Universitätsklinik für
neurochirurgie Im Porträt
Die Klinik stellt sich vor
Traumatologie
Die Spezialisten bei Schädel-Hirn-Verletzungen
Neurochirurgie
Problemzone Wirbelsäule
Schmerztherapie
Schmerz: die unsichtbare Krankheit
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inhalt
Inhalt 04
versorgen & forschen Klinikleiter Prof. Dr. Claudius Thomé im Einführungsinterview.
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im porträt Die Neurochirurgische Klinik besteht aus verschiedenen Bereichen – eine kurze Einführung.
08 entscheidend ist die zeit Die Neurotraumatologie befasst sich mit akuten Schädel-Hirn-Verletzungen.
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den druck lösen Das Nervenkompressionssyndrom tritt häufig im Bereich der Hand auf.
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versteckte gefahr Das Neurovaskuläre Schwerpunktzentrum führt die Spezialisten von drei Universitätskliniken zusammen.
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das herz der neurochirurgie Der OP-Bereich ist das Herzstück der Neurochirurgischen Klinik Innsbruck.
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operieren mit neuronavigation An der Universitätsklinik Innsbruck kommen die modernsten Werkzeuge zum Einsatz.
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volkskrankheit rückenleiden Die Wirbelsäule ist in ihrer Gesamtheit das tragende Element in unserem Körper.
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schmerzen im gesicht Mikrovaskuläre Dekompression/Trigeminusneuralgie: Neueste Technologien zur erfolgreichen Behandlung.
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der bandscheibenvorfall Nur rund 10 Prozent der Bandscheibenvorfälle werden mit einer chirurgischen Therapie behandelt.
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diE 8 wichtigsten stunden meines lebens Wenn ein Gehirntumor nahe den Sprachregionen liegt, ist es sinnvoll, den Patienten wach zu operieren.
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wenn’s eng wird Vor allem ältere Menschen leiden an degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule.
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problemzone wirbelsäule Die komplexe Wirbelsäulenchirurgie beinhaltet umfang- reiche Operationen mit hohem technischen Aufwand.
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kleine schnitte, geringer blutverlust Minimalinvasive Operationsmethoden kommen immer häufiger zum Einsatz.
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hilfe zur selbsthilfe Die Regenerative Medizin kann erkranktes Gewebe wiederherstellen und funktionstüchtig machen.
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die unsichtbare krankheit Schmerzen warnen vor Eintritt einer permanenten Schädigung, können jedoch auch zum dauerhaften Problem werden.
17 den tumor zum leuchten bringen Neueste Behandlungsmethoden und Techniken der Neuroonkologie.
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operation ohne schnitte Die radiochirurgische Behandlung als Therapieoption für viele intrakranielle Erkrankungen.
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modernste operationsmethoden Neueste Techniken ermöglichen computergestütztes Operieren in der Schädelbasischirurgie.
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interdisziplinäre zusammenarbeit Das Endokrinologie Zentrum Innsbruck vereint Spezialisten zum Wissensaustausch.
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jemand, der zuhört Die Diagnose Hirntumor lässt viele Fragen offen. Christina Nagl nimmt sich Zeit, um alle zu beantworten.
Impressum: Herausgeber & Medieninhaber: eco.nova corporate publishing, Hunoldstraße 20, 6020 Innsbruck, Tel.: 0512/290088, office@econova.at, www.econova.at. Für den Inhalt verantwortlich: Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck. Projektleitung: Martin Weissenbrunner, Mag. Sandra Nardin. FOTOS: Tom Bause, TILAK REDAKTION: Mag. Roswitha Thalmann Grafik & layout: eco.nova corporate publishing, Ines Weiland. Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter.
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interview
Versorgen & forschen
Universitätsklinik für neurochirurgie
Die Neurochirurgische Klinik Innsbruck steht für neueste Technologien und Standard auf höchstem Niveau! Klinikleiter Prof. Dr. Claudius Thomé gibt einen Einblick in die Klinik und seine Arbeit.
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interview
Sie sind seit 2010 Leiter der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Innsbruck. Wie würden Sie Ihre Klinik vorstellen, worin besteht Ihr Auftrag und was ist das Besondere an Ihrem Haus? Prof. Dr. Claudius Thomé: Die Neurochirurgie befasst sich mit allen Erkrankungen rund um das zentrale und periphere Nervensystem. Das bedeutet, es geht um Erkrankungen, die das Gehirn, das Rückenmark oder die Wirbelsäule betreffen. Zunächst einmal haben wir an der Neurochirurgischen Universitätsklinik in Innsbruck zwei wesentliche Aufträge zu erfüllen: Wir sind der medizinische Versorger von neurochirurgischen Patienten in Tirol und auch den benachbarten Regionen. Und wir haben als Universitätsklinikum einen Forschungsauftrag, der bei uns vielfältig und erfolgreich umgesetzt wird. Somit sind wir ein universitäres wissenschaftliches Zentrum. Unsere besondere Stärke liegt in der außerordentlich guten Vernetzung und Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken der TILAK. Wir sind ein großes Haus, in dem der interdisziplinäre Austausch eine wesentliche Rolle spielt. Dadurch entsteht für die Patienten eine besonders hohe Behandlungsqualität. Besonders hervorzuheben ist unsere technische Ausstattung. Sie befindet sich auf einem sehr hohen Niveau. Das ermöglicht uns, Operationsmethoden anzubieten, die es überhaupt nur an wenigen Standorten geben kann. Wir können durch diese neuen Operationstechniken eine viel bessere Behandlung ermöglichen. Dies macht uns auch zum Neurochirurgischen Zentrum in Westösterreich. Hervorzuheben ist ebenso unsere eigene Intensivstation, auf der die Patienten durch Neurochirurgen betreut werden. Mit welchen anderen Kliniken arbeiten Sie vor allem zusammen? Eine große Kooperation besteht natürlich mit der Neurologie, der Neuroradiologie, der Anästhesie, der Unfallchirurgie und natürlich im Bereich der Tumorbehandlung mit der Strahlentherapie. Mit vielen anderen Kliniken speziell im Kopf-Hals-Bereich besteht aber ebenso eine intensive Zusammenarbeit.
Prof. Dr. Claudius Thomé
Beruflicher Werdegang: • 1988 bis 1995 Studium der Humanmedizin an der Ludwig-MaximilianUniversität in München, der Stanford University School of Medicine in den USA und am Hospital and Medical Center in Phoenix/USA • 1997 Promotion an der Universität Heidelberg • 2005 Habilitation an der Universität Heidelberg • 2005 bis 2007 leitender Oberarzt an der Neurochirurgischen Klinik, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg • 2007 Ernennung zum apl. Professor • 2007 bis 2010 stellvertretender Direktor an der Neurochirurgischen Klinik, Fakultät für Klinische Medizin Mannheim der Universität Heidelberg • Seit 2010 Direktor der Neurochirurgischen Universitätsklinik, Medizinische Universität Innsbruck
Universitätsklinik für neurochirurgie
Geboren 1969 und aufgewachsen in München verheiratet, drei Kinder
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interview
„Unsere hochwertige technische Ausstattung ermöglicht uns, Operationsmethoden anzubieten, die es überhaupt nur an wenigen Standorten geben kann.“
Universitätsklinik für neurochirurgie
Prof. Dr. Claudius Thomé
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Welche Erkrankungen werden in der neurochirurgischen Klinik behandelt? Wir haben das Glück, das gesamte Spektrum der neurochirurgischen Erkrankungen behandeln zu können. Ermöglicht wird dies durch die guten Infrastrukturen der TILAK, beispielsweise haben wir direkten Zugang zur Blutbank und Knochenbank. Zudem haben wir direkt im Haus hervorragende Spezialkliniken, mit denen eine gemeinsame Behandlung gegebenenfalls möglich ist. Wir haben für jeden Spezialbereich der Neurochirurgie eigene Experten. Die Neurochirurgie unterteilt sich in die Bereiche Schmerzbehandlungen, funktionelle Neurochirurgie, Radiochirurgie, Epilepsie, Kinder-Neurochirurgie, Tumore im Gehirn und Wirbelsäulenbereich, Hypophyse, Neurovaskuläre Erkrankungen und Wirbelsäulenerkrankungen – für jeden dieser Bereiche haben wir eigene Spezialsprechstunden eingeführt und dafür natürlich unsere Spezialisten. Sie sind für Ihre Forschungsarbeiten sehr berühmt und haben schon viel erreicht. Können Sie uns ein Beispiel Ihrer Forschungsarbeit und einen Einblick in Ihre derzeitigen Projekte geben? Wie profitieren Ihre Patienten davon? Schon in meiner Mannheimer Zeit hatte ich die Möglichkeit, einige Studien zu leiten. Eine sehr erfolgreiche Studie haben wir für den Bandscheibenbereich durchgeführt. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt durch Risse im Faserring, der die Bandscheibe umschließt, der Gallertkern aus und drückt auf den Nerv. Früher war es üblich, in einer Operation den ausgetretenen „Vorfall“ zu entfernen und anschließend den gesamten Gallertkern der Bandscheibe auszuräumen, damit durch
den rissigen Faserring nicht erneut Gallertmasse austritt. Wir haben in unserer Studie herausgefunden, dass es bei bestimmten Bandscheibenvorfällen eine viel schonendere Methode ist, lediglich den „Vorfall“ zu beseitigen und den Kern unberührt zu lassen. Die Nachoperationsrate ist nicht gestiegen. Diese Operationsmethode hat sich aufgrund der erfolgreichen Studie nun weltweit durchgesetzt. Eine andere Studie beschäftigt sich mit minimalinvasiven Techniken bei der Behandlung von Spinalstenosen. Auch diese Studie war so erfolgreich, dass diese Operationstechnik nun große Anwendung in der Praxis findet. Derzeit führen wir an unserer Klinik mehrere Forschungsstudien durch. Eine sehr vielversprechende Studie führen wir zur Wiederherstellung der Bandscheibe bei Bandscheibenvorfällen durch. Diese ist im Artikel zur regenerativen Medizin beschrieben (siehe Seite 28 und 33). Aber wir führen auch Forschungsarbeiten im Bereich der Tumorerkrankungen, der Gefäßerkrankungen oder der Traumatologie durch. Die Patienten werden bei den Studien einbezogen, hauptsächlich profitieren sie natürlich von unseren neuen Forschungserkenntnissen selbst. Ihre Karriere ist durch eine Reihe von Forschungsaufenthalten im Ausland geprägt, Sie waren vielfach in den USA und auch mehrfach innerhalb Europas unterwegs. Welchen Stellenwert hat die internationale Zusammenarbeit bei Ihnen an der Klinik? Das medizinische Wissen verdoppelt sich immer schneller. Die Fortschritte in der Medizin sind enorm. Man kann als Einzelner allenfalls noch in Teilbereichen vorn mit dabei sein. Somit ist das Agieren im Netzwerk unverzichtbar. Ich reise jährlich zu rund 50 Kongressen, bei denen ich neue Erkenntnisse sammle und unsere Forschungsfortschritte präsentiere, aber auch internationale Kontakte ausbaue und neue knüpfe. Nur extensives Netzwerken und internationaler Austausch ermöglichen einen aktuellen Wissensstand und somit eine optimale Patientenversorgung. Ein weiterer Vorteil unserer Vernetzung ist, dass es unseren Ärzten möglich ist, in ausländischen neurochirurgischen Kliniken Erfahrungen zu sammeln. Ich rate das all unseren Ärzten, die sich in der fachärztlichen Ausbildung befinden. Es ist eine enorme Bereicherung, Erfahrung im Ausland gesammelt zu haben. Unserer Klinik ist von einigen Firmen der Status „CLINIC of EXCELLENCE“ verliehen worden. Somit kommen immer wieder neurochirurgische Experten zu uns, um den Umgang mit neuen Techniken zu lernen oder neue Methoden kennenzulernen. Über die Europäische Neurochirurgische Gesellschaft kommt zudem jährlich ein Neurochirurg, der uns zwei Monate lang begleitet.
interview
Was sind Ihre Aufgaben als Direktor der Neurochirurgischen Klinik Innsbruck? Bleibt noch Zeit, um selbst zu operieren? Zu meinen Hauptaufgaben gehört nach wie vor das Operieren. Ich stehe in der Regel jeden Tag im Operationssaal. Mittlerweile bin ich nicht immer während der gesamten Operation anwesend, sondern komme meist zu den kritischen Momenten hinzu, wie beispielsweise bei der Wachoperation. Hier stoße ich meist erst nach der Testphase hinzu und entferne das Tumorgewebe. Da ich bei Operationen häufig nur kurz unterstützend dabei bin, ohne Hauptoperateur zu sein, ist eine konkrete Zahl an Operationen zu nennen schwierig. Sicherlich habe ich weit über 5.000 Operationen durchgeführt. Zudem habe auch ich eine normale Sprechstunde, in der ich Patienten behandle, und mache die Visiten auf den Stationen. Recht viel Zeit nehmen die Besprechungen und Beratungen in den sogenannten Expertengremien in Anspruch, die entweder
„Wir haben das Glück, das gesamte Spektrum der neurochirurgischen Erkrankungen behandeln zu können. Dies macht uns auch zum neurochirurgischen Zentrum in Westösterreich.“ Prof. Dr. Claudius Thomé
klinikintern oder interdisziplinär stattfinden wie das Tumorboard. Hinzu kommen natürlich noch die administrativen Aufgaben und die Mitarbeiterführung. Einen Teil meiner Arbeit machen natürlich auch unsere Forschungsprojekte und Studien aus. Ebenso muss ich Vorträge ausarbeiten für die vielen nationalen und internationalen Kongresse. Was hat sich an der Klinik in den letzten vier Jahren verändert? Am wichtigsten für Operateure und Patienten sind die technischen Neuerungen, die es hier gegeben hat. Seit 2011 verfügen wir über einen OP auf höchstem technischen Niveau. Wir haben ein OP-eigenes CT mit Navigation. Damit haben sich für uns ganz neue Operationstechniken ermöglicht. Wir können Patienten nun ganz anders operieren. Zudem hat eine komplette Umstrukturierung der Aufgaben stattgefunden. Mit Hilfe eines Organisationsentwicklungsexperten haben wir unsere Prozesse optimiert und Zuständigkeiten anders verteilt. Wir haben Expertengremien eingerichtet, um eine optimale Versorgung der Patienten zu gewährleisten. Außerdem haben wir uns umfassend mit dem Thema Qualität beschäftigt. Wir haben ein „Risikomanagementassessment“ durchgeführt, Qualitätssicherungsmaßnahmen eingeführt und Standards definiert. Und auch diese Arbeit wird kontinuierlich weitergeführt. Wir sind ein gutes Team. Die Kooperation innerhalb der unterschiedlichen Bereiche bei uns im Haus wird sehr gestärkt. Wir legen großen Wert auf gute Zusammenarbeit zwischen allen Berufsgruppen und auf schnelle und gute Kommunikation. |
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neurotraumatologie
Entscheidend ist die Zeit Universitätsklinik für neurochirurgie
Dr. Claudia Unterhofer Die Neurotraumatologie ist ein Fachbereich der Neurochirurgie, die sich mit akuten Schädel-Hirn-Verletzungen, wie sie bei Unfällen auftreten, befasst. Dank der gut ausgebauten Klinik erhalten Patienten in Innsbruck eine optimale Versorgung. Wesentlich nach Verletzungen im Schädel-Hirn-Bereich ist der Faktor Zeit.
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in Beispiel, das im Jahr 2011 großes Interesse der Medien hervorgerufen hat, kann die Möglichkeiten der Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck sehr eindrucksvoll zeigen: Der ehemalige Skirennläufer Hans Grugger stürzte beim Trainingslauf in der „Mausefalle“ auf der „Kitzbüheler Streif“. Neben Frakturen, Quetschungen und offenen Wunden erlitt Grugger ein schweres Schädel-Hirn-Trauma mit einer akuten subduralen Blutung. Eine solche Verletzung erleiden jährlich etwa 100 Menschen in Tirol. Im Folgenden werden der Unfallhergang und die anschließende medizinische Versorgung als Fallbeispiel kurz
beschrieben, um einen Einblick in die Arbeit der Neurochirurgen in Innsbruck zu geben. Aus der Praxis Der Unfall ereignete sich um 10:30 Uhr auf der Kitzbüheler Skipiste. Schon an der Unfallstelle fand die Erstversorgung des Bewusstlosen statt. Nach der Bergung wurde er mit dem Hubschrauber ins Klinikum Innsbruck gebracht. Um 12:30 Uhr wurde Hans Grugger im Schockraum der Unfallchirurgie aufgenommen. Dort wurde er sofort nach der Methode des „Innsbrucker Schock-
neurotraumatologie
3D-Rekonstruktion eines schweren Schädel-Hirn-Traumas
raumalgorithmus“ untersucht. Der Schockraum verfügt über einen sehr leistungsfähigen Computertomographen (CT), der bei jedem akuten Patienten ein CT des gesamten Körpers macht. Weiters finden eingehende klinische Untersuchungen statt. Eine halbe Stunde später, also um 13 Uhr, erfolgte bereits der neurochirurgische Eingriff. Nach der Operation wurde Grugger zehn Tage im künstlichen Tiefschlaf gehalten, ehe er einen Monat nach dem Unfall die Rehabilitation beginnen konnte. Bereits zwei Monate nach dem Unfall konnte Grugger seinen Klinikaufenthalt beenden. Heute fährt er wieder Ski und hat sich hervorragend von seinen Verletzungen erholt. Medizinisches Vorgehen Bei einem Schädel-Hirn-Trauma kommt es zu leichten bis schweren Verletzungen des Gehirns, mit oder auch ohne Beteiligung des Schädelknochens. Dabei kann es zu Blutungen im Gehirn bzw. auf der Hirnoberfläche kommen, die aufgrund ihrer raumfordernden Wirkung lebensbedrohlich sein können. Zudem kommt es zu einer Schwellung des Hirngewebes. Da das Gehirn vom Schädelknochen umgeben ist, kann es dem zunehmenden Druck nicht ausweichen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass der Patient schnell operiert wird. Im Rahmen eines neurochirurgischen Eingriffes werden die Schädeldecke und die harte Hirnhaut eröffnet, eine eventuelle Blutung wird dabei entleert. Somit kommt es zu einer Druckentlastung des Gehirnes. Bei einer starken Hirnschwellung wird die Hirnhaut anschließend durch ein Stück künstliche Hirnhaut er-
weitert. Der ausgefräste Knochendeckel wird dabei vorerst nicht wieder eingebaut. Um den Hirndruck permanent überprüfen zu können, wird abschließend eine sehr feine Sonde implantiert. Auch weitere Sonden können im Rahmen eines solchen Eingriffes zur Überprüfung der Hirnfunktionen eingesetzt werden. Somit können sämtliche Hirnfunktionen während des künstlichen Tiefschlafes eines schwer verletzten Schädel-Hirn-Trauma-Patienten 24 Stunden am Tag kontinuierlich überwacht werden. Der entfernte Knochendeckel wird im Operationssaal steril verpackt und in der Innsbrucker Knochenbank bei rund –80 °C schockgefroren. Nach Abklingen der Hirnschwellung kann der entfernte Knochendeckel, steril, im Rahmen eines Zweiteingriffes wieder eingebaut werden. Bei Hans Grugger erfolgte das Wiedereinsetzen des zuvor entfernten Knochendeckels vier Wochen nach dem Unfall. Sollte der Eigenknochen des Patienten durch einen Unfall derart beschädigt worden sein, dass ein Wiedereinbau nicht mehr in Frage kommt, wird mittels 3-D-Rekonstruktion ein künstlicher Schädelknochen mit optimaler Passform rekonstruiert, steril modelliert und steril implantiert. |
INFO Die Innsbrucker Klinik für Neurochirurgie verfügt über eine eigene, an den Operationsbereich gekoppelte Intensivstation, in der die Patienten permanent von Neurochirurgen überwacht und versorgt werden. Der Patient wird nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma im künstlichen Tiefschlaf gehalten. Erst nach Stabilisierung des Hirndrucks kann der Patient langsam aus dem Koma zurückgeholt werden. Die Zeit der Aufwachphase ist bei jedem Patienten unterschiedlich. Entscheidend dafür sind einerseits der Schweregrad der Verletzungen, Zweit- und Folgeschäden des Gehirnes, andererseits aber auch der Allgemeinzustand des Patienten. Somit kann die Aufwachphase auch mehrere Wochen andauern. Im Anschluss durchläuft der Patient eine individuell angepasste Rehabilitation. Nicht jedes Schädel-Hirn-Trauma ist so schwer, dass ein operativer Eingriff notwendig ist. Es gibt auch leichte SchädelHirn-Traumata, bei denen eine ausgiebige Beobachtung ausreichend ist.
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Neurovaskuläre erkrankungen
Versteckte Gefahr Prof. Dr. Martin Ortler / Dr. Claudia Unterhofer / Dr. Miriam Mulino / Prof. Dr. Claudius Thomé Das Neurovaskuläre Schwerpunktzentrum führt die Spezialisten von drei Universitätskliniken zusammen. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit und Forschung steigert die Behandlungsqualität.
Universitätsklinik für neurochirurgie
Stereolithographische Modelle von Gefäßfehlbildungen des Gehirns erleichtern die präoperative Planung und unterstützen die Kommunikation im Patientengespräch.
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ie Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck ist zusammen mit den Universitätskliniken für Neurologie und Neuroradiologie Teil des „Neurovaskulären Schwerpunktzentrums“ in Innsbruck. Sämtliche Erkrankungen, die von den hirn- und rückenmarkversorgenden Blutgefäßen ausgehen, können in interdisziplinärer Zusammenarbeit nach modernsten Standards unter Verwendung minimalinvasiver Techniken und moderner Bildgebung behandelt werden. Häufige Krankheitsbilder sind Aneurysmen (= sackartige Ausweitungen) der Hirngefäße, Angiome und Fisteln (=Kurz-
schlüsse zwischen arteriellem und venösem Gefäßbett), alle Formen eines Schlaganfalls einschließlich Hirnblutungen und Durchblutungsstörungen des Gehirns, Cavernome (venöse Fehlbildungen) und neurovaskuläre Kompressionssyndrome (siehe Seite 24). Aneurysma Pro Jahr werden an der Universitätsklinik für Neurochirurgie unter anderem etwa 150 Patienten mit Aneurysmen behandelt. Aneurysmen entwickeln sich typischerweise auf dem Boden ei-
Neurovaskuläre erkrankungen
ner Wandschwäche des Blutgefäßes. Wieso es im Laufe der Zeit zur Vergrößerung und gelegentlich zur Ruptur (zum Platzen) eines Aneurysmas kommen kann, wird immer noch schlecht verstanden und deshalb auch aktiv an der Klinik beforscht. Bei etwa einem Drittel der Patienten ist das Aneurysma asymptomatisch und wird zufällig im Rahmen einer Untersuchung des Kopfes entdeckt. Bei diesen Patienten liegt das Hauptproblem in der Entscheidung, ob behandelt werden muss oder ob weiter kontrolliert wird. Für diese Entscheidung nimmt sich das Team in den Gesprächen mit den Patienten in der Cerebrovaskulären Ambulanz (freitags von 8 bis 16 Uhr) viel Zeit. Die Patienten werden dann sowohl im Team als auch interdisziplinär mit Neurologen und Neuroradiologen besprochen, um die bestmögliche Vorgehensweise festzulegen. Die definitive Versorgung des Aneurysmas erfolgt dann als Planeingriff. Zwei Drittel der Aneurysmen werden durch eine Subarachnoidalblutung (SAB) symptomatisch. Subarachnoidalblutungen stellen eine wichtige und auch behandelbare Form des Schlaganfalls dar. Wenn die erste Blutung überlebt wird, ist es Aufgabe des Neurochirurgen, das rupturierte Aneurysma mit einem Clip zu verschließen, um eine neuerliche Blutung zu verhindern (= Clipping). Alternativ kann das Aneurysma von innen heraus mit Platinspiralen befüllt werden (= Coiling). Diese Methode wird von den Kollegen der Neuroradiologie durchgeführt. Beide Methoden haben Vor- und Nachteile, und nicht jedes Aneurysma ist für beide Behandlungsformen geeignet. In Innsbruck
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steht 24 Stunden, 365 Tage im Jahr ein Team aus Spezialisten zu Verfügung, das nach interdisziplinärer Diskussion jedes geblutete Aneurysma möglichst früh, jedenfalls aber innerhalb von 24 Stunden versorgt. Für die Nachbetreuung von Patienten mit Subarachnoidalblutung stehen sowohl an der Universitätsklinik für Neurochirurgie als auch an der Universitätsklinik für Neurologie Spezialisten der Neurointensivmedizin zur Verfügung. Beide Stationen verfügen über modernste Möglichkeiten, um Patienten nach einem Schlaganfall zu betreuen und Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Die Vorgehensweise erfolgt dabei konform mit klinikinternen Leitlinien und Empfehlungen internationaler Fachgesellschaften. |
INFO Als Universitätsklinik wird in Innsbruck laufend an Möglichkeiten geforscht, die Behandlung von cerebrovaskulären Erkrankungen sicherer und besser zu machen. Laufende Studien befassen sich mit Möglichkeiten zur besseren Einschätzung der Rupturgefahr von Zufallsaneurysmen, mit der Verhinderung von zusätzlichen Durchblutungsstörungen im Rahmen der Aneurysmabehandlung und mit dem Monitoring von Patienten nach aneurysmatischer Subarachnoidalblutung. Die Teilnahme an diesen Studien sichert den Patienten die Möglichkeit, an innovativen Diagnostik- und Therapiekonzepten teilzuhaben.
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Neurovaskuläre erkrankungen
Operieren mit Neuronavigation Prof. Dr. Martin Ortler / Prof. Dr. Claudius Thomé / Dr. Christian Freyschlag Die Neurochirurgie war immer schon offen für neue Technologien, um Operationen schonender, schneller und effektiver zu machen. An der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Innsbruck kommen dabei all jene Werkzeuge zum Einsatz, die Patienten von einer modernen, universitären Neurochirurgie erwarten dürfen.
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as wichtigste Werkzeug in der Innsbrucker Neurochirurgie stellt neben Hirn, Herz und Händen der Chirurgen die computerunterstützte Chirurgie in Form der Neuronavigation dar. Grundsätzlich geht es dabei darum, ähnlich wie bei der Navigation am Handy, möglichst präzise einen vorher definierten Punkt im Körper des Patienten zu finden. Präoperativ erhobene radiologische Bilder (MRT oder CT) werden dazu mithilfe von Computern und Infrarotkameras mit dem Kopf oder der Wirbelsäule des Patienten im Operationssaal abgeglichen. Dadurch ist der aktuelle „Standort“ definiert. Ein Zeigerstift (Pointer) oder auch ein entsprechend markiertes Instrument kann schließlich an jede beliebige Stelle des Patientenkörpers gehalten werden, wird dort vom Navigationssystem erkannt und scheint auf dem Bildschirm auf. Die Operateure erhalten auf diese Weise millimetergenaue Informationen über die aktuelle Position der Instrumente und alle
wichtigen Strukturen der Umgebung. Dadurch werden hochpräzise Eingriffe über kleine Zugänge möglich. Die konsequente Weiterentwicklung der Computersysteme führt heute zu enorm leistungsfähigen Navigationsgeräten mit 3-D-Darstellung der zu behandelnden Erkrankung, aber auch der zu schonenden Umgebung. An diesen Systemen lassen sich Eingriffe simulieren, um dadurch noch vor dem ersten Schnitt den bestmöglichen Zugang und die bestmögliche Operationsstrategie festzulegen. An der Neurochirurgie in Innsbruck werden dafür zwei hochmoderne Navigationssysteme betrieben. Eines der beiden Systeme ist zudem mit einem Computertomographen verbunden, über den mittels intraoperativem CT den Fortschritt während eines Eingriffs jederzeit kontrolliert werden kann. Zugleich ermöglicht das CT gerade bei komplexen Wirbelsäuleneingriffen die Lage der Implantate zu kontrollieren und gegebenenfalls noch intraoperativ zu korrigieren. |
Neurovaskuläre erkrankungen
Schmerzen im Gesicht Prof. Dr. Claudius Thomé Mikrovaskuläre Dekompression/Trigeminusneuralgie: Die schmerzhafte Erkrankung kann mittels neuester Technologien sehr erfolgreich behandelt werden.
da dieser die Arterien weitet. Der Kontakt zwischen Gefäß und Nerv löst eine plötzlich einschießende Schmerzattacke im Gesicht aus. Meist ist der Wangen- und Kieferbereich betroffen, eher selten der Stirnbereich. Dieser Schmerz wird als sehr schlimm empfunden, tritt sehr plötzlich auf und ist nicht zu steuern. Ausgelöst wird der Reiz durch Bewegungen wie Kauen oder Sprechen. Viele Betroffene hören auf zu essen und sprechen kaum noch, da die Angst vor den Schmerzattacken zu groß ist. Es ist möglich, diese Attacken mit Hilfe von Schmerzmedikamenten zu lindern; wenn eine medikamentöse Behandlung aber keine Wirkung mehr zeigt, ist die Verzweiflung der Betroffenen sehr groß. Schon vor vielen Jahrzehnten wurde eine Methode zur Linderung dieser quälenden Krankheit entwickelt. Dabei wird mittels einer Nadel, die durch den Kiefer bis zum Nerv geschoben wird, der Nerv durch Hitzezufuhr verödet. Dieses lange bekannte Verfahren ist allerdings destruktiv und zerstört Teile des Nervs. Dies kann zu Problemen wie Taubheit führen und ist nicht immer ausreichend wirkungsvoll. In der Neurochirurgie gibt es seit Einführung der „Schlüssellochzugänge“ eine Möglichkeit der chirurgischen Behandlung: die Mikrovaskuläre Dekompression.
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nter Trigeminusneuralgie versteht man eine Schmerzerkrankung im Gesicht. Der „Nervus trigeminus“ ist der dickste Hirnnerv des Menschen und spaltet sich in drei unterschiedliche Äste auf: den Augennerv, den Oberkiefernerv und den Unterkiefernerv, zudem besteht er aus motorischen und sensiblen Fasern. Gehirnnerven verfügen über eine andere Struktur als periphere Nerven, die Nervenhülle ist nicht so robust und wesentlich empfindlicher. Beim Austritt des Nervus trigeminus aus dem Gehirn hat der Nerv noch die feine, anfällige Umhüllung, die dann in eine robuste Umhüllung übergeht. Genau bei diesem Übergang kommt es bei der Trigeminusneuralgie durch den Gefäß-Nerv-Kontakt zu einer Reizung. Diese wird beispielsweise durch eine pulsierende Arterie herbeigeführt. Anfällig dafür sind vor allem ältere Menschen, die über einen längeren Zeitraum an Bluthochdruck leiden,
Bei diesem chirurgischen Eingriff wird der Kontakt zwischen Nerv und Gefäß behoben, indem zunächst das Gefäß separiert wird. Meist ist es etwas verwachsen, deshalb werden zwischen Gefäß und Nerv einige Teflonschwämmchen mit Gewebekleber befestigt. Die Nerv-Gefäß-Verbindung wird durch diese Unterpolsterung mit Schwämmchen unterbrochen, somit kommt es zu keiner Nervenreizung mehr. Diese Operation ist sehr erfolgreich, da sie oftmals die Schmerzattacken ganz beseitigt oder zumindest den Schmerz, der dennoch entsteht, um ein Vielfaches mindert. Mittels neuester Operationstechniken ist es möglich, einen minimalinvasiven Eingriff vorzunehmen, der durch so genanntes Neuromonitoring überwacht und durch die Navigation gesteuert wird. Diese Techniken haben die Operationsrisiken deutlich gesenkt. Die Betroffenen empfinden diese Operation als eine Erlösung, da die Schmerzen eine extreme Intensität hatten. |
Universitätsklinik für neurochirurgie
Sicht mit dem Operationsmikroskop auf den schmerzauslösenden Kontakt zwischen Blutgefäß und Trigeminusnerv (oben), der mit einem Teflonschwämmchen durch Abpolstern behoben werden kann.
Technischer Fortschritt Durch die technischen Fortschritte der letzten Jahre haben sich die Operationsbedingungen weiter verbessert. So konnten frühere Risiken, die dazu führten, dass der Eingriff selten durchgeführt wurde, reduziert bzw. eliminiert werden. Die selektive, also gezielte Dekompression ist eine viel schonendere Möglichkeit, die Krankheit zu behandeln, da der Nerv unversehrt bleibt.
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neuroonkologie
„Die wichtigsten 8 Stunden meines Lebens“ Dr. Christian Freyschlag
Universitätsklinik für neurochirurgie
Es gibt Erkrankungen, bei denen eine Operation am Gehirn bei wachem Zustand des Patienten die beste Therapie ist. Wenn ein Gehirntumor nahe den Sprachregionen liegt, ist es sinnvoll, den Patienten wach zu operieren. Schmerzen empfindet er dabei keine. Es ist allerdings auch eine enorme Herausforderung und so kommen nicht alle Patienten für einen solchen Eingriff in Frage.
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efindet sich ein Tumor in der Nähe der Sprachregionen des Gehirns, kann es passieren, dass bei einer operativen Entfernung des Tumors diese Region Schaden nimmt. Dies kÜnnte zu SprachstÜrungen bzw. zu einem Sprachverlust fßhren. Das Risiko kann nur minimiert werden, wenn die Funktionen permanent ßberprßft werden kÜnnen. Dazu wird neben einer ausfßhrlichen präoperativen Planung mit Kernspintomographie (MRT und funktionelles MRT) auch eine ausgiebige neuropsychologische Testung durchgefßhrt. Dabei wird der Patient optimal auf die bevorstehende Operation vorbereitet. Im Operationssaal wird nach Erreichen einer optimalen Lagerung – die vor allem fßr den Patienten auch gemßtlich sein muss – die Neuronavigation (siehe Seite12) eingerichtet und nach einer lokalen Betäubung der Haut mit der Operation begonnen.
KOMPETENZ IN DER NEUROCHIRURGIE *ÂˆÂ˜Ă˘iĂŒĂŒiœÊKIRWAN!
Christina Monz ist 25 Jahre alt; bei ihr wurde ein Gehirntumor am Sprachzentrum diagnostiziert. Sie unterzog sich im vergangenen Jahr einer Wachoperation an der Universitätsklinik fĂźr Neurochirurgie in Innsbruck. Im Interview berichtet sie Ăźber ihre Erfahrungen: Sie sind gerade 25 Jahre alt. Wie und wann wurde der Gehirntumor bei Ihnen diagnostiziert? Christina Monz: Ich erlitt im Februar vergangenen Jahres einen epileptischen Anfall, worauf ich ins Spital gegangen bin. Dort wurde am nächsten Tag mit Hilfe des MRT der Hirntumor diagnostiziert. Wer hat Ihnen die Wachoperation empfohlen und was haben Sie als Erstes dabei gedacht? Wie lange haben Sie gebraucht, um sich dafĂźr zu entscheiden? Ich wurde sofort ins Klinikum Feldkirch Ăźberwiesen, die dortigen Ă„rzte haben mir aufgrund der Lage des Tumors von der Wachoperation berichtet. Es war fĂźr mich aufgrund der Risiken, die eine OP unter Narkose bei dieser Tumorlage mit sich bringt, keine Frage, ob ich es mache oder nicht. Das war mir sofort klar. Darum wurde ich gleich nach Innsbruck Ăźberwiesen. Dort wurde ich beraten und aufgeklärt. Mir wurden alle BehandlungsmĂśglichkeiten aufgezeigt, es wurde mir die Wachoperation vorgestellt und ich wurde Ăźber den Operationsverlauf und die Risiken aufgeklärt. Wie viel Zeit verging zwischen Diagnose und Operation? Die Operation erfolgte am 8. April 2013. Im März musste ich bereits vier Tage fĂźr die notwendigen Voruntersuchungen nach Innsbruck kommen. Welche Untersuchungen wurden präoperativ durchgefĂźhrt? Es wurde eine Reihe von unterschiedlichen MRTs und neuropsychologischen Untersuchungen gemacht. AnschlieĂ&#x;end wurden individuelle Tests zusammengestellt, die ich während der Operation lĂśsen musste. Diese Tests habe ich zwei Tage vor der Operation nochmal bei einem Neuropsychologen in der Innsbrucker Klinik wiederholt. Die Auswahl der Tests wird durch die konkrete Lage des Tumors bestimmt. Wovor hatten Sie am meisten Angst? Die grĂśĂ&#x;te Angst hatte ich davor, dass der Tumor bĂśsartig ist. Dann habe ich mir natĂźrlich noch Gedanken darĂźber gemacht, was wohl nach der Operation geschehen wird, ob ich sprechen kann, ob Komplikationen entstehen, ob ich starke Schmerzen haben werde. Vor der eigentlichen Operation hatte ich natĂźrlich auch Angst: Ist es schmerzhaft? Allerdings habe ich mich sehr gut aufgehoben gefĂźhlt. Die Ă„rzte sind kompetent und erfahren,
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neuroonkologie
Universitätsklinik für neurochirurgie
Präoperative Planung eines gutartigen Hirntumors mit Darstellung von Leitungsbahnen im Gehirn und Spracharealen
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sie haben sich Zeit genommen. Dr. Freyschlag, der die Operation durchgeführt hat, und Prof. Dr. Eisner, der das Monitoring, also die Überwachung der Strommessungen, übernommen hat, haben mich sehr gut vorbereitet. Wir sind alle Abläufe mehrmals durchgegangen, all meine Fragen wurden beantwortet und ich wurde sehr herzlich behandelt. Dadurch war meine Angst vor der eigentlichen Operation nicht so groß wie vor der Unsicherheit, was danach kommt. Wie verliefen der Operationstag und die Operation selbst? Waren Sie die ganze Zeit wach und haben Sie wirklich alles mitbekommen? Ich kam einen Tag vor der Operation in die Klinik. Am Morgen hat mich eine Schwester geweckt. Nach dem Duschen und Haarewaschen zog ich die Operationskleidung an und wurde in den OP-Bereich gefahren. Dort wurde ich auf eine bequeme und weich gepolsterte Liege platziert. Anschließend kümmerte sich die Anästhesie um mich. Dann habe ich auch ein Mittel bekommen, das mich in einen Dämmerzustand versetzte. Ich habe nicht mitbekommen, wie sie mir das Lokalanästhetikum gespritzt haben, sondern bin dann erst wieder wach gewesen, als der Schädel geöffnet wurde. Das war sehr laut und ich hatte währenddessen kurz Schmerzen. Nach der Schädelöffnung empfand ich keine Schmerzen mehr. Dann begann die Testphase. Der Chirurg stimuliert mit kleinen Stromelektroden einzelne Bereiche, um zu sehen, ob es sich um funktionstragendes Gewebe handelt. Ich musste in dieser Zeit mitarbeiten und beispielsweise Bilder erkennen oder Zusammenhänge wiedergeben. Der Neurochirurg hat dann die gesunden Areale im Gehirn markiert. In dieser Phase war ich extrem konzentriert. Es war mir so wichtig, das gut zu machen, da so viel auf dem Spiel stand. Das waren die wichtigsten acht Stunden meines Lebens! Nach dem Testen wurde der Tumor entfernt. Auch während der Tumorentfernung musste ich ständig mit dem neuropsychologischen Team kommunizieren, damit bei
Sprachausfällen die Entfernung sofort gestoppt worden wäre. In dieser Zeit kümmerte sich ein ganzes Team um mein Wohlergehen. Während der Schließung des Schädels habe ich geschlafen. Danach wachte ich noch im OP auf, als die Kopfhaut wieder vernäht wurde. Wie erging es ihnen nach der Operation? Wie viel von dem Tumor konnte entfernt werden? Ich wurde auf die Intensivstation gelegt und war sehr erschöpft. Aber dann habe ich mich recht schnell erholt. Das Sprechen und Schreiben ist mir schwer gefallen. Ich konnte beispielsweise keine SMS verschicken, auch wenn ich den Satz vor mir sah, konnte ich ihn nicht tippen. Denn durch die Operation sind die Sprachareale gereizt, was zu temporären Störungen der Sprache führt. Das ist normal. Auch heute bin ich noch in Behandlung und gehe zweimal wöchentlich zum Neuropsychologen, um mein Gehirn zu trainieren. Als schlimm empfand ich die Warterei auf das pathologische Ergebnis. Es dauerte fünf Tage, ehe ich erfahren habe, worunter ich leide. Es gab eine gute Nachricht, aber der Tumor kann jederzeit zurückkommen. Es konnten rund 98 Prozent des gutartigen Tumors entfernt werden, was schon ein sehr gutes Ergebnis ist. Nun muss ich einfach abwarten. Sollte der Tumor wieder wachsen und er muss erneut operativ entfernt werden, würden Sie sich wieder für die Wachoperation entscheiden? Ja, das würde ich auf jeden Fall. Jede Operation birgt Risiken in sich. Zu einer Komplikation kann es bei jeder Operation kommen. Und als schlimm empfinde ich die Krankheit – die Operation ist das beste Mittel, diese Krankheit zu bekämpfen. Ich habe mich in der Klinik sehr gut aufgehoben gefühlt, sie haben sich wirklich gut um mich gekümmert. Nur hoffe ich natürlich, dass meine weiteren Besuche in der Klinik zur halbjährlichen Überprüfung weiterhin ambulant bleiben. |
Neuroonkologie
Den Tumor zum Leuchten bringen
Dr. Christian Freyschlag
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in Experteninterview mit Dr. Christian Freyschlag über ein sehr modernes Verfahren in der Tumoroperation: die „fluoreszenzgestützte Resektion“.
Wie würden Sie die fluoreszenzgestützte Resektion beschreiben? Dr. Christian Freyschlag: Als fluoreszenzgestützte Resektion wird eine Operationstechnik bezeichnet, bei der man den Tumor mit einer Art Medikament, das als Diagnostikum dient, nämlich der Aminolävulinsäure, zum Leuchten bringt. Dem Patien-
ten wird am Vortag der Operation ein Getränk verabreicht, das Aminolävulinsäure enthält. Diese Substanz wird im Körper vom Tumorgewebe anders aufgenommen als von gesundem Gewebe. Während der Operation wird folglich unter dem Mikroskop ein spezielles Licht dazugeschaltet. Dadurch nimmt das Tumorgewebe eine andere Farbe an – es beginnt rot zu leuchten. Der Operateur kann nun das kranke von dem gesunden Gewebe besser unterscheiden. Bei welchen Krebserkrankungen wird diese Methode im operativen Bereich verwendet? Die so genannte 5-ALA-Methode wird vor allem bei der Bekämpfung von Glioblastomen, dem häufigsten hirneigenen (d. h. aus dem Hirn entstehenden) Tumor, verwendet. Welchen Vorteil bringt dieses Verfahren für den Patienten? Durch sein Leuchten können wir den Tumor besser erkennen und vom gesunden Gewebe abgrenzen. Das heißt, wir können mit einiger Sicherheit mehr Tumorgewebe entfernen und das gesunde Gewebe besser schonen, als das früher möglich war. Das wirkt sich natürlich sehr positiv auf den weiteren Therapieverlauf aus. Je mehr vom Tumor entfernt ist, desto besser! Zudem werden mit Hilfe dieses Verfahrens manchmal Tumorformationen sichtbar, die auf den MR-Bildern nicht zu erkennen sind. Dieses kranke Gewebe hätte man früher also gar nicht entfernt. Seit wann gibt es diese Methode und seit wann wird die Glioblastom-Resektion mit diesem Verfahren in Innsbruck durchgeführt? Die offizielle Zulassung erfolgte 2008. Seit 2010 operieren wir in Innsbruck mit diesem Verfahren. In unserem Hause werden über 50 dieser Operationen im Jahr durchgeführt. Wie viele Kliniken in Österreich wenden denn dieses innovative Verfahren an? Anwendung findet das Verfahren in den großen österreichischen Neurochirurgien, speziell wohl an den drei großen Universitätskliniken Innsbruck, Wien und Graz. Gibt es Risiken für die Patienten oder negative Aspekte dieses Verfahrens? Bisher sind keine nennenswerten Risiken bekannt. Als einzigen negativen Punkt kann man wohl die recht hohen Kosten des Wirkstoffes nennen. Eine Dosis der Aminolävulinsäure kostet 2.000 Euro. Dafür halten sich die Kosten der technischen Ausrüstung in Grenzen, da lediglich ein zusätzliches Mikroskopmodul benötigt wird. Für den Patienten hat es vor allem Vorteile, da mit Hilfe dieser Technik die besten Voraussetzungen für die Folgebehandlungen geschaffen werden können. |
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Die Neuroonkologie stellt einen wesentlichen klinischen Schwerpunkt des Universitätsklinikums Innsbruck dar. Hier werden Tumorerkrankungen des Nervensystems behandelt. In Innsbruck werden die neuesten Behandlungsmethoden und Techniken auf höchstem wissenschaftlichem Niveau eingesetzt, das ermöglicht die beste Behandlung, die es derzeit gibt.
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Operation ohne Schnitte Prof. Dr. Wilhelm Eisner Bereits vor 50 Jahren hat der Neurochirurg Professor Lars Leksell in Stockholm eine Methode entwickelt, mit der bestimmte Tumoren oder Funktionsstörungen des Gehirnes mit einer stark gebündelten Bestrahlung behandelt werden können. Für viele intrakranielle Erkrankungen steht seither die radiochirurgische Behandlung als Therapieoption neben der offenen Chirurgie zur Verfügung und wird an unserer Abteilung angeboten. und Komplikationsmöglichkeiten aufgeklärt. Einen Tag vor der Operation werden sie stationär aufgenommen. Es wird eine sehr fein geschichtete Magnetresonanztomographie zur OPVorbereitung durchgeführt. Am Morgen des Behandlungstages wird unter Verwendung von örtlichen Betäubungsmitteln ein Rahmen am Kopf des Patienten befestigt. Eine feingeschichtete Computertomographie mit dem Rahmen dient als Grundlage der Operationsplanung. Nun kann der Patient den Operationssaal verlassen und auf der Station sein Frühstück einnehmen, denn die Patienten können den Kopf frei bewegen.
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ie Durchführung der Radiochirurgie erfolgt mit dem „Gamma Knife“, einem Therapiegerät, das radioaktive Kobaltquellen einsetzt. Alternativ kann Radiochirurgie seit den 1980er-Jahren auch mit adaptierten Linearbeschleunigern (Röntgenstrahlengeräte aus der konventionellen Bestrahlungstherapie mit einer zusätzlichen Ausrüstung, so genannte LINACs) durchgeführt werden. In Innsbruck wurde diese Methode in Zusammenarbeit mit der Klinik für Strahlentherapie (o. Univ.-Prof. Dr. Dr. Peter Lukas) im Jahr 1992 eingeführt, seither werden damit gut- und bösartige Tumoren des Gehirns behandelt. Die Lage der Tumoren, ob tief im Gehirn gelegen oder oberflächlich, spielt hierbei keine Rolle. Die Bestrahlungsmaschine sendet die Röntgenstrahlen so aus, dass eine Schädigung der Haut, der Haare, des Sehens oder irgendeiner anderen Funktion sehr unwahrscheinlich ist. Es wird also operiert, ohne den Kopf zu eröffnen. Natürlich ist die Vorbereitung sehr sorgfältig. Die Patienten werden über ihre Erkrankung und deren Behandlungsmöglichkeiten informiert und über etwaige Risiken, Nebenwirkungen
Inzwischen haben Ärzte und Medizinphysiker der Abteilung für Strahlentherapie am Planungscomputer den endgültigen Bestrahlungsplan unter Berücksichtigung von schützenswerten Strukturen festgelegt. Am Nachmittag des Behandlungstages ist es so weit, der Linearbeschleuniger ist überprüft, gegen 14 Uhr erfolgt die schmerzlose Behandlung. Anschließend wird der „Stereotaxiering“ vom Kopf entfernt und der Patient schon am nächsten Vormittag nach Hause entlassen. Für kurze Zeit wird ein Cortisonpräparat verschrieben, um Schwellungsreaktionen als Behandlungsfolge vorzubeugen. Um festzustellen, wie erfolgreich und anhaltend die Behandlung war, werden natürlich bildgebende und ambulante Nachkontrollen durchgeführt. |
INFO Der große technische Aufwand kann den Patienten viel ersparen: Es gibt keine Schädeleröffnung und mechanische Tumorentfernung mit den Risiken einer offenen Operation. Der Hauptnachteil des Verfahrens ist jedoch, dass der Tumor nicht entfernt wird und je nach Diagnose mit unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit wiederkommen bzw. weiterwachsen kann. Da die offene Operation durch die technischen Fortschritte und das „Schlüssellochprinzip“ in den letzten Jahren deutlich sicherer geworden ist, bleibt die Tumorentfernung in vielen Fällen die Methode der Wahl. Im Tumorboard werden die Vorund Nachteile der Verfahren für jeden Einzelfall diskutiert und die beste Option ausgewählt.
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Modernste Operationsmethoden Dr. Christian Freyschlag Neuste Techniken ermöglichen computergestütztes Operieren in der Schädelbasischirurgie. können. Vor der Operation werden die Patienten in das CT gefahren, die entstandenen Bilder stellen dann nach Verschmelzung mit den präoperativen kernspintomographischen Aufnahmen (MRT) die Grundlage der computergestützten Chirurgie dar. Zusätzlich verwendet der Operateur ein Instrumentarium, das ebenfalls vom Navigationssystem erkannt wird. Der Computer erstellt aus den CT-Bildern und aus den von der Navigation erkannten Daten der Instrumente immer ein aktuelles Bild für den Chirurgen. Dieser kann schließlich exakt feststellen, welches Gewebe entfernt wurde und wo noch Tumorgewebe vorhanden ist. Nach Abschluss der Tumorentfernung wird zur Kontrolle erneut ein CT angefertigt. So kann den Patienten auch kurz nach der Operation schon ein Ausblick gegeben werden, Floseal_A5_260810:Layout 1 26.08.2010 13:23 Uhr Seite 1 wie vollständig die Tumorentfernung war. |
Verwendet wird das CT zum Beispiel in der Tumorchirurgie, der Wirbelsäulenchirurgie und der funktionellen Neurochirurgie. Tumorchirurgie in der Schädelbasis Die Schädelbasischirurgie wird kompliziert, wenn Tumoren auch im Knochen oder in den knöchernen Nervenkanälen Verbreitung finden. Wo der Tumor in den Schädelknochen eindringt, ihn infiltriert, ist seine operative Entfernung oftmals nicht vollständig, weil eine sichtbare Grenze fehlt. Mit der neuen Technik kann computergestützt operiert und auf schonende Art mehr Tumorgewebe entfernt werden als bei herkömmlichen Methoden, da die Infiltrationszonen im CT sichtbar gemacht werden
Baxter Healthcare GmbH, Stella-Klein-Löw-Weg 15, A-1020 Wien, Tel. +43 1 71120, http://www.baxter.at
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ie neurochirurgische Klinik in Innsbruck verfügt über einen Operationssaal mit intraoperativer Computertomographie (CT) und vollintegrierter Neuronavigation. Diese Ausstattung ist äußerst selten und macht die Klinik mit ihren dadurch gewonnenen Möglichkeiten einzigartig. Dank dieser Ausstattung können eine Reihe von sehr modernen Operationstechniken angewandt werden.
Stoppt Blutungen verlässlich & schnell
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Interdisziplinäre Zusammenarbeit Prof. Dr. Martin Ortler / Dr. Christian Freyschlag Das Endokrinologie Zentrum Innsbruck vereint Spezialisten zum Wissensaustausch.
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umoren der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) werden häufig über hormonabhängige Symptome entdeckt. Wie auch bei den anderen Hormondrüsen des Körpers kommt es in einem Adenom (einem gutartigen Tumor) zur Vermehrung von Zellen, die Hormone in die Blutbahn abgeben. Je nach Zelltyp kommt es zu speziellen Symptomen wie jugendlichem Riesenwuchs, Akromegalie oder der Cushing-Erkrankung. In den meisten dieser Erkrankungen stellt die Chirurgie mit Entfernung des Tumors das Mittel der ersten Wahl zur Therapie und somit auch der Normalisierung von Hormonspiegeln dar.
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Mit einer steigenden Zahl von Magnetresonanztomographien (MRT) etwa zur Kopfschmerz- oder Schwindelabklärung werden auch deutlich häufiger Hypophysenadenome als „Zufallsbefund“ entdeckt und an der Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck behandelt. So kann es auch bei nicht hormonaktiven Adenomen der Hypophyse notwendig sein, diese operativ zu entfernen – zum Beispiel wegen des Drucks auf normales Drüsengewebe oder die Umgebung. In seltenen Fällen ist auch eine plötzliche Sehverschlechterung mit einem Hypophysenadenom zu erklären, da es bei größeren Tumoren auch zu einer Druckwirkung auf den Sehnerv kommen kann.
Die operative Therapie von Hypophysenadenomen ist ein Paradebeispiel für minimalinvasive Chirurgie. Über die Nase der Patienten kann der direkte und kürzeste Weg zur Hirnanhangdrüse gefunden werden. Jedenfalls ist die chirurgische Therapie von Tumoren der Hirnanhangdrüse ein Teil einer spezialisierten interdisziplinären Gruppe, bestehend aus Endokrinologen, Neuroradiologen, Strahlentherapeuten und Neurochirurgen. An der Universitätsklinik für Neurochirurgie findet diesbezüglich eine regelmäßige interdisziplinäre Besprechung statt, das sogenannte Hypophysenboard. |
INFO Um der Vielzahl von hormonell aktiven Tumoren im Körper gerecht zu werden, wurde an der Universitätsklinik Innsbruck im Jahr 2012 das EZI – das Endokrinologie Zentrum Innsbruck – eröffnet, in dem sich renommierte Spezialisten zum Wissensaustausch und zur Besprechung von Patienten treffen. In diesem Zentrum ist auch die Universitätsklinik für Neurochirurgie vertreten.
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Jemand, der zuhört Die Diagnose Hirntumor löst bei den betroffenen Patienten und deren Angehörigen oft Gefühle wie Hilflosigkeit und Angst aus, vor allem aber gibt es viele offene Fragen. Es erscheint den Patienten meist hilfreich, mit einer außenstehenden Person zu sprechen, die sich Zeit nimmt und sich in diesem Gebiet sehr gut auskennt.
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hristina Nagl ist diplomierte Krankenschwester und onkologische Pflegeberaterin am Universitätsklinikum Innsbruck. Sie konnte im neurologischen Intensivbereich berufliche Erfahrung sammeln; außerklinisch beim Verein Netzwerk Krebs, der medizinische Hauskrankenpflege für onkologische Patienten anbietet. Chistina Nagl sucht das persönliche Gespräch mit den Patienten meist schon während des ersten Besuches in der Ambulanz oder beim ersten stationären Aufenthalt der Patienten und fungiert als Ansprechpartnerin für Tumorerkrankte und deren Angehörige. Sie begleitet die Patienten während des stationären Aufenthaltes, zu Hause über telefonischen Kontakt und bei den Ambulanzbesuchen. Sie hilft bei der Terminkoordination und gibt Hintergrundinformationen zu den einzelnen Therapieverläufen und kann aufgrund ihrer Erfahrung viele Fragen klären. Durch ihre Teilnahme an den wöchentlichen interdisziplinären Besprechungen und am Tumorboard hat sie einen umfassenden Einblick in den Krankheitsverlauf und in die geplante Therapie jedes einzelnen Patienten. („Tumorboard” nennt man die gesetzmäßig vorgesehene Plattform, in der die Behandlungsplanung bei bösartigen, aber auch bei gutartigen Tumorerkrankungen festgelegt wird.)
INFO Sprechzeiten Onkologische Pflegeberatung Schwester Christina Nagl MZA-Gebäude, 3. Stock Mi. von 8 bis 13 Uhr, Do. von 8 bis 16:30 Uhr Fr. von 9 bis 15 Uhr Telefonischer Kontakt: 0512/ 504 80871
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Christina Nagl nimmt sich Zeit für jeden Erkrankten. Zeit vor allem zum Reden und zum Zuhören, was auch immer die onkologischen Patienten und deren Angehörige beschäftigt. |
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Im Porträt DGKP Walburga Djordjevic / DGKP Elisabeth Kathrein Die Neurochirurgische Klinik besteht aus verschiedenen Bereichen: dem Ambulanzbereich, zwei Normalstationen, einer eigenen Intensivstation und dem Operationsbereich. Eine kurze Einführung.
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n der neurochirurgischen Ambulanz im 3. Stock des Medizin-Zentrums Anichstraße finden Erstuntersuchungen und Kontrollen bei Erkrankungen des Schädels und der Wirbelsäule statt. Es werden Tumoren des Gehirns, der Hirnhäute, der Schädelbasis, der Augenhöhle, des Rückenmarks und der Wirbelsäule ebenso behandelt wie Malformationen (Fehlbildungen) im Bereich der Gehirngefäße und des Ventrikelsystems, also der Hohlräume im Zentralnervensystem. Weiters bezieht sich ein wesentlicher Teil der Arbeit auf Untersuchungen und die Nachbetreuung unter anderem bei degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule wie Bandscheibenvorfällen, Spinalkanalstenosen oder Instabilitäten. Als chirurgische Experten für Nerven versorgt die Ambulanz selbstverständlich auch die weniger komplexen Erkrankungen wie Karpaltunnelsyndrome.
Starke Zunahme Die Zunahme der Erkrankungen des Bewegungsapparates führt zu einem starken Patientenzustrom in unsere Ambulanz. Im Jahr 2002 wurden bereits 9.900 „Patientenbewegungen“ gemessen, 2013 waren es über 14.400. Diese Steigerung ist vor allem auch darauf zurückzuführen, dass an der Neurochirurgie Innsbruck immer kompliziertere Eingriffe vorgenommen werden und somit auch eine intensivere Nachsorge stattfindet. Aufgrund der gestiegenen Zahlen wurde das Team inzwischen um zwei Pflegekräfte erweitert. Zur Verfügung stehen fünf Behandlungszimmer und ein Therapieraum. Der „Wartebereich 1“ dient den mobilen Patienten, der „Wartebereich 2“ den Liegenden. Das Team der neurochirurgischen Ambulanz ist schon seit Jahren beständig; nicht zuletzt wegen des guten Arbeitsklimas gibt es keine personelle Fluktuation.
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INFO Sprechstunden Allgemeine Sprechstunden: Mo. bis Fr. von 8:30 bis 11:30 Uhr Telefonische Terminvereinbarung: Mo. bis Fr. von 10:30 bis 13 Uhr Tel.: 050 504 27472 Notfälle Mo. bis Fr. von 8 bis 15:45 Uhr Notfälle ab 15:45 Uhr sowie an Wochenenden und Feiertagen an der Neurologischen Notfallaufnahme im MZA
Terminvereinbarung Da die neurochirurgische Abteilung sehr viele Patienten – zum Teil auch Akutfälle – versorgt, ist eine Terminvereinbarung unbedingt erforderlich. Zum ersten Untersuchungstermin müssen die Patienten aktuelle MR- bzw. CT-Bildgebung mitbringen. Der Haus- oder Facharzt kann dieses veranlassen. Ohne aktuelle Bilder kann sich der Behandlungsverlauf verzögern. Wie erwähnt, werden auch Patienten mit erst kurz dauernden, akuten Beschwerden behandelt. Diese Notfälle machen bis zu 15 Prozent der täglich untersuchten Patienten aus. Da deren Zahl und die Dauer der Versorgung nicht planbar sind, kommt es unter Umständen zu Wartezeiten für die bestellten Patienten. Die Termine werden unter Berücksichtigung der jeweiligen Dringlichkeit vergeben, wobei die durchschnittliche Wartezeit drei bis vier Wochen beträgt. |
Checkliste für Ihren ersten Besuch in der Ambulanz: • Termin • Überweisung vom Hausarzt oder Facharzt • E-Card • Aktuelle Bildgebungen und Befunde
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Im Jahr 2003 hat Schwester Walli die Leitung der Ambulanz mit einem Team aus sechs diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegern, zwei Ordinationsassistentinnen sowie zwei Sekretärinnen übernommen. Von den 32 Neurochirurgen der Klinik sind während der Ambulanzzeiten vier bis fünf Ärzte in der Ambulanz tätig. Die gegenseitige Unterstützung der beiden Berufsgruppen bei der Arbeit bewirkt eine gute Arbeitsatmosphäre und erhöht die Behandlungsqualität. Zudem legen alle Mitarbeiter großen Wert auf den Besuch von Fort- und Weiterbildungsprogrammen in ganz unterschiedlichen Bereichen, um die Patienten rundum gut zu versorgen.
Neben der allgemeinen Sprechstunde werden auch Spezialsprechstunden angeboten, bei denen die relevanten Spezialisten eines Teilgebietes der Neurochirurgie vertreten sind. Mo. bis Fr. von 8:30 bis 11:30 und 14 bis 15:30 Uhr • Montag: Funktionelle Sprechstunde (Stereotaxie, Radiochirurgie, spez. Schmerztherapie) • Dienstag: Schmerzsprechstunde (Schmerzelektroden, Schmerzpumpen) sowie Kindersprechstunde • Mittwoch: Wirbelsäulenspezialsprechstunde sowie Periphere Nervenchirurgie • Donnerstag: Tumor- und Hypophysensprechstunde • Freitag: Zerebrovaskuläre Sprechstunde
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Den Druck lösen Dr. Pierre-Pascal Girod Das Nervenkompressionssyndrom tritt häufig im Bereich der Hand auf, steht jedoch generell für eine chronische Druckschädigung.
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ompressionen von Nerven entstehen durch degenerative Einengungen, Traumen oder Tumoren, die in der Folge Schmerzen und Gefühlsstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen verursachen können. Unterschieden werden Erkrankungen der peripheren Nerven, der Nervengeflechte (Plexus) und des autonomen Nervensystems. Je nach Ursache kann primär konservativ behandelt werden, bei anhaltenden therapieresistenten Beschwerden bzw. Fortschreiten der Erkrankung wird jedoch eine neurochirurgische Operation empfohlen. |
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Die häufigsten Kompressionsyndrome
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Obere Extremitäten Karpaltunnelsyndrom/CTS (Brachialgia paraesthetica nocturna): Häufig nächtliche Schmerzen und Gefühlsstörungen im 1. bis 3. Finger, die sich auf „ausschütteln“ bessern. Kubitaltunnelsyndrom (Sulcus N. ulnaris Syndrom): Schmerzen und Gefühlsstörung am 4. und 5. Finger, der Handkante und dem Unterarm. Loge-de-Guyon-Syndrom: Verschmächtigung der Handbinnenmuskulatur mit meist nur diskreter Empfindungsstörung des 4. und 5. Fingers. Untere Extremitäten Meralgia paraesthetica: Brennende Schmerzen und Missempfindungen an der Oberschenkelvorder- und Außenseite, bei langem Stehen, Gehen und Liegen mit gestrecktem Bein. Morton-Metatarsalgie: Belastungsabhängige Schmerzen im Vorfuß bis in die mittleren Zehen. Tarsaltunnelsyndrom: Schmerzen und Gefühlsstörungen im Vorfuß und den Zehen (in Ruhe, nächtlich, stärker bei Belastung).
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Das Herz der NeurochirurgiE Sie haben seit Anfang des Jahres die Leitung des OP-Bereichs in der Neurochirurgie inne. Welche Ausbildung muss man durchlaufen, um OP-Schwester zu werden? Schwester Kathrin: OP-Schwestern und -Pfleger werden fachlich als Fachgesundheits- und Krankenpfleger für den Operationsdienst bezeichnet. Zunächst besucht man dafür drei Jahre die Krankenpflegeschule, wie alle anderen Krankenschwestern auch. Anschließend wird innerhalb von fünf Jahren eine einjährige Zusatzausbildung zur OP-Schwester absolviert. Diese setzt sich aus einem theoretischen und praktischen Teil zusammen, dabei werden unterschiedliche Bereiche der Chirurgie durchlaufen. Wie würden Sie Ihre Aufgaben und Ihren Tagesablauf beschreiben? Als OP-Schwester bin ich verantwortlich für das Instrumentarium, das während der Operation benötigt wird. Nach der Desinfektion am Morgen bereite ich alle Instrumente und Einmalmaterialien für die erste Operation vor. Das kann für große Operationen bis zu einer Stunde dauern. Vor allem die Wirbelsäulenoperationen benötigen viele unterschiedliche Instrumente und Implantate. Für einen Notfall muss so eine Vorbereitung allerdings auch schon einmal in zehn Minuten gehen. Anschließend assistiere ich dem Chirurgen bei der Operation. Eine gute Operationsschwester weiß schon, bevor der Chirurg etwas sagt, welches Instrument oder Einmalmaterial als Nächstes benötigt wird. Die Konzentration im Operationssaal ist bei allen Beteiligten sehr hoch. Nach dem chirurgischen Eingriff werden die Instrumente zur sachgerechten Aufbereitung weiterbehandelt und wieder sterilisiert. Die Tücher, Abdeckungen und Abfälle werden entsorgt und der Operationssaal wird für die nächste Operation hergerichtet. Neben Ihnen und den Ärzten ist noch der OP-Assistent im OP anwesend. Was sind seine Aufgaben? Der OP-Assistent ist verantwortlich für alle technischen Belange. Es sorgt dafür, dass alle benötigten Geräte vorhanden und funktionstüchtig sind. Er lagert zusammen mit dem Chirurgen den Patienten und bedient die zum Teil sehr komplexen Operationstische. Vor allem die technischen Einrichtungen wie Röntgengeräte, CT, Mikroskope usw. werden von ihm gesteuert. Er führt auch das Operationsprotokoll, in dem alles über Patienten, Materialien, Personen und Gegebenheiten genau verzeichnet wird. Was ist das Besondere in der Neurochirurgie im Vergleich zu anderen chirurgischen Bereichen? Die Neurochirurgie ist charakterisiert durch ihre extreme Genauigkeit. Schon eine minimale Abweichung kann schlimme Folgen haben. Kennzeichnend ist, dass fast alle Operationen unter Einsatz eines Mikroskops durchgeführt werden. Wir können das Operationsgeschehen auf einem Monitor verfolgen und erkennen, welche Instrumente der Chirurg benötigt.
Wie ist der Operationsbereich aufgebaut und ausgestattet? Uns stehen vier Operationssäle zur Verfügung. Wir haben einen Operationssaal mit einem operationseigenen, sterilen CT, der mit einer Navigationssoftware gekoppelt ist, die ein computergestütztes Operieren ermöglicht. Wir haben Mikroskope und Monitore, die das Mikroskopbild übertragen. Ferner gibt es die üblichen Lampen und die Anästhesiemaschinen für die Beatmung und das Monitoring. Wie setzt sich Ihr Team im OP-Bereich zusammen und wie viele Operationen werden hier durchgeführt? Unser Team besteht aus je sechs OP-Pflegern und-Schwestern, neun OP-Assistenten und natürlich den Ärzten. Im Jahr 2013 haben wir insgesamt knapp 3.000 Operationen durchgeführt. Die wohl gängigsten chirurgischen Eingriffe werden bei Bandscheibenvorfällen und Wirbelsäulenversteifungen durchgeführt. Schädeltumoren und Gefäßoperationen im Gehirn stehen an 3. und 4. Stelle. |
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Der OP-Bereich ist das Herzstück der Neurochirurgischen Klinik Innsbruck. Wir sprachen mit Schwester Kathrin, der leitenden Schwester des OP-Bereichs.
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Volkskrankheit Rückenleiden Dr. Jochen W. Obernauer Die Wirbelsäule ist in ihrer Gesamtheit das tragende Element in unserem Körper. Der Mensch besteht aus 24 Wirbeln, die über 23 Bandscheiben beweglich miteinander verbunden sind, sowie aus zehn Wirbeln, die zu Kreuz- und Steißbein verwachsen sind. Kommt es zu Problemen in der Wirbelsäule, hat diese folglich Auswirkungen auf den gesamten Körper. Das Spektrum der Behandlungsmaßnahmen bei Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen, ist groß. Meist kommt dabei eine Kombination unterschiedlicher Behandlungsmethoden zum Einsatz.
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Präoperatives 3D-Modell einer komplexen Wirbelsäulenverkrümmung, präsentiert von Dr. J. Obernauer
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Das Team der Wirbelsäulenambulanz (v.l.n.r.: OA Dr. P. Kavakebi, Dr. J. Obernauer, Dr. S. Hartmann, Dr. A. Tschugg, OA Dr. P. Girod, OA Dr. S. Ingorokva, OA Dr. A. Örley)
Nach ausführlicher, intensiver, organbezogener neurologischer und körperlicher Untersuchung wird bei Hinweisen auf eine morphologische Störung im Bereich der Halswirbelsäule die bildgebende Abklärung veranlasst. Hierbei kommt bevorzugt die Kernspintomographie (strahlenfreie Untersuchung) der Halswirbelsäule zum Einsatz. In akuten Fällen kann eine Untersuchung noch am gleichen Tag notwendig sein, die im gleichen Haus durchgeführt wird. Bei zahlreichen Patienten sind zusätzliche Informationen, insbesondere zur Beurteilung der knöchernen Strukturen oder der Stellung der einzelnen Halswirbel, nötig. In diesen Fällen kommen die konventionelle Röntgenbildgebung, die Computertomographie und in seltenen Fällen auch die Myelographie zum Einsatz, bei der vor der Röntgenaufnahme ein Kontrastmittel in den Wirbelkanal eingebracht wird. Wird bildgebend eine morphologische Veränderung an der Halswirbelsäule nachgewiesen und zeigen die jeweiligen Patienten keine neurologischen Ausfälle wie Lähmungen, erfolgt die Therapie nach einem Stufenschema. Liegt eine Schmerzsymptomatik vor, die sich über 14 Tage nicht von selbst zurückbildet, keine Fortschritte und kein neurologisches Defizit aufweist, wird die konservative/nichtoperative Therapie bevor-
zugt. Das bedeutet, dass die Beschwerden mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten behandelt werden, bis der Bandscheibenvorfall von alleine schrumpft und der eingeklemmte Nerv wieder frei ist. Unter dieser konservativen Therapie, die im Wesentlichen darauf beruht, die Beschwerden für die Zeit des Abwartens erträglich zu machen, werden bis zu 90 Prozent der Patienten beschwerdefrei. Zusätzlich kann bei anhaltenden Schmerzen die Notwendigkeit einer Infiltrationstherapie bestehen. Hierbei werden unter computertomographischer oder sonographischer Kontrolle Injektionsnadeln direkt an den betroffenen Nerv oder die betroffenen Gelenke der Halswirbelsäule platziert, um örtliche Betäubungsmittel oder entzündungshemmende Medikamente zu injizieren. Bei anhaltenden Beschwerden unter intensiver konservativer Therapie über acht bis zwölf Wochen bzw. bei Auftreten funktionell relevanter (progredienter) motorischer oder sonstiger neurologischer Defizite wird die operative Sanierung indiziert. Behandlungsmethoden An der Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck werden modernste operative Verfahren zur Behandlung von Erkrankungen an der Halswirbelsäule mit langjähriger Erfahrung durchgeführt. Im Vordergrund stehen mikrochirurgische Verfahren (Schlüsselloch-Prinzip) zur Entfernung von Bandscheibenvorfällen bzw. zur kompletten Entfernung von erkrankten Bandscheiben und deren Ersatz durch starre Platzhalter oder künstliche Bandscheibenprothesen. Bei Störungen mehrerer Etagen, insbesondere Achsenfehlstellungen oder Wirbelkanalverengungen, werden die komplette Eröffnung des Rückenmarkkanals bzw. die Entfernung eines oder mehrerer Wirbelkörper und falls notwendig auch stabilisierende (Platten oder Schrauben-Stab-Konstruktionen) Operationen durchgeführt. Auch hierbei kommt an der Neurochirurgischen Universitätsklinik Innsbruck mit Computertomographie-gestützter Navigation und minimalinvasiven Verfahren modernste Technik zum Einsatz. |
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egen der vielschichtigen Symptomatik eines so genannten Zervikalsyndroms (die allgemeine Bezeichnung für Beschwerden, die von der Halswirbelsäule ausgehen) ist bei der Schmerztherapie die Kombination konservativer und operativer Maßnahmen unabdingbar. Da neben der primären mechanischen Komponente, wie eine Wirbelkanalverengung, Wirbelfehlstellung oder ein Bandscheibenvorfall, auch zahlreiche sekundäre Krankheitserscheinungen wie Muskelverspannungen, Haltungsfehler, Schlafstörungen bis hin zu psychischen Veränderungen auftreten können, werden an der Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck kausale und symptomatische Behandlungsmittel parallel eingesetzt.
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Der Bandscheibenvorfall Dr. Alexander Örley Nur rund 10 Prozent der Bandscheibenvorfälle werden mit einer chirurgischen Therapie behandelt. Oft helfen konservative Therapien.
aus der Wirbelsäule austreten, kann es in weiterer Folge auch zu Gefühlsstörungen, Lähmungserscheinungen sowie Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen kommen. Bandscheibenvorfall: Definition und Ursachen Von einem Bandscheibenvorfall (Discushernie) spricht man, wenn Nucleus-pulposus-Gewebe (weicher Gallertkern) durch den Anulus fibrosus (Faserring) austritt. Dadurch kann es zu Irritation und Kompression neuraler Strukturen kommen. Übermäßige körperliche Beanspruchung, Bewegungsmangel, genetische Veranlagung und vermutlich auch lokale aseptische Entzündungsprozesse beeinflussen die Entstehung einer Discushernie. Je nach topographischer Lage unterscheidet man intraspinale, also innerhalb des Wirbelkanals gelegene, sowie intraforaminelle und extraforaminelle Vorfälle. Die am häufigsten betroffenen Wirbelsäulenabschnitte sind LWK3/4, LWK4/5 und LWK5/SWK1 und damit die kompletten Lendenwirbel- sowie der 1. Sakralwirbelkörper.
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Diagnostik Um Patienten mit Bandscheibenvorfall beurteilen zu können, müssen die Beschwerden ausführlich vor allem hinsichtlich Lokalisation und Dauer im persönlichen Gespräch ermittelt werden. Bei der klinischen Untersuchung wird auf eventuelle neurologische Ausfallserscheinungen wie Lähmungen, Gefühlsstörungen oder Blasen- und Mastdarmstörungen geachtet. Sollte nach ärztlichem Gespräch und klinischer Untersuchung der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall bestehen, so wird meist eine Kernspintomographie (MRT) als Untersuchungsmethode gewählt, alternativ kann auch eine Computertomographie (CT) durchgeführt werden.
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ie konservative und operative Behandlung lumbaler Bandscheibenvorfälle gehört zur täglichen Routine an der Universitätsklinik für Neurochirurgie. Degenerative Erkrankungen der Wirbelsäule spielen heutzutage eine bedeutende medizinische und auch gesundheitsökonomische Rolle. Fast die Hälfte der Bevölkerung in unseren Breiten hat zumindest einmal im Leben relevante Rückenschmerzen („Hexenschuss“), ca. 2 bis 5 Prozent sind einmal im Leben von einem Bandscheibenvorfall betroffen.
Therapie Der überwiegende Anteil der Bandscheibenvorfälle kann durch konservative Therapiemaßnahmen beherrscht werden. Daher ist anfangs stets eine angemessene nichtchirurgische Behandlung anzustreben, sofern keine neurologischen Ausfallserscheinungen bestehen. Zu den empfohlenen konservativen Maßnahmen zählen zum Beispiel entlastende Lagerung, kurze Ruhephasen und Analgetika bis zum Abklingen (schmerzstillende Medikamente) der Schmerzspitzen.
Beim lumbalen Bandscheibenvorfall werden die Rückenschmerzen meist von ausstrahlenden radikulären Beschwerden („Ischias-Schmerzen“) begleitet. Durch den Druck auf die Nerven, die
Wenn die konservative Therapie nach vier bis sechs Wochen keine Besserung bringt oder neurologische Ausfälle bestehen (Lähmungen, Blasen- und Mastdarmfunktionsstörungen), ist eine
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Operation sinnvoll. Die mikrochirurgische Sequesterentfernung stellt derzeit das operative Standardverfahren beim lumbalen Bandscheibenvorfall dar. Die endoskopische Operation ist in ausgewählten Fällen eine Behandlungsoption, birgt jedoch eine potenziell höhere Komplikationsrate. Für weitere chirurgische Therapien gibt es bisher keine eindeutige Evidenz. Hohe Erfolgsraten Bei korrekter Indikationsstellung kann nach lumbaler Bandscheibenoperation mit Erfolgsraten zwischen 80 und 95 Prozent gerechnet werden. Von großer Bedeutung ist die möglichst rasche Rückkehr der Patienten an den ursprünglichen Arbeitsplatz und die schrittweise Wiederaufnahme aller Alltagsbelastungen. |
INFO Der lumbale Bandscheibenvorfall in Kürze: Nicht jeder lumbale Bandscheibenvorfall muss operiert werden. Sämtliche konservative Therapiemöglichkeiten sollen genützt werden, sofern keine neurologischen Ausfälle bestehen. In der der chirurgischen Behandlung stellt die mikrochirurgische Operation das Standardverfahren dar. Die Erfolgsaussichten nach einer Operation sind bei korrekter Indikationsstellung gut.
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Wenn’s eng wird Dr. Sebastian Hartmann, Prof. Dr. Claudius Thomé Vor allem ältere Menschen leiden an degenerativen Veränderungen der Wirbelsäule – häufig an einer Spinalstenose, einer umschriebenen Einengung des Wirbelkanals. Diese Verengung wird meist durch eine Kombination aus degenerativ vergrößerten Wirbelgelenken, verdickten Bandstrukturen sowie Bandscheibenvorwölbungen ausgelöst und kann mit einer Instabilität des betroffenen Wirbelsegmentes einhergehen.
Links: Schematische Darstellung der normalen Wirbelanatomie. Rechts: Durch Vorwölbung der Bandscheibe (blau), Verdickung der Bänder (gelb) und knöchernen Anbauten an den Wirbelgelenken (grau) kommt es zur Einengung des Wirbelkanals (rot) und damit zum Druck auf die Nerven.
Kernspintomographie der Lendenwirbelsäule mit normal weitem Wirbelkanal und den erkennbaren, frei „schwimmenden“ Nerven (links) bzw. mit massiv verengtem Wirbelkanal, in dem kein Nervenwasser oder Nerven mehr erkennbar sind (rechts).
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Universitätsklinik für neurochirurgie
etztlich handelt es sich bei der Spinalstenose um eine Abnutzungserscheinung der Wirbelsäule, die dementsprechend vor allem im höheren Alter auftritt. Zur Diagnose sind die Anamnese und das Beschwerdebild entscheidend. Eine Computertomographie (CT) oder zumeist eine Kernspintomographie (MRT) machen die Stenose und die betroffenen Segmente sichtbar. Helfen mehrwöchige nichtoperative Maßnahmen nicht, so sollte der Wirbelkanal chirurgisch erweitert werden. Derartige Operationen werden täglich an der Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck durchgeführt.
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Lumbale Spinalkanalstenose Die lumbale Spinalkanalstenose ist der häufigste Grund, im Alter von über 65 Jahren an der Wirbelsäule operiert zu werden, und nimmt infolge der veränderten Altersstruktur der Gesellschaft kontinuierlich zu. Während bei vielen Patienten der Wirbelkanal mittig (zentral) eingeengt ist, kann auch nur der Recessus (lateral/seitlich), unter Umständen auch einseitig, betroffen sein. In den meisten Fällen kommt es bei Belastung (Stehen und Gehen) jedoch zu beidseitigen Rückenschmerzen mit Ausstrahlung in die Beine. Es können auch Missempfindungen oder ein Schwächegefühl der unteren Extremitäten beim Gehen auftreten. Dadurch ist die Gehstrecke auf manchmal wenige Meter eingeschränkt, obwohl die Patienten beim Fahrradfahren oder bei Inklinationsstellung (beispielsweise gestützt auf einen Einkaufswagen) kaum Beschwerden haben. Typischerweise sind die Patienten in Ruhe praktisch beschwerdefrei, so dass die Erkrankung von behandelnden Ärzten unterschätzt werden kann, obwohl die Mobilität bereits massiv eingeschränkt ist. Schlägt
eine konservative Therapie mit Schmerzmitteln und Physiotherapie fehl, so sollte eine mikrochirurgische Entlastung des Wirbelkanals erfolgen. Zervikale Spinalkanalstenose Auch die Halswirbelsäule kann mit zunehmendem Alter von einer in der Regel abnutzungsbedingten Einengung des Spinalkanals betroffen sein. Im Gegensatz zur Lendenwirbelsäule, wo nur die Caudanerven betroffen sind, kommt es hier zu einer Kompression des Rückenmarks und damit zur so genannten zervikalen Myelopathie. Die Patienten fallen häufig mit einer Unsicherheit beim Gehen oder einer Feinmotorikstörung auf, wobei eine Verschlechterung bis hin zu Querschnittslähmungen möglich ist. In vielen Fällen kommt es auch zur Einklemmung abgehender Nerven und damit zu ausstrahlenden Schmerzen in die Arme oder zu Nackenschmerzen. Tückischerweise sind aber auch vollkommen schmerzlose Verläufe nicht selten. Im Vergleich zur lumbalen Spinalkanalstenose wird die Indikation zur operativen Dekompression an der Halswirbelsäule großzügiger gestellt. Nicht zuletzt wegen der Verwundbarkeit des Rückenmarks kann ein verzögertes chirurgisches Einschreiten zu bleibenden Schäden mit ausgeprägten körperlichen Einschränkungen führen. Die Entlastung kann sowohl vorderseitig durch eine Disektomie oder Korporektomie als auch von rückwärtig durch eine Fensterung oder eine Laminektomie erfolgen. Dabei werden Teile eines oder mehrerer Wirbelkörper entfernt. In vielen Fällen ist zusätzlich eine Instrumentation mit Platten und/oder Schrauben zur Sicherung der Stabilität nötig. |
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Navigierte, minimalinvasive Wirbelsäulenchirurgie mit intraoperativem CT und Navigationssystem (OA Dr. P. Kavakebi)
Problemzone Wirbelsäule Dr. Pujan Kavakebi, Dr. Alexander Örley
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nter „komplexer Wirbelsäulenchirurgie“ versteht man Operationen, die über den Eingriff bei einem Bandscheibenvorfall oder einem verengten Spinalkanal hinausgehen. Solche Operationen sind in der Regel recht umfangreich. Zwei Beispiele seien stellvertretend für das breite Spektrum herangezogen. Tumoroperationen an der Wirbelsäule Bei den Wirbelsäulentumoren handelt es sich zu 90 Prozent um metastatische Absiedlungen, deren Grunderkrankung häufig Brust-, Lungen- oder Prostatakrebs sind. Primäre Wirbelsäulentumoren kommen hingegen eher selten vor. Generell wird bei Wirbelsäulentumoren der Wirbelkörper durch das kranke Gewebe zerstört und es kommt zu massiven Deformierungen. Häufig reicht eine konservative Therapie mittels Bestrahlung und Chemotherapie aus; nur in weniger als zehn Prozent der Fälle wird operativ eingegriffen. Das Ziel der Operation ist der Schutz des Rückenmarks, das Verhindern einer Querschnittlähmung sowie die Wiederherstellung und der Erhalt der Stabilität, die durch das mögliche Einbrechen bei Wirbelsäulentumoren gefährdet ist. In der Operation, die etwa einmal pro Woche an der Universitätsklinik für Neurochirurgie in Innsbruck durchgeführt wird, wird der Tumor dabei möglichst radikal entfernt. Langstreckige Stabilisierung Im Rahmen des Alterungsprozesses der Wirbelsäule kann es längerfristig zu Lumbalskoliosen kommen, also zur Abnutzung
von Bandscheiben, Wirbeln, Wirbelgelenken und den Bändern, sodass insgesamt die Stabilität der Wirbelsäule negativ beeinflusst wird. Wenn die konservative Therapie nicht mehr ausreicht, kann den Patienten mit Hilfe einer so genannten langstreckigen Stabilisierungsoperation geholfen werden. Dazu werden Schrauben in den Wirbelkörper eingebracht, die einen vertikalen Stab verbinden. Mittels Navigation ist es hier ebenso möglich, das Schrauben-Stab-System mit einer minimalinvasiven Technik in die Wirbelsäule einzubringen. Aufgrund dieses schonenden Verfahrens können auch sehr kranke Patienten gut behandelt werden.
68-jährige Patientin mit ausgedehnter langstreckiger Stabilisierung
Die Bewegungsfreiheit kann durch eine solche Operation zwar nicht gänzlich wiederhergestellt, aber die Stabilität wiedergewonnen und der Schmerz deutlich gemindert werden. Derartige Operationen werden an der Universitätsklinik für Neurochirurgie mehrmals pro Woche durchgeführt. |
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Die komplexe Wirbelsäulenchirurgie beinhaltet umfangreiche Operationen mit hohem technischem Aufwand.
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kleine schnitte, geringer blutverlust Dr. Pujan Kavakebi / Dr. Sebastian Hartmann Navigation in der Wirbelsäulenchirurgie: Minimalinvasive Operationsmethoden kommen immer häufiger zum Einsatz.
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ie umgangssprachlich auch als Schlüssellochchirurgie bezeichneten minimalinvasiven Methoden verwenden kleinere und gewebeschonendere Zugänge zur Wirbelsäule. Durch diese Technik kann der operative Blutverlust minimiert und somit werden Komplikationen verhindert. Zusätzlich werden die postoperativen Schmerzen durch das minimale Muskeltrauma verringert, die Patienten können frühzeitig einer adäquaten Physiotherapie zugeführt werden.
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Minimalinvasive Eingriffe Diese Technik kommt an der neurochirurgischen Abteilung vor allem bei degenerativen, traumatischen und tumorösen Erkrankungen der Brust- und Lendenwirbelsäule zur Anwendung. Das operative Ziel bleibt letzten Endes dasselbe, sodass problemlos Bandscheibenvorfälle, Wirbelkanalverengungen oder degenerativ bedingtes Wirbelgleiten durch minimalinvasive Zugänge behandelt werden können. Eine der häufigsten Operationen stellt hierbei die minimalinvasive Wirbelsäulenversteifung dar, bei der anstatt eines großen Hautschnittes in der Mitte der Wirbelsäule zwei kleine Stich-
inzisionen jeweils links und rechts der Wirbelsäule durchgeführt werden. Navigierte Operationen Die navigationsgestützte Wirbelsäulenchirurgie ist eine der neuesten Entwicklungen der spinalen Chirurgie und repräsentiert eine etablierte und sichere Operationsmethode. Als führendes Wirbelsäulenzentrum Österreichs kann den Patienten in Innsbruck eine sichere und effiziente Methode für Versteifungsoperationen der Lendenwirbelsäule angeboten werden. Grundsätzlich ist die Gefährdung bei der navigierten Methode geringer und die computertomographische Bildgebung im Vergleich zur herkömmlichen röntgenunterstützten Technik deutlich genauer. Weiters können navigierte Operationen auch in minimalinvasiver Technik durchgeführt werden. Diese technisch anspruchsvolle Kombination aus Navigation und minimalinvasiver Wirbelsäulenchirurgie bietet den Patienten nicht nur mehr Sicherheit, sondern gewährleistet in optimalen Fällen auch eine entsprechend bessere postoperative Rehabilitation mit vielen Vorteilen. |
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Hilfe zur Selbsthilfe Dr. Anja Tschugg Viele Krankheiten lassen sich behandeln, aber nicht heilen. Die Regenerative Medizin kann erkranktes Gewebe wiederherstellen und funktionstüchtig machen. chen, ohne fremde oder künstliche Materialien in den Körper einzubringen, kennzeichnet die Behandlungsmethodik als einzigartig. Derzeit wird diese Behandlungsmethode an mehreren entsprechend qualifizierten Zentren evaluiert – führendes Forschungszentrum ist die Innsbrucker Universitätsklinik für Neurochirurgie. Bei der neuen Behandlungsmethode wird das Bandscheibengewebe in einer minimalinvasiven Operation entfernt, anschließend werden die Knorpelzellen (Chondrozyten) vermehrt. Drei
„Die körpereigenen Kräfte nutzen, um Erkrankungen zu behandeln und zu heilen: Das ist eines der wichtigsten Ziele der Regenerativen Medizin.“ Dr. Anja Tschugg
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er Knorpel hat im Körper nur geringe Regenerationsfähigkeiten. Gerade in der Wirbelsäule nutzt er sich im Laufe des Lebens ab, wird spröde und anfällig für Verletzungen. Dies kann einen Bandscheibenvorfall zur Folge haben. Da die Bandscheibe aber nur aus einem einzigen Zelltyp besteht, den Chondrozyten, eignet sich diese für die Gewebeanzüchtung im Labor und ist für die Gewebewiederherstellung, das Tissue Engineering, optimal. Einzigartige Behandlungsmethode Die körpereigene Bandscheiben-Zelltransplantation kann als neuartiges Verfahren nach einem Bandscheibenvorfall auftretende, fortschreitende Abbauprozesse der betroffenen Bandscheibe aufhalten und somit einer weiteren Degeneration entgegenwirken. Die Möglichkeit, den Gewebedefekt ausschließlich mit körpereigenen Bandscheibenzellen auszuglei-
Neben der „N-Disc-Studie“ ist die Universitätsklinik für Neurochirurgie Innsbruck aufgrund ihrer hohen internationalen Expertise an weiteren hochqualitativen Studien zur Grundlagenforschung federführend. Das Ziel dieser Studien ist es, entnommenes Gewebe wissenschaftlich zu untersuchen und damit ein besseres Verständnis für die Erkrankungen der Wirbelsäule zu entwickeln. Die Gewebeuntersuchung selbst erfolgt im eigenen Neurochirurgischen Labor. Dort stehen besonders gentherapeutische Systeme als Grundlagenforschung für die biologischen Behandlungsansätze von Bandscheibenerkrankungen im Mittelpunkt. Das Potenzial der Regenerativen Medizin ist noch längst nicht ausgeschöpft. Innovative Forschung verbessert nicht nur die medizinische Versorgung, sondern auch die Lebensqualität der Menschen. Die ersten Ergebnisse sind sehr vielversprechend. |
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Monate nach der Operation können die Zellen in das verbliebene Bandscheibenfach eingespritzt werden. Bereits zwei Tage nach der Zellinjektion können die Patienten das Krankenhaus wieder verlassen.
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funktionelle neurochirurgie
die unsichtbare Krankheit Prof. Dr. Wilhelm Eisner / Dr. Nadja Loinig Niemand will Schmerzen haben. Doch oft sind sie eine schützende Reaktion des Körpers. Schmerzen warnen vor Eintritt einer permanenten Schädigung, können jedoch auch zum dauerhaften Problem werden.
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chmerz an sich kann man nicht sehen, allenfalls die Reaktion der Betroffenen. Durch gute Zusammenarbeit verschiedener Spezialisten kann aber vielen geholfen werden.
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Arten von Schmerz Schmerzen werden grob in nocizeptive und neuropathische Schmerzen unterteilt. Die Wahrnehmung nocizeptiver Schmerzen erfolgt vereinfacht gesagt durch eine Reizaufnahme von außen (z. B. wenn Sie sich verbrennen, sich den Zeh stoßen oder mit dem Fuß umknicken) und kann an nahezu allen Geweben ausgelöst werden. Diese Reize werden weitergeleitet, bis sie im Thalamus das Schmerzsignal an die Großhirnrinde und damit an das Bewusstsein geleitet haben. Im Gegensatz zum nocizeptiven Schmerz entsteht neuropathischer Schmerz durch Verletzung des Nervensystems selbst, verursacht durch traumatische, entzündliche oder toxische Schädigungen (z. B. Traumata nach Operationen). In der Regel handelt es sich bei einem neuropathischen Schmerz um einen Informationsverlust im zentralen Nervensystem. Eine Schmerzempfindungs-Wahrnehmungsstörung kann dabei mit einer Hyperpathie, also einer Überempfindlichkeit gegenüber örtlichen Reizen, oder gar einer Anästhesie und damit dem genauen Gegenteil, einer Empfindungslosigkeit, assoziiert sein. Die fehlende Information wird im Gehirn durch Dysästhesien
(Missempfindungen) und häufig mit einem Brennschmerz, einer Allodynie, ersetzt. Neurochirurgische Therapie Hilfe bei Schmerzerkrankungen liefert unter anderem die Neuromodulation – eine elektrische Beeinflussung der Nerven. Über kleinste Schädeleröffnungen werden punktgenaue Operationen vorgenommen, um Bewegungsstörungen und psychische Störungen zu behandeln. Die dafür verwendete apparative Ausstattung stellt die erste Hochtechnologie der modernen Medizin dar. Das Prinzip der so genannten Stereotaxie basiert auf einem Rahmen, der am Patientenkopf befestigt wird. Über eine kleine Schädeleröffnung werden schließlich die Gehirnoperationen vorgenommen. Dabei wird eine mikroskopisch kleine Elektrode in ein Zielgebiet platziert. Vor der Platzierung von Elektroden in Gehirnstrukturen werden diese elektrisch mit verschiedenen Stromstärken und Frequenzen stimuliert. Durch die Verwendung ansteigender Stromstärken kann die Eindringtiefe in das Hirngewebe verändert werden. Damit können benachbarte Strukturen erkannt und später geschont werden. Ziel der Therapie ist die Schmerzlinderung, Reduktion der Medikamenteneinnahme sowie die Steigerung der Lebensqualität und Leistungsfähigkeit. |
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