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erwartet sich die Bevölkerung ja von der Politik.

Alle Demoskopen gehen davon aus, dass Platz eins bei der Landtagswahl fix an die ÖVP geht. Was entgegnen Sie denen? Wenn die Umfragen immer richtig liegen würden, wäre Donald Trump nie Präsident der Vereinigten Staaten geworden. Die Steiermark braucht einen frischen Wind und einen Generationswechsel an der Spitze. Ich trete an, um die Nummer eins zu werden, und biete den Wählerinnen und Wählern eine zukunftsorientierte und ehrliche Politik, wo der Handschlag wieder zählt, eine Alternative zu Schwarz-Blau.

Die ÖVP hat die Koalition gesprengt Kann Ihnen Ihr Rückzug aus den Bundesparteigremien nicht auch so ausgelegt werden, dass sie als erster Offizier frühzeitig ein sinkendes Schiff verlassen? Wie Sie wissen, hat die steirische ÖVP ohne Grund die funktionierende Koalition gesprengt und mit FPÖ und Grünen Neuwahlen vom Zaun gebrochen. Wir wollten diese Neuwahlen nicht und die Bevölkerung will diese Neuwahlen nicht. Ich habe immer gesagt, dass die Arbeit für das Land und die Steirerinnen und Steirer im Vordergrund stehen muss. Deswegen ist für mich klar: Volle Kraft für die Steiermark. Ich werde meine bundespolitischen Funk12 /// FAZIT NOVEMBER 2019

tionen bis auf Weiteres nicht wahrnehmen, weil die Steiermark vorgeht.

Glauben Sie, dass Sie angesichts des Zustandes der Bundes-SPÖ Ihren inhaltlichen Positivwahlkampf aufrechterhalten können? Die Leute haben gegenseitiges Hick-Hack doch längst satt. Die Politik ist gewählt, um zu arbeiten – und das erwarten sich die Steirerinnen und Steirer auch von mir. Wir haben bereits das 300-Euro-Pendlerticket, den Pakt für Arbeit, ein Sicherheitspaket und ein Klimaschutzpaket vorgeschlagen – und in der Landesregierung beschlossen. Das Land muss immer vorgehen. Das

Sie haben in Ihren Donnerstags-Pressekonferenzen zahlreiche Initiativen bekanntgegeben. Dazu gehört etwa das Top-Ticket für Pendler. Bis wann ist mit einer Umsetzung zu rechnen? Ich möchte das Pendlerticket bis spätestens Mitte 2020 in die Realität umgesetzt sehen. Der Verkehrsverbund führt ja schon – aufgrund meines Vorstoßes – die Gespräche. Und wie sieht es mit den Maßnahmen Ihres

Foto: Wolfgang Spekner

SPÖ-Chef Michael Schickhofer glaubt an die Chance, Erster zu werde, und eröffnet den Wahlkampf mit dem Slogan »Schichtwechsel«.

Kommt das bei den Wählern gut an, wenn Sie von einer Generationenwahl reden und Hermann Schützenhöfer wegen seines Alters die Kompetenz absprechen? Gestern und morgen ist keine Frage des Alters! Gestrige Politik ist, wenn man sich nicht für die Zukunftsfragen oder den Klimaschutz interessiert. Politik von morgen krempelt die Ärmel auf, Politik von morgen ist Politik auf Augenhöhe und Politik von morgen greift unsere wichtigen Zukunftsfragen aktiv auf. Es geht um zeitgemäße Umwelt- und Klimapolitik, um Sicherheit und um lebenswerte Städte. Graz versinkt jeden Tag im Verkehrsstau, wir brauchen hier ein neues Denken, mit Stadt und Land gemeinsam.

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Fazit 157  

November 2019

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