ABSCHIED VOM GAS IN SCHWIMMZENTREN
BRITISH COLUMBIA GEHT NEUE WEGE IM ENERGIEMANAGEMENT Autor
Taio Waldhaus (P. Eng, CPHD), Principal, AME Group
Viele Kommunen in der kanadischen Provinz British Columbia haben das Pariser Abkommen unterzeichnet, den Klimanotstand ausgerufen und sich verpflichtet, in den kommenden Jahrzehnten CO2-Emissionen aus Neubauten zu verbannen. Da Schwimmbäder zu den kommunalen Einrichtungen mit dem höchsten Energieverbrauch gehören, konzentrieren sich die Akteure bei der Planung und dem Bau neuer Schwimmzentren auf den Ersatz gasbetriebener Anlagen durch einen vollelektrischen Betrieb. Taio Waldhaus wirft einen Blick auf energieeffiziente mechanische Systeme in Schwimmzentren. Das Stromnetz von British Columbia wird zu über 90 % aus CO2-emissionsfreien Energiequellen gespeist, sodass die mit elektrischen Anlagen verbundenen Emissionen sehr gering sind. Über eine Stromerzeugung vor Ort, beispielsweise durch Fotovoltaikanlagen, werden die verbleibenden stromnetzbedingten Emissionen kompensiert. Somit handelt es sich bei allen Schwimmbadneubauten um Anlagen mit Netto-Null-Emissionen gemäß den Normen des Canadian Green Building Council.
tels Verdunstung ständig Feuchtigkeit an die Luft in der Schwimmhalle ab. Um den Komfort in der Schwimmhalle außerhalb der Becken zu gewährleisten und die Gebäudehülle vor kondensationsbedingten Schäden zu schützen, muss die Luft im Innenraum entfeuchtet werden. Die mit diesen Gebäudemerkmalen verbundenen Prozesse erzeugen Synergien bei der Energieübertragung, die bei ganzheitlicher Betrachtung und Nutzung zu erheblichen Energieeinsparungen führen können.
Die Betriebskosten über die Lebensdauer eines Schwimmbads übersteigen in der Regel bei weitem die Investitionskosten für den Bau. Gas ist in British Columbia pro gelieferter Energieeinheit wesentlich kostengünstiger als Wasserkraft. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, bei der Elektrifizierung der in Bädern verbauten Anlagen den Energieverbrauch erheblich zu senken. Im Folgenden werden Strategien für die Planung und Installation mechanischer Systeme beschrieben, mit denen der Energieverbrauch von Heiz- und Prozessanlagen erfolgreich minimiert werden kann, um Schwimmzentren unabhängig vom Energieträger Gas betreiben zu können.
Wärmepumpen werden in Gebäuden häufig zur Wärmeerzeugung eingesetzt. Sie sind eine ideale Lösung, da sie wesentlich weniger Energie benötigen als Heizkessel. Das liegt daran, dass sie unter Nutzung eines Kältekreislaufs Wärme transportieren, anstatt sie zu erzeugen, wie es bei Heizkesseln der Fall ist. Heißes, komprimiertes, gasförmiges Kältemittel nimmt Wärme aus Quellen wie dem Erdreich (Geothermie) oder der Außenluft (Aerothermie) auf. Diese Wärme kann bei der Kondensation für Gebäudeanwendungen wie Heizung, Warmwasser und Beckenwasser genutzt werden.
Synergien bei der Energieübertragung Die Hauptaufgabe eines Schwimmbads besteht darin, beheizte Schwimmbecken und warme Duschen für die Badegäste bereitzustellen. Das warme Beckenwasser gibt mit-
Erhöhung der Leistungszahl Die Effizienz einer Wärmepumpe wird anhand ihrer Leistungszahl (Coefficient of Performance – COP) gemessen. Der COP-Wert ist eine Kennzahl, die das Verhältnis von Nutzwärme zur aufgewendeten elektrischen Energie ausdrückt.
Wärmerückgewinnung
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sb 6/2022