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KLIPP Juni/Juli 2022

Page 22

SPORT

skills.lab

Das

in Wundschuh bei Graz

etzte Minute in der Nachspielzeit um die Meisterschaft. Es steht 0:0. Der Ball kommt hoch und scharf. Matthias steigt auf, „liegt“ mit dem Rücken rund einen Meter quer über dem Boden und donnert den Ball als Rechtsfuß Richtung Tor. Ein unhaltbarer Schuss, der die Fans auf den Tribünen toben lässt. Kurz darauf ist es völlig still, das Stadion ist verschwunden. „Starker Schuss“, applaudieren wir von der „Zuschauer-Galerie“. Dort, wo kurz zuvor noch die Stadion-Ränge zu sehen waren, „leuchten“ nun auf den Leinwänden Zahlen und Diagramme auf. Schussgeschwindigkeit, Reaktionszeit, Ballmitnahme – den Sensoren im skills.lab, dem Prototyp in Wundschuh bei Graz, entgeht nichts. Von außen ist er eine unscheinbare Industriehalle. Sein Innenleben aber eine „Videospielwelt“ in 3D, in der die Kicker aus Fleisch und Blut ihr Können zeigen. Auf einem 320 Quadratmeter großen Hexagon mit Kunstrasenboden, rundherum eine hohe Kuppel mit durchgehenden LeinwandMatten, die mit sechs HD-Beamern bespielt werden.

Keine Schwäche bleibt verborgen

richtung, dann wieder eine hohe Flanke, dann ein Steilpass, der zu einem der virtuellen Teamkollegen weiter geleitet werden soll. Ein Tormann versucht, Bälle zu parieren, die mit bis zu 130 km/h und variablem Drall herandonnern. Gleichzeitig zeichnen Laser, Sensoren und Highspeed-Kameras jede Bewegung des realen Spielers am Feld auf. Algorithmen vergleichen und analysieren in Echtzeit Annahmetempo und Reaktionszeit, Ballmitnahme, Passgenauigkeit und -Härte. Keine Schwäche und kein Kraftverlust bleiben verborgen. Vier Jahre tüftelten die Experten am Simulator, für die fußballerischen Details holte man den ehemaligen BundesligaTormann Roland Goriupp ins Team.

Fußballwelt zu Besuch Nach Wundschuh reisten bereits Experten-Delegationen der internationalen Fußball-Welt an. Davon zeigen die Autogramme und Fotos von Vertretern von Spitzenklubs aus Deutschland, England, Italien, Spanien, aber auch aus Übersee, Asien und arabischen Ländern an der Eingangswand.

Über eine App lassen sich mehr als 70 Trainingssituationen in fünf Schwierigkeitsgraden wählen. Aus den schmalen Kanälen der vier Wurfmaschinen kommt mal ein lockeres Zuspiel gegen die Lauf-

Die Investition liegt im siebenstelligen Bereich, genaue Angaben macht die Unternehmensgruppe Paar nicht. Für Taktik-Analysen ist das skills.lab nicht gedacht. Es geht um die Auswertung des einzelnen Spielers, um die Optimierung einzelner Bewegungsabläufe und um ge-

Wolfgang Bartosch,

Partnerschaft verlängert SK Puntigamer Sturm Graz

Matthias legt alles hinein ...

Nach Verletzungen wertvoll Gut für Talent-Erkennung GAK-Sportdirektor Dieter Elsneg

SC-Weiz-Trainer Jörg Schirgi

Vor einem Jahr ist die ganze Kampfmannschaft durchgetestet worden. Beim GAK haben aber schwere Verletzungen in den letzten Monaten etliche wichtige Mannschaftsspieler außer Gefecht gesetzt. „Und in diesen Fällen ist die Arbeit im skills.lab besonders wertvoll, weil die Daten zu erkennen geben, wie weit der Spieler bereits wieder fit und einsatzbereit ist und wo es noch individuelle Schwächen gibt. skills.lab und Roland Goriupp bieten auch leistbare Gesamtpakete an für komplexe Übungsserien.“

Seit drei Monaten ist Jörg Schirgi Trainer des SC Weiz. Sein Ex-Klub ist der SC Kalsdorf. Damals hat er mit Spielern bereits die Möglichkeiten des skills.labs kennengelernt und genutzt. „Gerade für die individuelle Arbeit mit jungen Spielern, sprich Talenten, ist das skills.lab bestens geeignet. Aber auch nach Verletzungen bringen die objektiven Daten einen riesigen Mehrwert.“ Bei seinem neuen Klub in Weiz waren in den letzten Monaten aufgrund der schlechten Resultate andere Dinge „wichtig, aber natürlich überlege ich, auch das skills.lab, wie mit dem SC Kalsdorf, für Trainings zu nützen. Dabei ist logischerweise auch der finanzielle Aufwand ein Thema.“

Foto: Sturm

Foto: Heimo Ruschitz

Foto: Wikipedia

Präsident Steirischer Fußballverband:

Foto: Martin Maier

L

Wo Kicker v

„Für uns eine ganz tolle Möglichkeit, vor allem auch für die Nachwuchsarbeit. Wir unterstützen und fördern es daher, wenn Vereine dort mit ihren Spielern trainieren. Es ist ja auch daran gedacht, Wettbewerbe durchzuführen. Nirgendwo anders kann man die Entwicklung von Spielern und Spielerinnen durch Daten und Fakten verfolgen.“

23 Juni/Juni 2022

Friedrich Santner (CEO Anton Paar), Andreas Schicker (Sport-GF Sturm Graz), Johannes Tändl (GF Anton Paar Sports Tec GmbH)

„Wir nutzen die skills.lab Arena seit mehr als zwei Jahren intensiv und erfolgreich für gezieltes, datenbasiertes Scouting sowie objektives Assessment aller Spieler und Spielerinnen im Verein von den Nachwuchsjahrgängen bis zur Profi-Mannschaft.“


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