Für mich ist das schönste Wort im Wörterbuch das Wort ‚Zoll‘. Es ist mein Lieblingswort. Donald Trump, designierter US-Präsident
IV-Präsident Georg Knill fordert von der Regierung gezielte Wachstumsimpulse, die die Einhaltung der Maastricht-Vorgaben ermöglichen und nennt u. a. steuerliche Anreize zum Investieren, aber auch zur Ausweitung der Arbeitszeit.
14 /// FAZIT DEZEMBER 2024
Forderungen an die Zuckerl-Koalition Nach einem Minus von einem Prozent im Vorjahr verharrt Österreichs Wirtschaft auch 2024 hartnäckig in der Rezession. Das Wifo rechnet mit einem BIP-Rückgang von minus 0,6 Prozent, die Nationalbank sogar von minus 0,7 Prozent. Alle, die auf einen raschen und deutlichen Aufschwung im kommenden Jahr hoffen, dürften ebenfalls enttäuscht werden. Die Wirtschaftsforscher erwarten zwar Konjunkturimpulse aus dem Ausland und von der Bauwirtschaft, weil das Baukonjunkturpaket endlich anspringen dürfte. Aber mehr als plus ein Prozent – also eine konjunkturelle Seitwärtsbewegung mitten in der Krise – wird sich vor dem Hintergrund sinkender Investitionen wohl nicht ausgehen. Damit dürfte auch die Arbeitslosigkeit weiter steigen. Außerdem ist die Gefahr sehr groß, dass sich die kommende Bundesregierung die Zähne dabei ausbeißt, ein Budget zustande zu bringen, das wirtschaftliche Impulse setzt und trotzdem den EU-Maastricht-Kriterien entspricht.
Daher schrillen bei den Wirtschaftsverbänden, allen voran bei der Industriellenvereinigung, die Alarmglocken. Für IV-Präsident Georg Knill sind die jüngsten Entwicklungen extrem besorgniserregend. Er warnt daher: �Trotz deutlicher Reallohnzuwächse hat Österreich in den letzten fünf Jahren an Wohlstand verloren, kurz gesagt: Es ist Feuer am Dach.� Die �Zuckerlkoalition� dürfe angesichts dieser Situation, keine Süßigkeiten verteilen, die vielleicht kurzfristig populär sind, aber keine nachhaltige Basis schaffen. Die Industrie will einen disruptiven, fiskalischen Kurswechsel Unter dem Motto �NeuStartStaat� übermittelte die Industrie den türkis-rot-pinken Regierungsverhandlern daher ein Forderungspaket, das die strukturellen Defizite abbauen und die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs wieder herstellen soll. Hauptverantwortlich für die dramatische Lage seien nämlich die stark gestiegenen Preise für Arbeit, Energie und die ständig
Fotos: Oberascher Stefan Leitner
Strom wird empfindlich teurer Das bevorstehende Ende der Strompreisbremse und die Erhöhung der Netzgebühren veranlasste die Experten des Vergleichsportals �Durchblicker� dazu, die Wirkungen dieser Maßnahmen zu untersuchen. Das Ergebnis: Trotz des Rückgangs der Strompreise kommt jetzt ein erheblicher Energiekostenanstieg auf alle Haushalte zu. Die Stromjahresrechnung kann sich dadurch um bis zu 45 Prozent verteuern. �Wer im Laufe dieses Jahres nicht in einen günstigen Tarif gewechselt hat, wird den Wegfall der Stromkostenbremse im kommenden Jahr deutlich am Konto spüren�, erklärt dazu Stefan Spiegelhofer von �Durchblicker�. Ohne Stromkostenbremse wird der österreichische Durchschnittshaushalt mit jährlichen Mehrkosten von 435 Euro belastet. Neben dem Förderstopp machen sich auch steigende Netzentgelte und Gebühren deutlich am Konto bemerkbar. Je nach Bundesland kommen zwischen 200 Euro und 290 Euro an fixen Mehrkosten bei der Stromrechnung dazu.