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IPPNW forum 165/2021

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ippnw intern

informationen für die mitglieder der ippnw / märz 2021

- Mitgliederversammlung Einladung zum IPPNW-Jahrestreffen........................................................ 4 Anträge zur Mitgliederversammlung .................................................. 5-6 Bewerbungen für den Vorstand............................................................... 7-9 Antrag zur Satzungsneufassung....................................................... 10-13 Programm............................................................................................................... 20

Aufruf! Die IPPNW sucht eine Bleibe.......................... 9 - Regio In Hamburg gibt es eine neue Studigruppe........................................14 RegioContact Süd 2021.................................................................................15

- Berichte Friedenslogik in Aktion..................................................................................16

- Personalia Neues Team in der IPPNW-Geschäftsstelle ......................................17

Foto: © Shaun Burnie / Greenpeace

Nachrufe: Helmut Fischer, Helmut Koch, Hans-Georg Siedentopf, Bernard Lown........................................ 18-19

- Rubriken Aktuelles und Termine........................................................................................2 Aus dem Vorstand.................................................................................................3 Impressum............................................................................................................. 19


AKTUELL

TERMINE

MÄRZ 18.3., 19 Uhr online: Kampfdrohnen in Deutschland verhindern. Mit Agnes Callamard, Prof. Norman Paech, Prof. Jakob Foerster 20.3. online: Treffen AK Atomenergie 25.3. online: AK Soziale Verantwortung 27. 3. online: IPPNW-Vorstandssitzung

APRIL 23.-25. 4. Rotenburg / Wümme: IPPNW-Jahrestreffen und Mitgliederversammlung im Agaplesion Diakonieklinikum

MAI Lara-Marie Krauße ist Pressereferentin der deutschen IPPNW.

15.-16. 5. in Berlin: IPPNW-Vorstandssitzung 29.-30.5. in Altenfelden / Österreich: „Climate, War and Health“

JUNI 12. 6. online: IPPNW-Vorstandssitzung 18.-20.6. in Landsberg am Lech: „40 Jahre IPPNW“

JULI

Liebe Mitglieder und Leser*innen,

10. 7. in Büchel: IPPNW-Vorstandssitzung Weitere Informationen unter: www.ippnw.de/aktiv-werden/termine

en Vormerk

IPPNW in Bewegung

!

JUNI 25.–26.06. Berlin Quo Vadis – Frieden? Vereinsinternes Treffen zu Motivation, gemeinsamen Wertvorstellungen, Strukturen und Zielen. Zudem soll es um Arbeitsformen, Methoden und Vorgehensweisen gehen. Anmeldung: ippnw.de/bit/quovadis

es bleibt eine Zeit der Erneuerung: In Rotenburg wird im April 2021 ein neuer Vereinsvorstand gewählt. Auf das IPPNWJahrestreffen freuen wir uns schon sehr und hoffen auf Begegnungen in Präsenz. Einladung und Anträge sowie einen Abdruck der Vereinssatzung mit vorgeschlagenen Änderungen finden Sie auf S. 4 ff. Wir haben mit drei neuen Mitarbeiter*innen frischen Wind in die IPPNW-Geschäftsstelle gebracht. Angelika Wilmen berichtet über den Wandel in der Geschäftsstelle (S. 17). Außerdem suchen wir eine neue Bleibe: Die extremen Mieterhöhungen für unser Büro belasten den Verein. Wir bitten Sie daher, liebe Mitglieder, herzlich um Ihre Unterstützung bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten in Berlin (S. 9). Um 5G, seine militärische Nutzung sowie die Fortführung der Kampagne Radioactive Olympics ging es auf der RegioContact 2

Süd in Stuttgart – organisert von Dr. Jörg Schmid (S. 15). In Hamburg wiederum hat sich eine neue IPPNW-Studierendengruppe gegründet. Diese ist offen für Mitstreiter*innen – Kira Meißner berichtet (S. 18). Auf der Peace Academy wurden im Januar Friedenslogik und Friedenskonzepte erfahrbar. Referent*innen wie Ruth Rohde und Hanne-Margret Birckenbach vermittelten Studierenden Friedenskompetenzen (S. 16). Mitte Februar ist Bernhard Lown im Alter von 99 Jahren verstorben. Er war einer der größten Ärzte seiner Zeit und zugleich Begründer der IPPNW. Die deutsche IPPNW trauert um Dr. Helmut Fischer, den Leiter des Arbeitskreises Süd-Nord, um Gründungsmitglied Dr. Helmut Koch und um Professor Hans-Georg Siedentopf (S. 18f.) Ich wünsche Ihnen gute Lektüre! Ihre Lara-Marie Krauße


AUS DEM VORSTAND

Abschied und Neuanfang

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leich mehrere politische Erfolge konnten wir Ende letzten und Anfang dieses Jahres feiern. Kurz vor Weihnachten hat sich die SPD-Fraktion vorerst gegen die Bewaffnung der geleasten Heron-TP-Drohnen entschieden. Das verschafft uns eine kurze Atempause, um unsere Argumente gegen die Bewaffnung weiter in die Öffentlichkeit zu tragen und im Vorfeld der Bundestagswahl Einfluss zu nehmen. Die nächste Entscheidung zum Thema steht jedoch schon am 24. März 2021 an, denn dann soll der Bundestag die weitere Entwicklung einer bewaffnungsfähigen Eurodrohne bewilligen. Zudem konnte die Entscheidung über den Kauf neuer Atombomber im letzten Jahr vorläufig gestoppt werden. Ein großer Erfolg auf dem Weg zu einer atomwaffenfreien Welt war das Inkrafttreten des UN-Vertrages für ein Verbot von Atomwaffen am 22. Januar 2021. Es gab vielfältige Aktivitäten unserer Mitglieder vom Flaggenhissen über Feiern mit den Bürgermeister*innen für den Frieden, Pressearbeit, Anzeigen in Lokalzeitungen sowie eine Fotoaktion vor dem Bundeskanzleramt. Alle Informationen zu den Aktivitäten finden Sie unter nuclearban.de

Der aktuelle Vorstand wurde 2019 in Stuttgart gewählt.

Vom 6.-11. Juli 2021 wird in Büchel ein Aktionscamp von IPPNW und ICAN stattfinden, um unsere Forderungen für einen Beitritt der Bundesregierung zum Verbotsvertrag sowie den Abzug der US-Atomwaffen vor Ort laut und öffentlich zu machen. Informationen finden Sie unter buechel.nuclearban.de

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och eine Anmerkung in eigener Sache: Mit der Mitgliederversammlung werden wir uns aus dem Vorstand verabschieden und unser IPPNW-Engagement auf anderen Wegen fortsetzen. Damit gehen vier bis zehn Jahre gemeinsamer Vorstandsarbeit zu Ende. Es war eine interessante Zeit, in der wir viel gelernt haben und Teil der Entwicklungen des Vereins sein konnten. Diese zehn Jahre begannen 2011 mit der Fukushima-Katastrophe, die diese Zeit geprägt hat und von uns wissenschaftlich und aktivistisch begleitet wurde. Die Präsenz der IPPNW in Büchel wurde ausgebaut und durch den Atomwaffenverbotsvertrag eine Blockade überwunden. Das Bewusstsein für die Klimakatastrophe ist gewachsen und für die IPPNW immer mehr zum Thema geworden. Im Rahmen verschiedener Bündnisse brachten wir die Bedeutung ziviler Krisen- und Konfliktprävention für die globale Gesundheit ein. Auf qualitative Aufrüstungsschritte wie militärische Drohnen haben wir mit unserer ärztlichen Expertise reagiert – um nur einige der Themen zu benennen. In der Geschäftsstelle wurde der Übergang von erfahrenen langjährigen Mitarbeiter*innen zu einem verjüngten Team gemeistert.

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u Beginn des Jahres hat die IPPNW-Regionalgruppe Nürnberg, Fürth, Erlangen anlässlich des 100-jährigen Bestehens des Deutschen Roten Kreuzes eine medizinhistorisch-wissenschaftliche Thementagung mit mehr als 100 Teilnehmer*innen veranstaltet. Die Referent*innen thematisierten die aktiven Verstrickungen des DRK in der Zeit des Nationalsozialismus und kritisierten, dass die Organisation es bisher versäumt habe, ihre Vergangenheit glaubwürdig aufzuarbeiten. Am 11. März 2021 jährt sich der Super-GAU von Fukushima. Am 27. Februar 2021 haben wir ein Online-Symposium „10 Jahre Leben mit Fukushima“ veranstaltet, auf dem die wichtigsten Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Katastrophe auf Mensch und Umwelt vorgestellt und diskutiert wurden. Am 11. März 2021 erscheint wie in den vorherigen Jahren eine Anzeige in der SZ. All denjenigen, die diese Anzeige mit ihrer Unterzeichnung und einer Spende ermöglicht haben, möchten wir ganz herzlich danken.

Nun kommen zu den neuen Gesichtern in der Geschäftsstelle noch neue Gesichter im Vorstand. Wir freuen uns sehr auf all die neuen Impulse!

Vom 23.-25. April 2021 findet unsere IPPNW-Mitgliederversammlung voraussichtlich im hybriden Format statt. Auf der Tagesordnung stehen u.a. die Wahlen zum Vorstand.

Herzliche Grüße – Inga Blum, Claudia Böhm, Katja Goebbels, Susanne Grabenhorst, Alex Rosen und Henry Stahl 3


JAHRESTREFFEN

Auf ein Wiedersehen! IPPNW-Jahrestreffen vom 23.-25. April 2021 in Rotenburg/Wümme

W

ir laden Sie herzlich ein, vom 23.- 25. April 2021 an unserem Jahrestreffen teilzunehmen. Noch immer hoffen wir, dass wir uns in Rotenburg/Wümme sehen können. Wir sind leider auch heute (Stand Februar 2021) noch nicht sicher, wie die Corona-Auflagen des Landes Niedersachsen und die Vorgaben des Diakonieklinikums Ende April aussehen werden. Wir suchen mit Hochdruck nach Möglichkeiten für ein spannendes, partizipatives Jahrestreffen mit vielen Begegnungsmöglichkeiten und gleichzeitig nach Lösungen für eine rechtssichere Mitgliederversammlung.

te geben zum Nahostkonflikt mit einem Input des IPPNW-Vorsitzenden Dr. Alex Rosen.Am Samstagabend möchten wir feiern, dass der UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen in Kraft getreten ist. In welcher Form das möglich sein wird, hängt selbstverständlich auch von den dann geltenden Bestimmungen ab.

Den Freitagabend leiten IPPNW-Ehrenvorstandsmitglied Prof. Dr. Ulrich Gottstein gemeinsam mit einer Vertreterin von ICAN ein zum Thema „Atomwaffen sind verboten – Ein Erfolg für die IPPNW und ICAN“. Im Anschluss hören wir einen Vortrag von Maja Göpel. Als Mitinitiatorin der „Scientists for Future“ unterstützt die Politökonomin die Anliegen der Bewegung „Fridays for Future“. In ihrem Vortrag spricht sie über Klimakrise und Corona-Pandemie: Welche ökonomische Transformation ist erforderlich?

Vorstandswahlen und Anträge

Am Samstag referiert Bärbel Höhn, Energiebeauftragte für Afrika, über „Klimakrise UND Pandemie: Lösungen für Afrika“. Im Anschluss daran wird es eine Debat-

Am Sonntag begleitet uns das Thema „Atomwaffenverbot“ nach den Workshops weiter. Wir hören Stimmen aus der internationalen IPPNW, die per Video zugeschaltet werden. Sie schildern uns ihre länderspezifischen Perspektiven für Abrüstung nach Inkrafttreten des Atomwaffenverbotes.

Die Wahlen zum Vorstand finden am Samstagnachmittag, 24. April 2021, statt. Die Bewerbungen der Kandidat*innen finden Sie auf den folgenden Seiten. Sie können noch bis zur Veranstaltung selbst eine Kandidatur erwägen für den Vorstand, International Councillor oder stellvertretende*n International Councillor. Erste Anträge zur Mitgliederversammlung finden Sie ebenfalls in diesem Forum-intern. Schicken Sie uns Ihre Anträge und Resolutionen bitte möglichst bis 19. April 2021 zu, damit wir ausreichend Zeit haben, die Anträge an die angemeldeten Teilnehmer*innen zu versenden. 4

Workshops und Markt der Möglichkeiten Auf der IPPNW-Homepage können Sie sich online zum Jahrestreffen anmelden: Bitte geben Sie bei der Anmeldung auch Ihre Workshoppräferenz an. Wir sammeln diese Angaben bis 7. April 2021, um dann entscheiden zu können, welche Workshops genug Anmeldungen haben und stattfinden können. Ein Teil der Workshops wird voraussichtlich online stattfinden, ein anderer Teil in Präsenz. Wenn Sie das Engagement Ihrer Regionalgruppe, ein Projekt oder eine Kampagne auf dem Markt der Aktionsmöglichkeiten am Freitagabend vorstellen möchten, dann melden Sie bitte bis spätestens 31. März einen Stand und/oder eine Stellwand an. Die Stellwände mit den Informationen bleiben das ganze Wochenende über stehen. Weitere Informationen zu der Tagesordnung, den Übernachtungsmöglichkeiten in Rotenburg/Wümme sowie technischen Informationen finden Sie ebenfalls unter www.ippnw.de/bit/jahrestreffen Mit freundlichen Grüßen Susanne Grabenhorst und Alex Rosen


Alle Informationen zur MV und ausführliche Begründungen zu den Anträgen finden Sie unter: ippnw.de/ bit/jahrestref fen

Diskussion über die Vereinsöffnung für Angehörige des Gesundheitsbereiches

Hilfeleistung für die Uranbergbauarbeiter nach Art. 6 Atomwaffenverbotsvertag

Antrag an die Mitgliederversammlung

Antrag an die Mitgliederversammlung

Die Mitgliederversammlung beauftragt den Vorstand, im Verein eine Diskussion darüber zu führen, ob die Möglichkeit der ordentlichen Mitgliedschaft für Angehörige anderer Berufsgruppen aus dem Gesundheitsbereich in die Satzung aufgenommen werden soll. Bei der Mitgliederversammlung 2022 werden die Argumente der Diskussionen vorgestellt. Es können gegebenenfalls Anträge zur Satzungsänderung gestellt werden.

Die IPPNW fordert die Bundesregierung auf, dem Atomwaffenverbotsvertrag (AVV) beizutreten. Als ersten Schritt vor diesem Beitritt soll die Bundesregierung dessen Artikel 6 anerkennen und die Opfer des Uranbergbaus in Deutschland entschädigen. Die Bundesregierung hat in Bezug auf das ehemalige Uranbergbaugebiet der Wismut AG in Thüringen und Sachsen bereits Maßnahmen zur Sanierung der Umwelt der kontaminierten Gebiete unternommen. Darüber hinaus wäre die Bundesregierung gemäß Artikel 6 des AVV verpflichtet, in angemessener Weise eine Hilfe, einschließlich medizinischer Versorgung, Rehabilitation und psychologischer Unterstützung für alle Personen zu leisten, die vom Einsatz oder von der Erprobung von Atomwaffen betroffen sind.

Als Diskussionsanregung stellt der Vorstand folgende Formulierung vor: §3 Zur ordentlichen Mitgliedschaft sind zugelassen a) … b) … c) … d) Menschen mit einer Berufstätigkeit im Gesundheitsbereich: Psycholog*innen, Pflegende, medizinische Fachangestellte, medizinisch technische Assistent*innen, Apotheker*innen, Beschäftigte im Rettungsdienst sowie Auszubildende in den genannten Berufen. Eingeschlossen sind auch Tätige, Studierende und Forschende in den Gesundheitswissenschaften, der öffentlichen Gesundheitspflege (Public Health) und der globalen Gesundheit (Global Health). Mitglieder weiterer Berufsgruppen im Gesundheitsbereich können auf Einzelantrag aufgenommen werden. Die Entscheidung über ihre Aufnahme trifft der Vorstand. Bis zu drei Sitze im Vorstand können von NichtÄrzt*innen und Nicht-Medizinstudierenden besetzt werden.

Da die Wismut-Bergbauarbeiter*innen für das sowjetische Atomwaffenprogramm Uran abgebaut haben und diese Atomwaffen zum Teil bei Atomwaffenversuchen zum Einsatz kamen, sind diese Personen berechtigt, Hilfeleistung der Bundesregierung zu erhalten.

Antragsteller: IPPNW-Vorstand

Antragsteller: IPPNW-Vorstand 5


JAHRESTREFFEN

Klimaziele des Pariser Abkommens einhalten

Gegen die Bewaffnung von Drohnen

Antrag an die Mitgliederversammlung

Antrag an die Mitgliederversammlung

Die IPPNW-Mitgliederversammlung fordert von der zukünftigen Bundesregierung eine konsequente Verfolgung der Klimaziele des Pariser Abkommens. Dies bedingt eine nachhaltige, im Einklang mit Umwelt und Natur stehende Energiewirtschaft, auf der Basis eines sparsamen und effizienten Umgangs mit Energie, einer Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen mit einer möglichst positiven ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Bilanz. Dazu gehören:

Jede bewaffnete militärische Drohne ist eine Gefahr für die Menschen im Einsatzgebiet und für das Drohnenpersonal, die wir als Menschen aus Gesundheitsberufen nicht akzeptieren können. Die Mitgliederversammlung spricht sich gegen die Bewaffnung der Heron-TP-Drohnen der Bundeswehr, gegen die geplante Eurodrohne sowie gegen bewaffnete Drohnenschwärme im FCAS-System (Future Combat Air System) aus. Bewaffnete Drohnen töten auch Zivilist*innen und bedeuten schwere psychische Belastungen für die Menschen im Einsatzgebiet sowie für das Drohnenpersonal. Sie verschwenden Ressourcen, die an anderer Stelle gebraucht werden.

» der schnellstmögliche Ausstieg aus der Gas-, Öl- und Kohleverbrennung sowie aus der gefährlichen Atomenergie, » die Förderung des Ausbaus einer dezentralen erneuerbaren Energiewirtschaft, die unabhängig ist von fossilen und atomaren Rohstoffimporten,

Dieser Aufrüstungsschritt in Richtung autonomer Kriegsführung muss gestoppt werden. Stattdessen soll sich die Bundesregierung für eine völkerrechtliche Ächtung von voll-autonomen Waffen einsetzen.

» massive Investitionen in die Forschung und Entwicklung von effizienten Speichertechnologien, Smart Grids und Demand Side Management sowie in Maßnahmen zur Sektorenkopplung, zur überregionalen Vernetzungen und zum sparsamen und effizienten Einsatz von Energie,

Antragsteller: IPPNW-Vorstand

Wenn Sie Änderungsvorschläge zu den Anträgen des Vorstandes haben, schicken Sie bitte eine Mail an: grabenhorst@ippnw.de

» über die nötigen Umbauten in der Energiewirtschaft hinaus ein gesellschaftliches und politisches Umdenken, das Wachstum nicht mehr als Selbstzweck versteht und Konsum- und Mobilitätsverhalten kriisch hinterfragt und nachhaltigere Alternativen erprobt.

Antragsteller: IPPNW-Vorstand 6


JAHRESTREFFEN

Bewerbungen für den Vorstand 2021 Kandidatinnen und Kandidaten stellen sich vor über die verschiedenen Arbeitsgruppen intern viel ausgetauscht und die Zeiten im Lockdown genutzt. Mich hat dieser Austausch mit vielen Mitgliedern begeistert, wir haben darüber sprechen können, was uns in diesen Zeiten als politisch aktive Ärzt*innen bewegt und Einblicke in die vielfältigen Projekte bekommen. Asylpolitisch sieht die Welt und die Situation hier in Deutschland nach wie vor furchtbar aus und wir müssen dringend weiter und noch lauter unsere ärztliche Meinung einbringen und uns für die Rechte geflüchteter Menschen einsetzen.

Dr. Angelika Claußen, Bielefeld In meinem bisherigen Engagement für die IPPNW habe ich mich regional, bundesweit und international auf dem gesamten Spektrum unserer Aktivitäten engagiert: Atomwaffen, Atomenergie, Klimakrise und Frieden. Zu unseren Themen habe ich in den letzten Jahren wesentliche IPPNW-Studien und Papiere (mit)verfasst. Mit meiner Arbeit im Vorstand möchte ich dem Verein nicht nur meine politische Erfahrung zur Verfügung stellen, sondern ebenso von jungen und von neuen Mitgliedern, Studierenden, Arbeitskreisen und Regionalgruppen lernen und dabei helfen, unsere unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen zusammenzuführen.

Beruflich bin ich aktuell kurz vor der Prüfung zur Fachärztin für Anästhesiologie und lege dann eine kleine Pause ein - Anfang April erwarten wir unser erstes Kind!

Dr. Helmut Lohrer, Villingen-Schwenningen

Wir leben in Zeiten des globalen Umbruchs. Die IPPNW nimmt zwei existentielle Krisen in den Blick: Die Klimakrise und die zunehmende Atomkriegsgefahr. Zu beiden trägt die aktuelle globale Aufrüstungsspirale massiv bei. Die Lösungsstrategien für die Klimakrise und für das atomare Wettrüsten gehen in dieselbe Richtung: Globale Prävention und kollektives Handeln und ein Handeln in Solidarität. In diesem Sinne möchte ich mich in die Vorstandsarbeit einbringen. Der Schwerpunkt meiner Arbeit würde im Bereich Atomausstieg liegen sowie auf dem Zusammenhang Klima – Sicherheit – Frieden, wo ich dazu beitragen möchte, dass diese Bewegungen sich besser vernetzen.

Mit dem Atomwaffenverbotsvertrages hat die IPPNW, gemeinsam mit ICAN, einen ihrer größten Erfolge seit Bestehen unserer Organisation erzielt. Darauf können wir stolz sein, ausruhen dürfen wir uns darauf nicht. Ungeachtet dieses Vertrages erlebt die Welt eine beispiellos angespannte Situation: Die vom Bulletin of the Atomic Scientists jährlich aktualisierte Doomsday Clock steht auf 100 Sekunden vor Zwölf, nie war die existentielle Bedrohung für die Menschheit durch einen Atomkrieg oder durch die Klimakatastrophe größer als heute.

Dr. Carlotta Conrad, Dresden

In den anhaltenden Kriegen wie im Jemen und in Syrien sterben täglich Menschen, für Viele im Globalen Süden ist Gewalt die ständige Realität. Während wir uns – berechtigt oder nicht – Sorgen um die Verteilung von Impfstoffen machen, fehlen anderswo die Mittel, um selbst banale Krankheiten zu behandeln. Diese Ungleichheit, davon bin ich überzeugt, lässt sich nur gewaltsam aufrecht erhalten. Die Kluft zwischen Armut und Reichtum, so hat es Bernard Lown einmal gesagt, ist die treibende Kraft für den Militarismus. Mein Anliegen, wofür ich mich als Vertreter eine der aktivsten Sektionen in der internationalen IPPNW einsetzen möchte ist, dass wir als ärztliche Friedensorganisation uns der Entwicklung widersetzen, die Krieg und Gewalt als Mittel der Politik etabliert.

Liebe IPPNWler*innen, sehr gerne kandidiere ich dieses Jahr wieder für den Vorstand und die Position der Schatzmeisterin. Ich habe mich in den letzten beiden Jahren in die neuen Aufgaben eingearbeitet und möchte diese für den Verein so wichtige Tätigkeit weiterführen. Durch unsere interne Finanzgruppe, bestehend aus Mitgliedern des Vorstands, der Geschäftsstelle und unserer Revisorin, fühle ich mich sehr gut unterstützt und alle Anliegen können gemeinsam beraten werden. Mein politischer Schwerpunkt liegt im Bereich Soziale Verantwortung. Letztes Jahr haben wir gemeinsam mit vielen Bündnispartner*innen ein öffentliches Tribunal zum Menschenrecht auf Gesundheit durchgeführt. Daneben haben wir uns bundesweit und 7


JAHRESTREFFEN

Dr. Robin Maitra, MPH, Stuttgart

Dr. Lars Pohlmeier, Bremen

Hallo, mein Name ist Robin Maitra. Ich bin 55 Jahre alt, verheiratet, habe drei Töchter und bin seit 20 Jahren in einer Gemeinschaftspraxis als Internist und Hausarzt niedergelassen. In der IPPNW gehöre ich der Stuttgarter Regionalgruppe an und engagiere mich in den Bereichen Atommüll und Klimawandel. Außerhalb der IPPNW habe ich mich bislang vor allem in den Gremien der verfassten Ärzteschaft eingebracht und bin Menschenrechtsbeauftragter und Schriftführer im Vorstand der Landesärztekammer Baden-Württemberg. Als Abgeordneter des Deutschen Ärztetages habe ich wichtige Beschlüsse zu den Themen freigemessener Atommüll, Geflüchtete und Divestment erreicht; wir konnten das Thema Klimawandel zum Schwerpunkt des nächsten Ärztetages machen. Neben der IPPNW bin ich Mitglied in der Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) und im Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (vdää).

Seit 30 Jahren habe ich in unterschiedlichen Positionen in der deutschen und internationalen IPPNW Verantwortung für den Verein übernommen. Ich stehe für eine Verzahnung der nationalen und internationalen Aktivitäten. Die IPPNW hat auf dem Weg zum Atomwaffenverbotsvertrag eine herausragende Rolle gespielt. An dieser Arbeit habe ich mich beteiligt. Mir ist bewusst, dass in den nächsten Jahren trotz der Erfolge ein steiniger Weg vor uns liegt. Zentrale Weichen für eine friedlichere Welt müssen gestellt werden. Die Abschaffung der Atomwaffen ist dafür die Voraussetzung. Ich möchte meine Erfahrung weiter einbringen, um einen Ausgleich zwischen der nötigen Schwerpunktsetzung politischer Themen und gleichzeitiger Vielfalt produktiv zu ermöglichen. Wir werden und müssen nicht für alle Themen Antworten haben, aber ich wünsche mir eine gute Debattenkultur. Ferner bin ich bereit, die organisatorischen Leitungsfragen hinter den Kulissen mitverantwortlich zu bearbeiten. Meine Ziele: Neue Impulse in der internationalen Abrüstungsdebatte setzen, neue Themenfelder wie Klimawandel und Militarisierung auch international zu entwickeln, neue Akzente in der Mitgliederentwicklung national und international zu setzen und den Generationswechsel zu fördern.

Ich möchte mich im Vorstand der deutschen IPPNW mit dem Schwerpunkt zu Fragen des Klimawandels einbringen. Für mich ist es wichtig, die drohende ökologische Katastrophe nicht isoloert zu betrachten. Im Team möchte ich dazu beitragen, auch die hiermit verbundenen und für die IPPNW zentralen Fragen der sozialen Verantwortung, von Flucht und Migration, Atomkraft und Militär thematisch zu vernetzen und in die Diskussion einzubeziehen. Hierzu bitte ich um Eure Unterstützung.

Ute Rippel-Lau, Hamburg

Dr. Daniel Oehler, Hamburg

Ich bin Ute Rippel-Lau, Ärztin für Allgemeinmedizin, lebe in Hamburg und habe drei erwachsene Kinder. Mein politisches Engagement begann in der Anti-Atombewegung um das geplante Endlager in Gorleben. Anfang der 80er Jahre habe ich mich gegen den NATO-Doppelbeschluss eingesetzt und mich der Friedensbewegung angeschlossen. Seit 1983 bin ich Mitglied der IPPNW. 2018 haben wir in Hamburg eine neue Regionalgruppe mit Schwerpunkt ICAN-Kampagne / Atomwaffenverbotsvertrag gegründet und 2020 in der Hamburger Bürgerschaft einen Beschluss zum Atomwaffenverbot durchsetzen können. Gegenwärtig ist eine Rückwärtsbewegung auf vielen Ebenen zu spüren. Wie ein Déjà-vu erlebe ich die erneute nukleare Aufrüstung und die zunehmende „Kalte-Kriegs-Rethorik“. Ich setze mich dafür ein, dass Deutschland dem Atomwaffenverbot beitritt und die nukleare Teilhabe beendet. Auch ist es mir ein Anliegen, die zivilgesellschaftlichen internationalen Kontakte zu verbessern, Feindbilder abzubauen und als Friedensbewegung die Deutungshohheit über Begriffe wie „Sicherheit“ und „Verantwortung“ wieder zu erlangen. Dazu gehört es, den Kontakt zur russischen IPPNW-Sektion wieder aufzunehmen, zum Beispiel im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Hamburg und Sankt Petersburg.

Ich bin 2017 zur IPPNW gekommen, auf der damaligen Nukipedia haben mich Elu Iskenius, Inga Blum und viele andere davon überzeugt, dass nukleare Abrüstung ein existenziell wichtiges und lohnenswertes Ziel politischer Arbeit ist und die IPPNW der beste Ort, um diesem Ziel näherzukommen. Die erfüllendste „Arbeit“ in der IPPNW ist für mich die Organisation der Aktionstage in Büchel. Ich finde es wunderschön, in Gemeinschaft nicht nur Vorträge zu halten und zu diskutieren, sondern auch mit den Händen zu arbeiten, zu basteln, Zelte aufzubauen und Straßen zu besetzen. Jetzt wo der Atomwaffenverbotsvertrag in Kraft ist habe ich vor, die Divestmentkampagne „Don‘t bank on the bomb“ in die ärztlichen Versorgungswerke zu tragen, um dort einen Verzicht auf (Atom-)Waffeninvestitionen zu erreichen. Als Vorstand der IPPNW möchte ich nicht nur nach außen für unsere politischen Ziele eintreten, sondern auch dafür sorgen, dass wir als Verein neue Mitglieder integrieren, dass wir Konflikte untereinander lösen und hilfreiche Techniken – offline und online – lernen, um miteinander an einer schöneren Welt zu arbeiten, frei von Atomwaffen, Atomkraft, Rassismus und sozialer Ausgrenzung. Ich bin 30 Jahre alt und arbeite als Weiterbildungsassistent in einer Hamburger Hausarztpraxis. 8


Ralph Urban, Schwarzenbek Ich heiße Ralph Urban und bin Facharzt für Neurologie und Psychiatrie mit Zusatztitel Psychotherapie. Viele Jahre habe ich einerseits gegen Atomkraftwerke demonstriert und bin andererseits in verschiedenen Friedensinitiativen aktiv gewesen. Heute gehören Klimaschutz und Abrüstung für mich zusammen. Erderhitzung und Aufrüstung bedrohen unser Leben unmittelbar und befeuern sich gegenseitig. Das Militär verschlingt die Gelder, die wir international zum Klimaschutz brauchen und es spaltet die Nationen, die die Klimakatastrophe nur gemeinsam verhindern können. Nach dem Ende des Kalten Krieges habe ich auf eine friedliche Zukunft gehofft und mich bei den Grünen für den Klimaschutz engagiert. Heute steht für mich die Atomkriegsgefahr wieder im Mittelpunkt. Deshalb bin ich vor drei Jahren Mitglied der IPPNW/ ICAN-Gruppe Hamburg geworden. Mich interessieren die Etablierung von Feindbildern als Kriegsvorbereitung, Narrative und Metaphern (z.B. Abschreckung als „Lebensversicherung“) in der öffentlichen Debatte. Ich möchte dabei sein und helfen, dass die Zivilgesellschaft ihr Recht auf atomare Abrüstung durchsetzt. Darum kandidiere ich für den Vorstand der deutschen Sektion.

Dr. Ute Watermann, Berlin

Aufruf: Die IPPNW sucht eine Bleibe ! Die kräftigen Mietsteigerungen in Berlin treffen nun auch die IPPNW. Nach über 30 Jahren gewerblicher Miete unserer Geschäftsräume in der Körtestraße 10 in Berlin-Kreuzberg kündigte uns der Vermieter zum 31. März 2021 – um uns die Räumlichkeiten zum doppelten Preis neu zu vermieten. Rechtlich ist dies nicht zu beanstanden – aber für unseren Verein ist eine solche Kostenerhöhung dauerhaft schwer zu verkraften. Wir möchten die Mitgliedsbeiträge und Spenden in unsere inhaltlichen Projekte stecken und nicht dauerhaft hohe Overhead-Kosten finanzieren.

„Ehrfurcht vor dem Leben“, getreu der Ethik Albert Schweitzers, die ich in einer Zeit zunehmender Kriege und Umweltzerstörung wichtiger denn je empfinde, möchte ich mich weiter für die Belange der IPPNW einsetzen. Für eine friedliche, nachhaltige und solidarische Welt.

Der Vorstand hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten drei Jahre eine neue Bleibe in Berlin zu finden und die Zukunft unseres Büros für den Verein und die Mitarbeiter*innen auf eine solide und nachhaltige Basis zu stellen. Das ist nicht einfach in diesen unruhigen Zeiten – aber wir gehen mit Schwung und Elan an die Sache und mit einer engagierten Mitgliedschaft.

Auf meiner persönlichen Prioritätenliste steht dabei für diese Vorstandsperiode die Suche nach einer neuen Bleibe für die IPPNW-Geschäftsstelle in Berlin (siehe auch Aufruf im internen Teil des Forums) In diesen unruhigen Zeiten müssen wir die Zukunft unseres Büros für den Verein und die Mitarbeiter*innen auf eine solide und nachhaltige Basis zu stellen. Daneben möchte ich weiter – wie bisher – die Öffentlichkeitsarbeit und das IPPNW-Forum begleiten. Als Ärztin, Journalistin und Gründerin einer Baugemeinschaft hier in Berlin fühle ich mich dafür gut aufgestellt und bitte Sie um Ihre Stimme.

Deshalb möchten wir Sie heute bitten: Falls Sie Ideen oder Tipps haben, hilfreiche Kontakte oder Ihnen sonstige Formen der Unterstützung einfallen, nehmen Sie Kontakt mit uns auf. Wir suchen eine Gewerbeimmobilie möglichst zum Kauf mit ca. 300 Quadratmeter Büroflache und gegebenenfalls 100 Quadratmeter Lager, gut erreichbar mit dem öffentlichen Nahverkehr und vorzugsweise innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings gelegen. Wir freuen uns über alle Hinweise und Empfehlungen und stehen für weitere Informationen gerne zur Verfügung. Mit herzlichen Grüßen für den Vorstand, Ihre Dr. Ute Watermann Kontakt: utewatermann@gmx.de oder Tel. 0152 288 92 920


SATZUNG

Vorgeschlagene Änderungen

SatzungsNeufassung

Satzung des Vereins „Deutsche Sektion der internationalen Ärzt*innene für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) / Ärzt*innene in sozialer Verantwortung e.V.“

Antrag an die Mitgliederversammlung Die Mitgliederversammlung möge beschließen, die Satzung der deutschen Sektion der IPPNW neu zu fassen.

§1 Name und Sitz, Organisationsbereich, Geschäftsjahr

Berücksichtigt werden sollen dabei: » Die neue Rechtschreibung

1. Der Verein führt den Namen „Deutsche Sektion der Internationalen Ärzt*innene für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW) / Ärzt*innene in sozialer Verantwortung e.V.“

» Eine gendergerechte Sprache, auch im Vereinsnamen » Eine aktualisierte Beschreibung der Vereinsziele » Die Benennung der Möglichkeit von Co-Vorsitzenden

2. Der Verein hat seinen Sitz in Berlin.

» Die Möglichkeit, in dringenden Fällen eine Online-Mitgliederversammlung durchzuführen

3. Das Geschäftsjahr des Vereins ist das Kalenderjahr.

» Die Nennung der IPPNW-Geschäftsstelle

§2 Zweck, Aufgaben, Gemeinnützigkeit 1. Zweck und Aufgaben des Vereins, der unabhängig und parteipolitisch nicht gebunden ist, sind

Im folgenden die vorgeschlagenen Änderungen: Dunkelblau: Inhaltliche Hinzufügung zur Satzung von 2012 Hellblau: Formale Hinzufügung zur Satzung von 2012 Grau hinterlegt: Streichung

a) in der Ärzteschaft und in der Öffentlichkeit durch ideelle und materielle Maßnahmen initiativ oder unterstützend darauf hinzuwirken, die Entstehung eines Atomkrieges und anderer Kriege zu verhindern,

Antragsteller: IPPNW-Vorstand

b) die Öffentlichkeit mit medizinischem Sachverstand über die Gefahren aufzuklären, die durch atomare Rüstung und/oder Produktion anderer Massenvernichtungsmittel sowie durch Militärindustrie und Waffenhandel für Mensch und Umwelt entstehen können, und den Geschädigten und Kriegsopfern Hilfe zukommen zu lassen. Dazu gehört auch die Aufklärung über die durch die Klimakrise verschärften gewaltsam ausgetragenen Konflikte. c) die Beschäftigung mit den Auswirkungen der Nutzung der Atomenergie im militärischen und – wegen der Gefahr der Proliferation von Plutonium und anderen spaltbaren Materialien – im zivilen Bereich, d) der Einsatz für den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen von Menschen, Tieren und Pflanzen gegen Gefahren, die von militärischen und zivilen Atomanlagen ausgehen; die Prüfung und Aufklärung über diese Gefahren und das Einschreiten gegen sie, auch indem Rechtsmittel von Personen unterstützt werden können, die selbst zur Klage legitimiert sind. e) die Einhaltung ethischer Grundregeln in der Ausübung des ärztlichen Berufs, in der medizinischen Forschung und der Bio10


SATZUNG

ethik kritisch zu begleiten und öffentlich anzumahnen sowie der gesellschaftlichen Stigmatisierung und Diskriminierung von kranken und alten Menschen sowie Menschen mit Behinderungen Kranken, Behinderten und Alten entgegenzuwirken,

a) jede natürliche Person, die das medizinische, zahnmedizinische oder tiermedizinische Staatsexamen erfolgreich abgelegt hat, b) die Studierenden der Humanmedizin, Zahnmedizin oder Tiermedizin,

f) in der Öffentlichkeit für Frieden und gewaltfreie Konfliktlösungen, Abrüstung, Völkerverständigung, soziale Gerechtigkeit, Humanität und Ökologie zu werben und auf die Ursachen von Kriegen hinzuweisen sowie auf das zunehmende ökonomische Gefälle zwischen den reichen Ländern des Nordens und den armen des Südens und das Gefälle innerhalb der Gesellschaften.

c) natürliche Personen, die die Approbation als Psychotherapeut*in/Psychotherapeutin erlangt haben. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist weiterhin, dassß die Personder Bewerber die Ziele und Bestrebungen des Vereins im Sinne des in § 2 Ziffer 1 gekennzeichneten Satzungszweckes unterstützt.

2. Der Verein verwirklicht seine Aufgaben durch öffentliche Informations- und kulturpolitische Veranstaltungen, Sammlungen, Publikationen, Aktionen, Symposien und Kongresse sowie Hilfsprogramme und die Förderung von Forschungsprojekten sowie bildungspolitische Veranstaltungen (Austauschprogramme und Begegnungs- und Bildungsreisen). Der Verein strebt zur Verwirklichung seiner Aufgaben die Zusammenarbeit mit Einzelpersonen, Gruppen, Bürgerinitiativen, Organisationen sowie medizinischen und wissenschaftlichen Gesellschaften an, die mit den unter Ziffer 1 gekennzeichneten Zielen des Vereins übereinstimmen.

2. Natürliche Personen, die die in Ziffer 1 a), b) und c) gekennzeichneten persönlichen Qualifikationen nicht erfüllen sowie juristische Personen können als fördernde Mitglieder in den Verein aufgenommen werden. Die fördernden Mitglieder werden in die Aktivitäten des Vereins einbezogen, erhalten die Periodika und sind befugt, an den Veranstaltungen des Vereins und seinen Mitgliederversammlungen teilzunehmen. Ein Stimmrecht steht ihnen nicht zu.

3. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung in der jeweils geltenden Fassung. Der Verein verfolgt die gemeinnützigen Zwecke Förderung der Bildung sowie Förderung des Völkerverständigungsgedankens.

3. Über den schriftlichen Antrag auf Aufnahme in den Verein als ordentliches oder förderndes Mitglied entscheidet der Vorstand. Gegen den ablehnenden Bescheid des Vorstandes, der zu begründen ist, kann der*die Antragsteller*in Beschwerde erheben. Die Beschwerde ist innerhalb eines Monats ab Zugang des ablehnenden Bescheides schriftlich beim Vorstand einzulegen. Über die Beschwerde entscheidet die nächste ordentliche Mitgliederversammlung.

4. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsgemäße Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck des Vereins fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden. Der Verein ist selbstlos tätig, er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke.

4. Über die Höhe des Mitgliederbeitrages für die ordentlichen und fördernden Mitglieder entscheidet die Mitgliederversammlung. Die insoweit gefassßten Beschlüsse behalten Geltung, bis sie durch abweichende Beschlüsse der Mitgliederversammlung außer Kraft gesetzt wurden.

5. Bei der Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen des Vereins an eine juristische Personen des öffentlichen Rechts oder eine andere steuerbegünstigte Körperschaft zwecks Verwendung für Förderung der Bildung oder Förderung des Völkerverständigungsgedankens.

§4 Beendigung der Mitgliedschaft 1. Die Mitgliedschaft endet a) mit dem Tode des Mitglieds

6. Die Mitglieder des Vorstandes sowie alle Inhaber*innen von sonstigen Ämtern im Verein sind ehrenamtlich tätig.

b) durch freiwilligen Austritt

7. Jeder Beschlussß über die Änderung der Satzung ist vor dessen Anmeldung beim Registergericht dem zuständigen Finanzamt vorzulegen.

d) durch Ausschlussß aus dem Verein.

c) durch Streichung von der Mitgliederliste

2. Der freiwillige Austritt erfolgt durch schriftliche Erklärung gegenüber dem Vorstand. Er ist nur zum Ende eines Kalenderjahres zulässig.

§3 Mitgliedschaft

3. Ein Mitglied kann durch Beschlussß des Vorstandes von der Mitgliederliste gestrichen werden, wenn es trotz zweimaliger Mahnung mit der Zahlung von Mitgliedsbeiträgen im Rückstand ist.

1. Zur ordentlichen Mitgliedschaft im Verein sind zugelassen

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SATZUNG

Die Streichung darf jedoch erst beschlossen werden, nachdem seit der Absendung des zweiten Mahnschreibens drei Monate verstrichen sind, ohne dass die angemahnten Beitragsschulden vollständig beglichen wurden. Von der Streichung ist das Mitglied durch den Vorstand zu unterrichten.

2. Die Mitgliederversammlung ist – ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder – beschlussßfähig, sofern sie ordnungsgemäß einberufen wurde. In der Mitgliederversammlung hat jedes ordentliche Mitglied eine Stimme. Auch einem Ehrenmitglied des Vereins steht das Stimmrecht zu. Auch die Online-Mitgliederversammlung ist – ohne Rücksicht auf die Zahl der erschienenen Mitglieder – beschlussfähig, sofern sie ordnungsgemäß einberufen wurde.

4. Ein Mitglied kann, wenn es gegen die Vereinsinteressen gröblich verstoßen hat, durch Beschlussß des Vorstandes aus dem Verein ausgeschlossen werden. Bei dem Ausschlussß eines fördernden Mitgliedes ist bereits die Feststellung ausreichend, dass es eine mangelnde Identifizierung des fördernden Mitgliedes mit den Zielen des Vereins im Sinne des Satzungszweckes vorliegt.

3. Die Mitgliederversammlung fassßt alle Beschlüsse mit der einfachen Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen. Zur Änderung der Satzung ist eine Mehrheit von drei Vierteln der abgegebenen gültigen Stimmen, zur Auflösung des Vereins eine solche von vier Fünfteln der abgegebenen Stimmen erforderlich.

Vor der Beschlussßfassung ist dem Mitglied Gelegenheit zu geben, sich binnen angemessener Frist persönlich vor dem Vorstand oder schriftlich gegenüber dem Vorstand zu rechtfertigen. Eine schriftliche Stellungnahme des*der Betroffenen ist in der Vorstandssitzung zu verlesen.

4. Bei Wahlen sind – sofern mehrere Vereinsämter zu besetzen sind – Einzelabstimmungen nicht zwingend vorgeschrieben. Eine Gesamtabstimmung über alle Kandidat*innen ist auch in der Weise zulässig, dassß die Kandidat*innen, die die meisten Stimmen erhalten haben, gewählt sind, sofern sie zugleich die Mehrheit der abgegebenen gültigen Stimmen erreicht haben. Wird nicht in allen Fällen diese Mehrheit erreicht, findet ein zweiter Wahlgang statt, bei dem – abweichend von dem Grundsatz aus §6 Ziffer 4 Satz 1 – diejenigen Kandidat*innen, die in der Reihenfolge der abgegebenen Stimmen die meisten Stimmen erhalten haben, in die Vereinsämter, die im ersten Wahlgang noch nicht besetzt werden konnten, gewählt worden sind. Bei einer solchen Gesamtabstimmung hat jedes stimmberechtigte Vereinsmitglied nur so viele Stimmen, wie Vorstandsmitglieder gewählt werden sollen.

Der Beschlussß über den Ausschlussß ist mit Gründen zu versehen und dem Mitglied mittels eingeschriebenen Briefes bekannt zu geben. Gegen die Entscheidung des Vorstandes über den Ausschluss den Ausschließungsbeschluß des Vorstandes steht dem Mitglied das Recht der Berufung an die Mitgliederversammlung zu. Die Berufung hat aufschiebende Wirkung. Die Berufung mussß innerhalb einer Frist von einem Monat ab Zugang des AusschließungsVorstandsbeschlusses beim Vorstand schriftlich eingelegt werden. Ist die Berufung rechtzeitig eingelegt, so hat der Vorstand auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung eine Entscheidung der Mitgliederversammlung über die Berufung herbeizuführen.

5. Die Mitgliederversammlung erörtert die abgelaufenen, laufenden und anstehenden Unternehmen und Aktivitäten und kann hierzu Beschlüsse fassen. Zu ihren Befugnissen gehört insbesondere

§5 Organe des Vereins 1. Die Organe des Vereins sind a) die Mitgliederversammlung b) der Vorstand

a) Entgegennahme des Jahresberichtes des Vorstandes; Entlastung des Vorstandes,

§6 Die Mitgliederversammlung 1. Die ordentliche Mitgliederversammlung tritt mindestens einmal im Kalenderjahr zusammen. Sofern zwingende Gründe zum Beispiel der Schutz der Gesundheit eine Präsenz-Mitgliederversammlung nicht zulassen oder diese mit einem hohen Risiko einhergehen würde, kann die Mitgliederversammlung als Online-Veranstaltung oder als Hybridveranstaltung (eine Kombination aus Präsenz- und Online-Veranstaltung) durchgeführt werden.

b) Festsetzung der Höhe und der Fälligkeit der Jahresbeiträge, c) Auswahl und Berufung der Mitglieder des Vorstandes einschließlich der Ersatzmitglieder für den Vorstand (§7 Ziffer 3) d) Wahl und Abberufung des*der International Councillor und seiner*ihrer Vertretung, er*/sie wird für zwei Jahre gewählt, e) Beschlussßfassung über Änderungen der Satzung und über die Auflösung des Vereins,

Eine außerordentliche Mitgliederversammlung wird einberufen, wenn der Vorstand mehrheitlich eine außerordentliche Mitgliederversammlung für erforderlich hält oder wenn mehr als ein Zehntel der Vereinsmitglieder dies unter Kennzeichnung der Beratungsgegenstände schriftlich beantragt.

f) Ernennung von Ehrenmitgliedern des Vereins und Ehrenmitgliedern des Vorstandes. Darüber hinaus ist die Mitgliederversammlung befugt, alle Angelegenheiten – auch wenn sie in den Zuständigkeitsbereich des Vorstandes fallen – zu beraten, Empfehlungen an den Vorstand zu beschließen und eigene Beschlüsse zu fassen.

Die Absendung der Einladungen zu jeder Mitgliederversammlung mussß mindestens fünf Wochen vor dem Tage der Mitgliederversammlung per Post oder per E-Mail erfolgen; in der Einladung ist die Tagesordnung mitzuteilen. 12


SATZUNG

6. Über die Mitgliederversammlung und deren Beschlüsse ist ein Protokoll zu fertigen, welches vonm der Versammlungsleitunger und derm Protokollführunger zu unterzeichnen ist.

Vorsitzende*r, stellvertretende*r Vorsitzende*r, bzw. Co-Vorsitzende, Schatzmeister*in und Beisitzer*in bilden den Vorstand im engeren Sinne, d.h. den geschäftsführenden Vorstand.

7. Die Mitgliederversammlung kann sich eine Geschäftsordnung geben.

3. Die Mitgliederversammlung ist berechtigt, für den Vorstand bis zu drei Ersatzmitglieder zu wählen (§6 Ziffer 5c). Auch für diese Wahlen gelten die Regelungen aus § 6 Ziffer 4. Scheidet ein Mitglied des Vorstands während der Amtsperiode aus, so tritt aus dem Kreis der gewählten Ersatzmitglieder das Mitglied derjenige in den Vorstand ein, das der in der Reihenfolge der für die Ersatzmitglieder abgegebenen Stimmen die meisten Stimmen erhalten hat.

§7 Der Vorstand 1. Der Vorstand ist für alle Angelegenheiten des Vereins zuständig, sofern sie nicht durch die Satzung ausschließlich der Mitgliederversammlung zugewiesen sind.

Ist ein Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes ausgeschieden, so ergänzt der Vorstand – nach seiner Komplettierung durch das Ersatzmitglied – den Kreis der Mitglieder des geschäftsführenden Vorstands.

Zu den Aufgaben des Vorstandes gehören insbesondere a) Vorbereitung der Mitgliederversammlung und Aufstellung der Tagesordnung. Aus wichtigen Gründen kann die Mitgliederversammlung auch als Online- oder Hybridveranstaltung erfolgen,

4. Der Verein wird gerichtlich und außergerichtlich durch zwei Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes vertreten.

b) Aufstellung des Haushaltsplanes für jedes Geschäftsjahr; Erstellung eines Jahresberichtes,

5. Der*die International Councillor und die Ehrenmitglieder des Vorstandes sind zusätzliche stimmberechtigte Mitglieder des Vorstandes.

c) Beschlussßfassung über den Abschlussß und die Kündigung von Arbeitsverträgen, d) Beschlussßfassung über Aufnahme von Mitgliedern.

6. Der Vorstand kann sich eine Geschäftsordnung geben. Darüber hinaus hat der Vorstand alle Aufgaben zu erfüllen, die sich der Verein durch seinen Satzungszweck gestellt hat. Die insoweit erforderlichen Beschlüsse fassßt der Gesamtvorstand; der geschäftsführende Vorstand hat diese Beschlüsse mit Außenwirkung auszuführen.

7. Der Verein unterhält eine Geschäftsstelle mit Büroräumen und festangestellten Mitarbeiter*innen. 8. Der Vorstand wird zu Anpassungen des Satzungsentwurfs befugt, soweit diese zur Eintragung des Satzungsentwurfs in das Vereinsregister nach Vorgaben des Registergerichts notwendig sind.

Zu den besonderen Aufgaben des geschäftsführenden Vorstandes gehören die Einberufung der Mitgliederversammlung sowie der Abschlussß und die Kündigung von Arbeitsverträgen.

§8 Kassenprüfung

Der Vorstand ist an Beschlüsse der Mitgliederversammlung gebunden.

1. Die ordentliche Mitgliederversammlung wählt zwei Kassenprüfer*innen zunächst für einen Zeitraum von zwei Jahren. Die gewählten KassenprüferSie bleiben im Amt, bis die Mitgliederversammlung die Wahl neuer Kassenprüfer*innen vornimmt. Die Kassenprüfer*innen sind nicht Organe des Vereins.

2. Der Vorstand besteht aus 8 Mitgliedern, die von der Mitgliederversammlung für zwei Jahre gewählt werden. Er wählt aus seinen Reihen einen geschäftsführenden Vorstand, bestehend aus und die unter sich die Funktion eines Vorsitzenden, einem*einers Stellvertreter*ins, einem*einers Schatzmeister*ins und einem*einers Beisitzer*ins aufteilen. Statt einem*einer Vorsitzenden und einem*einer stellvertretenden Vorsitzenden können auch zwei Co-Vorsitzende gewählt werden. Der Vorstand erledigt die Aufgaben des Vereins in kollegialer Form. Er wählt aus seinen Reihen einen geschäftsführenden Vorstand.

2. Die Kassenprüfer*innen haben die Befugnis, jederzeit Einblick in die Geschäfts- und Kassenführung zu nehmen. 3. Das Ergebnis der Kassenprüfung haben die Kassenprüfer*innen oder eine/r von ihnen auf der ordentlichen Mitgliederversammlung für das vergangene Geschäftsjahr bekannt zu geben.

Der Vorstand kann von jeder ordentlichen Mitgliederversammlung durch Neuwahl ersetzt bzw. abgewählt werden, wenn ein entsprechender Tagesordnungspunkt „Neuwahl bzw. Abwahl des Vorstandes“ mit der Einladung zur Mitgliederversammlung bekanntgegeben wird.

§9 Gerichtsstand Gerichtsstand für alle Streitigkeiten des Vereins ist Berlin.

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REGIO

Moin!

W

ir sind die neue Studierendengruppe der IPPNW aus Hamburg. Und mit „Gruppe“ meinen wir eigentlich ein Trio, bestehend aus Anne und Kira, die im fünften Semester Medizin studieren und Katharina, die gerade ihr PJ absolviert. Die Idee, eine Gruppe zu gründen, ist ursprünglich durch Kira entstanden, die sich für das Thema interessiert hat und dabei festgestellt hat, dass es in Hamburg noch gar keine Studierendengruppe gibt. Das musste sich natürlich ändern und Anne war schnell überzeugt mitzumachen. Immerhin hatten beide dank Corona und Uni im Online-Format etwas mehr Freizeit. Warum die dann nicht sinnvoll nutzen? Über ein Studitreffen sind wir dann zufällig auf Katharina gestoßen, die schon länger bei ICAN und der IPPNW aktiv ist und sich uns kurzerhand angeschlossen hat. Nun sind wir also zu dritt und versuchen uns mit dem Thema Atomwaffen auseinanderzusetzen, uns weiterzubilden und interessierte Menschen mit ins Boot zu holen. Besonders der letzte Punkt stellt uns coronabedingt vor Schwierigkeiten, denn die Motivation an noch mehr Online-Meetings teilzunehmen wird (auch bei uns) Tag für Tag geringer.

Z

um Glück haben wir über das Studitreffen auch den Kontakt zur Lübecker Studigruppe gefunden und durften bei dem ein oder anderen Treffen Mäuschen spielen, damit wir einen kleinen Einblick bekommen, was in so einer Gruppe möglich ist. Für die Zu-

neue IPPN W-Studigruppe

kunft haben wir schon weitere gemeinsame Treffen geplant und wenn es die Pandemie endlich wieder zulässt, möchten wir uns natürlich auch persönlich kennenlernen! Außerdem konnten wir durch Katharinas ICAN-Kontakt im Rahmen des Atomwaffenverbotsvertrages an der Nukipedia und der Veranstaltung ‘Yes, we ban!’ teilnehmen. Für Anne und Kira waren das die ersten Veranstaltungen dieser Art. Wir konnten dabei schon sehr viel Neues lernen und sind nun richtig motiviert, auch in unserer Kleingruppe anzufangen!

I

m Moment ist das natürlich noch schwierig, wir müssen uns als Team erstmal einspielen und lernen, uns gut zu organisieren, aber wir sind zuversichtlich, dass das mit der Zeit besser wird. Wir sind gespannt, was wir noch alles lernen werden und wie sich die Hamburger Studigruppe weiterentwickelt. Solltet ihr Tipps und Tricks haben, wie wir am besten durchstarten können, freuen wir uns riesig über eure Ideen, neue Interessierte und Kontakte. Schreibt uns gerne!

Kira Meißner ist Medizinstudierende aus Hamburg. Kontakt: kira.meissner@icloud.com

Grafik: Vecteezy.com / Miguel Angel

In Ha mburg gibt es eine


RegioContact Süd 2021 Reger Austausch beim virtuellen Treffen der IPPNW im süddeutschen Raum

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ir hatten uns sehr auf ein persönliches Treffen in Stuttgart gefreut, zumal es sich diesmal auch um ein kleines Jubiläum (10 Jahre RegioContactSüd) handelte - aber die weiterbestehenden Corona-Regeln ließen dies leider nicht zu. Wir Stuttgarter betraten also „Neuland“ mit der Ausrichtung der Regio als OnlineVeranstaltung - knapp 50 Kolleg*innen nahmen an dem Experiment teil. Aufgrund des Online-Formats „loggten“ sich erstmals auch neue Kolleg*innen ein, die sich sonst nicht auf den winterlichen Weg nach Stuttgart gemacht hätten.

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er Vormittag stand unter dem Themenschwerpunkt der Digitalisierung. Jörg Schmid aus Stuttgart begann mit einem Update zu den gesundheitlichen Auswirkungen von 5G bzw. Mobilfunk. Als IPPNW hatten wir 2019 ein Moratorium für den weiteren 5G-Ausbau aufgrund medizinischer Bedenken gefordert. Jörg Schmid stellte jetzt neue wissenschaftliche Studien vor, deren Ergebnisse mögliche gesundheitliche Schäden durch elektromagnetische Felder bestätigen und die IPPNWForderung nach unabhängiger Forschung zu 5G unterstreichen. Wer an erster Stelle auf den Ausbau von 5G dringt, ist die Bundeswehr. Als ärztliche Friedenssorganisation müssen wir uns mit der Nutzung der Digitalisierung durch das Militär auseinandersetzen. Im Hauptvortrag nahm uns Christoph Marischka von der Informationsstelle Militarisierung

aus Tübingen direkt in das bereits doch erschreckend wirkliche und in der Umsetzung befindliche „digitale Gefechtsfeld“ der Zukunft mit. Dieses ist nicht mehr auf sog. Kampfzonen begrenzt, sondern weitet sich letztlich auf alle sozialen gesellschaftlichen Räume aus. Kriegszustand und Normalzustand werden sich dadurch immer weniger unterscheiden. Gerade die mit der Digitalisierung verbundene künstliche Intelligenz (KI) senkt im Bild von autonomen Kampf-Robotern zusätzlich die Schwelle, einen kriegerischen Konflikt zu beginnen. Die EU setzt hier maßgebliche Forschungsgelder ein, um eine „strategische Autonomie“ gegenüber den USA zu gewinnen. Mehr Infos: www.imi-online. de/2020/03/16/ausdruck-maerz-2020/ oder oezlem-alev-demirel.de/wp-content/ uploads/2020/11/KI-Ruestung-dt-web.pdf Das sonst übliche gemeinsame Mittagessen konnte diesmal leider nur als Pausenbild visualisiert werden. Trotzdem kamen alle gestärkt zu den Nachmittagsvorträgen, die erneut Jörg Schmid mit einem kurzen Impulsvortrag zum zehnten Jahrestag des dreifachen SuperGaus in Fukushima begann. Die sogenannte Wiederbesiedlung der Evakuierungsgebiete ist weitgehend abgeschlossen, obwohl in diesen Gebieten weiter Notstandregelungen seitens der Strahlenbelastung gelten: Kinder und Jugendliche sind dort andauernd in ihrer Gesundheit gefährdet. Und genau in diesen Gebieten plant die japanische Regierung unverändert, den verschobenen Fackellauf der Olympiade starten zu lassen. Das 15

IPPNW-Online-Symposium „10 Jahre Leben mit Fukushima“ hat deshalb ausführlich eine Bilanz aus gesundheitlicher und politischer Sicht gezogen. Dokumentation unter: fukushima-disaster.de

A

bschließend referierte der Physiker Thomas Partmann aus Karlsruhe über neue geplante AKW-Reaktorlinien und deren Gefährdungspotential. Gemeinsam setzen diese weltweit durchgeführten Vorhaben auf sogenannte modulare und mobile Reaktoren mit einer Leistung um die 50 MW. Russland und China haben bereits Prototypen in Betrieb. Sie werden als „sicher“ beworben, haben aber die gleichen Risiken wie die herkömmlichen Reaktoren – einschließlich der Frage nach dem Atommüll. Die Diskussionen zu den Vorträgen waren weniger intensiv als bei einer analogen Veranstaltung, es blieb für alle doch etwas ungewohnt. Um so mehr freuen wir uns auf das nächstes Jahr, und auf ein dann hoffentlich wieder analog stattfindendes Treffen. Am Ende stand nochmals der herzliche Dank aller an Ewald Feige für die technische Unterstützung, ohne die wir die Regio nicht hätten durchführen können.

Jörg Schmid organisierte die RegioContact Süd 2021.


BERICHTE

Friedenslogik in Aktion Make Peace not War: Bericht über die dritte Peace Academy am 23. Januar 2021

E

inen Tag nach dem Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrages fand die diesjährige IPPNWPeace Academy statt. Wie momentan nötig, hatte sich das Orgateam entschieden, das Seminar in den digitalen Raum zu verlegen. Durchaus schweren Herzens, denn die Peace Academy lebte in den letzten Jahren vom persönlichen Austausch und den interaktiven Metho-

den. Umso schöner war es, beschwingt von den vielen Aktionen am Tag zuvor, mit 28 Menschen über Frieden zu sprechen. Notgedrungenermaßen war das Programm auf eine 5,5-stündige Onlineveranstaltung reduziert worden. Frage nach dem Frieden-Machen, der wir uns aus verschiedenen Perspektiven angenähert haben. Dabei wurden wir von unserer erfahrenen Moderatorin Florencia Benitez-Schäfer begleitet. Nach einem Willkommen durch IPPNW-Vorstandsmitglied Claudia Böhm durften wir uns in Kleingruppen kennenlernen.

Dabei konnte die Brücke aus dem digitalen Raum in das persönliche Umfeld geschlagen werden. Anschließend stellten sich zwei Initiativen vor: Ruth Rohde beschrieb das Engagement von ICAN und die Notwendigkeit, Atomwaffen zu ächten und dadurch eine friedlichere Welt zu schaffen. Heike Kammer berichtete von ihrer langjährigen Arbeit bei den Peace Brigades International, die durch die Präsenz vor Ort Menschen in gewaltsamen Kontexten schützen. Beide Impulsvorträge waren spannend und in ihren gegensätzlichen Ansätzen bereichernd: einerseits auf der internationalen Bühne der Vereinten Nationen und andererseits in lokalen Kontexten wie bspw. vom Landgrabbing betroffenen Gemeinden im kolumbianischen Regenwald. Prof. Hanne-Margret Birckenbach referierte zum Konzept der Friedenslogik. In knapper Zeit stellte sie einleuchtend dar, wozu wir die Friedenslogik brauchen: als eine Vorgehensweise, um Friedensprobleme zu lösen. Zunächst ging es um eine Definition von Frieden um dann auf die fünf Prinzipien der Friedenslogik einzugehen: Gewaltprävention, Konflikttransformation, Dialogverträglichkeit, Interessensentwicklung und Fehleinschätzungen. Es folgte eine angeregte Diskussion zur Umsetzung, aber auch zur Rolle der Friedens- und Konfliktforschung als wissenschaftliche Grundlage für Friedensarbeit und Politik. Gerne hät-

ten wir Zeit gehabt, uns noch tiefer mit der Friedenslogik zu beschäftigen. Im letzten Teil der Veranstaltung waren die Teilnehmer*innen aufgefordert, mit kreativen Methoden darüber zu reflektieren, wie sie selbst Friedensstifter*innen sind und sein können. Dazu dienten selbstgemalte Bilder und Skizzen einerseits zur Frage „Was ist Frieden“ und andererseits zu eigenen Motivationen und Fähigkeiten. Hängen bleibt das Bedürfnis nach einem Gleichgewicht zwischen Kraft und Ausgeglichenheit im Inneren und dem verbindenden gemeinsamen Aktivismus und Engagement. Die Abschlussrunde warf noch wichtige Fragen auf: Müssen wir uns nicht mehr auf die „Hard Facts“ der Friedensforschung konzentrieren und so evidenzbasierte Politik einfordern? Welche praktischen Fertigkeiten können wir dazu lernen, z.B. in Form von gewaltfreier Kommunikation oder Zivilcourage? Und wie kommt es eigentlich, dass die Peace Academy überwiegend von Frauen organisiert und auch besucht wird? Wie können wir das ändern? Wir sind sehr froh, die Peace Academy nicht abgesagt, sondern uns trotz Beschränkungen getroffen zu haben. Und hoffen gleichzeitig auf ein langes Wochenende voller Körpermethoden und Kaffeepausen-Schnack im nächsten Jahr!

Laura Wunder ist Mitarbeiterin in der IPPNW-Geschäftsstelle und hat die Peace Academy mit organisiert.

IMPRESSUM/BILDNACHWEIS Herausgeber: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e. V. (IPPNW), Sektion Deutschland Redaktion: Ute Watermann (V.i.S.d.P.), Angelika Wilmen, Regine Ratke Anschrift der Redaktion: IPPNWforum, Körtestraße 10, 10967 Berlin, Telefon: 030 69 80 74 0, Fax 030 693 81 66 E-Mail: ippnw@ippnw.de, www.ippnw.de Bankverbindung: GLS Gemeinschaftsbank IBAN: DE23 4306 0967 1159 3251 01, BIC: GENODEM1GLS

Dieses Heft ist Teil der Publikation „IPPNWforum“. Der Bezugspreis für Mitglieder ist im Mitgliedsbeitrag enthalten. Sämtliche namentlich gezeichnete Artikel entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion oder des Herausgebers. Nachdrucke bedürfen der schriftlichen Genehmigung. Erscheint viermal im Jahr. Redaktionsschluss des nächsten Heftes: 30. April 2021 Gestaltungskonzept: Thomas Bock Layout: Regine Ratke Druck: DDL Berlin Papier: Circle White Offset 16


PERSONALIA

Neues Team in der IPPNW-Geschäftsstelle In der IPPNW-Geschäftsstelle gibt es einige Veränderungen und neue Gesichter. Im letzten halben Jahr haben wir drei neue Kolleg*innen eingearbeitet. Laura Wunder arbeitet seit September 2020 als Projektmitarbeiterin „Soziale Verantwortung, Frieden und Klima“ und hat die dritte IPPNW-Peace Academy im Onlineformat am 23. Januar 2021 organisiert. Außerdem war sie maßgeblich an der Erstellung des IPPNWHintergrundspapiers zum Thema „Klimakatastrophe und Aufrüstung“ beteiligt. Paul-Marie Manière ist seit Oktober neuer Referent für Atomausstieg, Energiewende und Klima und bereitete gemeinsam mit dem Vorbereitungsteam die IPPNW-Fukushima-Fachtagung am 27. Februar 2021 vor. Als meine Nachfolgerin hat Lara-Marie Krauße im November 2020 als Presse- und Öffentlichkeitsreferentin angefangen. Sie verfasst Pressemitteilungen und organisiert Pressekonferenzen wie zuletzt eine Online-Pressekonferenz am Vortag des Fukushima-Symposiums. Zudem hat sie gemeinsam mit Paul-Marie Manière den Entwurf für die diesjährige Anzeige zum 10. Jahrestag der atomaren Katastrophe von Fukushima verfasst, die am 11. März 2021 in der Süddeutschen Zeitung erscheint. Der bisherige Geschäftsstellenleiter Dr. JensPeter Steffen ist zum Ende des Jahres in Rente gegangen. Wir sind ihm sehr dankbar für seine ruhige und gelassene Art, die IPPNW nach innen und außen zu vertreten, und für sein wichtiges Wirken in der Friedens-

bewegung. Der Abschied fällt uns nur deshalb etwas leichter, weil er auch in Zukunft noch für die IPPNW in der Kooperation für den Frieden mitarbeiten wird. Ich selber habe ab dem 1. Januar 2021 gemeinsam mit meiner Kollegin Xanthe Hall die Geschäftsstellenleitung übernommen. Bei einem virtuellen Neujahrsempfang am 25. Januar 2021 mit Mitgliedern aus Vorstand, Geschäftsstelle, dem Verein und befreundeten Organisationen haben wir das gefeiert. Einen Schwerpunkt meiner Arbeit in der Leitung der Geschäftsstelle setze ich auf die Stärkung und Unterstützung der aktiven Mitglieder. Das Engagement unserer Mitglieder ist ein wertvolles Gut, dass es zu unterstützen und auszubauen gilt. Dazu gehört für mich z.B. die Beratung für die Pressearbeit oder die Organisation von Aktionen sowie Tipps für die Lobbyarbeit mit Politiker*innen. Aber auch Überlegungen, wie wir Nachwuchs für die Regionalgruppen gewinnen können. Ich habe mir deshalb vorgenommen, die Regionalgruppenvertreter*innen im Laufe dieses Jahres anzurufen und nach ihren Wünschen und Bedürfnissen zu befragen. Ein gutes Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Geschäftsstelle, Vereinsmitgliedern und befreundeten NGOs waren für Xanthe und mich die Aktivitäten zum Inkrafttreten des UN-Vertrages für ein Verbot von Atomwaffen. Da haben wir alle gemeinsam an einem Strang gezogen, und eine riesige öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema geschaffen, durch das Zeigen der Fahnen „Nuclear Weapons are banned“, durch Pressemitteilungen und lokale Pressearbeit, durch Veranstaltungen oder über Anzeigen in den lokalen Medien. Daran gilt es anzuknüpfen in diesem wichtigen bevorstehenden Wahljahr.

Angelika Wilmen ist IPPNW-Geschäftsstellenleiterin und Referentin für Frieden. 17


NACHRUFE

Helmut Fischer

– wohl mit Recht…). Seine konsequent pazifistische Haltung (nicht selbstverständlich in der IPPNW, weder international noch in Deutschland!) verfolgte er hartnäckig, aber ohne Fanatismus. Wichtig war ihm der Kontakt zu oppositionellen Gruppen der DDR, so zum Arbeitskreis „Christliche Mediziner in sozialer Verantwortung“ in Halle. Als er von einem „kardialen Intermezzo“ (wie er es nannte) geplagt wurde, berichtete er höchst anrührend, wie er selbst auf dem Monitor an seinem Bett im EKG die Nulllinie der Asystolie entdeckt habe. Das hat er überstanden, aber jetzt, 2021, hat er uns endgültig verlassen. Er wird fehlen. Was aber bleibt, sind bewegende Erinnerungen an einen außergewöhnlichen Arzt und Menschen. Till Bastian

Trauer um einen Freund und Kämpfer

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it Helmut verlieren wir einen Kollegen, der durch und durch Arzt und Chirurg war, und einen kraftvollen, internationalistischen Kämpfer für Frieden und Gerechtigkeit, für eine andere Welt und ein anderes Deutschland, der dabei auch für die Einbeziehung seines sozialistischen Erbes stritt. Wir trauern um einen beispielhaft aufrichtigen und uneitlen, hochgebildeten und klugen Menschen, der gemeinsamen Belangen stets den Vorrang gab und der vielen von uns ein enger Freund war. Helmut, so kantig Du warst, so sehr vermissen wir Dich – als Koordinator unseres Arbeitskreises, als beharrlichen Motor wichtiger Projekte und Publikationen und vor allem als Mensch! Für Deinen Einsatz sind wir Dir zutiefst dankbar. Unsere gemeinsame Arbeit werden wir fortführen und Deinen beflügelnden Geist lebendig halten! (Gemeinsame Anzeige von Mitgliedern des AK Süd-Nord, des Vorstandes und der Geschäftsstelle)

Hans-Georg Siedentopf Ein bescheidener, aufrechter Mann

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ch kannte Prof. Siedentopf aus meiner Zeit in der Frankfurter Uniklinik als jemanden, an den man sich jederzeit wenden konnte, wenn man Rat und Hilfe brauchte. Viele ärztliche Kolleginnen, so auch ich, kamen zur Entbindung zu ihm – und eben nicht zum Chef der geburtshilflichen Abteilung. Unter den Ordinarien machte ihn das und sein konsequentes Eintreten für mehr Menschlichkeit in der Gynäkologie und Geburtshilfe, wie auch für friedenspolitische Meinungen, zu einem Außenseiter. So wurde ihm als Chef der Poliklinik – die Berechtigung zur Privatliquidation zeitlebens verweigert. Unbeeindruckt davon engagierte er sich auch ehrenamtlich für die Belange von Frauen, war lange Vorsitzender der Pro Familia.

Helmut Koch Abschied von einem IPPNW-Gründungsmitglied

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ls ich 1982 in Kontakt mit der IPPNW kam, lernte ich auch den elf Jahre älteren Helmut Koch kennen – und war von ihm begeistert: Der Internist aus Baden überzeugte durch Charme, Humor und vor allem durch große Offenheit. Er gehörte zu den 13 Gründungsmitgliedern, war Teil des vierköpfigen Sprecherrats (mit Ulrich Gottstein, Horst-Eberhard Richter und Knut Sroka) und übernahm nach Eintragung des Vereins das Schatzmeisteramt, das er mit Ernst und Umsicht verwaltete (mehrfach hat er mich als Geschäftsführer zur Ausgabendisziplin ermahnt

An den ersten IPPNW-Ringvorlesungen, die Prof. Gottstein in den frühen 80er Jahren mit anderen im zentralen Hörsaal des Klinikums organisierte, beteiligte er sich sofort. Seine Frau Dörte und er gehörten zu den ersten 300 Mitgliedern der deutschen IPPNW, an allen IPPNW- und Weltkongressen nahm das Ehepaar regelmäßig teil. Sie organisierten eine Regionalgruppe Offenbach Land, die sich regelmäßig in Dörtes Praxisräumen in Dietzenbach traf. Bei den regelmäßig organisierten Begegnungen wurde er für die Kinder von Tschernobyl zu einer wichtigen „alternativen Vaterfigur“. Wir haben eine große Persönlichkeit verloren. Ich denke gerne an ihn zurück, sein Lächeln und seine ruhige, bescheidene Art, immer auf Augenhöhe genau den richtigen Hinweis oder Ratschlag zu geben. Er wird uns fehlen. Sabine Farrouh 18


ZWEI CO-PRÄSIDENTEN UND EIN INTERNATIONAL COUNCILLOR 2018 ZU BESUCH IN BOSTON: DANIEL BASSEY, BERNARD LOWN, HELMUT LOHRER UND ARUN MITRA.

Never whisper in the presence of wrong!

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Wir haben einen echten Giganten verloren. Zum Tod von IPPNW-Gründer Bernard Lown

ernard Lown, einer der Gründer, langjähriger Präsident und Motor der IPPNW ist am 16. Februar im Alter von 99 Jahren in seinem Haus in Boston verstorben. Er war ein Visionär, der sowohl in der Medizin als auch in der Politik Geschichte geschrieben hat. Als Professor der Kardiologie der Harvard-Universität in Boston leistete er wegweisende Arbeit zur Erforschung und Behandlung von Herzrhythmusstörungen und war wesentlich an der Entwicklung des Defibrillators beteiligt. 1985, fünf Jahre nach Gründung der IPPNW, nahm er gemeinsam mit seinem Co-Präsident Evgenij Chazov aus der damaligen UdSSR den Friedensnobelpreis entgegen.

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or 30 Jahren stellte er uns in Stockholm das „IPPNW-Dreieck“ vor. Damit illustrierte er die fundamentale Verbindung zwischen Armut, Umweltzerstörung und Krieg. Bernard Lown hat Krieg als Krankheit verstanden und den Atomkrieg als ihre extremste Form. Er erklärte uns, dass wir die Ursachen verstehen müssen, um Kriege zu verhindern. Und auf einem Kongress in Montreal 1988 sagte er: „Wenn wir uns durchsetzen wollen, dürfen wir in Gegenwart von Herausforderungen niemals delegieren und in Gegenwart von Unrecht niemals flüstern“. Never whisper in the presence of wrong! In seiner Rede auf dem IPPNW-Weltkongress 2010 in Basel bezeichnete er das Nord-Süd-Gefälle als ausschlaggebend für den „Nuklearismus“. Er war überzeugt, dass die Überwindung der nuklearen Bedrohung nur gelingen kann, wenn die Ungleichheit auf unserem Planeten abnimmt, anstatt immer weiter zu wachsen.

Auf die Nachricht von seinem Tod haben viele Kolleginnen und Kollegen mit persönlichen und bewegenden Worten reagiert. Einige davon möchte ich hier zitieren: Sergey Kolesnikov, Russland: „Wir haben den Vater unsrer Bewegung verloren. Möge er in Frieden ruhen.“ Sue Wareham, Australien: „Wir haben einen echten Giganten verloren, einen jener Menschen, die einen unauslöschlichen historischen Abdruck in der Welt hinterlassen haben.“ Ilkka und Vappu Taipale, Finland: „Seine Einstellung war es, dass nichts unmöglich zu erreichen ist, wenn die Menschen sich genug engagieren.“ Ira Helfand, USA: „Der beste Tribut, den wir anbieten können, ist, unsere Arbeit fortzusetzen und die Welt endlich von Atomwaffen zu befreien. Die IPPNW hat in den 1980er Jahren geholfen, die Welt zu retten. Lasst es uns wieder tun.“ Daniel Bassey, Nigeria: „Wir alle haben einen Vater und eine Quelle der Weisheit verloren. Seine gütige, vorbildliche Führung und seine Leidenschaft, die Welt zu einem friedlichen Ort zu machen, werden noch lange nach seinem Weggang weiter wirken.“ Carlos Umaña, Costa Rica: „Unsere gemeinsame Arbeit, während wir weiterhin seine Mission, unsere Mission, ausführen, wird für immer von der Weisheit dieses einzigartigen Mannes zeugen.“ Arun Mitra, Indien: „Mit ihm hat die Welt einen visionären und kraftvollen engagierten Kämpfer für Frieden und nukleare Abrüstung verloren.“ Ernesto Kahan, Israel: „Unser Baum ist traurig, denn Berny war ein schöner Baum. Seine Blätter, wir, sind traurig, sehr traurig.“ 19

Und schließlich Ulrich Gottstein, der zusammen mit seiner Frau Monika über all die Jahrzehnte einer der engsten Begleiter Bernard Lowns im Kampf gegen die atomare Bedrohung war: „Ich hatte Angst, mich in die Politik einzumischen, aber Lown überzeugte mich, dass Ärzt*innen sich nicht nur um ihre einzelnen Patient*innen kümmern dürfen, wenn eine vernichtende Epidemie, ein Atomkrieg, droht.“ Ich selbst empfinde ihm gegenüber in erster Linie Dankbarkeit. Nicht nur hat er die Bedrohung durch einen Atomkrieg laut ausgesprochen, sondern er hatte den Mut und die Größe, etwas dagegen zu tun. Niemand weiß, ob es uns ohne seinen Einsatz noch gäbe. Zuletzt habe ich ihn 2018 besucht. Auch in seinem hohen Alter war er äußerst präsent, schlagfertig und voller optimistischer Energie. Sein scharfer Verstand und seine immense Erfahrung werden uns fehlen. Der wieder zunehmenden Gefahr eines verheerenden Atomkrieges galt bis zuletzt seine Sorge und sein Engagement. Erst im Januar hat er im New England Journal of Medicine einen dringenden Appell an uns Ärztinnen und Ärzte veröffentlicht, in dem er zur aktiven Unterstützung des Atomwaffenverbotsvertrages auffordert. Es ist nun an uns, dieser Aufforderung nachzukommen und gleichzeitig das umfassende Verständnis ärztlicher Verantwortung, das Bernard uns immer vermittelt hat, umzusetzen.

Dr. Helmut Lohrer ist International Councillor der IPPNW.


IPPNW-Jahrestreffen und Mitgliederversammlung 23.– 25. April 2021 | Rotenburg / Wümme Agaplesion Diakonieklinikum | Buhrfeindsaal, Mutterhausgelände Elise-Averdieck-Straße 17, 27356 Rotenburg

Öffentliche Vorträge Freitag, 23. April, 20:00 Uhr Klimakrise und Corona-Pandemie: Welche ökonomische Transformation ist erforderlich? » Prof. Dr. Maja Göpel, Politökonomin, Expertin für Klimapolitik, Wissenschaftliche Direktorin „The New Institute“ anschließend Diskussion Samstag, 24. April, 10:00 Uhr Klimakrise UND Pandemie: Lösungen für Afrika » Bärbel Höhn, Energiebeauftragte für Afrika beim Bundesministerium für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit

Alle Informationen:

www.ippnw.de/bit/mv Freitag, 23. April 18:00 Uhr Markt der Aktionsmöglichkeiten 19:00 Uhr Vortrag: Atomwaffen sind verboten – Ein Erfolg für die IPPNW und ICAN » Prof. Dr. Ulrich Gottstein, IPPNW-Ehrenvorstand » Vertreter*in von ICAN (N.N.) 20:00 Uhr Vortrag: Klimakrise und CoronaPandemie: Welche ökonomische Transformation ist erforderlich?

Samstag, 24. April 10:00 Uhr Begrüßung und Vortrag:

Klimakrise UND Pandemie: Lösungen für Afrika 11:30 Uhr Input und Debatte: Der Nahostkonflikt » Dr. Alex Rosen

13:00 Uhr Mittagspause 14:00 Uhr IPPNW-Mitgliederversammlung Berichte » Gemeinsamer Bericht von Vorstand, Geschäftsstelle und Studierenden » Schatzmeisterin » Revisor*innen » International Councillor Aussprache und Entlastung des Vorstands 15:00 Uhr Anträge und Resolutionen 17:00 Uhr Wahl des Vorstandes, der International Councillors und der Revisor*innen ab 20:00 Uhr Abendessen Feier des Atomwaffenverbotes

Sonntag, 25. April 09:00 Uhr Workshops 10.45 Uhr Input: Globale IPPNW-Friedensarbeit in der Corona-Pandemie Stimmen aus der internationalen IPPNW - Perspektiven für Abrüstung nach Inkrafttreten des Atomwaffenverbotes 12.15 Uhr Verabschiedung 12:30 Uhr Ende des Treffens Eventuell Stadtspaziergang mit Besuch im Jüdischen Museum Cohn-Scheune


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