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Holzbulletin 148/2023

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Unterhaltsgebäude Stadion Arbères, Meyrin Das neue Unterhaltsgebäude im Stadion des Arbères zeigt, wie man kreislauffähig bauen kann. Um den Anforderungen der Stadt Meyrin gerecht zu werden, beruht der Bau, bei dem viel Holz verwendet wurde, auf Konstruktionslösungen, die in Bezug auf nach­ haltige Ressourcen beispielhaft sind und Energieverbrauch und Emissionen reduzieren. Das Betriebsgebäude im Stadion des Arbères dient der Instandhaltung der angrenzenden Fussballfelder. Es liegt am Rande des Ökoquartiers Les Vergers in Meyrin, an der Grenze zur Landwirtschaftszone. Sein Platzbedarf ist gering, denn es befindet sich zwischen zwei Sportfeldern auf einer schmalen Parzelle, die die Tribüne des gleichnamigen Stadions verlängert. Die Stadt Meyrin als Bauherrin wollte von Anfang an einen ressourcenschonenden Weg einschlagen und dabei auf nachhaltige, wiederverwertete Materialien natürlichen Ursprungs setzen. Die Architekten waren voll und ganz in diesen ökologischen Bauprozess eingebunden, der auch die lokale Kreislaufwirtschaft und das Know-how der Handwerker aufwertet. Geplant waren Werkstätten und eine Garage im Erd­ geschoss sowie Umkleideräume und ein Speiseraum im Obergeschoss. Der dahinter­ stehende Gedanke ist ersichtlich, wenn man die verwendeten Materialien und ihre Konstruktionslogik betrachtet. Das Projekt setzt auf Massivholz, das nur minimal bearbeitet

Situation

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wurde. Im Erdgeschoss bestehen die Umfassungswände aus einem System nebeneinander liegender Bretter aus Schweizer Fichte, die mit Buchenholzzapfen ohne Leim oder Nägel miteinander verdübelt sind. Die Böden bestehen aus Trägern und Balken, die traditionell mit Zapfen und Zapfenlöchern in Schwalbenschwanzform zusammengefügt wurden. Ein Verfahren, das digitale Bearbeitungsmethoden heute sehr erleichtern. Im Obergeschoss, dem einzigen beheizten Bereich, sind die Tragkonstruktionen mit Holzwolle gedämmt, die Aussenfassade hingegen ist mit Kork verkleidet. Die Böden und das Dach wurden mit Sägemehl gedämmt, das zwischen die Balken geblasen wurde und ein Abfallprodukt der Zimmerei ist. Die Innenwände bestehen aus Lehmziegeln, die dem Gebäude eine höhere Wärmeträgheit verleihen und die Luftfeuchtigkeit regulieren. Die sorgfältig gestalteten Innenräume kontrastieren auf diese Weise mit der unverputzten Aussenfassade des Volumens, dessen Dach eine leichte Pultform hat. Es erfolgte kein Aushub. Für die Bodenplatte und den Innenhof konnten damit wieder­ verwertete Betonplatten mit einer Dicke von 18 bis 25 cm und verschiedenen Formaten genutzt werden, die von mehreren Genfer Abbruchbaustellen stammen. Sie wurden zwischen den Feldern der Holzträger verlegt und mit unterschiedlichen Fugenbreiten einge­ lassen. Auch beim Innenausbau wurden zahlreiche Gegenstände wiederverwendet: Stühle,

Tische, Spülen, Waschbecken, Wasserhähne – bis hin zum Lift im Arbeitshof. Ein besonderer Akzent wurde auf den Innenausbau gelegt: Das Know-how der Handwerker sorgte dafür, die einfachen, meist roh belassenen Materia­ lien ins rechte Licht zu rücken. Die Abfallentsorgung neu überdenken, um einen geringen ökologischen Fussabdruck zu gewährleisten: eine Herausforderung unserer Zeit. Das Gleiche gilt für die Verwendung von Materialien aus der Region mit einer beispielhaften CO2-Bilanz. Die Modularität des Tragwerks, das auf einfachen, reversibel zusammengesetzten Komponenten beruht, bietet zu­dem die Chance, auch künftig eine Wiederverwendung der Baumaterialien in Betracht zu ziehen, ohne dass besondere Massnahmen erforderlich wären. Der Einsatz wiederverwerteter Betonmodule in Bereichen, die keinen starken mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, trägt ebenfalls erheblich zur Reduzierung von Treibhausgasen bei. Die Verarbeitung wiederverwendeter Elemente erfordert jedoch schnelles Handeln, um das Material, das auf den oft just-in-time betriebenen Abbruchbaustellen gesammelt wird, nutzen zu können. Ein kleines Projekt, gewiss. Aber es weist den Weg zu einer ressourcenschonenden Bauweise, bei der sowohl Holz als auch energieintensive Materialien, die hier ein zweites Leben finden, optimal genutzt werden können.


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