SPOTS
auf den Laufsteg Von wegen Mauerblümchen. Chic und
nachhaltig. Handgemacht in Nepal.
Z
oe, Shawina, Laura und Katharina. So heißen die jungen, angehenden Designerinnen der Modeschule Graz, die uns zeigen, wie aus dem „Mauerennnessel“ am Laufsteg blümchen Brennnessel“ coole und lässige Mode wird. Noch tragen sie nicht ihre eigenen Kreationen, sondern alles handgemacht aus einer Himalaya-Region in Nepal: Westen, Jäckchen, Schals, Schirmkappe, Laptop- und Umhängetasche. sack kommt aus Nur der blaue Rucksack Österreich. Ihr Kommentar: „Cool und agen und passend zu angenehm zu tragen jedem Anlass.“ Das, was die jungen en, hat nicht Models hier präsentieren, adition. Seit der nur in Nepal lange Tradition. en die Nesselfasern einer Antike waren turstoffe, überall leicht der billigsten Naturstoffe, gestellt wurden zu bekommen. Hergestellt grobe Gewebe, wie Segel und Taue für die Schifffahrt. Die Faser ist reißfest und extrem wasserbeständig, hat einen schönen Glanz, ist leicht färbbar, elastisch und atmungsaktiv. In der Literatur liest man immer wieder, dass daraus auch feinste Gewebe wie hauchdünne Batiste oder Musseline gefertigt wurden. Die Nessel hatte bis ins 18. Jahrhundert große Bedeutung. So gab es in verschiedenen Regionen Mitteleuropas Werkstätten und Manufakturen, die von der Herstellung der Nesselgewebe lebten, u.a. in Süddeutschland, der Schweiz und Frankreich. Nach dem kurzzeitigen Wiederaufleben der Fasernutzung in den beiden Weltkriegen kam das Aus für die Nesselfaser, weil der Aufwand für die Fasergewinnung zu hoch war. Sie wurde durch Baumwolle ersetzt. Nicht in Nepal. Jüngst trat der Finanzminister bei der Budgetrede sogar mit einer Brennnessel-Tasche made in Nepal auf.
Juli/August 2024 7