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BIORAMA 82

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BAL L P R ODU KTIO N

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FAIR PLAY

Drei Viertel aller weltweit verkauften Fußbälle kommen aus Pakistan, ihre Produktion ist meistens weder sozial noch ökologisch nachhaltig. Es gibt Alternativen.

TEXT Florian Jauk

Badboyzballfabrik wurde 2014 von Robert Weber mit dem Ziel, faire und ökologische Sportbälle zu verkaufen, gegründet. Mittlerweile ist das Familienunternehmen in zweiter Generation, Tochter Alena Weber ist Geschäftsführerin, Robert Weber ist verantwortlich für das Marketing und den Vertrieb. badboyzballfabrik.com

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ie 700.000-EinwohnerInnen-Stadt Sialkot im Nordosten Pakistans gilt als die Hauptstadt des Fußballs. Zumindest was die Produktion des für den Sport notwendigen runden Leders betrifft. Auch wenn Leder hier ein wenig irreführend ist – der Großteil der jährlich rund 40 Millionen handgefertigten Fußbälle besteht aus Kunstleder. Jedes zweite Jahr, zu Fußballgroßveranstaltungen wie Welt- oder Europameisterschaften, klettern die Produktionszahlen sogar auf 60 Millionen Stück. Diesen Boom spüren zwar die großen Sportartikelhersteller in ihren Verkaufszahlen, die NäherInnen, die mehr als zehn Prozent der Sialkoter Bevölkerung ausmachen und die Fußbälle herstellen, verdienen dennoch nur einen geringen Lohn, häufig unter dem nationalen Mindestlohn. Bezahlt werden sie in den meisten Fällen nicht pro Stunde, sondern pro genähtem Ball.

VIEL HANDARBEIT, WENIG GELD Für die Fertigung von Fußbällen gibt es mehrere Methoden. Jeder Ball besteht aus einem

Innenleben – auch Blase genannt –, einem Grundgerüst um die Blase, das dafür sorgt, dass das Innenleben bei hohem Druck nicht platzt, sowie der sichtbaren Oberschicht des Balls. Wie ein Fußball aussehen muss, ist genormt: 20 sechseckige Panels und 12 fünfeckige Panels werden benötigt, um aus dem Eckigen das Runde zu machen. In der Produktion werden zuerst laminierte und getrocknete Kunstlederstücke per Hand zu fünf- und sechseckigen Formen gestanzt und mit Schlitzen für die Naht versehen. Ein solches fünfeckiges Panel enthält ein Loch für die Blase und das Ventil, die meistens beide aus Latex bestehen. Nach dem Stanzen werden die Panels bedruckt und anschließend meist in Handarbeit zusammengenäht, insgesamt sind dafür mehr als 600 Nadelstiche notwendig. Der schwierigste Teil ist die Schlussnaht, die man von außen nicht sehen darf. Durchschnittlich brauchen ArbeiterInnen drei Stunden Nähzeit für einen Ball, laut Fairtrade Deutschland arbeiten die NäherInnen bis zu zwölf Stunden pro Tag, wo-


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