Die Südvogesen im Herbst
Mitten in der Natur: das Refuge du Sotré
Mit Wanderleiter Jürgen Greggersen ging es Ende Oktober in die Südvogesen. Vorgesehen waren vier stramme Wandertage der Tourengruppe rund um den Col de la Schlucht, doch es kam anders. Zu acht fuhren wir mit dem Sektionsbus von Köln zur Route des Crêtes, der Vogesenkammstraße. Dort lag un sere moderne Unterkunft, das Refuge du Sotré, auf 1.200 Meter Höhe in der Nähe des Berges Hohneck. Schon am ersten Abend begeisterte uns die regio nale Küche der Berghütte: Es gab Kartoffelgratin mit Munsterkäse und Heidelbeertarte zum Dessert. Alpine Eindrücke im Frankenthal Am ersten Wandertag plante Jürgen wegen des stürmischen Wetters nur eine kurze Runde von 16 Kilometern durch das Frankenthal. Von der Hütte aus erreichten wir nach wenigen Schritten eine kahle Kuppe und den Col du Falimont. Dort stürzt der Berg abrupt ab und wir stiegen, unter den neugierigen Blicken wilder Gämsen, auf einem alpinen Pfad ins Frankenthal ab. Unten passierten wir einen kleinen Karsee und das Geröll einer Endmoräne, denn ein Gletscher formte einst die Landschaft. Rechter Hand ging es dann auf einem Pfad über Stock und Stein nach Schallern und schließlich, im immer stärker werdenden Regen, zum Lac du Schiessrothried. Über den Col du Wormspel verlie ßen wir das Tal wieder und erreichten die 1.363 Me ter hohe Kuppe des Hohnecks. Oben peitschte uns der Sturm Regen und Hagel ins Gesicht. Durchnässt
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kehrten wir in die Unterkunft zurück. Das schlechte Wetter tat der guten Laune der Gruppe aber keinen Abbruch. Kunst und Kultur in Colmar Wegen des Sturms standen statt Wandern am zwei ten Tag Kunst und Kultur im 50 Kilometer entfernten Colmar auf dem Programm: Wir besuchten das Muse um Unterlinden, bewunderten den bekannten Isen heimer Altar und schlenderten anschließend durch die Altstadt von Colmar. Auf der Rückfahrt erlebten wir die klimatischen Unterschiede zwischen der lich ten Rheinebene und den rauen Vogesen besonders stark: Auf 1.000 Meter Höhe setzten wie auf Kom mando Nebel, Regen und Sturm ein und wir befanden uns wieder inmitten der Schlechtwetterfront. Da keine Besserung des Wetters in Aussicht war, beschloss Jürgen am nächsten Morgen den Abbruch der Tour. Fest steht: Die Südvogesen sind wegen ihrer abwechslungsreichen Landschaft einen neuen Anlauf wert, entweder selbstorganisiert oder mit der Tourengruppe. Denn Jürgen wird die Touren woche noch einmal im Mai anbieten, bei hoffentlich besserem Wetter. Text und Foto: Astrid Königstein > refugedusotre.com > parc-ballons-vosges.fr/de > gerardmer.net > labresse.net
tourengruppe | gletscherspalten 1/2024