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Standpunkte 04/2021

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Standpunkte Das Magazin von

Nr. 4 / Dezember 2021 / 39. Jahrgang

www.meinarbeitgeberverband.de

Arbeitgebergipfel 44. Martinsgans im Zeichen der Koalitionsverhandlungen Termin beim Chef: Achim Kempe von Nexperia

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Das „fliegende Superauge“

Hier hebt die Ariane 5 ab.

Foto: Airbus

Mitte Dezember ist es so weit – dann hebt am Weltraumbahnhof Kourou die „Ariane 5“-Rakete ab, die das James Webb Space Telescope (JWST) ins All bringen soll. Das JWST ist ein hochmodernes InfrarotTeles­kop, das tiefer ins Universum schauen kann als alle anderen Geräte dieser Art. Es gilt als Nachfolger des Hubble-Teleskops, das 1990 seine Arbeit aufnahm und bis heute auf einer Umlaufbahn in 500 Kilometer Höhe im Einsatz ist. JWST dagegen muss rund 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt stationiert werden, ansonsten wäre die Abwärme unseres Planeten noch so stark, dass sie die schwachen Infrarotsignale ferner Sterne überstrahlen würde. CvF


STANDPUNKT NR. EINS

Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer NORDMETALL

wird an diesem Nikolaustag tatsächlich Olaf Scholz als neuer Bundeskanzler vereidigt? Und welche Gaben wird die Ampelkoalition den Betrieben und Beschäftigten unter den Weihnachtsbaum legen? Während die Inhalte des Koalitionsvertrags lange Zeit geheimnisumwittert waren, haben die Umfra­ gen unter unseren Mitgliedern eine klare Botschaft: Die Bescherung fällt die­ ses Jahr deutlich kleiner aus.

Schöne Bescherung

Die Lage in der Adventszeit ist alles andere als rosig. Denn die Folgen der Coronapandemie sind noch immer nicht überwunden; mit den Inzidenzwerten wachsen auch wieder die Einschränkungen des Wirtschaftsle­ bens. All das belastet zusammen mit weiter gestörten Lieferketten die Konjunktur. Frühestens im Sommer 2022 werden die Liefer­ engpässe überwunden und die Produktionsausfälle aufgeholt sein (Seite 35). Zum Jahreswechsel regiert also nicht Hoffnung, sondern vor allem Unsicher­ heit: Gut jedes vierte Unternehmen kann immer noch nicht abschätzen, wann sein Geschäft wieder auf das Vorkrisenniveau zurückgekehrt sein wird.

Das liegt auch an den Lasten, welche unsere Unternehmen im Rucksack haben: rasant steigende Materialkosten, in die Höhe schnellende Energie­ preise, dazu ein Fachkräftenotstand und ein massiver Mangel an geeigneten Azubis (Seite 14 ff.). Besserung ist kaum in Sicht: Die sogenannten drei D’s (Digitalisierung, Dekarbonisierung und Demografie) lassen erahnen, dass sich die Lage eher noch weiter verschärfen dürfte; schon jetzt rechnet jedes zweite Unternehmen damit, stark bis sehr stark vom Strukturwandel betroffen zu sein – eine ernste Mahnung an Politik und Gewerkschaft gleichermaßen. Und dennoch stecken unsere Mitglieder nicht den Kopf in den Sand, sondern wollen die Zukunft kraftvoll gestalten: Drei von vier Betrieben befürworten, dass die Klimaschutzmaßnahmen intensiviert und beschleunigt werden, obschon zwei von drei Firmen die damit verbundenen Zusatzlasten als groß bis existenzgefährdend einstufen. Dennoch setzen sie auf Klimawende made in Germany – aber nicht durch staatliche Vorgaben, sondern durch Absetzbarkeit oder Bezuschussung ihrer unternehmerischen Maßnahmen (Seite 52 ff.). Eigenverantwortung fördern innerhalb eines planbaren staat­ lichen Rahmens – so lautet der Weihnachtswunsch unserer Betriebe an die rot-gelb-grünen Nikoläuse.

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4 2021 Titel

44. Martinsgans – Arbeitgebergipfel

Plus

Konjunkturumfrage

Aufschwung ausgebremst Der Mangel an Vorprodukten und Fachkräften sowie steigende Preise für Energie und Rohstoffe hemmen die wirtschaftliche Erholung in der norddeutschen M+E-Industrie im zweiten Herbst der Coronakrise. S. 14

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Fotos: iStock/ FrankRamspott, Christian Augustin

NORDMETALL-Präsident Folkmar Ukena, BDA-Ehrenpräsident Ingo Kramer und Gesamtmetall-Präsident Dr. Stefan Wolf stellen den Ampel-Koalitionären vor 250 geladenen Gästen ein Lastenheft der Arbeitgeber zusammen. S. 6


Termin beim Chef

Best Azubi Pic 2021

Halbleiter mit Leistungsplus

Die schönsten Einsendungen

Achim Kempe führt Nexperia als Chief Operations Officer in die Zukunft. S. 56

Erstmals zieren Auszubildende aus einem unserer Mitgliedsunternehmen unseren Jahreskalender. S. 46

Fotowettbewerb

BEST AZUBI PIC 2021

Verband Politiktour „Ausbildung rockt“ Verbände nehmen Abgeordnete mit in M+E-Betriebe

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Regionales Zukunftszentrum Nord Auftakt für Mittelstandsnetzwerk zu Künstlicher Intelligenz

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Mehrwert Verband Folge 66: Fachkräfteeinwanderungsgesetz kurz erklärt

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Wir für Sie Folge 35: Unsere Frau für Politik und News – Birte Bühnen

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Mitgliederbefragung Wir geben für Sie unser Bestes

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Tarif Update TV T-ZUG – (nicht) alles beim alten?

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Thema Fachkräftemangel In den Metropolen spitzt sich die Lage zu

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Aus- und Weiterbildung Virtual-Reality-Anwendungen erobern Produktion und Wartung

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Reportage Elektrofähren „made by Ostseestaal“ aus Stralsund

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Face to Face Dr. Ingrid Nestle MdB und Prof. Dr. Stefan Kooths

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Fotos: Christian Augustin, Michael Lindner

Rubriken Made in Northern Germany – Sonderanlagen

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Grafik des Monats

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Termine

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Menschen und Meldungen

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Cartoon / Wirtschaftszitat

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Panorama – Sportliche Superyacht

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Treffpunkt Nord

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Kontakt zu NORDMETALL

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Mein Standpunkt – Marktappell

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Personenregister / Impressum

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Kurz vor Schluss / Standpunkte-Podcast

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„Ich lese Standpunkte“ – Lars Schwarz

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Martinsgansessen

Hier die Highlights anschauen

So schön wie eh und je Rund 250 Gäste aus Wirtschaft und Politik, Justiz, Wissenschaft und Kultur trafen sich zur diesjährigen NORDMETALL-Martinsgans. Unter Einhaltung der 2G-Coronaregeln wurden beim Arbeitgebergipfel zukunftsweisende Reden und knusprige Gänse serviert. Fotos: Christian Augustin


Kulinarischer Klassiker: Krosse Gänse mit Bratapfel und Soße – kredenzt vom aufmerksamen Servicepersonal.

Umtriebige Unternehmer und engagierte Arbeitgeber (v. l.): NORDMETALL-Präsident Folkmar Ukena, BDA-Ehrenpräsident Ingo Kramer, Gesamtmetall-Präsident Dr. Stefan Wolf auf der Bühne im Hotel Grand Elysée.

Wie hatten wir es im vergangenen Jahr vermisst, das traditionelle Martinsgansessen. Stilvolles Ambiente, leises Gläserklirren, angeregtes Stimmengewirr – und nicht zuletzt die köstlichen, krossen Gänse. Der digitale Martinsganstalk 2020 konnte all dies nicht ersetzen. Deshalb war die Freude groß, als am 10. November 2021 zumindest 250 Gäste der Einladung von NORDMETALL nach Hamburg folgen konnten – unter Einhaltung der 2G-Coronaregeln und freiwilligem Selbsttest zum 44. Martinsgansessen im Hotel Grand Elysée. Der Abend firmierte als Arbeitgebergipfel, der auch ins Internet übertragen wurde, mit dem Fokus auf die just an diesem Abend beendeten Arbeitsgruppentreffen ei­ ner möglichen Ampelkoalition in Berlin. NORDME­ TALL-Präsident Folkmar Ukena, BDA-Ehrenpräsident Ingo Kramer und Gesamtmetall-Präsident Dr. Stefan

Live ins Internet übertragen: Reden und Debatte des Arbeitgebergipfels sind online abrufbar.

Wolf stellten den Ampel-Unterhändlern ein Lastenheft der deutschen Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber zu­ sammen, das die politischen Akteure weit über die Koa­ litionsverhandlungen hinaus beschäftigen dürfte. Der aus Kiel zugeschaltete Überraschungsgast und Ampel-Verhandler Dr. Bernd Buchholz (FDP) mochte im Gespräch mit NORDMETALL-Kommunikationschef Alexander Luckow zwar keine Einzelheiten der Koaliti­ onsverhandlungen verraten. Dafür schilderte der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister im Detail seine Schwerpunkte einer innovationsfreudigen und wirtschaftsfreundlichen Politik. Beinfreiheit und Unterstützung – das ist es, was sich Folkmar Ukena gleich zu Beginn des Abends von einer Ampelkoalition wünschte. Das hatte der NORDME­ TALL-Präsident auch schon vor der Bundestagswahl in

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der Debattenreihe „NORDMETALL vor Ort – Wirtschaft trifft Politik“ betont – deren lebendige Verläufe in Leer, Hasenwinkel, Bremen und Kiel konnten die Martins­ gansgäste in einem Film noch einmal betrachten. Auch 2022 werde die Industrie weiter mit den Folgen der Pan­ demie zu kämpfen haben, betonte der Familienunter­ nehmer aus dem ostfriesischen Leer in seiner Eröff­ nungsrede: „Wir Nordmetallerinnen und Nordmetaller

Ariane Witt (l., NORDMETALL) und Frank Meyer (Airbus Defence and Space).

begrüßen das Festhalten an der Schuldenbremse und den Verzicht auf Steuererhöhungen. Aber wir sehen auch mit Sorge, dass mit einer Mindestlohnerhöhung und an­ deren Initiativen in die Tarifhoheit eingegriffen werden soll, dass die dringend benötigte Flexibilisierung der Ar­ beitszeit nur als Experiment angedacht ist und dass die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit im Land bisher nicht im Fokus der Ampel-Koalitionäre steht.“

Dr. Hans Magnus Frankenberg (l., NORDMETALL-Vorstand / ArcelorMittal Hamburg) und Julian Bonato (Vorstandsvorsitzender AGV NORD / MHG Heiztechnik). Anja Krake (l., Schnellecke Modul) und Sven Grünwoldt (Schnellecke Modul).

NORDMETALL-Vorstände (v. l.): Jutta Humbert (Getriebebau NORD), Axel Weidner (Mankenberg), Sonja Neubert (Siemens Hamburg).

Steven Anderson (l., GPE InPlast) und Steffen Laser (Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen).

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Ingo Scheuse (l., Unternehmensverband Kiel) und Wulf Benning (Landesarbeitsgericht SchleswigHolstein).

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Dr. Ralph Petersen (Blohm+Voss), Harald Jaekel (Peene-Werft), Dietmar Janssen (Neue Jadewerft) (v. l. n. r.).

Kirsten Wagner (l., NORDMETALL-Stiftung) und Prof. Dr. Kerstin Fink (NORDAKADEMIE).

BDA-Ehrenpräsident Ingo Kramer, der für den kurzfris­ tig verhinderten BDA-Präsidenten Dr. Rainer Dulger die Festrede hielt, hakte ein. Der Bremerhavener Unterneh­ mer forderte von einer neuen Bundesregierung ein „Stoppschild für steigende Sozialabgaben“ und ein Be­ lastungsmoratorium für die Wirtschaft. „Jetzt ist die Zeit für Optimisten und Gestalter. Die digitale und öko­ logische Transformation verlangt mutige Richtungs­ entscheidungen. Die neue Legislaturperiode kann

Manfred Lehde (Ehrenvorsitzender AGV NORD), Uwe Kunkel (Ehrenvorstand AGV NORD), Margit Haupt-Koopmann (Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord), Thomas Lambusch (Ehrenpräsident NORDMETALL) (v. l. n. r.).

Startschuss für einen stärkeren Wirtschaftsstandort Deutschland sein. Nur so können wir im Wettbewerb mit den USA und China erfolgreich sein“, so Kramer. Bürokratieabbau und Steuerentlastungen – für Dr. Ste­ fan Wolf die probaten Mittel, um Unternehmern die bit­ ter benötigten Investitionen in die Zukunft zu ermögli­ chen: „Wenn wir Industrienation bleiben wollen, müs­ sen wir die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Wir haben die höchsten Arbeitskosten weltweit. Wir haben

Bernd Hartmann (thyssenkrupp Marine Systems), Frank Hollmann (Blohm+Voss), Robert Focke (NORDMETALL-Vizepräsident / Nordischer Maschinenbau Rud. Baader), Björn Cleven (MV Werften Wismar), Michael Frieß (NORDMETALL-Vorstand / Daimler Bremen) (v. l. n. r.).


Charmant, aber mit Nachdruck stellt BDA-Ehrenpräsident Ingo Kramer in seiner Martinsgans-Festrede die Forderung der deutschen Arbeitgeber nach einer Zukunftsagenda 2030 auf.

Familienunternehmer Folkmar Ukena fordert in seiner Eröffnungsrede Beinfreiheit und Unterstützung von einer neuen Bundesregierung. Bürokratie- und Steuerlasten lehnt der NORDMETALL-Präsident ab.

hohe Belastungen durch Sozialversicherungsbeiträge. Hier brauchen wir Begrenzungen, um den Wohlstand in Deutschland langfristig zu erhalten.“ In Richtung von FDP-Unterhändler Buchholz setzte der Gesamtme­ tall-Präsident nach: „Bislang sind viele Themen, die uns Arbeitgebern wichtig sind, eher am Rande behandelt

Daniel Friedrich (l., IG Metall Küste) und Lena Ströbele (NORDMETALL-Verhandlungsführerin / Fr. Lürssen Werft).

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worden. Da hätte sich die FDP noch ein wenig stärker machen können.“ Minister Buchholz focht das nicht an: Er verwies auf das Sondierungspapier, das sehr wohl eine liberale Hand­ schrift trüge, etwa bei Themen wie Planungsbeschleuni­ gung, Stärkung der Tarifautonomie, Weiterbildung und

Dr. Gero Flatau (Drägerwerk), Lutz Oelsner (UVHB), Stefan Dräger (Drägerwerk) (v. l. n. r.).

NORDMETALL-Hauptgeschäftsführer Dr. Nico Fickinger mahnt, auch Arbeitsmarkt-Flexibilisierung als Teil der Industriepolitik voranzutreiben.


Überraschungsgast: Der schleswig-holsteinische Wirtschaftsminister und Ampel-Unterhändler Dr. Bernd Buchholz (FDP) schaltet sich in den Arbeitgebergipfel mit Folkmar Ukena (l., NORDMETALL), Ingo Kramer (2. v. l., BDA), Moderator Alexander Luckow (2. v. r., NORDMETALL) und Dr. Stefan Wolf (r., Gesamtmetall) ein.

Gesamtmetall-Präsident Dr. Stefan Wolf wünscht sich von der FDP mehr Unterstützung für die Arbeitgeber.

Festliches Bankett: 250 geladene Gäste stimmen sich auf krosse Gänse ein.


Oliver Zander (Gesamtmetall), Dr. Nico Fickinger (NORDMETALL), Ingo Kramer (BDA-Ehrenpräsident) (v. l. n. r.).

Annika Harms (l., AWV Jade) und Wencke Janz (AWV Jade).

Peggy Bahll (l., Schloss Hasen­winkel) und Susan Bach (Bildungswerk der Wirtschaft MecklenburgVorpommern).

Volles Haus dank freiwilligem 2G-Plus: Nur Geimpfte und Genesene duften am 44. Martinsgansessen teilnehmen, wer wollte, konnte sich vor Ort testen lassen.

Maik Stövhase (Wärtsilä SAM Electronics), Tanja Hoppmann (WISKA Hoppmann), Ronald Hoppmann (WISKA Hoppmann) (v. l. n. r.).

Maximales Medien­ echo: Außer der „Zeit", der „Welt“ und dem „Hamburger Abendblatt“ berichtete unter anderem auch das NDR Fernsehen über den Arbeitgebergipfel.


berufliche Qualifikation oder der Einhaltung der Schul­ denbremse. „Wenn in einer Arbeitsgruppe neben Huber­ tus Heil auf SPD-Seite und Frank Bsirske aufseiten der Grünen ich für die FDP sitze, ahnen Sie, dass da durchaus Distanz zwischen den Positionen besteht und man sich einander annähern muss“, erklärte Buchholz und for­ derte die Arbeitgeber auf, den Blick auf das große Ganze zu lenken: „Wollen wir die Chance zum Aufbruch in Deutschland nutzen? Die Chance, die in diesem Bündnis stecken kann, halte ich für extrem groß und wichtig.“

Dr. Nico Fickinger, Hauptgeschäftsführer von NORD­ METALL, spielte diesen Ball gekonnt in Richtung Poli­ tik zurück: „Man kann nicht vorne herum Firmen ent­ fesseln – Stichwort: Förderprogramme für Erneuerbare –, ihnen hinten herum die Fesseln aber wieder anlegen – etwa durch starre Arbeitszeiten und unflexiblen Per­ sonaleinsatz – und sich dann wundern, wenn der Auf­ schwung nicht kommt.“ Der Abend endete trotz streng eingehaltener Corona-Regeln spät an der Bar so schön wie eh und je. Birte Bühnen / Alexander Luckow

Wolfgang Würst (NORDMETALL-Ehrenvorstand), Friedrich-Wilhelm Kramer (NORDMETALL-Stiftung), Dr.-Ing. Uwe Boeke (NORDMETALL-Ehrenvorstand) (v. l. n. r.).

Birgit Voßkühler (Landesarbeitsgericht Hamburg), Dr. Daniela Haller (Hauni Maschinenbau), Dr.-Ing. Alexander Orellano (thyssenkrupp Marine Systems) (v. l. n. r.).

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Konjunkturumfrage

Berganstieg in Bleistiefeln Es sah nach deutlicher Erholung aus, aber der erste Eindruck täuschte: Die zweite Konjunkturumfrage der norddeutschen Arbeitgeberverbände in diesem Jahr brachte ein ernüchterndes Ergebnis: Der M+E-Industrie steht ein Berganstieg in Bleistiefeln bevor. „Der Fachkräftemangel ist mit voller Wucht zurückge­ kehrt, der Azubischwund ist dramatisch. Zusammen mit coronabedingten Lieferengpässen und stark stei­ genden Preisen auf dem Weltmarkt hemmt das den Auf­ schwung nach der Pandemie deutlich“, bilanziert NORDMETALL-Präsident Folkmar Ukena das Ergebnis der Herbst-Erhebung. NORDMETALL, AGV NORD sowie der Arbeitgeberverband Oldenburg haben sie unter 192 Unternehmen mit rund 103.000 Beschäftigten in Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Schles­ wig-Holstein und dem nordwestlichen Niedersachsen durchgeführt, zum fünften Mal seit Beginn der Corona­ krise. „Schiff- und Flugzeugbau sowie in Teilen die

Ausführliche Berichterstattung im „Hamburger Abendblatt“, der „Nordwest Zeitung" (Oldenburg) und den „Kieler Nachrichten".

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Autoindustrie und ihre Zulieferer sind weiter unsere Sorgenkinder, bei denen die allgemeine Erholung in der norddeutschen Metall- und Elektroindustrie nur in Teilen ankommt“, so der Familienunternehmer Ukena aus dem ostfriesischen Leer. Mittlere bis sehr starke Produktionseinschränkungen durch die Coronakrise erleiden derzeit 59 Prozent aller Betriebe im Norden, was einem Plus von vier Prozent gegenüber dem Januar entspricht (siehe Grafik). Im nordwestlichen Niedersachsen sind sogar zwei Drittel aller Firmen betroffen. Immerhin sehen sich nur noch 26 Prozent aller Betriebe nicht in der Lage, vorherzusa­ gen, wann die Produktion wieder das Vor-Corona-


Niveau erreichen wird (Januar: 41 Prozent). 35 Prozent erwarten dies bereits bis Jahresende, 39 Prozent hoffen im Laufe des kommenden Jahres darauf.

Material- und Energiekosten belasten

81 Prozent aller befragten Betriebe leiden nach eigenen Angaben unter stark gestiegenen Materialkosten – eine Verdreifachung gegenüber der Befragung im Januar. 53 Prozent der Unternehmen belasten höhere Energie­ kosten. 68 Prozent der M+E-Unternehmen im Norden beklagen die schlechte oder unbefriedigende Verfüg­ barkeit von qualifizierten Fachkräften, der höchste Wert seit drei Jahren (siehe Grafik Seite 16). 57 Prozent sehen den Azubimangel als schwerwiegendes Problem, besonders trifft es die Hamburger M+E-Unternehmen: Hier monieren 62 Prozent, dass sie nur schlecht oder un­ befriedigend an gut geeignete Ausbildungsplatzbewer­ ber kommen (siehe Grafik Seite 17).

Nur noch 18 Prozent der norddeutschen M+E-Betriebe nutzen das Instrument der Kurzarbeit, in Hamburg so­ gar nur noch 13 Prozent, in Nordwestniedersachsen al­ lerdings noch 31 Prozent. Personalabbau haben sich für die kommenden drei Monate nur sieben Prozent der Fir­ men vorgenommen – ein erfreulich starker Rückgang um zwei Drittel gegenüber Januar (21 Prozent). Insge­ samt planen die norddeutschen M+E-Unternehmen, rund 1.200 zusätzliche Jobs bis Anfang 2022 zu schaffen.

Auslastung zieht um zehn Prozent an

Die Kapazitätsauslastung aller Betriebe ist seit Januar um fast zehn Prozent auf 87,2 Prozent gestiegen. Sie liegt damit exakt auf dem Niveau vom Frühjahr 2019,

Künftige Produktion Bis wann wird Ihre Produktion wieder den Stand von vor der Coronakrise erreichen? 100 % 33

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Ende 2022 derzeit nicht absehbar

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Erst Mitte/Ende 2022 ist eine Rückkehr zur Nomalität zu erwarten – die Unsicherheit bleibt groß.

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aber noch rund zweieinhalb Prozent unter dem Wert vom Frühjahr 2018. Immer noch 15 Prozent der Unter­ nehmen bezeichnen ihre Geschäftslage als unbefriedi­ gend oder schlecht; in Hamburg und Schleswig-Hol­ stein sind es sogar nur acht Prozent, im nordwestlichen Niedersachsen jedoch noch 19 Prozent. Acht Prozent der befragten Geschäftsführungen erwar­ ten, dass sich ihre Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten verschlechtert. 36 Prozent rechnen jedoch damit, dass sie sich verbessert. Der Rest geht von einer gleichbleibenden Entwicklung aus. Am optimistischsten sind die Hamburger (Verbesserung: 40 Prozent), am pessimistischsten die Bremer (Ver­ schlechterung: 15 Prozent).

Branchen reagieren unterschiedlich

Unter den Branchen ist die Lage sehr unterschiedlich: Mit Abstand am härtesten trifft es weiterhin den Straßenfahrzeugbau, dessen Betriebe im Norden die Geschäftslage zu 33 Prozent als unbefriedigend oder

schlecht bezeichnen, gefolgt von den Herstellern der Luft- und Raumfahrzeugindustrie (22 Prozent) sowie Werften/Schiffbau und industrienahen Dienst­ leistungen (20 Prozent). Als gut oder befriedigend bezeichnen dagegen 92 Prozent aller Betriebe in der elektrotechnischen Sparte ihre Situation. Bei 61 Prozent aller befragten M+E-Unternehmen reicht der Auftrags­ bestand für sechs Monate und mehr (Januar: 49 Pro­ zent), nur bei 16 Prozent liegt er unter zwei Monaten (Januar: 36 Prozent).

Strukturwandel: M+E-Firmen gelassen

50 Prozent aller Firmen rechnen mit einer starken bis sehr starken Veränderung ihrer Betriebe durch den Strukturwandel, den Digitalisierung und Dekarboni­ sierung, De-Globalisierung und Demografie-Entwick­ lung vorantreiben. In Bremen sind es sogar 61 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern nur 47 Prozent. Erstmals haben die norddeutschen M+E-Firmen vor dem Hintergrund des raschen Strukturwandels auch

Vor allem in Schleswig-Holstein sind qualifizierte Fachkräfte in der Metall- und Elektroindustrie nach wie vor rar.

Arbeitsmarkt seit 2016 Wie gut sind qualifizierte Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt verfügbar?

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unbefriedigend schlecht


Ausbildung im Norden Wie gut sind geeignete Bewerber für Ausbildungsplätze verfügbar?

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schlecht MecklenburgVorpommern

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Gesamt

Auch Auszubildende werden weiterhin händeringend gesucht – vor allem in Mecklenburg-Vorpommern.

Auskunft über ihren Qualifikationsbedarf gegeben. Immerhin 35 Prozent rechnen mit mittlerem Potenzial (Anpassungsqualifikation), 13 Prozent mit hohem Bedarf (Umschulung). 46 Prozent erachten nur geringe Erhaltungsqualifikationen als notwendig, nur sechs Prozent erwarten extrem hohen Qualifizierungsbedarf, der auch den Arbeitsplatz gefährden könnte. NORDMETALL-Präsident Folkmar Ukena sieht hier die Politik in der Pflicht: „Die neue Bundesregierung sollte sich nicht auf teure Mindestlohninitiativen oder gar Ausbildungsplatzgarantien oder -abgaben konzentrieren. Gerade wir Mittelständler brauchen mehr För­ derung und Freiraum, weniger Kostensteigerung und Gängelung, um aus dem Strukturwandel gestärkt hervorzugehen.“ Kein Zweifel: Beim Berganstieg mit Bleistiefeln braucht es Entlastung im Rucksack der norddeutschen Arbeitgeber! Alexander Luckow

Überregionale Bericht­erstattung zur NORDMETALL-HerbstKonjunkturumfrage.

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Fachkräftemangel

Deutschlands Konjunkturrisiko Nummer eins ist der Fachkräftemangel. Detlef Scheele, Chef der Bundesagentur für Arbeit, hat unlängst die Lücke am Arbeitsmarkt auf 1,2 Millionen Menschen beziffert, davon allein zwei Drittel Fachkräfte. Besonders betroffen sind MINT-Berufe. Vor allem in den Metropolen spitzt sich die Lage zu. 18

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Foto: ArcelorMittal, Hamburg

Alarm am Arbeitsmarkt


„Wir erleben den Arbeitsmarkt als sehr angespannt“, bestätigt Florian Drude, Personalleiter von Alfa Laval Mid Europe. Der schwedische Konzern stellt Anlagen und Maschinen für die Stofftrennung, Wärmeübertra­ gung und Förderung von Flüssigkeiten her. In Glinde vor den Toren Hamburgs werden Plattenwärmetauscher produziert. „Unser Schwerpunkt beim Recrui­ ting liegt in der Metropolregion Hamburg“, sagt Drude. Dort befinde man sich im Wettbewerb mit großen und bekannten Playern.

Fotos: Pleuger Industries

Starker Wettbewerb in Metropolen

Alfa Laval hat zwar festgestellt, dass man potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten durch die schwedische sehr transparente und kooperative Unternehmenskul­ tur, den Fokus auf Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie die Betonung von Nachhaltigkeit überzeugen könne. Dennoch sei die Akquise der benötigten Fach­ kräfte deutlich anspruchsvoller geworden. Drude: „Vor allem, Kandidaten zu finden, die genau auf das jeweilige Suchprofil passen, ist schwieriger geworden. Damit ist auch die Time to Hire bei einigen Positionen gestiegen.“ Klassisches Recruiting reiche oft nicht mehr aus. „Man muss im Markt präsent sein und aktiv Kandidaten ansprechen. Dies erreichen wir durch gezieltes Employer Branding, das unsere Sichtbarkeit und Attrakti­ vität als Arbeitgeber steigert.“ Alfa Laval kooperiert seit Langem mit der unter ande­ rem von NORDMETALL getragenen NORDAKADEMIE – Hochschule der Wirtschaft in Elmshorn und Hamburg. Die Glinder stellen sich regelmäßig als Arbeitgeber an weiteren Hochschulen vor. Zudem bietet das Unterneh­ men interne Talententwicklungsprogramme an, mit der Option, innerhalb des Konzerns in andere Länder zu gehen. Ein sogenanntes Succession Planning soll den „Young Professionals“ darüber hinaus systematisch Karrierewege aufzeigen. Seit mehr als 90 Jahren fertigt Pleuger Industries Unterwassermotorpumpen. Die Motorwicklung erfolgt per Hand.

Sexy und attraktiv, weil grün und damit „cool“, präsentiert sich der Windkraftanlagenbauer Nordex Ener­ gy aus Hamburg. Dennoch beschreibt Constantin Fricke-Kniesberg aus der Abteilung People & Culture die aktuelle Arbeitsmarktlage als zugespitzt. Der in der Nordex-Zentrale für das Recruiting von Ingenieuren zuständige Personaler wirbt um geeignete Kandidaten mit zahlreichen Benefits wie mobilem Arbeiten, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie und angemesse­ nen Gehältern. „Wir spielen das gesamte Instrumenta­ rium, sind bei YouTube und LinkedIn aktiv, bieten viel­ fältige Aus- und Weiterbildungen an und zahlreiche Möglichkeiten zur individuellen Weiterentwicklung.“ Trotzdem bleibe die Rekrutierung von High Potentials weiter schwierig, so Fricke-Kniesberg.

Ausländische Fachkräfte anwerben

Eine Möglichkeit, dem Mangel zu begegnen, sieht Fricke-Kniesberg in der Anwerbung ausländischer Fachkräfte. Eigentlich sollte deren Rekrutierung dank des am 1. März 2020 in Kraft getretenen Fachkräfteein­ wanderungsgesetzes (FEG) einfacher geworden sein (siehe „Mehrwert Verband“ auf Seite 36), doch der Nordex-Personalmann erlebte einige Überraschungen, als er einen geeigneten Bewerber einstellen wollte. „Wir haben 2020 eine Ingenieurstelle in Deutschland mit einem Syrer besetzen wollen, der in Oldenburg sein Studium absolviert hatte“, berichtet Fricke-Kniesberg. „Weil der junge Mann bereits in Deutschland einen Abschluss erworben hatte und natürlich Deutsch spricht, nahmen wir an, dass einer zügigen Einstellung nichts im Wege stehen würde. Also unterbreiteten wir ihm ein Vertragsangebot.“ Doch im Laufe des Verfah­ rens waren viele Stellen und Behörden einzubinden. Am Ende eines langwierigen und recht intransparenten Pro­ zesses wurde von der Bundesanstalt für Arbeit entschie­ den, dass der Kandidat nicht eingestellt werden dürfe. Ein Pleuger-Industries-Mitarbeiter nimmt letzte Handgriffe an der Pumpe der berühmten Alsterfontäne von Hamburg vor.


Eine Windkraftanlage wird gewartet: Einblick in die Arbeit von Nordex-Energy-Mitarbeitern in schwindelerregender Höhe.

Schiffbau, die Zellstoff- und Papierproduktion. Auch die Branchen Erdöl, Erdgas, Chemie und die Energiewirt­ schaft sowie der Krankenhaussektor werden aus Bremen beliefert. „Wir sind in einem absoluten Zukunftsmarkt tätig, global aktiv und entwickeln unser Wissen rund um die ,Natural Technology‘ Dampf stetig weiter. Dafür suchen wir Ingenieure, die sich mit Ther­ modynamik, Dampf und Dampferzeugung auskennen“, zählt Höft auf. Diese Expertinnen und Experten seien aber nur schwer zu bekommen.

Imageprobleme der Stadt als Hemmschuh

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Zeitarbeit als Chance

Als weithin sichtbares Zeichen Hamburger Ingenieurskunst schießt die Alsterfontäne Wasser der Binnenals­ ter bis zu 60 Meter hoch in die Luft. Angetrieben wird sie von einer Unterwassermotorpumpe der Firma Pleu­ ger Industries. Seit Ende der 1980er-Jahre gehört die Fontäne zum Stadtbild. Seit mehr als 90 Jahren fertigt Pleuger Industries in der Elbmetropole spannende Pro­ dukte wie Unterwassermotorpumpen und Motoren für die Bereiche Wasser, Marine und Offshore, Öl und Gas

Foto: Nordex

„Zu dem Zeitpunkt haben wir uns dann an die NORDME­ TALL-Experten gewandt, die uns schließlich erfolgreich unterstützt haben“, sagt der Nordex-Personalmann. Kim Schütze, Arbeitsmarktexpertin des Verbandes, aktivierte ihr Netzwerk. „Wir wissen, welche Ansprech­ partner zuständig sind und können schnelle Wege durch den für Außenstehende oft undurchschaubaren Bürokratiedschungel gehen“, sagt sie. In diesem Fall „hakte“ es am Gehalt. „Die Arbeitsagentur prüft, dass internationale Fachkräfte nicht zu ungünstigeren Ar­ beitsbedingungen als vergleichbare Personen aus dem Inland beschäftigt werden“, erklärt Schütze. Weil sich die Gehaltsprüfung am sogenannten Entgeltatlas ori­ entiert, der je nach Region für einzelne Berufsgruppen unterschiedlich hohe Summen aufführt, monierte die Behörde das im Vertrag angebotene Salär. „Wir haben anhand einer Betriebsvereinbarung und den von Nor­ dex einheitlich festgelegten Eingruppierungen für jun­ ge Akademikerinnen und Akademiker aber nachwei­ sen können, dass alle Voraussetzungen für einen für die Tätigkeit üblichenLohn vorliegen“, sagt sie. Am Ende konnte der Syrer die Stelle antreten. Als international aktives und auf den Weltmarkt fokus­ siertes Unternehmen rekrutiert der deutsch-spanische Nordex-Konzern sein Personal weltweit. Dennoch be­ hält er weiterhin den deutschen Markt im Blick. Auch Jens Höft, Personalleiter des Industriearmaturen­ herstellers Gestra AG, hat zusehends Probleme, geeig­ nete Fachkräfte zu gewinnen. Das Bremer Unterneh­ men ist Experte in Sachen Dampf und produziert mit gut 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Hansestadt Ventile und Regeltechnik für die Nahrungs­ mittel- und Getränkeherstellung, die Marine und den

„Leider hilft uns der Standort Bremen in diesem Fall nicht weiter“, erklärt der Personalleiter. Im Gegenteil. Die Metropole an der Weser hat – auch laut dem gebürti­ gen und bekennenden Bremer Höft – mit Imageproble­ men zu kämpfen. Im Vergleich zu Hamburg, Berlin, München, Köln oder Leipzig falle Bremen zurück, so der Gestra-Personal­ chef. Die Hansestadt habe Defizite in der Außenwahr­ nehmung. So sei ihr Image in Sachen Bildung und Frei­ zeit ausbaufähig. „Einige Bewerber sagen uns, dass sie ihre Kinder hier nicht zur Schule schicken würden“, so Höft. „Wir steuern gegen, indem wir geeignete Kandida­ tinnen und Kandidaten mit der ganzen Familie einla­ den und ihnen die Schönheiten Bremens zeigen“, sagt Gestra-Personalentwickler Carsten Schlegel. Auch am eigenen Image poliert die Firma. „Wir zeigen nach außen inzwischen wesentlich deutlicher, mit wel­ chen umweltfreundlichen und nachhaltigen Technolo­ gien wir arbeiten“, berichtet Schlegel. Digitalisierung und Nachhaltigkeit stehen im Fokus der Unterneh­ mensphilosophie und in diese Richtung entwickelt Gestra auch seine Employer-Branding-Aktivitäten. „Dass wir darüber hinaus modernste Büro- und IT-Aus­ stattungen sowie mobiles Arbeiten anbieten und auch im Rahmen moderner Tarifverträge attraktive Vergü­ tungen zahlen, sind weitere Benefits, mit denen wir punkten können“, berichtet Höft.


sowie Bergbau. Der agile Mittelständler ist weltweit ak­ tiv und genießt am Markt einen exzellenten Ruf. „Das hilft uns auch am Arbeitsmarkt“, sagt Human-Resour­ ces-Managerin Katrin Rehkate. Sie konnte den Fach­ kräftebedarf in der Produktion wie auch im Enginee­ ring bis dato ohne größere Probleme decken. „Das liegt sicher auch an unserer überschaubaren Größe mit 200 Beschäftigten“, sagt sie und fügt an: „Zudem ist die Fluktuation im Betrieb sehr gering. Wer einmal bei uns angefangen hat, bleibt in der Regel länger.“ So ist die Arbeitsatmosphäre offensichtlich gut, was sich auch auf der Bewertungsplattform „kununu“ widerspiegelt. Dort schneidet die Firma mit Bewertungen zwischen 3,1 bis 3,8 auf einer Skala von 1 bis 5 sehr ordentlich ab. Produktionskräfte wie Industriemechaniker oder Zer­ spaner rekrutiert Rehkate auch häufig über das Instru­ ment der Zeitarbeit. „Damit können wir flexibel auf kurzfristige Anforderungen reagieren und sehr oft übernehmen wir die Mitarbeiter später.“ In einem ande­ ren Fall kam ein Ingenieur „frisch“ von der Uni. „Auch da hatten wir Glück und konnten eine freie Stelle inner­ halb weniger Monate mit einem sehr gut geeigneten Kandidaten besetzen.“ Durch neue Lehrstellen wird vermehrt ausgebildet. Für die Gewinnung der Auszubil­ denden nutzt Pleuger Industries die IHK Lehrstellen­ börse und Zukunftspool.me, eine Plattform von NORD­ METALL und AGV Nord, die Auszubildende und Unter­ nehmen vernetzt und zusammenbringt. Gute Arbeitsbedingungen, interessante Produkte und ein gesundes Betriebsklima – das sind für Rehkate die wichtigen Pluspunkte, mit denen sie Fachkräfte gewinnt. Aber auch sie weiß: Die demografische Entwicklung wird die Lage verschärfen. „Deshalb müssen wir gegensteuern und neue Konzepte fürs Recruitment entwickeln.“ Heidi Warnecke, Leiterin der Aus- und Weiterbildung beim Hamburger Stahlunternehmen ArcelorMittal, ver­ fügte vor Corona über ein belastbares Netzwerk mit den

Schulen der Region, über das sie ihren Nachwuchs rekru­ tieren konnte. „Während der Pandemie hat Berufsorien­ tierung in den Schulen so gut wie nicht stattgefunden und auch aktuell hinken wir stark hinterher“, berichtet sie. Erst ganz allmählich könne das Walzdrahtwerk wie­ der Schulgruppen empfangen und ihnen die Vielfalt der Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten zeigen.

Azubis – die Fachkräfte von morgen

„Wir stellen gut ein Drittel unserer Azubis über den Kontakt zu den Schulen ein und hatten während der vergangenen Jahre kein Problem, Nachwuchs zu finden. Das ist zurzeit anders“, sagt Warnecke. Zwar organisiere man auch Online-Veranstaltungen, aber der Funke springe nur im realen Leben über. Deshalb sei es gut, dass nun wieder Schulgruppen das Werk besuchen kön­ nen. Zudem hat die Ausbilderin festgestellt, dass wäh­ rend des Homeschooling die Fähigkeiten des Nach­ wuchses in Mathe und Naturwissenschaften gelitten hätten. „Das Niveau ist stark gesunken“, klagt sie. Um den Nachwuchs dennoch zu gewinnen, gehen die ArcelorMittal-Verantwortlichen auch andere Wege, heuern etwa Studienabbrecher und junge Leute an, die sich für eine technische Ausbildung entscheiden. Erst kürzlich wurde ein 26-jähriger Logistikstudent einge­ stellt, der jetzt seine Ausbildung zum Verfahrenstech­ nologen Metall macht. Und ein 29-jähriger Koch wird Elektroniker für Betriebstechnik. Zudem hat Warnecke gute Erfahrungen mit dem NORD­ METALL-Projekt „Nordchance“ gemacht, das jungen Menschen und Geflüchteten mit Förderungsbedarf die Chance zum Einstieg in den Arbeitsmarkt bietet. „Wir beschäftigen zum Beispiel einen jungen Mann aus Afghanistan, der das Programm durchlaufen und erst vor Kurzem seine Zwischenprüfung zum Verfahrenstech­ nologen Metall als Klassenbester absolviert hat“, freut sich die Ausbildungsverantwortliche. Lothar Steckel

Foto: ArcelorMittal, Hamburg

In der Ausbildungswerkstatt von ArcelorMittal: Ausbildungsmeister Oliver Carstens (l.) mit Marie Chetouane und Philip Charmuszko.


Aus- und Weiterbildung

Brille Brille auf, auf, VR an! VR an! Foto: Hellerman Tyton

Wer komplexe, kostentreibende oder gefährliche Situationen in die virtuelle Welt verlegt, kann Prozesse sicherer gestalten, Kosten reduzieren und Zeit sparen. „Standpunkte“ hat sich in einigen norddeutschen Unternehmen umgesehen.

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Virtueller Anwendungsprofi: Avatar „Helmut“ (r.) führt Schritt für Schritt in die Bedienung einer Tablettenpresse von Fette Compacting ein.

Nicht schwindelfrei? Kein Problem! Kunden des schles­ wig-holsteinischen Unternehmens HellermannTyton können seit einiger Zeit virtuelle Ausflüge in Wind­ kraftturbinen unternehmen, ohne selbst schwindeler­ regende Höhen erklimmen zu müssen. Möglich macht das eine Virtual-Reality (VR)-Anwendung. Der in Tor­ nesch beheimatete Weltmarktführer für Kabelmanage­ ment-Systeme stellt mit rund 6.000 Angestellten rund um den Globus Produkte zum Bündeln, Befestigen, Schützen, Kennzeichnen und Verarbeiten von Kabeln her. Sie finden in Autos, Flugzeugen oder Schienenfahr­ zeugen Einsatz – oder eben in Windkraftanlagen. Um die HellermannTyton-Lösungen für Kunden erleb­ bar zu machen, hatte das Unternehmen vor rund vier Jahren interaktive VR-Anwendungen programmieren lassen. Seit Kurzem hat HellermannTyton seine VR-Kom­ petenz erweitert und innerhalb von zwei Jahren eine Anwendung für die hausinterne Aus- und Weiterbil­ dung umgesetzt. Unterstützt wurde das Unternehmen dabei vom Hamburger Bildungsnetzwerk DigiNet.Air.

Fotos: Fette Compacting

Maschinen einrichten mithilfe von VR

Mehr als 60 Spritzgussmaschinen stellen täglich aus über zehn Tonnen Kunststoffgranulat verschiedenste Kabelmanagementprodukte her. Die Anlagen müssen je nach Produktvariante mit verschiedenen Spritzguss­ formen bestückt werden – ein Rüstvorgang, der zeitlich aufwendig und technisch komplex ist. Jan Stelter, Koor­ dinator für Ausbildungsthemen bei HellermannTyton, berichtet: „Wir haben gemeinsam mit den Experten von DigiNet.Air den Rüstvorgang von Spritzgussmaschinen als eine gute Möglichkeit für den Einsatz der VR-Tech­ nologie identifiziert.“ Da die Stillstandzeiten so kurz wie möglich gehalten werden müssen, wurde der Ein­ bau der Spritzgussformen bisher nicht exklusiv zu Aus­ bildungszwecken vorgenommen. „Das haben wir jetzt verändert“, freut sich Stelter. Um die Umrüstprozesse in die virtuelle Welt zu über­ führen, waren eine ausführliche Arbeitsprozessanalyse und eine damit einhergehende lückenlose Dokumenta­ tion des Rüstverfahrens nötig. „Einen Teil der mechani­ schen Schritte haben wir dann in eine VR-Lernanwen­

Virtuelle Handschuhe und Fensterklappen simulieren die Arbeiten an einer Tablettenpresse äußerst realitätsnah.

dung übertragen“, berichtet Marco Swyter, der bei Digi­ Net.Air das Projekt koordiniert hat. In der Anwendung haben die Auszubildenden unter anderem folgende Aufgaben zu bewältigen: das Werkzeug mit einem Kran in die Maschine heben, die „Spannpratzen“ und die Aus­ werferstange montieren, den Montagekran entfernen und die Werkzeugbrücke demontieren. Insgesamt wur­ den zehn Arbeitsschritte aufgenommen und digitali­ siert. „Dabei kam es sehr auf die Details an“, sagt Swyter. „Vor allem muss die richtige Reihenfolge der Ar­ beitsschritte beachtet und die exakte Anordnung der Bauteile programmiert werden.“ Nachdem der Arbeitsprozess analysiert und ein didakti­ sches Konzept erarbeitet war, wurde schließlich ein Prototyp der VR-Lernanwendung programmiert. „Wir haben den Prozess jetzt so weit vorangebracht, dass wir unsere kommenden Verfahrensmechaniker-Auszubil­ denden mit dem Tool schulen wollen“, sagt Jan Stelter. Sein Fazit: Wenn VR in ein ganzheitliches Lernkonzept eingebettet ist, zu dem auch E-Learning, interaktive Vi­ deos sowie herkömmliches Präsenzlernen gehören, er­ gibt die Technologie Sinn. Allerdings seien die Investiti­ onskosten für Entwicklung und Programmierung noch recht hoch. „Wir hatten das Glück, durch den Support von DigiNet.Air auf Fachwissen zurückgreifen zu kön­ nen, ohne die Kosten aus dem Blick zu verlieren.“

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Gefahr arbei Herr über Bits und Bytes: Sven Möller entwickelt bei thyssenkrupp Marine Systems die Software der Holo-Brille – gemeinsam mit seinen Kollegen Finn Mecke und Volker Widor.

Praktisch für den U-Boot-Bau: Runde Wände und beengte Verhältnisse machen den Bau von Unterwasserfahrzeugen zu einer Herausforderung. VR- und AR-Anwendungen helfen.

Marco Swyter verweist auf einen weiteren positiven Ef­ fekt. „Die Einführung von VR als modernes Aus- und Weiterbildungsmedium trägt zum positiven Image des Unternehmens bei. Im Kontext der Nachwuchsgewin­ nung von Fachkräften ist das sicher vorteilhaft.“

Für Wolfgang König, Experte für digitale berufliche Bildung beim Bildungswerk der Wirtschaft aus Meck­ lenburg-Vorpommern (BdW), sind vor allem zwei Punk­ te erfolgsentscheidend: „Das theoretische Wissen über den Einsatz digitaler Medien ist die eine Seite, die enge Verzahnung mit konkreten Ausbildungsinhalten die andere, für einen hohen Nutzwert sorgende Seite.“ Im Sommer 2020 startete er mit einem Team der Initiative „Netzwerk Q4.0 – Netzwerk zur Qualifizierung des Be­ rufsbildungspersonals im digitalen Wandel“ einen Workshop für Ausbildungsverantwortliche der Region. Das bundesweite Netzwerk will moderne Fach- und So­ zialkompetenzen für die Berufsausbildung vermitteln, damit Inhalte und Prozesse der dualen Berufsausbil­ dung digital gestaltet werden können. Die Idee der regi­ onalen Q4.0-Koordinierungsstelle in Schwerin lautete: VR-Technologien für Ausbilder und Auszubildende der regionalen Energiewirtschaft Mecklenburg-Vorpom­ merns nutzbar machen! Der passende Inhalt für eine VR-Anwendung war rasch identifiziert: die Arbeit an einem Elektro-Schaltschrank. Daran lernen angehende Elektrofachkräfte nicht nur die Inbetriebnahme und Instandhaltung von elektrischen Anlagen, ihnen wird zugleich auch die Einhaltung von Normen, Vorschriften und Regeln zum Schutz gegen elektrische Schläge und zur Unfallverhütung nahege­ bracht. „Diese Ausbildungsinhalte wurden bis dato nur

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rein theoretisch oder an einem Übungsschaltschrank vermittelt“, sagt König. „Solche Übungsschränke gibt es aber nur in wenigen Ausbildungsbetrieben.“ Herzstück des „VR-Trainer 4.0: Sicherheitsrelevante In­ halte gefahrlos trainieren“ sind die fünf Sicherheitsre­ geln für das Arbeiten an elektrischen Anlagen. Sie wur­ den Schritt für Schritt programmiert und in verschiede­ nen Modi dargestellt. In geführten Modi erläutern eine Computerstimme oder alternativ ein Avatar den Lern­ begierigen die Regeln. Der Modus „Explorationswelt“ lässt die Übenden völlig frei agieren. Im Hintergrund werden die Arbeitsschritte dokumentiert. Sogar ein Stromschlag kann – ohne Traumagefahr – simuliert werden. Zudem kann in einem VR-Quiz die korrekte Auswahl und Reihenfolge der Regeln überprüft werden. Die Rückmeldungen des ersten Seminars waren positiv, berichtet König. „Alle zeigten sich zuversichtlich, dass sie VR als Lernmedium didaktisch einsetzen können und weiterempfehlen würden.“ Auch der Spezialmaschinenbauer Fette Compacting setzt auf VR. Jede zweite Tablette, die weltweit verkauft wird, stammt aus Maschinen dieser Firma. Damit ist das Unternehmen Weltmarktführer beim Bau von Tablet­ tenpressen. Am Standort Schwarzenbek fertigen die

Fotos: Christian Augustin

Gefahrlos an Elektroanlagen arbeiten


rlos iten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die hochkomplexen Anlagen. Damit diese möglichst fehlerfrei und durch­ gängig produzieren können, kommt es auf den Men­ schen an, denn „eine Maschine ist nur so gut, wie die Menschen, die sie bedienen“, sagt Britta von Selchow, Head of Digital Product Innovation bei Fette Compac­ ting. Und sie fügt hinzu: „Rund die Hälfte aller Fehler in der Pharmaproduktion entsteht durch nicht ausrei­ chend geschultes Personal.“ Trainings seien daher es­ senziell für eine effiziente und sichere Produktion. „Wir haben gemeinsam mit einem Kunden ein VR-Tool entwickelt, das am Beispiel eines virtuellen Isolators die Reinigungs- und Rüstprozesse einer Produktion darstellt. Damit können die Mitarbeiterinnen und Mit­ arbeiter unserer Kunden risikofrei und unbegrenzt wie­ derholbar Prozessabläufe trainieren und Handgriffe üben“, berichtet Tim Klingenhof, Leiter der Trainingsund Schulungsabteilung bei Fette Compacting. Rund ein dreiviertel Jahr Entwicklungszeit steckt in der Trainingslösung, bei der ein Gaming-Notebook, eine VR-Brille und zwei Controller zum Einsatz kommen. „Der Mitarbeiter schlüpft in virtuelle Handschuhein­ griffe und übt anhand einer interaktiven Checkliste den Reinigungsprozess“, erklärt Klingenhof. Damit der Pro­ zess so real wie möglich abgebildet wird, haben die Ent­ wickler sogar echte Geräusche jeder Tätigkeit in das Programm übertragen. Auch Gaming-Bestandteile hel­ fen beim Training. So erhalten Beschäftigte für das Be­ seitigen von Produktrückständen Punkte und können sich ständig verbessern. Zudem können sie eine Prü­ fung in der virtuellen Welt ablegen und am Ende ein Zertifikat erhalten. Helmut Bomm­ rowitz, ehemaliger Leiter des Kunden­ zentrums von Fette Compacting, stand gern Pate für Avatar „Helmut“ (Abbildung rechts).

setzt sind: „Zum einen sind die Kosten für Entwicklung und Programmierung sehr hoch und zum anderen eig­ nen sich wahrscheinlich nicht alle Prozesse für die Um­ setzung in VR.“ So sei es schwer vorstellbar, dass man Tätigkeiten, für die man eine extrem hohe Fingerfertig­ keit benötigt, virtuell umsetzt.

AR-Tool im Praxiseinsatz

Außer der virtuellen Realität finden auch Augmen­ ted-Reality-Anwendungen (AR) mehr und mehr den Weg in die Industrie. Ein Beispiel: die Holo-Brille, die die Kieler Werft thyssenkrupp Marine Systems einsetzt. AR verbindet die analoge mit der digitalen Welt. Die Holo-Brille schottet den Anwender nicht wie eine VR-Brille völlig ab, sondern überlagert die Realität mit virtuellen Informationen und Objekten. Stefan Len­ gowski, Projektleiter bei thyssenkrupp Marine Sys­ tems: „Will ein Mitarbeiter beispielsweise eine Halte­ rung anschrauben, zeigt ihm die Brille nicht nur dieses Teil, sondern blendet auch wichtige Metadaten ein. So erfährt er, in welchem Winkel das Teil angeschraubt werden muss und welche Schrauben er dafür braucht. Das spart Zeit und Geld.“ Nicht nur in der Fertigung unterstützt die AR-Anwen­ dung, auch die Auszubildenden von thyssenkrupp Ma­ rine Systems nutzen die Brille bereits. Ausbildungslei­ ter Cem Selvi: „Unsere Azubis sind begeistert. Sie haben Lust auf die neue Technik und können richtig gut mit der Brille umgehen.“ Lothar Steckel

Helmut hilft

Fotos: Fette Compacting

Avatar „Helmut“ hilft

Aber nicht nur Checklisten und leuchtende Tabletten führen durch den virtuellen Prozess, auch der Avatar „Helmut“ hilft bei der Einarbeitung. Sein reales Vorbild ist Helmut Bommrowitz, ehemaliger Leiter des Kunden­ zentrums und langjähriger Mitarbeiter von Fette Com­ pacting: „Ich habe während meines Berufslebens so vie­ le Fragen zu Tablettenpressen beantwortet, da war es für mich klar, auch als Avatar-Vorbild zur Verfügung zu stehen“, sagt er lakonisch. Tim Klingenhof sieht die Vorteile der VR-Anwendung, weiß aber zugleich auch, dass solchen Tools Grenzen ge­

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Werkstattbesuch

Für Katharina Beck, frisch in den Bundestag gewählte Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, steht fest: „Ausbildung rockt“. Die Hamburgerin ist begeistert von der gleichnamigen Politiktour, mit der NORDMETALL sie und weitere Politikerinnen und Politiker der Elbmetropole Mitte Oktober auf einen virtuellen Besuch beim Medizintechnikhersteller Philips mitgenommen hat. Futter für die Koalitionsverhandlungen, in denen sie sich „für mehr Anerkennung, Gleichstellung und Förde­ rung von Ausbildungsberufen und Handwerk stark ma­ chen“ will, schreibt die Parlamentarierin auf Twitter. Welchen Wert die neue Bundesregierung der dualen Ausbildung beimisst, wird sie beweisen müssen. Den Live-Rundgang mit Tablet: Eine Auszubildende führt durch die Ausbildungswerkstatt der Firma EGGER in Wismar.

Bildungs- und Wirtschaftspolitikerinnen und -politi­ kern der in die Regierungsverantwortung kommenden Parteien haben NORDMETALL und AGV NORD mit der Politiktour jedenfalls ein prall gefülltes Lastenheft in die Hände gedrückt. Wenn auch nur auf virtuellem Weg. Denn wegen der Coronapandemie musste die ursprüng­ liche Idee zurückgestellt werden, mit einem Kleinbus von Betrieb zu Betrieb zu touren. Inzwischen zeichnet sich ab, dass die Politiktour vorerst ein digitales Format bleiben wird. „Der 90-minütige Austausch übers Inter­ net hat sich bewährt und passt gut in die engen Zeitpläne unserer politischen Gäste“, sagt Kim Schütze, Arbeits­ marktexpertin bei NORDMETALL und Organisatorin Zugeschaltet: Dräger-Personalvorstand Dr. Reiner Piske nahm via Webkonferenz an der Politiktour in Lübeck teil.

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Fotos: Margit Wild, Christian Augustin

Die duale Berufsausbildung ist ein Erfolgsgarant der Fachkräftesicherung. Dazu braucht es aber mehr Unterstützung durch die Politik.


Begeistert: NORDMETALL-Geschäftsführer Peter Golinski freut sich über das Interesse der politischen Gäste an den Belangen der Auszubildenden und an dem neuen Veranstaltungsformat.

Fotos: Margit Wild, Christian Augustin

Liebe zum Detail: Ein Auszubildender misst in der Ausbildungswerkstatt von GESTRA in Bremen ein Werkstück nach.

Auftritt im TV-Studio von Philips: Kim Schütze (l., NORDMETALL) im Gespräch mit drei Auszubildenden.

der Politiktour. Die hatte im Januar 2021 ihren Auftakt beim Holzwerkstoffhersteller EGGER in Wismar, führte im Mai über das Drägerwerk in Lübeck sowie im Oktober über Philips in Hamburg und fand ihren vorläufigen Hö­ hepunkt Anfang November bei GESTRA in Bremen. „Mit dem Format wollen wir Bildungspolitikerinnen und -politikern zeigen, dass sie die Digitalisierung der Berufsschulen vorantreiben, einer Überalterung der Lehrerkollegien entgegenwirken und statt an eine Aus­ bildungsplatzgarantie an eine verbesserte Berufsorien­ tierung für mehr Bewerberinnen und Bewerber denken müssen“, so Peter Golinski, NORDMETALL-Geschäfts­ führer Bildung und Arbeitsmarkt.

Mit persönlichen Berichten von Azubis, Vorstandsvor­ sitzenden, Personalvorständen und Geschäftsführun­ gen, videounterstützten Rundgängen durch Ausbil­ dungswerkstätten und vorproduzierten Filmen zu Aus­ bildungsberufen sind den Politikerinnen und Politikern die Augen für die akuten Bedarfe in der dualen Berufs­ ausbildung geöffnet worden. In Folgetreffen etwa mit der CDU-Fraktion des Landtags von Mecklenburg-Vor­ pommern oder mit Grünen-Abgeordneten der Bremi­ schen Bürgerschaft konnten die Anliegen der Azubis und die Forderungen der M+E-Industrie vertiefend dis­ kutiert werden. Anfang 2022 soll die Politiktour „Aus­ bildung rockt“ in Nordwestniedersachsen haltmachen. Anschließend wird die Reihe zu einem anderen, noch nicht benannten Thema fortgesetzt. Birte Bühnen

NORDMETALL-Geschäftsstellen

Lübeck Wismar

Hamburg

Bremen

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Reportage

Miefiges Ambiente, Antriebstechnik von gestern: Das Gros der Fähren und Personenschiffe auf Deutschlands Binnengewässern ist seit mindestens 40 Jahren im Ein­ satz. Es besteht also ein enormer Modernisierungsbe­ darf. Zumal inzwischen hohe Anforderungen an einen energieeffizienten und emissionsarmen Schiffsbetrieb gestellt werden. Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, also kein Kohlendioxid mehr ausstoßen. Dass in Sachen Klimaschutz mehr passieren muss, erkannten die Ingenieure und Konstrukteure von Ost­ seestaal schon früh: Vor rund zehn Jahren begann die Stralsunder Firma, sich ein neues Geschäftsfeld zu er­ schließen – den Bau vollelektrischer Binnenschiffe für den gewerblichen Verkehr.

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Das auf die 3-D-Kaltverformung von Blechen für die ma­ ritime Industrie spezialisierte Unternehmen, das im Jahr 2000 die Produktion in Stralsund aufnahm und heute einer niederländischen Investorengruppe gehört, hatte bereits vor Ausbruch der Wirtschafts- und Finanz­ krise 2008/09 begonnen, sich neue Märkte zu suchen. Und fand sie, wie Thomas Kühmstedt erzählt, Techni­ scher Direktor bei Ostseestaal: „Zu unserer Strategie ge­ hört es seither, mit großer Diversität und Innovation in der Produktentwicklung und Fertigung flexibel auf wechselnde Anforderungen des internationalen Mark­ tes zu reagieren, insbesondere im maritimen Sektor.“ 2012 gelang schließlich der Eintritt in einen völlig neu­ en Markt: mit einem Elektro-Solar-Fahrgastschiff, das

Fotos: Ostseestaal

Personenschiffe und Fähren mit null Emissionen: Ostseestaal aus Stralsund ist da führend


ganz emissionsfrei fährt. Die „Solaaris“ wurde für den Einsatz auf dem Aasee im nordrhein-westfälischen Münster konzipiert und kann 60 Passagiere befördern.

Solarschiffkonzept überzeugt

Bislang als Zulieferunternehmen in der maritimen Branche etabliert, trat Ostseestaal fortan auch als Hersteller von komplexen Endprodukten auf. Die Stral­ sunder schafften es, unter anderem durch eine extreme Leichtbauweise, dass Elektro-Solarschiffe „made by Ostseestaal“ wirtschaftlich betrieben werden können – „ ... was ein starkes Verkaufsargument ist“, betont Kühmstedt. Für die Binnenschiffe wird vorrangig Aluminium verwendet. Zusätzlich verringern etwa LED-Leuchten den Energieverbrauch. „Unsere Schiffe benötigen im Vergleich zu konventionellen für die glei­ che Stärke nur ein Viertel der Antriebsleistung.“ Das Elektro-Solarschiffkonzept überzeugt vor allem Be­ treiber von Fahrgastschiffen und Fähren. So baute das Unternehmen vier Fähren, die jetzt auf Berliner Gewäs­

sern verkehren und jeweils 60 Personen befördern kön­ nen. Mit gleicher Fahrgastkapazität entstanden zwei Schiffe für den Einsatz auf dem Mittellandkanal in der Autostadt Wolfsburg. Dabei setzen die Stralsunder in der Branche immer wieder neue Maßstäbe: Eine beson­ dere Herausforderung für die Ingenieure waren der Bau der weltweit ersten Elektro-Solar-Autofähre für Bin­ nengewässer – und eines sogenannten Seminarschiffs.

Fett in Fahrt

Das vor vier Jahren an einen Berliner Auftraggeber verkaufte knapp 36 Meter lange Event-Schiff „Orca ten Broke“ fährt mit null Emissionen. Der Clou: Zusätzlich zu einer Photovoltaik-Anlage auf dem absenkbaren Sonnendach und starken Batterien ist der für 200 Perso­ nen zugelassene unkonventionelle Kahn auch mit einem Generator ausgerüstet, der mit HVO-Diesel (Hydrogenated Vegetable Oil) betrieben wird. Der spezi­ elle Kraftstoff wird aus gebrauchtem Pflanzenöl und Abfallfetten gewonnen.

Präzision als Schlüssel zum Erfolg: Mithilfe von Schablonen wird die passgenaue 3-D-Kaltverformung eines jeden Blechs geprüft.

Kaltverformung: Mit tonnenschwerem Pressdruck werden Bleche dreidimensional in Form gebracht.

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Ohne Emissionen: Die MoselFähre „Sankta Maria II“ verbindet Oberbillig mit Wasserbillig in Luxemburg.

Großauftrag aus der Schweiz: Von 2022 an fahren drei Elektro-Fahrgastschiffe aus Stralsund auf dem Fluss Limmat. Die alten Schiffe mit Dieselantrieb werden ausgemustert.

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und als führender Anbieter etablieren“, sagt Ostsee­ staal-Technik-Direktor Kühmstedt, der zugleich als Geschäftsführer der Ampereship GmbH fungiert. Jedes neue Schiff, das die Ingenieure austüfteln, ver­ schafft den Stralsundern zusätzliches Know-how. „Die gesammelten Erfahrungen bringen wir in die aktuellen Projekte mit ein“, so Ingo Schillinger, verantwortlicher Manager bei Ampereship. So hat unlängst die Reederei Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH (BSB) mit Sitz in Konstanz (Baden-Württemberg) ein Elektro-Solar-Fahrgast­ schiff bestellt, bei dem es sich laut Schillinger „um eine ganz neue Leistungs- und Größendimension handelt“.

Steuerungssoftware speziell entwickelt

Der Katamaran erhält einen Aluminiumrumpf, der rechnergestützt in Sachen Strömungsverhalten opti­ miert wurde. Zudem kommen eine speziell entwickelte

Fotos: Ostseestaal

Das Unternehmen muss sich mit seinen Schiffen gegen starke ausländische Konkurrenten behaupten: Nach ei­ ner europaweiten Ausschreibung beauftragte die Ge­ meinde Oberbillig an der Mosel Ostseestaal 2017 mit dem Bau einer elektrischen Autofähre. Das ausschließ­ lich mit Solarenergie und Batteriestrom betriebene Schiff verbindet die Kommune mit dem gegenüberliegenden Wasserbillig in Luxemburg. Die 28 Meter lan­ ge „Sankta Maria II“ transportiert pro Fahrt bis zu 45 Personen und sechs Autos. Durch den Wegfall der vorherigen konventionellen Autofähre werden jährlich 14.000 Liter Dieselkraftstoff eingespart. Das Geschäft mit E-Schiffen nimmt an Bedeutung wei­ ter zu. Deshalb hat das Unternehmen vor drei Jahren eine neue Tochter gegründet: die Firma Ampereship. „Mit Ampereship wollen wir uns noch stärker auf den Zukunftsmarkt emissionsfreier Schifffahrt fokussieren


Abgasfreies Fliegengewicht, das sich rechnet: Wegen ihrer extremen Leichtbauweise – vorwiegend wird Aluminium verwendet – können Elektro-Solarschiffe „made by Ostseestaal“ wirtschaftlich und umweltfreundlich betrieben werden.

Steuerungssoftware für das Energiemanagement zur Anwendung, ein innovatives Magnetanlegesystem und erstmals bifaziale (zweiseitige) Solarmodule, die Ener­ gie auf ihrer Vorder- und Rückseite erzeugen können. Das 30 Meter lange Schiff kann 300 Passagiere beför­ dern. Vorsorglich hat sich die Reederei eine Option für einen zweiten Neubau bis Ende 2022 gesichert.

eine Bestellung aus dem Ausland. Die Zürichsee-Schiff­ fahrtsgesellschaft (ZSG) hat bei Ostseestaal gleich drei baugleiche Elektro-Fahrgastschiffe bestellt. Thomas Schwandt

Fotos: Thomas Schwandt

E-Mobilität aus dem Nordosten

Die Stralsunder haben bis heute zwölf Elektro-Solar­ schiffe produziert, darunter drei Schiffe für die einhei­ mische Region: So pendelt seit Kurzem eine neue Use­ dom-Fähre am Stettiner Haff. Emissionsfrei überqueren auch die Rostocker im Stadthafen die Warnow. Ende Juli lieferte Ostseestaal eine vollelektrische Personen- und Fahrradfähre an die Hansestadt ab. Und auf Rügens Bo­ ddengewässern verkehrt der Katamaran „Sünje“. „Mit diesen Neubauten tragen Ostseestaal und Ampereship als regional verankerte Unternehmen dazu bei, auch in Mecklenburg-Vorpommern die E-Mobilität aufs Wasser zu bringen“, unterstreicht Kühmstedt. Inzwischen gehören die Stralsunder bei Elektro-Solar­ schiffen nach eigenen Angaben europaweit zu den füh­ renden Unternehmen, und in Deutschland sind sie so­ gar die Nummer eins. Das hat sich auch im Ausland he­ rumgesprochen: Im Frühjahr bekamen sie erstmals

Maritimes Schmuckstück: Ein Schiffsbug ziert den Firmensitz von Ostseestaal in Stralsund.

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No r th e rn

Made in Germany

Sonderanlagen 1980

Wilhelm Feldmann Druckluft Hydraulik – Neumünster

Foto: Wilhelm Feldmann Druckluft Hydraulik/Christian Augustin

Das Unternehmen im holsteinischen Neumünster ist ein etablierter Sonderanlagenbauer und Anbieter technisch anspruchsvoller Lösungen für die Industrie mit zunehmend internationalen Projekten. Gegründet 1980 durch Wilhelm Feldmann waren der Handel und die Reparatur von hydraulischen und pneu­ matischen Komponenten und Maschinen das Hauptge­ schäftsfeld. Nach dem Einstieg der beiden Söhne Micha­ el und Jörg in die Unternehmensführung im Jahr 1994 wurde das Geschäftsfeld Maschinenbau etabliert. „Die­ ser Geschäftsbereich entwickelt sich stetig weiter, was insbesondere an der steigenden Anzahl von Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeitern im Unternehmen und dem heute dominierenden Umsatzanteil abzulesen ist“, sagt Geschäftsführer Jörg Feldmann und ergänzt: „Aktuell haben wir fünf neue Mitarbeiter für die Montage unse­ rer kundenspezifischen Systeme eingestellt.“ Der Mittelständler entwickelt gemeinsam mit seinen Kunden Sonderanlagen für den industriellen Einsatz. Dazu gehören Montagelinien, Montagesysteme, Schraub­ systeme, Handlingsysteme und Prüfsysteme – immer speziell auf den Einsatzfall des Kunden zugeschnitten. „Hier können wir auf ein großes Know-how zurückgrei­ fen und finden schnell passgenaue und wirtschaftlich interessante Lösungen“, sagt Michael Feldmann. „Unser Team besteht aus kreativen und qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die vielfältigste Auf­ gabenstellungen lösen. Unser Know-how ist in 40 erfolg­ reichen Jahren im Markt gewachsen. Es inspiriert und motiviert uns, unsere Kunden weiterhin mit smart technical solutions zu begeistern“, beschreibt Geschäfts­ führer Michael Feldmann die Unternehmensphilosophie. Feldmann ist auch mit eigenentwickelten Produkten auf dem Markt, die in neue und bestehende Lösungen sowie Montagesysteme im Baukastenprinzip integriert werden können. Beispiele hierfür sind der individuell

gestaltbare Montagearbeitsplatz „smartWorkplace“, die bildgestützte Software zur Führung von Montagepro­ zessen „workflowManager“ oder das vielfältig parametrierbare Pick-to-light-System „smartPick“ für die Ein­ greifüberwachung bei Regalsystemen zur Montage und Kommissionierung. Immer häufiger kommen in den Sonderanlagen der Fir­ ma auch Roboter- und Kamerasysteme zum Einsatz. Neue Technologien und Entwicklungen auf dem Markt werden beobachtet und fließen in die Entwicklung ein. So wurde beispielsweise dieses Jahr in die 3-D-Druck­ technologie investiert und Drucksysteme angeschafft. „Durch den 3-D-Druck ergeben sich für uns neue Konstruktions- und Designmöglichkeiten, die künftig in unsere Anlagen und Systeme Einzug halten werden“, berichtet Jörg Feldmann. „Die rasante technische Entwicklung erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung unserer Mitarbeite­ rinnen und Mitarbeiter. Die Weiterbildung ist als eines der Unternehmensziele bei Feldmann definiert und ein wesentlicher Faktor unseres Qualitätsmanagements“, ergänzt Qualitätsbeauftragter Ayhan Kosnak. Auch an Michael Feldmann und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind die Auswirkungen der Corona­ pandemie nicht vorbeigegangen: „Wir haben die freien Kapazitäten genutzt, um uns für die Zukunft noch bes­ ser aufzustellen. So haben wir unsere Prozesse weiter optimiert. Wir benutzen nun überwiegend digitale Plattformen für die interne und externe Kommunikati­ on und haben die Softwaresysteme im Unternehmen miteinander vernetzt. In die Zukunft blicken wir mit einem guten Gefühl.“ Albina Stelle

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KI im Mittelstand

Unglaublich schnell und unausweichlich – so ist Künst­ liche Intelligenz (KI). Darin stecken viele Chancen. Die will das Regionale Zukunftszentrum Nord (RZZ), ge­ gründet mit Unterstützung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS), speziell für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) erschließen helfen – von der Automatisierung und Beschleunigung von Prozes­ sen über die effizientere Nutzung von Daten bis hin zur Entwicklung neuer Geschäftsmodelle. Denn: „KI ist eine vielseitige Schlüsseltechnologie, die unsere Zu­ kunft positiv beeinflussen kann“, wie Alois Krtil, CEO des Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC), wäh­ rend der KI-Konferenz, dem offiziellen Auftakt des RZZ Nord, am 18. November 2021 vor mehr als 70 digital zu­ geschalteten Gästen bekräftigte. Das ARIC ist eine von zwölf Institutionen aus Bremen, Hamburg, Niedersach­ sen und Schleswig-Holstein, die das RZZ Nord sozial­ partnerschaftlich betreiben. NORDMETALL ist über den Bildungsverbund NORDBILDUNG mit den Bil­ dungswerken der Wirtschaft an dem Projekt beteiligt. „Wir sind Vernetzer und Katalysator in diesem Projekt“,

KI-Neujahrsempfang Im Frühjahr 2022 laden NORDBILDUNG und die Hamburger Triade des RZZ Nord – bestehend aus dem Bildungswerk der Wirtschaft Hamburg und Schleswig-Holstein, Arbeit und Leben Hamburg und dem ARIC – zum politischen Neujahrsempfang in die NORDAKADEMIE im Dockland. Gemeinsam mit den Gästen werden sie der Frage nachgehen, wie der Standort Hamburg von KI profitieren kann.

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NORDMETALL Standpunkte

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sagt NORDMETALL-Geschäftsführer Peter Golinski. Das Wort Verband komme eben von verbinden. Ziel sei es, einerseits innovative Lehr-Lernkonzepte für die be­ triebliche Praxis zu entwickeln, andererseits den konti­ nuierlichen Dialog mit dem Gesetzgeber zu pflegen. „Unsere Kernaufgabe ist die Übersetzung zwischen Wirtschaft und Politik“, ergänzt Thomas Küll, Abtei­ lungsleiter Personalentwicklung und Weiterbildung bei NORMETALL. Das bedeute insbesondere, anhand kon­ kreter unternehmerischer Praxis die dafür nötige poli­ tische Rahmensetzung mitzugestalten. Bereit, an diesem passgenauen Rahmen gerade für KMU zu arbeiten, sind auch die für das Projekt zuständigen Abteilungsleiterinnen und -leiter der Wirtschafts- und Arbeitsministerien bzw. -behörden der vier norddeut­ schen Bundesländer: Martin Duensing (Hamburg), Kerstin Ehlers (Schleswig-Holstein), Ute Stahlmann (Niedersachsen), Hans-Georg Tschupke (Bremen) und Martin Weber (Hamburg) betonten in der KI-Konfe­ renz-Debatte, wie wichtig es sei, die KI-Strategie der Bundesregierung nun mit dem RZZ Nord auf Länder­ ebene anwendungsbezogen fortzuführen. Die Vernetzung auf regionaler statt auf „global-galak­ tischer“ Ebene war auch Julia Borggräfe wichtig. In ihrer Videobotschaft ermunterte die BMAS-Abteilungsleite­ rin für Digitalisierung und Arbeitswelt die Unterneh­ merinnen und Unternehmer: „Seien Sie mutig, probie­ ren Sie aus, teilen Sie Wissen und Erfahrungen und bau­ en Sie sich ein breites Netzwerk auf, das ko-kreativ und agil spannende Konzepte miteinander angeht.“ Borggrä­ fe kündigte an, das bis Ende 2022 bewilligte Projekt an­ schließend mit den Zukunftszentren Ost in ein gesamt­ deutsches Programm überführen zu wollen. So schnell die technologische Entwicklung auch voranschreitet, braucht sie doch eine langfristige Perspektive. BiB

Foto: RZZ Nord / Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft

Das Regionale Zukunftszentrum Nord berät kleine und mittlere Unternehmen bei der Einführung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz. Jetzt ist es offiziell gestartet.


Lieferprobleme

GRAFIK DES MONATS

in der Metall- und Elektroindustrie Beeinträchtigung der Produktion (Angaben in Prozent) 3

keine gering mittel stark

21

7 5

6

10

6 14

19 40

44

39

38

Preissteigerung im Einkauf:

56

100

+53 %

40 38

44

41 19

10

Dauer der Lieferengpässe (Angaben in Monaten)

Auswirkungen auf den Umsatz:

-13 %

Prognose bisher 13

12 10

10

8 8

8

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5

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5

Betriebliche Maßnahmen (Angaben in Prozent) Suche nach alternativen Lieferanten/Produkten

81 60

Illustration: Maren Spreemann

teilweise Weitergabe der Kostensteigerungen über Preiserhöhungen 36

Einschränkung der Produktion / Streichung von Schichten 19

vollständige Weitergabe der Kostensteigerungen über Preiserhöhungen 12

Kurzarbeit Abbau von Beschäftigung Sonstiges

6 19

Quelle: eigene Umfrage bei unseren Mitgliedsbetrieben vom Oktober (n=136)

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NORDMETALL Standpunkte

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Foto: iStock/alvarez

MEHRWERT VERBAND

Weltoffen und geregelt: Der Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland folgt einem Schema (r.).

Folge 66: Fachkräfteeinwanderungsgesetz

Beschleunigtes Verfahren für internationales Recruiting Qualifiziertes Personal zu finden, wird für immer mehr Unternehmen extrem schwierig, gerade in der Metallund Elektroindustrie (siehe Seite 20 ff). Derzeit fehlen in Deutschland rund 190.000 MINT-Fachkräfte. Persona­ lerinnen und Personaler versuchen deshalb, gut ausge­ bildete Fachkräfte aus dem Ausland anzuwerben. Um dies in Deutschland ansässigen Unternehmen zu er­ leichtern, hat die Bundesregierung das Fachkräfteein­ wanderungsgesetz (FEG) geschaffen. Seit dem 1. März 2020 ist es in Kraft. Dennoch bleibt der Zuzug ausländi­ scher Fachkräfte ein komplexer Prozess. Für Unternehmen empfehle sich das im FEG vorgese­ hene „beschleunigte Fachkräfteverfahren“, so die Expertinnen und Experten von NORDMETALL und AGV NORD. Dafür müssen die Firmen pro Verfahren eine Gebühr in Höhe von 411 Euro an die Ausländerbe­ hörde zahlen. Dadurch verkürzt sich das Einwande­ rungsverfahren auf rund vier Monate. „Das Hamburg Welcome Center gibt seine durchschnittliche Bearbei­ tungsdauer sogar mit nur 45 Tagen an“, sagt Kim Schüt­ ze, Arbeitsmarktexpertin von NORDMETALL. Mit­ gliedsunternehmen profitieren zusätzlich von einem starken Netzwerk, das der Verband mit Ausländerbe­ hörden, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und den jeweiligen zentralen Beratungsstellen wie dem Welcome Center oder der Koordinationsstelle Fach­ kräfteeinwanderung in Mecklenburg-Vorpommern aufgebaut hat. „Da von der Anerkennung über die Be­ schäftigungsprüfung bis hin zur Erteilung des Visums unterschiedliche Stellen für das Fachkräfteverfahren zuständig sind, können wir Anfragen zielgerichtet

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weiterleiten und den Prozess dadurch zusätzlich beschleunigen“, sagt Schütze. Die Verbandsspezialisten kennen zudem die rechtli­ chen Fallstricke. „Ganz wichtig ist es, dass Unterneh­ men das Zustandekommen des Arbeitsvertrages unter den Vorbehalt stellen, dass der Drittstaatler über einen gültigen Aufenthaltstitel verfügt“, sagt Anton Bauch, bei NORDMETALL zuständig für Fragen des internatio­ nalen Personaleinsatzes. Wegen des Beschäftigungs­ verbots riskiere man andernfalls schwierige Fragen mit Blick auf die Wirksamkeit des Arbeitsvertrags wie auch etwaige Entgeltansprüche. Für tarifungebundene Unternehmen werde oft die Höhe des vereinbarten Gehalts zum Stolperstein. Die Behör­ den orientieren sich bei ihrer Prüfung am Entgeltatlas der BA, der je nach Region für einzelne Berufsgruppen recht hohe Gehälter aufführt. Hier helfe es, die Behör­ den auf in Betriebsvereinbarungen festgelegte und von den Betriebsparteien anerkannte Entgeltstrukturen hinzuweisen, so die Expertinnen und Experten von NORDMETALL. BiB

Kontakt Weitere Informationen bei: Kim Schütze Arbeitsmarkt Tel.: 040 6378-4212 E-Mail: schuetze@ nordmetall.de

Anton Bauch Internationaler Personaleinsatz Tel.: 040 6378-4227 E-Mail: bauch@ nordmetall.de


TERMINE

Termine von NORDMETALL, NORDMETALL-Stiftung und AGV NORD

Mitgliederversammlung, Treffen zum Netzwerken, Informationsveranstaltungen zu Arbeitsrecht, Bildungsfragen oder der Stiftungsarbeit — die norddeutschen Industrieverbände NORDMETALL und AGV NORD sowie die NORDMETALL-Stiftung bieten ein reichhaltiges Angebot. Nähere Informationen zu Anmeldung, Ablauf, Referenten, kurzfristigen Änderungen sowie weitere Termine finden Sie auf unserer Homepage unter www.meinarbeitgeberverband.de/veranstaltungen. Derzeit finden wöchentlich Corona-Telefonkonferenzen statt. Die Termine finden Sie ebenfalls auf unserer Website.

Dezember 08.12.2021

Vorstandssitzung AGV NORD

hybrid Hasenwinkel

AGV

09.12.2021

Online-Auftaktveranstaltung zur Gestaltung von flexiblen Formen der Zusammenarbeit

digital

NM / AGV

15.12.2021

Online-Schulungen „Betriebsratswahlen 2022 – Wissenswertes für den Arbeitgeber“

digital

NM / AGV

16.12.2021

Auftaktveranstaltung AI Business Network

digital

NM/AGV

13.01.2022

Online-Schulungen „Betriebsratswahlen 2022 – Wissenswertes für den Arbeitgeber“

digital

NM / AGV

20.01.2022

Firmenzirkel Modul 3

digital

NM / AGV

27.01.2022

Erläuterungen zur aktuellen Rechtsprechung der Arbeitsgerichte aus dem Jahr 2021

hybrid Hamburg

NM / AGV

01.02.2022

Infoveranstaltung ZUKUNFTSPOOL.me: Der Personalpool; anschließend Kurzsession zur Online-Bewerberplattform für Azubis

digital

NM/AGV

02.02.2022

AI Business Network, Workshop 1 folgende Workshops: 17.02. und 22.02.

digial

NM/AGV

09.02.2022

Vorstandssitzung und Präsidiumssitzung NORDMETALL

hybrid Lübeck

NM

22.02.2022

Erläuterungen zur aktuellen Rechtsprechung der Arbeitsgerichte aus dem Jahr 2021

Romantik-Hotel Kiel

NM/AGV

23.02.2022

Vorstandssitzung AGV NORD

hybrid Hamburg

AGV

25. - 27.02.22

MINTCamp für Schülerinnen und Schüler

Hasenwinkel

NM / AGV

folgt

Neujahrsempfang RZZ NORD

Hamburg

nordbildung

22.03.2022

Update Betriebsverfassungsrecht – Die wichtigsten Entscheidungen der Arbeitsgerichte aus dem Jahr 2021

Romantik-Hotel Kiel

NM

22.03.2022

Infoveranstaltung ZUKUNFTSPOOL.me: Der Personalpool; anschließend Kurzsession zur Online-Bewerberplattform für Azubis

digital

NM/AGV

24.03.2022

Firmenzirkel Modul 4

digital

NM / AGV

Januar

Februar

März

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NORDMETALL Standpunkte

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Menschen und Meldungen

Erster Auftrag für neue Nobiskrug-Werft Nur zwei Jahre statt der vorgesehenen drei­ einhalb benötigte Roy Meyer aus Brake für seine Lehre zum Elektroniker für Betriebs­ technik. Der junge Niedersachse absolvierte seine Ausbildung beim dänischen Industrie­ unternehmen NKT in Nordenham, wo er für die Instandhaltung und Wartung von Ma­ schinen zur Herstellung von Kabelgarnitu­ ren zuständig ist. Sein Fleiß und sein Ehrgeiz haben sich ausgezahlt, denn der Musterlehr­ ling erreichte bei seiner Abschlussprüfung stolze 95 Prozent. „Mein großer Vorteil war, dass mich das Thema einfach interessiert, wenn das nicht so wäre, könnte man das gar nicht schaffen“, erklärt der 22-Jährige. Aus­ bildungsleiter Helmut Schmidt bezeichne­ te ihn als „ganz besonderen Überflieger“. Nachdem Meyer ein zehnwöchiges Prakti­ kum bei NKT absolviert hatte, bewarb er sich um eine Lehrstelle, bekam sie – und gab vom ersten Ausbildungstag an Vollgas. AS

Laufen für einen guten Zweck Der Maschinenbauer Baader aus Lübeck spendete in diesem Sommer rund 12.000 Euro an die SchleswigHolstein­ische Krebsgesellschaft. Angestellte des Familien­ unternehmens nahmen am jährlich stattfindenden solida­ rischen Joggen „Lauf ins Leben“ teil und absolvierten genau 6.056,18 Kilometer für diesen guten Zweck. Petra Baader, geschäftsführende Gesellschafterin von Baader, sponserte jeden gelaufenen Kilometer. Überreicht wurde der Spenden-Scheck von Geschäftsführer Robert Focke (l.) an Professor Frank Gieseler und Veronika Dölle (r.) von der Schleswig-Holsteinischen Krebsgesellschaft. AS

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NORDMETALL Standpunkte

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Fotos: Kreiszeitung Wesermarsch, Baader, Nobiskrug

Turbo-Ausbildung

Die Nobiskrug-Werft in Rendsburg hat einen Auftrag zur Moder­ nisierung einer 120 Meter langen Mega-Yacht erhalten. Dies ist der erste Auftrag seit der Übernahme durch Investor Lars Windhorst, den Gründer und Eigentümer der Tennor-Gruppe. Die neuaufgestellte Schiffswerft soll Refit- und Reparaturarbei­ ten in den Innenräumen und an der Technik der Yacht vorneh­ men. Die Überholung erfolgt in einem temperaturkontrollierten Trockendock und soll im Frühjahr 2022 beendet sein. „Im Zuge produktiver Verhandlungen ist es uns gelungen, Nobiskrug wie­ der erfolgreich am Markt zu positionieren. Die Kunden wissen unseren partnerschaftlichen Ansatz, den bewährten NobiskrugQualitätsanspruch und unser Leistungsvermögen zu schätzen“, so der Nobiskrug-Geschäftsführer Philipp Maracke. AS


Fotos: Silversea Cruises, Tom Ziora

Nachhaltigkeit mit Nico Rosberg Jungheinrich und Nico Rosberg engagieren sich ge­ meinsam für Elektromobilität und Nachhaltigkeit. Der Formel-1-Weltmeister und GreenTec-Unternehmer Ros­ berg wird das Unternehmen künftig als Markenbot­ schafter repräsentieren. „Wir wollen nachhaltig Werte schaffen – dieses Ziel teilen Jungheinrich und Nico Ros­ berg“, erklärt Dr. Lars Brzoska, Vorstandsvorsitzen­ der der Jungheinrich AG. Der Lösungsanbieter für die Intralogistik setzt seit seiner Gründung auf Elektromo­ bilität und ist Pionier und Innovationstreiber der Lithi­ um-Ionen-Technologie. Rosberg ist Mitbegründer der globalen Plattform für grüne Technologien „Green­ tech-Festivals“ und prominenter Unterstützer für Elek­

tromobilität. „Wir brauchen neue Visionen und smarte Technologien für unseren Planeten. Dazu gehört, dass wir die Elektrifizierung und Dekarbonisierung in allen Bereichen unserer Wirtschaft vorantreiben müssen – vor allem in der Mobilität“, so Rosberg. AS

Emissionsfrei im Hafen Die Meyer Werft in Papenburg baut für die zur Royal Ca­ ribbean Group gehörende Luxusmarke Silversea Cruises das weltweit erste Kreuzfahrtschiff mit emissionsfreier Energieerzeugung im Hafen. Das Schiff gehört der „Pro­ ject Evolution“-Baureihe an und wird mit drei Energie­ quellen betrieben. Darunter befinden sich ein Brennstoff­ zellensystem, Batterietechnologie und mehrere DualFuel-Motoren mit Flüssigerdgas als Hauptbrennstoff. „Die neueste Schiffsklasse von Silversea ist ein bedeuten­ der Schritt nach vorne in unserem Engagement für nach­ haltiges Schiffsdesign und auf unserem Weg, unseren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren“, sagte Richard Fain, Vorsitzender und Geschäftsführer der Royal Carib­ bean Group. Den Auftrag für den Bau erhielt die Werft bereits im Herbst 2018. Die Auslieferung soll im Sommer 2023 erfolgen. Dass die Meyer Werft sich für eine klima­ neutrale Zukunft einsetzt, zeigt auch die Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Katalyse Rostock zur Forschung alternativer Schiffs-Kraftstoffe. Forschungsziel ist die Er­ richtung einer Entwicklungsplattform für Kraftstoffe im sogenannten Power-to-Liquid-Verfahren. AS

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NORDMETALL Standpunkte

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WIR FÜR SIE Folge 35: Birte Bühnen

Politische Prozesse im Bund und in den Ländern flankiert für NORDMETALL jetzt Birte Bühnen.

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NORDMETALL Standpunkte

Foto: Christian Augustin

Unsere Frau für Politik und News „Wir begleiten Politik nicht um der Partei­ en willen, sondern als Parteinahme für Arbeitgeberinteressen.“ Knapp, klar und sachlich, so formuliert Birte Bühnen gern, auch wenn es um ihre Aufgabe im Team der NORDMETALL-Abteilung für Kommu­ nikation und Wirtschaft geht. Seit Sep­ tember 2020 behält sie die fünf norddeut­ schen Landtage und den deutschen Bun­ destag für die M+E-Arbeitgeber im Auge, besonders, wenn es um Arbeits-, Sozialund Wirtschaftspolitik geht. „Gesetzesinitiativen studieren, Stellungnahmen verfassen, nach denen NORDMETALL aus den Parlamenten immer öfter gefragt wird, Abgeordnetenbriefe vorbereiten, die Zusammenarbeit mit Partner- und Dach­ verbänden organisieren – das ist ein wesentlicher Teil meiner Arbeit“, be­ schreibt die 42-Jährige ihren Einsatz für die Metaller-Interessen. Dass sie das „garstig Lied“ der Politik (Goethe) einstmals mitsingen würde, wur­ de der Hamburg-Bergedorferin nicht in die Wiege gelegt: Nach dem Abitur in der Han­ sestadt absolvierte sie in Lüneburg das Studium der angewandten Kulturwissen­ schaften. Mit dem Magistra Artium in der Tasche wechselt sie an die Berliner Journa­ listenschule. Nach dem erfolgreichen Ab­ schluss dort gönnte sie sich noch ein Auf­ baustudium als Diplom-Kulturmanagerin in Hamburg, um dann im Medienjourna­ lismus Karriere zu machen: Von der Korrespondentin bis zur Chefredakteurin

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stieg sie in den Fachblättern „kressreport“ und „PR Report“ auf. 2016 wechselte Bühnen in die NORDME­ TALL-Familie, zuerst als Referentin für Kultur und Kommunikation der NORDME­ TALL-Stiftung. „Eigentlich konsequent, dass ich nach der Arbeit im Medien- und Kulturbereich jetzt das dritte Feld der rele­ vanten öffentlichen Debatte mitbestelle, die Politik“, sinniert die stets ruhig auftre­ tende Kommunikatorin. Ihre Gelassenheit kommt ihr zugute, nicht nur wenn es im Parteienstreit etwas ruppiger zugeht. Auch für die Zuarbeit bei regelmäßig poli­ tisch hochkarätig besetzten Formaten der norddeutschen M+E-Arbeitgeber wie „NORD­METALL vor Ort“ oder der alljährli­ chen Martinsgans (Seite 6) sind starke Ner­ ven kein Fehler. Und erst recht nicht bei ihrer Tätigkeit als Chefin vom Dienst und Newsdesk-Managerin innerhalb der NORD­ METALL-Kommunikation. „Da muss es dann auch mal richtig fix gehen“, weiß Bir­ te Bühnen. Den Ausgleich dazu findet sie mit ihrem Mann beim Kochen oder Gärt­ nern. Oder in aller Ruhe mit einem guten Buch in der Hand. Luc

Kontakt für Mitglieder: Birte Bühnen Tel.: 040 6378-4235 E-Mail: buehnen@nordmetall.de


Foto: picture-alliance / KPA Sipa

WIRTSCHAFTSZITAT

Indira Gandhi, 1917 – 1984 Indische Politikerin

„Aufpassen muss man auf Minister, die nichts ohne Geld machen können, und auf Minister, die alles nur mit Geld machen wollen.“ 4 / 2021

NORDMETALL Standpunkte

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K A E N D Mitgliederbefragung

für die Bestnote!

1,4

Mitgliedsfirmen stellen NORDMETALL und AGV NORD ein hervorragendes Zeugnis aus. Professionell, mitgliederorientiert, schnell – so sehen die Mitgliedsunternehmen von NORDMETALL und AGV NORD ihre norddeutschen Arbeitgeberverbände. Die Gesamtnote 1,4 ist gleich in zweierlei Hinsicht bemerkenswert: Zum einen übertrifft sie das bereits hervorragende Ergebnis der vorhergehenden Befra­ gung aus dem Jahr 2018 – damals hatten die Mitgliedsunternehmen die Gesamtleistung ihrer Verbände mit der Schulnote 1,5 bewertet. Zum anderen ist die aktuelle Befragung von den Erfahrungen der zurückliegenden Pandemie-Monate geprägt. Die coronabedingten Einschränkungen konnten die Leistungen der Verbände also nicht schmälern. Stattdessen haben NORDMETALL und AGV NORD ihr Angebotsspektrum noch erweitert – ohne Qualitätsein­ bußen: Seit dem Frühjahr 2020 informieren die Mitar­ beiterinnen und Mitarbeiter der Arbeits- und Tarif­ rechtsabteilung Geschäftsführer, Personalleiter und Juristen der Mitgliedsunternehmen zeitnah und regel­ mäßig in Telefonkonferenzen über neue Coronabestimmungen. Die auf Weiterbildung und Arbeitsor­ ganisation spezialisierten Kolleginnen und Kollegen haben eine Online-Fortbildungsreihe zu mobilem Arbeiten entwickelt. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden so für die Besonderheiten des Führens auf Dis­ tanz sensibilisiert und erhalten Tipps für die eigene betriebliche Praxis. Nicht zuletzt ist es NORDMETALL und AGV NORD gelungen, in kurzer Zeit einen Großteil

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NORDMETALL Standpunkte

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Rechtsberatung/Prozessvertretung Arbeitshilfen Erfahrungs- und Informationsaustausch Unterstützung bei Betriebsvereinbarungen und in Einigungsstellen Unterstützung in der Coronakrise Schulungen, Informationsveranstaltungen, Webinare und Podcasts Interessenvertretung in Gremien Politische Lobbyarbeit Tarifrechtliche Beratung und Unterstützung Unterstützung im Bereich der Arbeitsorganisation Vergünstigte Nordbildung-Seminare Interessenvertretung in Presse und Medien Fachkräftesicherung Imagegewinn der Arbeitgeber Information/Beratung zum internationalen Personaleinsatz Angebot zum Strukturwandel und Corporate Learning


ihrer Veranstaltungen auf virtuelle Formate umzustel­ len – von diversen Netzwerk- und Arbeitskreistreffen bis hin zur digitalen Martinsgans 2020.

Hinsichtlich der Servicequalität konnten NORDME­ TALL und AGV NORD in den Kategorien Freundlichkeit (Schulnote 1,2 im Vergleich zu 1,3 in 2018), Zuverlässig­ keit (1,3 zu 1,4), Engagement (1,5 zu 1,6) und Schnellig­ keit (1,6 zu 1,7) leicht zulegen.

Flexibilität wird belohnt

Diese Flexibilität wird belohnt: 80 Prozent der Geschäftsführungen und Personalleitungen empfin­ den ihre Verbände als „offen für Veränderungen“. 2018 hatten dies 77 Prozent der Befragten angegeben. Auch speist sich das gute Gesamtergebnis aus einer stark verbesserten Erreichbarkeit (Schulnote 1,4 im Ver­ gleich zu 1,7 in 2018). Nicht verwunderlich, dass rund zwei Drittel der befragten Personalleiterinnen und Per­ sonalleiter die Einzelberatung per Telefon häufig nutzen. Etwas mehr als die Hälfte wendet sich häufig per E-Mail an die Fachabteilungen ihrer Verbände.

Rechtsberatung bleibt Kernaufgabe

Als Kernaufgaben weisen die Mitgliedsunternehmen den Verbänden einmal mehr Rechtsberatung und Prozessvertretung zu. 99 Prozent der Befragten halten diese beiden Aufgaben für wichtig beziehungsweise sehr wichtig. Unter Personalleitungen besonders beliebt sind die von den Verbänden zur Verfügung ge­ stellten Arbeitshilfen. 88 Prozent aller Befragten halten deren Erstellung für eine wichtige bzw. sehr wichtige verbandliche Aufgabe. Wie die Rechtsberatung stehen

sehr wichtig wichtig

Wie beurteilen Sie die folgenden verbandlichen Aufgaben?

weniger wichtig unwichtig

Alle Angaben in Prozent 90

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NORDMETALL Standpunkte

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häufig gelegentlich

Wie intensiv nutzen Sie die verschiedenen Kommunikationskanäle des Verbands? Alle Angaben in Prozent Einzelberatung per Telefon

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Einzelberatung per E-Mail

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Elektronische Newsletter

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(Info-)Veranstaltungen (auch virtuell)

19

Website des Verbands

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Netzwerke/Arbeitskreise (auch virtuell)

4 13

Magazin „Standpunkte“

10

Unterstützung/Beratung vor Ort

4

2 14 1 16

Podcasts (z. B. HGF-Standpunkte)

1 13

Instagram*

2

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Twitter*

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Facebook*

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Zukunftspool.me

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Veranstaltungs-App

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2 20

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Xing*

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auch der Erfahrungs- und Informationsaustausch bei Geschäftsführungen und Personalleitungen annä­ hernd gleich hoch im Kurs. Insgesamt erwarten 87 Pro­ zent aller Befragten solche Formate im Angebotsportfo­ lio eines Verbandes. Jeweils 86 Prozent der Befragten halten die Unterstützung in der Coronakrise sowie das Anbieten von Schulungen, Informationsveranstaltun­ gen, Webinaren und Podcasts für wichtig beziehungs­ weise sehr wichtig – gefolgt von der Unterstützung bei Betriebsvereinbarungen und den Einigungsstellen, die 85 Prozent der Befragten als wichtige respektive sehr wichtige verbandliche Aufgabe ansehen. Schließlich schreiben 76 Prozent aller Befragten der tarifrechtli­ chen Beratung eine große bis sehr große Bedeutung zu. Nach Telefon und E-Mail gehört der elektronische News­ letter von MEiN Arbeitgeberverband zu den am meisten genutzten Kommunikationskanälen von Geschäftsfüh­ rungen und Personalleitungen. 73 Prozent der Befrag­ ten nutzen ihn häufig bis sehr häufig. Auch die im ver­ gangenen Jahr erneuerte Website, die den Newsletter

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*nur NORDMETALL 45

M+E-App*

LinkedIn*

nie

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Zeitschrift „Aktiv im Norden“

selten

automatisch speist, steuern 61 Prozent der Befragten häufig bis sehr häufig an. Informationsveranstaltungen sowie Netzwerke und Arbeitskreise besuchen 64 bezie­ hungsweise 50 Prozent der Umfrageteilnehmer häufig oder sehr häufig. Während die bereits genannten Kanä­ le insbesondere unter Personalleiterinnen und Perso­ nalleitern beliebt sind, finden die Verbandsmagazine „Aktiv im Norden“ und „Standpunkte“ vor allem in den Geschäftsführungen Leserinnen und Leser. Insgesamt nehmen 37 beziehungsweise 35 Prozent aller Befragten die Hefte häufig bis sehr häufig zur Hand.

Interessenvertretung kommt gut an

Auch die Interessenvertretung in Gremien und die poli­ tische Lobbyarbeit empfinden 78 beziehungsweise 77 Prozent der befragten Mitglieder für wichtig bis sehr wichtig – insbesondere diejenigen, die der Geschäfts­ führung angehören. Zugleich fühlen sich die befragten Unternehmen gegenüber Politik (89 Prozent) und Medien (84 Prozent) von ihren Verbänden gut vertreten.


Im Bundestagswahljahr haben die NORDMETALL- und AGV-NORD-Gremien vermehrt norddeutsche Abgeord­ nete angeschrieben, Stellung in der Tagespresse und in Landtagsausschüssen bezogen und mit Veranstaltungs­ reihen wie „NORDMETALL vor Ort“ und der Politiktour „Ausbildung rockt“ (S. 26) den Dialog mit der Politik ge­ sucht. Inhaltlich versprechen sich 72 Prozent der Befragten davon eine Stärkung der Wettbewerbsfähig­ keit des Wirtschaftsstandorts Norddeutschland. 69 Prozent der Befragten möchten, dass die Verbände für den Erhalt der unternehmerischen Freiheit kämpfen. 68 Prozent wünschen sich einen Fokus auf mehr personalpolitische Flexibilität – hinsichtlich Arbeitszeit, mobiles Arbeiten, Zeitarbeit, Werkverträge und Befristungen. Ebenfalls 68 Prozent möchten,

dass sich die Verbände für den Abbau von Bürokratie, die Beschleunigung von Verfahren und den Aufbau einer effizienten öffentlichen Verwaltung starkmachen. Birte Bühnen

Mitgliederbefragung 2021 • 249 Teilnehmerinnen und Teilnehmer • Zu 48 Prozent aus Geschäftsführung, zu 44 Prozent aus Personalleitung • Zu 59 Prozent Mitglieder des AGV NORD, zu 41 Prozent Mitglieder von NORDMETALL • Befragungszeitraum: 12. August bis 7. September 2021

Zu welchen Arbeitgeber-Themen sollte sich Ihr Verband in der Öffentlichkeit engagieren? Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des norddeutschen Wirtschaftsstandorts 72 %

Erhalt der unternehmerischen Freiheit 69 %

Ausweitung personalpolitischer Flexibilität (Arbeitszeit, mobiles Arbeiten, Zeitarbeit, Werkverträge, Befristungen) 68 %

Abbau von Bürokratie, Beschleunigung von Verfahren, Aufbau einer effizienten öffentlichen Verwaltung 68 %

Begrenzung von Steuern, Abgaben und SV-Beiträgen 51 %

Gestaltung des Strukturwandels (Digitalisierung, Dekarbonisierung, Demografie) 51 %

Stärkung der Wirtschaftskraft für sozialen Ausgleich und einen handlungsfähigen Staat 49 %

Verteidigung von Tarifautonomie, Koalitions- und Vertragsfreiheit 47 %

Förderung von technologischem Fortschritt und unternehmerischem Denken im Schulunterricht 47 %

Verbesserung von Berufsorientierung, dualer Ausbildung, betrieblicher Weiterbildung 43 %

Modernisierung der Sozialpartnerschaft und des Flächentarifs 41 %

Verbesserung der digitalen und Verkehrs-Infrastruktur 35 %

Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit in der Sozial- und Finanzpolitik 35 %

Förderung von Chancen- und Leistungsgerechtigkeit 24 %

Sonstiges 3%

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NORDMETALL Standpunkte

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Gewinnspiel Best Azubi Pic

Azubis, abgelichtet Menschen in den Mittelpunkt rücken, das wollen wir auch bei NORDMETALL und AGV Nord. Deshalb sind auf dem VerbändeJahreskalender ab sofort Auszubildende abgebildet – Sieger-Azubis. Metallprodukte prangen seit vielen Jahren auf den 800 Kalendern, die NORDMETALL und AGV NORD im­ mer im Dezember an ihre Mitgliedsfirmen versenden: schneidige Flugzeuge, elegante Schiffe, zuletzt ein schlankes Windrad unter wolkenverhangenem Nord­ himmel. So eindrucksvoll die Fotos sind, so sehr wirken sie auch etwas unterkühlt. Das haben wir jetzt geändert,

Siegerlächeln: Mirko Sonnack (großes Foto l.) und Jannik Mehler, Auszubildende bei Pano Verschluss, freuen sich über den ersten Platz und einen Gutschein in Höhe von 300 Euro.

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NORDMETALL Standpunkte

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Fotowettbewerb

BEST AZUBI PIC 2021

mithilfe eines Wettbewerbs: NORDMETALL und AGV NORD riefen die Ausbildenden in ihren 670 Mit­ gliedsfirmen im Herbst auf, kreative Fotos von sich und ihrem Arbeitsplatz an die Hamburger Verbandszentrale zu mailen – Best Azubi Pics. 43 junge Metaller und Me­ tallerinnen aus 19 norddeutschen Unternehmen schick­ ten insgesamt 40 Motive höchst unterschiedlicher Art:


Glänzend und gesichert: Lea Delamotte lernt Verfahrensmechanikerin für Beschichtungstechnik bei Airbus Operations. Sie belegt den zweiten Platz und erhält 200 Euro. Foto: Michael Lindner. Freude in Vertretung: Rebecca Sievers, Betreuerin der Auszubildenden bei Airbus, nahm den Gutschein für Lea Delamotte an.

Da wurde bei GESTRA in Bremen das Firmenlogo mit Körpern nachgebildet, bei STILL in Hamburg drapierte sich eine Gruppe im Gespräch um die hauseigenen Pro­ dukte, bei Jungheinrich in Hamburg lächelte eine junge Schweißerin apart in die Kamera und bei Waldemar Link in der Hansestadt arbeiteten sich die Jugendlichen an gleich zwei medizinischen Skeletten ab. Eine fachkundige Jury aus Hauptgeschäftsführung und Kommunikationsabteilung klickte sich mit wachsender

Freude durch die Motive, um die drei besten zu prämie­ ren und einen Sonderpreis für besondere Kreativität zu vergeben. Den ersten Platz räumten Mirko Sonnack und Jannik Mehler von Pano in Itzehoe ab: Kunstvoll lugt die Kamera durch die Maschine, die gerade die raffinierten Verschlussdeckel des Holsteiner Unternehmens fertigt. Im Hintergrund freuen sich die beiden Auszubildenden über die flutschende Produktion – jetzt können sie sich außerdem über die Siegerprämie von 300 Euro freuen.

Selbstbewusst in der Ausbildung bei Getriebebau Nord: Janina Döhring (Industriekauffrau), Marvin Schönteich (Mechatroniker) und Florian Käselau (Industriemechaniker, nicht im Bild) teilen sich den dritten Platz und 100 Euro.

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Platz 2 ging an eine Auszubildende bei Airbus in Ham­ burg: Lea Delamotte kniet mit Gurten gesichert auf ei­ nem Flugzeugflügel und klebt lustige Schildkröten auf die Maschine der japanischen ANA Airline – 200 Euro gab es dafür. Den dritten Platz erzielten die Azubis Mar­ vin Schönteich, Janina Döhring und Florian Käselau von Getriebebau Nord in Bargteheide: Keck nehmen sie eine Maschine in Beschlag, präsentieren stolz ihr Hand­

werkszeug. 100 Euro gehen dafür nach Südholstein. Den Sonderpreis von 100 Euro errang Robert Deckert von Herose aus Bad Oldesloe mit einem ästhetisch hoch­ wertigen Schnappschuss durch ein gebogenes Rohr. Allen Gewinnern einen herzlichen Glückwunsch. Und wir versprechen: Das war nur der erste Jahreskalender mit einem Best Azubi Pic von NORDMETALL und AGV NORD. Luc

Robert Sonderpreiswürdig: Herose-Azubi eren, grafi foto tvoll kuns Deckert (l.) lies sich chnischen die Ausbilderin für den gewerblich-te der duale Bereich, Sandra Wulf (unten l.) und . Student Tom Gehrke unterstützten

en für Die Azubis von Waldemar Link sorg passive Bewegung und haben sich – eher – Verstärkung geholt.

Der angehende Werkstoffprüfer von Baker Hughes begutachtet auf den Bildschirmen den Abschnitt eines im Einsatz zerstörten Flexshafts.

Sabine Moltzahn (r.) hat ihre Ausbildung bei MV Werften Stralsund zur Fertigungsmechanikerin bereits erfolgreich verkürzt beendet.

Anna Sophie Rogalla von Jungheinrich schreibt zu diesem coolen Foto: „Ich möchte zeigen, dass jede junge Frau sich trauen sollte, in einem männerdominierten Beruf zu arbeiten, denn wir können damit Teil eines Wandels werden.“

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Die Auszubildenden in den Berufen Zerspanungsmechaniker und Mechatroniker bei Gestra stellen das Logo des Unternehmens nach. Ein angehender Industriekaufman n bei Broetje-Automation ist mit Spaß dabei.

Die TKMSAuszubildenden sind auch im sportlichen Bereich: „stolz auf unser Können.“

Aliya Candogan lernt Chemielaborantin bei der Nordenham Metall GmbH. Porträt mit Kabeln: Jacov Boger wird Elektroniker in der Nordenhamer Zinkhütte GmbH. Die Azubis von LEONI Special Cables sind ein eingespieltes Team, das jede Herausforderung mit viel Spaß löst.

Bei der angehenden Industriemechanikerin Gillian Zinnow sprühen die Funken (Nordenhamer Zinkhütte GmbH).

Der Bau der Anlage „Big Booster“ von der Grundfoss Pumpenfabrik wird regelmäßig und mit viel Freude von den Azubis begleitet.

Der Teamgeist bei STILL schweißt die Auszubildenden zusammen – unter anderem bei Schweißarbeiten. n n Bärenkälte habe Die Lehrlinge vo in. se zu iv at sichtlich Spaß, kre

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Sportliche Superyacht

Foto: Rolf Dunkel

Eigentlich könnte auf dem Vorderdeck gleich James Bond einschweben, per Fallschirm oder Hubschrauber, um dann auf der Terrasse einen Martini zu nehmen, geschüttelt, nicht gerührt. Doch die neueste Yacht der Lürssen Werft aus SchachtAudorf bei Rendsburg steht nicht nur für extravaganten Luxus. Das 115-Meter-Schiff mit dem Projektnamen „Enzo“ hält auch viele Möglichkeiten der grundsoliden Körperertüchtigung bereit. Dazu dienen etwa ein extragroßer Fitnessraum und ein großzügiger Wellnessbereich unter Deck sowie Wassersportgeräte. Auf einen Pool muss der anonym bleibende Eigner, der bereits eine 86 Meter lange Yacht von Lürssen besitzt, ebenfalls nicht verzichten, Umweltverträglichkeit inklusive: Das Schwimmbecken hat ein Wärmerückgewinnungssystem. Und für das Ankern in sensiblen Seegebieten wurden Apparaturen installiert, die den Meeresboden schützen. Das Innen- und Außendesign der Yacht mit einer Bruttoraumzahl von fast 5.000 stammt von dem renommierten italienischen Designbüro Nuvolari Lenard. DJ


Dr. Ingrid Nestle MdB … wurde am 22. Dezember 1977 in Schwäbisch Gmünd geboren. Seit 2001 ist die Mutter zweier Kinder Mitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN. 2003 schloss sie ein Studium des Energie- und Umweltmanagements als Diplom-Wirtschaftsingenieurin ab. Bis zu ihrem Einzug in den Deutschen Bundestag 2009 blieb sie der Europa-Universität Flensburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin treu. 2012 holte sie der damalige Landesminister Robert Habeck als Staatssekretärin zurück nach Schleswig-Holstein. Im selben Jahr promovierte sie über "Die Kosten des Klimawandels in der Landwirtschaft". 2017 zog sie erneut in den Bundestag als Grüne Sprecherin für Energiewirtschaft ein und war an den aktuellen Koalitionsverhandlungen beteiligt.

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Standpunkte: Eine Klimaschutzpolitik, wie sie sich die Grünen vorstellen, wird die Steu­ erbürger mit vielen weiteren Milliarden be­ lasten. Gleichzeitig steigen Energiepreise schon jetzt so stark, dass dies auch durch eine Abschaffung der EEG-Umlage kaum kom­ pensiert werden könnte. Woher soll das viele Geld für Ihre Klimaschutzpolitik kommen? Nestle: Die aktuelle Entwicklung zeigt sehr deutlich, dass Klimaschutz an vielen Stellen wesentlich günstiger ist, als schlicht auf fos­ sile Energie zu setzen. Wenn man etwa die Preise für fossiles Gas oder für Wind- und Sonnenstrom am Energiemarkt vergleicht, dann sind die erneuerbaren Energien deut­ lich günstiger. Man sieht es ja sogar an der

Foto: Dirk Hasskarl

Zwei Menschen, zwei Sichtweisen: Dr. Ingrid Nestle (43), grüne Bundestagsabgeordnete aus Schleswig-Holstein, und Prof. Dr. Stefan Kooths (52), Direktor des Forschungszentrums Konjunktur und Wachstum im Kieler Institut für Weltwirtschaft, diskutierten auf Einladung von NORDMETALL über den Klimawandel, die Kosten für seine Eindämmung und die Risiken einer überzogenen Klimapolitik.


Foto: Christian Augustin

Börse: Wenn viel Wind da ist, gehen die Strompreise runter. Kooths: So einfach ist das nicht. Sie müssen die systemische Frage stellen: Welches Ener­ giesystem hat welche Kosten zur Folge? Wind- und Solarstrom kostet in der Tat fast nichts – wenn die Sonne scheint und wenn der Wind weht. Aber die gesamten Bereit­ stellungskosten, die Kosten für neue Leitun­ gen und Speichersysteme, die müssen natür­ lich berücksichtigt werden. Und das macht die Sache teuer. Nestle: Wenn wir die Gesamtgestehungs­ kosten der erneuerbaren Energien ansehen, dann liegt Wind- und Sonnenstrom bei fünf bis sechs Cent pro Kilowatt-Stunde, maxi­ mal sieben. Strom aus Gaskraftwerken kos­ tet dagegen zurzeit 14 bis 16 Cent! Und Sie haben recht: Man muss nicht nur die Gesam­ terzeugungskosten, sondern die Systemkos­ ten betrachten. Die werden bei Fortnutzung der fossilen Energien brutal, da müssen Sie die Klimakrise mit berechnen. Die Energie­ wende muss man intelligent machen, um wetterabhängige, erneuerbare Energien mit in ein Gesamtkonzept zu integrieren. Wir Grüne haben ein solches Konzept, das unter anderem darauf setzt, dass flexible Verbrau­ cher tatsächlich auch flexibler reagieren und dafür belohnt werden. In diesem Kon­ zept beachten wir tatsächlich die gesamten Systemkosten einer Versorgung mit 100 Prozent Erneuerbaren. Kooths: Derzeit spielen die herkömmlichen Energien den Ausputzer für die neuen, die wir in unser System integrieren wollen. Wir reden hier aber nicht nur über Strom, son­

Prof. Dr. Stefan Kooths … erblickte am 17. Februar 1969 in Mettmann das Licht der Welt. Er studierte Volkswirtschaft an der Universität Münster und hat dort 1998 mit einer konjunkturtheoretischen Arbeit promoviert. Nach mehrjähriger Tätigkeit an seiner Alma Mater wechselte er 2005 in die angewandte Wirtschaftsforschung, zunächst als Forschungsleiter in der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Seit 2010 arbeitet er für das Institut für Weltwirtschaft(IfW Kiel), 2014 wurde er dort Konjunkturchef. Er lehrt an der BSP Business and Law School (Berlin/Hamburg) und ist Vorsitzender der Friedrich A. von Hayek-Gesellschaft.

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Was sind geeignete KlimaschutzInstrumente aus Sicht der Industrie?

Kostenzuschüsse für CO2-arme Technologien 76 % Steuerliche Absetzbarkeit betrieblicher Klimaschutzmaßnahmen 72 % Höhere CO2-Bepreisung 18 % Reduktion der Anzahl von Emissionszertifikaten 15 % Klimaverträglichkeitsprüfungen bei Genehmigungsverfahren 13 % Staatliche Vorgaben zur Anwendung bestimmter Technologien 11 %

n = 136 Betriebe mit 99.000 Beschäftigten Erhebung durch NORDMETALL/AGV NORD Befragungszeitraum: 14.-20.10.2021

Weitere 9%

dern auch über Heiz-Brennstoffe oder Kraft­ stoffe für die Mobilität. Das sind ganz andere Dimensionen, die wir nicht nur von den Pro­ duktionskosten her, sondern gesamtwirt­ schaftlich betrachten müssen. In 20 oder 30 Jahren, wenn diese Transformation global tatsächlich gelungen sein sollte, könnten wir die positiven Effekte sehen, durch bessere klimatische Bedingungen. Aber auf dem Weg dorthin, da brauchen wir uns nichts vor­ zumachen, wird die Produktion teurer wer­ den. Im Übrigen ist es ganz einfach: Wenn es so wäre, dass die erneuerbaren Energien jetzt schon die fossilen Brennstoffe beim Preis schlagen würden, dann hätte die Welt längst umgesattelt. Wir reden hier wirklich über ei­ nen massiven Eingriff in unsere Produkti­ onsstrukturen, und das ist eben nur zu ha­ ben, wenn wir dafür entsprechend Konsum in der Übergangsphase einschränken. Standpunkte: Zurzeit wird über noch teu­ rere Kilowattstunden diskutiert und über CO2-Preise von 200 Euro. Wie kann da ver­ hindert werden, dass Klimaschutz nicht Deindustrialisierung bedeutet? Nestle: Vielleicht erst mal zu der Frage, wa­ rum die Erneuerbaren im Moment noch so teuer sind. Wenn man genau hinschaut, ha­ ben wir es geschafft, dass Wind- und Son­ nenstrom deutlich günstiger ist, als vor zehn Jahren. Aber jetzt, nachdem wir den „Breakeven“-Punkt erreicht haben, ist die Produk­

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tion von Erneuerbaren massiv herunterge­ fahren worden. Das müssen wir ändern. Wenn wir jetzt schneller ausbauen, dann sinken die Strompreise wieder. Kooths: Das ist gar nicht so einfach: Der Windkraftausbau ist zuletzt an den man­ gelnden Übertragungskapazitäten geschei­ tert. Weil die großen Stromtrassen in den Süden und Westen weiter fehlen, hilft es jetzt nichts, noch weitere Windkraftparks etwa in der Nordsee zu installieren. Nestle: Das stimmt so nicht. Selbst in den Hochzeiten der Abregelung sind 97 Prozent des sauberen Stroms im Netz angekommen. Ich fin­ de, das ist eine Verfügbarkeit, die absolut in Ord­ nung ist. In Schleswig-Holstein ist die Abrege­ lung durch den Netzausbau gedrittelt worden. Standpunkte: Vertreten Sie die gleiche These wie Professor Hüther, der vor Kurzem sagte: „Der Wohlstand ist in Gefahr durch diese Transformation“? Kooths: So pauschal würde ich das nicht sagen, aber es kann viel schiefgehen, wenn wir nicht aufpassen. Die Energiewende beruht auf unsicheren Annahmen und sie kann nur global koordiniert gelingen, was alles andere als trivialist. Einfach nur Vorbild sein zu wollen, genügt nicht. Eins ist klar: Dekarbonisierung heißt, auf die leicht zugänglichen fossilen Energieträger zu verzichten. Und dafür fallen zusätzliche Kosten an, die wir vorher nicht hatten.


Standpunkte: Glauben Sie, dass die Mehr­ heit der Deutschen mitzieht, wenn sie das im Portemonnaie spürt? Nestle: Erst einmal ist das eine demokrati­ sche Entscheidung. Zweitens: Die Alternati­ ve ist „kein Wohlstand mehr“. Deswegen ha­ ben wir uns dafür entschieden, die Ressour­ ce CO2-Preis zu bewirtschaften, und das ist richtig. Ich weiß, die Umstellungskosten werden vor allem in der energieintensiven Industrie hoch sein. Es ist sehr teuer, erneu­ erbaren Stahl mithilfe von Wasserstoff zu produzieren. Aber die Konsumkosten der Haushalte werden etwa bei einem CO2-Preis von 60 Euro nur um 0,4 Prozent steigen. Das müssen wir uns definitiv zumuten. Kooths: Die Alternative „kein Wohlstand mehr“ ist überzogen, aber das nur am Rande. Entscheidend ist, dass die Verbraucher am Ende alle zusätzlichen Produktionskosten tragen, nicht nur die höhere Energierech­ nung für den Hausgebrauch. Zu den Extra­ kosten zählt auch, dass einzelne Verbrau­ cher abgeriegelt werden müssen, um das Netz stabil zu halten. Zudem: Wir werden netto Energieimportland bleiben, aber wir sollten dafür sorgen, dass am Ende nicht nur Stromimporte aus osteuropäischer Kohle­ produktion oder Atomstrom aus Frankreich unseren Bedarf absichern. Nestle: Es stimmt, dass wir für die schwie­ rigsten drei bis vier Wochen im Jahr Kraft­ werke brauchen, die mit erneuerbarem Gas betrieben werden. Wir können 60 Gigawatt Gaskraftwerke – das ist schon mal ein guter Happen gesicherter Leistung – vorhalten für vier Prozent der Stromkosten. Wir werden in sehr guten Zeiten mehr Strom haben als wir verbrauchen können und genau den müssen wir verwenden für die Sektorkopplung. Standpunkte: Frau Dr. Nestle, Sie waren in der Energie-Arbeitsgruppe der AmpelKoalitionsverhandlungen dabei. Professor Kooths, Sie verfolgen das Geschehen in Ber­ lin genau. Was muss die neue Bundesregie­ rung zuerst für ein Gelingen der Energie­ wende einleiten? Nestle: Tempo beim Ausbau der erneuerba­ ren Energien machen. Das ist direkter Kli­ maschutz, weil dadurch die Kohlekraftwer­ ke weniger laufen. Das senkt die Stromprei­ se, entlastet die Verbraucher und stärkt uns bei der Versorgungssicherheit.

Kooths: Entscheidend ist, die globale Perspektive in den Blick zu nehmen. Wenn die Welt, vor allem China, Indien und andere Schwellenländer, nicht mitziehen, wird das ein industriepolitisches Abenteuer für Deutschland. Außerdem müssen wir dafür sorgen, dass der Umbau zu den geringstmög­ lichen Kosten erfolgt. Wir müssen soweit wie möglich auf marktwirtschaftliche Mechanis­ men setzen und nicht auf staatlichen Inter­ ventionismus. Subventionen für singuläre Kleinigkeiten wie Lastenräder oder Elektro­ automobile gehören abgeschafft. Wir müssen auf den CO2 Preis setzen, eine adäquate Regu­ lierung im außenwirtschaftlichen Bereich finden und alles andere den Marktakteuren überlassen. Mit kleinteiliger Regulierung wird das Ganze nur unnötig teuer und stellt irgendwann die Akzeptanz in der Bevölke­ rung infrage. Wir sehen das in Frankreich, das sollten wir sehr ernst nehmen. Standpunkte: Gehen Sie da mit, Frau Dr. Nestle? Nestle: Was die große Bedeutung der europä­ ischen und globalen Einigkeit angeht: ja. Den zweiten Punkt sehe ich anders. Der Markt re­ gelt das nicht allein, wir brauchen Technolo­ gieförderung und Strukturen, die der Staat setzt. So wurde zum Beispiel bei der Solarener­ gie auch die Marktfähigkeit erst hergestellt. Kooths: Nein, so maßt sich der Staat ein tech­ nologisches Wissen an, auch übrigens ein öko­ nomisches Wissen, was er gar nicht haben kann. Und alle Subventionen, die Sie für ir­ gendwelche Güter bezahlen wollen, müssen Sie jetzt über andere Steuern eintreiben. Nestle: Das ist nicht der Punkt. Wir brau­ chen mehr dynamische Effizienz. Technolo­ gieförderung kann nie technologieneutral sein, weil es ja gerade um bestimmte Tech­ nologien geht und dieser Verantwortung kann sich der Staat nicht völlig entziehen. Kooths: Es ist absurd, von dynamischer Ef­ fizienz zu sprechen und gleichzeitig dem Staat die Rolle zuzuweisen, die richtigen Technologien auszuwählen. Das passt auch beim CO2-Preis nicht: Da kommt es nur dar­ auf an, dass die Marktakteure wissen, dass er im Trend steigt. Dann werden sie das ein­ kalkulieren. Da brauchen sie nicht an ande­ rer Stelle noch zusätzliche Subventionen. Standpunkte: Wir danken Ihnen für dieses Gespräch! Alexander Luckow

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Der Chef und sein Wafer: Achim Kempe, COO Nexperia

TERMIN BEIM CHEF

Achim Kempe

Foto: Christian Augustin

NEXPERIA

„Halbleiter sind Festkörper, deren elek­ trische Leitfähigkeit zwischen der von elektrischen Leitern und der von Nicht­ leitern liegt.“ Soweit die nüchterne Fach­ definition. Noch bis vor wenigen Mona­ ten waren die kleinen Chips eher unter Technikinteressierten und Industrie-In­ genieuren ein Gesprächsthema. Heute, wo sie allerorten fehlen und viele Pro­ dukte deshalb nicht endgefertigt werden können, sind sie in aller Munde. Achim Kempe kann damit gut umgehen: „Ja, wir haben in diesen Zeiten eine ganz andere ‚awareness‘, zum Beispiel in der Automotiveindustrie, aber auch in der breiten Öffentlichkeit“, sagt der Nexpe­ ria-Chief Operations Officer (COO). „Das hat sich in den letzten Jahren erst lang­ sam aufgebaut, vor allem durch die zu­ nehmende Elektrifizierung des Fahr­ zeugbaus – in einem Neuwagen stecken heute um die 270 Halbleiterchips von Nexperia.“ Dann habe die Coronapande­ mie Lieferketten und Rohstoffförderung durcheinandergebracht sowie die Mate­ rialkosten stark steigen lassen – mit der Folge, dass vom Neuwagen bis zur Ge­ schirrspülmaschine manches derzeit nicht lieferbar ist. „Verknappung und Preisanstieg treffen uns auch, Kupfer zum Beispiel ist deut­

lich schwerer und für zwei- bis dreimal so hohe Preise wie vor wenigen Monaten zu bekommen“, berichtet der 54-jährige Spitzenmanager. Der Stoff sei zur Halb­ leiterfertigung unersetzbar, die For­ schungsabteilung, in die Nexperia fast 10 Prozent seines Gesamtumsatzes ste­ cke, habe bisher keine bezahlbaren Deri­ vate entwickeln können – ein Problem, das alle Chiphersteller teilen . „Aber un­ ser Nexperia-Einkauf ist gut, die haben die Lage im Griff“, sagt der sportliche Rheinländer mit der Gelassenheit des Wahl-Hamburgers. Achim Kempe und sein Halbleiter-Kon­ zern, dem er seit 1999 angehört, können sich eine gewisse Coolness leisten: Rund 25 Prozent Marktanteil beim Kernge­ schäft mit den „Brot-und-Butter-Halblei­ tern“, wie der COO sagt, eine bald 70 Jah­ re währende Produktionserfahrung und die weltweite Vernetzung mit mehr als 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbei­ tern in den Werken zwischen Ham­ burg-Lokstedt, Manchester und Newport (Großbritannien), Shanghai und Guan­ dong (China), Seremban und Penang (Malaysia) sowie Cabuyao (Philippinen) sind da gute Grundlagen. „Mehr als 1.400 Menschen beschäftigen wir hier an der Elbe, davon fast 800 in der

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Foto: Christina Augustin

„Wir haben hier eine sehr geringe Fluktuation unter der Belegschaft aus 40 Nationen.“

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Produktion, eine Steigerung von über 40 Prozent in fünf Jahren“, sagt Kempe nicht ohne Stolz. Kurzarbeit konnte an­ gesichts der guten Auftragslage auch in Pandemiezeiten vermieden werden. Tra­ ditionell eingehaltene Hygieneregeln in der Reinraum-Fertigung von abertau­ send unterschiedlichen Halbleitermo­ dellen erleichterten die Einführung strenger Coronaschutzmaßnahmen, bis hin zur eigenen Plexiglasverkleidung, die jeden Mitarbeiter in der Kantine am Einpersonentisch von den Kollegen ab­ schirmt. „Wir haben hier eine sehr gerin­ ge Fluktuation unter der Belegschaft aus 40 Nationen, weil unsere Leute gern city­ nah in der Millionenmetropole zu besten Konditionen arbeiten“, weiß Kempe. Das Nexperia-Werk gleich neben Zentra­ le und Produktion des Kosmetikriesen Beiersdorf, heute umgeben von begehr­ ten Wohnlagen der Hansestadt, hat eine lange Tradition: 1924 fing auf den unbe­ bauten Hügeln hinter dem großbürgerli­ chen Hamburg-Eppendorf die Firma Röntgenmüller an, unter dem Marken­ namen Valvo Rundfunkröhren zu bauen.

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Schon drei Jahre später übernahm Philips das Werk, startete dort 1953 die Halbleiterproduktion. Der gebürtige Gummersbacher Achim Kempe stieß nach dem Elektroingenieurstudium in Siegen und Köln sowie einer ersten Be­ rufsstation in seinem Heimatort 1999 zu Philips in Hamburg. 2006 kaufte NXP den Philips-Halbleiter-Geschäftsbereich, 2017 sicherten sich chinesische Sharehol­ der die ehemalige NXP-Standardhalblei­ tersparte inklusive Produktion und führten sie unter dem Namen „Nexperia“ als unabhängiges Unternehmen mit Hauptsitz im niederländischen Nijme­ gen weiter. 2019 wurde der Halblei­ ter-Champion Teil der Wingtech-Gruppe, die unter Führung von Xuezheng Zhang zuletzt einen Marktwert von über 20 Mil­ liarden Dollar erreicht hat. „Die Übernahme gibt uns einen sehr starken Push“, sagt Kempe und verweist auf die eindrucksvollen Investitionspro­ gramme unter der neuen Leitung: Für über 1,8 Milliarden Dollar baut Wingtech gerade in Lingang bei Shanghai eine Fabrik zur Fertigung von 300 mm Wafern,


den kreisrunden, etwa ein Millimeter dünnen Scheiben, die als Grundplatte für elektronische Bauelemente dienen. „Wir investieren auch am Hamburger Standort 2021/2022 einen hohen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag, um die­ se Platten mit ihren bis zu 500.000 ein­ zelnen Kristallen noch leistungsfähiger zu machen und die Produktionskapazi­ tät deutlich zu erweitern“, betont Kempe. Außerdem wolle man Forschung und Entwicklung noch weiter ausbauen, al­ lein in Lokstedt werden zurzeit mehr als 60 Mitarbeiter gesucht. „Wir wollen unser Portfolio in den nächs­ ten Jahren deutlich erweitern, besonders im Bereich Leistungshalbleiter, die im Zuge der zunehmenden Elektrifizierung von Fahrzeugen, dem Aufbau der 5G-In­ fra­struktur und Industrie 4.0 an Bedeu­ tung gewinnen“, kündigt der COO an. „Siliziumkarbid-Leistungshalbleiter, die noch deutlich verlustärmer arbeiten, sind zum Beispiel ein Innovationsbe­ reich, oder auch neue Produkte aus Galli­ umnitrid sowie die bereits etablierten IGBTs nehmen wir dazu in den Fokus“, so Kempe, der zeitgemäße Vorbilder hat: Der Antriebsstrang eines Tesla nutzt be­ reits Siliziumkarbid-Halbleiter. Diese Entwicklung sei gerade unter dem Nexperia-Ziel des nachhaltigen Wirt­ schaftens wichtig. In den kommenden zwei bis drei Jahren werde man das Brotund-Butter-Geschäft um solche „High Power“-Angebote erweitert haben. Dazu sei allerdings deutlich mehr „Drive“ in der deutschen und europäi­ schen Politik gefragt, was Digitalisierung im Allgemeinen und Errichtung von wei­ teren Halbleiter-Produktionsstätten auf dem alten Kontinent im Besonderen an­ gehe: „60 Prozent des Chip-Marktes hält die asiatische Produktion, acht die euro­ päische. Wir würden hier gern vorn dabei

sein, um das zu ändern, aber China gibt gerade 150 Milliarden Dollar über zehn Jahre zu dessen Förderung aus, Europa hat nur 20 Milliarden geplant,“ bedauert Kempe. Er könne nur hoffen, dass sich die neue Bundesregierung hier ambitionier­ te Ziele setze und auch beim Thema Ent­ bürokratisierung endlich voranschreite. An ersten Gesprächen dazu im Bundes­ wirtschaftsministerium habe Nexperia schon teilgenommen. Gespräche mit seinem Chef, dem Wing­ tech-Industriellen Zhang, führt Achim Kempe seit Beginn der Pandemie nur noch per Videokonferenz oder Telefon – drei Wochen Quarantäne, wie sie derzeit nach einer Reise ins Reich der Mitte vor­ geschrieben sind, seien schlicht nicht machbar. Gar nicht unglücklich darüber dürfte Kempes Familie sein: Die Gattin und zwei mittlerweile erwachsene Söhne haben ihn im Heim im Hamburger Wes­ ten schon des Öfteren vermisst, wenn die Dienstreise dauerte. Und was tut der Pri­ vatmann Achim Kempe daheim, wenn er die Halbleiter mal Halbleiter sein lässt? „Fußball, Handball und mit einem mei­ ner Söhne Hockey, gucken und spielen“. Alles Mannschaftssportarten für einen Teamplayer. Alexander Luckow

„Wir wollen unser Portfolio in den nächsten Jahren deutlich erweitern.“

Hier sehen Sie unsere Firmen­ reportage an.

Hidden Champion aus Hamburg 1,4 Milliarden Dollar Jahresumsatz erzielte Nexperia zuletzt unter anderem durch die Produktion von bipolaren Transistoren, Dioden, MOSFETs, GaN-FETs und Logikbauteilen. Mehr als 100 Milliarden Teile fertigt der Weltmarktführer jährlich, 800 neue Produkte kommen alle zwölf Monate dazu.

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TREFFPUNKT NORD

Sven Peemöller von Alfa Laval möchte die Nutzung des bestehenden CRM-Systems erhöhen.

Mankenberg-Personalleiterin Britta Hennings arbeitet an modernen Arbeitszeitmodellen.

Alexander Matthes von NORDMETALL hat das Format erstmals ins Digitale überführt.

„Firmenzirkel“ startet rein digital

Ralph Conrad vom ifaa leitet durch die vier Module des „Firmenzirkels“.

Neuer „Firmenzirkel“-Jahrgang: Am 28. Oktober wurde das für NORDMETALL-Mitglieder kostenlose Format erstmals rein digital durchgeführt. An den insgsamt vier vom ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaften durchgeführten Modulen beteiligen sich durchschnittlich 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Gearbeitet wird an betrieblichen Problemen, um sie mit geeigneten Methoden und Werkzeugen zu lösen. Der überbetriebliche Austausch steht auch im Netz weiterhin im Fokus der Veranstaltungsreihe. BiB Fotos: ifaa, Mankenberg, privat

Viermal innerhalb eines halben Jahres treffen sich die „Firmenzirkler“, um über ihre jeweiligen Projekte zu berichten und diese gemeinsam weiterzuentwickeln.

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Dr. Nico Fickinger (NORDMETALL) sieht ein schwieriges Umfeld für die nächste Tarifrunde in der Metall- und Elektroindustrie.

Im regen Austausch: Hansjörg Lüttke (l., UV Nord ) und Susanne Wischnewski (VdU Hamburg/Schleswig-Holstein).

„Konjunkturperspektiven 2022“

Prof. Dr. Stefan Kooths (IfW Kiel) sieht viel Sand im Getriebe der Weltwirtschaft.

Ohne Wirtschaft ist alles nichts (v. l.): Matthias Boxberger (IVH), Dr. Arno Bäcker (Deutsche Bundesbank), Prof. Dr. Siegfried Russwurm (BDI), Dr. Philipp Murmann (UV Nord).

Einmal im Jahr stellen die Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein (UV Nord) und der Industrieverband Hamburg (IVH) in Kooperation mit der Deutschen Bundesbank die Konjunkturaussichten für das kommende Jahr vor. Diese Präsentation verfolgten am 22. Oktober rund 80 Gäste im Haus der Wirtschaft in der Hamburger City Nord. Ehrengast BDI-Präsident Siegfried Russwurm dämpfte die Erwartungen der Industrie an die Ampel-Koalitionsverhandlungen in Berlin. Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hob hervor, dass die Pandemie Mitte 2022 konjunkturell ausgestanden sei und weitere Konjunkturprogramme die Lage eher destabilisierten. BiB Fotos: Christian Augustin

Rund 80 Gäste verfolgten in Präsenz und unter Einhaltung der 2G-Regel im Haus der Wirtschaft die Präsentation.

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TARIF UPDATE

Foto: Shutterstock/JOKE_PHATRAPONG

Ob es um Tarifverträge, die geplante Einführung eines Schichtsystems oder die Eingruppierung von Beschäftigten geht – die NORDMETALLAbteilung „Tarifrecht und Arbeitsorganisation“ unterstützt kompetent und schnell. An dieser Stelle antworten die erfahrenen Juristen und Arbeitswissenschaftler auf aktuelle Fragen, die aus dem Kreis der NORDMETALL-Mitgliedschaft gestellt werden.

TV T-ZUG – (nicht) alles beim Alten? Es ist wieder soweit: Bis zum Ende des Jahres sollen Un­ ternehmen über die bis zum 31. Oktober eingegangenen Anträge auf Wandlung des tariflichen Zusatzgeldes, T-ZUG (A), entscheiden. Wie auch in den Jahren zuvor können unter bestimmten Voraussetzungen Schichtbe­ schäftigte, Pflegende und Eltern den Anspruch auf die Zahlung des T-ZUG (A) in Höhe von 27,5 Prozent des indi­ viduellen durchschnittlichen Arbeitsverdienstes in bis zu acht Freistellungstage bei einer Fünftagewoche wan­ deln. Das T-ZUG (A) wird genauso berechnet wie die Urlaubsvergütung. Eltern und Pflegende haben diesen Anspruch je Kind oder pflegebedürftigem Angehörigen jedoch nur zweimal. Grundsätzlich haben auch nur Vollzeitbeschäftigte den Wandlungsanspruch. Zusätzlich gilt: Waren Pflegende und Eltern am 01. Ja­ nuar 2019 (Tag der Einführung des Tarifvertrags über ein tarifliches Zusatzgeld, TV T-ZUG) in Teilzeit beschäf­ tigt, müssen sie zu irgendeinem Zeitpunkt danach ein­ mal in die Vollzeit gewechselt sein. Die Dauer dieses Wechsels ist nicht relevant. Gab es einen solchen Wech­ sel, kann auch aus der Teilzeit heraus ein Antrag auf Wandlung gestellt werden. Viele Neuerungen gibt es beim T-ZUG (B). Die Zahlung von 12,3 Prozent der Entgeltgruppe 5 H, also 384,38 Euro für Vollzeitbeschäftigte in 2021, wurde in diesem Jahr für alle Unternehmen von Juli in den Oktober verlegt. Bei wirtschaftlichen Schwierigkeiten konnte die Zahlung nach Anzeige gegenüber den Tarifvertrags-

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parteien um weitere sechs Monate, also bis maximal April 2022, verschoben werden. Rund 30 Mitgliedsunternehmen haben von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Hier gilt es nun, Anfang des kommenden Jahres zu prüfen, wie hoch die Nettoumsatzrendite der entsprechenden Unternehmen ist. Fällt diese geringer als 2,3 Prozent aus, so kann das T-ZUG (B) unter Umstän­ den gänzlich entfallen. Neu ist das sogenannte Transformationsgeld (T-Geld), das mit dem Tarifabschluss 2021 in den TV T-ZUG aufge­ nommen wurde. Es wird erstmals mit der Abrechnung Februar 2022 ausgezahlt und beträgt im kommenden Jahr 18,4 Prozent, von 2023 an 24,6 Prozent des individu­ ellen durchschnittlichen Arbeitsverdienstes. Das T-Geld wird genauso berechnet wie auch das T-ZUG (A) – einzig der Stichtag unterscheidet sich. Ist dies beim T-ZUG (A) der 31. Juli, so ist beim T-Geld auf den 28. Februar abzustellen. Das T-Geld heißt so, da es nach den Regelungen des Tarifvertrags „Zukunft gestalten – Beschäftigung sichern“ (TV ZB) bei einer kollektiven Arbeitszeitabsen­ kung durch Transformation zur Vermeidung oder Ver­ minderung der Absenkung der Monatsentgelte genutzt werden kann – zusätzlich zu den weiteren tariflichen Sonderzahlungen wie auch T-ZUG (A) und T-ZUG (B). Bei Fragen rund um T-ZUG und T-Geld stehen Ihnen die Ansprechpartner aus der Abteilung „Tarifrecht und Arbeitsorganisation“ gern zur Verfügung. kj


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Redaktion: Birte Bühnen (BiB) Tel.: 040 6378-5947 E-Mail: buehnen@nordmetall.de Daniel Jakubowski (DJ) Tel.: 040 6378-4258 E-Mail: jakubowski@nordmetall.de Autoren: Clemens von Frentz (CvF), Kristin Jordanow (kj), Lothar Steckel (LS), Albina Stelle (AS) Art-Direktorin: Birthe Meyer Tel.: 040 6378-4822 E-Mail: meyer@nordwirtschaftsmedien.de Produktion:

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39. Jahrgang Erscheinungsweise: zweimonatlich Bezug: Kostenfrei für Mitgliedsunternehmen von NORDMETALL und Sonderempfänger in Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Medien. Das Magazin und alle in ihm veröffentlichten Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Nachdruck und Verbreitung des Inhalts nur mit ausdrücklicher Genehmigung der Chefredaktion, mit Quellenangabe und Zusendung eines Beleges an die Redaktion. Vervielfältigungen von Teilen dieses Magazins sind für den innerbetrieblichen Gebrauch der Mitgliedsunternehmen gestattet. Die mit dem Namen oder den Initialen des Verfassers gekennzeichneten Beiträge geben die Meinung des Verfassers, aber nicht unbedingt die Ansicht des Herausgebers oder der gesamten Redaktion wieder. Titelfoto: Christian Augustin

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MEIN STANDPUNKT

Marktappell Nach anfänglicher Euphorie macht sich jetzt Ernüchterung breit: So ist das häufig in der Politik, so war das aber diesmal ganz besonders deutlich im Zuge der Ampel-Koalitions­ bildung. Und das liegt nicht nur an den Themen, die den Arbeitgebern schon im Sondie­ rungspapier nicht behagten, und die wir ganz ausdrücklich während unserer diesjähri­ gen Martinsgans (Seite 6 ff.) in den Mittelpunkt gestellt haben: eine geplante Mindest­ lohnerhöhung und andere Initiativen, mit denen in die Tarifhoheit eingegriffen werden soll; die dringend benötigte Flexibilisierung der Arbeitszeit, die nur als Experiment vor­ gesehen ist; und die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit im Land, die bisher kaum im Fokus der Ampel-Koalitionäre stand. Nein, das Unbehagen steigt auch, wenn wir uns den Instrumentenkasten ansehen, den sich die Ampel-Koalitionäre wohl in der Rubrik „Klimaschutz“ zurechtlegen. Nicht, dass die M+E-Unternehmer die Erderwärmung nicht bekämpfen wollten, ganz im Gegenteil: Fast jede der Metall- und Elektrofirmen im Norden arbeitet am Einsatz neuer Antriebssys­ teme mit synthetischen Kraftstoffen, an der Nutzung von Wasserstoff für saubere Industrieprodukte oder an der Verwendung klimaneutraler Produktionsmaterialien. Kli­ maschutz ist längst Forschungsantrieb und Geschäftsmodell in aberdutzend NORDME­ TALL-Mitgliedsunternehmen – weil er unseren Mitgliedern und dem Markt wichtig ist! Den freien Markt aber, mit seinem seit Jahrhunderten funktionierenden Duopol von Angebot und Nachfrage, den wollen uns vor allem die roten und grünen Ampel-Partner weiter einschränken: Technologieförderung nur noch für „saubere Produkte“, kündigt eine führende Grüne auch in diesem Heft an (Seite 52 ff.). Der Bund maßt sich an, ökolo­ gisch und ökonomisch besser zu wissen, was erst gefördert und dann produziert werden soll. Das ist der Einstieg in die unselige Staatswirtschaft, von der wir spätestens 1990 dach­ ten, dass sie nach ihrem drastischen Misserfolg auf deutschem Boden Geschichte wäre. Wir NORDMETALLER und NORDMETALLERINNEN warnen vor dieser Entwicklung. Und wir werben gegenüber der Politik für Vertrauen: in unsere bewährte Innovationskraft, in deutsche Ingenieurskunst, in das gute Funktionieren des Marktes – zugunsten des Lan­ des und des Klimas.

Alexander Luckow, „Standpunkte“Chefredakteur

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PERSONENREGISTER Steven Anderson, S. 8, GPE InPlast GmbH Petra Baader, S. 38, Nordischer Maschinenbau Rud. Baader GmbH & Co.KG Susan Bach, S. 12, Bildungswerk der Wirtschaft MV e. V. Dr. Arno Bäcker, S. 61, Deutsche Bundesbank Peggy Bahll, S. 12, Tagungshotel der Wirtschaft Schloss Hasenwinkel Hotelbetriebsgesellschaft mbH Anton Bauch, S. 36, NORDMETALL e. V. Katharina Beck MdB, S. 26, Bündnis 90/Die Grünen Wulf Benning, S. 8, Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein Dr.-Ing. Uwe Boeke, S. 13, Ehrenvorstand NORDMETALL e. V. Jacov Boger, S. 49, Nordenhamer Zinkhütte GmbH Helmut Bommrowitz, S. 25, Fette Compacting GmbH Julian Bonato, S. 8, Vorstandsvorsitzender AGV NORD e. V. / MHG Heiztechnik GmbH Dr. Julia Borggräfe, S. 34, Bundesministerium für Arbeit und Soziales Matthias Boxberger, S. 61, IVH Industrieverband Hamburg e. V. Dr. Frank Brzoska, S. 39, Jungheinrich AG Frank Bsirske MdB, S. 13, Bündnis 90/Die Grünen Dr. Bernd Buchholz, S. 7 ff., Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus SH, FDP Birte Bühnen, S. 40, NORDMETALL e. V. Aliya Candogan, S. 49, Nordenham Metall GmbH Oliver Carstens, S. 21, ArcelorMittal Hamburg GmbH Philip Charmuszko, S. 21, ArcelorMittal Hamburg GmbH Marie Chetouane, S. 21, ArcelorMittal Hamburg GmbH Björn Cleven, S. 9, MV Werften Wismar GmbH Ralph Conrad, S. 60, Institut für angewandte Wissenschaften e. V. Lea Delamotte, S. 47 f., Airbus Operation GmbH Janina Döhring, S. 47 f., Getriebebau NORD GmbH & Co. KG Veronika Dölle, S. 38, Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft Stefan Dräger, S. 10, Drägerwerk AG & Co. KGaA Florian Drude, S. 19, Alfa Laval Mid Europe GmbH Dr. Martin Duensing, S. 34, Behörde für Wirtschaft und Innovation Hamburg Kerstin Ehlers, S. 34, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus SH Richard Fain, S. 39, Royal Caribbean Group Jörg Feldmann, S. 33, Wilhelm Feldmann Druckluft Hydraulik GmbH & Co. KG Michael Feldmann, S. 33, Wilhelm Feldmann Druckluft Hydraulik GmbH & Co. KG Dr. Nico Fickinger, S. 3, 10, 13, 61, 66, NORDMETALL e. V. Prof. Dr. Kerstin Fink, S. 9, NORDAKADEMIE gemeinnützige AG Dr. Gero Flatau, S. 10, Drägerwerk AG & Co. KGaA Robert Focke, S. 9, 38, Vizepräsident NORDMETALL e. V. / Nordischer Maschinenbau Rud. Baader GmbH & Co. KG Dr. Hans Magnus Frankenberg, S. 8, Vorstand NORDMETALL e. V. / ArcelorMittal Hamburg GmbH Constantin Fricke-Kniesberg, S. 19 f., Nordex Energy SE & Co.KG

Daniel Friedrich, S. 10, IG Metall Küste Michael Frieß, S. 9, Vorstand NORDMETALL e. V. / Daimler AG Tom Gehrke, S. 48, Pano Verschluss GmbH Prof. Dr. Frank Gieseler, S. 38, Schleswig-Holsteinische Krebsgesellschaft Peter Golinski, S. 27, 34, NORDMETALL e. V. Sven Grünwoldt, S. 8, Schnellecke Modul GmbH Dr. Daniela Haller, S. 13, Hauni Maschinenbau GmbH Annika Harms, S. 12, AWV Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e. V. Bernd Hartmann, S. 9, thyssenkrupp Marine Systems GmbH Margit Haupt-Koopmann, S. 9, Bundesagentur für Arbeit Regionaldirektion Nord Hubertus Heil MdB, S. 13, Bundesminister für Arbeit und Soziales, SPD Britta Hennings, S. 60, Mankenberg GmbH Jens Höft, S. 20, Gestra AG Frank Hollmann, S. 9, Blohm + Voss B.V. & Co. KG Tanja Hoppmann, S. 12, WISKA Hoppmann GmbH Dipl.-Kfm. Ronald Hoppmann, S. 12, WISKA Hoppmann GmbH Jutta Humbert, S. 8, Vorstand NORDMETALL e. V. / Getriebebau NORD GmbH & Co. KG Dipl.-Ing. Harald Jaekel, S. 9, Peene-Werft GmbH & Co. KG Dipl.-Ing. Dietmar Janssen, S. 9, Neue Jadewerft GmbH Wencke Janz, S. 12, AWV Arbeitgeber- und Wirtschaftsverband Jade e. V. Florian Käselau, S. 47 f., Getriebebau NORD GmbH & Co. KG Achim Kempe, S. 1, S. 5, S. 57 ff., Nexperia Germany GmbH Tim Klingenhof, S. 25, Fette Compacting GmbH Dr. Wolfgang König, S. 24, Bildungswerk der Wirtschaft gGmbH Prof. Dr. Stefan Kooths, S. 52 ff., 61, Institut für Weltwirtschaft Kiel Ayhan Kosnak, S. 33, Wilhelm Feldmann Druckluft Hydraulik GmbH & Co. KG Anja Krake, S. 8, Schnellecke Modul GmbH Ingo Kramer, Titel, S. 4 ff., S.7 f., Ehrenpräsident BDA, J.H.K. Anlagenbau und Industrieservice GmbH & Co. KG Bremerhaven Friedrich-Wilhelm Kramer, S. 13, NORDMETALL-Stiftung Alois Krtil, S. 34, Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) e. V. Dr. Thomas Kühmstedt, S. 28, Ostseestaal GmbH & Co.KG Thomas Küll, S. 34, NORDMETALL e. V. Uwe Kunkel, S. 9, Ehrenvorstand AGV NORD e. V. Dipl.-Kfm. Thomas Lambusch, S. 9, Ehrenpräsident NORDMETALL e. V. Steffen Laser, S. 8, Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e. V. Manfred Lehde, S. 9, Ehrenvorsitzender AGV NORD e. V. Stefan Lengowski, S. 25, thyssenkrupp Marine Systems GmbH Hansjörg Lüttke, S. 61, Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e. V. Philipp Maracke, S. 38, Nobiskrug GmbH Alexander Matthes, S. 60, NORDMETALL e. V. Jannik Mehler, S. 46 f., Pano Verschluss GmbH Frank Meyer, S. 8, Airbus Defence and Space GmbH Roy Meyer, S. 38, NKT GmbH & Co. KG Sabine Moltzahn, S. 48, MV Werften Stralsund

Dr. Philipp Murmann, S. 61, Vereinigung der Unternehmensverbände in Hamburg und Schleswig-Holstein e. V. Dr. Ingrid Nestle MdB, S. 52 ff., Bündnis 90/ Die Grünen Sonja Neubert, S. 8, Vorstand NORDMETALL e. V. / Siemens AG Lutz Oelsner, S. 10, 12, Präsident Unternehmensverbände im Lande Bremen e. V. Dr.-Ing. Alexander Orellano, S. 13, thyssenkrupp Marine Systems GmbH Sven Peemöller, S. 60, Alfa Laval Mid Europe GmbH Dr. Ralph Petersen, S. 9, Blohm + Voss B.V. & Co. KG Dr. Reiner Piske, S. 26, Drägerwerk AG & Co. KGaA Katrin Rehkate, S. 21, Pleuger Industries GmbH Anna Sophie Rogalla, S. 48, Jungheinrich AG Nico Rosberg, S. 39, Greentech Festivals, ehem. Rennfahrer Prof. Dr. Siegfried Russwurm, S. 61, Bundesverband der Deutschen Industrie e. V. Detlef Scheele, S. 18, Bundesagentur für Arbeit Ingo Scheuse, S. 8, Unternehmensverband Kiel e. V. Ingo Schillinger, S. 30, Ampereship GmbH Carsten Schlegel, S. 20, Gestra AG Helmut Schmidt, S. 38, NKT GmbH & Co. KG Marvin Schönteich, S. 47 f., Getriebebau NORD GmbH & Co. KG Kim Schütze, S. 20, S. 26 f., 36, NORDMETALL e. V. Lars Schwarz, S. 5, 67, Präsident Vereinigung der Unternehmensverbände MV e. V. Rebecca Sievers, S. 47, Airbus Mirko Sonnack, S. 46 f., Pano Verschluss GmbH Ute Stahlmann, S. 34, Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung Jan Stelter, S. 23, HellermannTyton GmbH Dipl.-Ing. Maik Stövhase, S. 12, Wärtsilä SAM Electronics GmbH Lena Ströbele, S. 10, Vorstand NORDMETALL e. V. / Fr. Lürssen Werft GmbH & Co. KG Marco Swyter, S. 23 f., Nordbildung gGmbH Hans-Georg Tschupke, S. 34, Senatorin für Wirtschaft, Arbeit und Europa der Freien Hansestadt Bremen Folkmar Ukena, Titel, S. 4, S.7 f., S. 14, S. 17, Präsident NORDMETALL e. V., LEDA Werk GmbH & Co.KG Britta von Selchow, S. 25, Fette Compacting GmbH Birgit Voßkühler, S. 13, Landesarbeitsgericht Hamburg Kirsten Wagner, S. 9, NORDMETALL-Stiftung Heidi Warnecke, S. 21, ArcelorMittal Hamburg GmbH Martin Weber, S. 34, Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration Hamburg Dipl.-Ing. Axel Weidner, S. 8, Vorstand NORDMETALL e. V. / Mankenberg GmbH Lars Windhorst, S. 38, Nobiskrug GmbH Susanne Wischnewski, S. 61, Verband deutscher Unternehmerinnen Ariane Witt, S. 8, NORDMETALL e. V. Dr. Stefan Wolf, Titel, S. 4 ff., S.7 f., Präsident Gesamtmetall Sanda Wulf, S. 48, Pano Verschluss GmbH Wolfgang Würst, S. 13, Ehrenvorstand NORDMETALL e. V. Oliver Zander, S. 12, Gesamtmetall Gillian Zinnow, S. 49, Nordenhamer Zinkhütte GmbH

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Foto: Lukas Faust 2016

KURZ VOR SCHLUSS

Fördern durch Engagement Die Zukunft des Corporate Volunteering weiterdenken – darum geht es im Projekt Skillpreneurs, gefördert von der NORDMETALL-Stiftung. Gemeinsam mit dem För­ derprojekt „Hacker School“ hat die Stiftung an einem „Hackathon“ der Skillpreneurs teilgenommen. Einen Tag lang wurde an Fragestellungen rund ums freiwilli­ ge Engagement gearbeitet. Zusammen mit ihren Part­ nern aus Wirtschaft und Gesellschaft, darunter ZiviZ im Stifterverband und Fraunhofer CeRRI, stärkt Skill­ preneurs den strategischen Mehrwert von freiwilligem Engagement in Unternehmen und gemeinnützigen Or­ ganisationen. Langfristig kann ein solches Engagement

Fähigkeiten wie Problemlösungskompetenz, Kreativi­ tät oder Teamfähigkeit der Beschäftigten fördern. Doch stellt ehrenamtliches Engagement ihrer Mitarbeiter Unternehmen auch vor Herausforderungen, angefan­ gen bei der nötigen Freistellung von Arbeitnehmern bis hin zur angemessenen Wertschätzung durch Führungs­ kräfte und Kollegen. Eine Möglichkeit, sich zu engagie­ ren, bietet „Hacker School @yourschool“, das Program­ mierprojekte mit Einheiten zur Berufsorientierung in Form digitaler Workshops für Hamburger Schulen ver­ knüpft. Fragen beantwortet Dr. Julia Freudenberg unter julia.freudenberg@hacker-school.de.

Standpunkte-Podcast Der Politik-Podcast des Hauptgeschäftsführers der norddeutschen Metall- und Elektro­industrie Dr. Nico Fickinger. Thema: Regierungsbildung in Corona-Zeiten

Entschieden anpacken Fortschritt und Innovation durch neue Dynamik und den Willen zur Veränderung. Das hatten sich die Ampel-Koalitionäre für ihre Verhandlungen auf die Fahnen geschrieben. Doch gerade einmal zehn Wochen nach der Bundestagswahl zeigt sich, dass Politik genauso wenig von Aufbruchsstimmung le­ ben kann, wie der Mensch von Luft und Liebe allein. Zumindest hält sich die gute Laune des Publikums nicht dann, wenn sich die Unterhändler über Wo­ chen hinweg einen Maulkorb umhängen. Abge­ hängt haben sie damit jedenfalls einen Großteil der Wählerinnen und Wähler. Deren Interesse an poli­

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tischem Wandel scheint erlahmt. Dabei brauche es gerade jetzt, angesichts der Wucht, mit der das Coronavirus weite Teile des Landes außer Gefecht zu setzen droht, eine Regierung, die kluge und vor allem zukunftsweisende Entscheidungen treffe, so Dr. Nico Fickinger. Als ersten Schritt in die richtige Richtung bezeichnet der NORDMETALL-Hauptge­ schäftsführer das lang erstrittene Recht für Arbeit­ geber, den Impfstatus ihrer Mitarbeiter zu erfragen. Was eine neue Regierung ebenfalls anpacken muss, können Sie nachhören unter www.meinarbeitgeber­ verband.de/politik-podcast. BiB


Foto: Christian Augustin

Ich lese „Standpunkte“, weil ... „… Mecklenburg-Vorpommern nicht nur für Strandkorb, Fisch und Milchkanne steht. Sondern auch für Stahl, Halbleiter und mittelständische Industrie.“ Lars Schwarz, Präsident der Vereinigung der Unternehmensverbände für MecklenburgVorpommern e. V.


Schutzraum, weiß

Adress-Etikett

AI BUSINESS NETWORK Unternehmerisches Workshop- und Netzwerkangebot zum Themenfeld der „Künstlichen Intelligenz“ Sie befassen sich strategisch mit dem Themenfeld der „Künstlichen Intelligenz“? Gemeinsam mit dem Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) und der NORDAKADEMIE laden wir unsere Mitgliedsunternehmen und Partner herzlich zu der neuen Workshop- und Netzwerkreihe „AI Business Network“ ein. Lernen Sie, wie Künstliche Intelligenz (KI) funktioniert, welche Rolle sie im digitalen Strukturwandel spielt, wie sie in unterschiedlichen, betrieblichen Fachbereichen angewendet wird und welche rechtlichen Rahmenbedingungen mit der Implementierung von KI-Anwendungen einhergehen. Drei kompakte Workshops: 1

Grundlagen der Künstlichen Intelligenz verstehen

2

Einblicke in gute Anwendungspraxis erhalten

3

Kontakte zu Fachexpertinnen und -experten und anderen Unternehmen aufbauen

Netzwerk: Danach finden mehrmals jährlich weiterführende Netzwerktreffen statt und bieten Ihnen die Chance, sich mit Fachexpertinnen und -experten zu detaillierten Fragestellungen zu vernetzen und andere Personen und Institutionen kennenzulernen. Haben Sie Interesse? Das freut uns! Melden Sie sich gern: Thomas Küll NORDMETALL Verband der Metallund Elektroindustrie im Norden e. V.

Artificial Intelligence Center Hamburg (aric) e. V.

Tel.: 040 6378–4203 E-Mail: kuell@nordmetall.de

Tel.: 040 79724442 E-Mail: info@aric-hamburg.com


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Standpunkte 04/2021 by NORDMETALL & AGV Nord - Issuu