PORTRAIT
Foto © Franziska Unterholzner
62 Nr. 4/2026
EINE BIERIGE IDEE
Ein Schulpraktikum in einer Brauerei 2013 war Ausschlag für das Lebensprojekt von Andrea Armellini. Sie erhielt dort nicht nur Einblick in die Braukunst, sondern entdeckte auch ein altes Buch über die Ursprünge dieser über tausendjährigen Tradition. Und war so begeistert davon, dass sie zusammen mit ihrer Tante Brigitte Zöschg den Kurs Diplom Bier Expert besuchte und nach der Matura Lehre und Meisterkurs zur Brau- und Malzmeisterin in München ablegte. Die Geburt der Biermacherinnen. Das Mädchen für alles hinter den beiden Biermacherinnen ist Günther Hofer, der Mann von Brigitte Zöschg.
L
ange vor den Mönchen war das Bierbrauen Frauensache. Teil der Mitgift war oft ein Braukessel, das Brauen lief parallel zum Brotbacken. Bier war in frühen Zeiten ein Grundnahrungsmittel, flüssiges Brot sozusagen. Nach dem Brauen versammelten sich die Frauen zum gemeinsamen Kosten. Sozusagen die Urform des Kaffeekränzchens. Bis das Brauen in Verbindung mit Hexenwerk gebracht wurde. Damit wurde es zur Männerdomäne. Eine Geschichte, die Andrea Armellini begeisterte. „Das möchte ich auch machen!“
Erster Schritt: Bier-Sommelère
Der erste Schritt war der Bier-ExpertKurs zusammen mit ihrer Tante. „Alleine hätte ich mich damals nicht getraut“, lacht Andrea. Aber ihre Tante Brigitte mag nicht nur gerne Bier, sie ist auch sehr begeisterungsfähig. Der Kurs bestätigte Andrea in ihrem Wunsch, das Bier zu ihrem Lebenswerk zu machen. Die neu entdeckte Leidenschaft bestärkte sie in ihrer Entscheidung, kein Studium aufzunehmen, sondern ein konkretes Handwerk zu erlernen, in dem sie ihre Interessen vereinen kann: Geschichte, bodenstän-