regeneration des Gewebes.
Zutaten: 45 ml Beinwell-Öl 3 g Bienenwachs
Gehe folgendermaßen vor: Miss die Ölmenge ab und wiege das Bienenwachs. Wenn du keine so feine Waage hast, kannst du auch einen kleinen Messlöffel nehmen. Drei Gramm von dem perlenartigen Bienenwachs sind etwa anderthalb Messlöffel. Vermische Öl und Wachs in einem Glas und stelle es in ein Wasserbad (z.B. kochendes Wasser in einem kleinen Topf). Warte, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat. Rühre die Mischung um. Gib ein paar Tropfen auf einen kalten Teller und lasse sie erkalten. Prüfe, ob die Konsistenz ok ist. Achtung! Auf dem Teller scheint es wegen der geringen Menge härter als die Gesamtsalbe. Ergänze Öl oder Wachs, je nach Testergebnis. Nimm die Mischung aus dem Wasserbad, sobald du mit der Konsistenz zufrieden bist. Fülle die noch flüssige Salbe in Tiegel. Innerhalb einiger Stunden kühlt die Salbe ab und wird fest. Verschließe die Salbe, sobald sie abgekühlt ist.
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Wegweiser
Notfalltropfen-Salbe Dies ist eine schlichte Salbe mit einem leichten Pflanzenöl (z.B. Rapsöl) und Bienenwachs. Als einziger Wirkstoff sind in dieser Salbe die Notfalltropfen der Bachblüten enthalten. Man kann die Salbe also, wie auch die Notfalltropfen, in Stresssituationen aller Art einsetzen, beispielsweise, wenn man sich gestoßen hat, bei Kopfschmerzen durch Schreck, leichten Muskelzerrungen usw. Die Salbe duftet zart nach Bienenwachs, vor allem, wenn man gelbes Bienenwachs verwendet (und kein gebleichtes Bienenwachs).
Zutaten: 30 ml Öl 2 g Bienenwachs 3 Tr Notfalltropfen (Bachblüten)
Gehe folgendermaßen vor: Miss die Ölmenge ab und wiege das Bienenwachs. Wenn du keine so feine Waage hast, kannst du auch einen kleinen Messlöffel nehmen. Zwei Gramm von dem perlenartigen Bienenwachs ist etwa ein Messlöffel. Vermische Öl und Wachs in einem Glas. Stelle die Öl-Wachsmischung in ein Wasserbad (z.B. kochendes Wasser in einem kleinen Topf). Warte, bis sich das Bienenwachs aufgelöst hat. Nimm die Mischung aus dem Wasserbad. Lass sie bis etwa auf Handwärme abkühlen. Für den nächsten Schritt sollte die Mischung noch weitgehend flüssig sein. Gib dann 3 Tropfen Notfalltropfen in die Salbenmischung und rühre die Tropfen unter. Fülle die Salbe anschließend in Tiegel. Innerhalb einiger Stunden kühlt die Salbe ab und wird fest. Verschließe die Salbe, sobald sie abgekühlt ist. Beschrifte den Tiegel mit Inhalt und Datum.
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Wegweiser
Husten-Gel Das Husten-Gel kann man bei Husten auf Brust und Rücken reiben, um freier atmen zu können. Es enthält ätherische Öle, die die Atmung erleichtern und den Husten lindern. Der Vorteil des Gels ist, dass es nicht fettet und daher auch keine Fettflecken auf der Bekleidung hinterlässt. Alternativ zu diesem Gel mit Gelbildner gibt es auch ein Husten-Gel mit Gelatine.
Zutaten: Tinktur: 10 ml Husten-Tinktur oder kosmetisches Haarwasser oder Korn o.ä. die Tinktur wird vorwiegend dazu gebraucht, dass sich die ätherischen Öle lösen können.
Ätherische Öle:
50 50 50 10
Tr Tr Tr Tr
Thymianöl Eukalyptusöl Cajeputöl Teebaumöl
Konsistenzgeber: 50 ml stilles Mineralwasser oder destilliertes Wasser 1 TL Gelbildner (aus dem Spinnrad-Laden)
Zubereitung:
Stell die Zutaten bereit. Nimm ein ziemlich kleines Gefäß mit einem gut schließenden Deckel. Gieße die Tinktur ins Glas. Tropf die ätherischen Öle in die Tinktur. Im Alkohol gehen sie eine halbwegs stabile Lösung ein. Verdünne das Ganze mit dem Wasser. Schüttle das Glas ein wenig oder rühre um, damit sich Wasser, Tinktur und Öle verbinden. Jetzt brauchst du den Gelbildner. Streue den Gelbildner dazu. Verschließe das Gefäß. Schüttle es ganz fest. Von außen kann man sehen, wie sich die Flüssigkeit und das Gel verbinden. Nach ca. 10 Minuten kannst du nachsehen, ob die Konsistenz so ist wie gewünscht. - 214 -
Wegweiser Zur Not kann sie noch mit etwas Wasser oder Gelbildner verändert werden. Dann musst du aber sehr gut schütteln. Fülle das fertige Gel mit einem breiten Messer in einen Salbentiegel. Beschrifte den Salbentiegel mit Inhalt und Datum.
Gel für Mückenstiche Dieses Gel hilft gegen den Juckreiz bei Mückenstichen und verhindert Entzündungen wegen seiner antiseptischen Eigenschaften. Meistens heilen die Stiche schneller ab als ohne Gel. Zur Not kann es auch bei anderen leichten Wunden (z.B. Abschürfungen) verwendet werden, da es gut desinfiziert und die Heilung beschleunigt. Achtung: Auf offener Haut brennt das Gel wie Feuer!
Zutaten: Tinkturen 10 ml Ringelblumen-Tinktur (Calendula) 5 ml Benzoe-Tinktur (falls vorhanden)
Ätherische Öle
50 50 20 20 20
Tr Tr Tr Tr Tr
Teebaumöl Lavendelöl Thymianöl Wintergrünöl (falls vorhanden) Zedernöl (falls vorhanden)
Konsistenzgeber 50 ml stilles Mineralwasser oder Aqua destilliert 1 TL Gelbildner (aus dem Spinnrad-Laden)
Zubereitung:
Nimm ein ziemlich kleines Gefäß mit einem guten Deckel. Gieße die Tinkturen zusammen. Dort kannst du die ätherischen Öle hineintropfen. Im Alkohol gehen sie eine halbwegs stabile Lösung ein. Verdünne das Ganze mit dem Wasser. Streue den Gelbildner dazu. Verschließe das Gefäß. Schüttle es ganz fest. Nach ca. 10 Minuten kannst du kontrollieren, wie die Konsistenz wird. Zur Not kann sie noch mit etwas Wasser oder Gelbildner verändert werden. Dann musst du aber sehr gut schütteln.
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Wegweiser
Verschiedene Waldtiere Das Eichhörnchen Das europäische Eichhörnchen war früher nur in den Wäldern anzutreffen. Heute finden wir die lebhaften Klettertiere auch in Parks und Gärten, wo sie sich in den Bäumen aufhalten. Sie springen sicher und geschickt von Baum zu Baum. Das Eichhörnchen gehört zu den Nagetieren und ist hauptsächlich ein Pflanzenfresser. Es frisst vor allem Samen von Laub- und Nadelbäumen (auch andere Früchte, Buchecker und Haselnüsse). Eichhörnchen sind allerdings nicht reine Pflanzenfresser, sondern sie fressen auch gerne Jungvögel oder Eier aus Vogelnestern, manchmal sogar Schnecken und Insekten. Das Eichhörnchen ist am Tag aktiv. Es hält Winterruhe und verschläft also die meiste Zeit des Winters in seinem Kobel (= Nest).
Der Feldhase Manchmal sagen Leute zu ihren Kaninchen „Hasen“. Der Hase ist jedoch viel größer als ein Kaninchen und hat ein gelbbraunes Fell (Wildkaninchen sind grau). Er hat sehr kräftige Lauf- und Sprungbeine, lange Ohren und einen kurzen Schwanz mit weißer Unterseite und schwarzer Oberseite. Der Feldhase ist 50-57 cm lang (Wildkaninchen nur etwa 40 cm), er wiegt ungefähr 2 kg. Der Hase hat kräftige Nagezähne. Er frisst Gras, Blätter und Rinde von Sträuchern und im Winter auch Früchte. Wie fast alle heimischen Säugetiere haben die Hasen im Winter ein dickeres Fell als im Sommer. Unser heimischer Feldhase hat im Winter ein braunes Fell wie im Sommer.
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Wegweiser
Der Fuchs (Rotfuchs) Die Körperlänge des Rotfuchses beträgt von Schnauze bis Schwanzspitze etwa 110 cm. Sein Schwanz wird von den Jägern auch Lunte genannt. Das Weibchen nennt man Fähe. Sie benutzt ihre Lunte auch zum Warnen ihrer Kinder (sie wackelt dann damit). Bei Kälte ist der Schwanz für die Füchse eine kuschelige Decke. Füchse bellen, heulen und jaulen ähnlich wie Hunde, allerdings machen sie das viel seltener als die Haushunde. Seine Nahrung (kleine Säugetiere, hauptsächlich Mäuse; seltener Tiere bis Rehkitz-Größe oder Vögel) fängt der Fuchs mit einem Sprung und hält sie dann mit den Pfoten am Boden fest. Der Fuchs kann sehr gut hören und riechen („wittern“). Der Rotfuchs schläft tagsüber in einem Erdbau, den er meistens selber gräbt.
Das Reh Das Reh hat eine Größe von 60-90 cm. Mitteleuropäische Rehe wiegen ca. 15 kg. Rehe haben eine Gesamtlänge von 1-1,40 m. Das Reh ist die kleinste europäische Hirschart. Rehe sind eigentlich Einzelgänger. Nur im Winter schließen sie sich zu kleinen Gruppen (= Sprung) zusammen. Beim Weibchen (= „Ricke“) ist der weiße Schwanzfleck größer als beim Männchen („Bock“ oder „Rehbock“). Die Lebenserwartung der Rehe beträgt etwa 15 Jahre.
Der Dachs Der Dachs gehört zu den marderartigen Tieren, er ist also mit dem Fischotter, dem Iltis und dem Steinmarder verwandt. Bei uns ist er der größte Marder. Dachse sind 60-90 cm lang, dazu kommen 15-20 cm Schwanz. Die Dachsmännchen werden durchschnittlich etwas größer als die Weibchen. - 217 –
Wegweiser Dachse sind 10-20 kg schwer. Tagsüber halten sich die Dachse im Bau verborgen, sie sind meistens in der Dämmerung und nachts unterwegs. Der Dachs ernährt sich von tierischer und pflanzlicher Kost, im Sommer frisst er vor allen Dingen Regenwürmer und Schnecken, aber auch Mäuse, junge Kaninchen, Insektenlarven, Wurzeln und Beeren. Im Winter schläft der Dachs meistens (er hält Winterruhe, seine Körpertemperatur bleibt wie im Sommer warm).
Der Marder Der Baummarder ist ein seltenes, sehr scheues Tier. Er lebt im Mischwald und meidet die Nähe des Menschen. Der Verwandte des Baummarders ist der Steinmarder. Ihn zieht es in die Nähe der Menschen. Er kommt deshalb auch in Scheunen und Häusern vor. Schon mancher Bauer bemerkte am Morgen, als er in den Hühnerstall kam, dass am Vorabend ein Marder da war. Entweder lag ein totes Huhn am Boden oder man sah ein aufgebrochenes Ei.
Das Wildschwein Das männliche Wildschwein heißt Keiler, das weibliche Wildschwein Bache, die Jungen heißen Frischlinge. Sie leben gerne gesellig in einer kleinen Gruppe, die man „Rotte“ nennt. Das Wildschwein ist 120-160 cm lang. Seine Schulterhöhe beträgt 80-95 cm. Es wiegt 70-200 kg. Das Wildschwein hat ein dichtes, borstiges, schwarzbraunes Fell. Die Zähne des Wildschweins sind kräftig, besonders die Eckzähne sind groß. Der Keiler benutzt die Eckzähne als Waffen, die unteren Eckzähne (Hauer) sind halbkreisförmig nach oben gebogen und auch die oberen Eckzähne (Haderer) zeigen nach oben. Das Wildschwein frisst fast alles: Wurzeln, Knollen, Baumfrüchte, Pilze, Insekten, Schnecken, Mäuse, Frösche, Molche oder tote Tiere. Gerne gräbt es seine Nahrung mit dem Rüssel oder mit den Eckzähnen aus.
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Wegweiser
Der Igel Der Igel hat auf der Oberseite von den Ohren bis zum Schwanz ein dichtes Stachelkleid. Die Stacheln sind an der Spitze und am Grund hell elfenbeinfarbig und dazwischen ist eine schwarzbraune Zone. Sein Fell am Bauch ist braun bis graubraun, die Brustmitte dunkelbraun. Ein erwachsener Igel ist ca. 1 kg schwer, seine Körperlänge beträgt 22-29 cm. Der Schwanz des Igels ist 2-4,5 cm lang. Der Igel ist ein Dämmerungs- und Nachttier, er ist nur selten tagsüber aktiv. Sein Nest besteht aus Laub und Moos und ist gerne unter Reisighaufen angelegt. Im Winter macht der Igel einen echten Winterschlaf, das heißt, er kann seine Körpertemperatur im Winter mit der Umgebungstemperatur absinken lassen, um Energie zu sparen. Igel ernähren sich hauptsächlich von Insekten, Schnecken, Würmern, Asseln, Tausendfüßlern, Fröschen, Kröten, Eidechsen. Gelegentlich fressen sie auch Obst, Buchecker und Pilze. Natürliche Feinde des Igels sind z. B. der Fuchs, der Dachs und der Uhu. Wenn Igel Angst haben, dann rollen sie sich zu einer stacheligen Kugel zusammen.
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Verschiedene Vögel Die Amsel Kennzeichen Lebensraum Nahrung Brut
Männchen pechschwarz mit gelbem Schnabel; Weibchen dunkelbraun mit verschwommener gefleckter Unterseite und braunem Schnabel Wälder, Gärten, Parks; häufig in Dörfern und Städten Insekten und deren Larven, Regenwürmer, Beeren und Samen Das Weibchen baut in Hecken, auf niedrigen Bäumen oder an Mauervorsprüngen ein ordentliches Nest aus trockenem Gras, welkem Laub und Lehm; es legt ab März bis Juli 4 - 6 hellblau - grünliche, braun getüpfelte Eier, die es allein in etwa 13 Tagen ausbrütet; beide Eltern füttern die Nestlinge, die nach 13 - 14 Tagen flügge sind; die Amsel brütet meist zwei- oder dreimal im Jahr
Die Blaumeise Kennzeichen Lebensraum Nahrung Brut
Flügel, Schwanz und Scheitel blau; Wange weiß; Rücken grün und Unterseite gelb; beide Geschlechter sehen gleich aus Laub- und Mischwälder, Gärten und Parks meist Blattläuse und andere Insekten sowie Raupen, Früchte, Körner und Samen nistet in Höhlen von Bäumen, in Nistkästen oder Mauerspalten; beide Partner sammeln Moos, Gras, Haare und Wolle als Nistmaterial; das Weibchen legt Ende April bis Juni 8 - 15 weiße, rotbraun getupfte Eier, die es allein in 13 - 15 Tagen ausbrütet; beide Eltern füttern die Nestlinge, die nach 17 - 18 Tagen flügge sind; zwei Bruten im Jahr
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Die Elster Kennzeichen Lebensraum Nahrung Brut
Die Elster hat ein sehr kontrastreiches schwarzweißes Gefieder und einen langen keilförmigen Schwanz. Beide Geschlechter sehen gleich aus offene Kulturlandschaft, Auwald, Gärten, Parks Die Elster ernährt sich von Insekten und deren Larven. Auch Körner, Früchte, Samen, wilde Beeren, Eier, junge Vögel, kleine Tiere, Aas, Frösche, Schnecken sowie Brot stehen auf ihrem Speiseplan Beide Partner bauen im Gebüsch oder in Bäumen ein überdachtes Nest aus Zweigen, das sie mit Lehm auskleiden und mit Wurzelfasern polstern. Das Weibchen legt meist ab Mitte April bis Mai 6-7 hellgrüne, dicht graubraun gesprenkelte Eier, die es in 17-18 Tagen ausbrütet. Beide Eltern füttern die Jungen, die nach etwa 22-24 Tagen das Nest verlassen
Der Habicht Größe Kennzeichen Lebensraum Nahrung
48 - 61 cm bussardgroßer, langschwänziger Greifvogel; Männchen kleiner als Weibchen; Oberseite graubraun oder schiefergrau; Unterseite bei Altvögeln eng quergebändert, bei Jungvögeln mit Tropfenfleckung stark an Wald gebunden, vor allem Nadelwälder, seltener Misch- und Laubwälder Säugetiere und Vögel bis zur Größe von Feldhase oder Auerhuhn; Vorwiegend Vogeljäger
Brut Die Eiablage erfolgt in Mitteleuropa hauptsächlich von Mitte März bis Mitte April, meist zwei bis vier Eier. Die Eier sind ungezeichnet und blassgrün bis blassblau. Die Jungvögel schlüpfen nach einer Brutzeit von 37 bis 39 Tagen.
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Wegweiser
Das Rotkehlchen Größe Kennzeichen Lebensraum Nahrung Brut
Ca. 14 cm Oberseite olivbraun, Brust, Kehle und Stirn orangefarben; weißlicher Bauch; beide Geschlechter sehen gleich aus unterholzreiche Wälder, Gärten, Parks Insekten und deren Larven, Regenwürmer im Spätsommer und im Herbst besonders gern Beeren, vor allem Holunder- und Faulbaumbeeren Das Weibchen baut unter einem Erdhang, zwischen Baumwurzeln oder in Mauernischen, ein kugelförmiges Nest aus Gras, trockenem Laub und Moos; es legt ab April bis Juni 5 - 7 weiße, rotbraun getupfte oder gefleckte Eier, die es in 14 Tagen allein ausbrütet; beide Eltern füttern die Jungen, die nach 12 - 15 Tagen das Nest verlassen; zwei Bruten im Jahr
Der Kiebitz Größe
Kennzeichen
Lebensraum Nahrung Brut
30 cm, 200 g Oberseite grünlich-braun-schwarz, Gesicht und Kehle schwarz, Bauch weiß, mit langer, gebogener Feder am Hinterkopf; wirkt von weitem schwarz mit weißem Bauch; auffällig breite Flügelschwingen. Das Männchen hat eine längere Federhaube (Holle) am Kopf sowie einen durchgehenden Kehlfleck. Moore, Äcker, Wiesen, Weiden Insekten, Würmer, Schnecken
Ein Gelege besteht meistens aus vier beigefarben bis braun gefleckten Eiern. Beide Altvögel brüten die Eier 21 bis 28 Tage lang, bis die Küken schlüpfen.
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Wegweiser
Die Kohlmeise Kennzeichen Lebensraum Nahrung
Kopf und Hals sind glänzend schwarz; weiße Wangen, gelbe Brust mit schwarzem Längsband, grüner Rücken. Das Weibchen ist blasser mit schwächerem Längsband. Wälder aller Art, Gärten, Parks Sie besteht meist aus Insekten einschließlich Raupen, aus Blatt- und Schildläusen, ferner aus Früchten und Samen.
Brut Die Brutdauer der 8-14 Eier beträgt 13-14 Tage. Die Eier sind weiß mit hellbraunen Flecken und um die Brut kümmern sich beide Elternteile.
Der Zaunkönig Größe
Kennzeichen
Lebensraum Nahrung Brut
9,5 cm rotbraun; Flügel, Schwanz und Flanken gebändert, meist gestelzter Schwanz; sehr lauter, schmetternder Gesang mit Trillern und Rollern (auch im Winter); lauter, schnarrender Alarmruf; die Weibchen sind etwas kleiner und leichter als die Männchen Unterholz, Reisighaufen, Dickicht, Gestrüpp, oft in Wassernähe kleine Insekten und deren Larven, Spinnen und kleine Samen Das Männchen baut unter Überhängen, an Hohlwegen, in Kletterpflanzen, Holzstößen oder Mauerhöhlen mehrere kugelförmige Nester aus Moos, Blättern und Gras, eines davon polstert das Weibchen mit Federn aus; ab Ende April legt es 5-7 weiße, rotbraun gesprenkelte Eier, die es allein in 14-16 Tagen ausbrütet; beide Eltern füttern die Nestlinge, die nach etwa 15 Tagen flügge sind; Zaunkönige brüten meist zweimal im Jahr. - 223 –
Wegweiser
Der Star Größe
Kennzeichen
Lebensraum Nahrung
21,5 cm, 75g kleiner und kurzschwänziger als Amsel; schwarzes, grün und violett schillerndes Gefieder, im Herbst, Winter und Vorfrühling durch cremeweiße Federspitzen stark weiß getupft; Schnabel gelb, im Winter dunkel; im Flug dreieckige, spitze Flügel; Gesellig; im Herbst in riesigen Schwärmen; Nahrungssuche meist auf dem Boden. Die Basis des Unterschnabels ist beim Männchen blaugrau und beim Weibchen weißlich. Laub- und Mischwälder, Auwälder, Parks und Gärten Insekten, Würmer, Schnecken, Kirschen, Weintrauben und anderes Obst.
Brut Ei ablage in den Monaten 4-7, 4-6 Eier, Brutzeit 1224 Tage, Nistzeit 18-22 Tage, 1-2 Bruten im Jahr, Höhlenbrüter, vorwiegend in Buntspechthöhlen und Nistkästen
Die Schwanzmeise Größe Kennzeichen Lebensraum Nahrung Brut
15 cm Der schwarz-weiße Schwanz (Pfaffenstielchen) ist länger als der Körper. Das Gefieder ist rosa, schwarz und weiß, beide Geschlechter sehen gleich aus. Laub- und Mischwälder, Auwälder, Heidelandschaften, Gärten und Parks Sie besteht meist aus kleinen Insekten und Spinnen, aus Samenkörnern und Knospen. In das kunstvolle ovale Nest legt das Weibchen Anfang April bis Anfang Mai meist 8-10 weiße, rotbraun getupfte Eier und brütet sie in etwa 16 Tagen aus. Die Jungen verlassen nach ungefähr 14 Tagen das Nest; bei der Fütterung werden die Eltern oft von einem Nachbarpärchen unterstützt, welches kein Gelege hat. - 224 -
Wegweiser
Blattpresse Blatt in einen Zeitungsdoppelbogen legen Doppelbogen zwischen je einen Stapel Zeitungen oben und unten legen
Zeitungstapel mit schweren Büchern eine Woche lang pressen Zeitungen täglich wechseln Blatt mit kleinen Klebstreifen befestigen beschriften Klarsichtsfolie darüber kleben
Gipsabdruck Hast du während eines Ausfluges eine schöne Spur gefunden, so entferne daraus alle Verunreinigungen wie Tannenadeln, Steinchen usw. Nach Möglichkeit soll auch kein Regenwasser in der Spur stehen. Wasser mit einer Pipette absaugen. Baue nun um die Spur aus Sand oder Erde einen kleinen Wall, damit der Gips nicht ausfließen kann.
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Wegweiser Nun nimm den mitgebrachten Gips und vermische ihn mit der gleichen Menge Wasser in einer Schale. Der verwendete Gipsbrei soll von gleichmäßiger Beschaffenheit sein, nicht zu dünn, aber auch nicht zu zäh. Leere den Gipsbrei nun in die Spur. Ist die Fläche etwas größer, so kannst du einen Zweig oder ein Drahtgeflecht in den Brei hineindrücken. Nach etwa 20 min. hat der Gips soweit abgebunden, dass du den Abdruck abheben kannst. Im Zweifelfalle warte lieber etwas länger. Verunreinigungen auf der Oberfläche kannst du nun abputzen und den Abdruck mit einem Messer kreisrund zuschneiden.
Den so erhaltenen Abguss der Spur kannst du beschriften und zuhause oder im Lager zu einem Spuren-Eindruck weiterverarbeiten. Wickle einen Streifen Karton um deinen Abdruck und befestige diesen mit einer Schnur. Fette Abdruck und Karton leicht mit Vaseline (Fettcreme) ein, damit sich der erste Abguss vom zweiten leicht trennt. Nun rühre noch einmal Gips an und gieße die durch Abdruck und Karton entstandene Form damit aus. Nach 20 min. entferne den Karton und nimm die zwei Teile auseinander. Den Gipsabdruck der Spur beschriftest du mit deinem Namen, Fundstelle und Datum.
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Wetter Was ist Wetter? Als Wetter bezeichnet man die Gesamtheit der atmosphärischen Bezeichnungen, soweit sie von einem Ort aus zu einem bestimmten Zeitpunkt beobachtet werden können. Als Klima bezeichnet man die durchschnittlichen Wetterverhältnisse an einem bestimmten Ort oder in einem bestimmten Gebiet.
Bauernregeln Wenn der Hund das Gras benagt, der Hirte über Flöhe klagt, der Rauch will nicht zum Schornstein raus, dann kommt bald Regen übers Haus. Plagt dich die Gicht, bleibt die Sonne nicht. Schüttelt das Vieh die Ohren, ist gutes Wetter verloren. Springende Fische bringen Regenfrische. Wenn die Schwalben den Boden berühren, wirst du bald den Regen spüren. Ist der Januar hell und weiß, wird der Sommer sicher heiß. Im Februar Schnee und Eis, machen den Sommer heiß. Wenn im März viel Winde weh'n, wird's im Mai dann warm und schön. Hat der April mehr Regen als Sonnenschein, so wird's im Juni trocken sein. Der Mai bringt Blumen dem Gesichte, aber dem Magen keine Früchte. Stellt milde sich der Juni ein, wird mild auch der Dezember sein. Im Juli warmen Sonnenschein, macht alle Früchte reif und fein. Fängt der August mit Hitze an, bleibt sehr lang die Schlittenbahn. Septemberwetter warm und klar, verheißt ein gutes nächstes Jahr. Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter hinterdrein. Allerseelen kalt und klar, macht auf Weihnachten alles starr. Herrscht im Advent recht strenge Kält, sie volle achtzehn Wochen hält. - 227 –
Wegweiser
Voraussetzungen für Schönes Wetter
anderes Wetter
Abendnebel Abendrot Regenbogen am Abend flimmernde Luft Frösche quaken am Abend grauer Morgenhimmel Grillen zirpen am Abend heiße Tage hochfliegende Schwalben im Wald wärmer als auf dem Feld starker Tau in Niederungen wärmer als auf den Höhen Spinnen bei der Arbeit im Netz Wind aus dem Osten …
Birken riechen besonders stark Morgenrot klare Fernsicht lästige Mücken steigender Morgennebel tief fliegende Schwalben schwitzende Baumrinde springende Fische starkes Funkeln der Sterne Rauch wird niedergedrückt, will nicht aus dem Schornstein alle Gewitterwolken tiefblauer oder hellblauer Himmel am Morgen …
Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung! Denke immer daran, wenn du dich für eine Patrull-, Truppstunde oder ein Lager einkleidest!
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Wegweiser
Jahreszeiten Unser Muttergestirn, die Sonne, treibt mit ihrer Wärme die gesamten Wettervorgänge der Erde an und ermöglicht dadurch Leben. Da die Erde eine Kugel ist, fällt aber nicht überall gleich viel Energie auf die Oberfläche. Dort, wo die Sonne am Mittag senkrecht am Himmel steht, ist die Sonneneinstrahlung am stärksten. Im Gegensatz dazu ist sie an den beiden Polen am schwächsten, weil sich dort die Sonne nur knapp über dem Horizont befindet. Da die Erdachse eine Neigung von 23,5° besitzt, führt dies dazu, dass sich bei einem Sonnenumlauf über das Jahr an jedem Ort der Erde der Sonnenstand täglich verändert. Dieser Mechanismus verursacht die Jahreszeiten, die in verschiedenen Gegenden der Erdkugel ganz unterschiedliche Wirkungen haben.
Frühling Der astronomische Frühling beginnt auf der Nordhalbkugel am 21. März. An diesem Tag sind Tag und Nacht auf der ganzen Welt gleich lang, nämlich je zwölf Stunden. Am Äquator steht die Sonne an diesem Tag am Mittag genau senkrecht am Himmel. Am 21. März geht am Nordpol die Sonne auf, um für ein halbes Jahr zu scheinen. Am Südpol geht an diesem Tag die Sonne unter, um eine halbjährige Polarnacht einzuleiten. Auf der Südhalbkugel beginnt der Herbst.
Sommer Der astronomische Sommer beginnt auf der Nordhalbkugel am 21. Juni. Dieser Tag ist für alle Orte der Nordhalbkugel der längste und für alle Orte der Südhalbkugel der kürzeste Tag. Am nördlichen Wendekreis steht die Sonne an diesem Tag am Mittag senkrecht am Himmel. Am Südpol herrscht Polarnacht, und am Nordpol steht die Sonne über dem Horizont.
Herbst Der astronomische Herbst beginnt auf der Nordhalbkugel am 23. September. Die Bedingungen sind an diesem Tag gleich wie im Frühling, nur sind alle Vorzeichen umgekehrt. Entsprechend geht am Nordpol an diesem Tag die Sonne unter, um die Polarnacht einzuleiten, am Südpol hingegen geht sie nach sechs Monaten Dunkelheit wieder auf.
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Wegweiser
Winter Der astronomische Winter beginnt auf der Nordhalbkugel am 21. Dezember. Dieser Tag ist für alle Orte der Nordhalbkugel der kürzeste und für alle Orte der Südhalbkugel der längste Tag. Am südlichen Wendekreis steht die Sonne an diesem Tag am Mittag senkrecht am Himmel. Am Südpol steht die Sonne über dem Horizont, und am Nordpol herrscht Polarnacht.
Wolkengattungen Die zehn Wolkengattungen repräsentieren einen Querschnitt durch das Reich der vielfältigen Wolkenbilder. In der Natur kommen selbstverständlich noch viel mehr Variationen dieser zehn klassifizierbaren Wolkenformen vor. Es existieren unzählige Varianten, Mischformen und Übergänge, die mit unendlicher Vielseitigkeit den Himmel jeden Tag neu gestalten. Einige Wolkenformationen sind besonders auffällig und geben uns interessante Informationen über den momentanen Wetterablauf. Die Höhenangabe in Metern entspricht dem häufigsten Vorkommen der entsprechenden Wolkengattung in den gemäßigten Breiten. Die Abkürzungen der Wolkennamen in Klammern werden in den später folgenden Grafiken wieder verwendet und bilden die Grundstruktur für die Namensgebung der Wolken: Cirrus = Haarlocke, Franse Cumulus = Haufen alto = hoch Stratus = Decke, Schicht Nimbus = Regen, Sturm Beispiel: „Altostratus“ Der Name besteht aus den Wörtern alto = hoch und Stratus = Decke, Schicht. Der Name Altostratus bezeichnet also eine hohe Schichtwolke.
Cirrus (Ci): 500-13.000 Meter Cirruswolken werden aus zarten, weißen Fasern gebildet, die aus winzigen Eiskristallen bestehen und manchmal einen seidigen Schein aufweisen. Entweder sind sie Vorboten einer Warmfront oder sie befinden sich am Rande eines Tiefdruckgebietes und zeigen eine vorbeiziehende Störung an.
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Wegweiser
Cirrocumulus (Cc): 5.000-13.000 Meter Wenn in großen Höhen Flecken, Felder oder Schichten von Wolken ohne Eigenschatten auftreten, sind es Cirrocumuluswolken, die aus Eiskristallen bestehen. Als Vorboten einer Warmfront verdichten sie sich bei der Annäherung eines Tiefs zu Cirrostratuswolken.
Cirrostratus (Cs): 5.000-13.000 Meter Dieser durchscheinende weißliche Wolkenschleier (aus Eiskristallen bestehend) bedeckt meistens sehr gleichmäßig den ganzen Himmel. Da die Cirrostratuswolken fast immer mit dem Vorstoß einer Warmfront verbunden sind, gelten diese als typische Schlechtwetterzeichen.
Altocumulus (Ac): 2.000-7.000 Meter Der Volksmund bezeichnet die Altocumuluswolken als Schäfchenwolken. Sie erscheinen meistens als kleine Wolkenhäufchen mit Eigenschatten, die häufig aus Wassertröpfchen bestehen. Wenn aus diesen Wolken plötzlich höhere Türmchen entstehen, sind sie ein typisches Schlechtwetterzeichen.
Altostratus (As): 2.000-7.000 Meter Altostratuswoken sind gleichmäßige dünne Wolkenschichten (meistens aus Wassertröpfchen bestehend), welche die Sonne wie durch ein Milchglas gesehen erscheinen lassen. Auch sie treten häufig als Vorboten einer Warmfront auf und deuten deshalb auf kommendes Schlechtwetter hin.
Stratus (St): unterhalb 2.500 Meter Als niedrigste und am gleichmäßigsten erscheinende Wolke tritt Stratus vor allem als Nebel oder Hochnebel auf. In der Regel besteht sie aus Wassertröpfchen. Vom Bodenbeobachter wird sie als Nebel wahrgenommen, da er sich in der Wolke befindet. Als flache graue Wolke kann sie gelegentlich Nieselregen oder Schneekörnchen erzeugen.
Stratocumulus (Sc): unterhalb 2.000 Meter Als meist zusammenhängende Decke aus verschiedenen Wolkenwalzen und Wolkenhügeln bilden Stratocumuluswolken den Übergang zwischen Schicht- und Quellwolken. Die Wolken bestehen aus Wassertröpfchen. Sie bringen gewöhnlich keinen Niederschlag, zeigen aber vorhandene feuchte Luftmassen an.
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Wegweiser
Nimbostratus (Ns): in verschiedenen Höhen Diese graue, häufig dunkle Wolke, die anhaltenden Regen oder Schnee erzeugt, wird oft als grauer und strukturloser Schleier wahrgenommen. Dieser Wolkenschleier ist so dicht, dass die Sonne unsichtbar wird.
Cumulus (Cu): große vertikale Erstreckung über verschiedene Höhen Cumuluswolken entwickeln sich vertikal in Form von Türmen und Hügeln. Ihre blumenkohlartigen Kuppen strahlen weiß in der Sonne, während die Basis oft dunkel ist. An schwülen Sommertagen mit instabiler atmosphärischer Schichtung entwickeln sich die mächtigen Cumuluswolken zu Cumulonimbuswolken, welche Schauer und Gewitter bringen.
Cumulonimbus (Cb): große vertikale Erstreckung bis 13.000 Meter Der obere Wolkenabschnitt besteht aus Eiskristallen und sieht wie die Cirruswolken faserig aus. Der untere Teil der Wolke besteht aus Wassertröpfchen und gleicht den sich mächtig entwickelnden Cumuluswolken. Die Cumulosimbuswoke gilt als typische Schauer- und Gewitterwolke.
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Wegweiser
Blitz Ein Blitz ist eigentlich ein elektrischer Funke. Er sucht sich immer den kürzesten Weg zwischen Himmel und Erde. Zudem gibt es Dinge, die den Blitz besonders stark anziehen und seine Elektrizität weiterleiten. Solche Dinge sind zum Beispiel Regenrinnen, Leitungen oder Metallmasten. Berühre sie niemals bei Gewitter. Es ist kaum zu glauben, aber Licht bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 300.000 Kilometern pro Sekunde! Dagegen ist die Schallgeschwindigkeit lahm: Schall bewegt sich nur mit einer Geschwindigkeit von 350 Metern pro Sekunde. Wenn du wissen möchtest, wie weit das Gewitter noch von dir entfernt ist, zähle einfach die Sekunden zwischen dem Blitz und dem Donner. Diese Zahl teilst du durch 3, dann weißt du, wie viele Kilometer das Gewitter noch entfernt ist.
Gewitter Wird man von einem Gewitter überrascht, sollte man grundsätzlich hoch aufragende Gegenstände, wie einzelne Bäume, meiden. Das Telefonieren oder Baden während eines Gewitters sollte man unterlassen. Weit und breit kein Unterschlupf? Dann legst du dich z.B. auf deiner Isoliermatte, Schlafsack, Kleider,... in den nächsten Graben, und zwar flach auf den Bauch. Bade nicht und fahr auch nicht mit dem Boot hinaus. Der Blitz schlägt oft ins Wasser ein. Im Auto bist du sicher, da die Reifen ja aus Gummi sind und dich von der Erde trennen. Zuhause machst du alle Fenster und Türen zu. Zieh dir Schuhe mit Gummisohlen an. Bei elektrischen Geräten ziehst du besser den Stecker.
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Wegweiser
Nebel, Dunkelheit und Kälte Wenn du bei einer Wanderung in Nebel und Dunkelheit kommst, brauchst du dich nicht sonderlich zu sorgen. Als Pfadfinder bist du imstande, dich zu orientieren und Karten zu lesen, so dass du bei einiger Vorsicht deinen Heimweg auch dann schaffst, wenn du kaum noch die Hand vor Augen siehst. Sollte aber Gefahr bestehen, dass du auf diesem Weg abstürzen könntest, dann musst du deinen Heimweg abbrechen und möglichst schnell biwakieren, indem du dir eine Hütte aus Ästen baust und ein Feuer machst. Bei einer Tour im unwegsamen Hochgebirge, im nackten Fels, wo es kein Holz mehr gibt, solltest du grundsätzlich immer einen Biwaksack dabei haben, am besten einen, dessen Innenseite mit Aluminium beschichtet ist. Die Alufolie reflektiert deine eigene Körperwärme so, als befändest du dich in einer riesigen Thermosflasche. Bei großer Hitze kannst du den Biwaksack umdrehen. Dann prallen die heißen Sonnenstrahlen von der Metallschicht ab. Bei besonders großer Kälte ist die Gefahr gegeben, dass du im Schlaf erfrierst. Dann muss einer von euch immer Wache halten und den Schlafenden alle 15min. wecken.
Haus aus Schnee Wenn Schnee liegt, darfst du dich beruhigt ausschlafen, denn im Schnee kann man nicht erfrieren. Du musst dich einfach nur eingraben oder ein Haus aus Schnee bauen. Der Schnee isoliert dann nämlich die Wärme des menschlichen Körpers. Am einfachsten ist es, wenn du dich unmittelbar neben den Zweigen einer Fichte oder einer Tanne in den Schnee wühlst, bis hinunter zu der Baumwurzel. Dort befindet sich eine von Ästen geschützte, natürliche Höhlung, in der du zusammengekauert schlafen kannst. Decke sie, bis auf ein Luftloch mit Schnee ab und achte darauf, dass das Loch nicht zugeschüttet wird. Am besten ist, du steckst einen Zweig hindurch.
Zelt aus Eis Um dir ein Zelt aus Eis zu bauen musst du nur den Schnee zu einem Schneehaufen zusammenschaufeln. Anschließend gräbst du eine Wohnhöhle mit dem Schlupfloch nach Südosten und oben bohrst du ein Luftloch. Dann machst du in der Schneehöhle ein Feuer, so lange, bis die Wände zu schmelzen beginnen. Wenn es trieft und tropft, räumst du das brennende Holz heraus und baust einen Windfang, der kalten - 234 -
Wegweiser Luftstrom in die Höhle lenkt und die schmelzenden Wände schnell vereist. Später kannst du dann in dieser Höhle eine Kerze anzünden, die zwar das Eis nicht mehr schmilzt, aber deine Unterkunft erstaunlich gut heizt. Beachte, dass eine gewisse Einsturzgefahr besteht! Deshalb sollte immer einer von euch Nachtwache halten.
Iglu aus Schneeblöcken Einen Iglu kannst du bauen, indem du ziegelartig ausgestochene oder ausgeschnittene Schneeblöcke spiralförmig aneinanderreihst, bis sie eine Kuppel bilden. Wenn es richtig gemacht ist, stürzen sie nicht ein, weil sich die Schneeblöcke nach dem Gewölbesystem gegenseitig stützen. Oben soll ein Loch frei gelassen werden. Achte darauf, dass der Eingang nach Südosten gerichtet und nicht größer als ein Schlupfloch ist. Du kannst es in so einem arktischen Eigenheim sogar ganz gemütlich haben. Es gibt Inuits, die ihr ganzes Leben im Schutz solcher Schneehütten verbringen.
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Wegweiser
Tierspuren Spur
Tier
Größe in cm
Ziege
5-6
Wildschw ein
5-7
Rind
10-12
Pferd
4-6
Hirsch
5-9
Schaf
Bemerkung Bogenförmiger Schalenabdruck, an den Spitzen deutlich gerundet. Deutlicher Abdruck der Afterzehen; einander überdeckende Abdrücke. Breit und bogenförmig; keine Eindrücke der Afterzehen. Fast kreisrunder Abdruck mit tiefem, keilförmigem Einschnitt an der Hinterseite.
10-12
Hund
Reh
Fährte
Ähnlich dem Fuchs, jedoch breiter; abgerundeter Krallenabdruck. Ballenlänge ca. 1/3 der ganzen Schalenlänge; Schalen stark gespreizt. Schmale, meist spitze Form; Sprungweite bis 4m.
4-4,5
Gerundete Schalenspitzen, zwischen den Schalenabdrücken deutlicher Zwischenraum.
5-6
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Wegweiser
Katze
3-3,5
Fuchs
4,5-5
Dachs
5-6
Hase
5-6
Igel
2-3
Eich hörn chen
Fast kreisrunde Abdrücke mit deutlichen Ballen; keine Krallenzeichen. Pvaler Abdruck mit fast kreisförmigem Zwischenraum zw. d. Ballen; Eindrücke in gerader Linie. Besonders langer und kräftiger Krallenabdruck, auch deutlicher Ballenabdruck. Die größeren Abdrücke der Hinterpfoten liegen vor den kleineren Abdrücken der Vorderpfoten. Ähnlich dem Dachs, nur kleiner; Krallenabdruck deutlich erkennbar. Die fünfzehigen Hinterpfoten liegen vor denen der vierzehigen Vorderpfoten.
4-6
Möwe
3,5-4
Ente
7-8
Typischer Abdruck der Schwimmhäute- wie bei Ente und Gans, nur kleiner. Schwimmhautabdrücke, Tritte stark einwärts gedreht, verlaufen meist in Schlangenlinie.
- 237 –
Wegweiser
Taube
4-5
Krähe
5,5-7
Wegen des meist trippelnden Ganges Abdrücke gradlinig hintereinander. Hinterzehe fast gleich lang wie Mittelzehe; Tritte stark einwärts gedreht und im Zickzack angeordnet.
Hinweise Spurabdrücke sind am besten morgens und abends sichtbar, wenn die Sonnenstrahlen schräg auf die Erde fallen. Neuschnee bietet die beste Möglichkeit, Spuren zu legen. Wenn du Spuren verfolgst, so gehe möglichst still und im Schatten, damit dich das Tier nicht wahrnimmt. Gehe immer neben der Spur, damit sie nicht zerstört wird. Aus dem Abdruck und dem Fährtenbild wirst du feststellen können, von welchem Tier die Spur stammt. Bei schneller Gangart ist der Abstand der einzelnen Fußabdrücke größer, die Stellung der Füße regelmäßiger und die Zehenspitzen sind stärker eingedrückt. Wenn du aus den Abdrücken die Richtung nicht herauslesen kannst, so untersuche die Umgebung (umgedrückte Grashalme, abgeknickte Zweige, ...). Durch Schätzen kannst du meist die Zahl der Tiere bestimmen. Wenn nicht, so zähle die Abdrücke einer bestimmten Strecke und teile sie durch die Anzahl der Spuren eines einzelnen, etwas abseitsgehenden Tieres.
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Wegweiser
6. Bereitschaft zum Abenteuer des Lebens
„Was ich betonen möchte, ist, dass Ihr niemals eure Chance verpassen sollt, denn ihr könntet es bedauern, weil sie vielleicht niemals mehr auftaucht. Euer Motto sollte sein: „Tu' es jetzt“.“ Baden-Powell - 239 –
Wegweiser
Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Mut haben, Neues zu entdecken und zu leben. Lernen, kleine Aufgaben zu übernehmen und zu bewältigen.
Gu/Sp Bereit sein, Aufgaben anzupacken und das Beste daraus zu machen.
Ca/Ex Herausforderung von Aufgaben annehmen und sie phantasievoll lösen. Sich am Schönen erfreuen und diese Freude weitergeben.
Ra/Ro Mut haben, Entscheidungen zu treffen und diese konsequent durchführen. Annahme der Herausforderung des Lebens und der Umwelt ohne den Problemen auszuweichen.
Der Pfadfinder ist fröhlich und unverzagt. - 240 -
Wegweiser
Knoten Seilkunde Beim Umgang mit allen Seilarten sollte man folgende Regeln unbedingt beachten: Seile nicht über scharfe Kanten und Ecken führen; Verunreinigungen durch Rost, Holz- und Eisenspäne sollten vermieden werden; Seile sollten grundsätzlich trocken und sauber, wenn möglich ohne Knickstellen gelagert werden;
Weberknoten
Es ist üblich „Links über Rechts und Drunter, Rechts über Links und Drunter“ zu singen, während man den Knoten legt; für Verbindungen gleicher Seile; zum Verknüpfen von Verbandsenden (liegt flach); nass schwer zu lösen; nicht für Bergseile geeignet, da sie sehr glatt sind Rutschgefahr! leicht zu öffnen; Verschluss von Bünden; Aufziehschlinge zum leichter Öffnen;
Gekreuzter Weberknoten
wird gewöhnlich benutzt um zwei Enden unterschiedlicher Dicke zu verbinden; immer das dünnere Ende kreuzen; bei Nässe schwer zu lösen (Tipp: Aufziehschlinge); geeignet zum Verbinden von Nylonschnüren; - 241 –
Wegweiser
Fischerknoten um zwei ähnlich dicke (glatte) Enden zu verbinden er wird von Anglern benutzt um Angelleinen zu verknüpfen; besonders wirkungsvoll bei dünnen Seilen und Garnen; Binde einen Überhandknoten, in dem losen Part des ersten Endes um das zweite Ende. Dann lege einen Überhandknoten um das erste Ende in das zweite Ende. Achte darauf die Knoten so zu binden, dass sie gut aneinander liegen, wenn die festen Parten angezogen werden; anfeuchten einadriger Garne vermindert Reibungshitze, die das Garn schwächt; der Knoten ist verstellbar Pfadfinderhut, Ketten;
Achterschlinge diese Schlinge ist schnell und sicher, um ein Ende an einem Balken zu befestigen. Sie zieht sich selten zu, kann sich unter Spannung sogar lösen, wenn sich der Balken dreht; oft benutzt um Bünde zu beginnen und zu beenden; mit ein bisschen Übung kann sie einhändig gebunden werden; für Zugbelastungen in beide Richtungen; Beginn von einem Bund;
Direkt am Baum
Schlinge über einen Pfahl
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Wegweiser
Zimmermannsklang
bietet einen guten Halt bei gleichmäßiger Belastung; hält durch den Reibungswiderstand; deshalb hält er umso besser, je öfter das Ende um die Schlinge geschlungen wird; lässt sich bei Nässe gut lösen; Bundanfänge; Befestigung an dicken Stangen (Baum); nur bei Zug verwenden, da er sich sonst löst;
Spannschlag Für starke Abspannungen über Wirkung des Flaschenzuges
Häring
Zelt
Gleitschlinge für Zeltabspannungen; sie zieht sich bei Belastung zusammen, durch Lockern kann sie verschoben werden; auf Zugrichtung achten;
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Wegweiser
Seilverkürzung oder Trompetenstich Wenn wir einmal ein Seil verkürzen wollen abzuschneiden, verwenden wir diesen Knoten.
ohne
es
gleich
Strickleiterknoten Wie der Name schon sagt, wird dieser Knoten zum Bau einer Strickleiter verwendet.
Möglichkeit 1
Möglichkeit 2
Rettungsschlinge Rettungsschlingen werden zur Herstellung von Schlingen verwendet, die sich auch unter Belastung nicht zusammenziehen sollen. Dieser Knoten lässt sich auch nach starker Belastung wieder leicht lösen.
Prusik- oder Klemmknoten Der Knoten hat die Eigenschaft, sich bei Zug zu schließen und bei Entlastung zu lösen und sich damit leicht verschieben zu lassen.
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Wegweiser
Bünde Beachte Für jeden cm des zu verbindenden Stangenholzes rechnet man 70cm Schnurlänge 3x herum (dünne Schnüre doppelt nehmen) der Bund besteht aus: 1. Anfangsbefestigung 2. Verbindungszug 3. Spannzug (knebeln) 4. Endbefestigung
Kreuzbund zum Verbinden von Rund- oder Kanthölzern; die zu verbindenden Stangen stehen im oder annähernd in rechten Winkel; beginne mit Achterschlinge oder Zimmermannsklang; der Beginn liegt auf der senkrechten, aber unter der waagrechten Stange; die einzelnen Umwindungen (Schläge) müssen fest angezogen werden, damit der Bund hält. Sie sind an einer Stange jeweils außen, an der anderen innen anzulegen; Querschläge zum Knebeln ziehen und zum Abschluss alles fest zusammenziehen, mit einer Achterschlinge oder einem Weberknoten wird der Bund beendet;
Verwendung Sitzbank, Werkzeugständer,… überall dort, wo Druck auf den Bund kommt.
- 245 –
Wegweiser
Diagonalbund
Die zwei zu verbindenden Stangen stehen in einem Winkel von ca. 45° (gemessen am kleineren Winkel); Beginn: Achterschlinge bzw. Zimmermannsklang; die ersten Schläge im stumpfen, die weiteren im spitzen Winkel; die einzelnen Schläge fest anziehen, damit der Bund hält; knebeln;
Verwendung: A-Gerüst für Essstellplane, Handfertigkeiten,…
Längsbund
zur Stangenverlängerung; kann gut Zug und Druck in Längsrichtung aufnehmen jedoch nicht in Querrichtung; die Längsverbindung besteht immer aus 2 Längsbünden; Beginn: Achterschlinge oder Zimmermannsklang; bei dünneren Stangen Anfangsknoten über beide Stangen; 1x durch einen Schlag in Längsrichtung knebeln;
Verwendung Fahnenmast, Lagertor,…
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Wegweiser
Scherbund für die Herstellung eines Dreifußes
Verwendung Kochen auf offenem Feuer
Spleißen Diese Seiltechnik ist sicherlich sehr schwierig, aber auch sehr interessant und verlangt viel Geschick. Jeder Pfadfinder, der das „Spleißen“ beherrscht, kann mit Recht darauf stolz sein. Verwendung: Verbindung von Seilen ohne Verknotung, bzw. zur Herstellung von Seilabschlüssen. Herstellung: Kardeelen werden immer gegenläufig (gegen die Drehrichtung des Seiles) eingespleißt. Es gilt hier die Regel: abwechselnd zuerst darüber, dann darunter. Immer zuerst eine Runde fertig flechten, dann erst die nächste Runde beginnen. Um jeden Spleiß glatt auslaufen zu lassen, schneidet man von Runde zu Runde einige Garne aus den Kardeelen heraus. Somit wird das gespleißte Stück immer dünner und zuletzt ganz verläuft.
Endspleiß
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Wegweiser
Zusammenspleiß Verbindung zweier Seile
Ringspleiß Zur Herstellung eines Ringes am Seilende
Augspleiß Zur Herstellung eines Auges im Seilverlauf
Wichtig ist, dass der Spleiß – je nach gewünschter Tragfähigkeit – lang verspleißt wird. Je länger der Spleiß ist, desto besser hält er. - 248 -
Wegweiser
Freundschaftsknoten
Er kann verwendet werden, wenn der Tuchknoten verloren geht oder er dient als Zierknoten am Ende des Pfadfindertuches. Den „Freundschaftsknoten“ sollte man sich nicht selbst knüpfen. Löst sich der Freundschaftsknoten, erfüllt sich ein Wunsch.
Der Halstuchknoten
Den Windungen genau ein zweites und drittes Mal folgen
Den Riemen nachschieben, bis der Ring…
… etwa so ausschaut
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Wegweiser
Der 1,5-Fache Halstuchknoten
Der 2-fache Halstuchknoten
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Wegweiser
Die Handfertigkeiten Handfertigkeiten sollen das Leben im Lager etwas bequemer und angenehmer machen, daher muss eine Handfertigkeit immer genau den momentanen Bedßrfnissen der Patrulle entsprechen. Damit soll z.B. gemeint sein, dass ein einziger kleiner Handtuchständer bei 8 Patrullenmitglieder fast nichts bringt. Wenn die Handfertigkeiten durchdacht und gut geplant sind, helfen sie mit, etwas Ordnung in das Chaos des Lagerlebens zu bringen.
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Wegweiser
Essstellplane
2 Steher ca. 280 cm Höhe eine Firststange Stoff Sisal, Nägel, Häringe, usw. 4 Steher für Plane
Aufbau
alle Holzstämme entasten zur U- Form auflegen und zwei Kreuzbünde machen Firststange mit Stoff umwickeln Nägel und Plane am First befestigen zwei Löcher in den Boden graben (ca. 25-30 cm) 3 Abspannungen pro Steher befestigen (Zimmermannsklang) Häringe herrichten aufstellen, nach Augenmaß ausrichten, dann die Löcher füllen und feststampfen Plane abspannen (Spannschlag), je einen Steher an den Ecken aufstellen! Abspannungen während des Lagers bei Bedarf nachspannen!
Aufbau Essstellplane für PFILA und SOLA
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Wegweiser
Lagertisch
1 Essstellenplane 2 Schaltafeln 4 Steher 2 Querbalken für Tischplatte 2 Querbalken für Sitz 2 Sitzbalken (im SOLA 4x) Sisal, Nägel, Häringe,....
Aufbau Schaltafeln auf den Boden legen 4 Steher an den Ecken der langen Tafelseiten in den Boden schlagen (80-85 cm) 2 Querbalken für die Tischplatte mit Kreuzbund an den Stehern innen befestigen (75 –80 cm vom Boden messen!!!) Schaltafeln auflegen und mit der Wasserwaage ausrichten (Eventuell Steher tiefer einschlagen!); Schaltafeln annageln 2 Querbalken für Sitze an den Stehern außen mit Kreuzbund befestigen (Höhe ca. 35-40 cm) 2 oder 4 Sitzbalken mit Kreuzbund auf die Querbalken binden (Es ergibt eine Sitzhöhe von ca. 40-45 cm).
Aufbau Tisch für PFILA und SOLA
Steherhöhe: 80-85cm Querbalken f. Platte: 75-80cm Querbalken f. Sitz: 35-40cm Pfila: 1 Sitzbalken Sola: 2 Sitzbalken
- 253 –
Wegweiser
Aufbau für den A-Tisch im Sola Material:
1 Essstellenplane 2 Schaltafeln 4 Steher 1 Firstbalken 2 Querbalken für Tischplatte 2 Querbalken für Sitze 4 Sitzbalken 4 Steher für Plane Sisal, Nägel, Häringe,...
Aufbau: ein A auf den Boden legen Oben so viel übereinander ragen lassen, dass der Firstbalken gut Platz hat. In der Gabelung den 1 Pflock einschlagen Den Querbalken für die Tischplatte ausmessen. ACHTUNG: zuerst 30 cm zum Eingraben markieren, dann die Mitte ausmessen und von dort ca. 75-80 cm nach oben messen! Mit einem Diagonalbund die 2 Steher oben verbinden. Den Querbalken für die Tischplatte mit je einem Kreuzbund befestigen ACHTUNG: Tischplattenbreite = 100 cm ! Die Pflöcke 1 und 2 einschlagen. Zweites A zwischen die Pflöcke legen und genau gleich anfertigen wie erstes A. 4 Löcher graben (ca. 30 cm tief) Die Firststange mit Stoff umwickeln Den First mit einem Kreuzbund in die A‘s befestigen.
3 Abspannungen pro A befestigen. (Zimmermannsklang!) Am oberen Ende des A‘s die Enden für die Plane absägen! Das Grundgestell in die Löcher stellen. ACHTUNG: Höhe vom Boden zum First ca. 250 cm! Die Tischplatte einlegen und mit der Wasserwaage ausrichten. Die Löcher zugraben und gut feststampfen. Den A-Tisch abspannen. (Spannschlag!)
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Wegweiser Die Essstellenplane über den First werfen und befestigen. (Nägel in die Ösenöffnungen schlagen) Die Essstellenplane abspannen (1 Steher an jeder Ecke!) Die 2 Querbalken für Sitze am A außen mit je einem Kreuzbund befestigen. (Höhe 35-40 cm) Die 4 Sitzbalken mit je einem Kreuzbund auf die Querbalken binden. (Ergibt eine Sitzhöhe von ca. 40-45 cm)
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Wegweiser
Kochstellplane
2 Steher ca. 230 cm Höhe 1 Firststange Stoff Sisal, Nägel, Häringe, usw. 2 Steher für Plane
Aufbau
alle Holzstämme entasten zur U-Form auflegen und zwei Kreuzbünde machen Firststange mit Stoff umwickeln Plane mit Nägeln am First befestigen zwei Löcher in den Boden graben (ca. 25-30 cm) 3 Abspannungen pro Steher befestigen (Zimmermannsklang) Häringe herrichten aufstellen, nach Augenmaß ausrichten und abspannen, dann die Löcher füllen und feststampfen Plane abspannen (Spannschlag), je einen Steher vorne an den Ecken aufstellen! Abspannungen während des Lagers bei Bedarf nachspannen!
Aufbau Kochstellplane für PFILA und SOLA
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Wegweiser
A-Kochstelle
Ablage mit Plane A auflegen, Diagonalbund bei 2 m, Querbünde bei 50 cm, Innenmaß Querbalken 80 cm, zweites A genau gleich! Firstbalken (Breite Plane) binden, Nägel für Plane einschlagen 4 Löcher für Steher graben, Kochstelle muss eine Höhe von 50 cm haben, Steher abspannen Plane mit zwei Stehern vorne abspannen A-Querbalken kontrollieren, gegebenenfalls neu binden 3 Längsbalken mit Kreuzbünden befestigen Schwärtlinge zusägen, gesamte Fläche auslegen und befestigen
Kochstelle Grundfläche mit großen Blättern auslegen Grundfläche mit flachen Steinen auslegen, einmatschen Mauern bauen; zuerst Steine, dann Matsch! Vorne große Öffnung, hinten kleine Öffnung lassen Kochplatte mit Wasserwage setzten - 257 –
Wegweiser
PFILA-Kochstelle Je nach Wetter entscheide dich, ob du zuerst die Kochstelle oder die Plane aufbaust!!!
1. Wo? Nach Absprache mit den Leitern den richtigen Platz aussuchen. Z.B.: Nicht zu nahe am Wald oder am Zelt, nicht zu weit weg von der Essstelle.
2. WINDRICHTUNG beachten Danach Kochstelle aufstellen
3. Bau Platte auf den Boden legen und ca. 5 cm weniger als die Plattengröße ausstechen. Dann ca.10 cm tief ausgraben. Matsch und Steine suchen (große und kleine Steine!!!) Mauer bauen (Reihenfolge: gr. Steine, kl. Steine, mit Matsch vermauern). Die Höhe sollte ca. noch 10 cm sein (Feuerhöhe ergibt min. 20 cm, d.h. 10 cm graben und 10 cm mauern!!!). Platte mit der Wasserwaage ausrichten Feuer machen evtl. nachmatschen!
Aufbau Kochstelle PFILA
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Wegweiser
SOLA-Kochstelle Je nach Wetter entscheide dich, ob du zuerst die Kochstelle oder die Plane aufbaust!!!
1. WO? Nach Absprache mit den Leitern den richtigen Platz aussuchen. Z.B.: Nicht zu nahe am Wald oder beim Zelt; nicht zu weit weg von der Essstelle.
2. WINDRICHTUNG feststellen Danach Kochstelle aufstellen.
3. BAU 4 Steher, 2 Querbalken, Schwärtlinge, Platte, Sisal vorbereiten Platte auf den Boden legen 4 Steher an den Ecken der langen Plattenseite in den Boden schlagen. Höhe der Platte dem Koch anpassen = max. 80 cm hoch! Der Kochtopf ist ca. 20 cm hoch!!! 2 Querbalken mit Kreuzbund an den Stehern befestigen (Lange Seite, 35 – 40 cm vom Boden messen!) Mit Schwärtlingen den Boden der Kochstelle auslegen (Wenn möglich breiter als die Platte! Die Steher einpassen = Stabilität!) Matsch, Steine und Blätter suchen (große und kleine Steine!!!) Einen ca. 15 cm hohen Boden mit Blättern, Steinen und Matsch anfertigen. ACHTUNG: zu dünn gematscht = Brandgefahr! Mauer mit Steinen und Matsch aufbauen (20 cm hoch) Platte mit Wasserwaage ausrichten Feuer machen Eventuell nachmatschen. (Auch während des Lagers!)
Aufbau Koch-
stelle SOLA
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Wegweiser
Ess- und Kochstellen im Überblick Essstelle PFILA
Essstelle SOLA
Höhen, wie bei Tisch - Sola
Sitzhöhe: 40-50cm Tischhöhe: 75-80cm Firsthöhe: ca. 2,5m
Kochstelle PFILA
Kochstelle SOLA Kochplatte soll dem Koch angepasst werden! Feuerhöhe: ca. 20cm Lehm: ca 20cm Firsthöhe: ca. (150)-180cm
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Wegweiser
Das Zelt Zeltpflege Scharfe Kanten, Ecken, ... dürfen das Zeltdach nie berühren. Schüttle die Insekten aus dem Zelt, bevor du es zusammenlegst. Nasse Zelte sollen möglichst sofort zum Trocknen aufgestellt oder aufgehängt werden. Nach etwa 24 Stunden bekommt der Stoff sonst Stockflecken und beginnt zu reißen. Wasche dein Zelt nicht mit scharfen Mitteln. Es genügt Ausbürsten mit handwarmer Seifenlauge und weicher Bürste oder Abreiben mit einem Schwamm. Kerzenlicht im Zelt ist zwar romantisch, aber dein Zelt steht beim geringsten Missgeschick mit der Kerze in Flammen. Also kein offenes Feuer im Zelt. Löcher in plastizierten Zeltböden (z.B. Stamoid) werden innen, Gewebe auf Gewebe, mit azetonhaltigem, wasserunlöslichem Kitt geklebt. Die Verbindungsstellen der Zeltstäbe sollen stets sauber sein und wollen von Zeit zu Zeit geölt werden. Schmutzige Stäbe werden innen mit einem Flaschenputzer gereinigt.
Der Zeltplatz Da wir vor allem die Natur erleben wollen, daneben oft einen recht eigenwilligen Betrieb führen und unsere Mahlzeiten am offenen Feuer kochen, kommen für uns überfüllte Campingplätze nicht in Frage. Zudem wäre die Atmosphäre auf einem Campingplatz nie so friedlich und erholsam wie irgendwo abseits an einem Waldrand. Wir sind also im allgemeinen auf unsere Findigkeit angewiesen. Da ihr sicher nicht riskieren wollt, dass ihr nach einem anstrengenden Marsch noch einen Großteil des Abends mit der Suche nach einer geeigneten Stelle für den Zeltbau zubringen müsst, ist es unbedingt nötig, dass ihr das Zeltlager rechtzeitig vorbereitet. Dabei sind vor allem folgende Punkte wichtig: Wenn dir ein Platz geeignet erscheint, erkundige dich zuerst nach dem Besitzer und frage um Erlaubnis. Er wird sie dir selten verwehren. Meide den Staub und den Lärm von Landstraßen und Bahnlinien. Zuschauer sind nicht notwendig! Stelle dein Zelt nie unter eine Starkstromleitung! Felswände sind meist steinschlaggefährlich. Meide sie! - 261 –
Wegweiser Kühe sind furchtbar neugierig. Es macht ihnen keine große Mühe, dein Zelt zu „öffnen“. Alpweiden sind deshalb keine geeigneten Zeltplätze. An Seen, Sümpfen und seichten Gewässern herrscht Mückenplage. Nie direkt an Seeufern zelten. Der Zeltplatz soll mindestens einen Meter höher sein als der Wasserspiegel. Untersuche in südlichen Gegenden den Boden nach Schlangen. Der Boden soll trocken und porös sein (Sand mit geringer Bewachsung wegen der Häringe). Gröllhalden, feuchter, moosiger Waldgrund und Ameisenhaufen, Lehmboden, Mulden und Talkessel sind nicht geeignet. Der Zeltplatz soll Morgensonne haben, damit der Tau möglichst rasch verschwindet. Natürlichen Windschutz bieten Wald, Bodenwellen, Hecken und Zäune. Bei uns soll der Zeltplatz normalerweise gegen Osten oder Südosten offen sein. Achte darauf, dass Trinkwasser und Holz in der Nähe vorhanden sind. Auch die nächste Einkaufsmöglichkeit sollte für ein länger dauerndes Lager nicht allzu weit weg sein. Erkundige dich, wo das nächste Telefon und der nächste Arzt ist.
Wenn du das Zelt aufstellst, achte auf Folgendes: Direkt unter einem Baum tropft es nach einem Gewitter noch lange Zeit. Auch können Äste herunterfallen. Einsame Bäume ziehen den Blitz an. Leichtes Gefälle ist einem ganz ebenen Platz vorzuziehen. Auf den Wassergraben kannst du nur verzichten, wenn dein Zelt einen hochgenähten Boden hat. Die Eingangs- und Schmalseiten des Zeltes sollen nicht gegen den Wind gerichtet sein.
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Wegweiser
Kerben und Zäpfen Im Bild unten sind dargestellt, wie bei Quer- und Längsverbindungen gekerbt oder/und gezäpft wird. Das Kerben oder Zäpfen soll einem Bund eine höhere Festigkeit verleihen und wird daher angewendet, wenn ein Bund oft schwer belastet wird (z.B. Bünde für die Sitzbalken an einem Tisch). ACHTUNG: Nicht zu weit einkerben! Max. 1/3 einkerben! der Stabilität wegen
Kerbung für Kreuz- oder Diagonalbund
Kerbung für Längsbund
beide Holzteile sind vorgebohrt
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Wegweiser
Werkzeug Zum Errichten von Lagerbauten gehören Werkzeuge; jedes Werkzeug unsachgemäß gehandhabt und schlecht gepflegt, kann eine Gefahrenquelle für dich und deine Kameraden werden. Halte daher das dir anvertraute Werkzeug in Ordnung und informiere dich, wie man es sachgemäß handhabt. Wenn du das Werkzeug nicht mehr benötigst verräume es in der Werkzeugkiste oder gib es in den Werkzeugständer. Nach dem Sola reinige und pflege das Werkzeug.
Das Fahrtenmesser Wenn du dir ein Messer aussuchst, welches dich in Zukunft auf allen Fahrten begleiten wird, so nimm ein robustes Messer mit festem Griff (keine halben Griffschalen!). Die Klinge soll etwa 8 bis 10 cm lang sein und aus rostfreiem Stahl bestehen. Der Griff und die Klinge sollten dabei gleich schwer sein. Wenn du das Messer am Heft auf deinen Finger legst, so soll es sich im Gleichgewicht befinden. Du darfst dein Messer in einer Scheide am Gürtel tragen, wenn du die Erprobung: Messer, Säge und Beil, abgelegt hast.
Beachte folgende Regeln Richte die Klinge deines Messers nie gegen einen Menschen. Trägst du das Messer außerhalb der Scheide, so halte es am Griff in deiner Faust mit der Spitze nach unten. Laufe nicht mit offenem Messer. Übergib dein Messer mit dem Griff voran, die Schneide ist nach unten gerichtet. Verrichte Schnitzarbeiten mit dem Messer so, dass du die Klinge von dir weg, leicht nach unten, führst.
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Wegweiser
Messerschärfen Halte dein Messer in der rechten Hand, leg die Klingenbreite flach auf den Schleifstein, hebe dann den Messerrücken leicht an, drücke die Schneide mit dem Mittel- und Zeigefinger gegen den Schleifstein und bewege die Klinge kreisend. Schleife nicht trocken, mache den Kaborundumstein mit Wasser feucht. Schleife beide Seiten der Klinge. Die Schneide soll nicht zu rund und nicht zu spitz geschliffen werden. Nach dem Schleifen entsteht ein feiner Grat, der auf einem Stein oder einem Lederriemen durch neuerliches Schärfen abzupolieren ist.
Beil Ein gutes Beil gehört gepflegt und sorgsam behandelt; es soll scharf, die Klinge sauber und rostfrei sein. Der Stiel muss fest im Öhr sitzen und soll in der Griffgegend glatt sein.
Beim Arbeiten beachte Folgendes Mit dem Beil hackt man Holz oder man schlägt mit dem Hammerteil Häringe oder Pflöcke ein. Grab nicht mit dem Beil! Verwahre dein Beil nach dem Gebrauch in der zugehörigen Lederscheide, im Scheitbock, im Werkzeugständer oder in der Werkzeugkiste Borg das Beil nur jemandem, der damit umgehen kann. Richte die Schneide der Axt niemals gegen Menschen. Trage und übergib die Handaxt vorschriftsmäßig.
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Wegweiser
Holzhacken Prüfe immer vor Beginn der Arbeit, ob die Klinge fest am Stiel sitzt. Hacke immer auf einem Hackstock oder einer festen Hackstelle – dadurch federt das Holzstück nicht und du kannst nicht in den Boden hacken. Stelle dich mit gegrätschten Beinen auf, damit das Beil bei einem Fehlschlag zwischen deinen Beinen durchschwingen kann. Sorge dafür, dass niemand in deiner unmittelbaren Umgebung ist, vor allem nicht vor und hinter dir. Dadurch vermeidest du Verletzungen durch wegspringende Holzteile oder die sich lösende Klinge.
Säge
Säge immer am Griff halten und locker vor- und zurückbewegen. Achte dabei auf deine Finger! Beim Transport achte darauf, dass das Sägeblatt senkrecht und parallel zu deinem Körper ist. Bei der Übergabe ist das Sägeblatt nach unten gerichtet.
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Wegweiser
Kompass
Beachte Jeder Strich zählt 2°. Aus Platzgründen werden oft die Nullen bei den Gradzahlen weggelassen. Kimme und Korn immer nach vorn!!
Deklination und Kompasskorrektur Die Erde verhält sich wie ein großer Magnet. Leider befindet sich der magnetische Nordpol nicht am geographischen Nordpol. Eine Kompassnadel zeigt also nie genau die wirkliche Nordrichtung. Diese Missweisung der Nadel wird Deklination genannt. Die Deklination ist also der Winkel zwischen der Richtung zum magnetischen Nordpol und der Richtung zum geographischen Nordpol.
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Wegweiser
Windrose
Anpeilen Durch Kimme und Korn schauen und die drehbare Skala drehen, bis N 端ber der Nadel ist. Dann die Grade bei Korn ablesen.
Nach Marschzahlen laufen Grad (Marschzahl) auf dem Kompass einstellen. Kompass drehen, bis Nadel unter N ist. Dann in Richtung gehen, in die die Nadel zeigt.
Einnorden Um eine Karte richtig zu halten, musst du sie einnorden. Du stellst den Kompass auf Norden ein und legst ihn auf den gezeichneten Rand und drehst die Karte so lange, bis die Magnetnadel zwischen den zwei Leuchtstrichen ist.
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Wegweiser
Rückwärts einschneiden Du stehst irgendwo und möchtest wissen wo du bist. Peile mindestens zwei Punkte an, die du kennst und übertrage sie auf die eingenordete Karte. Der Schnittpunkt der beiden Linien ist dein Standort.
Seitwärts einschneiden Du befindest dich an einem Seeufer, Bach, Straße, Bahngeleis,… und möchtest wissen, wo du bist. Peile nun einen Punkt an, den du kennst und übertrage ihn auf die eingenordete Karte. Schnittpunkt am Seeufer, Bach,… ist dein Standpunkt.
Vorwärts einschneiden Dein genauer Standort ist bekannt, Berg oder Tal ist unbekannt. Norde die Karte ein. Marschzahlen vom Standort zum Zielpunkt aus der Karte entnehmen und aufs Gelände übertragen.
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Wegweiser
Karte Die Karte stellt die wirkliche Landschaft verkleinert dar. Der Maßstab gibt das Verhältnis von der Wirklichkeit zur Karte an. Die Kartenzeichen symbolisieren wichtige Bauwerke oder Flüsse (z.B. Straße, Ruine, Schutzhütte,…). Sie werden in der Legende erklärt. Die Höhenlinien und Farben zeigen die Steigung an. Je enger die Höhenschichtlinien zusammen liegen, desto steiler ist der Berg. Es gibt verschiedene Kartenarten: Wanderkarten, Straßenkarten,…
Maßstab Karten geben vereinfacht und verkleinert ein Bild von einem Ausschnitt der Natur wieder. Die Verkleinerung wird im sogenannten „Maßstab“ angegeben z.B. 1:50 000. Das heißt, dass 1cm auf der Karte 50.000cm (=500m) in der Wirklichkeit entspricht. Vertausche nie die Maßeinheit und wandle erst das Ergebnis um!
Beispiel M = 1 : 200.000 Karte 1,00 cm 1,50 cm 7,00 mm 5,00 cm 36,00 mm
= = = = =
Wirklichkeit 2,00 km 3000 m 1400 m 10 km 7,2 km
Umrechnungstabelle: 10mm = 1cm
M = 1 : 50.000 Karte 1,00 cm 1,50 cm 7,00 cm 5,00 cm 25,00 mm
10cm = 1dm 1000m = 1km
- 270 -
= = = = =
Wirklichkeit 500 m 750 m 3500 m 2,5 km 1,25 km
10dm = 1m
Wegweiser
Kartenzeichen Häuser, Kirchen, StraĂ&#x;en, Wege, Seen usw. werden durch einheitliche Zeichen dargestellt. Auf jeder guten Karte findest du eine Auflistung der verwendeten Zeichen und ihre Bedeutung in der Legende.
Beispiele
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Wegweiser
Geländedarstellung Wie kann auf einer flachen Karte die unebene Erdoberfläche dargestellt werden? Auf der Karte verhelfen Höhenkurven sowie eine feine Schattierung (Schummerung) zur Wiedergabe der Geländeformen. Höhenkurven sind gedachte Linien im Gelände, wobei alle Punkte auf einer bestimmten Höhenkurve dieselbe Meereshöhe haben. Auf einer Karte ist der senkrechte Höhenabstand zwischen zwei folgenden Höhenkurven immer gleich groß. Diesen Abstand nennt man Äquidistanz. Man kann sich das so vorstellen, als ob ein Hügel in Scheiben von gleicher Dicke geschnitten würde. Die Schnittlinien entsprechen dann den Höhenkurven auf der Karte. Je näher die Höhenkurven beieinander liegen, desto steiler ist das Gelände; je weiter sie auseinander liegen, desto flacher ist es. Deshalb merke, Höhenkurven können sich nie kreuzen!
- 272 -
Wegweiser
Wegkroki Einen bestimmten Gegenstand in der Richtung, in der der Weg führt, anpeilen (Baum, Hausecke, Lichtmast). Dann auf den angepeilten Gegenstand zugehen und die Schritte zählen, bis dorthin, wo der Weg eine Kurve macht oder aufhört; Schritte und Grade aufschreiben.
Übertragen auf Krokipapier (Millimeterpapier): Die Karte einnorden, Blatt ankleben, Grade auf Kompass einstellen, Kompass auf das Blatt legen und wieder solange drehen, bis die Nadel unter dem N der Nadel ist. Mit dem Bleistift einen Strich am Kompassrand machen.
Länge des Strichs? Z.B. 198 Grad und 200 Schritt auf Papier auftragen. 1 Schritt = ca. 70cm 1 Schritt = 1mm auf der Karte (oder 2,3,4,….mm)
Auf der Karte muss sein:
Legende (Maßstab und Kartenzeichen) Datum Name Ort Nordpfeil (Windrose)
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Wegweiser
Bodenzeichen Diese Richtung Achtung Gefahr, freundliche Leute
Verbotener Weg, folgt diesem Weg nicht. un-
Wir haben uns geteilt/ teilt euch 3 rechts 2 links. 3 Schritte von hier liegt eine Botschaft.
Sammelplatz z.B. 5 Minuten warten Weg ins Lager oder Heim Trinkwasser Richtung
in
richtiger Weg
dieser Kein Trinkwasser!
Ich habe meine Pflicht erfüllt und bin nach Hause gegangen.
Geh du nach Hause! Feinde
Freunde Bodenzeichen können wir mit Naturmaterialien (z.B. Steinen, Zweigen, Blätter,…) auf den Boden legen, in den Boden ritzen oder, wenn sonst keine Möglichkeit besteht, mit Kreide zeichnen.
Waldläuferzeichen („Versteckte Zeichen“) Diese Zeichen sind noch viel unauffälliger als die Bodenzeichen. Gerade dir wird es auffallen, wenn ein Fichtenästchen in der Rinde eines Eichenbaumes steckt, wenn ein Blatt von einem Hölzchen durchstochen ist, wenn ein paar Grashalme zu einem Knoten verknüpft sind, wenn drei oder mehrere Steine auffällig übereinander liegen usw.
Folge diesem Weg
Folge diesem Weg
Folge diesem Weg
Richtiger Weg
Zerstöre keine fremden Bodenzeichen, entferne die eigenen am Schluss! - 274 -
Wegweiser
Morsen Geschichte des Morsens Samuel Finley Breese Morse wurde am 27. April 1791 in Massachusetts geboren. Er war eigentlich Maler und Erfinder und vervollständigte in London seine künstlerische Ausbildung. Danach arbeitete er als Professor für Malerei und Bildhauerei in New York. Ab 1833 entwickelte Morse den ersten brauchbaren elektromagnetischen Schreibtelegraphen, der es erstmals ermöglichte Botschaften über weite Entfernungen zu transportieren. Durch die Erfindung voll in Anspruch genommen, gab er die Malerei auf. Über eine versuchsweise angelegte Telegraphenlinie zwischen Washington und Baltimore übermittelte Morse am 27. Mai 1844 die erste Morsebotschaft. Die zunächst verwendete Zickzackschrift ersetzte er später durch den Morsecode aus Punkten und Strichen.
Morsemittel Am Tag
In der Nacht
Tag und Nacht
Hilfsmittel Körpersignale Flaggensignale Heliograph (Sonnenspiegel) Rauchzeichen Feuerzeichen Morsescheinwerfer Taschenlampe Leuchtzeichen Pfeife Signaltrompete Nebelhorn Rufen Morseapparat
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Reichweite 300m 20km 20km 1km
Wegweiser
Morsealphabet A .An-ton Q --.Quols-dorf-beiForst B -... Bo-den-be-lag R .-. Re-vol-ver C -.-. Co-ca-Co-la S ... Ser-pen-tin D -.. Dorf-kir-che T Torf E . Eis U ..U-ni-form F ..-. Feld-ka-no-ne V ...Ven-ti-la-tor G --. Groß-glock-ner W .-Wind-mo-tor H .... Ha-sen-züch-ter X -..oh-ne-Merk-wort I .. In-sel Y -.-York-bebt-vor-Zorn J .--- Ja-wohl-O-dol Z --.. Zoll-vor-steh-er K -.Klo-ster-hof Ä .-.Ä-sop-ist-tot L .-.. Li-mo-na-de Ö ---. Ö-ko-no-mie M -Mo-tor Ü ..-Ü-bung-Ot-to N -. Nor-den CH ---- Chlo-ro-form-topf O --Os-lo-Ost P .--. Per-Mo-tor-rad Die Merkwörter dienen dir als Hilfe. Jedes O bedeutet eine lange Silbe und somit nimmst du einen Strich (-). Für die anderen Silben nimmst du einen Punkt (.).
Zahlen und Satzzeichen 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0
.---..--...-......... -.... --... ---.. ----. -----
Plus Punkt ? Irrung Strich = / ; () Beistrich :
.-.-. .-.-...--.. ...... -....-...-..-. -.-.-. -.--.--..----...
Anfang der Botschaft: „Komme An“ Antwort auf Anfang: „Verstanden Komme An“ Ende der Botschaft: „Schlusskreis“ Antwort auf Ende: „Verstanden Komme An“
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AR AAA IMI III BA TST DN KR KK MIM OS KA VEKA SK VEKA
Wegweiser
Morsediagramm
Flaggensignale Um diese zu senden brauchst du nicht unbedingt eine Flagge, du kannst auch dein Halstuch, dein Hemd, einen buschigen Zweig, eine Fackel,… verwenden.
Es gibt zwei Möglichkeiten Entweder du nimmst eine Flagge in eine Hand und streckst den Arm waagrecht neben dir aus. Wenn du ihn senkrecht über den Kopf hebst und wieder in die Ausgangslage zurücksenkst, bedeutet das: Punkt. Wenn du die Flagge im Halbkreis über dem Kopf schwenkst, bedeutet das: Strich. Oder du nimmst zwei Flaggen. In der Grundstellung sind beide Arme gesenkt. Eine Flagge waagrecht gehoben bedeutet: Punkt. Zwei Arme waagrecht gehoben bedeuten: Strich. Das Semaphor-System (Semaphor heißt im Griechischen „Zeichenträger“) beruht auf beidhändigen Flaggensignalen, wobei der Buchstabe durch eine besondere Winkelstellung der Arme gekennzeichnet ist. Du - 277 –
Wegweiser brauchst das Semaphor-System nicht auswendig können. Aber griffbereit haben solltest du die Zeichen doch.
Als Anrufsignal gib eine Reihe VE VE VE oder A A A. Die Gegenstation wird, falls die Aufnahme bereit ist, komme an K antworten. Das Wortende zeige durch Senken der beiden Flaggen an. Als Irrung gibst du 8x E und wiederholst dann das letzte Wort. Das Ende der Meldung wird durch den Schlusskreis S K oder A R gegeben. Wähle den Platz für eine optische Signalstation immer so, dass der Empfänger deiner Signale (Gegenstation) nicht durch Gegenlicht geblendet wird. Eine Signalstation sollte von drei Guides/Spähern gebildet werden, von denen einer die Signale gibt, einer die Signale aufnimmt und einer die aufgenommenen Meldungen im Klartext niederschreibt.
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Wegweiser
Notsignale Pfadfinder können in Not geraten – und sie sind zur Hilfsbereitschaft verpflichtet.
SOS (Engl. Save Our Souls – Rette unsere Seelen) Hilferuf der Seeleute, heute jedoch allgemein eingebürgert, auch an Land. Es wird also von Rettungsmannschaften aller Art, auch Polizei, Gendarmerie und Suchpiloten verstanden. Es wird durch „Morsen“ gesendet.
Bergnotsignal (alpines Notsignal) 6 hörbare oder sichtbare Signale in 60 Sekunden. Wenn jemand deinen Notruf aufgefangen hat, antwortet er mit 3 Signalen in 60 Sekunden.
Feuersignale Versuche den Piloten eines über dich hinweg fliegenden Flugzeugs auf deine Notlage aufmerksam zu machen. Du machst 3 Feuer, die in einer Reihe oder in einem gleichschenkeligen Dreieck von etwa 100 Schritten Seitenlänge, verteilt sind. Bei Tageslicht sind Rauchsäulen besser sichtbar. Kommt das Flugzeug tiefer, dann will der Pilot Einzelheiten deiner Notlage erfahren. Unterlasse es in jedem Fall, mit den Armen nervös herumzufuchteln. Der Pilot fliegt dann nämlich weiter, weil er denkt, du winkst ihm nur zu.
Rauchsignale Du wirfst in ein Feuer frisches Gras oder Laub, so dass es qualmt, aber nicht völlig erstickt wird. Die aufsteigenden Rauchwolken kannst du mit einer feuchten Zeltplane, einer Decke, eventuell auch einem Mantel oder einer Jacke kurz oder lang abdecken. Die dabei kürzer oder länger emporsteigenden Rauchsäulen ergeben die einzelnen Buchstaben. Nachts machst du es ähnlich mit einem Feuer. Du gibst Lichtsignale, indem du die Flammen in Sichtrichtung zu deinem Partner mit einer Zeltplane kürzer oder länger abschirmst.
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Wegweiser
Körpersignale Wenn du den linken Arm hebst und den rechten gesenkt lässt, bilden sie mit deinem Körper den Buchstaben „N“ für das engl. Wort „no“ – Nein, nicht landen, es ist alles O.K. Ein Pilot wird nur dann deine Situation als Notlage weitermelden, wenn du beide Arme schräg nach oben ausstreckst, so dass sie mit deinem Körper den Buchstaben „Y“ für das engl. Wort „yes“ – Ja, wir brauchen Hilfe. Ist einer von euch verletzt, so gibt erst das YSignal, lege dich dann auf den Boden. Das bedeutet: Wir brauchen dringend einen Arzt. Wackelt der Pilot mit dem Flugzeugflügeln, bevor er fortfliegt, dann kannst du beruhigt sein – er signalisiert dir damit, dass er alles verstanden hat und alles unternehmen wird, um dir aus deiner Notlage zu helfen.
Boden-Luft Signale Botschaft Benötigen Hilfe Benötigen medizinische Hilfe Nein, negativ Ja (yes), zustimmen Sind in diese Richtung gegangen
Symbol V X N Y
Die Symbole sollten mindestens 2,5m lang und möglichst auffällig sein. Du kannst diese Zeichen aus Stoff, Ästen, Steinen oder sonstigem Material, das du zur Hand hast, legen.
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Wegweiser
Geheimschriften Gittercode 1
3
2
2
2
3
3
3
1
2
A B C D E F GH I J K L MN O P Q R S T U V WX Y Z Jeder Buchstabe wird durch den ihm umgebenden Rand ersetzt. Da jedoch im selben Raster immer 3 Buchstaben stehen wird jeder Buchstabe entweder mit 1, 2 oder 3 ersetzt oder mit einem Punkt an jener Stelle an der sich der Buchstabe befindet. Dieses Symbol bedeutet in diesem Raster der 3. Buchstabe, da eine 3 im Raster ist bzw. der Punkt an dritter Stelle steht. Dieses Symbol bedeutet in diesem Raster der 2. Buchstabe, da eine 2 im Raster ist bzw. der Punkt an zweiter Stelle steht. Dieses Symbol bedeutet in diesem Raster der 1. Buchstabe, da eine 1 im Raster ist bzw. der Punkt an erster Stelle steht.
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Buchstabe „C“
Buchstabe „T“
Buchstabe „D“
Wegweiser
Datumverschieben BYRSKTCPQAFGCZCL 15.06.2004 A N
B O
C P
D Q
E R
F S
G T
H U
I V
J W
K X
L Y
M Z
Bei der Botschaft, welche zu entschlüsseln ist, steht immer ein Datum (im Bsp. 15.06.2004) mit einem Pfeil „“ oder „“ unter einer bestimmten Zahl. (hier 2) Die Buchstaben müssen bei „“ im Alphabet zurück gezählt und bei „“ weiter gezählt werden. Als erstes solltest du das Alphabet ausschreiben. Dann zählst du zu den zu entziffernden Buchstaben immer 2 Buchstaben weiter. z.B. B + 2 Buchstaben weitergezählt (B,C,D) = „D“ z.B. Y + 2 Buchstaben weitergezählt (Y,Z,A) = „A“
Kreisschrift Asksd reoep niwesbb sehc aihdir öfiwtf rit 03.10.2007 Bei der Botschaft, welche zu entschlüsseln ist, steht immer ein Datum bei dem eine bestimmte Zahl eingekreist ist. Diese eingekreiste Zahl bedeutet, dass bei der zu entschlüsselnden Botschaft nur jeder 3. Buchstabe gezählt werden darf, welcher dann die Botschaft ergibt. Asdf = „D“ Wenn du selber eine Botschaft in dieser Geheimschrift schreiben möchtest, kannst du ganz nach Belieben verschiedene Buchstaben, Abstände, Klein- u. Großschreibung verwenden.
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Wegweiser
Alphabet Teilen NYCUNORG GRVYRA A N
B O
C P
D Q
E R
F S
G T
H U
I V
J W
K X
L Y
M Z
Um diese Botschaft lösen zu können, musst du das Alphabet zuerst wie Oben untereinander schreiben. Bei dieser Geheimschrift wird immer der gegenüber liegende Buchstabe verwenden. z.B.: z.B.: z.B.:
N (gegenüber von N liegt A) = Buchstabe „A“ Y (gegenüber von Y liegt L) = Buchstabe „L“ C (gegenüber von C liegt P) = Buchstabe „P“
Vokalschrift oder Pfadi Pfadi pi/da/if/pp/pa/ad/ap/af/fd/df/pf/dd 1
2
p f A D i
p
f
a
d
i
A F L Q V
B G M R W
C H N S X
D IJ O T Y
E K P U Z
Die Vokalschrift besteht aus fünf Buchstaben, die je nach Belieben geändert werden können z.B. aeiou, trick,… die dem Empfänger bekannt sein sollen. Achtung: I und J haben denselben Platz! Das Alphabet wird als erstes wie Oben in ein Raster geschrieben. Als Kennwort verwenden wir üblicherweise PFADI PFADI. Wir gehen bei dem Kennwort PFADI (1) waagrecht auf das I und bei dem Kennwort PFADI (2) senkrecht auf das A. Anschließend fahren wir den Raster entlang bis sich die beiden Buchstaben treffen. In unserem Beispiel wäre dies der Buchstabe „P“ PF
Waagrecht P Senkrecht F - 283 –
„F“
Wegweiser
Reihenverstellung RTE/EEI/ILN/HLF/EUA/NNC/VGH/EIJ/RSU/STP R T E
E E I
I L N
H L F
E U A
N N C
V G H
E I J
R S U
S T P
Nicht vergessen, dass die senkrechten Buchstaben sauber untereinander geschrieben werden.
Rückwärts schreiben Beispiel: NETFIRHCSMIEHEG = GEHEIMSCHRIFTEN Wie es der Name dieser Geheimschrift schon verrät, wird die Botschaft rückwärts geschrieben und dann von links nach rechts gelesen. z.B.: netfirhcsmieheg = geheimschriften
Winkelschrift
A
B
C
D
E
F
G
H
I
J M L
N
O
P
K Q
R
S
T
U
V
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W Z
X Y
Wegweiser
Hahnenfuss 021/000/021/111/011/111/012/202/200/200//
0
0
1
2
1
0
1
2
2
0
1
0 1 2
0 1 2
0 1 2
0 1 2
0 1 2
0 1 2
0 1 2
AB C
DE F
GH I
JKL
MN O
P QR
S T U V WX
- 285 –
0 1 2
2 0 1 2 YZ
Wegweiser
Geheimtinten
Zwiebelsaft Zitronensaft Verdünnte Milch Zuckerwasser Wasser, in dem Eierschalen eingelegt waren Tintenlöscher
Damit die Botschaft dann ersichtlich wird, benötigt man Feuer. Am leichtesten ist es, wenn du das Papier über eine brennende Kerze hältst und mit dem Papier leicht umher schweifst. Du wirst sehen, dass die geschriebene Botschaft auf einmal sichtlich wird. Harn Salzwasser Die Zeichen erscheinen, wenn das Papier mit Asche eingerieben wird. Diese Geheimtinten gibt es schon seit Jahrtausenden, weil es immer schon der Wunsch des Menschen war, gewisse Nachrichten geheim zu halten und nur einem bestimmten Kreis von Eingeweihten zugänglich zu machen. Bei einer Geheimschrift ist es wichtig, dass sie einerseits so einfach ist, dass sie leicht zu verschlüsseln und leicht zu entschlüsseln ist, andererseits sollte sie von Außenstehenden nicht zu entschlüsseln sein.
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Wegweiser
Rucksackpacken Sicher sind euch schon Rucksackträger begegnet, die echt schwere Lasten zu transportieren scheinen: Sie laufen weit nach vorn gebeugt mit schwerem Schritt. Andere wandern entspannt mit aufrechtem Oberkörper, als wenn ihr Rucksack nur Luft enthielte. Dabei wird in beiden Fällen ähnliche Ausrüstung transportiert: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Kocher, Lebensmittel, Schuhe, Klamotten... Das Geheimnis der unterschiedlichen Körperhaltung resultiert aus der unterschiedlichen Qualität des verwendeten Tragesystems, aber auch aus der Packweise des jeweiligen Rucksacks!
Alles fest im Griff Am oder im Rucksack sollte alles fest verstaut/fixiert sein, damit nichts hin und her schlägt. Auch wenn es nicht auffallen sollte, kann so etwas viel Kraft kosten, da man eine Gegenbewegung zum Ausgleich automatisiert.
Rucksackgewicht Bequem ist es, wenn der Rucksack nicht mehr als 1/4 des eigenen Gewichts ausmacht, 1/3 sollte das Maximum sein. Wer darüber liegt, sollte seine Packliste nochmal überarbeiten. Natürlich kann es begründeter Weise über 1/3 gehen, aber wir gehen von normalsterblichen Wanderern aus, die wandern wollen und keine Expedition wagen. Das Gewicht ist abhängig von mehreren Faktoren: Gruppengröße: Je größer die Gruppe, desto weniger Allgemeinzeug schleppt der Einzelne. Reise-Art: Zeltreisende tragen logischerweise mehr als Hotelreisende (Zelt, Proviant, Kleidung). Reise-Dauer: Je weniger Einkaufsmöglichkeiten, desto mehr muss man bunkern. Reise-Ziel: Je wärmer, desto leichter; je kälter, desto schwerer.
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Wegweiser
Schwerpunkt Bei leichten Touren sollte der Schwerpunkt nahe am Rücken und auf Schulterhöhe sein. Bei alpinen Touren sollte er weiter unten sein, denn ein zu hoher Schwerpunkt geht zu Lasten des Gleichgewichts.
Einteilung Es ist sinnvoll Kleidung, Hygiene, Medizin, Essen, etc. in optisch unterschiedliche Taschen, Säcke (es reichen normale Einkaufstaschen aus Plastik) einzupacken. Zum einen fällt das Packen leichter und man behält den Überblick. Sachen, die häufig genutzt werden, sollte man im Fanny Pack, den Seitentaschen, unter den Frontaleingriff des Hauptfaches oder oben ins Hauptfach legen.
Fanny Pack Das Fanny Pack (der obere Aufsatz des Rucksackes) sollte den Leichtgewichten der Packliste vorbehalten sein. Ins Fanny Pack gehören Sachen, die schnell zur Hand sein müssen, wie z.B.: Wanderkarten Messer (nie offen!) Lampe Geldtasche Dokumente Schokolade Kopfbedeckung Sonnenbrille,…
Hauptfach Das Fach für alles: schwere, mittlere und leichte Sachen. Man sollte auch auf eine geschickte Packweise achten, damit noch ein wenig Ordnung drin ist und man schnell an seine Sachen kommt. Ins Hauptfach kommen z.B.: Kleidung (alles beschriften, dass man weiß, wem es gehört, wenn es einmal irgendwo liegenbleibt!) Hygiene Essen Kocher
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Wegweiser
Bodenfach Oft ist das Bodenfach durch einen Boden, der geöffnet werden kann, vom Hauptfach getrennt. Es wird zum Verstauen des Schlafsacks genutzt. Tipp: Wer eine aufblasbare Isomatte hat, der kann diese in das Bodenfach stecken und dann den Schlafsack dazustopfen. Allerdings muss dann der Schlafsack aus der Hülle heraus und mit einem stabilen Müllsack gegen Regen geschützt werden. Dieser Kniff spart viel Platz! Ins Bodenfach kommen also: Schlafsack eventuell Isomatte (wenn aufblasbar)
Seitentaschen Leider immer seltener zu finden, aber äußerst praktisch. Wir kommen nicht mehr ohne aus. Nicht nur, dass sie zusätzlichen Stauraum bieten, sondern vielmehr ist es abgetrennter Stauraum, der Ordnung schafft. Sonst hat man ja nur das Fanny Pack, das Hauptfach und das Bodenfach. Man sollte darauf achten, dass die Seitentaschen ungefähr gleich schwer beladen sind. Die Seitentaschen sind schnell erreichbar, also kommen hier Sachen hinein, die schnell zur Hand sein müssen: Regenhose Gamaschen Müsliriegel Regenschutz für den Rucksack
Außen am Rucksack Sperrige Ausrüstung wie z.B. ein Zelt oder normale Isomatten gehören nach außen. Gute Rucksäcke verfügen über Schnallen im unteren, mittleren und oberen Bereich des Rucksacks. Man sollte darauf achten, dass nichts hin- und herpendeln kann! Was kommt wo hin? Zelt: unten ans Bodenfach Isomatte: entweder aufs Fanny Pack, oder ans Bodenfach Geschirr/ Besteck: an die Seite oder an den Frontaleingriff des Hauptfachs
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Wegweiser
Hütten bauen Solltest du einmal ohne Zelt kampieren wollen oder müssen, dann bau dir eine „Eingeborenenhütte“, wie sie BiPi während seines Aufenthaltes in Afrika gesehen und später beschrieben hat. Die einfachste Form besteht aus einem auf zwei Stangen gestützten Gerüst von kreuz und quer verstrebten Ästen. Das Gerüst kann sich auch an zwei Bäume lehnen oder um einen Baum herum geschmiegt sein. Als „Dachziegel“ kannst du Baumrinde, flache Holzstücke, Zweige oder Äste von Tannen und Fichten verwenden. Die Nadelzweige sollen verlegt werden, wie sie in der Natur wachsen: mit den Spitzen abwärts und auswärts. Auch dicht verbündeltes Schilf kannst du nehmen. Wenn du dir ein Dach über dem Kopf gebaut hast, sollst du daran gehen, für deine Schlafgelegenheit zu sorgen. Ich rate dir, keinesfalls direkt auf dem nackten Erdboden zu schlafen. Selbst der beste Schlafsack schützt dich nicht vor der heimtückischen Kälte, die vom Erdboden her kaum merklich in deinen Körper kriecht und dich sicher krank macht. Besonders die Nieren können schnell Schaden nehmen. Deshalb sollst du auf einer Isomatte oder auf einem Feldbett schlafen.
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Wegweiser
Boot und Floß bauen Bau eines Bootes Für harmlose Spielereien in Ufernähe eines Sees genügt es, wenn du dir aus einem Autoreifen, aus Baumpfosten oder einem Bierfass, aus Waschtrögen oder Waschzubern einfache und lustige Boote machst. Als Reisefahrzeuge sind sie natürlich nicht geeignet.
Bau eines Floßes Zu beachten ist, dass ein von der Strömung im Fluss getriebenes Floß nicht nur hinten, sondern auch vorne gesteuert werden muss, und zwar mit zwei langen Rudern, die am vordersten und hintersten Querbalken des Floßes drehbar befestigt werden. Wenn die Steuermänner nicht gut aufeinander eingespielt sind, fährt das Floß, wohin es will. Solltest du ein Floß mit einem Segel bestücken, dann muss es – wie jedes Segelboot – ein Schwert (Flosse unter dem Boot) haben, um nicht abgedriftet zu werden. Das Schwert in der Mitte des Bootes zu montieren ist ziemlich schwierig, es empfiehlt sich daher, links und rechts je ein Schwert zu befestigen, um das Floß manövrierfähig zu machen. Für das Segel gibt es fertige Segeltücher mit Segelstangen. Du kannst aber auch mit einer viereckigen Zeltplane, einer Decke oder einem Tischtuch brauchbare Segel, wie die Eingeborenen, machen. Sie heißen in der modernen Seemannssprache Rahsegel oder Sprietsegel. Aus einer dreieckigen Zeltplane lässt sich ein so genanntes Lateinersegel herstellen.
Unterschätze die Kunst des Segelns nicht! Auch ein Floß ist schnell umgeschmissen, wenn man nicht segeln kann. - 291 –
Wegweiser
Feuer machen Wahl des Feuerplatzes Bevor du ein Feuer entzündest, frage den Grundeigentümer, Förster oder die Polizei um Erlaubnis! Prüfe zunächst die Windrichtung. Du musst sicher sein, dass die Funken deines Feuers nicht auf brennbare Gegenstände oder Objekte (Laub-, Heuhaufen, Scheunen, Zelte) geweht werden können. Halte für Notfälle ein Gefäß mit Löschwasser, einen Spaten und Sand oder Erde zum Abdämpfen eines sich ausbreitenden Feuers bereit.
Feuerstelle vorbereiten Feuerstelle ausstechen.
Möglichst viel Helfer heben die Grasnarbe gleichzeitig weg! Grasnarbe aufheben! Nicht zertrampeln und möglichst nur ein Stück. Grasnarbe auf dem Kopf und im Schatten lagern! Steine um die Feuerstelle legen, trockenes Laub entfernen. Brandgefahr! Keine brennbaren Flüssigkeiten verwenden (Benzin, Spiritus) und möglichst wenig Papier. Vor dem Anzünden genügend Holz bereitlegen!
- 292 -
Wegweiser
Feuerholz Auswahl Holzart Hagebutte Eiche Esche Ahorn Birke Ulme Buche Weide
Heizwert in % 100 99 92 91 89 84 80 71
Tanne
70
Erle
67
Kiefer
67
Fichte & Lärche Kastanie
66 20
Eigenschaften gute Glut, lebhafte Flamme brennt langsam, ausgezeichnete Glut brennt langsam, gute Glut gute Flamme brennt schnell, wärmt gut, helle Flamme brennt langsam, viel Wärme gutes Brennholz, gute Glut, helle Flamme helle, rasche Flamme, lässt sich leicht entzünden lebhafte Flamme, wärmt schnell, gibt Rauch und ist rasch verbrannt brennt schnell und gibt viel Wärme, ist rasch verbrannt lebhafte Flamme, gibt viel Wärme, verbrennt schnell, starke Rußentwicklung mittelmäßiges Brennholz, brennt leicht an, aber ohne Glut schlechtes Brennholz, wenig Wärme, gefährliche Funken
Aufbau „Feuernest“: trockene Grashalme, Laub, Späne, Fichtennadeln, Birkenbast, Harz, „Zunder“ Zweige, kleine Äste Feuer Später: Holzscheite Glut
Bei Nässe Zunder in der Hosentasche und Holzvorrat im Zelt aufbewahren. Nasses Holz am Feuer trocknen. Birkenholz brennt auch feucht! Wenn du das Holz mit einem Messer einschneidest, wie ein Tannenbaum, brennt es besser.
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Wegweiser
Feuer löschen Ein sachgemäßes Löschen des Feuers ist wichtig. Verwende dazu sehr viel Wasser. Tritt zuerst die Glut aus, dämpfe sie mit Sand oder Erde ab und gieße dann genügend Wasser darüber. Bevor du die gelöschte Feuerstelle verlässt, säubere die Umgebung, beseitige das übrig gebliebene Holz, setze die ausgehobene Rasennarbe wieder ein. Als Markierung für andere, lege ein X aus zwei Ästen über die Feuerstelle.
Feuerarten W Wärmefeuer
K Kochfeuer W x
K x
Sternfeuer sehr sparsam
x
x
Jägerfeuer langsam brennend
x
x
Gitterfeuer große Hitze, starke Flamme, für viele Leute
x
x
Pyramidenfeuer gutes Allzweckfeuer
Grubenfeuer sparsam, wetterfest, „unsichtbar“
x
Balkenfeuer brennt bis zu 10 Stunden kräftige Hitze
x
Blockfeuer Typisches Lagerfeuer, z.B. für Versprechenslagerfeuer
x
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Wegweiser
Feuer ohne Streichholz Feuer machen ohne Hilfsmittel ist eine Kunst, die sehr viel Übung erfordert. Erst viele Versuche führen zum Erfolg. Nicht zu früh aufgeben! Wichtig: Nur absolut trockenes Holz verwenden! Zunder sorgfältig vorbereiten! Vorher Brennholz sammeln und zurechtlegen. Kleine, trockene Zweige bereitlegen.
Mit Brennglas Brille von Weitsichtigen, Lupe, Kameraobjektiv
Mit Reibungshitze Erst leicht und schnell reiben, wenn Rauch aufsteigt, fester reiben.
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Feuerstellen mit Kochkessel Variante 1 zwei Astgabeln als Stützen Querträger: dicker, grüner Ast Durch S-Haken, die immer bei den Kochutensilien sind, bleibt dir viel Mühe beim Kesselwechsel erspart.
Variante 2 In der Nähe einer Baustelle sind vielleicht einige Backsteine und Rundeisen zu haben, die sich sehr gut für den Feuerstellenbau eignen.
Variante 3 Straßengraben und Geländemulden ausnützen! In Steinbrüchen findest du eher Steine als Astgabeln. Baue aus diesen einen Steinherd!
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Geschirrloses Kochen Sollte es dir einmal hinderlich sein, auf ein Lager Kochausrüstung mitzunehmen, so gibt es einige Möglichkeiten, auch ohne viel Aufwand eine warme Mahlzeit zu bekommen: mit geschirrlosem Kochen.
Ei im Brotring Suche einen flachen Stein mit geringer Dicke, wasche ihn und erhitze ihn möglichst lange im Feuer. Herausholen kannst du den Stein z.B. mit einer Astgabel aus grünem (frischem) Holz. Auf den heißen Stein lege eine Brotscheibe, aus der das weiche Brot herausgenommen und nur mehr die Rinde übrig ist. Da hinein schlage das Ei.
Raclette Lege ein dickes Stück Käse (z.B. Traunseer Raclette oder Greyerzer) auf den heißen Stein. Streiche den abgeschmolzenen Käse mit einem Messer auf ein Stück Brot. Du kannst den Käse auch auf einem Stein oder einem sauberen Brett möglichst nahe an die Glut legen und seitlich den geschmolzenen Käse abstreichen. Natürlich kannst du auch Fleisch und Zwiebeln auf den heißen Stein legen.
Forelle Ausgenommene Forellen innen und außen reichlich salzen und dann in einige Schichten der mit Wasser befeuchteten Blätter wickeln. Verschließe das Päckchen mit Holzstäbchen oder Gras und lege es in die vorbereitete Glut (kein Feuer!). Bedecke das Päckchen mit Glut und lasse es ca. 15 – 20 min. darin garen. Das Ergebnis ist wohlschmeckend und gesund.
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Wegweiser
Schweinsröllchen Dünne Schweinsschnitzel salzen, pfeffern und mit Senf bestreichen, mit einer Scheibe Hamburger Speck und Essiggurken füllen und zusammenrollen. Weitere Zubereitung wie bei den Forellen.
Hühnerkeule in Alufolie Hühnerkeule waschen, eingesalzt in Alufolie verpacken, in die Glut legen, zirka 25 Minuten braten, auf das Umdrehen nicht vergessen.
Stangerlbrot Mehl, Salz, Kümmel und Wasser zu einem dicken Brei vermischen, eine Wurst mit ca. 2 cm Durchmesser formen. Dann über einen abgeschälten grünen Ast winden und über der Glut gar backen. Roggenmehl eignet sich sehr gut dazu. Bei Weizenmehl verwende etwas Backpulver oder Germ, damit der Teig lockerer wird.
Kochen in der natürlichen Bratpfanne Suche eine Astgabel aus grünen Zweigen und flechte sie mit ein paar anderen Zweigen zur Form eines Tennisschlägers. Dann lege ein gut geklopftes Schnitzel, Kotelett, Forelle oder ähnliches gewürzt darauf und spanne es mit ein paar Zweigen nieder, sodass du es drehen kannst, ohne dass der Inhalt herunterfällt. Nun kannst du den Braten über der Glut garen.
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Wegweiser
Ei in Kartoffel Man nimmt eine große Kartoffel, schneidet eine Kappe ab und höhlt sie aus. Die herausgelösten Kartoffelschnitzel kann man gleich für das Folienmenü verwenden! In die ausgehöhlte Kartoffel wird ein Ei geschlagen, gesalzen und die Kappe mit zwei spitzen Hölzchen gespießt. Die Kartoffel in die Glut setzen und je nach Geschmack das Ei weich oder hart werden lassen.
Hirtenspieß Auf einem Stab aus grünem, entrindeten und nicht bitterem Holz werden abwechselnd Fleischstückchen gesteckt. Spieß würzen und über der Glut unter öfterem Drehen und Wenden braten. Während des Bratens kann man die Spieße mit Öl beträufeln.
Bananenboot Pro Person eine Banane auf der nach innen gekrümmten Seite aufschlitzen und dort einen Schokoladeriegel hineinstecken. Die so zubereiteten Bananen auf einen Rost oder direkt in die Glut stellen und warten, bis die Haut dunkel und die Schokolade geschmolzen ist. Dann ist das Bananenboot fertig und kann ausgelöffelt werden.
Fladenbrot Dazu braucht man denselben Teig wie für das Stangerlbrot, nur etwas weicher. Man sucht einen flachen Stein, der nicht allzu dick ist, wäscht ihn sauber ab und erhitzt ihn möglichst lange über offenem Feuer. Dann bildet man aus dem Teig Fladen und legt sie auf die Steinplatte. Will man es knuspriger haben, kann man etwas Fett aufträufeln. Hat der Stein eine leichte Höhlung, so kann man auch im Anschluss gleich noch eine Eierspeise darauf zubereiten. Dazu braucht man allerdings viel Fett, sonst brennt’s an!
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Wegweiser
Folienmenü Auf eine doppelt gelegte Alufolie werden auf eine Lage Speck, Fleisch und obenauf noch verschiedene Gemüseschnitzel aufgehäuft. Das Ganze würzen und eine zweite Folie darauflegen. Die Ränder einrollen und in die Glut legen. Nach etwa einer halben Stunde ist die Mahlzeit fertig.
Huhn in der Schlinge Eine gerupfte, ausgenommene und gewaschene Henne auf zwei Stäbchen spießen, und zwar so: Die beiden Beine auf einem Spießchen und die beiden Flügel auf dem anderen aufspießen, úm das Ende der beiden Spieße eine Schlinge aus Draht ziehen. Das andere Ende des Drahtes wird auf einem schief in die Erde gesteckten Holzstab befestigt. Eine flache Grube ausheben und darin ein Gefäß zum Auffangen des Fettes aufstellen! Das Feuer am oberen Rand der Grube anmachen und ständig in Flammen halten!
Spieße am Fließband Wenn du einmal für viele hungrige Mäuler kochen musst, so wäre dieses Gericht genau richtig. Hierzu brauchst du ein Grabenfeuer, welches du entsprechend lang machst (pro Spieß ca. 4 cm). Nun lege auf jeder Seite des Grabens noch eine Holzstange oder dergleichen hin – auf jeden Fall sollen die Spieße darauf gut rollen können. Gib Glut in den Graben und schlichte dann die Spieße über den Graben. Willst du die Spieße einmal drehen, so kannst du mehrere gleichzeitig mit deinen Handflächen an den Rändern des Grabens gut drehen.
Bei allen diesen Möglichkeiten koche immer in der Glut, da sich am brennenden Feuer die Hitze ungleichmäßig verteilt und daher das Essen leicht anbrennen kann.
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Wegweiser
Schätzen und Messen Schätzfehler Unser Auge kann beim Schätzen getäuscht werden. Diesen Umständen muss daher durch entsprechende Korrektur Rechnung getragen werden.
In der Nacht Das Abschätzen der Distanzen von Lichtern ist fast nicht möglich, da der Schätzende die Lichtintensität nicht kennt (Scheinwerfer).
Eher zu kurz schätzt du
wenn die Sonne im Rücken steht bei grellem Licht oder bei reiner (Föhn-) Luft bei Wasser und Schnee in der Ebene bei hellem Hintergrund
Eher zu lang schätzt du
gegen die Sonne oder bei flimmerndem Licht bei Regen oder trübem Wetter im Wald oder bei dunklem Hintergrund bei geneigtem Gelände und über Täler hinweg in der Dämmerung beim Schätzen aus liegender Stellung über ein Tobel
Eigene Körpermaße Da die Körpermaße individuell verschieden sind, trage deine in diese Tabelle ein: Größe: Schritt: Mittelfingerbreite: Mittelfingerlänge: Boden bis angelegter Ellbogen-Fingerspitze: Fingerspitze: Spannweite Daumen Fingerspreize (Mittelfinger– kleiner Finger: Daumen): Kl. Fingernagel: Ringfingernagel: Daumennagel: Nabelhöhe: Armspreize: Armspannlänge: Fußlänge: Kniehöhe:
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Wegweiser
Überlege: Wo finde ich an meinem Körper die Maße für: 1cm: 5 cm: 10 cm: 20 cm: 50 cm: 100 cm: Münzdurchmesser Ø: 2,00 Euro = 2,60 cm 1,00 Euro = 2,30 cm 0,50 Euro = 2,40 cm 0,20 Euro = 2,20 cm
0,10 0,05 0,02 0,01
Euro Euro Euro Euro
= = = =
2,00 2,10 1,90 1,60
- 302 -
cm cm cm cm
Wegweiser
Höhen Holzfällermethode Du nimmst einen Stock in deine ausgestreckte Hand und peilst z.B. einen Baum an. Dann legst du den Stock durch Drehen um 90° um, wobei er am Fußpunkt am selben Ort bleibt. Merke dir oder markiere den Endpunkt und miss die Strecke.
Normalfall In der Distanz b vom Baum visierst du über einen Stock (Wimpelstock) mit Länge g die Baumspitze an. Lege dich dazu quer zur Visierrichtung auf den Boden, damit das visierende Auge möglichst nahe am Boden ist. Bezeichne den Standpunkt A des Auges mit deinem kleinen Pfahl und miss die Längen a, b und g. Aus dem Strahlensatz ergibt sich: g:h = a:b und daraus
Tiefen Suche dazu einen Stein und vergewissere dich, dass unter dir niemand steht. Lass dann den Stein fallen und zähle die Sekunden bis zum Aufschlag. Sekunde x Sekunde x 5 ergibt die ungefähre Tiefe in Meter.
Breiten Parallelmethode Mit ihr kannst du Wegstrecken messen, die z.B. auf der anderen Seite eines Flusses liegen. Stelle zuerst genau die gegenüberliegenden Punkte fest und schreite dann auf deiner Seite die Strecke ab.
- 303 –
Wegweiser
Entfernungen Daumensprung Die Länge deines Armes verhält sich zum Abstand deiner Augen ungefähr 1:10. Peile mit einem Auge und dem Daumen deines ausgestreckten Armes einen Punkt an, dessen Entfernung du messen möchtest. Wenn du ihn angepeilt hast, öffne das andere Auge und schließe das erste. Du siehst nun einen andern Geländepunkt. Den Abstand zwischen diesem und dem angepeilten Punkt multipliziere mit 10, dann kennst du die Entfernung.
Dreiecksmethode (Messen von Flussbreiten) Suche dir einen markanten Punkt (B) auf der anderen Flussseite und
gehe dann im rechten Winkel dazu (A) eine bestimmte Schrittanzahl (z.B. 30 Schritte). Stecke dort einen Stock in den Boden (C) und gehe in der gleichen Richtung nochmals dieselbe Anzahl an Schritten. Von diesem Punkt aus (D) gehst du wieder im rechten Winkel vom Ufer weg (E), bis du über dem Stock den markanten Punkt am andern Ufer siehst (B). Die Entfernung DE ist gleich die Flussbreite.
Fließgeschwindigkeit Wirf einen Ast ins Wasser, und zwar so weit vom Ufer weg, dass er ungehindert mit der Strömung zieht. Markiere die Strecke, die der Ast in 36s zurücklegt und miss diese anschließend. Das Resultat mal 100 ergibt die Stundengeschwindigkeit.
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Wegweiser Beispiel: Du misst als Strecke 72 Meter. Dann hat der Ast in 36s 72m zurückgelegt. In der Stunde (3 600s) macht dies 72x100=7 200m. Normalerweise werden Flussgeschwindigkeiten zwar in Meter/Sekunde angegeben. Dies ergäbe 72m in 36s, also 2m pro Sekunde.
Zeitbestimmung nach dem Stand der Sonne Stecke den Wimpelstock ein und kontrolliere die Richtung des geworfenen Schattens mit Kompass oder Karte. Die Sonne steht: im Osten um 06:30 Uhr im Süd-Osten 09:30 Uhr im Süden um 12:30 Uhr im Süd-Westen 15:30 Uhr im Westen um 18:30 Uhr
Sekundenzählen Entweder von 21 an gleichmäßig weiterzählen, aber genauer geht es mit einem Pendel. An einem Faden von 100cm Länge (genau sind es 994,24mm) befestigst du einen Gegenstand (Sackmesser, Schlüssel, Stein o.Ä.). Die Schwingungsdauer beträgt bei dieser Pendellänge, unabhängig vom Gewicht des Gegenstandes und von der Größe des Ausschlagens, genau 2s Unter einer Schwingungsdauer versteht man die Zeit für einen Hin-und Rückgang bis zum toten Punkt. Das Pendelgesetz wurde vor 400 Jahren von Galilei entdeckt.
- 305 –
Wegweiser
Orientierung Nadelkompass Schnippe ca. 5 Minuten kräftig auf eine Stecknadel oder, wenn man hat mit einem Magneten bestreichen. Dadurch wird der Restmagnetismus der Nadel ausgerichtet. Einen Teller mit Wasser füllen, Nadel so vorsichtig auflegen, dass die Oberflächenspannung des Wassers die Nadel trägt. Dabei dürfen keine Spuren von Seife oder Spülmittel auf dem Teller sein. Die Nadel richtet sich in Nord- SüdRichtung aus. Das kann einige Minuten dauern.
Eine weitere Variante Du brauchst dazu
1 Metallstreifen eines Aktenhefters 1 Magneten 1 Nadel 1 Flaschenkorken Hammer, Nagel und ein Stück weiches Holz
Zuerst braucht der Metallstreifen eine kleine Vertiefung, damit er später auf der Nadel balancieren kann. Hierzu legst du ihn auf ein weiches Stück Holz und schlägst mit einem Hammer und einem nicht zu spitzen Nagel vorsichtig eine kleine Delle hinein. Nun streichst du mit dem Magneten über den Metallstreifen - nicht hin und her, sondern immer nur in eine Richtung! Nun ist der Metallstreifen selbst ein Magnet mit Nord- und Südpol, denn Magnetismus ist „ansteckend“! Vom Korken schneidest du dir eine flache Scheibe ab, in die du nun die Nadel steckst. Zum Schluss einfach noch den Blechstreifen genau mit der Vertiefung auf die Nadelspitze setzen und ausbalancieren! Fertig! Der Metallstreifen stellt sich in eine ganz bestimmte Richtung ein auch wenn du den Korken verdrehst. Jetzt musst du nur noch wissen, welches Ende nach Norden und welches nach Süden zeigt. Nimm die Sonne zur Hilfe, die gegen Mittag im Süden steht. - 306 -
Wegweiser
Himmelsrichtungen aus der Natur deuten Nach Sonne oder Vollmond Du hältst eine Uhr mit Ziffernblatt waagrecht und drehst dich so, dass der Stundenzeiger genau zur Sonne (Vollmond) zeigt. Achtung: Während der Sommerzeit ziehe eine Stunde ab! Die Linie, die den kleineren Winkel zwischen Stundenzeiger und der Zahl 12 halbiert, zeigt ungefähr nach Süden. Die Gegenrichtung weist also nach Norden.
Durch Bäume und Felsen Freistehende Bäume und Felsen weisen bei uns, da Nord-West-Wind vorherrscht, auf der Nord-West-Seite oft Flechten, Moose oder windgebeugte Zweige auf. Stümpfe gefällter Bäume haben auf der Nord-WestSeite engere Jahresringe als auf der Süd-Ost-Seite. Dies sind vor allem gute Orientierungshilfen bei bedecktem Himmel.
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Wegweiser
Nach dem Sternenhimmel
Der Polarstern zeigt nach Norden. Er hat am Himmel seinen fixen Platz. Die anderen Sterne wandern während der Nacht. Den Polarstern findest du, wenn du die Hinterachse des Sternenbildes „großer Wagen“ (auch großer Bär genannt) um etwa das Fünffache verlängerst.
In der Stadt Die Sonne steht um 6 Uhr morgens ungefähr im Osten, mittags im Süden und um 18 Uhr im Westen. Alte Kirchen sind in der Regel in OstWest-Richtung gebaut. Auf alten Friedhöfen sind die Grabsteine so, dass du, wenn du vor dem Grab stehst, nach Osten schaust. Auf alten Grenzsteinen findest du eine Windrose.
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Wegweiser
Sternenkunde Der Nachthimmel In einer dunklen Nacht ohne Mond und weit vom Licht einer Stadt entfernt sieht man am Himmel Tausende von Sternen, die scheinbar wahllos verstreut sind. Viele Menschen sind alleine von der Zahl der Sterne überwältigt. Es scheint zunächst unmöglich welche davon zu identifizieren. Doch der Anschein täuscht, denn selbst unter optimalen Bedingungen sind jeweils etwa nur 2000 Sterne gleichzeitig sichtbar. Zu allen Zeiten haben Menschen den verschiedenen Sternengruppen Namen gegeben. Das heute weltweit verwendete System hat sich über die Jahrhunderte entwickelt und enthält Elemente, die von den Babyloniern, den Griechen, Römern und Arabern eingeführt wurden. Früher gab es erhebliche Unterschiede in der Ausdehnung und Größe der Sternbilder, aber heute ist durch internationale Übereinkunft der komplette Himmel in 88 Sternenbilder mit festgelegten Grenzen eingeteilt. Die verschiedenen Sternengruppierungen wurden ursprünglich mit mythologischen Figuren oder Tieren in Verbindung gebracht oder nach ihnen benannt.
Der nördliche Sternenhimmel
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Wegweiser
Der Tierkreis Das Band am Himmel, in dem der Mond zu finden ist, ca. 8° beiderseits der Ekliptik, nennt sich der Tierkreis. Er besteht ursprünglich aus zwölf Sternenbildern.
Widder Krebs Waage Steinbock
Stier Löwe Skorpion Wassermann
Zwilling Jungfrau Schütze Fisch
Die Mondphasen Der sich im Laufe eines Monats ändernde Anblick des Mondes ist jedem vertraut: zunehmend von Neumond bis Vollmond und danach wieder abnehmend vom Vollmond zum Neumond. Diese Phasen werden durch die relativen Positionen von Sonne, Mond und Erde hervorgerufen, durch die wir verschiedene Anteile der von der Sonne beleuchteten Mondhalbkugel zu sehen bekommen.
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Wegweiser Auf ihrer scheinbaren Bahn kreuzt die Sonne zweimal im Jahr den Himmelsäquator: von Süd nach Nord im Frühlings-Äquinox (Tagundnachtgleiche, am 20. oder 21. März), und von Nord nach Süd im Herbst-Äquinox (am 22. oder 23. Sept.)
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Wegweiser
Sonnenfinsternisse Sonnenfinsternisse können nur auftreten, wenn der Mond – bei Neumond – genau zwischen Sonne und Erde steht und sein Schatten auf die Erde fällt. Der dunkle, zentrale Schatten ist der Kernschatten, die viel größere Region, in der nur ein Teil der Sonne verdeckt ist, der Halbschatten. Durch Zufall erscheinen von der Erde aus Mond und Sonne am Himmel fast gleich groß, so dass die Sonnenscheibe zuweilen komplett durch den Mond verdeckt ist, wenn der Kernschatten die Erde trifft. Dann haben wir eine totale Sonnenfinsternis, ein spektakuläres Ereignis, bei dem die äußere Sonnenatmosphäre, die Korona, mit ihrem Flammen und Strahlen sichtbar wird.
Mondfinsternis Eine Mondfinsternis, die auch Eklipse genannt wird, tritt bei Vollmond auf. Dann befindet sich unser Mond in Opposition zur Sonne. Die Erde liegt dann zwischen Sonne und Mond. Sie wird beschienen und wirft einen Schatten. Zieht der Mond durch den Erdschatten, erfolgt eine Mondfinsternis. Die Sichtbarkeit einer totalen Mondfinsternis unterliegt räumlich keiner Beschränkung. Überall dort, wo der Vollmond zu sehen gewesen wäre, ist bei Auftreten der Finsternis diese auch zu erkennen. Der Zeitraum, in dem die Eklipse zu beobachten ist, liegt mit mehreren Stunden deutlich über der möglichen Beobachtungsdauer (bis zu 104 Minuten) einer Sonnenfinsternis. Der Mond verschwindet bei einer Finsternis nicht vollständig, weil durch Brechung von Sonnenlicht in der Erdatmosphäre Licht auf den Mond fällt. Einige Finsternisse leuchten in schönen Farben, andere sind dunkel.
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Wegweiser
Die Umlaufbahnen
Jeder weiß, dass die erkennbare Bahn der Sonne am Himmel (die Ekliptik) im Sommer höher liegt als im Winter. Das ist so, weil die Erdachse nicht senkrecht auf ihrer Bahn steht, sondern um ca. 24,4° geneigt ist. Die Sonne erreicht ihren höchsten Punkt zur SommerSonnenwende (am 20. oder 21. Juni) und ihren tiefsten zur WinterSonnenwende (am 21. oder 22. Dezember).
Unser Planet – die Erde Alter Gewicht Land/Meer Äquatorumfang Bevölkerung Distanz zur Sonne
4,6 mrd. Jahre 5,97 trill. Tonnen 29,1% / 70,9% 40 077 km 7 Millionen 149,6 mio. km
Längste Flüsse km Nil, Ägypten Amazonas, Brasilien Jangtsekiang, China Mississippi, USA Yenisei Angara, Asien Huang (Gelber Fluss), Asien Donau
6 825 6 437 6 380 5 463 5 536 5 464 350
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Wegweiser
Größte Meere km2 Pazifik Atlantischer Ozean Indischer Ozean Arktisches Meer Nordpolarmeer
155 557 000 76 762 000 68 556 000 20 327 000 14 056 000
Kontinente km2 Asien Afrika Nord-Amerika Süd-Amerika Antarktis Europa Australien/Ozeanien
44 579 000 30 065 000 24 256 000 17 819 000 13 209 000 9 938 000 7 687 000
Höchste Berge Mount Everest, Asien Aconcagua, Südamerika Mount McKinley, Nordamerika Mount Kilimanjaro, Afrika Mount Elbrus, Europa
8 6 6 5 5
850 959 194 963 633
Größte Länder km2 Russland Kanada China USA Brasilien Österreich
17 075 400 9 330 970 9 326 410 9 166 600 8 456 510 83 871
Weltsprachen Mandarin Englisch Hindi Spanisch Russisch Arabisch
1 mrd. + 512 mio. 501 mio. 399 mio. 285 mio. 265 mio. - 314 -
Wegweiser
Fahrplan lesen Zu allererst solltest du überprüfen, ob der Fahrplan, den du in deinen Händen hältst, aktuell ist. Suchst du eine Verbindung von A nach B in Vorarlberg, benützt du am besten das Kursbuch, in dem findest du alle Verbindungen von Landbus, Stadtbus und Zug. Auf der ersten Seite findest du eine Karte von Vorarlberg, der du die Zugstrecken sowie die Liniennummer entnehmen kannst. Ein Beispiel: Du möchtest von Rankweil-Bahnhof nach Bürs/ Zimbapark zum Einkaufen. Suche auf der Vorarlbergkarte Rankweil und Bürs.
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Wegweiser Wenn du die Linie verfolgst, kannst du von Rankweil nach Bludenz mit dem Zug fahren. Anschließend von Bludenz-Bahnhof bis Bürs mit dem Bus. Die Liniennummer steht neben den jeweiligen Verbindungslinien, in unserem Beispiel die Linie 81.
Nun kannst du dir aus dem Zugplan die Zeiten entnehmen.
Um möglichst rasch an deinen Zielort zu gelangen, suche die Busfahrzeiten heraus und vergleiche sie mit den Zugankunftszeiten. Wähle dann die für dich am besten geeigneten Zeiten. - 316 -
Wegweiser Vergiss nicht darauf zu achten, ob der Zug/ Bus täglich, nur an Werktagen usw. fährt.
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Wegweiser
7. Schöpferisches Tun
Sage: „Mach mit“, nicht „fang an“, wenn du eine Aufgabe erledigt haben willst. Baden-Powell - 318 -
Wegweiser
Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Freude am Gestalten haben um sich den eigenen Fähigkeiten gemäß ausdrücken.
Gu/Sp Sich in der Gemeinschaft musisch betätigen, die eigenen Talente entdecken und ausbauen.
Ca/Ex Fähigkeiten weiterentwickeln und produktiv für die Gemeinschaft einsetzen.
Ra/Ro Eigene Probleme und Gedanken ausdrücken können, schöpferische Freiheit anerkennen. Die eigenen Fähigkeiten festigen und Vielseitigkeit anstreben.
Der Pfadfinder nützt seine Fähigkeiten. - 319 –
Wegweiser
Musikinstrumente basteln Nuss-Kastagnetten Du brauchst: zwei Hälften einer Walnussschale, Pappe, Schere, Wollfaden, Klebstoff. Schneide aus der Pappe einen Streifen mit den Maßen 15 x 5 cm. Knicke den Streifen in der Mitte. Klebe die hälften der Nussschale auf die Pappe. Stich in die eine Hälfte der Pappe 2 Löcher für die Fingerschlaufe. Ziehe den Faden durch die Löcher, verknote ihn zu einer Schlaufe und stecke den Finger hindurch.
Kronenkorken-Rassel Du brauchst: einen dicken kurzen Rundstab (oder Holzstock), vier 15 cm lange Nägel (aus dem Baumarkt oder vom Zimmermann), viele Kronkorken, Hammer, Brettchen zum Unterlegen. Schlage mit Hammer und Nagel 2 Löcher in die eine Seite des Rundholzes und 2 in die gegenüberliegende Seite. Die meiste Arbeit macht das Lochen der Kronkorken auf dem Brettchen. Wenn du damit fertig bist, werden die Kronkorken auf die Nägel aufgereiht und die Nägel fest in die vorgebohrten Löcher des Rundholzes gedrückt.
Rasseln Suche dir einen Gegenstand mit einem Hohlkörper; das kann eine Konservendose, Kunststoffflasche, Papprolle, zwei aneinander geklebte Joghurtbecher oder ein Filmdöschen sein. Zum Füllen der Rassel sind ein paar trockene Bohnen, Erbsen, Linsen, Samen oder Reis gut geeignet. Verschließe die Gefäße mit ein paar Streifen Klebeband.
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Wegweiser
Bundrasseln Es gibt so viele Möglichkeiten, Rasseln herzustellen, sodass ich dir hier nur einige Anregungen gebe. Geeignet für Bundrasseln sind Schlüssel, Kronenkorken, Holzblöckchen, Muscheln, Hülsen von Überraschungseiern usw. Die einzelnen Teile werden mit einem Handbohrer vorsichtig mit einem Loch versehen und dann auf eine stabile Kordel oder ein Lederband aufgefädelt.
Quietschballon Blase den Luftballon auf und ziehe die Öffnung straff auseinander. Durch den Spalt entweicht die Luft mit einem lauten Quietschgeräusch. Es entstehen noch mehr sehr witzige Töne, wenn du den Spalt veränderst.
Weidenrutenflöte Du brauchst eine glatte, fingerdicke Weidenrute, die im Frühjahr geschnitten wurde und keine Äste hat, ein Messer und viel Geduld. Schneide die Weidenrute hinter einer Verästelung ab und ritze die Rinde davor bis zum Holz ein. Löse die Rinde vom Holz, indem du mit dem Messergriff darauf klopfst. Drehe das Holz dabei immer wieder. Ist die Rinde sehr spröde, halte sie mit etwas Wasser feucht, damit sie nicht springt. Ziehe die Rindenhülse ein Stück nach oben und schneide eine Kerbe als Flötenloch hinein. Ziehe die Rinde ganz herunter und schneide vom Holz ein Stückchen ab. Flache das kleine Stück ab und stecke es als Mundstück oben in die Rindenhülse. Nun bläst du in das Mundstück und schiebst das Holz in der Rindenhülse auf und ab, um verschiedene Töne zu erzeugen. Am Anfang ist es ein ziemlicher Katzenjammer. Du musst ein bisschen üben, damit du Melodien flöten kannst. - 321 –
Wegweiser
Blasenflaschen Ein paar leere Flaschen und etwas Wasser ist alles, was du brauchst, um mit den Blasflaschen Musik zu machen. Fülle die Flaschen unterschiedlich hoch mit Wasser. Die Füllmenge und die Größe bestimmen, ob der Ton sich hoch oder tief anhört. Spitze die Lippen und blase die Luft direkt in die Flaschenöffnung. Puste immer im Wechsel in die eine oder andere Flasche hinein.
Brummknopf Du brauchst: stabilen Pappkarton oder eine dünne Holzscheibe ca. Ø 10 cm, elastische Schnur (z. B. stabilen Baumwollfaden), Handbohrer, evtl. kleine Säge. Durchbohre die Holzscheibe mit dem Handbohrer ziemlich genau in der Mitte mit 2 Löchern. Mit der Säge kannst du vorsichtig die Ränder verzieren. Ziehe die Baumwollschnur durch die Löcher und verknote die Schnurenden. Drehe den Knopf immer rundherum, bis die Schnur an beiden Seiten aufgedreht ist. Ziehe jetzt ruckartig an beiden Schlaufen - der Knopf dreht sich rasant und...... wenn du alles richtig gemacht hast, ist auch schon der surrende Brummton zu hören.
Wassermusik Aus 8 etwa gleichgroßen Flaschen kannst du eine prima Flaschenorgel herstellen. Fülle die Flaschen verschieden hoch mit Wasser und hänge sie mit einer stabilen Schnur an einem Besenstiel (oder einem Ast) auf. Mit einem Löffel bringst du die Flaschen zum Klingen.
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Wegweiser
Panflöte Dazu brauchst du: 8 dicke Strohhalme ohne Biegehals, Klebefilm, 20 cm langes Stück festen Karton. Schneide die Strohhalme in unterschiedlichen Längen zu und klebe sie mit dem Klebefilm auf den Kartonstreifen. Lege deinen Mund so an die Strohhalme, dass du über die Öffnungen blasen kannst. Du bringst die Luft in den Halmen zum Schwingen, wenn du über die unterschiedlich langen Halme bläst. Du wirst bemerken, dass die kürzeren Halme höhere Töne als die langen Halme erzeugen. Woran das liegt? Es liegt daran, dass die Luft in den kurzen Halmen stärker vibriert, weil sie weniger Energie zum Durchqueren der Halme braucht. Je stärker die Luft vibriert, desto höher der Ton, der erzeugt wird.
Schleuderschlauch Packe den ca. 1 Meter langen Schlauch fest an einem Ende und schleudere ihn im Kreis herum! Je schneller du den Schlauch schleuderst, um so höher wird der Ton.
Gummizither Eine Gummizither kannst du dir sehr einfach selber bauen: Spanne einige Gummis um ein Gefäß. Das kann eine kleine Kiste, ein Blumentopf, eine Blechdose oder etwas Ähnliches sein.
Grashalmfieper Jetzt wird's knifflig! Die Grashalmfieper fiept ziemlich laut, wenn du den richtigen Punkt triffst! Aber auch hier gilt: Ohne Übung gibt es keinen Meister! Suche dir einen harten, scharfkantigen Grashalm, ohne dir dabei in die Finger zu schneiden. Spanne den Halm zwischen beiden Daumen und Daumenballen und puste kräftig durch den entstandenen Spalt. - 323 –
Wegweiser
Papierschöpfen Material: Papierschnipsel, Wasser, Ostereierfarbe, Blüten, Mixer, Zeitungen, Eimer, kleine Wanne, Schere, Nudelwalker, Kochlöffel Papierschnipsel in einen Eimer geben und mit lauwarmem Wasser bedecken. Umrühren und mindestens drei Tage lang stehen lassen (je länger, desto besser). Du kannst dein Papier je nach Wunsch einfärben und verzieren (mit Ostereierfarbe und Blüten, welche jedoch zuerst klein geschnitten werden müssen). Die eingeweichte Papiermasse im Eimer mit einem Mixer zerkleinern, bis ein Brei ohne Klümpchen entstanden ist. Wird die Masse zu fest, beim Pürieren einfach etwas warmes Wasser nachschütten. In die Schöpfwanne den Papierbrei füllen; am besten mit einem Verhältnis von Wasser zu Papierbrei von 8:2 beginnen. Je weniger Wasser, desto dicker das Papier. Mit dem Sieb langsam in die Wanne eintauchen; damit sich die Papierfasern im Sieb verfangen können. Sieb mit dem Papierbrei füllen und das Wasser abtropfen lassen. Die Masse auf ein Zeitungspapier ablegen und das Sieb entfernen. Die Blüten vorsichtig auf die feuchte Papiermasse streuen. Zum Abschluss müssen die hauchdünnen Bögen gepresst und getrocknet werden. Dies machst du am besten, indem du saugfähiges Material auf das geschöpfte Papier legst und es mit einem Nudelwalker wälzt. Anschließend löst du das geschöpfte Papier und hängst es zum Trocknen auf. Am nächsten Morgen ist aus dem Brei festes Papier geworden; handgeschöpft, fein gemustert und garantiert einzigartig. - 324 -
Wegweiser
Die Geschichte von Kim Der berühmte englische Dichter Rudyard Kipling (1865-1936) erzählt in dem Buch „Kim“ die Geschichte eines Jungen namens Kim. Kim, oder mit seinem vollen Namen Kimball O'Hara, war der Sohn eines Wachtmeisters eines irischen Regimentes in Indien. Als Kind verlor er Vater und Mutter, darum wuchs er bei seiner Tante auf, die in bescheidenen Verhältnissen in Indien lebte. Alle seine Spielgenossen waren Eingeborene, deshalb lernte er ihre Sprache und ihre Gewohnheiten sehr gut kennen. Er schloss enge Freundschaft mit einem alten Wanderprediger, mit dem er den ganzen nördlichen Teil Indiens durchzog. Eines Tages traf er zufällig mit dem alten Regiment seines Vaters zusammen. Als er dem Lager einen Besuch abstattete, wurde er unter dem Verdacht des Diebstahls verhaftet. Man fand aber seinen Geburtsschein bei ihm. Als das Regiment erkannte, dass sein Vater ihm angehört hatte, nahmen sie ihn auf. Aber in den Ferien steckte er sich immer in indische Kleider und mischte sich wieder unter die Eingeborenen. Nach einiger Zeit machte er die Bekanntschaft eines gewissen Herrn Lurgan, der mit alten Juwelen und Raritäten handelte. Dieser war dank seiner Erfahrung im Umgang mit den Eingeborenen auch ein Mitglied des Kundschaftsdienstes der Regierung. Lurgan fand heraus, dass Kim eine genaue Kenntnis der Sitten und Gebräuche der Eingeborenen besaß und dass dies einem staatlichen Kundschaftswesen, als eine Art Geheimpolizist unter den Eingeborenen, sehr nützlich werden könnte. Aber bevor er ihn anstellte, wollte er ihn erst prüfen, um zu erfahren, ob er auch tapfer und willensstark genug sei. Um seine Willenskraft auf die Probe zu stellen, versuchte er ihn zu hypnotisieren. Für den Versuch warf er einen Krug Wasser auf den Boden, so dass er zerbrach. Er legte dann Kim seine Finger auf den Nacken und wollte ihm die Vorstellung aufdrängen, der Krug setze sich von selbst wieder zusammen. Aber er mochte es anstellen wie er wollte, er kam nicht zum Ziel. Kim sah, dass der Krug zerbrochen war und wollte nicht glauben, dass er wieder ganz sei. Die meisten Jungen hätten ihre Augen und Gedanken umherspazieren lassen und wären nicht imstande gewesen, sie an den Gegenstand zu heften. So hätte Lurgan sie leicht hypnotisieren können. Da er herausfand, dass Kim willensstark war und eine gute Auffassungsgabe hatte, gab er ihm Unterricht im Erfassen und Behalten kleiner Einzelheiten. Dies ist in der Ausbildung eines Pfadfinders ebenso ein sehr wichtiger - 325 –
Wegweiser Punkt. Er forderte ihn auf, jede Gelegenheit zum Erlernen und Üben auszunützen. Lurgan begann damit, dass er Kim ein Brett voll kostbarer Edelsteine verschiedener Sorten zeigte. Kim hatte einige Minuten Zeit sie zu betrachten, dann bedeckte er sie wieder mit einem Tuch. Nun forderte er ihn auf, anzugeben, wie viele Arten von Edelsteinen auf dem Brett er sich gemerkt hatte. Zuerst konnte Kim sich nur an wenige erinnern, aber mit ein wenig Übung gelang es ihm bald sich ganz gut an alle zu erinnern. Dieselbe Übung macht er auch mit vielen andern Gegenständen. Dann reiste Kim häufig mit einem feinen, alten afghanischen Pferdehändler im Lande herum, den er sehr gern hatte und der auch Agent des Kundschaftsdienstes war. In einem bestimmten Fall konnte ihm Kim sehr gut helfen, indem er ihm im geheimen eine wichtige Botschaft besorgte. Ein andermal rettete er ihm sogar das Leben. Er hatte das Gespräch einiger Eingeborenen belauscht, die einen Mordanschlag gegen ihn geplant hatten. Kim stellte sich zuerst schlafend, gab dann vor, er müsse dringend auf die Toilette, entfernte sich von den Eingeborenen und konnte so seinen Freund rechtzeitig warnen. Endlich wurde Kim zum Mitglied des Geheimdienstes ernannt und erhielt als geheimes Erkennungszeichen ein Medaillon, das er am Halse trug. Und er musste einen bestimmten Satz auswendig lernen, damit sich die Mitglieder des Geheimdienstes erkennen konnten. Auch die Pfadfinder haben geheime Zeichen, wie Bodenzeichen oder Geheimschriften. Die Mitglieder des Kundschaftsdienstes sind sehr zahlreich in Indien und kennen sich nicht persönlich. Aber durch geheime Zeichen ist es ihnen möglich sich unter andern Leuten, die ihre Feinde sein können, zu erkennen. Einst traf Kim im Eisenbahnzug ein anderes Mitglied des Geheimdienstes an, das er nicht kannte. Es war ein Eingeborener, der offenbar in großer Aufregung war und ziemlich schwere Wunden am Kopf und am Arm hatte. Dieser berichtete den Reisenden, dass er einen Unfall gehabt habe, als er in einem Wagen zum Bahnhof gefahren sei. Aber Kim, als guter Späher, fand gleich heraus, dass der Reisende scharfe Schnitte hatte, nicht Schürfungen, wie sie vom Herunterfallen von einem Wagen vorkommen. Daher glaubte er ihm nicht. Als der Mann sich einen Verband über den Kopf legte, bemerkte Kim, dass er ein gleiches Medaillon trug wie er. Darum ließ er sein eigenes sehen. Kaum hatte es der Mann erblickt, flocht er einige der Geheimworte in das Gespräch ein und Kim antwortete mit den passenden Ausdrücken. Darauf begab sich der Fremde mit Kim in eine Ecke und erklärte ihm, dass er einen Auftrag des Geheimdienstes bekommen habe, aber von einigen regierungsfeindlichen Eingeborenen erkannt und verfolgt wer- 326 -
Wegweiser de. Vermutlich wüssten sie, dass er in diesem Zug sei und würden ihre Freunde am Bahnhof informieren, dass er komme. Er habe eine Botschaft für einen Polizeioffizier. Aber er wisse nicht, wie er das anstellen solle, ohne dass er erwischt werde. Kim fiel etwas ein. In Indien gibt es sehr viele heilig gehaltene Bettler, die im Lande herumziehen. Sie tragen nahezu keine Kleider, beschmieren sich mit Asche und malen sich gewisse Zeichen auf das Gesicht. Sie werden als heilig betrachtet, und die Leute helfen ihnen mit Nahrung und Geld. Kim bereitete eine Mischung aus Mehl und Asche zu, die er aus dem Kopf einer indischen Tabakpfeife entnahm. Er zog seinen Freund aus und beschmierte ihn damit am ganzen Körper. Zuletzt zog er eine kleine Farbbüchse heraus und malte die entsprechenden Zeichen auf die Stirn des Mannes. Das Haar strich er ihm herunter, so dass es wirr und struppig aussah, wie das eines Bettlers. So hätte ihn nicht mal seine eigne Mutter erkannt. Bald darauf trafen die beiden auf einem großen Bahnhof ein. Dort trafen sie den Polizeioffizier, dem er die Botschaft überbringen musste. Der angebliche Bettler stieß ihn an. Der Offizier wies den Bettler zurecht, aber dieser antwortete mit einer Reihe von Schimpfwörtern der Eingeborenen, in die er die Geheimworte einfügte. Der Polizeioffizier verstand sie sehr wohl, obwohl er vorgegeben hatte, seine Sprache nicht zu verstehen. An den Geheimworten erkannte er gleich, dass der Bettler ein Geheimagent war. Darum gab er vor, ihn zu verhaften und führte ihn ab zur Polizeistation. Dort konnte er ungestört mit ihm sprechen. Das Ganze passierte, ohne dass jemand auf dem Bahnhof eine Ahnung hatte, dass der eingeborene Bettler der gerettete Kundschaftsagent war. Dann machte Kim die Bekanntschaft eines anderen Agenten des Geheimdienstes, eines gebildeten Eingeborenen oder Babu, wie man sie in Indien nennt. Er konnte ihm bei der Gefangennahme von zwei Offizieren helfen, die an der Nordwestgrenze Indiens gegen die Engländer spionierten. Der Babu ließ die Offiziere glauben, er sei der Bevollmächtigte eines eingeborenen Kleinfürsten, der die Engländer hasst und reiste einige Zeit mit ihnen als Vertreter dieses Fürsten herum. Auf diese Weise erfuhr er, wo sie in ihrem Gepäck die Geheimpapiere aufbewahrten. Zuletzt veranlasste er einen Streit zwischen ihnen und einem heiligen Priester, den sie schlugen. Das verursachte eine große Aufregung unter den Eingeborenen, die sich mit dem Gepäck davonmachten. Kim, der sich unter den Eingeborenen befand, öffnete das Gepäck, fand die Papiere und bracht sie ins Hauptquartier. - 327 –
Wegweiser
Kimspiele Klassisches Kim-Spiel Der Spielleiter sammelt einige Gegenstände unter einem Tuch. Dann wird das Tuch für eine Minute aufgedeckt und alle merken sich möglichst viele der Gegenstände. Dann wird alles wieder abgedeckt und jeder schreibt auf, was er sich gemerkt hat.
Sorten-Kim Wie oben, aber mit Blättern verschiedener Bäume, mit verschiedenen Blumen, verschiedenen Gräsern, verschiedener Knoten. Bei Knoten: In ein Seil nacheinander knüpfen, die Reihenfolge muss beachtet werden.
Geruchs-Kim In kleinen Schachteln mit Löchern (oder alle Teilnehmer haben verbundene Augen) werden Gerüche angeboten (Gewürze der Lagerküche, Pflanzen, Kräuter usw.)
Tast-Kim Mit verbundenen Augen muss jeder Teilnehmer feststellen, was ihm der Spielleiter da in die Hand gibt (für 30 Sekunden)
Geschmacks-Kim Verschiedene „Pulver“ müssen durch Geschmack (Finger eintauchen und probieren) erraten werden.
Gehör-Kim Alle sitzen mit dem Rücken zum Spielleiter. Dieser erzeugt verschieden Geräusche (Holz auf Stein schlagen, Stein an der Axt reiben etc.)
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Wegweiser
Unterwegs-Kimspiele Der Spielleiter geht voraus und verteilt einige versteckte Wegzeichen entlang einer Straße. Die Gruppe folgt, jeder soll sich merken, wo welche Wegzeichen zu sehen waren. Vorher wird ausgemacht, für welche Dinge, die man wahrscheinlich finden kann, es wie viele Punkte gibt (z.B. bestimmte Bäume, Vogelnest, bestimmte Blumen oder Pflanzen). Wer einen der Gegenstände entdeckt, sagt es dem Spielleiter und erhält die Punkte gutgeschrieben. Nach vorbeifahrenden Autos, vorbeigehenden Personen usw. fragt der Spielleiter nach ganz bestimmten Details der Kleidung, Autonummer, Farben o.ä. Jeder sagt nun dem Spielleiter ins Ohr, wie er das Detail in Erinnerung hat.
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8. Körperliche Leistungsfähigkeit
„Die Anstrengung körperlicher Balanceübungen entwickelt geistige Balance.“ Baden-Powell - 330 -
Wegweiser
Arbeitsziele der Stufen Wi/Wö Den Körper schützen und pflegen, Freude an körperlicher Bewegung haben und seine Leistungsfähigkeit sinnvoll einsetzen.
Gu/Sp Die Entwicklung des Körpers kennen, die Notwendigkeit des sportlichen Ausgleiches einsehen und unter Anleitung die ganze Kraft einsetzen.
Ca/Ex Den Wert der Gesundheit anerkennen, die Gefahren des Drogen- und Suchtgiftmissbrauches erkennen und meiden, Freude an der Leistungsfähigkeit haben, die eigenen Grenzen kennen.
Ra/Ro Beherrschen des eigenen Körpers, eingehen auf die Schwächen des anderen (des Partners).
Der Pfadfinder führt ein gesundes Leben. - 331 –
Wegweiser
Hygiene darf kein Fremdwort sein Daher sind die wichtigsten Regeln hier zusammengestellt 3x täglich Zähne putzen Händewaschen nach jedem Gang zur Toilette und zusätzlich vor dem Essen tägliches Waschen Kleidung sauber halten, Unterwäsche täglich wechseln für die Nacht Kleidung wechseln
Zeit nehmen zum Essen auf ausgewogene Ernährung achten nicht zu viele Süßigkeiten und süße Säfte auf regelmäßigen Stuhlgang achten Geschirr sauber und fettfrei abwaschen
täglich an die frische Luft täglich genügend körperliche Betätigung auf gute Haltung beim Sitzen, Lesen, Schreiben,… achten allen Sinnen durch Ruhe Erholung gönnen
für genügend Schlaf sorgen frische Luft ins Schlafzimmer oder Zelt lassen.
Gesundes Leben Millionen von Menschen entdecken heute die Vorzüge der Körperbewegung. Wo man hinsieht, gehen sie spazieren, machen Dauerläufe, spielen Tennis oder Squash, fahren Rad und schwimmen. Was wollen sie dadurch erreichen? Woher rührt dieses ziemlich plötzliche Interesse an Fitness? Wir sind dabei zu entdecken, dass körperlich aktive Menschen erfüllter leben. Sie haben größere Ausdauer, sind widerstandsfähiger gegenüber Krankheiten und bleiben schlank. Sie sind selbstsicherer, weniger depressiv und arbeiten oft noch in den späteren Abschnitten des Lebens energisch an neuen Vorhaben. Um fit zu bleiben sollte man täglich auf seine Ernährung und auf genügend Bewegung achten.
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Wegweiser
Säulen der Gesundheit
Ein Zen-Meister: „Wenn ich sitze, sitze ich, wenn ich gehe, gehe ich, und wenn ich esse, esse ich.“ „Aber das tun wir doch auch!“, entgegnet der Schüler. Die Antwort: „Im Gegenteil, wenn ihr sitzt denkt ihr schon ans Aufstehen, wenn ihr aufsteht, denkt ihr schon ans Gehen und wenn ihr geht, schiebt ihr euch auch schon den ersten Bissen zwischen die Lippen.“ Wenn du dir immer bewusst bist, was du gerade tust, wird dich dein Körper mit Gesundheit belohnen. Wenn du deinen Körper z.B. beim Sport ständig überforderst, wird es zu Unfällen kommen. Beim Gegenteil, wenn du deinen Körper unterforderst, kannst du keine dauerhafte - 333 –
Wegweiser Kondition aufbauen. Wichtig ist, dass Sport und Körperbewusstsein von Anfang an Spaß machen und die Freude am Leben deutlich spürbar erhöhen, wie auch dazu anspornen, freiwillig und selbstverständlich an Widerständen zu arbeiten und zu wachsen. Unsere Gesundheit baut nicht nur auf die Säulen auf, sondern benötigt auch ein Fundament. Auf dieser Basis können wir erst unsere Säulen bauen. Wenn dann auf dem Fundament, an dem wir am wenigsten ändern können, stabile gesunde Säulen errichtet sind, kann darauf ein prächtiger Dachfirst entstehen! An den Säulen können wir in eigener Verantwortung arbeiten. Durch eine Überbewertung oder Nicht-Beachtung sowie auch Vernachlässigung nur einer Säule schränkt sich unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden drastisch ein. Die Sicherheit unseres (Körper-) Hauses hängt von der schwächsten Säule ab.
Säule Bewegung Bewegung ist vor allem für das HerzKreislauf System wichtig. Um dieses lebenswichtige System auch am Laufen zu halten ist ein mildes Herz-Kreislauftraining im Ausdauerbereich und im Sauerstoffgleichgewicht ein erster Schritt dazu. Zu den Ausdauerbewegungen zählen z.B. Walking, Laufen, Wandern, Bergwandern, Schilanglaufen, Radfahren, Schwimmen, Rudern,... . Du siehst, die Liste ist lang, suche dir etwas aus, das dir gefällt und Spaß macht. Hier gilt für die meisten „weniger ist mehr“, beachte die Regel des Über- und Unterforderns! Als Faustregel der oberen Grenze gilt: Man sollte sich bei Ausdauerbewegung nur soweit belasten, wie man noch gut durch die Nase ein- und ausatmen kann. Jedes Ausdauertraining sollte mindestens 25 Minuten dauern, kann aber bei entsprechender Kondition natürlich mit Gewinn auch länger sein. Als Bonus für diejenigen, die einmal begonnen haben, sich zu bewegen, kommt noch hinzu, dass die gesteigerte Fettverbrennung nicht nur während des Trainings erhöht bleibt, sondern auch in der übrigen Zeit weiterläuft während du schläfst oder genüsslich faulenzt. Sehr wichtig ist es, den ersten Monat durchzuhalten und jeden Tag ohne Ausnahme zu Werke zu gehen. Während es ziemlich gleichgültig ist, mit welcher Bewegungsart man in den Ausdauerbereich kommt, ist es zwingend, dass man in ihn hineingelangt und für wenigsten eine halbe Stunde auch darin verbleibt, ohne nach oben oder unten auszubüxen. - 334 -
Wegweiser Mit einem kleinen Kraftprogramm, wie es unten abgebildet ist, kannst du deine Muskulatur stärken. Das Kraftprogramm (inklusive Lockern und Dehnen) kannst du 2 - 3x pro Woche durchführen.
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Wegweiser Ein tägliches Lockern und Dehnen hält dich fit und frei von Verspannungen. Wichtig ist jedoch, wenn du auch die Kraftübungen machst, zu jedem Teil die dazugehörende Lockerungs- und Dehnungsübung zu machen (also 1 und I, 2 und II,…) Weitere Dehnungsübungen findest du ein paar Seiten weiter hinten in diesem Buch.
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Wegweiser
Säule Entspannung Das Prinzip der goldenen Mitte lehrt uns die Tatsache, dass der Mensch auf Dauer Einseitigkeit nicht aushalten kann. Einem Übermaß an Arbeit, Anstrengung, Zeitnot, physischem und psychischem Druck lässt sich auf lange Sicht nicht standhalten und somit ist es nur eine Frage der Zeit, bis körperliche Symptome das Ungleichgewicht deutlich machen. Die Liste möglicher Stresssymptome geht von Schlaflosigkeit, kalten oder feuchten Händen und Füßen, Herzklopfen und Bluthockdruck über zunehmenden Appetit, Nikotin- und Alkoholkonsum, bis hin zu Muskelverspannungen, Verdauungsproblemen. Um nun aber zur gesunden Entspannung zu gelangen benötigen wir unser vegetatives Nervensystem. Es regelt Organtätigkeiten wie Atmung, Kreislauf, Verdauung und Stoffwechsel. Das vegetative Nervensystem teilt sich in Sympathikus und Parasympathikus.
Parasympathikus
Sympathikus
Beschleunigt Herzfrequenz. Beschleunigt Atemfrequenz. Aktiviert Schweißdrüsen. Steigert Haut- und Muskeldurchblutung. Erhöht den Blutdruck. Hemmt die Verdauung. Führt zu einem Zustand aufgehellter Psyche und über deine Alarmbereitschaft zu einem.
Verlangsamt Herzschlag. Beruhigt Atmung. Beruhigt Thermoregulation. Setzt die entsprechende Durchblutung herab. Senkt Blutdruck. Verbessert Darmfunktion. Führt zu einem Zustand der Regeneration, Erholung und angenehmen Müdigkeit in einen.
Zustand der Ruhe
Zustand der Aktivität
Dein Ziel sollte es also sein, im vegetativen Gleichgewicht zu leben. Wenn du Sport betrieben hast, gönn dir ein Entspannungsbad oder ähnliches. Wenn du Stress in der Schule oder bei der Arbeit hast, versuch es am Abend mit einer Meditation, Qi Gong oder Tai-Chi. Vergiss aber auf keinen Fall auf ausreichend Schlaf. Während des Schlafes hat dein Körper die Möglichkeit sich zu regenerieren, es ist auch die einfachste Form der Entspannung. Es gibt viele Möglichkeiten zur Ruhe zu kommen. Lesen, fernsehen, saunen oder sich einfach nur mit Freunden zusammensetzten kann schon zur Entspannung führen. - 337 –
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Säule Ernährung Wollen wir vollwertig leben, müssen wir auch so essen. Du bist, was du isst! Fleischnahrung ist aber mit wenigen Ausnahmen auf einem eher minderwertigen Niveau angesiedelt. Nicht zu vergessen ist, dass wir uns klarmachen müssen, dass wir alles mitessen, was dem Tier zuvor gefüttert wurde und wie es sich fühlte. Dass dieses Fleisch, das mit reichlich Stresshormonen versehen ist (durch die ständige Todesangst in der Massentierhaltung und die Aufzucht mit Hormonen und Antibiotika) nicht gesund ist, liegt auf der Hand. Ähnlich bekommen wir bei den pflanzlichen Nahrungsmitteln all die Rückstände der Pflanzenschutz- und Unkrautvertilgungsmittel mit, denen die modernen Nahrungspflanzen ausgesetzt sind. Wenn du dir nun merkst, dass die Qualität (z.B. reine Bioprodukte) vor der Quantität steht, hast du das Schwierigste bereits geschafft! Durch Fertiggerichte, die nur aus künstlichen Aromen und somit aus wertlosen Grundstoffen hergestellt sind, wird dein Organismus langfristig zur Giftmülldeponie. Auf den folgenden Seiten findest du die Ernährungspyramide mit einigen Tipps sowie einige Informationen über Vitamine und Mineralstoffe. Noch entscheidender wie das „Was“ ist das „Wie“ beim Essen. Wer sich vor dem Essen die Hände gewaschen hat, sich dann auf das Essen besinnt, dem wird jede Nahrung besser bekommen als dem schnellen Schlinger, der beim Essen schon an seine nächste Tat denkt. Schlingzeit verrät Gier, während Mahlzeit Zeit braucht. Fast food ist ein Teil des „amarican way of life“, hat aber eher mit notdürftigem Überleben denn mit Leben zu tun. Wer sich dem „Wie“ bewusst ist, kann andererseits beim „Was“ nicht mehr viel falsch machen. Die Bewusstheit ist mit Abstand der beste Schutz vor Fehlern. Zur Ernährung gehört auch die Aufnahme von genügend Flüssigkeit. Der menschliche Körper besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Während du drei Wochen ohne feste Nahrung auskommen könntest, hältst du es nicht länger als drei Tage ohne Wasser aus. Schon Nicht-Sportler sollten jeden Tag mindestens 2 Liter trinken. Trinke also regelmäßig über den Tag verteilt, schon bevor du ein Durstgefühl verspürst. Sehr gesund sind Mineralwasser, verdünnte Fruchtsäfte sowie Leitungswasser und ungesüßter Tee.
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Ernährungspyramide
Die 10 Ernährungsregeln
vielseitig essen; reichlich Getreideprodukte (Vollkorn ) und Kartoffeln einplanen; täglich Gemüse und Obst – möglichst 5x am Tag essen; täglich Milch und Milchprodukte; Fleisch, Wurstwaren sowie Eier in Maßen genießen; hochwertige pflanzliche Fette bevorzugen, wenig Fett essen; Zucker und Salz sparsam verwenden; viel trinken, vor allem Wasser und ungesüßte Tees; die Speisen schmackhaft und schonend zubereiten; achte auf dein Gewicht und bleibe in Bewegung; - 339 –
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Vitamine In dem lateinischen Wort Vitamin steckt das Wort Vita, „Leben“. Die drei Hauptversorger unseres Energiehaushaltes (Kohlenhydrate, Fett, Eiweiß) halten den menschlichen Organismus allein nicht lebensfähig. Vitamine sind lebenswichtige organische Verbindungen und für zahlreiche Funktionen des Organismus‘ unentbehrlich. Vitamine werden im Körper nicht oder nur in ungenügender Menge hergestellt. Daher müssen sie über die Nahrung zugeführt werden. Vitaminmangel kann zu schwersten gesundheitlichen Störungen führen.
Vitamin
Funktion
Enthalten in
Vitamin A Das Vitamin für deine Abwehrkräfte;
Abwehrkraft, gesundes Blut, Haare und Haut, Augen, Knochen und Zähne, Schleimhäute, Fruchtbarkeit, gesunde Körperzellen, Nägel
Leber, Karotten, Spinat, Käse, Lachs, Grünkohl, Eigelb, Marillen
Bringen die Energie- GeVitamin B winnung in der Muskelzelle Die Vitamine für in Schwung, besseres Gedeine Energie; dächtnis, schnelle Wundheilung, starke Nerven Vitamin C Das Vitamin für den Schutz deiner Zellen; Vitamin D Das Vitamin für deinen Knochenaufbau; Vitamin E Das Vitamin für die Energie deiner Zellen;
Stärkt das Immunsystem, fängt freie Radikale, die durch intensives Training vermehrt gebildet werden, feste und glatte Haut, Konzentration Wird durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet, wichtig für Muskelarbeit, baut das Immunsystem auf und stärk dasselbe Fängt freie Radikale, stärkt das Immunsystem, gute Durchblutung, Vorbeugung von Altersbeschwerden, bessere Wundheilung
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Vollkorngetreide, Fische, Fleisch, Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Eigelb, Bierhefe, Buchweizen, Sonnenblumenkerne frisches Obst und Gemüse, z.B. Paprika, Orangen, Kohlrabi, Kiwi, Spinat, Himbeeren
Milchprodukte, Eigelb, Seefisch
Pflanzenöle, Nüsse, Vollkorngetreide, Sojabohnen, Lachs, Paprika, Leinsamen
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Mineralstoffe Mineralstoffe sind Stoffe aus dem anorganischen Teil der Erde. Trotzdem sind sie für den Organismus aller Lebewesen von enormer Bedeutung. Diese liegt in der Abhängigkeit und in der Ergänzung der einzelnen Stoffe miteinander, um einen perfekten Ablauf der Körperfunktionen zu gewährleisten. Zur Deckung des Mineralstoffbedarfs sind Menschen und Tiere auf Pflanzen angewiesen. Sie werden im Skelett ebenso gebraucht wie für die Synthese von anderen Wirkstoffen und zur Aktivierung bestimmter Enzyme.
Mineralstoff
Funktion
Enthalten in
Bildung von Knochen und Zähnen, Beeinflusst die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln, aktiviert Blutgerinnung, Herzfunktion Bildung der roten BlutEisen körperchen und des MuskelDas Mineral für farbstoffes, Transport von Sauerstofflieferant; Sauerstoff und Kohlendioxid, Hormonstoffwechsel Calcium Das Mineral für den Knochenaufbau;
Milchprodukte, Nüsse, Feigen, Eigelb, Linsen, Kohl
Kochsalz, Datteln, Kiwi, Bananen, Fisch, Kokosnüsse, Eigelb, Hülsenfrüchte Avocado, Broccoli, Abbau der Schadstoffe im Kalium Kartoffeln, BanaKörper, Muskel und NervenDas Mineral für die nen, Vollkornbrot, tätigkeit, blutdrucksenkende Energiegewinnung; Kohlrabi, Tomaten, Wirkung, Proteinstoffwechsel Zitrusfrüchte Natrium wichtig für Muskelreizbarkeit Fleisch, Wurst, Das Mineral für und Muskelkonzentration, Hartkäse, Gemüse, den Wasserhausregelt den Wasserhaushalt Brot halt; Funktion der Nerven und Bananen, Fisch, Magnesium Muskeln, Umwandlung von Nüsse SojaprodukDas Mineral für Blutzucker in Energie, te, Spinat, Kürbisden Muskelaufbau; Stressbewältigung, Aufbau kerne, Milch, Reis, von Knochen Geflügel
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Säule Umwelt Die Säule Umwelt fängt näher bei dir an, als du vielleicht im ersten Moment vermutest, nämlich mit der zweiten Haut deines Körpers: der Kleidung. Wenn du in deiner Kleidung schwitzt, weil sie aus den falschen Materialien besteht, wirst du dich nicht wohlfühlen und das nächste Mal zu etwas Angenehmeren, evtl. Atmungsaktiveren, greifen. Natürlich gehört auch die dritte Haut, das Haus, in dem wir leben, hierher. Am besten wir fangen mit dem wichtigsten Raum an, in dem du dich die meiste Zeit aufhältst um vor allem deinem Körper zu regenerieren. Im Schlafzimmer verbringst du die ganze Nacht, um deine Akkus wieder aufzuladen. Optimal funktioniert das allerdings nur, wenn alle Störquellen ausgeschalten sind. Ein Fernseher gehört zwar nicht in ein Schlafzimmer, solltest du doch einen haben, dann vergiss nicht ihn ganz auszuschalten, bevor du dich schlafen legst. Auch das rote Licht, das Stand-by anzeigt, muss „aus“ sein. Statt eines Radioweckers, der genau neben deinem Kopf steht, ist es besser, einen batteriebetriebenen Wecker zu benutzen. Auch das Handy solltest du zum Schlafen ausschalten. Hast du dir schon einmal Gedanken über die Matratze gemacht, auf der du schläfst? Jede Nacht verlierst du bis zu 2l Flüssigkeit im Schlaf, die dann in dein Bett versickern und ein super Zuhause sowie ideale Brutstätte für Milben und Bakterien gibt. Das kann dich krank machen und wenn du krank bist, wo liegst du dann? Im Bett, genau! Bei Betten mit Schaumstoffkern, die einen Überzug aus luftdurchlässigem, aber wasserdichtem Material haben, kannst du diesen 2x im Jahr abziehen und in die Waschmaschine stecken. Interessiert dich dieses Thema? Im Internet gibt es viele interessante Seite über die Milben-Partys in deinem Bett. Gehen wir nun weiter in deiner Umwelt. Den Urlaub verbringen alle gerne am Meer oder See (Wasser), du genießt die Luft, die du einatmest und spürst mit bloßen Füßen die Erde unter dir. Wenn dann noch die Sonne (Feuer) auf dich scheint, bist du eins mit den 4 Elementen und du spürst, wie die Lebensenergie zu dir zurückkehrt. Wenn du an so einem Ort wohnst, kannst du dich sehr glücklich schätzen, ansonsten solltest du umso mehr deinen Urlaub genießen.
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Säule Bewusstsein Die fünfte zentrale Säule ist eigentlich die alles entscheidende, denn ohne Bewusstsein funktionieren auch die anderen Bereiche nicht. Jede Ernährungsumstellung, jeder neue Umgang mit Bewegung, Entspannung und Umwelteinflüssen beginnt mit einem Bewusstseinsschritt etwas an seinem Lebensstiel ändern zu wollen. Auch wenn sich unser Körper zuerst wie ein störrischer Esel verhält, so sollte das Bewusstsein dem Körper den Weg weisen und nicht umgekehrt. Wer seinem Körper bewusst Zuwendung und Anerkennung gibt, wenn dieser einwandfrei funktioniert, wird seine Leistungsfähigkeit noch steigern und sich immer auf ihn verlassen können.
Pfadischritt Willst du, ohne dich körperlich zu verausgaben, möglichst schnell zu Fuß einen Ort erreichen, so wähle den Pfadfinderschritt. Du gehst und läufst abwechselnd gleich viel Schritte. Beispielsweise gehst du 50 Schritte und läufst wieder 50 Schritte. Diese Art sich fortzubewegen ist rascher als ein gewöhnlicher Marsch und ermüdet dich weniger als ein Dauerlauf. Das richtige Tempo für den Pfadfinderschritt ist pro 7 ½ Minuten 1 km. Übe dein Tempo, deinen Rhythmus des Wechselns vom Laufen ins Gehen und trachte auf die Zeit von 7 ½ Minuten pro km zu kommen. Gesprochen soll während des Pfadfinderschrittes nicht werden, zähl leise deine Schritte mit.
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