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Fazit 200

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Intelligente Computer? Was werden wir tun, wenn wir nichts mehr zu tun haben? Konrad Paul Liessmann, Philosoph

Samonigg drängt auf weitere Spitalsreformen und begrüßt Maßnahmen des Landes Vor wenigen Tagen trat der streitbare Rektor der Med-Uni Graz, Hellmut Samonigg, in den Ruhestand. Der gebürtige Kärntner hielt sich in der Vergangenheit nie mit seiner Kritik am Gesundheitssystem zurück. Vor wenigen Tagen nahm er jedoch die Gelegenheit wahr, sich den Fehlinterpretationen seiner Systemkritik entgegenzustellen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl stellte der Ex-Rektor klar, dass kein Weg an einer umfassenden Reform der Spitalslandschaft vorbeiführe. Schließlich befinde sich das Gesundheitswesen derzeit in ganz Europa im Umbruch. Die Ursachen seien überall dieselben: der demografisch bedingte Personalmangel, die durch Corona offengelegten Schwächen des Systems, aber auch reformbedürftige gesetzliche

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Rahmenbedingen sowie der medizinische Fortschritt. Die Situation sei auch jetzt noch nicht befriedigend, die von der steirischen Landesregierung eingeleiteten und von der KAGes schrittweise umgesetzten Maßnahmen, um Versorgungsengpässe in der gesamten Steiermark entgegenzuwirken, seien aber äußerst begrüßungswert. Er erwarte dadurch auch positive Auswirkungen auf die Situation am LKH-Universitätsklinikum Graz. Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl macht sich Sorgen über die politisch befeuerte Wissenschaftsfeindlichkeit, weil diese auch in Zukunft zu einer mangelnden Impfbereitschaft und damit zu ernsten Problemen führen könne. �Ich will niemanden drängen oder zwingen, sich impfen zu lassen, aber ich will dafür werben, denn die Argumente etwa für eine Masern- oder eine HPV-Impfung sind so gut, dass sie nicht ignoriert werden dürfen�, so Kornhäusl an die Skeptiker. Aus Sicht von Hellmut Samonigg hat die Covid-19-Pandemie aber nicht nur strukturelle Probleme und Schwächen in der Gesundheitsversorgung offengelegt. Sie hat auch die Leistungsfähigkeit der medizinischen Wissenschaften deutlich gemacht. Der Spitzenmediziner verwies in diesem Zusammenhang auf die äußerst kurzen Zeitspannen, in denen völlig neue Impfstoffe und neue Diagnostikmethoden entwickelt werden konnten.

Angesprochen auf den Ärztemangel stellte Samonigg klar, dass Österreich bezogen auf die Zahl der Bevölkerung europaweit führend in der Anzahl der verfügbaren Ärztinnen und Ärzte sei. Und auch die Zahl der Ausbildungsplätze sei deutlich höher als in Deutschland oder der Schweiz. Für ihn sei daher klar, dass es nicht zu wenig Ärzte gibt, sondern dass diese nicht dort eingesetzt werden, wo man sie braucht. Daher sind weitere Strukturbereinigungen bei der Gesundheitsversorgung überfällig. Besonders bei der Patientenleitung, der überbordenden Spitalsdichte und bezüglich der Umsetzung eines konsequent abgestuften Versorgungskonzeptes gebe es Handlungsbedarf. Die Talkshows und die Populisten Das Superwahljahr 2024 wirft seine Schatten voraus. Längst wird jeder öffentlichkeitswirksame Auftritt unserer Spitzenpolitiker zum Talkshowthema. Dort interpretieren dann schrille und möglichst polarisierende Diskutanten aus dem eigenen und aus den entgegengesetzten Lagern den jeweiligen Sachverhalt. In Österreich gibt es mit Puls 24 und dem Fellner-Fernsehen Ö24-TV zwei reine Nachrichtensender, die auf diese Art um Quoten kämpfen. Damit setzen sie auch den ORF und ServusTV unter Druck. Die Sender-Verantwortlichen haben begriffen, dass es gut für ihre Wettbewerbsposition ist, wenn sie die gesellschaftliche Spaltung befeuern, anstatt dieser verantwortungsvoll entgegenzutreten. Die Polit-Talkshows leben von der Zuspitzung. Sie eignen sich nicht zur Abhandlung komplexer Themen. Daher gehen seriös agierende Politiker meist gar nicht mehr in diese Sendungen. Sie würden nur ihre Reputation riskieren, weil sie sich dort persönlich herabsetzen lassen müssen. Talkshows eignen sich ausgezeichnet, um populistische Positionen zu verbreiten.

Fotos: Kaufmann/Land Steiermark, Oberascher/LandSteiermark

Ex-Rektor Hellmut Samonigg ist davon überzeugt, dass es in Österreich genügend Ärzte gibt. Die Spitalsdichte sei jedoch viel zu hoch. Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl sorgt sich wegen der Wissenschaftsfeindlichkeit und der dadurch ausgelösten Impfskepsis.


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