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FREIZEIT
Vertrauen schaffen vor dem Wüsten-Ritt
Unterwegs im Souk von Maskat
Im Land des Weihrauchs von Martina Tosch
Komfort auch in der Wüste
F
liegt man nach Dubai, haben jene, denen man davon erzählt, wahrscheinlich eine ganz gute Vorstellung oder Meinung darüber. Kündigt man hingegen eine Reise in den Oman an, hat das eher ratlose Gesichter zur Folge. Wohin bitte? Dabei ist die Hauptstadt Maskat nur eine Flugstunde von Dubai entfernt. Wer durch das Sultanat Oman reist, bewegt sich zwischen den Zeiten: viele Traditionen und Bräuche haben bis heute Geltung, doch die Moderne ist deutlich spürbar. Ich habe mit meinem 12-jährigen Sohn den nördlichen Teil des Landes per Mietwagen erkundet und wieder zu Hause denkt er offensichtlich noch oft an das Erlebte. In der Früh heißt es dann: „Salem aleikum Mama!“ („Friede sei mit dir“) Erster Halt: Maskat Einst Hafenstadt für den Handel mit Indien und Ostafrika, ist sie heute eine moderne Metropole. Maskat liegt am Fuße des Hadschar-Gebirges, dem Hauptmassiv des Landes, am Arabischen Meer. Mit unserem Mietwagen, einem Mitsubishi Lancer Automatik, lassen wir uns per Navi an die Corniche von Matrah führen,
einem der ältesten Quartiere in Maskat. Hier befindet sich auch der Souk mit hunderten von Läden, die sich unter antiken Dachbalken im Labyrinth der Gassen aneinanderreihen. In einem der vielen kleinen Coffeeshops machen wir eine Pause, beobachten das geschäftige Treiben – das ist der Orient, wie man sich ihn wünscht. Es riecht nach Weihrauch und Parfum. Zwei Nächte bleiben wir, bevor es weiter geht in Richtung Nizwa. Doch davon später. Keine öffentlichen Verkehrsmittel Wer den Oman bereist, bucht am besten auch einen Mietwagen dazu – ohne Chauffeur. Außer einigen Bussen gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel. Auf unserer einwöchigen Tour sind die Hotels im Voraus gebucht und wir bekommen auch Gut ausgebautes Straßennetz
eine Reiseroute mit den wichtigsten Sehenswürdigkeiten und ein Navi mit auf den Weg. Es bleibt aber dennoch genug Zeit für individuelle Abstecher. Pro Tag fahren wir ca. 200-300km. Unsere gesamten Benzinkosten am Ende der Woche belaufen sich auf unschlagbare 40 Euro. Die Autobahnen sind tip-top, die Landstraßen gut ausgebaut und in manchen Gebieten fast leer. Für den holprigen Weg ins Gebirge oder in die Wüste sind jedoch Geländewagen mit Allradantrieb Pflicht. Das GPS ist zwar nicht immer genau, es empfiehlt sich daher eine zusätzliche App zur Verwendung im offline Modus. Das verlassene Dorf „Liebe Besucher, bitte respektieren Sie die Ruhe der Bewohner sowie die lokalen Kleidungssitten und bedecken Sie Schultern und Knie.“, steht da auf dem Schild. Wir haben das Bergdorf Misfat Al Abryeen auf 1.000m Höhe in der Nähe von Nizwa nach gefühlten 70 Serpentinen erreicht. Entsprechende Kleidung ist aber nicht nur hier von Bedeutung. Das Dorf wirkt wie aus einer anderen Welt, die Lehmhäuser sind or-
ganisch mit dem Fels verschmolzen und liegen wie Vogelnester an einem Berghang, tiefgrüne Terrassen breiten sich darunter aus. Misfat Al Abryeen gehört zu jenen Dörfern Omans, die von ihren Bewohnern verlassen wurden, erfahren wir, weil das Leben ohne Strom und Wasser zu beschwerlich geworden war. Wir wagen uns in das Labyrinth aus engen Gassen – es ist still darin – und wir steigen über steile, abgenutzte Treppen weiter hinunter. Einige Häuser scheinen bewohnt. Mitten unter Palmen gelangen wir zum Bed & Breakfast „Misfah Old House“, ein Kleinod zwischen den Ruinen und von seiEin angenehmes Gefühl, weit weg von unserer Welt zu sein ...
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