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Holzbulletin 148/2023

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Haus des Holzes, Sursee Kreislauffähig konzipiert und weitgehend digital geplant und realisiert, zeigt das ‹Haus des Holzes› das Potential von Holz für ein verantwortungsvolles und in die Zukunft gerichtetes Bauen. Die angenehmen Räume zum Arbeiten und Wohnen belegen dies eindrücklich. Der Rückbau und die Wiederverwendung der Bauteile wurden dabei bereits mitgedacht. 2016 entschied die Pirmin Jung Schweiz AG, den Firmensitz von Rain nach Sursee zu ver­ legen, um besser an den öffentlichen Verkehr angebunden zu sein und damit insbesondere den CO2-Abdruck des Pendelns zu reduzieren. Zugleich wollte man die Zusammenarbeit der drei Bereiche Tragwerkplanung Holz, Bauphysik und Brandschutzplanung optimieren. Ein Mitarbeiter vermittelte das Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft des Bahnhofs. Dazu kam ein Nachbargrundstück der Stadt Sursee, das sich im Baurecht bebauen liess. Die Entwicklung und Forschung im Hinblick auf kreislauffähiges und digitales Bauen mit Holz standen beim Projekt für das ‹Haus des Holzes› ebenso im Mittelpunkt wie das Ziel, angenehme Räume zum Arbeiten und Wohnen zu schaffen. Realisiert wurde ein Dienstleistungs- und Wohngebäude in Holzbau­ weise. Das Untergeschoss ist betoniert, alle übrigen Geschosse, das Treppenhaus und der Liftschacht wurden in kreislauffähiger Holzbauweise umgesetzt. Die Attikawohnung, eine 3½ -Zimmer- und eine 4½-Zimmer­wohnung sowie das Yogastudio kaufte die ursprüngliche Eigentümerschaft des Grundstücks wieder zurück. Architekt Marc Syfrig begleitete das Projekt in entwerferischer Hinsicht. Entstanden ist eine Holzarchitektur, die sich auf ihr städtisches Umfeld bezieht. Gleichzeitig erinnert das in der Mitte abgestufte Volumen mit seinem formalen Ausdruck an einen Brettstapel. Lamellen, die auch über die Öffnungen der Fenster laufen, dienen dem Sonnenschutz. Ein Vordach schützt die Fassade vor Regen und Feuchtigkeit. Die Farbigkeit der Holzfassade bezieht sich auf die Tradition farbiger und verzierter Holzhäuser im städtischen Kontext. Die Farbe des Hauses entspricht der Farbe des feuchten Aushubes, wie er im Februar 2021 zum Vorschein kam. Die horizontalen Riegel sind in Berliner Blau gehalten. Hier steht das Blau für den Aufbruch in neue Dimensionen mit dem Bauen mit Holz. Die Gestaltung der Umgebung soll mit Trockenpflanzen und Totholz eine möglichst hohe Biodiversität im städtischen Umfeld möglich machen. Das Holzbausystem ist so konzipiert, dass es von einer späteren Generation einfach de­ montiert werden kann und sich die einzelnen Bauteile und Materialien wiederverwenden lassen. Dabei wurde ein klarer Fokus auf wieder lösbare Verbindungen gelegt. So wurde mehrheitlich geschraubt statt geklammert und auf Verklebungen wenn möglich verzichtet. Da man möglichst viel Holz einsetzen wollte und das Tragwerk sichtbar bleiben sollte, wählte man eine Rippendecke. Eine Balkendecke bietet architektonisch eine Struktur. Die Holzbauten leben von der linearen Tragstruktur, Balken und Unterzügen auf Stützen. Die Decke mit Rippen aus Brettschichtholz besteht im Bürobereich aus Esche (sichtbar) und Fichte montiert. Seitliche Nuten in den Trägern er­ lauben das Anbringen einer Zwischenlage als

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Schiebeboden mit Kalksplittauflage und eine abgehängte Akustikverkleidung in Tanne. Auf der Decke wurden eine Schüttung, ein Buchenholzestrich und ein Riemenparkett aus Esche montiert. Die Wände sind eine Rahmen-/ Skelettbaukonstruktion, die beid­seitig mit Gipsfaserplatten beplankt und mit Mineral­ faser gedämmt wurde. Gegen aussen ist sie mit einer belüfteten Holzfassade ver­kleidet, die Innenverkleidung besteht aus Tanne. In den aussteifenden Aussenwänden wurde zusätzlich eine Brettsperrholz-Platte zur Ab­ tragung der Horizontallasten montiert. Die Verbindungen unter den Platten sind über leistungsfähige X-Fix Verbinder ausgeführt, damit sich diese Wand- und Deckenelemente zu einem späteren Zeitpunkt relativ einfach demontieren und einem anderen Zweck zuführen lassen. Die vertikalen Stösse auf den Deckenebenen wurden mit wiederlösbaren Verzahnungen ausgeführt, die ineinandergreifen. Die Trennwände zum Treppenhaus sind zweischalig konstruiert: treppenseitig mit einer mit Gipsfaserplatte gekapselten Brettsperrholz-Platte, raumseitig mit einer mit Gipsfaser beplankten und mit Mineralfaser gedämmten Rahmenbauwand. Die Beplankungen wurden mehrheitlich geschraubt statt geklammert, um auch hier eine einfache Trennbarkeit zu ermöglichen. Das Primärtragwerk besteht aus Stützen und Unterzügen in Stabesche mit Verbindungen in GSA-Technologie. Den Innenausbau prägt das roh belassene Holz, die weissen Büromöbel setzen dazu einen Kontrapunkt. Die Planung und Ausführung erfolgten konsequent digital ohne Papierpläne oder E-Mails. Alle Entscheidungen und Planunterlagen mussten allen jederzeit zugänglich und nachvollziehbar sein. Das Energiekonzept wurde so ausgelegt, dass sich das Gebäude mit einer möglichst kleinen Zufuhr von externer Energie betreiben lässt. Was den CO2-Fussabdruck betrifft, hätte ein vergleichbares, in Massivbauweise erstelltes Haus einen solchen von rund 3190 Tonnen, mit der realisierten Bauweise liessen sich 1000 Tonnen einsparen. Zusätzlich sind in den über 1600 m3 verbautem Holz rund 1600 Tonnen CO2 langfristig ge­ speichert. Das Haus wird nach SNBS Platin zertifiziert. Dabei werden 45 Indikatoren mit 135 Messgrössen bewertet – wobei 95 % der möglichen Punktzahl erreicht werden müssen.

Situation


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