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IT-BUSINESS 08/2024

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NIS2: GUT GEDACHT, SCHLECHT GEMACHT?

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äbe es die Anschnallpflicht nicht, würden sich die meisten Auto­ fahrer vermutlich auch nicht anschnallen. Ähnlich verhält es sich mit NIS2. Im November 2022 wurde die neue Richtlinie zur Netz- und Informationssicherheit vom Parlament und vom EU-Rat angenommen. Sie ersetzt die bisherige NIS und soll für mehr Cybersi­ cherheit sorgen. Aber: Solange sich die ­Bundesregierung in Sachen NIS2 uneinig ist, „haben die Unternehmen auch keinen Zugzwang, um handeln zu müssen“, so René Hofmann, Geschäftsführer bei Securepoint. „Aus unserer Sicht ist NIS2 jedoch im Wesentlichen ein Bürokratie-­ Gesetz. Es geht weniger um die konkrete Gestaltung von Cybersicherheit, sondern um die Gestaltung administrativer ­Kommunikations- und Kontrollinstanzen.“ In Sachen NIS2 schwimmt die Regierung und mit ihr scheinbar auch Endkunden und IT-Dienstleister sowie Systemhäuser, die ebenso von der Richtlinie betroffen sind. Diese sollten „alleine zum Selbst­ schutz selbst gewisse Maßnahmen ­umsetzen“, fügt Eric Kaiser, Product Management Director, ein. Bei den Kunden hat vor allem der Mittelstand den größten Beratungsbedarf – „und dieser stellt schließlich den Motor unserer Wirtschaft dar“, so ­Hofmann. Securepoint zeigt sich, was das Handeln in Bezug auf NIS2 angeht, verantwortungs­ bewusst und begrüßt jede Initiative, die für mehr IT-Sicherheit sorgt. So nehmen sie auch die Roadshow „SecDays“ zum Anlass,

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BILD: VOGEL IT-MEDIEN / SECUREPOINT

Die meisten Unternehmer nehmen es nicht ernst genug, dass auch sie eines Tages Opfer einer Cyberattacke werden. Außerdem kostet ein gutes Risikomanagement ja auch Geld. Solange NIS2 nicht verabschiedet ist, wird IT-Sicherheit vernachlässigt bleiben. | Barbara Miletic

Barbara Miletic (IT-BUSINESS) im Gespräch mit René Hofmann, Geschäftsführer bei Securepoint.

die Partner besser über Umsetzungs­ maßnahmen aufzuklären. „Hersteller, Lieferanten und Dienstleister sind zentra­ ler Bestandteil einer guten IT-Sicherheits­ kultur“, sagt Hofmann. Und in Berlin verzeichnete der Hersteller eine Rekord­ teilnahme, „was auch das hohe Interesse an der Auseinandersetzung mit NIS2 ­widerspiegelt“, ist sich Hofmann sicher. „Im persönlichen Kontakt mit den Resellern diskutieren wir Innovationen und Vertriebsideen.“ Auch ein gewisser Pragmatismus gehört zum Handeln. Hierzu will der Hersteller seinen Partnern Schulungsmaterial und somit Wissen bieten, mit dem er zum Kunden gehen kann – herunter­ gebrochen auf eine verständliche Sprache und passend für den Mittelstand. Secure­ point bezeichnet es als für sie gelebte IT-Si­ cherheitskultur, NIS2 nennt das „Cyberhygie­ ne“ – für Unternehmen in Deutschland ist es der Schlüssel für ihren erfolgreichen Schutz. n

Unternehmen müssen verstehen, dass ihre Cybersicherheitskultur ihr Nervensystem ist. Eric Kaiser, Product Management Director Securepoint

BILD: SECUREPOINT