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F A L T E R
Feminismus Lexikon
Heroinnen aus fünf Jahrhunderten, die für Frauenrechte kämpften
Marie de Gournay (1565–1645) hat bereits im 16. Jahrhundert ein Traktat über die „Gleichheit der Geschlechter“ verfasst. „Frauen sind das Geschlecht, dem man alle Güter versagt“, kritisierte die Französin, die Autodidaktin war und – zu ihrer Zeit unüblich – weder heiratete noch ins Kloster ging. Heute gilt sie als Mutter des modernen Feminismus.
Olympe de Gouges (1748–1793) verfasste im Jahr 1791 die „Erklärung der Rechte der Frau als Bürgerin“ als Reaktion auf die „Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte“ der Französischen Revolution. Sie forderte die völlige Gleichstellung von Frauen, Frauenwahlrecht sowie die Einführung eines Gesellschaftsvertrags zwischen Mann und Frau statt der Ehe.
Wer bei Feminismus mitreden will, s Der Slogan „Mein Bauch gehört mir“ war zentrales Thema der Zweiten Frauenbewegung der 1960er- und 1970er-Jahre. Während der „zweiten Welle“ des Feminismus kämpften Frauen unter anderem gegen das Verbot der Abtreibung, das in Österreich 1975 durch die –> F r i s t e n l ö s u n g entschärft wurde. Abtreibung, die
bezeichnet in der griechischen Mythologie Frauenheere. Der Legende nach sollen sich diese tapferen Kriegerinnen eine Brust abgeschnitten haben, um noch besser mit Pfeil und Bogen schießen zu können. Im Feminismus steht die Amazone für die freiheitsliebende, kämpferische, selbstbestimmte Frau und auch für Lesben, die unabhängig von Männern leben. Amazonen, die
Älteste feministische Wochenzeitung Österreichs, feiert dieser Tage ihren 30. Geburtstag (siehe S. 49). Anschläge, die
Hashtag, unter dem auf Twitter ab Jänner 2013 Alltagssexismus öffentlich debattiert wurde. Ausgelöst wurde die Diskussion durch einen Artikel im Wochenmagazin Stern, in dem die Autorin dem damaligen FDP-Spitzenkandidaten Reinhard Brüderle übergriffiges Verhalten vorwarf. #aufschrei wurde von der –> N e t z f e m i n i s t i n Anne Wizorek kreiert. Aufschrei, der
B Rückschlag oder Gegenreaktion, bezeichnet die Rückkehr konservativer, antifeministischer Wertvorstellungen. Ba c k l a s h , d e r
Ein Büstenhalter galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Befreiung, holte er doch die Frauen aus ihren engen, teilweise lebensgefährlichen Korsetts heraus. Die zweite Frauenbewegung der 1960er-Jahre sah im „Brüste-Behälter“ ein Symbol patriarchaler Unterdrückung und verbrannte ihn aus Protest öffentlich. BH , d e r
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Feministische Bewegung, die sich gegen die Sichtweise der Frauenemanzipation ausschließlich aus der Perspektive weißer, westlicher Frauen der Mittelklasse wendet und die Unterdrückung von Frauen aufgrund ihrer Hautfarbe oder ihres sozialen Status einbezieht. So kritisierte etwa Audre Lorde, eine Aktivistin des Black Feminism, schon 1979: „Da sich weiße feministische Theoretikerinnen nicht mit den Differenzen zwischen Frauen befassen, kümmern sie sich auch nicht um die Tatsache, dass die Frauen, die ihre Häuser putzen und ihre Kinder hüten (...) größtenteils arme und farbige Frauen sind.“ Black Feminism, der
war im 19. Jahrhundert eine abwertende Bezeichnung für eine gebildete, aber als unweiblich angesehene Frau, wurde auch für die ersten Feministinnen verwendet, später durch –> E m a n z e ersetzt. B l a u s t r u m pf
Aufschrei, Equal Pay Day, Riot Grrrls: Moderner Feminismus kennt viele Schlagwörter. Wir zeigen die wichtigsten als ABC
D D e c k e , d i e g l ä s e r n e Metapher dafür, dass auch hochqualifizierte Frauen kaum über das mittlere Management hinauskommen und in den Chefetagen immer noch in der Minderheit sind. Männer, die in typischen Frauenberufen wie Pflege oder Kinderbetreuung rasch in die Management ebene aufsteigen, benützen den „gläsernen Aufzug“.
E A u s wa h l : nina horaczek
E m a n z e , d i e leitet sich von –> E m a n z i pa t i o n ab und ist die Kurzform für eine
emanzipierte Frau. Der Begriff wird heute vor allem abwertend verwendet.
„Brot und Rosen“ lautete ein Slogan der amerikanischen Frauenbewegung, der zurückgeht auf eine Rede der New Yorker Gewerkschafterin Rose Schneidermann im Jahr 1911: „The woman worker needs bread, but she needs roses too“. B rot, da s
kommt vom lateinischen Wort emancipare, das ursprünglich die Entlassung eines Sklaven oder erwachsenen Sohnes in die Eigenständigkeit bedeutete. Später kam es zu einer Bedeutungsverschiebung von der Gewährung der Freiheit hin zur Selbstbefreiung. Heute bezeichnet Emanzipation die Befreiung aus einem Zustand der Abhängigkeit und die Aufhebung von Benachteiligungen. E m a n z i pa t i o n , d i e
Die Frauenbewegung war zu Beginn stark bürgerlich geprägt, schließlich waren es bürgerliche und adelige Frauen, die über Bildung verfügten und die Möglichkeit hatten, mit ihren Schriften an die Öffentlichkeit zu gehen. Ihren Anfang hatte die bürgerliche Frauenbewegung in Großbritannien und Frankreich zur Zeit der Französischen Revolution. Unterschieden wird die bürgerliche von der –> p r o l e t a r i s c h e n Frauenbewegung.
Bürgerliche, die
berühmteste Frauenzeitschrift im deutschsprachigen Raum, 1977 gegründet von der ebenso berühmten wie umstrittenen Feministin Alice Schwarzer. Emma ist nicht nur ein Frauenname, sondern auch eine Anspielung auf den Begriff – > Emma, die
E m a n z i pa t i o n .
C Textilfabrik in New York, in der die Arbeiterinnen am 8. März 1857 für bessere Arbeitsbedingungen streikten. Die Fabrikbesitzer und Aufseher schlossen die streikenden Frauen in der Fabrik ein. Als ein Feuer ausbrach, verloren
129 Arbeiterinnen ihr Leben. An diesem Tag wird jährlich der Internationale Frauentag gefeiert.
markiert symbolisch jenen Tag im Jahr, an dem vollzeitbeschäftigte Männer bereits jenes Einkommen erreicht haben, für das vollzeitbeschäftigte Frauen noch bis zum Ende des Jahres arbeiten müssen. Dabei wird der Prozentwert, den Frauen weniger verdienen als Männer, E q u a l P a y Da y , d e r
Cotton-Werke, die
Kraftvolles Vorbild aus der Antike: „Amazone zu Pferde“ von Franz von Struck (1897)
Fotos: Archiv
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03.12.2014 10:18:35 Uhr