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Klipp Juli/August 2023

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SPOTS

Was wäre, wenn Corsage … Der Erfolgsfilm der Steirerin Marie Kreutzer

Foto: Pamela Russmann

Hollywood geschickt. Man hoffte, die künstlerische Leistung des Films sei stark genug, um den Film vom Kriminalfall Teichtmeister zu trennen. Das Ergebnis ist bekannt. Sisi, der Kaiserin, blieb die Filmkrone verwehrt, nicht aber der Publikumserfolg. Freude und Stolz auch im Elternhaus von Marie Kreutzer in Gleisdorf.

„M

ir ist nichts anderes übrig geblieben, als ihm zu glauben“, so die Regisseurin Marie Kreutzer über Florian Teichtmeister und dessen Kinder-Foto-PornoSucht. Der tiefe „Fall“ des heimischen Superstars schockte das Land und brachte die Kulturbranche in Erklärungsnot. Der Film „Corsage“ sollte Österreichs Wettbewerbsbeitrag zum Oscar werden. Die gebürtige Gleisdorferin Marie Kreutzer war am Höhepunkt ihrer Karriere.

Der Film hatte bei internationalen Festspielen für Aufsehen gesorgt, gewann Preise in Cannes, in San Sebastián, London, Chicago. Alles glänzte – bis zum 13. Jänner, als aus dem feministischen Historiendrama um das Leben von Sisi, Österreichs berühmtester Kaiserin, plötzlich ein Skandalfilm wurde. Trotz der Enthüllungen wurde er als österreichischer Beitrag dann nach

Und viele kennen sich mit den gesetzlichen Vorschriften schlicht nicht aus. „Erlernte Hilflosigkeit, wohin man blickt“, heißt es in einem Bericht in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Bis heute ringt die Branche um einen Kulturwandel. Die Schweigekultur müsse ein Ende haben, fordern Regisseure und Produzenten. Florian Teichtmeister gestand, dass er zehntausende Darstellungen von Kindesmissbrauch besessen habe. Das war das Todesurteil für seine Karriere. Nur wenn er aus irgendeinem Grunde nicht mehr im hiesigen Leben gestanden wäre, hätte es möglicherweise Nachsicht mit ihm gegeben. Beim Österreichischen Filmpreis im Juni freute sich Marie Kreutzer über vier Ehrungen – Hauptdarstellerin, Kamera, Kostüm- und Maskenbild. Aber auch der Abend gab keine Antwort auf die Frage: Die künstlerische Qualität des Films ist dieselbe geblieben. Was hat diese mit dem Wissen über Florian Teichtmeister zu tun?

Mit viel Gefühl für jeden Anlass Tatiana Wolf kam vom Kabarett zu Trauerreden

D

ass sie reden kann und es gewohnt ist, vor Publikum zu reden, kann ich am Telefon förmlich spüren. „Texte und Wörter faszinieren mich“, so Tatiana Wolf im KLIPPGespräch. Ausführlich erzählt uns die Steirerin über ihre „Berufung“ als Trauerrednerin. Nach der Matura hat die gebürtige Leobnerin – jetzt wohnt sie in Peggau – in Graz Germanistik sowie in Wien Schauspiel studiert. Als junge Schauspielerin wurde ihre Leistung dann sogar mit dem Wiener Kabarettpreis „Kleinkunstnagel“ gewürdigt. In Graz war sie zwei Jahre Ensemblemitglied bei den erfolgreichen „Grazbürsten“, spielte in verschiedenen Theaterproduktionen mit und schrieb schlussendlich auch ihre eigenen Texte. „Nach der Karenz habe ich mir überlegt, wie ich meine zwei Berufungen – nämlich das Schreiben und Vortragen, sprich reden, unter einen Hut bringe“, blickt sie zurück. Wobei anzumerken ist, dass ihr Mann Bestatter von Beruf ist. Die beiden haben erkannt, dass Trauerreden immer mehr gefragt sind – vor allem in den Jahren von Corona. Und so ist die 34-Jährige seit gut eineinhalb Jahren Trauerrednerin. Als Schauspielerin, Sprecherin und

Germanistin gestaltet sie die Verabschiedung individuell, persönlich und authentisch, wie sie sagt. „Mir war es von Anfang an wichtig, den verstorbenen Menschen und sein Leben ganz in den Mittelpunkt zu stellen.“ Und so dürfe auch manchmal ein bisschen geschmunzelt werden, wenn sie die eine oder andere Anekdote aus dem Leben des Verstorbenen erzählt. „Mein Alleinstellungsmerkmal ist eben auch der künstlerische Aspekt, ich ergänze die Zeremonie mit individuellen Texten, Gedichten und Musikstücken, die der Verstorbene liebte oder die bei den Hinterbliebenen für tröstende Gefühle sorgen“, kommt sie auf ihr eigenes Lied zu sprechen. Dieses heißt „Auf Wiedersehen“ und hat Tatiana Wolf mit dem Bärnbacher Allround-Talent Martin Maier aufgenommen, der das Lied geschrieben und komponiert hat. „Wir haben auch ein Video dazu an der Schwarzen Sulm gedreht. Wobei es uns darum gegangen ist, Hoffnung zu geben.“ Damit’s der 34-Jährigen nicht zu „einsilbig“ist: „Ich rede auch auf Hochzeiten, Taufen, Geburtstagsfeiern, Firmenfeiern, mache Lesungen und Moderationen.“

Auf, naja, mehrere Glaserl in Göss

„I

ch habe einen Teil meiner Ausbildung in einer kleinen Brauerei im Süden von Graz gemacht“, so leicht spöttelnd Michael Zotter, der neue Braumeister in Göss. Gemeint war natürlich „Puntigamer“. Unter dem Motto „Ohne Block und ohne Schreiber“ hatten die Brauerei und der Bürgermeister von Leoben

Damenrunde mit einem Herren

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in die Malztenne von Göss zum schon traditionellen Netzwerk-Treffen geladen – dem ersten nach Corona. Dabei gewürdigt wurde auch Alt-Braumeister Andreas Werner, der in Pension geht. Bürgermeister und Bierbotschafter Kurt Wallner: „Wenn eine Ära endet, gilt es, danke zu sagen. Das trifft nun nicht immer zu. Beim Abschied von Braumeister Andreas Werner ist dies aber unbestritten der Fall. Was er für Göss und den Brauereistandort Leoben geleistet hat – dafür danke. Andreas Werner hat mit seinem Team in den letzten Jahren bewiesen, warum Gösser die Nummer1-Marke in Österreich ist.“ Und einer, der als Marketingleiter mit seinen kreativen Ideen schon vor mehr als 20 Jahren für den

Herrenrunde mit Dame: Helena Wallner, Braumeister Michael Zotter, Alt-Braumeister Andreas Werner, Bgm. Kurt Wallner und 3 x Gerhard: Valeskini Koch und Lukasiewicz Höhenflug von Göss mitverantwortlich war, ist Gerhard Valeskini. Heute Geschäftsführer der Kronen Zeitung und Mediaprint. Der „Medienmanager des Jahres 2022“ analysierte in seinem Impulsvortrag, logischerweise aus seiner Sicht, das „drohende Verschwinden des unabhängigen Journalismus“. Als Hauptdarsteller nannte er die Social-Media-Riesen Facebook, Twitter, Amazon und Co. mit ihren

Fakenews. Aber auch die Künstliche Intelligenz werde verstärkt ihren Beitrag für den Niedergang des unabhängigen Journalismus leisten. Apropos fake: Die Biergenießer auf dem Foto sind echt. Auch die „Grüße aus dem Gösserland“. Nur die unberührte Natur mit Wald, Wiesen und Bergen im Hintergrund ist eine Deko – also fake. Also man sieht – so leicht geht Manipulation.

Fotos: Freisinger

Medienleute „steigern“ in Leoben den Bierumsatz


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